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Dieses Thema hat 295 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Ann Offline

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Beiträge: 8.697

29.07.2009 23:13
#251 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Ich kriege gleich Platzangst, wenn das Licht nicht sofort wieder anspringt! Oh mein Gott, wenn ich mir vorstelle wie viel Uhr es ist und dann damit rechne, wann jemand den steckenden Fahrstuhl bemerkt...
Nein! Das kann doch wirklich nicht wahr sein! Wieso passiert unbedingt nur mir so etwas?! Wieso mit IHM?!
Ich krieg Panik. Reicht die Luft hier drin überhaupt für uns beide? Für die ganze Nacht? Was heißt Nacht... erstmal muss jemand wissen, dass Menschen hier drin sind und dann der Dienst und....das überleb ich nicht!!!! Hilfe!!!!


In ihrer plötzlichen Panik fackelte die Ärztin nicht lange und fragte:,,Marc?! Was machen wir denn jetzt? Ich meine wie kommen wir hier raus und.... wieso ist das Licht aus? Meinst du die finden uns bevor der Sauerstoff hier aufgebracht ist...was ist we.-". Sie stockte mittendrin, da sie einen Finger auf ihren Lippen spürte. ,,Beruhig dich", sagte Marc dann mit sanfter Stimme. Jetzt spürte sie auch seine unmittelbare Nähe und mit ihr wieder diese Sehnsucht, stärker denn je. Außerdem überkam sie ein Verlangen. Verlangen nach seinem Schutz, seiner Wärme und Küssen. Doch nicht nur ihr erging es in diesem Moment so. Auch Marc konnte seine Gefühle nicht länger unterdrücken. Langsam gewöhnten sich die Augen der beiden an die Dunkelheit und sahen dem gegenüber weitesgehend in die Augen. Wieder herrschte das Schweigen vor den Worten. Spannung lag in der Luft.

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"Life is like an hourglass, glued to the table."

Ann Offline

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30.07.2009 00:08
#252 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Nach einiger Zeit brach Gretchen die Stille mit ihrer neuaufkommenden Panik. Erst fragte sie nur leise:,,Was sollen wir jetzt machen?" Dem folgten jedoch wieder hektischere Worte:,,Wir können doch nicht die ganze Nacht im Dunkel hier verbringen. Ich muss morgen wieder zur Frühschicht und kann doch nicht hier meinen nötigen Schlaf verbringen. Außerdem ist die Luft so schwül und mir ist auch schon ganz schwummrig, hast du das auch? Und was ist mit den Lampen. Die können doch nicht einfach so kaputt gehen. Also die müssten doch wieder angehen, oder nicht?" Ohne auch nur einen Gedanken so tun, sprach sie alles wie im Wasserfall was sie gerade beschäftigte. Marc hörte ihr dabei wenig zu und senkte dabei genervt den Kopf. Er suchte einen Weg sie ruhig zu stellen und wurde prompt von seinem Verlangen wieder eingeholt. Ohne zu zögern nahm er ihre wild fuchelden Arme in die Hand, sorgte damit für Aufmerksamkeit ihrerseits, bevor er sie näher zu sich zog und sie küsste. So schnell hatte der Oberarzt sie ruhig gestellt, sodass ihr keine Zeit zum reagieren blieb. Sie dachte nicht, sondern erwiderte seinen leidenschaftlichen Kuss. Eine Weile, in denen sich ihre Lippen liebkosten, genossen sie den Moment. Keiner der beiden war sich seiner Reaktion wirklich bewusst. Jedoch schienen beide eine Möglichkeit gefunden zu haben ihre Gedanken über Board zu werfen. Nur der Augenblick zählte. Zaghaft lösten die beiden sich irgendwann voneinander. Gretchen bemerkte, dass sie wärend des Kusses ihre Arme um ihn geschlungen hatte und Marc, dass er sie um die Taille gefasst und näher zu sich gezogen hatte. Beide konnten sich im ersten Moment keinen Reim auf das eben machen.

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Ann Offline

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30.07.2009 04:22
#253 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Und Gretchens Erinnerung machte sich plötzöich wieder bemerkbar. Sie wich bis zur Metallwand von ihm zurück während ihr die Tränen an der Wange hinunterliefen. Alles passte einfach nicht zusammen. Auch Marc bemerkte jetzt seinen Fehler. Er wollte es ihr nicht unnötig schwerer machen als ohnehin schon und nun hatte er wieder alles vermasselt, nur weil er sich nicht im Griff hatte. Mitlerweile schlurzte Gretchen immer lauter, weshalb er sich kurz selbst verfluchte und dann:,,Es tut mir Leid..." etwas unverständlich vor sich nuschelte. Kurz nachdem stellte sich zumindest das Licht im Aufzug wieder ein.,,Beantworte....mi-ir....nur ei-ne Frag-e: Warum?!", brachte Gretchen unter Tränen noch aus sich heraus. Und Marc wusste, dass sie damit nicht nur das gerade eben meinte. Er steckte wieder in dieser Zwickmühle. Er wollte sie nicht anlügen und die Wahrheit durfte er nicht preis geben, wobei er nicht einmal glaubte, dass sie alles nachvollziehen könnte. Statt zu antworten ging er ein paar Schritte auf sie zu und wollte sie einfach nur trösten. Doch Gretchen schrie sofort:,,Fass mich nicht an!!", was ihn erschreckte und gleichzeitig zurückweichen ließ. ,,Kannst du nicht einmal sagen was du denkst?! Ich versteh dich nicht! Leg endlich mal die Fakten auf den Tisch und sag mir was du willst!!", schrie sie energisch. „Wenn das so einfach wäre...“, nuschelte er. Marc hoffte einfach, dass sie endlich Ruhe geben würde. Doch da hatte er weit gefehlt. Gretchen war völlig außer sich und schrie: „Wie“Wenn das so einfach wäre“?! Das kann noch nicht dein Ernst sein! Du musst doch wissen was du willst, immerhin meintest du doch immer ich sollte wissen was ich will! Weißt du, du trennst dich aus irgendeinem Grund und hältst ist nicht mal für nötig mich aufzuklären! Und jetzt Bist du wieder so... anders. Ich habe das Gefühl, dass du irgendein Spiel mit mir spielst!“ Marc starrte sie ungläubig an. „Gut wenn das so siehst...“ Vielleicht war es besser, wenn sie das dachte. Auch wenn er dich damit wahrscheinlich alles verbaute, musste er das tun. „Was soll denn das schon wieder heißen?“ Marc fuhr sich überfordert mit seiner Hand durch die Haare. „Es geht einfach nicht! Versteh das doch!“, erwiderte er daraufhin. „Nein ich verstehe es nicht! Ich versteh dich nicht! Schon wieder redest du dich irgendwie raus, einfach so ohne Grund!“ Marc lehnte sich daraufhin an die Fahrstuhlwand und schwieg. Gretchen begann wieder zu schlurzen. „Du kannst doch nicht einfach so... Ich meine es muss doch alles ein Grund haben, auch dass du einfach so da stehst und schweigst! Erkläre es mir!“ Ohne sie eines Blickes zu würdigen, sagte er schließlich: „Ich kann's nicht erklären...“ Gretchen stand da und schüttelte nur den Kopf.

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Ann Offline

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31.07.2009 04:24
#254 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Wieso macht er das? Ich würde zu gerne wissen was in seinem Kopf vorgeht. Was denkt er sich nur dabei?

Das fragte sie ihn dann auch. „Was soll das?“ Doch sie wartete lange auf einer Antwort und fügte hinzu: „Aber das macht wohl keinen Sinn dich zu. Kriege doch sowieso keine Antwort!“ Tatsächlich blieb Marc stumm. Wenig später setzte sich der Aufzug wieder in Bewegung. Als das Gefährt seine Türen im Erdgeschoss öffnete, wollte keiner der beiden den ersten Schritt nach draußen wagen. Bis plötzlich beide Ärzte die Initiative ergriffen und gleichzeitig den Fahrstuhl verlassen wollten. Marc ließ Gretchen dann den Vortritt und ging hinter ihr. Schweigend gingen sie hintereinander her. Am Parkplatz sprach der Oberarzt sie noch einmal an. „Gretchen?!“ Die angesprochene drehte sich sofort zu ihm rum. „Wir... also ich meine... das eben: Vergiss das!“ Marc wollte einen Schlussstrich ziehen, aber es wollte ihm nicht wirklich gelingen. Gretchen drehte sich kommentarlos wieder um und verschwand. Dabei standen ihr die Tränen in den Augen, weshalb sie sich nicht einmal um blickte.
Marc blieb derweil auf dem Parkplatz zurück. Ihm tat es leid sie so zu sehen, aber er konnte nicht anders. Eine Weile blickte er ihr hinterher bis jemand hinter ihm erschien. Gabi kam wütend auf ihn zugelaufen. „Was war das gerade?!“ Bei der Stimme zuckte Marc genervt zusammen. Trotzdem wendete er sein Blick nicht ab und erwiderte dann nur: „Ich wüsste nicht was dich das angeht!“ Die Krankenschwester war ziemlich aufgebracht, da sie durch den Stromausfall nicht viel mitbekommen hatte. „Ich krieg das noch raus, glaub mir das!"
Die Tage zogen ins Land ohne jegliche Veränderung für Marc oder Gretchen. Nur Gabi hatte eine Lösung für ihr Problem gefunden. Da sie auf dem Video vom Fahrstuhl nicht viel erkennen konnte, hatte sie kurzerhand jemanden gefunden, der ihr das Band sichtbar machte. Was sie sah, brachte Gabi dazu den nächstbesten Gegenstand, in dem Fall eine CD Hülle, durch den Raum zu werfen. Dabei prallte das Objekt laut gegen eine Schrankwand. Nachdem sie sich gefasst hatte, fackelte sie nicht lange und legte sich einen Plan zurecht.

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Naddl Offline

Verknallter Dorfdepp:


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01.08.2009 21:32
#255 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gretchen und Marc beschränkten sich in den weiteren nächsten Wochen auf ihren vorherigen Alltag. Sie arbeiteten viel, sprachen kaum ein Wort miteinander und gingen sich weitestgehend aus dem Weg. Eines Nachts ging die junge Ärztin müde und erschöpft von der Arbeit nach Hause. Des Öfteren hielt sie es nicht lange ohne Schlaf aus. Oft schlief sie über ihren Akten ein und selbst tagsüber konnte sie ihre Augen kaum offen halten. So war es auch an diesem Abend gewesen. Völlig verschlafen schlenderte sie über die Straßen Berlins. Ihr Rad hatte gerade den Geist aufgegeben, sodass sie laufen musste. Noch halb im Schlaf ging sie über eine dunkle Straße. Das helle Licht der Laternen war ihre einzige Orientierung. In der Ferne hörte man die Hauptstraßen Berlins und selbst die nächtlichen "Rumtreiber" konnte man vernehmen. Aber von ihrer Umgebung nahm Gretchen wenig wahr. So bemerkte sie auch nicht die sich nähernden, quietschenden Reifen eines Autos. Im hohen Tempo fuhr es durc ichh die Straßen, bis zur Einfahrt der Gasse in der Gretchen gerade über den grauen Asphalt ging. Augenblicklich verlangsamte sich die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. In angemessener Schnelligkeit fuhr das Auto durch die dunkle Nacht. Gretchen bemerkte weder den Wagen, noch seine grellen Scheinwerfer. Langsam, müde und gedankenverloren setzte sie einen Schritt nach dem anderen. Mitlerweile war sie mittig der Fahrbahn. Das Gefährt war noch relativ anfänglich der Strasse, bis es blitzschnell wieder beschleundigte. Gretchen vernahm plötzlich rasende Geräusche, dachte sich aber nichts dabei. Erst als sie immer lauter und näher schienen, realisierte sie wo sie sich befand und was da auf sie zukam. Die Ärtzin warf ihren Blick nach rechts. Doch zu spät beschleundigte sie ihre Schritte. Mit einem Mal sah sie nur noch die blendenden Scheinwerfer ohne einen Blick auf den Fahrer erahnen zu können. Bis ihr dann schwarz vor Augen wurde.


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kann man nicht durch den Tod verlieren."
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Naddl Offline

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03.08.2009 01:47
#256 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Vorsichtig öffnete Gretchen ihre Augen. Sie blinzelte behutsam und registrierte, dass sie sich im Krankenhaus befand. Sofort merkte sie einen stechenden Schmerz in ihrem rechten Bein und warf einen Blick auf die anliegende Schiene. Dann nahm sie auch die Geräusche im Raum war und erblickte Dr. Liesing, wie er durch eine Mappe blätterte. "Was....was ist passiert? Wie spät ist es?", fragte Gretchen kaum hörbar. Der Neurochirug schaute von den Papieren auf und lächelte sie an:,,Ach Frau Doktor, schön dass sie aufgewacht sind! Wir müssten jetzt..." er unterbrach seinen Satz kurz und sah auf die Armbanduhr in seiner Kitteltasche, bevor er sie dann wieder verschwinden ließ. ,,...so viertel vor 6 haben. Zu dem was passiert ist kann ich Ihnen auch nicht viel sagen. Offenbar sind Sie angefahren worden. Sie waren wohl etwas schneller als der Raudi und hatten verdammt viel Glück! Das hätte auch schief gehen können. Der Notruf hat Sie vor etwa einer Stunde erreicht. Sie langen wohl schon etwas länger bewusstlos dort. Jedenfalls hat irgendein Frühsportler die "112" für sie gewählt." Gretchen war immer noch etwas benommen und konnte den Worten des Oberarztes nur mit halben Ohr zuhören.,,Ähm...ja..was hab ich denn..also"...dabei deutete sie auf ihr rechtes Bein. ,,Da ist nicht allzu viel passiert. Der Knochen ist beim Zusammenstoß leicht angeknackst. Ich denke Sie kennen sich damit aus. Ich habe zur Sicherheit nocheinmal Blut checken lassen. Die Ergebnisse müssten gleich vorliegen." Gretchen versuchte ihren Kopf anzustrengen und dachte über das Geschehene nach.

Das Gefühl nicht zu wissen, was passiert ist mach mich wahnsinnig! Das ist schlimmer wie wenn man am Abend zu viel gefeiert hat und sich nicht mehr erinnert, warum die ganze Wohnung denn riecht, wobei man schnell eines Besseren belehrt wird. In dem Fall kann man aber wenig für seinen jetztigen Zustand. Irgendwas muss ich doch noch wissen! Wenn ich nicht sowieso schon eher Schlafgewandelt wäre, dann wäre das jetzt einfacher. Es fühlt sich einfach schrecklich an! Will gar nicht erst wissen, wie das bei Amnesie ist....wobei da ist ja nichts was einem schrecklich daran erscheint, wenn man sich nicht erinnert was Amnesie ist!
So schwer kann das also gar nicht sein sich an die paar Minuten zu erinnern. Mache das jetzt immer wie im Fernseh: Ich gehe planmäßig alles durch, was ich gestern bzw. heute gemacht habe!


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Naddl Offline

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05.08.2009 00:22
#257 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

So rekonstruierte sie ihren Tag bis zu ihrem Nachhauseweg. Langsam erinnerte sie sich wieder grob an das Geschehene. Jedoch ging ihre Erinnerung nie weiter, als bis zu den leuchtenden Scheinwerferwern und ihren Versuch den Fahrer ausfindig zu machen. Aus ihren Gedanken wurde sie gerissen, als Dr. Liesing seinen Kulli niederließ und sich zur öffnenden Tür begab, durch die eine Schwester trat. ,,Da haben wir ja...die Ergebnisse." Er warf einen kurzen Blick auf die Laborergebnisse und meinte dann:,,So wie es aussieht haben Sie wirklich einen Schutzengel gehabt, Frau Dr. Haase. Sie haben keine weiteren Verletzungen und wie ich sehe auch gleich doppelt Glück!" Dabei blickte er von dem Klemmbrett hoch, lächelte und zwinkerte ihr anschließend zu.,,Herzlichen Glückwunsch", meinte er plötzlich.

Was? Wie jetzt herzlichen Glückwunsch?


Sie richtete sich im Bett auf und sah ihn erwartend an. Der Neurochirug merkte ihren fragenden Blick und hielt dem einige Minuten stand. Währenddessen versuchte Gretchen sich gerade einen Reim auf alles zu machen und wurde von Sekunde zu Sekunde geschockter, was sich auch in ihrer Mimik prägte. ,,Ups, ich seh schon. Da herrscht gewisse Unsicherheit. Wollte sowas ja immer schon mal sagen." Gretchen schloss daraufhin langsam ihre Augen und lehnte sich auf der Untersuchungsliege zurück.,,Wenn ...Sie auch nur... ein Wort sagen ...", sagte sie so gereizt, dass weitere Worte überflüssig waren. Im nächsten Moment schlug sie die Hände über ihrem Kopf zusammen.

Ganz ruhig! Das war bestimmt nur ein Missverständnis. Eine Ansammlung von reinen Zufällen. Es kann auch nicht sein. Das geht einfach nicht...
Sollte einfach nur nochmal nachfragen.


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Naddl Offline

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05.08.2009 23:10
#258 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Doch stattdessen schwieg sie und begann zu grübeln. Dr. Liesing meinte dann:,,Sie sehen so blass aus. Nicht, dass sie mir hier noch den Untersuchungsraum versauen!"

Grrr! Könnte er das mal lassen! Wer hat hier gerade was zu verdauen? Der blufft doch nur! Verschaffe mir jetzt Gewissheit!

,,Sie streckte ihm einen Arm entgegen und fragte:,,Könnte ich selber mal einen Blick darauf werfen?" ,,Wieso trauen Sie mir nicht?" Gretchen erwiderte nur genervt:,,Geben Sie schon her!" Mit den Worten:,,An den Tatsachen ändert das sowiso nichts!", übergab er dann der Ärztin das Klemmbrett. Sie setzte sich daraufhin wieder auf und blickte über die Werte.

Er hat die Wahrheit gesagt. Das war klar, sowas von klar. Ich meine eigentlich hätte ich es mir denken können. Warum hab ich nicht früher daran gedacht??? Sowas merkt man doch. Zumindest dachte ich immer, dass frau sowas spürt.
Oh Gott! Fange an im Selbstmitgleid zu versinken. Ich bin dafür überhaupt nicht in der Lage! Habe keinen Mann, keine stabilen Verhältnisse, kein Haus im Grünen, kein Geld, kein Auto, nichtmal eine eigene Wohnung und wie es aussieht auch keine Perpektive mehr! Kein Problem! Ich schaff das! Gibt doch davon genug Frauen in Deutschland, also warum sollte ich das nicht schaffen?
Sich selbst etwas einreden bringt auch nichts. Ich kann das nicht alleine. Werde wohl von meinem mikrigen Stundenlohn eine überteuert große Wohnung suchen müssen. Geht wahrscheinlich nicht lange gut. Endet wohl in diesen Vierteln, die ich normalerweise mit Sicherheitsabstand meide. Letztendlich sitz ich dann bei Olli Geissen, tische ihm unter Tränen meine unfassbare Liebesgeschichte von Marc und mir auf und schreie schließlich: ICH BIN SCHWANGER - WAS SOLL ICH TUN?
So heißen doch die Themen da ständig! Bin da auch nur eine von vielen!


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Naddl Offline

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09.08.2009 03:11
#259 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

,,Und hab ich zu viel versprochen?", riss der Arzt, der mitlerweile neben ihr saß, sie aus ihren Gedanken. Gretchen hielt ihm nur schweigsam die Unterlagen hin. ,,Na Begeisterung sieht aber anders aus! Ich dachte Frauen wünschen sich sowas immer. Die große Liebe, Hochzeit, ein kleines Häuschen und schließlich Kinder. Zumindest sehen Sie so aus, wie eine von der Sorte."
,,Woher wollen Sie dass denn wissen? Außerdem sehen Sie hier irgendetwas von einem Ring oder einem Ehemann, der an meiner Seite sich nach meinem Wohl erkundigt?! Nein?! Gut, dann kann ich Augenkrebs ausschließen." ,,Sehen Sie das mal nicht so negativ. Was ist denn mit dem Vater?"

Dong! Nächster Punkt zum Verzweifeln. Warum müssen Männer immer genau die Themen ansprechen, die man gerade verdrängen wollte? Wahrscheinlich schreiben deswegen auch mehr Männer als Frauen Ratgeber. Oder andersrum? Kann grad nicht mehr klar denken.
Selbstmitleid erreicht Tränenstatus. Sollte nicht weiter darüber nachdenken, wie ich Marc damit belasten sollte.


,,War wohl das flasche Thema, was?", fragte der Oberarzt, als er ihre Tränen bemerkte.

Und dann stellen sie auch immer die überflüssigsten Fragen...


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Naddl Offline

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10.08.2009 23:38
#260 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Als Gretchen nur noch schlurzte und schwieg, stand er auf und schnappte sich seine Unterlagen. Er meinte dann noch:,,Das Bein sollten Sie schonen und so wenig wie möglich belasten. Haben Sie jemanden, der Ihnen behilflich sein kann?" Gretchen dachte nur an ihre Mutter und nickte stumm. Gerade als der Arzt den Raum verlassen wollte, rief Gretchen ihn nocheinmal zurück.,,Dr.Liesing?" ,,Ja?" ,,Ich äh..das bleibt unter....uns?" Er nickte noch einmal, schenkte ihr ein Lächeln und verschwand durch die Tür.

Gretchen verbrachte die ganze nächste Woche Zuhause auf der Couch. Durch ihr geschientes Bein hatte sie von Franz selbstverständlich frei bekommen. So gab sich Gretchen der Umsorgung ihrer Mutter hin, die übrigens verdächtig alleine, abgesehen von Gretchen, die Woche war. Die Assistenzärztin war sichtlich unentschlossen über ihre Zukunft mit der neuen Botschaft. Wirklich eine Entscheidung treffen, fiel ihr schwer, wobei ihr die Vorstellung von Verantwortung ohne Grundlagen nichtmal in den Sinn kam. Zumal sie ständig schlief oder die Leckerein ihrer Mutter in sich schlang. Aber als zu allem Überfluss aus ihrer leichten Übelkeit, ständiges Erbrechen wurde, realisierte auch Gretchen, dass sie nicht viel Zeit hatte, so dass sie alles vor sich herschieben könnte. Entscheidungen mussten her. Jedoch fing da schon das Problem an. Welche Entscheidung sollte man zuerst fällen?


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Naddl Offline

Verknallter Dorfdepp:


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12.08.2009 22:58
#261 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Hätte nie gedacht, dass Alleinerziehende Mütter es wirklich so schwer haben! Wobei, die sind ja nicht unbedingt schon während der ersten Schwangerschaftsmonate alleine. (In welchem Monat bin ich eigentlich???) Die meisten werden doch erst nachher sitzen gelassen, oder wenn der Bauch so groß ist, dass man mit Ottfried Fischer oder Dirk Bach verglichen wird. Toll sehe nicht aus wie ein schwangerer Mann und bin trotzdem ohne männliches Wesen. Warum hab ich eigentlich immer das Glück? Als wenn ich nicht schon genug Probleme hätte. Ich meine nicht, dass Kinder je unbedingt in meinen Problembereich gehört hätten. Nur plötzlich wird die Lage brenzlich, wenn frau nicht verheiratet ist, kaum Geld verdient, noch bei ihren Eltern wohnt...
Oh Gott meine Eltern! Denen muss ich es zwangsläufig ja wohl auch sagen. Meine Mutter wird ausflippen vor Freude. Bis wir zu dem Punkt mit der Vaterschaft kämen und sie erfährt, dass ich keinen Geldeintreiber an meiner Seite habe. Mit anderen Worten: Ich kann mich nicht gemühtlich vor den Herd setzten. Verschiebe den Punkt nach hinten. Brauche andere Gewissheiten.
Thema Vater ist induskutabel. Er hat klar deutlich gemacht, dass er nichts mehr von mir wissen will. Weiß ja noch nichtmal, ob er es je ernst gemeint hat. Warum hätte er denn sonst....
STOP! Schluss damit. Tränen haben sich schon vor dem ausführlichen Gedankengang eingestellt. Sollte ihn einfach daraus verbannen. Er wollte nie Kinder, er will nie Kinder. Besser für alle Beteiligten, wenn er es nie erfährt.
Glaube bevor ich weiter plane, brauche ich Gewissheit. Habe ja eigentlich keinerlei Informationen über das Wesen in mir, außer das es existiert. Weiß nichtmal in welchem Monat ich bin.


Daraufhin legte sie ihre Hand vorsichtig auf ihren Bauch und verharrte eine Weile.


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Ann Offline

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16.08.2009 03:11
#262 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Kann gar nicht glauben das dadrin sich ein neuer Mensch entwickelt. Hätte wirklich schwören können, dass frau sowas spürt. Normalerweise ist das ja auch instinktiv bedingt. Frauen wissen schließlich immer, wann sie zuletzt ihre Tage hatten. Na gut fast immer. Wann hatte ich eigentlich zuletzt meine? Würde mir Schrittweise weiterhelfen.
Komme da also auch keinen Schritt weiter. Wochen zählen strapaziert die Nerven und bei mir zusätzlich die Gefühle. Schließlich müsste ich dann auch die Wochen mit M.-... ihm zählen. Das geht wirklich zu weit. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als mir professionelle Hilfe zu beschaffen.
Gehe auf keinen Fall zu Mehdi. Ist besser für uns beide.
Heißt also das gute, alte Telefonbuch muss herhalten.


Wenige Stunden später fand Gretchen sich in einer renommierten Frauenarztklinik wieder. Gerade deswegen hatten die lange Wartezeit an ihren Nerven gezerrt, doch nun endlich wurde auch sie aufgerufen.
"So Frau Haase... da wollen wir doch mal nach ihrem Baby sehen", entgegnete ihr die brünette und sympatische Frauenärztin Dr. Lenk. Vorsichtig verteilte sie das kalte Gel und setzte zum Ultraschall an.
Als Gretchen dann den Bildschirm von Dr. Lenk zu sich gedreht bekam, wurde ihr warm ums Herz. Spontan lief ihr eine Träne übers Gesicht als sie daran dachte, dass es wirklich der Herzschlag ihres Kindes ist, den sie da gerade zu sehen vermarg. Währenddessen drückte die Frauenärztin gerade eine Taste, die das Bild zum Drucken anforderte, als sie sagte:,,So Frau Haase, also den Bildern nach zu urteilen...", sie stoppte kurz und entnahm das gedruckte Bild, ,,..müssten sie jetzt in der 5. Woche sein, herzlichen Glückwunsch!" Dann überreichte sie Gretchen ihr erstes Ultraschallbild. Einige Zeit betrachtete sie das Bild ihres Kindes, bis die Ärztin sie wieder aus ihren Gedanken riss.,,Wissen Sie denn genau wann Ihre letzte Periode war? Es wäre wichtig für die genaue Errechnung des Geburtstermines." Die Chirugin überlegte wiedermals entschlossen, aber verneinte schließlich nur. Dr. Lenk rollte daraufhin mit ihrem Stuhl zum Schreibstisch und notierte sich alles weitere. An ihr ging trotz dessen nicht Dr.Haases nachdenkliches Betrachten des Bildes vorbei. Sie prüfte mit kurzen Blick auf die Finger und fragte dann:,,Bringen Sie zur nächsten Untersuchung doch Ihren Freund mit. Wissen Sie, ich finde es wichtig, dass die Männer sich aktiv an ihrer kommenden Verantwortung beteiligen. Zumal die Kindererziehung heutzutage nicht mehr nur bei uns liegt", grinste sie Gretchen entgegen.

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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17.08.2009 01:48
#263 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Warum haben eigentlich alle immer nur das eine Thema? Das kann ja heiter werden, wenn ich ständig an ihn erinnert werde. Wobei mich das ab jetzt mein Leben lang wohl verfolgen wird. Mir bleibt aber auch gar nichts erspart!

"Ja..äh...da haben Sie wohl Recht! Aber...mein Freund...ist...wissen Sie sehr beschäftigt. Also beruflich...ist immer viel unterwegs und so...ja". Natürlich merkte die Frauenärztin, dass da etwas nicht stimmte, trotzdem hakte sie weiter nicht nach, sondern gab ihrer Patienten schnell den nächsten Termin, bevor diese entlassen wurde.
Zuhause in ihrem Bett betrachtete Gretchen einige Zeit Gedanken verloren das Bild.

Wie soll es jetzt bloß nur weiter gehen? Irgendwie muss ich das alleine schaffen. Nur schwer wird es, wenn in der Klinik keiner - und vor allem Marc - nicht davon erfahren sollen. Wie stell ich das am besten an? Es soll doch Frauen geben, die ihre Schwangerschaft wunderbar verbergen können!
Wie machen die das? Sind bestimmt so superschlanke Emanzen, die ihren Bauch abbinden können. Oder sie sind sowieso schon ziemlich dick, sodass weitere Kilos nicht mehr auffallen.
Na toll hätte doch die Familienpackung Eis kaufen sollen und das für jeden Tag!!! Schlank werde ich so oder so nicht mehr. Das kann ich mir jetzt auch abschminken!
Sollte mir wohl doch lieber erstmal andere Gedanken machen! 1. Dauert es sowieso noch einige Zeit bis man was sieht, 2. Ist total nebensächlich, wenn man mal die anderen Probleme sieht!
Was sind eigentlich meine größten Probleme, die da kommen?

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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19.08.2009 01:30
#264 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Wieder schaute sie sich das Bild vor ihr genauer an. In Gedanken redete sie schleißlich ein wenig mit dem Ungeborenen.

Du kannst wohl am allerwenigstens dazu.
Auch wenn das der wohl ungünstigste Zeitpunkt ist und erstmal nur Probleme auf uns zukommen - hey ich freu mich!
Schließlich kannst du ja auch nicht wissen, dass dein Vater so ein ignorantes Arschloch ist!
So unkonventionell und beleidigend...und so....man warum fallen mir keine vernünftigen Beleidigungen ein?


So konnte Gretchen wieder mal nicht verhindern, dass ihr die Tränen bei den Gedanken an Marc kamen. Langsam kullerte eine nach der anderen an ihrer Wange herunter, bis es immer mehr und mehr wurden.

Ich kann noch nichtmal nicht an ihn denken. Wo soll das denn hinführen?
Und wie soll ich das erst mit einem Kind schaffen? Fühle mich nebenbei überhaupt nicht bereit dafür, was auch ziemlich berechtigt ist aufgrund beruflicher und privater Lage!
Sollte mir vielleicht wirklich von Dr. Hassmann Tipps holen. Schließlich hat sie es auch geschafft mit Beruf und Kind! Wobei... wenn sie es weiß gehört es zum Krankenhaustratsch und der geht sicherlich nicht an ihm vorbei. Vor allem wenn dann bei mir auch noch äußerliche Anzeichen dazu kommen, kann er 1 und 1 zusammen zählen. Ist also auch ausgeschlossen!

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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19.08.2009 02:21
#265 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

In dem Moment klopfte es plötzlich an ihrer Zimmertür. Schnell versteckte sie das kleine Bild unter ihrer Decke. Gerade noch rechtzeitig, als Bärbel durch die Tür lungerte. ,,Ach hier bist du, Magarethe! Wo warst du denn den ganzen Nachmittag? Wieder bei diesem Tierarzt?" Die Ärztin wischte sich schnell noch die Tränen weg und antwortete:,,Nein, ich war... einkaufen!" Bärbel setzte sich sofort zu ihr aufs Bett und meinte besorgt:,,Hast du etwa geweint? Ist es immer noch wegen Marc?" Gretchen schwieg verdächtig und konnte wiederaufkommende Tränen nicht verhindern. Daraufhin nahm Frau Haase ihre Tochter in den Arm. Einige Zeit verweilte Gretchen an ihrer Schulter.

Irgendwem sollte ich es erzählen. Und wer außer meiner Mutter kennt sich da aus?

Schließlich sagte Gretchen leise:,,Es ist nicht wegen Marc..." Bärbel löste daraufhin die Umarmung und sah in das verweinte Gesicht Gretchens. Sorgsam nahm sie ein Taschentuch und hielt es ihrer Tochter entgegen. ,,Du weißt doch, dass du uns immer alles sagen kannst. Wir sind für dich da." Gretchen nahm das Tempo dankend an und wischte sich die Tränen unter den Augenpartikeln weg. ,,Also es ist...weil..." Sie tat sich sichtlich schwer es auszusprechen, weil es sich für Gretchen selbst noch fremd anhörte. Deswegen hob sie ihre Bettdecke an und holte das versteckte kleine Bild hervor. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern übergab sie es ihrer Mutter. Der Hausfrau stockte kurz der Atem, als sie sah worum es sich handelte. ,,Gretchen du bist..." ,,..schwanger!", beendete die Tochter den Satz für die Mutter. ,,Aber das ist doch wundervoll! Ich werde Oma! Und ich dachte schon das dauert bis Madonna sich von diesem Guy ...Lichie trennt!" ,,Mama er heißt Guy Richie und die beiden sind schon seit letztem Jahr geschieden. Außerdem hab ich wirklich andere Pr.-..." ,,Jaja wie auch immer. Ich freu mich! Weißt du denn schon was es wird? In welchem Monat bist du denn? Oje dann muss ich ja nochmal auf den Dachboden deine alten Babysachen und..." Gretchen versuchte daraufhin ihre Mutter von ihrem Höhenflug abzuhalten.,,Mama! Ich bin erst in der 5. Woche! Und außerdem... ich weiß einfach nicht weiter!" ,,Das ist doch kein Problem. Wozu bin ich denn deine Mutter, he? Aber arbeite mir ja nicht zu lange und fang bloß nicht wieder so früh an! Der Stress bekommt euch nicht gut!"

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Ann Offline

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20.08.2009 00:05
#266 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Wenn das mein einziges Problem wäre...

,,Versprochen! Und danke..."

Wenn ich es mir recht überlege, dann ist es gar nicht so schlecht früher aufzuhören. Je früher desto weniger kriegt er mit. Aber ich kann mir ja schlecht 1 Jahr Urlaub nehmen. Kann mir das einfach nicht erlauben, wenn ich meinen Facharzt noch rechtzeitig machen will. Es gibt wohl nie den richtigen Zeitpunkt für Kinder. Nur was mach ich dann mit meinem abgebrochenem Facharzt in einem Jahr? Oh Gott da bin ich ja schon wieder 31!

Das Gepolter an der Haustür riss Gretchen wieder aus ihren Gedanken. Jemand hatte die Haustür aufgeschlossen. ,,Jochen bist du das?", rief Bärbel hinunter in den Flur. Statt einer Antwort hörte sie stattdessen nur wie jemand die Treppen hinauf gestiegen kam. Wenige Augenblicke später stand Franz Haase im Türrahmen zu Gretchens Zimmer. ,,Was...was machst du denn hier?", fragte Bärbel verwundert. ,,Ich wollte nach Magarethe sehen. Immerhin soll sie ja fit sein, wenn sie wieder arbeiten soll! Ist ganz schöner Trubel ohne dich, Kälbchen!" ,,Trubel? Was denn für Trubel? Kann mir nicht vorstellen, dass eine Assistenz großartige Lücken hinterlässt." ,,Nein, aber in der Woche deiner Abwesenheit gab es doppelt so viele Patientenbeschwerden als sonst. Du hast einfach den Draht zu den Menschen! Also wann kann ich dich wieder begrüßen?"

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"Cogito ergo sum." (René Descartes)

Ann Offline

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21.08.2009 00:26
#267 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Wenn er das mit der Schwangerschaft erfährt, was meine Mutter ihm sicherlich gleich unter die Nase bindet und dass ich mir eine Auszeit gönnen muss...
Wobei Patientenbeschwerden? Inwiefern? Kenne ja nur einen, weswegen Patienten sich auf diese Art beim Chef beschweren würden.
Aber warum?


,,Ich denke nicht mehr allzu lange", antwortete Bärbel freudig. ,,Wie meinst du das jetzt?", fragte der Professor besorgt und endeckte bald das Bild in Bärbels Hand. ,,Was ist denn das?" ,,Stell dir vor: Wir werden Großeltern! Das ich das noch erleben darf...! Ich kanns kaum noch erwarten", erzählte Frau Haase stolz. Franz Augen weiteten sich bei der frohen Kunde. Er sah immer wieder abwechselnd von seiner Tochter zu seiner Frau, die ihm dann auch noch das Ultraschallbild hinhielt, welches er ungläubig betrachtete. Dann blickte er auf und sah zu Gretchen. Ihm war die Ungläubigkeit ins Gesicht geschrieben, als wollte er fragen, ob das alles stimmt. Die Ärztin hielt dem Blick stand und antwortete sogar mit einem Schulterzucken, als wäre ihre Antwort:,,Ich kann nichts daran ändern..." Schließlich fragte er ohne weitere Mimik:,,Wer ist der Vater?" Bärbel verschlug es daraufhin erstmal die Sprache, weil sie sich selbst eingestehen musste, dass ihr das wohl Wichtigste entgangen war. Als keine Antwort von Bärbel kam, meinte er:,,Ich werde nicht zulassen, dass du alleine da stehst. Er soll dazu stehen. Den knöpf ich mir höchstpersönlich vor! Also Magarethe?"

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Ann Offline

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29.08.2009 02:34
#268 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Was sag ich denn jetzt? Ich meine, kann ja schlecht sagen, dass Marc der Vater ist, wenn der es nicht erfahren soll, was er dann würde, also wenn mein Vater das erfährt. Andererseits was hab ich für eine Wahl? Ich brauche eine gute Ausrede...
Warum fallen einem in den schwierigsten Situationen keine anderen Möglichkeiten ein?


,,Ich....äh...also...", stotterte sie. Nachdem sie weiter zögerte, fragte Bärbel:,,Ist es der nette Tierarzt? Oder doch der Meier? Gretchen jetzt sag doch was!" ,,Er....also ich muss das selber klären...", antwortete sie schließlich. Franz gab sich jedoch weniger damit zufrieden.,,Du sagst mir jetzt sofort wer sich dafür zu verantworten hat!" ,,Papa ... das ist vielleicht nur gut gemeint, aber ... ich muss nun mal selber die Entsch.-". Die Ärztin brach ihren Satz aprupt ab und rannte rüber ins Badezimmer. Nachdem sie dann von der Kloschüssel wieder aufsah, stand ihre Mutter neben ihr. Erneut nahm sie ihre Tochter in den Arm und sprach ihr Mut zu. Vorerst akzeptierten alle die aktuelle Situationslage.
Am nächsten Morgen machte sich Gretchen wieder auf den Weg zur Arbeit. Am Abend hatte sie noch die vorläufigen Arbeitszeiten mit ihrem Vater abgeklärt. Zunächst sollte sich nichts weiter für die Assistenzärztin ändern. Immerhin blieb ihr noch genug Zeit weiteres zu klären. Außerdem hatte Gretchen mit ihrem Vater absolutes Stillschweigen vereinbart. Zwar hatte sie wenig Zweifel, dass der Professor sich doch noch einmischen würde, aber sicher war sicher. Irgendwie musste Gretchen selber den Umgang mit Marc bestimmen. Fürs erste hieß es also den Tag ohne Heulkrämpfe durchzustehen.

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Ann Offline

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13.09.2009 02:10
#269 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Doch das war schwerer als gedacht. Schon als Marc mit einer Akte in der Hand das Stationszimmer betrat, konnte er sich einen Spruch nicht verkneifen.,,Na hat das Professorentöchterchen wieder ihre Beziehungen spielen lassen oder darf hier neuerdings jeder antanzen wann und wie lange er will?" Die letzten Wochen Trennungsschmerz zu Marc nagten immer noch an Gretchen, weswegen sie es vorzog zu schweigen. Im Moment reagierte sie einfach zu neurotisch auf seine Sprüche, weshalb sie versuchte ihn auch weiterhin zu meiden. Phasen wie die Mittagspause waren da schon eine passende Zeit zum Austatmen. Denn die Gegenwart mit Marc war schwerer zu ertragen als gedacht. Es war einfach nicht wie vorher. Gretchen hatte zwar noch den Schmerz der Trennung vor Augen gehabt, aber die Schwangerschaft machte es umso schwerer. Jedes Mal musste sie daran denken, ob und wie er sich als Vater machen würde oder ob er immer noch seine Sprüche verbreiten würde, falls er es wüsste. Dabei merkte sie nicht einmal, dass sie ihn dadurch ständig testete. Nur leider änderte das nichts am Endergebnis, das sie wohl schon vorher kannte. Nur irgendwo hatte sie gehofft sich eines Besseren belehren zu lassen. Aber Marc blieb nun mal der ignorante Oberarzt, der nie der Rolle eines Vaters gewachsen wäre. Zumindest redete sie sich das ein. Und als wenn die Schwangere nicht schon genug Probleme am Hals hätte, so folgte ihr entweder Gabi oder der neue Assi auf Schritt und Tritt. So langsam misstraute Gretchen der Sache. Auch gerade beobachtete sie wieder Dr. Roth, nur zwei Tische weiter. Nachdem er nun alle 2 Sekunden einen prüfenden Blick herüber warf, wurde es Gretchen zu viel. Gezielt stand sie mit ihrem überfüllten Tablett auf und setze sich zu ihm. ,,Darf ich?" Der Arzt nickte. ,,Kann es sein, dass sie mir irgendwas sagen wollen?", fragte Gretchen direkt. Betroffen schüttelte Dr. Roth den Kopf und antwortete:,,Nicht das ich wüsste." ,,Na dann brauchen sie aber jetzt eine plausible Antwort. Warum beobachten sie mich nicht nur während der Arbeit sondern auch noch in meinen Pausen?" Kurz schluckte der Assistenzarzt noch einmal bevor er sagte:,,Frau Kollegin, ich denke Sie verennen sich da in etwas." ,,Achja?" ,,Ja! Nur weil Sie vielleicht....Probleme mit den Männern....also". Doch da wurde er gleich von einer empörten Gretchen unterbrochen.,,M-moment ich habe überhaupt keine Probleme und schon gar nicht mit Männern. Sie denken doch jetzt nicht wirklich ich wollte Sie...". Sie verzog daraufhin vielsagend ihren Blick. ,,Warum denn nicht? Gerade frustrierte Frauen sollen doch besonders auf Jüngere-." Doch da brach er seinen Satz ab, weil Gretchen aufsprang,,,Das wird mir hier zu blöd..." Dann flüsterte sie noch,,Männer sind doch alle gleich...", bevor sie sich noch ihren Pudding vom Tablett nahm und die Cafeteria verließ.

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21.09.2009 23:40
#270 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Doch auch die Arbeit war bei weitem nicht weniger antrengend. Marcs Nähe fehlte ihr mit jeder Minute mehr, desto öfter sie im OP zusammen arbeiteten. Zu gerne würde Gretchen sich wieder auf ihn einlassen, aber er wollte es ja nicht. Das hat er mit der Trennung bewiesen. Und je öfter sie darüber nachdachte, je mehr verzweifelte sie daran den Grund nicht zu kennen. Aber selbst das blieb ihr verschwiegen. Letztendlich half alles nichts. Das Leben ging nun mal weiter und das auch ohne Marc Meier und mit Kind. Anfangs war sie noch skeptisch und unsicher gewesen, ob es nicht doch einen Versuch wert gewesen wäre. Aber je öfter sie Marc beobachtete und auch noch so sehr prüfte, desto sicherer wurde sie sich in ihrer Entscheidung.
Um sich nach Schichtende von dem stressigem Klinikalltag zu erholen, hatte Gretchen sich mit Martin verabredet. Jedes Treffen mit ihm war eine gekonntes Ablenkungsmanöver ihrer momentanen Problemlage. Mit ihm konnte sie viel lachen und sich amüsieren. Vielleicht hatte sie sich auch ein Stück weit in ihn verguckt, was vielleicht gar nicht mal so verkehrt war. An diesem recht milden Herbsttag also trafen sie sich zum Kochen bei dem Tierarzt. Auch dieses Mal schaffte es Dr. Beck sie auf andere Gedanken zu bringen. Sie blanchierten, schnibbelten, schmorten, warfen sich die Lebensmittel entgegen und lachten dabei vor allem viel. Letztendlich war doch noch alles in Töpfen und Pfannen untergebracht, sodass beide sich ins Wohnzimmer begaben. Kurz verschwand Martin noch einmal in der Küche, um mit einer Flasche Sekt und einem Bier wieder zu kommen.,,Ich dachte ja Frauen stehen eher auf Sekt, aber du kannst auch gerne ein Bier haben!", bot er ihr an und setzte sich neben Gretchen, die mitlerweile auf der Couch Platz genommen hatte. ,,Danke, aber ich glaube ich bleib bei Orangensaft", erwiderte sie sofort. ,,Bist du dir sicher, dass du dir diesen super leckeren, kostenlosen Sekt in Kombi mit mir und meinem Bierkonsum und anschließendem grölen entgehen lassen willst bzw. dass du mich dann noch ertragen kannst?" Gretchen schmunzelte und konnte es nicht vermeiden über beide Ohren zu grinsen. ,,Ein verlockendes Angebot, aber meinen Orangensaft kannst du mir nicht ausschlagen." ,,Wirklich nicht?" ,,Wirklich nicht", bestätigte sie noch einmal. Also stand der Tierarzt gezwungenermaßen noch einmal auf und holte den versprochenen Orangensaft, bevor er sich wieder zu Gretchen begab.

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02.10.2009 00:30
#271 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

An diesem Abend saß Marc nitgedrungen in seinem Büro. Viel hatte er mit seiner Zeit nicht anzufangen. Denn in den letzten Monaten, seit der Trennung von der einzigen Frau, die er je geliebt hatte, war es leicht gefallen sämtliche liegengelassene Arbeit aufzuholen. Nun saß er da und wusste also nichts mit sich anzufangen. Seine Gedanken nahmen immer wieder den Weg zur richtigen Entscheidung, nach der man sich so sehr sehnte. War es also richtig gewesen einem vertrauenswürdigem Menschen nicht zu vertrauen, aus reiner Sicherheit? Haben wir dabei wirklich in erster Linie an den anderen gedacht oder aus reiner Selbstjustiz gehandelt? Die Frage war doch, ob beide damit leben können und ob die nun einsichte Liebe Oberhand vor dem vermeintlich Bösen haben würde. Inwiefern sich unterlassenes Handeln rechtfertigte, spürte er am eigenen Leib und ein Leben voller Sehnsucht wollte Marc nicht führen. So sehr ihn all das beschäftigte, fällte er nun eine vielleicht zu späte Entscheidung.
Als Gretchen das halbvolle Glas mit Orangensaft zu ihren Lippen führte, überraschte sie das Klingeln ihres Handys. Mit ihrer linken Hand nahm sie ihre Tasche auf den Schoß, während sie das Glas gekonnt weiterhin in der anderen Hand festhielt. Nachdem sie endlich ihr Mobiltelefon auf die Schnelle gefunden hatte, fiel ihr erster Blick auf den schimmernden Display.,,Marc ruft an"- ungläubig schaute sie noch einmal hin, bevor sie ohne es zu merken ihre rechte Hand lockerte. In die Realität holte sie erst das laute Klirren der Scherben zurück.,,Hast du was verbrochen?", fragte der Tierarzt belusigt neben ihr. Wie von einer Tarantel gestochen, drückte sie den roten Hörer und legte ihr Handy samt Tasche beiseite.,,Das ...tut mir Leid", stammelte sie betroffen. Schon im nächsten Moment griffen beide zum selben Stück Glas. Dabei streifte die eine die andere Hand. Beide wagten den Blick in die Miene des jeweils anderen. Und plötzlich sah Gretchen Martin mit ganz anderen Augen. So hatte sie ihn bis jetzt nie gesehen. Nicht einmal im Traum hätte sie je daran gedacht, dass der humor- und liebevolle Tierarzt derartig empfand. Dazu reichte der bloße Augenkontakt, der auf einmal für engültige Wahrheit sprach. Gretchen dachte nicht an solche Intensität, die sie da sah. Und als sie seine Lippen der ihren näherten, bestätigte sich ihr Gespür. Fragwürdig ließ sie den Kuss zu und erwiederte ihn schließlich. Doch noch war sie sich alles andere als im Klaren über die Gleichertigkeit ihrer Gefühle für Dr.Beck. Nur ihr Verstand ermutigte sie das Richtige zu tun.
Marc schmiss wütend sein Handy beiseite, das vor dem Schreibtisch zu Boden fiel und letztendlich in seine Einzelteile zersprang. Völlig entnervt sprang er vom Drehstuhl auf und kniete vor den zerstreuten Teilen. Mit Gewalt versuchte er sie dann zusammenzusetzen und fluchte vor sich her. Dabei war es die Enttäuschung, die dies auslöste; Die Enttäuschung über die unerfüllten, letzten Hoffnungen, die zunichte gemacht wurden. Somit fühlte er sich noch mehr darin bestätigt etwas falsch gemacht zu haben. Der Chirug musste sich eingestehen, dass der Patient ,,Liebe" nicht mehr zu retten war. Der Unterschied zum Beruf lag nur darin, dass dieser Patient unausweichlich und nicht zu ignorieren war. Dagegen half eben kein Medikament der Welt.

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02.10.2009 20:16
#272 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Gretchen spürte die aufkommende Leidenschaft seinerseits in dem Kuss. Doch je mehr Intensität sie spürte, desto mehr siegte in ihr die Unsicherheit. Schließlich brach sie das Geknutschte vorsichtig ab.,,Ähm ...wir sollten ...also ...mal nach dem Essen sehen?!", zog sie sich aus der Affäre und sprang vom Sofa auf. Auch Martin erhob sich daraufhin breit grinsend und folgte Gretchen in die Küche.
Die Ärztin war ein wenig überfordert mit der Situation. Sie wirkte hastig und durcheinander, weswegen sie es vorzog zu schweigen. Ihrem Gegenüber am Esstisch blieb das natürlich nicht außer Acht. Nur er wertete ihr verwirrtes Erscheinen positiver, als es tatsächlich war. Martin dachte eher sie wäre genauso überrumpelt von ihren Gefühlen, wie er und deswegen etwas unsicher. Er konnte ja nicht ahnen, dass die Frau zwar mit ihren Gefühlen rang, aber in ganz anderer Hinsicht.,,Willst du noch?", fragte er und hielt ihr eine Schüssel mit Süßkartoffeln entgegen. Dabei hatte er sein Dauergrinsen in Begriff. ,,Ich... äh... weiß nicht ...also ..." ,,Hast du denn noch Appetit oder her weniger?" ,,Achso ...ich meine ...könnte sein ...aber nur wenn du ..." ,,Dann nimm ruhig!" Und wieder hielt er ihr die Schüssel entgegen. Sie sah ihn kurz an und erwiderte:,,Nein, danke." ,,Wie du willst." Daraufhin setzte er die Schüssel mit einem kurzen Klirren wieder auf das Holz auf.

Ich weiß, was zu tun ist! Ich weiß, was zu tun ist! Ich weiß, was ...
Ich weiß es nicht! Ja ich empfinde etwas für Martin, aber was ist denn mit Marc? Und warum denke ich gerade insbesondere bei so etwas an Marc?! Er ist Geschichte und deshalb ist es auch richtig. Irgendwie muss ich ihn vergessen.
Wenn er nur gerade nicht ange ...
Nein, schluss damit! Einen Gedanken zu viel an ihn verschwendet! Sollte mich wieder den wichtigen Dingen zuwenden.

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02.10.2009 21:48
#273 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Als er bemerkte, wie nachdenklich sie wirkte, nahm Martin die Teller vom Tisch und beschloss sie kurz alleine zu lassen, indem er damit in die Küche verschwand. Daraufhin nahm Gretchen sich die restlichen Schüsseln und folgte ihm. Als sie den Raum betrat, stand Martin an der Spüle. Er wendete sich ihr zu, als er sie bemerkte. Nachdem Gretchen die Schüsseln dann kommentarlos hinter ihn gestellt hatte, sprach er sie an:,,Gretchen?" ,,Mmmh." Sie blickte zu ihm auf.,,Ich weiß das ist ein bisschen viel für heute, aber ...", kurz überprüfte er ihre Reaktion und fuhr dann fort:,,... ich muss dir was sagen."

Oh Gott, Liebesgeständnis!

,,Ich glaub, ich hab.-", bevor er zuende sprechen konnte, legte sie ihm ihren Finger auf die Lippen. Dann nahm sie ihn zaghaft wieder weg, um den Tierarzt anschließend vorsichtig zu küssen. Auch wenn dieser erst davon überrascht war, so konzentrierte er sich lieber wieder auf den Kuss, der intensiver wurde. Nur diesmal spürte Martin deutlich, dass sie das Gleiche wollte, wie er. So torkelten beide irgendwann knutschend ins Schlafzimmer.

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16.10.2009 23:46
#274 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Kapitel 33

Ziemlich früh wachte Gretchen am nächsten Morgen auf. Noch war der Raum in komplette Dunkelheit grhüllt, weshalb sie im ersten Moment nicht wusste, wo sie war. Doch je wacher ihr Verstand wurde, desto klarer erinnerte sie sich.

Na toll! Da sieht man wo es hinführt wenn man mal was langsam angehen lassen will! Erst recht, wenn man sich gerade erst entschieden hat! Außerdem - oh Gott, oh Gott, oh Gott! - ich hab mit Martin geschlafen, obwohl ich schwanger bin! Wie kann man sowas denn in so einem Moment vergessen?
Ich muss es ihm sagen! Hoffentlich ist es nicht zu spät dafür...
Natürlich ist es zu spät! Es war die ganze Zeit über schon zu spät! Wer will eine Freundin, die ein Kind von einem anderen bekommt? Zudem woher weiß ich, dass er überhaupt eine Beziehung will? Gut er wollte mir seine Liebe gestehen, denke ich. Wir haben miteinander geschlafen. Das sollten doch eindeutige Zeichen sein, oder? Wenn da nicht die Tatsache mit dem Denken und nicht Wissen wäre. Sollte vielleicht erst das herausfinden, bevor ich ihm von dem Kind erzähle.
Nur, wie mach ich das am besten? Wie findet man heraus, dass jemand eine Beziehung will? Natürlich könnte ich abwarten, aber das sieht das Kleine etwas anders. Je länger ich warte, desto unüberraschender wird es, wenn er sich dann überhaupt noch meldet.
Wieso wissen eigentlich Männer in solchen Augenblicken eher woran sie sind? Oder definieren sie das einfach anders? Fragen ja nie. Was würde wohl Marc tun, um herauszufinden, ob die gewünschte Beziehung auch vorhanden ist? Naja er würde wohl eher Taten sprechen lassen. Nachdem ständigem Sex die Frau auch mal bei sich übernachten lassen oder Ähnliches. Schwer zu sagen, weil Marc nie soetwas wie eine Beziehung hatte - abgesehen von den 3 Monaten, die wir...
Fange an ihn mit unverbindlichen Begriffen zu verbinden. Beziehung und Marc? Wieso gerade Marc? Sollte doch wirklich nicht so schwer sein ihn irgendwann mal aus meinem Kopf zu verbannen! Er ist ein Arschloch und daran wird sich nie etwas ändern. Trotzdem vermisse ich ihn. Kann man jemanden entlieben?

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17.10.2009 22:23
#275 RE: Meine Geschichte Zitat · Antworten

Währenddessen merkte sie gar nicht, wie Martin neben ihr wach wurde. Da er dachte sie würde noch schlafen, weil sie mit dem Rücken zu ihm lag, legte er den Arm um ihre Hüfte.

Oh Gott, ich denke an Marc, obwohl ich mein Verhalten gegenüber Martin überdenken sollte! Es wäre ungerecht es ihm zu verschweigen. Mir bleibt eben nur das Risiko...

,,Martin?", sprach sie ihn aufgeweckt an. Doch er fragte nur müde:,,Du bist wach?" ,,Mmmh..." ,,Willst du nicht noch ein paar Stunden schlafen? Es ist noch früh und schlaf schadet dir bestimmt nicht." Aber sie fuhr fort, anstatt ihm direkt zu antworten:,,Martin, ich muss dir was sagen." Daraufhin drehte sie sich zu ihm um und blickte in seine verschlafene Miene. Mitlerweile hatte er die Augen wieder geschlossen. Das kurze Knacken des Bettes, als sie sich zu ihm drehte, bewegte ihn aber wieder dazu seine Lieder zu öffnen. ,,Ich muss dir auch etwas sagen.", antwortete er schließlich. Nachdem sie ihn nur erwartungsvoll anschaute, fragte er schließlich:,,Ist es wichtig?" ,,Ähm..."

Natürlich ist es wichtig, aber soll ich ihm das so direkt sagen? Bleibt mir wohl nichts anders übrig! Kann mich ja auch nicht ewig davor drücken...

,,..Ja, ist es." ,,Aber dringender als meins wird es wohl kaum sein!", erwiderte er nach kurzem Überlegen.

Was will er gerade mir so wichtiges sagen? Mir fällt nicht mehr als das Übliche ein, dass in so einer Situation wichtig sein kann. Also ist es nicht wichtiger...

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