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Dieses Thema hat 60 Antworten
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Choconussa Offline

Mitglied


Beitrge: 330

18.11.2015 11:43
Story von Choconussa Zitat · antworten

Anmerkung

Schnelle Wortwechsel mit mehreren Charakteren werden mit Initialen beginnen.
Beispiel: MM: Hasenzahn?

Tagebucheinträge werden Kursiv geschrieben.

Gretchens Gedanken werden am Anfang und am Ende in ~ geschrieben.

Kurzmitteilungen (SMS) werden mit Slash oder Backslash und Kursiv geschrieben.

Gedanken von anderen z.B. Mehdi oder Marc werden in {...} geschrieben.

Änderungen, sollte ich welche Vornehmen werden Kommentare zur Story von Choconussa mit einem * markiert.


_____________________________________________________


|Einleitung|


}Wir befinden uns im Jahre 2011, Anfang November in Berlin. (Meine letzte Erinnerung ist das die dritte Staffel 2010 war. Hoffe ich sag da nix falsches.)
Gretchen, Marc, Mehdi und Gina waren ein Jahr in Afrika. Nun sind sie zurück und in Sachen Beziehung hat sich so einiges getan.
Marc und Gretchen befinden sich in einer mehr oder weniger glücklichen Beziehung.. Doch funktioniert es so wie die beiden gestrickt sind? Was sagen die Eltern dazu?
Auch Mehdi und Gina haben sich angenähert..
Die Charaktere haben sich in Afrika ein wenig verändert, diese Veränderungen werden in Flashbacks kurz erklärt.. Ansonsten behalten sie alle ein wenig ihres Charmes ;).
Was also passiert nun im EKH-Berlin? Lest selbst{


______________________________________________________

Schaut auch hier vorbei und lasst mir gern ein paar Worte da.: Kommentare zur Story von Choconussa


Kapitel Eins -Gefühlschaos-




Es war nun ein Jahr und drei Monate her, seit dem Afrikaplan. Gretchen hatte beschlossen, Marc den Rücken zu kehren und ihm seinen Wunsch, ihn in Ruhe zu lassen zu erfüllen. Diesmal war sie fest entschlossen doch ahnte sie nicht, dass Sabine Marc mal wieder nicht standhalten konnte und ihm den Brief noch an dem Vorabend ihrer Abreise geben würde.


Marc fasste beim Lesen des Briefes den Entschluss zu ihr zu fahren und sie von ihrem Vorhaben abzuhalten. Als er vor der Tür stand, war Bärbel Haase ganz aus dem Häuschen, doch Gretchen wollte ihn gar nicht nochmal sehen müssen, bevor sie flog. Als er ihr sagte weswegen er bei ihr war konnte sie ihr Glück kaum fassen. Also schnappte sie sich ihre Zahnbürste und schon waren die beiden verschwunden. Sie verbrachten eine unglaublich schöne Nacht miteinander die sie wohl nie mehr vergessen würden.


Nun war sie seit drei Monaten wieder in Berlin, hatte dankend ihre Stelle als Assistenzärztin wieder angenommen und war so schlecht gelaunt wie nie. In wenigen Tagen sollte sie ihre Facharbeit abgeben, die nun schon seit über einem Jahr geschrieben wurde. Seit zwei Wochen hatte sie sie fertig, jedoch war sie mit dem was sie geschrieben hatte noch nicht ganz zufrieden. Je näher der Tag der Abgabe rückte, desto nervöser wurde sie. Man sah es ihr nicht nur an, denn jeder der ihr in die Nähe kam wurde angeschnauzt.









Die Tasche in den Spind knallend und mit finsterer Miene schrie sie ins Schwesternzimmer: SABINE? Ich hätte gerne einen Kaffee!


Sabine musste kurz zusammengezuckt sein, stand aber sofort auf um ihrer Bitte nachzukommen. Auch wenn diese etwas forsch war, sie verstand es ja das die Frau Doktor sichtlich neben der Spur war.


Er schüttelte nur den Kopf, viel zu verständnisvoll war diese Frau. Auch ihm gegenüber und das schon seit Jahren.


Sag mal, Hasenzahn - musst Du hier so rumbrüllen am frühen morgen?, fragte er am Türrahmen angelehnt lächelnd, doch er erntete nur einen verächtlichen Blick.


Mit ihrem Kaffee in der Hand machte sie sich auf zur Visite. Irgendwer musste ja arbeiten wenn der Herr Oberarzt meinte er müsse mal wieder Kaffeeklatsch abhalten. Dieser Oberarzt stand kopfschüttelnd im Türrahmen und wusste nicht was er sagen oder machen sollte.


Meier? Wo ist meine Tochter? Und warum stehst du hier rum wie ein Sack nasse Wäsche?, fragte Franz Haase ganz verwundert als er Marc so gedankenverloren in der Tür stehen sah. Herr Professor, wie schön Sie zu sehen., sagte er gespielt erleichtert und fragte vielleicht ein wenig forsch: Sagen Sie mal, hat Gretchen die letzten Tage irgendwie mal einen Anflug von guter Laune gehabt? Oder geht das hier jetzt so weiter, bis die Sache mit der Facharbeit durch ist? Ach, du weißt doch wie das ist - fing Franz an doch weiter sollte er nicht kommen. Eine etwas angehobene und sehr angespannte Frauenstimme schnitt ihm das Wort ab: Ja Papa, der Herr weiß ja wie das ist und der Herr könnte seinen Arsch endlich mal zur Visite begeben., mit jeden Wort wurde sie lauter und sie sah sauer zu Marc auf, der sie überrascht ansah, Wäre jedenfalls nett, ich bin Assistenzärztin und keine Stationsleitung und ich würde mich ungern in Aufgabenbereiche schummeln in denen ich einfach nichts zu suchen habe!!! Langsam hatte Marc von ihrem ewigen rum Gekeife die Nase voll.


Tag ein Tag aus ob bei ihm, in der Öffentlichkeit oder hier im Krankenhaus. Sie wurde immer unangebracht laut und meistens sogar noch ohne Grund. So wie eben jetzt. Er war immerhin Oberarzt und rief zur Visite auf und nicht sie. Also entschloss er sich, auch auf die Gefahr hin das ihr Vater ihn gleich erdolchen würde, auch mal etwas lauter ihr gegenüber zu werden: Och Gretchen, echt jetzt mal. Hör auf hier jeden Tag so unbegründet rum zu maulen. Erstens entscheide ich wann wir die Visite anfangen und zweitens verstehe ich dein Problem nicht. Seit über einem Jahr schreibst du an der Arbeit und ich habe sie mittlerweile so oft durchgelesen das ich sie auswendig kann. Seit 2 Wochen machst du nichts anderes mehr als sie immer und immer wieder zu lesen. Immer wieder wird sie überarbeitet und mir vor die Nase geknallt. Wortlos. Wie oft soll ich dir noch sagen das die Arbeit perfekt ist und ich nicht denke das du das vermasselst? Sie schnaubte nur: Marc, Deine Meinung ist mir gerade heute morgen, sowas von egal.


Die beiden funkelten sich böse an. Marc musste zu seinem Bedauern feststellen, dass es das erste Mal seit drei Tagen war, das sie sich nicht nur mal wieder richtig in die Augen sahen, sondern auch, dass sie sich so nahe waren. Schon wurde sein Blick ein klein wenig weicher, doch wollte er auch nicht wieder klein beigeben. Sie hatte bis jetzt fast jeden noch so kleinen Streit gewonnen, diesmal nicht. Er war es wirklich leid.


Was hat der Herr Doktor Meier denn am frühen Morgen schon wieder verbrochen, das Sie hier so rum keifen Frau Haase?, schob sich Frau Doktor Hassmann ins Schwesternzimmer um sich prompt am Tisch breit zu machen und zu frühstücken.


Gretchen wand sich von Marc ab, schloss die Augen und musste tief Luft holen damit sie nicht explodierte: Frau DOKTOR Haase, Frau Doktor Hassmann. Ich weiß das Sie nicht mal vor Ihrem eigenen Spiegelbild Respekt haben, allerdings sollte man doch in manchen Situationen im Leben einfach mal welchen an den Tag legen. Sich in private Gespräche von anderen einzumischen ist nicht sonderlich höflich!

Hasenzahn, reg Dich nicht so auf. Erstens, wir sind hier nicht in meinem Büro also kann sich hier jeder in unser 'Gespräch' einmischen der hier rein kommt und zweitens, ich spreche Dich auch nur vor den Patienten mit Deinem Doktortitel an. Sie holte tief Luft um sich nochmal zornfunkelnd an ihren Gesprächspartner zu wenden: DU solltest es Dich auch nicht wagen mich auch nur EINMAL, Hasenzahn vor den Patienten zu nennen!, und deutlich freundlicher fügte sie an, Ich geh jetzt die Visite machen. Kommste mit oder willste hier weiter rumklucken?


Nun war es aber auch ihr Vater leid. Marc stand hier vor ihm wie ein Häufchen Elend, versuchte seiner Tochter so gut es ging unter die Arme zu greifen und brachte ihr mehr bei als es eigentlich nötig wäre. Er wusste um seine Bemühungen, jedoch wollte er sich bisher immer aus den für ihn doch eher kleinen Kabbeleien der beiden heraus halten. Immerhin waren sie ja alt genug. Ihn beschlich nun aber leise das Gefühl das die beiden doch eher etwas größere Probleme miteinander hatten, als sie vor allen anderen zugeben wollten.


Die ersten Wochen nachdem die beiden aus Afrika wiederkamen, waren sie unzertrennlich. Es war so harmonisch und ruhig im Krankenhaus das er öfter mal auf Station nachsah, ob denn auch wirklich alles in Ordnung war. Das war es. Die beiden arbeiteten geflissentlich weiter und nur hin und wieder konnte man sie schmusend und küssend im Schwesternzimmer antreffen. Glücklich waren sie alle beide. Immer weniger Beschwerdebriefe über den unsagbar unfreundlichen Chirurgen Marc Meier hatte er auf seinem Schreibtisch liegen. Doch die letzten Wochen war es mit der Harmonie vorbei. Gretchen war immer öfter zu Hause und wenn sie bei ihm war dann kamen sie stillschweigend zur Arbeit. Keiner wusste wirklich was in den vier Wänden von Marc los war. Doch wenn man sich ihre Kabbeleien anhörte konnte man es sich schon ein wenig denken. Sie war wohl wirklich nur noch mit ihrer Facharbeit zugange und die beiden schienen wenig Zeit miteinander zu verbringen. Marc hatte einen straffen Arbeitsplan als leitender Oberarzt der Chirurgie. Akten, OP Planung, Schichtplan das alles lag in seinem Aufgabenbereich. Wenn er also Abends nach Hause kam wollte er nur einen ruhigen enspannten Abend verbringen. Selbstverständlich, dachte ihr Vater. Bei ihm war es nicht anders. Wenn er nach Hause kam, war er froh wenn Bärbel noch auf ihn wartete. Sicherlich wartete sein Kälbchen auch auf ihren Göttergatten, allerdings nicht um den Abend in Ruhe vor dem Fernseher mit ihm ausklinken zu lassen, sondern am Laptop sitzend über ihre Facharbeit gebeugt. Auf Bemühungen von Marc ihr Näher zu kommen ging sie nur halbherzig ein, seit einigen Tagen gar nicht mehr. Wenn sie dann fertig war, klatsche sie ihm die ausgedruckte Arbeit wortlos auf den Tisch und ging ins Bad. Damit war der Abend allerdings meistens auch schon wieder gelaufen weil Marcs Laune den Siedepunkt erreichte.

Choconussa Offline

Mitglied


Beitrge: 330

18.11.2015 11:45
#2 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zwei -Flashback |Die Facharbeit|und Wer hat hier eigentlich die Hosen an?-




Weißt Du Kälbchen, mach die Visite doch heute mal allein?!

Was bitte?, kam es da wie aus der Pistole von Gretchen und Marc, entgeistert sahen sie ihren Chef an. Ja, ich würde gern mit dem Herrn Doktor Meier etwas besprechen., freundschaftlich nahm er ihn bei der Schulter bevor dieser sich noch einmal von ihm löste und sich zu seiner Liebsten umdrehte. Gretchen rollte nur mit den Augen und wollte sich gerade umdrehen als sich Marc räusperte. Was willst Du noch?, sichtlich genervt stand sie vor ihm. Bessere Laune Gretchen. Beim Mittag., flüsterte er ihr zu und sah ihr leidenschaftlich in die Augen.


Doch anstatt wie erhofft einen Kuss zu bekommen, ging sie einfach weg. Da stand er nun wie ein Trottel mit geschürzten Lippen und konnte es mal wieder nicht fassen, wie kalt sie ihm gegenüber doch sein konnte. Im Krankenhaus tuschelten sowie schon alle ob es an dem vielen Umgang mit ihm lag das sie so unglaublich unausstehlich geworden war. Er tat das immer nur mit einer Handbewegung ab. Er wollte nicht das das Personal wusste wie es bei ihnen ablief.
Konnte man denn keine Privatsphäre haben nur weil man zusammen arbeitete? Es gab nur einen Menschen mit dem er wirklich redete, Mehdi. In Gesprächen mit diesem, meinte er nur: Na, sei doch froh. Wird sie wohl doch eine richtige Chirurgin. Niemand nahm ihn ernst und schien zu verstehen wie schlecht es ihm ging in letzter Zeit. Er machte sich ja nicht nur Sorgen um sich und seine Beziehung sondern auch um Gretchen. Sie stand morgens 2 Stunden früher auf, setzte sich in die Küche und las wieder und wieder diese dämliche Facharbeit durch. Sie aß morgens nichts mehr. Wenn man ihr zu nah kam, stampfte sie mehr als angenervt in Richtung Bad. Meistens um ihm die Tür vor der Nase zu zuknallen und abzuschließen. Er kam einfach nicht mehr an sie heran. Die letzten drei Tage noch weniger als zuvor und es zerriss ihn innerlich, abends alleine zu Bett gehen zu müssen und morgens allein wieder aufzustehen.









-Flashback-


Sie waren eine Woche in Afrika als sie damit anfing. Marc?, fragte sie liebevoll und vorsichtig als dieser versuchte sich notdürftig mit der Flasche Wasser die er noch hatte zu waschen. Da seine Laune ein wenig angespannt war, in Anbetracht dessen, unter welchen Bedingungen er hier behandeln und leben musste brummte er nur ein Hmm.. heraus.


Sie schien seine Körperhaltung zu verstehen und fügte vorsichtig hinzu: Ich will meine Facharbeit noch schreiben Marc. Er hörte sofort auf sich zu waschen und sah verwundert zu ihr auf. Das war das erste Mal das er hörte das sie sowas WOLLTE. Ww..Was?, stotterte er sich einen ab weil er nun nicht wusste ob sie ihn nur beeindrucken wollte oder sie das ernst meinte. Etwas selbstsicherer blickte sie ihn nun an: Ich will meine Facharbeit schreiben habe ich gesagt! Wenn wir zurückfliegen will ich meinen Facharzt machen. Ich habe die letzten Monate in Berlin nur darüber nachgedacht wie ich das mit uns in die Wege leiten kann. Jetzt stehe ich hier, habe noch nicht einen Satz geschrieben und behandle todkranke Kinder. Das hier war der erste Schritt zu einem unabhängigen Leben, er sah erschrocken zu ihr hoch, Ja Marc, auch wenn wir jetzt sowas wie eine Beziehung führen würde ich sehr gerne unabhängig bleiben.


Dd.. da.. da sagt ja auch gar keiner was gegen Gretchen. Ich bin nur etwas verwundert. Sonst drückst du dich doch wo es geht vor solchen Aufgaben?!, er grinste sie breit an und sie wusste das er an ihre Doktorarbeit dachte. Ja, das war einmal. Es wird Zeit sich zu ändern und sich auch über andere Dinge im Leben Gedanken zu machen. Ich meine wenn ich die Facharbeit nicht schreibe und das mit uns beiden so gar nicht klappt was mache ich denn dann? Dann bin ich noch immer nur Assistenzärztin und kann nicht für mich selbst sorgen!, sie sprach zum ersten mal von einer Zukunft in der es nicht darum ging Marcs Herz zu erobern oder ihm vorzuwerfen das er selbst ja gar keine Zukunft mit ihr haben wollte. Mhmm.. Joa.. Eeehm.. Auch wenn ich nicht wirklich davon überzeugt bin das es mit uns nicht klappen sollte, denke ich hast du recht. Vielleicht solltest du dich nun wirklich mal damit auseinander setzen, er ging langsam auf sie zu blieb vor ihn stehen, sah ihr in die Augen, lächelte und nahm ihr Gesicht in seine Hände, "Musst dich ja nicht mehr mit anderen Dingen beschäftigen. Daraufhin küsste er sie und sie wusste genau was er meinte.


Ihn.


Er nahm sie fest in dem Arm und sie schlug ihn mit der flachen Hand auf den Oberarm. Er konnte nicht anders, noch während er sie küsste musste er lachen.


Gina und Mehdi hatten sich das Schauspiel angehört und angesehen: Ihr zwei. Endlich gepackt und nun könnt ihr wieder die Finger nicht voneinander lassen., grinste Mehdi vor sich hin.


Sicherlich war es schwer zu akzeptieren das die beiden zueinander gefunden hatten. Sie waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch beide nicht annähernd so glücklich wie sie es jetzt gerade waren. Er freute sich wirklich, das brachte er auch immer und immer wieder an wenn Marc ihn mal dabei erwischte wie er Gretchen verträumt ansah. Als Marc sich endlich wieder gefangen hatte, stellte er sich neben seine Freundin und schlang einen Arm um ihre Taille: Darf ich vorstellen? Frau Doktor Margarethe Haase, Chirurgin.


Völlig verdattert blickten Gina und Mehdi zwischen den beiden hin und her und Gretchen verdrehte die Augen.


Assistenzärztin in der Chirurgie Marc, noch immer! Eben.. NOCH! Wenn wir zwei deine Facharbeit erstmal fertig haben bist du allerdings Chirurgin. Und eine gute noch dazu., fügte er ernst hinzu. Gina traute ihren Ohren kaum. Hatte er ihr wirklich gerade ein Kompliment gemacht, auch rückwirkend? Ebenso verdattert sah Gretchen ihn nun an. Sowas hatte sie aus seinem Mund wirklich noch nie gehört. Ehe noch irgendwer was sagen konnte, oder Marc rechtzeitig reagieren konnte fiel sie ihm um den Hals und küsste ihn. Völlig von den Socken gerissen, mit riesigen Augen war er bemüht dem zu folgen. Als er sich jedoch gefangen hatte, bedeutete er Gina und Mehdi die beiden allein zu lassen. Dann erwiderte er ihren Kuss.



-Flashback Ende-



Setz Dich Marc., Franz deutete auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch, Wir müssen uns unbedingt mal über Margarethe unterhalten. Es kann so nicht weiter gehen und es macht mich wahnsinnig wenn sie weiter so übelgelaunt hier rum stapft. Marc sah ihn an. Er sah nicht nur sehr ernst aus, sondern auch durchaus besorgt. Verständlich., sagte er ganz ehrlich.


Ja. Marc. Ich weiß es geht mich eigentlich nichts an und ich möchte wirklich keine Details wissen - aber was ist los bei euch?, nun sah er ihn nur noch besorgt an, Ihr kommt glücklicher wie der Kaiser von China zurück und nun springt ihr euch bei jedem Wort beinahe an die Kehle.


Marc wusste wenn ihn jemand verstand dann der Professor also holte er tief Luft: Ich weiß es nicht, das war ganz ehrlich - er wusste es wirklich nicht und schüttelte den Kopf als er fortfuhr, Es ist nicht so als wenn ich Ihre Tochter nicht verstehen würde. Sie hat denke ich wahnsinnige Angst Sie und mich zu enttäuschen. Wie ich vorhin jedoch schon sagte, die Arbeit ist perfekt. Mit Herzblut hat sie sie geschrieben und ich musste wirklich staunen als sie sie mir das erste Mal zum lesen gab. Jetzt dreht sich unser Alltag um nichts anderes mehr. Jeden Morgen komme ich in die Küche und sehe sie an der Arbeit sitzen. Abends wenn ich später aus dem Krankenhaus komme sitzt sie wieder daran. Eine halbe Stunde später klatscht sie mir die Blätter vor die Nase und stampft ins Bad. Ich weiß nicht mehr weiter, wirklich nicht.


Franz nickte langsam und schien über etwas nachzudenken. Redet ihr noch miteinander? Außer über die Facharbeit?


Marc dachte kurz nach: Nein. Kaum. Seit drei Tagen darf ich sie ja nicht mal mehr anfassen.


Bitte? Willst du mir jetzt damit sagen...


Marc hob die Hand: Nein.. Also.. Ja.. Ach.. egal. Er brach ab und sah betreten zu Boden.


Ich denke es ist an der Zeit das ich da mal eingreife. Kann ja nicht so weitergehen. Meine Tochter kann ein ganz schöner Dickkopf sein , dies wurde durch Marcs Nicken bestätigt, allerdings sehe ich nicht einen Grund so ein Drama aus der Geschichte zu machen. Wenn du doch ihre Arbeit so toll findest, sollte auch ihr das nun langsam mal genügen. Ich möchte das ihr heute Abend zum Essen erscheint und dann werde ich mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden.


Herr Professor ich glaube nicht das Gretchen... ,versuchte Marc es dem Professor gleich wieder auszureden doch dieser hob die Hand: Doch. Glaube ich für euch mit. Ich will das hier endlich wieder Ruhe einkehrt! Das Gespräch ist beendet, heute Abend um 20 Uhr Meier!



Kopfschüttelnd und in seinen Gedanken vertieft lief er wieder zu seiner Station. Das konnte ja heiter werden. Familienstreit bei den Haase's, er mitten drin und nicht mal ganz unschuldig daran. Darüber musste er sich allerdings später den Kopf zerbrechen. Denn im Schwesternzimmer, bekam er erstmal eine Akte vor den Brustkorb geklatscht.


Ah da ist ja endlich der feine Herr Oberarzt. Wenn Sie schon nicht in der Lage dazu sind meinem Vater zu erklären das ich nicht dazu befugt bin die Patienten zu entlassen, hätten Sie dann nun die Güte das rückwirkend für mich zu tun?, er sah sie nicht an und sie erhob mal wieder die Stimme, MARC! Ich bin deine Assistenz und nicht dafür da hinter dir aufzuräumen und dich an deine Pflichten zu erinnern. Weder hier auf Station NOCH im OP!


Na, dann lass ich Dich auch nicht mehr operieren. Was hältst Du davon? , meinte er fast beiläufig als er in die Akte blickte ohne sie anzusehen. Er hatte so die Schnauze voll von ihr heute. Ihm wäre es auch egal gewesen wenn sie ihn für den Rest des Tages nicht mehr ansah oder mit ihm sprach. Vielleicht würde der Abend bei ihren Eltern ja doch mal was in ihr wachrütteln.


Da musste sie nun schlucken. Was hatte er da gerade gesagt? Guck mich nicht so entgeistert an Gretchen. Wenn Du hier der Meinung bist, Du wärst nur hier um mir zu assistieren, dann wirst Du das auch wieder tun, sie wollte gerade was erwidern doch er hielt die Hand hoch um sie zum Schweigen zu bewegen, Weißt Du.. Pamp die Schwestern an.. Die anderen Assistenten und Frau Doktor Hassmann, aber nicht mich. Ich bin ebenso wenig Dein Fußabtreter wie Du meine Putze., er schrie sie nicht an. Er blieb ruhig und sah sie nur böse an.

Choconussa Offline

Mitglied


Beitrge: 330

18.11.2015 11:47
#3 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Drei -Kommunikationsschwierigkeiten?-









Aber Marc, so meinte ich das doch auch gar nicht., fing sie dann an zu stottern.


Marc musste blinzeln: Eeehm.. Gerade kackst Du mich hier wieder an und jetzt fängst Du fast an zu heulen?, er legte die Akte beiseite, Okay.. Was ist los Gretchen?


Och man Marc. Ich muss in 4 Tagen meine Facharbeit abgeben. Ich muss hier noch einen Berg an Akten abarbeiten. Ich bin einfach schlecht drauf. Nervös und.. , sie schloss kurz die Augen, .. ich weiß einfach nicht wo mir der Kopf steht. Sie sah wirklich ein klein wenig fertig aus. Wenn er nun genauer hinsah sogar ein bisschen dünner. Allerdings wollte er nun auch nicht wieder den Schwanz einziehen. Immerhin war sie diejenige die ewig aus einer Mücke einen Elefanten machen musste.


Tja, dann begeb' Dich mal an Deine Akten. Um 16 Uhr machst Du Feierabend und fährst nach Hause, er warf ihr die Autoschlüssel hin, und dann..; aber sie unterbrach ihn. Marc, schau mal auf den OP-Plan. Ich kann um 16 Uhr nicht Feierabend machen. Wir ham' ne OP.


Ja.. , er räusperte sich, jetzt habe ich nur noch eine OP. Ich kann Dich so aufgebracht und durch den Wind wie Du bist im OP nicht gebrauchen. Du fährst um 16 Uhr und sollte ich Dich nach 16 Uhr noch irgendwo hier sehen dann trete ich Dich nach Hause und diesmal mache ich keinen Spaß. Geh Deine Facharbeit meinetwegen nochmal durch. Alle Bücher die Du brauchst um was zu korrigieren oder zu ergänzen findest Du wie immer auf dem dritten Regal. Dann hole ich Dich um 19:30 Uhr ab, wir sind bei Deinen Eltern zum Essen eingeladen. Vielleicht hast Du ja mal bessere Laune wenn Du Dich ein wenig mit Dir selbst beschäftigst. ,er drängte sich ohne sie auch noch eines Blickes zu würdigen an ihr vorbei.


Sag mal Marc, hast Du sie nicht mehr alle? Das ist meine Patientin die heute im OP liegt. Da will ich bei sein!


Diesmal wurde er lauter, er wusste nicht was nicht daran zu begreifen war das sie so nicht zu operieren hatte. Sie war viel zu emotional und er wollte nicht das sie wegen dieser Laune irgendwelche Fehler machte: DAS hättest Du Dir überlegen können bevor Du hier wieder den ganzen Morgen OHNE Grund rum scheißt. Und wenn Du jetzt so weiter machst Gretchen, werde ich Dich für die ganze Woche aus dem Plan streichen, bis Du Dich mal wieder beruhigt hast. Jetzt nehm Dir die Akten, geh in mein Büro und bleib da. Ich denke das Personal sollte mal für einen Tag von Deiner Launenhaftigkeit befreit werden!

Ooooh, eine Ansage vom Hausherren?, höhnte Hassmann.

Gretchen schüttelte den Kopf, würde sie ihre Laune halt an der Hassmann auslassen: Sagen se mal Frau Hassmann, haben Sie nichts besseres zu tun? Liften lassen - vielleicht?

Die angesprochene grinste nur: Mhmm.. Frau Haase, sie nehmen zwar den Raum sehr ein, allerdings werde ich hier noch rein und durchpassen. Wenn Sie beide hier privat Gespräche führen wollen, der Herr Meier hat ein Büro.


Gretchen? Wir sehen uns heute Abend. Ich muss zu Patienten, er hielt die Akte hoch, und DU machst Deine Akten fertig Hasenzahn. Er war schon zum Flur raus als sie ihm hinter her rief: Eeehm, Marc? Essen wir nachher nicht mehr zusammen oder warum sehen wir uns erst heute Abend?


Ich lass Dir von Sabine nachher Essen in mein Büro bringen. Sollst ja fertig werden heute! ,rief er zurück.


Meinte er das also echt ernst damit heute im Büro zu bleiben und nicht mehr auf Station zu kommen.


Pff.., schnaubte sie, nahm sich die Akten und ging ohne auch nur irgendwen eines Blickes zu würden schnurstracks ins Büro des Chefarsches.


Tja, da bekommt wohl heute einer keinen Sex..., grinste Hassmann ihre Orange an.


Wie bitte?, Mehdi kam grad zum Dienst und dachte er wäre gemeint.


"Na der Meier", sagte sie ohne morgen Gruß.


Mehdi verdrehte die Augen und fragte während er sich einen Kaffee nahm: Was hat er denn nun schon wieder angestellt?


Frau Hassmann sollte nicht zu Wort kommen: Ich habe Gretchen für den heutigen Tag in mein Büro verbannt, sie ab 16 Uhr vom Dienst befreit und ihr angedroht dies für die ganze Woche zu tun, sollte sie hier weiter so rum keifen., etwas erschöpft lies er sich in einen Stuhl am Tisch fallen. Mehdi sah ihn besorgt an doch Frau Doktor Hassmann wusste nicht was er sich hier nun so hängen lies. Meier! Jetzt tun Sie mal nicht so als wären Sie ach so gestresst. Nachdem Ihre 'Assistenz' die Visite ja schon fertig hatte...


Marc unterbrach sie leise: Wissen Sie Hassmann, ich weiß nicht in wieweit Sie eine Ahnung haben wie stressig meine Tage sind. Ich weiß auch nicht was Sie das Wort Assistenz so betonen. Ich weiß NUR das ich keine Lust habe zu diskutieren. Ich will einfach nur mal für 10 Minuten meine Ruhe genießen, bevor Hasenzahn hier wieder angerauscht kommt um irgendeine beschissene Ansage zu machen! Er hielt sich während er sprach die Hände vors Gesicht.


Diesmal hatte es Hassmann wirklich die Sprache verschlagen und Mehdi legte eine Hand auf Marcs Schulter: Alles okay? Scheinst ja echt fertig zu sein.


Ohne darauf zu achten das nun mittlerweile auch Knechtelsdorfer und Sabine sich an den Tisch gesetzt hatten fing er an zu erzählen: Mhmm... Das wärst Du denke ich auch wenn Du seit gut zwei Wochen jeden Abend nicht vor 23 Uhr ins Bett kommen würdest, jeden morgen um 4 Uhr aufstehen würdest um nach Deiner Freundin zu sehen und dann auch noch in einer Tour angekackt wirst.


Komm, so schlimm kann es ja wohl nicht sein Marc. Gretchen ist doch eigentlich der liebste Mensch auf der Welt. Marc brauchte gar nicht zu antworten. Na ja.. Die Frau Doktor isch in letzter Zeit schon a bissl greizt. ,befand Knechtelsdorfer und drückte Hassmann einen Kuss auf den Kopf. Für Marc war das Gespräch auch beendet. Er hatte keine Lust das Krankenhauspersonal weiter mit seinen privaten Problemen zu behelligen. Immerhin ging es sie nichts an. Also wartete er sehnsüchtig darauf irgendwas zu tun zu bekommen. In sein Büro würde er ganz sicher nicht gehen. Zu sauer war er noch auf Gretchen.









Weil er auf Station absolut nichts zu tun fand, außer Arbeiten die durchaus von einer Schwester oder Knechtelsdorfer zu erledigen waren, wollte er eine Runde ins Grüne.


Nachdem er Sabine angewiesen hatte ihn an zupiepen wenn irgendwas wichtiges wäre, saß er auch schon an einen Baum gelehnt und sah hinauf in den Himmel.


Er wusste nicht mehr wo ihm der Kopf stand und betete das die Zeit bis zur Abgabe der Arbeit schnell umgehen würde. Als sie vor über einem Jahr erwähnte das sie ihren Facharzt unbedingt noch haben wollte, konnte er ja nicht ahnen worauf er sich da nur einlies. Gretchen war eine wundervolle Frau, das wusste er. Sie hatte sich nicht nur immer um ihn gesorgt, sondern gleich um die ganze Welt. Wie sie in Afrika behandelte, unter den schlechtesten Bedingungen und immer und immer wieder neue Medikamente aus Berlin anforderte um so viele Kinder wie möglich zu retten, wusste er er hatte die Frau fürs Leben gefunden.


Eine ganze Weile noch lächelte er vor sich hin und dachte an diese unglaublich sinnliche Frau mit ihren unglaublich vielen Macken bevor er sich wieder auf Station begab. Zu seiner Erleichterung war mal NIEMAND im Schwesternzimmer, also setzte er sich schnurstracks an den Tisch und begann über den Abend bei den Haase's zu grübeln.


Was würde der Professor sagen und konnte er Gretchen wirklich davon überzeugen das ihr Verhalten unangebracht war?


Diese Gedanken sollte er jedoch nicht zu Ende führen können, weil ihm mindestens 15 Akten von die Nase geknallt wurden.


Erschrocken sah er auf Bitteschön, Herr Doktor Meier. Ich hoffe Sie sind mit meinen Ausführungen zufrieden und schauen zur Abwechslung nicht noch einmal drüber! , sie funkelte ihn zornig an. So sauer war sie schon lange nicht mehr auf ihn. Was bildet er sich ein sie freizustellen ohne mit ihrem Vater darüber zu reden? Vor allem wenn er genau wusste das ihre erste eigene Patientin im OP lag.


Er schüttelte grinsend den Kopf, fuhr sich einmal mit den Händen übers Gesicht und antwortete: Aber Frau Doktor Haase, Sie wissen doch das ich schauen muss ob meine Assistenzärzte Fehler machen. Daraus kann man lernen und es ist bei weitem keine Schande., grinste er sie an in der Hoffnung sie würde lächeln. Er sollte bitter enttäuscht werden. Sie schüttelte ihren Kopf und ging ohne noch was zu sagen. Er stöhnte auf, warf seinen Kopf in den Nacken und fragte sich ob er überhaupt noch was richtig machen konnte. Kopfschüttelnd widmete er sich den Akten.


Mit jeder einzelnen wurde seine Laune besser. Sie hatte mal wieder alles so ordentlich und gewissenhaft ausgefüllt und aufgeschrieben. Teilweise sogar noch kleine Notizen auf Post-Its als früh Diagnose aufgeklebt. Er musste lächeln.. Als sie damals ins Krankenhaus kam hatte er nicht damit gerechnet was eine gute Ärztin sie zu sein schien nun war er erstaunt darüber das sie sogar noch besser geworden war und ihm das Wasser reichen konnte.

Choconussa Offline

Mitglied


Beitrge: 330

18.11.2015 11:49
#4 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Vier -Tratschtanten-


Zu Hause angekommen, entledigte Gretchen sich der Tasche und Jacke, setzte sich schnaubend auf das Sofa und begann sofort wild in ihr Tagebuch zu kritzeln.


-Ich glaube es einfach nicht. Er spielt sich immer noch so auf. Dabei dachte ich, ich hätte ihm das einigermaßen abgewöhnt. Der Kerl ist noch lange kein Gott! Ja.. Ich weiß, hat sich damals aber noch anders angehört! Da hab ich ja auch in meiner Traumwelt gelebt, die heute immer noch sehr schön und bunt ist. Warum versteht denn niemand das ich Angst habe? Was passiert wenn die Facharbeit nicht als gut genug empfunden würde um mir einen Facharzt der Chirurgie aufzustempeln? Mein Vater wäre so unglaublich enttäuscht von mir, Marc's Bemühungen mit mir die Facharbeit immer und immer wieder durchzugehen, wären umsonst gewesen. Ich würde mich abgrundtief hassen.-


Sie blickte auf, sah den Laptop und fasste einen Entschluss. Grinsend schloss sie den Stick an und löschte ihre halbe Facharbeit. Der Teil der sie nun am meisten störte war endlich nicht mehr zu lesen. Sofort stand sie auf, nahm sich alle Bücher und fing an wie wild darin zu blättern und sich Notizen zu machen.


Eine halbe Stunde später, fing sie an zu tippen wie eine Geisteskranke. Da würde Herr Meier aber staunen, dachte sie sich. So einfach sollte er sie nicht wieder klein kriegen, wenn er meint er muss .. Bitte.. Bald würde sie im OP stehen und besser sein wie er. Ob er es nun wollte oder nicht.


Sie musste lachen. War sie nun doch so selbstverliebt wie ihr Oberarzt?! Ne, ne, ne, ne, ne.. Ganz sicher nicht. Auf diese Ebene würde sie sich nicht herablassen.




Im Krankenhaus wurde stattdessen im Schwesternzimmer mal wieder über das leidige Thema Gretchen Haase diskutiert. War sie doch vor ihrer Afrika Reise immer die liebe und sanftmütige Parallele zu dem Doktor Meier. Sabine machte sich Sorgen ob die Frau Doktor denn jemals wieder die Alte werden würde. Langsam vermisste sie ihre Ansprechpartnerin, auch wenn sie nun eine Freundschaft mit Gabi pflegte, mit Frau Doktor Haase war es doch immer was besonderes.


Sabine, Sie müssen doch nun nicht den Teufel an die Wand malen. Die Haase hat einfach Stress. Ich weiß noch wie ich damals meine Facharbeit abgegeben habe. Na, ich hatte halt keinen Meier an der Backe, der mich eventuell auch noch runter zieht. So selbstverliebt wie der Kerl immer ist, ist ja kein Wunder wenn der Frau dann irgendwann der Kragen platzt., plapperte Frau Doktor Hassmann fröhlich vor sich hin, wohl in dem Glauben von dem selbstsicheren Oberarzt nicht gehört zu werden.


Ach das glaube ich nicht Frau Doktor! Der Herr Meier kümmert sich immer ganz toll um die Frau Haase.


Ja, damit sie sich nicht auf ihn drauf setzt!, kam ein klein wenig angezickt von Gabi.


Schwester Gabi. Ich dachte Sie seien über die Meier-Geschichte hinweg?! Warum zicken Sie hier jetzt so rum? Ich denke die beiden haben halt ein wenig viel zu tun so mit Arbeit und dann auch noch der Stress wegen der bevorstehenden Facharztprüfung.


Ach, der Doktor Kaan. Immer um das wohl seiner Liebsten besorgt. Sie hat sich entschieden. Diesmal ja wohl eindeutig! Da brauchen SIE hier auch nicht mit Rosen werfen!!!, höhnte Hassmann grinsend was Mehdi gleich das Lächeln aus dem Gesicht wusch.


Ja, für den größten Idioten des Krankenhauses.


Gabi!, platzte es nun aus Schwester Sabine heraus.


Doch Gabi redete unbeirrt weiter: Seien wir doch mal ehrlich, keiner genau weiß was Meier an ihr findet. Sie ist nicht gerade das was ein Mann wie er verdient HÄTTE. Sie ist fett, nicht sonderlich hübsch und er himmelt sie nur an weil sie seine ASSISTENZ ist und dicke Titten hat , ungläubig schüttelten die anderen den Kopf, Ja.. ist doch so. Der schaltet doch sofort sein Hirn aus wenn er Brüste sieht.


Das war ihm nun doch zu viel des Guten. Ein lautes Räuspern und alle erschraken, selbst Gabi wich bei dem Gesicht was Marc machte leicht ängstlich zurück: Ich finde es bemerkenswert, wie niemand in diesem Krankenhaus gedenkt seiner Arbeit nachzugehen und sich hier stattdessen den Mund über Kollegen, Vorgesetzte und Freunde, der Blick richtete sich dabei genau auf Mehdi, zerreist., nun wurde er auch lauter, Ich weiß auch nicht WARUM in Gottesnamen Sie sich hier hinstellen und versuchen sich ein Bild von unserem Privatleben zu machen oder darüber zu urteilen, sein Blick galt nun Gabi die sich schnellstmöglich verkrümelte, Mir reicht es wirklich. Habt ihr hier alle nichts besseres mehr zu tun? Habt ihr noch nie Leute streiten sehen? Im Leben läuft halt nicht immer alles rosarot und unproblematisch. Ich dachte nicht das es noch mehr Menschen auf der Welt gibt die ich aus ihrer Blase befreien muss. Und jetzt sehen SIE zu das sie mit Ihrem Arsch in Richtung Arbeit watscheln.


Sabine sah betreten zu Boden und Frau Hassmann sah immer noch ziemlich unbeeindruckt aus. Nur Mehdi wusste das sie echt Scheiße gebaut hatten, sofort ergriff er das Wort. Marc, komm.. Du weißt das wir hier immer sitzen und über alles und jeden reden. Das ist ja nun wirklich nichts neues oder?


Noch immer war er mehr als aufgebracht: Mehdi, reden und sich das Maul zerreißen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge und ich denke nicht das hier irgendwer von euch in der Position steht irgendwas über die Verhältnisse in denen Gretchen und ich stehen zu beurteilen, damit wand er sich ab. Über sowas konnte er wirklich nur noch den Kopf schütteln. Das war ja noch schlimmer wie vor einem Jahr. Sicherlich wusste er, dass das Schwesternzimmer für den neuesten Klatsch und Tratsch die beste Anlaufstelle war aber LÄSTERN? Das würde er zukünftig nicht mehr durchgehen lassen.


Gretchen hatte ja so schon schlechte Laune zu genüge ohne das sie von solchen Gesprächen von ihren.. na ja.. Freunden wusste. Auch wenn sie und Hassmann sich immer mal wieder angifteten, konnten sie sich auch immer mal wieder ganz vernünftig unterhalten. Sie schätzten sich. Sabine war die erste in diesem Krankenhaus die voll und ganz hinter ihr stand, weswegen sie wohl auch eine ihrer ältesten Freundinnen hier war. Tja.. Und Mehdi.. Ihr Ex-Freund.. Er wusste das Gretchen nicht immer einfach war. Die komplizierteste Frau auf der Welt, wie Marc an einigen Männerabenden zum Besten gab. Doch Mehdi wusste eigentlich immer mehr, wie ihm eigentlich lieb war. Noch heute, hatte er ein wenig daran zu knabbern, dass die beiden mal ein Paar waren. Der Umstand das er nun auch noch mit der Brillenschlange ein Verhältnis einging, war nun auch nicht sonderlich erfreulich. Jedoch war er auch Gretchens bester Freund. Sie wäre unglaublich verletzt wenn sie das nun von ihm wüsste. Wenn er doch wenigstens eingegriffen hätte um was gegen diese Unverschämtheiten zu sagen.


Dies alles ging ihm durch den Kopf als er in seinem Büro auf und ab ging um sich abzureagieren.


Verhältnisse sind das also nun., schnaubte sie verächtlich.


Frau Dr. Hassmann ich glaube er hat Recht! Wir sollten uns vielleicht doch ein bisschen zurückhalten. Die beiden haben nun mal jetzt auch ein Privatleben und nicht mehr nur das hier im Krankenhaus. Wir können hier jetzt nicht mehr sitzen und über ihre nicht vorhandene und irgendwie doch anwesende Beziehung reden. Immerhin sind sie nun seit über einem Jahr liiert.


Ja, ja..Ham Se ja recht, und da war sie auch schon weg auf dem Weg in die Neurochirurgie.


Sabine war noch immer ganz verdattert und Mehdi dachte kurz darüber nach ob er nicht einfach zu Marc gehen und mit ihm reden sollte, als dieser schon wieder zur Tür hinein kam.

Choconussa Offline

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18.11.2015 12:04
#5 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Fünf -Abendessen bei Familie Haase-


Mehdi?, fing er mit dem Blick auf seine Akte gerichtet an, Ich möchte nie wieder sehen, wie Du dem Personal hier gestattest über uns zu reden. Wenn Du mit Schwester Sabine reden willst, mach das. Sie weiß denke ich genug von Gretchen um einigermaßen mithalten zu können.. Dumm ist sie zudem auch nicht, er lächelte ihr kurz zu und Sabine war sich nicht ganz sicher ob er wirklich sie meinte, Hassmann hat wohl noch immer kein Verständnis dafür entwickeln können warum sich hier jeder Mann gegen sie und für Gretchen entschieden hat. Zu Gabi sage ich nichts mehr.. Ich habe keine Lust mehr mich über ihr Spatzenhirn aufzuregen. Das DU, als unser bester Freund hier sitzt und mit tratscht ist mir nicht nur ein Rätsel sondern auch unter aller Sau!, er war nicht laut geworden.


Er klang enttäuscht und so sah er Mehdi dann auch an.


Mehdi fing schließlich an: Marc.. Ich beabsichtige nicht irgend wen von euch beiden zu verletzen. Ganz sicher nicht, nun saß Marc ihm direkt gegenüber, sodass er ihm direkt in die Augen sehen konnte, ich wüsste allerdings mal gern was mit euch beiden los ist. Es ist nicht auszu.., er brach ab denn Marc fing Kopfschüttelnd an zu lachen und warf sich im Stuhl zurück. Weißt Du Mehdi, würdest Du mir mal ZUHÖREN anstatt Dich in Deinem Mitleid zu baden das Du sie doch nicht um den Finger wickeln konntest, wüsstest Du was bei uns los ist. Sie ist einfach unerträglich zur Zeit.


Mehdi musste schlucken.. Marc wusste um die leichte Schwärmerei die er wohl immer für Gretchen haben würde, doch wollte er nicht gesagt bekommen das dies der Grund war warum er den beiden nicht helfen wollte. Ich bin sicher nicht in meinem Selbstmitleid versunken, Meier. Sicher, ich bin verletzt das sie mit mir geschlafen hat um dann gleich wieder in Deine Arme zu rennen. Mehr als akzeptieren kann ich es auch nicht. Ich bin derweil auf dem besten Wege eine engere Beziehung zu Gina aufzubauen., er plapperte nun mal was er wirklich dachte, Du erzählst immer nur von irgendwelchen Kleinigkeiten die mich nicht dazu bringen würden so mit dem Menschen den ich liebe so zu streiten wie ihr es tut. Für mich war es Kindergarten Marc. Deswegen habe ich nichts weiter dazu gesagt!


Marc sah mittlerweile traurig auf seine Hände er wusste nicht wie er darüber sprechen sollte.. Über Gefühle reden konnte er nie.. Schließlich fasste er sich ein Herz und fing an zu reden ohne aufzusehen: Weißt Du.. Als ich damals ihren Brief gelesen hatte, nach der Geschichte mit Dir.. Ich dachte mir rammt einer ein Messer in den Magen und dreht es genüsslich um.. Diesmal war ICH in begriff sie vielleicht für immer zu verlieren, noch immer sah er nicht auf und Mehdi begriff was Marcs Problem war. Du meinst sie trennt sich von Dir? Marc das ist lächerlich...


Tzz.. Ich habe sie vor drei Wochen das letzte Mal im Arm gehalten als wir einschliefen.. Das letzte Mal geküsst habe ich sie vor neun Tagen.. Das letzte mal Sex? Ich weiß es nicht mehr... Zu lange her! Sie lässt mich einfach nicht mehr an sich heran. Nun sah er seinem Freund direkt in die Augen und dieser sah das es Marc wirklich nahe ging... Dieser grinste allerdings: Und ihr denkt wir streiten nur wegen Kleinigkeiten. Ihr habt keine Ahnung.. Also haltet auch den Mund. Ich muss jetzt los.. Sind nachher bei ihren Eltern zum Essen.. Vielleicht melde ich mich danach bei Dir um mir anzuhören was Du mir noch zu sagen hast., damit lies er ihn mit seinem schlechten Gewissen allein.


Die ganze Autofahrt über, musste er an das Essen bei den Haase's denken. Gretchen kannte er gut genug um ahnen zu können, dass sie ihm eine Szene machen würde. Worauf hatte er sich da nur eingelassen? Wahrscheinlich würde sie noch immer sauer auf ihn sein.


Doch was ihn zu Hause erwartete sollte ihm die Sprache verschlagen.


So Hasenzahn, er schloss die Tür auf, Beautypalace.. ist.. zu.. Eende.., stotterte er schließlich geschockt.


Gretchen saß mitten auf dem Wohnzimmerboden, zwischen allen seinen Lehrbüchern und überall wo man nur hinsah lagen Zettel. Sie hatte es geschafft seine Wohnung zu verwüsten. Hallo Marc. Zwei Sätze noch dann bin ich fertig, fing sie fröhlich an, Willst Du nicht schon mal ins Bad gehen?


Schneller als gedacht fing er sich wieder: Wenn ich nicht Gefahr laufen würde einen Genickbruch zu erleiden würde ich das tun. Gretchen? Was hast Du gemacht?

Na, ich sollte doch nochmal meine Facharbeit durchgehen, sagte sie so als wäre sie sich keiner Schuld bewusst. Ich erinnere mich an meine Worte. Ich sagte allerdings nicht das Du meine Wohnung in ein Schlachtfeld verwandeln sollst.


Langsam bahnte er sich einen Weg durch das Chaos. Sie beschloss derweil ihn einfach zu ignorieren. So fertig. Geh mal schnell ins Bad Marc. Sonst kommen wir zu spät., sie lächelte ihn freundlich an und fuhr den Laptop runter.


Irgendwann, so hoffte er, würde er diese Frau verstehen. Vielleicht nicht mehr in diesem Leben - oder in dieser Dimension... doch irgendwann.. Ganz sicher.



Sie wurden freudestrahlend erwartet. Der Tisch war eingedeckt und aus der Küche drang ein verführerischer Geruch zu ihnen. Franz und Marc machten es sich auf dem gelben Sofa gemütlich und besprachen die nächsten Dienstpläne. Gretchen konnte darüber nur mit dem Kopf schütteln, immerhin standen diese eigentlich schon seit zwei Wochen. Na, irgendwas müssen die beiden ja zu bereden haben, dachte sie sich im Stillen.


Als Bärbel schließlich den Braten servierte, sah sie erfreut dabei zu, wie sie alle genüsslich aßen. Hier und da wurde gescherzt und die Kochkunst der Gastgeberin wurde hochgelobt. Vor allem von Marc, der nicht wirklich oft so was gutes auf den Tisch bekam. Er selbst kochte nicht und behelligte meist den Bringdienst. Über Gretchens Kochkünste wollte er sich gar keine Gedanken machen. Sie war wie ihr Vater. Das Hausfrauchen zu spielen war dann wohl doch nicht in ihrem Interesse.


Über das Essen in der Kantine, welches die beiden am meisten zu sich nahmen musste nun wirklich niemand sprechen. Es war meist matschig und auch gern einfach mal zäh wie Gummi. Dies war einer der Gründe, warum Marc bisher jeder Einladung seines Chefs gefolgt war.


Meistens waren die Abende einfach nur nervend. Franz kam immer wieder darauf zu sprechen wie stolz er doch auf sein 'Kälbchen' war und Bärbel musste immer an sich halten nicht gleich los zu weinen, wenn die beiden wieder gingen. Doch irgendwie, war Marc heute angespannter als sonst irgendwann. Er wusste nicht was Franz sagen würde und ihn beschlich immer noch leise das Gefühl, dass Gretchen ihn früher oder später mit dem Gartenmesser aufschlitzen würde.


Sag mal Kälbchen, merkte Franz schließlich mit einem kleinen Anflug von nachdruck an, wie läuft es denn so mit Deiner Facharbeit? Marc traute sich gar nicht aufzusehen. Er wollte so wenig wie möglich an dem Gespräch teilhaben.


Super Papa, sagte Gretchen schließlich strahlend, Habe sie vorhin abgeschickt.


Marc sah halb über den Teller hängend und noch mit der Gabel im Mund zu ihr auf. Was hatte sie?


Aber Kälbchen Du hast doch erst in ein paar Tagen Abgabetermin., ganz erstaunt sah Franz zu Marc. Als er allerdings sah wie verwundert auch dieser war, beschloss er nichts weiter zu sagen. Gretchen war der Blick ihres Vaters nicht entgangen und so sah auch sie hinüber. Ja.. Schau mich doch nicht so an als ob ich eine Erscheinung bin.


Er zuckte nur mit den Schultern und widmete sich wieder seinem Braten. Er hatte keine Lust zu reden. Könntet ihr mir eventuell mal verraten warum ihr mich alle so komisch anseht?, sie wirkte irritiert.


Na Du.. So plötzlich.


Tja Papa.. Bin ich wohl doch endlich mal eher fertig wie die anderen Assistenten., freudestrahlend aß sie weiter. Dieser plötzliche Stimmungsumschwung irritierte die am Tisch sitzenden.


Margarete, bist Du dir sicher das alles in Ordnung ist?, fragte Franz vorsichtig.


Ehm, ja warum sollte es nicht?, fragte sie ganz beiläufig.


Marc beschloss nun doch etwas zu sagen. Er freute sich zwar über ihre gute Laune, verstand allerdings nicht warum sie so tat als wäre die letzten Wochen nichts passiert.


Mhmm.. Mal überlegen., begann er ganz ruhig, Vielleicht weil Du auf einmal ein Strahlen im Gesicht hast, welches der Sonne Konkurrenz machen könnte? Nachdem Du mehrere Wochen wie eine Marc-Meier-Kopie, besser wie das Original, durchs Krankenhaus getrampelt bist? Wirklich alles und jeden zu Schnecke gemacht hast?


Ist doch alles wieder gut, sie streichelte ihm zärtlich über den Arm. Bei ihrer Berührung blieb ihm nicht nur kurz die Luft weg, er zuckte auch leicht zusammen.


Na Kinder.. Esst doch erstmal, dann reden wir nachher bei einer Flasche Wein weiter, lächelte Bärbel sie an.


Ich wüsste nicht was es da noch zu reden gibt Mama!?


Marc machte sich kopfschüttelnd wieder über sein Essen her. Doch ihr Vater hatte nicht einfach die Ruhe weg. Immerhin ging es hier nicht nur darum, die Beziehung seiner Tochter wieder auf eine geregelte Bahn zu lenken. Auch im Krankenhaus wurde viel über das Verhalten der Tochter des Chefs gemunkelt. Er hatte also auch eine Verpflichtung seiner Mitarbeiter gegenüber.


Margarete, hier gibt es noch einiges zu klären. Dein Verhalten in den letzten Wochen über war, nicht nur manchmal nicht nachvollziehbar, sondern auch vollkommen unprofessionell.


Unprofessionell?, fragte sie.


Du hast mich schon richtig verstanden. Beschwerst Dich wenn man dich Kälbchen nennt, Marc musste grinsen, bist ja keine 12 mehr und dann lässt Du Dich von deinen Gefühlen leiten. So geht das nicht. Mir war schon während Deiner Studienzeit klar, dass Du Dich als Ärztin manchmal zu sowas hinreißen lassen würdest. Das Du Deine Gefühle im Zaum halten sollst habe ich Dir nun mehr als einmal gesagt., er redete sich beinahe in Rage.

Papa, ich weiß grad wirklich nicht was los ist..., sie war den Tränen nahe, was Marc natürlich nicht verborgen blieb. Doch anstatt sie anzusehen oder sie mal tröstend zu streicheln, entschuldigte er sich und ging in den Garten um eine zu rauchen.


Kann mich hier jetzt mal einer aufklären?


Ja kann ich, Du siehst nun zu das Du Dich entschuldigst. Des weiteren dulde ich ein solches Benehmen nicht mehr in meinem Krankenhaus.


Tzz.. Soll ich jetzt jeden anrufen und um Verzeihung bitten oder was?


Franz verdrehte die Augen und nickte mit dem Kopf in Richtung Marc. Dieser saß in der Hocke auf der Terrasse und sah nachdenklich zu Boden. Fragend sah Gretchen wieder zu ihren Eltern.


Ach Margarethe... , seufzte ihre Mutter kopfschüttelnd.


Kälbchen. Ihm geht es schlecht.


Ja aber WIESO?!


Was weiß ich denn was bei euch los ist? Ich weiß nur das Du ihn in letzter Zeit bei jeder Gelegenheit halb erdolchst und anschreist. Was ich übrigens auch nicht mehr dulde.. Also auf Station. Er ist noch immer Dein Oberarzt.


Aber.. Ich hab doch.., langsam dämmerte es ihr, Sagt mal. Wollt ihr mir hier jetzt sagen das Marc zu euch gerannt ist?


Er räusperte sich, sie sah verständnislos zu ihm auf. Meinst Du ich bin nicht in der Lage dazu selbst mir Dir...


Anscheinend ja nicht!, unterbrach Gretchen ihn.


Margarete jetzt ist.. , fing Franz an doch Marc hob die Hand. Er sah zu Boden, schluckte und sah Gretchen dann lächelnd an: Ich schlage vor Du meldest Dich bei mir, wenn Du wieder normal bist.









Gerade als er sich seine Jacke nehmen wollte, nahm Gretchen seine Hand. Marc..,fing sie liebevoll an.


Gretchen! Ich habe keinen Nerv mehr. Ich arbeite mich dumm und dämlich. Ich rede mir im OP den Mund fusselig damit Du was lernst. Guck mich nicht so an. Ich bin um Deine Ausbildung immer sehr bemüht gewesen.


Du hättest doch nur was sagen müssen. Dann hätte ich Dich da nicht unnötig drum gebeten.


Och Mensch... Darum geht es doch nicht. Ich helfe Dir gerne. Ich verstehe nur nicht warum Du Dich da auf einmal so von einnehmen lässt.


Die beiden vergaßen anscheinend, dass sie nicht allein waren.


Mensch Marc. Ich will eine gute Chirurgin werden und nicht gerade eben so bestehen - oder schlimmer. Ich dachte Gigi hat Dir mal erzählt das ich durch Prüfungen normalerweise immer erst durchfalle bevor ich es packe.


Deine Doktorarbeit hast Du auch nicht noch mal schreiben müssen. Und Du solltest Dir darum keine Gedanken machen. Du bist eine verdammt gute Ärztin und mir zudem eine große Hilfe., er wollte ihr nun mal sagen das er sie wirklich sehr schätzte, Als ich heute Mittag die Akten durchsah musste ich schmunzeln. Deine Post it's waren einfach zu niedlich.


Beschämt sah sie zu Boden: Ich dachte ich..


Du brauchst Dich nicht zu äußern. Du hast alles eingetragen und dann eine Diagnose gestellt... Von der nicht eine daneben lag. Ich habe mir Werte und Ergebnisse angesehen und es war alles auf den Punkt richtig diagnostiziert.


Franz sah stolz zu seiner Tochter. Doch nicht für lange denn diese zog Marc zu sich und küsste ihn zärtlich. Ihre Hände streichelten über seinen Rücken. Als Marc endlich die Augen schloss vergrub sich einer seiner Hände in ihren Haaren und mit der anderen zog er sie näher zu sich heran. Schnell wurde der Kuss leidenschaftlich und fordernd. Bärbel sah ganz verliebt zu den beiden und freute sich tierisch für ihre Tochter. Doch Franz war es unangenehm zu sehen wie die beiden dort standen und Zärtlichkeiten austauschten. Als sie sich fünf Minuten später noch immer nicht voneinander gelöst hatten räusperte er sich. Ganz langsam kamen sie von einander los und sahen das Verlangen des anderen in ihren Augen.


Allerdings musste das noch warten. Der Braten stand noch auf dem Tisch, der Pudding noch im Kühlschrank und das Abendritual, bei ein paar Gläschen Sekt Scrabble zu spielen, musste auch noch erfüllt werden.


Marc und Gretchen ergaben sich ihrem Schicksal und setzten sich ganz brav wieder an den Tisch.

Choconussa Offline

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19.11.2015 08:50
#6 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Sechs -Versöhnung, Verwirrung, Verwandschaft-




-Währendessen bei Dr. Kaan-


..ja und dann lässt der mich einfach sitzen! Mehdi war gerade dabei Gina von dem Tag im Krankenhaus zu erzählen. Sie hörte ihm aufmerksam zu und überlegte lange bevor sie was dazu sagte. Weißt Du, ich verstehe das er auf das Gerede keine Lust mehr hat. Geht ja nun schon lange genug so... Das er als notgeiler Macho abgestempelt wird hat er sich denke ich selbst zu zuschreiben. Gina. Es geht mir nicht darum was irgendwer von ihm denkt. Es geht mir darum, dass er an meiner Freundschaft zweifelt., warf er aufgebracht ein. Ach quatsch, schüttelte Gina den Kopf, Du bist sein bester Freund. Ich glaube er weiß das Du immer für ihn da bist auch wenn Du ihm mal nicht ansiehst das irgendwas im Busch ist.


Damit lehnte sie sich mit ihrem Glas Wein zurück und genehmigte sich einen Schluck. Ein paar Minuten vergingen bis er sie ansah und bedrückt sagte: Er wollte mehrmals mit mir reden...

Und warum habt ihr nicht?

Ich habe ihm nicht zugehört. Für mich war es Kindergarten was die beiden da abziehen.

Mhmm..., überlegte sie.


Also erzählte Mehdi seiner Freundin von allem was er im Krankenhaus mitbekam und was Marc ihm bei solchen Gesprächen erzählte. Ich verstehe Dich Mehdi. Du machst Dir Gedanken um die beiden.. Denkst Du allerdings nicht auch, dass sie alt genug sind um mit ihren Problemen auch selbst klar zukommen?

Sicher sind sie das. Hat Gretchen Dir gegenüber gar nichts erzählt?

Nicht von Problemen mit Marc, nein. Ich weiß nur, dass sie doch sehr viel zu tun hat. Einzelne Fragen zu bestimmten Themen in ihrer Facharbeit hat sie mir gestellt. Ansonsten scheint es ihr ganz gut zu gehen. In Bezug auf Marc sprechen wir generell sehr wenig.

Wieso? Ich dachte die Sache sei vom Tisch? Gina seufzte auf: Das ist sie auch Mehdi. Auch das was in Afrika alles gesagt oder eben nicht gesagt wurde, hat sich für mich erledigt. Ich bin allerdings immer noch der Meinung, dass er ihr nicht gut tut. Sie ist einfach schon immer eine Träumerin gewesen. Was passiert, wenn er ihr diese Träume nicht erfüllen kann? Ihm seine Freiheit irgendwann doch wieder fehlt - er sie eventuell betrügt?

Ach das glaubst Du doch selbst nicht. Er würde sie nicht betrügen.

Das weiß niemand von uns. Er hat mich damals sehr verletzt. Vielleicht hat er sich ein wenig geändert in dem einen Jahr. Doch wer sagt das es auf Dauer auch so bleiben kann? Die Garantie, gibt uns niemand. Es kann auch ganz anders kommen und mein Gefühl täuscht mich.

Ich hoffe es Gina. Ich mag gar nicht daran denken was passiert wenn es nicht klappt.

Viele Tafeln Schokolade, viel Titanic oder andere Liebesfilme, seeeeeeehr viele Taschentücher und unglaublich viele Gespräche.

Die beiden grinsten sich an.

Ruf ihn doch einfach mal an. Die beiden sollten ja schon wieder daheim sein. Lad sie zum Essen ein, mach was. Grübeln bringt Dir jetzt nichts, mh?!

Du hast recht. Tut mir leid das ich unseren Abend versaut habe mit meinen negativen Gedanken.

Das hast Du nicht. Reden ist wichtig. Eine der vielen Dinge die Deine beiden Freunde immer wieder vergessen., mit diesen Worten stand sie auf und ging ins Bad.


Mehdi versuchte unterdessen, seinen besten Freund zu erreichen. Auf dem Festnetzanschluss, dem Handy. Sogar eine kurze E-Mail schrieb er ihm. Ohne Erfolg.


So ein Mist verdammter!, gerade hatte er wieder versucht den Oberarzt auf dem Handy zu erreichen. Wie schon die sieben Male zuvor, meldete sich jedoch nur die Mailbox. Allesch okay?, lugte Gigis Kopf mit Zahnbürste im Mund aus dem Bad heraus. Er ist sauer. Nirgendwo ist er zu erreichen. Dieser Sturkopf. Erst sagt er, er würde sich vielleicht melden. Jetzt möchte ich ihm zuvor kommen und er nimmt nicht ab.

Mhmm.. Vielleicht schlafen die beiden auch schon?! Bärbel und Franz können manchmal sehr anstrengend sein. Vor allem Bärbel. Ich versuch es gleich einmal bei Gretchen.


Doch irgendwo in einem Berliner Altbau, wurde noch lange nicht ans Schlafen gedacht. Ja es war sehr spät geworden. Doch wen interessierte die Uhrzeit, wenn ein so hübscher Mann sich an seinem Hals festsaugte? Wen interessierte schon das ständige Klingeln des Telefons, wenn sich eben besagter Mann an der Kleidung zu schaffen machte und einen mit nacktem Oberkörper gegen die Wand drückte?

Als jedoch zum gefühlten ein hundertsten Mal das Handy erneut klingelte, wurde es selbst Gretchen ein wenig zu bunt.

Marc?... Marc!... Marc, Dein Handy.. Willst Du.. Willst Du nicht...?, richtig konzentrieren konnte sie sich nicht mehr. In ihrem Kopf schien es nur noch geschmolzene Vollmilchschokolade zu geben und als sich ihr Göttergatte kurz von ihr löste um sie frech anzugrinsen war das Telefon wieder vergessen. NEIN!, sagte er bestimmt und schob sie in Richtung Schlafzimmer.


Irgendwann, mitten in der Nacht lagen ein Oberarzt und eine Assistenzärztin Arm in Arm und vollkommen im Einklang mit sich selbst, in ihrem Bett.


Duuu Maaaarc?

Hmmm?!, zum Glück war es dunkel und sie konnte sein Augenrollen nicht sehen. Nichts hasste er mehr, wie nach dem Sex zu reden.

Mein Vater hat recht.

Womit?, nun war sein Interesse doch geweckt. Ich muss mich bei Dir entschuldigen. Manchmal wusste ich ja selbst nicht was mit mir los ist. Ich glaube ich habe mich einfach viel zu sehr selbst unter Druck gesetzt. Immer allen genügen zu müssen. Ansprüche zu erfüllen. Mein Vater will das ich eine gute Chirurgin werde und meiner Mutter wäre es ganz lieb wenn ich Hausfrau werde. Du bist da immer unvoreingenommen gewesen. Hilfst mir wenn ich Hilfe brauche und ich hab nichts besseres zu tun als Dich nur noch anzuschnauzen.

Erstaunt sah er auf die blonde Lockenpracht auf seiner Brust herab: Heulst Du?... Gretchen?

Es.. es tut mir so leid.., wimmerte sie.

Hey. Schau mich mal an... Sicherlich war es weder leicht noch sonderlich schön. Ich weiß das Du sonst nicht so bist und ich denke das es auch nicht sonderlich oft vorkommen wird, dass Du so bist. Ich werde Dir nicht sagen das Dein Vater zu streng war. Immerhin hat er recht. Ich bin im Krankenhaus, VOR ALLEM, Dein Oberarzt. Nicht Dein Freund. Es stimmt auch das Du manchmal viel zu Emotional reagierst. Das musst Du lernen abzustellen.

Das weiß ich doch. Es ist einfach schwer. Vielleicht ist das alles ja doch nicht das Richtige für mich!

Selbstzweifel? Schon wieder? Nach all der Arbeit?

Ja mein Gott. Ich bin aus irgendeiner kleinen Praxis ins Krankenhaus gekommen, weil mein Verlobter mich betrogen hat. Ich wollte einfach den Männern zeigen, dass Frauen es auch ohne sie schaffen können. Und dann bist Du wieder da! Unvorbereitet.. Eigentlich bin ich ja dann auch nur noch wegen Dir geblieben, auch wenn ich meine Arbeit wirklich sehr mag.

Ich werde mich jetzt aber nicht bei Dir entschuldigen das ich Arbeite. Du hast es doch geschafft. Hätte auch keiner mit gerechnet. Du hast Deinen Facharzt so gut wie in der Tasche, Professorentöchterchen., grinste er sie an.

Sie konnte es nicht sehen, jedoch hörte sie es ganz deutlich an seinem Tonfall.

Idiot!, kicherte sie und kniff ihn leicht in die Seite worauf gleich eine meiersche Ganzkörperattacke folgte.




Am nächsten Morgen, merkte man schon bei Betreten des Krankenhauses, dass etwas anders war.

Es war ruhig.

Zu ruhig.

Als Mehdi das Stationszimmer betrat, hatte er mit allem gerechnet. Mit einer fröhlich vor sich hin summenden Gretchen Haase, die sich an der Kaffeemaschine zu schaffen machte jedoch nicht. Er wollte gerade was sagen, da kam schon der nächste Strahlemann angerauscht. Pfiff er etwa die Titelmelodie der bezaubernden Gini? Mehdi war verwirrt, doch auch Marc stand die Verwunderung geradezu ins Gesicht geschrieben.

SAAA..bi.. Äh, wieso genau kochst DU Kaffee?, er musste sich kurz räuspern denn seine Stimme war ein oder zwei Oktaven zu hoch geraten. Sabine ist grad noch in der Patho. Irgendwas ihrem Günni bringen, ich hab nicht genau zugehört... Ach morgen Mehdi!, fügte sie an als sie sich umdrehte.

Ja..ääh..morgen.

Also. Ich glaube ich muss hier mal wieder ein wenig härter durchgreifen. Weiß ja nicht was der Oberarzt hier so hat durchgehen lassen, der zur Vertretung hier war. SO geht es jedenfalls nicht. Sie hat Schicht und sie hat hier zu sein und nicht ewig zu ihrem Mann zu rennen.

Ooooooch Marci. Nicht schmollen, hm?! Deinen Kaffee bekommst ja gleich.

Die Abreibung heut Nacht war wohl noch nicht genug, oder? Wirst ja schon wieder frech!, grinste er Gretchen an.

Mehdi sah verwundert vom einen zum anderen, Alles okay bei euch?

Jaaa, kam es wie aus einem Munde.


Kopfschüttelnd lies er die beiden erstmal allein und begab sich in die Umkleide. Doch vielleicht sollte die gute Laune zumindest von Marc nicht lange vorhalten.

Marc Oli...

WAG ES DICH NICHT MUTTER!, unterbrach er die Rufe über den Stationsflur.

Mein Junge. Deiner Mutter geht es gar nicht gut., sie griff sich an die Stirn doch sprach nicht weiter. Erwartungsvoll, sah Marc zu seiner Mutter und erhoffte eine Erklärung. Die sollte er nicht bekommen. Die wehleidige Frau Fischer stöhnte nur gequält auf. Augenrollend fragte er, Okay! Warum geht es Dir nicht gut?

Ich glaube irgendwas stimmt mit der Medikation meiner Tabletten nicht.

Welche Tabletten?

Olivier, die gegen meine Wechseljahre.

Mit großen Augen sah er in die Runde: Ja seh' ich denn aus wie ein Gynäkologe? Außerdem, nenn mich nicht immer Olivier. Des weiteren habe ich damit nichts zu tun. Da musst Du in die Gyn zu Doktor Kaan. Der hat dich darauf eingestellt.

Guten Morgen Frau Fischer, kam besagter Gynäkologe ins Stationszimmer, Wo drückt denn der Schuh?

Mit einem Seitenblick auf Gretchen antwortete sie: Also das möchte ich nun nicht unbedingt hier besprechen. Wenn Sie verstehen.

Da stand sie nun. Mit dem freundlichsten Lächeln, dass sie in den Untiefen ihrer Arroganz gefunden hatte. Kopfschüttelnd schnaubte Marc auf und Gretchen lies den Kopf in den Nacken fallen. Mehdi der immer die Ruhe selbst war lächelte ebenso gekünstelt auf und bat Elke ihn in sein Büro zu begleiten.


Irgendwann dreh' ich ihr den Hals um. Das sag ich Dir. Wie lange macht sie das nun schon?

Seitdem wir wieder hier sind und sie uns eng umschlugen in Deinem Büro angetroffen hat. Ich kann mich auch noch genau an ihren Wortlaut erinnern. 'Sie hat nicht genug Klasse um mit einem so talentierten, jungen Mann auszugehen, ahmte sie Elke nach.

KEINE der Frauen die ich mal hatte, hatte genug Klasse für sie.

Naaa jaaaa..

Na ja was?, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.

Sonderlich viel im Kopf hatten die Frauen die Du sonst so hattest ja nun wirklich nicht.

Mh. Was die nicht im Kopf hatten, hast Du dafür an den Hüften.

Also..pff..! Ich mag mich, so wie ich bin!, schmollte sie.

Halte ich für ein Gerücht. Ich hab den Diätplan ganz genau gesehen den Du im Spint hängen hast. Der wird Dir allerdings nicht sonderlich viel bringen. Weihnachten steht vor der Tür. Deine Mutter wird Dich wieder vollstopfen, Du wirst essen und nachher heulen.

Sach mal?


Ihre Empörung beachtete Marc jedoch nicht weiter und schlürfte an der Wand angelehnt genüsslich seinen Kaffee.


Na? Der heile Frieden bei euch schon wieder vorbei?, Mehdi kam grinsend wieder hinzu und genehmigte sich ebenfalls eine Tasse Kaffee.

Hä?

Guck nicht so blöd aus der Wäsche Meier. Gestern seid ihr euch noch an die Gurgel gesprungen und heute morgen ist Flower-Power ausgebrochen!

Alles in bester Ordnung Mehdi. Was war mit meiner Mutter?!

Ach. Nichts schlimmes. Sie sollte nur nicht zwei Tabletten auf einmal schlucken. Erledigt sich also von selbst.

Gut! Ich geh dann schon mal die Visite vorbereiten, sobald ich Sabine aus der Patho gezerrt habe. Duuu könntest ja dann maal.., zuckte Gretchen mit dem Kopf in Richtung Mehdi was bei Marc wieder nur ein Augenrollen zur Folge hatte. Insgeheim fragte sie sich, ob er davon nicht langsam mal Kopfschmerzen bekam.

Grinsend gab sie ihm noch einen Kuss auf die Wange und schon war sie auf und davon. Ein klein wenig Sehnsüchtig sah er ihr nach. Am frühen Morgen wollte er eigentlich nicht mit Mehdi quatschen.

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

19.11.2015 14:27
#7 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Sieben -Sabine und Günni Gummersbach | Flashback Teil Eins -Eine Einladung-


-Kurz darauf in der Patho-


Sabine?

Ja Frau Doktor?

Sind Sie dann soweit? Wir müssten langsam mal die Visite vorbeireiten.

Oh je. Der Kaffee!

Ach keine Sorge. Den habe ich gekocht. Wir wollen Doktor Meier ja nicht ungemütlich werden lassen.

Purzelchen, geh doch schnell. Wir essen ja dann später in der Kantine zusammen.

Achso. Ja. Dann..geh ich mal..

Die kleine blonde Krankenschwester stellte sich auf ihre Zehenspitzen und drückte ihrem Mann einen schüchternen Kuss auf. Lächelnd musste Gretchen an die Hochzeit und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten denken.



-Flashback-

-Liebes Tagebuch,
morgen ist es endlich soweit. Wir fliegen für zwei Wochen nach Berlin.

Es ist wirklich immer noch kaum zu glauben, dass Sabine und Günni wirklich heiraten. Ich freue mich wiiiirklich für die beiden.
Hier ist alles weiterhin unverändert. Mehdi und Gigi verstehen sich suuuuper. Mhm, manchmal hab ich ja so das Gefühl sie verheimlichen uns was. Immer wenn die beiden Zukunftspläne besprechen, pflichten sie sich so bestimmt bei. Alles nur rein "Freundschaftlich". Da werde ich mal ein bisschen Schnuppern.

Und Marc? Tja Marc! Er ist halt... nun ja.. Marc. Es ist frustrierend. Mehdi sagt ja immer ich solle ihn nicht drängen. Obwohl ich mich wirklich frage womit. Immerhin möchte ich doch nur ein wenig Einblick in sein Gefühlsleben haben.. Und auch so an seinem Leben, seiner Vergangenheit teilhaben. Na gut. Ich sollte mich wirklich nicht beschweren.. Immerhin ist er hier und das schon seit DREI Monaten.
Huch.. Ich hör ihn auch schon kommen, schnell weiterpacken
.-



Hasenzahn?

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa???

Hast Du mein T-Shirt.. Ach Du hast es an, grinsend stand Marc in der Tür.

Ja, ich habe es an. Ist halt bequem.

Hach und es riecht nach Dir., sagte er in einer ziemlich hohen und sehr schief klingenden Tonlage. Äh. Was genau - war das jetzt?

Och, ich wollte nur den Gedankengang zu Ende führen, sein Grinsen wurde immer breiter.

So ein Blödsinn, fing sie leicht beschämt an und drehte sich errötend von ihm weg, ich mag es halt. Weil es von Dir ist, schloss sie kleinlaut.

Du Gretchen? Sag mal, wenn dieser Tropendoktor in zwei Wochen wieder hierher kommen kann, können wir dann nicht einfach in Berlin bleiben?

Ähm, nein?! Ich zieh das hier durch. Das habe ich doch schon mehrmals gesagt. Ich dachte wir wären uns da einig.


Und da war er wieder. Dieser Blick. Nach einem Ausweg suchend. Als ob er hoffte noch einen Ausweg aus der ganzen Geschichte zu finden. Dieser Blick bedeutete für Gretchen nur eines: WO ist der Notausgang?!

Und wie immer, tat es ihr weh ihn so zu sehen. Gute drei Monate waren vergangen.

Drei Monate führten sie so etwas wie eine Beziehung. Sie lachten viel zusammen, küssten sich mehr als dass sie Gespräche führten, doch immer wenn irgendwer anfing über die Zukunft zu reden, setzte Marc diesen Blick auf. Ganz am Anfang war es vielleicht noch ein wenig niedlich, wenn er so verloren durch die Gegend blickte. Doch von mal zu mal wurde es nerviger.

Schon als sie damals aus der dem Dorf nahe gelegenen Stadt zurück kam mit der Nachricht das sie zur Hochzeit von Sabine und Günni eingeladen waren, bekam sie Angst.

Angst davor wie Marc sich verhalten wird wenn sie zusammen in Berlin sind. Wenn die Kollegen sie zusammen sehen. Ihre Eltern würden auch auf der Hochzeit sein und Marc kannte ihre Mutter zu gut. Er wusste das sie einfach nur darauf wartete Gretchen endlich unter die Haube zu bekommen. Schon als Gretchen ihr erzählt hatte das Marc sie begleiten würde, war sie ganz aus dem Häuschen. Aber Gretchen! Heiratet nicht da unten ja?, hatte sie damals gesagt.

Sie wollte sich gar nicht ausmalen was sie nun alles vom Stapel lassen würde. Immerhin würden sie eine Hochzeit feiern.

Du Marc? Mir wäre es ganz lieb wenn wir meinen Eltern aus dem Weg gehen würden.

Wieso denn das? Ich denke sie werden sich freuen Dich zu sehen und Zeit mit Dir verbringen wollen."

Das ist mir schon klar. Ich möchte nur nicht das Du von meiner Mutter umkreist und mit Fragen bombardiert wirst. Mehr nicht.

Äh. Deine Mutter ist doch ganz.. ja.. nett!

Maaaaarc. Es geht mir darum das ich nicht möchte, dass Du Dich mit Zukunftsplänen von ihr rumplagen musst. Das ist eine Hochzeit. Da klingeln bei ihr doch gleich die Glocken und sie fängt nachher noch an unsere vorzubereiten.


Schlagartig hörte Marc auf zu packen und sah wieder hilflos durch den Raum. Noch immer saß Gretchen auf ihrem Bett. Betreten sah sie zur Seite und als Gina dann ins Zimmer kam, wusste sie genau was los war.


Na!? Wieder das leidige Thema ZUKUNFT zur Sprache gekommen?

Marcs Hand furh wie automatisch seinen Hals entlang und bestätigte somit Ginas Aussage. Diese Geste war bei weitem kein Geheimnis. So ein Thema bedeutete für Marc Stress. Gerade in solchen Situationen gab es diese Geste. Immer und immer wieder.

Mein Gott Marc!, fauchte sie ihn an.

Was?, ganz verwundert sah er zu ihr.

Wie lange willst Du denn nun bitte noch so tun als gäbe es nichts zu sagen?

Er räusperte sich: Gibt es doch auch nicht! Ich geh dann maaaal....

Offenbar suchte er wieder eine seiner peinlichen Ausreden um der Situation zu entkommen und einem Gespräch aus dem Weg zu gehen. Auch das kannte Gretchen nur zu gut. Sie musste sogar ein wenig schmunzeln als sie schon fast unschuldig fragte: Duschen?

Ja - genau. Duschen!, nickte er. Doch ging dieser Idiot von einem Mann nicht ins Bad sondern in Richtung Küche.

Die beiden Frauen mussten lauthals lachen. Als sie sich wieder etwas beruhigt hatten, fragte Gina: Mausi? Wie lange willst Du ihm das nun noch durchgehen lassen?

Ich will ihn halt nicht drängen.

Nicht drängen?, fragte sie ungläubig, Seit drei Monaten gluckt ihr beiden hier verliebt rum. Die ganze Zeit albern wie zwei Teenies kurz vor dem Abschlussball und sobald jemand mit Zukunftsplänen kommt, rauscht der ab! Und dann auch noch überaus peinlich.

Ach mensch Gigi, vielleicht hat er ja einfach nur Angst.

Wovor denn bitte?

Äh. Vor Nähe vielleicht? Sich jemandem anzuvertrauen, ganz zu öffnen. Das es irgendwann so wird wie bei seinen Eltern. Manchmal frage ich mich warum die beiden nicht so sein können wie meine.

Na, die sind nun ja auch nicht ein Parade Beispiel.

Wieso?

Ich denke nicht das ich Dir das erklären muss. Die haben sich auch fast scheiden lassen.

Genau FAST!

Sie leben weiterhin getrennt Gretchen.

Ja.. Sie befinden sich allerdings auf einem guten Weg.

Laut Deiner Mutter. Des weiteren, Angst vor Nähe hat er auch nicht wenn er mit Dir schläft!

Also, das kannst Du ja wohl nicht vergleichen. Emotional ist das doch noch mal was ganz anderes., echauffierte Gretchen sich.

Vergiss es Gretchen. Du wirst noch Jaaaaahre drauf warten das er Dir sagt das er Dich liebt, Dich heiratet und Dir Kinder schenkt!

Schnauben wand Gretchen sich von ihrer besten Freundin ab. Doch wenn sie ganz tief in sich hinein hörte, hatte sie davor unglaubliche Angst. Das alles in der Schwebe blieb. Sein Wunsch in Berlin zu bleiben. Wollte er das etwa weil er dort mehr Möglichkeiten hatte sich aus der Affäre zu ziehen? Es machte sie Wahnsinnig keine Gewissheit zu haben. Doch wer konnte ihr die schon geben?






-Derweil bei Marc-


Irgendwo im nirgendwo, dachte er während er neben Zwambe herlief. Zwambe war ein guter Vertrauter der vier deutschen Ärzte geworden. Er übersetzte, brachte sie von A nach B und hörte zu wenn es Probleme gab. Marc wusste nicht warum, doch mit ihm konnte er reden. Immer wenn er sich überladen fühlte, ging er noch eine Runde mit Zwambe durchs Dorf und sprach sich alles von der Seele. So auch heute.

Du reden mit sie.

Worüber? Sag mir was ich reden soll.

Angste. Du sie sagen Angste. Dann versteht.

Angst? Pff.. Ich habe keine Angst.

Du viel Angste. Wenn behandel Baby und sie strahle, Du Angstegesicht. Warum Du Angste?

Zwambe, ich habe keine Angst. Ich möchte einfach nur nicht mein halbes Leben verplanen. Man kann es doch einfach mal auf sich zukommen lassen, oder nicht? Verstehst Du was ich meine?

Verstehe. Ick! Sie nicht verstehe. Du bei sie musse reden. Dann sie verstehe. Dann es leicht. Immer schwer bei Liebe nicht rede. Problem. Gut nicht.

Nachdenklich nickte Marc. Auch wenn es schwer war Zwambe zu folgen und man immer genau zuhören musste, verstand Marc was er meinte. Jedoch wusste er nicht, ob er dazu schon bereit war.

Ick sehe verstehe. Du musse gehe rede. Sie viel weine. Gutes Frau Du hast. Du nicht mache Problem weil nicht rede., waren Zwambes letzte Worte an ihn.

So gingen die beiden wieder zu ihren Behausungen.



Als Marc wieder in ihr gemeinsames Zimmer kam, sah er wie Gretchen ganz in Gedanken noch immer dort saß wo sie schon saß als er gegangen war. Und er wusste es würde immer schwerer werden, sich ihr zu Erklären. Langsam gingen ihm auch die Ausreden aus. Zwambe hatte recht. Er MUSSTE mit ihr reden. Irgendwann. Doch nicht heute, noch konnte er einfach nicht aus seiner Haut.

Marc? Hab ich Schokolade im Gesicht oder warum starrst Du mich so an?

Na ausnahmsweise ja mal nicht, ne?!, grinste er sie frech an.

Mir ist grad wirklich nicht nach deinen dummen Scherzen!

Mhmm.., überlegte er kurz und machte es sich neben ihr bequem. Er küsste ihren Rücken und strich sanft über ihre Arme.

DANACH, ist mir auch nicht Marc!

Okay. Was ist los Gretchen?

Nichts., kam mit brüchiger Stimme zurück.

Hmm, nichts! Danach sieht es mir aber nicht aus, wenn die Brillenschlange mich anschaut als würde sie mich umbringen wollen und Du hier sitzt als wäre gerade die Schokoladenproduktion auf der ganzen Welt eingestellt worden.

Ungläubig schaute sie ihn nun an. Mehr brachte sie nach dieser Aussage nicht zustande.

Also. Sag was los ist Hasenzahn.

Böse funkelte sie ihn an: Was wenn ich nicht darüber reden möchte, OLIVIER?

Marc holte tief Luft um gerade seine gewohnte Antwort auf diesen verhassten Namen zu geben, als Gretchen ihre Hand hob und ihm bedeutete zu schweigen.

Weißt Du, ich bin total aufgeregt. Wir fliegen nach Berlin. Ich werde meine Freunde und meine Familie wiedersehen. Meine Eltern holen uns vom Flughafen ab und werden sehen das es nicht so aussieht als wäre da was zwischen uns. Du wirst wieder den Macho raushängen lassen. Die Kollegen werden Fragen stellen. Was das denn jetzt nun zwischen uns ist, ob überhaupt was zwischen uns ist. Keiner weiß von denen das du meiner wegen hier bist und nicht nur um mich hier zu unterrichten. Bin ja nur Assistenzärztin, Marc verdrehte die Augen, Ich freue mich mal wieder in Berlin zu sein. Ich mache mir einfach nur Gedanken über die Fragen, die wir uns nicht einmal selbst beantworten können.

Wieder griff Marc wie bei einem Reflex an seinen Hals, Gretchen. Sabine und dieser, dieser Kellerkriecher heiraten. Meinst Du nicht auch die anderen haben besseres zu tun als über uns zu reden? Das wird die Comedyhochzeit des Jahres. Und wenn sie reden und fragen, lass sie doch.

Mir ist es aber nicht egal was die anderen von mir denken!, antwortete sie ihm aufgebracht.

Hör zu. Was die Kollegen sagen ist vollkommen egal und Deine Eltern werden sich vor allem erst mal freuen Dich wieder in den Arm nehmen zu können.

Mhmmm, schmollte Gretchen - er hatte mal wieder nichts verstanden, Ich schlaf jetzt. Morgen wird ein langer Tag.

Schlaf gut, er beugte sich über sie um sie zu küssen - doch drehte sie sich einfach weg.

Er war sich ziemlich sicher das sie lange noch nicht schlief und sich in den Schlaf weinen würde.

Choconussa Offline

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20.11.2015 09:48
#8 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Acht -Flashback Teil Zwei -Zurück in Berlin-




Der nächste Morgen verlief, zumindest zwischen Marc und Gretchen, ohne viele Worte. Mehdi und Gina plapperten die ganze Zeit und voller Vorfreude über die Dinge die sie in Berlin erledigen wollten. Das meiste zusammen. Obwohl Gretchen sehr interessiert daran war herauszufinden was bei den beiden lief, hörte sie nur mit halbem Ohr zu.

Was ist denn mit den beiden los?, fragte Mehdi als sie darauf warteten in den Flieger steigen zu können.

Och wie immer halt.

Wird er es denn nie lernen?

Ich weiß es nicht. Dein bester Freund. Ich habe gestern mit ihr gesprochen und ihr meine Meinung zu dem Thema gesagt.

So wie ich Dich mittlerweile kenne, nicht durch die Blume!?

Nein! Ganz klipp und klar. Manchmal braucht sie das., grinste Gina ihn an und gab der freundlichen Dame vor ihr, ihr Ticket. Mehdi beschloss sich Marc vor die Brust zu nehmen und mal ein ordentliches Männergespräch mit ihm zu führen, sobald sie wieder deutschen Boden unter den Füßen haben würden.


Spätestens im Flieger war Mehdi der festen Überzeugung die beiden hätten sich wieder einmal gestritten. Schon oft waren sie sich in den drei Monaten an die Gurgel gegangen, nicht zuletzt wegen Kleinigkeiten. Diesmal war es allerdings - irgendwie - anders. So bedrückend. Allein wie sie sich immer wieder aus den Augenwinkeln ansahen, jedoch kein Wort miteinander wechselten. Zu aller Verwunderung suchte Marcs Hand immer die ihre. Immer wieder strich er kurz zärtlich drüber. Als wolle er ihr sagen: Ich bin da!

Der junge Chirurg wusste worum es ihr ging. Sie wollte das er vor allen zu ihr stand. Zu ihrer, nun ja, Beziehung stand.

Als sie endlich in Berlin ankamen war es schon später Nachmittag. Genüsslich sogen die vier die Berliner Luft ein.

Herzlich Willkommen zu Hause, Frau Doktor Hasenzahn, grinste Marc seine Freundin vergnügt an. Diese war allerdings gar nicht gut auf ihn zu sprechen und antwortete nur genervt: Mhmm.. Du mich auch!

Komm.. Wird schon nicht so schlimm werden, zog er sie in seine Arme und flüsterte ihr ins Ohr, Auf in den Kampf.

Kurz küsste er sie auf ihre Nasenspitze und lief dann Arm in Arm mit ihr in Richtung Ausgang. Die HALBentführte war vollkommen überrumpelt von dieser Aktion und auch Mehdi und Gina sahen ihnen nach, als kämen sie von einem anderen Stern.

Was genau wird das hier Marc?

Wirst Du noch früh genug sehen und jetzt setz mal dein Honigkuchengesicht auf. Da vorn hüpft Deine Mutter!


Ach meine kleine Margarethe., wurde sie von Bärbel Haase in die Arme geschlossen. Die kleine rothaarige Frau wollte ihre Tochter gar nicht mehr loslassen. Bärbel nu lass doch mal. Das Mädchen bekommt ja gar keine Luft!, bemerkte Franz Haase und versuchte seine Frau irgendwie von seinem Kälbchen zu lösen. Nachdem er endlich Erfolg hatte, knuddelte auch er seine Tochter durch. Fester noch als zuvor Bärbel. Nach dieser Knuddelarie wurden auch die drei etwas verloren aussehenden Ärzte begrüßt.

Gina wurde ebenfalls herzlich in die Arme geschlossen, während Marc und Mehdi eher distanziert begrüßt wurden. Eine kurze Diskussion darüber das Mehdi, Kaan hieß und nicht Laan, ging es zum Auto.

Ich habe ganz toll für euch gekocht Kinder. Ihr habt da unten ja bestimmt nicht eine ordentliche Mahlzeit bekommen. Obwohl man dir das nun ja nicht so ansieht Gretchen. Oh! Du bist doch wohl nicht schwanger?, plapperte Bärbel während der Fahrt vor sich her. Gretchen beschloss allerdings ihr nicht zu antworten und Marc nur mit einem 'Habe ich es dir nicht gesagt?' Blick anzugrinsen.

Nein Frau Haase., räusperte sich Marc, so viel wie wir wissen ist sie das nicht. Wir könnten allerdings morgen mal in die Klinik und das abklären lassen?

Mit großen Augen sah sie nun zu ihrem Freund, der sie nur freundlich anlächelte.

Ja dann komm ich gleich mit und schau mir das mal an, stieg Mehdi in die Unterhaltung ein. Gina hatte große Mühe sich das Lachen zu vergreifen bei dem Gesicht, welches Gretchen zog. Siehst du Kindchen. Dann macht das morgen mal. Hach, unsere Margarethe kann sich glücklich schätzen so gute Freunde zu haben.

Pff.. Freunde.. Du weist doch ganz genau das der Meier sie bespringt Bärbel.

Also Franz!

Während das Ehepaar Haase sich darüber stritt ob solche Bemerkungen angebracht wären oder nicht, flüsterte Marc seiner Freundin ins Ohr: Wie lange fahren wir so bis zum Haus Deiner Eltern?

Och. Wenn mein Vater nen guten Tag hat schon so zwei Stunden.

Bitte?

Quatsch. Keine Ahnung.. Ich schau da nie so genau auf die Uhr.

Mhmpf, hatte der etwas angenervte Oberarzt nur noch zu verlauten.


Das Ärztegespann würde die zwei Wochen bei Gretchens Eltern verbringen. Zur Zeit hatte niemand eine bezahlte Arbeit und ihre Gehälter gingen an die Vertretungsärzte. Zum Glück hatten die Haases genug Zimmer frei. Jochen war zur Zeit immer noch in Hamburg.

Mehdi würde ins Gästezimmer ziehen, Marc in das freie Zimmer von Jochen und die beiden Frauen sollten es sich in Gretchens Zimmer bequem machen. Das erste was Marc tätigte als sie ankamen war nach seinem Volvo zu schauen den er hier in der Garage zurückgelassen hatte.

Wie ein kleiner Junge saß er hinter dem Steuer. Gretchen musste bei dem Anblick einfach lächeln. Manchmal war er aber wirklich ein Kindskopf. Als er sie dort so stehen sah, steig er aus und nam sie ganz fest in den Arm. Er hoffte inständig, dass sie diese kleine Geste verstehen würde.
In ihrer zweiten Nacht hatte er es bereits erwähnt: Muss man über alles immer reden? Kann man es nicht auch einfach....zeigen?


Später bei Tische wurde viel gelacht. Besonders die Anekdoten aus dem Krankenhaus amüsierten sie sehr. Sie sprachen viel über die Arbeit im Lebradorf und immer mal wieder wurde eingeworfen wie gut das Essen doch sei. Weit nach Mitternacht kamen sie alle zu liegen.









Leise schlich sich Gretchen über den Flur in Jochens Zimmer: Marc? Hast Du kurz Zeit?

Nein. Ich überprüfe wichtige Unterlagen.

Du liegst im Dunkeln auf dem Bett!?

Eine Matratze IST eine wichtige Unterlage, lachte er schaltete die Nachttischlampe an und klopfte neben sich auf's Bett, Kannst mir ja helfen, grinste er.

Du Kindskopf. Das Du auch immer gleich anzüglich werden musst., knuffte sie ihn als sie sich neben ihn setzte.

Nun ja. Wo kämen wir denn hin wenn der Spaß auf der Strecke bleiben würde?

Stimmt. Du hör mal, wegen gestern Abend...

Ist schon gut!

Wie?

Ich verstehe Dich Gretchen und ich werde mein Bestes geben. Bitte erwarte nicht so viel. Ich werde auch noch mit Deinem Vater reden. Deine Mutter hat uns ja schon beim Essen so verträumt angesehen. Für alles weitere, bitte ich Dich um Zeit.

Natürlich lasse ich Dir Zeit Marc. Ich will Dich ja nicht gleich wieder vergraulen. Zwischendurch wäre es einfach nur schön zu wissen wo wir nun stehen. Verstehst du?

Marc senkte kurz den Blick, nickte und zog sie dann zu einem zärtlichen Kuss heran. Ganz vorsichtig, fast schon schüchtern, nahm er ihren Kopf in seine Hände, strich mit seinen Daumen die Wangenknochen entlang. Als er den Kuss löste, hielt sie ihre Augen noch geschlossen. Doch als Marc ihr zuhauchte: Wir stehen genau hier!, öffnete sie ihre Augen und erinnerte sich an ihre zweite gemeinsame Nacht. Glücklich strahlte sie ihn an und machte es sich gleich darauf in seinem Arm gemütlich.



Am nächsten Morgen war das Theater groß. Franz war gar nicht begeistert darüber, seine Tochter und seinen Oberarzt zusammen in einem Bett vorzufinden. Sein Gezeter brachte auch den Rest im Haus auf den Plan. Ehe er sich versah, saß Marc halbnackt im Wohnzimmer der Familie Haase und durfte sich, mal wieder, eine Predigt anhören.

Das ist verdammt nochmal meine Tochter und nicht eines Ihrer billigen Flittchen Meier! Sie werden die Finger von ihr lassen. Solange Sie nicht erwachsen genug sind um zu Ihren Gefühlen zu stehen, werde ich dies nicht weiter dulden!, donnerte Professor Doktor Haase drauf los.

Dessen bin ich mir bewusst Herr Professor. Uuuund ich versichere Ihnen das ich Ihre Tochter nicht als solch sehe. Ich möchte sie auch nicht als Betthäschen benutzen. Sie ist mir..ja sie..

Was ist sie? Stottern Sie hier gefälligst nicht so rum!

Sie ist mir..sehr wichtig.. Ich habe sie... wirklich sehr.. gern! Deswegen bin ich auch in Afrika. Ich wollte nicht ein Jahr auf sie verzichten müssen.

Misstrauisch beäugte Franz den Jungen Mann auf seinem Sofa.



Mehdi, Gina und Gretchen waren derweil unterwegs zum Krankenhaus. Bärbel hatte sich nicht beirren lassen und wollte unbedingt das ein Test gemacht wurde. An ihrem Ziel angekommen war es ein weiter Weg bis in die Gyn. Sie mussten einem regelrechten Fragenhagel ausweichen. Gina merkte an, dass es beim nächsten Mal wohl bessere wäre, einen Regenschirm mit zunehmen. In der Kantine warteten sie später auf das Blutergebnis. Bei Schokoladenkuchen und Kaffee schmiedeten sie einen Plan.

Ungefähr dreieinhalb Stunden später trafen sie auf einen Chef- und einen Oberarzt, welche begeistert zusammen in aufgenommenes Fußballspiel vom Vorabend schauten.

Marc, wir müssen reden!, sagte Gretchen bestimmt und hielt ihm die Ergebnisse hin.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, schlug Marc die Patientenakte aus und sein Gesicht versteinerte als er das Ultraschallbild sah, Aber das...ist..Moment! Da stimmt aber was nicht da steht 17+3.. Das heißt doch....

Es ist von Mehdi.

BITTE WAS?, entgeistert blickte Marc zwischen den beiden hin und her.

Also als wir damals zusammen..

Ich weiß wann ihr das letzte Mal Sex hattet Gretchen! Danke! Ich wusste allerdings nicht das DU als Gynäkologe zu BLÖD zum verhüten bist! Ein Kind? Mein Gott.. Schwierig für mich, viel zu früh.. aber OKAY! Es wäre okay weil ICH DICH LIEBE!!! Aber ein Kind von IHM???, schrie er.

Entgeistert sahen alle den hochroten Marc Meier an der in seiner Rage gar nicht bemerkte was er da gerade vom Stapel gelassen hatte.

Beruhige Dich Marc, sie ist nicht schwanger. Weder von mir noch von Dir. Wir wollten Dich einfach mal ein bisschen auf den Arm nehmen.

Siehst Du mich etwa lachen Mehdi?

Nein Marc aber...

Komm ist gut. Lass stecken.. NIE WIEDER so eine SCHEIß Aktion!, sagte er mit erhobenen Finger in Richtung Mehdi.

Marc?

WAS Hasenzahn?

Ich liebe Dich auch, grinste sie ihn an.

Was? Wieso sagst du mir das...AUCH?, doch als er in die Runde sah und bemerkte das er von allen Anwesenden wissend angelächelt wurde, bekam er ganz große Augen.

Es wäre okay weil ICH DICH LIEBE!!!, hallte durch seinen Kopf.

Das..äh..freut mich?, antwortete er nach einer Weile unsicher und sofort war der Raum erfüllt von ein paar Lachern.

Choconussa Offline

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21.11.2015 12:54
#9 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Neun -Flashback Teil Drei -Hektik-


Noch drei Tage bis zur Hochzeit. Drei Tage in denen sie Zeit hatte ihrer Mutter ins Gewissen zu reden.

Mama bitte! Nerv ihn nicht.

Kind, ich weiß gar nicht wo Dein Problem ist. Der liebt Dich doch. Hat er gestern gesagt.

Ja ich weiß.. Das heißt allerdings nicht das er für solche Gedanken und Gespräche schon bereit ist. Übrigens glaube ich nicht das er es gesagt hätte, wenn er nicht in Rage gewesen wäre, verzweifelt sah sie ihre Mutter an die doch tatsächlich kurz die Hausarbeit unterbrach um ihrer Tochter aufmunternd über den Oberarm zu streicheln. Na gut Margarethe. Ich werde mich ein wenig zurückhalten.

Ein wenig war schon mal besser wie überhaupt nicht, dachte sie.

Danke Mama. Ich werde Dich täglich daran erinnern.


Bei anderen verlief das Gespräch mit der Mutter nicht so gut. Denn - aller Anfang ist schwer.


Sie müssen sich in der Tür geirrt haben!


KNALL


Verwirrt stand Marc Meier vor der Tür seiner Mutter. Da hatte er nun schon mal den Anstand anzuschellen. Und was sollte das heißen?

In der Tür geirrt, brummte er und entschied sich, nachdem die Tür nach dem dritten mal Schellen noch immer verschlossen blieb für: Sturmklingeln.


Und siehe da, Wer hat Dich eigentlich erzogen Olivier?, es wirkte Wunder.

DU Mutter. Ich bin übrigens MARC!, sagte er mit einem kurzen Fingerzeig auf sich.

Was willst Du hier?

Äh willst Du mich nicht hereinbitten?

Spontan? NEIN!, antwortete sie kühl.


Tief ein und ausatmen sie ist deine Mutter, ermahnte er sich im Stillen.


Olivier. Du hinterlässt Deiner armen kranken Mutter eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, dass Du nach Afrika gehst und von FRANZ muss ich erfahren das Du da mit seiner dicken Tochter bist!

Augenrollend und mit verschränkten Armen hatte er sich ihre Ausführung angehört: Also. Zum einen bist Du nicht krank, Mutter. Du bist in den Wechseljahren, das ist nicht tödlich. Zum anderen ist Gretchen nicht dick. Und was soll ich denn bitte machen wenn du nicht ans Telefon gehst?

Ich habe Yoga gemacht und das Klingeln nicht gehört, antwortete sie mit hocherhobenem Kopf.

Was bei weitem tödlicher ist als Deine "Krankheit", Mutter!

Mach Dich nicht über mich lustig Olivier.


Tief zog er die Luft in seine Nase ein und schloss für einen Moment die Augen.


Entschuldige Mutter. Ich wollte mich nur kurz bei Dir blicken lassen...

Na gut mein Junge. Wie ich sehe bist Du ja wieder zur Vernunft gekommen.


Sie lies ihren Sohn eintreten und nahm gegenüber von ihm auf dem Sofa platz. Ihre Ausführungen waren noch nicht beendet: Was hast Du Dir nur dabei gedacht Junge? Mit dieser Person in dieses Land voller unterprivilegierter...

Sprich es nicht aus Mutter! Ich wollte halt bei ihr..., unterbrach er sie und wurde gleich ebenfalls unterbrochen: Nein. Das möchte ich nicht hören Oli...

MAAAAAAARC!

Was bist Du denn so empfindlich? Möchte sie wieder heiraten?

Nein möchte sie nicht. Ich bin mit...

Gott sei Dank!, rief Elke aus, Mal ganz abgesehen von dem armen Mann, könnte ich Deine Launenhaftigkeit nicht ertragen.

Ich glaube ich gehe besser wieder, grinste er seine liebe Frau Mama an.

Das kommt gar nicht in Frage Olivier, Du bleibst. Zum Essen. Wann hast Du denn das letzte Mal etwas vernünftiges auf den Tisch bekommen?

Also eigentlich...

Ist ja auch egal. Ich rufe Antonio an. Der zaubert uns schon was ganz feines.


Natürlich hatte er es weder geschafft seiner Mutter von seiner Beziehung mit Gretchen zu erzählen, noch hatte er erwähnt das er Mitte nächster Woche schon wieder auf dem Weg nach Afrika sein würde.




Am Morgen der Hochzeit lief im Hause Haase alles drunter und drüber. Der einzige der die Ruhe weg hatte war Doktor "Ich lass mich von nichts und niemandem aus der Fassung bringen" Meier. Die Frauen liefen hin und her, riefen sich mit Spangen im Mund unverständliche Sachen zu, Franz hatte alle Mühe den aufgescheuchten Hühnerstall irgendwie zu beruhigen und Mehdi musst wohl beschlossen haben ein wenig Sport zu machen. Er lief die Treppen immer und immer wieder rauf und runter. Zum einen um die Geschenke in Marc's Volvo zu verstauen und zum anderen, weil er den Frauen alles hinter her tragen und bringen musste.


Och Maaaaarc. Du sitzt ja noch immer. Willst Du Dich nicht langsam Mal umziehen?, fragte Gretchen ungeduldig.

Mit hochgezogener Augenbraue sah er von seiner Zeitung auf und antwortete: Das fragt mich die Frau die noch in ihrem Bademantel rumrennt und aussieht wie Schweinchen Dick?

Macht mich rosa etwa DICK?, rief sie panisch.

Nein. Man das war doch..

Nur einer Deiner dummen Scherze die ich nicht verstehe? Du weißt GANZ GENAU das mein Kleid ROSÈÈÈ ist!

Aber Deine Frisur sieht super aus?, lächelte er schwach.

Na DAS hilft Dir nun auch nicht mehr weiter. Und nun geh dich mal umziehen, ja? In einer Stunde ist die Trauung und die Einzige die heute zu spät kommen darf ist Sabine!

Und ich dachte immer der Bräutigam kommt zu spät. HA! Oder gar nicht., witzelte er.


Gretchen folgte ihm kopfschüttelnd nach oben.




Hustend drehte sie sich zu ihrer besten Freundin um: Mensch Gigiiiiiii..., wieder husten, musst du soviel Haarspray benutzen?

JA! Meine Frisur sitzt sonst nicht. Du hast ja noch immer deinen Bademantel an, sagte Gina vorwurfsvoll.

Ich bin ja dabei. Marc war auch noch nicht angezogen.

Der hat ja echt die Ruhe weg.

Ja immer! Schon damals in der Schule. Es hat mal in der Aula gebrannt.. Alle sind gerannt und haben geschrieen.. Nur Marc lief durch die Gänge als würde er einen kleinen Spaziergang machen.

Na dann hoffe ich mal, dass er bei euren Patienten eine andere Einstellung pflegt. Vor allem wenn es ein Notfall ist.

Sicher tut er das. Allerdings ist er immer totaaal abgebrüht.

Solltest du dir mal eine Scheibe von abschneiden Mausi.

HA HA.....



Während die beiden Frauen hier und da noch an ihren Frisuren zupften, das Make Up überprüften und Gretchen sich in ihr Kleid begab, wartete man im Wohnzimmer schon sehnsüchtig auf die beiden.


Immer dasselbe mit euch dreien. Aufgeregt und aufgescheucht und dann kommt ihr nicht in die Gänge!

Jetzt werd' aber mal nicht unfair Franz. Frauen brauchen nun mal etwas länger. Und unsere Margarethe will doch ganz sicher den Doktor Meier beeindrucken.

Bärbel! Der Junge hat uns bereits vor zwei Tagen das DU angeboten.

Genervt sah Marc zu Mehdi: Nicht genug das wir auf diese Cyberhochzeit müssen, nervt Gretchen erst das sich die Balken biegen und nun lässt die uns hier versauern.

Du weißt doch wie Frauen sind Marc.

Jahaaaa. Machen riesen Theater um nichts und sehen nachher immer noch so aus wie vorher!


Doch als Gina den Raum betrat , sah er sich fast gezwungen, seine Meinung zu revidieren. Mehdi hingegen war von ihrem Anblick regelrecht erschlagen.
Sie trug die Haare offen, jedoch waren sie wellig gelockt. Ein Bodenlanges türkises Kleid brachte ihre Augenfarbe sehr gut zur Geltung. Auf ihre Brille hatte sie auch heute wieder verzichtet.


Du siehst zauberhaft aus., lächelte Mehdi sie an. Während er ihr in ihren Blazer half antowortete sie: Danke..äääh..Du..Ja Du siehst auch nicht schlecht aus.

WO hast Du Hasenzahn gelassen?, funkelte Marc Gina an.

Sie braucht halt noch einen kleinen Moment.

Unfassbar. Da jagt die mich nach oben damit ich mich umziehe und kommt dann nicht ausm Quark. Wenn die nicht gleich ihren dicken Hintern hier runter bewegt, mach ich Waaaaa..., sein Blick viel zur Treppe und er vergaß 'Walfischfutter' auszusprechen, aaaow!


Ihre langen blonden Locken vielen locker über ihre linke Schulter. Die rechte lag frei. Sie hatte in dezentes Make Up aufgelegt, welches ihre Augen in einem Ozeanblau erstrahlen lies. Auch sie hatte sich für ein bodenlanges Kleid entschieden.

Marc konnte die Augen nicht von ihr lassen und als sie vor ihm stand sagte er zu ihr, sodass nur sie es verstand: Du weißt aber schon das heute die gesamte Aufmerksamkeit der Braut zuteil werden sollte und nicht Dir?

Schleimer!, erwiderte sie schmunzelnd.

Du siehst umwerfend aus.

Danke, hauchte sie.

Na komm. Ich helf Dir in deine Jacke.

Ich trage keine Jacke.. Ich habe hiiiiiiiiiier..., sie hielt ein Stück Stoff hoch, welches für Marc aussah wie eine rosa Gardine.

Meinst Du nicht das wird ein wenig kalt?

Ach Du meinst weil der Prinz mit der blonden Prinzessin bis in die späte Nacht hinein tanzen wird? Kannst mir ja dann deine Jacke geben. Sach mal.. Was suchst'n da jetzt?

Eine Nadel, sah er kurz zu ihr auf.

Ne Nadel? Wozu brauchst Du denn JETZT ne Nadel?

Damit ich die rosa Blase endlich platzen lassen kann in der du seit sechzehneinhalb Jahren lebst. Ich bin kein Prinz und Du keine Prinzessin Gretchen. Also hör auf zu träumen.

Sie strich im eine verirrte Strähne nach hinten und sagte leise: Doch. Heute schon.. Denn.. Träume sind wichtig Marc.

Na wenn Du das sagst, möchte ich ausnahmsweise mal nicht widersprechen. Würde es Ihre Hoheit mir dann gestatten sie zu meinem weißen Gefährt zu geleiten?, nahm er sie bei der Hand.

Die Drecksschleuder nennst du WEIßES Gefährt?, kaum ausgesprochen, schlug sie sich auch schon die Hand vor den Mund.


Verständnislos blickte er zur Seite unfähig zu antworten. Da verstand ein Meier keinen Spaß.

Tschuldigung?, kam es vorsichtig von ihr worauf Marc nur ein Mhmm brummte.


Doch als er vor seinem Wagen stand musste er sich eingestehen: Weiß war definitiv anders!




Los, los. Noch FÜNF Minuten. Wie sieht das denn aus wenn wir zu spät kommen?

Papa! Könntest Du Deinen Drillton abstellen, bitte? Es ist halt schwer mit einem so langen Kleid und diesen Schuhen über Pflastersteine zu laufen.

Da sagst Du was Mausi.. Nie wieder sag ich dir!

Frauen, brummte Marc augenrollend während er Gretchen in den Kniekehlen griff um sie auf den Arm zu nehmen, Irgendwann bekomme ich wegen dir noch mal einen Bandscheibenvorfall, meckerte er als er sie zum Kircheneingang trug.

Sehr witzig Marc, zischte sie währen seine Aussage bei allen anderen Kopfschütteln nach sich zog.

Choconussa Offline

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23.11.2015 21:01
#10 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zehn -Flashback Teil Vier -Die Trauung- |Flashback Ende|-




Sie nahmen in der fünften Bankreihe platz und warteten auf die Braut. Die einen voller Vorfreude, die anderen sehnsüchtig weil sie schnell wieder hier raus wollten.


Pathologe Günni Gummersbach stand die Nervosität ins Gesicht geschrieben. Immer wieder wischte er sich mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. Gerade als Marc sich lauthals beschweren wollte, wurde der Hochzeitsmarsch angestimmt und Gretchen musste ihm den Mund zuhalten. Irgendetwas unverständliches brummte er in ihre Hand und als sie noch immer keine Anstalten machte, diese herunter zu nehmen, kniff er ihr kurz Augenrollend in den Oberschenkel. Erschrocken quiekte sie laut auf und sank auf ihrem Platz errötend in sich zusammen. Links neben ihr grinste Marc sich eins ist Fäustchen, rechts neben ihr sahen ihre Eltern sie vorwurfsvoll an und zu allem Überfluss, winkte Sabine ihr auch noch freudig zu.


Da Sabines Vater schon vor einiger langer Zeit verstorben war, wurde sie von Doktor Rössel zum Altar geleitet. Dort angekommen übergab er die Braut mit einem kurzen Kopfnicken.


"Verehrte Hochzeitsgäste. Im fröhlichen Jubel des Festes möchte ich mir erlauben, ihre Blicke und Gedanken den Brenn- und Mittelpunkt unserer festlichen Runde, auf unser liebes, teures Brautpaar hinzulenken. Ich sage mit Absicht "unser Brautpaar"; denn wir alle, die wir heute hier versammelt sind, - ob von fern oder nah gekommen, ob wir uns heute zum ersten Male sehen oder alte Bekannte und Freunde sind, - wir alle fühlen uns heute als Glieder einer großen Familie eines großen Freundeskreises, wir sind alle eins in herzlicher Liebe und Zuneigung zu unserm jungen Paar, eins in inniger Freude an Glück desselben, und wir alle vereinigen uns in dieser Stunde in den herzlichsten Wünschen für das fernere Glück und Wohlergehen des jungen Paares bei seinem Eintritt ins eheliche Leben.

Unser liebes Brautpaar steht an einem wichtigen Wendepunkt seines Lebens, am Abschlusse eines ganzen Lebensabschnittes. Hinter ihm liegt die im Elternhause verbrachte Jugendzeit - vor ihm die Zeit gemeinsamen Lebens und Strebens und, wie wir hoffen, gemeinsamen Glückes.

Ihr habt nun am Traualtar, das Gelübde ständiger Liebe und Treue abgelegt und könnt nun euren eigenen Hausstand gründen. Wir haben uns hier einmütig eingefunden um die ersten Stunden des Ehestandes zu verschönen und feierlich zu gestalten, damit sie eine wertvolle, bleibende und dauernde Erinnerung für das ganze Leben des jungen Paares bilden und bleiben. Eine frohe sonnige Jugendzeit hat unser Hochzeitspaar durchlebt. In treuer Elternhut sind Beide aufgewachsen, von sorgender Elternliebe und -Treue umgeben.

Aber nicht nur der Eltern Wirken, der Eltern Segen, ist dem Hochzeitspaar ein glückverheißendes Zeichen für das künftige Leben, sondern noch ein anderes Moment gibt sichere Gewähr für das künftige Glück des jungen Paares: die Liebe! Die Liebe hat diesen Bund geschlossen und die Liebe möge das junge Paar geleiten in guten und bösen Tagen, in Freud und Leid bis zur letzten Stunde!


Es sei ihr Leben, wie zwei Bäume leben,
Die ihre Wurzeln in einander weben,
Und mit den Zweigen innig sich umfassen;
Kommt auch ein Sturm - keins kann vom Andern lassen!
Derselbe Tau trifft sie, derselbe Regen.
Was Einem wohltut, bringt dem Andern Segen.
Sie halten still, was ihnen kommt von oben,
Ob Freud, ob Leid - sie sind in eins verwoben!"


Geliebtes Hochzeitspaar! Euer ganzes künftiges Leben möge eine Verkörperung dieser Dichterworte bilden! Treues Zusammenhalten und Zusammenweben, innige
Harmonie in allen Interessen des Lebens und felsenfestes Vertrauen, - das sind die Grundfesten des ehelichen Glücks. Und das Andere tut der Himmel, dessen Güte und Segen für euch wir herabflehen. Möge auf dieser Grundlage euer Lebensglück fest gegründet sein und wonnig erblühen!
Das ist unser Aller Wunsch!

Dann frage ich nun Sie Günther Gummersbach ob Sie die hier anwesende Sabi...



>BEAMEN SCOTTY BEAMEN SCOTTY<, schallte es durch die Kirche. Ein etwas jüngerer Herr stand errötend auf: Mein Handy.. Tut mir leid.. Ich muss da mal.. ja.. rangehen.. Äh..Ja.. Ich gehe dann mal..vor die Tür.


Die vielen Blicke im Rücken stolperte er fast über seine eigenen Füße. Marc und Mehdi schüttelten sich vor lachen und als die beiden dann auch noch anfingen zu grunzen, bekamen sie beide von zwei Frauen einen Tritt verpasst.


Wenn ich dann fortfahren dürfte?, der Pastor war sichtlich verärgert, Dann frage ich nun Sie Günther Gummersbach ob Sie die hier anwesende Sabine Vögler zu Ihrer rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen wollen und sie lieben und ehren bis das der Tod sie scheidet?

Ja..Das,das würde ich..sehr sehr gern., stotterte der Bräutigam schüchtern vor sich hin.


Oh Gott!, stöhnte Marc leise.


Dann frage ich nun auch Sie Sabine Vögler ob Sie den hier anwesenden Günter Gummersbach zu Ihrem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen wollen und ihn lieben und ehren bis das der Tod sie scheidet?

Jaaaaa, strahlte sie ihren Günni an.

Dann erkläre ich Sie hiermit, Kraft dem mir verliehenen Amtes, zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut nun küssen.

Also..wissen Sie..Vor Publikum.., stotterte Günni erneut und diesmal war es der Pastor der die Augen verdrehte.

Herrgott nochmal, rief Marc stand auf und zog sich während er zum Altar lief das Jackett aus. Dieses hielt er nun vor die beiden, sodass niemand mehr sehen konnte was dahinter vor sich ging. Na los! Haben ja nicht ewig Zeit, schnaubte Marc genervt auf.



-Flashback Ende-



Im Lift quasselte Gretchen gleich drauf los: Aaaaalso Sabine. Dann erzählen Sie mal. Wie ist das Eheleben so für Sie?

Etwas verwundert über eine solche Frage antwortete sie: Ja. Also. Eigentlich, wie sonst auch.

Hmm.. Und? Schon andere Pläne?

WAS? Nein. Ich liebe meinen Günni von ganzem Herzen.

Ach. So mein ich das doch gar nicht.. Ich spreche von Kindern.

Aber...Das geht doch jetzt noch nicht!, rief Sabine erschrocken aus.

Und wieso nicht? Also wenn ich fragen darf?

Wir müssen drei Jahre verheiratet sein, bevor wir.. Na.. Also.. Kinder zeugen.

Aaaaaaaaah.., nickte Gretchen und zweifelte wie schon so oft an ihrer Zurechnungsfähigkeit. Wahrscheinlich wieder irgendeine komische Auflage ihres Schamanenclans.

Also ich könnte es ja kaum erwarten wenn.. ich.., Gretchen stockte als sie am Brett vorbei kam, Dieser..Oh dieser unglaublich süße Arsch!


Freudig hüpfte sie auf und klatschte in die Hände. Sabine die dies erstaunt beobachtete, zuckte zusammen als Gretchen laut aufquickte.

Choconussa Offline

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23.11.2015 21:02
#11 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Elf -Süßes sonst gibt's saures!-




-Was im Stationszimmer geschah-



Na Meier? Wieder Friede im Märchenland?

Och man Mehdi. Das ist nicht lustig. Aber wenn es dich beruhigt. JA! Es ist alles in Ordnung. Nur ein bisschen durch den Wind die Gute, seufzend lies er sich neben seinen besten Freund auf den Stuhl plumpsen. Keine Sekunde zu früh denn schon hörte er die tippelnden Schritte seiner Mutter im Rücken und lies ergeben den Kopf auf die Brust sinken. An Mehdi gewand flüsterte er: Bitte, bitte.. Bring mich um oder sie.. Aber tu irgendwas!

Diesen Gefallen würde ihm sein bester Freund zwar nicht tun, jedoch wollte Marc sich auch nicht vorwerfen müssen, er habe nicht alles versucht.

Olivier? Ich erwarte Dich morgen Abend um 18 Uhr zum Essen.

Mutter? EUCH! Sonst GAR NICHT! Das habe ich Dir schon beim letzten Mal gesagt.

Du kommst allein Olivier. Es gibt Dinge die gehen SIE nichts an. Außerdem kann Antonio gar nicht so viel zubereiten. Diese Frau inhalier...

MUTTER! Lass es bleiben. Sei einfach ruhig... okay?

Morgen 18 Uhr, ohne noch irgendwelche Widerworte hören zu wollen, machte sich Frau Fischer von dannen.


Hat sich Deine Mutter noch immer nicht damit abgefunden?, fragte Mehdi.

Sah das so aus? Ich glaube auch nicht das sie das noch mal wird. Als sie das letzte Mal bei mir vor der Tür stand und Gretchen ihr in meinen Klamotten die Tür öffnete, hat sie beinahe einen ''Schwächeanfall'' erlitten, höhnte Marc.

Oh Gott. Zum Glück hast Du immer alle nötigen Medikamente zu Hause.

Mehdi? Hörst Du zu? Die Frau simuliert. Alles was es zu simulieren gibt. Mal abgesehen davon das sie in die Wechseljahre gekommen ist. Das wird aber total überdramatisiert und ich darf mir das auch noch anhören. Als ob ich nichts besseres zu tun hätte.

Irgendwann wird sie es akzeptieren, genervt schnaubte Marc auf, Jetzt aber mal wieder zurück zu Dir und Gretchen. Was ist denn passiert das ihr hier heute die Friedenstauben flattern lasst? War ja in der letzten Zeit eher ungewöhnlich euch hier so zu sehen!

Wir haben.. geredet.

Mehdi glaubte sich verhört zu haben: Ihr habt bitte was getan? Ich habe Dich akustisch nicht verstanden.

Verarsch mich nicht Mehdi. Wir haben halt geredet und da...., doch durch ein lautes Quietschen, einen Sturmangriff einer blonden Frau und einer Kussattacke wurde er unterbrochen. Verzweifelt versuchte er seinen Kopf aus der Sprichwörtlichen Schlinge zu bekommen: Gretchen..Greeeetchen was.. HASENZAHN! Ich bekomm keine Luft. Was wird das hier?

Du bist einfach der Beste Marc.

Äh..Ja. Das versuche ich Dir seit Deinem ersten Tag hier im Krankenhaus beizubringen. Schön das Du endlich was gelernt hast, fragend sah er zu Mehdi der auch nur mit den Schultern zucken konnte.

Meier! Du assistierst gleich bei der OP?

Selbstverständlich Herr Professor.

Sehr gut. Dann lass ich Sabine den Saal mal vorbereiten.

Ääähm Papa? Ich wollte eigentlich gerade mit ihr die Visite vorbereiten.

Ach! Also ich sehe sie hier nicht und ansonsten sehe ich Dich auf dem Schoße vom Meier. Also wohl doch keine Visite. Die könnt ihr nachher auch noch machen. Die arme Frau musste nun schon einen Tag länger warten, er nickte Mehdi freundlich zu und ging dann auf die Suche nach Sabine.

Also. Vielleicht geht es mich ja gar nichts an, aber was ist hier los?, fragte Mehdi.

Marc hat die OP meiner Patientin auf heute verlegt.

Bitte was hat er?

Ich hab hier gar nichts!

Hmm..Schon klar, hob Gretchen eine Augenbraue und zog eine Schnute, Du? Wo ist denn die Akte von Frau Greisling? Dann kann ich mich eben schnell noch einlesen.

Puuuuh.. Die müsste in meinem Büro liegen, kurz kramte er in seinen Kitteltaschen und hielt ihr dann den kleinen silbernen Schlüssel entgegen, allerdings zog er ihn gleich wieder weg als sie danach greifen wollte, Den bekommst Du nur, wenn Du mir versprichst das mein Büro nachher nicht so aussieht wie meine Wohnung.

Versprochen, klimperte sie mit ihren Wimpern, küsste ihn, schnappte sich den Schlüssel und rannte auf den Flur.


Mit so einer Dreistigkeit hatte er nicht gerechnet.


Wir sehen uns dann gleich im OP Maaaarci, schrie sie über den Gang und trieb Marcs innere Unruhe auf einen Höhepunkt.

Marc Meier gibt das Skalpell ab. Das ich das noch erleben darf, grinste Mehdi seinen besten Freund an.

Mensch jetzt tu hier mal nicht so als wäre ich ach so gutmütig. Sie ist immer noch hier um was zu lernen und nicht nur um immer dumm daneben zu stehen und irgendwelche Harken zu halten. Außerdem ist es eine einfache OP, die würde ich auch Knechtelsdorfer machen lassen.


Marc war gereizt. Niemand nannte ihn Marci und das auch noch so laut, auf der Arbeit.


Was ist denn jetzt mir dir nicht in Ordnung?

Ach leck mich!, wütend stampfte er in Richtung der OP-Saäle.

MAARC!, rannte Mehdi ihm hinter her, Warte doch mal. Ich hab gestern versucht Dich zu erreichen.

Hab ich gesehen.. Also..pff..heute Morgen.

Ja.. Gina und ich hatten den Einfall mal was zu viert zu machen!?

Haben wir das nicht lange genug gemacht? Reicht der Brillenschlange das nicht? Außerdem bin ich davon ausgegangen das ihr zwei mit euch selbst beschäftigt seid, wo ihr doch jetzt ganz offen was am laufen habt.

Weißt Du was? Ich frag Gretchen gleich einfach! Und nu beeil dich. Die Chefin wartet nicht gern!


Wütend schnaubend machte Marc auf dem Absatz kehrt und lief in Richtung Treppenhaus.


Aufzug geht schneller Meier, rief der Gynäkologe ihm hinter her.

Ich geh rauchen!


Niemand sollte ihm hier sagen was er zu tun oder zu lassen hatte. Er hasste es. Dabei fing der Tag doch so gut an. Mal abgesehen davon, dass der Wecker schon drei Stunden nachdem er eingeschlafen war, klingelte. Doch so war es eigentlich immer gewesen wenn sie bei den Haases zum Essen waren.



Als er heute morgen die Augen öffnete, musste er nicht auf eine leere Betthälfte blicken. Nein, sein Hasenzahn lag neben ihm und schlief den Schlaf der Gerechten. Das Piepen des Weckers schien sie gar nicht zu stören. Nachdem er dies abgestellt hatte, küsste er seine Freundin aus dem Schlaf.

Mhmm..nüch Maaahaarc. Lass misch noch schlafn.

Ganz sicher Hasenzahn. Komm schon. In einer Stunde müssen wir im Krankenhaus sein und auf dem Weg dorthin kauf ich dir ein Schokocrossaint, mh?

Die Aussicht auf Schokolade am Morgen sollte sie ja wohl aus dem Bett locken, doch weit gefehlt. Gretchen zog sich die Decke über den Kopf und drehte sich auf die Seite. Stöhnend stand er auf und lief in die Küche, dann halt heiße Schokolade. Zehn Minuten später, stand Marc mit der großen Schweinchentasse die er ihr irgendwann mal aus einer Laune heraus gekauft hatte vor ihr. Wartend. Und ganz langsam schob sich ein blonder Schopf aus dem Deckengefängnis hervor und erstrahlte.

Alles in allem lief es ruhig und entspannt ab. Keine gereizte Frau die in der Küche saß, kein Türen knallen und ins Bad durfte er auch.

Na, Hasenzahn, fragte Marc mir einem hämischen Lächeln im Gesicht, da zeigt die Waage wohl etwas zu viel, nicht war?

Ach wo, meinte Gretchen, laut Tabelle müsste ich nur drei Zentimeter größer sein.


Ja so ein morgen war was schönes. Doch jetzt, nachdem Sabine mal wieder nicht das tat was sie in ihrer Arbeitszeit tun sollte, Mehdi ihm auf den Nerv fallen wollte, seine Mutter kam, Mehdi ihm wieder auf den Nerv fiel, seine Mutter nochmals kam, Gretchen sich mal wieder dem Gesetzt 'Im Krankenhaus OBERARZT' hinwegsetzte und Mehdi ihm den letzten noch vorhandenen Nerv raubte, war seine Laune definitiv im Keller.

Und zu guter letzt durfte er im OP heute erstmal "nur" assistieren. Das ging ihm nun gehörig gegen den Strich. In solchen Momenten fragte er sich, ob es wirklich das war was er wollte. Er war nun nicht mehr allein und musste auch auf die Bedürfnisse einer anderen Person eingehen. Diese Person hatte nicht gerade wenige Bedürfnisse.

Also Marc. Kannst Du Deine Socken mal zusammen machen wenn Du sie in die Wäsche tust? Dann verschwinden nicht so viele.

Maaaaaaaahaaaaaaaaarc? Warum hast Du denn wieder nur Bier zu Hause?

Marc, Marc, Marc.. Es gab Tage da konnte er auch seinen Rufnamen nicht mehr hören. Würde also seine Mutter vorbeikommen und ihn dann noch jemand Marc rufen, würde er wahrscheinlich implodieren.

Ein Jahr und drei Monate waren sie nun schon ein 'Paar'. Doch kommen ihm die letzten drei Monate wie bittere Realität vor.. Ganz anders wie in Afrika. Da fühlte er sich frei. Auch wenn er oft einfach unbeholfen war. Hier hatte er von Zeit zu Zeit einfach das Gefühl an ketten gelegt zu sein.

Knechtelsdorfer- stehen bleiben!, hielt er den jungen österreichischen Assi zurück, Ich will Sie in einer halben Stunde im OP 4 sehen. Sie assistieren heute!

Oh Herr Doktor, da freu i mich aber. Is ja scho a Weilchen her, nicht? Seits wieder aus Afrika da sind war ja immer die Frau Doktor Haase mit Ihnen im OP!

Das wird sie heute auch sein. Sie assistieren nämlich IHR und nicht mir, lächelte er Maurice an, dem soeben die Gesichtszüge entglitten sind.

Ungläubig sah er dem Oberarzt hinter her, der soeben im Aufzug verschwunden war.



Mehdi ging Kopfschütteln zurück auf seine Station und wählte gerade Gina's Nummer, als ihm eine mal wieder nicht arbeitende Gabi auffiel.

Schwester Gabi.. Wofür werden Sie hier neuerdings bezahlt? Für's rumstehen?

Ach! Doktor Kaan!,rief sie erschrocken aus.

Ja der bin ich und eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass Sie eine Runde bei den Neugeborenen machen und dort mal nach dem Rechten sehen.

Achso ja. Ja da war ich schon. Alles bestens.., grinste sie übertrieben freundlich.

Na dann.. Schnappen Sie sich eine zweite Schwester und bereiten bitte die Morgenvisite vor.

Er entschied sich dazu seiner Freundin nur eine kurze SMS zu senden:


[Gespräch mit Marc gescheitert. Versuche es später bei Gretchen.]



-Im OP-


So Knechtelsdorfer. Sie halten dann jetzt mal schön die Harken hier und Hasenzahn? Du siehst zu das Du das da schnell erledigt bekommst, ich würde die Visite gern noch vor 11 Uhr machen.

Marc, mein Vater macht die Visite gerade mit Schwester Ingeborg und Du solltest mir assistieren!

Ich habe mich halt dazu entschieden Dir lieber über die Schulter zu schauen. Stell Dir mal vor Du machst was falsch und ich muss übernehmen. Dieses hin und her mit den Harken und Du hast heute noch nicht sonderlich viel gegessen. Ich möchte ja nicht das Du mir hier bei so viel Hektik aus den Latschen kippst weil Dein Blutzuckerspiegel unterirdisch ist. Wobei das bei Deinem Schokoladenkonsum eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte!

Wer oder was ist Dir denn über die Leber gelaufen das Du so eine Laune hast? Außerdem mein lieber Marc. habe ich fast jeden Morgen Hektik mit Dir.

Du hast Hektik mit mir?

Ja sicher. Wenn man so.. ja so ist wie Du..

Pff.. Mach auf und seh zu das Du fertig wirst!

Kannst Du auch mal vernünftig mit mir reden?

Und kannst Du endlich mal aufhören hier so zu tun als müsste ich Dich behandeln wie einen Welpen? Ich bin hier immer noch Dein Chef und wenn ich Dir sage Du sollst die Klappe halten und die OP möglichst ohne Tote durchführen, dann wirst Du das auch tun. Ich sage es Dir jetzt zum letzten Mal, hier bin ich dein CHEF.


Gretchen wand sich schnaubend von ihm ab und hielt Sabine ihre Hand hin. Die quirlige Schwester schaute immer noch mit großen Augen von Gretchen zu Marc und wieder zurück. So bekam sie auch nicht mit das Gretchen schweigend das Skalpell erwartete.


Schwester Sabine? Soll Frau Doktor Haase der Arm abfallen oder bekommt sie im laufe des heutigen Tages noch mal das OP-Besteck?

Oh. Aber..sicher doch..Herr Doktor Meier.., hauchte die eingeschüchterte Sabine fast tonlos.

Danke Sabine, lächelte Gretchen und hoffte die kleine blonde Frau ein klein wenig aufmuntern zu können.

Gerade wollte Gretchen zum ersten Schnitt ansetzen als Hmm.. Ich würd ja ein bisschen höher ansetzen.

Wieso?

Wenn ich Dir das nun erklären muss, sollte ich vielleicht doch die OP übernehmen. Aber ja.. Da ist gut. Knechtelsdorfer? Harken und Klappe halten! Mehdi hat mich gerade gefragt ob wir vier mal was zusammen machen wollen.

Mhmm. Weiß nicht. Vielleicht wäre ein Männerabend und ein Frauenabend mal wieder was, hm?

Ja das wäre mir auch lieber. Ein Stück noch nach links. Äh.. Also mit Gina muss ich mich nun wirklich nicht befassen. Bin noch immer traumatisiert.

Marc, ich weiß das ihr nicht sonderlich gut zu sprechen seid, allerdings solltet ihr euch vielleicht mal ein wenig zusammenreißen für Mehdi und mich. Saugen Sie mal hier ein wenig ab, bitte.

Das sieht doch gut aus da drin. Ich habe mich im übrigen ein ganzes Jahr am Riemen gerissen.

Oh ja, ich vergaß. Die Streitereien verfolgen mich heute noch. Klammern bitte.

Ja so eine Magenverkleinerung ist schon was feines. Vielleicht sollten wir Dich auch mal auf den Tisch legen, grinste Marc sie über die Schulter an.

Hör auf. Ich kann mich so nicht konzentrieren.

Frau Doktor? Wenn Sie nicht aufpassen schneiden sie gleich in...

Knechtelsdorfer, wenn Sie gerade schon mal hier sind. Sie sollten in Zukunft ein wenig aufpassen wenn Sie Totenscheine ausfüllen.

Wieso denn das Herr..?

Sie haben nun schon ZWEI MAL Ihren Namen als Todesursache eingetragen. Nicht das es mich sonderlich stören würde wenn Sie deswegen irgendwann Ihren Job hier verlieren.

Wie kann man denn seinen eigenen Namen als Todesursache eintragen?, fragte Gretchen irritiert ohne dabei aufzusehen.

Das hat mich dein Vater auch schon gefragt. Ob ich denn nicht in der Lage wäre meinen Assistenten zu zeigen wie man sowas macht. Ich hab ja auch sonst nichts zu tun. Deine Ausbildung allein ist ja schon fast eine Zumutung, obwohl.. Das machst Du echt gut heute.

Wow. Sabine? Streichen Sie bitte den heutigen Tag im Kalender an. Kommt ja nicht oft sowas von dir.


So operierten sie noch fast eine ganze Stunde weiter. Kleine Sticheleien, große gegenüber Knechtelsdorfer und Sabine und viele Plaudereien. Lange war eine OP nicht mehr so harmonisch über die Bühne gegangen, trotzdem waren Knechtelsdorfer und Sabine froh, als die OP endlich beendet war.



Gegen Ende der OP, schnitt Marc das Thema Elke Fischer an und obwohl er wusste das seine beiden Frauen nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechen waren, hoffte er wenigstens von Gretchen ein klein wenig Beistand.


Selbst WENN sie mich eingeladen HÄTTE, wäre ich nicht mitgekommen.

Du würdest mich da also einfach so versauern lassen, ja? Weißt du wie schrecklich ein Abendessen mit ihr ist?

Nein Marc, aber ich kann es mir vorstellen. Deswegen würde ich ja auch nicht mitkommen wollen.

Gretchen, ich...

Marc! Deine Mutter und ich werden uns NIE verstehen. Sie hatte mal was mit meinem Vater. Sie hat beinahe meine Familie ruiniert. Ständig beleidigt sie mich..

Ich beleidige dich auch ständig. Ich hatte zwar nichts mit Deinem Vater aber ich hab die Situation damals ausgenutzt. Bin ich jetzt auch so schrecklich für Dich?

Mhmm.. Du bist immer schrecklich.

Na danke auch, sagte Marc als er Mehdi gegenüber platz nahm.

Mensch, jetzt sei nicht gleich wieder beleidigt. Manchmal wäre es einfach schön wenn Du einfühlsamer wärst, erwiderte sie und nahm rechts neben Marc platz.

Bin ich..., sagte er und als er ihren ungläubigen Gesichtsausdruck sah fügte er an, Immer! Guck mich nicht so an und ess Deinen Kuchen. Schmeckts nicht oder warum hast du aufgehört zu kauen Mehdi?

Wasch? Ne, allesch gut, schmatzte der Gynäkologe und beeilte sich herunterzuschlucken, Ich hatte euch beide einfach nicht so fröhlich erwartet, habe gehört ihr hättet gestritten.

Wann?, fragten beide gleichzeitig.

Im OP!?

Haben wir nicht!, protestierten die beiden wieder im Chor und Gretchen hielt ihr Gabel ein Stück tiefer.


Marc schnappte sich die Gabel und schob sie sich schnell in den Mund bevor Gretchen danach greifen konnte. Die eine Hand in die Hüfte gestemmt und mit hochgezogener Augenbraue, funkelte sie den Kuchendieb an: Kann sich aber gleich ändern.

Mehdi beobachtete die Szene schmunzelnd. In Afrika hatte es viele solcher Momente gegeben und alle strahlten so viel Liebe und Vertrauen aus, dass es einem gleich warm ums Herz werden musste.

Buääh.. Is das süß. Ist denen der Zuckerpott ganz reingefallen? Wie kannst du das essen?, meckerte Marc.

Tja das ist die Strafe für Diebstahl mein Lieber, grinste ihn Gretchen frech an.

Was? Karies?, blickte er verständnislos zu seiner rechten rüber.

Lächelnd strich Gretchen ihm einen Krümel aus dem Mundwinkel und strich ihm zärtlich über die Wange: Spinner!

Rita steht heute hinten. Du weißt doch wie sie zu Süßem steht, klärte Mehdi den brummelnden Oberarzt vor sich auf.

Oh ja, grinste Marc wissend und blickte mit den Ellenbogen aufgestützt auf den Tisch.

Gretchen blickte skeptisch von dem einen Oberarzt der seine Bratkartoffeln misshandelte, zu dem anderen Oberarzt der das Schauspiel angewidert beobachtete, Wer ist denn bitte Rita?, fragte sie schließlich irritiert.

Verwundert sah Marc zu ihr auf: Du bist schon Ewigkeiten hier, stopfst das Süßzeug in Dich hinein und kennst sie nicht?

Gretchen schüttelte langsam mit dem Kopf woraufhin Mehdi etwas stockend antwortete: Das ist die, nun ja..

Sugarlady!, half Marc weiter.

Vorwurfsvoll sagte Mehdi: Meier...

Ist so.., zuckte dieser aber nur mit den Schultern.

Sugarlady? Wieso heißt sie so?

Zucker ist das Grundrezept. Deswegen, zwinkerte Mehdi die etwas fragend blickende Gretchen an.

Marc sah sie ernst an und zeigte auf den Kuchen vor ihr: Sieht man ihr auch an und wenn Du sie nicht als Schlachtschiff des EKH ablösen willst, solltest du das da nicht essen.


Doch davon ließ sie sich nicht beirren. Wahrscheinlich wollte er sie nachher nur ärgern und da es ihm bei dem Wörtchen Zucker eh immer eiskalt den Rücken herunterlief stopfte sie sich auch schon ein großes Stück in den Mund...und bereute es sogleich: Bah! Der ist ja vollkommen überzuckert.

Hab ich doch gesagt, zuckte Marc mit den Schultern.

Ich geh mir mal schnell was anderes holen. Soll ich Dir was mitbringen? Nen Apfel vielleicht?

Nope mir reicht der Kaffee, danke!, hielt Marc kurz seine Tasse hoch und lächelte sie gespielt an.

Irgendwann wirst Du noch merken das es nicht gesund ist den halben Tag nichts zu essen.

Sollte er das als Arzt nicht auch so wissen?, fragte Mehdi sich im Stuhl lümmelnd verwundert.

Stellt ihr hier gerade meine ärztliche Kompetenz in Frage?

Nein Marc tun wir nicht. Ich bring Dir trotzdem nen Apfel mit.

Augenrollend lies er sich in seinem Stuhl nach hinten fallen.

Sie meint es doch nur gut, meinte Mehdi leise.

Das weiß ich. Es nervt trotzdem.

Vermisst Du Deine Freiheit?

Mhmm.., überlegte Marc, Manchmal.

Choconussa Offline

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25.11.2015 00:00
#12 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zwölf -Missverständnisse-




Mit großen Augen sah Doktor Mehdi Kaan zu seinem besten Freund herüber: Du sagst mir jetzt aber nicht das du dich von ihr trennen willst?

Was? Nein.. Quatsch!

Ha, wie schön. Mit Ihnen beiden wollte ich sprechen, kam Franz Haase an den Tisch, Sie Doktor Kaan bekommen morgen einen Assistenzarzt. Der Junge wollte unbedingt in die Gyn. Obwohl er auch gut auf die 3b gepasst hätte. Aber mit Knechtelsdorfer und Gretchen ist Meier ja komplett ausgelastet. Genug zu tun hat er also wie ich gehört habe. Du hast also nur den Aufpasser gespielt und ihr nicht assistiert?

Herr Professor, es tut mir wirklich sehr leid. Ich wollte Sie da nicht einfach übergehen.

Na macht ja nichts. Trotzdem möchte ich über sowas informiert werden. Ich bin davon ausgegangen das ich einen der Assistenten bei Seite nehmen kann wenn ich ihn brauche. Nur weil Du nun mit meiner Tochter eine Beziehung führst, hast Du noch lange keine freie Hand. Noch nicht.

Alles klar!


Gretchen kam bepackt mit zwei Äpfeln, einer Tasse Kakao und einem Teller Bratkartoffeln an den Tisch zurück: Hallo Papa.

FH: Hallo Kälbchen, sag wie lief die OP?
GH: Ähm.. Nun ja.. Ganz gut?
FH: Ganz gut? Gab es etwa Probleme?
MM: Überhaupt nicht Herr Professor. Gretchen hat ausgesprochen gut gearbeitet.
FH: Na also!
GH: Ach das ja...
MM: Lass es!
GH: Was denn?
MM: Du bist schon wieder so unsicher.
GH: Ach quatsch.. Bin ich gaaar nicht.
MM: Doch das bist Du und langsam habe ich da kein Verständnis mehr für.
FH: Kinder, streitet nicht wieder. Aber Meier hat recht. Woher kommt nur immer diese Unsicherheit?
GH: Ja was weiß ich denn? Von Mama hör ich immer nur, dass das ja gar nichts für mich ist und Marc.. Ja der hackt auch immer nur auf mir rum und das schon seit der Schule!

MM: Oh ja, der böse Marc Meier! Mein Gott wir waren Kinder. Da darf man sich ja wohl mal etwas necken!?
MK: Ja was sich neckt das liebt sich, ne?
MM: Danke Mehdi! Und jetzt macht es halt Spaß. Das meiste ist ja nicht mal ernst gemeint.
GH: Achso. Das Du für mich nen eigenen Parkplatz mieten müsstest ist also nicht ernst gemeint?

Thehehe, lachte Marc und fügte mit Unschuldsmiene an, Nein und das solltest Du auch wissen.

GH: Manchmal versteht man Deine Witze aber nicht als solche!
MK: Da kann ich ihr nur beipflichten Marc. Manchmal hört sich das schon ernst an was Du so vom Stapel lässt. Vor allem Gina gegenüber.
MM: Könnte daran liegen das ich alles was ich der Brillenschlange gegenüber erwähne ernst meine?
FH: Na gut Kinder. Ich lass euch dann mal wieder allein. Doktor Kaan, Sie denken bitte an die neue Assistenz ja? Und ihr beide streitet euch nicht wieder. Ist mal ganz schön diese Ruhe im Krankenhaus.

MK: Wo wir dann jetzt wieder alleine sind wollte ich Dich mal was fragen Gretchen. Gina und ich hatten gestern Abend die Idee mal wieder was zu viert zu machen. Was hältst Du davon?

GH: Ja hat mir Marc schon gesagt. Ich fänd es allerdings nicht schlecht, wenn ihr Männer mal was allein macht. Gina und ich hatten ja auch schon länger nicht mehr die Zeit zu Quatschen.


So wurde am Abend gegen 18 Uhr Marc Meier aus seiner eigenen Wohnung geschmissen.

Habt Spaß, ja?, hatte ihm sein blonder Engel noch zugerufen und nun saß er mit seiner besten Freundin in einer eher mittelmäßigen Kneipe.


MK: Ich habe vor Gina zu fragen ob sie bei mir einzieht.
MM: Mhmm...
MK: Weißt Du Marc, das schönste ist doch immer noch sich ein Nest zu bauen.
MM: Was bist Du? Ne Amsel?
MK: Lass Deine dummen Scherze. Du stehst doch auch schon mit halben Fuß drin!
MM: Ganz sicher nicht.
MK: Ach nein? Warum ist Gretchen dann nur noch bei Dir?
MM: Zeig mir einen Mann der auf guten Sex verzichtet.
MK: Hm. Ich dachte ihr hattet nicht wirklich viel Sex in der letzten Zeit?
MM: Also, ich wüsste nicht was Dich das jetzt angeht!
MK: Gib's zu. Du hast sie gern bei Dir!
MM: Vielleicht. Ich weiß es nicht.
MK: Du willst Dich noch immer nicht festlegen? Maaarc! Wie lange läuft da jetzt schon was bei euch? Und ich rede hier jetzt nicht von der offiziellen Version.

MM: Hat Zwambe Dich auf mich angesetzt?
MK: Nein. Ich möchte nur das Gretchen glücklich ist und es auch bleibt. Auch wenn es mit Dir ist.
MM: Du traust mir noch immer nicht?
MK: Ich kenne Dich Marc. Ich habe das mit Nina mitbekommen....
MM: Nina.. pfff... Die hatte auch keine weiße Weste und das weißt Du auch. Aber lass uns von was anderem reden. Was ist nun mit Deinem Besuchsrecht?

MK: Wir verhandeln noch. Seitdem ich auf den Vaterschaftstest bestanden habe, ist Anna nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen. Ja und ihre, meine..ach egal..Die Schulden muss sie auch zurückzahlen.

MM: Das heißt Du bist bald mal wieder flüssig?
MK: Sobald sie mal arbeiten geht und zahlen kann.
MM: Das tut sie bestimmt schon.
MK: Meier!
MM: Na komm lass uns die Frauen mal für einen Augenblick vergessen, hm?


Wie genau Marc es mit diesem Satz meinte, sollte er bald erfahren...


PIEP PIEP PIEP PIEP...


Veschlafen sah Mehdi auf sein Handy: Gretchen ruft an


Wann bist Du mit Marc gegangen? Wir haben jetzt halb drei und er ist noch nicht wieder da. Weißt Du was ich mir für Sorgen machen? Oh Gott, wenn ihm was passiert ist. Hat er viel getrunken? Viel gegessen hatte er den Tag über ja nicht und ich muss Dir nun glaube ich nicht sagen das Alkohol sich auf leeren Magen viel schlechter abbaut als...

MK: Jetzt hol doch mal Luft Gretchen. Beruhige Dich.
GH: Ich kann mich aber nicht beruhigen Mehdi!


Riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiing


GH: Oh, es schellt.. Bleib dran ja?


GA: Wer ist das?
MK: Gretchen!
GA: Was ist denn los?
MK: Marc ist noch nicht zu Hause.. Aber es hat grad...



SS: Ja.. Hallo.. Entschuldigen Sie die Störung aber ich habe gesehen, dass das Licht noch brennt. Ist Marc Meier da?
GH: Ähm nein ist er nicht.. Und wer sind Sie wenn ich fragen darf?
SS: Saskia Schramme!
GH: Gretchen Haase, woher kennen Sie..?"
SS: Ach wir kennen uns nur flüchtig. Das hier, sie hielt eine Brieftasche nach oben, hat er vorhin bei mir vergessen.


Gretchen fiel ihr Handy aus der Hand. Sie hatte ja schon ein komisches Gefühl eine fremde Frau an der Tür zu sehen, doch das, riss ihr den Boden unter den Füßen weg.


MK: Gretchen? Gretchen..Hallo?
GA: Was ist passiert Mehdi?

Kurz erklärte er Gina was er gehört hatte.

GA: Oh Gott. Wir müssen sofort zu ihr.
MK: Ich bring ihn um wenn er sie betrogen hat!
GA: Nicht nur Du. Da werden wohl einige Schlange stehen.


Doch als die beiden eintrafen, war bereits die Hölle los.

MM: Mensch Gretchen! Ich habe nicht mit ihr geschlafen okay?
GH: Sicher.. Warst auf'n Tee bei ihr? Wen willst Du eigentlich verarschen?
MM: Jetzt hör doch mal auf zu packen und hör mir zu!
GH: Ich habe genug gehört!
MM: Ja klar.. Weißt Du was? Dann geh.. aber bitte ganz! Am besten Du verschwindest wieder nach Köln!
GH: Bitte was?
MM: Bevor Du hier wieder aufgetaucht bist war alles in bester Ordnung!
GH: Jetzt bin ich auch noch Schuld oder was?
MK: Hört auf euch zu zerfleischen. Gebt euch ein paar Tage und dann redet nochmals.
GH: Da gibt es nichts mehr zu reden Mehdi.
GA: Na komm Mausi, wir gehen!


MK: Schämst Du Dich eigentlich nicht?
MM: Mehdi.. Ich hab nicht mit dieser Frau geschlafen. Ich habe sie total desorientiert auf dem Weg nach Hause gefunden. Dann bin ich mit ihr ins Krankenhaus und habe sie untersucht. Sie wollte halt nicht über Nacht da bleiben, also habe ich sie noch mit nach Hause begleitet.

MK: Und wie vergisst man dann seine Brieftasche da?
MM: Ich habe nachgeschaut ob ich noch genug Bargeld für ein Taxi dabei habe. Muss es dann wohl liegen gelassen haben.
MK: Aha.. Mhm.. Ich weiß nicht.. Ich würde das so gern glauben!
MM: Das würde ich ihr nie antun Mehdi!
MK: Hm. Wir nehmen sie mit zu mir. Sie sollte sich erstmal beruhigen.


Marc schloss die Tür, ließ sich seufzend nieder und vergrub seine Hände im Gesicht.




-Was zuvor geschah-

Kurz vor der Wohnungstür blieb er stehen und musste tief Luft holen. Zu seinen Fehlern zu stehen, war nicht gerade seine Stärke. Sie musste sich unheimliche Sorgen gemacht haben, weil er nicht angerufen hatte. Als er in der Wohnungstür stand überkam ihn gleich das schlechte Gewissen: Gretchen ich muss dir was sagen ich..., doch als er aufsah, stand ihm das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben, Mo..Mo..Gretchen! Was hast du vor?

Sie holte einmal tief Luft, atmete zitternd aus und sah ihn dann aus verheulten Augen traurig an: Ich packe und dann gehe ich!

A-aber.. Wieso?, hauchte er.

Das fragst du noch?, ihre Stimme war wie das Fauchen einer Katze, doch dann schrie sie ihn aus vollem Halse an, Du hast mich betrogen! Kaum gehst Du mal alleine weg legst Du die nächste Schlampe flach. Da fragst Du Dich wirklich noch warum ich gehe, ja?

Hör mir zu.., er ging auf sie zu und wollte sie in den Arm nehmen, doch stieß sie in von sich, Fass mich nicht an Marc!




Eine schlaflose Nacht auf der Couch. Tier-Doku im TV, die Wohnung einigermaßen aufgeräumt, starrte er die Glotze an. Das was dort lief konnte sich doch kein halbwegs intelligenter Mensch ansehen. Wütend zappte er ein Programm weiter: Toll! Titten!

Stöhnend schaltete er auf den nächsten Kanal. Noch mehr Titten.

Er schloss für einen Moment die Augen. Warum dachte denn auch keiner daran das auch Nachts Leute wach waren, die einfach nur ein ganz normales Programm sehen wollten?

Ach ist doch alles kacke!, schimpfte Marc fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht und ließ sich nach hinten fallen. Langsam rutschte er herunter, sodass sein Kopf auf der Lehne lag. Abgekämpft starrte er an die Decke.


-Es hatte einfach keinen Sinn. Ablenkung fand er nicht. Womit auch? Nachdem Gretchen gegangen war, hatte er seinen Job an den Nagel gehangen und ging auch nicht mehr vor die Tür. Die Kündigung hatte Mehdi ihm vorbeigebracht und auch seine Einkäufe machte der Gynäkologe. Marc selbst, brachte nichts mehr zu Stande. Niemals hatte er gedacht das er sie mal so vermissen würde.

Mensch Marc! Jetzt komm doch mal aus Deinem Trott raus! Wie lange willst Du noch rumsitzen und nichts tun?, mit dem Gesicht kurz vor Marc's schrie Mehdi ihn an. Sein gegenüber schien das allerdings gar nicht zu beunruhigen. Lustlos schaute er ihn an und hauchte: Bis sie wieder da ist.

Schnaubend sah Mehdi sich in der Wohnung um: Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht glaube das sie in so einen Saustall zurückkommt.. Wie hast Du Dir das vorgestellt? Sie wird nicht einfach irgendwann vor der Tür stehen. Mensch Du hast sie betrogen, belogen.. Denkst Du wirklich sie kommt zu jemanden zurück der sie so sehr verletzt hat, seinen Job an den Nagel hängt und sich lieber in seinem eigenen Dreck suhlt als um sie zu kämpfen?

Mehdi.. Ich habe sie nicht betrogen Mann! Und was soll ich denn machen? Sie geht nicht ans Telefon. Sie blockt alles ab! Als wenn ich nicht schon so viel versucht hätte!

Erschrocken sah Mehdi seinen besten Freund an.. Weinte er etwa? Marc Meier weinte um eine Frau!

Marc.. Ich..

Lass mich allein Mehdi. Geh zu Gina oder Kinder zur Welt bringen.. Ich will einfach nur hier sitzen und warten, flüsterte er.. Kraft um sich aufzuregen, hatte er schon lange nicht mehr.-




Verwirrt und verunsichert sah er sich um..Alles gut.. Es war nur ein Traum... Doch dann starrte er auf die Tür: Nicht mit mir!


Vor seinem Volvo blieb er kurz stehen und sah sich die kleine Macke in der Stoßstange an. Mit verliebtem Blick strich er darüber.


-Flashback-


Ich hab ja gehört das Frauen fünf Jahre länger leben als Männer, sprach sie und lenkte den Volvo umständlich in die Parklücke.

Pff.. Gott schreibt euch nur die Zeit gut die ihr beim Einparken verschwendet!, kam es trocken vom Beifahrersitz.


Er beobachtete besorgt wie sie seinen Wagen kurz vor der Mauer zum stehen brachte.

Dein Ernst?, fragte sie ungläubig mit hochgezogener Augenbraue.

Äh..Ja!? Ich mein, wir könnten schon seit zehn Minuten drin sein!


Mehr als ein verächtliches Schnauben hatte sie an diesem Morgen nicht mehr für ihn übrig und zum fünften Mal an diesem Morgen ließ er ergeben den Kopf hängen.

Weißt Du, fing sie sachlich und ruhig an, wenn es Dich stört wie ich fahre, fahr mit der Bahn! Langsam stinkt es mir echt, sie wurde mit jedem Wort lauter, stieg schließlich sauer aus dem Wagen aus und ließ einen äußerst verwirrten Marc zurück.


Bis er sich nicht nur wieder gefangen sondern auch seine Gedanken sortiert hatte, war einige Zeit verstrichen. Im Schwesternzimmer wurde sich schon angeregt unterhalten. Der eigentlich einzige Mann in diesem Raum war er selbst. Sein bester Freund ließ sich nämlich mal wieder voll auf die Frauengespräche ein. Sommerfarben... Er schüttelte den Kopf. Es war noch Winter! Darüber machte man sich jetzt schon Gedanken, beschwerte sich aber wenn drei Monate vor Weihnachten schon die ersten Weihnachtsmänner, Einzug in die Regale fanden. Man wünschte ihm einen guten Morgen, reichte ihm einen Kaffee und sülzte ihn mit dem Tagesablauf voll. Desinteressiert hörte er Schwester Sabine zu und nickte nur. Was interessierte es ihn denn welcher Patient in welchem Zimmer einen Einlauf brauchte? Schwesternaufgabe!


Ja dann machen Sie diesen Einlauf Schwester Sabine. Wollen Sie eine Erklärung oder eine Erlaubnis?

Er war wirklich genervt. Aus den Augenwinkeln sah er den blonden Schopf.. War das etwa..? Sie würde ihn heute noch zum Platzen bringen: Warum schüttelst Du jetzt bitte den Kopf?

Hmm, weil ich glaube das Sabine weder eine Erklärung noch eine Erlaubnis braucht. Sie macht ganz einfach das was sie jeden Morgen macht; dem Oberarzt seinen Stundenplan aufsagen!, während sie sprach sah sie ihn nicht mal an.

Unglaublich. Da verlangte er jeden Morgen das der Arbeitsablauf geplant und durchdacht war, nur damit er jemanden anschnauzen konnte, wenn er ihm aufgesagt wurde. Soviel Langeweile konnte ein Mensch doch gar nicht haben.

Doch! Marc Meier konnte und er hatte..

Mitten in der Nacht zog dieser Mann es vor sämtliche Schubladen auseinander zu nehmen, weil irgend so ein dummes Hanutabildchen fehlte. Lebensnotwenig, auf jeden Fall. Ironie wieder aus! Das man mit dem Krach andere Menschen aus ihrem wohlverdienten Schlaf reißen konnte, soweit wollte man nicht denken.
Seitdem sie denken konnte war sie noch nie so schlechter Laune gewesen am frühen Morgen. Zwei Tafeln Schokolade bis zum Mittag konnten ihre Laune auch nicht heben. Zwei Blinddarm OP's und eine Hämatomausräumung später, war jeder im Krankenhaus darüber informiert, dass man Doktor Hasse und Doktor Meier wohl besser aus dem Weg gehen sollte.

Zwischen Pasta und Kartoffelsalat schwiegen die beiden Streithähne sich an. Doch auch irgendwann konnte ein Marc Meier die Stille nicht mehr ertragen. Die Frau ihm gegenüber redete für gewöhnlich ohne Punkt und Komma. Ein kleines Lächeln auf den Lippen stupste er sie unter dem Tisch mit dem Fuß an. Ihr kühler Blick traf ihn hart.

Trittst Du mich jetzt?

Äh nein. Ich wollte nur mit dir rumalbern, pure Verwirrung sprach aus ihm.

Ah! Wie im Kindergarten?

Neeeeein! Eigentlich so wie immer.. Wenn Du nicht gerade mit dem falschen Fuß aufgestanden bist.

Klar.. Mitten in der Nacht aus dem Bett zu fallen, weil Gott meint er muss die Wohnung auseinander nehmen, dann zwei Stunden nicht wieder einschlafen können und eineinhalb Stunden später zur Schicht aufstehen zu müssen, nennt man jetzt also mit dem falschen Fuß aufstehen? Mal ganz davon abgesehen das der Herr weder Kaffee noch sonst irgendwas außer Bier im Haus hat.

War halt nicht auf Besuch eingestellt, versuchte er sich zu verteidigen.

Sauer blickte sie ihn über den Rand ihrer Tasse an. Konnte ja wohl nicht wahr sein. Sie stellte ihre Tasse ab und sah ihn ernst an: Marc, ich weiß es ist vielleicht ungewohnt, obwohl man das nach zwei Monaten nun wirklich nicht mehr sagen kann. Es ist nun schon öfter mal vorgekommen das ich einfach mal spontan bei Dir vor der Tür stand. Vielleicht solltest du Dir Gedanken darüber machen IMMER Lebensmittel im Haus zu haben!

Ein kleines Lächeln zierte ihren Mund als sie sah das ihr gegenüber ihr nahezu an den Lippen hing. Doch als sie nach fünf Minuten noch immer keine Antwort von ihm bekommen hatte ergriff sie nochmals das Wort: Äh..Hörst Du mir zu?

Hmm..Klar kannste nochmal bei mir übernachten.

WAS?

Ja hast Du doch gefragt oder nicht?

Du hast mir wirklich nicht zugehört oder? Nein Marc! Ich gehe heute Abend nach Hause.. Schlaf nachholen, sagte sie ein wenig enttäuscht, stand auf und ging aus der Kantine.



-Flashback Ende-

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

27.11.2015 12:45
#13 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Dreizehn -Von Hunden und schwarzen Schafen-




Die Tür vor ihm ging auf und eine ziemlich verschlafene Saskia stand vor ihm: Doktor Meier! Was...äh..wissen Sie wie spät es ist?

Och.. Eigentlich, ist mir das scheißegal.. Du schwingst Deinen Arsch nun aus Deiner Wohnung, in meinen Wagen und wirst meiner Freundin erklären was hier abgelaufen ist. Klar? Gut!, ohne auf eine Antwort von ihr zur warten oder ihr die Möglichkeit zu geben sich eventuell noch mal umzuziehen, zog er sie aus der Wohnung und verfrachtete sie in sein Auto.

Könnten Sie mich jetzt mal aufklären, warum Sie mitten in der Nacht bei mir schellen und mich im Schlafanzug auf die Straße ziehen?

Nach Deinem tollen Auftritt, hat meine Freundin ihre Sachen gepackt und ist gegangen. Jetzt erklärst Du ihr das wir nicht miteinander gevögelt haben. Sollte sie Dich anfallen wie eine Furie übernehme ich übrigens keine Verantwortung.

Ich wollte doch nur Ihre Brieftasche...

Die hätte man auch im Krankenhaus abgeben können. Dafür muss man nicht bis zu mir nach Hause!, drohend erhob er einen Finger.

Konnte ich ja nicht ahnen das eine durchgeknallte Blondine bei Ihnen wartet.

Pff.. Beweg Deinen Arsch aus dem Auto, wir sind da.

Äh.. Es ist kalt und ich habe nur einen Schlafanzug an?

Ja dann.. Mach Dir halt warme Gedanken, grinste er sie frech an und lief hinauf zur Tür.



Sie wissen aber schon das normale Menschen um diese Uhrzeit schlafen, oder?, fragte Saskia den gereizten Marc als nach dem zweiten Schellen noch immer nicht geöffnet wurde. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie ihn an und wartete auf ein Antwort.

Nicht mehr lange!, brummte sich der Oberarzt in seinen Dreitagebart und drücke mit dem Daumen fest auf das Klingelschild mit dem Namen: Kaan!


HABEN SIE SCHON MAL AUF DIE UHR GESCHAUT ES GIBT MENSCHEN DIE... Marc?, motze Mehdi rum als er die Tür öffnete und stockte als er seinen besten Freund sah - in Begleitung.

Guten Morgen Mehdi, trällerte Marc ihm entgegen, Auch schon wach. Wie schön.

Äh...

Wo genau ist Hasenzahn?

Gina erschien hinter den noch immer sehr verdutzen Mehdi Kaan und funkelte Marc böse an: Dein Hasenzahn schläft und ich glaube auch nicht das sie für Dich irgendwann noch mal aufstehen wird.

Ach das bebrillte Monster! Wusste gar nicht das Du in Gretchens Kopf reinschauen kannst. Könnte manchmal echt hilfreich sein!, Mehdi und Gina sahen sich kurz stirnrunzelnd an. Diese übertrieben gespielte Freundlichkeit, hatte nichts gutes zu heißen.

Marc. Ich dachte wir wären uns einig!

Jaaaa.. Ihr seid euch alle einig Mehdi.. ICH sehe das Ganze aber ein bisschen anders.

Fahr nach Hause und...

Ist schon gut Mehdi. Soll er halt sagen was er zu sagen hat. Nicht das er noch an seinem Schwachsinn erstickt, hörte man leise aus der hintersten Ecke des Flures.


Als Gretchen ins Licht kam sah man ihr an das sie wohl eher im Bett gelegen hatte um zu heulen und nicht um zu schlafen. So verheult hatte er sie schon lange nicht mehr gesehen. Und schon gar nicht wegen ihm. Trotzdem wollte die Maske der Coolness nicht runter: Ja danke, Du mich auch Hasenzahn und Du, mit einem Schubs stand Saskia im Flur, stellst das richtig!


Gretchen verdrehte die Augen und Mehdi und Gina sahen die rothaarige Frau gespannt an.


AU! Das geht auch etwas..., wollte sie sich gerade aufregen das dieser Mann sie so unsanft in die Wohnung befördert hatte doch dieser wollte etwas anderes hören: Du sollst nicht quatschen sondern den Scheiß den Du verzapft hast wieder gerade biegen.

SS: Jaaaahaaa.. Also.. Frau Haase!
GH: DOKTOR Haase!
MM: Jetzt bestehst Du auf Deinen Titel? Gibt es nicht wichtigeres..

Kleine rothaarige Biester zum Beispiel?, unterbrach sie ihn.

MM: Warst du schon immer so gehässig?
GH: Ich...
SS: Also soll ich hier nun was erklären oder wollen Sie beide weiter Smalltalk halten? Dann würde ich nämlich gern wieder ins Bett!
MK/GA: Wir auch...

Na hau rein da.., bedeutete Marc dem Rotschopf anzufangen und an Gretchen gewand fügte er mit erhobenem Finger hinzu, Ohne Unterbrechungen!

Bitte!, wartete sie mit verschränkten Armen auf die Erklärung.

SS: Aaaalso.. Ich war heute Abend mit ein paar Freunden etwas trinken. Irgendwie muss ich da ein wenig über die Stränge geschlagen haben. Jedenfalls hat Doktor Meier mich gesehen und ins Krankenhaus gebracht um meinen.. ja meinen..

Alkoholpegel? Blutwerte!, half Marc weiter.

SS: Ja genau.. Zu untersuchen. Eigentlich sollte ich ja über Nacht da bleiben, aber ich mag Krankenhäuser nicht sonderlich. Er war dann so nett und hat mich noch nach Hause begleitet... Ja und da hat er dann seine Brieftasche vergessen. Ich wollte ihm diese Zeitnah zurückbringen und da Sie ja quasi um die Ecke wohnen.. Wenn das nun zu Problemen geführt haben sollte und ich jemanden damit in ein falsches Licht gerückt habe, tut es mir wirklich sehr leid.

GH: Schöne Geschichte! Für so einen Quatsch schellt ihr die Leute aus dem Bett?
MM: Hast Du zugehört?
GH: Ja habe ich!
MK: Ja dann hat er wohl doch die Wahrheit gesagt!?
GA: Ja also Mausi.. Ich an Deiner Stelle wäre da ja nun auch skeptisch!
MM: Hat Dich jetzt irgendwer nach deiner unqualifizierten Meinung gefragt?
MK: Hört auf! Das bringt doch hier nichts!
GA: Wer will Dich denn gesehen haben?
MM: Sabine? Der Professor?
GH: Mein Vater macht keine Spätdienste mehr Marc!
MM: Sag mal! Bin ich hier im Kindergarten oder was? Entweder glaubst Du mir oder eben nicht. Es ist ja nicht nicht affig genug das ich Dir wieder hinterher renne und halb Berlin aus dem Bett schelle!

GH: Was würdest Du denn denken?
MM: Keine Ahnung! Ich würde Dir aber die Möglichkeit geben Dich zu erklären.. Du hast mich gar nicht zu Wort kommen lassen.
GH: Ja entschuldige. Du hast nun mal eben..
MM: Vergangenheit! Genau, die habe ich. Das haben wir schon mal durchgekaut und wir wollten sie auch nicht noch mal aufrollen.
SS: Wenn ihr nichts dagegen habt, dann würde ich sehr gern wieder nach Hause. Ihr habt hier ja noch genug zu klären.
GH: Oh nein! Sie bleiben!
SS: Äääääh...
MM: Meinst Du ich flieg mit Dir ein Jahr nach Afrika um Dich dann zu betrügen wenn wir wieder hier sind?
MK: Wir sollten die beiden mal allein lassen. Möchten Sie einen Kaffee Frauuuuu...äh!?
SS: Schramme. Sehr sehr gern.. Sind die beiden eigentlich immer so?
GA: Oh das geht noch viel viel schlimmer...
MK: Tja ja.. Wo die Liebe hinfällt.
GA: Oder besser gesagt; wo die die liebt hinfällt.


Gina und Mehdi begleiteten Saskia durch die doch sehr großzügige Küche in den Essbereich.


SS: Ooooooh.. Sie haben es aber schön hier. Sind Sie auch Ärzte?
MK: Äh, ja sind wir!
SS: Ah.. Daher kennen Sie den Doktor Meier!
MK: So in etwa. Ich habe ihn vor gut fünfzehn Jahren kennengelernt. In einer Bar. Später stellte sich dann heraus das wir auf dieselbe Uni gingen. Allerdings haben wir zwei unterschiedliche Richtungen gewählt.

SS: Und diese Frau Haa.. Entschuldigung.. DOKTOR Haase auch?
GA: Nein! Viel schlimmer. Sie ist acht Jahre mit diesem Idioten zur Schule gegangen. Studiert hat sie dann Gott sei Dank in Köln.
MK: War ja nun auch nicht die beste Wahl.
GA: Und dann kommt sie wieder nach Berlin, fängt im EKH an und wer arbeitet dort?
MK: Meierlein!
SS: Achso.. Dann ist das also so eine Jugendliebe.
MK: Mhmm.. Aber warum interessiert Sie das so?
SS: Nun ja.. Ist immer schön zu wissen wo man da hineingeraten ist. Wobei ich auch nicht richtig nachvollziehen kann was sie an ihm findet. Sonderlich freundlich ist er ja nicht.

GA: Ich kann Ihnen Geschichten erzählen.
MK: Gigi..! Lass gut sein. Sie sind die erste Frau die ich kenne die so auf ihn reagiert. Alle anderen verfallen ihm eigentlich sofort.
SS: Ach! Ich bin lesbisch!
MK/GA: Das sagen Sie erst JETZT!?


-Auf dem Flur-

Gretchen.. Ich würde sowas nicht tun. Glaub mir.. Ich.. ich.. liebe Dich viel zu sehr um..

Wirklich?

Meinst Du ich würde hier stehen, wenn es nicht so wäre?

Es tut mir so leid.. Ich..

Er zog sie in seine Arme und vergrub seinen Kopf in ihren langen, weichen Haaren: Hm. Du, ich hätte dir einfach bescheid geben sollen..

Ich hab mir halt solche Sorgen gemacht und dann ist da diese Frau. ach ich weiß nicht.. Manchmal fühlt sich das alles halt noch so unwirklich an.

Du träumst nicht. Ich bin wirklich hier, halte Dich im Arm und muss Dich leider noch bestrafen, grinste er sie an. Etwas unsicher blickte sie zu ihm hinauf: Warum denn das?

Hast Du Dir schon mal meine Stoßstange angeschaut?!

Achsooo das.. Ja.. also.. Das sieht man ja nun auch nicht so genau...

Du hast da mal was interessantes gesagt.. Träume und Vertrauen sind wichtig. Warum vertraust Du mir nicht und lebst einfach Deinen Traum?

Marc.. Ich vertraue Dir..

Nicht zu 100%.. Da stellt sich für mich einfach die Frage, ob es auch Sinn hat.. Also.. Auf längere Sicht?!

Ich vertraue Dir.. Das war vorhin nur so.. Ach keine Ahnung.


MK: Ich stör euch zwei ja nur ungern aber Saskia ist lesbisch!
MM/GH: WAS?
MK: Kommt frühstücken.. Dann reden wir weiter!
MM: Sofort.. Hör zu.. Ich versprech Dir das sowas nie wieder vorkommt. Ich hatte auch eigentlich vor mich bei dir zu melden, doch dann hat diese Frau mich dermaßen in den Wahnsinn getrieben. Sie wollte partout nicht im Krankenhaus bleiben, obwohl das notwendig gewesen wäre bei ihren Werten. Ich wollte sie dann heute noch mal durchchecken. Da stimmt irgendwas nicht.

GH: Mhmm.. Dann nehmen wir sie gleich mit und schauen uns das mal zusammen an.



-Reden ist Silber..Schweigen ist Gold.. Doch nicht immer trifft dieses Sprichwort zu-



Während sich der Haussegen bei Meier/Haase wieder einpendelte, hing er am Nachmittag beim Gespann Amsel/Kann umso schiefer. Mehdi hatte sein Vorhaben in die Tat umgesetzt und seine Herzdame gefragt ob sie bei ihm einziehen möchte.

Mehdi! Wir sind doch noch gar nicht lange zusammen.., sagte Gina zum dritten mal verzweifelt.

Marc und Gretchen sehen das ja ein bisschen anders!

Tut mir ja leid das nun sagen zu müssen, aber Experten sind die beiden auf dem Gebiet ja nun auch nicht.

Ja das stimmt schon. Trotzdem Gina. Du hast noch nichts festes finden können und ewig willst du doch auch nicht bei Gretchens Eltern bleiben, oder? Du bist doch jetzt schon fast jeden Tag hier, erklärte Mehdi seinen Wunsch.

Ich habe aber immer noch etwas wo ich mich zurückziehen kann. Und solang Jochen noch studiert kann ich ja da bleiben.

Kopfschüttelnd zog Mehdi die Wohnungstür auf: Ich möchte das Du Dir darüber einfach mal Gedanken machst. Es wäre für alle Beteiligten am einfachsten. Auch für den Professor und seine Frau.

Ich weiß Mehdi.. Ich weiß!

So ich muss jetzt los. In 15 Minuten hab ich die erste Patientin.



MM: So Frau Schramme. Du leidest an einer Anämie.
SS: An bitte was leide ich?

Blutarmut, klärte Gretchen kurz auf.

SS: Und das heißt jetzt?
MM: Das Du hier bleiben wirst und wir Dich ordentlich untersuchen.. Hasenzahn?

GH: Von Blutarmut also einer Anämie spricht man, wenn zu wenig rote Blutkörperchen und damit ein zu geringer Anteil an Blutzellen oder zu wenig roter Blutfarbstoff im Körper vorhanden sind. Sind zu wenig rote Blutkörperchen oder ist zu wenig roter Blutfarbstoff im Körper vorhanden, wird der Sauerstofftransport beeinträchtigt. Das kann zum Beispiel zu Symptomen wie Blässe, Schwindel, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Herzrasen führen. Eine Blutarmut lässt sich anhand von Laboruntersuchungen des Blutes nachweisen. Ist eine Anämie festgestellt worden, ist es wichtig die Ursachen zu ermitteln, um passende Maßnahmen ergreifen zu können. Je nach Ursache und Schweregrad können eine Nahrungsumstellung, Medikamente oder Eingriffe nötig sein. Bei schweren Anämiesymptomen kann es zunächst sinnvoll sein, die fehlende Menge an roten Blutkörperchen über eine Bluttransfusion zuzuführen.

SS: Und wie lange muss ich bleiben?
MM: Tjaaa.. Wir werden Dein Blut genauestens unter die Lupe nehmen. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, sind Deine Werte so sehr im Arsch...
GH: Was Doktor Meier Dir damit auf seine charmante Art und Weise zu sagen versucht ist, Deine Werte sind sehr schlecht. Wir müssen Dir in der Hinsicht erstmal wieder auf die Beine helfen bevor wir Dich entlassen können.

MM: Also bleibst Du stationär bis wir wissen was Deinem Blut fehlt und wir Dich soweit es geht wieder aufgepäppelt haben.
SS: Ich hab ja auch nur gefragt wegen meinem Hund.
GH: Wenn Du möchtest können wir Freunde oder Familienangehörige informieren.
SS: Familie habe ich hier nicht. Ich bin aus Hannover zugezogen.
MM: Und Deine Freunde mit denen Du trinken warst?
GH: Also Freunde kannst Du die ja jetzt nicht nennen. Abfüllen und dann einfach stehen lassen.
MM: Hab ich früher auch gemacht!?
GH: Deswegen hattest Du ja auch kaum Freunde!
MM: Max, David, Pascal..
GH: Also von der Uni war jetzt nicht die Rede.
MM: Hey! Auf dem Gym..
SS: Äh, mein Hund?
GH: Achso, ja.. Mhmm. Vielleicht könnten wir?
MM: Wir? Nee, du.. Bei mir kommt kein Hund ins Haus!
SS: Sie würden mir damit unglaublich helfen. Für eine Hundepension fehlt mir das nötige Kleingeld.
GH: Ist doch nur für ein paar Tage, hm?
MM: Nee Gretchen.. Echt.. Hör auf.. Hör auf mich so anzugucken.

Doch da war es schon zu spät. Da stand Frau Doktor Haase nun mit klimpernden Wimpern, den größten Kulleraugen die sie finden konnte und zog einen süßen Schmollmund. Stöhnend ließ er den Kopf hängen. Ein Jahr und fast vier Monate und es zog noch immer. Wenn sie ihn so ansah konnte er ihr einfach nichts abschlagen und das wusste sie auch.

MM: Mein Gott. Na gut.. Ich will damit aber nichts zu tun haben.
SS: Danke Frau Doktor Haase.
GH: Ach nenn' mich doch einfach Gretchen.
MM: Oh Gott. Meine angebliche Affäre und meine Freundin schließen Freundschaft. Na gut ihr Turteltauben.. Du ruhst Dich aus und Du nimmst Blut ab. Schick das sofort runter ins Labor ich werde denen schon mal Dampf unterm Hintern machen.


Und schon war er hinaus auf den Gang verschwunden.


Ist der immer so?, fragte Saskia leise.

Meistens, lächelte Gretchen sie an und zog die Spritze auf.

SS: Na das würd' ich ja im Leben nicht aushalten. Ich hoffe nur das macht wirklich keine Umstände mit Happy.
GH: Happy?
SS: Mein Hund. Er schaut immer so fröhlich, deswegen habe ich ihn Happy genannt.
GH: Nett.


Kurz vor dem Stationszimmer traf Marc auf einen etwas niedergeschlagen wirkenden Mehdi Kaan.

Was ziehst du denn für ein Gesicht!?

Zerknirscht sah Mehdi auf und antwortete seufzend: Ach.. Ich hab Gina gefragt.

Und sie hat keine Lust Zweige zu sammeln für euer Nest?

Sie meint wir sind ja auch noch nicht so lang zusammen.

Na wo sie recht hat, sagte Marc und setzte seinen Fuß ins Stationszimmer um gleich drauf los zu brüllen, SABINE! Rufen Sie im Labor an. Ich will die Ergebnisse von Frau Schramme noch vor dem Mittag haben.

Was hat sie denn?, fragte Mehdi und warf interessiert einen Blick in die Akte der jungen Saskia Schramme.

Anämie. Nicht allzu gravierend. Ihre Werte sind nur total im Arsch. Sie muss sich ausruhen und wir müssen schauen was denn nun genau los ist. Sonst landet sie irgendwann auf der ITS.

Mhmm.. War ja knapp für Dich Meier. Wieder alles gut?

Keine Ahnung. Wird sich zeigen, sagte er verbittert ohne von seiner Post die er aus seinem Fach geholt hatte, aufzusehen. So bekam er auch nur am Rande mit das Gretchen ins Stationszimmer gerauscht kam: Soo. Ich muss heute früher weg Marc. Happy abholen. Na gut. Eigentlich muss ich jetzt kurz weg und Happy holen.

Wer ist Happy?, fragte Mehdi überrascht und knabberte genüsslich an seiner Laugenbrezel.

Der Hund von Saskia. Wir passen auf ihn auf, klärte Gretchen auf doch Marc sah sich gezwungen dies zu korrigieren: Nicht WIR. DU! Und jetzt wieder zum Thema.. Du willst jetzt also gehen und was ist mit meiner Niere?

Schulterzuckend sah sie ihn an: Machste die halt mit Knechtelsdorfer oder allein. Was weiß ich?

Guuut. Ich dachte Du wolltest noch mal eine machen bevor du nächste Woche zur praktischen musst, Marc war bemüht ein ernstes Gesicht zu behalten. Doch das gelang ihm nur mäßig, denn seine Mundwinkel zuckten verdächtig.

WAS? Ich bin zugelassen?

Jep!, grinste er die Blondine nun von schräg oben an die sich sogleich auf den Brief gestürzt hatte den ihr Freund in der Hand hielt.

Was mach ich denn jetzt? Der Hund muss vor die Tür.

Genervt stöhnte Marc auf: Piep Deinen Vater an. Soll er das mit Dir machen. Ich hol den Kläffer und bring ihn zu mir.

Das würdest du tun?

Mhmm..., brummte Marc augenrollend. Sie wäre ohne diesen Vorschlag eher zu dem Hund gegangen als in den OP.

Danke, hauchte sie und verschwand zum Büro des Professors.

Sabine? Das hier ist die Adresse von Frau Schramme. Der Hund muss... ja.. Gassi. Dann bringen Sie ihn zu mir und lassen ihn auf der Terrasse, sagte Marc an die etwas verdutzt blickende Sabine gewand, während er etwas auf ein Blatt kritzelte.

Aber das ist doch noch viel zu kalt Herr Doktor, doch Marc war schon auf halben Weg zu den Aufzügen.

Wird schon ein dickes Fell haben, rief er ohne zurück zublicken über die Schulter.

Wenn das mal keinen Ärger gibt..., hauchte Sabine tonlos und sah Doktor Meier gequält hinter her.

Nickend sah Mehdi sie an und schmatze beipflichtend: Dann grenzt das an einem Wunder.




-Eine gute Stunde später-


MH: "Wo ist Haase?"
SV/G: "Beide im OP!"
MH: "Hä? Ich dachte der Prof operiert nicht mehr?"
SV/G: "Nur noch Notfälle und als Ersatz."
MH: "Und wen ersetzt er bitte?"
SV/G: "Den Doktor Meier."
MH: "Der scheucht dich das halbe Labor seit einer Stunde auf. Wieso muss der denn jetzt ersetzt werden?"
"Oh je.. Jetzt hätte ich beinahe den Hund vergessen." , wackelte die nervöse Sabine aus dem Raum.
MH: "Das ist kein Krankenhaus sondern eine Irrenanstalt."
GK: "Auch schon bemerkt? Dann sind sie hier ja genau richtig."
MH: "Schwester Gaaabi. Wenn man im Glashaus sitzt sollte man nicht mit Steinen werfen. Was machen Sie eigentlich noch hier? Wollten Sie nicht in den Busch?"
GK: "Sicher! Ich ruiniere mir doch nicht für einen Mann mein Aussehen."
MH: "Sie sind so oberflächlich. Kein Wunder das Sie keinen Mann finden."
GK: "Oh. Wenn ich Tips brauche komme ich sicher nicht zu Ihnen. Ihre 'Männer' sind ja alle beim dicken Haasen gelandet."
MH: "Auch ein Mysterium. Na ja.. Ich bin zufrieden."
GK: "Mhmm.. Wie viele Jahre ist er jünger? Dreißig?"
MH: "Tschüss! Vielleicht sollten Sie ja mal auf Ihre Station gehen. Heute kommt frisch Fleisch."
GK: "Ja! Ich weiß, danke."

In Doktor Kaans Büro lief das Gespräch mit dem neuen Arzt schon seit ungefähr zehn Minuten und von Schwester Gabi war noch lange keine Spur.
MK: "Soo.. Sie wollen also in die Gyn. Warum wenn ich fragen darf?"
CW: "Ich finde das Wunder der Geburt einfach faszinierend. Die glücklichen Eltern.. und ich denke das ich mich hier sehr wohl fühlen werde."
MK: "Ja, nun gut. Dann würd ich sagen bringt Ihnen die Stationsschwester gleich, wenn sie mal zur Arbeit erscheint, Ihren Kittel und führt Sie rum. Morgen würde ich Sie dann zu einer Geburt hinzu ziehen und ansonsten machen wir heute erstmal die Patienteneinführung, stellen Sie in der Pädiatrie vor. Haben Sie sonst nmoch fragen?"
CW: "Ja. Und zwar habe ich ein Stationszimmer mit angrenzender Umkleide vermisst."
MK: "Ahja. Das befindet sich auf der 3b. Also der Chirurgie. Der Professor ist es sehr daran gelegen, alles so familiär wie möglich zu halten. Die Chirurgie ist am meisten besucht. Dort kommt erstmal alles hin was nicht niet und nagelfest ist und wird dann auf die entsprechenden Stationen verteilt oder dabehalten. Sozusagen das Herzstück. Deswegen haben wir dort ein großes 'Stationszimmer'. Hat so seine Vor- und Nachteile, denn das Stationszimmer, und wenn ich das sage meine ich eigentlich die Stationsschwester Sabine, ist erste Anlaufstelle für den neuesten Tratsch. Fluch und Segen zugleich. Aber Sie werden sich hier schon schnell zurecht finden. Aaaah, Schwester Gabi endlich."
GK: "Entschuldigung. Frau Doktor Hassmann hat mich aufgehalten."
MK: "Und was wollte sie von Ihnen?"
GK: "Ach die hat die Haase gesucht. Und das ist? Wieder jemand der eine Geschlechtsumwandlung will?"
CW: "Nein vielen dank Frau, äääh, Kragenow. Ich bin Christian Werner der neue Assistent."
GK: "Oh."
MK: "Gut! Dann holen Sie mal schnell Kittel und Namensschild, führen ihn fix rum und zeigen ihm das Nötigste. In einer Stunde will ich Sie beide wieder hier sehen. Ich mach Mittag. Piepen Sie mich an wenn es nicht anders geht."

Gabi war begeistert. Christian Werner war ein gut aussehender und dazu auch noch sehr sehr netter Mann. Er hatte kurzes schwarzes Haar, welches stachelig nach oben geigelt war. Dazu wunderschöne eisblaue Augen.
GK: "Ja und hier ist unser Stationszimmer und der größte Idiot auf der Welt."
CW: "Hallo. Ich bin Christian Werner, Assistenz in der Gyn."
MM: "Schön! Wenn du Zeit hast hier frei rumzulaufen ist Kaan wohl essen?!"
GK: "Ja ist er. Willst du zu ihm und dir sein Geschmatze anhören weil dein Rollmops noch im OP steht?"
MM: "Aaaah.. Lass doch endlich die Pillen aus dem Kopf Gabi. Gretchen hat noch ein gutes Wort für dich bei der Polizei eingelegt."
CW: "Polizei?"
MM: "Sie ist eine klein Kriminelle!"
GK: "Bin ich nicht!"
MM: "Wie geht's eigentlich Kalle?"
GK: "Maaarc!"
CW: "Äh, ja gut. Ich geh dann auch mal Mittag machen."
MM: "Ich komm mit!"

Sehnsüchtig sah sie den beiden Ärzten hinter her und ließ sich genervt auf den Drehstuhl sinken. Da redete endlich mal wieder ein Mann mit ihr und schon musste Marc ihr das mit seinen dummen Kommentaren kaputt machen.
GK: "So ein Arsch!"
SV/G: "Nanu.. Was machst du denn für ein Gesicht Gabi?"
GK: "Ach der Meier wieder."
SV/G: " Oh Gott. Hat er sich etwa mit der Frau Doktor gestritten? Ich wusste doch das es keine gute Idee war Happy allein zu lassen."
GK: "Was weiß ich was der wieder hat? Das wäre allerdings noch kein Grund seine Laune an anderen auszulassen."
SV/G: "Aber du kennst doch den Doktor Meier."
GH: "Was ist mit Meier?"
GK: "Dein toller Freund hat mir grad die Möglichkeit versaut, mit einem gut aussehenden Mann zu reden."
MH: "Na wenn das nicht mal ne Rettung war. Da sind Sie ja Haase. Erinnern Sie sich noch an Jennifer?"
GH: "Das Mädchen mit dem Fremdkörper im Kopf? Ja klar!"
MH: "Gut. Die war heute Morgen mit ihrer verrückten Tante hier und.. "
SV/G : "Die Frau ist sehr intelligent. Sie bringt mir jetzt das Kartenlesen bei."
MH: "Sag ich ja. Na auf jeden Fall hat Jennifer noch immer Probleme mit dem Auge. Morgen mache ich das CT und ich dachte Sie wollen vielleicht mit dabei sein?"
GH: "Klar. Sehr sehr gern. Ist das denn schon mit Doktor Meier abgesprochen?"
MH: "Der kommt auch mal ohne Sie klar."
"Auf jeden Fall." , meinte Gabi ironisch doch niemand ging darauf ein. Nur Sabine sah sie mit einem 'Sei ruhig' -Blick an.
GH: "Mhmm. Ich sprech ihn darauf mal an. Sollte ja kein Problem sein."
MH: "Sie haben sich ja auch noch nicht entschieden ob Unfall- oder Neurochirurgie, also kann ich Sie 'klauen' wann immer ich will."
GK: "Das doofe ist nur, dass Sie jeder wieder zurückbringt."
Doch noch immer nahm niemand Notiz von der eingebildeten Schwester.
MH: "Bis morgen Frau Haase."
GH: "Meier beim Mittag?"
SV/G: "Ja. Zusammen mit Doktor Kaan und Doktor Werner."
GH: "Werner? Ist der neu?"
GK: "Ja. Das ist UNSER neuer Assistent."
GH: "Aha. Na, dann geh ich auch mal Mittag machen. Die OP war ja auch anstrengend."

In der Kantine unterhielt man sich angeregt über Schwester Gabi als Gretchen eintraf. Doch war sie einen kurzen Moment abgelenkt als ihr ihre Tasse beinahe vom Tablett rutsche, sodass sie nicht mitbekam von was die drei Herren sprachen.
MM: "Gabi ist hinterhältig und dabei bleibe ich."
MK: "Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ich bin da voreingenommen weil ich euer bester Freund bin."
CW: "Ich fand sie jetzt eigentlich ganz nett."
GH: "Wer ist ganz nett?"
MK: "Gabi."
GH: "Mhmm.. Irgendwo ganz tief drin ist sie das sicher auch. Hallo, Gretchen Haase:"
CW: "Christian."
MM: "Na Frau Doktor 'Ich rette die Welt'? Wie war die OP?"
GH: "Seeeehr entspannt. Keine blöden Sprüche."
MM: "Hört sich langweilig an."
GH: "Hm. War es auch. Papa hat nur davon gesprochen wie gut es doch zur Zeit bei ihm und Mama läuft. "
MK: "War da nicht letzte Woche noch dicke Luft? Deswegen war Gina die ganze Woche bei mir."
MM: "So schlimm war es gar nicht."
MK: "Ach nein?"
MM/GH: "Meinungsverschiedenheit."
CW: "Darf man denn so über das Privatleben des Chefs bescheid wissen?"
GH: "Ich bin seine Tochter."
MM: "Du wirst schon noch früh genug merken, dass hier nichts lange geheim bleibt."
MK: "Schlimmer wie die InTouch."
GH: "Ich bin morgen übrigens für ein paar Stunden in der Neuro."
MM: "Okay."
GH: "Jennifer hat wieder Probleme mit ihrem Auge und weil ich damals dabei war, wollte Maria mich hinzu ziehen."
MM: "Is ja auch richtig so. Quasi deine Patientin."
GH: "Wie geht es Happy?"
MM: "Wer ist Happy?"
MK: "Na der Hund."
MM: "Ach der. Ja also, dem gehts gut."
CW: "Sie arbeiten beide auf der Chirurgie und haben einen Hund?"
GH: "Nein. Den haben wir nur zur Pflege."
MM: "DU hast ihn in Pflege."
GH: "Ich hol ihn heute Abend ab und bring ihn zu meinen Eltern. Ich wollte eh mal wieder nach Hause."
MK: "Gehst du heute Abend zu deiner Mutter Meier?"
GH: "Oh. Ja dann musst du ihn rumbringen wenn du nicht da bist. Ich hab ja heute später Feierabend."
MK: "Hast du keinen Schlüssel?"
MM: "Dann warte ich nachher noch auf dich. Kann ich ein paar Akten machen."
MK: "Ne oder? Sie hat nicht mal einen Schlüssel?"
MM: "Muss ja nicht gleich so rangehen wie du..."
GH: "Wieso was ist denn los?"
MM: "Er hat die Amsel gefragt ob sie sich ein Nest bauen will."
GH: "Hä?"
MK: "Ich habe Gina gefragt ob sie mit mir zusammen ziehen will."
GH: "Oooh. Das ist ja toll."
MM: "Sie will nur nicht!"
GH: "Was? Wieso denn das nicht?"
MK: "Sie meint wir wären ja noch nicht so lang zusammen."
GH: "Also das sehen wir ja jetzt nicht so.."
MK: "Das habe ich ihr auch gesagt. Sie meinte allerdings das ihr beiden auf dem Gebiet ja nun nicht gerade Experten seid."
GH: "Was?"
MM: "Also das ist ja wohl.."
GH: "Ja das.. Okay, okay sind wir wirklich nicht."
MM: "Aber wir arbeiten dran."
CW: "Hier spricht also wirklich jeder so offen über sein Privatleben?"
MM/GH/MK: "Jaaaa."
GK: "Ja. Wir sind alle eine groooooße Familie:"
MM: "Und du das schwarze Schaf."
CW: "Sagen Sie mal Frau Haase. Ist es eigentlich nicht anstrengend mit jemandem zusammen zu sein, wenn man unter ihm arbeitet?"
GH: "Also eigentlich.."
MM: "Gefällt es ihr ganz gut unter mir zu arbeiten. Manchmal arbeitet sie auch über mir, neben mir, zwischen der Wand und mir. Hin und wieder arbeitet sie sogar ganz allein und zwischendurch auch gar ni.."
GH: "Maaahaaarc. Das war nicht die Frage!"
CW: "Also nein.."
MK: "Gewöhnen Sie sich an solche Antworten."
MM: "Tschuldigung."
GK: "Ja bei anderen Brechreiz zu verursachen.."
MM: "Ist dein Spezialgebiet."
MK: "Hört auf. Was soll denn Christian denken?"
CW: "Ich habe beschlossen mir mein eigenes Bild zu machen."
MM: "Viel Glück. Und du mach hin, wir haben in zwanzig Minuten Nierensteine!"
GH: "Ooooch. Du weißt doch das ich.."
MM: "Dann zeig ich es dir halt noch mal. Es sei denn du kommst auf dumme Gedanken!?"
GH: "Iiiiiiich? Ne, also.."
MK: "Na gut. Wir drei gehen dann jetzt die Patienteneinführung machen. Euch viel Spaß beim Lasern."

Auch im OP gingen die beiden miteinander um als wenn nie was gewesen wäre.
"Warum kannst du nicht mit dem Laser arbeiten?" ,grinste er sie an. "Weil ich zu früh schieße oder halt daneben." "Na dann zeig ich dir heute mal wieder wie das geht." Er setzte sich hinter sie, zog sie zwischen seine Beine, nahm ihre Hände in seine und führte sie. Er erwischte sich dabei wie er immer wieder anfing an ihren Haaren zu riechen. Beide genossen die Nähe des anderen sehr. Und Gretchen konnte sich nicht richtig konzentrieren. Immer wieder warf sie ihm einen schüchternen Blick über die Schulter zu. Doch er sah sie nicht einmal an. Er konzentrierte sich ausschließlich auf den Monitor. "Hier.. Siehst du. Und jetzt.. darfst du schießen. Einfach tief Luft holen und losballern." "Oh-okay." ,die Unsicherheit konnte man deutlich heraushören. Doch sie traf. "Na siehste. Geht doch. Die nächsten machste allein." "Ja aber Marc.. ich.." "Wenn du es nicht schaffst helfe ich dir wieder."
Sie schloss für einen Moment die Augen. Er saß noch immer ganz nah bei ihr. Irgendwie beruhigte sie das. Also versuchte sie so gut es ging weiter zu arbeiten. Keine fünfzehn Minuten, hatte sie alle weiteren Steine entfernt und Marc musste ihr nicht einmal mehr zur Hand gehen. "Tja.. Man muss es nur einmal richtig gezeigt bekommen und schon läuft es wie von selbst.", lächelte er sie kurz an. Im Waschraum musste Gretchen dann doch das Wort ergreifen: "Danke Marc." "Hm?" "Na für, für deine Hilfe gerade und für das.. ja..heut Nacht." "Aaaaah. Du meinst den Ausfall deiner Synapsen?" "Das ist nicht witzig Marc."
"Nein das war es durch aus nicht. Aber hey.. Ist doch wieder okay. Ich bin dann jetzt in meinem Büro. Um acht stehst du an meinem Auto sonst fahr ich ohne dich."
"Okay." ,grinste sie ihn an und sah ihm nach.

Im Auto war eine ganze Zeit lang nur das gleichmäßige Atmen des Hundes 'Happy' zu hören. Er war ein noch ziemlich junger Labrador mit einem wirklich sehr freundlichem Gesicht. Gretchen hatte nahezu einen Narren an ihm gefressen und drehte sich immer mal wieder um, um ein bisschen mit ihm zu spielen. Ganz zum Ärger von Marc Meier. Dieser hatte nicht sonderlich viel für Hunde oder Tiere im Allgemeinen übrig.
Als sie vor zwanzig Minuten in seine Wohnung kamen und er den Hund auf dem Sofa liegen sah, hatte man das Gefühl eine Dampfwalze würde durch die Bude düsen. "Überall Hundehaare" ,hatte er gemeckert.
Selbiges golt nun auch seinem Rücksitz. Peinlich darauf bedacht das auch ja kein bisschen Stoff mehr zu sehen war, hatte er die Rückbank mit blauen Müllsäcken ausgelegt und immer wenn Gretchen sich zu Happy umdrehte, sah er skeptisch in den Rückspiegel.
"Mein Gott. Der Hund wird schon nichts kaputt machen."
"Mhmm.. Hast du dir den seine Pranken schon mal angeschaut? Glaub mir ein Kratzer und Saskia wird bis an ihr Lebensende im Krankenhaus bleiben."
"Aha. Du meinst wohl auch nur weil du dich selbst als Gott bezeichnest hast du die Entscheidungsgewalt Patienten dauerhaft stationär aufzunehmen oder was? Das musst du noch immer mit meinem Papa abklären."
"Das weiß ich auch. Ich kann aber die Ergebnisse verfälschen."
"Mach das. Dann pass ich halt bis an ihr Lebensende auf Happy auf. Ne mein feiner, kleiner..." ,strubbelte sie dem verdutzten Hund über den Kopf.
"Der ist alles andere als klein Hasenzahn." ,lenkte er den Wagen an den Bürgersteig und drehte sich zu ihr um, "Was hältst du davon wenn wir deinen Eltern den Hund in die Hände drücken und wieder zu mir fahren?"
"Maaarc. Das ist ein wirklich verlockendes Angebot und ich würde echt nicht nein sagen, aber du solltest echt mal wieder zu deiner Mutter fahren. Sonst steht sie bald wieder jeden Tag auf Station und erfindet irgendwelche Symptome nur damit du dich mit ihr befasst. Dann wirst du wieder unausstehlich, hm.." ,aufmunternd sah sie ihn an und strick ihm über die Wange.
Der sonst so harte Oberarzt genoss dies sehr: "Mhmmmm.. Morgen kommst du aber wieder mit!"
"Aber selbstverständlich Herr Doktor Meier."
"Na dann, zisch ab. Ich hol dich morgen früh ab. Brauchst das Klappergestell nicht mitnehmen." ,grinste er sich frech an und beugte sich zu ihr herüber um ihr einen Kuss zu klauen.
Als die beiden sich wieder von einander gelöst hatten, Gretchen mit dem Hund an der Leine neben dem Auto stand und etwas wehmütig ins Wagen-innere sah, hupte Marc kurz und fuhr dann los.
"Ach Mensch. Wenn er nicht so eine dämliche Abneigung hätte, hätten wir heute alle zusammen kuscheln können. Aber neeeeeein. Na ja.. Kuscheln wir zwei hübschen heut halt allein. Na komm."

Choconussa Offline

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29.11.2015 22:22
#14 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Vierzehn -Erinnerungen | Flashback Teil Eins -Wie alles begann-


"Mama? Papa?" ,rief sie währen sie sich im Flur die Schuhe von den Füßen streifte.
"Ich bin in der Küche!" , rief ihre Mutter zurück. Augenrollend flüsterte sie mehr zu sich selbst: "Wo auch sonst." ,bevor sie die Stimme wieder erhob und auf den Hund aufmerksam machte , "Schau mal ich hab Besuch mitgebracht."
"Ja na wer bist du denn?" , Bärbel kniete sich vor den Hund und streichelte ihm vorsichtig über den Kopf. "Das ist Happy, der Hund einer Patientin. Sie ist zur Zeit bei uns stationär und hat hier weder Freunde nich Familie. Da haben wir, also ich, gesagt ich kümmer mich um ihn. In meiner Dienstzeit ist das allerdings sehr schlecht. Deswegen dachte ich, da du ja jetzt nicht mehr so oft im Krankenhaus arbeitest, du könntest vielleicht?"
"Sicher kann ich Kind. Bleibst du denn heute zu Hause, oder machst du dich gleich wieder auf den Weg zum Doktor Meier?"
"Nein, nein. Ich bleibe heute hier. Marc ist bei seiner Mutter zum Essen und du weißt doch das ich mich nicht sonderlich gut mit ihr..."
"Mhmm. Wer versteht sich schon gut mit dieser Frau? Na. Ist doch aber auch mal schön, Papa ist heute Abend länger in der Klinik und Gina ist noch bei Doktor Laan."
"Kaan Mama, Kaan. Aber.. Ich dachte Papa macht keinen Spätdienst mehr!?"
"Ja..Ach, er hatte noch ein bisschen Papierkram zu erledigen."
"Wirklich alles okay bei euch?" ,fragte Gretchen ihre Mutter besorgt, "Ich mein letzte Woche hattet ihr beide den dicksten Krach und jetzt arbeitet Papa auf einmal wieder so viel."
"Ja alles in Ordnung Gretchen. Wir beide machen uns jetzt einen schönen Mutter-Tochter-Abend, ja?"
'Großartig' ,dachte Gretchen sich im Stillen und lächelte ihre Mutter aufmunternd an. Vielleicht hätte sie Marc's Vorschlag doch nicht ausschlagen sollen. Ein Abend mit ihrer Mutter war zwar nichts schlimmes an sich, doch konnte sie sich denken worauf das hinaus lief.
Und mit ihren vagen Vermutungen sollte sie auch recht behalten. Der ganze Abend drehte sich nur um ein Thema: Die Beziehung mit Marc Meier.
Wann sie denn nun zusammen ziehen. Ob er sich denn nun schon mal zum Thema Hochzeit oder Kinder geäußert hat. Wann sie denn nun endlich aufhören würde zu arbeiten, damit sie für ihren Mann sorgen konnte.
Ob sie ihrer Mutter zu Weihnachten ein Haustier schenken sollte? Mit dem könnte sie sich dann unterhalten und dieses würde ihr auch keine Widerworte geben.
Auch der selbstgemachte Schokopudding konnte sie nicht wirklich aufmuntern. Das alles waren Sachen die sie in der Gegenwart von Marc nie laut ansprach. Sie konnte sich noch ganz genau daran erinnern was das letzte mal passiert war, als sie das Thema in seinem Beisein ansprach.

-Flashback-

Sie waren gerade zwei Tage in Afrika und versuchten sich so gut es eben ging an die neuen Umstände zu gewöhnen. Viel heiße, trockene Luft - wenig Wasser. Die Gemüter waren leicht verstimmt, besonders in der eitlen Männerfraktion war man mit der Gesamtsituation unzufrieden. Die andere Seite der Männer die Gefühlsmäßig zu erreichen war, war da etwas härter im Nehmen. Während der eine maulte und sich mit wirklich nichts zufrieden gab, lief der andere mit einem Lächeln im Gesicht durch die Gegend welches jede Frau zum schmelzen brachte.
Die Frauenfraktion war dagegen regelrecht zickig. Die eine beschwerte sich über Sonne, Luft und mangelnde Versorgung. Zudem nervte es sie so sehr zu schwitzen denn ihre Brille rutschte ihr immer wieder von der Nase. Die andere war etwas unterzuckert und führte einen Kleinkrieg mit ihren Haaren.
Ja, Urlaub war definitiv anders. Dafür war jedoch zumindest eine Person auch gar nicht dort. Sie wollte arbeiten und den Armen helfen. Kinder retten.
Die anderen drei hingegen schienen sich für solch banale Dinge noch nicht zu interessieren. Viel interessanter war es doch Verhöre zu führen. So wurde der eh schon so gereizte Marc Meier durch die Fragen eines etwas High wirkenden Mehdi Kaan in den Wahnsinn getrieben und bei der Fraktion der Frauen hörte man meist nur ein lautes "Mausi!". Gefolgt von einem lauten "Gigi!" oder es wurde geschluchzt und wütend durch den heißen Sand gestampft.
Während Marc froh war das die Afrikaner kein Wort von dem verstanden was sie redeten, wünschte sich Gretchen eine andere Gesprächspartnerin an ihre Seite.
Gina hackte nur auf Marc rum. Er wäre nicht gut genug und sie sollte es sich doch noch mal ganz genau mit ihm überlegen. Allein die Tatsache das sie aus dem Flugzeug ausgestanden ist, sei mal wieder der beste Beweis dafür, dass sie sich total auf ihn verlässt und nichts ohne ihn auf die Reihe bekommt. Sie solle doch aufhören sich immer nach den Männern zu richten und auch mal ihre eigenen Entscheidungen treffen. Dabei war es ihre eigene Entscheidung nach Afrika zu gehen und das auf einen Tag später zu verschieben um Marc eventuell mit zunehmen. Sie wäre ja auch geflogen wenn er nicht mitgekommen wäre.
Sie lief durchs Dorf und sah sich ein wenig um. Ein Jahr würde sie hier verbringen. Gott sei Dank war sie nicht allein. Doch Mehdi und Gina konnten ja nicht ein ganzes Jahr bleiben, oder? Und Marc würde sicherlich nicht ein ganzes Jahr bleiben wollen. Er war ja jetzt nach zwei Tagen schon total überfordert mit der Situation.
Schon bei der Ankunft im Flughafen dachte sie er dreht gleich wieder um als sie der große, halbbekleidete Zwambe ansprach. Dabei war er wirklich nett. Sicher man musste manchmal noch mal nachfragen wenn er was erklärte, sein deutsch war nicht sonderlich gut. Okay es war grottenschlecht. Doch was hatte der Herr denn erwartet? Ein fünf Sternehotel für selbsternannte Starchirurgen?
Während Gretchen Haase, Ärztin ohne Grenzen für ein Jahr, ihr vorübergehendes zu Hause erkundete trieb man Marc in der kleinen Hütte wieder mal an den Rand der Verzweiflung.
"Mensch Mehdi! Hast du kein eigenes Sexleben in dem du dich baden kannst? Musst du mich hier ständig darüber ausfragen wie es war und was wir gemacht haben?"
"Ich will ja nur wissen ob es was gibt was ich kenne was du noch nicht..."
"Was ich noch nicht kenne? Mein Gott. Hör zu.. Ich weiß du stehst noch auf sie und es tut mir auch wahnsinnig leid für dich" ,Mehdi sah ihn erstaunt an und zeigte fragend auf seinen eigentlich besten Freund, "okay okay. Es tut mir nicht leid. Ich kann nichts dafür das sie auf mich steht und du eher so in die Kategorie beste Freundin gerutscht bist. Ich hatte Sex mit ihr. Mehr als einmal. Mehr musst du nicht wissen, obwohl.. Ich denke ich werde auch noch sehr viel Sex haben."
"Ja. In Berlin mit den Nutten von Babystrich." ,höhnte Mehdi und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
"Ich glaube ich muss dich nicht daran erinnern wer hier zehn Jahre was mit ner Nutte hatte, das mal zum einen und zum anderen haben wir uns keine ewige Lie.. äh.. Treue geschworen."
"Aha, habt ihr nicht? Ich hoffe Gretchen weiß auch davon. Gut okay. Wenn nicht, dann sag's ihr auch bitte nicht. Dann habe ich bald doch wieder eine Chance bei ihr."
"Klar Mehdi. Du bekommst sie doch nur besoffen in die Kiste."
"Schämt ihr beide euch eigentlich nicht wie ihr hier über Gretchen redet?" , Gina sah böse von einem zum anderen und stemmte ihre Hände in die Hüfte.

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

10.12.2015 23:03
#15 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Fünfzehn -Schamanen und der ganz normale Wahnsinn?! | Flashback Teil Zwei -Wie alles begann-


Flashback



"Oh Gott die ungefickte Brillenschlange" ,stöhnte Marc auf und Mehdi der gerade noch sauer seinen besten Freund anblitze, wurde auf einmal ganz ruhig und sah Gina entschuldigend an. "Sag mal Mehdi, hast du jetzt Verstopfung oder was?" ,fragte diese jedoch nur.
"Hör zu Brilli. Wir reden über Gretchen so viel wir wollen und wie wir wollen, kapiert?"
"Mhmm. Und du willst sie lieben ja? Glaube ich dir nicht. Ein paar mal flachlegen und dann wird sie wie alle anderen von dir in die Ecke gestellt. Genau deswegen wollte ich das sie Alexis heiratet."
"Oh ja. Der war natürlich gleich die viel bessere Alternative. Frank Muffel oder wie auch immer dieser BETRÜGER hieß, indessen Arme du sie mit deiner Lüge getrieben hast."
"Ich wollte sie nur schützen, konnte ja nicht wissen das er nicht der ist für den er sich ausgegeben hat. Es tut mir ja auch leid das sie diesen Mann geheiratet hat und das es dann doch wieder schief ging. Und als du dann so beinahe, na ja.. Da habe ich erst gesehen wie viel du ihr bedeutest und sie liebt dich wirklich Marc. Ich denke du bist sogar der einzige den sie je richtig lieben kann. So von ganzem Herzen und ich möchte nicht das sie in ein paar Wochen hier sitzt und sich die Augen ausheult weil du wieder gekniffen hast."
"Fertig mit dem Vortrag?", fragte Marc genervt mit hochgezogenen Augenbrauen.
"Weißt du was? Ich werde ihr schon beweisen das du nicht der Richtige für sie bist und sie mit anderen Männern durchaus besser dran ist als mit dir. Das wird auch nicht weiter schwer. Ich muss ihr nur von dem Gespräch hier erzählen und schon schießt sie dich wieder in den Wind." ,grinste Gina Amsel triumphierend und schob sich ihre Designerbrille nach oben.
Marc hatte dafür nur ein verächtliches Schnauben übrig. Sauer sah er zu Mehdi, schüttelte den Kopf und verließ die Hütte.
"Also Gina, ich weiß du bist ihre beste Freundin.. Obwohl ich das nicht so ganz verstehen kann. Immerhin hast du ihr das damals mit Marc versaut und du willst es ihr jetzt auch wieder versauen.. Ich mein.. Ich will dich nur um eines bitten.. Lass es die beiden selbst in den Sand fahren. Sie müssen erkennen das es so wie sie gestrickt sind nicht funktionieren kann."
"Ach. Da bin ich also mit meiner Meinung nicht allein! Dann hilf mir den beiden die Augen zu öffnen. Ich will ja nicht das sie sich trennen. Ich will das Gretchen merkt das sie mal aus ihrer Traumwelt aufwachen muss und Marc muss erkennen das er auch mal ein Stückchen weiter denken muss als nur von zwölf bis Mittag."
"Ach, du willst gar nicht das sich die beiden trennen?!"
"Neeeein! Hör zu. Gretchen ist eine Träumerin und da muss sie endlich mal rausgeholt werden. Oder kannst du dir vorstellen das Marc Meier hingeht und ein Häuschen mit Garten kauft um eine Familie mit ihr zu gründen?"
"Nein eigentlich kann ich mir das nicht so vorstellen."
"Siehst du! Und er wird es auch nicht irgendwann mal wollen. Gretchen steigert sich da jetzt schon in was hinein. Pass auf O-Ton: Aber es ist ja auch jetzt mit mir hier. Er kann also über seinen Schatten springen."
"Und was hast du vor?"
"Das heißt du hilfst mir die beiden wach zurütteln?"
"Ja, aber auch nur weil ich will das Gretchen glücklich ist."
"Gut dann komm her ich verrate es dir."



Während Doktor Kaan und Doktor Amsel einen Schlachtplan aufstellten, liefen die beiden frisch verliebten Chirurgen durch das Dorf. Beide hingen ihren Gedanken nach. Jeder an einem anderen Ort. Jeder für sich und doch beieinander. Nebeneinander in Gedanken vereint und doch allein.
Doch so allein wie sie dachten waren sie gar nicht. Zwambe beobachtete die beiden schon seit ihrer Ankunft und er schien zu merken das dort etwas nicht in Ordnung war. Auch er machte sich Gedanken, darüber wie er den beiden helfen konnte.
Er spürte tiefe Liebe.



"Was sitzt du denn hier so im Sand?" ,fragte Gretchen mit einem entwaffnenden Lächeln im Gesicht.
"Die beiden verrückten da drin nerven rum. Und was läufst du hier seit Stunden so durch die Gegend?"
"Ach, ich wollte nur Gigi entkommen. Sie meint sie müsse mich belehren."
"Mhmm. Du, vielleicht war das doch so keine gute Idee." Marc sah nachdenklich auf seine ineinander verknoteten Hände.
"Äh, was..jetzt..genau?"
"Na der ganze Käse hier. Das.. Fang jetzt nicht gleich an zu heulen, ja? Die beiden treiben mich in den Wahnsinn, wir haben hier kein Wasser... Schlafen kann man hier auch nicht richtig und hast du dir mal die Räume angeguckt in denen wir behandeln sollen? Vielleicht wäre es besser wenn wir das hier streichen, Mehdi und Gina hier lasse und uns wieder auf nach Berlin machen!?"
"Sag mal, spinnst du? Mehdi ist Gynäkologe und Gina.."
"Gina ist Chirurgin - keine Kinderärztin. Ausreden wirst du keine finden und eigentlich Hasenzahn, wärst du jetzt ganz allein hier."
"Nö, Mehdi und Gina wären trotzdem hier. Und ich möchte das durchziehen Marc. Wirklich. Ich zwinge dich nicht hier zu bleiben und ich wäre dir auch nicht böse wenn du nicht bleiben möchtest und du lieber zurück möchtest."
"Er nicht wolle. Er habe Angst." Zwambe stand vor ihnen und sah sie emotionslos an.
"Äh, erstens..WOFOR und zweitens.. Was mischen Sie sich hier in unser Gespräch ein?"
"Ihr brauche Hilfe. Alleine ihr nix schaffe. Ich Plan wie ihr schaffe und wie ihr Gluck."
"Äh.. Ja.. Wir kommen darauf zurück und jeeeetzt, gehen wir beide wieder zurück. Was hältst du davon Marc?"
"Ich würd das hier schon gern noch ausdiskutieren."
"Komm schon. Der ist mir irgendwie unheimlich." ,flüsterte sie Marc zu und lächelte Zwambe freundlich an, ehe sie ihm kurz zum Abschied die Hand hob.



Als die beiden zurück in ihre Hütte kamen, sahen sie sich fragend an. Mehdi und Gina saßen zusammen am Tisch und unterhielten sich über die Zukunft. Sie sprachen über Kinder, Heirat, Häuser mit Hunden und Katzen.
Den ganzen Abend nahmen sie kaum Notiz von Marc und Gretchen, doch war dies mehr Schein als Sein.
Gina achtete ganz genau auf Marcs Gestik und Mimik. Ihm schien es unwohl zu sein wenn man über so etwas sprach und er sah immer wieder nervös zu Gretchen rüber. Diese lächelte verträumt und spielte mit einer langen blonden Locke. Immer und immer wieder rollte sie diese auf ihrem Finger auf.
Tag für Tag wurde dieses Spiel gespielt und Tag für Tag wurde es immer offensichtlicher das es pure Absicht war. Zumindest für Gretchen. Marc war eher damit beschäftigt zu schwitzen, sich nervös über den Hals zu fahren und bald darauf das Weite zu suchen.
Als die beiden Männer mit Zwambe auf dem Weg ins Nachbardorf waren um Vorräte zu besorgen, nahm sich Gretchen ihre 'beste Freundin' zur Brust.
"Kannst du mir mal verraten was das soll?"
"Was meinst du?"
"Dein Gerede über die Zukunft und dem ganzen Zeug? Natürlich immer nur wenn Marc und ich dabei sind. Sind wir nämlich nicht in eurer Nähe, steckt ihr die Köpfe zusammen und tut auf Geheimnisvoll. Du brauchst gar nicht meinen das ich nicht mitbekomme das du das mit Absicht machst Gina!" , sagte sie aufgebracht und ihre Wangen nahmen ein zartes Rosa an.
"Mausi, hör mal zu. Ich mache das nicht.. Gute ja, ich mache das mit Absicht. Ich will dir doch nur die Augen öffnen. Deine Vorstadtromantik wirst du mit einem Marc Meier nicht bekommen."
"Das kannst du gar nicht wissen. Vielleicht kann ich ja doch. Vielleicht braucht er auch einfach nur Zeit. Jetzt guck mich nicht so an. Ich weiß das es auch sein kann das ich das alles nicht bekomme, aber vielleicht brauche ich das ja auch gar nicht."
"Gretchen? Wir beide wissen ganz genau das du das alles schon lange willst. Deine Hochzeit mit Marc ist doch schon seit sechszehn Jahren bis ins kleinste Detail durchgeplant."
"Was ist durchgeplant?" , platze Marc in die Unterhaltung.
"Na eure Hochzeit!" , antwortete Gina promt als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.
"WIE? Unsere? Hä?"
"GIGI! Marc hör nicht hin, sie will dich nur provozieren um uns beide auseinander zu bekommen. Ich mein, ja gut okay.. Sie hat recht das ich unsere Hochzeit schon geplant habe. Das habe ich allerdings schon seit der Schule. Nicht das ich das jetzt sofort möchte aber.."
"Ich glaub ich muss mal ein wenig an die frische Luft."
"Aber da kommst du doch grad erst her..."
Mehdi hielt sie am Handgelenk fest als sie ihm hinterher laufen wollte : "Lass ihn Gretchen."
"Siehst du Mausi? Er läuft weg. Wie immer! Und das wird er auch tun wenn du irgendwann mal damit anfängst. Aber in Berlin hat er viel bessere Möglichkeiten dir zu entkommen."
"Du bist so eine blöde Kuh! Ich will das du das ab jetzt sein lässt und ich kläre das jetzt mit Marc. Haltet euch verdammt noch mal aus unserer Beziehung raus."
"Toll gemacht Gina. Jetzt sind die beiden sauer auf uns."
"Hm. Die beiden werden uns noch dankbar sein. Ich werde es nicht sein lassen, nur ein klein wenig runterschrauben."
"Oooooooor!" , Mehdi lehnte sich mit dem Kopf an die Wand. Vielleicht etwas zu fest.....

"Komm wieder rein Marc. Hör zu. Ich weiß du willst davon nichts hören und ich habe auch nicht vor dich jetzt irgendwie zu drängen. Man kann ja später mal über sowas reden und nicht gerade jetzt. Ich mein. Wir sind ja jetzt auch gerade mal zwei Wochen zusammen?"
"War das jetzt die Frage ob wir jetzt ne Beziehung haben oder doch nur ne Affäre?" ,drehte er sich zu ihr um. Er sah sauer aus.
"Ne, also.. So würd ich das ja jetzt nicht..."
"Stiiiiiimmt. Du würdest es wahrscheinlich anders ausdrücken oder gar nicht erst, weil du viel zu viel Angst vor der Wahrheit hast!"
"Die wäre?"
"Du ihr sage müsse. Ich Idee wie Gluck."
Marc schloss die Augen, zog tief Luft durch die Nase ein und zeigte dann auf Zwambe: "Kann man den Typen nicht ausstellen?"
"Maaahaarc. Vielleicht sollten wir ihm einfach zuhören. Dann lässt er uns bestimmt in Ruhe."
"Na gut. Dann erklär mal deine super tolle Idee."
"Komme mit." ,nahm der Afrikaner die beiden bei der Schulter und führte sie zu seiner Hütte die ganz am Rand des Dorfes lag.



Als die drei es sich einigermaßen bequem gemacht hatten auf dem harten Boden, wollte Zwambe auch sogleich loslegen. "Erzähle mir eure Geschichte."
"...ja und dann kam er zum Flughafen und wollte mich aufhalten, aber ich war ja eigentlich schon weg. Dann hab ich mich aber doch dazu entschieden ihn mit zunehmen und ja.. Jetzt sind wir hier und ich hab so ein bisschen das Gefühl wir bewegen uns auf der Stelle?" ,schloss Gretchen.
"Ihr alte Zeit zusammen. Ihr kennt lange. Doch ihr alte Zeit getrennt. Ihr musst wisse ob ihr nur in jetzt zusamme Zeit haben, oder neue Zeit zusammen mache wolle."
"Heißt übersetzt wir müssen unsere Zukunft planen?" ,fragte Marc gelangweilt doch mit spitzen Ohren.
"Nein. Ihr musse finden heraus ob neue Zeit zusammen mache wolle. Das ihr musse finden in jetzt und hier. Nicht in alte Zeit."
"Wir sollen nicht über unsere Vergangenheit reden und auch nicht über unsere Zukunft sondern nur jetzt. Also über das was jetzt ist?" , Gretchen war verwirrt.
"Ihr mache Kiste. Kiste für alte Zeit, Kiste für die jetzt und Kiste für die neue Zeit. Ihr mache Kiste auf die ihr wolle und die Kiste ihr ausgesucht ihr rede."
"Gretchen das kapier ich jetzt nicht, könntest du?"
"Also ich glaube er meint wir sollen ein Schubladenverfahren benutzen. Eine für die Vergangenheit, eine für die Gegenwart und eine für die Zukunft. Wir entscheiden über was wir reden wollen."
"Ihr nicht rede könne alles auf einmal. Ihr entscheide. Jetzt!"
"Ääääh, also ich müsste da schon drüber nachdenken. Ich meine das ist doch eine wirklich schwere..." , versuchte Gretchen verzweifelt zu erklären.
"Ich wüsste welche."
"Ach!" , sah sie Marc mit großen Augen an.
"Hm.. Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft lassen wir zu."
"Aber Maaarc. Wir müssen.. Vor allem du musst über deine Vergangenheit reden. Wir können doch nicht nur..."
"Hey. Nur weil ich jetzt nur in der Gegenwart leben möchte, heißt es doch nicht das ich gar nicht an die anderen Schubladen gehe."
"Mhmm.. Gut okay." , gab sie ein klein wenig beleidigt klein bei. Doch Beziehungs- und Gefühlskrüppel Marc Meier, nahm keinerlei Notiz davon.
"Ihr entschiede. Und Greten. Nicht denke, nich rede du einfach lebe. Hier und jetzt. Nicht in alte Zeit." ,verabschiedete Zwambe die beiden Ärzte. Einer war verwirrter wie der andere und keiner der beiden wusste so recht was zu sagen.
"Das war mal ne ganz andere Art der Therapie, oder mein ich das nur?" ,fragte Marc sie schließlich und stecke sich eine Zigarette an.
"Nein. Ich glaube.. er hat recht. Vielleicht müssen wir wirklich erstmal nur im hier und jetzt leben. Nicht darüber nachdenken was war oder was wird. Wir lernen uns jetzt eigentlich ganz neu kennen."
"Äh, ja.. Ich geh dann mal wieder zurück. Du kannst dich ja dann mit dem Schamanen unterhalten!?"
Somit stand Gretchen Haase allein mitten in einem fremden Dorf in der Dunkelheit und konnte dem selbstverliebten Macho nur kopfschüttelnd hinter her blicken.



Wer jetzt nun denkt zwischen Marc und Gretchen wre nach dieser ungewöhnlichen Paartherapie alles harmonisch und total gelassen, der soll sich täuschen. Wenn es nicht vorher schon kompliziert und einer Katastrophe gleich war, wurde es danach nur noch schlimmer. Marc hatte also die Gegenwartschublade geöffnet und lies die anderen nicht nur verschlossen, Gretchen hatte das Gefühl das er sie nahezu irgendwo vergraben hatte. Er beschränkte sich auf: Wenig reden dafür umso mehr körperliche Aktivität. Nicht das man sich darüber sonderlich beschweren müsste. Sie wollte hin und wieder einfach mal reden.
Auch den anderen beiden Ärzten viel es auf das ihre Freunde sehr sehr wenig um nicht zu sagen gar nicht mehr mit einander kommunizierten. Mal abgesehen von dem Gestöhne, welches meist sehr einsilbig und weniger informativ, dennoch sehr klar und deutlich zu hören war.
Gina hielt an ihrem Plan fest. Sie schraubte ein wenig runter und fing nur noch am Abend und auch nur wenn alle vier zusammen saßen an, über die Zukunft zu reden. Sie stichelte wo sie nur konnte. Mehdi hielt sich zurück. Er wollte keinen Stress mit Gretchen und noch weniger mit dem bis auf's Blut gereiztem Marc Meier.
Als Außenstehender hätte man meinen können die vier kennen sich gar nicht und wurden einfach so in ein Becken geschmissen um sich gegenseitig zu beschnuppern, wobei einer der vier das Beschnuppern mit einem Paarungsritual verwechselte.




Und auch heute Abend sollte Marc Meiers Geduld mal wieder auf die Probe gestellt werden. Doch diesmal entschied sich Gina dafür das Thema direkt und nicht durch die Blume anzusprechen.
"Und wann zieht ihr zusammen?"
Sie war auf Tuchfühlung und auch nach drei Wochen noch immer der Meinung das Marc nicht gut für Gretchen war. Sie wollte ihn reizen und sie genoss es zu sehen wenn er nervös wurde und mit seiner Hand an seinem Hals entlang fuhr. Diese Geste sollte auch heute nicht fern bleiben. Als Gina dies sah schnaubte sie nur auf: "Tzz.. Also gar nicht."
"Gina.. Lass.." ,flüsterte Mehdi ihr zu und sah besorgt zu Marc der im gegenüber saß.
Langsam hatte er die Befürchtung Marc würde Gretchen wegen der Sticheleien verlassen, wenn diese nicht langsam mal aufhören sollten und eigentlich war dies ja auch nicht der Sinn der Sache.
"Ne Mehdi, lass ich nicht. Wer weiß denn schon woran die beiden sind?"
Gretchen beschloss einfach den Kopf zu schütteln und zu gehen. Es brachte einfach nichts Gina zu sagen sie solle sich doch aus der ganzen Angelegenheit heraus halten. Jeden Abend musste sie diese beschissene Nummer abziehen. Am Anfang hatte sie ihre beste Freundin noch zur Seite genommen und sie gebeten es dabei zu belassen. Doch langsam war sie es leid. Sollten sie sich doch die Köpfe einschlagen wenn sie wollten.
Marc sah Gretchen besorgt hinterher wand sie aber gleich an Gigi, die Hand noch immer an seiner Halsschlagader. "Sag mal. Was für ein Problem hast du eigentlich mit mir? Immer noch pissig weil ich dich nicht flachlegen wollte?"
"Pfff. Also bitte! Ich denke da müssen wir nicht weiter drüber reden. Vielleicht solltest du auch einfach mal mit Gretchen reden. Oder weißt du selbst noch nicht was diese 'nicht Beziehung' Beziehung für dich ist? Hattest du das Theater in Berlin nicht zu genüge?"
"Lass das mal meine Sorge sein. Außerdem kannst du ja gar nicht alles wissen, warst ja die ganze Zeit in London. " ,Marcs Blick viel auf Mehdi der beschämt weg sah. "Danke, Mehdi." ,schnalzte er mit der Zunge und vergrub seine Hände in seinen Hosentaschen.
"Und genau das meine ich Marc. Du sitzt hier und redest weiter mit uns anstatt einfach mal zu der Frau zu gehen die dich liebt und braucht. Ich wette mit dir sie liegt wieder im Bett und weint."
"Ja. Weil du mal wieder den Mund nicht halten kannst Gina! Denke nicht wir würden nicht reden." ,grinste er sie an.
"Ihr poppt doch nur! Ansonsten macht ihr zwei nichts zusammen."
"Wir reden viel, über dich zum Beispiel. Weil ich noch immer nicht verstehen kann, warum sie dich nach deiner dreisten Lügerei noch beste Freundin nennt. Weil ich nicht verstehen kann wie du immer wieder versuchst sie unterzubuttern."
"Das tue ich doch gar nicht" ,warf sie ein doch er ignorierte sie "Irgendwann, wird sie schon merken das sie mit dir weitaus schlechter dran ist als mit mir. Und ich muss dafür kein falsches Spiel spielen und dich schlecht machen wo ich nur kann. Sie soll sich ihr eigenes Bild machen und entscheiden was das Beste für sie ist. Sie ist ein eigenständiger Mensch und wollte das hier machen um endlich mal als solcher akzeptiert zu werden. Ach, und ich lüge sie nicht an um meinen Willen zu bekommen."
"Und bezüglich deiner Gefühle und deiner Wünsche bist du auch immer ehrlich zu ihr?"
Das schien ihm für einen Moment die Sprache verschlagen zu haben. Diesmal war sich Gina siegessicher, doch es wäre nicht Marc Meier wenn er nun nachgeben würde.
Die Fassade würde nicht bröckeln, es sei denn......
"Ich denke du solltest zurückfliegen." ,kam es leise flüsternd aus einer dunklen Ecke des Raumes.
"Ich?" ,fragte Gina leicht verwundert.
"Nein!" ,ein Schluchzen, "Marc!"

JackySunshine Offline

stellv.Admine


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15.12.2015 18:21
#16 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Sechzehn -Liebe liegt in der Luft | Flashback Teil Drei -Wie alles begann-


Er saß unfähig sich zu bewegen, was zu sagen oder zu denken mit offenem Mund Mehdi gegenüber. Dieser sah verwirrt von Gina über Marc zu Gretchen und wieder zurück. Was hatte sie da gerade gesagt?
"Gretchen" ,fing Mehdi langsam an doch sie unterbrach ihn: "Ich möchte das du morgen fliegst, Marc."
"Mhmm... und darf ich auch wissen wieso?" ,erwiderte er langsam. Irgendwas musste er ja sagen. Hier jemandem die Genugtuung geben und zu zeigen das ihn diese Aussage härter traf, wollte er nicht.
"Ich habe keine Lust mehr mir hier eure Streitereien anzuhören. Ihr keift euch in einer Tour an, ohne euch mal zu fragen wie ich mich dabei fühle."
"Und das ist jetzt meine Schuld oder was?"
"Steigst ja immer wieder drauf ein. Warum denn einfach mal gut sein lassen? Neeeeein. Lieber den großen Macker raushängen lassen. Außerdem fühlst du dich hier eh nicht wohl und wir beide haben uns ja auch so nichts zu erzählen. Vielleicht ist es einfach besser so."
Er nickte grinsend. Da lag der Ha(a)se also begraben.
"Äh, sollen wir vielleicht?"
"Nein, Mehdi. Marc und ich haben uns alles gesagt."
"Ach haben wir das? Wie damals nach der Hochzeit mit dem Affen in dem Ferrarie? Da hatten wir uns ja auch alles gesagt nur nicht die Wahrheit."
Mehdi und Gina sahen sich fragend an.
"Haben wir uns jemals ausgesprochen? Uns die Wahrheit gesagt? Nein haben wir nicht! Du bist immer ausgewichen. Entweder cholerisch oder beleidigend. Weggelaufen bist du jedes mal."
"Tzz.. Du nicht? Bevor du mit dem klasse Gedanken gekommen bist den Millionär zu treffen, wollte ich schon mit dir reden. Die ehrlich sagen was ich denke.. Was machst du? Ignorierst meine Anrufe, gehst zu dem Spinner und drückst mir verbrannte Liebesbriefe in die Hand."
"Tja. So ist das halt wenn man auf eeeeeeeinmal eine andere heiraten will."
"BOAR GRETCHEN! Ich hatte Gabi an dem Abend als wir Susanne im OP hatten rausgeschmissen. Es war mir scheiß egal ob ich meine Zulassung verliere" ,wieder tauschen Mehdi und Gina irritierte Blicke aus, "Ich wollte mich für dich entscheiden und du machst so ein Theater! Ich wusste einfach nach der ganzen Scheiße einfach nicht wie ich damit umgehen sollte. Du hast etwas für mich getan was noch nie jemand für mich gemacht hatte."
Gretchen wollte nicht klein beigeben: "Wie auch immer. Du hattest denke ich genug Möglichkeiten. Ich möchte einfach nur noch das du morgen fliegst Marc."
"Worum geht es hier wirklich? Darum das Gina und ich uns hier ewig an die Gurgel gehen oder darum das du einfach reden möchtest. Dich aussprechen willst und wir eigentlich die Abmachung hatten die Vergangenheit in der Kiste zu lassen?" , er stand nun direkt vor ihr und sah ihr in ihre verheulten Augen. Ihr Blick senkte sich, für ihn Antwort genug.
"Schau mich an Gretchen. Wenn ich morgen fliege - werde ich nicht auf dich warten und mich der Enthaltsamkeit hingeben. Ich werde dann einen Schlussstrich ziehen. Endgültig."
Nun sah sie ihm direkt in die Augen, nicht mal weinen konnte sie in diesem Augenblick. Sie legte nur ihre kleine Hand auf seine Wange, in die er sein Gesicht schmiegte, lächelte ihn traurig an und sagte mit leicht brüchiger Stimme: "Ist vielleicht auch besser so."
Damit ließ sie ihn stehen.
Er blieb noch eine ganze Weile an Ort und Stelle stehen.
"Es tut mir leid Marc" , Gina flüsterte. Sie war ziemlich bedrückt. Das wollte sie damit nicht erreichen. Sie wollte doch nur das die beiden endlich anfingen miteinander zu reden. Auch wenn es nicht immer danach aussah.
"Tja..", sagte er leise , "Hast ja jetzt endlich deinen Willen bekommen Gina."
Marc schnappte sich seine letzten Zigaretten und ging hinaus.


Es war schon dunkel und die Dorfbewohner schliefen wohl schon. Das war es was er nun brauchte. Ruhe. Einfach seine Ruhe haben und das Geschehene revue passieren lassen.
Warum redete die Frau nicht einfach wenn sie reden wollte? Gab er anderen wirklich das Gefühl nie reden zu wollen? Er würde reden wenn man ihn bitten würde. Reden ja. Planen nein. Er wollte nicht planen.

"Warum du allein? Draußen allein dunkel gefährlich. Du nicht wissen was hier lauern."
"Hm. Ich seh nur Schamanen die mir auf die Nerven gehen. Wird wohl eher für dich gefährlich. Also mach die Biege und lass mich alleine!"
"Du aufgebracht. Warum? Was passiert? Du streite mit blonde Frau?"
"Mhmm. Fragt sich nur mit welcher blonden Frau."
"Brille. Du nicht mögen. Ich merken wenn ihr arbeite. Grete nicht. Du lieben. Auch wenn du nicht sagen und wenn du versuche zu laufen weg." ,mit diesen Worten setzte sich Zwambe zu Marc in den warmen Sand und sah ihn durchdringend an.
"Doch auch mit Gretchen habe ich gestritten."
"Ich nix verstehe. Ihr nicht rede und wenn rede ihr streite. Nix gut."
"Jetzt werden wir nicht mehr reden und auch nicht mehr streiten. Du musst mich morgen zum Flugplatz bringen."
"Du gehe?"
"Mhmm.. Hat sie mich drum gebeten."
"Warum sie beten?"
"Also sie.. Beten?"
"Du sage sie gebeten. Warum sie beten?"
"Achso.. Ja weil.. Hm. Ich denke das weiß sie selbst nicht so ganz genau. Irgendwas von nicht aussprechen, nicht die Wahrheit sagen..."
"Sie nicht wolle du gehe. Sie wolle du beweise sie wichtig.", er legte die Hand auf Marc's Schulter und klopfte ein paar mal auf diese.
"Bitte?"
"Du nicht gehe. Du bleibe. Du mache so wie nix is."
"Also soll ich bleiben und so tun als hätte sie nie was gesagt? Einfach so weiter machen wie bisher?"
"Nein. Nix ganz. Du rede alte Zeit. Dann besser werde."
"Also ich weiß nicht. Sie kann echt sauer werden wenn man..."
"Sie nix sauer. Wenn sie sehe du da sie glucklich. Sie wolle nix du gehe weg."
"O..o..kay?"
"Jetzt du gehe schlafe."

Eine Weile saß Marc noch an Ort und Stelle und sah dem leicht bekleideten Afrikaner nach. Er wusste nicht was es war, doch irgendetwas hatte dieser Mann an sich, was er mochte.

"Super gemacht Gina. Musste das denn wieder sein?"
"Wer weiß denn hier woran die beiden sind? Wir beide nicht, er selbst so oder so nicht und noch viel schlimmer GRETCHEN weiß nicht woran sie ist und wo sie das hier hinführt!"
"Und du meinst so finden wir oder viel wichtiger die beiden das heraus? Ich glaube nicht. Sie hat dich mehr als einmal gebeten dich endlich da raus zu halten. Warum kannst du es dann nicht einfach sein lassen? Ich glaube Marc hat irgendwo recht und du versuchst nur sie unterzubuttern. Du willst gar nicht das sie glücklich wird!"
"Doch sicher will ich das Mehdi. Ich will nur nicht das es bei ihr so endet wie bei Jerome und mir."
"Aha. Dann hab doch einfach mal die Güte und erklär mir was da mit Jerome vorgefallen ist. Ich kenne Marc, vielleicht kann ich dir ja ein bisschen deine Sorge nehmen." ,sah er sie mit seinen Rehaugen fürsorglich an. Sie holte zitternd Luft und ließ dann die Hände in den Schoß sinken.
"Gut okay. Also, wir waren ungefähr zwei Jahre zusammen. Mehr oder weniger. Ich durfte bei ihm schlafen, manchmal kam er auch mit zu mir. Den nächsten Schritt wollte er allerdings nicht gehen. Ich bekam keinen Schlüssel zu seiner Wohnung und gegen Ende wusste ich dann auch warum. Erstens er hatte eine Frau und zwei Kinder, zweitens hat er nicht nur seine Frau betrogen sondern auch mich und das nicht nur einmal und drittens war die Wohnung in der wir uns aufgehalten haben gar nicht seine Wohnung. Er hat mich nicht wirklich gut behandelt, aber ich war so verliebt in ihn und ich konnte ihn einfach nicht verlassen. Bis ich herausgefunden habe was er da mit mir abgezogen hatte. Ich hab gefragt wann wir denn nun mal zusammen ziehen wollen und in diesem Moment kam seine Frau ins Cafe. Dort hat sie ihn gleich zur Rede gestellt und mich als Hure beschimpft. Vor allen Gästen.
Verstehst du? Marc redet auch nicht mit ihr über sowas. Ich will nicht das sie genau so gedemütigt wird."
"Also in einem Punkt kann ich dich beruhigen. Marc hat sicher keine Frau und auch keine Kinder. Da hat er viel zu viel Angst vor. Ja er ist ein Weiberheld und ein Arschloch nur hatte ich in der ganzen Zeit in der wir jetzt hier sind nicht das Gefühl das er es nicht ernst mit ihr meint. Auch wenn der ganze Zukunftskram halt noch warten muss. Gina, ich verstehe dich. Ich will auch nicht das sie verletzt wird. Das macht sie nun aber auch nicht glücklich. Marc wird fliegen. Und dann ist das ganze wieder zu Ende bevor es angefangen hat."
"Das wollte ich ja auch nicht. Ich.. Meinst du ich kann irgendwas tun?"
Die beiden zuckten zusammen als sie die bestimmte Stimme von Marc hörten. Er stand ganz lässig an der Wand angelehnt mit verschränkten Armen und sah abschätzig zu Gina.
"Du entschuldigst dich bei mir und Gretchen. Nebenbei wirst du ihr die Wahrheit sagen warum du sowas immer und immer wieder machst. Desweiteren hälst du dich aus unseren Angelegenheiten raus, haben wir uns da verstanden? Ich werde morgen nicht fliegen. Ich bleibe hier. Jetzt entschuldigt mich ich würde gern hier auf dem , Dings, äh, Boden schlafen."
"Marc es tut mir wirklich leid. Ich will nicht das ihr euch trennt. Ich will das ihr redet. Ehrlich zu einander seid."
"Danke, das bekommen wir schon irgendwie hin. Deine Hilfe brauchen wir dafür nicht. Haben ja gesehen wo es uns das letzte Mal hingeführt hat."
"Marc ich.."
"Gina! Ich will nichts mehr hören. Ich möchte jetzt schlafen. Danke!"


Am nächsten Morgen herrschte in der Hütte schon reges Treiben. Gina hatte als kleine Entschuldigung Bohnen für's Frühstück besorgt, das Wasser zum waschen bereit gestellt und abgekocht.
Mehdi und Marc besprachen die Nachtschichten die sie ab heute machen würden. Der Chirurg wollte das Gretchen so wenig Zeit wie möglich mit Gina verbrachte und man konnte es ihm noch nicht mal übel nehmen.
Nur eine lag noch auf ihrem Heuballen und streichelte die leere Seite des 'Bettes'. Lange hatte sie noch wach gelegen und sich in den Schlaf geweint. Er würde nicht mal auf sie warten wollen. Das war es dann wohl. Man konnte einen Marc Meier nicht ändern oder erziehen.
Langsam drehte sie sich auf den Rücken und legte die Stirn in Falten als sie das Murmeln hörte. Irgendwo kannte sie dieses Grollen. Das war doch wohl nicht..
Schnell stand sie auf, steckte schnell die Haare zusammen und tapste leise hinaus.
Mit leicht geöffntem Mund und den Finger auf ihn gerichtet lief sie auf den Tisch zu.
"Is was?" ,fragte Marc mit halbvollem Mund. "Äh..ja..Was machst du da?"
"Essen? Okay, ich zwing es mir eher rein weil es nicht wirklich schmeckt, aber eigentlich nennt man es essen."
"Man ich mein was du HIER machst? Ich wollte doch das..So geht das doch nicht." , ergeben ließ sie sich auf eins der Kissen plumpsen und ließ den Kopf hängen. Mit einer solchen Reaktion hatte Marc gerechnet und schmunzeln schob er seinen Finger unter ihr Kinn, hob ihren Kopf an und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Jetzt war sie komplett verwirrt. "Äääääääh."
"So. Wir beide machen heute Nachtschicht. Das heißt,wir legen uns gleich noch mal ein wenig hin. Mehdi und Gina schaffen das schon - irgendwie."
"Wie Nachtschicht? Was hab ich verpasst?" , sie sah vom Marc zu Mehdi und wieder zu Marc. Als Mehdi ihren Blick sah, senkte er nur den Kopf und versuchte sein Essen zu hypnotisieren. Gina die im Hintergrund herumwuselte beäugte die Szene am Tisch kritisch.
"Nüx. Alles gut." , sagte Marc und lächelte Gretchen liebevoll an.
Das brachte bei Gretchen das Fass zum überlaufen. Klar freute sie sich das er immer noch da war und wohl keine Anstalten machte zu gehen. Doch sie war damit völlig überfordert. Mit allem hatte sie an diesem Morgen gerechnet nur nicht damit.
"Marc? Ich glaube ich habe gestern klar und deutlich gesagt was ich möchte! Warum.. Boar.. Das ist wieder sooo typisch für dich."
"Aaah, ja. Ich hab da noch so was im Ohr. Kann mich aber nicht mehr erinnern." , er sah zur Decke und kratze sich nachdenklich am Hinterkopf.
"Hast du getrunken?" ,ihre Stimme ging ein paar Okataven höher.
"Oh klar. Ich war die Nacht in der Kneipe um die Ecke und hab mich voll laufen lassen. Hör zu.. Du wolltest das ich heute nach Berlin zurück fliege. Ich ... Können wir das nachher allein besprechen?"
"Klar. Warum denn auch nich? Ich mein, wenn du so oder so schon wieder machst was DU willst und nicht was andere wollen. Bitte!" , sagte sie, drehte sich von ihm weg und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
"Warum soll ich denn bitte immer das machen was du gerne möchtest? Warum immer reden und nicht mal einfach die Sachen auf sich zukommen lassen? Erklär es mir."
Empört drehte sie sich wieder zu ihm um, stemmte eine Hand in die Seite und schlug mit der anderen auf den Tisch.
"Gott! Jetzt reite doch nich wieder darauf rum. Ich will doch gar nicht über Zukunft oder Vergangenheit reden.. Okay ja.. Kann man ja auch mal machen. Hauptsächlich geht es mir aber darum einfach jemanden zum reden zu haben. An dessen Schulter ich mich anlehnen kann wenn es mir schlecht geht."
"Warum tust du es dann nicht einfach?"
"Weil man mit dir einfach keine ernsten Gespräche führen kann."
"Woher willst du das wissen, probierst es ja nicht aus!?"
"Äh.. Ja also.. mhm.. " , darauf wusste sie nun keine Antwort.
"Gut. Also bleibe ich hier und du machst den Mund auf wenn dir was auf dem Herzen liegt. Und jetzt hau dich noch ein bisschen hin. Sieht so aus als hättest du nicht wirklich viel geschlafen." , er nickte mit dem Kopf in Richtung 'Zimmer'.
Noch immer ein wenig verwirrt stand Gretchen auf und blickte noch einmal zu dem Mann am Tisch zurück der sich wieder über sein Essen hermachte.
Grinsend lag sie auf ihren Heuballen und spielte mit ihren langen blonden Locken.
~Was ein Idiot~

Die nächsten Wochen verliefen friedlich. Marc und Gretchen hatten sich soweit ausgesprochen. Sie akzeptierte es das er nicht sofort alles bequatschen würde und die beiden sich damit Zeit ließen. Doch er selbst kam irgendwann an und erzählte. Von seiner Kindheit, seinem Vater, seiner Mutter. Er ließ einfach alles raus und Gretchen freute sich sehr über diesen Vertrauensbeweis.
Er wollte nur nie über die Zukunft reden. Seine Reaktionen zu dem Thema blieben dieselben.
Für Gina ein ganz klarer Fall, doch hielt sie sich zurück. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt mehr über Mehdi herauszufinden, mit dem sie viel Zeit verbrachte.
Auch Mehdi hatte gefallen gefunden an der eigentlich gar nicht so biestigen Gina. Sie lachten viel und dank des aufgestellten Schichtplanes konnten sie sich auch so richtig kennen lernen.

Als sie sieben Monate in dem Dorf arbeiteten war das Klima richtig angenehm. Gina und Marc kamen zwar noch immer nicht blendend miteinander klar, doch Gretchen hatte darauf bestanden, dass sie es wenigstens versuchen würden. Ihr zu liebe. Immerhin war sie ihre beste Freundin und er der Mann mit dem sie ihr Leben verbringen wollte.
In Sachen Mehdi und Gina war sie auch schon weiter gekommen. Mehdi Kaan konnte ihr einfach nichts vormachen. Die beiden waren bis über beide Ohren in einander verliebt, wollten allerdings alles langsam angehen lassen.

Hier und da verliebte Blicke, unscheinbare Berührungen. Jedes Malt wenn sie dies sah lächelte sie ganz verliebt und halb abwesend vor sich hin und wenn Marc dies sah verdrehte er nur die Augen, schnalzte mit der Zunge und zog sein Mädchen in seine Arme. Ein kurzer erstaunter Blick von ihr, große Augen und ein dreckiges Grinsen von ihm - schon war sie wieder in einer ganz anderen Welt.
Je näher der Tag der Heimreise rückte, desto ruhiger wurde Gretchen. Sie zog sich zurück, wirkte gar nicht mehr so glücklich und ging auch Marc aus dem Weg.

Die drei anderen beäugten ihr Verhalten äußerst kritisch.

"Vielleicht ist sie krank?" , überlegte Mehdi.
"Ja sicher! Sie ist zwar keine sonderlich gute Chirurgin aber immerhin Ärztin. Dann würde sie wohl kaum behandeln." , sah Marc ihn sauer an.
"Ja.. Und wenn sie..."
"Mein Gott" ,unterbrach Gina, "Wenn ihr es doch beide nicht wisst, dann geht doch einfach mal hin und fragt sie."
"Was meinst du was ich jeden Tag mache? Mindestens zwanzig Mal frage ich sie was sie hat. Sie meint immer nur es wäre nichts, alles sei gut. Soll ich sie foltern?"
"Marc. Wir sehen das es dir nicht aus dem Kopf geht und du dir Gedanken um sie machst. Mit uns redet sie aber nicht mehr. Wenn jemand an sie rankommt dann ja wohl du... Oder.. Frag doch mal Zwambe. Vielleicht hat sie ja mit ihm geredet!"
"Klaro. Der 'Ich nix Seite. Ich rede alle und nich verrate was andere sag'? Der macht den Mund doch nicht auf."

Gretchen kam von ihrer Schicht in die Hütte zurück, blickte kurz zu ihren Freunden hinüber und sagte dann: "Ich geh dann mal schlafen. Nacht!"
"Es ist erst.. Ja wie spät ist es denn? Äh.. Is doch noch hell?!" , erwiderte Gigi.
"Ich bin aber wirklich müde jetzt.. Also dann, bis morgen!"
Marc saß mit geschlossenen Augen da und atmete schwer ein und aus. Besorgt sahen die anderen beiden ihn an und gerade als Mehdi irgendwas beruhigendes sagen wollte, sprang der Chirurg wie von der Tarantel gestochen auf und lief seiner Freundin hinter her.

MM: "DU!"
GH: "Ja ich?!"
MM: "Du sagst mir jetzt SOFORT was dein Problem ist. Seit Tagen läufst du hier rum wie ein Zombie. Du redest nicht mehr mit uns. Wenn ich zu dir ins Bett komme tust du so als würdest du schlafen. Dann sagst du es ist alles okay. Für mich sieht es allerdings ganz und gar nicht danach aus als wäre es das. Also?"

Wütend sah er auf sie herab.

GH: "Ich habe nichts. Es ist alles in bester Ordnung und ich wäre dir sehr dankbar wenn du mich jetzt schlafen lässt Marc. Das war ein langer und harter Tag."
MM: "Mhmm.. Schon klar. Verarschen kann ich mich allein. Du hast mit den Dorfbewohnern Murmeln gespielt. Das war sicher ganz ganz hart. Okay du bist ne Bewegungslegasthenikerin, aber das bekommst selbst du noch hin. Und wenn alles okay ist - warum heulst du dann jetzt?"
GH: "Tu ich gar nicht."
Marc setzte sich seufzend zu ihr und nahm sie in den Arm. Eine ganze Weile saßen die beiden eng umschlugen auf ihren Heuballen und wiegten sich hin und her.
MM: "Du wolltest doch jemanden haben an dessen Schulter du dich anlehnen kannst zum reden. Ich bin hier. Aber wenn du den Mund nicht aufmachst, kann ich dir auch nicht helfen."
GH: "Aber nur wenn du mir versprichst nicht zu lachen..."
MM: "Warum sollte ich lachen Gretchen?"
GH: "Weil du du bist?"
MM: "Argument. Okay ich verspreche dir ich werde nicht lachen. Ganz ehrlich. Ich will wissen was los ist.. Ich mache mir Sorgen."
GH: "Weißt du... Manchmal wenn ich wach werde, habe ich angst die Augen aufzumachen. Ich habe angst das ich dann in meinem Bett in Berlin liege und alles einfach nur ein Traum war. Das alles hier. Jetzt fliegen wir bald zurück und ich habe das Gefühl dann ist alles zu Ende. Dieser 'Traum' den ich hier zur Zeit leben darf. Mit dir..."
MM: "Das ist.. äh.. Lass mich da mal kurz drüber nachdenken, ja? Puh.. Also zu allererst kann ich dir versichern das hier ist kein Traum. Ich bin hier und ich werde denke ich auch nicht gehen. Ich bin zwar nicht der Prinz den du immer wolltest, aber ich werde mir Mühe geben. Du bist mir wichtig. Viel zu wichtig und ich habe manchmal selbst angst davor. Du weißt warum. Ich liebe dich. Das sage ich dir nicht oft, aber es ist so. Daran wird sich auch nichts ändern wenn wir wieder in Berlin sind. Absolut gar nichts."
GH: "Wirklich nicht? Da laufen viel schönere Frauen rum. Da wirst du wieder viel arbeiten und.."
MM: "Halt stop! Nur weil die Frauen in Berlin schlanker sind soll ich dich verlassen? Gretchen. Ich mag dich so wie du bist. Sonst wäre ich sicher nicht mehr hier. Wenn ich die anderen haben wollen würde, würde ich sie mir holen. Aber ich bin hier bei DIR. Ich will keine andere mehr... "
Überglücklich fiel ihm Gretchen um den Hals. Mit soviel Euphorie hatte er nicht gerechnet und so plumpsten die beiden mit einem lauten knall auf den Boden der Tatsachen zurück. Mehdi und Gina kamen aufgeregt und besorgt hinein und fingen gleich darauf an lauthals loszulachen.
Vor ihnen auf dem Boden krümmte sich Marc vor Schmerzen und rieb sich den Hinterkopf. Vor ihm zwischen seinen Beinen saß Gretchen auf ihren Knien, eine Hand hielt sie vor ihren Mund und murmelte Entschuldigungen in diese während sie die andere auf seinem Oberschenkel liegen hatte.
Gina konnte sich kaum halten vor lachen, dennoch musste sie noch etwas loswerden: "Ich dachte dich haut nichts so schnell um Hercules!?"
"Sehr witzig Amsel. Geh woanders zwitschern." , beleidigt saß er nun vor der blonden Abrissbirne und schüttelte lächelnd den Kopf. Zärtlich strich er über ihre Wange: "Hab ich auch gedacht. Konnte ja nicht ahnen das da so ein blondes Biest angeschlichen kommt und mich voll aus den Latschen haut."
Mit großen Augen sahen sich Mehdi und Gina an.

Choconussa Offline

Mitglied


Beitrge: 330

18.12.2015 21:15
#17 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Siebzehn -Never alone again|Flashback Teil Vier -Wie alles begann- |Flashback Ende|



MK: "Alles okay bei euch beiden?"
GH: "Ich glaube es ging mir noch nie besser."

Sie lächelte Marc überglücklich an und wartete auf einen zärtlichen Kuss, doch ihrem Freund wurde die Gefühlsduselei langsam zuviel. Also sprang er auf, strubbelte seiner Freundin wie einem Hund über den Kopf und ging hinaus.

GH: "Was war'n das jetzt schon wieder?"
GA: "Eine ganz normale Reaktion wenn du mich fragst."
MK: "Mich wundert es das er überhaupt so lange durchgehalten hat."
GA: "Joa. Er macht sich langsam."
GH: "Was man von euch beiden ja nicht gerade behaupten kann."
Sie lächelte ihre besten Freunde zuckersüß an.

GA: "Wieso? Was haben wir beide denn jetzt damit zu tun?"
GH: "Anstatt euch die ganze Zeit nur zu beschnuppern so wie ihr es tuzt, könntet ihr auch einfach mal anfangen euch.. na ja.. näher zu kommen. Nicht nur mental sondern auch physisch. Also..."
MK: "Ich weiß nicht was du meinst!"
GH: "Ihr glaubt echt wir sind blind oder?"
GA: "Gretchen ich möchte das hier nun nicht besprechen und schon mal gar nicht mit dir."
GH: "Entschuldige bitte, ich bin deine beste Freundin!"
GA: "Und zufällig auch seine. Und nebenbei auch seine Ex-Freundin. An dir hängen tut er ja auch noch."
MK: "Tu ich gar nicht."
GA: "Ach! Ich seh doch deine Blicke!"
GH: "Ihr zwei habt ja jetzt was zu bequatschen. Ich geh dann mal nach dem Eisblock schauen. Eigentlich müsste der doch bei der Hitze hier aufgetaut sein. Mhpf."


Gretchen machte sich also auf den Weg nach draußen und lies ihre beiden Freunde allein.

Ein klein wenig schüchtern sah Gina zu Mehdi auf: "Meinst du es stimmt was sie sagt?"
"Ich weiß nicht. Ich glaub ich.. Na ja.. Ich mag dich sehr gern und.."
"Ich mag dich auch sehr gern. Wirklich. Du bist so ganz anders wie die anderen alle. Mit dir kann man reden... Ich würde auch gern.. also.. eventuell..."
"Würde ich auch sehr gern.."
"Aber ich will auch nichts überstürzen Mehdi. Meine letzten Beziehungen waren alle ein totaler reinfall."
"Versteh ich. Bei mir war es ja auch nicht anders. Lassen wir es einfach langsam angehen. Müssen uns ja nicht so ins Abenteuer stürzen wie die beiden da draußen."
"Stimmt. Man sieht ja was passiert.. "


"Hei.. Warum bist du denn jetzt schon wieder abgehauen?" , fragte Gretchen vorsichtig.
"Ich kann das nicht so.. Du weißt schon.."
"Machst das doch richtig gut. Nein wirklich. Ich bin stolz auf dich."
Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und sah ihm in die Augen. "Meinst du?" ,fragte er skeptisch.
"Weiß ich...." ,flüsterte sie und küsste ihn.



Zwei Tage vor Abreise rannte eine aufgescheuchte blondgelockte Frau durch die Hütte: "Wo ist denn mein Tagebuch? Ich habe es doch unter meinem Kissen gehabt...MARC? GINA? MEHDI?", rief sie, 2Hat einer von euch mein Tagebuch gesehen?"
"Mehdi ist bei Zwambe. Die beiden wollten noch mal nach dem Baby schauen und nein ich habe dein Tagebuch nicht gesehen. Ich dachte du brauchst das nicht mehr, jetzt wo du dich bei Meier ausheulst." , mit diesen Worten legte Gina ihre T-Shirts zusammen ohne aufzusehen.
"Na ja.. Eigentlich schreib ich auch nur noch sehr selten, aber ich kann es doch nicht einfach hier lassen. Stell dir mal vor Marc liest darin! Wo ist der eigentlich schon wieder?"
"Der wäscht sich. Nuomi hat ihn vollgekotzt."
"Na klasse " ,besorgt biss sie sich auf die Unterlippe, "Dann hat er ganz bestimmt super gute Laune."
Gina grinste sie an: "Leg dich doch nackt ins Bett.. Dann geht's sicher wieder."
"GIGI! Hat er nicht genug bewiesen, dass es ihm um mehr geht als nur um Sex?"
"Doch Mausi, das hat er. Allerdings seid ihr zwei nicht sonderlich leise. GErade wenn man denkt man hätte nun seine Ruhe, fangt ihr beide an zu kichern wie die bekloppten."
Beleidigt verschränkte Gretchen die Arme vor ihrer Brust: "Wir albern halt gerne rum. Hättest dir ja deine Oropax mitnehmen können."
"Keiner hat damit gerechnet in einer Piepshow zu landen."
"Boah Gigi, du bist so blöd!" ,echauffierte sich Gretchen, "Ich schau jetzt nach Marc und diese Unterhaltung hier, ja..? Die hat NIE stattgefunden."
Während Gretchen sauer und knallrot wie eine Tomate aus der Hütte lief, krümmte sich ihre beste Freundin vor ihrem Koffer vor lachen und hielt sich den Bauch.
Lange musste Gretchen ihren Freund gar nicht suchen. Er stand in Boxershorts unter der selbsgebastelten Dusche . Ein Eimer an einem Seil über einem Sieb hängend, füllte er immer wieder Wasser nach, wechels dann von seinem Körper abperlte.
"Na schöne blonde Frau?" ,begrüßte er Gretchen die ihn daraufhin verwundert beobachtete: "Hä? Was'n mit dir nicht in Ordnung?"
Er gab ihr einen ganz kurzen Kuss und erwiderte dann ernst: "Nuomi hat nach dir gefragt. Ich dachte ich klaue mir mal ihren Wortlaut."
Gretchen fing langsam an zu nicken und sah dann besorgt zu Boden: "Achso. Du sag mal hast du mein Tagebuch gesehen?"
"Nope. Dein rosa Katzenblock habe ich schon - ja.. LANGE nicht mehr gesehen."
"Dann muss ich nachher Mehdi fragen.. Und ääähm.. Wie geht es Nuomi?"
Marc wusste das ihr diese Frage schon lange auf der Zunge gebrannt haben musste. Doch was sollte er ihr da antworten? "Das weißt du. ", beschloss er einfach zu sagen und als er sah wie sie sich auf die Unterlippe biss fügte er an: "Du hast ihre Werte angesehen. Sie kann seit drei Wochen keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Seit einer Woche kotzt sie alles an flüssig Nahrung wieder aus. Ich denke noch heute.. Vielleicht morgen und mit ganz viel Glück übermorgen."
"Können wir echt nichts machen Marc?"
"Nein, ich wüsste nicht mehr was." ,besorgt sah er sie an und strich ihr über den Arm, "Bitte Gretchen - nimm Abstand. Du hast sie schon viel zu sehr ins Herz geschlossen."
"Sie ist SIEBEN! Sag nicht dir würde das nicht auch irgendwie nahe gehen!?"
"Doch, geht es. Ich halte nur den nötigen emotionalen Abstand dazu!"
"Ich versteh nur nicht warum es ihr immer schlechter geht anstatt besser" , ihre Stimme zitterte, "Vielleicht verträgt sie ja auch irgendein Medikament nicht."
"Das bin ich mit Mehdi schon vier mal durchgegangen. Gina hat sich Nuomi vorhin auch noch mal angesehen. Es wird nicht mehr lange dauern. Ich möchte das du dich aus dem Fall raushälst."
Ihr Kopf schnellte nach oben: "Sag mal.. Spinnst Du??? Sie ist hier meine Patienten und..."
Doch Marc unterbrach sich mit bestimmter Stimme und ernstem Blick: "Wenn ICH..."
Gretchen stampfe mit dem Fuß auf dem Boden auf, erhob ihren Finger und kam Marc bedrohlich nahe: "Du bist hier nicht mein Oberarzt! Also. Entschuldige mich bitte. Ich muss nach meiner Patientin sehen."
"GRETCHEN!" ,rief er ihr hinterher doch sie drehte sich nicht mal mehr um. Kopfschüttelnd wollte er hier hinterher doch er wurde am Arm zurückgehalten: "Lass sie. Sie muss es lernen."
"Erstens, wird sie das nicht und zweitens, wäre ich dir sehr dankbar wenn du die Biege machen würdest."
"Mach dir mal nicht ins Hemd" ,sagte Gina, "Ich kenn dich halbnackt. Ansonsten glaube ich auch nicht das ich dir viel weggucken könnte. Männer die ihr Ego polieren haben potenzprobleme oder nichts in der Hose. Potenzschwierigkeiten hast du wohl nicht." , zwinkerte sie ihm zu.
"Ich lass mich auf deine Kindereien nicht mehr ein. Gehst du zu ihr, oder soll ich?"
"Wenn jemand dabei sein sollte dann wohl eher du. Du musst lernen damit umzugehen und du beweist ihr damit einmal mehr das du für sie da bist und sie sich auf dich verlassen kann."


Gretchen war inzwischen in der kleinen Hütte am Rande des Dorfes angekommen. Nuomi war sehr krank und brauchte viel Ruhe. Sie sah unglaublich schlecht aus. "Na Nuomi? Du siehst ja schon besser aus." ,versuchte Gretchen es aufmunternt doch anscheinend schlief Nuomi.
Sie fühlte ihre Stirn und zuckte zusammen als sie die tiefe Stimme von Zwambe hörte: "Grete.. Marc habe gesagt..."
"Ich weiß.. Ich bin hier um zu schauen ob wir nicht noch was machen können."
"Ich Mutter von Nuomi noch nix gesagt. Was du wollen noch tun? Marc sagen da nix mehr machen. Grete, sie einzige Kind von Samira. Vater früh gestorben weil krank."
Gretchen horchte auf, vielleicht eine Erbkrankheit: "Weißt du was der Vater hatte? Warum er gestorben ist? Weil, vielleicht hat Nuomi dasselbe."
Zwambe schüttelte langsam den Kopf: "Ich nix wisse. Ich nix Arzt. Passiert da Fritz noch nicht hier."
"Ich untersuch sie einfach noch mal. Vielleicht finde ich ja noch was."
"Und was hoffst du zu finden?" ,fragte Marc ruhig, jedoch bestimmt , "Du kannst sie hier nicht ordentlich diagnostizieren. Wir können keinen Ultraschall machen. WIr haben nur die Blutwerte." Obwohl er wusste das es ihn nicht weiterbringen würde, wurde er immer ungehaltener. Ja ihm ging die Geschichte mit der kleinen Nuomi auch an die Nieren und noch mehr schmerzte es ihn, wie Gretchen verzweifelt versuchte was zu retten wo einfach nichts mehr zu retten war. "Dann fliegen wir beide eben heute schon zurück und nehmen sie mit." Zwambe legte Marc beruhigend eine Hand auf die Schulter: "Das Samira nicht erlaubt."
"Ganz davon abgesehen würde sie den Flug nicht überstehen." , Marc sah Gretchen liebe- und verständnisvoll an. "Irgendwas müssen wir aber tun.. Sonst stirbt sie!" ,schrie sie die beiden Männer vor ihr an. Sie fand es ungerecht das ihr hier niemand helfen wollte.
"Zwambe? Würdest du uns bitte einen Moment entschuldigen?" , Marc zuckte mit dem Kopf zur Tür und Zwambe verstand diesmal ohne komplizierte Übersetzung. "Ja. Ich Samira sagen was wird passieren."
"NEIN!" , widersprach Marc, "Ich möchte das wir beide das nachher zusammen machen."
Kurz nickte Zwambe ihm zu und ging dann hinaus um darauf zu achten das niemand die beiden Ärzte störte.

"Du willst wirklich nichts machen?, fragte Gretchen kopfschüttelnd.
"Hör zu. Ich würde, wenn ich könnte. Die neuen Medikamente kommen erst in ein paar Tagen. Sie kann nicht essen. Sie erbricht wirklich alles. Wenn sie wenigstens essen KÖNNTE, hätte sie genug Kraft für eine OP. Das kann ich aber nicht verantworten.. Gretchen, sie stirbt an einem Elektrolytemangel."
Hektisch fing Gretchen an in den Kisten zu kramen die überall herumstanden: "Haben wir nicht noch genug um ihr eine Infusion zu legen?"
"Leider nicht nein. Bis in vier Tagen wird sie nicht durchhalten. Es ist ein Wunder das sie überhaupt noch lebt."
"Das ist schrecklich Marc. Sie ist mir so ans Herz gewachsen."
"Ich weiß" , er zog sie in seine Arme, "viel zu sehr. Und das weißt du auch!"
"Sie war halt wie die Schwester die ich nie hatte." ,schluchzend kicherte sie ein wenig, "Weißt du noch wie wir sie erwischt haben... "
"Wobei? Beim Schnüffeln, Spannern, Klauen und was hat sie noch alles angestellt?" ,unterbrach er sie.
"Als sie meine Sachen anprobiert hat. Das war so süß. Sie war so voller Energie und jetzt.. Jetzt liegt sie hier und stirbt." ,fing sie an zu weinen und drückte ihren Kopf an Marcs Brust.
Dieser war damit, wie immer eigentlich, ein wenig überfordert: "Hei hei hei. Pscht.. Nicht.. Bitte.. Ich kann damit nicht richtig umgehen.. Du weißt das ich..."
"Das du ein Eisklotz bist? Ja das weiß ich."
"Bin ich nicht. Ich kann doch nicht bei jedem Patienten der mir weg stirbt heulen."
"Du hast auch viel Zeit mit ihr verbracht. Du hast so viel mit ihr gespielt und gelacht."
"Pass auf. Sie ist mir auch wichtig. Ich finde es auch schrecklich. Ich würde sie so gern aufmachen - kämpfen. Ich kann das Risiko aber nicht eingehen. Mir ist es einfach lieber, sie stirbt im Kreise ihrer Liebsten als zwischen uns während einer OP."
"Geh ihrer Mutter bescheid sagen. Sie sollte sich darauf vorbereiten können."
"Willst du nicht mitkommen?"
"Nein.. Ich lasse die Kleine nicht allein. Wenn es passiert während du bei ihrer Mutter bist, so ist dann wenigstens jemand hier."
"Gut.. Ich .. Ich schick dir Gina vorbei?!" , brachte er nur stockend hervor und Gretchen lächelte ihn dankbar an.


Marc lief so schnell er konnte zu der Hütte in der die vier Ärzte seit ihrer Ankunft untergebracht waren und suchte nach Gina. Sie saß auf dem Boden und blätterte in irgendeinem Buch. Doch das interessierte Marc herzlich wenig denn er wollte so schnell wie möglich fertig werden: "Gina? Du musst, bitte bitte bitte, mit Zwambe zu Nuomis Mutter und ihr erzählen was passieren wird. Ich .. Ich will wieder zu Gretchen .. Bitte!"
"Du BITTEST mich um einen GEFALLEN?"
"Ja das tue ich.. Und hör mal .. Ich bettel sogar.. Bitte, bitte, bitte.."
"Natürlich." , und etwas abschätzig fügte sie an , "Geh nur und spiel den Prinzen."
"Fang du jetzt nicht auch noch mit der Nummer an."
Wütend schnaubte Gina auf und als Marc durch die Tür gegangen war pfefferte sie ein Buch dagegen. Rosa.

Ungefähr zwei Stunden später kam Marc grad vom Wasser holen zurück: "Hei.. Tut sich schon was?"
"Nein. Noch immer unverändert." ,sagte Gretchen leise.
"Das ist nicht gut.. aber auch nicht schlecht. Du musst schlafen.. Gina packt unsere Sachen."
Sie sah zu ihm hoch: "Ich kann jetzt nicht schlafen Marc. Sie.." ,Gretchen stockte als sie wieder zu Nuomi sah, "Sie.. Sie wird wach!"
"Nuomi.. Kannst du mich hören?" ,war Marc von der einen Sekunde wieder ganz Arzt. Nuomi nickte.
~Von Null auf Hundert. Wie so ein Porsche~ ,dachte Gretchen und fragte das kleine Mädchen vor sich: "Hast du Schmerzen?" Wieder nickte Nuomi nur.
Doch dann bewegte sie langsam ihre Lippen und ihre Stimme war nur ein Krächzen: "Grete?"
"Mhmmm?"
"Du solle wisse.." ,man sah ihr an wie schwer es ihr viel zu sprechen, "ich dich lieb. Marc auch lieb."
"Wir haben dich auch sehr lieb Nuomi" ,flüsterte Gretchen ihr mit Tränen in den Augen zu.
"Ich viel müde."
"Dann schlaf Kleines..Hm..Wir bleiben hier bei dir und..." , Marc brach mitten im Satz ab als Nuomi nach seiner Hand griff.
"Glaubst du?" ,flüsterte Gretchen ihm mit großen Augen zu.
"Ja." ,sagte er ernst ohne sie anzuschauen und wieder sprach Nuomi, diesmal noch leiser als zuvor: "Ich so viel müde."
Gretchen drehte sich kurz weg und sah an die Decke: "Oh, Gott!"
Also Nuomi fragte: "Wo Mama?" ,drehte Gretchen sich blitzschnell wieder um: "Deine Mama.. Äh.. also.. die..."
"Deine Mama macht dir schöne neue Kleider. So wie die von Gretchen weißt du? Die kannst du dann anziehen wenn du dann wieder gesund bist." ,lächelte Marc die Kleine aufmunternd an und strick ihr mit seinem Daumen über den Handrücken.
"Du kannst sie doch nicht anlügen!" ,sagte Gretchen empört doch Marc sah sich durchringend an und flüsterte: "Soll ich ihr sagen das ihre Mutter abgehauen ist und sie nie wieder wach wird wenn sie nun einschläft? Das würde sie nur unnötig aufregen."
Fünf Minuten später fragte Gretchen mit belegter Stimme: "Schläft sie schon?"
"Sieht so aus."
"Sie atment kaum noch.. und ihr Puls.. " ,Gretchen wurde panisch.
"Hei hei.. Komm her.. Komm.." ;Marc zog sie wieder in seine Arme und hielt sie ganz fest.
So saßen die beiden Ärzte an Nuomis Krankenbett, Arm in Arm und hielten die Hand ihrer kleinen Patientin. Gretchen biss sich immer wieder auf die zitternde Unterlippe während ihr stummt Tränen über das Gesicht liefen. Auch Marc wirkte auf ein,al gar nicht mehr so unnahbar. In seinen Augen schimmerte es verdächtig und er musste schwer schluckn, als die Hand der kleineni Nuomi in seiner schlaff wurde.
Gretchens Körper bebte. Etwas unbeholfen drücke Marc sie noch fester an sich und sie weinte bitterlich an seiner Brust. Er atmete zitternd ein und aus und vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge. Das Augenpaar welches sie beobachtete, senkte sich traurig und verschwand in der Dunkelheit.
Gefühlte fünf Stunden später ließ Gretchen von Marc ab und sah ihn mit rot unterlaufenden Augen traurig an: "Wir sollte.. also vielleicht.. "
Er verstand sie und nickte: "Ja.. Ich .. Ich hol Mehdi und.. und den Schamanen.. Soll ich dich.. vielleicht.. zu Gina bringen?"
"Ich würde gern bleiben.. Bei ihr.. Ich.."
"Ist okay.. Es ist okay.. Ich beeil mich, ja?"
"Okay..." ,lächelte sie ihm schwach hinter her und nahm neben Nuomi platz.

Die drei Männer gruben ganz in der Nähe der Hütte ein Loch, bastelten aus Holz einen Sarg den sie mit Heu auslegten und ein Kreuz. In dieses schnitze Gina den Namen des kleinen Mädchens und nähte danach noch ein T-Shirt um. Marc wollte das es so soweit es ging 'perfekt' war. Er wollte nicht das der kleine Wirbelwind, der ihm so manchen Nerv geraubt hatte, wie die anderen einfach vergraben oder verbrannt wurde.
Aggressiv buddelte er das Loch fast allein, doch die Arbeit wollte ihn einfach nicht ablenken. Immer wieder sah er zu der Hütte rüber in der Gretchen nun allein saß.
Besorgt sah Mehdi seinen besten Freund an: "Alles okay bei di?"
"Mhmm.. Alles bestens." ,presste Marc aus zusammen gebissenen Zähnen hervor.
"Mensch Marc. Jetzt mach dir doch nicht wieder was vor. Lass es doch einfach mal zu!"
"Nerv nicht. Ich hol jetzt Gretchen."
"Mensch Meier!"
"Lass. Er trauert. Wir weine - er arbeite. Ich gesehe er mit Grete viel trauert als Nuomi eingeschlafen." ,sagte Zwambe ruhig.
"Ich habe einfach das GEfühl die Kleine war für die beiden wie eine Tochter."
"Das war sie auch." ,sagte Gina an Mehdi gewand, "Du müsstest mal sehen was sie in ihrem Tage... Also.. Äh.."
"DU hattest ihr Tagebuch?", Mehdi sah sie verständnislos an.
"Also nein. Ich .. Sie hat mir da mal ein paar Seiten gezeigt."
"Mhmm.. Schon klar! Sie hütet es wie ihren eigenen Augapfel. Wie kannst du es wagen als ihre beste Freundin?"
"Mehdi. Ich wollte nur wissen ob sie vielleicht doch noch an dir hängt. Aber sie schreibt nur über ihren tollen Meier..."
"Schämen solltest du dich."
"Na ja.. Jedenfalls.. Nuomi war für die beiden wie eine Tochter und sie hat Marc und Gretchen geliebt."
"Die beiden mehr Eltern für Nuomi wie Samira." ,warf Zwambe nickend ein.
"Warum ist ihre Mutter eigentlich abgehauen?" ,wollte Mehdi wissen.
"Nix wisse. Ich Männer geschickt sie suche."


"Gretchen?" ,fragte Marc vorsichtig und legte eine Hand an ihren Rücken, "Wir wären dann soweit."
"Ja.. Gut.. Dann.. Ähm.."
"Hier!" ,er hielt ihr das umgenähte T-Shirt hin, welches Gretchen fragend beäugte, "Das hat Gina gemacht. Ich meine.. vielleicht willst du ihr das anziehen.. oder.. beilegen. Wie du willst. Ich.. Ich trag sie dann gleich."
Er wand sich ab, schloss die Augen und atmete tief ein um irgendwie das Gefühlschaos in seinem Innern zu beruhigen.
"Marc?"
"Ja?" ,drehte er sich wieder zu ihr um und sie stand direkt vor ihm. Sie legte eine Hand an seine Wange und sah ihm tief in die Augen: "Danke.. Das du da bist.. Allein würde ich glaube ich..."
Er jedoch lies sie nicht ausreden. Mit einem Finger auf ihren Lippen, brachte er sie zum schweigen. Eine Hand um Ihre Taillie zog er sie mal wieder zu sich heran. Langsam legte er seine Stirn an die ihre und flüsterte ihr zu: "Du bist nie.. nie nie mehr allein......"


-Flashback Ende-



"...ja und so wurde Marc doch noch emotional erreichbar. Hab ich ehrlich gesagt nicht mit gerechnet."
Sie lag mitlerweile mit Happy in ihrem Bett und hypnotisierte ihre Decke. Schlafen konnte sie nicht. Ihre Mutter war nach drei Gläsern Wein auf der Couch eingeschlafen und ihr Vater verschanzte sich direkt in seinem Büro als er nach Hause kam. AUch Happy war kein guter Zeitvertreib. Er hörte zwar sehr aufmerksam zu, doch war alleinunterhaltung nun auch nicht so ihr Ding. Vielleicht sollte sie noch ein wenig Tagebuch schreiben. Hatte sie schon lang nicht mehr getan.
Als sie an ihre Tasche ging um ihr pinkes Tagebuch herauszuholen, warf sie auch noch schnell ein Blick auf ihr Handy - und stutze. Eine SMS?

/Du riechst immer noch so gut. -Marc-/

Dieser schüttelte immer noch den Kopf über diese Schwachsinnige SMS.
Gretchen hingegen lächelte ihr Handy an. Er konnte so süß sein. Wenn er denn mal wollte.

\Und ich wollte dir schon ein Asthmaspray verschreiben. -Hasenzahn-\
~Oh Gott! Hab ich echt Hasenzahn geschrieben!? Wie tief kann man sinken?~

Der junge Chirurg lag mit seinem Bier auf dem Sofa und lachte kurz auf. Doch in Gedanken war er noch immer beim Abend mit seiner Mutter.

/Chapeu.. Morgen gibt es Schokomousse in der Kantine *zwinker* -Marc-/

Marc wartete ungeduldig auf eine Antwort. Eine halbe Stunde später war noch immer keine SMS eingegangen. Sollte er ihr noch mal schreiben?

Während sich Dr. Marc Meier seines Zeichens Frauenheld und Macho des Jahres so seine Gedanken machte, ob er nun was falsches geschrieben hatte, saß Dr. Gretchen Haase Romantikheldin und Neurotikerin leise weinend in ihrem Bett. Sie wusste das er diese SMS sicherlich nicht böse gemeint hatte. Sie hatte einfach ein schlechtes Gewissen, weil sie ihn so schlecht behandelt hatte in der letzten Zeit. Er gab sich wirklich Mühe. Immer für sie da zu sein, mit ihr zu reden und was machte sie? Sie ignorierte ihn, schrie ihn ohne Grund an und wies ihn zurück.

\Vielleicht ist ja bei mir morgen ein Plätzchen frei? -Hasenzahn-\

/Na ob neben dir so viel Platz sein kann? Bin ich ja mal gespannt. -Marc-/

~Pff..Arsch!~

Wütend knallte sie ihr Handy auf den Nachttisch und legte sich schlafen. Natürlich wunderte sich Marc das er darauf keine Antwort mehr bekam.. Nicht mal eine Patzige!



Nun hupte es schon zum dritten Mal. "Maaaargaaaareeeeeetheeeeee? Der Doktor Meier wartet."
"Ja doch Mutter!!!" ,rief sie zurück obwohl sie schon direkt neben Bärbel stand. Diese zuckte zusammen und sah ihre Tochter tadelnd an. Diese verdrehte jedoch nur die Augen und sagte: "Vergiss nachher nicht mit Happy vorbei zu kommen. Freut sich Saskia bestimmt."
Und als es zum vierten Mal hupte sah Bärbel ihre Tochter noch tadelnder an als zuvor: "Wie lang soll der Junge denn nun noch in der Kälte warten?"
"So kalt ist es nun auch nicht Mama. Außerdem sitzt er in seinem Auto. Die Dinger haben ne Heizung! So. Kannst mich ja dann ausrufen wenn du da bist." ,sie gab ihrer Mutter einen Schmatzer auf die Wange, hing sich die Tasche über die Schulter und zog die Tür auf.
"Na endlich!" ,brummte Marc als er die Blondine die Treppen hinunter hoppeln sah. Er stützte seinen Kopf auf seiner Hand ab und sah durch das Seitenfenster.
"Oh Gott. Was ist denn mit dir passiert? Siehst ja gar nicht gut aus!", begrüßte Gretchen ihn als sie einstieg. Marc fuhr sofort los ohne darauf zu warten das sie die Tür richtig geschlossen hatte und angeschnallt war. "Danke, ich freu mich auch dich zu sehen! Ansonsten meine Mutter, schlecht geschlafen und zu früh aufgestanden. Jetzt will ich nur noch meinen Kaffee und irgendwen durch die Gegend scheuchen."
"Warum sagst du denn nichts?" ,fing sie quengelig an, "Hättest doch bescheid sagen können, dann hättest du noch ein wenig länger schlafen können."
"Klar. Damit du mir in ein paar Tagen flach liegst? Nein danke! Außerdem hab ich gesagt das ich dich abhole." ,grinste Marc seinen Hasenzahn an.
"Marc.. Es ist nur ein wenig windig. Es regnet nicht und Schnee ist auch noch nicht in Sicht."
"Hasenzahn?" ,sagte er mit bedrohlicher Stimmlage, "Diskutier nicht. Zudem brauchst du deinen Drahtesel nicht immer mitnehmen."
"Achso. Und wenn ich dann heute früher Dienstschluss habe wie du? Soll ich laufen?"
"Nein du fährst" ,sagte er und klopfte kurz auf's Lenkrad bevor er seinen Wagen in seiner Parklücke parkte, "Holst mich dann später wieder ab."
Erstaunt sah sie ihren Freund an: "Du lässt mich mit deinem Auto fahren? Trotz der Macke in der Stoßstange?"
"Muss ah mal ein neuer her. Wenn du diesen hier zu Brei gefahren hast, hab ich wenigstens nen Grund" ,lachte er sie an. "Schon klar" ,lachte sie zurück und stieg aus.
Zusammen liefen die beiden ins Stationszimmer und Marc motze auch gleich rum: "SABINE!? Kaffee.. PRONTO!"
Etwas nervör lief Sabine los. Einmal um die Anmeldung herum, wieder zurück und dann zur Kaffeemaschine. Marc beobachtete dieses Verhalten mit hochgezogener Augenbraue und Herr Doktor Werner war von dieser Begrüßung eher weniger begeistert: "Guten Morgen! Ist der Umgangston hier immer so freundlich?"
Marc nahm seinen Kaffee entgegen und sagte zu Christian ehe er dich einen Schluck genehmigte: "Sie befinden sich hier nicht auf der Weicheierstation." Gerade als der neue Arzt etwas erwidern wollte und Marc sich angriffslustig mit verschränkten Armen aufrichtete, sprang Gretchen ein: "Nicht so ernst nehmen. Er hatte einfach einen schlechten Start in den Tag!" , und an Marc gewand, "Was war denn los bei deiner Mutter?"
"Ach! Dieselbe Laier wie immer nur diesmal mit dem Refrain: "Wenn sie erstmal schwanger ist!"
"Wer ist schwanger?" ,fragte Mehdi der ins Stationszimmer geplatzt kam, auf der suche nach seiner Stationsschwester und seiner neuen Assistenz. "Gretchen!" ,antwortete Marc ganz locker.
"Und du stehst noch?" ,grinste der Gynäkologe seinen besten Freund an. "JA! Wirklich witzig Kaan. Aber mal im Ernst. Wenn meine Mutter hier aufkreuzt ist Gretchen schwanger. Vielleicht gibt sie ja dann endlich mal ruhe."
Gretchen zweifelte die Idee an aus gutem Grund: "Ich glaub das ist keine sonderlich gute Idee Marc."
"Doch ist es. Sie muss endlich mal lernen das sie nicht mehr die erste Geige spielt. Und du kommt jetzt. Wir müssen zur Visite."
"Oh Gott. Heute ist Chefvisite.. Meine Papa wartet bestimmt schon." Marc gab seiner davon wuselnden Freundin einen KLaps auf den Hintern und legte, bei ihrem empörten Blick, lachend einen Arm um ihre Schulter.
Christian konnte nur mit dem Kopf schütteln: "Ein komisches Krankenhaus ist das hier."
"Herzlich willkommen in der Hölle!"
"Danke..Schwester Gabi. Aber sagen Sie mal.. Wenn Sie hier niemanden mögen - warum arbeiten Sie dann hier?"
"Es wird gut bezahlt" ,zuckte sie nur mit den Schultern.
"Vielleicht.. Ja vielleicht brauchen Sie einfach mal jemanden den Sie sympathisch finden. Können ja mal zusammen Mittag machen!?"
"Können Sie" ,mischte Mehdi sich ein, "Jetzt ist allerdings erstmal Morgenvisite und dann leiten wir bei Frau Schärer die Geburt ein."


Nach getaner Arbeit liefen Mehdi und Christians ins Stationszimmer. Alles in allem war der halbperser zufrieden mit der Leistung seines Assistenten. Wenn da nicht.. :" Alsoo Herr Werner. Für gewöhnlich gibt man ja dem Neugeborenen einen Klaps auf dem Po und nicht der frisch gebackenen Mutter."
"Würd ich auch machen" ,lachte Marc - worauf er von Gretchen gleich einen Tritt gegens Schienbein bekam.
"Au!.. Sag mal.. Muss du mich immer treten?"
"Musst du immer so eine große Klappe haben?"
"Auf jeden Fall" ,fuhr Mehdi fort als seine beiden besten Freunde anfingen sich zu kebbeln wie die Kleinkinder, "bin ich sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit."
"Danke Doktor Kaan. Es macht unglaublich viel Spaß hier.. Auch wenn ich mich erstmal an die Umstände gewöhnen muss" ,sagte Christian mit skeptischen Blick auf Marc und Gretchen, welche sich gerade gegenseitig mit Wasser bespritzten.
"Ja das mussten wir alle. Seien Sie froh das Sie noch nicht da waren als die beiden noch nicht zusammen waren." ,flüsterte Maria Hassmann dem neuen Kollegen zu.
"Ah.. Frau Doktor Hassmann. Ich komm sofort wenn.. Maahaaarc? Jetzt lass mich doch mal los.. Ich muss wirklich los zu Jenny."
"Alles klar. Hoppel auf und davon" ,grinste er sie an und wartete auf einen Kuss. Welchen er auch sofort bekam.
Gretchen wollte ihm eigentlich nur einen kurzen Knutscher geben, doch Marc machte daraus gleich eine wilde Knutscherei.
Diese sorgte bei allen anderen im Raum nur für Kopfschütteln und Augenverdrehen.
"Mhmm..Marc?.. Maaarc!..Mh.. MARC!" ,versuchte Gretchen sich irgendwie zu lösen.
"Was stöhnst denn hier so rum?" ,hauchte er ihr zu doch sie schlug ihm nur vor die Stirn und ging. "Okay... DAS ist mir auch noch nicht passiert." Da saß er nun etwas perplex...
"Tja Meier..." ,klopfte ihm Mehdi auf die Schulter, "Irgendwann ist immer das erste Mal."
"Glaub mal.. Mit der Frau werde ich noch viele erste Male haben!"
"Angst davor?" ,fragte Christian grinsend.
"Nein? Wovor auch!"
"Na... Vor der Verantwortung!"
"Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, ich bin hier Oberarzt und Chirurg. Ich habe mehr als genug Verantwortung. Außerdem ist Hasenzahn ja wohl alt genug um auf sich selbst aufzupassen."
"Mensch Marc.. So meint Christian das doch gar nicht."
"EBEN! Wenn sie erstmal ein Kind hat, wird sie nicht mehr arbeiten wollen und dann haben Sie die Verantwortung für's Kind UND für die Frau zu tragen."
"Mein Sohn soll diese dicke Frau und ein ekelhaftest dickes Baby durchfüttern? Soweit kommts noch!" , Elke blickte wütend und sehr aufgebracht von einem zum anderen.
"Mutter? Du sprichst gerade von DEINEM Enkel."
"Na DAS werden wir ja dann noch sehen mein Junge. Wahrscheinlich ist es gar nicht von dir, sondern von so einem Afrikaner."
Mit großen Augen sah Mehdi zu Frau Fischer hinüber die wohl gerade etwas sehr falsches gesagt hatte. Denn Marc sprang auf und schlug mit der Faust auf den Tisch: "WAS BITTE? SPINNST DU???"
"Wo ist sie denn Olivier? Ich möchte mit ihr reden."
"Wenn du hier bist um sie zu einer Abtreibung zu überreden kannst du auch gleich wieder gehen. Sie ist bereits im sechsten Monat."
"Na das erklärt so einiges." ,sagte Elke eingebildet wie eh und je und brachte damit bei Marc das Fass zum überlaufen.
"GEH, Mutter.. Sonst vergess ich mich."
"Gut Olivier... Ich erwarte das du zur Vernunft kommst."

Als Elke gegangen und Marc einigermaßen herunter gekommen war schnaubte er laut auf: "Pfff.. Zur Vernunft kommen. Ich bin vernünftig. Jeder andere hätte die Frau schon längst umgebracht."

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

26.12.2015 09:02
#18 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Achtzehn -Wenn Liebe anfängt schmerzhaft zu werden.. und man eigentlich gar nicht damit umgehen kann-


"Denkst du echt sie kauft dir das ewig ab?" ,skeptisch sah Mehdi Marc an und Christian kratzte sich peinlich berührt am Hinterkopf. "Mir egal. Soll sie glauben und denken was sie will. Diesmal gebe ich nicht klein bei",wütend stampfte Marc in sein Büro und lies sich in seinen Sessel fallen. Was war daran so schwer einfach zu akzeptieren das er Gretchen liebte? Selbst wenn sie wirklich schwanger wäre.. Er würde sich nicht verlassen. Oder doch? Reichte Liebe dazu aus um alle seine Prinzipien über Bord zu werfen?
Gerne dachte er nicht über die Zukunft nach, doch so langsam kamen sie an einen Punkt an dem man darüber reden MUSSTE. Heute würde er den ersten Schritt wagen und auch darüber hatte er gestern nicht lange nachgedacht. Ganz spontan - okay, Mehdi hatte ihm da schon einen kleinen Denkanstoß gegeben. Wenn auch nur unterbewusst. Marc war sich sicher, diese Entscheidung würde nicht sein ganzes Leben auf den Kopf stellen.. Oder doch?



Gretchen schob währenddessen, Saskia durch den Krankenhauspark. Ihre Mutter war nur kurz mit Happy da, doch lange genug um die junge Frau ein klein wenig aufzumuntern. Sie war ganz allein hier und niemand kam sie besuchen. Gretchen wollte so gut es ging für sie da sein.
Auch Saskia gefiel es das die Frau Doktor sich so sehr um sie bemühte und so erzählte sie ihr von ihrer Kindheit und warum sie nach Berlin gekommen war. Eigentlich wollte sie hier auf die Schauspielschule gehen, doch dann kam alles anders. Sie lernte einen jungen Mann kennen. Lange führten die beiden eine Beziehung - bis er eines Tages einfach weg war und mit ihm ihr gesamtes Erspartes.
Jetzt versuchte sie so gut es ging sich über Wasser zu halten, ging in die Einkaufstraße und bettelte.
"Das ist ja schrecklich!" ,sagte Gretchen bestürzt.
"Ach was.. Immer noch besser als Hartz4 beantragen zu müssen. Ich kenne das von meiner besten Freundin damals. Die behalten dich so unter der Lupe. Hast gar kein eigenes Leben mehr und wirst herumkommandiert wo es nur geht. Nein danke! Da geh ich lieber betteln."
"Mhmm.. Sag mal, hast du einen Schulabschluss?"
"Ja. Einen ziemlich guten Realschulabschluss. Wieso?"
"Na, ich könnte vielleicht mal mit Marc und meinem Vater reden. Eventuell können wir dir hier ein bezahltes Praktikum einräumen oder du lässt dich als Krankenschwester ausbilden?"
"Ist das nicht hart?"
"Och. Es geht. Wenn dir die Chirurgie nicht gefällt kannst du auch in die Pädiatrie oder auf die Gynäkologische. Doktor Kaan hast du ja auch schon kennengelernt. Im Beruf ist er genauso lieb wie privat."
"Wenn es dir keine Schwierigkeiten macht?! Warum eigentlich nicht? Menschen helfen ist sicherlich ein richtig gutes Gefühl."
"Ja das ist es wirklich." ,nachdenklich strich sich Gretchen über die Wange als sie sich auf eine der Parkbänke setzte.
Sie kramte eine Tafel Zartbitterschokolade aus der Kitteltasche, brach eine Hälfte ab und hielt sie Saskia hin. Diese sah besorgt zu ihrer persönlichen Ärztin und fragte: "Was ist los mit dir? Du warst vorhin schon so komisch als deine Mutter da war."
"Ach es ist nichts." ,wiegelte sie ab. Doch Saskia nahm ihr das nicht ab und fragte ein paar mal mehr nach.
Und so erzählte Gretchen von Marc. Über die Zeit im EKH als die beiden immer nur im Kreis gelaufen sind, über Afrika als es sie so richtig zusammen geschweißt hatte, die erste Begegnung mit Elke Fischer als sie wieder in Berlin waren. Bis hin zum jetzigen Moment, in dem Marc mit seiner bekloppten Idee um die Ecke kam.
"Und was soll diese Lüge nun bringen?" ,fragte Saskia schließlich.
"Außer das seine Mutter mir die Augen aus dem Kopf kratzen wird? Nicht viel denke ich!"
"Ach was? So schlimm wird sie schon nicht sein."
"Du kennst sie nicht. Sie sieht mich immer an als wolle sie mich gleich umbringen. Macht mich schlecht wo sie nur kann und versucht Marc einzureden das er sich doch bitte, bitte von mir trennen soll. Letzten Monat hat sie sogar eine Herzattacke vorgetäuscht als sie ihn besuchen wollte und ich ihr in Marc's Freizeitkleidung die Tür geöffnet habe."
"Klingt ja fast so als hättest du da ein Schwiegermonster gefunden." ,kicherte Saskia.



"Sehr schön. Wie es meinem Sohn wohl gefallen wird wenn er hört wie Sie über mich sprechen!" ,setzte sich Elke Fischer auf einmal neben Gretchen und sah sie abschätzig an.
"Frau Fischer - wie schöööön" ,grinste Gretchen ihre Schwiegermutter in Spe an.
"Tun Sie hier mal nicht so freundlich. Ich habe Ihnen nur eine Sache zu sagen.. Wagen Sie es sich nicht meinem Sohn das Leben zu versauen. Ich hoffe wirklich für sie, dass dieses Kind von ihm ist und Sie nicht versuchen ihm eines unterzujubeln. Wäre ja nicht das erste Mal das ihm sowas passiert."
"Was? Entschuldigen Sie mal, was bilden Sie sich eigentlich ein?"
"Das frage ich SIE!" ,rief Elke laut aus, "Was wollen Sie wirklich von meinem Sohn?"
"Ich liebe ihn?"
"Das haben die anderen auch alle behauptet. Besonders diese Lina."
"Sie hieß Nina, Frau Fischer. Traurig das Sie das nach drei Jahren Beziehung nicht mehr wissen."
"Ich merke mir die Namen der Frauen meines Sohne nicht. Bevor ich mir einen eingeprägt habe, hat er auch schon die Nächste."
"Und wenn es diesmal anders ist?"
"Ich bitte Sie. Glauben Sie wirklich Sie könnten meinen Sohn für immer an sich binden? Das werden sie nicht schaffen. Dafür fehlt Ihnen einfach die Klasse" ,lachte Elke das etwas überforderte Gretchen an. Doch diese hatte sich schnell wieder gefangen und erwiderte unschuldig: "Klar. Die haben natürlich nur Sie. Deswegen ist er schon mit 18 von zu Hause abgehauen" ,geschockt sah Elke Gretchen an, "und hat sich während des Studiums nicht einmal bei Ihnen gemeldet hat. Vielleicht ist Klasse ja gar nicht das was Ihr Sohn braucht, sondern einfach nur MENSCHLICHKEIT" ,etwas gereizter als beabsichtigt beendete Gretchen ihren Vortrag und sah mit zusammengekniffenen Augen zu Marcs Mutter herüber.
"Woher wissen Sie davon?" ,fragte diese misstrauisch. "Er hat es mir erzählt."
"Olivier redet nicht!"
"Tja mit Ihnen vielleicht nicht, Frau Fischer. Mit mir schon. Wir lieben uns. Akzeptieren Sie das endlich."
"Liebe ist nur ein Wort Kindchen."
"Durch Taten werden diese Worte wahr und bekommen Bedeutung. Warum gönnen Sie ihm dieses Glück nicht? Glauben Sie etwa ich nehme ihn Ihnen weg? Das liegt nicht in meiner Absicht. Doch ich kann Ihnen garantieren, dass Sie ihn verlieren werden, wenn Sie nicht endlich mal nachgeben."
"Das werden wir ja noch sehen" ,mit diesen Worten stolzierte Elke erhobenen Hauptes zu ihrem Wagen.
Gretchen konnte nur mit dem Kopf schütteln und sah bedrückt zu Boden.
"Sie hat kurz über deine Worte nachgedacht" ,sagte Saskia und strich Gretchen liebevoll über das Knie.
Mit einem Mal stand Marc hinter seiner Freundin und legte ihr die Hände auf die Schultern: "Wenn sie überhaupt bei ihr angekommen sind, Saskia. Diese Frau ist nicht zu belehren. Und du, du fährst jetzt. Den Rest schaff ich hier auch allein."
"Wenn du meinst" ,sagte Gretchen schwach lächelnd, "Ich bring nur Saskia noch schnell nach oben. Treffen wir uns dann im Stationszimmer?"
"Klar. Beeil dich, bevor ich meine Meinung noch änder."



Als Gretchen schließlich im Stationszimmer ankam unterhielten sich Marc, Mehdi und Christian über Fußball.
"Habt ihr nichts zu tun?" ,fragte sie die Männer grinsend.
"Nope" ,dröhnte es im Chor.
"Na los Hasenzahn. Geh dich umziehen und dann verschwinde hier. Brauchst mich nachher auch nicht abholen, dein Vater bringt mich eben rum. Hier." ,warf Marc die Schlüssel zu Gretchen herüber. Sie fing sie etwas ungeschickt auf und drehte sie in ihrer Hand: "Das sind nicht deine Schlüssel Marc."
"Stimmt. Sind deine." ,bei ihrem fragenden Blick fügte er an, "Zweitschlüssel?!"
"Hat die nicht deine Mutter?" ,fragte Mehdi verwundert.
"Hatte. Habe sie gestern einfach zurückgefordert."
"Das erklärt ihre Laune." ,sagte Gretchen Augen verdrehend.
Marc stand auf, ging zu ihr und gab ihr einen Kuss: "Wir reden später darüber ja?"
"Okay...." ,etwas verwundert erwiderte sie Marcs Kuss, der für seine Verhältnisse schon fast schüchtern war, "Bis später."
Gretchen verschwand im Aufzug und Marc lief schnell zum Fenster um auf den Parkplatz zu schauen.
Mehdi fragte seinen besten Freund, noch immer total verwundert: "Du vertraust ihr deinen Wagen an?"
"Nach Vertrauen sieht mir das nicht gerade aus" ,zweifelte Christian an.
"Natürlich vertraue ich ihr."
"Und warum stehen Sie dann da am Fenster - Herr Meier?"
Doch keine zwei Sekunden später standen Mehdi und Christian, links und rechts neben Marc am Fenster und sahen interessiert hinunter auf den weißen Volvo. Gretchen hatte es geschafft den Motor laut aufheulen zu lassen, die Schaltung zum quietschen zu bringen und den Wagen wieder absaufen zu lassen.
Marc hielt sie beide Hände vor die Augen und blickte nur noch durch die Finger hindurch: "Oh Gott! Die Frau bekommt allein für's Anfahren drei Punkte in Flensburg."
"Sie wollten sie fahren lassen" ,sagte Christian schulter zuckend.
"Ja. Soll ich sie durch die Kälte laufen lassen?"
"Ihr Vater hätte sie ja auch fahren können."
"Nein eben nicht. Der hat ebenfalls nur Dienst. Mich nimmt er nachher auch nur mit weil er irgendwie eh noch nen Hausbesuch in der Ecke hat."
Grinsend steiß Mehdi ihn mit dem Ellenbogen an: "Deine Mutter hätte sie ja auch bringen können. Die ist doch auch erst vor fünfzehn Minuten abgehauen."
"Sicherlich. Damit es Tote gibt? Nein danke! Gretchen und dem Auto wird schon nichts passieren. Sie fährt eigentlich ganz sicher. Ist halt ein großes Auto für eine kleine Frau.


Doch zwei Stunden später war von Marc's Zuversicht keine Spur mehr. Alles fing ganz ruhig an. Sabine kam in sein Büro, in welchem er gerade ein paar Akten abarbeitete und erzählte etwas von einem Autounfall. Etwas genervt trottete er daraufhin in die Notaufnahme. Eigentlich wollte er einen ruhigen Dienstschluss machen - doch der rückte nun in weite Ferne. Schnell schrieb er Gretchen eine SMS das sie nicht auf ihn warten solle und nahm dann den ersten Patienten von Gordon entgegen. Die beiden Männer machten ihre Späße darüber, dass wohl eine Frau an dem Verkehrsunfall schuld sei. Jedoch brachte Sabine zum ersten Mal ihren Chef zum Schweigen. Er blieb sofort stehen und ihm stand blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben.
"Also der Polizist sagte eine blonde Frau, Anfang 30 in einem weißen.. was war das noch gleich...?"
"WAS FÜR EIN WAGEN? SABINE!"
"Ich weiß nicht mehr.. Ich weiß nur das man zur Zeit versucht die Leiche zu bergen." ,sagte sie ein klein wenig eingeschüchtert. Sie verstand nicht was der Herr Doktor nun schon wieder hatte. Doch auch bald sollte sie erfahren, warum Marc so cholerisch reagierte und nicht mehr Herr seiner Sinne war.
"Rössel an piepen und Sie Sabine konzentrieren sich jetzt! Was für ein Wagen?"
Er stand direkt vor ihr, hielt sie fest an ihren Oberarmen und sah ihr nervös in die Augen.
"Äääähm.. Ich weiß nich..."
"War es ein Volvo?"
"Ja.. Ich glaube.. Kann sein.. Warum fragen" ,stammelte Sabine ängstlich.
Marc schüttelte seine OP-Schwester einmal durch: "Gretchen hat meinen Wagen verdammt!"
"Oh Gott. Die Frau Doktor.." ,hauchte Sabine.

Seitdem lief Marc wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gänge der Chirurgie. Verzweifelt versuchte er Gretchen telefonisch zu erreichen. Doch entweder schaltete sich die Mailbox ein, oder der Anrufbeantworter sprang an.
"Hat er sie noch immer nicht erreicht?" ,fragte Maria Hassmann den angespannten Gynäkologen. Mehdi presste die Lippen aufeinander, sah besorgt zu seinem besten Freund der gerade die Wand trat und den Kopf dagegen fallen lies und schüttelte nur traurig mit dem Kopf.
"Die Polizei will auch nichts sagen. Man versuche noch immer die Leiche zu bergen, heißt es nur." ,erklärte Christian weiter.
Sabine saß verheult an ihrem Computer und schluchzte immer wieder laut auf. Als Marc das Telefon auf die Anmeldung knallte zuckte sie kurz zusammen.
Keiner wusste so recht mit Marc umzugehen, so hatte man ihn noch nie erlebt. Er setzte sich zu Mehdi, stützte die Ellenbogen auf den Knien ab und vergrub das Gesicht in seinen Händen.
In ihm tobte ein Hurrikan der Gefühle. Unglaubliche Angst, Sorge - Verzweiflung. Wut weil ihm keiner was sagen wollte. Verunsicherung, weil er diese vielen Gefühle auf einmal gar nicht sortieren konnte.
In seiner Verzweiflung hatte er seine Mutter angerufen und gebeten bei sich zu Hause zu schauen ob Gretchen da war. Doch von seinem Wagen war keine Spur und auch die Tür blieb verschlossen.
Elke war auf direktem Weg ins Krankenhaus gefahren. Nun stand sie hinter ihrem Sohn und legte eine Hand auf seine Schulter. Noch nie zuvor hatte sie ihren Sohn so erlebt. War er wirklich so verliebt? Sie wollte ihn einfach nicht teilen müssen. Doch hatte dieses dicke Mädchen irgendwo recht.
Als Elke versuchte ihren Sohn zu beruhigen, warf er ihr falsche Anteilnahme vor. Eine halbe Stunde zuvor, hatte er sie unglaublich angeschrien.
Allgemein herrschte eine sehr bedrückte Stimmung. Alle Ärzte die nicht so viel Kontakt zu Frau Doktor Haase hatten, hatten den Krankenhausbetrieb übernommen und so saßen nun die engsten Freunde im Stationszimmer und ließen den Kopf hängen.
Christian hatte zwar schon seit zwei Stunden Dienstschluss, doch mochte er das Ärztepaar und wollte unbedingt seine Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Keiner wagte etwas zu sagen, weil niemand wusste wie Marc wohl reagieren würde. Er hatte in den letzten zwei Stunden schon so das ein oder andere durch die Gegend geworfen oder getreten. Selbst Gabi traute sich nicht den Mund aufzumachen.
Schweigen ... Sekunden die sich wie Minuten anfühlten, wartete Marc darauf das eines der Telefone klingelte. Noch immer hielt er den Kopf in seinen Händen und versuchte seine Atmung zu kontrollieren.

"Mein Gott. Was ist denn hier für eine Trauerstimmung?"

Und mit einem Mal schnellte Marc Meiers Kopf nach oben.

Choconussa Offline

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26.12.2015 09:03
#19 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Neunzehn -Gefühlslawinen, Unsicherheit, erneute Verwirrung und Sabine verliert die Nerven-


Ehe irgendwer was sagen konnte, war Marc von seinem Stuhl aufgesprungen und drückte eine sehr überraschte blonde Frau ganz fest an seine Brust. Er vergrub sein Gesicht in ihren Haaren, küsste ihren Kopf, Hals und wiegte sie hin und her. Die anderen sahen sich das Ganze mit großen Augen an und Gretchen war mit so viel Liebe und Zärtlichkeit - vor allem vor Elke - total überfordert.
"Marc! Ich bekomm keine Luft.. Was ist denn los?"
"Ich hab mir solche Sorgen gemacht" ,sagte er fast weinerlich.
Geschockt sah Gretchen ihn an. Hatte sie da gerade eine Träne gesehen? "Wieso hast du dir Sorgen gemacht?"
"Unfall. Blonde Frau - tot, weißer Volvo" ,erklärte Mehdi schnell denn Marc hatte seine Freundin schon wieder in eine Klammerumarmung gezogen.
"Äääääh" ,etwas unbeholfen strich sie Marc über den Rücken.
"Ich dachte.. Mensch wieso gehst du denn nicht ans Telefon Hasenzahn. Und wieso ist dein scheiß Handy aus?"
"Akku leer" ,erklärte Gretchen, "Ich war mit Gina noch nen Kaffee trinken nachdem ich deine SMS gelesen habe. Und als du gar nicht kamst bin ich halt hier her gefahren. Die Unfallstelle habe ich auch gesehen. Es war allerdings ein Volkswagen - kein Volvo!"
"Oh!" ,mit großen Augen sah Sabine zu Marc auf. Dieser drehte sich ganz langsam mit Ameisenblick zu der Krankenschwester um, welche gerade ganz klein auf ihrem Platz wurde: "Ich bring Sie um Sabine!!! Warum sagen Sie VOLVO wenn es ein VW war?"
"Ich dachte das sei die Abkürzung von Volvo." ,sagte Sabine ganz leise.
Langsam ging Gretchen ein Licht auf: "Moment mal.. Hast du gedacht ich.. Und ich sei..."
"JA VERDAMMT!" ,schrie Marc, "Ich hab gedacht du wärst die Frau gewesen. Im übrigen nicht nur ich. Die anderen hier auch."
"Oh Gott Marc" ,mitfühlend sah sie ihren Freund an, der zum ersten Mal seine Gefühle raus lies und nicht einfach runterschluckte. Doch damit kam er mal so gar nicht klar: "Schau mich nicht so an. Ich hatte eine scheiß Angst."
Lächelnd legte sie ihre Hände auf seine Wangen und zog ihn zu einem Kuss zu ihr herunter: "Ich liebe dich auch Marc." Sie flüsterte es nur, doch Elke hatte es genau gehört.
Gerührt sah sie zu den beiden herüber.
"Ich hab mir wirklich Sorgen gemacht" ,flüsterte er ihr zu, "Mach sowas nie, nie wieder."
"Was Kaffee trinken?"
"Nein. Nicht auf deinen Akku achten. Deine Mailbox quillt sicher schon über. Ich schau kurz noch nach den Unfallpatienten und dann fahren wir."


Er musste hier weg. Sonst hatte er seine Gefühle immer unter Kontrolle und jetzt? Es war einfach aus ihm heraus gebrochen als er sie unversehrt in der Tür stehen sah. Schnellen Schrittes lief er in sein Büro, setzte sich auf die Behandlungsliege und lies den Kopf gegen die Wand fallen.
Noch immer pochte sein Herz so sehr als wolle es aus seiner Brust springen. {Tief ein und aus atmen} ,ermahnte er sich selbst. {Es war nur ein Missverständnis}
Dafür würde Sabine alle Bettpfannen im Krankenhaus mit der Zahnbürste schrubben.
Ganz leise und zaghaft klopfte es an der Bürotüre. Er wollte niemanden sehen, doch als es ein zweites Mal klopfte, bat er um Eintritt.
"Mutter! Seit wann klopfst du an?" ,fragte er erstaunt. Eigentlich hatte er mit dem Professor oder Gretchen gerechnet. Für gewöhnlich platzte seine Mutter einfach in die Räume rein. Immerhin war sie das wichtigste Individuum auf Erden. Marc beschränkte sich da eher auf einzig noch nicht erforschte künstliche Intelligenz - aber man wollte Frauen in ihrem Alter ja nicht die Illusionen nehmen.
"Ich glaube ich muss mich bei dir entschuldigen mein Junge." Sie sah ihn nicht an.
"Nein Mutter. Musst du nicht. Es ist so oder so nur gelogen."
"Marc! Das ist nicht wahr. Ich wusste nicht das sie dir so viel bedeutet. Ich dachte sie sei schneller wieder weg als ich einen Rogelt schreiben kann. Ich habe doch einfach nur Angst dich zu verlieren mein Sohn. Du bist doch.. Wen hab ich denn sonst noch?"
"Zum einen hättest du dann jetzt noch Gretchen und zum anderen; wenn du mich nicht verlieren willst, WARUM kritisierst du dann ständig diese Beziehung? So machst du es sicherlich nicht besser!"
Langsam setzte sich Elke zu ihrem Sohn und legte ihm eine Hand auf's Knie. Ernst sah sie ihn an: "Ich dachte du wirst noch früh genug merken, dass das alles nichts für dich ist. Ich kenne diesen Typ Frau. Sie wird irgendwann heiraten wollen und..."
"Was wenn mir das gar nichts ausmacht, hm?" ,unterbrach er seine Mutter. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah er sie an.
"Mach dich nicht lächerlich Olivier. Du weißt ebenso gut wie ich das es das Letzte ist was du willst."
"Trotzdem liebe ich sie."
"Junge. Wenn sie wirklich heiraten will, du dies aber nicht möchtest und herauszögerst, wird das nicht funktionieren. Je länger ihr diese Beziehung führt, desto unglücklicher werdet ihr sein. Denk darüber nach mein Sohn. Am Ende bleibt nicht mehr, als zwei gebrochene Herzen."
"Och bitte. Werd nicht pathetisch."
"Olivier! Ich habe dich gesehen und trösten müssen als sie diesen Betrüger geheiratet hat. Ich möchte dich nicht noch mal so erleben. Ich bin vielleicht nicht immer die Mutter die du verdient hast, trotz allem mache ich mir Sorgen und es schmerzt mich dich so verletzlich zu sehen. Weißt du wie schwer das eben auch für mich war?"
"Ach, daher.. Du machst dir in so einem Moment sorgen um MICH? Mutter.. Ich dachte Gretchen wäre TOT."
"Ich kenne sie nicht. Warum sollte mir ihr tot nahe gehen?"
"WEIL SIE DIE FRAU IST DIE ICH LIEBE MUTTER!"
"Schrei mich nicht wieder an Olivier."
"Weißt du was? Tue ich nicht mehr.. Ich schmeiß dich raus" , er nahm seine Mutter bei der Hand und zog sie zur Tür, "Ich habe die Schnauze gestrichen voll. Akzeptiere es endlich."
Elke Fischer zuckte mit dem Kopf zurück als die Tür vor ihr mit einem lauten Knall ins Schloss fiel.




Fünf Tage später legte Gretchen ihre praktische Prüfung ab. Ihre Laune war unglaublich gut. Nachdem vermeintlichen Unfall, war Marc regelrecht anhänglich geworden. Sie verbrachte nicht mehr eine Nacht bei ihren Eltern. Er wollte so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen. Die Schichten wurden nur noch zusammen gelegt. Ihre gute Laune hielt dann auch noch die restliche Wochen an obwohl sie um einiges ruhiger wurde als der Tag der Bekanntgabe der Ergebnisse näher rückte. Da war sie wieder.. die Unsicherheit die er nie verstehen würde. Ihn hatte damals sowas nicht geplagt. Vielleicht war er ja doch zu überheblich um sowas nachvollziehen zu können.. Oder zu verstehen. Und ebendeswegen durfte er sich jeden Tag anhören was für ein verständnisloser Kerl er doch sei. Immerhin war sie ja nur nervös und nicht von irgendwelchen Selbstzweifeln geplagt. Er ließ also seine schlechte Laune die er mal wieder wegen ihren Vorwürfen hatte an anderen aus, allen voran hatte Sabine darunter zu leiden. Noch immer war er sauer wegen der 'Falschaussage' wie Marc es nannte.


Heute war mal wieder so ein Moment. Stolz erzählte Marc beim Mittag seinem Chef und Mehdi davon, wie selbstsicher Gretchen doch im OP war und das er bezüglich ihrer Facharbeit ein gutes Gefühl hatte. Doch sie tat dies immer wieder mit Handbewegungen ab und meinte das sie nichts großes tat. Das brachte bei Doktor Meier das Fass zum überlaufen.
Marc verdrehte deshalb die Augen während er sich sein Handy nahm und wählte. Kurz lächelte er freundlich in die Runde als er die verwunderten Blicke der anderen bemerkte.
"Knechtelsdorfer" , wurde der Anruf entgegengenommen. "Ja.. weiß ich! Kantine sofort!" Alle sahen ihn an, doch er lächelte nur freundlich und steckte das Handy wieder in die Kitteltasche. Keine fünf Minuten später stand der junge Österreicher auch schon bei ihnen am Tisch. Etwas außer Atem aber trotzdem freundlich lächelnd. Der Österreicher hatte zwar vor niemandem Respekt aber in Anwesenheit des Chefs wollte er mal wieder ein wenig rum schleimen. "Ah wie schön.. Knechtelsdorfer? Ich möchte das Sie sich auf die Nierentransplantation morgen vorbereiten." Maurice traute seinen Ohren kaum.. "Natürlich Herr Doktor. Ich freue mich wirklich sehr Ihnen assistieren..." "Sie assistieren morgen Frau Doktor Haase!"
"ASSISTIEREN?" ,schrie Gretchen. "Frau Doktor Haase?!" ,kam es verwundert von den anderen. "Ja assistieren Gretchen. Dein mangelndes Selbstvertrauen raubt mir den letzten Nerv. Ich erzähle das du deine Arbeit wirklich gut gemacht hast und du hast nichts besseres zu tun das die ganze Zeit als Nichtigkeit abzustempeln. Und.." "Ja. Deswegen kann ich noch lange nicht so eine OP alleine Leiten?" "Sicher kannst du. Du kennst die Abläufe und weißt was zu tun ist. Und keine Sorge, ich werde brav hinter dir stehen und dir die Wergzeuge sofort abnehmen wenn ich der Meinung bin das du überfordert bist. Oder Fehler machst. Wovon ich allerdings nicht ausgehe."
"Na dann viel Glück!" , Franz drückte kurz die Hand seiner Tochter und aß weiter. "Viel Glück? Wobei?", fragte Frau Doktor Hassmann die ihrem Maurice glücklich anlächelte. "Nierentransplantation." "Na dafür braucht der Meier doch kein Glück. Das macht der doch im Schlaf." ;freundlich blickte sie in die Runde. "Maria... Ich assistiere morgen der Frau Doktor Haase." "BITTE?"
"Mein Gott. Jetzt schaut mich nicht alle an als hätte ich was verbrochen." "Tja.. Sie geben nun mal nicht einfach so Ihren OP ab. Ist was ganz neues." ,sagte Maria mit hochgezogenen Augenbrauen.


"EBEN! Und schon mal gar nicht an mich. Marc ich habe meinen Fach-..." "Darüber haben wir gesprochen. Du machst das morgen und jetzt geh dir Schokolade holen. Es sei denn du hattest schon genug zu knabbern gestern Abend." ,schelmisch grinste er sie an. "Marc!" kam empört von Gretchen.
"Ich muss Kinder.. Streitet nicht wieder." Mit einem kurzen Kuss auf die Stirn seiner Tochter und einem freundlichen Lächeln in die Runde ging Franz wieder seiner Arbeit nach. "Was gab es denn feines?" ,fragte Mehdi sichtlich interessiert.. Er hatte wohl nicht ganz begriffen worum es ging. "Sex!" ,antwortete Marc ohne mit der Wimper zu zucken und bekam deswegen auch gleich einen Fuß gegens Schienbein. "Oh.. ah..ja..", stotterte Mehdi der wie Gretchen, damit nicht ganz so locker umgehen konnte wie sein bester Freund. "Ich bräuchte nach dieser Erfahrung erstmal eine Therapie!", sagte Frau Doktor Hassmann.


"Warum vögeln Sie dann das da?" ,mit einem Finger auf Knechtelsdorfer zeigend staunte Gretchen über sich selbst. Lange blieb ihr dazu allerdings keine Zeit. Ihr Liebster neben ihr der sonst immer Herr seiner Sinne war, hatte sich an seinem Kaffee vorbildlich verschluckt und hustete sich nun die Seele aus dem Leib. Ihr blieb also nichts anderes übrig als ihm immer und immer wieder fest auf den Rücken zu klopfen bis er sich wieder beruhigt hatte. Ihm tränten bereits die Augen, doch als wäre nichts gewesen räusperte er sich kurz und saß sich dann mit seinem selbstgefälligen Blick wieder aufrichtig hin. "Eins zu null für Sie Frau Doktor Haase... Allerdings auch nur weil Sie Meier gerade beinahe ins Jenseits befördert hätten" ,anerkennend hob Maria mit einem höhnischen Grinsen im Gesicht ihr Glas.


Die Oberärzte voll in ihrem Element sprachen nun über OP's, Behandlungsmöglichkeiten und Marc musste dabei immer wieder darin erinnert werden das auch er nur Arzt war und kein Gott. Gretchen hatte allerdings wenig Lust sich an einem solchen Gespräch zu beteiligen. Zu sehr war sie in diesem Moment mit sich selbst beschäftigt. Immer wieder fragte sie sich wo ihre Selbstzweifel herrührten. Ihr Vater wollte schon immer das sie mal im Krankenhaus anfangen würde. Bereits als sie sich zum Studium entschieden hatte, war er mit dieser Idee herausgeplatzt. Was ihrer Mutter natürlich gar nicht gefiel. Immerhin wollte sie für ihre Tochter nur eines: Eine Bilderbuchehe, viele Kinder und ein wunderschönes Haus mit Garten. Sie sollte nicht arbeiten und schon gar nicht in einem Krankenhaus. Da hatte man doch so wenig Zeit für sich oder für Familie. Irgendwie war beides in ihrem Interesse gewesen. Man musste ja beides unter einen Hut bekommen wenn man als Frau auch nur ansatzweise was erreichen wollen würde. Sie lernte im Studium ihren Peter kennen und ihr Glück wäre beinahe perfekt gewesen, bis - na ja.. Darüber wollte sie nun nicht mehr nachdenken. Gerade als sie den Männern abgeschworen hatte und endlich Karriere machen wollte, war ER wieder da.. Sie wieder in einem Liebeschaos das sich von selbst nicht lösen wollte und ihrer erhofften Karriere so weit entfernt wie vom Mars. Es schien ihr fast unwirklich als ihr Vater von der Doktorarbeit anfing die sie ja noch schreiben musste. Da hatte sie doch gar keine Zeit zu. Also schob sie es soweit wie es ging von sich weg... Nachher hatte sie diese mit Bestnoten bestanden, weswegen ihr Vater noch stolzer war und noch mehr in seinem Glauben bestärkt es sei das einzig richtige für seine Tochter in einem Krankenhaus zu arbeiten. Was hatte sie jedoch davon? Mir Marc war sie deswegen auch nicht weiter gekommen, obwohl sie eigentlich damit gerechnet hatte. Immerhin war sie nun Doktor und er .. na ja.. immer noch ein Arsch. Nachdem er in einem Aufgebot von Gefühlen die er nicht auszusprechen wagte, sondern sie nur küsste, seine Liebe zum Ausdruck gebracht hatte bewegten sie sich wieder nur im Kreis... Und das auch noch rückwärts tänzelnd. Er wurde von Tag zu Tag fieser und als sie endlich den Entschluss gefasst hatte ihm nun endgültig den Rücken zuzukehren, besann dieser Trottel sich einfach. Er brachte so viele Dinge ins rollen. Sie musste sich eingestehen: Anscheinend lebte sie doch mehr in ihrer Traumwelt als im hier und jetzt. Dabei hatte sie so unglaublich viel geschafft seitdem sie damals aus Köln geflüchtet und wieder nach Berlin gekommen war. Das hatte sie bisher vollkommen ausgeblendet. Sie saß vollkommen gedankenverloren am Tisch und schaute nur ihr Glas an, sodass sie dankbar war das ihre Kollegen in einem hitzigen Gespräch vertieft waren. Erst sein selbstgefällig höhnisches Lachen und die Aussage das er ja wohl nicht von einer Neurochirurgin belehrt werden müsse, ließen sie aufblicken. In ihre regte sich plötzlich etwas.. War es stolz? Und sie wusste wem sie das zu verdanken hatte. Ihren unbrechbaren Kampfgeist, ihre beinahe fachärztliche Kompetenz. Es war Marc der ihr immer wieder den Mut gab aufzustehen - weiter zu machen. Sie sah ihn an. Er war immer so selbstsicher und zweifelte nie an sich. Die Arroganz tat ihm gut, so eine Art Selbstschutz. An diesem hatte sie angefangen zu saugen ohne es zu bemerken. Noch ehe sie bemerkte das sie es laut sagte, war es auch schon ausgesprochen und direkt an ihn gewand: "DANKE!!!"
"Ehm..mh..wofür?", ihr gegenüber verstand nicht was sie von ihm wollte, doch das war auch nicht wichtig. Sie hatte verstanden... Nur er war in der Lage dazu ihr Selbstsicherheit zu vermitteln.. "Für alles!" damit stand sie auf und ging die verwirrten Blicke der drei Oberärzte die sie sitzen gelassen hatte im Rücken. Sie musste sich auf eine OP vorbereiten. Im Schwesternzimmer bemerkte sie nur beiläufig sie mache Feierabend und bat darum Marc seinen Büroschlüssel wieder zu geben. Schon war sie auf und davon, ehe noch irgendwer was sagen konnte oder sie ihrem Vater über den Weg lief, der garantiert anmerken würde das ihre Schicht noch gar nicht zu ende war.


Marc der seit dem beiläufigen Danke nichts mehr von seiner Assistenzärztin gehört oder gesehen hatte lief leicht irritiert durchs Krankenhaus. Beinahe hätte er die aufgeregte Sabine gar nicht bemerkt die ihm hinter her hoppelte: "Doktor Meier!" , rief sie immer wieder.
Plötzlich blieb er stehen und drehte sich schnell auf dem Absatz um.

"Aaaaah, Sabine. Sie können mir sicherlich mehr über den Verbleib von Frau Doktor Haase berichten - oder?" Wie aus der Pistole geschossen kam auch prompt die Antwort, die seine Laune allerdings nicht wirklich bessern sollte: "Die ist bereits vor eineinhalb Stunden nach Hause gegangen!" Stutzend sah Marc auf seine Uhr: "Ihre Schicht ist doch noch gar nicht zu Ende!!!" Auch Sabine stutzte kurz bei der offensichtlichen Verwirrtheit des sonst so selbstsicheren Oberarztes der eigentlich immer auf alles mehr als nur eine Antwort hatte. "Sie hat das Krankenhaus mit 10 Patientenakten verlassen und mich gebeten Ihnen ihren Büroschlüssel zu geben." ,meinte sie etwas kleinlaut. Seit ihrer Beziehung mit Doktor Gummersbach war sie zwar um einiges selbstsicherer geworden, ihren Respekt vor dem Mann vor ihr hatte sie jedoch nicht ganz abschütteln können.Und schon mal gar nicht seit dem Vorfall vor ein paar Wochen. Wenn es überhaupt ging war er noch gemeiner zu ihr geworden. Also zuckte sie auch diesmal kurz zusammen als er seine Stimme leicht anhob: "Na..! Her mit dem Schlüssel!" Da stand er nun mit offener Hand vor ihr und wartete ungeduldig bis sie ihm langsam den Schlüssel übergab. Und schneller als sie reagieren konnte war er auch schon um die Ecke verschwunden, laut fluchend.. Wie immer eigentlich wenn sie ihm etwas über die Frau Doktor berichtete was ihm nicht gefiel. "Oh jeee.. ", seufzte sie. Nun musste sie ihm also doch wieder hinter her rennen. Als sie endlich an seinem Büro ankam und ungebeten eintrat, war ihr klar das seine Laune die eines brodelnden Vulkans gleichkam. Es war ihr aber egal. Warum konnte dieser Mann nicht einfach mal stehen bleiben und zuhören? Also schrie sie los: "Wenn Sie jetzt Frau Doktor Haase anrufen, zieh ich den Stecker und hole einen Anästhesisten der sie narkotisiert." Die gewünschte Wirkung setzte augenblicklich ein - er hielt in seiner Bewegung inne. Natürlich um jeden Moment loszupoltern und sie in ihrer ungemeinen Unverschämtheit auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Doch diesmal war sie schneller. Sie knallte ihm den Brief der Ärztekammer auf den Schreibtisch und schnaubte: "Wenn Sie auch nur einmal aufhören würden sich nur einen Kopf über sich selbst zu machen hätten Sie den Brief schon vor fünf Minuten gehabt!" Er hörte allerdings gar nicht mehr zu und vergaß, zu seiner eigenen Verwunderung, empört über das Verhalten von Sabine zu sein. Er wollte nur schnell diesen Brief öffnen. Wenn die Ärztekammer schrieb verhieß es eigentlich nichts Gutes. Entweder es mussten wieder Proben gemacht werden. Ärzte, Schwestern und Assistenten würden wieder auf's Blut getestet, jemand verlor seine Zulassung - was bisher zum Glück nur einmal vorgekommen war - oder aber -....

Choconussa Offline

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26.12.2015 09:07
#20 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zwanzig -DSDS oder doch lieber eine Liebeserklärung?-


Schnell lief er durch die Gänge des Krankenhauses. Mehrmals wurde er angesprochen, doch er reagierte nicht. Nun gab es wichtigeres zu tun. Als er sein Ziel endlich erreicht hatte, platzte er ohne anzuklopfen in das Büro.
"MEIER! Was platzt du hier einfach ungebeten herein?"
"Ich muss mit Ihnen reden Herr Professor." ,sagte Marc außer Atem und ohne auf die Frage einzugehen. Er legte seinem Chef den Brief der Ärztekammer vor die Nase.
Schnell überflog der Professor die Zeilen und seine Miene erhellte sich mit jedem weiteren Wort.
"Na das ist doch ganz wunderbar." ,freute er sich. "Allerdings. Ich dachte.. also ich wollte fragen ob wir eine kleine Feier veranstalten könnten? Das würde sie sicherlich freuen -also als, Überraschung?"
"Hm -hm.. Mhmm.." ,überlegte Franz und wiegte den Kopf hin und her.
"Vielleicht in der Cafeteria? Rita macht sicherlich ein schickes Essen fertig."
"Oh mein Gott, nein. In der Cafeteria klingt schon mal gut. Ich werde allerdings meine Frau bitten uns etwas zu zaubern. Dann muss ich wenigstens keine Angst haben einen Zuckerschock zu erleiden."
Grinsend nickte Marc: "Da haben Sie wohl recht."
"Ich trommel gleich das Personal zusammen und künde die Feier an. Mit Anwesenheitspflicht werden wir das schon irgendwie wuppen."


Das ganze Personal wusste bescheid. Marc hatte mit Gretchens Vater die kleine Feier soweit vorbereitet. Diese sollte am Wochenende stattfinden ganz beiläufig in der Kantine und mit dem ganzen Personal. Gretchen verstand nicht warum Anwesenheitspflicht bestehen sollte, wenn es keinen vernünftigen Anlass dazu gab. Nachdem sie das vor ihrem Vater zum besten gegeben hatte wunderte Marc sich das er keinen Hörsturz erlitt als der Professor sie anschrie auch sie habe sich als seine Tochter nicht den Aufforderungen zu widersetzen. Ihrer Laune zu urteilen hatte er schon Sorge das die OP ins Wasser fallen würde. Zu seinem Erstaunen arbeitete sie allerdings unglaublich konzentriert - wie nie zuvor. Er musste nicht eingreifen, sie gab Knechtelsdorfer klare Anweisungen und ein bisschen wehmütig musste er feststellen das er nun nicht mehr immer mit ihr im OP stehen würde. Sie musste ja nun nicht mehr assistieren. Auch wenn sie dies, so dachte er, wohl auch noch bis ans Ende ihres Lebens machen würde. Mir nichts dir nichts war eine Stunde später die OP zu Ende, die Niere im Patienten und Gretchen strotze nur so vor stolz weil Marc ihr nichts entgegenzubringen hatte.


Während seine Freundin beinahe vor stolz platzte, wurde er von Tag zu Tag ungehaltener und nervöser. Vor allem Mehdi fiel auf das was nicht stimmte und so dachte er es wäre mal wieder an der Zeit bester Freund zu spielen. Das allerdings, gefiel Marc überhaupt nicht. "Na Meier!? Welche blonde Schönheit ist Ihnen denn wieder über die Leber gelaufen?"
"Wirklich sehr witzig" ,fauchte er ungehalten. "Du wolltest das ich dir zuhöre nun bin ich hier. Also rede!" Augenrollend nahm er zur Kenntnis das Mehdi sich schon neben ihm niedergelassen hatte und es nicht so aussah als würde er gleich wieder schnell die Biege machen. Er stellte einfach auf Durchzug.. Immer die beste Lösung in solchen Situationen.. Gretchen war auch das ein oder andere Mal einfach abgezogen als er mit Ignoranz aufwartete. "Schon überlegt was du morgen Abend sagen willst?!" "Nein..." ,brummte er verärgert. {Nun hat er schon die ganze Woche Zeit und weiß trotzdem nicht was er da morgen sagen soll..} Mehdi schüttelte den Kopf: "Unfassbar.. Dann hoffe ich mal für dich das dir schnell was einfällt..!" "Hmmm." ,grummelte er vor sich hin. Er wusste genau was er sagen würde. Er war sich nur nicht so sicher ob ihm die Worte auch so einfach über die Lippen kamen wie er sie sich im Kopf zurechtgelegt hatte. Das konnte er jedoch nicht vor allen zugeben.. Also beschloss er das ganze so spontan wie möglich aussehen zu lassen. Warum war der Professor auch auf die Idee gekommen, ihn eine Rede halten zu lassen.
Vorträge über Tumore ja.. Aber so richtige Reden? Neee.. Eigentlich echt nicht sein Spezialgebiet. "Also Meier.. Was zwickt dich schon wieder?"
"Mehdi? Ich weiß.. Ich habe dir vorgeworfen ein schlechter Freund zu sein. Allerdings muss ich dir sagen ich habe gerade keine Lust zu reden. Wobei - dabei handelt es sich wirklich nicht um ein Problem mit Hasenzahn. Ich hadere eher mit mir selbst ein wenig." "Ach, das packst du schon. Bist ja sonst auch immer zu allem in der Lage", er klopfte ihm kurz auf die Schulter und ging.
Da saß er also. Marc Meier zum Idioten degradiert weil er angeblich nicht wusste was er sagen sollte. {Toll hinbekommen!}


Gretchens schlechte Laune war ihr ins Gesicht geschrieben. Sie wusste nicht was sie hier sollte und auch die anderen konnten ihr nichts sagen. Wahrscheinlich wussten sie es selber nicht. Als ihr Vater so lächelnd an ihr vorbei ging war sie zum ersten Mal seit langem wieder richtig sauer auf ihn. Zeitverschwendung war das hier doch. Sie könnte nun gemütlich bei Marc auf der Couch sitzen und sich von ihm anhören wie schwachsinnig er DSDS doch fand. Beim Gedanken daran musste sie leicht lächeln. Ein Blick auf die Uhr und noch einer durch den Saal - da war ihre schlechte Laune auch gleich schon wieder da weil sie ihn nirgendwo entdecken konnte. Wollte der sich echt davor drücken?
Noch ehe sie darüber nachdenken konnte was der Herr sich denn für Ausreden einfallen lassen würde, hörte sie sie schon - die wohlig, kehlige Stimme - über die Lautsprecher.
Was bitte war hier los? ~Na gut.. Erstmal zuhören~ mahnte sie sich selbst.


"Einen wunderschönen guten Abend. Sie wissen alle warum wir heute so zahlreich erschienen sind und reichlich Alkohol fließt." ,die Lacher waren auf seiner Seite , "Es gibt Tage im Leben, da steht man morgens auf und hat den kompletten Tagesablauf vor Augen. An einem solchen Tag habe ich mich auf den Weg gemacht. Zur Arbeit, wie jeden Morgen. Die Op's waren geplant. Die Assistenten zugeteilt. Also steig ich in den Fahrstuhl, sehe die Frau die sich im Spiegel bewundert und denke mir ich träume." ,Gretchen musste grinsen ,"Da stand sie Margarethe Haase im Arztkittel. Als ich mir schon das Schlimmste ausmalte, hoppelte sie auf den Professor zu. Sie würde sich für eine Assistenz in der Chirurgie interessieren. Mein Kindheitstraum wurde wahr. Ich durfte Hasenzahn also herumkommandieren. Das tat ich auch. Wirklich sehr sehr gern." Der Saal lachte und Gretchen standen Tränen in den Augen. "Es folgten viele Monate Stichelein, Tränen und regelrechte Kriege... bis heute." , er musste schlucken , "Es gab mal jemanden, der mir bei einem Mittagessen in der Kantine sagte: Ich hoffe irgendwann ist nicht nur dein Job, sondern eine Frau dein Leben." Keiner im Raum außer Gretchen wusste was damit gemeint war. Ihre Eltern sahen sie nur an, irgendwie konnten sie sich denken das nur von ihrer Tochter sowas kommen konnte. Noch immer stand sie da, sah den Mann an und kämpfte mit den Tränen. "Bis vor wenigen Tagen.." , fuhr er fort , ".. war mir nicht klar, was dieser Satz in mir irgendwann mal bewegen würde. Heute stehe ich hier und kann Ihnen allen sagen: Es ist so. Eine einzige Frau, hat es geschafft -eigentlich noch bevor sie diesen Satz sagte, aber.. na.. sie kennen mich ja.. - das nicht mehr mein Job sondern sie mein Leben ist." Er sah sie nun direkt an - sie weinte. Es war so lange her das sie Freudentränen weinte... "Als ich vor einigen Tagen in meinem Büro saß, aufgebracht darüber das die Dame sich einfach aus dem Staub gemacht hatte ohne sich abzumelden, dachte ich nicht das mein Ärger durch STOLZ ersetzt werden können wurde. Da klatsche mir Schwester Sabine einfach einen Brief auf den Schreibtisch und fuhr mich an ich solle mich doch mal mehr um andere sorgen, als immer nur um mich selbst. Tja.. Und nun möchte ich dir gratulieren", er sah Gretchen wieder direkt an und hob ihn hoch, den Brief der nun alles verändern würde ".. ich heiße Dich recht herzlichen Willkommen, als staatlich anerkannte Chirurgin in meinem Team!" , er grinste wie ein Honigkuchenpferd, denn er wusste wie ihr das nun den Boden unter den Füßen wegriss. Sie schnappte nach Luft: "Dein Ernst?" "Seh ich hier so im Anzug und mit Rede so aus als würde ich scherzen?" , fragte er kopfschüttelnd {Selbst jetzt schafft sie es noch zu diskutieren.}
"Na, Kälbchen geh schon." , ihr Vater sah sie stolz an. Doch sie hörte ihm schon gar nicht mehr zu. Sie lief direkt in Marcs Arme um sich bei ihm zu bedanken, zu entschuldigen und noch mehr zu weinen, wie damals als sie sah wie er Gabi einen Heiratsantrag machte. Er gab ihr zu verstehen das alles in Ordnung sei und sie sich keine Gedanken zu machen brauchte. "Darf ich Dich dann nun fragen ob Du.. " , ein raunen ging durch den Raum. Würde er sie nun fragen ob sie ihn heiraten wolle? Mehdi sah sich schon als Trauzeugen auf der Hochzeit der Frau die er wohl immer ein wenig lieben würde.


Zwischenspiel - Marc Meiers Sprüche zum Thema Hochzeit


Die Liebe ist das Licht des Lebens in der Ehe kommt die Stromrechnung.

Heirat ist eine Geiselnahme unter Mitwirkung des Staates.

Viele, von denen man glaubt, sie seien schon gestorben, sind bloß verheiratet.

Die Ehe ist wie eine belagerte Burg, die die drin sind, wollen raus, und die die draußen sind, wollen rein. Vollkommen unverständlich!

Heirat ist eine Dummheit, die zu zweit begangen wird.

Die Ehe ist ein Zweikampf, der mit Ringen anfängt.

Ehe ist gegenseitige Freiheitsberaubung in beiderseitigem Einvernehmen.

Wer keinen Humor hat, sollte eigentlich nicht heiraten.

Die Frau weint vor der Hochzeit, der Mann danach.

Heiraten heißt, seine Rechte halbieren und seine Pflichten verdoppeln.

Schön, wenn man die Frau fürs Leben gefunden hat. Schöner, wenn man noch ein paar mehr kennt.

Als Junggeselle ist der Mann ein Pfau, als Bräutigam ein Löwe und als Verheirateter ein Esel.

Entschließt sich ein Mann zur Heirat, ist das vielleicht der letzte Entschluss, den er selbst fassen konnte.

Ehe eine gerechte Einrichtung: die Frau muss jeden Tag das Essen kochen, und der Mann muss es jeden Tag essen.

Ehen werden im Himmel geschlossen? Achso.. Deshalb fallen nach einer Hochzeit auch so viele aus allen Wolken.


Quelle: http://www.sprueche-und-wuensche.de/hoch...hzeitssprueche/
Zwischenspiel Ende


"..mit mir zusammen die Leitung der Chirurgie übernehmen willst?" Es war für Gretchen fast wie ein Heiratsantrag. Die Schnappatmung setzte sofort ein, noch mehr Tränen quollen aus ihren Augen und sie umarmte ihn so fest sie konnte. Das Personal sah sich nun erstaunt an und leises Getuschel war zu hören. Franz hatte Marc die Erlaubnis gegeben ihr dieses Angebot zu machen. Wenn er es schon nicht schaffte sie zu ehelichen war das doch ein guter Anfang gewesen. Bärbel schüttelte nur den Kopf auch sie hatte mit einem Heiratsantrag gerechnet.
"Du hast mir noch nicht geantwortet" ,bemerkte er lächelnd und aus ihrem Mund kam nur ein kratziges und sehr sehr verweintes: "Ja, will ich!"
Marc war in dem Moment wohl stolzer als Franz, grinste wie ein Honigkuchenpferd und küsste sie. Länger als eigentlich beabsichtigt.
Langsam setzte das Klatschen ein als sie sich endlich voneinander lösten.

Alle sahen sich kurz verwundert an, bevor sie anfingen zu klatschen. Selbst Frau Dr Hassmann war verwundert. Gretchen Haase hatte es tatsächlich geschafft Karriere zu machen und die große Liebe zu finden. Als Marc sich endlich von seiner ersten Assistenz löste sah er ihr noch lange in die verweinten Augen. "Jetzt hat sich das Make-Up gar nicht gelohnt", schmollte er. "Och man Marc.. Kannst Du in so einem Moment nicht mal was schönes sagen?" "Habe ich das gerade nicht? Ich denke ich habe Dinge gesagt, die ich so noch nie gesagt habe." "Das hast Du wirklich. Wer entscheidet denn nun über was?" "Mhmm.. Ich denke, ich lasse Dir freie Entscheidung. Ich bin nicht mehr dein Chef. Du kannst nun auf Station machen was Du willst. Entlassen wen du willst." ,zwinkerte er ihr zu. "Schade das Gabi sich zurück in die Gyn versetzen lassen hat." , grinste sie.

"Kälbchen. Ich bin so unglaublich stolz auf dich." , ihr Vater nahm sie lange in den Arm. Selbst ihre Mutter konnte ihre Freude nicht zurückhalten. "Jetzt müssen wir nur noch über dein Gehalt reden Gretchen." "NEIN! Ich will nicht mehr Geld haben. Ich habe keine eigene Wohnung, ich habe kein Auto und das was ich habe reicht mehr als genug Leute." "Aber Margarethe.." ,fing ihre Mutter an, "..du kannst doch nicht mehr arbeiten für dasselbe Geld." Marc grinste in sich hinein und beschloss sich aus diesem 'Familiengespräch über Finanzen' heraus zu halten.
"Doch Mama, kann ich. Ich wohne immer noch bei euch und ich habe wirklich kein Interesse daran an Geld zu ersticken. Ich mein, wofür soll ich das denn alles ausgeben?" "Du könntest dir ja schon mal ein schönes Haus suchen und..." "MAMA! Ich werde mir kein Haus suchen und die Zimmer meiner nicht vorhandenen Kinder einrichten. Ich werde auch kein weißes Kleid kaufen und in die nächste Kirche rennen. Kannst du nicht einfach akzeptieren das ich glücklich bin so wie es zur Zeit ist?" "Ich mein ja nur, du kannst ja auch nicht ewig.." Diesmal unterbrach Marc Bärbel ganz bestimmt: "Du könntest mit dem Geld ja Kartons kaufen. Vielleicht ein paar Blumen und nen Wagen mieten damit man deine Sachen in einem Rutsch zu mir bekommt!" Gretchen bekam ganz große Augen: "Bitte was?" Zur Abwechslung arbeitete ihr Kopf nicht weiter. Bärbel strahlte bis über beide Ohren und Franz sah seinen Schwiegersohn in Spe voller Stolz an. "Ja, wieso denn nicht? Du bist eh mehr bei mir wie bei deinen Eltern. Ich hab dich gern bei mir zu Hause und irgendwann sollte man so einen Schritt doch gehen wenn man sich für eine.. ja.. Beziehung entscheidet." "Ehm.. Marc.. Ich weiß das du vielleicht ein wenig viel getrunken hast aber.. Meinst du das wirklich ernst?!" , sie konnte es noch immer nicht glauben. "Ja meine ich! Rede mit deinen Eltern darüber.. ", grinste er, "Ich bin bei Mehdi wenn du mich suchst." Nachdem er ihr einen Schmatzer auf die Wange gedrückt hatte, war er auch schon verschwunden und ließ seine verwirrte Freundin einfach stehen.


"Na Meier? Stolz auf Gretchen?" "Puhh, du kannst dir gar nicht vorstellen wie froh ich war als ich gelesen habe das sie bestanden hatte." "Hast du denn dran gezweifelt?" "Natürlich nicht!" , er musste wieder den Kopf schütteln, "Ich halte sie nicht für dumm, okay? Ich hatte mir nur noch nicht überlegt was ich ihr sagen würde, wenn sie es nicht geschafft hätte." Mehdi grinste: "Das was du da vorhin gesagt hast, wäre glaube ich genug gewesen." Fragend sah Marc ihn an. " Ja Marc, das war Liebeserklärung und Heiratsantrag in einem. Du hast sie gefragt ob sie sich dein Leben mit dir teilen will. Seitdem wir uns kennen und seitdem du Oberarzt geworden bist, warst du voll eins mit deinem Job. Niemand konnte sich dazwischen drängen. Nichtmal deine Mutter!" "Ja.. ich mein.. ich.." "Hör auf rum zustottern Meier. Du hast es geschafft. Sie gehört dir und sie wird dich nicht mehr gehen lassen." "Na ja.. Ich hab ihr gerade gesagt das ich möchte das sie bei mir einzieht." Mehdi lies sein Glas fallen. "Du hast was? DU? Marc Meier?"



-Flashback-
Zwei Oberärzte, die unterschiedlicher nicht sein könnten, saßen zusammen in einer Kneipe und sahen sich das Fußballspiel an. Der eine, groß, braunhaarig und mit so unglaublichen Knopfaugen, fühlte sich in seiner Haut nicht wirklich wohl. Es wurde geschrieen und geraucht. Er kam sich vor wie in einer Dampfkammer. Der andere, groß, braunhaarig und mit so tiefgrünen Augen, genoss es mal einen Männernabend mit seinem besten Freund zu verbringen.
Doch nicht lange. Mehdi hatte nichts besseres zu tun als auf die Frauenwelt zu sprechen zu kommen. "Wann fragst du sie denn ob sie bei dir einziehen will?" "Hä?" , Marc war verwirrt. "Warum sollte ich sie das fragen?" "Na.. Ihr seit nun seit fast zwei Monaten wieder hier. Ihr seit über ein Jahr liiert, irgendwann geht man doch diesen Schritt." "Klar! Und dann folgt eine Hochzeit und die dazugehörigen Quälgeister." "Meier! Selbst wenn.. Was ist so schlimm daran? Es gibt doch nichts schöneres als sich und der Frau die man liebt ein Nest zu bauen." , seelig grinste der Gynäkologe vor sich hin. "Ein Nest? Seh ich aus wie ne Amsel?"
Verständnislos blickte Mehdi seinen besten Freund an. Wie kann man nur so verbohrt sein? Da hat er eine wunderbare Frau an seiner Seite und traut sich noch immer nicht den nächsten Schritt zu gehen. Obwohl dieser, für ihn, schon mehr als überfällig gewesen war.
"Apropos Amsel.. Wie läufts mit der Brillenschlange?" "Nenn sie nicht so. Wir wollen es langsam angehen lassen. Ja in Afrika hatten wir viel Spaß zusammen und ich muss sagen ich finde sie ganz nett. Allerdings hängen wir beide noch ein wenig der Vergangenheit nach."
"Lilly und Gretchen also.." "Maaaaarc.." "Is gut Mehdi. Ich komm damit klar solange du deine Finger von ihr lässt." Schief grinste der Chirurg seinen besten Freund an. "Du sagst es aber schon so schön. Es langsam angehen lassen. Das ist auch das was ich möchte. Wir sollen uns da nicht wieder verrennen. Missverständnisse gab es mehr als genug." "Liebst du sie? Von ganzem Herzen?" - doch darauf, sollte der Gynäkologe keine Antwort bekommen.

-Flashback Ende-



"Nein. Der andere, mein böser Zwilling. Er hat es sich zum Ziel gemacht, ihr das zu geben was sie immer wollte und mir endlich meine wohlverdiente Ruhe zu schenken. Also Mehdi, ich bin kein Unmensch!" "Du bist aber auch nicht der der hingeht und einfach so jemanden fragt ob er zu dir ziehen möchte." "Ich habe auch nicht einfach so gefragt und ich habe auch nicht irgend wen gefragt. Ich habe Gretchen gefragt und zwar ganz bestimmt."
"Vielleicht sollte ich dich öfter mal suchen Marc." ,strahlte Gretchen. "Aaaah, die Frau Dr Haase, komm her lass dich drücken." , Mehdi nahm sie in den Arm um ihr zu gratulieren. "Gretchen, ich habe nichts gesagt, was du nicht schon längst weißt." , er zog sie in seinen Arm und sah sie einfach nur an. Er wusste das er die wundervollste Frau der Welt hatte. Sie war immer verständnisvoll, selbst nach der Geschichte mit Gabi hat sie an ihm festgehalten. Er wusste er würde das Richtige tun. Das einzig richtige. Sie waren schon länger als ein Jahr zusammen. "Ich liebe Dich, Gretchen."
Der ganze Saal wurde ruhig. Marc hatte vergessen das Mikro auszuschalten an dem sie nun standen. Wieder ein Raunen, wieder wurde geklatscht. Das ganze Krankenhaus wusste um das Liebesdrama um Doktor Meier und Doktor Haase. Was war es für ein langer Weg bis hier her. Wie viele Tränen hatte sie vergossen? Wie oft standen die beiden schon kurz vor dem Ziel und standen sich dann doch nur im Weg? Als er las sie würde für ein Jahr gehen, war ihm klar das es ein Ende haben musste. Er hatte doch seine Freiheiten. Er konnte sich die Hörner abstoßen und er hatte unglaublich viel Spaß. Warum also noch warten?!
Seine Mutter würde sich damit nicht arrangieren können, doch es war ihm egal. Sie war nun nicht mehr die einzigste Frau in seinem Leben. Vielleicht war sie es auch nie gewesen. Er wusste nicht wie lange er Gretchen schon liebte. Was hatte sie alles für ihn getan? In der Schule wie später auch im Krankenhaus. Was wäre gewesen wenn er die Herz-OP damals doch noch bekommen hätte und später herausgekommen wäre das der Patient nie Hirntod war? Hätte man ihn mitverantwortlich gemacht, weil er nicht noch einmal alle Ergebnisse durchgegangen war? Dann wäre seine Karriere im Eimer gewesen. Sie würden nicht hier stehen wenn diese unglaubliche Frau nicht einen erbitterlichen Kampf gekämpft hätte. Das wusste er. Doch wie würde es weiter gehen wenn sie sich erstmal jeden Tag 24 Stunden aufeinander hockten?
Das alles ging ihm durch den Kopf während sie ihn einfach nur küsste. Sie brauchte gar nicht zu antworten. Er wusste auch so das sie ihn mehr liebte, als alles andere auf der Welt - {mal abgesehen von ihrer Schokolade }


Ein paar Stunden später war die Party wieder im vollen Gange. Die Gefühlsduselei hatte ein Ende, der Alkohol floss und Gretchen war damit beschäftigt von allen Kollegen die Glückwünsche entgegen zu nehmen.
Er saß an seinem Tisch und spielte mit seinem Glas als Franz sich zu ihm setzte. "Marc, ich bin unglaublich stolz auf dich." "Wie darf ich das verstehen?" "Erinnerst du dich an unser Gespräch als Gretchen Frank verlassen hatte?" "Als wäre es gestern gewesen, Herr Professor." , er lächelte freundlich. "Ich sagte damals zu dir ich würde mich fragen was für ein feiges Arschloch du wärst, würdest du nicht mit Gretchen einen Kaffee trinken gehen. Ich wusste das sie dich liebt. Ich wusste das es kein anderer Mann ändern konnte. Was sollte ich allerdings machen außer zuzusehen? Du wolltest es nicht wahrhaben. Warum nicht Marc?" , Franz schaute ihn eindringlich an. Diesmal wollte er es wirklich wissen. Eine ehrliche Antwort. Marc holte tief Luft, räusperte sich kurz und fing an zu erzählen: "Wissen Sie, Gretchen war in der Schule die größte Nervensäge von allen. Egal wo ich war, sie war da. Kam ich zu Spät zum unterricht, hat sie mich gesucht. Sie hat mich auch immer gefunden, als wenn sie mich riechen konnte." , er musste leicht lächeln ,"Ich mochte niemanden der versucht hat sich mir anzunähern. Entweder ich habe es selbst zugelassen oder man konnte mich mal. Jeden Tag fuhr ich mit einem flauen Gefühl nach Hause. Was würde mich wieder erwarten? Meine betrunkene Mutter damit sie den Streit mit meinem Vater besser aushalten konnte. Ich habe in meinem Elternhaus nur Schläge und Streit erfahren müssen. Da war keine Liebe. auch wenn meine Mutter mich mehr liebt wie alles andere, sie konnte und sie kann es nicht zeigen. Erst als ich sagte ich würde gehen, wurde sie wach. Sie hatte es dann endlich geschafft meinen Vater vor die Tür zu setzen. Ich machte mein Abitur, mithilfe von Gretchen und ging zum Studium. Mir war klar ich würde sie nie wieder sehen. Ich fand es nicht schlimm. Trotzdem habe ich irgendwann mal nach ihr gefragt. Was ich hörte war für mich einfach unfassbar. So wollte sie doch heiraten. Also habe ich damit abgeschlossen. Als ich dann bei Ihnen im Krankenhaus anfing, wusste ich um ihren Namen. Ich wollte aber nicht mehr darüber nachdenken, also habe ich es verdrängt. Dann war sie wieder da... Sie wurde wieder aufdringlich. Sie hat wieder geklettet. Es ging mir wieder auf die Nerven." Er musste kurz innehalten sah zu ihr und wusste irgendwann würde er ihr das auch sagen müssen. "Aber ich liebte sie. Konnte damit nur nicht umgehen und um sie nicht noch unglücklicher zu machen als sie es ohnehin schon war, hielt ich sie auf Abstand. Viel zu oft kamen wir uns viel zu nahe. Wie sollte ich denn damit umgehen? Ich kannte kein glückliches Familienleben so wie sie. Sie waren Ihrer Tochter immer ein gutes Vorbild und haben ihr alles vorgelebt. So wollte sie es auch und ich denke sie will es noch immer. Ich war es nicht und ich bin mir auch immer noch nicht sicher ob ich ihr das irgendwann mal bieten kann. Als sie dann gehen wollte, brach für mich eine Welt zusammen. Das wollte ich nicht noch mal. Sie war mein ganzes Leben lang ohne das ich es wusste oder gemerkt hatte meine Stütze. Also beschloss ich es einfach zu versuchen. Und ich bereue es nicht." , er sah betreten wieder auf sein Glas. Doch Franz hatte genau das was er hören wollte und auch insgeheim wusste gehört. "Weißt Du... Das alles hättest du schon viel eher haben können mein Junge. Wie oft haben Bärbel und ich zusammen gesessen und uns gefragt wann du es endlich anpackst..." "Ich weiß Herr Professor.." "Mensch, jetzt hör mit diesen Förmlichkeiten auf und nenn mich beim Vornamen. Ich bitte dich nur um eines: Rede mit ihr. Sie kann es nicht ausstehen wenn sie dich innerlich leiden sieht du dich ihr aber nicht öffnest." "Werde ich machen.. Danke Franz." Dieser klopfte Marc nochmal auf die Schulter und lies ihn mit sich und seinen Gedanken allein.


Es war in den frühen Morgenstunden als er und Gretchen endlich in seiner Wohnung ankamen. Sie waren einfach nur unfassbar müde und wollten nur noch ins Bett. Brachte wohl das Alter mit sich. Allerdings waren sie noch jung genug um sich ihrer Sehnsucht hinzugeben. Er streichelte ihr durch ihre Locken und sah ihr lange in die Augen. Sie wusste was er wollte... Er zog sie an sich heran und küsste sie zärtlich.


Am nächsten Tag sollten sie den letzten freien Tag, bevor ihre Zeit im Krankenhaus als gleichgestelltes Team anfangen sollte, haben. Marc beschloss nach dem Joggen Brötchen mitzubringen. Derweil deckte Gretchen den Tisch ein, ging unter die Dusche und versuchte nicht allzu nervös vor dem nächsten Tag zu sein. Sie und Marc verbrachten einen wundervollen Tag. Fast schon so, als wäre sie mal wieder in einem ihrer Tagträume. Gemeinsames Frühstück, kuscheln auf dem Sofa bei einem Film, ein heißes Vollbad (nicht ohne Hintergedanken von Marc) und schon war es Zeit sich ins Bett zu begeben.
"Marc?", sie lag mit dem Kopf auf seiner Brust und streichelte seinen Bauch. Er genoss es und er wollte auch nicht reden also brummte er nur ein "Hm?" heraus. "Ich habe Angst vor morgen Marc..." "Wieso denn das?", fragte er entgeistert. "Na, das war bisher immer DEINE Station. Ich bin Dir nur hinterher gedackelt. Jetzt soll ich NEBEN Dir her dackeln und Anweisungen geben? Ich glaube nicht das ich das kann... " "Sicher kannst Du, hast Du mir gegenüber mehr als einmal bewiesen Gretchen. Mach Dir keinen Stress, geh es locker an. Ich werd Dich da nun auch nicht ins kalte Wasser schmeißen sondern Dir zur Seite stehen und alles nach und nach zeigen." Sie schielte zu ihm hoch, da lag er nun grinste vor sich hin und wusste genau das ihr das nicht reichen würde. "Marc, bitte.. Ich hau Dich wenn ich irgendwas falsch mache und du mich dafür verantwortlich machst." Er verdrehte die Augen: "Was bitte willst Du denn falsch machen? Du hast die letzten Wochen die OP's fast allein gemacht, die Akten hast Du geschrieben und Du hast zumindest eine Visite halbwegs alleine gemacht. Ich finde deine Arbeit ist mehr als ausreichend um eine Station, auch wenn ich mal nicht da bin, leiten zu können." "Wirklich?", sie war ganz verlegen. "Wirklich! Und jetzt schlaf ein bisschen. Morgen wird ein harter Tag." Sie lagen beide noch ein wenig wach. Jeder in seine eigenen Gedanken vertieft. Gretchen dachte nur an den morgigen Tag. Wie sollte sie das nur machen? Sie durfte klare Anweisungen geben und musste nicht auf ein Okay warten. Langsam aber sicher schlief sie ein. Marc der noch lange mit ihren Haaren spielte, dachte derweil nur an das Gespräch mit Franz. Wie lange würde es wohl noch dauern, bis er mit Gretchen solche Gespräche führen musste. Ja genau MUSSTE.


Sie betraten am nächsten Morgen wie immer das Krankenhaus, doch diesmal war alles anders. Die beiden hatten ein mulmiges Gefühl im Magen, war ja auch immerhin eine neue Situation.
"Guten Morgen Herr und Frau Doktor. Kann ich Ihnen Kaffee bringen?" , Schwester Sabine sah verlegen auf den Boden. Gretchen entschied sich dazu sich vor sie hinzustellen. Ihre Hand schob vorsichtig Sabines Kopf hoch sodass sie sie ansehen konnte. "Sabine, ich bin noch immer die, die sie kennengelernt haben. Ich bin jetzt kein anderer Mensch. Sie können weiterhin mit mir reden wie vorher auch, okay? Ich möchte nicht anders behandelt werden weil ich nun eine andere Stellung habe." "In Ordnung Frau Doktor" , Sabine lächelte fröhlich.
"Ja Schwester Sabine, sehen sie Hasenzahn als" , er tat kurz so als würde er nach den richtigen Worten suchen, "eine freundliche männliche Variante von mir." Gretchen schmiss einem Apfel nach ihm, den er gekonnt auffing und sofort davon abbiss. "Danke Dir, Du wirst wohl doch eine bessere Kollegin als mir lieb ist, Madame." Hassmann betrat Augenverdrehend das Schwesternzimmer. "Dann hoffe ich mal Ihre Laune ist nun wieder besser Haase. Sonst kündigt bald die gesamte Chirurgie wenn zwei 'Meiers' hier rumrennen und wie wild jeden erschießen der ihnen in den Weg kommt." "Ja noch rennen hier ja Meier und Haase rum, werte Kollegin" ,meldet sich nun auch Mehdi zum Dienst.
Gretchen und Marc hatten sich vorgenommen zu schweigen und zu genießen. Sie standen also Schulter an Schulter mit ihrem Kaffee in der Hand und verfolgten die Unterhaltung.
"Dr. Kaan, ich verstehe nicht warum Sie sich immer und immer wieder in die Gespräche anderer Leute einmischen müssen. Können Sie nicht einfach mal hinnehmen was andere gerade in den Raum werfen?" "Nein Frau Dr Hassmann das kann ich nicht denn immerhin versuchen Sie hier Sachen zu behaupten die dem gar nicht so sind. Die beiden sind meines Wissens nach noch nicht verheiratet und wenn doch, wäre ich wohl sehr wütend weil ich kein Trauzeuge .." "TRAUERzeuge wohl eher!", wurde er von Gabi kurz unterbrochen die auch direkt weiter Richtung Gyn marschierte, lies sich davon aber nicht beirren. "..gewesen bin. Also laufen hier Meier und Haase rum und erschießen jeden der ihnen in den Weg kommt. Zumal die beiden nicht mal das tun werden, weil sie vorgestern Abend die liebsten Menschen auf der Welt waren, wie sie selbst gegenüber Herrn Knechtelsdorfer bemerkt hatten." er lächelte freundlich Frau Hassmann an die sich ein wenig ertappt fühlte. "Passen Sie mal auf, vorgestern ist nicht heute. Die beiden fangen nun an gemeinsam eine Station zu leiten. Die Angestellten hier tun mir jetzt schon leid. Als ob das Chaos hier auf der 3 nicht schon groß genug war als die beiden ihr Techtelmechtel noch nicht ausgelebt haben und nur davon träumten." "Och das tun wir heute noch Frau Hassmann" , warf Marc kurz ein und bekam auch gleich von Gretchen einen Ellbogen in die Seite, weil sie genau wusste was er meinte. "Ich will nicht sagen das ich mich nicht für sie freue Dr Haase aber.. Ich denke es wird schwer." "Sicherlich wird es das Frau Dr Hassmann, allerdings glaube ich nicht das mein Vater oder Marc mir diese Aufgabe zu Teil werden lassen würden wenn sie meinen würden ich wäre der Sache nicht gewachsen. Ich habe Angst hier Fehler zu machen. Niemand ist in eine Solche Rolle hineingeboren. Auch sie werden sicherlich von einem Oberarzt eingearbeitet worden sein bevor dieser..." , doch genau da dämmerte es ihr. Sie sollte gar nicht die Stellvertreterin sein oder die zweite Stationsleitung. Sie sollte die Station übernehmen. Damit Marc gehen konnte... "Gretchen?" , fragten Mehdi und Marc gleichzeitig, auch Frau Hassmann sah besorgt zu ihrer Kollegin. "Samma Marc, kann es sein das mein Papa irgendwas klingeln lassen hat das ich die Station übernehmen soll?" "Eeehm, ne?!.. Wie kommst Du darauf?" "Mhmm, lass mich mal nachdenken. Ein Professor der ganz kurz davor ist in Rente zu gehen, ein Oberarzt der schon seit Jahren gern den Beruf des Chefarztes innehaben wollte und eine Assistenzärztin, frisch ernannt zur Chirurgin die aus heiterem Himmel die 'zweite' Stationsleitung machen soll?" , sie setzte das Wort zweite, mit NACHDRUCK in Klammern. Marc jedoch starrte sie nur an als wenn sie ihm gerade gesagt hatte das sie schwanger wäre. Mehdi und Hassmann tauschten Blicke aus die nicht zu deuten waren und Schwester Sabine hatte sich nachdenklich auf ihren Stuhl begeben. Frau Hassmann besann sich dazu ein paar Worte zu sagen: "Frau Haase, sein Sie mir bitte nicht böse aber ich denke kaum das der Professor solche Hintergedanken hat. Meier ist noch viel zu Jung um das Krankenhaus zu leiten." "Ja und? Er war ja wohl auch zu jung um Oberarzt zu werden! Er hatte auch viel zu früh seine Arbeiten fertig. Wieso nicht?" Marc hatte sich die Hände vors Gesicht gehalten. War das möglich? Sollte er bald...? Nein.. Das konnte nicht sein. Franz Haase würde nicht einfach so seinen Beruf aufgeben. Langsam besann er sich und antwortete auf Gretchens Theorie: " Ich denke, wenn Dein Vater solche Absichten HÄTTE, würde er Dir das sagen und Dich nicht einfach ins offene Messer laufen lassen." "Wohl eher Dich Marc. Du kannst mich vorbereiten.. Wer bereitet Dich denn darauf vor?"
"Ich!", kam es von der Tür.. Franz Haase stand dort und sah sich die Truppe an die nun mit offenem Mund vor ihm stand. Sein Entschluss würde feststehen. Er ging in Rente.

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

03.01.2016 15:45
#21 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Einundzwanzig -Wahrheiten, Erkenntnisse und Franz Haase weiß auch mal nicht mehr weiter-





Marc wollte nicht begreifen was er da hörte. Er schüttelte nur ungläubig den Kopf. Gretchen setzte sich langsam auf einen Stuhl und Frau Hassmann und Mehdi sahen sich nur geschockt an. "Ich habe euch bewusst davon noch nichts gesagt. Ich wollte es schonend tun und ich wollte mir erst ein Bild davon machen wie ihr zwei miteinander klar kommt wenn ihr gleichgestellt seid. Ich möchte nicht dieses Krankenhaus verlassen und dann wenn ich als Patient eingeliefert werde einen Kriegsschauplatz vorfinden. Ich hätte ahnen müssen das meine Tochter schnell dahinter kommen würde. Das es so schnell werden würde, hatte ich nicht bedacht." , ein wenig beschämt sah er nun zu Boden. Marc ging mittlerweile im Raum auf und ab nur um was zu tun. "Aber Papa, du musst doch mit uns reden..." "Nicht bevor IHR nicht miteinander redet." Marc blieb stehen. Er wusste nun auch was das am Abend der Feier auf sich hatte. Er wollte die beiden darauf einstellen, besser miteinander zu kommunizieren damit sie auch, wenn sie hier bald allein waren, klar kommen würden. Ihm wurde schlecht.


Sie konnten es noch immer nicht glauben und in Gretchen, wich die Fassungslosigkeit langsam und wurde durch Wut ersetzt. Sie konnte selbst kaum glauben wie sie mit ihrem Vater sprach, jedoch waren die Blicke der anderen, vor allem der von Marc noch viel ungläubiger.
"Sag mal. Wann hattest Du vor uns das zu sagen? Einen tag bevor du deinen Schreibtisch räumst oder was?" ,sie schrie ihren Vater zum ersten Mal in ihrem Leben an, "Das ist egoistisch von dir. Ich habe die Stelle angenommen weil ich dachte Marc und ich würden eventuell ein wenig enger zu einander finden. Nicht damit du dich hier klammheimlich vom Acker machen kannst! Hast du Mama schon gesagt das sie NIE Enkelkinder bekommen wird?" "Was? Kälbchen das ist doch albern." "Nein ist es nicht. Und willst du auch wissen warum nicht? Ich habe keine Lust so zu Enden wie ihr. Ich zu Hause ohne Job und jeden Tag darauf wartend das mein Mann irgendwann mal von der Arbeit kommt. Damit meine Kinder dann irgendwann ausziehen und ich genauso vereinsame wie sie. Glaub mir, darauf kann ich verzichten. Ebenso darauf, das ich die Affären meines Mannes bezahlen muss damit sie die Finger von ihm lassen." "Kälbchen..." "NEIN Papa, jetzt rede ich! Wolltest du deswegen das ich im Krankenhaus anfange?" "Nein. Als ich vorschlug du solltest im Krankenhaus anfangen habe ich nicht daran gedacht. Aber sei doch mal ehrlich mein Kind", er ging vor seiner Tochter in die Hocke, "wie lange wartet Mama nun darauf das ich in Rente gehe? 3 Jahre! Ich habe niemanden gefunden dem ich das Krankenhaus anvertrauen konnte. Ja auch Marc war nicht vertrauenswürdig genug um dies in meinen Augen zu können. Wenn er sich allerdings so liebevoll um meine Tochter kümmern kann, kann er sich auch um dieses Krankenhaus sorgen." "Pah!!!" , Gretchen stand wütend auf, "Wenn es dir darum ging, kannst du das Krankenhaus auch Peter, Mehdi oder Frank übergeben. Die haben sich auch liebevoll um mich gekümmert." Ihr standen Tränen in den Augen. Marc wollte sie in die Arme nehmen, doch sie ließ es nicht zu. "Nein Marc, lass mich... Lasst mich einfach alle in Ruhe!" Damit zog sie von dannen und ließ sie alle niedergeschlagen und verwirrt zurück.
"Wir gehen dann mal." ,räusperte Mehdi sich und bedeutete Sabine und Hassmann den Professor und Marc allein zu lassen. "Marc ich..." , fing Franz an, doch diesmal unterbrach ihn Marc. "Hattest du mir nicht vorgestern noch gesagt Gretchen und ich müssten mehr miteinander reden? War das nun nur auf unsere Beziehung ausgelegt oder auch auf die berufliche Situation der wir bald gegenüber stehen würden?", auch er war unglaublich wütend und ging während er sprach von links nach rechts. "Auf beides Marc", Franz stand auf um ihm in die Augen sehen zu können, "Ich wollte euch nicht ins kalte Wasser springen lassen. Ich wollte das ihr Abläufe lernt zu planen. Das ihr lernt mehr auf den anderen einzugehen. Ihr hättet unterschiedliche Schichten übernehmen müssen damit Gretchen lernt auch mal nicht auf dich angewiesen zu sein. Ich hätte euch zu genüge darauf vorbereitet." "Das ändert nichts daran das es nicht aufrichtig war. Mir geht es hierbei nicht um mich sondern um deine Tochter. Gestern Abend sagt sie mir noch wie groß ihre Angst vor dem heutigen Tage ist und ich Vollidiot spreche ihr noch gut zu. Wir reden miteinander Franz. Wir arbeiten seit 2 Jahren zusammen und sind 8 Jahre zusammen zur Schule gegangen. Wir sind doch keine Kinder mehr denen man das Laufen beibringen muss!" "Das weiß ich. ich weiß aber auch wie lange ihr dafür gebraucht habt um eure Beziehung mal auf die Reihe zu bekommen." "Ja! Haben wir.. und? Jetzt läuft es doch." "Mehr oder weniger Marc." "Bitte?", fragte er fassungslos. "Habt ihr über eure Zukunft gesprochen? Sowas sollte man tun BEVOR man eine feste Bindung eingeht und nicht erst wenn man dieses schon getan hat." "Ich kenne ihre Zukunftspläne Franz." "Sie deine auch?" Marc musste schlucken. "Ehm..." "Das meine ich. Du bist ihr gegenüber auch nicht aufrichtig. Sie weiß das du sie liebst aber weiß sie auch wohin das führt? auf Ewig an der Seite von Marc Meier, ohne Ring am Finger in einer zwei Zimmerwohnung ohne Kinder!", zum Schluss hatte er bewusst die Stimme erhoben. Marc stand da wie ein Häufchen Elend. Franz schnaubte nur und ging ohne ein weiteres Wort an ihm vorbei.
"Stimmt es Marc?" , Gretchen stand verheult hinter ihm. Sie hatte alles gehört. Als keine Antwort mehr von ihm kam, wusste sie das ihr Vater recht hatte. Doch sie wollte es aus Marcs Mund hören. Vor dem Schwesternzimmer sammelte sich das Personal, doch sie bemerkten es nicht. Marc holte tief Luft bevor er sich zu ihr umdrehte. Jetzt war es also früher als gedacht. "Nicht ganz Gretchen..." "Was heißt nicht ganz?" , ihre Stimme war schon gefährlich hoch. "Gretchen, setz dich. Bitte!"
Er saß ihr nun gegenüber, hielt ihre Hände und sah ihr in die Augen. "Weißt du nich wie ich dir damals sagte, das es nie so werden würde wie du es dir vorstellst?" Sie nickte kurz, war jedoch nicht in der Lage dazu zu antworten. "Weißt du.. Ich kann eine Beziehung eingehe. Ich kann zärtlich und romantisch sein. Ich kann mir aber nicht vorstellen zu heiraten oder jemals Kinder in die Welt zu setzen." Betreten sah er nun auf seine Füße. Gretchen musste unglaublich viel Luft holen. Es war wie ein Schlag in die Magengrube. Ihr war klar er würde Zeit brauchen. Das er ihr jedoch hier und jetzt ins Gesicht sagte, das sie vergeblich darauf warten würde.. damit hatte sie nicht gerechnet.


Fünf Tage lang schweigten die beiden sich an. Nur wenn es um Patienten ging, wechselten sie ein paar Worte. Marc hatte Gretchen erklärt das Familie nichts für ihn sei. Er brauchte seinen Freiraum.
Worauf sie nur mit dem Kopf schütteln konnte. Familie war immerhin kein Gefängnis. Lange schrie sie ihn an. Wie oft hatte sie ihn in Afrika gefragt ob ihm bewusst war worauf er sich ein lies. Wie oft hatte sie versucht mit ihm über die Familienplanung zu reden um eben diese Situation zu vermeiden?
Immer und immer wieder beteuerte er ihr an dem Nachmittag vor fünf Tagen, dass er sie liebte und wirklich mit ihr leben wollte. Doch sie sagte ihm nur das sie darüber nachdenken müsse. Sie wusste nicht ob ihr das reichte.
Schon als Kind hatte sie klare Vorstellungen von ihrem Leben. Heiraten, Kinder bekommen, mit dem Mann ihrer Träume alt werden. Und eben dieser Mann sagte ihr, dass sie auf ewig darauf warten würde.
In diesen fünf Tagen ging sie allen Konsequent aus dem Weg. Mehdi versuchte mehr als einmal ein Gespräch mit ihr anzufangen - doch wurde er nur angefahren das sie keinen Therapeut brauchte.
Auch an Marc kam niemand heran. Zwei mal tauchte seine Mutter im Krankenhaus auf, um ihn und Gretchen zum Essen einzuladen. Sie wollte ihre Schwiegertochter in Spe endlich kennen lernen und sich mit der Situation arrangieren. Doch wiegelte Marc beim ersten Mal ungeschickt ab und so roch seine Mutter Lunte.
Sie ging also zu Franz und fragte ihn was mit ihrem Sohn los sei. Nachdem er ihr erklärt hatte, was sich im Stationszimmer zugetragen hatte, musste sie ihrem Sohn einfach vor Augen halten das er hin und wieder einfach mal auf sie hören sollte. Nun habe er den Salat.
Das war nicht gerade das was er hören wollte.


Marc saß am Abend auf seiner Couch und schaltete den Fernsehr an, während Gretchen direkt im Schlafzimmer verschwand und beim Kramen einen riesen Krach machte. Zehn Minuten später stand sie vor ihm und hielt etwas hinter dem Rücken: "Können wir reden?"
"Sicher." ,nickte er und machte ihr platz.
Sie setzte sich zu ihm und stelle einen kleinen Holzschrank mit drei Schubladen auf den Tisch. Verwundert nahm er dieses 'Ding' unter die Lupe. Ganz klein und kaum erkennbar war auf die Schubladen geschrieben: VERGANGENHEIT - GEGENWART - ZUKUNFT.
"Ich hab mir lange Gedanken gemacht Marc und ich möchte dir danken das du doch noch ehrlich zu mir warst. Du weißt sicher noch wie wir mit Zwambe damals ausgemacht haben nach dem Schubladenverfahren zu handeln."
"Klar. Paartherapie bei einem Schamanen" ,lachte er doch Gretchen erwiderte es nicht. Sie zog einfach nur die Schublade auf der ZUKUNFT stand heraus. "Wir wissen nun beide was die Zukunft uns bringt." , sagte sie bedrückt und zog auch die Schublade Gegenwart heraus, "Und mit dieser Zukunft möchte ich diese Gegenwart nicht. Ich hatte gedacht wir könnten langsam darauf hin arbeiten - gemeinsam. Jetzt weiß ich das es nicht geht."
Mit großen Augen sah Marc sie an. Was wollte sie ihm sagen?
"Ich weiß nicht so ganz was du jetzt von mir willst. Kannst du bitte?"
"Es bleibt nur eine Schublade Marc. Vergangenheit. Das was zwischen uns ist oder war, ist einfach nur noch Vergangenheit. Es tut mir leid aber ich kann keine Beziehung führen die im NICHTS endet."
"Das ist nicht dein Ernst? Das kannst du nicht bringen, Gretchen ich.."
"Ja du Marc. Du hast es damals schon gesagt und ich denke ich hätte doch einfach auf Gina hören sollen. Sie hat mir immer und immer wieder gesagt das ich darauf warten werde bis ich schwarz werde."
"Gretchen.. Ich liebe Dich.. Das reicht doch um eine Beziehung zu führen."
"Sicherlich reicht es. Ich habe aber Vorstellungen von einer Beziehung. Sie entwickelt sich weiter und bleibt nicht nach einem Zusammenzug stehen. Es würde mich nur unglücklich machen und ich denke nicht das dies Sinn einer Bindung ist. Es tut mir leid Marc."
Sie stand auf und ging. An der Tür stand eine Tasche die Marc bis eben nicht gesehen hatte. Das Ganze war also geplant und sie warf ihn damit vollkommen aus der Bahn.


Verheult stieg Gretchen zu ihrem Vater in den Wagen. "Kälbchen willst du wirklich..."
"JA. Fahr jetzt einfach nach Hause bitte."
Dort angekommen, verschanzte sie sich sofort in ihrem Zimmer. Kurz rief sie noch die Treppe hinunter das sie nicht gestört werden möchte und sich eine Woche frei nehmen wolle.
Fragen sah Bärbel ihren Mann an, doch dieser seufzte nur kurz auf und schüttelte den Kopf.
"Sie hat sich also von ihm getrennt!?" ,fragte sie den Professor beim Abendessen.
"Ja. Sie kam heute Mittag in mein Büro und fragte mich ob sie noch bei uns wohnen könne und ob ich sie später bei Marc abholen könnte. Sie kam vorhin total verheult aus dem Haus."
"Was sollen wir denn jetzt machen Franz? Wieso trennt sie sich denn auf einmal von ihm? Die beiden waren doch so glücklich."
Franz verschwieg absichtlich das er nicht ganz unschuldig an der Trennung war. In seinem Interesse war dies nicht - er dachte vielleicht kommen die beiden mit der Zeit damit klar oder Marc würde seine Meinung noch einmal ändern. Doch das seine Tochter diesen Schritt gehen würde hatte er nicht erwartet. Immerhin war Marc Meier das einzige worüber sie redete und was sie schon immer wollte.



Drei Monate später packte Marc gerade den letzten Karton. Er hatte die Stelle des Chefarztes des EKH abgelehnt und gekündigt. Er konnte nicht mehr mit ansehen wie Gretchen eine Woche nach der Trennung immer und immer wieder verheult ins Krankenhaus kam und beinahe hyperventilierte wenn sie ihn sah. Er war nicht in der Lage sie zu sehen oder auch nur an sie zu denken. Es schmerzte ihn jedesmal ein wenig mehr. Vorallem jetzt da er wusste, es gab kein zurück mehr. Die Wohnung war gekündigt, die Sachen schon alle im Umzugswagen. Nun stand er in seiner leeren Wohnung und dachte nochmal an die Zeit in Berlin, seitdem Gretchen Haase wieder auf dem Plan stand. Seine Mutter trat an ihn heran, die Hand auf seiner Schulter "Mutter ich komme gleich. Lass mir bitte noch zehn Minuten." "Natürlich mein Sohn." Seit zwei Monaten war seine Mutter ihm eine unglaubliche Stütze. Kurz dachte er an Mehdi's 'Anker'. So konnte man es nennen. Jetzt wo Gretchen weg war und er Berlin verlassen würde, brauchte er einen neuen. Dieser sollte wohl seine Mutter sein.
Er ging nochmal durch jeden Raum. Dachte an die vielen Dinge die ihm hier in dieser Wohnung passiert waren. Mit welchem Enthusiasmus er damals den Mietvertrag unterschrieben hatte. Wie Gretchen das erste Mal bei ihm kochte und damit zwei Töpfe ruinierte. Die ganze Küche hatte gequalmt und am Ende saßen sie beide keuchend und hustend auf dem Küchenboden und bestellten lachend Pizza. Er dachte daran wie er sie, als sie bei einem Fußballspiel frech wurde, in kompletter Montur unter die kalte Dusche gestellt hatte. Wie sie geschrien hat und ihn dann zu sich zog. Im Schlafzimmer blieb er schließlich stehen. Wie schön war es doch jeden morgen neben der Frau aufzuwachen die man liebte? Meistens hatte er morgens ihre langen Haare im Gesicht, er lächelte. Angelehnt an der Wand, dachte er an die erste gemeinsame Nacht. Es war unglaublich. Niemals vorher hatte er gewusst wie es war mit einer Frau zu schlafen die man liebt. Richtig liebt.
Er schloss die Augen und er wusste nicht wie lange er schon so dort saß als es plötzlich zaghaft am Türrahmen klopfte. "Ich wollte mich bei Dir verabschieden!" ,kam verweint von ihr. "Wozu?" ,flüsterte er traurig und ebenso traurig sah er in ihr verweintes Gesicht. "Na ja.. Eigentlich wollte ich mich auch bei dir bedanken." "Wofür?", noch immer sah er sie so traurig an wie nie. Sie konnte seinem Blick einfach nicht standhalten also zog sie eine Flasche Bier aus ihrer pinken Tasche gab sie ihm und setzte sich zu ihm. "Weißt du" ,fing sie an zu erzählen ohne ihn anzusehen, "ich wollte immer eine Familie. Ich wollte immer ein glückliches Leben. Mit dir ist das nicht möglich und ich bin dir sehr dankbar das du so offen zu mir warst." "Was bringt das nun noch?", fragte er sie schulterzuckend. Sie sah ihn an. Stumme Tränen liefen über ihr Gesicht und er zog sie in seine Arme, wo sie ungehemmt anfing zu weinen. Zärtlich strich er ihr immer wieder über den Arm und drücke ihr einen Kuss auf den Scheitel. "Du solltest langsam los." Er schüttelte nur mit dem Kopf und zog sie noch näher zu sich. Diesen Moment, auch wenn es ein trauriger war, wollte er genießen.
Nach einer ganzen Weile entzog sie sich ihm, sah ihm tief in die Augen und küsste ihn kurz: "Ich werde Dich immer lieben, Marc." Mit diesen Worten machte sie sich von dannen. Es war an der Zeit ein Leben ohne ihn zu führen. Wütend pfefferte Marc die Bierflasche an die Wand vor ihm. Wie dumm konnte man eigentlich sein?
"Olivier. Ich weiß es fällt dir schwer, doch wir sollten langsam los, hm."
"Ja Mutter. Ich komme!"


----Timlapse----


Drei Monate nach der Trennung ist Marc also gegangen.
"Margarethe, ich begrüße es sehr das du die Station übernommen hast und dich der Arbeit so aufopfernd widmest. Allerdings finde ich du könntest mal einen kleinen Gang zurückschalten!" "Wieso?" ,fragte sie ihren Vater ungläubig. "Ich habe weder Kinder noch einen Mann oder sonst wen zu Hause der auf mich wartet. Ich kann also so lange arbeiten wie ich es gerne möchte."
Es waren sechs Monate vergangen seit Marc gegangen war und sie die Station übernommen hatte. Sie verkrümelte sich in der Arbeit um nicht so viel an ihn denken zu müssen. Wunderbare Abwechslung. Langsam verstand sie ihn. So wie sie es nun tut, hatte auch er sich damals in die Arbeit geflüchtet wenn es ihm schlecht ging. Seine Laune hatte er an anderen ausgelassen und wurde schnell selbstgefällig. Das alles machte sie nun auch aus. Gefiel es ihr? Ja. Gefiel es den anderen? Nein. Einige auf Station hatten schon tief durchgeatmet und sich gefreut als sie hörten das der Meier gekündigt hatte. Doch sie wollte ihren undankbaren Kollegen nicht den Gefallen tun endlich ruhe zu finden. So arbeitete sie nicht mehr zwölf sondern vierzehn Stunden am Tag, scheuchte Knechtelsdorfer durch das halbe Krankenhaus, schloss sich regelmäßig in ihrem Büro ein und wohnte quasi im EKH.

Ihr Vater hatte von allen am meisten unter der ganzen Situation zu leiden. Jetzt fehlte ihm nicht nur wieder ein Nachfolger sondern auch sein Schwiegersohn in Spe. Doch auch seine Tochter fehlte ihm. Er erkannte sein kleines Kälbchen gar nicht mehr wieder. Die Arbeit war ihr wichtiger als alles andere. Sie sprach mit eigentlich niemandem mehr über ihre Gefühle, versteckte sich. Langsam machte er sich wirklich Sorgen um sie. Was konnte er nur tun?
"Weißt du Papa, ich habe mir mal Gedanken gemacht und ich möchte das du was wegen Knechtelsdorfer machst. Ich denke Dr. Meier hat dir da oft genug schon was zu gesagt. Er ist einfach nur schrecklich."
"Seine ärztlichen Kenntnisse reichen doch vollkommen aus!?" "Ehm, ja.. Auf dem Dorf vielleicht. Bei einer maximal invasiven OP ist er nicht zu gebrauchen. Nehme ich ihn zu einer minimal invasiven OP mit und frage ihn ab, bekomme ich entweder nur Gestotter aus ihm raus oder aber falsche Antworten." "Mhmm.. Meier hat sowas auch immer gesagt. Vielleicht teile ich ihn ja für den Notdienst ein. Mal sehen wie er sich dort macht." "Die armen Sanis" ,stöhnte sie und stand auf um in ihrem Büro eine ruhige Minute für sich zu haben.


Franz Haase saß an seinem Schreibtisch und lies den Kopf hängen. Man konnte es ihr einfach nicht mehr recht machen. Ja Knechtelsdorfer war nicht der Arzt der er sein müsste um eine große Karriere zu machen. Doch seine Tochter machte dem jungen Österreicher das Leben zur Hölle seitdem der Meier weg war. Wie sollte man sich bei so einer Chefin denn konzentrieren? Fast alle Kollegen wurden in ihrer Gegenwart unfassbar nervös und suchten meist schnell das Weite. Nur Sabine hatte einen guten Draht zu ihr.
Kopfschüttelnd griff Franz nach dem Telefonhörer - es war an der Zeit zu handeln.


"Meier." ,brummte der Angerufene mürrisch in sein Handy.

"Marc, du musst herkommen und meine Tochter von ihrem Arbeitswahn runter holen."

"Franz?"

"Ja. Hör zu. Gretchen ist schlimmer als du in deinen besten Tagen hier im Krankenhaus. Die Kollegen haben unter ihr mehr zu leiden wie unter dir, na ja.. Bis auf Schwester Sabine. Bitte. Du musst mit ihr reden."

"Ich denke nicht das ich da in irgendeiner Art und Weise helfen kann. Ich möchte da auch nicht helfen. Wir haben beide genug gesehen und gehört um zu wissen das sie nicht auf mich hören wird. Hat sie eigentlich noch nie."

"Überleg es dir bitte Marc. ich werde dich zu nichts zwingen. Irgendwer muss ihr allerdings mal ihre grauen Zellen durchpusten. Bärbel und ich haben sie seit sechs Monaten nicht einmal mehr zu Hause gesehen. Sie schläft in ihrem Büro und..."

"Bitte? Wieso denn das?"

"Na wenn ich das wüsste. Sie ist nur noch am arbeiten. Ich will gar nicht wissen wie viele Patientenakten sie jetzt schon wieder durchgeht. Irgendwas fällt ihr immer ein was sie machen kann. Wenn sie nicht im OP steht, was äußerst selten ist, rennt sie auf der Station rum und scheucht alles auf was auch nur vier Minuten Pause macht."

"Na dann arbeitet das Personal wenigstens mal für das Geld welches es gezahlt bekommt. Wieso steht sie so viel im OP?"

"Na weil sie so ziemlich alle OP's macht die anstehen. Es sei denn sie überschneiden sich. Bleibt ja nicht aus."

"Mhm.. Ich denk mal drüber nach. Vielleicht rufe ich sie nachher mal an."

"Danke Marc. Vielleicht könnt ihr ja dann auch noch mal miteinander reden..."

"Bezüglich dessen haben wir uns denke ich schon alles gesagt. Ich denk drüber nach, kann dir da aber echt nichts versprechen."


Marc legte auf und starrte an die Zimmerdecke. Nun war er aus Berlin weg, in seiner neuen Wohnung und hatte trotzdem keine Ruhe. Seine Mutter rief täglich an, Mehdi kam an den Wochenenden zu besuch und versuchte ihm in den Hintern zu treten. Er hatte wirklich jede Menge Schwierigkeiten damit nicht an Gretchen zu denken. Doch je angestrengter er das versuchte umso mehr Bilder erschienen ihm vor seinen Augen. Glückliche Momente. Davon gab es, auch wenn es schwer war mit ihnen, jede Menge. Erschöpft strich er sich über das Gesicht und drehte sich auf die Seite. Vielleicht sollte er einfach mal aufstehen, sich bewegen - doch dazu hatte er weder Lust noch die Kraft. Anerkennend musste er nicken. Gretchen hatte wohl eine ansehnlichere Beschäftigung gefunden um den Gedanken aus dem Weg zu gehen. Wenn sie überhaupt noch an ihn dachte. Vielleicht lag sie ja auch schon wieder mit Mehdi in der Kiste oder mit Gordon. Ekel überkam ihn. Wenn er sie anrufen würde, würde sie bestimmt nicht abheben. Vielleicht einfach mit unterdrückter Nummer in ihrem Büro anrufen? Wollte er das überhaupt? Ihre Stimme zu hören würde ihm bestimmt nicht weiter helfen sondern ihn nur noch mehr nach unten ziehen. Mehdi hatte mal was von einer Depression gefaselt. Sicherlich, er doch nicht. Nur weil er die meiste Zeit auf der Couch oder im Bett verbrachte und auf nichts Lust hatte war er doch nicht depressiv.

Choconussa Offline

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03.01.2016 15:47
#22 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zweiundzwanzig -Rückkehr und |Der Chefarsch ruft der Ha(a)se hoppelt| XL-Teil



Einen ganze Woche später raffte er sich auf und wählte die Nummer des Büros welches bis vor einem halben Jahr noch seines war.

"Dr. Margarethe Haase, Elisabeth-Krankenhaus, Chirugie." ,flötete sie und er musste augenblicklich lächeln.

"Guten Tag Frau Dr. Haase. Ich habe gehört sie schikanieren das Personal und nehmen allen die Arbeit weg!?"

"Was willst du Marc?" ,kam genervt aus dem Hörer

"Dein Vater hat mich angerufen und mich gebeten mit dir zu reden. Ich sollte dich doch bitte von deinem Trip runter holen. Wobei ich nicht wirklich weiß ob ich das kann. Hörst ja eh nicht auf mich."

"Warum rufst du dann trotzdem an? Ich habe zu tun und keine Zeit für irgendeinen schwachsinnigen Smalltalk."

"Ich wollte deine Stimme hören" ,flüsterte er.

"Ich habe für sowas keine Zeit Marc. ich muss in den OP!"

Schon hatte sie aufgelegt. Betreten sah er auf sein Handy. Was hatte er sich nur dabei gedacht? War doch klar das sie nicht mit ihm reden wollte.


"Ach wer taucht denn da mal zum Mittag auf?" ,strahlte Mehdi seine Kollegin an. "Ja, irgendwie kann ich das Büro nicht mehr sehen. Monatelang nur darin sitzen ist doch nicht so der Knüller" ,lächelte sie. Seit dem spontan Anruf, der sie ein wenig aus der Bahn geworfen hatte, waren drei Tage vergangen. "Erstaunlich wie gut deine Laune ist. Hätte ich nicht erwartet." Sie verdrehte die Augen: "Fängst du jetzt auch damit an das ich mich in die Arbeit flüchte nur um nicht an Marc denken zu müssen? Wenn ja, dann kann ich dir sagen, dem ist nicht so. Die Arbeit macht mir wirklich Spaß und seitdem Marc weg ist habe ich förmlich das Gefühl aufzublühen. ich genieße das richtig." "Mhmm.. Wenigstens einer von euch." ,murmelte Mehdi leise. "Wieso?"
"Marc ist sagen wir es mal so nicht gerade auf der Höhe. Ich war bei ihm letztes Wochenende. Er liegt nur im Bett, er sieht aus wie ein Penner, er isst nicht richtig, er trinkt viel und er geht nicht mehr arbeiten."
"ER GEHT NICHT ARBEITEN?" , ungläubig sah sie ihren Gesprächspartner an.
"Jup. Und es sieht auch nicht so aus als hätte er irgendwann vor wieder arbeiten zu gehen. Seine Mutter war kurz da und wollte mit ihm darüber sprechen. Sie hat ihn sogar nur Marc genannt, trotzdem hat er sie nur angefahren und als dann das Thema Karriere zur Sprache kam ist er vollkommen ausgeflippt hat seine Bierflasche gegen die Wand gedonnert und uns angeschrien was denn die Karriere bringen würde. Er ist vollkommen von der Rolle."
"Mhmm.." ,dachte sie nach.
"Fahr doch mal zu ihm. Vielleicht kannst du ihn ja dazu bewegen irgendwas zu tun." "Nenenene Mehdi. Das Thema ist durch. Ich habe im Tschüss gesagt und damit hat sich das erledigt. Ich habe da auch gar keine Zeit zu ich habe hier Verpflichtungen denen ich nachkommen muss. Ich versinke nicht in Selbstmitleid. Er wollte es so."
"Er? Er wollte gar nichts Gretchen. Er wollte nicht mit dir darüber reden. Er wollte eigentlich abwarten und sehen was die Zukunft bringt. Er wollte auch nicht kündigen und gehen. Er konnte es einfach nur nicht mehr ertragen dich jeden Tag so traurig zu sehen und nicht mit dir zu sprechen weil du ihm dauern versucht hast aus dem Weg zu gehen. Deswegen ist er gegangen. Damit es dir wieder besser geht."
"Das glaube ich nicht Mehdi. Er ist noch drei Monate geblieben. Wäre es wirklich darum gegangen wäre er schon viel eher verschwunden. Das hätte wirklich einiges leichter gemacht. Weißt du, ich habe auch gar keine Lust mehr über ihn zu reden. Das ist jetzt endgültig vorbei."
"Er war, wie wir anderen auch der Hoffnung das sich das wieder einrenkt. Und Gretchen - das mit euch wird nie vorbei sein das weißt du genauso gut wie ich. Wir waren zusammen, wen hast du geliebt? Marc. Du warst verlobt und schließlich verheiratet. Wen hast du geliebt? Marc. Und jetzt Gretchen? Du liebst ihn noch. Du versuchst gerade nur das zu tun was er immer versucht hat zu tun. Weglaufen und Gefühle irgendwo vergraben. Das tut er nun nicht mehr. Er setzt sich damit auseinander. Er spricht mit seiner Mutter. Er ruft mich alle zwei Tage an. Er vermisst dich."
Mit Tränen in den Augen sah sie ihn an: "Ich ihn aber nicht!"
Wütend schmiss sie ihre Serviette auf den Tisch und rannte aus der Cafeteria. Warum konnte man sie nicht einfach mit dem Thema in Ruhe lassen? Er war doch endlich weit genug weg und sie hatte die Möglichkeit ihn zu vergessen. Darf sie das etwa nicht?


In ihrem Büro angekommen konnte sie dann endlich unbeobachtet loslassen. Das erste mal seit Marc weg war weinte sie richtig. Der Schmerz über den Verlust schien sie völlig zu überrollen. Eine halbe Stunde saß sie weinend an der Tür und versuchte sich zu beruhigen. Auf der Suche nach etwas Ablenkung sah sie sich in dem hellen Büro um. Sie hatte hier einiges verändert. Die Wände waren in einem hellen Vanillegelb gestrichen und Wandtattoos mit Blumenmotiv zierten die Wände. In den Regalen standen die üblichen Medizinbücher und überall staden Fotos ihrer Familie und Freunde.

Vor etwa sieben Wochen war ein Foto aus der Sammlung verschwunden. Mehdi und Gina hatten sich unglaublich gestritten und als sie ihn in seinem Büro nach einer Patientin fragen wollte, hörte sie wie Mehdi Gina vorwarf eine schlechte Freundin zu sein. Nach mehrmaligem Fragen, rückten die beiden mit der Sprache raus. Gina hatte damals in ihrem Tagebuch gelesen, Gina hatte mehrmals versucht Marc dazu zu bringen Gretchen zu betrügen - indem sie irgendwelche Mädels aus den verschiedensten Bars ins Krankenhaus schickte. Davon wusste Mehdi wohl nichts denn hochkant schmiss er sie raus und trennte sich von ihr.
Anstelle des Fotos von Gina hatte Gretchen eines von Saskia und sich zusammen aufgestellt. Sie war Gretchen wirklich eine sehr gute Freundin geworden auch wenn sie noch sehr jung war. Sie hatte auf den Rat der Ärztin gehört und lies sich nun zur Krankenschwester ausbilden. Saskia pendelte zwischen der Chirurgie und der Gynäkologie hin und her, richtig entscheiden wollte sie sich nicht. Seit einiger Zeit traf sie sich mit Schwester Ingeborg - anscheinend hatten sich da zwei gefunden, doch im Krankenhaus hieß es nur sie seien gute Freundinnen.
Gretchens Blick blieb am Telefon hängen. Langsam stand sie auf und lief zum Schreibtisch. Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte, nahm sie den Hörer ab und wähle sauer eine Nummer. Nach dreimaligen Tuten wurde am anderen Ende der Leitung abgenommen.

"Meier!"

"Du widerliches Arschloch! Jetzt hörst du mir mal zu ja?"

"Gretchen?"

"Halt den Mund und hör mir zu. Ich möchte nicht das du weiterhin Mehdi beschäftigst, mich mit deinen Problem vollzusülzen! Es interessiert mich nicht was du tust, wie es dir geht oder wo du bist. Ich will meine Ruhe! Du bist diesen Schritt gegangen also sieh jetzt auch zu wie du damit klar kommst."

"Gretchen, ich.. Ich.. Ach vergiss es doch einfach! Es ist schön wenn es dir so gut geht ohne mich, wirklich. Muss ich mir wenigstens nicht mehr die Schuld geben das es dir eventuell nicht gut geht und du viel weinst. Oder nicht mehr isst!"

"Warum sollte ich mich so gehen lassen? Marc, ich habe hier was zu tun. Ich kann mich nicht einfach in die Ecke setzen und heulen. Nicht nur das ich darin keinen Grund mehr sehe, ich habe dafür auch keine Zeit. Selbst wenn ich wollte."

"Mhmm schon klar. Du willst mir jetzt also sagen die Zeit die wir zusammen waren, war nichts für dich. Die Zeit die du mir hinter her gerannt bist, ist quasi nicht mehr da? So wie du damals versucht hast mich mit Alexis zu vergessen oder was? Das nehm ich dir nicht ab Gretchen. Dazu ist zu viel passiert."

Sie musste tief Luft holen um gefasst weiter reden zu können. Sicherlich war nichts egal. Das wollte sie aber nicht zeigen und sie würde es nicht tun. "Es ist vorbei Marc.

Machs gut!"


Resigniert legte sie auf.
Am anderen Ende der Leitung fasste sich jedoch jemand einen Entschluss. Er hatte die Schnauze voll von diesem Leben was er einfach nicht leben wollte. Kurzerhand wählte er Franz Nummer.

"Haase."

"Franz! Hast du deine Stelle schon vergeben?"

"Nein, ich suche noch immer nach einem geeigneten Arzt."

"Gut. Ich bin in, ich sag mal, einer Woche wieder in Berlin. Ich nehme die Stelle. Wäre schön wenn der Arbeitsvertrag dann zum unterschreiben bereit ist. Klinikübergabe müssen wir denke ich nicht machen. Werde mich schon schnell zurecht finden."

"Äh..ähm.. W-"

"Ich habe die Schnauze so gestrichen voll davon hier jeden Tag zu sitzen und mich zu fragen was wäre wenn. Ich habe es satt nicht zu wissen was sie macht oder mit wem. Ich will zurück. Nicht nur nach Berlin sondern zu ihr."

"Na dann... Viel Erfolg Meier. Ich erwarte dich. Kannst dann gleich anfangen zu arbeiten. Mit mir zusammen. Irgendwer muss meine Tochter ja davon abhalten dich mit einem Skalpell zu töten."

"Danke."


Noch am selben Abend rief Marc seine Mutter an und erzählte ihr von seinem Vorhaben. Sie freute sich ihren Sohn bald wieder in ihrer Nähe zu wissen und bot ihm an den Umzug zu bezahlen und sich um eine Wohnung zu kümmern. Dankend lehnte er ab, er wolle sich selbst um eine Wohnung bemühen. Immerhin sollte sie in erster Linie nicht ihm gefallen sondern Gretchen. Mehdi bot ihm schließlich an so lang wie er noch keinen Wohnsitz hatte bei ihm zu bleiben. So musste sich Marc zwar erstmal mit der Couch begnügen, doch war dies wohl das geringere Übel. Immerhin musste er nun zum ersten Mal in seinem Leben um eine Frau kämpfen.. Er hoffte das es noch nicht zu spät sei. Doch Mehdi und auch seine Mutter ermutigten ihn mit den Worten: "Besser spät als nie."

Der Umzug war also organisiert. Alle Möbel, Kleidung und der andere Kram den er nicht dringend benötigte wurde in einer Lagerhalle untergebracht. Elke zahlte die Miete dafür solang Marc noch kein Einkommen hatte. Sie wollte das er sich erstmal wieder ein Standbein aufbaute, danach könne er noch immer sämtliche Kosten selbst tragen.


So verbrachte er seinen ersten Abend zurück in Berlin mit seinem besten Freund auf der Couch und überlegte wie er es anstellen sollte, Gretchen zurück zu gewinnen.


"Sagen se mal Haase, was ist eigentlich ihr Problem mit Maurice?" ,Frau Doktor Hassmann war nicht gerade erfreut darüber das ihr Lebensgefährte ein Leben als Sanitäter führen sollte. "Maria, ich habe nichts gegen ihn, ich habe was gegen seine Arbeitshaltung. Es kann nicht sein das ich jeden seiner Schritte nachkontrollieren muss."
"Er ist doch nicht dämlich. Ich habe schon oft genug mit ihm operiert. Er kann das."
"Mhmm. Dann nehmen Sie sich ihn doch einfach in die Neurologie. Dann hat jeder was er gerne möchte. Wenn er bei Ihnen besser operiert. Warum nicht? Ich kann ihn in meinem OP jedenfalls nicht gebrauchen und ich werde meine Nerven schonen. Egal was Sie mir sagen. Das ist alles mit meinem Vater abgesprochen."
"Ach mensch Haase. Lassen sie doch ihre Wut nich an anderen aus. Ich dachte aus dem Alter sind Sie raus."
"Das bin ich auch. Ich lasse meine Wut auch nicht an ihm aus, ich erwähne nur seine Inkompetenz. Er will Arzt sein? Er will Chirurg werden? Davon merke ich nichts. Während der neue Assistenzarzt durchaus dazu in der Lage ist auch mal fünf Minuten länger zu bleiben, ist ihr Göttergatte pünktlich zu seinem Dienstschluss verschwunden. Er arbeitet weniger als alle anderen."
"Ach und Sie haben während ihrer Zeit als Assistenz mehr gearbeitet?"
"Ja habe ich! Ich war zwölf Stunden am Tag hier, ich habe so wenig Pausen gemacht wie ich konnte."
"Damit Sie dem Meier am Hintern kleben konnten." Genervt verzog Gretchen das Gesicht. "Ja schaun se doch nicht so. Langsam frag ich mich echt warum ich mich gefreut habe das er geht. Sie sind ja noch viel schlimmer als er."
"Hab ich schon mal gehört. Sollte mich das nun interessieren? Ich denke nicht. Ich mache meine Arbeit und gut ist. Wenn mir da wer quer schießt wird er es merken. Ganz einfach. Ich denke ich habe das Recht dazu ein gewisses Maß an Disziplin zu verlangen."
Schmunzelnd lauschte Marc mit dem Professor dem Gespräch. Er war schon seit ein paar Stunden im Krankenhaus, hatte seinen Arbeitsvertrag unterschrieben und Franz hatte ihm ein Büro zugewiesen.
"Ich sag doch, sie ist ein Tier geworden." ,sah Franz besorgt zu ihm auf. Marc grinste: "Dann wollen wir ihr doch mal den Wind aus den Segeln nehmen." "Ach und wie?!" "Ich geh da rein und tu so als wäre ich nie weg gewesen. Ihr dämliches Gesicht kann ich jetzt schon sehen." ,lachte der junge Chirurg voller Tatendrang auf.


Und schon schmiss er die Tür zum Stationszimmer auf: "So meine Damen! Kaffeeklatsch ist vorbei. Jetzt wird hier mal wieder ordentlich gearbeitet. Ich sehe OP-Einteilungen die in 15 Minuten beginnen. Hop! Auf auf!"

Hassmann grinste ihn nickend an: "Willkommen zurück Doktor Meier. Hab ich es mir doch gedacht das Sie irgendwann wieder hier auftauchen.", kurz sah sie zu Gretchen, "Das wird lustig hier auf der drei. Vielleicht sollte ich mich versetzen lassen."
"Lieber nicht Frau Doktor Hassmann. Ich wüsste nicht wie ich die Neurologie nach besetzen sollte." lächelte er freundlich und sah dann zu Gretchen. Da saß sie nun, unfähig sich zu bewegen oder irgendwas zu sagen. Marc im Kittel, mit Chefarztschild und so vollkommen unvorbereitet, war nicht nur eine Zumutung sondern auch eine Überforderung.

Er klatschte einmal in die Hände und sie zuckte unweigerlich zusammen "Frau Kollegin Haase, Ihre OP!"
"Was zur Hölle machst du hier?"
"Na, im Gegensatz zu dir arbeiten."
"Ach und als was? Pausenclown?",lächelte sie ihn falsch an. Doch ihr Vater wischte ihr dieses mit nur einem Satz wieder aus dem Gesicht.

"Als mein Nachfolger Kälbchen." "Das ist nicht dein Ernst Papa. Du hast doch Mehdi gehört was er die letzten Monate zustande gebracht hat. Der ist doch gar nicht in der Lage dazu."
"Kälbchen, arrangiere dich damit. Ich verlange Professionalität von dir. Egal was zwischen euch vorgefallen ist, ihr werdet hier zusammen arbeiten. Er ist noch immer Chirurg. Also wird er auch hier auf der Station bleiben. Ich habe ihm auch die OP-Planung zugeteilt. Ich denke das wird dir nun einiges an Arbeit abnehmen."
"Gehts noch? Die OP-Planung liegt ja wohl in meinem Aufgabenbereich. Der kommt hier doch nicht einfach so an und bringt mir meine Station durcheinander."
Amüsiert sah Marc dabei zu wie ihre Wangen immer mehr Farbe annahmen. Sie war nicht nur stinksauer sondern auch sichtlich überfordert. Das gefiel ihm gut.

"Frau Kollegin Haase" ,fing Marc ganz sachlich an wurde jedoch unterbrochen "Hör auf mit diesen lächerlichen Förmlichkeiten, bitte" ,fügte sie ein wenig freundlicher an, worauf Marc sie belustig ansah: "Bitte!? Du sagst bitte??" "Ja.. Ich kann auch nett sein."
"Das ist mir neu" ,warf Hassmann ein. "Wos is dir neu? Herr Dr Meier! Na wos machn sie denn hier?" "Arbeiten" ,sagte er freundlich. "Na des freut mich aber, darf ich dann auch wieder operieren?"
"Ganz sicher nicht!" ,schnaubten Marc und Gretchen im Chor. "Na wenigstens seid ihr euch mal einmal in einer Sache einig." witzelte Franz. "Also gehst du doch in absehbarer Zeit in Rente und Marc wird mein neuer Chef ja?" "Alles wieder beim Alten Hasenzahn." ,grinste er sie an. "Mhmm.. Darüber hatten wir am Telefon schon gesprochen Marc. Das funktioniert so nicht. Wie soll denn das nun ablaufen? Jeden Tag Stress, Streit und Krach. Ein harmonisches Arbeitsklima schaffen wir dadurch nicht."
"Vielleicht lässt du ja so deinen Frust nicht mehr an den Kollegen aus. Die können auch nichts dazu." "Na für ihre Unfähigkeit ja wohl schon!"
"Ich seh euch beide in einer viertel Stunde in meinem Büro. In einem Stück Gretchen!"
"Jahaaaa.." ,sagte sie genervt und stand auf um mit der Visite zu beginnen. Und wieder musste Marc grinsen. Wie hatte er dieses kleine Biest doch vermisst.


Gerade als Gretchen das erste Patientenzimmer betreten wollte, zitierte Sabine sie in das Büro ihres Vaters. Er wolle die Besprechung so schnell wie möglich hinter sich bringen.


"Also Papa, wie stellst du dir das nun vor?"
"Ganz einfach. Marc nimmt meine Stelle und ihr beide werdet euch so wenig wie möglich im Weg stehen und zusammenarbeiten. Ihr müsst euch privat nicht gleich wieder um den Hals fallen, das verlangt niemand. Beruflich möchte ich allerdings das ihr professionell handelt und eure Gefühle, welche es auch immer sein mögen, hinten anstellt. Das Personal kann nicht kompetent sein und handeln wenn es die Vorgesetzten nicht auch tun. Ihr beide habt eigentlich immer gut zusammen gearbeitet und berufliches und privates so gut es ging getrennt."
Marc hatte die ganze Zeit genickt, während Gretchen immer ungläubiger dreinschaute.

"Das ist ernsthaft kein Scherz, oder?" Abwechselnd sah sie zu Marc und ihrem Vater.
"Nein Kälbchen. Marc wird hier ab nächsten Monat allein das Krankenhaus leiten. Das ist mein Ernst und meine letzte Entscheidung. Ich denke nicht das ich dir hier nun erklären muss das er für mich der einzig Fähige für den Job ist. Da ihr zwei euch lange genug kennt um abwiegen zu können wie der andere handelt, finde ich die Stellenbesetzung sogar gelungen um nicht zu sagen perfekt."
"Perfekt? Nach allem was passiert ist, nennst du das perfekt? Papa, ich möchte ja wirklich nicht an deiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln, ich sehe das jedenfalls ganz und gar nicht so."
"Ach und wieso nicht?" ,warf Marc beiläufig ein ohne sie dabei anzusehen.
"Das musst du mich ja wohl nicht fragen? Ich komm hier an das Erste was ich vor die Füße geknallt bekomme von dir ist dein dämliches Hasenzahn und dumme Sprüche. Dann dein ewiges hin und her, wo du nicht wusstest ob du nur Sex willst oder doch was festes. Wir haben uns praktisch nur in den Köpfen. Mal abgesehen von den dreieinhalb Monaten."

"Und Afrika" ,sagte er mit hochgezogenen Augenbrauen.
"Wir sind hier aber nicht mehr in Afrika und das ist ja wohl schon lange her. Tut hier auch gar nichts zur Sache. Wir können nicht zusammenarbeiten. Nicht ohne uns gegenseitig zu erdolchen. Ich denke das siehst du genauso deswegen bist du ja auch gegangen. Wofür ich dir wirklich sehr dankbar war. Bis eben. Jetzt bist du wieder hier und willst wieder alles durcheinander bringen. Macht dir das Spaß?"
"Ich denke du verkennst hier gerade die Situation Gretchen. Ich bin nicht hier um irgendwas durcheinander zu bringen. Ich bin hier um zu arbeiten und deinem Vater seine wohlverdiente Rente zu gönnen. Ich werde sicherlich weiter meine Sprüche bringen allerdings denke auch ich das wir in der Lage dazu sind über allem was passiert ist zu stehen und einfach abzuharken."
"Na das werden wir ja sehen. Olivier!" ,funkelte sie ihn mit zusammengekniffenen Augen und geschürztem Mund an.

"Ey!"
"Ihr beide macht das schon irgendwie. Es ist ja auch nicht viel was ihr zusammen machen müsst." ,lächelte Franz.
"Ach nein? Wochenplan, Visite, Akten, Beurteilungen, OP's, Nachbesprechungen. Wir werden quasi nur aufeinander hocken." ,quengelte die Tochter des Professors.
"Na so schlimm ist es ja nun auch nicht. Marc ist doch kein Monster Gretchen."
"Klar. Ich geh jetzt! Arbeiten... Wir sehen uns dann zur Visite."

"Bleib nicht zu lang in der Cafeteria Hasenzahn" ,grinste Marc sie dann an wofür er zornig angefunkelt wurde. Mit einem lauten Knall hatte sie die Tür geschlossen und war verschwunden.
Marc und Franz atmeten erleichtert aus.

"Also Meier, ich muss schon sagen... Das hätte auch ganz anders ablaufen können."
"Klappt doch bis jetzt ganz gut. Wenn sie sich damit erstmal abgefunden hat wird sich denke ich alles weitere finden."
"Marc..Tue mir bitte nur einen Gefallen - verstell dich nicht.. Bleib einfach du selbst und versuch nichts zu erzwingen. Sie ist wirklich nicht sonderlich gut auf dich zu sprechen."
"Ich weiß. Ich weiß allerdings auch das ich nichts mehr will wie deine Tochter. Mit allem was sie ausmacht und was dazu gehört. Ich weiß ich muss mich ändern. Ich weiß das es schwer wird und ich nicht zu hundert Prozent meine Gewohnheiten ablegen kann. Ich weiß aber das sie es wert ist."
Stolz lächelte er seinen Nachfolger an und nickte ihm zu: "Na dann auf in den Kampf Meier!"

"Oh je.. Wer hat dir denn deine Laune vermiest?" ,Mehdi wusste zwar das Gretchen immer schlechte Laune hatte in letzter Zeit, heute war es allerdings nicht auszuhalten.
"Mein Vater und der NEUE Chefarsch! Unfassbar was der sich einbildet."
"Ach komm, so schlimm kann es ja nicht sein." Er wusste zwar genau wer dieser ''Chefarsch'' war, allerdings glaubte er ein gewisses Leuchten in ihren Augen zu sehen.
"Es ist Marc!"
"Meier?"
"Ne.. Heinrich! Sicher Meier."
"Na ist doch klasse. Endlich bekommt er seinen Arsch hoch. Hat ja auch lang genug gedauert" zwinkerte er ihr zu.
"Du bist mir ein klein wenig zu unüberrascht Mehdi. Wusstest du davon?" Ertappt nickte er. "Pff.. Is ja wohl nicht wahr. Warum sagst du mir nichts? Ich war vorhin komplett überrumpelt als er ins Schwesternzimmer geplatzt kam. War ja fast wie in einem Alptraum - der gerade noch schlimmer wird." seufzte sie als sie sah wer da auf die beiden zu kam.

"So ich hab gerade nochmal mit deinem Vater gesprochen. Heute Abend müssen wir die Patienten unbedingt durchgehen. Ich kenne keinen und ich möchte nicht wie der letzte Trottel dastehen wenn Knechtelsdorfer versucht mir was zu erklären." , rollte Marc genervt mit den Augen. Er hatte eigentlich gehofft Gretchen wäre den Schritt gegangen und hätte diese Dilettanten rausgeschmissen.

"Du dafür brauchst du Knechtelsdorfer nicht. Das schaffst du ganz allein.", grinste sie ihn gespielt an. Sein Mund verzog sich zu einem Schmunzeln. "Also. In deinem Büro oder in meinem?" "In meinem! Da sieht man nicht sofort wenn ich dich erwürge."
"Hört ihr zwei jetzt mal auf? Ist ja schrecklich wie gekünstelt ihr hier redet. Redet normal miteinander oder lasst es bleiben!"

"Oh, ja genau Mehdi. Guter Vorschlag! Vielleicht sollte ich auch einfach mit keinem mehr von euch beiden reden. Der eine redet nämlich nicht mit mir und der andere bringt nichts als Schwachsinn zustande. Heute Abend um acht Marc. Keine Sekunde später ich will um zehn zu Hause sein."
"Du gehst nach Hause?" ,fragte Mehdi ungläubig und Gretchen musste mal wieder die Augen verdrehen: "Danke Mehdi. Na. Jetzt habt ihr wenigstens genug Gesprächsstoff!"
So rauschte Gretchen den Gang entlang und schnappte sich die überraschte Saskia, die ihr mit verdattertem Gesichtsausdruck folgte.

Die beiden Männer grinsten sich an. "Meier, Meier, Meier. Kaum wieder da schon bringst du sie völlig von der Rolle."
"Erfolgsgeheimnis. Was meinst du wie doof sie gucken wird, wenn ich übermorgen mit der Hassmann über die guuute Lage der Wohnung rede. Ich hab sie vorhin gebeten mich zu begleiten. Ich weiß, du bist ihr bester Freund und weißt eigentlich auch was sie mag und so aber ich dachte, ich nehm doch lieber ne Frau mit. Auch wenn die Hassmann generell etwas unabhängig rüber kommt, sind sie und Gretchen sich in einem solchen Thema gar nicht mal so unähnlich. Die eine lässt es nur nicht so raushängen."
"Du weihst hier echt alle ein?"
"Ne, Sabine nicht. Die kann nämlich ihren Mund nicht halten. Kennste ja."
"Na ja. Manchmal kann sie es schon."
"Ja sicher. Wann denn? Sag mal, ich hab Gabi hier noch gar nicht gesehen."
"Sie hat noch Urlaub. Eine Erlösung für uns alle. Die ist seitdem Gretchen die Station übernommen hat richtig wütend. Als ihr euch getrennt habt, wollte sie sich dir eigentlich wieder an den Hals schmeißen und die Staion wechseln. Da warst du allerdings schon weg und Gretchen hat ihre Bewerbung vor ihren Augen in ganz viele Teilchen zerrissen. Hier war die Hölle los. Erst schreit Gabi, dann schreit Gretchen."
"Hätte ich gern mitbekommen. Dann kann ich mich ja auf was gefasst machen wenn sie wieder da ist."
"Die wird dich mit dem Arsch nicht anschauen. So sauer hab ich sie noch nie erlebt. Wirklich nicht. Außerdem ist sie mit dem Werner weggefahren." ,zwinkerte er Marc zu.
"Na umso besser. Muss ich nicht mit irgendwelchen Komplikationen rechnen. Obwohl ich die schon in jedem Schritt einkalkuliert habe. Gretchen ist ja nicht gerade ein normaler Mensch."
"Ne, sie ist was besonderes Meier."
Mit hochgezogener Augenbraue sah Marc ihn an.
"Ja guck nicht so Marc. Es ist so. Sie ist was besonderes und das weißt du sonst wärst du nicht wieder hier." Freundschaftlich klopfte Marc auf Mehdis Schulter und war schon auf den Weg zur dritten Station als er Gretchen am Schokoladenautomaten stehen sah.

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

03.01.2016 15:49
#23 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Dreiundzwanzig -Ungewohntes Verhaltensmuster, Ausbruch eines Vulkans & Spionagemission| XL-Teil




Grinsend stellte er sich leise hinter sie und hauchte ihr ins Ohr: "Bei Stress Edel-Vollmilch!"
"Sehr witzig Marc, echt."
"Ja was? Hast du mir mal gesagt. Da mein Wiedererscheinen dich ja anscheinend vollkommen fertig macht."
"Eben. Und deswegen sollte ich eigentlich Edel-Zartbitter nehmen" ,seufzte sie.
"Stell dich mal nicht so an! Wird witzig. Ich geh jetzt erstmal Sabines Kaffee genießen." ,er stupste sie mit dem Zeigefinger an der Nase an, grinste keck und verschwand.
Frustriert biss Gretchen in ihre Tafel Schokolade und lehnte sich gegen den Automaten.
Das konnte heiter werden....


Um zehn vor Acht saß Gretchen mit vier Tafeln Schokolade bewaffnet an der letzten Patientenakte. Gerade als sie diese unterschrieben hatte, kam Marc ohne zu klopfen einfach herein.
"Ich weiß ja das Anstand nicht gerade dein dritter Vorname ist, allerdings fänd ich es wirklich wünschenswert wenn du klopfen würdest." ,sagte sie ruhig.
"Sorry! So, dann fang mal an und stell mir unsere Patienten vor."
"Ich stell dir hier niemanden vor! Ich bin nicht mehr deine Assistenz. Du schaust dir die Akten an und Fragen die du hast werde ich dir beantworten. Mehr nicht."
"Hey, nicht so unmotiviert. Macht doch Spaß!"
"Garantiert" ,nuschelte sie mit vollem Mund.
Marc sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. Schüttelte dann aber den Kopf und widmete sich den Akten. Irgendwie war er mehr als angenehm überrascht. Er wusste zwar das Gretchen immer ordentlich arbeitete, aber selbst das war neu. Alles mit Durchdruckpapier. Alles doppelt und dreifach. In Schönschrift!
"Was guckst denn du so komisch?" ,fragte sie schließlich.
"Ach nichts. Ich wunder mich nur wie du es schaffst das alles in Schönschrift zu schreiben wo du doch so viel zu tun hast." Sie wurde rot um die Nase "Ja.. gekonnt halt." Doch es hörte sich schon nicht mehr so gefasst und selbstsicher an wie sie sich die ganze Zeit gab. Er beschloss sie erstmal nicht darauf anzusprechen. Einen Streit wollte er nun nicht vom Zaune brechen.
Viel zu fragen hatte er nicht. Schon jetzt wusste er das er die Patienten morgen besser kennen würde als Knechtelsdorfer. Es dauerte auch nicht lang alle Akten durchzusehen. Gerade als er die letzte Aufschlug dämmerte es ihm. "Das hast du mit Absicht gemacht!"
Nun sah er sie direkt an und direkt in die Augen. Er wusste so würde er alles in ihr zum Schmelzen bringen. "Ja gut. Hab ich. Wollte das halt schnell hinter mich bringen. Da du ja nun fertig bist, kannst du ja auch wieder gehen!" ,kleinlaut und beschämt sah sie auf ihre Hände die sie angefangen hatte zu kneten. Das tat sie immer wenn sie nervös war. Hätte ihm ja klar sein müssen das sie einen Ausweg finden würde um die Sache schnell über die Bühne zu bringen. War das grad Enttäuschung die in ihm wuchs? "Gut. Dann weiß ich ja jetzt das Wichtigste. Bis morgen um, ich sag mal halb neun. Hab noch was zu erledigen bevor ich zur Arbeit komme." "Mhmm" , nuschelte sie und gab vor sich voll und ganz auf den Bildschirm ihres Computers zu konzentrieren.


Halb neun und kein Marc Meier weit und breit. Langsam wurde sie ungehalten. Hatte er sie nicht immer zurechtgewiesen wenn sie zu spät kam? "Schwester Sabine, würden Sie bitte nochmal versuchen Doktor Meier zu erreichen?" ,sie bemühte sich wirklich ruhig zu sprechen. Allerdings gelang ihr das ganz und gar nicht. Man hörte ihre Stimme zittern.
"Margarethe? Warum habt ihr noch nicht mit der Visite angefangen?"
"Ja Papa. Siehst du hier irgendwo nen aufgebrachten und unter Kaffeeentzug leidenden Meier? Der wollte um halb neun hier sein." ,genervt stöhnte sie auf. "Wieder nur die Mailbox Frau Doktor." ,sagte Sabine kleinlaut und betrachtete lieber den Boden.
"Unfassbar" ,maulte sie und die Frage die ihr darauf gestellt wurde, brachte sie fast zum platzen. "Was ist unfassbar?" ,da war er. Sich keiner Schuld bewusst, arrogant wie immer. "Das du es innerhalb von zwei Tagen schaffst, mir den Appetit zu verderben." , sie presste es zwischen zusammengepressten Zähnen heraus sodass es sich anhörte wie ein leises Zischen. Marc sah sie verständnislos an "Was denn?" "Du bist zu Spät?!" "Ich weiß! Und?"
"Und?" ,Gretchen glaubte ihr würden die Augen jeden Moment aus den Höhlen fallen. "Na dann können wir ja jetzt anfangen. Nimm dir noch deinen Kaffee Marc und komm dann gleich nach ja?" "Sicher doch." ,grinste er und drückte sich an Gretchen vorbei.
Kopfschüttelnd ging sie voraus. Nicht nur das ihr 'neuer' Chef einfach zu spät kam, nein, ihren Vater schien das recht wenig zu interessieren. Er war doch einfach nur froh das er in Rente gehen konnte. Was aus ihr werden würde, wenn dieser Mensch ihr Chef war, war doch egal. In Gedanken fing sie an auszurechnen was sie die Tönungen wohl kosten würden. Konnte sie ihn dafür irgendwie zur Verantwortung ziehen? War ja immerhin seine Schuld wenn sie innerhalb von einem halben Jahr komplett ergraute.
Sie bekam von der Visite recht wenig mit. Zusehr war sie innerlich damit beschäftigt sich über Marc aufzuregen. "Sag mal? Wolltest du da weiter vor dich hinträumen oder können wir jetzt mal arbeiten?" Sie schloss die Augen. Wie immer. Warum konnte man sie nicht einfach mal normal ansprechen? Nein! Es wird gleich wieder rum gemault.
Die nächste halbe Stunde riss sie sich wirklich zusammen.
"Na, siehst du Kälbchen? Funktioniert doch ganz gut." , ihr Vater kniff ihr in die Wange. Dann ging er schnell den Gang hinunter und holte schnell noch Marc ein mit dem er noch ein paar Worte wechseln wollte.
"Sabine?" ,fragte Gretchen ohne zu der Krankenschwester herüber zu schauen.
"Ja Frau Doktor?"
"Bitte vergiften sie den Kaffee von Dr. Meier." Damit ließ sie die verwirrte Krankenschwester an Ort und stelle stehen und verschwand in ihrem Büro.

"Wo ist Frau Dr Haase?" ,fragte Marc wie eh und je als er ins Schwesternzimmer trat. "Ich glaube sie ist noch in ihrem Büro." ,Sabine traute sich weder ihm noch Gretchen in die Augen zu schauen. "Und warum?"
"Ich weiß nicht." ,antwortete sie leise.
Kurz schien Marc über etwas nachzudenken doch er entschied sich dazu Kopfschüttelnd zu antworten: "Kaffee!"
Gretchen saß sauer in ihrem Büro auf ihrem Schreibtisch. Auf wen sollte sie nun am meisten stinkig sein? Auf Marc, weil er die Dreistigkeit besaß einfach wieder einzuschlagen. Auf ihren Vater, der es einfach zugelassen hatte obwohl er wusste was los war? Oder auf sich selbst weil sie es noch immer nicht geschafft hatte über dieses Arschloch hinwegzukommen?
Kann doch nicht so schwer sein. Der Mann wollte keine Familie, er war gemein, er war kindisch. Was bitte fand sie an ihm? Während sie so vor sich hin grübelte, sah sie immer mal wieder auf die Uhr.
Gut. Es war noch mehr als genug Zeit um sich seelisch und moralisch auf die OP mit ihm vorzubereiten.
Das würde ein regelrechter Machtkampf werden, denn auch wenn er den Chefarztposten übernehmen würde, war das ihr OP. Ihr Patient.
In ihrem Köpfchen legte sie sich schon mal alle möglichen Antworten für eventuelle Gemeinheiten zusammen.


Auch Marc hatte in etwa dieselben Gedanken, doch schmückte er es nicht so aus wie seine 'bessere Hälfte'.
Bis zur OP war noch hin und einen Besichtigungstermin hatte er vorher auch noch.
"Ich bin in einer Stunde wieder hier. Habe einen Termin. Sollte ich später kommen informieren sie bitte den Professor, der weiß bescheid." "In Ordnung Herr Doktor Meier", Sabine lächelte ihn freundlich an. "Gut."
So verschwand er im Aufzug und traf sich auf dem Parkplatz mit Maria Hassmann.
Zusammen, jedoch in getrennten Wagen, fuhren sie zu dem Fachwerkhaus. Der Vermieter war ein kleiner, älterer Herr mit einem sehr sonnigen Gemüt. Bei seiner guten Laune mussten die beiden Oberärzte die Augen verdrehen, doch schnell wurde klar das er ein äußerst angenehmer Zeitgenosse war. Trotz seines alters hatte er einen sehr kindlich wirkenden Humor und brachte in erster Linie Marc oft zum lachen.
Die Wohnung war wirklich schön. Eine riesige Küche, ein überaus einladendes Wohnzimmer und was ihn wohl am meisten freute war das sie über zwei Etagen ging. Auch Maria war angenehm überrascht.
"Wenn Sie die Wohnung nicht nehmen Meier, ich würde sie sofort nehmen." Sie grinste ihn an. "Vergessen Sie es! Das ist unglaublich." "Haase wird das ganz sicher gefallen. Allerdings müssen Sie sie ja erstmal dazu bringen hier herzukommen. Wie wollen Sie das anstellen?" "Mhmm.. Mal sehen. Vielleicht mal mit Mehdi darüber reden. Dem fällt schon was ein. Und wenn nicht haben wir da immer noch Gina die helfen kann." "Diese beste Freundin?" "Ja wenn man das so nennen kann." "Die gibt es doch schon lange nicht mehr. Nachdem der Kaan die Frau rausgeschmissen hatte, hat die Haase sie eigenhändig des Krankenhauses verwiesen."
"Äh.. Bitte? Davon hat mir Mehdi gar nichts erzählt." "Das ist auch noch nicht sooo lang her. Allerdings war die Laune der guten Frau danach unerträglich. Fast schon so schlimm wie die als sie bammel wegen der Facharbeit hatte."
"Sagen Sie, hat sie mal über mich geredet? Irgendwann? In Bezug auf Gefühle oder so?" "Nein. Nie. Sie hat Sie immer nur beiläufig erwähnt, beruflich. Ich glaube allerdings nicht das da nichts mehr ist. Dem Thema Meier ist sie immer ungewohnt ausgewichen. Weggelaufen oder hat schnell das Thema gewechselt. Oft sieht man sie ziemlich gedankenverloren in der Gegend herumsitzen und Sabine erwähnte etwas von einem Foto in ihrem Schreibtisch. Sie müssen sie ja wirklich lieben. Tja.. Dann wünsche ich Ihnen alles Gute." Noch ein freundliches Lächeln von ihr und Marc setzte sich auf seinen neuen Boden.Wie sollte er es schaffen Gretchen hier her zu bekommen? Ein Plan musste her.. Vielleicht mit Mehdi und ein paar anderen Kollegen etwas überlegen. Sollte er vielleicht doch mal Sabine fragen?
Der Pieper meldete sich und bei einem Blick auf die Uhr bemerkte er das er schon seit einer Stunde wieder im Krankenhaus sein wollte. {Na super. Hasenzahn wird mich umbringen.}


Doch als Gretchen gut gelaunt mit ihrem Kaffee im Schwesternzimmer saß brachte er kein Wort heraus. Dabei hatte er sich eine so schöne Ausrede einfallen lassen. "Äääh.." "Ach Marc. Mensch, wir haben schon auf dich gewartet. Können wir dann gleich in den OP?" Da war was im Busch. Sie war viel zu freundlich und lächelte auch viel zu sehr. {Beunruhigend.} "Marc?" "Wwas?" "OP? Ehm..Jetzt?" "Ja..Ja..ääh, geh doch schon mal vor und mach soweit alles fertig. Ich komm dann gleich nach. Schaue noch mal kurz über die Akte."
"Alles klar" ,trällerte sie und streichelte ihm über den Arm. Unwillkürlich zuckte er zusammen.
{Dieses Biest.} Jetzt wollte sie ihn also aus der Reserve locken? Nur zu gern.. Das Spiel würde er mitspielen. Auf Teufel komm raus. Mal sehen wer am längeren Hebel sitzt.
Während der OP blieb er ungewohnt freundlich und machte Gretchen nicht einmal ihr Revier streitig. Immerhin war es ja ihr Patient und er würde demnächst eh wieder einen eigenen Assistenten bekommen und mit diesem dann zusammen im OP stehen. Was sollte er also nun hingehen und sich in Gretchens Weise eine OP zu leiten einmischen?
Misstrauisch wurde das Verhalten der beiden beobachtet. Viel zu freundlich gingen sie miteinander um.
Nach der OP machten die beiden sich zusammen auf den Weg ins Stationszimmer.
"Och Mensch, wer hat denn schon wieder den letzten Kaffee genommen und keinen neuen aufgesetzt?" ,quengelte sie. Gerade als sie sich streckte um an den Kaffee im Schrank zu kommen, streifte Marc ihre Hüfte ganz bewusst mit der Hand. In ihrer Bewegung innehaltend konnte er hören wie sie scharf die Luft einzog. Leise grinste er in sich hinein.
"Ach Meier" ,{Hassmann auf die Sekunde genau}, "die Wohnung. Nehmen sie die nun, oder kann ich?" "Ich bitte Sie Frau Kollegin. Sie glauben doch wohl nicht allen ernstes das ich eine solche Wohnung hergebe." "Die ist doch viel zu groß für Sie allein Meier. Melanie, Maurice und ich hätten viel mehr Verwendung für die vielen Zimmer." Damit brachte sie genau das zur Sprache was wichtig war. Viele Zimmer. "Na, vielleicht habe ich ja auch Pläne?" ,sah er sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Was für Pläne?" ,Gretchen versuchte möglichst beiläufig und desinteressiert zu wirken. Doch so wirklich gelang es ihr nicht weswegen Marc und Maria sich grinsend ansahen. "Mal sehen." ,winkte Marc nur ab. Er wusste was Gretchen sich nun wieder alles ausmalte. Und er würde sie erstmal nicht eines besseren Belehren. Sollte sie doch denken er hätte eine andere. Sollte sie doch glauben das er mit dieser Frau, die es nicht gab, eine Familie wollte. Er würde sie so durcheinander bringen mit seinem angeblichen Desinteresse an ihr und seinen Avancen die er ihr machen würde. Irgendwann, würde das Eis brechen und sie ihm um den Hals fallen.
Von diesen Gedanken beflügelt machte er sich auf den Weg zu Mehdi. Die beiden bestellten sich eine große Familienpizza beim Italiener und machten es sich gemütlich. Nach einigen Flaschen Bier und langer Grübelei wie sie Gretchen in die Wohnung kriegen würden, lag Marc im Bett und dachte ernsthaft darüber nach mit der Tür einfach ins Haus zu fallen. Das Handy hatte er schon in der Hand. Doch was sollte er sagen. Das er sie liebt? Das es ihm leid tat? Sie würde so oder so nur wieder ablenken. Betreten drehte er sich auf die Seite. Irgendwie musste es klappen. Und Mehdi hatte nicht wirklich hilfreiche Ideen. Sie einfach einladen, klar. Und dann?
Marc viel in einen unruhigen Schlaf und als er am nächsten Morgen wach wurde, beschloss er den einfachen Weg zu gehen und sie einfach um Hilfe zu bitten. Renovieren machte ihr vielleicht nicht sonderlich viel spaß doch sie würde ganz sicher gefallen an der Wohnung finden und nach und nach würde Marc sich an sie herantasten.

Zu seinem eigenen Erstaunen sagte Gretchen zu und sie verpflichtete sogar noch einige Kollegen ebenfalls zu helfen. Auch Mehdi und Saskia waren erstaunt von ihrer Zuversicht.
Doch Marc konnte diese nicht wirklich teilen, immerhin musste er noch einen ganzen Monat warten bis er endlich in die Wohnung konnte. Es musste noch an der Wasserleitung gearbeitet werden.
So tanzten die beiden Chirurgen von Tag zu Tag immer mehr in ihr Spiel hinein. Den anderen raubten sie damit den letzten Nerv. Bei Saskia heulte Gretchen sich jeden Tag aus und schimpfte über Marc. Doch wenn dieser dann in ihre Nähe kam, setzte sie wieder ihr freundlichstes Gesicht auf und lachte und flirtete was das Zeug hielt.
So in etwa verhielt es sich auch bei Marc, der Mehdi in den Wahnsinn trieb. Bei ihm jedoch war das ganz nicht aufgesetzt oder gespielt, sondern ernst.

So wurden Marc Meier und Gretchen Haase wieder zum Gesprächsthema Nummer eins. Manche schlugen sogar vor die beiden wieder für ein Jahr nach Afrika zu schicken damit diese angespannte Stimmung die auf der Station herrschte endlich wieder entspannte.

Bärbel freute sich tierisch das Marc wieder da war und machte daraus auch keinen Hehl. Fast jeden Tag schlug sie im Krankenhaus auf und überschüttete den 'Chefarzt' mit Komplimenten, schubste ihn immer wieder zu ihrer Tochter hin und machte ganz komsiche Andeutungen.
Gretchen empfand Marcs Annäherungsversuche nur als erneute Gemeinheit. Er wollte sie aus der Fassung bringen und das würde sie einfach nicht zulassen. Doch sie erwischte sich immer wieder dabei, wie sie es genoss.
Der Schokoladenautomat war mal wieder ihr Lieblingsplatz und ihre mittlerweile beste Freundin Saskia reichte ihr immer wenn sie das Bedürfnis hatte zu reden die Schulter. Zwei Wochen waren seit dem wiederauftauchen von Marc Meier vergangen und für alle fühlte es sich so an als wäre er nie weg gewesen.
Er hingegen fand immer mehr Dinge heraus die sich seit seinem Abgang vor einem halben Jahr verändert hatten. Mehdi war wieder Single. Lange hatte er ihn ausquetschen müssen und als er dann wusste was vorgefallen war, rieb er Gretchen und Mehdi immer wieder unter die Nase, dass er von Anfang an wusste das Gina eine falsche Schlange war. Ein wenig erschrocken nahm er zur Kenntnis das Saskia nun wohl Ginas Platz eingenommen hatte und ärgerte sich das er die beiden Frauen kaum voneinander trennen konnte.
Am schlimmsten fand er was Gretchen aus seinem Büro gemacht hatte und fragte sich was sie wohl aus seiner Wohnung machen würde wenn sie wohl bei ihm einziehen würde.
Das war noch immer der Plan auch wenn ein bald folgendes Ereignis dieses Vorhaben kurz in den Hintergrund rückte.

Mittagspause in der Cafeteria und die Laune war erstaunlich gut. Obwohl Marc und Gretchen zusammen am Tisch saßen. Keiner wusste so recht wie er das Verhalten der beiden deuten sollte. Die ganze Zeit über waren sie erstaunlich freundlich zueinander, suchten teilweise sogar die Nähe des anderen. Genossen leichte Berührungen. Nach außen hin sah es so aus als wären die Wogen endlich wieder geglättet, doch innerlich brodelte es. Die Gefühle warteten nur darauf endlich explodieren zu können.
Lange sollte man darauf auch nicht warten, denn Gretchen vergaß ein paar entschiedene Details, zum Leidwesen der anderen.
"Haase" ,meldete sich als ihr Handy klingelte. "Ach, Dr Stier, hallo!"
Marc verschluckte sich, als er sich wieder gefangen hatte sah er sie an. Sauer, enttäuscht, verletzt und ungläubig.
Franz, Mehdi, Hassmann, Knechtelsdorfer und Sabine tauschten bedrückte Blicke untereinander aus. Jetzt war es also soweit.
"Ja, aber meinen Sie nicht das heute Abend um zehn ein wenig spät ist? Da haben doch keine... Ach, joa.. Ne Bar ist auch okay. Frau Brotschneider? ...Tzz.. Ja dann kann ja nichts schiefgehen" ,lachte sie während Marc sein Schnitzel regelrecht misshandelte. Mehdi flüsterte Franz zu "Ich glaube der sollte heute besser nicht mehr operieren" Ein Nicken und ein besorgter Blick folgten noch vom Professor als Gretchen schon aufgelegt hatte und das gepolter los ging.


"Sag mal.. SPINNST du?" ,schlug er erbost mit seiner Hand auf den Tisch. Erschrocken zuckte sie zurück, blickte kurz in die Runde und fragte dann ganz vorsichtig: "Äh..Wieso?"
"Cedric, ja? Heute Abend? Alleine?"
"Ja heute Abend in einer Bar, alleine. Warum fragst du?", Gretchen war mehr als nur verwirrt. Was wollte er denn nun schon wieder von ihr? Hatte sie den Dienstplan nicht eindeutig gecheckt?
"Ich denke wir brauchen jetzt nicht ausführlich darüber reden oder?", da dämmerte es ihr.
"Was willst du von mir Marc? Ich treffe mich einfach nur mit jemandem." ,lachte sie doch Marc Meier war gar nicht zu lachen zu mute.
"Mit jemandem? Ja gut. Mehdi, würde ich verstehen. Gordon, würde ich akzeptieren. Cedric, empfine ich als .. Ich hab da nicht mal Worte für Gretchen!"
"Maaarc. Ich kaufe sein Auto. Ich gehe nicht mit ihm aus."
"Klar. Du und ein Jaguar! Da würde es wohl eher passieren das ich mir nen Minivan kaufe!"
"Bist du eifersüchtig?!"
"Deine Lieblingsfrage oder? Ich beantworte sie dir mal ehrlich: NEIN!"
"Mhmm. Klar. Deswegen machst hier auch schon wieder nen Aufstand. Ich glaube ich muss dich nicht daran erinnern wer.."
"Wer gegangen ist? JA! Ich bin gegangen, nachdem DU dich von MIR getrennt hast!"
Sauer verließ er die Cafeteria. Sie hingegen sah kopfschüttelnd und mit Tränen in den Augen auf den Platz neben ihr der vor einer Sekunde noch besetzt war.


"Gretchen was wird das?"
"Mehdi das wird gar nichts. Ich kaufe sein Auto weil er auswandern will und das Geld braucht."
"Warum nimmt er sich keinen Kredit?"
"Weil er keinen bekommt. Er hat gekündigt als seine Schwester gestorben ist. Arbeit bekommt er hier keine mehr. Jeder weiß was er gemacht hat, weil er hingehen musste und es besoffen jedem erzählt hat. Jetzt steht er da. Ich dachte ich greife ihm unter die Arme."
"Kälbchen. Du weißt doch das Marc nicht gut auf ihn zu sprechen ist."
"Was wollt ihr eigentlich alle von mir? Ich habe ihm gegenüber doch wohl keine Verpflichtungen! Wir sind nicht zusammen. Mit wem ich mich treffe kann ihm doch also egal sein. Und seine dämliche Wohnung könnt ihr mit ihm allein fertig machen. Wenn er jetzt schon wieder so anfängt will ich außerhalb des Krankenhauses nichts mit ihm zu tun haben."
"Auf deine Hilfe kann ich auch gut verzichten. Sonst ist meine Wohnung nachher noch Schweinchenrosa." giftete er sie an als er sich wieder neben sie setzte.
"Marc, ich weiß nicht welcher Patient dir heute schon über die Leber gestiegen ist ja? Ich verstehe allerdings nicht was dein cholerisches Verhalten schon wieder soll!"
"Cholerisch?"
"Ja, habe ich gesagt und auch so gemeint. Kannst dir dein, ist das dein Ernst also klemmen."
"Nichts Gretchen. Alles okay. Die Patienten sind mir heute sogar sympathischer als meine Kollegin."
Wieder konnte sie nur mit dem Kopf schütteln "Ich weiß nicht was du dir schon wieder einbildest, wirklich nicht." "Gretchen, wir hatten das Thema schon mal und ich will das nicht wieder mit dir ausdiskutieren. Er ist und bleibt ein Arsch. Selbst wenn es so ist das du sein scheiß Auto kaufst, wird es dabei nicht bleiben! Er wird dich abfüllen und abschleppen. Wie er es immer macht!"
"Und du denkst ich bin nicht in der Lage dazu zu entscheiden wann ich genug getrunken habe. Ich kann NEIN sagen Marc." "Haben wir ja bei Mehdi gesehen"
"Ey" ,wollte dieser sich gerade echauffieren doch Marc winkte nur ab und sah schon fast traurig wieder zum Tisch.
"Wenn es dich so stört ja, wenn ich mit irgendwelchen Männern was trinken gehe und du der Meinung bist das ich nicht auf mich aufpassen kann, komm halt mit." Sie aß ganz gemütlich weiter und merkte nicht wie Marc sich zu ihr umdrehte
"Was soll ich?"
"Mitkommen?"
Keiner am Tisch befand dies für eine sonderlich gute Idee, immerhin war Marc dafür bekannt den Leuten, die ihr zu nahe kamen oder ihn falsch ansahen wenn er gereizt war, einfach mal eines auf die Nase zu geben. Das wusste auch Marc doch er bejahte.


Ah, Frau Doktor Haa.. Marc? Was macht.. ?"
"Ach ich dachte es wäre ganz nett wenn er mitkommen würde. Ich habe doch so gar keine Ahnung von Fahrzeugen, kann er mal einen Blick drüber werfen."
Wie gut sie doch lügen konnte, dachte Marc.
"Ja gut. Dann schau du dir den Wagen wir, wir gehen rein und machen die Papiere fertig, Gretchen"
"Ne ne, Cedric. Ich komme mit. Ich will nicht das du sie hier über den Tisch ziehst"
"Das würde ich nie tun Marc."
"Sicher nicht. Du bist der Inbegriff der Ehrlichkeit. Ich glaub da bin ich um einiges scheinheiliger wie du" , er musste grinsen.
"Wollt ihr zwei hier nun Machtkämpfe ausüben wer das größere Arschloch ist, oder können wir rein gehen? Sonst lass ich euch Turteltäubchen hier gleich stehen und gehe nach Hause." , sie grinste die beiden Herren überfreundlich an.
"Gut, Marc. Dann schaust du halt noch über die Papiere. Wirst sehen ich kann auch anders."
Marc war wirklich überrascht. Alles schien seine Richtigkeit zu haben. Bis auf die Tatsache das die blonde Frau neben ihm immer betrunkener wurde. Sie lachte, sie lallte und musste sich immer öfter an seinem Ärmel festhalten. Ärgerte ihn ja schon irgendwie. Eigentlich wollte er Gretchen zeigen das sie echt kein Gefühl für Männer hatte und in jedem, außer ihm, ein Arschloch sehen sollte. Nun verlief nichts nach Plan. Cedric spielte den perfekten Gentleman, die beiden lachten viel und die Blondine neben ihm schloss eine enge Freundschaft mit dem Martini. Marc gefiel es gar nicht wie Gretchen seinen ehemaligen Freund anlächelte. So versuchte er an dem 'Verbrechen' welches Cederic beinahe begangen hatte anzusetzen.
"Na ihr zwei versteht euch ja wieder blendet, nachdem was du abgezogen hast." ,arrogant wie eh und je sah Marc, Cedric an. "Tja, es gibt halt Dinge die verziehen werden können Marc. Ist ja nicht jeder so engstirnig und nachtragend wie du." Marc und Gretchen sahen sich an. Beide dachten wohl an genau dasselbe in diesem Moment. Weil sie schon wieder einen leichten Rotton im Gesicht bekam wandte er sich wieder Cedric zu. "Ich denke nicht das ich dir hier nun erklären muss, weswegen ich noch sauer bin oder?" "Nein musst du nicht. Ich denke ich hätte nicht anders reagiert. Allerdings bin ich der Meinung das man trotz alledem zivilisiert miteinander umgehen kann. Schafft ihr beide ja auch. Nach allem was zwischen euch vorgefallen ist, geht ihr ganz normal miteinander um. Fast als wäre nichts gewesen." Betreten sah Marc auf sein Glas. Was war denn schon in Ordnung? Ja sie arbeiten zusammen. Ja sie schaffen es zwei Tage am Stück normal miteinander umzugehen. Das war es dann aber auch schon wieder. "Cedric, ich denke nicht das es hier irgendwas zur Sache tut, wie Marc und ich auf der Arbeit miteinander klar kommen. Ich möchte nicht in eure Probleme mit rein gezogen werden. Er ist mein Vorgesetzter und damit muss ich leben. Ob ich will oder nicht. Mein Vater wird niemand anderes für diesen Job einstellen. Was also soll ich machen? Kündigen? Wenn dann rauskommt das ich das aufgrund von privaten Differenzen getan habe, wird es schwer für mich nochmal einen Job zu finden. Das weißt du denke ich selbst. Also beuge ich mich meinem Schicksal und nehme es hin." Gretchen hatte Tränen in den Augen. Und sie wusste, dass beide wussten, was wirklich in ihr vorging. Es war ihr aber egal. Nochmal würde sie sich nicht dazu hinreißen lassen eine Beziehung mit diesem Mann zu erzwingen. Was das brachte, hatten ja alle gesehen. "Gretchen, wir beide wissen das dem nicht so ist. Marc und ich werden Sie aus allem heraushalten. Ich finde es nur etwas vermessen das er sich hier als Aufpasser gibt, wo er doch derjenige ist der Ihnen so weh getan hat" "ICH habe ihr weh getan? Jetzt halt aber mal den Ball flach. Ich habe ihr gesagt das es mit mir nicht so wird wie sie es gern hätte. SIE hat sich von mir getrennt!" Er knallte das Glas auf den Tisch und ging zur Toilette. Sowas musste er sich echt nicht geben. Immer wurde er hingestellt als sei er der Böse, der der keine Gefühle hat und sie nur verletzt. Was hatte sie denn gemacht als sie die Geschichte mit diesem Millionär eingegangen ist? Wer hatte denn obwohl es gerade so gut lief mit Mehdi geschlafen und ihm bewusst nichts davon erzählt? Sie hatte sich doch hingestellt und wollte nach Afrika um einen Schlussstrich zu ziehen. Aber er verletzte sie ja nur. Sie ist ein Engel auf Erden. Ganz sicher nicht. Sie hatte es darauf angelegt ihm wieder näher zu kommen. Was sie damit bezwecken wollte, wusste keiner so wirklich. Genossen hatte er es. Jedesmal wenn sich ihre Hände berührten, sie sich an ihm vorbeidrängelte oder ihm einfach nur den Nacken entlang strich. Diese vertrauten Berührungen gefielen ihm und er war sich fast sicher gewesen, dass auch sie diese Zärtlichkeiten genossen hatte.


Nach ungefähr fünfzehn Minuten kam er wieder an der Bar an. Cederic hatte noch auf ihn gewartet, er wollte Gretchen nicht allein stehen lassen. Also verabschiedete er sich und lies die beiden allein. Peinliche Stille. Irgendwann zog Marc es vor dieses zu unterbrechen und sich über Gretchen lustig zu machen. "Sag mal.. Machst Miss Piggy ja alle Ehre."
"Wieso?" ,nuschelte sie.
"Kerle aufreißen, trinken bis nichts mehr geht..."
"Welche Kerle reiße ich denn bitte auf? Ich bin wegen einem Auto hier."
"Aha. Der Kauf ist abgeschlossen, Cederic ist weg - was also machst du noch hier?"


In einer anderen Ecke der Bar wurde die Szene an der Bar mit Argusaugen überwacht. Vier Herrschaften befanden sich auf geheimer Mission. In deren Augen hatte Gretchen ganz eindeutig bewiesen, dass man sie auf keinen Fall alleine in eine Bar gehen lassen konnte. Sie schlug eindeutig über die Stränge und ihre Körperhaltung nahm langsam aber sicher eine gefährliche Schlagseite ein.
"Ich finde es noch immer keine Gute Idee den beiden hinter her zu spionieren." ,Mehdi fühlte sich sichtlich unwohl und besorgt sah er zu seinen besten Freunden herüber.
"Mein Gott hier geht es ja auch nicht um Haase oder Meier, sondern um Stier." ,sagte Saskia bestimmt.
"Frau Schramme, die drei sind erwachsen und außerdem ist der doch jetzt weg. Der Meier wird sie schon nicht umbringen."
"Verführen wohl eher, Frau Hassmann" ,antwortete Saskia und sah wieder zur Bar herüber, "Was quatschen die beiden denn da noch so lange? Ich dachte er wollte sich erst wenn wir die Wohnung fertig machen nach und nach an sie ranschmeißen Mehdi!"
"Keine Ahnung. Geh doch einfach zu den beiden rüber und frag. Langsam wird mir das Theater echt zu blöd. Anstatt einfach mal endlich den Mund aufzumachen."
"Sie wissen doch wie die beiden ticken Doktor Kaan. Er hat die Arroganz seiner Mutter geerbt und sie verkörpert eine Dramaqueen."
"Maria.. Jetzt sei do ma nicht so" ,schaltete sich nun auch Knechtelsdorfer ein. "
"Du musst hier nicht rum schleimen. Die beiden können dich nicht hören. Wenn du wieder in den OP willst, streng dich an!"


An der Bar wandelte sich die Situation langsam.
"Ich weiß nicht warum ich noch hier bin. Ich weiß nur das ich noch nicht gehen möchte." ,sagte sie ganz ernst und fügte dann etwas schwankend an, "Zumal ich noch ein wenig ausnüchtern sollte. Sonst denken meine Eltern noch einer von euch hätte mich angefüllt."
Sie kicherte mit dem Kopf an seinem Arm angelehnt.
"Dann bestell dir ein Wasser. Keine Lust mit dir jetzt ins Krankenhaus zu latschen und dich da ausnüchtern zu lassen."
Ein wenig anders hatte er sich den Abend schon vorgestellt. Er seufzte: "Sag mal Gretchen. Warum wolltest du das ich heute Abend mitkomme?"
Die Zärtlichkeit in seiner Stimme raubte ihr jeglichen Verstand. Warum funktionierte das mit ihm nicht. ~ Keine Familie! Das war der Grund. Obwohl - war das wirklich ein Grund?~
"Weil ich nicht wollte das wir wieder streiten." Sie sah ihm direkt in die Augen und hoffte das er die Ehrlichkeit hinter ihren Worten bemerkte. Zur Zeit war eigentlich alles schön gewesen. Ja, sie wollte ihn mit ihren Annäherungsversuchen loswerden doch auch sie genoss die Berührungen. In seiner Nähe fühlte sie sich nach wie vor wohl.
Er lächelte und legte seine Stirn an ihre.


Hinten in der Ecke war man nun doch etwas angespannt. "Siehst du Mehdi? Da müssen wir doch eingreifen!"
"Jetzt lass die beiden einfach Saskia. Je eher der Kindergarten vorbei ist umso besser!"
"Ja aber.."
"Nichts ja aber.. Ich hab da echt keine Lust mehr zu!"
"Jetzt quengeln se hier doch ma nich so rum und seien Sie leise. Wird doch jetzt erst interessant!"
Frau Doktor Hassmann und Maurice sahen ganz gebannt zur Bar.
"Das ist kein Film Frau Hassmann" ,meinte Saskia ernst doch das war der Neurochirurgin egal: "Doch! Besser wie Kino!"


"Willst du tanzen?" ,fragte Marc schließlich und wie auf Kommando wurde >Baby Love< angespielt. Sie sahen sich kurz verwundert an, lachten laut auf und Gretchen bejahte.

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

03.01.2016 15:52
#24 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Vierundzwanzig -Erst kommt der Kater..Dann der Rückfall-




Langsam tanzen die beiden eng beieinander. Marc hielt sie ganz fest an sich gedrückt denn sie hatte Schwierigkeiten sich richtig auf den Beinen zu halten. Tief zog er den Duft ihrer Haare ein und schloss für einen Moment die Augen. Doch schon nach ein paar Minuten war klar das es wenig Nährwert hatte, denn Gretchen fielen immer und immer wieder die Augen zu. So kam es das Marc vorschlug sie nach Hause zu begleiten.


"Na Meier? Schönen Abend gehabt?" ,fragte Mehdi scheinheilig als sie sich am nächsten Morgen vor der Klinik trafen.
"Klagen kann ich eigentlich nicht. Stier hat wirklich nicht versucht sie über den Tisch zu ziehen und eigentlich hatte ich fest damit gerechnet."
Ungesehen verdrehte Mehdi die Augen: "Ich meinte eigentlich dich und Gretchen."
"Hätte besser laufen können."
"Soll heißen?"
"Sie hat zu tief ins Glas geschaut und ich durfte sie dann nach Hause begleiten. Danach bin ich direkt hier her. Hab mich noch ein wenig mit Akten beschäftigt."
"Aha."
"Na zieh nicht so ein Gesicht Mehdi" ,sagte Marc, schnipste seine Zigarette weg und nahm seinen besten Freund bei der Schulter, "Sabines Kaffee wartet."


"Morgen!" ,kamen die beiden Oberärzte schließlich im Stationszimmer an. Von Sabine kam auch prompt ein freundlicher Morgengruß zurück, doch was Marc dann sah brachte ihn fast dazu laut los zu lachen.
Gretchen lag mit ihrem Kopf auf dem Tisch und quengelte: "Nicht so laut bitte."
Marc hatte wirklich Mühe sich zusammen zu reißen. "Hat da etwa wer einen dicken Schädel?"
"Marc, hör auf zu lachen." ,schmollte sie und brachte ihn damit zum schmunzeln. Sie war so niedlich wenn sie schmollte.
"Ich lach doch gar nicht" ,sagte er schließlich unschuldig, stellte sich hinter sie und fing an abwechselnd ihren Nacken und ihre Schläfen zu massieren.
Immer mal wieder konnte er Gretchen so ein leises Stöhnen entlocken, welches ihm die Nackenhaare sch aufstellen ließ. Mehdi quittierte dieses mit einem Grinsen und verschwand hinter seiner Kaffeetasse.
"Das tut gut" ,flüsterte sie mit geschlossenen Augen. Sie ließ es einfach geschehen und vielleicht genoss sie es auch ein wenig seine Hände auf ihrer Haut zu spüren.
"Ich weiß..." ,hauchte er ihr ins Ohr und sofort waren bei ihr alle noch vorhandenen Hirnfunktionen ausgeschaltet. Aus der feinen Gänsehaut auf ihrer Haut wurde ein Kribbeln am ganzen Körper. Mehdi und Sabine fühlten sich bei dem Gestöhne schon fast wie in einem Softporno.
"Ich..MEIER? Was wird das denn hier?"
"Papa.. Nicht meckern, bitte. Ich habe gestern ein wenig zu viel getrunken, mein Kopf explodiert gleich und Marc wollte nur ein wenig Abhilfe schaffen."
"Ich wollte doch gar nicht meckern Kälbchen. Mich wundert es nur das er schon hier ist. Wir wollten doch erst heute Nachmittag die Inventur machen."
"Inventur?"
"Mhmm.. Nicht mehr lang dann geht dein Vater in Rente. Die Ärztekammer will das wir ein Übergabeprotokoll machen. Das fordert komplett Inventur. Dann werden Ärzte und Schwestern beurteil und die müssen beurteilen. Jeder sollte spätestens morgen einen Bogen in seinem Fach haben." ,erklärte Marc und hielt Gretchen an den Schultern fest.
"Aber nicht heute" ,schüttelte sie mit dem Kopf und bereute es sogleich wieder, "Ich mache das Wichtigste und dann bin ich auf Bereitschaft in meinem Büro."
"Hat ja auch keiner von heute gesprochen mein Kälbchen" ,sagte Fraz und wollte schon wieder gehen als Marc ihn noch mal ansprach.
"Ach Franz! Du und Bärbel ihr kommt doch morgen auch oder?"
"Sicher. Bärbel redet seit gestern von nichts anderem mehr und macht schon Häppchen damit die starken Männer nicht aus den Latschen kippen. Na ja.. Ihr werdet auf jeden Fall genug zu essen haben."
"Ja gut. Ich geh dann schnell noch eine rauchen" ,an Sabine gewand sagte er, "Gleich Visite!"
Sie nickte und stand schnell auf um alles vorzubereiten.
"Und du kommst mit an die frische Luft!" Ohne auf ihre Proteste einzugehen zog er Gretchen an der Hand in Richtung Aufzüge nach draußen.
"Was ist denn gestern passiert?" ,fragte Franz den Gynäkologen der seinen besten Freunden besorgt hinter her sah.
"Die beiden sind sich denke ich zu früh zu nahe gekommen" ,antwortete Mehdi und verschwand auf die Gyn.


Dort sollte er den Schock seines Lebens bekommen.
"Na dann kannst du dir ja jetzt den tollen Oberarzt schnappen!"
"Vielleicht mache ich das ja auch. Was soll ich denn mit einem Assistenten? Ihr verdient so oder so scheiße."
Wütend kam ihm Christian entgegen: "Sie sollten vielleicht über eine neue Stationsschwester nachdenken!"
Ganz vorsichtig und mit besorgter Miene ging er in sein Büro - und da saß sie.
"Ach, Schwester Gabi.. Auch schon wieder da?"
"Äh, ja!? Heute ist mein Urlaub zu Ende?"
"Ich hatte Ihnen doch extra ein paar Tage länger frei gegeben. Oder?" ,in seinen Kalender blickend ging er gar nicht darauf ein was Gabi alles in ihrem Urlaub erlebt hatte. Das war nun wirklich unpraktisch. Vor allem der Streit den er gerade gehört hatte. Wenn Christian ihr wirklich wichtig war, würde sie eine Eifersuchtsgeschichte anfangen.
Hoffentlich nicht mit Marc - doch das war wohl am nahe liegensten. Schnell schrieb er seinem besten Freund eine SMS ohne über die Konsequenzen nachzudenken.


Drei Patienten und eine Geburt später war Gabi gerade dabei den Behandlungsstuhl zu desinfizieren, als eine ziemlich aufgewühlte Schwester Sabine ins Büro kam.
"Doktor Kaan? Der Herr Doktor Meier verlangt nach Ihnen" ,sagte sie vollkommen außer Atem.
Gabi horchte auf: "Doktor Meier? Ist der etwa wieder da?"
"Dann werde ich doch gleich mal zu ihm gehen." ,sagte Mehdi schnell ohne seiner Stationsschwester eine Antwort zu geben, doch Sabine hielt ihn noch mal zurück.
"Sie sollen unbedingt der Frau Doktor aus dem Weg gehen. Die beiden haben schon wieder gestritten."
"Oh je" ,stöhnte er auf und verlies Kopfschüttelnd den Raum.
Gabi wollte sofort wissen was alles passiert war und so verwickelte sie auf ihre falsche Art Sabine in eine Unterhaltung.
Eine Stunde später war sie dann auf dem besten stand und überaus gut gelaunt. Sie schwebte beinahe auf die Chirurgie und lief direkt einer aufgebrachten Doktor Haase über den Weg die in einer hitzigen Unterhaltung mit ihrem Vater verwickelt war.
"Nein Papa. Ich komme morgen nicht mit! Wenn ihr unbedingt nach getaner Arbeit etwas trinken wollt, bitte. Dann ruft euch aber auch ein Taxi."
"Kälbchen. Er wird sich doch aber freuen wenn du mitkommst."
"Mir egal!" Zum ersten Mal knallte sie ihrem Vater die Türe vor der Nase zu.
Betreten sah Franz zu Boden.


Er wusste nicht was nun schon wieder vorgefallen war, doch lange musste er darüber nicht nachdenken, denn schon polterte der Teufel im weißen Kittel durch die Flure: "WO IST FRAU DOKTOR HAASE!?"
"In ihrem Büro!" ,quiekte Sabine und Gabi die ganz lässig an der Wand lehnte fragte: "Warum so aufgebracht Marc? Hat sie dir dein Essen geklaut?"
Sie dachte gleich würde er sie packen, doch er ging einfach an ihr vorbei ohne sie zu beachten und platzte in sein ehemaliges Büro.
"Sach mal spinnst du?"
"Das fragst du mich?"
"Ja Marc! Das frage ich dich. Ich habe dir schon mal gesagt das ich möchte das du anklopfst."
"Das interessiert mich gerade herzlich wenig. Du erzählst mir jetzt mal was genau dein Problem ist!"
"Das weißt du ganz genau!"
Stille.. Franz, Sabine und Gabi lauschten gespannt der Unterhaltung und zuckten zusammen als es laut knallte.
"Deswegen?" ,knallte Marc sein Handy mit der geöffneten SMS auf den Schreibtisch.
"Pffff..."
"Ja oder nein Gretchen?"
"Darauf werde ich dir nicht antworten."
"Also ja! Und warum? Mein Gott Mehdi wollte mich warnen. Er hat mir erzählt was hier los war als ich gegangen bin. Ich hab auf das Theater keine Lust mehr!"
"Ja sicher. Bis zum nächsten Zwischenfall oder was?"
"Du hast doch echt den Schuss nicht mehr gehört! Beschwerst dich wenn ich mich wegen Dates mit Stier aufrege und nun machst du hier ne Welle wo gar nichts passiert!"
"Noch nicht!"
"Wird es auch nicht! Selbst wenn.. Was wäre denn dann? Sind wir beide uns IRGENDWAS schuldig?"
Franz fand diese frage etwas un gelungen und dies wurde sogleich von Gretchen bestätigt.
"RAUS!"
"Diesmal nicht. Ich gehe erst dann wenn alles gesagt ist!"
"Das ist es! Wir sind uns NICHTS schuldig. Keinerlei Verpflichtungen. Wir haben uns also nichts weiter zu sagen, also geh jetzt bitte!"
"Nein. Ich bleibe hier stehen. Bis du mir verdammt noch mal erklärt hast was das soll!"
Die beiden standen sich ganz nahe. Eigentlich hätten sie sich nicht anschreien brauchen, denn auch flüsternd hätten sie sich verstanden.
Die drei auf dem Flur pressten ihre Ohren gegen die Tür als sie nichts mehr hörten.
Gretchen blickte zwischen Marcs Augen hin und her und drehte dann traurig den Kopf zur Seite.
"ich sag dir was los ist Hasenzahn" ,meinte Marc, nahm ihren Kopf in seine Hände und küsste sie.
Vollkommen überrumpelt riss sie die Augen weit auf, doch dann ganz langsam, schloss sie ihre Augen und erwiderte den Kuss. Sie legte ihre Hände in seinen Nacken.
Er fuhr mit seiner Zunge über ihre Lippen, wollte mehr.. Wollte den Schokoladengeschmack schmecken. Sie lies es zu.



Sie wusste nicht wie lange sie nun schon in ihrem Büro saß. Das einzige was sie wusste war, dass sie so wie sie aussah auf gar keinen Fall nach draußen konnte. Ihre Wimperntusche verteilte sich über ihr Gesicht, das Make-Up was sie heute morgen aufgetragen hatte damit sie nicht so blass aussah war kaum noch vorhanden. ~ Hätte auch als Schornsteinfegerin anfangen können~
Kopfschüttelnd stand sie nun schon seit fünf Minuten vor dem Spiegel. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr das sie eigentlich schon seit einer Stunde bei Marc's neuer Wohnung sein sollte. Doch sie konnte nicht.
Zu sehr lagen ihr seine Worte nach dem Kuss noch im Magen.


"Das ist los Gretchen. Das weißt du genauso gut wie ich und alle anderen hier in diesem Krankenhaus. Warum gibst du es nicht zu, springst über deinen Schatten und gehst ein Risiko ein? Wovor hast du Angst? Hör mal in dich hinein. Ich weiß du willst eine eigene Familie und heiraten, am besten alles wie in einem dieser Disneyfilme - doch warum in Gottes Namen rennst du diesem Traum so verbissen hinterher? Du liebst mich seitdem du mich das erste Mal gesehen hast und bis jetzt hat sich daran nichts geändert. Da waren andere Männer, es liegt eine ganze Zeit zurück und trotzdem stehen wir beide heute hier und du liebst mich.
Du hast dich immer wieder gefragt warum ich nicht eher zu meinen Gefühlen für dich gestanden habe. Ich denke jetzt ist ein guter Zeitpunkt es dir zu sagen.
Du bist einfach eine schreckliche Frau. Anstrengend, neurotisch - ach alles aufzählen würde einfach zu lange dauern. Doch du bist auch eine unglaublich faszinierende Frau. Ja du hast etwas viel auf den Hüften, doch stört mich das ganz und gar nicht. Du strahlst so viel innere Schönheit aus, es ist kaum zu fassen. So viel Ehrlichkeit, Vertrauen und Liebe wie du gibst, hat mir noch niemand gegeben. Deine Tollpatschigkeit, dein Talent jedes Fettnäpfchen mehr als einmal mitzunehmen um dann gleich mit einer Arschbombe ins nächste zu springen.
Ich liebe das alles an dir, doch hatte auch ich Angst. Angst davor dich nicht glücklich machen zu können. Deswegen habe ich dich auf Abstand gehalten und vielleicht wäre es auch besser gewesen es einfach dabei zu belassen. Doch dann habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und bin dir hinterher. Ich hatte dich damals schon einmal verloren und dieses Gefühl wollte ich nicht noch einmal fühlen.
Ich habe dir gesagt ich will keine Familie weil ich damit nicht umgehen kann.. Ich habe dir gesagt das ich dich liebe und das ja genug Grundlage ist.
Und das ist es Gretchen. Ich wollte auch keine feste Beziehung. Dann ist es passiert und sieh her - ich lebe noch.
Eine Beziehung bleibt immer nur dann stehen und wird aussichtslos, wenn man sie sich so entwickeln lässt. Niemand sagt das sich Dinge ändern können. Niemand sagt das dein Traum nicht doch noch wahr werden könnte, auch wenn es nicht ganz deinen Vorstellungen entsprechend werden würde.
Du sagst immer wieder das Träume wichtig sind und ich stimme dir da voll und ganz zu. Das sind sie, sonst hätte ich es wohl kaum gewagt wieder her zu kommen und alles zu tun damit wir beiden uns wieder verstehen und es vielleicht noch mal probieren können. Ich habe meinen Traum von einer Karriere hinten angestellt. Schon als ich damals mit dir nach Afrika geflogen bin. Manchmal muss man auch einfach mal loslassen und sich in eine andere Welt träumen. Diese dann, wie es in unserem Fall eigentlich nötig gewesen wäre, ZUSAMMEN aufbauen.
Was du nie verstanden hast war das ich einfach nicht gerne rede. Ich lasse die Dinge gern auf mich zu kommen und quatsche nicht alles halbtot. Lass dich doch einfach mal überraschen was das Leben dir zu bieten hat und höre auf in einer Vergangenheit zu leben die es nicht mehr gibt oder dir eine Zukunft zu erzwingen die so nie sein kann, weil es keine Märchen gibt. Niemand verlangt von dir dich selbst aufzugeben. Träume weiter - so bist du einfach und das macht dich aus. Doch verrenne dich nicht wieder in diese Träumereien. Das tut dir nicht gut und auch deiner Beziehung nicht. Konzentriere dich auf das hier und jetzt!"



Tausend Mal war sie diese Worte nun im Kopf durchgegangen und fragte sich was er ihr damit sagen wollte. Wollte er sie noch immer und eventuell später auch mal heiraten, Kinder - nur nach gemeinsamen Vorstellungen?
Sollte sie zu ihm gehen? War sie bereit den Sprung ins kalte Wasser zu wagen?


In der neuen Wohnung von Marc Meier sah man inzwischen immer öfter zur Tür, nur um dann seufzend wieder auf die Uhr zu blicken. Der Großteil war geschafft, die Häppchen verschlungen und man versuchte die bedrückte Stimmung irgendwie zu lockern. Doch egal was sie versuchten, Marc bewegte sich nicht vom Fleck. Gegenüber seiner Wohnungstür, saß er an der Wand angelehnt auf dem Boden und sah zur Tür. Er sprach nicht, er reagierte nicht. Elke merkte an man solle doch mal schauen ob er noch atmete, bevor sie schließlich ging. "Es tut mir leid Marc" ,flüsterte sie ihrem Sohn der auf einmal so jung und verletzlich wirkte noch ins Ohr.
Nach und nach gingen seine Helfer. Von den Frauen wurde er herzlichst gedrückt und die Männer klopften ihm auf die Schulter. Doch als auch Mehdi endlich gegangen war, sah Marc es nicht ein sich von seinem Platz zu bewegen. Was hatte er sich auch gedacht? Das sie vorbeikommt?


{Bist wohl auch nur ein alter Träumer Meier}


"Sabine? Kaffee. Hasenzahn? Visite! Jetzt nicht morgen und ohne Zwischenstopp am Schokoladenautomaten." polterte er in bester Meier-Manier. Die beiden Frauen zuckten zusammen und sahen sich mit großen Augen an. Was war denn nun schon wieder mit ihm los? Zeit zu fragen hatten sie allerdings nicht, denn Marc hatte sich schon wieder verzogen.
Gretchen bat Sabine, ihren Vater anzupiepen und die Visite vorzubereiten.
Zehn Minuten später dachte sie es müsste ein Albtraum sein, er war wieder ganz der Marc Meier, der er vor ihrer Beziehung war. Nicht das sie das überfordern würde, lange genug hatte sie sich damit auseinander gesetzt. Es gefiel ihr. Genauso liebte sie ihn. Das war dann wohl der Anfang eines akuten Rückfalls. ~Kann man sowas nicht therapieren lassen?~
Beim Mittag war sie dann mit den Nerven völlig am Ende. Mit drei Stücken Schokokuchen bewaffnet saß sie allein am Tisch und genoss die Ruhe. Lange sollte diese allerdings nicht anhalten. "Kälbchen, du sollst doch nicht immer so viel Schokolade zu dir nehmen." "Papa? Lass mich einfach essen, ich brauche das jetzt!"
"Klar Hasenzahn, damit der Kittel bald gar nicht mehr zu geht oder was? Solltest wirklich mal ein wenig auf deine Figur achten."
"Ach und wieso?" "Na, Übergewicht und so. Lieber mal nen Apfel oder sowas essen!" ,er zwinkerte ihr zu und biss in den hochgehaltenen Apfel. "Bin ich ein Pferd?" ,fragte sie mit hochgezogener Augenbraue. "Nein. In deinem Falle würde ich eher auf Mastschwein tippen." Betreten sah sie zur Seite. Da war es wieder, das Gefühl in ihrer Brust das sie so lange unterdrücken konnte. Es tat weh. Wie immer. Erst sagte er schöne Dinge zu ihr und wenn sie dann nicht nach seiner Pfeife tanzte war er beleidigt und lies seinen Frust auf diese Art und Weise bei ihr aus.
Ein lautes Krachen war zu hören, Franz besorgter Rauf, Marcs Lachen -

Choconussa Offline

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Beitrge: 330

03.01.2016 16:10
#25 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Fünfundzwanzig -Ja..Spinnen denn hier alle?-





-Wenn nichts mehr sein kann wie es war, nichts ist wie du es dir wünscht und nichts sein wird wie du es dir erträumst, dann ist es an der Zeit, dass was war hinter dir zu lassen, um neue Wege gehen zu können.-


-von da an Schwärze.





"Man du hättest ihr Gesicht sehen sollen" ,hörte sie Marc mit einem Mal lachen und dann die angespannte Stimme von Mehdi: "Hör auf zu lachen Marc. Da hätte auch mehr passieren können."
"Ja schon gut" ,wiegelte er ab, "Trotzdem genial. Ich lass euch beiden dann jetzt mal allein, ne!?"
"Willst du nicht hier sein wenn sie wach wird?"
"Nö." ,sagte Marc bestimmt.
"Meier! Hör auf mit dem Kindergarten."
"Ich? Pass mal auf.. Man kann viel mit mir machen, nur verarschen lasse ich mich nicht."
"Sie hat doch gesagt das sie nicht kommt."
Seufzend hielt Marc ihm sein Handy entgegen.


/Hei. Kommst du heute noch? -Marc/

\Mhmm.. Ich denke schon....?\


"Hier steht nichts davon das sie WIRKLICH kommt."
"Dann musst du eben noch lernen bei der Frau zwischen den Zeilen zu lesen. Das Ding ist durch. DAS war die Chance. Ist verspielt und gut ist`s. Muss man mit leben."
"Ich muss da nicht zwischen den Zeilen lesen. Du suchst einfach nur einen Grund sauer auf sie zu sein weil du nicht zugeben willst das du verletzt bist. Wenn du jetzt den Schwanz einziehst fängt das ganze Theater wieder von vorn an. Wie vor Afrika."
"Nope. Keine Sorge wird es nicht. Diesmal räume ich freiwillig das Feld. Kannst sie haben."
Mehdi glaubte sich verhört zu haben: "Spinnst du jetzt total oder was?"
"Nein. Du ich muss jetzt echt los" ,sagte er bei einem Blick auf seine Uhr, "Wollte noch was trinken gehen."
"Alleine?"
"Äh - nein. In Begleitung."
"Hör auf mit dem Scheiß. Fang jetzt nicht wieder an ihr das Herz zu brechen."
"Genau! Ich... Wer denn auch sonst. Ähm, falls es dich beruhigt.. Es ist Maik! Ein Freund vom Golfplatz und jetzt hau ich hier ab. Ihr Vater soll nach ihr sehen. Ist zwar nur ne Platzwunde, ich hätte allerdings gern eine Gehirnerschütterung ausgeschlossen."
Nachdem die Tür sich hinter Marc geschlossen hatte, setzte sich Mehdi seufzend zu Gretchen ans Bett.

"Wisst ihr zwei eigentlich was für Idioten ihr seid? Ihr liebt euch. Soo lang schon.. und ihr macht einfach nichts draus."

"Wozu auch?" ,fragte sie mit geschlossenen Augen, "Bringt doch eh nichts."
Kopfschüttelnd lächelte Mehdi und strich ihr eine verirrte Träne von der Wange: "Warum bist du nicht gekommen?"
"Ich konnte nicht. Es tut so weh"
"Mhm.. Dann tue was dagegen und sag ihm das du ihn liebst."
"Was ändert das denn Mehdi? Er und ich haben komplett verschiedene Vorstellungen von einer Beziehung. Es würde einfach nicht funktionieren."

"Menschen können sich ändern."

"klar. Marc wird sich nie ändern."

"Ich sage auch nicht das nur er sich ändern muss. Vielleicht muss du auch einfach ein bisschen an dir arbeiten. Mal nen Gang runter schalten.

"Ich hab ihn doch nie gedrängt. Er hatte immer alle Zeit der Welt."





"Weißt du nicht alles was wir machen und sagen, spiegelt sich auch genauso in den Augen anderer wieder. Denkst du Marc fallen Hochzeitsmagazine nicht auf in denen Kleider angekreuzt sind? Dann machst du eine Diät.. Seine Mutter lag ihm auch dauernd damit in den Ohren. Mal ganz abgesehen von deiner. Das bedeutet für ihn Druck. Damit kann er nicht umgehen."

"Willst du mir jetzt damit erzählen, ich hätte ihn unterbewusst dazu gedrängt mich zu heiraten?"
"So in etwa!"
"Das ist doch Schwachsinn."

"Erinnerst du dich noch daran wie er dir zum Geburtstag das Armband geschenkt hat? Deine Augen haben so unglaublich geleuchtet als du die kleine Schatulle gesehen hast. Tja.. und dann war da kein Ring drin. Du warst enttäuscht das hat man dir angesehen, auch wenn du versucht hast es zu überspielen. Hat er nie mit dir darüber gesprochen wie ihn das aus der Bahn geworfen hat? Oder kannst du es dir vorstellen?"

"Nein!? Er hat ja nicht oft über seine Gefühle gesprochen. Und ja, vielleicht war ich ein bisschen enttäuscht. Trotzdem habe ich mich gefreut. Ich habe doch immer wieder versucht über sowas mit ihm zu reden. Ein kleines bisschen Sicherheit.. Mehr wollte ich doch gar nicht!"

"Was hättest du davon? Gretchen.. Sicherheit, kann dir nichts und niemand gewährleisten. Auch kein Ring dieser Welt!"

"Ich hätte also auf meine Wünsche verzichten sollen?"

"Nein! Du hättest aber auch eine andere Möglichkeit in Betracht ziehen können. Liebe muss nicht auf dem Papier stehen. Er hat so sehr versucht dir zu zeigen, dass er dich liebt, dir vertraut, du zu ihm gehörst und zu niemand anderem mehr. Vor seiner Mutter hat er dich immer verteidigt. Er wollte das du zu ihm ziehst. Das war doch ein Anfang. Und anstatt das du ihm Zeit lässt, rennst du weg und trennst dich von ihm. Du bist weggelaufen."

"Wenn du das so erzählst, hört es sich fast so an als sei ich das Problem."

"So genau möchte ich es nicht formulieren, doch es trifft eigentlich ganz genau zu. Du rennst einer Liebe hinterher die es nur in Romanen und Filmen gibt. Du willst einen Disneyprinzen. Solche Menschen gibt es aber nicht. Du klammerst dich daran fest und willst nichts anderes sehen. Deine Tagträume, die soll dir niemand nehmen. Wir alle versuchen uns die Welt ein kleines bisschen schöner zu träumen. Doch gib anderen Menschen die Möglichkeit, dir eine vollkommen neue Welt zu schaffen. Hab keine Angst - so manches Mal, wird es schöner wie in einem Traum."

Es klopfte kurz an der Tür und schon stand Gretchens Vater im Raum: "Doktor Kaan, wie ich sehe ist meine Tochter wach. Wie schön. Na du Tollpatsch?"

"Ja Herr Professor. Ich wollte so oder so gerade gehen." ,kurz lächelte er Gretchen an, nickte dem Professor zum Abschied zu und verschwand ohne ein weiteres Geräusch von sich zu geben.

"So Kälbchen. Wie geht es dir?"
"Weiß nicht. Ich bin ein bisschen verwirrt."
"Wegen Marc, nehme ich an?" , Franz setzte sich auf die Bettkante seiner Tochter und umschloss mit seiner Hand die ihre.
"Ähm ja..?! woher weißt du das?"
"Ach Gretchen. Als wenn ich das nicht mitbekommen würde. Ich bin dein Vater. Seitdem er wieder hier ist, strahlst du richtig."
"Gar nicht..."
"Doch! Und er tut dir gut."
Ungläubig sah sie ihren Vater an: "Bist du auf den Kopf gefallen oder ich? Er tut mir nicht gut, er tut mir weh."
"Warum Gretchen, hm?"
"Seine dummen Sprüche, wie er mich bloßstellt. Das alles halt."

"Hast du dich auch mal gefragt, warum er das tut?"

"Weil er Langeweile hat?"

"Nein Gretchen. Er will damit seine eigene Unsicherheit überspielen. Vielleicht will er dir aber auch Selbstsicherheit geben."

"Indem er mich fertig macht?"

"Hat er denn immer nur schlechtes gesagt? Ich glaube nicht. Er hat auch oft wunderschöne Sachen gesagt, die das zuvor gesagte schlechte, widerlegt haben. Das Problem was du hast, ist das du nur das siehst, was du sehen willst. Du fragst nicht nach. Manchmal denkst du auch gar nicht nach. Wohingegen andere andauernd nachdenken. Sich Sorgen um den anderen machen und sich fragen, ob alles so ist, wie es sein soll. Ich glaube dein Marc hat das alles getan. Wenn ich ganz ehrlich bin Kind, habe ich damals das was ich gesagt habe, mit Absicht gesagt. Vielleicht habe ich gehofft du redest mit ihm. Über SEINE Ängste und SEINE Wünsche. Doch du hast nur an dich gedacht."

"Jetzt bin ich also auch noch egoistisch?"

"In dieser Hinsicht schon. Er soll Rücksicht auf dich und deine Gefühle nehmen. Schon immer. Doch du hast die seinen ebenfalls oft mit Füßen getreten. Er sollte dir sagen das er dich liebt. Hast du es ihm auch nur EINMAL gesagt.. VOR Afrika? Nein. Immer soll er auf dich zugehen. An einer Beziehung jedoch, müssen immer beide arbeiten."

"Moment mal. Warum redet ihr alle wie Therapeuten?"

"Kind.. Mach doch die Augen einfach auf. Du wirst sehen. Es kommt immer anders als man denkt. Du musst dich neuem nur öffnen. Keine Angst vor neuen Zielen haben. Mach die Augen auf Kind."



Ihr Vater war nun schon eine halbe Stunde weg und sie saß nachdenklich in ihrem Patientenbett. Was bedeutete das alles? Irgendwas war hier oberfaul. Maik, hatte Marc gesagt.


~Maik ist in Australien.~


"Gehirnerschütterung ausschließen...." ,erinnerte sie sich.


~Mein Vater hat mich gar nicht untersucht. Na gut, Mehdi hatte es ihm auch nicht gesagt. Und warum.. Moment! Die beiden haben Sachen gesagt die sie gar nicht wissen können. Mehdi war damals gar nicht dabei als Marc mir das Armband geschenkt hat. Er hatte es mir erst einen Tag später gegeben weil er es nicht mehr geschafft hatte es vom Juwelier abzuholen. Und mein Vater kann gar nicht wissen, ob Marc mit Komplimente gemacht hatte. Er hat es damals vorgezogen, dieses immer nur in Abwesenheit der anderen zu tun. Obwohl das auf der kleinen Feier echt schön war. Mhmm. Und wieso hat Papa heute Mittag nichts gesagt als Marc mich vor ihm beleidigt hat? Traut Marc sich sonst nicht.. Jedenfalls nicht so!~


"Frau Doktor Haase?"
"Ja Sabine?"

"Der Herr Doktor Meier ist bald soweit!"


"Äääääh.. Wofür? Ähm. Der ist doch mit Maik Schubert unterwegs."
"Oh nein Frau Doktor. Er sitzt in seinem Büro und bereitet sich auf die Herz OP vor."
"Wir haben ne Herz OP? Seit wann denn das bitte?"

"Er operiert sie doch am Herzen!"

"Wie? MICH!?!?"

"Ja. Das müssen sie doch aber merken.

"Oh nein oh nein. Ich merke hier gar nichts. Und am Herzen muss ich nicht operiert werden" ,umständlich stand sie vom Bett auf und suchte darunter ihre Schlappen, "Das funktioniert nämlich ganz gut."

~Sind jetzt hier alle wahnsinnig geworden?~

Sie richtete sich wieder auf: "Also Schwester Sabine Sie können ihm... Sabine?"

~Wo ist die denn jetzt schon wieder hin? Ich muss zu Marc und das klar stellen. Einfach so eine Herz OP ansetzen wenn ich nichts am Herzen habe. Der hat sie doch nicht mehr alle!~





So irrte Gretchen Haase durch die sehr verlassenen Gänge des Krankenhauses. Niemand war zu sehen und es war viel zu still. Plötzlich fühlte sie sich unglaublich allein, es fröstelte und wie um sich zu schützen, legte sie ihre Arme um ihren Körper. Sie lief immer weiter, doch als sie an Marcs Büro ankam, war dort keine Tür.

~Okay, jetzt dreh ich durch. Vielleicht bin ich mit dem Kopf doch etwas zu hart aufgeschlagen? Ein CT sollte der Idiot mal lieber machen.~

Doch auch als sie ein paar Mal geblinzelt hatte, war noch immer keine Tür zu sehen.

~Mhm.. Ruf ich ihn halt an. Und warum zum Teufel ist es hier so ruhig?~

Unruhiger als zuvor, setzte sie sich in Bewegung. Immer wieder drehte sie sich um. Sie fühlte sich beobachtet. Bei jedem Geräusch zuckte sie zusammen.

~Ist ja wie in nem schlechten Thriller hier... Aber.. Moment mal.. Das ist doch MEIN Büro~

"Na warte..." ,sagte sie als sie sah was dort auf dem Schild an der Tür stand.

Marc Meier Oberarzt, Chirurgie /Station 3b

"Findest du es etwa witzig die Schilder auszu...Marc?" ,platze sie ohne nachzusehen ins Büro und war überrascht niemanden anzutreffen.

~Hat Sabine nicht gesagt er ist im Krankenhaus?~

Noch überraschter war sie als sie die Einrichtung endlich richtig wahr nahm.

~WAS läuft hier?~

Alles war wieder so wie es immer war. Die Couch in der Ecke, der Sessel, der Schreibtisch, die Wände - alles in dem kalten Weiß. Der Buchhalter in Form eines M's stand wieder an Ort und Stelle. Ebenso seine Modellautos. Doch auf dem Schreibtisch entdeckte sie etwas das nicht hier her gehörte. Und es war offen: IHR Tagebuch.

~Nicht gut.. Gar nicht gut!~

Langsam ging sie darauf zu. Es war nicht ihr aktuelles wie sie auf den ersten Blick feststellen konnte. Eines aus ihrer Kindheit war es.

~Wie kommt der denn daran?~

Die offene Seite zierte das Datum 24.03.1985. ~Oh Gott.~

Da hatten sie in der Schule 'Romeo und Julia' angefangen zu lesen. An diesem Tag malte sie sich den Heiratsantrag von Marc aus und die im Anschluss folgende Hochzeit. Doch anstelle der dazugehörigen Seiten fand sie nur einen Zettel auf dem stand:


Warte nicht HIERAUF! Warte auf MICH!


~Jetzt wird es doch langsam unheimlich.Vielleicht sollte ich mich doch lieber nochmal hinlegen.~

"Kindchen. Machen Sie sich doch nicht lächerlich."
Erschrocken drehte Gretchen sich um: "Frau Fischer, was machen Sie...ähm.. Sind sie schon die ganze Zeit hier?"

"Ich antworte nicht auf Fragen, ich stelle sie! Also setzen Sie sich hin und seien Sie mal still. Auch ohne Schokolade" ,arrogant sah sie Gretchen an.
"Freundlich haben Sie auch noch nicht gelernt, oder?"
"Setzen!"

Gretchen missfiel es wie Elke Fischer mit ihr sprach, doch war sie einfach zu neugierig um sich ihr zu widersetzen. Etwas widerwillig lies sie sich auf der weißen Couch nieder.

Lächelnd nahm Elke zur Kenntnis das sie die volle Aufmerksamkeit der blonden Frau hatte: "Also. Warum lassen Sie meinen Sohn nicht so sein wie er ist? Warum wollen Sie ihn unbedingt ändern?

"Bitte? Das mache ich doch überhaupt nicht."

"Sie versuchen es! Leugnen Sie das nicht. Damit würden Sie sich nur selbst belügen. Ich gebe Ihnen einen gut gemeinten Rat. Lassen Sie ihn sich von sich aus ändern. Hören Sie auf ihn zu drängen und warten Sie ab, bis er von sich aus auf sie zukommt."

"Aber ich...Also ich..."

"ICH ICH ICH! Wo kommt denn mal er!?"

"Also..äh..mhm..chrm chrm..ähm..."

"Gut! Denken Sie darüber nach. Gehen Sie ohne Erwartungen an die Sache heran. Dann wird er nicht dem Druck ausgesetzt Sie eventuell enttäuschen zu können und sie werden nicht so schnell enttäuscht sein. Erlauben Sie ihm Fehler. Er wird den richtigen Weg schon gehen.." ,sie stand auf und ging zur Tür,"Doch Sie beide müssen diesen erst finden und freiräumen. Nun gehen Sie", sie drehte sich zu Gretchen um, "und seien sie frei", sie lächelte Gretchen ehrlich an bevor sie die letzten Worte sagte und ging, "in der Liebe."





Gretchen war so verwirrt wie nie zuvor. Warum benahmen sich alle so komisch? Warum war niemand hier? Wieso war das hier nicht mehr ihr Büro? Wo war Marc? Ihr Kopf fing an zu schmerzen...


"Mach die Augen auf Kind" ,hörte sie immer wieder die Stimme ihres Vaters im Kopf.

Sie schloss die Augen, versuchte ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Es machte sie verrückt.

"Mach die Augen auf Kind"

"Mach die Augen auf Kind"

"Mach die Augen auf Kind"



Plötzlich schlug eine Hand fest vor ihr auf den Tisch. Sie zuckte zusammen. Als sie die Augen öffnete Blickte sie in das Gesicht eines äußerst verärgert wirkenden Oberarztes.

Sie hörte ihn noch sagen:


"Bitte. Mach die Augen auf."


und mit einem Mal -

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