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Dieses Thema hat 295 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Ann Offline

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Beiträge: 8.697

12.07.2009 02:53
#226 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Ich seh doch das etwas nicht stimmt. Was suchst du denn?" ,,Äh... ich hab nur geguckt ob es vielleicht in deiner Tasche ist?!", antwortete er stattdessen und entschied sich die Wahrheit für sich zu behalten. Schließlich wollte er Gretchen nicht unnötig beunruhigen, da sie ja schon damals als sie den Zettel gefunden hatte misstrauisch wirkte. ,,Das meine ich nicht. Du wirkst so ... nachdenklich. Als wenn dich irgendwas bedrückt", fragte Gretchen besorgt. ,,Hatte einfach einen anstrengenden Tag". ,,Einen anstrengenden Tag? Sicher?", hakte Gretchen nocheinmal nach, weil ihr sein Verhalten merkwürdig vorkam. ,,Sicher", bekräftigte er. Damit war das Thema dann vorerst auch gegessen.
Nach zwei weiteren Tagen Beobachtung hatte sich zwischen Gretchen und Marc nichts verändert, soweit Gabi das beurteilen konnte. Sie hokten immer noch ständig zusammen und ab und zu verschwanden sie sogar zu zweit. Die Krankenschwester verleitete das dazu ein Zeichen zu setzen, damit Marc merkte wie ernst sie es meinte. Wiederum schlich sie ins Stationszimmer, um ihr Zeichen in die Tat umzusetzten. Nachdem die Visite zuende war machte Gretchen zusammen mit Sabine Pause im Stationszimmer, bevor wieder eine OP auf dem Plan war. Die beiden tratscheten, aßen ihre Croissants und tranken Kaffee. Thema war auch eine Frau, die Sabine ständig im Krankenhaus mit Sonnenbrille sah so auch heute. Gretchen dachte sich, dass sie bestimmt die Leute nicht auseinander halten konnte, weil sie nun auch häufig in ihren Romanen las und dabei wenig Überblick für den Rest der Klinik hatte. So sagte Gretchen ihr das auch, nur Sabine zweifelte weiterhin.

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Ann Offline

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12.07.2009 21:49
#227 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Während der folgenden Routine - Operation wurde Gretchen plötzlich ganz anders. Sie verspürte gute Laune, die sie auf der Stelle ausleben musste.,,Findest du es auch so heiß hier?", fragte Gretchen plötzlich in die Runde und begann dabei lauthals zu lachen. Erst starrte Marc sie eine Weile nur irritiert an, doch dann entschied er sich weiterzuarbeiten. Gretchen drückte Schwester Sabine den Sauger und den Tupfer in die Hand und zog sich den Mundschutz runter. Sie begann augenblicklich damit sich Luft zuzuwedeln. ,,Was wird das?", fragte Marc leicht gereizt. Gretchen lachte nur wieder. ,,Was seit ihr denn alle so verklemmt? Wird Zeit, dass mal Partystimmung aufkommt!", schrie sie plötzlich euphorisch. Daraufhin ging sie zum CD - Player, drehte die Musik lauter und versuchte im Rythmus zu tanzen. Marc, der sich gerade fragte was in seine Freundin gefahren war, drückte Sabine ebenfalls das OP Betsteck in die Hand. ,,Piepsen Sie einen Oberarzt an, der das hier übernimmt!", war seine Anweisung an die wirre Krankenschwester. Schnell drehte er die Musik leiser und schnappte sich Gretchen, um mit ihr den OP Saal zu verlassen. ,,Lass mich! Jetzt werd doch mal locker!", versuchte sie sich zu wehren. Jedoch lachte sie mehr, als dass ihre Forderung ernst zu nehmen war. ,,Du kommst jetzt mit!", befahl er leicht angesäuert und zog sie am Arm mit sich. In seinem Büro ließ er sie los, aber Gretchen hörte einfach nicht auf zu lachen.,,Was guckst du denn so grimmig? Ich finde es wäre Zeit für eine Party! Hast du irgendwo Musik?", fragte sie in ihrem Überschwung und begann den Raum danach abzusuchen. Marc packte sie schließlich an beiden Armen und plazierte sie auf seinem Sofa. Doch als er sich neben sie setzte, sprang sie wieder auf und meinte:,,Ich will tanzen, nicht so verkrampft wie du da sitzen. Lach doch mal, steht dir eindeutig besser!" Dabei brach sie wieder in Gelächter aus. Ihr Freund zog sie wieder zu sich, worauf sie einen Kommentar abgeben wollte, aber Marc kam ihr zuvor:,,Halt die Klappe!" Doch sie ließ sich davon nicht abbringen und wollte wieder etwas sagen. Da schrie Marc etwas lauter:,,Halt die Klappe hab ich gesagt!" Daraufhin wurde sie zumindest etwas ruhiger. Der Oberarzt machte sich zunehmende Sorgen über ihr Verhalten. Als er sich ihre weiten Pupillen ansah, war die Frage nach dem "Was?" zumindest halbwegs beantwortet. Als er dann noch ihren Herzschlag pro Sekunde maß und den Schweiß auf ihrer Stirn bemerkte war sein Verdacht dann endgültig bestätigt.

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Ann Offline

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13.07.2009 00:16
#228 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

In dem Zustand konnte er sie unmöglich alleine lassen, doch er musste noch arbeiten und jemanden zu finden, der für ihn von einer auf die andere Sekunde einspringen würde, wäre zu schwierig. Nach reiflichen Überlegen fiel dem Oberarzt ein, wem er Gretchen anvertrauen konnte. Er suchte schnell sein Handy aus der Tasche seines Kittels, der über dem Stuhl hang. Marc war erleichtert als sein Vater nach langem Klingeln endlich abnahm. Zudem gingen ihm Gretchens ständige "Ich - mache - gute - Laune" Versuche auf die Nerven. Seinem Vater erklärte er schnell das Anliegen und gab ihm anschließend sein Versprechen für eine spätere Erklärung. Er warnte ihn bezüglich Gretchens Verhalten sicherhaltshalber nochmal vor. Jürgen machte die Aussage dabei skeptisch, doch er ließ seinen Sohn natürlich nicht hängen. Als Marc das Gespräch beendet hatte wandte er sich wieder seiner Assistentin zu, die gerade wild auf dem Sofa tanzte. ,,Gretchen, komm da runter!", war seine Reaktion darauf. ,,Hey, ich bin eben keine Spaßbremse wie du!" Dem Oberarzt wurde es langsam wirklich zu viel. Es kam ihm vor als wenn er ein ungezogenes Kleinkind hüten müsste, das gleichzeitig die Schlagfertigkeit eines Erwachsenen besaß. Seine Freundin konnte wenig dafür, doch für seine Wut und gleichermaßen Ungeduld hatte er auch schon einen Abnehmer für den er sich es aufsparte auszurasten. Irgendwie hat er es dann noch geschafft Gretchen Blut abzunehmen, um den Stoff ausfindig zu machen und vor allem um ihre Werte zu überprüfen. Er war dann froh, als sein Vater sich nicht lange Zeit ließ und Minuten später in sein Büro trat. Nach einer mageren Begrüßung, brauchte Jürgen nur Sekunden bis er geschockt war.,, Da bin ich ja mal gespannt was du mit ihr gemacht hast! Das ist ja nicht normal!" ,,Hab dich ja vorgewarnt", erwiderte Marc nur. ,,Wo soll ich denn mit ihr hin?" Der Oberarzt überlegte selbst kurz, denn in seinem Büro konnten die beiden unmöglich bleiben, solange er arbeiten musste. Erst wollte er Jürgen schon den Schlüssel für seine Wohnung geben und ihm diese anbieten, aber da fiel ihm wieder die skeptische Sache mit dem Armband ein. Er fragte dann einfach:,,Wäre gut wenn du sie mit zu dir nehmen kannst. Ich komm dann nach Feierabend vorbei". Jürgen stimmte zu und nahm Gretchen schließlich vorsichtig mit. Ehrlich gesagt war Marc bei dem Gedanken, dass er Gretchen in dem Zustand jetzt ein paar Stunden außer Blickfeld hatte, ziemlich mulmig zumute. Nachdem er schnell die Blutproben ins Lobor gereicht hatte, beschloss er sich seinem Abnehmer zu widmen.

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Ann Offline

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13.07.2009 02:53
#229 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Denn er kannte nur einen Grund, warum Gretchen dieses Zeug genommen haben könnte und das nicht freiwillig. Beim ersten Anruf hatte er nach langem Klingeln keinen Erfolg. Lediglich die Mailbox meldete sich, die er sofort wegdrückte. So schnell gab er aber nicht auf. Doch erst nach dem dritten Anruf nahm Gabi ab:,,Na hast du es dir anders überlegt?" ,,Sag mal hast du sie noch alle!!! Was zur Hölle hast du ihr da gegeben?!", schrie er sofort in den Hörer. ,,Ich wollte dir jediglich vermitteln, dass die Zeit zum Nachdenken langsam abläuft. Offenbar ist meine Botschaft gut angekommen". Der Krankenschwester gefiel es ihn weiter zu provozieren, deshalb hatte sie ihn auch noch ein wenig am Telefon zappeln lassen. Mit einem fiesen Grinsen im Gesicht hörte sie sich seine Worte an.,,Tickst du noch ganz richtig?! Was geht in deinem kranken Kopf vor?!" Keine Antwort. Gabi wollte lieber noch ein wenig zuhören, was er zu sagen hatte.,,Was willst du eigentlich?!" Wieder keine Antwort und Marc war so richtig in Fahrt:,,Könntest du auch verdammt nochmal antworten?! Auf was willst du hinaus?! Rache?! Gabi du weißt genau wie ich, dass du dir das selber eingebrokt hast! Du wusstest immer was ich von dem ganzem Mist halte! Ich und vor allem Gretchen haben damit nichts am Hut! Also halte dich einfach aus UNSEREM Leben raus!!!!" Gabi lachte sich am anderen Ende fast ins Fäustchen. So in Rage wie Marc war, schien sie offenbar den richtigen Nerv getroffen zu haben. ,,ANTWORTE ENDLICH!!!", schrie er jetzt noch lauter. ,,Ist ja rührend wie du dich um sie sorgst. Eigentlich schade, dass deine Geliebte so oder so Schmerzen erleiden wird. Findest du nicht auch?" ,,Hast du mir überhaupt zugehört???!!!" ,,Ich frag mich bloß was die arme, hilflose Grechten wohl sagen wird, wenn du dich von ihr trennst?", fragte Gabi weiterhin und wollte eine Entscheidung aus ihm rauszwingen. ,,Hast du sie noch alle?! Den Teufel werd ich tun!", schrie er entsetzt. ,,Jammerschade, dabei dachte ich ihr Wohl liegt dir am Herzen?" Diesmal war Marc es der schwieg. Gabi fuhr derweil fort:,,Falls du dich doch umentscheiden solltest, du weißt wo du mich findest. Und denk daran: Ich werde jeden deiner Schritte und die deiner "Göttergattin" beobachten. Ob du willst, oder nicht!" ,,Achja und wie willst du das anstellen wenn du wieder arbeiten musst? Das wärs dann wohl mit Sherlock Holmes!" ,,Keine Angst, dafür habe ich vorgesorgt". Daraufhin beendete die Krankenschwester das Gespräch.

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Ann Offline

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14.07.2009 00:07
#230 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Für Marc stand fest, dass er etwas ändern musste. Denn er konnte Gabi ja nicht einfach gewähren lassen. Nach der Arbeit holte er Gretchen erst einmal wieder ab. Zwar war sie bei seiner Ankunft immer noch im Rauschzustand, jedoch schien sie langsam wieder ruhiger zu werden. ,,Also was hast du ihr gegeben? Ich musste sie daran hindern die halbe Nachbarschaft zur Party einzuladen!", fragte Jürgen geschockt von den letzten Stunden. Marc überlegte kurz, ob er sich seinem Vater vielleicht anvertrauen sollte, entschied sich aber dagegen. Denn er war sich unsicher, wie er reagieren würde. ,,Irgendjemand muss ihr was untergejubelt haben", antwortete er dann, was noch nichteinmal gelogen war. Als Marc schließlich mit seiner Freundin im Auto saß, schwieg Gretchen nur noch. Ein Zeichen dafür, dass die Wirkung langsam nachließ. Er sah nocheinmal zu ihr herüber, als er den silbernen BMW vor seiner Wohnung parkte. Er merkte dann, dass sie eingeschlafen war. Vorsichtig nahm er sie aus dem Auto in seine Arme. Wecken wollte er sie nicht, zumal sich das wohl als ziemlich schwierig herausstellen würde. Ob sie dann auch noch in der Lage gewesen wäre alleine zu gehen war ebenfalls die Frage. Mit Mühe aber dennoch erfolgreich kam er im Schlafzimmer seiner Wohnung an. Dort legte er Gretchen sanft in sein Bett und deckte sie noch zu. Eine Weile saß er einfach noch neben der schlafenden Gretchen und beobachtete sie. Sie sah so friedlich aus wenn sie schlief. Unweigerlich huschte ihm dabei ein Grinsen über die Lippen und sanft strich er ihr übers Gesicht. Sollte er ihr das wirklich antun? Ihm kamen solangsam die Zweifel, ob er nicht einfach Gabis Forderung annehmen sollte. Wer wusste zu was die Krankenschwester noch fähig sein würde. Sollte er es wirklich darauf anlegen?

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Ann Offline

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14.07.2009 03:39
#231 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gretchen schlief durch ihren Rauschzustand wie ein Stein. Marc hingegen tat diese Nacht kein Auge zu. Immer wieder und wieder dachte er darüber nach, was besser für Gretchen und ihn wäre. Irgendwann nach Mitternacht wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Es knackte an der Tür. Erst dachte Marc er hätte sich das nur eingebildet. Doch da war das Geräusch schon wieder. Vorsichtig schlich er sich aus seinem Bett und lehnte an der Tür zum Wohnzimmer. Er beschloss abzuwarten was passiert. Noch ein erneutes Knacken. Marc bekam es zusätzlich mit der Angst zu tun. Doch er versuchte ruhig zu bleiben und schnappte sich die nächst beste Vase, die er zu Hand bekam. Jetzt ging die Tür auf. Ein Lichtkegel, der aus dem helleren Treppenhaus kam, vermittelte ihm dies. Der Oberarzt wollte es nicht darauf ankommen lassen. Deshalb öffnete er die angelehnte Schlafzimmertür und rief:,,Ist da jemand?", als wenn er gerade aufgestanden wäre. Marcs Vorhaben schien zu fruchten. Der Einbrecher wurde panisch und verschwand mit einem lauten Türknallen aus seiner Wohnung. Erleichtert atmete er auf und stellte die Vase wieder weg. Im Wohnzimmer machte er dann Licht. Sein erster Blick viel zu Gretchen ins Schlafzimmer zurück. Doch die schlummerte immer noch vor sich hin. Eins wurde ihm klar: So konnte es auf jeden Fall nicht bleiben. Und einer sicheren Entscheidung war er ebenso weit entfernt. Es blieb ihm also nur eine Übergangslösung über, die schnell her musste. Bei allem Zweifel, konnte er sich dennoch denken wer das da gerade war. Zumindest hatte er jetzt eine Antwort bekommen.
Am nächsten Morgen wurde Gretchen mit Kopf- und Muskelschmerzen wach. Sie fasste sich augenblicklich an den Kopf. Da kam auch schon Marc ins Zimmer und begrüßte sie mit einem ,,Morgen" und hokte sich neben ihr Bett. Sie erwiderte dieses kurz und gab ihm einen Kuss. Dann fasste sich sich wieder an den Kopf. Marc grinste sie an:,,Willst du ne Asperin?" Statt einer klaren Antwort, fragte sie:,,Sag mir, dass ich das alles nur geträumt habe." ,,Wenn du mir sagst was", fragte er noch locker. ,,Ich habe nicht wirklich im OP getanzt, oder?" Doch der Oberarzt fing daraufhin nur an zu lachen. Währenddessen versank sein Gretchen in Beschämtheit und lehnte sich im Bett zurück. ,,Oh Gott", murmelte sie nur immer wieder vor sich hin. ,,Willst du was frühstücken?", fragte er währenddessen. ,,Nein, keinen Hunger", erwiderte sie kurz angebunden. ,,Wieso? Ich meine was... oder wer?", fragte sie verzweifelt. Plötzlich wurde Marcs Miene wieder ernst. ,,Das "Was?" kann ich dir beantworten, wenn die Laborergebnisse da sind. Ansonsten keine Ahnung. Aber ich gehe mal davon aus, dass du das nicht freiwillig genommen hast". ,,Natürlich nicht", antwortete sie entsetzt. ,,Vielleicht ein übler Scherz... von irgendwelchen Jugendlichen oder so", versuchte Marc die Sache zu erklären. Doch Gretchen machte die Sache eher stutzig und schlagartig zählte sie eins und eins zusammen.,,Meinst du da macht das jemand bewusst? Also wegen dem Armband und mein Spind ... und jetzt das!" ,,Ich weiß nicht. Mach dir lieber frühstück. Es ist besser wenn du etwas isst.", antwortete er und flüchtete aus der Situation.

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Ann Offline

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14.07.2009 23:49
#232 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Obwohl Gretchen die war, um die man sich Sorgen machen sollte, begann sie allmälich über Marcs Verhalten zu stutzen. Seit Tagen wirkte er nachdenklich und verschlossen. Er trug irgendetwas mit sich rum, da war Gretchen sich sicher. Deswegen stand sie auch auf und wollte ihn zur Rede stellen. Noch tat ihr jeder Schritt beim Gehen weh, durch die Muskelschmerzen, die Nachwirkung der Substanz waren. Dennoch biss sie auf die Zähne und endeckte ihren Freund schließlich in der Küche. ,,Marc, ich hab wirklich keinen Hunger." Vorher in seine Arbeit involviert ließ er plötzlich davon ab, drehte sich um und lehnte sich gegen den Tresen. ,,Was ist los?", fragte sie danach vorsichtig. Statt ihr zu antworten wendete er sich Gretchen zu und meinte:,,Pack dir die wichtigsten Sachen, die du für ein paar Tage oder eine Woche brauchst". ,,Was?! Wieso?!", erwiderte sie und verstand den Zusammenhang nicht. ,,Was soll das? Wieso soll ich Sachen packen ... ich meine aus welchem Grund?" Der Arzt stöhnte nur verzweifelt und meinte:,,Vertrau mir einfach. Wir müssen für ein paar Tage hier raus." Er hielt das für die beste Lösung. Es wäre genug Zeit alternativ Lösungen zu finden, wenn er Gabis Forderung aus dem Weg gehen wollte und er konnte zumindest halbwegs besser seine Freundin in Sicherheit wiegen. Jetzt hoffte er nur, dass Gretchen sich darauf blind einließ. Doch da hatte er weit gefehlt. ,,Vertrauen? Tut mir Leid, aber das fällt mir schwer wenn du dich mir auch nicht anvertraust. Also du willst aus irgendeinem Grund hier weg und verrätst mir nichtmal warum. Du bist seit ein paar Tagen so... komisch. Glaub mir ich merk das auch. Und ich verstehe partout nicht, warum du nicht zu mir kommst und darüber redest. Wie soll ich dir dann jetzt vertrauen." Sowas hatte Marc sich schon gedacht, jedoch hatte er keine Antwort bereit gelegt, was sich jetzt als Fehler herausstellte. Davon erzählen konnte er ihr schlecht. Immerhin ging es um ihre Sicherheit und zweifelsfrei würde Gretchen alles andere als eine Trennung wollen nur wenn es um sie ginge. Eigentlich gab es keinen Ausweg aus der Sache. Das wurde ihm immer deutlicher, aber solange er Zeit herauszögern konnte, hatte er noch die Hoffnung, dass die rettende Idee ihm zugeflogen kommt. Und Hoffnungen starben ja bekanntlich zuletzt.

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Ann Offline

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16.07.2009 01:14
#233 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Marc stand da und schwieg. ,,Marc?!", fragte Gretchen mit energischer und gleichzeitig trauriger Stimme. Denn mitlerweile standen ihr die Tränen in den Augen, weil er sich ihr einfach nicht anvertraute. Der Arzt überlegte mitlerweile, was er ihr sagen könnte. Eigentlich hatte er nicht vor sie anzulügen, deswegen fiel es ihm auch schwer zu antworten. Also blieb er zumindest bei der wesentlichen Wahrheit. Er antwortete, als Gretchen ihn gerade wieder dazu auffordern wollte:,,Gut du hast Recht, ich hab verdammt nochmal Angst um deine Sicherheit!" Dabei schwang mehr Wut und Verzweiflung mit als er es wollte. Eben das, was er gegenüber Gabi hatte. Daraufhin ging Gretchen auf ihn zu, schlang ihre Arme um ihn und zwang ihn somit dazu ihr in die Augen zu sehen. ,,Danke", sagte sie nachdem sie sich eine Weile Blickkontakt hergestellt hatten. In dem Moment war sie froh, dass er ihr das offen gesagt hatte. Bis jetzt hatte sie ja immerhin noch nicht viel von ihm erfahren. Sie hatte immer noch keine Erklärung dafür, warum er Gabi überhaupt heiraten wollte, obwohl er sie gar nicht liebte. Und gerade deswegen war sie froh, dass er zumindest langsam einen Anfang damit machte. Schließlich fügte sie noch hinzu:,,Aber du brauchst dir wirklich keine Sorgen machen. Ich meine vielleicht hast du auch Recht und es war wirklich nur ein ziemlich übler Scherz oder ...". Sie unterbrach ihren Satz, weil Marc ihren Kopf zwischen seine Hände nahm und sie einfach küsste. Der Kuss war sehr innig und beide pakte die Leidenschaft. Dennoch löste Marc sich kurz von ihr und fragte erwartungsvoll:,,Tust du mir trotzdem den Gefallen?" ,,Wo willst du denn hin?", fragte sie resigniert. ,,Ich dachte eigentlich nur an ein Hotel. Wollen ja auch nichts überstürzen", grinste er sie zufrieden an. ,,Wenns sein muss", gab sie sich dann geschlagen. Er gab ihr daraufhin einen langen, leidenschaftlichen Kuss, der sein Ende im Schlafzimmer fand.

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Ann Offline

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16.07.2009 03:22
#234 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Kapitel 31

Zwei Tage später kündigte der Professor eine Versammlung in der Mittagspause an. Gretchen und Marc hatten mitlerweile vorübergehend ein Hotelzimmer in Berlin Mitte bezogen. Außerdem hatte Marc seine Assistenzärztin gebeten während der Arbeit auf ihre Gesundheit und Wertgegenstände zu achten. Ihre Tasche sollte sie ebenfalls im Spind wegschließen. Gabi war das Ganze natürlich nicht entgangen. Im ersten Moment hatte sie sich noch fürchterlich geärgert, aber so schnell wollte sie auch wieder nicht aufgeben. Deswegen hatte sie statt auszuflippen sich etwas Neues ausgedacht und gleichzeitig das Alte beibehalten. Und heute war letzteres zuerst an der Reihe. Da die Schwester nun auch die letzten Tage wieder mit Beobachtungen verbracht hatte, konnte sie es sich nicht mehr leisten sich ständig zu verkleiden. Das wäre auf Dauer zu auffällig, zumal Marc ja wusste, dass sie hinter der Parücke und der Sonnenbrille steckte. Deswegen kam auch sie heute zu der Versammlung in der Cafeteria.
Als Gretchen und Marc zusammen den öffentlichen Pausenraum des Krankenhauses betraten, waren sämtliche Angestellte bereits versammelt. Die beiden setzten sich dann an einen freien Tisch weiter hinten und beobachteten das Geschehen, bis der Professor zur Ruhe rief.,,Meine lieben Kollegen und Kolleginnen. Ich habe heute zwei glückliche Ansagen in Bezug auf das Personal zu machen. Zum einen erwarten wir eine Rückkehr. Sie war lange Zeit wegen privater Probleme in Urlaub getreten, aber nun freuen wir uns, dass sie ihren Dienst wieder antreten kann. Stehen Sie bitte einmal auf, Schwester Gabi." Bei dem Wort Gabi erschrak Gretchen und wandete ihren Blick unruhig durch den Raum. Marc währenddessen lief ein Schauer eiskalt den Rücken herrunter. Nun arbeitete diese Verrückte nun auch noch wieder. Zudem spürte er die Blicke der anderen Mitarbeiter auf sich, als sie kurz für die stehende Gabi applaudierten. Die Rückkehrerin hatte nur zwei Personen im Visier. Sie begutachtete die Reaktion der beiden Ärzte in der hinteren Ecke. Dabei entstand ungewollter Blickkontakt zu der blond gelockten Assistenzärztin. Eisern blitzte Gabi zu ihr herrüber. Ihr Blick hinterließ seine Spuren. Denn die Zielperson wandte sich mit einem bangendem Gesichtsausdruck ihrem Gegenüber zu, während die Krankenschwester sich mit einem hinterhältigen Grinsen wieder auf ihren Stuhl niederließ.

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Ann Offline

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17.07.2009 01:51
#235 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gabi ist wieder da! Oh Gott, ich kann mich noch an den Zettel erinnern. Was ist wenn sie wirklich so verzweifelt ist? Wenn sie wirklich etwas geplant hat?
Marc wirkt überhaupt nicht überrascht. Wusste er das etwa? Kann er ja gar nicht, oder? Vielleicht war er deshalb so abweisend. Aber wenn es um Gabi ginge hätte ich das doch gemerkt!
Sie hat schon wieder so ein komisches Grinsen auf dem Gesicht, dem man nicht trauen sollte. Und wieso starrt sie hier so rüber? In ihrem Blick ist irgendwie soviel Hass und Wut. Fast zum einschüchtern.


,,Am besten du beachtest sie nicht weiter", flüsterte Marc ihr zu, als er den Augenkontakt sah. Gretchen folgte seinem Ratschlag. Sie versuchte ihre vorherigen Gedanken zu verdrängen und widmete sich ihrem Vater zu, der seine Ansprache weitergehalten hatte. ,,[...] Es freut mich einen neuen Assistenzarzt in der Chirugie begrüßen zu dürfen." Jetzt spitzten sich auch Marcs Ohren.,,Dr. Andreas Roth aus Leipzig. Kommen Sie bitte doch einmal zu mir nach vorne." Marc fehlte in dem Moment jegliche Sprache. Er blickte einmal zu Gabi herüber und dann wusste er, was sie letztens gemeint hatte. Diese Frau ließ sich so einfach nicht mehr austricksen. Als er wieder nach vorne sah, stand dort ein junger, dunkelblonder Mann neben dem Professor, dessen Hand er gerade schüttelte. ,,Wir freuen uns Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Dr. Roth wird ab morgen zum Team von Dr. Meier und meiner Tochter hinzustoßen. Bis dahin bitte ich Sie, Dr. Meier, ihre neue Assistenz heute ein wenig herumzuführen. Das wäre es dann auch meinerseits", beendete der Professor die Sitzung in der Cafeteria. Die Angestellten des Elisabethkrankenhauses verließen nach und nach dann auch den Raum in Richtung ihrer Arbeitsplätze, nur Gretchen und Marc saßen noch an ihrem Tisch, als der Neue auf sie zukam.

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Ann Offline

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17.07.2009 04:22
#236 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Vor dem Tisch blieb er stehen und reichte zuerst Gretchen die Hand.,,Sie müssen Dr. Haase sein, richtig?" Gretchen nickte und schüttelte ihm kurz die Hand. Dann hielt die neue Assistenz Marc seine Hand hin.,,Dann sind Sie Dr.Meier?" Doch anstatt ihm zu antworten stand der Oberarzt auf und forderte:,,Mitkommen!" Dann ging er im eilen Schritt voraus. Nun stand auch Gretchen vom Tisch auf, warf dem Neuen einen kurzen Blick zu, und lief dann zu Marc. Als sie ihn endlich erreicht hatte, da er ziemlichen Vorsprung gehabt hatte, wandte sie sich ihm zu:,,Marc! Was soll das? Er ist neu hier. Gib ihm eine Chance!" Marc wusste mal wieder nicht was er darauf sagen sollte. Mitlerweile ärgerte ihn das mehr, als er zugeben wollte. Trotzdem blieb er dabei die komplette Wahrheit für sich zu behalten.,,Ich bemüh mich. Zufrieden?" Dabei klang er ziemlich gereizt, was Gretchen umso stutziger machte. Sie verstand sein Problem einfach nicht.
Die beiden hatten gar nicht gemerkt, dass Dr. Roth nur knapp hinter ihnen war und somit jedes Wort verstanden hatte. Nachdem Marc ihm dann mit Gretchen im Schlepptau missmutig die Räumlichkeiten gezeigt hatte, wagte es der Assistenzarzt zu fragen:,,Schön ist es hier. Da lohnt es sich ja jeden Morgen arbeiten zu gehen. Haben Sie noch Lust auf einen Kaffee?" ,,Ich muss arbeiten", antworte Marc nur knapp. ,,Ach kommen Sie für ein paar ..." ,,Ich hab nein gesagt", unterbrach der Oberarzt ihn. ,,Gut, dann sehen wir uns morgen auf der Arbeit. Schönen Tag noch, Herr Doktor!" Doch der zog es vor nicht zu antworten, bis Gretchen ihn kurz anstubbste und ihm deutliche Anzeichen gab, dass er sich doch verabschieden sollte. ,,Tschüss", sagte er dann wenig überzeugend. ,,Gehts auch ein bisschen freundlicher?", fragte sie ihn dann, als er Richtung Fahrstuhl ging. ,,Muss ihm ja nicht gleich an den Hals springen", antwortete er immer noch schlecht gelaunt und wartete auf den Lift. ,,Ich weiß wirklich nicht wo dein Problem liegt. Er war keine Minute hier und du konntest ihn nicht leiden. Was hat er dir getan?" ,,Ich hab kein Problem mit ihm", antwortete er und stieg in den Aufzug. ,,Oja das seh ich!" ,,Wenn du ihn so toll findest, warum bist du dann nicht mit ihm einen Kaffee trinken gegangen?" ,,Vielleicht mach ich das auch einfach". ,,Bitte?" Marc sah Gretchen entsetzt an. ,,Ja er schien ganz nett zu sein, was du ja nicht erkannt hast", setzte sie fort. ,,Das ist jetzt nicht dein ernst. Du kennst den doch überhaupt nicht!" ,,Ebendrum ja". Der Oberarzt konnte einfach nicht verstehen, warum seine Freundin es immer mit allen so gut meinen musste, vor allem weil dieser neue Assistent alles andere als gut war. Irgendwie musste er das ihr wieder ausreden.

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17.07.2009 21:56
#237 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Aber so wirklich wollten ihm keine Argumente einfallen, so dass im Aufzug peinliche Stille herrschte. Schließlich atmete Gretchen einmal durch und brach das Schweigen:,,Ich will doch nur einen Kaffee mit ihm trinken, um ihm den Einstieg hier zu erleichtern." Marc sah daraufhin in ihren verständnisvollen Blick. Sie konnte am wenigstens für diese Situation, deshalb gab er dann mürrisch nach.,,Okay. Wenn es sein muss ...", nuschelte er und fügte dann hinzu:,,Aber nur wenn ich den nächsten Kaffee kriege." Gretchen musste daraufhin grinsen.,,Eifersüchtig?" ,,Ich..äh..nein?!". Für sie klang das jedoch wenig überzeugend. ,,Warum gibts du es nicht einfach zu?", fragte sie immer noch mit einem Grinsen auf dem Gesicht. ,,Gut wenn der Kerl auch nur eine blöde Frage stellt, dann kriegt er es mit mir zutun." Marc wollte Gretchen damit vorwarnen, nicht weil er befürchtete, dass er sich an sie ranmachen würde, aber falls er blöde Fragen stellte. Er konnte sich vorstellen, dass Gabi ihn direkt darauf angesetzt hatte sie nicht nur auszuspionieren, sondern bei Gelegenheit auch auszuquetschen. ,,Alles klar, Herr Doktor", antwortete sie. Sie gab ihm noch einen kurzen Kuss und als die Fahrstuhltüren sich öffneten ging sie in den Gang hinaus, woraufhin Marc ihr folgte.
Am nächsten Morgen war der neue Assistent überpünktlich im Stationszimmer erschienen. Auch seine folgende Arbeit erledigte Dr. Roth recht passabel. Auffällig war, dass er ständig Block und Stift dabei hatte und nur am schreiben war. Selbst nach den OPs war sein erster Griff zu seinen Schreibutensilien. In der Mittagspause lud Gretchen ihn dann zum Kaffee ein. Der Neue war zwar überrascht, aber ihn freute diese Gelegenheit umso mehr.

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20.07.2009 01:55
#238 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Das Gespräch in der Cafeteria verlief anfangs recht ordentlich. Dr. Roth schien sich wirklich für das Krankenhaus zu interessieren und fragte auch dementsprechend viel. Irgendwann kam es dann zu einem unangenehmen Punkt. ,,Und sie und Dr. Meier?" , war seine Frage. ,,Äh...wie meinen Sie das?". ,,Also ich hab von Ihrer privaten Beziehung gehört". Gretchen wusste immer noch nicht worauf er hinaus wollte. Deswegen fragte sie auch nur:,,Ja... und?" ,,Naja ist es da nicht manchmal schwierig wegen der Arbeit. Ich meine, weil sie stehen sich ja dann auch während de.-", doch er wurde von Gretchen unterbrochen:,,Glauben Sie mir ich kann Berufliches und Privates sehr gut auseinander halten oder bezweifeln Sie das?", antwortete sie selbstsicher. Aber auch das hatte nicht ihren gewünschten Erfolg gebracht, denn der Assistenarzt zweifelte:,,Also nunja.-". Gretchen unterbrach ihn wieder entsetzt:,,Bitte?" Dr. Roth merkte schnell, dass dies ein unkluger Schachzug gewesen war. Deshalb schwieg er dann auch. Gretchen hingegen erschien der Neue nach anfänglich guten Gespräch nun ziemlich unverschämt. Sie zog es dann auch vor die Cafeteria zu verlassen. Also stand sie auf, entschuldigte sich gezwungener Maßen und ging dann ins Stationszimmer der Chirugie. Dort verbrachte sie dann ihre restliche Pause mit Schwester Sabine. Dabei teilte Gretchen der Krankenschwester auch gleich ihre Begegnung mit dem Neuen mit, wobei sie hauptsächlich von seiner Unverschämtheit sprach. Sabine meinte dann:,,Der kommt mir sowieso ... seltsam vor. Gestern zum Beispiel." ,,Wieso? Was war denn da?" ,,Er ist den ganzen Tag durch das Krankenhaus geschlichen. Selbst nach ihrer Rundführung war er noch lange hier. Habe ihn meisten kurz nach Ihnen immer hier hergehen sehen." Auch Gretchen wunderte sich und vor allem ärgerte sie sich, dass Marc in gewisser Weise doch Recht behalten hatte.

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20.07.2009 03:47
#239 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Der Oberarzt stand schon eine Weile hinter der Ecke vorm Stationszimmer und hörte sich das Gespräch der Frauen an. Er hatte also Recht mit seiner Vermutung gegenüber dem Assistenzarzt in Bezug auf Gabi gehabt. Ihm kam wieder Gabis letzter Satz aus dem Telefongespräch in den Sinn. ,,Keine Angst, dafür habe ich vorgesorgt", hatte sie damals gesagt. Und wenn er sich recht besinnte hatte der Professor nicht damals auch gesagt, dass Gabi bei ihren Eltern in Leipzig untergekommen ist? Da war es ja reiner Zufall, dass Dr. Roth aus derselben Stadt kam. Sein Verdacht war also bestätigt. Das hieß für ihn jedoch, dass sich die Schlinge um seinen Hals immer weiter zuzog und er noch mehr Acht geben musste.
Als Gretchen und Marc am Abend in ihr kleines Apartment kamen führte ihr erster Weg nach dem stressigen Tag knutschend ins Schlafzimmer. Nachdem sie miteinander geschlafen hatten lagen sie sich erschöpft in den Armen. So kam es, dass Gretchen irgendwann übermüdet einschlief. Marc jedoch wollte sich noch ein Bier gönnen, um bei seiner Entscheidung weiterzukommen. Denn er merkte, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb und wenn es eine Alternativlösung gab musste sie schnell her! Er ahnte gar nicht wie Recht er damit haben sollte. Also schaltete er die Nachttischlampe an, um sich wenigstens seine Boxershorts überzuziehen. Doch als er die Lampe wieder ausschalten wollte, fiel ihm ein Zettel auf dem Nachttisch auf. Sofort griff er nach dem Zettel. Durch das Licht bemerkte er, dass auf der Rückseite etwas geschrieben stand. Schnell drehte Marc das Blatt Papier um und las:

Netter Versuch, aber weit gefehlt.
Du kannst mir nicht aus dem Weg gehen.
Und glaub mir falls du es auf ein nächstes Mal anlegen willst, diesmal kommt sie nicht so glimpflich davon!
Wenn du sie schützen willst, solltest du dich mit deiner Entscheidung beeilen. Unheil kommt schneller als man denkt ...

Gabi

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20.07.2009 20:23
#240 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Mit dem Zettel in der Hand ging er dann in das große Zimmer des Apartments, wo sich auch die Küche befand. Er schaltete Licht an und war noch immer in die Worte vor ihm vertieft. Bis eine Stimme ihn aufblicken ließ. ,,Ah! Wie ich sehe hast du meine Botschaft endeckt! Sehr schön. Na hast dus dir nochmal überlegt?" Marc sah die Krankenschwester schockiert an. Da ihn in dem Moment Sorgen um Gretchen beschlichen sah er nocheinmal zurück zum Schlafzimmer. Darauf bekam er dann aber auch prompt eine Antwort.,,Keine Angst. NOCH ist sie sicher. Aber nicht mehr lange wenn du dich weiter so anstellst und meinst mit einem Ortswechsel könntest du irgendwas ändern." ,,Wie bist du hier reingekommen?!", fragte er immer noch schockiert. ,,Weißt du dein Versuch hier dem aus dem Weg zu gehen war schon niedlich, aber glaub nicht, dass mich sowas aufhalten könnte. Da kann nicht mal Gott dich mehr vor bewahren. Und nun sag schon. Was ist deine Meinung zu meiner Botschaft?" Marc legte daraufhin ein fieses Grinsen auf und zerknüllte das Blatt Papier, bevor es als Knüll zu Boden fiel. ,,Hmm...verstehe. Weißt du Marc eigentlich solltest du mir dankbar sein. Schließlich geb ich dir genug Zeit dich zu entscheiden. Ich hätte währenddessen schon ganz andere Dinge tun können. Wenn ich dann einmal angefangen habe, höre ich nicht mehr auf. Jetzt hast du noch die freie Hand. Aber eigentlich erwarte ich solangsam eine endgültiges Resultat. Das heißt hier und heute. Falls es bei eben bleibt ...", sie unterbrach ihren Satz kurz und holte ein Messer aus ihrer Tasche. Daraufhin begann sie über die Schläfe zu streichen und fuhr fort:,,...könnte ich ihr ja mal nachts einen Besuch abstatten". Die Krankenschwester schaute von ihrem Messer auf in Marcs mitlerweile ängstliches Gesicht. Der war von der Vorstellung so geschockt, dass er nichtmal antwortete.

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23.07.2009 00:44
#241 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Oh du überlegst. Auf einmal ist der andere Weg wesentlich leichter, oder? Du trennst dich von ihr, statt ihren Qualen zuzuschauen. Du musst dich nicht mehr mit Erklärungen rumschlagen und hey du kannst dein altes Leben wieder aufgreifen. Schöne Vorstellung, nicht?" Wieder schaute sie für einen Moment in seine Miene. So selten wie man es sah hatte er die Angst in sein Gesicht geschrieben. Dann setzte Gabi wieder fort:,,Ich sehe schon. Da liegt das Problem. Du würdest alles tun um sie schützen zu wollen, hab ich Recht?" Sein Schweigen deutete sie als ja. Augenblicklich setzte sie wieder ihr fieses Grinsen auf, denn alles lief nach Plan. ,,Und du würdest für sie zurückstecken", jetzt fragte Gabi nicht mehr, sondern stellte fest:,,Dann würdest du auch wegen ihrem Wohl auf deine Zuneigung zu ihr verzichten wollen, nehme ich mal an." Wieder eine Pause, bevor sie fortfuhr:,,Kurz gesagt... du liebst sie. Aber da frage ich mich, ob sie dich lieben kann, wenn sie erfährt, dass ihr Geliebter lieber an sich selbst denkt, statt seiner Freundin ein qualloses Leben zu gönnen?" Marcs Blick ging automatisch zu Boden. So hatte er das noch nie gesehen. Und dann drehte er den Kopf nocheinmal ins Schlafzimmer zurück. So ungerne Marc es zugab Gabi hatte Recht. Es gab keinen Ausweg mehr. Er konnte Gretchen kaum ein Leben auf Qual oder Flucht zumuten. Da wäre es besser wenn sie ihren eigenen Weg finden würde und vielleicht irgendwann den richtigen findet, der ihre Erwartungen besser erfüllen kann als er selbst. Für ihn gab es nur eine gute Sache an der Situation. So sehr ihn das auch treffen wird, er würde darüber hinwegkommen. Und irgendwann sie ganz vergessen. Das war das Gute wenn man ein Mensch und besonders Marc Meier war. Zumindest war das seine feste Überzeugung. Wenn er seine Gedanken kurz zurückverfolgte merkte er, dass er sich unbewusst eigentlich schon entschieden hatte. Nur aussprechen wollte er es nicht. Das wäre in dem Moment selbst von ihm zu viel verlangt. Nun herrschte also lange Zeit Schweigen.

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23.07.2009 04:44
#242 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Einerseits war da Gabi, die ihren Sieg schon feierte, aber nur auf die enscheidenenden Worte wartete. Anderseits war da Marc, der dem ganzen kurzen Prozess machen konnte, aber es nicht wollte. Und am meisten tragte wohl Gretchen dazu bei, obwohl sie seelenruhig in dem Hotelbett schlief.
Nach zwanzig Minuten des Schweigens in denen Marc seinen Blick nicht einmal von seiner Freundin genommen hatte, wurde es Gabi zu viel. Sie wurde ungeduldig und wollte ihren Triumpf endlich auch äußerlich feiern. Deswegen setzte sie zu einer kleinen Prvokation an. Sie stand auf, immer noch mit dem Messer in der Hand und begab sich langsam und zielsicher Richtung Schlafzimmer. Marc bemerkte sie erst, als sie sein Blickfeld erreichte. Sofort wachte er aus seinen Gedanken auf und stürmte auf sie zu.,,Pack das Ding weg!", schrie er etwas zu laut. Aber bevor er die Krankenschwester packen konnte hielt diese ihm drohend das Messer hin. ,,Halt die Klappe!", gab sie im Flüsterton zurück. In dem Moment drehte Gretchen sich in ihrem Bett einmal rum.,,Wenn sie aufwacht ist sie schneller dran als du denkst!" Marc trat ein paar Schritte wieder zurück. ,,Gut so. Ich nehme an das war deine Wahl?!", fragte Gabi energisch. Statt klar zu antworten fragte er nur leise:,,Bis wann?" Nun hatte die Krankenschwester ihr Ziel endlich erreicht. Sie setzte das Messer ab und steckte es zurück. Danach konnte sie ihr Grinsen nicht mehr zurückhalten und gab ihm freudig zurück:,,Mir wäre es ja lieber gleich morgen, aber ich will mal nicht so sein. Ich geb dir drei Tage! Achja und bevor ich es vergesse: Ich bekomme mit, falls du ihr nur ein Sterbenswörtchen sagst. Wie ich sehe hat deine Freundin ja auch schon mit meinem Cousin gemacht." Als Gabi weiter erzählen wollte meine Marc nur noch:,,Hau einfach ab! Ich bin froh wenn ich dich nie mehr wiedersehen muss!" Gabi wagte einen erneuten Blick in sein Gesicht. Diese Angst war fast verflogen. Vielmehr hatten sie sich mit Trauer und Verzweiflung gemischt. Wenn sie sich nicht irrte glänzten seine Augen leicht. Etwas, dass sie von Dr. Meier nie kannte und sich so sehr gewünscht hatte. Für einen kurzen Moment war sie wieder erweicht und die Sehnsucht packte sie. Aber im nächsten Moment verwarf sie das wieder und verließ das Hotelzimmer kommentarlos.

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23.07.2009 22:40
#243 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Marc wollte das eben nicht weiter vertiefen. Das würde zu Dingen führen, die er selbst kaum kennt. Deswegen ging er zügig zurück ins Schlafzimmer und legte sich in das Bett. Neben sich hatte er immer noch die schlafende Gretchen. Plötzlich beschlich ihn doch das Gefühl, dass er eigentlich gerade vergessen wollte. Diese Frau hatte ihn zu etwas gemacht, dass er von sich selbst nie gedacht hätte. Ihre gemeinsamen Zeiten hatte er mehr als nur genossen und da bereute er es, warum er sowas eigentlich nie gesagt hatte. Warum hatte er nie ausgesprochen, was er fühlte? Ihm kam es vor als wenn er zum Bahnsteig kam und sein letzter Zug vor Stunden schon abgefahren war. Jetzt war es dafür sowieso zu spät. Umsetzten konnte er die Erkenntnis nicht mehr. Denn dann würde er alles nur noch schlimmer machen. So schwor er sich zumindest die letzten Tage mit ihr zu genießen, so schwer es ihm auch fallen würde. Dann drehte er seinen Kopf wieder zu ihr und rückte näher zu ihr heran. Schließlich schmiegte er sich nah an sie und legte sanft seine Hand an ihre Taille. Für den Moment genoss er einfach alles an ihr. Die Nähe, ihren Geruch, die Wärme, einfach alles was er aufgeben musste. Damit die Trauer ihn nicht nocheinmal einholen konnten, redete er sich einfach immer wieder ein, dass es das Beste für sie wäre. Mit dem Gedanken schlief er nach Stunden endlich ein. Jedoch hatte er einen ziemlich unruhigen Schlaf. Immer wieder wachte er auf und es war das erste Mal in seinem Leben, dass er Angst dabei verspürte. In seinen Träumen war da immer wieder Gabi mit dem Messer in der Hand und wie sie Gretchen nachts belauschte. Wie sie um ihr Bett rumlungerte und schließlich mit dem Messer in der Hand immer näher an die Ärztin herantrat. ,,Nein, nein, nein!" rief er dabei immer in angemessener Lautstärke. Schweiß lief ihm über die Stirn und sein Atem beschleunigte sich.

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24.07.2009 05:02
#244 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Plötzlich bemerkte er zum dritten Mal in dieser Nacht das weiche Kissen an seiner linken Gesichtshälfte. Vorsichtig öffnete er die Augen und sah in die wilde, blonde Lockenmähne seiner Freundin. Als er die zunehmende Helligkeit in dem Raum bemerkte wusste er, dass Schlaf keinen Sinn mehr hatte. Also nahm er die Hand von ihrer Taille und wich ein Stück zurück. Dann richtete er sich auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er vergrub daraufhin sein Gesicht in seinen Händen und dachte angestrengt nach. Diese Alpträume ließen ihn nur noch klarer mit seiner Entscheidung für den richtigen Weg werden. Langsam blickte er wieder auf und sah auf die leuchtenen Zahlen des Weckers auf dem Nachttisch. 6:37 Uhr war es bereits. Noch ein Grund aufzustehen. Also quälte er sich gezwungener Maßen aus dem Bett und streckte sich einmal. Er überlegte danach kurz, ob es sich lohnen würde den Anruf jetzt schon zu tätigen. Da aber so oder so jemand in der Klinik war, beschloss er jetzt schon anzurufen. Also ging er zum Telefon und wählte die Nummer des Elisabethkrankenhauses. Es dauerte zwar länger bis eine Schwester abnahm, aber Marc schhaffte es nach langer Diskussion schließlich, dass er und Gretchen drei Tage frei bekamen. Drei Tage waren es also, die beide noch hatten. Drei Tage, die er auf keinen Fall verschwenden wollte. Drei Tage, in denen er sich die richtigen Worte für das Unbegreifliche überlegen sollte. Aus seinen Gedanken wurde er gerissen, als plötzlich das Geräusch des klingelden Weckers ertönte. Es war sieben Uhr und die Ärzte mussten eigentlich zu dieser Zeit aufstehen. Marc hatte in seinem Vorhaben ganz vergessen den Wecker auszustellen, so dass Gretchen nun unnötig wach wurde. Er ging dann schnell ins Schlafzimmer und stellte den Alarm aus. Doch zu spät, denn Gretchen wurde langsam wach.

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26.07.2009 01:21
#245 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Sie gähnte und rieb sich nocheinmal die Augen, bevor sie ihren Freund mit einem:"Morgen" begrüßte. Daraufhin setzte Marc sich zu ihr auf Bett, strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und meinte:,,Schlaf weiter!" Gretchen sah ihn daraufhin entsetzt an. ,,Was ist m.-", wollte sie verschlafen fragen, doch Marc legte ihr den Finger auf die Lippen und sagte:,,Erklär ich dir später. Jetzt leg dich hin und schlaf." Mit leichter Skepsis legte Gretchen den Kopf wieder auf ihr Kissen und schlief schnell ein. Marc plante derweil die nächsten Tage. Sollte er sie eher darauf vorbereiten, oder die letzten Tage unvergesslich machen? Er wusste selber nicht was er überhaupt wollte. Weh tun müsste er ihr auf jeden Fall. Die Frage war nur, ob er es ihr irgendwie leichter machen würde, wenn er abweisend reagierte. Aber dafür hätte er sich und ihr nicht frei nehmen müssen. Also musste er die Stunden irgendwie spektakulär gestalten, oder sollte er einfach alles wie immer lassen? Der Oberarzt wusste einfach nicht mehr was er tun sollte. Die einfachsten Entscheidungen fielen ihm sichtlich schwer. Er beschloss sie dann einfach zu fragen, was sie am liebsten in den 3 Tagen machen würde. Er hoffte nur, dass sie nicht irgendwie wegfahren würde. Das nähme zu viel Zeit in Anspruch. Kostbare Zeit, die sich später rächen könnte.
,,Frei? Wieso denn das?", fragte Gretchen nachdem Marc ihr den Grund für ihr ausschlafen genannt hatte.,,Naja, ich dachte wir haben mal wieder ein bisschen Zeit für uns und ...", weiter kam er nicht, denn Gretchen gab ihm daraufhin einen langen Kuss. Ein Zeichen dafür, dass weitere Erklärungen unnötig waren. Marc kam das in beiden Hinsichten entgegen. So verbrachten die beiden ihre letzten Tage in ihrem kleinen Apartment.

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27.07.2009 00:10
#246 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Kapitel 32

Liebes Tagebuch,
Heute war wieder einer dieser Tage an denen Marc und ich kein Wort miteinander gesprochen haben.
Immer wenn wir uns in der Klink über den Weg laufen, spüre ich regelrecht seine traurigen Blicke auf meinem Körper... ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll! Eigentlich sollte es mir egal sein. Ich sollte damit abschließen, aber seit nunmehr als 3 Wochen, die wir getrennt sind geht er mir nicht aus dem Kopf! Wieso hat er sich plötzlich getrennt, nach drei Tagen, die wir nur für uns hatten? Habe mir mein Hirn zermatert wieso... kam aber nie auf eine Antwort. Und als ich ihn zur Rechenschaft gezogen habe, konnte er mir nicht antworten, sondern meinte ich sollte es akzeptieren und das vergessen. Komme mir ziemlich hintergangen vor. Was denkt er sich dabei? Ich meine er kann doch nicht so einfach aus heiterem Himmel Schluss machen?
Nächster Heulkrampf kündigt sich gerade wieder an.
Hätte es doch wissen müssen. Marc ist und bleibt beziehungsgestört, wobei wir eigentlich eine schöne Zeit hatten. Rede mir das einfach schön. Es war toll, aber es ist vorbei. Warum auch immer er das beendet hat.
Bei Vergangenheitsform haben sich die Tränen gerade selbstständig gemacht. Hilft doch alles nichts. Muss ihn vergessen. Auch wenn ich die letzten Wochen pausenlose Heulkrämpfe bekommen habe, die mir übriegens mehr nehmen als gedacht. Bin davon dauernd müde. Mal abgesehen davon, dass sich mein Magen jedes Mal umdreht, wenn ich ihn sehe. Benutze absichtlich nur noch die IHN-Form. (Gehört unbedingt in den Duden). Das hat er jetzt davon. Einen Namen muss man sich verdienen.
Gut, der steht hier öfter drin als Bill Gates an Geld hat. Aber ab jetzt ist Schluss damit.
Habe mich nämlich nach langer Zeit mal wieder bei Martin gemeldet. Er war zwar ziemlich erstaunt, hat aber zu einem Treffen nicht Nein gesagt! Okay... mittlerweile waren es schon einige Treffen aber gut.. lassen wir das..
Wir lernen uns zwar immer besser kennen, aber bis jetzt wollte weder er noch ich mehr. Werde alles langsam angehen lassen. Wenn er überhaupt soweit will.
Komme gerade zur schreckichen Erkenntnis, dass mich die letzten Monate kein Stück weiter gebracht haben...
Och menno... ich bin so ein hoffnungsloser Fall!

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27.07.2009 15:08
#247 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gretchen, die in ihrem rosa Zimmer saß, klappte ihr Tagebuch zu. Sie sah auf die Uhr und fragte sich im nächsten Moment, was sie mit dem angebrochenem Tag machen sollte.

Mist! Martin hat heute irgendeinen Termin, wegen seiner Praxis! Kann das also schon mal streichen.
Außerdem kann ich mich mit den aufgequollenen Augen nicht auf der Straße sehen lassen.
Toll heißt also ich muss mich vor meiner Mutter und ihrem komischen Schauspieler ebenfalls fernhalten. Würde mich nicht wundern, wenn es den schon gar nicht mehr gäbe und sie wieder einen neuen hätte. Sie hat da letztens so Andeutungen gemacht. Jedenfalls würde meine Mutter mir dann nur wieder irgendetwas vorhalten, von wegen "Ich wär ja selber Schuld und sollte nicht so wählerisch sein." Die hat gut reden. Die Ehe meienr Eltern läuft schließlich auch den Bach runter.
Das einzige was mir dann wohl noch hilft ist arbeiten. Da kennt mich sowieso jeder mit verweinten Augen. Es fragt schon keiner mehr, weil alle sich ihren Teil denken. "Die mit den rot unterlaufenen Augen, ist das nicht die, die ständig verlassen wird." Da wird nur noch festgestellt.


So fuhr die Assistenzärztin ins Elisabethkrankenhaus, um noch einige Akten durchzuarbeiten, mit denen sie sich ihre Zeit vertreiben könnte.

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28.07.2009 21:05
#248 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Auch Marc saß in seinem Büro und arbeitete. Viel anderes blieb ihm auch nicht übrig. Denn nach der Trennung von Gretchen hatte er einfach viel zu viel Zeit, die er in seine Karriere investierte. So kam es, dass er auch schonmal erst spät in der Nacht nach Hause kam, obwohl er schon seit morgens arbeitete. Nur gab es auch nicht viel, dass ihn mehr reizte. Feiern so wie früher wollte er nicht. Die Zeiten waren für ihn endgültig vorbei. Also blieb ihm nichts anderes über, als sich mit Arbeit zuzuschütten, um nicht freie Zeit zu haben. Denn anfangs hatte er immer Zuhause vor dem Fernseher mit einer Flasche Bier in der Hand gesessen und hatte nicht gewusst wie er die Freizeit nutzen sollte. So kam es, dass er ständig Zeit zum Denken hatte und nur dabei an Gretchen und wie es ihr gerade ging dachte. Ihre Trennung war ziemlich tränenreich abgelaufen, was dem Chirugen nur noch mehr zu schaffen machte. Jedes Mal wenn er ihre nassen Augen sah, wünschte er sich für sie da zu sein, sie in den Arm zu nehmen und zu trösten. Dieses Verlangen der Sehnsucht wurde mit der Zeit immer stärker und war kaum noch auszuhalten. Deswegen beschloss er keine freie Zeit mehr dafür zu haben. Und tatsächlich half ihm das ein wenig über den Verlust hinweg zukommen. Von Gabi hörte Marc nicht mehr viel. Immerhin hatte er ihre Forderung erfüllt, dessen Gedanke ihn ab und zu wütend machte. Aber was hätte er anderes tun sollen? Er musste nunmal leiden dafür, dass sie glücklich werden kann. Dass es so schwer werden würde, hatte er sich im Traum nie ausgemalt. Die Krankenschwester hatte sich bis dato nur einmal bemerkbar gemacht. Er und Gretchen waren allein im Fahrstuhl gewesen, zumindest vorerst. Als er sich schließlich entschieden hatte spontan zu einer Erklärung anzusetzten, stieg auf der nächsten Station wie aus dem Nichts Dr. Roth dazu. Daraufhin war eine Nachricht auf seinem Schreibtisch gewesen, auf der stand:

Nur ein Wort, eine Berührung und sie ist fällig. Vergiss das nicht!
Gabi

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29.07.2009 03:37
#249 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Wie auch immer sie das mitbekommen hatte, der Oberarzt gab es auf seiner Exfreundin hinterherzutrauern. Zumindest half es ihm sich das einzureden. Auch wenn er es nicht zugab beschäftigte ihn der Verlust ihrer Nähe mehr als er sich je hätte vorstellen können. Es war immer etwas das zu fehlen schien. Wie ein verlorenes Puzzelteil, das ihn vollständig machte, aber trotzdem nicht in das Gesamtbild passte oder durfte. Immer wieder verwarf er solche Gedanken und konzentrierte sich auf die Papiere vor ihm. Je länger er sich auf das Konzetrieren besinnte, desto weniger klappte es. Irgendwie musste eine Lösung her. So könnte das einfach nicht weitergehen. Doch seine einzige Antwort war blond gelockt und saß ihm unwissend im Stationszimmer der Chirugie und verlor ihre Gedanken ebenfalls an das Vergangene. So sehr Gretchen die Arbeit beschäftigte und ablenkte, so sehr erinnerte sie die Umgebung an Marc. Immer wieder waren es die gleichen Fragen, die sie sich dabei stellte.

Wieso? WIESO verdammt?! Das muss doch einen Grund haben! Vor allem kann es doch nicht so schwer sein, ihn aus meinem Kopf zu verbannen. Obwohl er mich mein Leben lang so behandelt hat funktioniert es einfach nicht!!! Grrrr....

Man merkte, dass es ihr ähnlich wie ihrem Oberarzt erging. Sie wollte nicht darüber nachdenken, legte deswegen Extraschichten ein und dennoch half im Endeffekt nichts, so dass sich bei Gretchen unweigerlich wieder die Tränen ankündigten. Irgendwann schlief sie dann über ihren Akten ein.

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29.07.2009 06:12
#250 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Mitten in der Nacht wurde sie dann unsanft von der Nachtschwester aus ihrem Schlaf geholt. Müde rieb sie sich die Augen und blickte aus dem Fenster. So einige Stunden hatte sie hier wohl gelegen. "Wie spät ist es?", fragte sie dann die Schwester noch verschlafen."Kurz vor zwei", antwortete diese mit Deutung auf die Uhr an der Wand. Gretchen bedankte und verabschiedete sich daraufhin von der Schwester, um noch ein paar Stunden Zuhause zu schlafen.
Auch Marc beschloss in der Zeit seine Arbeit in der Klinik zu beenden. Schließlich machte es wenig Sinn noch weiter zu arbeiten, wenn seine Gedanken seit Stunden auf einem anderen Weg waren. Also zog er seinen Kittel aus, schnappte sich seine Jacke und machte sich auf den Weg nach unten. Im Fahrstuhl lehnte er sich gegen eine der Metallwände und wartete bis der Lift seine Türen schließen würde. Doch im letzten Moment betrat eine weitere Person den Augzug.

Mein Magen dreht sich gerade wieder um, wo ich ihn sehe!

Ein kurzer Blickkontakt. Beide schwiegen und sahen im nächsten Augenblick in eine andere Richtung, die den Augen des anderen fern schienen. Jeder der Augen im Kopf hatte, hätte die Sehnsucht der beiden nacheinander erkannt. Doch niemand sprach es aus, sodass jediglich das Geräusch des bewegenden Fahrstuhls zu hören war. Bis das Schicksal eingriff. Urplötzlich stockte das Gefährt und es wurde duster in dem kleinen Raum.

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