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Dieses Thema hat 60 Antworten
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Choconussa Offline

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Beiträge: 330

21.01.2016 16:44
#51 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Einundfünfzig -Freude!-



MK: "Wo sitzt du denn gerade?"

GH: "Joa, also... äääähm...."


Wie sollte sie Mehdi denn jetzt erklären, dass sie quasi auf dem Schoß vom nackten Marc Meier saß? Damit würde sie sich ja total blamieren. Immerhin war sie diejenige die immer und immer wieder beteuert hatte, nicht mehr so wirklich zu wollen. Jetzt genoss sie es endlich wieder Zeit mit ihm zu verbringen. Gestern hatte sie ihm sogar gesagt das sie ihn liebte. Sie kuschelten nun schon eine ganze Weile und es war einfach wunderschön. Doof nur das Mehdi anrufen musste.


MM: "Gib ihn mir mal. Dein rum gestammel versteht ja nur jemand der dich studiert hat. Tag Mehdi."

MK: "Ja, tag auch. Wo sitzt Gretchen denn jetzt? Ich versteh hier nur Bahnhof."

MM: "Ich erzähl dir mal was hier so abgegangen ist, nachdem ihr einen Diebstahl begangen habt. Ich bin also aufgestanden und habe mich erstmal gewundert wo ihr denn alle hin seid. Dann bin ich nach draußen, hätte ja sein können das ihr mit Lilly spielt. Mein Wagen weg, Zettel gefunden..."

GH: "Rum geschrieen"

MM: "..mich dezent aufgeregt...."

GH: "Rum geschrieen!"

MM: "Dann haben wir uns hier irgendwie damit arrangiert. Wir haben ein wenig geredet, wir haben uns wieder irgendwie ein kein wenig gestritten. Madame wollte dann mitten in der Nacht mit einem Taxi abhauen, leider hab ich dann aber doch nicht so tief und fest geschlafen wie Frau Haase das dachte. Habe dann den Taxifahrer bezahlt und sie so gezwungen hier zu bleiben. Dann die Wette heute morgen ob sie es schaffen würde den ganzen Tag nicht mit mir zu reden und jetzt sitze ich hier nackt auf der Couch und habe eine bezaubernde Frau auf dem Schoß."

GH: "Schleimer."

MK: "Also habt ihr endlich alles geklärt ja?"

MM: "Wovon träumst du Mehdi? Geklärt ist hier noch gar nicht wirklich was, oder Hasenzahn?"

GH: "Na ja, nicht wirklich. Wir haben da denke ich noch ein bisschen... Vielleicht... Vielleicht auch nicht?"

MK: "Gib sie mir noch mal Marc."

MM: "Okay..."

GH: Ja Mehdi?"

MK: "Erinnerst du dich an die ersten paar Tage nach eurer Trennung? Du warst da mal mit Saskia weg. Sie hat mir erzählt was da los war. Erinner dich einfach mal daran und dann triff spontan und ohne darüber nachzudenken eine Entscheidung."



Nach dem Telefonat war Gretchen unglaublich ruhig. Immer wieder kämpfte sie mit den Tränen. Ja sie erinnerte sich daran als wäre es erst gestern gewesen und noch immer hatte sie das Gefühl von damals in der Brust.
Es fühlte sich an als würde man ihr, ihr Herz zusammendrücken und sie bekam kaum Luft. Sie hatte die Tage zuvor kaum geschlafen, weil ihr irgendwas fehlte. Sicher wusste sie das es Marc war der ihr da zum Schlafen gefehlt hatte. Sie wollte es aber wie immer einfach nicht zugeben. Saskias Blicken nach zu urteilen musste sie einfach nur schrecklich ausgesehen haben. So richtig wohl fühlte sie sich in dem Lokal auch nicht. Das letzte Mal war sie mit Marc dort essen gewesen und ständig sprach man sie auf ihn an. Das hatte einfach nur zufolge das sie ziemlich viel Wein trank und irgendwann ziemlich Gesprächig wurde.



-Damals bei Tisch

"Jetzt erzähl schon was heute mit dir los ist."
"Ach ich weiß doch auch nicht. Marc und ich sind jetzt erst ein paar Tage nicht mehr zusammen.. Alle nerven mit Marc. Ich komm ja gar nicht mehr dazu mal nicht an ihn zu denken", und wieder genehmigte sie sich einen großen Schluck aus ihrem Weinglas.
"Aha und weswegen bist du so unausgeschlafen? Das sieht man dir als aller erstes an. Vielleicht hätte ich unser Treffen lieber in eine Schlafklinik legen sollen."
"Na ja.. Ich kann nicht schlafen..."
"Wieso nicht?"
"Ist das nicht offensichtlich? Hör zu, ich bin ziemlich angetrunken.. Ich will nicht das du Marc was davon sagst. Ich vermisse ihn.. Es tut so weh. Abends liege ich stundenlang wach und wälze mich von der einen auf die andere Seite, weil seine wärme mir einfach fehlt. Er musste mich damals nicht mal in den Arm nehmen. Es hat einfach sein Geruch gereicht damit ich einschlafen konnte. Hab ja sogar schon überlegt mir einfach sein After Shave zu kaufen und damit mein ganzen Zimmer zu fluten...", verzweifelt sah sie ihre Freundin an, "Warum kann ich nicht einfach loslassen? Warum muss ich ihn so vermissen? Ich will das doch gar nicht."
"Gretchen. Du liebst ihn. Das hört doch nicht einfach so auf und ich dachte du wüsstest das. Du hast mir soviel erzählt. Wie lang liebst du ihn nun schon? Dein halbes Leben! Das geht denke ich nie wieder vorbei. Ich bin mir auch ziemlich sicher das du es weißt. Du bist einfach noch zu verletzt um einen Schritt auf ihn zuzugehen. Aber das musst du. Entweder um abschließen zu können, was du nicht können wirst, oder aber um das endlich aus der Welt zu schaffen."
"Ich will einfach nur das es aufhört weh zutun. Ich will einfach glücklich sein und nicht immer in einem Drama feststecken."



Genau das hatte sie damals gesagt. Vielleicht war es ja jetzt an der Zeit das alles endlich zu ändern und einen Schlussstrich unter die Geschichte zu setzen. Sie wollte das alles einfach nicht mehr und sie wollte endlich diese Gefühle loswerden, die ihr das Gefühl gaben jeden Moment tot umzufallen.


Sie stieg aus der Wanne, schlang sich ein Handtuch um den Körper und lief ins Wohnzimmer. Marc saß vollkommen in Gedanken vor dem Kamin.


"Wir müssen reden Marc...."
"Ja? Ääääh..", schreckte er auf, "Gern. Worüber?"
"Über uns! Ich will das nicht mehr.....", sagte sie traurig und Marcs Herz explodierte...




Der 05.01.2012 fing im Elisabeth Krankenhaus Berlin, recht unspektakulär an. Die ersten Schnapsleichen durften wieder nach Hause, die Verbrennungen oder andere Verletzungen wurden nachkontrolliert, drei Kinder erblickten das Licht der Welt und Schwester Sabine nervte jeden mit ihrer neuen Leidenschaft, der Traumdeutung. Eigentlich also ein ganz normaler Tag, wenn nicht gegen Mittag eine Frau Anfang dreißig, mit einem riesigen Sonnenhut die Station betreten hätte. Die Frau wagte es sich nicht aufzusehen. Doch war sie nicht allein gekommen. Der Mann der neben ihr her lief, verdrehte immer wieder die Augen und drückte sie am Rücken immer wieder nach vorn, weil sie zwischendurch einfach stehen blieb und den Hut noch tiefer in ihr Gesicht zog. Er wollte sie unbedingt dazu bringen schneller zu laufen, doch machte sie es ihm nicht sonderlich leicht. Belustigt wurde dieses neue Schauspiel aus allen Ecken beäugt. So etwas hatte es in diesem Krankenhaus wirklich noch nie gegeben. Obwohl die meisten die hier arbeiteten, behaupteten schon alles gesehen zu haben. Man wurde immer eines besseren belehrt.

"Ich seh total bescheuert aus", wisperte die unbekannte Frau ihrem Begleiter zu.
"Ja, mit dem Hut auf jeden Fall."
"Mit dem Gestellt ja wohl auch!?"
"Na ja.. Ohne den Sonnenschirm geht es eigentlich", zuckte er nur mit den Schultern und legte seinen Arm um ihre Hüfte, damit sie weiter lief.
"Ich bitte dich. Hast damals schon immer drauf rumgeritten. Es grenzt ja schon fast an einem Wunder das du heute noch nichts dazu gesagt hast."
"Warum", er hielt ihr die Tür zum Stationszimmer auf, "hast du dir eigentlich nicht mal ne neue gekauft?"
"Weil ich die ja eigentlich nur noch zu Hause trage, wenn du nicht wärst!"
Wieder konnte ihr gegenüber nur die Augen verdrehen. Einhundert Mal hatte er diesen Satz seit gestern Abend schon gehört. Vielleicht wuchs ihm ja schon Sellerie aus den Ohren, doch ein Blick in den Spiegel zeigte ihm, dass er so gut aussah wie eh und je.


Doktor Mehdi Kaan wollte gerade eine Akte zurück bringen. Ohne aufzusehen, legte er sie auf die Anmeldung und wollte gerade wieder gehen, als ihm im Augenwinkel ein bekannter Körper auffiel.
"Maaaarc?"
Angesprochener drehte sich sofort um und grinste seinen besten Freund breit an.
"Alter, was machst du denn hier?", freute sich Mehdi und lief auf ihn zu um ihn gleich in eine peinliche Männerumarmung zu ziehen.
"Also so wie es aussieht wohl wieder arbeiten..."
"Ach", sagte Mehdi verwundert und zuckte ein Stück mit dem Kopf zurück, "Davon hat der Professor gar nichts erzählt gehabt."
Sein nächster Blick gold der Fau neben Marc, die noch immer ihren Kopf gesenkt hielt und ganz komisch mit ihren Füßen rum tippelte. Fragend aber ohne etwas zu sagen deutete Mehdi mit dem Finger auf die ihm unbekannte und Marc grinste stolz wie Bolle.
"Jaaaaa, man darf hier wieder arbeiten", zu seiner rechten gewand sagt er, "Und du Hasenzahn, kannst jetzt endlich den bescheuerten Hut abnehmen. Mensch das ist nur Mehdi."
"Nein Marc, das tue ich nicht und wenn er mein Vater wäre!"
"Gretchen, dich erkennt man ja gar nicht", freute Mehdi sich gleich noch mehr und zog auch seinei beste Freundin, die er nun schon über eine Woche lang nicht gesehen hatte, in eine Umarmung.
"Das ist auch gut so!", sagte sie als sie wieder losgelassen wurde und lief gleich weiter in die Umkleide. Natürlich mit gesenktem Kopf. Marc stöhnte gequält auf und lies den Kopf kurz hängen.
"Was hat sie denn?", fragte Mehdi und noch immer war ihm das ganze hier ein wenig suspekt.
Die beiden Männer folgten dem zickenden Häschen in die Umkleide und Marc sagte ohne Umschweife oder den darauf folgenen Protest von Gretchen zu achten: "Sie trägt ihre riesige Hornbrille."
"EY!", sauer stemmte sie ihre Hände in die Hüften, doch das beeindruckte Marc eher weniger.
"Du trägst ne Brille?"
"Ja eigentlich schon. Auf der Uni bin ich dann aber auf Kontaktlinsen umgestiegen."
"Meiner Meinung nach ja viel zu spät", meinte Marc leise - aber die beiden hinter ihm hatten es laut und deutlich gehört.
"Warum dann heute mit Brille?"
"DAS, kann dir Marc erklären...", selbstgefällig grinste sie den schnaubenden Oberarzt an.
"Marc?", fragte Mehdi und war nun komplett verwirrt.
"Ja ich! Ich der böse, böse Marc habe aus versehen die Kontaktlinsen und die Tropfen weggeschmissen."
"Klar aus versehen", schnaubte sie, "und dann wollte Mister Bequem auch nicht noch mal los um mir neue zu besorgen. Deswegen heute die Brille."
"Ja mein Gott. Wenn du die Brille eh da hast? Dann kann man auch mal einen Tag warten."
"Mhmm.. Ich weiß das du mich gern wie eine Idiotin rumlaufen lässt, danke!"
"Klärt ihr mich mal auf?", fragte Mehdi schnell als Marc schon wieder etwas entgegenbringen wollte, "Ich komm hier nämlich irgendwie nicht mehr mit. Wieso Marc und was gestern...äh?!"
"Na.. Hasenzahn wohnt bei mir?", er sagte es als wäre es das Normalste auf der Welt.

Choconussa Offline

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Beiträge: 330

25.01.2016 12:18
#52 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Zweiundfünfzig -Wenn zwei sich lieben, streiten halt die anderen-



"Wie? Ihr seid wieder....?", mit dem Finger zeigte er abwechselnd auf Marc und Gretchen.
"Wie kommst du denn darauf?", grinste Marc ihn an und auch Gretchen konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen, "So!", klatsche Marc dann in die Hände, "Ich denke wir beide machen jetzt Visite und dann schauen wir uns mal die Patienten an, an denen wir rum schneiden dürfen."
Noch mal klatschte er in die Hände, warf sich seinen Kittel über, holte mit geschlossenen Augen tief Luft und drehte sich einmal im Kreis. Von Mehdi wurde dieses Verhalten mit großen Augen begutachtet, während Gretchen gluckste und den Kopf schüttelte.
Lächelnd lief Marc auf Gretchen zu, legte seine Hände an ihre Hüften, zog sie mit einem Ruck an sich heran und hauchte mit rauer Stimme: "Doktor Meier is back."
"Oh nein", sagte sie enttäuscht, "Marc Meier hat mir die letzten Tage viel besser gefallen."
"Ich kann ja wohl beides!!!"
"Wieso glaub ich dir das jetzt nicht?"
Marc machte Anstalten seine Freundin zu küssen und auf stumm zu stellen, doch stellte er sich dabei äußerst dämlich an.
"Also, irgendwie..Stört das Fahrrad in deinem Gesicht doch ein bisschen", grinste er sie in gewohnter Meier-Art an.
"Dankeschön Hasipupsi", zwinkerte sie zurück und wuselte schnell zu Sabine um den Klauen des heißesten Chirurgen in ganz Berlin zu entkommen. Mehdi war noch immer ein bisschen verwirrt. Sein letzter Stand der Dinge war das Gretchen in heulend angerufen hatte und irgendwas von Afrika faselte.
"Meier, wie hast du das denn wieder angestellt? Nachdem wir ewig nichts mehr von euch gehört hatten und Gretchen das mit Afrika sagte, dachten wir ihr zwei kommt nie wieder."
"Mehdi Schatz. Ein Gentleman schweigt und genießt", kurz klopfte er Mehdi auf die Schulter und lies ihn dann verwirrt stehen um ebenfalls Sabine zu begrüßen und gleich in Richtung Arbeit zu scheuchen.

Wie er das vermisst hatte. Endlich konnte er wieder praktizieren und nicht nur davon sprechen oder träumen. An Neujahr hatte er sogar vorgeschlagen Elke einen Besuch abzustatten. Man wusste ja nicht was die Frau sich wieder angetan hatte zum Jahreswechsel. Doch von seiner Freundin bekam er nur ein, "Du spinnst ja wohl!", an den Kopf geworfen. Also fiel das auch flach und er begnügte sich damit ihr mit Doktor Bibber auf die Nerven zu gehen. So waren die beiden dann am 02.01. zu ihren Eltern gefahren und hatten die freudige Botschaft überbracht. So hatte sich Franz das zwar nicht unbedingt vorgestellt, doch konnte er nicht umhin, zugeben zu müssen das er sich für die beiden freute. Bärbel zauberte ein hervorragendes Essen und beim Nachtisch, mussten die beiden dann versichern es nie wieder so eskalieren zu lassen. Sie mussten versprechen alles was ihre Beziehung anging nur noch außerhalb des Krankenhauses zu besprechen. Sonst würden sie, so drohte Franz, nicht nur suspendiert, sondern gleich entlassen werden. Marc verschluckte sich darauf beinahe an seinem Keks und Gretchen verging der Appetit auf den Schokopudding.

Doch sie durften endlich wieder arbeiten und Marc freute sich gleich so sehr das er ohne zu fragen Gretchens Sachen packte und sie mit Sack und Pack mit zu sich nahm. Es war eine wahnsinnige Erleichterung für ihn, seine "Prinzessin Hasenzahn" wieder bei sich zu haben. So verhielten sich die beiden auch den ganzen Tag bei der Arbeit. Es wurde geturtelt, geknutscht, Berührungen wurden nicht ausgelassen, tiefe verliebte Blicke wurden sich zugeworfen und in einer - okay in fünfzehn freien Minuten, wurden die beiden nicht gesehen. Umso erstaunter war man dann allerdings als Doktor Meier mit einem strahlenden Lächeln, welches nicht nur seine Zähne zeigte, sondern auch seine Grübchen tanzen lies, schnellen Schrittes durch die Gänge der Chirurgie lief. Keine fünf Minuten später kam Doktor Haase leicht zersaust hinter her gehoppelt und lief bei den Blicken der Kollegen und Schwestern knallrot an. Das führte zu einem öffentlichen Lachkrampf von Marc und das ganze Krankenhaus sprach über nichts anderes mehr.

Dieses offenherzige, freudige Lachen hatte hier noch nie jemand gehört und sie waren alle hin und weg. Die Krankenschwestern verfielen schon wieder in Schwärmereien, alle bis auf Saskia. Diese freute sich von allen am meisten. Lange hatte sie die beiden nicht mehr so ausgeglichen gesehen und sie wusste es; diese beiden gehörten einfach zusammen. Auch wenn es manchmal weder miteinander noch ohne einander ging. Saskia hatte heute Dienst in der Gynäkologie und konnte so mit Mehdi darüber sprechen. Die beiden wollten am liebsten gleich anstoßen und Lambada tanzen, doch wurde ihre Laune von Schwester Gabi getrübt.

Gabi hatte ein weniger gutes Weihnachtsfest und auch der Übergang ins neue Jahr lies definitiv zu wünschen übrig. Sie hatte einfach das Gefühl keinen guten Eindruck bei Christians Eltern hinterlassen zu haben. Er beteuerte ihr zwar immer wieder, dass sie sich da was einbildete, doch so richtig konnte sie ihm das nicht glauben. Immer wechselte er schnell das Thema. Seine Tochter mochte ihn, das hatte sie ganz offen gezeigt. Teilweise war Gabi sie gar nicht mehr los geworden und sie wollte sogar mit ihr und ihrem Papa in einem Bett schlafen. Das freute sie natürlich sehr, dennoch machte sie sich Sorgen. Wenn die Großeltern, die ja die meiste Zeit auf Eileen aufpassten, sie nicht mochten, hatte es dann einen Sinn? Gabi verfiel also in alte Muster. Sie pampte alle an, zickte rum und reduzierte ihre Beziehung auf Sex. Alles Dinge die Christian mehr als nur sauer aufstießen ließen. Er wusste von den Erzählungen von Marc wie sie eigentlich war, doch hatte er diese Seite an ihr nie gesehen. Jetzt wo sie sie so offensichtlich raushängen lies, fragte er sich mehrmals in was für eine Frau er sich da verliebt hatte. So hatte er sie einfach nicht kennen und lieben gelernt. Was ihn am meisten daran störte war, das Marc wohl recht gehabt hatte aber dabei vergaß, dass er selbst Schuld an Gabis Verhalten sein konnte. Er hatte Gabi nur benutzt, als Spielzeug wenn er es brauchte. Sie war für ihn nur Sex und er für sie die große Liebe, für die sie durchs Feuer gegangen wäre. Was sie im Prinzip ja auch getan hatte. Doch warum behandelte sie ihn, für die Fehler andere Männer so schlecht? Ihm würde es nie in den Sinn kommen, diese Frau nur auf ihren Körper zu reduzieren. Er kannte ihren weichen Kern und in eben diesen hatte er sich verliebt. In das was unter dieser durchaus bezaubernden Hülle steckte. Anscheinend schien sie das in den letzten Tagen vergessen zu haben.

Das ganze Krankenhaus war bestens über alles informiert. Die Versöhnung von Marc und Gretchen wurde innerhalb von wenigen Minuten erzählt und bis hinauf auf die ITS getragen. Was mit Gabi und Christian los war, hatte in den Tagen nach Neujahr fast ebenso schnell die Runde gemacht. Doch an dem frisch neu verliebten Paar ging das irgendwie vorbei. Dementsprechend standen sie fragend und erstaunt in der Cafeteria, als Gabi dem Assistenzarzt ihr Glas Wasser ins Gesicht schüttete und wütend davon rauschte.
Mehdi konnte darüber nur mit dem Kopf schütteln, er musste sich das nun schon vier Tage antun.

"Was ist denn mit denen los?", fragte Gretchen und nahm Mehdi gegenüber platz während Marc sich einen Kaffee holen ging.
"Wir haben alle keine Ahnung. Die beiden verhalten sich einfach komisch. Sie hängen nicht mehr so viel zusammen, die Knutschereien haben aufgehört und immer bekommt er Wasser ins Gesicht."
"Wieso? Wäscht er sich etwa nicht?", lachte Gretchen und Marc stimmte feixend mit ein als er sich zu ihr setzte.
"Ihr könnt ja mal Sabine auf die beiden ansetzen. Vielleicht steigt sie dann von Traumdeutung auf Lebensberatung um", meinte Mehdi Augen rollend.
"Komm Kaan, da bist du selbst schuld. Was schenkst du ihr auch so ein blödes Buch? Und nur schon mal als kleine Vorwarnung, sollte sie mich damit nerven, schicke ich sie auf deine Station", grummelnd nahm Marc einen Schluck von seinem Kaffee und verzog das Gesicht.
"Bitter?", fragte Gretchen.
"Nee, kalt!"
"Das ist hier Dauerzustand", klärte Mehdi auf, "Der Professor will das an allen Ecken und Enden gespart wird. Deswegen werden die Kaffeemaschinen nicht mehr an gelassen."
"Warum holt Papa dann keine Thermoskannen?"
"Das klärst du wohl besser selbst mit deinem Vater. Er hat was die Finanzen angeht überaus schlechte Laune."
"Warte mal", fing Marc nachdenklich an, "wenn er schlechte Laune wegen der Finanzen hat, heißt das dann nicht das der Ausbau der Chirurgie flach fällt?", besorgt sah er zu Gretchen herüber.
"Ich frag ihn nachher mal. Vielleicht ist ja auch irgendwas anderes oder.. ja.."
"Gut. Dann fällt das flach. Danke für deine Aufmunterungsversuche Hasenzahn."
"Das sagt doch gar niemand Marc. Warte doch erstmal ab. Papa hätte uns das doch gesagt als wir da waren."
"Hier hat er deswegen noch nichts durchleuchten lassen. Er meinte nur wir müssen sparen", sagte Mehdi und winkte Saskia zu, die sich gerade mit einem Salat durch die Tische zwängte.
"Na ihr drei", trällerte sie fröhlich und grinste dabei besonders Marc und Gretchen an.
"Na du allein", grinste Marc auch gleich zurück und Gretchen fiel ein das sie ja noch immer die Brille trug.
"Du Maaaaaharc?", klimperte sie mit den Wimpern.
Der Angesprochene musste die Lippen zusammen pressen um nicht gleich wieder zu lachen. Sie hatte recht, durch ihre Brille wirkten ihre Augen doppelt so groß. Dementsprechend lustig sah ihr Dackelblick jetzt auch aus.
"Jaaaaha.. ? Du kleine Stubenfliege...", er kniff ihr kurz in die Wange und lächelte dabei so süß das man ihm eigentlich gar nicht böse sein konnte.
"Also sehe ich doch so aus wie ne Fliege! Hab ich doch gesagt. Man Marc, hol mir jetzt bitte Kontaktlinsen."
"Das kann ja jetzt wohl noch bis nach dem Mittag warten oder?"
"Damit ich hier gleich noch neben dir raussummen kann oder was?", fragte sie ihn beleidigt.

Choconussa Offline

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Beiträge: 330

25.01.2016 12:19
#53 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Dreiundfünfzig -Wenn für den einen die Luft dick wird, wird sie für den anderen immer dünner!-




"Wär doch mal was. Hier bist du das fleißige Bienchen und zu Hause meine kleine Stubenfliege."
"Meinst du die von Biene Maja?", schmunzelte Saskia und Mehdi warf fragend ein, "Puck?"
Die drei Scherzkekse lachten und Gretchen sah irritiert von dem einen zum anderen. Das war ja mal wieder klasse. Alle amüsierten sich und dieses wieder auf ihre Kosten. Das war ja mal so gar nicht nach ihrem Geschmack und als sie dann auch noch Maria Hassmann auf ihren Tisch zusteuern sah, wünschte sie sich einfach vom Erdboden verschluckt zu werden und nie wieder zu kommen. Auf die Gefahr hin blind wie ein Maulwurf durch die Gegend zu torkeln, setzte sie schnell die Brille ab und lies sie in ihrer Kitteltasche verschwinden. Marc sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, doch sie lächelte nur fröhlich und tat so als wäre nichts gewesen.
"Haase, Meier! Auch wieder an Bord?", grinste Maria, "Wir dachten ja Sie beide kommen nie wieder. Wenn der Chef Ihnen verbietet sich im Krankenhaus auseinander zu setzen. Was meinen Sie wie lange Sie das wohl durchhalten werden?", ohne zu fragen schnappte sie sich einen Stuhl von dem Nachbartisch und machte es sich bei den vier Freunden bequem.
"Frau Doktor Hassmann, Marc und ich sind durchaus dazu in der Lage unsere Probleme auch außerhalb des Krankenhauses zu besprechen."
"Na das haben wir ja gesehen. Weswegen wurden Sie nochmal suspendiert?"
Für Marc war dieses Thema eindeutig ein rotes Tuch. Nicht nur das er damals wirklich unschöne Dinge gesagt hatte, er musste auch einen Zwangsurlaub verbringen.
"Haben sie zugenommen? Sie sehen so rund im Gesicht aus", merkte er an und traf sofort einen wunden Punkt.
"Nein das habe ich nicht Meier! Ich möchte auch nicht das dieses Thema hier angesprochen wird. Noch weiß es niemand und ich möchte auch das es so bleibt."
"Aber Sabine weiß doch bescheid", warf Gretchen ein.
"Ja. Sie hat auch wirklich angst um ihren Job."
"Das ist jetzt nicht ihr ernst oder?"
Doch Marias Grinsen zeigte, dass es durchaus ihr ernst war. Den Wind würde Marc ihr aus den Segeln nehmen. Immerhin war es seine Station und seine Stations- sowie OP-Schwester.
"Passen Sie mal auf Frau Hassmann. Ich will Ihnen jetzt wirklich nicht die Hoffnung nehmen, allerdings steht es Ihnen nicht zu meine Stationsschwester in irgendeiner Art und Weise zu entlassen. Oder dem Professor irgendwelche Märchen zu erzählen, damit sie entlassen wird. Ich werde so oder so gefragt ob etwas daran zu glauben ist oder nicht. Ich werde Ihnen da sicherlich keinen Gefallen tun. Nach Dienstschluss werde ich mal mit Sabine sprechen."

Maria klimperte verdutzt einige Male mit den Wimpern. Eigentlich dachte sie, Meier würde sich freuen wenn er die nervige Schwester loswerden würde. Nie hätte sie es für möglich gehalten das er Partei für sie ergreift.

Doch wenn sie dachte Marc wäre froh über den Weggang von Sabine, hatte sie sich tief geschnitten. Ja sie nervte ihn und er konnte es absolut nicht leiden wenn sie sich in die privaten Angelegenheiten anderer, vor allem aber seiner, einmischte. Dennoch machte sie einen guten Job, wenn auch manchmal etwas tollpatschig. Zumal sie auch den nötigen Respekt vor ihm hatte. Wenn er nur daran dachte eine neue Schwester zu bekommen, die ihn nicht respektierte, schäumte ihm schon die Magensäure über. Er hatte es an Saskia gesehen. Sie lies sich nun ausbilden und in ihrem Praktikum war sie schon unausstehlich gewesen. Eine neue Schwester würde puren Stress bedeuten.


Bei Tische wurde noch ein wenig auf Marias ungewollter Schwangerschaft herumgeritten und Gretchen schloss immer öfter ihre Augen weil sie von dem verschwommenen Bild, welches sich ihr ohne die nötigen Hilfsmittel bot, Kopfschmerzen bekam. Marc führte seine blinde Freundin also aus der Cafeteria und keine fünfzehn Minuten später hatte sie ihre Kontaktlinsen und konnte endlich wieder etwas sehen. Marc ging sogar noch einen Schritt weiter, entnahm ihrer Kitteltasche die Brille und brach sie entzwei. Grinsend sagte er dem geschockten Häschen vor ihm, dass sie beide nach der Arbeit zum Optiker fahren würden und ihr eine neue, etwas modernere Brille holen würden.


Auf der Gynäkologie war man vom Frieden allerdings noch immer weit entfernt.

"Sag mal, was genau ist eigentlich dein Problem in letzter Zeit Gabi?", Christian versuchte es heute schon zum fünften Mal eine Antwort von ihr zu bekommen.
"Ich habe kein Problem. Ich finde du klammerst einfach zu sehr."
"Achso und deswegen pampst du mich in einer Tour an und kommst nur noch zum Sex und gehst danach wieder oder was? Wenn ich dir nur noch für's Bett gut genug bin dann können wir es hier und jetzt gerne beenden! Ich bin kein Loverboy den du dir nehmen kannst wenn du es nötig hast. Entweder du siehst mich weiterhin als deinen Freund oder du lässt es bleiben!!!", er hatte die Schnauze voll.
"Machst du hier gerade Schluss mit mir?"
"Nein das mache ich nicht. Ich lasse dir die Wahl. Entweder wir führen wieder eine vernünftige Beziehung und reden miteinander oder wir lassen es bleiben. Ich fühle mich im Moment einfach nur noch benutzt und nicht mehr von dir geliebt."
"Aber..Ich liebe dich", sagte Gabi leise.
"Warum machst du das dann so wie du es machst? Gabi das geht so nicht weiter."
"Lass uns da einfach ein anderes Mal drüber reden. Ich muss zu Doktor Kaan der wartet nun schon eine halbe Ewigkeit auf die Medikamente", sagte sie schnell und lies ihn einfach stehen.

Doch so einfach lies sich Christian nicht abspeisen. Kurz nach Gabi kam er im Büro von Mehdi an.
"Herr Werner, was machen Sie denn hier? Ist etwas mit einer Patientin?", fragte Mehdi sofort besorgt, denn der Assistent war nicht oft zu Gast.
"Nicht mit einer Patientin sondern einer Angestellten. Spinnst du eigentlich mich einfach so stehen zu lassen?"
"Christian ich sagte ein anderes Mal. Damit meinte ich nicht das du mir hinterher rennst und mich irgendwo einfach anpflaumst. Hier stehen immerhin andere Leute im Raum die das alles nichts angeht."
"Ach komm schon, tu nicht so. Erstens ist dieses Krankenhaus eh das reinste Klatschblatt und zweitens, meine Liebe, bist du diejenige die mir ständig Wasser ins Gesicht kippt. Und das vor versammelter Mannschaft. Ich sag dir jetzt mal was. Meier hatte was dich betrifft vollkommen recht. Ich hätte mich von dir fern halten sollen."
"BITTE WAS? Du spinnst doch echt oder? Marc kennt mich überhaupt nicht. Er hat sich auch nie die Mühe gemacht mich richtig kennen zulernen. Das war ihm egal, Hauptsache war ich bespringe ihn regelmäßig. Jaaaaa okay, vielleicht hat mir das auch mal eine ganze Zeit lang gefallen. Ich bin aber kein Stück Fleisch, sondern ein Mensch mit Gefühlen. Die hat er mehr als einmal mit Füßen getreten. Nie hat er mich gefragt wie es mir dabei geht. Er hatte nur Augen für den dicken Haasen. Selbst jetzt wo er sie endlich hat, hat er für andere Frauen keine Augen. Er sieht nur sie", regte Gabi sich auf.
"Weißt du was ich glaube? Du liebst diesen Kerl immer noch. Wenn es so ist, ist es okay. Dann sag es mir bitte und mach mit mir nicht das was er mit dir gemacht hat."
"Das stimmt nicht ich liebe ihn nicht mehr. Wirklich nicht. Ich liebe dich, okay?"
"Nein es ist nicht okay. Nicht solange du so bist. Wirklich nicht. Das kann und will ich so nicht. Melde dich bei mir wenn du wieder vernünftig im Kopf bist oder lass es einfach bleiben."
"DANN GEH DOCH EINFACH!", schrie sie ihn an und auf dem Flur rutschte einer jungen Blondine das Herz in die Hose.
"Mach ich auch. Dann kannst du weiter dem Meier hinterher rennen und hoffen das er sich vielleicht doch noch in dich verliebt. Der kann dir dann ja auch viel mehr bieten."
"Stell dir vor das könnte er sogar. Ein Oberarzt wäre finanziell gesehen wirklich die bessere Wahl."
"Ja dann hol ihn dir doch!"
"Ich denke Sie beide gehen sich mal ein paar Tage aus dem Weg", ging Mehdi dazwischen, "Schwester Gabi sie können heute früher Schluss machen. Sie haben ja dann nun auch eine Woche Urlaub. Ich denke das passt ganz gut."
"Ach und wer übernimmt dann den Rest meiner Schicht wenn ich jetzt gehe?"
"Ich habe Saskia hier. Die macht das schon."
"Sie ist Auszubildende!"
"Das heißt nicht das sie nicht in der Lage dazu ist. Sie hat schon drei GANZE Schichten allein überstanden. Sie wird ihre Hilfe wirklich nicht brauchen. Außerdem ist Herr Werner ja auch noch hier."
"Das ist wirklich nicht zu fassen", schüttelte Gabi mit dem Kopf während sie ihren Kittel aufknöpfte.
"Schwester Gabi, das ist nichts gegen Sie. Ich mache das wirklich nur für Sie. Der Professor reagiert auf ein solchen Verhalten innerhalb der Klinik äußerst allergisch, wie Sie beide sicherlich mitbekommen haben. Doktor Meier und Doktor Haase sind nun einen Tag wieder hier und der nächste Kleinkrieg bricht aus. Ich mache mir hier einzig und allein Sorge um ihren Beruf."
"Klar. Passt schon. Ich gehe dann jetzt!"

Choconussa Offline

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Beiträge: 330

25.01.2016 12:19
#54 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Vierundfünfzig -Alles ändert sich... wenn wir es zulassen-



Bei sich zu Hause angekommen, wollte sie ihren Ärger gleich freie Luft lassen. Zum Glück war ihre Schwester zur Zeit bei ihr. Mit Tina konnte man immer unglaublich gut Partys steigen lassen.

"Tina? Ich will heute mal wieder so richtig auf den Putz hauen."
"Was ist denn mit deinem tollen Arzt? Kann der nicht mit dir mit?", fragte Tina gelangweilt und feilte sich weiter ihre manikürten Nägel.
"Ach du weißt doch das es mit dem nicht so gut läuft. Komm schon, ich hab nur dich mit der ich was machen kann."
"Mensch Gabi, ich bin beschäftigt wie du siehst. Außerdem hab ich keine Kohle um feiern zu gehen und du denke ich auch nicht. Seitdem du diese Wohnung hier hast nagst du doch auch nur noch am Hungertuch."
"Stimmt nicht, seitdem du hier lebst nage ich am Hungertuch. Welch ein glück kann ich zwischendrin noch immer im Schwesternwohnheim unterkommen. Sonst würde ich wahrscheinlich verhungern", sagte Gabi als sie in den, mal wieder leeren, Kühlschrank blickte.
"Siehst du! Du kannst ja noch nicht mal einkaufen gehen. Die Miete hier ist viel zu teuer."
"Wie wäre es denn dann wenn du auch endlich mal arbeiten gehen würdest und hier was beisteuerst. Du wohnst hier weil Mama dich vor die Tür gesetzt hat. Ich bin so gut und biete dir ein Dach über dem Kopf, da kann ich ja wohl ein klein wenig entgegenkommen verlangen oder nicht?"
"Ich habe es dir jetzt schon drei Mal gesagt, der nächste Gig ist erst in drei Wochen."
"Tina! Ich spreche von richtiger Arbeit. Nicht billig tanzen gehen und dabei vielleicht ein bisschen singen. Du hast eine abgeschlossene Ausbildung. Du kannst was machen."
"Ich will aber nicht wie du in einem Krankenhaus stinkenden Opas die Kacke vom Hintern waschen."
"Das tue ich auch nicht. Ich arbeite auf der Gynäkologie und nicht im Altenheim. Du kannst doch auch in die Pädiatrie", zuckte Gabi mit den Schultern.
"Damit mich da die ganzen Kinder nerven oder was? Nein danke."
"Wie hast du denn dann den Babysitter-Job überstanden?"
"Ich hab die Kinder vor den Fernseher gesetzt und bin baden gegangen oder so. Außerdem war der Vater immer sehr freundlich. Ich hab ja auch nur auf die Kleinen aufgepasst wenn er sich mit seiner Freundin getroffen hat."
"Buuuah", ekelte Gabi sich, "Du hast mit diesem alten Knacker geschlafen?"
"Ja und? Das war Teil meiner Bezahlung."
"Warum machst du es denn dann nicht mehr wenn es doch so toll war?"
"Seine Frau hat uns erwischt", schmollte Tina und verschränkte die Arme vor der Brust, "Vielleicht sollten wir doch Kerle aufreißen gehen und ich schaue mal was sich so an Arbeit finden lässt."
"Na das klingt doch nach einem Plan!"


In einer Altbauwohnung freute sich ein kleines Mädchen am späten Nachmittag über den Besuch den ihr Papa mitgebracht hatte.
"Happy", rief Lilly und fiel dem freundlichen Labrador um den Hals.
"Nicht so stürmisch Lilly. Lass die beiden doch erstmal reinkommen, hm."
"Ist schon okay Mehdi. Meine kleine Cousine hat sich auch immer so gefreut wenn ich mal zu Besuch da war. Er kennt es eigentlich gar nicht anders."

"Ach. Mehdi, schön das du schon wieder zu Hause bist. Dann komm ich doch noch rechtzeitig zu meinem Buchclub. Du kennst ja deinen Vater wenn es Fußballabend ist."
"Heute ist Fußball?", fragte Mehdi erstaunt.
"Ja sicher. Ich weiß nicht was oder wer aber Fußball. Wieso fragst du Junge?"
"Na weil, weil Marc heute Abend mit Gretchen zu ihren Eltern fahren wollte... Normalerweise bekommt man ihn auch nicht von der Couch wenn Fußball läuft...."


Bekam man Marc Meier auch nicht. Aus dem ursprünglichen Plan, Franz wegen der finanziellen Lage und des Ausbaus der Chirurgie auszufragen, wurde Fußballabend mit allem drum und dran. Marc hatte selbst nicht mehr daran gedacht das die Testspiele anfingen. So saß er nun mit seinem Schwiegervater in Spe und einem Bier auf der Couch und lies sich von seiner Schwiegermutter in Spe bedienen.
"Wollt ihr zwei noch irgendwas?", fragte Bärbel und strubbelte den beiden Männern über den Kopf.
"Nein, nein", wurde ihr im Chor geantwortet.

In der Küche brachte Gretchen in der Zwischenzeit die Möhren um. Es machte ihr nichts aus das Marc Fußball schaute, ganz und gar nicht. Dieser Abend würde allerdings wieder so lange dauern, dass sie nachher hier schlafen mussten und mit ihrem Vater nicht reden konnten. Nach dem Spiel würden die beiden sich nicht über Geld, sondern über die Artikel in dem neuen Fachmagazin unterhalten.

"Kindchen, was stöhnst du denn hier so rum und...was machst du denn bitte da mit dem Gemüse?", schnell lief Bärbel auf ihre Tochter zu und nahm ihr das Messer aus der Hand. Die Zutaten für die Suppe konnte sie nun nur noch als Mus verwenden.
"Ich hab mich daran ein wenig ausgelassen", zuckte sie mit ihren Schultern.
"Ja und was soll ich nun für gleich kochen Kind? Ich habe gedacht..."
"Mensch dann bestellst du halt eben ne Pizza oder so. Was weiß ich. Irgendwas wird dir schon einfallen."
"Aber Margarethe, was hast du denn für eine schlechte Laune heute Abend?"
"Mama?! Ich wäre dir sehr verbunden wenn du nicht immer so viele Fragen stellen würdest."
"Dein Vater und ich haben eigentlich gedacht du wärst milder gestimmt, wenn du wieder mit Marc zusammen bist und arbeiten gehen kannst. Bist du schwanger?"
"WAS? Hasenzahn?", geschickt stand Marc in der Tür und sah ängstlich zu seiner Freundin.
"Nein ich bin nicht schwanger. Ich hab einfach nur gedacht wir wären nicht zum Fußball schauen hier!"
"Sind wir doch auch nicht. Aber das Spiel ist echt wichtig, hm. Danach kann man immer noch ansprechen was wir ansprechen wollten."
"Ja Marc, wenn du es bis dahin nicht vergessen hast. Was du meistens tust wenn Fußball läuft. Keine Ahnung wieso das bei dir so ist aber der Quatsch pustet dir den Schädel immer komplett leer", beleidigt richtete Gretchen ihren Kopf zum Boden und Bärbel sah mit großen Augen zur Tür in der nun auch Franz stand. Marc hingegen ging auf sie zu, hob ihren Kopf am Kinn hoch und zwang sie so ihn anzusehen.
"Prinzessin Hasenzahn, hiermit verspreche ich dich hoch und heilig das ich nicht vergessen werde, weswegen wir eigentlich hier sind."
"Na das will ich ja wohl auch mal hoffen Prinz Hasenherz!"
"Ey! Wir hatten abgemacht nur zu Hause...."
"Das hier ist für mich auch immer noch mein zu Hause. Das habe ich dir schon mal gesagt", grinste sie ihn an und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange.
"Och, ihr beiden seid einfach so niedlich wenn ihr zusammen seid. Das hätte ich wirklich nie gedacht, du Franz?"
"Nein. Bei jedem, aber nicht bei den beiden", schmunzelte er seine Tochter und seinen besten Oberarzt an, "Weswegen seid ihr denn nun eigentlich hier? Ich zeichne das Spiel auf, wir können uns also ganz gemütlich unterhalten."
"Es geht um die finanzielle Lage des Krankenhauses Papa. Wir wollten dich einfach nur fragen was denn nun mit dem Ausbau der Chirurgie ist."
"Habe ich mir gedacht das ihr das fragen würdet. Na dann kommt mal mit in mein Büro. Ich habe alles soweit fertig gemacht."

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25.01.2016 12:20
#55 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Fünfundfünfzig -Zusammen schaffen sie alles...-



Bei Mehdi, brachte Saskia gerade die kleine Lilly ins Bett.
"Kommst du morgen wieder Saskia? Mit Happy?", Lilly hatte die beiden wirklich lieb gewonnen. Oft war Saskia zu Besuch, half Mehdi beim Haushalt oder spielte einfach nur mit Lilly.
"Ich weiß es nicht Mausi, vielleicht. Ich sprech mal mit deinem Papa", lächelte sie das kleine Mädchen vor sich an.
"Hast du meinen Papa lieb?"
Saskia stutzte. Wie war das denn nun gemeint.....?
"Äh, ja.. Also so als Chef und Kollegen, habe ich deinen Papa lieb. Aber sonst...."
"Also ziehst du nicht irgendwann bei uns ein und schläfst bei Papa im Bett so wie Gretchen?"
"Ich..ich denke nicht, nein. Aber ich komme gerne zu Besuch. Ich hab dich nämlich auch unglaublich lieb meine Lillymaus. Jetzt wird aber geschlafen. Ich rede mal mit deinem Papa. Wenn er mich morgen wieder abholen kann, komme ich gern wieder mit Happy vorbei", Saskia gab Lilly einen kleinen Kuss auf die Stirn und ging aus dem Zimmer. Auf dem Flur erschrak sie, denn Mehdi lehnte an der Wand neben dem Zimmer seiner Tochter und grinste leicht dümmlich.
"Du hast mich also nicht lieb, hm?"
"Mensch Mehdi! Erstens, erschreck mich nie wieder so und zweitens, weißt du wie ich das meinte."
"Klar. Das war ja jetzt auch eigentlich nur ein kleiner Spaß. Brauchst nicht gleich in Panik zu verfallen. Komm, jetzt essen wir erstmal was."
"Au jaaaa. Deine Tochter macht echt hunger."
"Ich hab auch einen Bäääärenhunger", lachte Mehdi.

Zwei Stunden später, nachdem sie ordentlich und ausgiebig gegessen hatten, wollte Saskia nach Hause.
"Und du bist dir sicher das du jetzt noch gehen willst? Du kannst auch gern hier bleiben", Mehdi hatte ein ungutes Gefühl dabei eine Frau, so spät noch, allein auf die Straße zu lassen.
"An der Ecke ist eine Telefonzelle. Da kann ich mir gleich ein Taxi rufen, wenn ich denn möchte. Ich kann gut auf mich aufpassen Mehdi, mach dir keine Sorgen."
"Bis zu dir ist es aber weit und es ist spät. Wir sind in Berlin, wer weiß was hier für Leute rumlaufen."
"Ich laufe von hier bis zu mir gerade mal eine halbe Stunde."
"Und warum hast du Lilly dann gesagt das du morgen kommst wenn ich dich wieder abhole?"
"Pass auf, ich will euch hier einfach nicht stören. Deswegen bin ich nur hier wenn du mich abholst", zuckte sie mit den Schultern.
"Wenn Lilly dich gern hier hat, kannst du doch aber herkommen wann immer du magst. Du störst uns hier ganz und gar nicht. Es ist schön immer mal wieder jemanden da zu haben. Jetzt setzt du dich hin. Ich rufe dir ein Taxi", an der Hand zog er sie wieder zum Sofa und platzierte sie direkt in der Mitte von diesem. Er gab ihr auch gar keine weitere Möglichkeit aufzustehen, indem er sich einfach frech auf ihren Schoß setzte.


Bei Familie Haase lief es alles andere als gut. Franz hatte seinem, hoffentlich, zukünftigen Schwiegersohn die Finanzen des Elisabeth-Krankenhauses offen gelegt. Es sah wirklich nicht sonderlich rosig aus.
"Papa, wir können doch aber nicht anfangen an der Versorgung der Patienten und Angestellten zu sparen. Es gibt nur noch kalten Kaffee in der Cafeteria und das Essen ist nach dem was ich gehört habe, nur noch schlechter geworden."
"Krankenhausessen schmeckt doch nie sonderlich gut", versuchte Franz sich zu verteidigen.
"Daran kann man arbeiten."
"Das kostet aber Geld Gretchen. Geld welches wir brauchen. Ich kann keine erstklassigen Köche beschäftigen."
"Maaarc, jetzt sag doch auch mal was dazu", wandte sie sich an ihren Freund, der noch immer die Papiere studierte.
"Ich überlege Hasenzahn!"
"Dann überleg schneller. Sonst weißt du doch auch immer auf alles eine Antwort."
"Das ist hier aber nicht so einfach. Wenn wir nicht anfangen zu sparen, werden wir Leute entlassen müssen. Angefangen bei den Schwestern und Praktikanten."
"So viel kosten die Praktikanten uns nicht. Du weißt was Saskia bekommen hat. Viele sind es auch nicht. Also..."
"Du siehst nur den Lohn den sie bekommen. Die Versicherungen kosten so viel. Für die Kosten muss die Klinik aufkommen. Das ist bei uns allen so. Die Geräte die immer wieder neu gekauft werden müssen. Im letzten Jahr sind viel zu viele Gerätschaften erneuert worden."
"Das verstehe ich schon alles Marc. Trotzdem finde ich es nicht richtig an Lebensmitteln zu sparen."
"Wo willst du denn sonst anfangen? Willst du dich hinstellen und kochen, oder putzen? Irgendwer muss das tun und die Leute wollen auch bezahlt werden. Wir müssen schauen das wir aus diesem Tief irgendwie wieder raus kommen. Sonst können wir in einem halben Jahr die ersten Entlassungen raus hauen", sagte Marc und sah nochmal auf die Papiere vor ihm.
"Richtig", nickte Franz, "Deswegen wohl auch meine Launenhaftigkeit in den letzten Tagen. Wenn das alles so weiter geht, müssen wir die Klinik in spätestens zwei Jahren schließen."
"Wir werden schon irgendeine Möglichkeit finden Franz. Bisher hat es doch immer irgendwie funktioniert."
"Bisher Marc. Doch wie Gretchen schon richtig sagt, an allen Ecken können wir auch nicht sparen. Ich weiß auch nicht wie ich die Qualität des Essens beibehalten oder verbessern soll, ohne dabei mehr Geld auszugeben."
"MAMA", rief Gretchen mit einem mal laut und ihr Vater und Marc zuckten zusammen.
"Was soll denn jetzt deine Mutter...", fing Marc an doch er wurde unterbrochen.
"Sie ist eine miserable Krankenschwester gewesen. Sie hat hier zu Hause aber auch Langeweile und Geld hat sie durch Papa genug. Sie kann doch kochen. Dann sparen wir zumindest schon mal in der Küche. Haushälterinnen werden immer gesucht. Zum Beispiel an Lillys Schule. Die haben einen unglaublichen Mangel an Fachkräften und dort könnten sie denke ich auch sofort anfangen. Keiner würde seinen Job verlieren und wir hätten eine Menge an Geld gespart. Mama hat da sicherlich Spaß dran. Die Zutaten können wir doch bei Antonio kaufen, der nimmt doch eh Rabatte. Sei es jetzt der Meier/Fischer Familienrabatt oder halt Mengenrabatte", aufgeregt rutschte sie auf dem Stuhl hin und her.
"Das.. Das ist eigentlich gar keine so schlechte Idee", sagte Marc leise.
"Dann arbeitet Bärbel aber wieder so viel."
"Überhaupt nicht Papa. Brote zum Frühstück können auch die Schwestern machen. Die servieren das Essen so oder so. Und Mama müsste nur Mittag kochen."
"Es wäre ein Anfang Franz. Es muss ja nicht auf Ewig so weiter gehen. So sind die Arbeitsplätze aber erstmal gesichert und man kann sich für ein anderes Konzept noch Zeit lassen. Bei Antonio kann ich einiges sparen, wie Gretchen schon sagte. Vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit um die teure Reinigunsfirma los zuwerden."
"Klar! Deine Mutter entlässt doch immer so viele Putzfrauen..."
"Hausmädchen.."
"Egal! Die putzen! Da können wir doch auch mal fragen", war Gretchens Vorschlag zu dem Dilemma.
"Aber..", Franz wollte auch noch was dazu sagen - doch seine Tochter und sein Schwiegersohn waren nicht mehr zu bremsen.
"Ich fahre morgen zu ihr und lass mir eine Liste geben. Sabine kann die dann mal abtelefonieren."
"Zusammen mit Saskia..", stimmte Gretchen ihm zu.
"Tja und was die Geräte angeht.. Mhm.. Die Computerwartung ist auch immer viel zu teuer. Da muss es doch auch eine Möglichkeit geben..."
"Vielleicht kennt jemand jemanden... Doktor Gummersbach hat doch da bestimmt einen Freund an der Hand der sich mit solchen Dingen auskennt und günstiger arbeitet."
"Dann musst du aber mit ihm reden. Ich tu mir das Gestammel nicht an. Hat mir an Weihnachten schon gereicht. Ja und dann..."
"DARF ICH VIELLEICHT AUCH NOCH MAL WAS DAZU SAGEN?", unterbrach Franz nun laut, "Kinder, ich finde euren Elan wirklich bemerkenswert..."
"Uns liegt die Klinik doch auch am Herzen Papa. Das schaffen wir schon irgendwie, hm..."
"Darum geht es hier jetzt gar nicht. Ich wollte euch was anderes sagen und zwar... Diese Papiere sind nicht echt...."
"Bitte was?", hauchte Gretchen.
"Ja wir müssen sparen, aber ganz so schlimm ist es jetzt noch nicht. Ich wollte einfach nur sehen was ihr bereit wärt zu tun und wie ihr mit einer solchen Situation umgehen würdet. Ich möchte das ihr beide das Krankenhaus irgendwann übernehmt. Zusammen!"

Gretchen und Marc klappte die Kinnlade runter und sie sahen Franz an als wäre er eine Erscheinung.

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31.01.2016 18:48
#56 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Sechundfünfzig -Männerfang?-




Tina und Gabi betraten in etwa zur selben Zeit ihre Lieblings Disco. Freundlich wurden sie vom Türsteher begrüßt und nach einigen lasziven Blicken von Gabi und der ein oder anderen Berührung von Tina, wurden die beiden vorgelassen. Es klappte einfach immer wieder. Wer konnte den beiden Schönheiten denn auch schon wiederstehen? Der erste Gang führte wie immer zur Bar.
"Oh! Die Kragenow-Ladys sind auch mal wieder hier. Was darf es denn heute für euch sein?", fragte der junge Barkeeper und war sichtlich angetan.
"Wie immer mein Süßer", zwinkerte Tina ihm sogleich zu und ihre große Schwester verdrehte die Augen. Sie musste auch jedem Kerl gleich auf den Schoß hüpfen. Was den Männern bei der Kürze ihrer Röcke, einiges an Arbeit ersparte.
"Martini-Cola kommt sofort!"
"Ah, Tino? Diesmal bitte mehr Martini wie Cola.. Meine Schwester steckt in einer Ehekrise."
"Ich dachte der Oberarzt hätte die Verlobung gelöst?"
"Der ist es ja auch nicht Tino! Ist ja auch egal. Ich bin heute hier um meinen Spaß zu haben und nicht um ewig an Chris erinnert zu werden", meckerte die Ältere der Schwestern sofort los. Es ging hier doch niemanden was an, ob da eventuell jemand ist. Sie wollte einfach nur feiern und ein kleines bisschen Spaß. Wenn sie dabei in einem Bett eines fremden Mannes landete, machte es ihr überhaupt nichts aus.
"Und schon was leckeres gesichtet?", holte Tina ihre Schwester ins hier und jetzt zurück.
"Mhmm.. Nicht wirklich. Die haben hier alle schon irgendein Flittchen an der Hand."
"Du stehst doch hier", lachte Tina und bekam einen Ellenbogen in die Seite.


Die beiden Schwestern wurden schon seit einer ganzen Weile aus einer anderen Ecke beobachtet. Ein hübscher dunkelhaariger Mann betrachtete die Rückseite der Frauen ganz genau.
"Ey!", stieß er seinen Freund an, "Die beiden Hühner da vorn... Was hälst du davon?"
"Ich bin nicht hier um Weiber aufzureißen Dennis. Ich will einfach nur den Scheiß von heute Mittag vergessen..."
"Mein Gott Chris! Die eine geht, dann kommt halt eine andere. Schau dir die beiden da doch mal an. Auch wenn ich sie bis jetzt nur von hinten betrachten konnte, gefällt mir was ich sehe. Wie sagt man so schön? Ein schöner Rücken kann auch entzücken???"
"Na schön.. Welche beiden denn?"
Dennis streckte seinen Arm aus und als Chris' Blick endlich erfasste was gemeint wurde, glaubte er er wäre im falschen Film.
"Das ist GABI!"
"Wie? Deine Gabi?"
"Ja meine.. Äh.. Wie auch immer. Was macht die denn hier?"
"Vielleicht dasselbe wie du?", zuckte Dennis mit den Schultern, "Wer ist denn ihre hübsche Freundin, kennst du die auch?"
"Sicherlich.. Ich kenne alle ihre Freundinnen, besonders von hinten erkenne ich sie blind. Gabi hat keine Freunde!"
"Das ist aber ein sehr trostloses Leben..."
"Mhmm.. Ich würde gern mal wissen was mit der Frau los ist", nickte Christian nachdenklich.
"Ich kann ja mal hingehen und sie in ein Gespräch verwickeln und schauen wie weit ich bei ihr gehen kann..."
"Spinnst du? Nachher sieht sie uns zusammen und ich bin der Arsch. Nein danke! Ich liebe diese Frau wirklich. Ich habe aber einfach das Gefühl, dass da etwas ist was sie bedrückt. Worüber sie aber auch nicht sprechen will."
"Warum fragst du sie dann nicht einfach mal? Du kannst doch nicht ewig darauf warten das sie selbst mit der Sprache rausrückt."

Damit hatte Dennis recht. Wenn er darauf warten würde, konnte er wohl lange warten. Sie würde sicher nicht mit ihm sprechen. War sie wirklich noch in den Oberarzt verliebt?



"Zusammen?", fragte Gretchen und war noch immer völlig von der Rolle. Das Marc irgendwann mal Chefarzt werden würde, damit hatte sie fest gerechnet, aber warum denn sie?
"Ja zusammen! Ich brauche jemanden der durchgreift, sich nicht zu sehr einwickeln lässt und genau weiß was er will. Ich brauche aber auch jemanden der mit Herz bei der Sache ist und sich nicht nur von seinem Kopf leiten lässt. Dazu seid ihr beide wie geschaffen. Ihr ergänzt euch einfach hervorragend. Solange wie ich noch auf dieser Erde verweile, werde ich euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bis es soweit ist, ist es aber noch ein wenig hin", erklärte Franz.
"Aber was ist wenn wir uns trennen? Du hast doch gesehen wo das endet."
"Ja Marc das habe ich. Doch meinst du wirklich ihr trennt euch eines Tages?"
"Passieren kann doch viel. Teilweise sind wir wie Feuer und Wasser..."
"Das seid ihr nicht. Ihr seid euch so unglaublich ähnlich. Wenn es Schwierigkeiten gibt, behaltet ihr diese für euch, um den anderen damit nicht zu belasten. Das ist eine Sache die ihr beide dringend lernen müsst. Reden. Egal um was es geht. Ihr müsst einfach viel mehr miteinander reden und auf den anderen eingehen. Ihr dürft euch nicht immer mit gegenseitigen Vorwürfen in eine Ecke drängen. Aufeinander zugehen und nicht nur an sich selbst denken. Dafür habt ihr ja noch einiges an Zeit und ich möchte das ihr das im privaten sowie im beruflichen praktiziert. An einer Beziehung muss man arbeiten...Zusammen."

Sowas hatte sie doch schon mal gehört... Nur etwas anders formuliert..

"Vielleicht habe ich gehofft, du redest mit ihm. Über SEINE Ängste und SEINE Wünsche. Doch du hast nur an dich gedacht."

"Jetzt bin ich also auch noch egoistisch?"

"In dieser Hinsicht schon. Er soll Rücksicht auf dich und deine Gefühle nehmen. Schon immer. Doch du hast die seinen ebenfalls oft mit Füßen getreten. Er sollte dir sagen das er dich liebt. Hast du es ihm auch nur EINMAL gesagt.. VOR Afrika? Nein. Immer soll er auf dich zugehen. An einer Beziehung jedoch, müssen immer beide arbeiten."

"Moment mal. Warum redet ihr alle wie Therapeuten?"

"Kind.. Mach doch die Augen einfach auf. Du wirst sehen. Es kommt immer anders als man denkt. Du musst dich Neuem nur öffnen. Keine Angst vor neuen Zielen haben. Mach die Augen auf Kind."


~Warum geht mir dieser bescheuerte Traum einfach nicht aus dem Kopf? Soll ich vielleicht mal mit ihm darüber... NEIN! Es ist grad so schön. Das mach ich mir nun nicht mit so einem Gespräch kaputt~

Doch auch in Marcs Kopf rotierte wieder einmal seine verhasste Achterbahn. Er hörte immer nur reden, reden, reden. Langsam kam ihm eine Beziehung eher vor wie eine Therapie und nicht wie ein Zusammenschluss zweier sich liebenden Menschen.


Beide lagen in dieser Nacht noch lange wach und dachten über das nach was Franz gesagt hatte. Mehrmals wagte Marc einen kurzen Seitenblick auf die Frau neben ihm. Die Frau die schon so unglaublich viel in seinem Leben geändert hatte und die sicherlich immer für ihn da sein würde, egal was auch passieren würde. Warum also fiel es ihm so schwer mit ihr über seine Gefühle zu reden? An Weihnachten hatte er es doch auch geschafft. Wenn auch nur zum Teil und auch mehr um ihr ein bisschen was von seiner verkorksten Vergangenheit zu erzählen. Lächelnd drehte er sich auf die Seite und nahm Gretchen von hinten in den Arm. Den Kopf vergrub er in ihren Haaren und roch daran. Dieser blumige Duft machte ihn immer ganz wahnsinnig. Doch viel schlimmer war, dass diese lange Mähne immer so kitzeln musste und er meistens ganz viele kleine Härchen im Mund hatte. Schmunzelnd nahm Gretchen das prusten hinter ihr zur Kenntnis. Strafe musste sein wenn man sich so unglücklich auf ihre Haarpracht legte, dass es an der Kopfhaut ziepte und zwickte. Was sie nicht bemerkte, weil sie die Augen geschlossen hielt war, dass der verspielte Oberarzt sich leicht über sie gebeugt hatte und ihr Grinsen sehr wohl wahrnahm.
"Was lachst du mich denn hier aus?", fragte er gespielt beleidigt.
"Ich lache dich nicht aus mein lieber Marc. Ich lache dich an..."
"Ich weiß wie ich dich noch mehr zum Lachen bringen kann..", schmunzelte er und fing ohne Vorwarnung an seine Freundin zu kitzeln.

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31.01.2016 18:50
#57 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Siebenundfünfzig -Schlaflos in Berlin-



Keiner bekam in dieser Nacht so richtig ein Auge zu. Marc Meier und Gretchen Haase lieferten sich eine Kissenschlacht die ziemlich zügig auf die ganze Wohnung ausgeweitet wurde. Hier und da flog mal eine Vase um, oder eine Tasse wurde von der Anrichte geschmissen. Doch es störte die beiden keineswegs das die kleine Wohnung bald aussah wie ein Schlachtfeld. Sie hatten Spaß zusammen und das war ihnen das Wichtigste.

Tina und Gabi tanzen inzwischen ausgiebig mit zwei jungen Männern die den beiden schon den ein oder anderen Martini spendiert hatten. Von Christian wurde dies mit bösem Blick beobachtet und auch sein Freund Dennis war nicht angetan davon wie sich die beiden Männer an die Frauen ran schmissen. Sie fassten ihnen mehrfach an den Po und versuchten an den Hälsen der Damen zu knabbern. Worauf die Herren aus waren, war hier ganz offensichtlich. Doch Gabi schien auf einmal gar nicht mehr so begeistert von dem Ganzen. Immer wieder schob sie die Hände weg die sie berührten und zog den Kopf zurück, wenn ihr das Gesicht des Namenlosen zu nahe kam. Sie verspürte ein unangenehmes Gefühl der Enge... Angst... Erinnerungen... Plötzlich kamen ihr die Tränen und sie rannte an allen vorbei nach draußen.

Sie störte sich gar nicht daran, dass sie ihre Jacke vergessen hatte und es eisig kalt war. Weg, einfach weg, war das einzige was sie wollte und woran sie dachte. So schnell sie ihre Füße trugen lief sie. Doch die kleine dunkle Gasse war nicht wirklich der beste Fluchtweg.
"Hey!", rief eine tiefe Stimme laut, aber Gabi blieb nicht stehen oder sah zurück. Sie beschleunigte ihre Schritte, schon schon bald wurde ihr von hinten um die Taille gegriffen.

Auch Saskia konnte nicht schlafen. Noch immer saß sie in der Küche auf einem der Barhocker und fragte sich wie das nur passieren konnte und noch viel wichtiger, wie sie das anderen beibringen sollte. Ausgerechnet SIE. Sie konnte es selbst noch gar nicht richtig glauben. Obwohl, nach guten zwei Wochen konnte man das eigentlich auch nicht mehr sagen. Oder durfte man es nicht sagen? Ihr blieb nur ein schwacher Trost, denn zumindest Gretchen, würde sich nicht über sie lustig machen.

Das Chirurgenpaar war allerdings fernab von Problemen, jedoch noch immer hellwach. Sie lagen schwer atmend auf dem kühlen Wohnzimmerboden, inmitten des Schlachtfeldes, welches sie bei ihrer kindischen Jagd durch die Wohnung hinterlassen hatten. Einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Gretchen fühlte sie unglaublich befreit. Seit einigen Tagen lebten die beiden nun schon unter einem Dach und hatten sich nicht einmal richtig gestritten. Ihre obligatorischen Zankereien sah sie nicht mehr als streiten, oder einen Grund dazu an. Es war zur Zeit einfach nur wunderschön, dachte sie und schloss ihre Augen für einen Moment, noch immer mit einem kleinen aber strahlendem Lächeln auf den Lippen. Marc drehte seinen Kopf unterdessen und beobachtete sein Gretchen genau. Manchmal wünschte er sich wirklich in ihren Kopf hinein gucken zu können, obwohl.. So eine gute Idee wäre das Gedankenlesen wohl doch nicht. Aber er war froh. Froh sie bei sich zu haben und froh über dieses kleine etwas das momentan auf ihren lag. Glück.

"Hab ich dir eigentlich schon mal gesagt wie wunderschön du bist wenn du glücklich bist?", fragte er sie ernst und nahm ihre Hand in seine.

"Hmm", überlegte sie, "nein! Du warst eigentlich immer damit beschäftigt mir zu sagen wie sehr ich nerve und wie dick ich doch bin."

"Was ja auch nicht gelogen ist", zuckte er mit den Schultern und fügte, als er ihren empörten Augenaufschlag sah, schnell an, "Du nervst unheimlich, manchmal, nicht immer! Dick bist du auch, was mich jedoch in keinster weise stört oder abschreckt. Ich liebe dich so wie du bist und mit diesem Lächeln", grinste er - denn Gretchen sah wieder aus als hätte sie mit einem Kleiderbügel im Mund geschlafen, "sogar noch viel mehr."

Kurz lies sie sich noch von ihm auf die Nase küssen bevor sie schnell aufstand und anfing in einer Schublade zu wühlen. Konfus sah Marc auf und ihr dabei zu. Warum machte diese Frau immer die verwunderlichsten Sachen in den eigentlich schönsten Momenten? So ernst meinte er es nicht als er sagte, schöne Momente werden erst dann bedeutsam, wenn sie erstens selten sind und zweitens nicht so lang anhalten. So ein bisschen länger, könnten sie schon anhalten.

Doch Gretchen kümmerte sich gar nicht um den verwirrten Gesichtsausdruck ihres Freundes, stieg über ihn hinweg und machte sich am Kalender zu schaffen.

"Hasenzahn?! Was zum Teufel machst du da?"

"Den heutigen Tag im Kalender anstreichen", sagte sie als sei ihr Verhalten das Normalste auf der Welt, "sowas hört man ja nicht alle Tage von dir."

Er empfand diese Aussage durchaus als eine Frechheit und wollte sich mit einem gebrummten "Na warte" aufrappeln, doch auf der Hälfte des Weges in die Senkrechte, machte es mehrere Male 'Knick-Knack'. Das einzige was er jetzt noch tat war sich, in leicht gebeugter Körperhaltung und mit offenem Mund, den Rücken zu halten. Da stand er nun, der geschundene Chirurg und wurde von seiner Freundin ausgelacht. Sie lachte beinahe Tränen.

"Das ist nicht witzig Gretchen", maulte Marc beleidigt los. Immerhin war auch er nur ein Mann und Männer waren ja immer ein wenig empfindlich und wenn sie dann auch noch Marc Meier hießen, nahm dies ungeahnte Dimensionen an.
"Wird da etwa wer alt?", triezte sie ihn noch einmal und brachte ihn so zum schmollen.

Er war ja wohl jung! Jedenfalls fühlte er sich jung. Seine Kondition zum Beispiel. Die war trotz des langjährigem Rauchen, nahezu perfekt. Das müsste sie eigentlich am besten wissen. Vielleicht war er auch nur ein bisschen eingerostet, weil er schon länger nicht mehr Laufen war. Das würde er dann bald mal wieder in Angriff nehmen. Doch immer mit der Ruhe. Immerhin beschwerte man(N) sich ja nicht, wenn die reumütige Freundin einen ins Schlafzimmer schob, um ihn zu massieren. Sein Leben war doch wirklich schön, dachte er seufzend.

Ganz im Gegensatz zu dem von Gabi Kragenow, zu mindest in diesem Moment. Sie wusste nicht wann sie das letzte Mal so eine Angst verspürt hatte. Ihr innerstes versperrte sich gegen diese Erinnerungen. Sie schleppte es zwar immer mit sich rum, doch sie schaffte es nicht daran zu denken. Aber jetzt gerade, wo sie so brutal auf die kalte Bank gedrückt wurde, kamen die Erinnerungen, der Schmerz zurück und lähmten sie.
"Du kleines Flittchen denkst also du kannst mich erst anmachen und dann einfach so sitzen lassen, ja?", brummte der Unbekannte wütend, hielt ihre Hände über ihrem Kopf fest in einem Klammergriff und drückte sich zwischen ihre Beine. Sie konnte sich einfach nicht wehren, selbst wenn sie gewollt hatte. Sie ekelte sich als sie seine nasse Zunge auf ihrem Dekolletee spürte. Er leckte genüsslich an ihrer Haut, bis hin zu ihrem Ohr "Du schmeckst so gut", hauchte er erregt und drückte sein Becken gegen ihres. Ganz deutlich spürte sie seine Erektion und presste die Lippen aufeinander. Die Augen kniff sie zusammen und spürte die heißen Tränen ihre Schläfen hinab laufen, als er, nachdem er sich seines Gürtels und seiner Hose entledigt hatte, heftig zu stoß. Das er ihren Slip unter ihrem Rock einfach zerrissen hatte, hatte sie gar nicht mitbekommen. Seine Stöße wurden immer härter, sein Tempo immer schneller und er keuchte ihr unkontrolliert seine Lust ins Gesicht. Sie wusste nicht wie lange er sich an ihr verging und es war ihr auch schon fast egal, als er sich ruckartig aus ihr zurückzog und sie losließ. Nein. Er WURDE von ihr gezogen und von einem Mann den sie nicht kannte auf den Boden gedrückt. Sie bewegte sich nicht, sie traute sich nicht. Doch sie spürte wie sie weiche warme Hände hochzogen und wie sich zwei starke Arme um sie schlossen. Als sie aufsah und durch ihre verheulten Augen in das Gesicht von Christian blickte, verspürte sie zum ersten Mal eine angenehme Erleichterung.

Choconussa Offline

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19.02.2016 14:51
#58 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Achtundfünfzig - Unverschämtheiten und Überraschungen




Um sieben Uhr am Morgen, am nächsten Tag, betrat ein überaus ausgeglichener Chirurg seine Station. Auch der Blick auf den OP-Plan, wo er nicht für eine einzige OP eingeteilt war, konnte seine gute Laune nicht trüben. Ganz im Gegenteil. Er schwebte den halben Vormittag lang über die Flure des Krankenhauses und nicht mal Sabine musste Wutausbrüche oder Schlimmeres befürchten. Er ließ ihr sogar ein kleines Danke zukommen, als er ihr grinsend in die Wange kniff. Franz hatte dies zwar unkommentiert hingenommen, aber sein Schwiegersohn in Spe war ihm heute mehr als nur unheimlich. Nicht nur dieses komische, schon fast debile Grinsen war Grund zur Sorge, sondern auch die Tatsache das Marc ihm die Aktenarbeit abgenommen hatte. FREIWILLIG. Mit hochgezogenen Augenbrauen und großen Augen sah er dem Oberarzt hinterher. So war er nicht, als er frisch verliebt in sein Butterböhnchen gewesen war. Oder doch? Das wäre ja peinlich!

Aber Marc freute sich. Er freute sich einfach nur auf den blonden Engel warten zu können der ihn in dieser Nacht nicht nur nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, sondern auch verführt hatte. Ganz in Gedanken daran bekam er gar nicht mit wie sein bester Freund mit seiner Hand vor seinem Gesicht herum wedelte. Marc saß einfach nur da, den Ellenbogen auf dem Tisch, den Kopf in der Hand und lächelte dümmlich vor sich hin. Für Mehdi definitiv ein Grund zur Kamera zu greifen. Vielleicht brauchte er ja irgendwann mal, seiner Meinung nach schon ziemlich sehr bald, ein Druckmittel und was wäre da besser als ein Foto vom verliebten Marc Olivier Meier? Als sein bester Freund wusste er natürlich das nur ein Mensch auf dieser Welt die Macht hatte, ihn in einen solchen Zustand zu versetzen.
"Ja ja.. Liebe ist schon was feines", grinste er vergnügt und zog Marc den Arm weg. Dieser, vollkommen geschockt, verhinderte gerade eben so mit dem Kopf hart auf dem Tisch aufzuschlagen und brachte nur ein "Hä?" heraus. Nicht nur diese überaus ungewohnt unintelligente Reaktion, sondern auch der verdatterte Gesichtsausdruck von Marc, ließen Mehdi in schallendes Gelächter ausbrechen.
"Kannst mir mal sagen was du jetzt so dämlich lachst?"
"Glaub mir", schnappte Mehdi nach Luft, "wenn du dich gesehen hättest, hättest du genau so gelacht." Marc war einfach eine unverwechselbare Marke.
"Ich weiß nicht was du meinst", streckte sich der begnadete Chirurg und hatte einen leisen Verdacht wie er ausgesehen haben musste. Er hoffe inständig nicht gesabbert zu haben, doch nach Kontrolle seiner Mundwinkel, gab er sich selbst Entwarnung.
"Natürlich nicht. Hör mal, ich wollte mal eben mit dir reden und es ist eigentlich wirklich wichtig. Obwohl mir deine Meinung ja echt egal sein müsste, wenn ich bedenke das..."
Doch von einem fröhlichen "Hallooohooo!", wurde er nicht nur unterbrochen. Marc war sofort abgelenkt, sprang auf und zog die frisch eingetroffene Blondine in seine Arme um sie stürmisch um zu knutschen. Und als ob das nicht schon genug wäre, so mitten im Stationszimmer, zog er seine Angebetete auch gleich hinaus in den Flur, lief mit ihr in Richtung seines Büros und schien Mehdi vollkommen vergessen zu haben.
"Mhmpf", brachte er seinen Unmut darüber zum Ausdruck, "dann halt irgendwann mal wenn er von Wolke Sieben runtergefallen ist und wieder klar denken kann."

Doch wozu sollte man denn klar denken wenn man auch vollkommen ungestört und ungeniert in seinem Büro rum knutschen konnte? Er hatte sein Mädchen immerhin ganze fünf Stunden nicht mehr gesehen, da konnte von ihm aus auch jeder Patient warten. Gretchen fand das allerdings gar nicht so. Sie hatte schon mitbekommen das Mehdi gerade mit ihm reden wollte. Unverschämt war dieser Kerl doch!
"Mwarc", grollte sie in seinen Mund hinein und bekam nur ein gebrummtes "Grmpfh" zurück. War ja klar. Ergeben ließ sie ihre Arme hängen und wartete gelangweilt darauf das es ihm zu doof wurde, wenn sie nicht mitspielte. Gewünschte Reaktion folgte auf dem Fuße. Er zog seinen Kopf zurück und sah sie mit großen Augen an.
"Was ist denn?"
"Sag mal, hast du mitbekommen das Mehdi mit dir reden wollte?"
"Ihr Frauen wollt immer reden", winkte er ab und setzte schon wieder zum Sturmangriff an. Aber nicht mit ihr. Sie löste sich aus seiner Umarmung und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. Ihr Gewicht verlagerte sie auf ihre rechte Hüfte, winkelte das linke ein bisschen ab, spitzte die Lippen und kniff ihr rechtes Auge ein wenig zusammen. Toll, sie ist sauer - grollte es nur so in Marcs Köpfchen, doch mehr als ein Augenverdrehen hatte er dafür nicht übrig. Immerhin war es ja wohl nicht verwerflich mit seiner Freundin zu knutschen.
"Manchmal verhälst du dich echt wie ein hormongesteuerter Teenie", erklärte sie ihren Unmut. Marc konnte daraufhin nur seine Augenbrauen ungläubig hochziehen. "Ich bitte dich! Entschuldige das ich dich ordentlich begrüßen wollte, ohne Publikum!"
"Pff.. Stört dich doch sonst auch nicht."

Also, eigentlich hatte sie damit wirklich recht, aber das würde er vor ihr nie zugeben.

"Wie würdest du dich denn fühlen, wenn ich dich versetzen würde, wenn du mir was wichtiges zu erzählen hättest?", gestikulierte sie wild herum und lief vor ihm auf und ab. Wohl in der Erwartung eine ordentliche Konversation anzufangen. Sie vergaß dabei jedoch, dass sie vor einem zum Spielen aufgelegtem Marc Meier stand. Dieser fand den Vergleich so abwegig das prompt ein gehässiges "Hehe, der ist nicht schlecht", seinem Mund entfleuchte.
"Rein theoretisch Marc!"
"Hasenzahn, sowas selbst nur in der Theorie in Betracht zu ziehen, ist nahezu lächerlich."
"Stimmt. Mit dir ein brauchbares Gespräch führen.. Pff.. Vorher gefriert die Hölle oder die D-Mark wird wieder eingeführt."

Irgendwie war sie ihm zu aufmüpfig. Was war denn nun schon wieder los und wo war der Engel abgeblieben den er heute Morgen im Bett zurückgelassen hatte?

"Hast du deine Tage, oder was zickst du mich hier schon wieder so an?"
"Mein Gott so blöd kannst du doch gar nicht sein?", echauffierte sich der in Marcs Gedanken frisch ernannte Teufel und fuchtelte wild vor ihrem eigenen Gesicht herum, "Mehdi ist immer für dich da, egal wie schlecht es ihm selbst geht und du schaffst es nicht EINMAL zuzuhören!"

Dies war eine verbale Backpfeife, die sich gewaschen hatte. Manchmal war er aber auch einfach ein riesen Arsch. Das musste er sich eingestehen. Der automatische und scheinbar angeborene Griff an die Halsschlagader, war eine Genugtuung für die Chirurgin. Sie hatte ins Schwarze getroffen und grinste schadenfroh, immerhin hatte sie nicht oft einen Erfolg zu verbuchen. Marc deutete ihren selbstgefälligen Blick schon ganz richtig und hätte sich am liebsten eine Bratpfanne über den Schädel gezogen. Immer dieser dumme Reflex! Nebenbei war zu erwähnen wie sehr er es hasste wenn Gretchen Recht hatte und das nicht erst seit gerade eben. Er hasste es schon seit der Schule. Immer hatte dieses Biest recht. Es kotzte ihn an! Und dann gab er eben diesem Biest die Bestätigung für ihr Recht haben, indem er diese bescheuerte Geste ausführte. So ein Vollidiot konnte er doch eigentlich gar nicht sein, aber seitdem er sich seine Gefühle für dieses Wesen eingestand, war er hin und wieder schon mal ein wenig zu viel mit dem Kopf in den Wolken.

"Gut", sagte er schließlich, "du kommst mit!"
"Aber Maaaaarc.....", zum zweiten Mal wurde sie durch die Gegend gezogen wie ein Hund an der Leine. Ihre Einwände das Mehdi ganz sicher allein mit ihm reden wollte, wurden einfach überhört und als sie sich am Türrahmen festhielt, schlug er ihr sanft aber bestimmt auf die Finger und warf sie sich (mal wieder) über die Schulter. Alle in diesem Krankenhaus sahen belustigt dabei zu wie der sonst so souveräne Oberarzt seine geliebte durch die Flure schleppte und sie gelangweilt mit ihren Fingerspitzen auf seinem Rücken klopfte. Warum sollte sie sich auch versuchen dagegen zu wehren? Sie hatte doch eh keine Chance. Als sie ihren Vater mit großen Augen den Kopf schütteln sah, lächelte sie gespielt und winkte ihm fröhlich zu.

"Die beiden verwandeln dieses Krankenhaus in eine Irrenanstalt", flüsterte er sich selbst zu und hegte erste Zweifel daran, gerade den beiden die Klinik zu vermachen.

Auf der Gyn angekommen, lies Marc seine "Beute" dann endlich runter und betrat ohne zu klopfen das Büro seines besten Freundes.

"Mehdi sorry. Ich wollte vorhin echt nicht", er stockte und bekam riesen große Augen. Auch Gretchen schaute aus der Wäsche wie ein Fisch dem man das Wasser weggenommen hatte und brachte keinen Ton heraus.

Nach mehrmaligen Blinzeln verschwand das Bild jedoch nicht und Marc fand als erstes die Fassung wieder.
"Stören wir?", fragte er mit einem scheinheiligen Ton in der Stimme - und einem dreckigen Grinsen auf den Lippen.

Die geschockten Gesichter ihm Gegenüber waren einfach Balsam für seine Seele und grob konnte er erahnen, worüber Mehdi so dringend mit ihm reden wollte. Aber gerade jetzt war es für den halb Perser wirklich ungünstig.

"Meier! Warum platzt du hier einfach so rein?"
"Ääääääh, weil die Tür nicht abgeschlossen war?!", war ja wohl selbstverständlich. Klopfen war ein Fremdwort für ihn.
"Na wenn du weißt wie eine Tür aufgeht, weißt du ja sicherlich auch wie man sie wieder schließt!"
"Aber sicher doch", zuckte er nur mit den Schultern, schob Gretchen in den Raum und war gerade im Begriff die Türe zu schließen als Mehdi laut ausrief, "VON AUSSEN MARC!"
"Haben doch jetzt eh schon alles gesehen", grinste angesprochener jedoch nur und Gretchen musste ihm fest in den Oberarm kneifen und an der Hand aus dem Büro bugsieren bevor noch mehr Blödsinn über seine Lippen kam.
Kaum standen sie draußen fing Marc an zu lachen: "Das glaub ich ja jetzt nicht!"

Choconussa Offline

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29.06.2016 19:07
#59 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Neunundfünfzig - Neue Liebe, neues Glück... oder?





Perplex schaute sie ihren Lebensabschnittsgefährten an und sah ihn das erste Mal Tränen lachen. Dabei fragte sie sich wirklich inständig was daran jetzt so lustig war, seinen Freund bei einem Schäferstündchen, sozusagen "inflagranti" zu überraschen. Als ob ihm das noch nie passiert wäre, als er damals eine Krankenschwester nach der anderen... Neeeeeeein! Ganz falsche Gedanken. Marc wischte sich kurz einige Tränen aus den Augenwinkeln und sagte dann immer noch leicht außer Atem, "Jetzt wissen wir worüber er reden wollte. Können wir dann?"
"Nein! Ich würde schon gerne wissen wie es DAZU gekommen ist, ich meine - Halloooooo?"
"Tja", zuckte er kurz mit den Schultern, "Doktor Mehdi Kaan, der Arzt dem die Frauen vertrauen. Sogar Lesben", lachte er wieder. Das war aber auch zu komisch wenn man mal bedachte wie sie die junge rothaarige vor einigen Monaten kennengelernt hatten.
"Du musst dich echt über jeden lustig machen, oder?", fragte sie ein klein wenig eingeschnappt, weil sie mittlerweile der festen Überzeugung war das dieser Mann nie erwachsen werden würde und erschrak, als die schwere Bürotür neben ihr aufging.
"Dann kommt mal rein", sagte Mehdi, hielt Marc allerdings an der Schulter zurück, "Keine dummen Kommentare Meier!"
"Heeeey", hob dieser abwehrend die Hände, "du kennst mich!"
"Eben DESWEGEN ja..."
"Pff", schnaubte Marc und folgte seiner Freundin ins innere des Büros.

Dort lehnte er sich lässig an die Wand, winkelte das rechte Bein an, verschränkte die Arme vor der Brust und blickte mit erwartungsvoller Miene durch den Raum. Doch irgendwie wollte keiner einen Anfang wagen. Dreien von den Vieren war der Augenblick zuvor ziemlich peinlich und obwohl Saskia wirklich alles andere als prüde war, traute sie sich kaum auf zusehen. Schon oft hatte man sie beim Sex erwischt, jedoch noch nie mit einem Mann. Immerhin war sie der festen Überzeugung gewesen, dass das andere Geschlecht sie nicht die Bohne interessierte. Bis sie Mehdi näher kennen lernte und ihn nicht mehr nur noch als Freund ansah, wie ihr ihre Träume verrieten.

"Ich bin nicht hergekommen damit wir um die Wette Schweigen", sagte Marc nach zehn minütiger Stille genervt.
"Ja..chrmchrm", räusperte Mehdi sich umständlich, "also.. dann... Äähm, wir.. wir wussten nicht so recht wie wir euch das sagen sollten und jaaa.."
"Aber Mehdi", fing Gretchen einfühlsam an, "ihr könnt mit uns doch über alles reden."
"Na ja, das war halt erstmal nicht so einfach. Ich meine, nachdem wir erst dachten Marc hätte dich mit ihr betrogen und dann erst so spät, quasi, ans Licht kam das sie sexuell anders orientiert ist..."

Sexuell anders orientiert, höhnte Marc in Gedanken und sein Redeschwall ergoss sich mal wieder ohne jeglichen Anflug von Anstand.

"Mein Gott! Dann ist sie halt Bi und keine einfache Lesbe. So what? Besser als irgendeine Nutte, entschuldige, EDELnutte oder frigide Vogelscheuchen", platzte es unüberlegt aus dem vorlauten Chirurgen heraus. Am liebsten hätte Gretchen ihm eine geklebt und irgendwann würde sie das sicher auch noch tun. Einfach in der Hoffnung die Synapsen, die ihm wohl damals, als er vom Gerüst auf dem Schulhof gefallen war, durcheinander geraten waren, wieder gerade zu biegen.
"Marc!", fuhr sie ihn barsch an und ihr Nacken knackte als ihr Kopf zu ihm schnellte.
"Was?", kam allerdings nicht minder patzig zurück, "Muss man denn immer um den heißen Brei herum reden?"

Gretchen hätte ihm gern einiges an den Kopf geknallt und auch Marc war in Angriffslaune doch bevor das hier eskalierte, meldete sich eine leicht brüchige Stimme zu Wort.

"Streitet euch bitte nicht unseretwegen. Wisst ihr.. Ich glaube ich war in meinem Leben noch nie so glücklich wie ich es jetzt bin. Ich habe richtige Freunde, habe ich das Gefühl und endlich eine richtige Aufgabe. Es ist allerdings so komisch einen, na ja, einen gestandenen Mann zu lieben", versuchte sich Saskia an einer Erklärung.
"Wie? Was heißt denn hier gestanden?", fragte Marc.
"Na ja. Er ist geschieden, hat eine Tochter und ich bin fast zehn Jahre jünger..."
"Aber das Alter spielt doch gar keine Rolle in der Liebe", sagte Gretchen und hörte sich dabei fast an wie Elke, weswegen Marc gequält das Gesicht verzog, "Wenn der Zauber erst einmal da ist, dann ist alles gut. Dabei ist es dann auch vollkommen egal was andere davon denken."

Sie war wieder einmal dabei in einen ihrer ewigen Tagträume zu versinken, wenn da nicht der Trampel gewesen wäre, der sie ziemlich unsanft wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte.

"Du guckst doch echt zu viele Rosamunde Pilcher Filme", spie er beinahe und seine Freundin blickte verdattert zu ihm herüber.
"Wie meinstn das jetzt?"
"Bei einem deiner Pilcher-Abende ist an deinem Hinterkopf wohl eine Klappe aufgegangen und dein Hirn ist mit zwei Koffern auf und davon!"
"Wie charmant", schmollte sie.
"Aber ich muss der hoffnungslosen Romantikerin hier, schon irgendwo zustimmen. Was machst du dir Gedanken, was andere Leute denken könnten?"
"Marc, ich bin damals hier her gekommen, weil niemand akzeptieren wollte, dass ich die gleichgeschlechtliche Beziehung bevorzugte. Ich habe meinen Eltern das Leben zur Hölle gemacht", schniefte Saskia und vergrub das Gesicht in ihren Händen.

Sofort nahm Mehdi sie fest in seinen Arm und Gretchen sah Marc vorwurfsvoll an. Er schloss kurz ergeben die Augen. Hatte er heute Morgen noch gute Laune gehabt?

"Was habe ich denn jetzt schon wieder verbrochen?", presste er zwischen seinen Zähnen hervor. Gretchen antwortete darauf nicht, sondern lief auf ihn zu und flüsterte etwas in sein Ohr, was er für einen schlechten Scherz hielt. Aber sie sah ihn ganz ernst an. Ihre Mundwinkel zuckten nich ein einziges Mal und ihre großen blauen Augen bohrten sich tief in seine Seele. Warum diese nicht schwarz sein konnte wie die Nacht, fragte er sich, als er sich genervt von der Wand abstieß. Zwar hatte er gefühlte eine Million Dinge bei seiner Liebsten offen, das hieß jedoch noch lange nicht, dass er sich jedesmal beugen würde. Das würde er ihr zu gegebenem Zeitpunkt schon noch klar machen. Doch jetzt tat er es und wenn er mal ehrlich zu sich selbst wäre, nicht nur Gretchen zur Liebe. Er kniete vor Saskia auf dem Boden, nahm ihre Hände in seine, suchte ihren Blick und sagte ehrlich lächelnd: "Wir stehen auf jeden Fall hinter dir. Egal ob du jetzt eine Frau liebst, oder unseren Mehdi. Und mal ganz unter uns", er konnte es einfach nicht lassen, oder abstellen, "macht das eigentlich gar keinen Unterschied."
Die Standpauke seiner Freundin war ihm gewiss und er wusste auch ohne sie anzusehen das sie genervt den Kopf schüttelte, doch er konnte Saskia ein kleines Lachen abringen und das war ihm in diesem Moment einiges wert. Weinende Frauen konnte er einfach nicht mehr ertragen. Allein wenn er daran dachte das er die Königin der Tränen nun schon seit der fünften Klasse "an der Backe" hatte. Aber irgendwie, auch wenn er es eigentlich gar nicht so wollte, war Saskia wie eine kleine Schwester für ihn.

Choconussa Offline

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12.08.2016 21:32
#60 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Sechzig - Erkenntnisse





Mitten in der Nacht, irgendwo in Berlin

Dennis erzählte gerade, den vor gut zwanzig Minuten eingetroffenen Polizisten, was sich den Abend zugetragen hatte. Er war zwar auch geschockt über das was er da gesehen hatte, allerdings war er der einzige, der einen klaren Kopf bewahren konnte. Gabi war verständlicherweise nicht richtig anwesend. Sie saß auf der Bank, wippte die ganze Zeit mit ihrem Oberkörper vor und zurück und stumme Tränen liefen über ihre Wange. Christian nahm inzwischen ein Stückchen abseits Tina in die Mangel. Er hatte die vage Vermutung, dass das nicht das erste Mal war, das Gabi so etwas durchmachen musste und Tina wollte nichts sagen. Oder konnte nichts sagen. Sie blockte einfach immer ab und verhielt sich ziemlich arrogant.

"Sollen wir einen Krankenwagen kommen lassen? Sie sieht so aus als könnte sie durchaus einiges an Beruhigungsmitteln ertragen", der Beamte Krüger sah kurz besorgt zu Gabi und schaute Dennis sehr erwartungsvoll an.
"Christian", rief er, "was meinst du?"
"Was meine ich?"
"Krankenwagen?", fragte er mit einem Fingerzeig zu Gabi.
"Nein! Wir nehmen sie mit zu mir und ihre Schwester auch. Ich will wissen was hier los ist."
"Mensch! Ich hab dir jetzt schon vier Mal gesagt das ich dir nichts erzählen werde, wenn sie es selbst noch nicht getan hat", zickte Tina wie auf Kommando rum.
"Pass mal auf! Das ist mir egal. Ich mache mir Sorgen und das nicht erst seit heute. Ich will wissen was passiert ist auch wenn ich es mir zum Teil wohl schon denken kann."

"Und dann?", Tina sah Christian mit großen Augen an.
"Ja.. Dann kann man ihr vielleicht helfen!?"
"Ach und du meinst das haben wir nicht versucht? Sie will sich nicht helfen lassen und sie will auch nicht darüber reden."
"Das werden wir ja noch sehen und jetzt komm. Ihr bleibt heute Nacht bei mir."

Christian lief schnellen Schrittes zu seiner quasi "Ex" Freundin und half ihr dabei sich aufzurichten. Mit ihr im Arm lief er zu seinem Wagen und ein paar Schritte hinter ihnen, lief Dennis neben Tina und versuchte ihr ins Gewissen zu reden.

Dennis und Christian kannten sich nun schon seit der Grundschule und hatten schon so einiges zusammen erlebt. Als erstes wäre da der tragische Unfalltod von Dennis' Eltern - damals war er gerade sechszehn geworden. Dennis' Schwester, wurde bald darauf in eine Klinik eingewiesen. Mehrmals hatte sie versucht sich das Leben zu nehmen weil sie einfach nicht damit fertig wurde. Immer war Christian für ihn da gewesen und hat ihm selbst in den dunkelsten Stunden ein bisschen Mut geben können. Als dann Eileens Mutter bei der Geburt verstarb, musste er für seinen besten Freund eine Stütze sein. Es war furchtbar schwierig ihn aus dem Sumpf der Verzweiflung zu ziehen aber er hatte alles gegeben, weil er wusste das auch Christian alles gegeben hatte und geben würde. Lange war er nicht in der Lage dazu gewesen eine neue Frau zu treffen, oder auch nur an eine andere zu denken. Seitdem Gabi da war, hatte sein bester Freund sich verändert. Zum Positiven. Tina wusste nichts mit diesen Informationen anzufangen. Sie kannte Christian nicht, beziehungsweise nur flüchtig.

"Ich will nicht das er gleich die erste Frau in die er sich Hals über Kopf verliebt hat, wieder verliert nur weil da vielleicht Dinge sind die zwischen den beiden stehen. Er hat sich so viele Gedanken darüber gemacht, wann und wie er Gabi von Eileen erzählen soll. Sie hat anscheinend auch ein Geheimnis und wenn sie es ihm nicht selbst erzählen will, damit er sie ein bisschen verstehen kann, dann muss das halt jemand tun und das bist nun mal du. Willst du nicht das deine Schwester glücklich ist?"
"Doch schon. Ich weiß auch das es nicht richtig ist das sie nicht redet und auch ist es von uns anderen, die die es wissen, nicht richtig ihr da nicht mehr zu helfen. Aber wir haben wirklich alles versucht um ihr da raus zu helfen. Alle Therapien hat sie nicht mal angefangen. Zudem kommt das.. also.. Dann müsste ich ihr sagen weswegen ich wirklich nicht mehr zu Hause bin und das möchte ich nicht", sagte Tina leise, denn auch sie war nicht ehrlich zu ihrer Schwester gewesen.
"Tina", Dennis blieb stehen und hielt sie am Arm zurück, "tu mir den Gefallen und sprich mit Chris. Er ist ein herzensguter Mensch und wenn du möchtest das er etwas für sich behält, dann tut er das auch. Er will einfach nur wissen, was mit ihr los ist. Was zwischen euch beiden steht, das wird ihn nicht interessieren."

Kurz nickte sie ihm zu und erntete dafür ein dankbares Lächeln.

"Kommt ihr oder wollt ihr laufen?", rief Christian ungeduldig und hielt die Fahrertür fest.

Die Fahrt verlief schweigend. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach allen voran Christian. Er liebte Gabi wirklich und eigentlich war er der festen Überzeugung gewesen das sie ihn auch liebte. Das sie glücklich war und es ihr an nichts fehlte. Doch dann wurde sie komisch. Mit einem Mal und total unerwartet. Erst dachte er ja sie hätte ihre Periode und deswegen so hormonelle Anfälle, doch bald schon war klar; da war was im argen. Und der erste logische Schluss war für ihn, dass sie eben nicht glücklich ist. Es ihr vielleicht langweilig wurde - mit ihm. Sex hatten sie immer viel gehabt und seiner Meinung nach auch sehr guten. Doch er wusste auch um der Tatsache das sie mal was mit Marc hatte. Dieser war ja, laut Schwesterschaft, der reinste Sexgott. Vielleicht konnte er ihr sexuell nicht das bieten, was dieser Macho ihr geboten hatte. Doch sie schlief weiterhin mit ihm und war ausschließlich nur noch dafür bei ihm. Jetzt wo er den Verdacht hatte, dass sie mal sexuell Missbraucht wurde, fragte er sich warum sie so gerne Sex hatte. Sollte sie da nicht eigentlich eher ablehnend sein, vor allem wenn sie das noch nicht verarbeitet hatte? Kurz sah er in den Rückspiegel und Gabi saß noch immer vollkommen apathisch auf der Rückbank. Verarbeitet hatte sie dies wahrscheinlich wirklich noch nicht. Aber er wusste ja auch gar nicht ob das stimmte. Er wusste auch nicht wie Frauen sich verhielten wenn sie ein solches Erlebnis hatten. Hätte er doch mal lieber Psychologie studiert. Dann müsste er nun nicht auf Erklärungen hoffen, sondern könnte sich grob selbst ein Bild machen.

Jetzt konnte er nur noch auf Tina hoffen, die nun ziemlich abwehrend auf seiner Couch saß. Chris hatte Gabi nachdem sie bei ihm angekommen waren, sofort in sein Bett gelegt, damit sie schlafen konnte. Nun saß er hier mit seinem besten Freund und wartete darauf das Tina mit ihrer Erzählung begann. Doch wirklich zu reden begann sie, nachdem Dennis ihr einmal unauffällig auf den Fuß getreten war.

"Boar na schöööön! Also. Unsere Mutter, hat sich früh von unserem Vater getrennt. Angeblich hatte er ihr zu viel gearbeitet und war ja nie für sie da gewesen. Ich war damals noch ziemlich jung und ich habe viel geweint. Gabi hingegen war für mich die Starke, hat so getan als wäre bei ihr alles okay und hat dann, nachdem meine Mutter dem Alkohol und den falschen Männern verfallen war, die Verantwortung für mich übernommen. Irgendwann kam dann Paolo. Ein neuer Lebenspartner unserer Mutter. Eigentlich war er immer sehr nett zu uns gewesen und er war der erste der bemerkt hatte, dass mit meiner Schwester irgendwas nicht stimmt. Sie hatte angefangen Drogen zu nehmen. Angefangen bei Marihuana, später dann auch Kokain. Wie ich später in einem Streit den er mit unserer Mutter hatte erfahren habe, hat er sie keineswegs davon abgebracht. Er hat es ausgenutzt. Immer wenn sie sich mal wieder "abgeschossen" hatte, ging er zu ihr und holte sich bei ihr das, was unsere Mutter ihm nicht bieten konnte. Einen jungen, beweglichen Körper. Gabi wollte das nicht, nie. Das hat sie mir gesagt und ich glaube es ihr auch. Zweimal habe ich ihn dabei erwischt wie er sie genommen hat. Es war ihm egal wo, wann und was er dafür tun musste. Er hat sogar angefangen sie zu missbrauchen, da hat sie anfangs geschlafen. Ihm war auch egal ob sie schon bereit war, er hat einfach zugestoßen. Wie ein Tier war er damals über sie gebeugt, sein Becken hat sich schnell bewegt, er hatte ihr den Mund zu gehalten und sie weinte. Als er mich gesehen hat, hat er mich angeschrien ich solle gehen. Bei mir hat er es nie versucht und ich glaube das auch damit Gabi was zu tun hatte. Sie ist dann schließlich ausgezogen und hat ihre Schule fertig gemacht und ihre Ausbildung angefangen. Paolo ist daraufhin verschwunden und vor kurzem stand er bei uns vor der Tür. Deswegen bin ich jetzt auch zu Gabi gezogen. Unsere Mutter glaubt die Geschichte nicht."

Choconussa Offline

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12.08.2016 21:33
#61 RE: It was a dream Fortsetzung Doctor's Diary Zitat · antworten

Kapitel Einundsechzig - Lachen ist gesund



"Moment mal. Wenn eure Mutter das alles nicht glaubt.. Äh ich mein, du hast doch gesagt WIR ANDEREN. Wer weiß denn alles davon?", fragte Dennis irritiert.
"Mein Vater und ich. Ich hab mit ihm immer über alles geredet und ich hab ihm das auch erzähtl. Zwar etwas später baer.. Na ja.. Gabi spricht nicht mehr mit ihm.. Ich glaube ja sie gibt ihm unterbewusst die Schuld daran."
"Mhmm.. Irgendwer muss ja die Schuld haben. Obwohl ich ja der Meinung bin das dieser Bastard Schuld hat und niemand anderes. Jetzt mal weiter im Text. Es gibt hier einiges was ich nicht verstehe. Wenn sie sexuell missbraucht wurde, warum hattet ihr dann so viel Sex?", fragte Dennis seinen besten Freund der noch immer zu Boden sah.
"Jeder verarbeitet ein solches Erlebnis anders. Die einen lehnen körperliche Nähe völlig ab, haben nie wieder Sex oder in nur in Rauschzuständen. Sie genießen es aber nicht und lassen es quasi einfach über sich ergehen. Wieder andere kompensieren das mit ziemlich viel Sex. Sie wollen jeden, haben im Bett so ziemlich das sagen und können nicht genug davon bekommen. Ob die das auch nicht genießen oder nicht, weiß ich nicht. Ich hab mich zu wenig mit Psychologie beschäftigt", seufzte er und rieb sich angespannt über das Gesicht.
"Sie muss auf jeden Fall in ärztliche Behandlung Chris, das geht doch dann so nicht weiter. Das ist doch wohl auch nicht gut für sie - oder?"
"Sicherlich ist das auch nicht gut für sie Dennis! Zwingen kann man sie aber auch nicht. Vielleicht vertraut sie sich mir ja an."
"Ich will dir wirklich nicht irgendwelche Hoffnungen nehmen, aber sie redet mit niemandem darüber."



"Weiß Lilly es denn schon?", fragte Gretchen bei einem Kaffee im Stationszimmer und Marc verdrehte die Augen. Seit Stunden gab es kein anderes Thema mehr. Er freute sich ja wirklich für Mehdi, auch wenn er so seine Schwierigkeiten hatte das auch so zu zeigen.
"Nein, wir haben es ihr noch nicht gesagt. Obwohl sie Saskia ja schon so was in die Richtung gefragt hat", grinste Mehdi und stupste seine Freundin mit dem Ellenbogen an. Die fand das allerdings gar nicht witzig.
"Das war total komisch. Da bringe ich sie ins Bett und sie fragt mich ob ich denn nicht irgendwann einziehe und mit ihrem Papa in einem Bett schlafe so wie Gretchen."
Marc wäre beinahe hinten über gekippt. Soetwas sollte man nicht verlauten lassen, wenn der beste Chirurg in ganz Deutschland, seine Selbstüberschätzung nahm einfach keinen Abbruch, aus Langeweile mit seinem Stuhl hin und her kippelte.
"Irgendwann passiert es und dann hoff nicht das ich dir aufhelfe", tadelte Gretchen die sich vor Schreck beinahe mit ihrem Kaffee bekleckert hatte.
"Wie kommt Lilly denn auf Gretchen?", Marc versuchte Gretchen gar nicht erst zu beachten. Was sich bei ihrem bohrenden Blick als äußerst schwierig erwies. Immer wieder musste er zu ihr rüberschielen.
"Na du, keine Ahnung Gretchen war nach Anna die einzige Frau die mal bei mir übernachtet hat", zuckte Mehdi mit den Schultern und Gretchen fügte an, "Aber nicht oft, ne.."
Sie kicherte nervös und rutschte ein wenig peinlich berührt auf ihrem Stuhl hin und her, darauf bedacht, Marcs Blicken auszuweichen, die auf der einen Seite ein wenig verletzt aber vorallem strafend waren.
"Genau nicht oft und Lilly hat es eigentlich auch nur einmal bewusst mitbekommen."
"Ach meinst du als sie euch bei.. Hier.. Also.. erwischt hat", fragte Saskia und kniff die Augen zusammen.
"Wobei", zuckte Marcs Kopf zu seinem besten Freund, "wobei hat sie euch erwischt."
"Uuuuunwichtig", sagte Gretchen eindringlich. Sie wollte hier nun auf gar keinen Fall eine Eifersuchtsszene geliefert bekommen.
"Nee also ich würd das jetzt schon gern wissen."
"Mein Gott, sie hat uns halt... Beziehungsweise hat sie Mehdi dabei erwischt wie er.. ja.. also.. hier.. Oral?"
"BITTE", er hätte durchaus auch bei Mordern Talking mitsingen können, dachte er.
"Ja Kinder sind doch unglaublich neugierig und sie wusste ja auch gar nicht was wir da gemacht haben. Sie weiß es ja noch heute nicht. Ich glaube sie denkt noch immer wir hätten gespielt", lachte Mehdi - doch Marc war so gar nicht nach lachen zumute. Viel mehr beschäftigte ihn das was SEINE Freundin da wohl mit SEINEM besten Freund gemacht hat und die Frage, ob sowas denn öfter passieren konnte, wenn man Kinder hat. Da musste er mal in einer ruhigen Minute mit Gretchen drüber sprechen, denn er wollte keinesfalls mit so einem Schreihals sein Sexleben auf's Spiel setzen.
"Es ist ja ein Wunder das sie uns noch nicht gesehen hat, wenn wir mal am knutschen waren oder so", meinte Saskia.
"Na ja.. Meistens war sie ja auch mit Happy beschäftigt oder sie war mit Anna unterwegs. Deswegen haben wir dann auch immer ein bisschen Zeit für uns gehabt."
"Oder ihr vögelt im Krankenhaus und vergesst die Bürotür abzuschließen! Ich kann es immer noch nicht glauben das ihr so dämlich seid und das vergesst."
"Ach komm Marc, als ob dir das noch nie passiert wäre. Immerhin hast du alles was zwei Beine hat in deinem Büro gflachgelegt."
"Tja, mir ist das durchaus mal passiert. Allerdings nicht weil ich vergessen hatte abzuschließen, sondern weil es das Büro vom Prfoessor war."
"Was bitte?", fragte Gretchen und wurde nur schuterzuckend angesehen.
"Ach und ihr beide habt bei dir im Büro noch nicht...?"
"Sicher! Fast täglich, aber ich schließe ab...", grinste Marc frech und legte eine Hand auf Gretchens Oberschenkel.
"Täglich?", Saskia sah ihr gegenüber mit großen Augen an. Viel hatte sie von ihrer Freundin erwartet, aber nicht das.
"Tja, wie so viele andere kann auch das liebe devote und schüchterne Gretchen mir nicht widerstehen."
"Also ich könnte ja wohl schon.. Also.. Wenn ich wollte.. Ganz sicher!"
"Klar! Habe ich mehr als einmal gesehen."
"Sie sollten ihr Sexleben leiser besprechen. Der Professor schleicht hier schon den ganzen Tag rum", kam Maria abgehetzt ins Stationszimmer um nach ein paar Papieren zu kramen.
"Wo wurd eigentlich ihr Kind gezeugt? Neurologie oder Pädiatrie?"
"MEIER! Sind Sie jetzt wohl endlich mal leise? Ich bin nicht scharf darauf das die ganze Klinik über mein Privatleben informiert ist. Wenn Sie beide das so toll finden bitte!"
"Ist sowieso ein Wunder das es noch niemand spitz gekriegt hat."
"Liegt wohl daran das hier so viel los ist. Gabi und Chris die sich beinahe umbringen, ihr die sich beinahe umbringen und jetzt Versöhnung feiert", zählte Saskia auf und ihr wurde gerade so ziemlich zum ersten Mal bewusst, dass auch sie bald zum Gespächsthema werden würde, sobald das mit Mehdi offiziell gemacht werden würde.
"Ja und Sie liebe Frau Schramme und ihr neuer Lover. Also ob wir alle blind wären. Man munkelt schon länger aber jetzt darf man gratulieren. Sie werden die Titelseite bedecken und ich kann mich noch ein bisschen verstecken bevor mein Bauch explodiert."
"Das dürfte ja gar nicht mehr so lange dauern oder?", fragte Gretchen interessiert.
"Das geht Sie überhaupt nichts an Haase, damit wir uns da jetzt mal verstehen!"
"Also! Ich hab nur höflich gefragt. Tut mir ja leid. Wusste nicht das Anteilnahme und Interesse hier nicht gewünscht sind", verteidigte sie sich.
"Wenn es sie so sehr interessiert, wie eine Frau immer fetter wird, ihr unmengen an Wasser in den Beinen abgelagert werden und sie unkontrollierte Fressanfälle bekommt, bei denen sie auch noch ohne ersichtlichen Grund heult - dann werden Sie doch einfach selbst schwanger! Obwohl, das tun sie ja so oder so schon alles!"

Sie hatte ohnehin schon riesige Augen, aber als Marc dann plötzlich anfing zu lachen, glaubte sie aus allen Wolken zu fallen. Dabei hatte er sich wirklich bemüht. Er hatte sich mit Daumen und Zeigefinger fest auf's Nasenbein gedrückt, die Augen zugekniffen, die Lippen aufeinander gepresst und die Luft angehalten. Es ging nicht. Er konnte nicht. Unkontrolliert prustete er, fing laut an zu lachen, kniff mit der Hand die immernoch auf Gretchens Oberschenkel lag zu und trommelte mit der anderen auf der Tischplatte herum.

"Hat Sabine heute was in den Kaffee gemischt oder warum lacht der so oft? Und vorallem, so laut?", fragte sie verwundert in die Runde, doch anstatt eine Antwort zu geben, sah man mit großen Augen zu dem sich krümmenden Chirurgen und zuckte mit den Schultern.

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