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Dieses Thema hat 295 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Ann Offline

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Beiträge: 8.697

18.10.2009 01:50
#276 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Ich glaube, dass... es sehr wichtig ist." Noch immer war Gretchen ziemlich unsicher. Sie wusste einfach nicht, wie sie es ihm schonend beibringen sollte. Auch er bemerkte daraufhin ihre ernste Miene, weshalb er nun auch stutzig wurde.,,Okay, dann fang mal an. Was willst du mir denn so wichtiges sagen?" Nervös schnippte sie nun an ihren Fingernägeln und suchte dabei die passenden Worte. Immer wieder überlegte sie und brach ihre Erklärungsversuche nach einem Wort wieder ab. Martin machte mitlerweile ein ähnlich ernstes Gesicht. Je länger sie wartete, desto unruhiger wurde auch er. Nach dem dritten abgebrochenen Versuch, hob er ihr Kinn vorsichtig kurz an, sodass sie ihn wieder ansah. Dann strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und sprach sanft:,,Hey, entspann dich. Was willst du mir denn sagen?"

Ist es nicht doch zu früh? Ich meine, wenn ich ihm das jetzt sage, mache ich alles wieder kaputt.

Wieder blickte sie kurz zu dem erwartunsvollen Tierarzt.

Aber ich glaube, jetzt kann ich ihm sowieso nichts mehr vormachen.

,,Martin... also, es ist so... dass ich..", wieder stockte sie. Diesmal warf er aber das Wort ein.,,Also wenn es darum geht, dass du nicht mehr willst, dann sag es doch!"

Er wird sauer, ich sollte das schnell auflösen.
Aber hat er gerade gesagt, er will mehr? Er will eine Beziehung?

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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Beiträge: 8.697

19.10.2009 03:59
#277 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Augenblicklich breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus.,,Kannst du mir jetzt bitte verraten, warum du so grinst?", fragte er recht aufgebracht. Doch Gretchen setzte zur Gegenfrage an:,,Du meinst es also wirklich ernst?" Sie sagte das in einem freudigen Ton, sodass er sich wieder etwas beruhigte. ,,Natürlich mein ich das ernst. Ich wollte dir doch noch sagen, dass ich dich..." Aber auch dieses Mal wurde er unterbrochen, als Gretchen ihn wiedermals küsste.

Er meint es wirklich ernst! Und ich dachte, dass ich nie wieder einen Mann finde, der...
Moment - er weiß es immer noch nicht!
Oh mein Gott, jetzt wird es erst recht schwierig...


,,Okay ich denke das war eindeutige Zustimmung! Aber was wolltest du mir dann sagen?"

Wie mach ich das jetzt???
Einfach direkt? Wohl kaum, ich hab ihm ja gerade berechtigte Hoffnungen gemacht und dann sol ich das wieder zerstören?

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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Beiträge: 8.697

19.10.2009 22:49
#278 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Ich wollte dir sagen, dass ... also eigentlich hätte ich es dir schon längst sagen müssen... und es tut mir Leid, wenn jetzt wieder alles zerstören muss, aber... also... warum ist das nur so schwer?"
,,Gretchen, komm einfach zum Punkt!", forderte ein besorgter Tierarzt. ,,Ich bin ...schwanger.", doch dabei verschluckte sie das letzte Wort, sodass es kaum hörbar war. ,,Was hast du gesagt?", fragte Martin deshalb. Diesmal sah sie ihm in die Augen, bevor sie den Satz deutlicher wiederholte. Wie zu erwarten verstummte er und schien angestrengt nachzudenken. ,,Aber wir haben doch gestern erst, oder.-?" Er verstummte wieder und überließ Gretchen das Reden.,,Ich bin erst in der 5. Woche. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich noch überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll. Ich weiß es nämlich auch erst seit knapp einer Woche." Mitlerweile kämpfte sie wieder mit den Tränen. Immerhin hatte sie genau so eine Reaktion erwartet. Doch als Martin sah, wie ihr eine Träne die Wange herunterlief, nahm er sie schließlich vorsichtig in den Arm.
Währenddessen wachte Marc zum wiederholten Male in dieser Nacht auf. Erst gegen 3 Uhr morgens war er überhaupt vor seiner Tür von einem Taxifahrer, den ein Wirt organisiert hatte, abgeliefert worden. Dem entsprechend gerädert stand er nun auf. Schlaf fand er in dieser Nacht nicht mehr. Zumal der Versuch noch welchen zu finden auch relativ sinnlos schien. Also ging er mit schnellen Schritten zur Küche, suchte sich eine Asperin und warf sie letztendlich in ein gefülltes Wasserglas. Während er so da saß und immer wieder das Glas ansetzte, erdrückte ihn die Stille fast. Es war bestimmt nicht das erste Mal, dass er Gretchen vermisste. Doch je öfter er in solche Situationen kam, desto mehr stieg sein Verlangen. Vielleicht war ja doch noch nicht alles verloren? Nur ihm blieb die Frage nach der Rettung. Was sollte er tun? Sein Leben lang war er eigentlich nicht nur allein, sondern auch einsam gewesen. Nur Gretchen schien ihn zu erfüllen. Nur egal was er dafür tat, irgendwo endete es doch wieder in Problemen. Marc hatte schlichtweg keine Erfahrungen mit Beziehungen. Und in dem Moment fragte er sich das erste Mal, was Mehdi wohl jetzt tun würde. Selbst das schien ihm mit einem Mal so absurd, dass ihm wohl nichts anderes übrig blieb, als selbst in die Offensive zu gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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Beiträge: 8.697

20.12.2009 16:15
#279 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Eine Weile lagen die beide so da, während Gretchen noch überlegte, ob das jetzt ein gutes oder schlechtes Zeichen war. Auch Martin musste das erst einmal verdauen. Er wägte in Gedanken die Bedeutung der Schwangerschaft ab. Ihm blieb dabei eigentlich nur eine Frage, die ihn hinderte. Nach langer Zeit des Schweigens fragte er angespannt:,,Was ist mit dem Vater?" Nun blieb der Ärztin nichts anderes übrig, als die ihr unangenehmste Frage zu beantworten. Zumindest wollte sie versuchen ihn glaubwürdig zu überzeugen. Vorsichtig löste sie sich von ihm und sah ihn an. Sein Blick war ziemlich ernst, angestrengt und doch etwas ängstlich. Schließlich suchte sie sich eine passende Erklärung zusammen:,, Ich... also wir sind getrennt. Er...", sie schluckte kurz und fuhr dann fort, ,,..wolte keine Kinder." ,,Habt ihr euch deshalb getrennt?" Gretchen überlegte erst gar nicht und nickte entschlossen.

Ich hasse es zu lügen, aber sonst würde er misstrauisch werden. Und das will ich erst recht nicht. Es ist besser, wenn er das glaubt.

Dong. Mit einem Mal war er hellwach. Nein er musste sich verhört haben. Doch da war es wieder. Dong. Dong. Drang es an das Ohr des Oberarztes. Jetzt wurde das Geräusch fordernder. Dong. Dong. Dong. Dong! Plötzlich rief jemand:,,Aufstehen, Herr Doktor!" Als Marc die Stimme erkannte sprang er sofort von dem Sofa auf. ,,Schwester Sabine, sind Sie noch ganz dicht?!?!"
,,Aaaa...ber ich wollte doch nur.- ...die Visite ... sie.-"
,,Nichts aber! Verraten Sie mir lieber warum Sie einen Gong mit sich haben?" Diese Frau wurde auch wirklich immer merkwürdiger.
,,Wobei wenn ich es mir recht überlege, will ich das gar nicht mehr so genau wissen", ergänzte Marc immer noch angenervt. ,,Wo ist Dr. Haase?", fragte er schließlich und verließ sein Büro Richtung Schwesternzimmer. Sabine schnellte ihm unauffällig hinterher.
,,Die Frau Doktor hat sich heute frei genommen."
,,Ach und mit welcher Begründung?" Innerlich kochte er schon wieder.
,,Musste noch privat etwas erledigen."
,,Sabine, spucken Sie es schon aus! Wie ich sie kenne, hat sie wohl doch noch mehr ausgeplaudert."
Das hatte sie allerdings. Aber genauso hatte Gretchen der Schwester nahe gelegt niemandem und vor allem nicht Dr. Meier davon zu berichten. Deswegen stand Sabine nun auch wie bestellt und nicht abgeholt da und schwieg. ,,Na wirds bald!" Jetzt sah ihr Chef sie auch noch durchdringend an.
,,Ja...äh...sie wollte Geschenke besorgen."
"Geschenke?"
"Ein Geschenk." Sie hoffte nur das man ihr nicht zu viel anmerkte."Für ihre Mutter, die bald Geburtstag hat.", fügte sie also noch hinzu.
Marc hatte schnell gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Gerade das machte ihn wütend, da er ihr etwas Wichtiges zu sagen hatte. Seine Wut bekam dann sein Team während der Visite zu spüren.

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Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.

"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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Beiträge: 8.697

04.01.2010 02:19
#280 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gretchen schluckte erneut. Das was sie jetzt vor hatte, war immerhin alles andere als einfach. Deshalb schluckte sie wieder, nicht dass sie vor Aufregung kein Wort herausbekam. Nervös drückte sie die Hand, die sie hielt und immer weiter gerade aus trieb. Immer wieder und wieder ging sie eins nach dem anderen durch. Schließlich sollte alles verständlich klingen. Dazu entschied dieses Gespräch quasi über ihre Zukunft.
Sie spürte, dass es langsam schwerer wurde seine Hand zu halten, da sich Schweiß in ihren Handflächen gebildet hatte. Mit jeder gedachten Zeile wurde dies auch nicht gerade einfacher. Nun erreichte ihre Anspannung einen Zustand, den auch ihre "treibende Kraft" bemerkte. Besorgt drehte er seinen Kopf zu ihr.
,,Bist du etwa nervös?", schelmig grinste Martin sie an.
Doch als er alleine an ihrem Gesichtsausdruck sah, dass sie das alles andere als witzig fand, legte sich sein Grinsen wieder. Stattdessen wirkte er jetzt eher besorgt. Verständlich, wenn man auch nur weiß, dass der Partner einem etwas Wichtiges zu sagen hat und sich dafür extra frei nimmt.
,,Nein, alles...Bestens", log Gretchen und konnte sich glatt dafür wieder ohrfeigen. Nach dem gestrigen Abend hatte sie nämlich das genaue Gegenteil beschlossen: Sie wollte nicht mehr lügen!
Deshalb ließ die Ärztin sich jetzt auch wie ein feiges Huhn von ihrem ,,Bauern" über den Kiesweg am Wannsee ziehen. Um ihren neuen Entschluss dann auch in die Tat umzusetzen, ergänzte sie schnell:,,Schön, ich bin nervös."
,,Wieso, was hast du schon zu verlieren?"

Was für eine Frage! Ihn natürlich. Wer weiß, ob er nach der Marc Meier Geschichte immer noch so gelassen fragt. Oder war das jetzt eher so ein "Egal-was-es-ist-ich-bleib-bei-dir-Versprechen?!

Denn ihre neugewonnene Intention kam nicht von ohne.
Gestern Abend war einfach alles perfekt gewesen. Zwar wusste Gretchen, dass ein entscheidender Punkt fehlte, aber immerhin konnte man ja noch verdrängen.
Wichtig war nur, dass Martin sie wirklich liebte. Nachdem sie ihn am Abend noch unterbrochen hatte, so hatte sie sein Liebesgeständnis am Morgen umso mehr bewegt. Denn als Gretchen ihm kurz von ihrem Exfreund berichtet hatte, bekam sie das, was sie an Marc so sehr vermisst hatte. Martin hatte sich ihr offentbart, von seinen Zweifeln und Ängsten in Bezug auf ein Kind von einem anderen. Doch noch im selben Moment erzählte er ihr, wie sehr er sich selbst schon immer Kinder gewünscht hatte, aber nicht mehr daran geglaubt hatte je die Richtige noch zu finden. Ja und dann, dann war Gretchen mehr als gerührt, als er sagte, dass er sich ein Familienleben mit ihr vorstellen konnte, wenn sie das nur wollte. Sofern sie sich noch am Anfang ihrer Beziehung befanden. Genauer gesagt ja erst seit einer Nacht. Das was sie dabei aber am meisten überzeugte war, dass Martin genug Verantwortung für ein Kind tragen konnte. Diese Sicherheit war das, was ihr solange gefehlt hatte und nun brauchte.
Außerdem merkte sie diese gewisse Vertrautheit, die er ihr mitbrachte. Kurz darauf hatte er seiner Freundin nämlich seine Pläne mitgeteilt. Und die wahren zweifelsfrei nicht ohne.
Ohne groß nachzudenken hatte sie dann auch dem zugestimmt. Es wurde Zeit für einen Neuanfang.
Das Einzige, was sie jetzt noch plagte, war ihr schlechtes Gewissen. Es war an der Zeit reinen Tisch zu machen, wenn sie das wirklich ernst nehmen wollte.
Und wenn er es ernst meinte, würde er das akzeptieren - hoffte sie.

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Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.

"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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01.05.2010 00:06
#281 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Hey ihr!
Ja ich hab dann tatsächlich mal wieder weitergeschrieben
Und ich bin auf einem guten Weg die Geschichte auch noch in diesem Jahrhundert zuende zu bringen.
Ich hoffe nur bis dahin liest sie noch einer
Jetzt gibts erst mal wieder nen Teil!

Liebe Grüße!!!



Es war kalt, doch warm genug, damit die weiße Schneedecke dem Morgentau wich. Fröhlich zwitscherten die ersten Schwarzkelchen den Frühling herbei. Der winterliche Trist schien sein Ende zu nehmen, während er für eine blonde, junge Frau vielleicht gerade begann. Die Sonne lächelte dem Pärchen entgegen, das sich gerade den Weg durch den kleinen Park am Wannsee bahnte.

,,Und ihr kennt euch also seit der Schulzeit?", fragte Martin und nahm einen großen Schluck von seinem Kaffee. ,,Hmm", gab sie abwesend zur Kenntnis. Langsam rührte sie den Latte Macchiato und versuchte irgendetwas darin zu erkennen. Gretchen hatte es eine Menge Überwindung gekostet ihrem Freund nun also von Marc Meier, ihrer Jugendliebe, zu erzählen. Es war ihr unangenehm. Immerhin war es unfair ihm gegenüber die Wahrheit für sich zu behalten. Doch jetzt wusste er alles und umso angespannter war sie, wie er reagieren würde. Denn wenn man Gretchen Haase genau zugehört hatte, war eine Sache unumstritten: Sie liebte Marc und zwar bedingunslos. Das musste selbst dem gutherzigen Tierarzt aufgefallen sein. Nur sie selber glaubte nicht mehr daran. Die zu großen Enttäuschungen sahen darüber hinweg und sie hatte Angst vor einer Neuen.
,,Ich muss es ihm sagen", schoss es dann plötzlich aus Gretchen heraus. Den Blick immer noch sturr von Martin abgewendet.
,,Da bestehe ich drauf!"
,,Wie bitte?!" Jetzt schaute sie auf. Das konnte er doch nicht ernst meinen!
,,Du hast mich schon verstanden. Er hat ein Recht darauf es zu erfahren. Und woher weißt du, dass er sich nicht freuen würde?"
Gretchen schaute direkt in seine blauen Augen. Sie waren so ehrlich, sodass sie jede Lüge bereute.
,,Es... es tut mir Leid!"
,,Hey", bestimmend nahm er ihre Hand, ,,ich... also ich bin froh, dass du endlich ehrlich warst. Ein bisschen früher wär besser gewesen, - aber - es ist ja noch nichts verloren. Wichtig ist, dass du es ihm sagst."
"Und was ist wenn.-"
Er vervollständigte den Satz für sie:,,.- wenn er sein Kind nicht sehen will, haben wir immer noch uns. Ich meine, ich...ähm...wäre bestimmt auch ein guter Vater...eventuell." Er grinste ihr zu und als Gretchen dieses erwiderte, fuhr er fort:,,Vielleicht stecken da aber auch nur eine Menge Missverständnisse hinter. Könnte ich mir bei dir gut vorstellen."

Eigentlich hatte sie Angst vor etwas ganz anderem. Umso glücklicher war sie, dass Martin ihr mit einer Antwort zuvor gekommen war.

Währenddessen beschloss ein gewisser Oberarzt einige Unreinheiten wieder gerade zu rücken.
,,Mehdi, ich brauch deine Hilfe!"
Langsam kehrte Mehdi den Drehstuhl und legte die Zeitschrift ab.
,,Meier! Ich wüsste nicht, wobei ich Ihnen helfen könnte!"
,,Mensch Meeehdi!"
,,Immer noch Dr. Kaan" und deutete auf sein Schild.
,,Jetzt hör doch auf mit den Kindereien."
,,Du hast mit ihr geschlafen!"
,,Können wir das nicht für einen Moment mal vergessen?! Ich hab auch nicht mit ihr geschlafen! Also nicht so wie du denkst"
,,Ach wir leugnen?! Und was heißt hier wie ich denke?! Damit ich mich für Gott opfere, oder wie?"
,,Wenn du mir nicht glaubst, bitte! Frag sie doch selbst!"
,,Sie will darüber nicht reden", antwortete er beschwichtigt.
,,Weil es nicht stimmt! Man Alter, das war lange vor deiner Zeit!"
Jetzt sprang Mehdi auf, ging um den Schreibtisch und drohte ihm. ,,Also doch!!! Du bist so ein ignorantes Arschloch! Du wirst es nie auf die Reihe bekommen! Du wirst einsam und unglücklich in irgendeinem Loch enden und keiner wird dich mehr mit dem Arsch ansehen. Da hilft dir dein Ruf auch nicht mehr weiter. Gretchen hat alle Mal was besseres als dich verdient!!! Du wirst nie lieben können, NIE! Du hast es doch sowieso wieder vermasselt!!!! Und...und...und ach hau einfach ab, bevor ich gleich einfach zuschlage!!!!!!!"
Marc ließ ihn einen Moment ausatmen. Nun schwiegen beide und bewegten sich nicht vom Fleck.
,,Bist du dann jetzt fertig? Es...ähm....ja...tut mir Leid." Unsicher fuhr er sich durchs Haar.
,,Hast du gerade gesagt, dass es dir Leid tut?" Der Gynäkologe glaubte sich verhört zu haben.
,,Du kapierst es echt nicht, oder? Hau ab!"
,,Mehdi können wir das Kriegsbeil nicht mal langsam begraben? Ich brauch echt deine Hilfe, es ist ernst!"
Und wieder schwiegen sie. Mehdi prüfte Marc genau, während dieser eine Antwort erwartete. Minutenlang war es still und Mehdi wusste schließlich, dass sein alter Freund es ernst meinte.
,,Glaub ja nicht, dass die Sache damit komplett vom Tisch ist!" Er ging um seinen Schreibtisch herum und setzte sich wieder auf den weißen Drehstuhl.
,,Sag mir lieber, was du willst! Ich denken es geht um eine bestimmte blondgelockte Frau?"
Jetzt grinste Marc und ihm englitt ein ,,Danke!"

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Ich danke meinem Drecksstück Vanessa für diese wunderbare Sigi
"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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06.08.2010 01:34
#282 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Warnung: Das hier ist keine Fata Morgana

Unendlich nervös kam Gretchen im Schwesternzimmer an. Doch versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen und trat so gelassen, wie es möglich war, an den Tresen. Schwester Sabine blickte gleich zu ihr auf. ,,Frau Doktor? Haben Sie nicht frei?"
"Ähm...ja...ich, haben Sie Doktor Meier gesehen?", fragte sie stattdessen.
"Der ist bei Dr.Kaan"
"Dr.Kaan?!", fragte Gretchen sicherheitshalbar nach.
"Ja bei Dr.Kaan."
"Na hoffentlich gibts keine Toten", nuschelte sie eher zu sich selbst und machte sich auf den Weg. Sabine blieb nur ihr verstohlenes Grinsen über.
Vor Mehdis Büro hörte sie schon die wütende Stimme des Gynäkologen. Und plötzlich ging die Tür auf.
,,Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ICH dir bei DEINEM Liebesleben als Köder diene! RAUS!"
Wenige Augenblicke später trat Marc aus dem Raum. Er sah Gretchen kurz an, wandte sich dann aber in Mehdis Richtig und wollte ihm etwas erwidern. Als er jedoch registrierte, wer da stand, sagte Mehdi schon:,,Oh, hallo Gretchen. Wir haben gerade von dir gesprochen."
,,Schön, dürfte ich dann auch erfahren, was genau ihr....?"
Mehdi reagierte am schnellsten und schob Marc ein Stück nach vorne, nahm die Türklinke wieder in die Hand und meinte:,,Du ich glaube, dass erklärt dir Mr. Speedy höchst persönlich."
Marc drehte sich verwundert um.,,Speedy?"
,,Ja wurde auch Zeit, dass du endlich mal was begreifst. Ich denke, ihr werdet sehr viel zu bereden haben." Und im nächsten Moment knallte Mehdi die Tür auch schon zu.
,,Hey", sagte Gretchen vorsichtig. ,,Hi?", erwiderte Marc eher abschätzig und fragend. Kurzzeitig schwiegen beide und mieden den Blick des anderen. Schließlich ergriff Marc die Iniative und räusperte sich kurz.,,Ähm...ja also ich wollte...dings...äh mit dir reden."
,,Also...genau deswegen bin ich auch hier", sprach Gretchen nun.
,,Da bin ich aber mal gespannt", Marc hob skeptisch seine Augenbrauen, ,,Cafeteria?"

Vor versammelter Mannschaft? Nie im Leben.

,,Auf gar keinen Fall."
,,Oookay, ich dachte Essen entspannt, oder?" Dabei legte er sein fieses Grinsen wieder auf.

Oh Gott! Nicht an Essen denken...
Ahhhrg!!! Diese Schwangerschaft macht einen alleine schon verrückt, ich könnte ne ganze Pferdehorde verspeisen! Aber Marc Meier muss mal wieder einen drauf setzten!

,,Ich dachte du wolltest reden. An deiner Stelle würde ich dann aufhören mein Revier markieren zu müssen!" Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu und meinte nur:,,Dein Büro?"
Marc nickte und folgte der davonzischenden Gretchen.

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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09.08.2010 02:53
#283 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Ja ich weiß auch nicht, was mit mir los ist

Als Marc die Tür zu seinem Büro hinter sich schloss, standen beide mehr oder weniger hilflos im Raum. Beide sortierten ihre Gedanken und wussten nicht wirklich, wie sie anfangen sollten. Einer wurde unabhängig der dicken Luft im Zimmer, leicht übel und versuchte die Klagen in der Bauchgegend zu ignorieren, was sie nicht gerade von ihrem Vorhaben, Marc die Warheit zu erzählen, ablenkte.
,,Du bist blass", bemerkte Marc als erster.
,,Ähm...ist schon in Ordnung. Sag mir lieber, was du und Mehdi zu bereden hattet."
,,Ich bin hier aber der Arzt und du siehst nun mal nicht gut aus."
,,Danke."
,,Wie..äh...danke?", fragte Marc verwirrt.

Vielleicht weil du mir das eingebrockt hast, du Idiot!

,,Na so möchte man begrüßt werden", erwiderte sie gereizt und setzte sich auf die Liege, da es ihr wirklich nicht gut ging, ,,Bring lieber hinter dich, was du mir zu sagen hast und lenk nicht ab."
,,Ich mach mir nur... Sorgen?" Das klang eher nach einer abschätzigen Frage. Immerhin war Marc Meier nun auch nicht der Gekonnteste in solchen Dingen, aber er machte sich wirklich Sorgen. Deshalb setzte er sich auch neben sie, wenn auch in Sicherheitsabstand.
,,Du tust es schon wieder!"
,,Äh was genau?"
,,Ablenken!", schrie Gretchen in mäßiger Lautstärke.
,,Ist ja guuut, wieso bist du denn so gereizt?"
,,Ich bin nicht...", schrie sie erst und sagte dann leiser ,,..gereizt."

Scheiß Hormone!

Wenn sie jetzt daran dachte, dass sie ein Kind mit diesem Mann bekam und daran, welche Liebe dieses Kind eigentlich verdient hatte und vor allem dass es unter diesen Umständen mit getrennten Eltern aufwachsen muss und...
Naja da war es sowieso schon zu spät und ihr stiegen langsam die Tränen in die Augen. Doch sie riss sich zusammen und versuchte ihre Stimme so stark wie möglich klingen zu lassen.
,,Komm einfach zum Punkt, Marc."
Marc schluckte nochmal und ließ sich viel Zeit bis zu seinem nächsten Wort. Gretchen beobachtete ihn skeptisch und versuchte daraus schlau zu werden.
,,Okay also...ich weiß nicht genau wie ich das alles erklären soll und...will, aber wenn ich vor allem eines will, dann....", da begann er ihr in die Augen zu sehen und wartete noch einen Augenblick, ,,..dich", sagte er schließlich und erwartete ihre Reaktion.
Und wie soll man schon darauf reagieren? Für Gretchen klang das wie, wenn ein kleiner Schuljunge, der sein Lieblingsspielzeugauto in den Müll wirft und es erst dann wieder zurück haben will, wenn das neue Spielzeugauto nicht so toll wie das Letzte war. Und dann schreit er ohne Rücksicht nach dem Lieblingsauto. Doch für den Jungen kam die Einsicht zu spät.
Während in Gretchen die Fassungslosigkeit und die aufkommende Wut nach Worten für das suchten, hatte Marc längst damit gerechnet. Denn irgendwie wusste selbst er, dass er es verbockt hatte.

,,Ich weiß, dass ich viel, sehr viel falsch gemacht habe, aber..", er sah wieder zu ihr auf und erwartete, dass sie wütend dazwischen redete, doch sie ließ ihn gewähren ,,ich wollte mich nie von dir trennen. Ich wurde dazu gezwungen und habe dir verschwiegen, warum. Allein nur wegen deiner... Sicherheit." Da sie nichts sagte, sprach er weiter:,,Gabi hat mich erpresst. Sie ist total krank nach der Sache in der Kirche. Und sie wollte..." , er sah wieder zu ihr rüber, doch sie schaute nur weg, ,,..sie wollte dir etwas antun, wenn ich mich nicht von dir trenne. Ich bin erst nicht darauf eingegangen, aber dann hat sie...Andeutungen gemacht." Marc wunderte es immer mehr, dass Gretchen nichts zu dem Thema zu sagen hatte. Ja mitlerweile wünschte er sich schon fast eine Reaktion.
Doch dann hörte er, warum sie nichts sagte. Gretchen schluchzte kurz auf. Inzwischen hatte sie die Tränen nicht mehr unter Kontrolle gehabt. Irgendwie war das auch zu viel auf einmal. Wenn sie sich eingestand, wollte sie nichts anderes als Marc. Eigentlich wollte sie ihr Leben lang nichts anderes. Andererseits gab es da diese lange Leidenszeit verbunden mit der Ungewissheit wegen des Warums. Hinzu kam das Kind und deren ungewisse Zukunft. Und zu allem Überfluss hatte sie weder die Übelkeit noch ihre Stimmungen im Griff. Deswegen weinte sie, schon seit er begonnen hatte zu reden.
Und vor allem fühlte sie sich irgendwie gerade falsch. Er legte langsam seine Karten auf den Tisch, dabei spielte sie selber nicht mit offenen Karten. Sie musste es ihm einfach sagen und das bevor er zuende gesprochen hatte.

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Ann Offline

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10.08.2010 01:53
#284 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Marc rückte, nachdem er gesehen hatte, wie sie weinte, näher zu ihr hin, sodass er unmittelbar neben ihr saß. ,,Hey", sagte er ungewohnt sanft, damit sie ihn ansah. So blass ihre Gesichtsfarbe war, desto roter waren es jetzt ihre Augen. Besorgt beobachtete Marc ihre Tränen und hob seine Hand, um ihr sie sanft von der Wange zu streichen. Beide durchzog ein warmer Schauer, während Marc eine Träne nach der anderen mit seinem Daumen auffing. Gretchen begann es zu genießen und tadelte sich gleich wieder dafür. Schnell holte sie das schlechte Gewissen wieder ein. ,,Marc", sagte sie eben so ruhig wie er zuvor. Gerade waren die letzten Tränen noch versiegt gewesen, doch schon holten sie Gretchen wieder ein und ihr Herz begann nervös zu pochen. Das ihre Gesichter sich unmittelbar nah zueinander befanden, machte die Situation nicht einfacher. ,,Gretchen...ich...ähm...denke, dass ich dir ein paar Worte schuldig bin, also genau äh 3 Worte." Der Oberarzt war wirklich gerade dabei sich zu überwinden, denn alles was er gerade wollte war Gretchen. Er wollte sie zurück und das um jeden Preis. Sein Gegenüber wurde leicht panisch, sie wusste, was er sagen wollte und jetzt half kein Ausweg mehr. ,,Nein, Marc...ich muss dir etwas wichtigeres sagen. Wir können das nicht so klären, solange du es nicht weißt." ,,Dass ich was nicht weiß?", fragte er irritiert. Die knappe Antwort war:,,Ich bin schwanger." Selbst das haute einen Marc Meier um. Zwar nicht wörtlich, aber es fühlte sich an, als wenn er mit dem Gesicht vor eine Wand gelaufen wäre. Er nahm seine Hand wieder zu sich und schaute Gretchen mit geweiteten Augen an. Im Moment war er sprachlos. Sein Gehirn musste die Information erst einmal verarbeiten. Schwanger mochte schon was heißen, doch erst dann ratterte es bei ihm so langsam. ,,Du und ich...", dabei zeigte er einmal abwechselnd auf sich und dann auf Gretchen und dann gab er ein paar unmissverständliche Worte von sich und schließlich, ,,...Kind?"
Eine neurotische Schwangere konnte mit der Situation nicht umgehen und verstand gekonnt alles falsch.
,,Mir war schon", sie schluchzte kurz und sprach dann weiter, ,,klar, dass...du so reagieren würdest. Ich...geh dann mal besser." Schon stand sie auf und bewegte sich Richtung Tür.
Der verstörte Marc Meier brauchte einen Moment, bis es bei ihm wieder ratterte und die neue Information kurz ausblendete, um sich zurück zu erinnern. Wollte er sie nicht um jeden Preis? Fest daran glaubend, sprang er auf und holte Gretchen, die mitlerweile auf dem Flur war ein und zog sie kurzerhand wieder zurück mit in sein Büro. ,,Was willst du noch?", winselte Gretchen unter Tränen. Sie verschränkte die Arme und schaute weg. Doch Marc überrollten, Wort wörtlich, gerade seine Gefühle. Wer hätte das gedacht? Er schloss die Tür hinter ihr, ging dann einen Schritt auf sie zu. Dann drehte er ihren Kopf zu sich und nahm ihn sanft in beide Hände, bevor er sie schließlich sehnsüchtig küsste.
Gretchen war eher überrascht von seiner Reaktion. Sie hätte nie im Leben damit gerechnet. Doch dann erwiderte sie den Kuss und ein angenehmes Gefühl überkam sie. Denn sie wusste, dass sie Marc nun mal mehr liebte, als sie sich manchmal eingestand.

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Ann Offline

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11.08.2010 01:41
#285 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Nach einer undefinierbaren Zeit lösten sie den Kuss und standen Stirn an Stirn lehnend da. Keiner traute sich etwas zu sagen. Eher versuchten sie beide die Situation zu verstehen. Gretchen verstand davon gerade sehr wenig. Irgendetwas sagte ihr, dass sie weg laufen sollte. Ganz weit weg. Am besten Durchbrennen mit Martin. In eine rein vernünftige Welt, in der das Kind am besten aufgehoben wäre. Doch ein großer Teil von ihr und zugleich der wichtigste, wusste, dass sie so nicht glücklich wäre - ohne Marc, den Vater ihres Kindes. Und ein kleiner Teil hoffte, dass sie selbst das hier richtig deutete und sie eine kleine Familie werden würden, dass Marc sich geändert hatte, dass er ein fürsorglicher Familienvater wird, einfach dass er sie liebte. Und ihr Vertrauen schenkte. So wie....
"Gabi" kam ihr plötzlich in den Sinn. Durch das Chaos gerade, hatte sie nur am Rande aufgenommen, was Marc ihr erzählt hatte.

Er hat sich mir nicht anvertraut.
Um mich zu beschützen? Gott, ist das romantisch!!! Und er will Gabi, die hinterhältige Stiefschwester, in den Wind schießen, um mit Aschenputtel (in dem Fall die übergewichtige, trächtige, ergo nicht jungfräuliche Variante) alt zu werden. Doch noch ein Märchen, mit Prinz.
Nur, was ist eigentlich aus der hinterhältigen Stiefschwester geworden?


,,Marc?"
,,Mmmh...was ist?"
,,Was ist mit der hinterhältigen Stiefschwester?"
,,Mit der...was?!" Er zog seine Stirn zurück und schaute sie verwirrt an. Er hatte gerade noch mit ganz anderen Dingen zu tun. Mit der Verdrängung von Tatsachen, die er nie wollte und sich selber darüber klar werden muss.
,,Gabi", erwiderte Gretchen beschämt und lief rot an.
Marc hätte in diesem Augenblick wirklich gerne gewusst, was Gretchens Gedanken und deren Wege waren. Dabei huschte ihm kurz ein Grinsen übers Gesicht, bevor er wieder an ihre Frage dachte.
,,Ich hab keine Ahnung. Ihre Spielchen kann sie auf der Polizeiwache spielen, wenn sie hier aufkreuzt."
Gretchen stellte diese Antwort zufrieden. Doch was ihr gerade durch den Sinn kam bereitete ihr mehr Sorgen. Das mit Marc schien gerade so einfach und doch war es so kompliziert. Da gab es immer noch Martin, dem sie weh tun müsste, was sie widerum nicht wollte. Zum anderen, hatte sie keine Ahnung, was Marc überhaupt wollte. Oder was sie überhaupt wollte.
,,Wie soll es jetzt weiter gehen?", fragte sie daher in ernstem Tonfall.
Er fasste sich kurz angestrengt an die Stirn, setzte sich wieder auf die Liege und antwortete ehrlich:,,Ich weiß es nicht" und schien dabei ziemlich durcheinander. Ihm war noch gar nicht bewusst, was aus seinen Erwartungen geworden war und was er jetzt bekam. Blitzartig schoss es ihm durch den Kopf. Er musste eine Familie ernähren! Er, Marc Meier!!! Und er fragte sich, war er überhaupt bereit dafür? Konnte er das? Doch ihm blieb keine Zeit dazu sich mit solchen Fragen auseinander zu setzten. Denn er wollte Hasenzahn, seinen Hasenzahn und dafür musste er das hinten anstellen. Er wusste ja gar nicht, ob es ihr nur um das Kind ging. Immerhin hatte sie doch ihren Lebenspartner. Vermutlich war sie deswegen hier, aus moralischen Gründen, weil das Kind seinen Vater brauchte.
Aber sie hatte seinen Kuss erwidert und sie wusste, was er wollte.
,,Gretchen?" Er schaute zur Tür, wo sie vorher stand, doch da war sie nicht mehr. Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie sich zu ihm gesetzt hatte.
,,Ja?"
Er schaute sie eine Weile einfach nur an, ehe er seine Hand an ihre Wange legte. Etwas in ihm wollte, dass es immer so bleiben sollte. Gretchen erwiderte seinen intensiven Blick und dachte in dem Moment dasselbe.
,,Ich liebe dich", sagte er plötzlich leise aber bestimmend. Im nächsten Moment war er selber erschrocken von dem, was er da gerade gesagt hatte.

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12.08.2010 03:47
#286 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Während er also geschockt drein blickte, überströmten Gretchen gerade so ihre Gefühle. Sie hatte mehr bekommen, als sie jemals wollte. Gut, noch nicht ganz - sowas wie ne 36, eine Wohnung oder gar ein Haus, ein gesundes Baby, ihren Facharzt, eine Hochzeit, okay erstmal eine Beziehung mit Marc, The Body, Meier fehlten - aber fast. Sie strahlte vor sich hin, bis sie merkte, wie Marc mit sich kämpfte und es kaum glauben konnte. Ihr Grinsen machte es da nicht einfacher. ,,Kannst du das nochmal sagen?", fragte sie mit noch breiterem Grinsen.
,,Ich weiß gar nicht, was du meinst", versuchte Marc einen auf unschuldig zu tun.
,,Marc, du brauchst erst gar nicht an deine verlorene Männlichkeit zu appellieren. Sie ist in diesem Moment jämmerlich gestorben." Diesmal hatte sie ihn in der Hand. Er schnaubte nur kurz und bemitleidete sich selbst. Gab sich dann sogar geschlagen. Er stimmte in ihr Grinsen ein und zischte nur:,,Du Bist."
,,Eigentlich wollte ich doch nichts Böses von dir, Marcilein." Dabei lehnte sie sich weiter zu ihm rüber und klimperte ein paar Mal unschuldig mit den Wimpern. Ihre Gesichter waren sich dabei wieder verdammt nahe. Geladen wie eine gereizte Wildkatze, fauchte er ihr entgegen:,,Nimm solche Worte nie wieder in den Mund." Mitlerweile war der Abstand bis auf Zentimeter gesunken.
,,Welche denn?" Gretchen gefiel das Spiel.
,,Du spielst mit dem Feuer."
,,Mmmh, ich bin furchtlos."
,,Vor Gott? Das muss Konsequenzen haben."
Schließlich beugte er sich nach vorne, um auch die restliche Distanz gleich Null zu setzten. Vorsichtig berührten sich ihre Lippen. Marc umschloss ihre Taille, um sie näher zu sich zu ziehen und auf seinen Schoß zu heben, während Gretchen ihre Arme über seine Schultern legte.
Eine Weile saßen sie einfach so da und sahen sich immer wieder eine zeitlang nur an, bis einer wieder zum Kuss ansetzte.
Nach einer endlos langen Zeit, so kam es ihnen zumindest vor, lösten sie sich wieder.
,,Mit solchen Konsequenzen kann ich leben", grinste Gretchen. Marc erwiderte ihr Grinsen kurzzeitig, doch sein Blick wanderte ihren Körper entlang. Am Bauch hielt er inne. Er stellte sich vor, das dadrin ein Stück von ihm groß wurde. Aber schon im nächsten Augenblick wusste er gar nicht, was er abwegiger finden sollte, den Gedanken oder die Vorstellung?
,,Wie vielte Woche bist du eigentlich?", fragte er stattdessen.
,,Fünfte", antworte Gretchen ruhig. Sie versuchte jeden seiner Blicke zu deuten. Immerhin war das hier Wort wörtlich kein Kinderspiel.
,,Was beschäftigt dich?" Die erste Sorgenfalte hatte sie erkennen können. Marc machte das nur nachdenklicher.
,,Wenn du glaubst, dass du das nicht schaffst, da.-", doch er unterbrach sie, streichte ihr kurz durchs Haar und beruhigte:,,Wir schaffen das". Und Gretchen fragte sich auf welchem Wort er jetzt die Betonung gelegt hatte.

Wir strahlte das absolute Wir-Gefühl aus. Klingt logisch, ist auch so. Man ist bereit sich zusammen zu tun. Ein ständiges Geben und Nehmen. Dabei war es egal, ob etwas gelang oder misslang, es geht nur um das Beieinander, eben das Wir-Gefühl.
Lag die Betonung auf Schaffen, war der Kandidat deutlich egoistischer. Ihm (wahlgemäß auch ihr) ging es um das Erfolgserlebnis, unabhängig des anderen. Der ist nur Mittel zum Zweck.Schaffen hieß schließlich nicht nur überwinden, sondern auch offen für Neues zu sein und sein Selbstbewusstsein stärken.
Bemerkung: Kategorisch ausgeschlossen.
Oh Gott sage ich das nur, aus Angst, dass es am Ehesten zutreffen könnte?

Bemerkung zur Bemerkung: Warum denn sonst?
Das "das" konnte so gesehen frei gewählt jedes deutsche Neutrum sein. Man schätze besonders das Ziel, nicht den Weg. Ist deshalb nicht weise, weil das Ziel nicht über den Weg hinausschießen kann, heißt: Leider hat Gott so etwas wie "Gewissen" erfunden. Der Weg ist also prägender als das Ziel selber. Blöde menschliche Angewohnheit. Man sollte Franz Kafka verklagen. Und zwar dafür, dass er uns wissen lassen hat, was wir nie wissen wollten! Oder auch nur gerne verdrängen.
Fazit: Ich hoffe für Marc, dass er zumindest das Wir gemeint hat.


,,Sag das nochmal!"
,,Warum?"
,,Sag es!", sie kam wieder dem Schreien nahe.
Marc beließ es bei einem Blick aus Schock und Lachanfall.
,,Damit ich weiß, wo die Betonung lag", nuschelte Gretchen so schnell sie konnte.
,,Du willst wissen, ob ich es ernst meine?"

Ich war erstaunt, Marc hatte bemerkenswert viel dazu gelernt.

Beschämt nickte sie.
,,Okay, also... ich will dich, wirklich. Und ich denke, dass.... da etwas Neues auf uns zukommen wird?"

Wow, das war ziemlich gut für einen erfolgreichen Arzt mit Allergie zur Monogamie.

,,Was ist mit dir?", wollte Marc nun wissen.
Gretchen wusste sofort, was er meinte. Sie zog es vor zu schweigen und ihre Fingernägel zu betrachten.
,,Der Penner wird best.-", setzte Marc wütend und nach viel zu langer Zeit an.
,,Marc!", tadelte ihn Gretchen jedoch.,,Ich werde mich von ihm trennen..müssen".
,,Warum überlegst du dann so lange?", wollte er, immer noch nicht zufrieden, wissen.
,,Das ist nicht gerade einfach". Kurze Pause. ,,Er hat das nicht verdient so abserviert zu werden."
,,Vor allem..", stockte sie und sah Marc wieder an:,,..weiß er von dir."

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13.08.2010 02:59
#287 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Da ist er nicht der Einzige."
,,Marc!"
,,Ja, was?!"
Gerade dann meldete sich Marcs Piepser. Er kramte ihn aus seinem Kittel und warf einen kurzen Blick darauf.
Währenddessen jammerte Gretchen:,,Geh jetzt nicht."
,,Notfall", erwiderte er nur und schob sie von seinem Schoß auf die Liege. Er stand auf, ging zur Tür und sagte noch:,,Komme danach wieder", um engültig zu verschwinden.
Gretchen murrte:,,Na toll" und ließ sich rückwärts auf die Liege fallen.

In der Haase Villa tobte mal wieder der Bär. In Form von einer hoch mozivierten Hauseigentümerin - nun gut ihr Mann war der Vollfinanzierer - aber dennoch hielt sie das nicht davon ab, das Haus von oben bis unten in Beschlag zu nehmen. Der Putzteufel himself war immerhin single. Stimmte auch nicht ganz. Immer noch verheiratet, trotzdem alleine. Ihr Jüngster studierte weit weg von der Familie in München, passte zu seinem Lebensstil. Wenn das Haus noch weiter bewohnt wurde, dann von Gretchen. Doch wo war die eigentlich?
Naja war ja auch egal, wahrscheinlich wieder irgendwo zwischen Männern und neuerdings einem Kind.
Jedenfalls versuchte Bärbel Haase jegliche Gefühle von Einsamkeit zu verdrängen. Sie war stark! Was hatte sie die letzten Jahre nicht alles auf sich genommen? Dreimal hatte ihr Mann sie betrogen und zu allem Überfluss hatte sie eine Menge Geld und ihren Stolz an seine Zerflossenen verloren. Und welche Therapie war besser als das Staubtuch zu schwingen?
Blöderweise war die letzten Tage alles sauber geworden. Bärbel tat also Überflüssiges, was das Gefühl von Einsamkeit ausnutze und wieder langsam über sie kam. Bis, ja bis es an der Tür klingelte. Wenn das nicht mal Gretchen war! Sie öffnete die Tür und war vollkommen überrascht, als jemand ganz anderes auf sie wartete.,,Franz!"
,,Bärbel, ich wollte nochmal mit dir reden. Über uns."
Einen Moment überlegte die Hausfrau und sah in das bittende Gesicht ihres Ehemannes. Und wieder war es das Gefühl von Einsamkeit, dass sie dazu trieb, etwas Unüberlegtes zu tun. Die Hausfrau ließ den Hauseigentümer ziehen und bat ihn ins Wohnzimmer.

Als Dr. Meier nach einer Intensiv-OP wieder in sein Büro zurückkehrte, fand er ein schlafendes Gretchen auf seiner Liege. Bei dem Anblick musste selbst er schmunzeln. Marc kniete sich zu ihr herunter und sah sie einfach nur an. Vorsichtig strich er ihr eine Strähne, die ihr ins Gesicht gefallen war, hinter ihr Ohr. Doch er dachte gar nicht daran seine Hand wieder zurück zu ziehen und legte sie an ihre Wange. Sanft fuhr er mit dem Daumen ein paar Mal darüber. Als er jedoch kurz einen Blick auf die Uhr warf, beschloss er Dornröschen zu wecken. Und zwar so, wie sie es verdient hatte. Er beugte sich zu ihr nach vorne und hauchte ihr liebevoll einen Kuss auf die Lippen. Doch Gretchen bevorzugte es seelenruhig weiter zu schlafen. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein? Also beugte er sich wieder zu ihr nach vorne, aber diesmal küsste er sie länger, so dass sie einfach wach werden musste.
Und tatsächlich, langsam schlug Dornröschen die Augen auf.
,,Du...du bist schon wieder da?", fragte sie irritiert.
,,Ich war zwei Stunden weg, hatte eine Not-OP."
Mehr als ein ,,Oh", hatte sie nicht mehr dazu zu sagen.
,,Und jetzt? Ich kann jetzt nicht zu Martin, dann... dann müsste ich es ihm sagen..."
Marc räusperte sich kurz und meinte:,, Also wenn du....wenn du willst kannst du heute bei mir..ähm bleiben."
Gretchen nickte zustimmend und gähnte daraufhin. So zog auch Marc schnell seinen Kittel aus, nahm seine Jacke und seinen Schlüssel, um schnellst möglich mit Gretchen nach Hause zu fahren.

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14.08.2010 02:14
#288 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Nervös stand Gretchen vor Martins Wohnungstür. Sie wusste, dass er Zuhause war. Sein Wagen parkte am Bürgersteig. Sie weilte schon einige Minuten dort, seitdem Marc sie nicht nur abgesetzt, sondern ihr auch den ganzen Tag frei gegeben hatte.
Die Nacht hatte sie kaum geschlafen. Zu sehr kreisten ihre Gedanken um richtige Worte. Immerhin servierte man nicht jeden Tag eine - naja mehr oder weniger - Beziehung, fast schon Affäre, ab. Marc hingegen hatte seelenruhig neben ihr geschlafen.
Plötzlich riss im ersten Stock jemand das Fenster auf. Eine ungepflegt aussende, junge Frau beugte sich über den Fenstersims.
,,Ey, verpiss dich und glotz woanders durch die Gegend."

Wow, ich wusste gar nicht wie nett die Nachbarn hier sind.

Schließlich trat sie vor und klingelte entschlossen.

,,Geht doch, zu doof um nen Klingelschild zu drücken oder was?" Klack und das Fenster war wieder geschlossen.
Prompt erklang auch schon Martins sanfte Stimme aus dem Lautsprecher. ,,Ich bins", antwortete sie knapp angebunden und wartete auf Einlass.
Als sie nun endlich im 3. Stock ankam, stand sie schon dem ersten Problem gegenüber. Wie begrüßte man seinen Freund, wenn man kommt, um Schluss zu machen?
,,Hey", sagte sie und blickte stets zu Boden. Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen. Auch Martin fand Gretchens Verhalten äußerst merkwürdig. Er nahm ihre Hand, zog sie zu sich, in die Wohnung und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. ,,Hey", tat er es ihr gleich. Gretchen fühlte sich bei dieser Berührung sichtlich unwohl und ihr tat jetzt schon Leid, was sie zu sagen hatte. Das trieb ihr mal wieder die Tränen in die Augen. Verfluchte Hormone.
,,Sieh mich mal an", verlangte Martin, nachdem keiner der beiden etwas sagte. Vorsichtig blickte sie zu ihm auf. ,,Was ist denn los?" Ihre Mimilk sprach für sich. Gretchen kämpfte mit sich und den Tränen.
,,Pass auf, ich mach dir einen Tee und du setzt dich schon mal auf die Couch. Und dann erzählst du mir alles, okay?"
Sie nickte nur abwesend und tat, wie ihr befohlen.
Einige Zeit saßen sie nur stumm da. Gretchen versucht in ihrem Tee irgendwelche Muster zu erkennen, damit sie nichts sagen musste.
,,Was ist denn passiert? Will er sein Kind nicht sehen?"
,,Martin, ...i..ich weiß einfach nicht, wie ich dir das erklären soll." Diesmal wagte sie den Blick. Er war sichtlich irritiert.
,,Ich fürchte das musst du aber. Verstehe nämlich kein Wort!"
,,Also...ähm....Marc und ich....das Kind... es ist so, dass er...er will es sehen."
,,Das ist doch eine gute Nachricht! Das Kind braucht doch auch seinen Vater. Wieso schaust du denn dann so?"
,,Du verstehst nicht. Ich rede nicht von Wochenenden oder abwechselnden Wochen oder wie auch immer." Da ratterte es auch bei Martin und er sprach seine schlimmste Befürchtung aus:,,Er liebt dich." Sie nickte und fühlte sich mehr fehl am Platz als je zuvor. Zudem konnte sie selbst noch nicht glauben, dass Marc Meier sie wirklich liebte und dass sie das gerade wirklich seinetwegen tat. Konsequenz daraus waren die ersten Tränen, die ihren weg nach unten suchten. In dem Moment wusste Martin, warum sie so traurig war. Schon bei ihrem Gespräch, hatte er gemerkt wie sehr sie ihn noch liebte. Immerhin kannten die beiden sich auch schon ewig, seit der Schulzeit. Und jetzt, Jahre später bekamen sie ein gemeinsames Kind. Nur er war das Dorn im Auge. Nur eine Frage beschäftigte ihn noch:,,Wieso hat der Kerl sich dann von dir getrennt? Wieso hat er es nicht geschafft mit dir zu reden? Stattdessen will er dich erst wieder, wenn du sein Kind erwartest!" Es klang vorwurfsvoller, als er es hatte eigentlich ausdrücken wollen. Doch er fühlte sich betrogen, nicht von Gretchen, sondern von diesem Möchtegern-Arzt.
Sie überlegte einen Moment, was sie darauf antworten sollte. Aber er hatte die Wahrheit nunmal verdient:,,Er...wurde dazu gezwungen. Seine Ex hat ihr Kind verloren, als er sie wegen mir vor dem Altar hat stehen lassen. Zu der Hochzeit hatte sie ihn auch allerdings erpresst, weil....ja weil er einen Mann angefahren hat. Marc hat noch versucht ihn zu retten, doch er verstarb."
Martin schluckte. ,,Wow", brachte er nur hervor. Er schien nun angestrengt nachzudenken. Gretchen fuhr fort:,,Sie hatte gedroht mir etwas anzutun und deswegen hat er sich getrennt." Damit versuchte sie gerade irgendwie ihre Liebe zu Marc vor Martin zu rechtfertigen. Sie stellte den Tee ab und wagte keinen weiteren Blick zu ihm rüber. Dass er nichts sagte, machte sie verrückt.
Der Tierarzt sah ein, dass er eigentlich nur der letzte Stein auf dem Weg zum Glück der beiden war. Und er wollte, dass sie glücklich wird. Auch wenn er sich immernoch hintergangen fühlte. Wie ein gebrauchtes Einwegprodukt, das nicht mehr zu gebrauchen war. Nur Mittel zum Zweck. Und was hatte er davon. Er stand alleine da, mal wieder.
Eines wollte er noch wissen:,,Du liebst ihn?"
,,Ja", antwortete sie leise.

Schon mein ganzes Leben lang.

Doch das behielt sie lieber für sich. Es war schon schwer genug für ihn.
,,Dann will ich euch nicht im Weg stehen", versuchte Martin noch so gelassen wie möglich zu wirken.
Sie blickte ihn wieder an.,,Es tut mir Leid, wirklich. Ich kann nichts dagegen tun. Und wenn ich das blöde Ding da", sie deute auf ihr Herz, ,,nicht hätte, wäre ich sicherlich nicht hier, um dir weh zu tun. Ich hoffe du findest eine Frau, die dich glücklicher machen kann, als ich es hätte tun können. Es tut mir Leid." Sie beugte sich nach vorne und drückte ihm noch einen letzten Kuss auf die Stirn, bevor sie aufstand und die Wohnung verließ. Martin blieb alleine zurück. Er hatte nur noch den kalten Tee von ihr, den sie nicht angerührt hatte.

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15.08.2010 01:52
#289 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Na Meier", sein guter alter Freund setzte sich am Mittagstisch zu ihm.
,,Wie ist es gelaufen?", wollte Mehdi sofort wissen. ,,Ähm, was gehts dich an? Du wolltest mir doch auch nicht helfen!"
,,Ja, weil ich bestimmt nicht dein Liebesbote bin. Außerdem wolltest du doch wieder einen auf beste Freunde machen, also. Sieh das als angenommene Entschuldigung an." Wobei es Mehdi mehr interessierte, wie es Gretchen nun ging, konnte er aber nicht sagen.
,,Hast du es ihr gesagt?"
,,Was genau meinst du?"
,,Du weißt genau, was ich meine."
Marc verdrehte die Augen.,,Was soll das hier werden? Willst du es mir vielleicht tanzen?"
,,Man, dass du sie liebst, du Vollpfosten!", gab Mehdi eben so gereizt zurück. Er verstand auch nicht, wieso Marc sich immer so anstellen musste, anstatt einmal auch nur über seinen Schatten zu springen.
,,Gehts noch lauter?"
,,Hast du?"
Er nahm einen Löffel von dem Pudding und nickte möglichst unauffällig.
,,Ist wohl doch nicht so gut gelaufen oder wie?"
,,Doch...also wir sind....dings....sie ist.... wieder meine...du weißt schon was ich meine."
,,Freundin."
,,Genau."
Der Gynäkologe verstand trotzdem nicht, wieso sein Freund dann so misepetrig drein schaute. War das Fassade oder gab es noch einen Haken?
,,Aber sie war doch jetzt erst mit diesem Tierarzt zusammen."
,,Seit heute nicht mehr."
,,Das ging aber schnell. Kann mir bei Gretchen gar nicht vorstellen, dass sie so skrupellos sein kann."
Marc löffelte weiter desinteressiert seinen Pudding.
,,Naja wenigstens bist du mal wieder fein aus der Sache raus. Kann gar nicht glauben, dass du es ihr gesagt hast!"
,,Mmmh", mitlerweile war der doch mit was ganz anderem beschäftigt. In der Ecke der Cafeteria saß eine Schwester, die wohl ihr Kind mit zur Arbeit genommen hatte. Das Mädchen lachte, aß den Pudding ihrer Mutter und verteilte hier und da ein wenig von dem Inhalt der Schüssel. Die Schwester putzte ihrer Tochter den Mund und lachte gemeinsam mit ihr. Augenblicklich stellte er sich Gretchen in dieser Situation vor. Der Anblick ließ sogar für einem Moment Dr. Meiers Herz höher schlagen, doch schon überkamen ihn wieder Zweifel. Konnte er das auch?
,,Marc!"
,,Mmmmh"
,,MARC! Hörst du mir überhaupt zu?!", schrie Mehdi wütend.
,,Was? Ja natürlich:"
,,Ich hab dich was gefragt."
Marc blickte ihn nur erwartend an, ohne zugeben zu müssen, dass er mit seinen Gedanken woanders war.
Mehdi fragte genervt:,,Boah, ob bei dir alles in Ordnung ist. Offensichtlich ja nicht, wirkst nicht sonderlich glücklich. Hast die ganze Zeit in die Ecke gestarrt."
Marc schwieg und leerte seinen Pudding. Er überlegte einen Moment und hielt es dann für richtig, Mehdi einzuweihen. War ja nicht umsonst halb Arzt, halb Frau.
,,Gretchen ist schwanger."
Anfangs blickte Mehdi seinen Freund geschockt an. So ganz ohne war die Info für ihn dann auch wieder nicht. Immerhin gehörte Gretchen immer noch ein kleiner Teil seines Herzens. Aber er beschloss sich nichts anmerken zu lassen.
,,Von dir?", fragte er stattdessen amüsiert.
Wider nickte Marc nur und Mehdi begann zu lachen.
,,Was ist daran so lustig? Hab gerade echt andere Sorgen."
,,Hahaha naja hahaha...ich glaube sogar Osama Bin Laden..hahaha... wäre ein einfühlsamerer Vater als du."
,,Sehr witzig."
Nun hörte auch Mehdi auf zu lachen.
,,Du meinst es ernst, oder?"
,,Was denn sonst? Ich wollte Gretchen und jetzt hab ich sie wieder."
,,Ja mit Familie, ergo Verpflichtungen. Das, was du nie wolltest."
,,Vielleicht sehe ich das ja jetzt anders? Kann ja eh nichts mehr daran ändern."
,,Wow, hätte nicht gedacht, dass ich das mal von dir höre." Mehdi war wirklich erstaunt und beneidete seinen Freund gerade irgendwie ein wenig.
,,Dann schreib es dir auf und häng es dir in deine Wohnung oder was auch immer. Sag mir lieber, was ich jetzt machen soll."
,,Na nichts. Das Kind kommt erst in 9 Monaten. Bis dahin kannst du nicht viel falsch machen. Geh mit ihr zu den Untersuchungen und achte auf ihre Ernährung. Sollte bei Heißhunger nicht das essen, was auch wirklich dick macht."
,,Wird schwer", jetzt grinste Marc auch wieder.
,,Du packst das schon. Hat noch keinen umgebracht."
Daraufhin stand Mehdi auf, klopfte Marc noch einmal aufmunternd auf die Schulter und verschwand schließlich.

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16.08.2010 02:34
#290 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Nach einer Doppelschicht fuhr Marc später zur Villa Haase. Diesen Abend wollte er nicht alleine verbringen, zumal ihn das Gespräch mit Mehdi etwas erleichtert hatte. Zumindest musste er nicht mehr bei jedem vorbeilaufenden Kind an seine eigene Rolle als Vater denken.
Nachdem er geklingelt hatte, machte ihm Frau Haase auf.
,,Was wollen Sie?", wurde er begrüßt.
,,Ist sie da?"
,,Das geht Sie nichts an. Sie sind in diesem Hause nicht erwünscht. Tschüss."
Doch bevor Bärbel die Tür schließen konnte, schob Marc sich einfach an ihr vorbei und murmelte:,,Das geht mich eine Menge an."
,,Na hören Sie mal. Sie können hier nicht einfach reinplatzen. Das ist Hausfriedensbruch!", empört schrie sie durchs Haus.
,,Was ist denn hier los?" Franz trat aus dem Wohnzimmer.
,,Herr Professor", Marc nickte ihm zu, ,,ich wollte zu Ihrer Tochter."
,,Das können Sie vergessen. Sie haben meinem Kälbchen nur Unheil bereitet! RAUS!"
Gretchens Intresse wurde durch das Geschrei im Haus ebenfalls geweckt. War das gerade die Stimme ihres Vaters? Was machte der hier? Gut, nachdem sie Martins Wohnung verlassen hatte und wieder nach Hause kam, war sie gleich in ihr Zimmer gestürmt und hatte die Sorgerufe ihrer Mutter nur ignoriert. Lieber hatte sie sich noch ein wenig auf ihrem Bett ausgeheult und ihr gutes, altes Tagebuch wieder hervor gekramt.
Jetzt stand sie auf und rannte die Treppe hinunter. Auf dem zweiten Absatz musste sie mit ansehen, wie ihr Vater versuchte Marc brutal aus dem Haus zu werfen. ,,Papa!"
,,Kälbchen!" Er hielt seinen Oberarzt immer noch fest im Griff.
,,Gretchen", sagten Bärbel und Marc gleichzeitig.
,,Würdest du Marc vielleicht erst einmal los lassen? Ihr habt sie doch nicht mehr alle."
,,Gretchen, er hat dir genug Leid angetan", mischte sich jetzt Bärbel ein.
,,Was machst du überahupt hier?", wandte sie sich lieber an ihren Vater, der jetzt doch Marc die Freiheit gewährte. Der zog es vor gleich auf Abstand zu gehen.
,,Deine Mutter und ich haben uns ausgesprochen. Und ich muss ihr gerade voll und ganz zustimmen."
Sie wurde zunehmend wütender.,,Ihr versteht wohl immer noch nicht, dass ich keine 13 mehr bin! Ich bin 30 und kann alleine entscheiden, wer mich besuchen darf und wer nicht!" Sie stellte sich an Marcs Seite und fragte ihn:,,Und was machst du jetzt hier?" Marc fühlte sich sichtlich unwohl, schaute kurz zu Franz und Bärbel und räusperte sich. Dann beugte er sich nach vorne, damit er ihr etwas zuflüstern konnte:,,Ich dachte du könntest doch mit zu mir, damit du nicht bei deinen Eltern bleiben musst und ähm du könntest mir ja auch noch sagen, was mit dem Pe.- ...äh..Kerl war." Gretchen strahlte augenblicklich.

Er will nur nicht alleine bleiben. Manchmal kann er einfach so unwiderstehlich sein! Okay manchmal ist in dem Fall ein Euphemismus. Sollte daran arbeiten ihm auch mal widerstehen zu können!

Schon mischten ihre Eltern sich wieder ein.,,Ich verbiete dir schon wieder mit Dr.Meier anzubändeln. Der verletzt dich nur wieder." ,,Außerdem, was ist denn mit dem netten Tierarzt?", fragte Bärbel.
,,Arrrrgh", machte Gretchen nur.
,,Wir sorgen uns nur um dich."
Marc beugte sich wieder zu ihr nach vorne. ,,Sag mal wissen die, dass du..."
,,Ja wissen sie", unterbrach Gretchen ihn. Er kam sich gerade hilflos vor. Was sollte er auch sagen? Irgendwo hatten die Haases auch Recht gehabt.
,,Nur noch mal zum Mitschreiben. Das ist MEIN Leben und ich entscheide. Wie oft denn noch! Und wir bekommen zusammen ein Baby, falls euch das entgangen ist!", schrie sie ihren Eltern entgegen.
,,ER ist der Vater?" Bärbel war völlig entsetzt.,,Der Tierarzt wäre mir aber lieber gewesen."
,,Meier, sie sind doch nicht mal fähig auf Patienten einzugehen, wie wollen sie da ein Kind erziehen?", auch Franz war weniger begeistert.
,,Ich....äh... werde mein Bestes geben", antworte Marc ziemlich unsicher.
,,Das reicht aber nicht! Ich werde Sie beobachten Meier. Und ich warne Sie, wenn Sie nu.-", Franz war breits drohend mit dem Zeigefinger voran auf Marc zugegangen, da schrie Gretchen dazwischen:,,Papa, Mama es reicht!!! Ihr solltet euch mal reden hören!"
,,Du solltest dich mal sehen, Kind", erwiderte Bärbel.
Doch für Gretchen war der Bogen eindeutig überspannt.
,,Komm Marc, wir gehen."
,,Äh... bist du dir sicher?" Marc dachte gerade eher daran, was passiert war, als der Professor ihn das Letzte mal wegen seiner Tochter bestraft hatte. Und er wollte schon noch operieren. Sah dann aber auch ein, dass die Situation gerade aussichtslos war.
Statt ihm zu antworten, nahm sie seine Hand, riss mit der anderen die Haustür auf und zog ihn mit sich hinaus. ,,Magarethe, jetzt warte doch!" Aber solche Rufe nahm sie schon gar nicht mehr war. Kategorisches Ausblenden war angesagt.

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17.08.2010 02:17
#291 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Die ganze Fahrt über, hatte Gretchen nicht an Worten gespart, was ihre Eltern betraf. Währenddessen hatte Marc nur stumm da gesessen, als wenn nichts gewesen wäre. Auch als er den Wagen parkte und ausstieg, verlor er kein Wort darüber.
Gretchen schlug die Autotür ebenfalls zu.,,Hast du dazu nichts zu sagen?", fragte sie ihn vorwurfsvoll, während er schon dabei war den Schlüssel in die Wohnungstür zu stecken. Er ließ davon ab und drehte sich zu ihr. ,,Deine Eltern machen sich auch nur Sorgen...irgendwie auch verständlich."
,,Schon, aber manchmal wünsche ich mir einfach, dass sie mir mehr zuhören würden, anstatt mein Leben kontrollieren zu wollen."
Marc drehte sich wieder um und schloss die Tür auf. Er betätigte den Lichtschalter und warf den Schlüssel auf die Anrichte. Gretchen folgte ihm und schloss die Tür.
Als er sah, wie unzufrieden sie drein blickte, nahm er ihre Hand und zog sie zu sich.
,,Hey, die kriegen sich schon wieder ein." Behutsam strich er ihr über die Wange.
,,Vielleicht...", murmelte Gretchen.
,,Wie...lief es heute Nachmittag? Deine Eltern sind doch nicht der einzige Grund."
,,Ich weiß nicht, das war so...seltsam." Ihr schossen mal wieder die Tränen in die Augen, die auch schon ihren Weg nach unten bahnten.
,,Sieh mich an", forderte er.
Sie tat, wie ihr befohlen und war dankbar, dass sie Marc wieder hatte und dass auch noch so... verändert.
,,Alles geht gerade irgendwie so schnell. Komme gar nicht mehr dazu, es zu realisieren", sprach Gretchen, auch wenn bei den letzten Worten ihre Stimme fast versiegte.
,,Hey..", er küsste ihr die Träne weg, die gerade hinunter kullerte und dann gab er ihr einen kurzen innigen Kuss. ,,Fühlt sich das etwa nicht real an?"
Gretchen lächelte augenblicklich. ,,Doch, sehr sogar!"
,,Und wieso heulst du dann noch?" Tatsächlich rannen ihr die Tränen noch über die Wangen.
,,Ich weiß nicht, diese Hormone machen mich noch verrückt."
,,Mmmh", Marc grinste über beide Wangen, ,,..wollen wir sie doch gleich wieder in Schwung bringen!" Gretchen hatte gar nicht mehr die Chance sich zu wehren, da wurde sie auch schon mit einem Kuss "überfallen", der ihr sowieso jegliche Sinne raubte, sodass sie mit ihren Knien kurz einknickte und Marc sie auffangen musste. Der ließ es sich nicht nehmen, sie gleich ins Schlafzimmer zu tragen, um nicht nur seine Sehnsucht zu stillen.

So vergingen die Wochen, in denen Marc und Gretchen sich also wieder ausgiebig aneinander gewöhnt hatten. Tatsächlich hatten auch Bärbel und Franz sich wieder eingekriegt und sich mit einem Abendessen bei dem jungen Paar entschuldigt. Sie akzeptierten nun vorläufig deren Beziehung, natürlich nicht ohne, dass Franz noch ab und zu sein Auge auf die beiden warf.
Gretchen verbrachte so die Nächte öfter bei Marc. Sie wollten auch nichts überstürzen, das wäre doch direkt zu viel des Guten gewesen. Außerdem hatten sie auch noch Monate Zeit, bis das Baby kommen würde. Das wuchs im Übrigen gesund im Bauch seiner Mutter. Wenn man ganz genau hinschaute, konnte man sogar schon eine leichte Wölbung feststellen. Marc hatte Gretchen zu jeder Untersuchung bis jetzt begleitet. Und auch Mehdis übrige Ratschläge, nahm er gerne entgegen, wenn auch ganz gewohnt nach Meiermanier. Man könnte fast meinen, dass er sich mitlerweile mit dem Gedanken angefreundet hatte und sich auf das Kind freute. Aber nur fast, immerhin sprachen wir hier noch von Dr. Marc Meier. Wenn der das hören würde...
Zumindest hatte er sich gleich nach der ersten Nacht, in dem Gretchen und er nun offiziell wieder ein Paar waren, einer weiteren Sache gewidmet. Direkt am Morgen war er zum Polizeirevier gefahren, um Gabi anzuzeigen. Seitdem war die Schwester nicht mehr im Krankenhaus aufzufinden, was nicht nur ihm, sondern auch Gretchen ganz Recht war.
Doch leider hatten sie über die Wochen jemanden vergessen.
Marc und Gretchen saßen gerade ungestört im Schwesternzimmer. Wirklich ungestört, sonst würden sie auch nicht wild rumknutschen. Nur leider hatten sie sich da zu früh gefreut. Ruckartig wurde die Tür aufgerissen und es ertönte ein:,,Marc Olivier!" Die beiden ließen sofort voneinander ab und Marc stöhnte genervt auf. ,,Was müssen meine kostbaren Augen da mit ansehen?"

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18.08.2010 02:02
#292 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Mutter", sagte Marc so abfällig wie möglich. Sie hatte immer noch das excellente Gespür für das richtige Timing.
,,Marc Olivier, ich hoffe für dich, dass du einfach nur Spaß haben willst. Offenbar hast du es ja gerade sehr nötig."
,,Boah, du sollst mich nicht so nennen, Mutter!" Er war wirklich gereizt. ,,Gretchen ist meine Freundin."
,,Das soll wohl ein billiger Scherz sein. Du hattest dich doch von dieser Seekuh da getrennt."

Ich bleibe ganz ruhig.
Oh Gott bald werde ich noch mit Rainer Calmund verwechselt!


Dabei schaute Gretchen auf die Wölbung ihres Bauches. Doch Gretchen versuchte wirklich gelassen zu bleiben. Sie legte ein Grinsen auf und sagte:,,Ich freue mich auch Sie zu sehen, Frau Fisher." Aber Marcs Mutter ließ sich davon gar nicht beeindrucken und ignorierte Gretchen gekonnt.
,,Das war kein Scherz, ganz im Gegenteil. Und ich fürchte, dass du dich damit abfinden musst", setzte Marc wieder an.
Frau Fisher schaute zwischen Gretchen und Marc hin und her.
,,Was soll das heißen, Marc?!"
,,Wir bekommen ein Baby", sagte er trocken.
,,WAS?!", schrie sie, ,,Großer Gott, ich kriege Kreislauf. Komm her und kümmer dich um deine Mutter."
,,Mach hier keine Szene und setzt dich einfach irgendwo hin."
Betroffen ließ sich Elke auf den nächsten Stuhl nieder. Sie spielte das leidende schwarze Schaf, das aus allem heraus gehalten wurde. ,,Das gibt ein Desaster. Schon wieder eine Krankenschwester. Du bist nicht mein Sohn. Dieser Bastard wird mir nicht ins Haus kommen. Olivier, ich enterbe dich."
,,Das ist mir scheiß egal. Gretchen und ich werden dieses Kind bekommen."

Er verteidigt mich, also uns, vor seiner Mutter.
Achja das ist mein Marc!


,,Nicht in diesem Ton. Ich bin immer noch deine Mutter." Elke fecherte sich mitlerweile Luft zu, um weiter die Leidende zu spielen.
,,Wieso, ich dachte, ich bin eh enterbt?"
,,Nicht nur das, du bist gleich auch noch Schuld daran, wenn deine Mutter den Kampf gegen die Wechseljahre verliert, nur weil ich den Schock meines Lebens erleidet habe."
Gretchen verdrehte die Augen.,,Frau Fisher, gegen die Menopause verlieren Sie so oder so."
,,Marc, sag dieser Person, dass ich niemals alt werde. Bin doch immer noch fit und viel zu jung für soetwas."
,,Werde ich nicht tun. Du bist alt und du wirst Oma."
,,So habe ich dich nicht erzogen!"
,,Stimmt, du hattest ja immer etwas Besseres zu tun!"
Elke sprang jetzt wütend von ihrem Stuhl auf und rückte ihre Tasche zurecht. ,,Olivier, ich schicke dir mein neues Kapitel per Mail. Die Luft ist mir hier zu dünn."
,,Ich werde auch deine sch.-", setzte Marc an, doch Elke hörte ihm gar nicht zu.
,,In einer Woche musst du es Korrektur gelesen haben", und da stöckelte sie auch schon davon, sodass weder Sohn noch dessen Freundin reagieren konnten.
,,Wow, ich vergesse immer wieder, wie unglaublich charmant deine Mutter sein kann", stellte Gretchen amüsiert fest.
,,Die kriegt sich schon wieder ein. Und wenn nicht, dann ist es auch nicht tragisch."
,,Marc!"
,,Was?"
,,Sie ist immer noch deine Mutter!"
,,Boah, ne. Du redest schon genau wie sie."
,,Nur weil sie dich abfällig behandelt, heißt das ja nicht, dass du sie auch so behandeln musst."
,,Wie denn sonst? Nach dem Motto:'Wenn dir einer rechts eine reinhaut, dann halt ihm auch noch die linke Wange hin, oder wie'?"
,,Ach, ich dachte du bist nicht religiös?"
,,Bin ich auch nicht und genau deswegen behandel ich jeden, so wie ich es will. Sabine, Kaffee!", schrie er der Schwester entgegen, die seitdem sie Elke Fisher gesehen hatte, verstohlen im Raum stand.
,,Und was ist mit dem Kind? Was ist, wenn es nach seiner Oma fragt? Was willst du dann sagen?", zischte Gretchen, sodass Sabine es nicht hören konnte.
Marc überlegte eine Weile. Er hasste es, wenn er im Unrecht war. Aber Gretchen hatte Recht. Er konnte nicht mehr nur an sich denken, jetzt hatte er bald eine eigene Familie.
,,Naja wir können ja erstmal mit Opa Essen gehen", schlug er vor, damit er zumindest das mit seiner Mutter nicht zugeben musste. Die würde sich schon noch an die Situation gewöhnen. Außerdem sah er seinen Vater gerade um Längen lieber.

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

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19.08.2010 01:57
#293 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Jürgen war mehr als skeptisch gewesen, als sein Sohn ihn zum Essen mit seiner Freundin eingeladen hatte. Zudem wusste er ja eben so wenig wie Elke zuvor, wen er mit "Freundin" jetzt meinen könnte. Doch als er das Lokal betrat und er bereits erwartet wurde, war er sichtlich erleichtert, dass Gretchen an Marcs Seite stand. Er umarmte seinen Sohn zur Begrüßung und tat dies auch gleich Kund:,,Weißt du was für ein Stein mir vom Herzen gefallen ist!"
,,Äh...wieso?", schaute Marc ihn mit hochgezogener Stirn an.
,,Na wer wusste schon, wen du hier mit anschleppst. Eine andere als Gretchen hätte mir gestohlen bleiben können." Ganz charmant nahm Jürgen daraufhin Gretchens Hand und gab ihr einen Kuss auf diese. Sie schaute nicht schlecht und war mal wieder von dem Charme der Meiers überwältigt. Als Gretchen dann auch noch Marcs erschrockenen, man könnte meinen eifersüchtigen, Blick sah, lächelte sie. ,,Tja Marc, da kannst du dir noch eine Scheibe von abschneiden."
Daraufhin stimmte Jürgen in ihr Lachen ein.
,,Sehr witzig", entgegnete Marc und setzte sich als Erster. Auch die anderen beiden suchten nun ihren Platz.
,,Okay, dann schießt mal los. Ihr habt eine Menge Erklärungen nötig, damit der alte Herr versteht, warum ihr überhaupt getrennt gewesen seid! Du wolltest ja nie mehr sagen, Sohn! Also, ich warte." Jürgen lehnte sich zurück und bestellte auch gleich das erste Bier. Während Marc überlegte, ob er mit der Wahrheit herausrücken sollte, erinnerte sich Gretchen an das letzte Essen mit Marcs Vater. Damals hatte er schon gewusst, dass Marc und sie füreinander bestimmt waren. Im Gegensatz zu seinem Sohn, schien er einen Riecher für so etwas zu haben. Auch wenn Marc da noch Gabi heirateten wollte und sie ihm jeden Abend hinterher trauerte, erinnerte sie sich doch gerne daran. Und wenn sie ehrlich war, hatte ihr das Spiel damals gefallen. Dass Jürgen den Allwissenden gespielt hatte und Marc mehr oder weniger aufgeschmissen war. Nur seine Worte hatten sie damals ziemlich verletzt. Als Jürgen ihn aufmerksam darauf gemacht hatte, dass man aus Liebe heiratet, hatte Marc gesagt: 'Tue ich doch. Ich heirate Gabi!' Die Worte hallten noch immer in ihrem Kopf. Und auch wenn sie jetzt nicht mehr von Bedeutung waren, so sehr schmerzte die Erinnerung noch.
Marc hatte derweil beschlossen reinen Tisch zu machen und begann seinem Vater die Wahrheit zu erzählen. Nicht nur von der Hochzeit oder Gabi, sondern auch über die Zeit, als sein Vater die Familie verlassen hatte. Ja Marc Meier redete tatsächlich über seine Gefühle. Da merkte man mal wieder, wie sehr er sich verändert hatte. Gretchen liebte diese Momente. Sie gaben ihr das Gefühl, endlich mal etwas richtig gemacht zu haben. Da war die zuvorige Erinnerung nur ein blasser Schimmmer dagegen.
,,Sie hat mich nie ernst genommen, bis heute nicht. Als ob sie immer noch dich in mir sieht", erzählte Marc von seiner Mutter.
,,Es tut mir so Leid!" Jürgen wiederholte diesen Satz des Öfteren. Dabei war er wirklich den Tränen nahe. Er hatte seiner Familie so viel Unrecht getan. Er hatte Elke nie wirklich geliebt. Spaß war sein Ziel, ein Kind war nie geplant gewesen. Und trotzdem hatte er geheiratet und damit den wohl größten Fehler seines Lebens begangen. Nicht nur Elke, sondern vor allem dem Kind gegenüber. Gretchen merkte immer wieder, wie die ältere Version ihres Freundes mit sich kämpfte und hielt daraufhin seine Hand und streichte immer wieder fürsorglich darüber. Immerhin erreichte sie so, dass er wieder etwas lächelte.
Als endlich auch das Essen kam, staunte Jürgen nicht schlecht. Gretchen aß gleich mehrere Sachen durcheinander. Sie hatte sich tatsächlich unbeobachtet neben ihrem Schnitzel mit Bratkartoffeln auch noch ein Mousse au Chocolat und ein Eis zu kommen lassen. Natürlich heimlich, denn ein Marc Meier ließ sich nicht so schnell überwinden. Auch Marc bemerkte jetzt erst die Bestellung. Er ließ von seinem Teller ab, stand auf und befahl:,,Hasenzahn mitkommen!" Sie ahnte schon, was sie sich jetzt wieder anhören durfte. Da musste sie echt noch mal ein Wort mit Mehdi wechseln. So konnte das ja nicht weitergehen. Widerwillig stand sie auf und folgte ihrem Freund. Sie blieb aber nicht unbeobachtet. Jürgen schaute auf jeden ihrer Schritte. Und als es bei ihm Klick gemacht hatte, verschwanden die beiden schon nach draußen.
,,Du sollst aufhören alles durcheinander zu essen, Hasenzahn. Und erst recht nicht das, wovon du erst recht zunimmst!"
,,Boah Marc, ich hab nun mal Apettit auf..naja...Vieles!"
,,Dann musst du dich eben zurückhalten!"
,,Sehr witzig, weißt du wie es sich anfühlt, nicht satt zu werden und dabei zu wissen dass man so oder so fetter wird?" Marc ging einige Schritte auf sie zu. Er liebte es, wenn sie sich unnötig aufregte. ,,Nein, deswegen weiß ich es ja auch besser." Er grinste sie schon wieder so allwissend an, was sie nur noch mehr reizte.,,Hör auf so zu grinsen!"
,,Hasenzahn, wie willst du das sonst alles wieder runter kriegen, wenn es mich nicht gäbe?" Diesmal schaute er sie anzüglicher an. Dann gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und nahm ihre Hand. ,,Und jetzt komm! Mein Vater wird jetzt eh schon Bescheid wissen, so wie ich ihn kenne", und zog sie dabei wieder mit Richtung Eingang.

Wohl wahr. Einer in dieser Familie muss ja das richtige Gen dafür abbekommen haben!

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Ann Offline

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19.08.2010 23:44
#294 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Das hier wird wohl der Vorvorletzte Teil sein, dann hab ichs auch endlich mal geschafft Also viel Spaß damit


Wie zu erwarten, stand Jürgen gleich auf und stellte fest, statt Fragen, als die beiden wieder zum Tisch kamen. ,,Junge, wieso habt ihr denn nichts gesagt?!" Und da umarmte er seinen Sohn auch schon stürmisch. ,,Was gesagt?", fragte Marc noch unschuldig. ,,Du erdrückst mich", Jürgen ließ von ihm ab. ,,Na tu doch nicht so, ich werde Opa!" Daraufhin ging er zu Gretchen und ließ es sich nicht nehmen, sie auch zu drücken.,,Mensch, dass ich das nicht gemerkt habe. Man sieht ja schon was!", fiel ihm auf, als er Gretchens Bauch betrachtete. ,,Ja, ich esse für zwei!" Dabei schaute sie vorwurfsvoll zu Marc rüber und setzte sich wieder. ,,Denk nicht mal dran", meinte Marc nur, als sie nach dem Mousse greifen wollte. ,,Lass sie doch essen. Dem Kind kann es doch nicht schaden!"
,,Keine Widerrede, willst du Eis oder Mousse?"
,,Och, Marc!"
,,Wieso lässt du sie nicht essen?", fragte Jürgen stattdessen.
,,Weil ich mich daran halte, was Mehdi uns gesagt hat."
,,Das ist mir aber gerade scheiß egal. Es schadet dem Kind nicht und ich habe verdammt nochmal hunger!"
,,Mehdi?"
,,Gynäkologe", antworte Marc kurz angeboten und wendete sich wieder zu Gretchen.
,,Ich werde das nicht mit dir diskutieren." Daraufhin nahm er das Eis und das Mousse und sah seinen Vater fragtend an:,,Also?"
,,Ich nehm das Mousse."
,,Ey.-" Gretchen machte das noch wütender. Hatten sich jetzt alle gegen sie verschworen, weil sie nur etwas essen wollte? Vorwurfsvoll schaute sie zu Jürgen, der jetzt auch noch die Seite gewechselt hatte. Als der das bemerkte, verteidigte er sich:,,Wenn der Gynäkologe das geraten hat, dann wirds wohl so sein müssen."

Na ganz toll.

Launisch stopfte Gretchen sich das Schnitzel und die Bratkartoffeln in den Mund. Wenigstens das wurde ihr nicht brutal entrissen.
,,Weiß Elke denn schon davon?", fragte Jürgen irgendwann.
,,Ja, bin enterbt", antwortete Marc kurz angebunden.
Jürgen musste daraufhin lachen. ,,Sowas hab ich mir fast schon gedacht. Das ist Elke, wie sie leibt und lebt. Aber keine Angst, sie kriegt sich schon noch ein. Und dann wird sie ihre Beerdigung planen, wenn sie eingesehen hat, dass sie alt ist. Spätestens da erscheint ihr wieder auf ihrem Testament."
Da stimmten auch Gretchen und Marc in sein Lachen mit ein.

Ziemlich spät verließen sie erst das Restaurant. Nachdem sie sich dann auch von Jürgen verabschiedet hatten, waren Gretchen und Marc auf dem Weg nach Hause. Sie hatten wirklich noch eine Menge Spaß gehabt, auch wenn es für Marcs Vater nur noch ein Thema gegeben hatte - seinen ungeborenen Enkel. Dabei hatte er wirklich nichts ausgelassen, um von ihm zu schwärmen. Richtig, er glaubte fest an einen männlichen Nachfolger, der am besten Fußballprofi bei Hertha BSC werden sollte. Marc musste grinsen, wenn er daran dachte. Vielleicht hatte er wirklich bald einen kleinen Junior, der um ihn herumtollte und mit ihm Fußball spielte. Ja er musste zugeben, dass er sich wirklich auf das Kind freute - und nicht nur darauf, sondern auch auf seine gemeinsame Zukunft mit Gretchen. Er hatte sie tatsächlich wieder und das wohl für den Rest seines Lebens. Alles war perfekt. Naja fast perfekt. Und das brachte Marc auf eine Idee. An einer ihm wohl bekannten Straße fuhr er rechts ran und war dabei auszusteigen, doch Gretchen hielt ihn auf:,,Marc, was soll das?"
,,Warte hier, bin gleich wieder da!"
Gretchen beruhigte das nicht gerade, erst recht nicht als Marc um die Ecke bog und nicht mehr zu sehen war. Es war dunkel und keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Jedes Geräusch machte sich also bemerkbar, was Gretchen die Angst eintrieb. Umso erleichterter war sie, als Marc wenig später wieder einstieg, die Tür zumachte und den Motor startete. Doch er fuhr nicht weiter Stadteinwärts, sondern war dabei zu drehen.
,,Was wird das?", fragte Gretchen also irritiert.
,,Hasenzahn, mach die Augen zu und halt die Klappe!"
,,Warum?"
,,Ist eine Überraschung!"

Überraschung? Mitten in der Nacht? Da bin ich aber mal gespannt...

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21.08.2010 00:59
#295 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Ich würde sagen, richtig geraten! Okay war ja auch irgendwie offensichtlich

Das Auto fuhr und fuhr und fuhr und Gretchen hielt es nicht länger aus. Es kam ihr vor wie eine halbe Ewigkeit, die sie nun schon unterwegs waren. Vorsichtig blinzelte sie aus ihren Augen hervor, doch leider vergebens. ,,Versuch es erst gar nicht", sagte ihr die Stimme von der Seite. Genervt stöhnte sie auf und lehnte sich wieder zurück, die Augen dabei geschlossen.
Gefühlte Stunden später kam das Auto dann endlich zum Stehen.
,,Darf ich jetzt die Augen wieder auf machen?"
Marc konnte nicht anders, als zu grinsen. Sie konnte so unglaublich ungeduldig sein.
,,Sei nicht so neugierig."
,,Marc, ich bin eine Frau. Ich bin von Natur aus neugierig."
,,Dann wird deine Natur jetzt eben warten müssen." Er stieg aus, um Gretchen auf der anderen Seite des Wagens die Beifahrertür zu öffnen. Dann schnallte er sie ab, nahm ihre Hand und half ihr aus dem Auto. Als er auch die Tür wieder geschlossen hatte, ließ er ihre Hände nicht mehr los. Vorsichtig führte er sie Schritt für Schritt vorwärts.,,Kann ich jetzt bitte die Augen aufmachen?", flehte sie.
,,Noch einen Moment", er führte sie noch einige Schritte vorwärts, ,,jetzt darfst du!" Langsam öffnete sie ihre Augen, in Spannung darauf, was sie jetzt erwartete.
Es war eine laue Herbstnacht. Vergleichsweise warm, wenn man es so wollte. Der Wind, der durch die riesige Lichtung außerhalb der Stadt zog, wehte ihr ins Gesicht. Die Nacht war absolut klar. Sterne funkelten und glitzerten am Firmament und nur die Sichel des Mondes ließ die Umgebung heller erscheinen. Wenige Meter von ihnen entfernt stand ein kleines Gebäude mit rundlichem Dach auf einem Vorsprung, nachdem nur unzählige Felder folgten. Es erinnerte sie ungewönhlicher Weise an eines der erdischen Häuser aus einem der Star Wars Filme. Sie befürchtete schon, dass im nächsten Moment Luke Skywalker aus dem Gebäude stürmen würde. Doch statt Luke, stand neben ihr Marc Meier, der ihr Herz gerade höher schlagen ließ. Er hatte sie also wieder zur Sternwarte mitgenommen. Aber trotzdem war es ihr schleierhaft, warum er gerade jetzt hier her wollte. Sie schaute wieder hinauf, in die leuchtenden Sterne.
,,Es ist immer noch schön hier", sagte sie verträumt. Im nächsten Moment spürte sie zwei warme Hände an ihrem Bauch, die sie von hinten umarmten.
,,Hmmm", murmelte er schließlich nur.

Dieser Ort hat was. Ich weiß noch, als wir das letzte Mal hier waren und er mir zumindest voerst versprochen hatte, Gabi nicht zu heiraten!

Eine Weile standen sie einfach nur da, eng umschlungen und sahen in die Sterne. Irgendwann fragte Gretchen dann:,,Wieso wolltest du gerade jetzt hierhin?"
Marc überlegte eine Weile und suchte sich spontan ein paar Worte zurecht.
,,Weißt du noch, als wir das letzte Mal hier waren?"
,,Mhhh, du hast mir gesagt, dass du Gabi nicht heiraten wirst." Zu gerne erinnerte sie sich noch einmal an den Moment. Marc zog langsam seine Hände weg, was sie verwundert wahrnahm und sich zu ihm drehte. ,,Wieso fragst du?", wollte sie wissen.
,,Gretchen, ich...", irgendwie schien er nervös, er nahm wieder ihre Hände und zog sie ein Stück zu sich. ,,Du weißt, dass ich das mit Gabi nie gewollt habe, und wenn sie nie dazwischen gekommen wäre, hätten wir schon länger so leben können, wie wir es gerade tun", begann er.

Das ist so unglaublich...süß!!!

,,Und du sollst wissen, dass ich mich freue. Sowohl auf unser Kind, als auch auf eine Zukunft mit dir, Gretchen. Du hast richtig gehört, ich will nur noch dich und unser Baby. Findest du nicht auch, dass eigentlich nur noch eines fehlt?"
Sie überlegte einen Moment, als er stockte.

Was hat er vor? Er will doch nicht etwa....

In dem Moment überwand Marc sich und ging runter auf die Knie.

Oh Gott, oh Gott, oh Gott! Er will!!! Ich muss träumen!

Marc kramte das Utensil heraus, das er gerade noch erworben hatte. Schließlich fragte er:,,Hasenzahn...ähm....Gretchen, willst du meine Frau werden?"

Oh Gott: Ja!Ja!Ja!Ja!Ja!!!

Sie strahlte so breit sie konnte und sagte schließlich:,,Natürlich will ich das, du Idiot!"
Marc stand erleichtert wieder auf und war dabei ihr den Ring mit rosa Plastiksteinchen aus dem Kaugummiautomaten anzustecken. ,,Tut mir Leid, das war der einzige Juwilier, der gerade noch offen hatte". Doch das kümmerte Gretchen gar nicht. Überglücklich verschloss sie seine Lippen mit einem leidenschaftlichem Kuss.

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Ann Offline

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21.08.2010 12:21
#296 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Tadaaa und das ist tatsächlich der letzte Teil

Gleich am nächsten Tag hatte Gretchen dann auch ihren Kaugummiautomatenring gegen einen würdigen Verlobungsring eingetauscht bekommen. Ein weißgoldener Ring mit einem kleinen Brillianten zierte von da an ihren linken Ringfinger.
Doch auch den hatte sie nicht wirklich lange behalten. Nur drei Monate später stand das Paar Haase/Meier vor dem Altar. Zumindest war es das für Gretchen. Für Marc war es eher der Schreibtisch eines Standesbeamten. Denn beide hatten sich dazu entschlossen urspürunglich nach der Geburt des Kindes zu heiraten. Gretchen fand eine Hochzeit, wo die Braut in ihrem Kleid wie eine riesige Schneekugel aussah, nur halb so romantisch. Da aber ein gewisser Herr darauf bestand, dass sein Kind auch seinen Namen trägt (Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn Meier junior nach einem Tier benannt worden wäre), wurde also kurzum ein Kompromiss eingegangen. Gretchen, zwar im 6. Monat schwanger und deshalb kugelrund, war damit dann so weit auch zufrieden gewesen. Auch wenn sie keine gerade schlanke Figur in ihrem Kleid machte, ganz im Gegenteil. Marc liebte sie so, wie sie war und erst Recht, wenn sie sein Kind in ihrem Bauch trug.
Trauzeugen zu diesem Anlass waren zum einen Mehdi, der sich wirklich wieder mit Marc zusammen gerauft hatte und sogar wieder regelmäßig mit ihm Squash spielen ging, und Gina Amsel, eine alte Studienfreundin Gretchens, die extra aus London gekommen war.
Nachdem der Standesbeamte also seine Ansprache gehalten hatte und alle Anwesenden, die lediglich aus Elternteilen beiderseits, Schwester Sabine, Dr.Hassmann, Niko und Marcs Golfkollegen bestand, begrüßt hatte, konnte nun endlich geheiratet werden. Als beide deutlich mit "Ja, ich will" geantwortet hatten, wurden Ringe getauscht und es folgte ein inniger Kuss. So formell die Veranstaltung auch gewesen sein mag, desto einzigartiger war der Moment für das jetztige Ehepaar Meier gewesen. Die beiden hatten nun also endlich ihre Liebe zueinander gefunden, nachdem sie sich fast 2 Jahrzente lang kannten.
Weitere 2 3/4 Monate später, also eine Woche zu früh, wurde nach langem Nervengezerre beider Eltern, der kleine Liam Meier geboren. Mit 50cm und 3240g war er der ganze Stolz seiner Eltern. Und spätestens als Marc den Kleinen in seinen Armen hielt und ihn einfach nur ansah, waren alle seine Zweifel wie weggeblasen. Er hatte sich auf den ersten Blick in den kleinen Fratz verguckt und könnte sich ohrfeigen, wenn er daran dachte, früher strickt gegen Familie gewesen zu sein.
Doch die erste Vorfreude war bald verflogen, als es ziemlich lange dauerte bis er mal seine paar Stunden regelmäßig in der Nacht durchschlief. So musste Dr. Marc Meier, Arzt aus Überzeugung, also tatsächlich vorerst seinen Job an den Nagel hängen und ebenfalls Elternzeit nehmen.
Gretchen war damit mehr als zufrieden. Sie war überglücklich, dass sie nicht nur mit dem Kind nicht alleine war, sondern auch, dass sie die Zeit gemeinsam als Familie verbrachten.
Nebenbei bemerkt waren Marc und Gretchen kurz nach der Trauung in eine deutlich größere Wohnung nahe der Klinik gezogen. Das großzügige Wohnzimmer war auch immer für Besucher offen, die sich das natürlich nicht nehmen ließen. Allen voran standen Bärbel und Franz Haase. Vor allem Bärbel konnte sich an ihrem kleinen Enkel gar nicht satt sehen. Wann immer sie konnte schneite sie in die Wohnung mit direktem Weg zum Kinderzimmer. Mit seinen mitlerweile leicht grün pigmentierten Augen, verstand der jüngste Meier es nun mal, alle um seinen Finger zu wickeln. Und wenn er dann auch noch lächelte, war es um alle längst geschehen. Selbst Elke Fisher, ja sie hatte ihren Sohn doch nicht enterbt, nachdem Gretchen ihn dazu gezwungen hatte wirklich das neue Kapitel ihres Romans zu lesen, hatte sich nun damit abgefunden Oma geworden zu sein. Auch wenn sie es nicht immer zu gab, liebte sie ihren Enkel mindestens so sehr, wie ihren Sohn.
Auch Opa Meier bekam von Liam gar nicht genug. Jürgen hatte sich seinen Enkel genauso vorgestellt. Immerhin glich der Kleine Marc nicht nur in der Augenfarbe, sondern in vielerlei Hinsicht. Nur die Löckchen hatte er der Mutter zu verdanken. Jürgen hatte außerdem mitlerweile wieder eine Lebensgefährtin gefunden, die sympatisch zu sein schien.
So hatten Marc und Gretchen also genug Babysitter für den Kleinen, falls sie auch mal einen Abend für sich brauchten. Als langsam der Alltag einkehrte und Liam endlich durchschlief, konnte Marc nun wieder in der Klinik arbeiten.
Auch ihren guten alten Freund Niko hatte Gretchen nicht vergessen. Ab und zu trafen sie sich mal wieder und auch er konnte es immer wieder nicht glauben, dass sie und sein ehemaliger Nachbar noch die Kurve gekriegt hatten, wenn sie Liam mitbrachte. Leider konnten sie sich nicht allzu oft sehen, da nicht nur das Kind viel Zeit beanspruchte, sondern auch weil Marc hier und da den eifersüchtigen Gockel raushängen lassen musste und ihr schlichtweg verboten hatte, andere Männer zu treffen. Sie hatte ihm ja angeboten mitzukommen, aber wie zu erwarten, gab es da für Marc Meier keine Kompromisse.
Nachdem die Geburt des Babys nun also schon ein 3/4 Jahr her war, fand Gretchen sich schlank genug für ein Hochzeitskleid. Anders als die standesamtliche Trauung, sollte die kirchliche Hochzeit alles andere als klein und bescheiden werden. Zudem stand zusätzlich die Taufe des Sohnes an.
Geheiratet wurde also in einer Kirche, die genug Platz hatte für alle 200 geladenen Gäste. Anwesend waren sämtliche Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, sowie Arbeitskollegen und deren Begleitungen.
Gretchens Kleid war ein Traum aus weißer Seide, die raffiniert aufgerafft war und mit Tüll unterstrichen wurde. Zudem war es trägerlos und hier und da war ein Blumenmuster aufgestickt.



Marc hingegen trug einen schlichten schwarzen Anzug.



Als nun die Orgel also den Hochzeitsmarsch spielte, galten alle Blicke nur Gretchen und ein Raunen ging durch die Reihen. Die Braut wurde strahlend von ihrem Vater in die Kirche geführt. Schon immer hatte sie von diesem Moment geträumt, indem alle sie bestaunten und ein ebenso glücklicher Zukünftiger vor dem Altar auf sie wartete. In ihren Träumen war dieser jemand natürlich immer Marc gewesen und nun war dieser Traum auch endlich wahr geworden. Es war mehr, als sie sich jemals erhofft hatte. Umso glücklicher machte es sie, wenn sie Marc nun sah. Er sah aus, als wenn er einem Außerirdischen begegnet wäre. Und das musste er auch. So schön wie jetzt hatte er seinen Hasenzahn selten gesehen. Mit ihren blonden Locken musste sie wahrlich so etwas wie ein Engel sein. Aber sie war sein Engel und das zählte.
Nach nun auch kirchlich geschlossener Ehe, war der kleine Meier an der Reihe. Ein lautes Babygeschrei erfüllte den Raum, als das kalte Wasser immer wieder auf die Stirn des Kleinen geschöpft wurde.
Doch nur wenig später mussten die beiden Liam auch schon wieder ziehen lassen. Bärbel hatte sich bereit erklärt die Party sausen zu lassen und den Abend ganz ihrem Enkel zu widmen, damit das Ehepaar ordentlich feiern konnte. Das Essen und die anschließende Party, fanden, ganz wie Gretchen es wollte, auf einem romantischen, ehemaligen Schlossgelände statt. Nach also angeschnittener Torte und ausgiebigen Abendessen bei Tisch, konnte die ganze Nacht gefeiert werden. Gretchen und Marc hingegen verließen ihre eigene Hochzeitsfeier eher als manch anderer, um auch noch genug von der Nacht zu haben. Ganz traditionell trug Marc Gretchen über die Schwelle der Honeymoonsweet, wo sie den Rest der Nacht verbrachten.
Und knapp 9 Monate später hatte Liam dann auch noch ein kleines Geschwisterchen bekommen. Elina hieß das Mädchen und war ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Nur die Augen pigmentierten mal wieder in ein leichtes Grün. Die Familie Meier war damit nun also vollständig. Keiner konnte das Glück der vier stören. Wenn es da nicht eine Person gäbe, die etwas gegen genau dieses Glück der jungen Familie hatte. Doch egal, was oder wer es war, auch das würden sie zusammen überstehen. So schnell würden sie sich nicht mehr auseinander bringen lassen. Aus keinem Grund der Welt.

ENDE

So und zum Schluss wollte ich einfach noch den Leuten danken, die das hier seit fast 2 Jahren gelesen haben oder bzw., die nach den ersten wirklich grausamen Seiten, wie ich dann mal feststellen musste , echt noch weiter dran geblieben sind! Also Danke an alle
Und es tut mir Leid wegen der ziemlich langen Durststrecken immer wieder! Ich hätte mir auch gewünscht, dass es so fix läuft wie die letzten 2 Wochen jetzt, aber leider hab ich es nicht immer geschafft, meine Ideen auch in Worte zu fassen. Das Problem war immer, dass ich ganz viele Ideen hatte, aber nicht wusste wie ich es am besten ausdrücke oder gar einfüge. Und irgendwann hab ich dann die Lust daran verloren. Außerdem kamen immer wieder Zeitprobleme dazwischen, wo ich nach einem 14 Stunden Tag nach Hause kam. Aber ich hoffe, dass das so schnell nicht wieder vorkommt, schreibe immerhin auch noch andere Dinge, die schneller fertig werden sollen
Jedenfalls nochmal einen riesen Dank an alle, die das bis zum Schluss durchgehalten haben


Liebe Grüße
Ann

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