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Dieses Thema hat 71 Antworten
und wurde 26.668 mal aufgerufen
 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
Seiten 1 | 2 | 3
Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

17.03.2013 17:28
1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey ihr Lieben,...
Ich habe mich dazu entschlossen auch mal eine Fortsetzung unser aller Lieblingsserie zu schreiben! Bitte seid nicht zu hart mit mir. Es ist meine erste DD Fanfiktion. Wenn einige Passagen irgendwo mal eine Ähnlichkeit oder Übereinstimmmung mit anderen Storys haben, entschuldige ich mich schon mal im Vorraus, aber eigentlich versuche ich immer mein eigenes Ding zu machen. Ich hoffe sie gefällt euch.

Flashback's sind übrigens blau

Glg
Eure Elli



„Hasenzahn, wenn du das Tempo weiterhin beibehältst fährt der CSD-Waagen ohne dich ab!“

Augenrollend stand Marc Meier hinter der Küchenzeile und stützte leicht genervt seine muskulösen Arme auf der Arbeitsblatte ab. Wenn er eines nicht leiden konnte, war das Unpünktlichkeit,… zumindest bei den wichtigen Dingen im Leben, wie z.B. OP’s, wichtige Termine, darunter Treffen mit Gretchen oder auch Termine, die seine aufsteigende Karriere vorantrieben.

„Wenn du schon die Güte hast, mich vor deinem Erreichen der Volljährigkeit aus dem Bett zu schmeißen, wäre es angebracht selbst einen Fuß hinaus getan zu haben!“ folgte der nächste Spruch des Chirurgen, wobei dieser eher aus 100% Sarkasmus, als aus Ernsthaftigkeit bestand.

Sein Blick viel auf sein Handgelenk, welches eine silberne Uhr zierte. Zehn nach Neun Uhr und in einer halben Stunde sollte ihre Schicht beginnen. Oder besser gesagt Marc’s Schicht, Gretchen war offiziell schon längst in Afrika bei den „Buschmännern“ wie Marc es so schön betont hatte. Doch nach einer langen Diskussion hatte wieder einmal das starke Geschlecht gewonnen, namens Marc Meier. Gretchen und er blieben in Deutschland, um dies noch zu präzisieren in Berlin! Die zwei Tage vergingen wie im Flug, doch nun holte sie der Alltag wieder ein und das Krankenhaus rief. Wobei sich dieses vorerst noch ein wenig mit der Abwesenheit der zwei Götter in Weiß zufrieden geben musste, denn Gretchen würde mindestens noch beim Bäcker und im Coffeeshop anhalten wollen.

Da sie eine Frau war, konnte dies bekanntlich dauern, allein die richtige Auswahl der morgendlichen Brötchen zutreffen erwies sich als äußerst kompliziert, wie Marc am Vortag feststellen musste. Letztendlich hatte er aber dazugelernt, dass dies scheinbar nur Fassade der weiblichen Spezies war, Schlussendlich ging der Griff zu dem alt bekannten Schokocroissant. „Hasenzahn…verdammt!“ langsam wurde seine Stimme lauter, barscher und vor allem drängender. „Ich sag’s nicht nochmal, schwing deinen Arsch hier her und dann lass uns endlich fahren.“ Mit einem Stoß schob er sich von der Hochglanz Blatte weg und ging dynamisch ein paar Schritte bis ins Schlafzimmer. Langsam aber sicher reichte es ihm nämlich. Wenn es jetzt schon so ist, wie sollte es dann in einem Jahr sein?
Diese Frau raubt einem echt den letzten Nerv. Oh Gott Meier, noch kannst du ein freier Mann sein. Es ist noch nichts unter Dach und Fach und die Eier sind noch dran… Wobei… die BLEIBEN dran, egal was passiert. Bin schließlich kein Weichei wie Mehdi oder Gummersbach!

„Marc, also bitte jetzt! Ich bin ja schon da!“ kam Gretchen beschwingt um die Ecke und warf dem charmanten Oberarzt ein queckes Lächeln zu bevor sie in Richtung Tür verschwand.
Wird ja auch langsam mal Zeit!

„Schon ist gut.“ Rief er lässig und ging ihr mit erhobenem Haupt hinterher, schließlich sollte es nicht so aussehen, dass ein Marc Meier einer Frau hinterher lief, was er auch nur indirekt tat. Ein schneller Griff an die Garderobe reichte, um sich seinem dunkelblauen Parker über die Schulter zu werfen und aus der Tür zu verschwinden. Gretchen hingegen brauchte länger und war gerad erst bei ihren roten Lederstiefeln. Sie fand am Morgen bleibt immer die Zeit für ein bisschen Trödelei, schließlich konnte man ja eher aufstehen. Dann würde auch mehr Zeit für die wichtigeren Dinge des Lebens bleiben, wie z.B. kuscheln, küssen und nochmals kuscheln. Nur leider war ihr Gegenpartner kein Freund von Kuschelanfällen, weder am Morgen, noch am Abend. Zumindest nicht ohne die Verbindung mit anderen körperlichen Aktivitäten, die Marc, sowie Gretchen auf ihre Kosten kommen ließen. Lächelnd warf die 30 jährigen noch einen Blick in den Spiegel, bevor sie sich ihre lila Jacke überzog und die Haare aus dem Gesicht strich.

Die letzten zwei Tage waren soooo schön, da könnte ich mich glatt dran gewöhnen! ...Marc sieht das bestimmt genauso, …(sie überlegte kurz und ging dann ihren Gedanken weiter nach) ja das denke ich! Er ist gar nicht so unnahbar wie er immer tut, in ihm steckt ein weicher, wohlan mehr als weicher Kern. Fast wie Schokolade! Man muss nur die richtige Stufe finden, ab wann sie schmilzt. Hach…ich schmachte ja schon wieder…

Ein lautes Hupen unterbrach sie und ihr Geist kehrte zurück in die Zivilisation. Schnellen Schrittes lief sie aus dem Haus, direkt zu einem weißen Volvo. In diesem schien der begnadete Jungchirurg schon sehnsüchtig oder sollte man lieber sagen genervt auf den blonden Lockenschopf namens Gretchen Haase zu warten. Als sie endlich einstieg entfuhr ihr ein tiefer Seufzer. Ein kaum beachtender Blick von Marc fand kurz den Weg zu ihr. Dieser war so schnell wieder weg, wie er eben gekommen war.
Na endlich noch so eine Szene und ich geh zum Militär,…ne, lieber ne… wobei? (Für einen Moment unterbrach er seine Gedanken und atmete durch!) Die könnten eine so guten Chirurgen wie mich nur gebrauchen und als Oberbefehls…hier…Dings…äh Kommandant würde ich auch ne super Figur machen. Naja sowie bei allem eben!

Er startete den Motor und fuhr mit Vollgas durch die Stadt. Kaum hatte Gretchen das Radio eingeschalten, umsäumten klangvolle Töne die Ohren des Chirurgen. Leise summte sie im Rhythmus zu Ronan Keating „When Yous say nothing at all“ mit.
Was für ein schönes Lied!
Bäh ich kotz gleich!


„So Hasenzahn aufgepasst hier kommen die Regeln!“ schlug Marc in einem lockeren aber doch ernsthaften Ton an.

Die junge Nachwuchschirurgin schaute ihre Jugendliebe mit großen Augen und gekrauster Stirn, fragend an.

„Was für Regeln Marc und vor allem wofür?“ wollte sie schließlich wissen, nachdem er keine Anstalten machte, Gretchen aufzuklären.

„Naja damit du im Krankenhaus nicht wieder überall rumläufst und gleich alles was in den letzten Tagen so stattgefunden hat rausposaunst.“

Mit einer gekonnten Bewegung schwang er das Auto um die nächste Kurve und warf danach einen festen Blick zu Gretchen. Verstärkt wurde dies noch durch das hochziehen seiner Augenbrauen. Gretchen‘s Blick war momentan undefinierbar. Wollte er jetzt etwa wieder so weitermachen wie vor ein paar Tagen? Dann wäre alles umsonst gewesen. Dann hätte sie auch nach Afrika fliegen können um den Armen Weisenkindern zu helfen.

Boa ne! Diesen Blick kenn ich doch, die spinnt sich jetzt wieder irgendwelche absurden Geschichten in ihrem Kopf zusammen und im schlimmsten Fall habe ich hier gleich ne Sturmflut in meinem Waagen!

„Und was soll das jetzt heißen?“ Ein erzwungenes Lächeln huschte über ihr Gesicht, schließlich sollte Marc nicht wieder von ihr denken, dass sie instabil und labil sei! Okay…eigentlich war sie genau das, aber sie hatte auch eine andere Seite. Eine Seite die durch Willensstärke und Durchhaltevermögen geprägt war.
Mal sehen, was er jetzt zu seiner Verteidigung zu sagen hat. Ich knicke nicht ein…pühh…das wäre doch gelacht. Ich kann genauso sein wie du, Herr Doktor Meier!

„Das soll heißen, dass du deinen Mund hältst und mich reden lässt. Kapiert?“ dabei betonte er das „Das“ extra stark.

Ein Blick zu seiner Rechte weckte in ihm die Hoffnung auf einen halbwegs gelassenen Tag. Dieser Gedanke verschwand allerdings sofort wieder als Frau Doktor zum Gegenschlag ausholte. „Sag mal. Ein bisschen mehr Respekt Olivier!“ sie lächelte ihn zuckersüß an, wobei ein kleiner Funken Genugtuung in ihren blauen Augen lag. „Ey, Ey… nicht so mein Fräulein!“ konterte er in Sekundenschnelle mit erhobenem Finger. Allerdings konnte er sich einen provozierenden Blick in ihren Ausschnitt dabei nicht verkneifen.

„Du hast andere Qualitäten, als den strengen Befehlshaber heraus hängen zu lassen Hasenzahn, glaub mir ich weiß wovon ich spreche!“ Dabei zwinkerte er ihr provokant zu.

„Sag mal! Ich bin doch keine Barbie, die nur gut aussieht und den ganzen Tag die Klappe hält.“ Mit verschränkten Armen drehte sie sich in die entgegengesetzte Richtung. Marc stöhnte und warf für einen Moment den Kopf in den Nacken. „Schön wär’s.“ betonte er lautstark und konnte sein Lachen nicht unterdrücken.

„Aber ich glaub die Proportionen stimmen nicht so ganz…“ murmelte er kaum hörbar hinterher. Ruckartig drehte sie sich um und rief mit erhobenem Finger. „Hey, das hab ich gehört mein Freund!“

Was denkt der, dass ich mich jetzt runterhungere auf 50 Kg und wie ein Karottengestell durch die Gegend stolziere. Nein, eine Frau braucht Kurven (Eine kurze Pause brachte ihr schließlich die Erkenntnis.) und ich…ich…ja ich hab Kurven…(unsicher dachte sie weiter)ein paar mehr oder weniger,…Egal, dass tut ja jetzt hier auch nichts zur Sache!

„Ups,…“ gespielt hielt er sich die Hand vor den Mund. „Dann kannste mir ja nen Eintrag ins Klassenbuch schreiben.“ Fuhr er ironisch fort.
Ach Meier du bist und bleibst der Beste. Was gibt es schöneres als Hasenzahn am frühen Morgen schon so rasend zu machen…(er träumte kurz) Balsam für die Seele.

„Thh…“ war alles was sie darauf zu antworten wusste. Während Marc nun mit voller Wucht gegen das Radio schlug und dieses verstummte, war Gretchen schon längst wieder in Gedanken versunken.

„Hasenzahn jetzt im Ernst, keine Tratscherei mit Sabine oder anderen ähnlichen Individuums im EKH oder sonst wo. Klar? So weiter geht’s! Keine Schmuseattacken, Umarmungen, etc…Kapiert? Ich will nicht, dass ich das Gesprächsthema Nummer 1 werde. Im Angesicht der Situation, dass wir beide bei deinem Vater angestellt sind, wäre es auch für dich von Vorteil lästige Gespräche oder Bemerkungen sein zu lassen. Der Rest folgt.“ Schloss er eine Oktave höher an.

Seine ernste Mimik schwand und glich nun einer lockeren, ausgeglichenen und charmanten! Wie konnte Gretchen diesem Anblick nur wiederstehen? Das fragte sie sich selbst auch in diesem Moment und beschloss ebenso die lockere, lässige Chirurgin heraushängen zu lassen.

„Och und ich dachte ein Marc Meier steht gern im Mittelpunkt.“ gespielt klimperte sie mit den Augen und setzte eine Hand unter ihr Kinn um eine Denkerpose nachzuahmen.

Was du kannst kann ich schon lange!
Dieses kleine Luder, wird Zeit das ich ihr Zeige, wer die Zügel in der Hand hat. Nur leider sieht das Momentan schlecht aus… Das Krankenhaus ist das größte Klatschblatt neben der Bild der Frau!


„Gretchen, ich mein das ernst!“ sagte er bestimmend und schob seine rechte Augenbraue dabei einige Millimeter nach oben. Ihre Blicke trafen sich! Gretchen wusste, dass sie es lieber lassen sollte, sonst würde diese Grundsatzdiskussion unangenehme Züge mit sich bringen. „Verstanden Herr Doktor Meier!“ warf sie ihm ernst entgegen, dann wandte er seinen Blick wieder ab.

„Gut, wenn wir das dann geklärt haben, können wir uns ja jetzt den wichtigeren Dingen des Lebens widmen.“ „Marc“ ermahnte Gretchen ihn. Unwissend zog er seine Augenbrauen kraus und legte die Stirn in Falten.
Hä?? Wird das hier jetzt’n Ratespiel oder was? Boa, was mach ich hier eigentlich...

„Ähm ja?“ hackte er nach.

„Doch nicht hier… also hier…du weißt schon!“ sprach sie in Rätseln und lächelte ihn verlegen an.

Ach darauf will die kleine Kratzbürste hinaus,… ich hatte eigentlich was anderes gemeint aber egal…wow Hasenzahn das du so trivial und „billig“ bist macht mich jetzt irgendwie an!

Trotzdem wollte er sie zappeln lassen, da er genau wusste, wie prüde sie eigentlich war. „Ehm… Ich habe keinen blassen Schimmer von was du redest…“ schnellte es hinterher.

„Marc du weißt das ich das nicht aussprechen kann.“

Oh Gott Gretchen, du hast das jetzt nicht wirklich gesagt oder?
Tja Hasenzahn manchmal ist dein Mund deinem nun ja durchwachsenen Hirn um einiges voraus. Oder es ist so, wie ich es ihr schon mal gesagt hab. Stammhirn ab in den Toaster, Marmelade drauf und in den Mund. Klingt beides plausibel!


Marcs Lippen zeichneten ein dreckiges Grinsen und seine Augen funkelten ebenfalls. Gretchen wiederum lief nur rot an. Die Hitze stieg ihr ins Gesicht und sie vermutete schon, ab jetzt die Schwester von einer Tomate imitieren zu können. Natürlich fiel auch Marc ihre nun wachsende Unsicherheit auf, sie sprang ihm förmlich ins Gesicht!

„Wir sind da!“ unterbrach Marc Gretchens aufkommende Gedanken. Zerstreut strich sich Gretchen durch die blonden Locken und warf den Kopf von einer zur anderen Seite.

„Hä? Was bitte?... Wo sind wir?“ fragte sie ihn. Wobei das eher Wortfetzen waren, die zu ihm durchdrangen.

„Vorm Krankenhaus Hasenzahn. So jetzt ist Schluss mit der Träumerei, hopp hopp in 10 Minuten ist Visite und wehe du bist zu spät!“ meinte er in seinem bekannten Befehlston. Doch dann kam er ihr näher.

An ihrem Ohr angekommen flüsterte er noch. „Sonst wird der Doktor Meier sauer.“ Damit zog er sich zurück und stieg entspannt aus seinem Waagen. Alles was übrig blieb, war ein verwirrter Hasenzahn und Marcs Parfümspur, welche die 30 jährige kräftig einzog.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

19.03.2013 21:58
#2 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,
hier ein neuer Teil, ich hoffe euch gefällt die Konstellation. Ich hab mir sehr viel Mühe dabei gegeben, auch wenn nicht zuviel Gesprächsstoff zwischen Marc und Gretchen ist.
ABER keine Angst, ich bin ja noch am Anfang und das heißt noch garnichts! Nach den ersten 3 Kapiteln, also das NÄCHSTE wisst ihr mehr darüber!

Glg
Eure Elli



Okay Gretchen du schaffst das. Augen zu und durch, einfach rein gehen und sagen: Hallo Papa ich bin doch nicht geflogen, weil ich Marc will und er mich! Margarethe Haase, dass ist mit Abstand die schlechteste Erklärung die du je zu Stande gebracht hast. Natürlich neben der in der 7. Klasse, als ich gesagt hab, dass ich bei unserem Ausflug nach Oberammergau ins Erdbeerfeld gefallen bin und mir dadurch die roten Flecke am Hintern zugezogen habe, eigentlich stammten die…(hust) nun ja…davon das ich …eine ähm…Frau geworden bin. Peinlich, peinlich! Zum Glück kann keiner (sie drehte sich einmal um 180°) hier Gedanken lesen, sonst hätten wir sicher einen Arzt weniger und dafür einen Komödien mehr auf der Welt.
Noch einmal tief durchgeatmet und ihr T-Shirt zu recht gezogen, klopfte die Nachwuchsärztin schließlich an das Büro des Professors! „Herein“ kam es endlich, nach ihr unendlichen Minuten. In Wirklichkeit antwortete Franz Haase ziemlich genau nach dem klopfen. Zaghaft öffnete sie die Tür und trat ebenso hinein. Als der Chirurg seine Tochter erblickte, zeichnete sich trotz der großen Verwunderung ein Lächeln in sein Gesicht. Gretchen tat es ihm gleich, wobei ihr Gesichtsausdruck von einem kleinen Funken Angst umspielt wurde. Was würde er nur dazu sagen, dass sie jetzt doch nicht nach Afrika geflogen ist? Schließlich hatte Gretchen so gut wie alle Zelte in Berlin abgebrochen um für 12 Monate auf einem anderen Kontinent als Ärztin praktizieren zu dürfen. Sie wollte dies doch endlich einmal in ihrem Leben durchziehen, allen beweisen, dass sie es sehr wohl auch allein schaffen kann und jetzt stand sie da, mit einem nicht wirklich handfesten „Beweis“ oder auch „Alibi“. Schließlich hatte sie es Marc heut hoch und heilig versprochen.

„Kälbchen? Was machst du denn hier? Ist etwas passiert?“ fragte ihr Vater besorgt. Man konnte ja nie wissen, was so eine lange Reise mit sich bringt. Einen Grund gibt es schließlich, warum Gretchen nach nur 2 Tagen wieder im EKH steht.

„Hallo Papa…“ begrüßte die authentische Ärztin ihren Vater und die beiden umschlossen sich zu einer innigen Umarmung. Ihr Vater schien sie schon nach so kurzer Zeit mächtig vermisst zu haben, dass merkte die 30 jährigen an seinem festen Griff der einerseits bestimmend, aber zu gleich gefühlvoll von statten ging.

„Nein es ist nichts passiert. Ich…also ähm…ich hab…“ wild gestikulierend versuchte sie eine plausible Antwort zu finden. Ihr Blick schweifte dabei immer wieder durch das geräumige Büro ihres Vaters. Ein Griff an ihre Kette veränderte ihre Aussichtslosigkeit ebenso wenig.

Schmunzelnd nahm Gretchens Vater kopfschüttelnd Platz. Er wusste ja, dass sein bester Oberarzt namens Marc Olivier Meier seiner Tochter hinterher wollte, aber dass er es letztendlich auch geschafft hatte Gretchen und vor allem ihren Sturkopf von einer Reise nach Afrika abzuhalten, hätte er nicht gedacht. Meier schien also doch noch andere Qualitäten zu haben, als „nur“ ein hervorragender Chirurg und Oberarzt zu sein. Abgesehen von den vielen negativen Fassetten, welche aber alle auf sein Privatleben hinausliefen und somit den Professor nichts angingen. Außer vielleicht die Dinge, die seine Tochter betrafen und das waren so ziemlich alle, was nur annähernd mit Marc Meier zu tun hatten. Damit schloss sich der Kreis wieder!

„Ich weiß schon Kälbchen, du musst mir nichts erzählen. Der Meier hat bei mir Urlaub eingefordert.“ Perplex schaute Gretchen ihren Vater an und setzte sich kurzer Hand auf den freien Patientenstuhl. „Bitte was?“ war das Einzige, was sie über ihre Lippen brachte.
Er hat also doch was gesagt…tzz und mir hält er noch eine Predigt zum Thema „Klappe halten und still schweigen“!
„Naja er meinte, dass er Urlaub bräuchte, daraufhin hab ich gefragt wie lang und er meinte….warte ich zitiere: Kommt ganz drauf an wie lange ich ihre Tochter aushalte!“
Aushalte, …sag mal spinnt der…ich bin doch kein lästiges Haustier, was man jeder Zeit mir nichts dir nichts in der Zoohandlung abgeben kann… Marc!!!

„Aha,…mh gut zu wissen!“ lächelte sie gekünstelt.

Es wirkte allerdings leicht hyperventilierend. Ähnlich wie sie es in diversen anderen Situationen davor getan hatte. „Also Papa, ich wollte fragen, ob es in Ordnung wäre, wieder zuhause einzuziehen. Zumindest vorübergehend…“ schloss sie leiser an. Unsicher biss sich Gretchen leicht auf die Unterlippe und zog die Augenbrauen nach oben. „Aber natürlich Kälbchen, du weißt doch, dass du jeder Zeit herzlich willkommen bist zuhause. Wobei…“ Franz stutzte einen Moment. Er hatte gar nicht daran gedacht, dass er seine täglichen Abende seit über 2 Wochen in seinem stattlichen, aber doch kahlen Büro verbrachte. „Ich wohne ja nicht mehr zuhause, aber deiner Mutter wird es schon Recht sein, wenn du ihr wieder etwas Gesellschaft leistest, da kannst du auch gleichzeitig mal ein Auge auf sie werfen, bevor die feine Frau Haase wieder Unfug anstellt.“ Mittlerweile hatte sich der alte Haase ganz schön in Rage geredet, weshalb er jetzt ein ganzes Glas kühles Wasser seine Kehle hinunterschob. „Ganz ruhig Papa. Das wird bestimmt alles wieder, ich meine Mama tut es doch leid und ein unbeschriebenes Blatt bist du nun auch nicht gerad.“ Tadelnd nickte sie mit dem Kopf und sah ihren Vater eindringlich an.

Wo ich Recht hab, hab ich Recht!

Selbstbewusst sprach sie sich Mut zu. „Das klären wir ein anderes Mal Gretchen. Hauptsache du bist wieder da. Wann willst du wieder anfangen?“ stellte Franz nun die alles entscheidende Frage.

Eigentlich würde ich die Zeit viel lieber noch etwas mit Marc verbringen, aber die Arbeit macht sich nun einmal nicht von selbst. Schließlich wollte ich ja Kariere machen…Korrektur will, also ich WILL Kariere machen, nicht ich wollte.
„Marc hat mich heute früh im Auto schon zur Visite zitiert, als schätze ich mal meine Schicht beginnt jetzt?“ entfuhr es ihr unabsichtlich. Nun war das erste Türchen gelüftet, sie hatte die letzten 2 Tage bei Marc Meier verbracht und sowohl Franz wusste, hatten sie dort sicherlich nicht nur Händchen gehalten.

Scheiße, jetzt hab ich mich verplappert! Sollte dringend autogenes Training nehmen und vielleicht ein paar Yogaübungen,…die letzten Nächte waren sehr …sportlich und forderten einigen Einsatz meinerseits. OMG…so guten Sex hatte ich mein ganzes Leben noch nicht, ich glaube er hat seinen Titel Sex Gott mehr als verdient…(hust)…Gretchen, reis dich zusammen, du stehst hier schließlich gerad vor deinem Vater!

„Das ist mein Kälbchen. Immer auf Hochtouren, bereit die Welt zu verändern. Unter uns, dieses Krankenhaus braucht Leute wie dich mein Kind. Leute die nicht zögern sondern mit Herz und Verstand ihren Job machen. Bei dir ist mein Krankenhaus mal in den besten Händen.“ Lächelnd zeigte Gretchen ihre weißen Zähne.

So ein Kompliment hätte sie nun wirklich nicht erwartet und dann schon mal gar nicht heute, schließlich hätte sie in Afrika sein müssen. Fritz musste sie das auch noch irgendwie schonend beibringen, aber alles zu seiner Zeit.
Mein Vater sieht mich als seinen Nachfolger, juhuu… brauche dringend Zucker in Form reinster Vollmilchschokolade… die Schokoladeneinsatzkräfte sinken auf undefinierbare Zustände.

„Danke Papa. Du bist und bleibst aber mein Idol!“ damit verabschiedete sie sich, um den Gang ins Stationszimmer anzustreben.

Dort wartet höchstwahrscheinlich gleich die Nächste Tortur auf mich, weil ich Sabine und der Hassmann irgendein wirres Zeug erzählen muss, warum ich wieder da bin. Kopf hoch Gretchen das Ganze hat auch eine positive Seite. Du hast Marc…Wobei hab ich ihn eigentlich???

Ihre Gedanken zerplatzen wie eine Seifenblase, die auf eine Nadel sank. Denn eine Frau mit Straßenköter blonden Haaren umarmte sie hastig! „Gigi? Was machst du denn hier? Ich dachte du wärst in Afrika mit Mehdi!“ Gretchens Stimme überschlug sich fast.

Das konnte doch nicht sein, die beiden sind doch nach Afrika geflogen, schließlich hatten weder Marc noch Gretchen die Ärzte auf dem Flughafen gesehen. „Ich lass dich doch nicht mit dem Sex-Kannibalen allein, soweit kommt’s noch!“ dabei klang sie wie eine alte Frau, der man ihr Gebiss gestohlen hatte. Trotzdem war und ist sie Gretchens beste und eigentlich auch einzige richtige Freundin. Sie würde den Teufel tun, um dies zu zerstören! „Ja aber ihr seid doch geflogen!“ „Ja, aber sowohl Mehdi als auch ich haben gemerkt das, dass da unten nichts für uns ist. Die ganzen Armen, von den Weisen Mal ganz abgesehen. Glaub mir Gretchen, sei froh nicht dort gewesen zu sein, bei deinen labilen Nerven hättest du das nicht länger als ne Woche ausgehalten.“ Dabei zupfte sie sich nervös an den Haaren herum und richtete ab und an mal ihre Brille.

„Oh je so schlimm?“ Gretchens Mitleid stieg ins unermessliche und das zeichnete sich auch in ihrem Gesicht ab. Ein großer Schmollmund und runde Kulleraugen zierten dieses. Natürlich dauerte es auch nicht lang bis ihre Schuldgefühle wieder einsetzten. Hätte sie doch fliegen sollen?

„Gretchen, jetzt mach dir bitte nicht wieder solche Gedanken. Ich sag’s dir, irgendwann bekommst du mal Migräne…“ einen Moment lang hielt sie inne. „Wobei die bekommst du spätestens nach einer Woche mit deinem Arschl...“ weiter kam sie nicht denn Gretchen duldete heute keine Beleidigungen gegen Marc. „Gigi!“ ermahnte sie ihre Freundin eindringlich und mit großen Augen. Abwehrend hielt diese ihre Hände vor ihren Oberkörper. „Ist ja schon gut, ich halt ja schon meine Klappe.“

„Das ich das noch erleben darf!“

Im weißen Arztkittel kam Marc um die Ecke und gab gleich einen unentbehrlichen Kommentar zu dem Gespräch der beiden Chirurginnen hinzu. „Hasenzahn ich weiß das es Frauen bekanntlich nicht so mit dem einhalten einer bestimmten Zeit haben, aber seit 5 Minuten solltest du eigentlich nen Kittel tragen und die ersten Patienten tot gequatscht haben.“ Ein queckes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, was seine Grübchen zum Vorschein brachte.

Jetzt fängt das schon wieder so an…

„Marc ich hab dir doch gesagt, dass ich vorher noch zu meinem Vater gehe!“ versuchte sie ihm zu erklären, dabei wechselte ihr stetiger Blick von Marcs Augen zu seinen Lippen.

„Ich seh nur ne Vogelscheuche mit ner Hornbrille!“ schloss er sarkastisch an und betrachtete Gigi provokant von der Seite. „Jetzt hör mir mal zu du aufgeblasener …Fischkopf…“ für einen Moment zweifelten alle 3 an Gigis Zurechnungsfähigkeit. Während Marc Gretchen amüsiert musterte, konnte sie sich einen Lachanfall gerad so verkneifen. „Fischkopf?“ hackte Marc nach. „Ja ….mh…genau Fischkopf, erstens spring hier nicht so mit deiner Freundin um und zweitens ist das ein Designergestell.“
Sie hat Freundin gesagt!
Wer hat den bitteschön irgendwas von ner Freundin gesagt?


„Gigi, Marc Schluss jetzt mit dem Zickenkrieg und dem Testosteron gebombe. Marc komm, wir müssen doch los ne?“ schon wollte sie den charmanten Chirurgen an dem Arm mitziehen, doch dieser wollte dies natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Dazu kam noch, dass eine Frau, die auch noch Hasenzahn hieß, ihn, Marc Meier herumkommandieren wollte.

Soweit kommt’s noch, dass ich mich von ner Frau rumkommandieren lasse. Tzz… Ich bin doch nicht Kai Pflaume! Na warte…

„Pfoten weg!“ sagte er barsch zu Gretchen und riss sich unsanft von ihr los. Sie schaute ihn nur verdattert, aber zugleich auch mit einem Funken Traurigkeit an.
Wenn das jetzt genauso weiter geht wie vor ein paar Tagen…Nein (sie schluckte) das kann ich nicht.

Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Die Symptome passten perfekt zu einem Herzinfarkt, nur leider war es mal wieder ihr zu oft gebrochenes Herz das sich meldete.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

24.03.2013 19:40
#3 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo meine Lieben,
jetzt kommt wieder ein neuer Teil, über die Osterferien werde ich wahrscheinlich nicht so oft und regelmäßig posten können, ich hoffe ihr habt Verständnis dafür.
Ich wünsche euch allen auch schöne Ferien, meine beginnen allerdings erst ab Mittwoch!

Glg
Eure Elli


„Was hast du gesagt?“ „Hände weg?“ stellte er eine Gegenfrage, als Gretchen auf die Ihre zu antworten.
Ja sicher… das tut einfach nur weh…
Ist sie jetzt auch noch Schwerhörig? Da kann sie sich mit dem alten Sack…hier…(stöhnte kurz auf) Papst…wie heißt der Scheuerharter noch gleich? Franziskus?... Naja egal, jedenfalls kann sie sich mit dem zusammen tun.

„Also Hasenzahn Ohren und Augen auf im Straßenverkehr…“ er machte eine kurze Pause und keinerlei Anstalten seine Aufmerksamkeit wieder Gretchen zu schenken.

„Jetzt zu dir Bruthenne. Erstens ist mir das scheiß egal, was das ist, fest steht, es ist hässlich…“ er holte tief Luft und rief dann lautstark mit tiefer Stimme. „So richtig HÄSSLICH!“ Ein paar Kollegen drehten sich zu den drei Chirurgen herum und runzelten die Stirn. Die ach so studierten Ärzte… lernen wohl nur wie man rumkommandiert, pöbelt, schleimt und dumme Sprüche reist. Aus den Gesichtern der herumlaufenden Patienten konnte man ebenso Bände lesen.

Oh Gott ist das peinlich. Am besten ich bestell mir schon mal die die rechte Kammer am Fenster in der Patho!
Was gaffen die denn so wie die Geier auf der Suche nach Aas. Billige Arbeitskräfte…tzz


„Als…“ setzte Gigi an.

Doch der junge Chirurg ließ sie nicht zu Wort kommen. Mit erhobener Hand und der anderen lässig in der Hüfte, fuhr er fort. „… und zweitens, wer sagt bitte, dass Hasenzahn meine Freundin ist?“ dabei zeigte er auf sie, ohne auch nur einen Blick zu ihr zu werfen!

Marc Meier schaute nun gespannt zu Gretchens bester Freundin. Das schien ihm sowieso ein ewiges Rätsel zu sein, wie konnte Frau Doktor/ Mutter Theresa in Person, dieser für ihn hinterhältigen Schlange denn noch Glauben schenken. Schließlich war es schon immer Gretchens wichtigstes Kriterium, Vertrauen- und das nicht nur in einer Beziehung.

„Also doch! Ich hab’s gleich gesagt, Schnucki der wollte dich nur ins Bett kriegen und jetzt, wo er sein Ziel erreicht hat, lässt er dich fallen, wie eine alte Kartoffel.“ Irritiert schaute der Macho Meier zwischen den 2 Frauen hin und her. Was zum Teufel redeten die schon wieder über Beziehung und den ganzen Quatsch.

Ich hab Hasenzahn doch heute mehr als deutlich gemacht, dass sie die Klappe halten soll. Wieso rafft die das denn nicht??? Red ich spanisch oder was?

Was bringt uns schon das Glück, wenn das was danach kommt, alles Positives erlöschen lässt. Wie ein kleiner Funken, auf der Suche nach dem Feuer, klammern wir uns an den Gedanken, dass er der Eine schlechthin ist. Doch ohne die Glut kann der Funken nicht entflammen und so begraben wir, die Hoffnung nach der einzigen Erleuchtung die von uns vorgesehen wurde, den Wunsch, die Eine an seiner Seite zu sein.

„Lasst mich doch alle in Ruhe!“ rief Gretchen mit wässrigem Blick und steuerte den Weg in Richtung Damentoilette an, vorbei am Schwesternzimmer! „Das wird mir zu blöd hier!“ meinte Marc und ging, dabei rief er Gretchen mit Nachdruck in der Stimme hinterher.

„In 2 Minuten Visite! Und dieses Mal bitte pünktlich Frau Doktor Haase!“

Sein Weg führte direkt ins Schwesternzimmer. Sabine schien ihm momentan die einzig brauchbare Kraft in diesem Krankenhaus zu sein. Die blonde Krankenschwester stellte Marc sofort einen Kaffee auf den runden, weiß lackierten Buchentisch. Mit einem verzerrten Lächeln auf den Lippen ließ sie ihren Oberarzt ausnahmsweise einmal in Ruhe. Das Marc diesen Tag noch erleben durfte,…Sabine fragte mal nicht was los sei oder gab ihre unqualifizierte Meinung hinzu,… ein Traum! Doch so manche Träume entpuppen sich als das komplette Gegenteil, die Albträume! Genüsslich schlürfte er das heiße Gebräu seine Kehle hinab, ein Blick auf seine Uhr verriet Marc, dass Hasenzahn noch immer nicht aufgetaucht war.
Kann sich diese Frau einmal…nur ein einziges Mal, bitte an das halten, was man ihr sagt und nicht ständig das tun, worauf sie gerade Lust hat? Die sitzt bestimmt schon wieder vor dem Schokoautomaten oder in der Cafeteria.

Bevor er sich weitere Gedanken machen konnte, schellte Sabines Stimme durch den Raum. „Wo ist eigentlich die Frau Doktor Herr Doktor?“ das naive Küken oder besser gesagt die Henne wollte mal wieder über alles Bescheid wissen. Eigentlich wusste Marc selbst nicht, was Hasenzahn so anstellte oder wo sie sich wieder mit Schokolade volllaufen ließ. „Sabine hat ihnen jemand eine unqualifizierte Frage gestellt?“ Eine kurze Pause ließ den Oberarzt gespielt überlegen.

„Nein…also ab Marsch zur Visite und zwar heute noch!“ Mit einem Pfiff unterstrich der smarte Oberarzt seine Aussage und fegte dynamisch aus dem Schwesternzimmer.

Als Marc nach weiteren 5 Minuten immer noch die Anwesenheit seiner Nervensäge fern blieb, schickte er Sabine los. Die blonde Krankenschwester verstand den Spruch: „T-0 Sekunden“ nach mehrmaligem erwähnen immer noch nicht, umso mehr ging Marc langsam die Hutschnur auf. Heute wiedersetzten sich ihm scheinbar alle, nun ja bis auf Sabine vielleicht. Während er in Zimmer 34 die Verbände wechselte und noch ein paar Routineuntersuchungen durchführte, trudelte schließlich Gretchen samt Sabine ein. Marc warf seiner Assistenz einen gereizten Blick zu, der so viel sagte wie: „Wir sprechen uns nachher noch Fräulein!“ Dieser Blick war einer der wenigen, den die blonde Nachwuchschirurgin an Marc Meier nicht leiden konnte. Ihre Wangen waren immer noch gerötet, ihre Augen wirkten leicht geschwollen und waren von diesem glänzenden Schimmer überzogen. Es glich einer kleinen unscheinbaren Blume am Wegesrand, welche an einem frühen Frühlingsmorgen mit dem frischen Tau umhüllt im aufgehenden Licht der Sonne stand.

Ich kann ihn überhaupt nicht ansehen…
Jetzt hat sie schon wieder geheult, ich glaub‘s echt nicht!

„So nachdem Frau Doktor Haase uns auch endlich mit ihrer Anwesenheit beglückt hat, kann sie ihren Arsch gleich mal zum Röntgen bewegen.“ Gab Marc sarkastisch von sich, dabei schweiften seine Blick immer wieder zu der 50 jährigen Patientin, welche eingeschient in einem der himmelweißen Krankenbetten lag.

„Mein lieber Marc kennst du das Sprichwort: Übermut tut selten gut? Wäre an deiner Stelle nicht schlecht, ab und an einigen Minuten drüber nachzudenken.“ Sagte sie ungezügelt und mit voller Wut in der Stimme ihrem vermeintlichen Prinzen!

Mein Prinz ist zu einem jämmerlichen Frosch mutiert. Rege mich nicht darüber auf, habe Mitleid mit verbitterten, motivationslosen Arschkriechern. (für einen Moment stutzte sie!) Vielleicht sollte ich das Meditationstraining mit Mehdi doch mal in Erwägung ziehen, das macht den Kopf und vielleicht auch die Sinne frei. Die Zurechnungsfähigkeit ist eh schon im Keller.
Seit einer Minute schnipste Marc immer wieder vor Gretchens Gesicht herum, aber nichts tat sich. Ein standhafter Zinnsoldat oder sollte er doch lieber Traumsoldat sagen? Die Ergebnisse standen definitiv 50 zu 50!

„So nicht gleich wieder im Schokobrunnen ertrinken, erst solltest du mal etwas für deinen seligen Tod tun und zwar röntgen, also zz, ziemlich zügig. Wir sehen uns dann im OP. Und dieses Mal bitte pünktlich!“ sein Zynismus war kaum zu überhören, trotzdem fiel es ihm nicht leicht Gretchen auf diese perfide Art zurechtzurücken! „Marc, also bitte jetzt. Das kann ich mir sehr wohl merken,…wie so vieles!“ demonstrativ rümpfte sie ihre Nase und drehte sich um. Ihre Mission war fürs erste beendet. An der Tür des Zimmers bekam sie nur noch mit. „Wenn nicht, du hast ja dein Tagebuch!“ damit ging sie in Richtung Aufzug, samt dem Patienten!
Arschloch!
Tusse!


Nach 30 Minuten, die Marc in seinem Büro mit überflüssigen Patientenakten verbracht hatte, machte er sich langsam aber sicher auf den Weg zum OP. Diese war zwar erst in 15 Minuten, aber wahrscheinlich hatten seine unqualifizierten, schlechtbezahlten und dazu noch ahnungslosen Angestellten sicher mal wieder zig Fehler gemacht, die nur der Chef selbst korrigieren konnte.

Alles muss man hier selbst machen und dann muss ich auch noch dafür sorgen, dass Hasenzahn ihre Arbeit anständig macht! Meier, Meier…ein Verdienstorden wäre nicht schlecht…

Als er in seinen Gedanken vertieft an einem der leerstehenden Patientenzimmer vorbei kam, hörte er leise, immer wieder aufschlagende Atemzüge. Blitzartig blieb er stehen!

16 Jahre kannten sie sich mittlerweile, besser als beide je zugeben würden, sie hatten Hochs aber auch Tiefs, letztendlich wussten aber beide, dass sie auf eine absurde Weiße schon immer zusammen waren! Genau deshalb wusste Marc, dass diese Atemzüge, dieses leise, schwere Schlucken, die vermutlich stummen, schmerzerfüllten Tränen von niemand anderem kamen, als von Gretchen!

Gretchen Haase, welche er immer bis aufs tiefste gequält, blamiert, gedemütigt, beschimpft und vor allem verletzt hatte. Innerlich wusste sogar ein Marc Meier das seine Taten und sein Handeln an der ein oder anderen Stelle zu viel waren, dass sah man spätestens dann, wenn die blonde Schönheit wieder einmal weinte, verzweifelt versuchte an seine Liebe zu kommen oder sich zu ändern. Nicht für sich selbst, sondern für ihn! Den Mann, den sie seit Jahrzehnten liebte und von dem sie einfach nicht los zu kommen schien.

Seine Gesichtszüge wurden länger, sein Blick schwerer und der Kloß in seinem Hals größer. Ein hörbares schlucken half alle mal nichts. Noch einmal tief eingeatmet betrat er das Zimmer und fand auch gleich die Person nach der er gesucht hatte. Seine Befürchtung hatte sich bestätigt, leider!

Gretchen war in ihrer Traurigkeit beschäftig, sodass sie ihn für den ersten Moment nicht wahrnahm. Erst als Marc einmal heftig an die wieder geschlossene Tür klopfte, schreckte ihr Kopf nach oben. Ihre stummen Tränen schienen ihr die Sprache verschlagen zu haben, es wirkte fast so als ob sie an ihnen ersticken würde. Ihren Kopf drehte die blondgelockte Ärztin ruckartig zur Seite und wischte sich mit dem Ärmel schnell über die Wangen.

„Was willst du?“ fragte sie kaum hörbar. Ihre schimmernden Augen wurden zusätzlich von dem hereinscheinenden Sonnenlicht umstrahlt. Sie glichen zwei glasklaren Seen.

„Warum heulst du jetzt schon wieder?“ fragte der charmante Oberarzt in seiner bekannten Manier! Er stellte sich an eines der Krankenbetten, lehnte lässig daran und musterte…nun ja womöglich seinen Hasenzahn! Womöglich!
Das fragt er nicht wirklich?

„Marc das ist jetzt nicht dein Ernst oder? Mir so eine Frage zu stellen?“ Verwundert schaute er sie an.
Ja sicher, sonst HÄTTE ich ja ne gefragt!

„Ehm sicher, siehst du doch!“ dabei zog er seine Augenbrauen beherzt nach oben!

Diese Aussage klang eher belustigt als ernst gemeint! Die angehende Chirurgin füllte sich komplett missachtet und ausgelacht. Ihr Kopf glich einerseits einem Hochsicherheitstrakt, welcher ständig in Bewegung war und arbeitete, andererseits glich er einem verstaubten, alten Kammergeschoss, welches lange nicht mehr gereinigt wurde. Sie schüttelte abwertend den Kopf.

„Ich hab ne Allergie. Staub!“ Die letzte Träne fand den Weg nach unten, während sie von Marc durch das spiegelnde Fensterglas beobachtet wurde. Ein Blick in seine Augen verstärkte die aufkommenden Gefühle!

Ehe sie sich vollends zum Affen macht, würde sie lieber schnell die Flucht ergreifen. Deshalb drehte sich Frau Haase um 180° und steuerte auf die Tür zu. Leider hatte sie diese Rechnung ohne ihren Oberarzt gemacht, der sie kurzerhand am Oberarm packte und festhielt. Wie angewurzelt blieb sie stehen, machte keinerlei Anstalten sich umzudrehen. Marc hingegen hatte die ständigen Neurosen satt. Warum konnte diese Frau nicht einmal das sagen, was sie dachte! War das so schwer? Eigentlich nicht, er hatte es mit 7 Jahren gelernt, als seine Mutter mit ihm zum Fotografen wollte.
Eine der peinlichsten Erinnerungen in seinem Leben. Denn Marc Meier hatte ein gutes Gedächtnis, welches ihm sagte, dass er mit 5 Jahren schon einmal dahin geschleppt wurde. Seine Mutter hatte ihm damals weiß gemacht für eine coole Fotoreihe mit Autos Werbung zu machen, am Ende war es nur ein Schaukelpferd, was den kleinen Marc Meier ein abenteuerreiches Ereignis bescherte.

„Warum machst du das?“ Seine Stimme blieb trocken. Sein Blick starr.

Bitte? Hab ich mich gerad verhört? Der Mann hat Nerven…tzz…fragt mich tatsächlich was ICH mache?
Da bin ich ja jetzt mal gespannt.

„Wa…wa…was denn?“ stotterte sie, behielt aber einen annähernd kühlen Kopf. Nun drehte er sie mit einem gekonnten Handgriff zu sich herum. Seine Augen starr auf die Ihren gerichtet, antwortete er.

„Nie das sagen, was du denkst.“

„Ich sag immer was ich denke.“ Log sie und wollte wieder gehen, doch Marc dachte nicht dran Gretchen gehen zu lassen. Ein erneuter, festerer Griff hielt sie davon ab.

Doch dieses Mal wiedersetzte sie sich. Sie wollte weg und zwar so schnell wie möglich, endlich weg. Er würde es sowieso nicht verstehen, verstehen, dass er sie mal wieder verletzt und enttäuscht und zuletzt mal wieder gedemütigt hatte.

„Lass mich los!“

Doch jeder Widerstand, jedes Zappeln und jeder verzweifelte Versuch sich loszureißen, verstärkte Marcs Griff und Gretchens Tränen. Hilfesuchend schaute sie in seine grünen Augen und sagte leise. „Bitte…“

Scheiße Meier!
Bitte…Bitte…

Elli Offline

stellv. Admine


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11.04.2013 20:19
#4 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo Leute,

ich melde mich nun auch einmal wieder! Ich hoffe ihr habt mich nicht ganz vergessen... Ich hoffe eure Ostertage waren schön entspannend und familiär! Natürlich habt ihr bestimmt das ein oder andere Schoko-Ei oder einen Hasen gefunden !

Jetzt geht es aber endlich weiter und ich bedanke mich auch -lich für die lieben Kommentare, leider ist das Feedback dieses Mal nicht so großzügig wie die letzten Male ausgefallen, aber ich lasse mich davon jetzt Mal nicht beirren!

Glg und viel Spaß mit dem Teil
Eure Elli



Flashback

Lächelnd lösten die beiden ihren innigen Kuss. Das Strahlen in den Augen bei Marc und Gretchen war nicht zu übersehen. Auf den Wangen der beiden Chirurgen zeichneten sich Grübchen! Das Gefühl den jeweils anderen endlich in den Armen zu halten, durchströmte ihre Körper wie ein warmer Sommerregen. Von seinen Gefühlen übermannt legte Marc seine Stirn an Gretchens und schloss für einen weiteren Moment die Augen. Er hatte es tatsächlich geschafft, sie ist nicht geflogen.

Boa das war echt knapp, aber zum Glück ist sie wieder aus dem Flugzeug ausgestiegen. Aber das ich morgen mitfliegen soll, darüber reden wir nochmal, aber erst wird gevögelt, schließlich schuldet sie mir einmal aufwachen…(grins)
Er ist gekommen, ich kann mein Glück kaum fassen. Marc Meier ist wirklich, wirklich, wirklich einer Frau gefolgt und diese bin ich, Gretchen Haase. (grins)

„Lass uns fahren.“ Er nickte mit dem Kopf in Richtung Ausgang und zog sie dicht an ihrer Hand hinter ihm her. Dabei stahl sich so gut wie ununterbrochen ein Lächeln auf das Gesicht des Chirurgen. Er kannte diese Seite selbst nicht richtig an sich, aber so schlecht schien sie nicht zu sein. Gleichzeitig war dieses Gefühl neu, was er jedes Mal empfand als Gretchen ihm kleine Gesten schenkte. Sie legte ab und an ihren Kopf an seine Schulter oder seinen Rücken und lachte ihn verliebt an. Auf der Autofahrt zu Marcs Wohnung legte Gretchen hemmungslos ihre Hand auf Marcs Oberschenkel. Ein kleines berechnendes Grinsen legte sich auf seine Lippen, was Gretchen natürlich nicht entging.

„Was ist?“ fragte sie mit fröhlicher, weicher Stimme. Eine Locke umspielte dabei ihr Gesicht, Marc schaute zu ihr hinüber und meinte verführerisch. „Ich will nur so schnell wie möglich in meine Wohnung, du siehst nämlich zum Anbeißen aus.“ Dabei zwinkerte er ihr verheißungsvoll zu. Seine rechte Hand, die bis jetzt auf dem Schaltknüppel geruht hatte, rutschte über Gretchens Kniegelenk, zu ihrem Oberschenkel tendenziell nach innen. Prüderie war für Marc ein Fremdwort, nun ja er hatte auch keinerlei Komplexe. Im Gegensatz zu Gretchen hinterließ sein Körper einen perfekten Eindruck. Natürlich blieb es dem smarten Gott in Weiß nicht fern, dass seine beste Assistenzärztin genau diese Prüderie ins Gesicht stieg. Sie wurde rot.

Oh Gott Gretchen, jetzt nicht rot werden. Es ist „nur“ Marc,…verflixt genau es ist MARC MEIER…
Tja Gott kann eben keiner wiederstehen, mach dich bereit auf den heißesten Tag deines Lebens.


Ein aufgesetztes Grinsen schob sie Marc hinüber, welcher prustete und einmal tief die Luft einsog.

„Na du scheinst ja schon ganz schön heiß zu laufen Hasenzahn, nicht schlecht!“

„Oh Gott!“ schoss es aus Gretchen und ruckartig schellten ihre Hände an ihre Wangen.

„Der bin ich!“ scherzte Marc, wobei er dies durchaus ernst meinen könnte, schließlich bezeichnete er sich immer selbst als der Gott schlechthin.

An der nächsten Ampel kam Marc Gretchen verdächtig nahe. Diese bekam es erst mit, als sie Marcs Gesicht in dem heruntergeklappten Spiegel sah. Sie war die ganze Zeit über damit beschäftigt die überflüssige Farbe aus ihrem Gesicht zu verbannen, was ihr missling. Marc klappte ihn gekonnt nach oben und hauchte ihr halb in das Ohr, halb auf den Hals. „Ich hab dir doch gesagt, dass ich das heiß finde.“ „Aber…“ warf sie ein, kam aber nicht weit. „Nichts aber, wenn ich dir so was sage, kannst du es mir ruhig glauben, keine Angst!“ Er pustete ihr schwungvoll die Locke aus dem Nacken, was bei ihr seine gewünschte Reaktion erzeugte. Gänsehaut soweit das meierische Auge reichte.
Ich bin einfach der Beste!
Himmel, ich bin im Himmel! Er ist der Beste!


Demonstrativ und zur Steigerung der Willenskraft fuhr er sachte Bewegungen über ihren Oberschenkel und ihre Schenkelinnenseite.

Wie lange hab ich darauf gewartet….Endlich…Meier, du Glückspilz,…oh „Mann“ war das peinlich! Naja auch Gott ist nicht unfehlbar…(eine kurze Denkpause setzte ein) aber fast!

Vor Marcs Wohnung angekommen, stieg er schnellen Schrittes und mit lockerem Gang aus seinem weißen Volvo. Gretchen brauchte kurz einen Moment um sich zu sammeln.
Hoffentlich bin ich nicht schon vollständig geschmolzen oder zu Wackelpuddig mutiert. Komm schon Gretchen einen Fuß vor den Anderen….Ja super…Weiter so!

Marc stand längst an der Eingangstür und musterte die Blondine genau. Kopfschüttelnd fragte er schließlich. „Hasenzahn machst du einen Hindernislauf oder was wird das?“ belustigt zeigte er auf ihre Füße. Schnell erfand die Fettnäpfchen Königin eine Ausrede, weswegen sie komische Verrenkungen mit ihrem Fuß machte. Als Marc ihr Gentlemanlike die Tür aufhielt, stand sie nun dicht vor ihm. Gekonnt kam er ihren Lippen näher und wandte seinen Blick abwechselnd von seinen Augen auf diese. Er drückte sie gegen die kalten, harten Mauergesteine und streifte ganz sanft ihre Lippen. Gretchen schloss die Augen.

Korrektur! Ich bin doch schon geschmolzen! Wie weiche Butter…
Sie zerfließt in meinen Hände wie warme Butter, ich muss sie allerdings noch ein Stückchen nach oben bekommen, also bleib streichzart Hasenzahn! Umso williger wird sie, besser für dich Meier!


„Na komm…“ sagte er schmunzelnd. Seine Stimme war klar, sanft, aber doch bestimmt nach dem, was er jetzt wollte. Sie! Und zwar mit Haut und Haar, er wollte sie fühlen, schmecken, riechen, festhalten, küssen und vor allem spüren. Ihr so nah sein, dass kein Blatt Papier mehr zwischen sie passt. Gretchen ging es ebenso. Sie benötigte allerdings nur einen Begriff dafür. Sie wollte ihn lieben. Marc ließ von ihr ab und machte sie damit noch nervöser als sie eh schon war. Natürlich merkte er es. Er spielte ein Spiel, ihr Spiel. Mit den zwei Gesichtern. Schnell überwand er die Stufen bis zu seiner Wohnung, Gretchen tat es ihm gleich. Langsam glitt seine linke Hand um ihre Taille und umschlang diese fest. Seine Hauptbeschäftigung war allerdings momentan der Schlüssel, der nach 2 Anläufen schließlich den Weg ins Schloss fand und sich mit einem Ruck einrasten ließ. Der Frauenschwarm stieß mit einem Fuß die Tür auf, schob Gretchen bestimmt vor ihm hinein und schloss sie dann ebenso wieder. Sein Schlüssel landete unachtsam auf dem Fußboden. Seine Jacke und Gretchens Handtasche taten es ihm gleich. Nun schenkte Marc seine volle Aufmerksamkeit Gretchen.

Lächelnd trat er näher an sie heran und schaute ihr tief in die Augen. Es war an der Zeit, dass er auch einmal einen Schritt auf sie zuging-jetzt war der perfekte Moment dafür.

So Meier jetzt oder nie!

„Schön, dass du geblieben bist…“ kaum hörbar fügte er hinzu, während sein Blick nun durch den Raum schritt.

„Bei mir!“ Sofort räusperte er sich und grinste sie im nächsten Moment überspielend an.

Aber Frau Doktor hatte jedes seiner Worte glasklar verstanden und umso mehr freute sie sich, dass der Mann, den sie schon Jahrzehnte liebte, endlich einen Schritt auf sie Zutat.
Ich liebe dich Marc!

„Hab ich immer getan und werde ich immer tun!“ sagte sie lautstark.

„Was?“ Die Irritation blieb nicht aus, da die blondgelockte Frau den ersten Teil ihrer Überlegung nicht laut geäußert hatte. Schmunzelnd, aber leicht verwirrt schaute der junge Chirurg Gretchen an.
Träumen will gelernt sein Hasenzahn…
Gretchen….(eine Oktave höher)

„Ich…ich…ich…ich…“

„Ja du!“ nickte er im Takt ihrer Worte mit.

„Liebe dich!“ brachte sie schließlich sanft über die Lippen.
Danach verfolgte sie genauestens seine Blicke, wo mögliche Zeichen oder gar Gesten.

„Ich weiß!“ dabei strich er ihr sachte mit dem Daumen über den Wangenknochen. Ihre Augen schlossen sich, der Moment war gekommen.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

14.04.2013 21:46
#5 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo ihr Lieben,

ich stelle heut schon meinen neuen Teil herein, denn ich bin der Meinung, dass zwischen den Flashback's nicht allzu lang Pause sein sollte. Außerdem bin ich sehr gespannt, wie das Kapitel bei euch ankommt !

Morgen einen schönen Wochenstart an euch alle!
Glg
Eure Elli


Seine Augen verengten sich. Ihre Augen verengten sich. Langsam kam Marc den vollen, satten Lippen von Gretchen näher. Als sich ihre Lippen endlich aneinander sogen, durchfuhr Gretchen ein Blitz. Dieser verstärkte sich, als Marc langsam mit seiner Zunge in ihren Mund eindrang. Seine Hände gingen auf Erkundungstour, versuchten jeden Zentimeter ihres vollen Körpers zu entdecken. Gretchens Hände taten es seinen gleich. Sanft strich sie über seine Schultern, hinab zu seiner harten Brust, tiefer zu seinem trainierten Bauch und letztendlich über seine Beckenknochen zu seinem Po. Eine Hand ruhte auf seinem muskulösen Oberarm, während die andere zaghaft auf seinem Hinterteil lag.

Sie wusste trotz ihrer ersten Nacht mit Marc nicht wirklich, wie weit sie gehen konnte. Sie waren sich immer schon nahe gewesen, aber dies war definitiv Neuland für sie. Er war fiel erfahrener in allem was mit Sex zu tun hatte, war sich sicher in seinem Handeln. Natürlich hatte Gretchen die erste Nacht mit Marc geschlafen. Ihre Gedanken an den vorherigen Abend waren voll abrufbar, aber sie hatte Angst. Angst etwas falsch zu machen, würde er sie dann wieder auslachen oder gar abbrechen? Ihr Selbstbewusstsein hatte durch die jahrelange Chikane einen heftigen Riss bekommen. Dazu trug am meisten ihr mangelhafter Körper bei. Nun ja, niemand war perfekt, aber bei Gretchen war das anders. Sie wurde immer, überall und bei jeder Gelegenheit über ihre Figur gehänselt.

Am meisten von Marc Meier und jetzt stand er vor ihr!

Er würde ihre Fülle dieses Mal sehen und zwar komplett. Der Chirurg sollte jetzt derjenige sein, der ihren unförmigen Körper spürte?
Oh Gott Gretchen schalt endlich den Kopf aus.
Hasenzahn stell dein Kopf mal ab und andere Körperteile an!


„Gretchen! Mach dich mal locker. Es ist alles gut so wie es ist okay?“ nuschelte Marc in seine leidenschaftlichen, feuchten Küsse. „Aber…“

„Nix aber. Lass den Doktor mal machen.“ Gretchen öffnete die Augen und drehte ihren Kopf zur Seite.

Sie wirkte nicht beleidigt, eher unsicher und labil. Marc entging diese Geste natürlich nicht, Gretchen war perfekt so wie sie war. Zumindest in dem Moment. Er hatte ihr doch schon mehrmals gesagt, dass er auf ihre Fülle steht. Aus unerklärlichen Gründen, gab sie sich damit scheinbar nicht zufrieden. Ein schneller Seufzer offenbarte der Chirurg, dann legte er einen Finger unter ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu sich.

Mit einem direkten Blick und solider Stimme meinte er. „Du bist gut so wie du bist, okay!“ Gretchen nickte zaghaft und sie beendeten die Diskussion mit einem Lächeln.
Ihre Leidenschaft, hemmungslose Lust und ihr zügelloses Verlangen steigerten sich sekündlich. Mit sachten Bewegungen schob er die Blondine in Richtung Schlafzimmer.

Dort angekommen ließen sie kurz von sich ab und schauten sich tief in die Augen.
Abgesehen davon rangen sie hörbar nach Luft. In seinen Augen stellte er die alles entscheidende Frage. Gretchen nickte langsam, aber sicher. Sie verlor sich in seinen Augen. Marc hingegen drückte sie sachte auf das runde Bett hinter ihnen. Körper an Körper lagen sie aufeinander. Jeder konnten den Herzschlag des jeweils anderen hören. Er beruhigte sie, schenkte ihnen Sicherheit, Geborgenheit… Sanft küsste er sie. Fast wie ein Seidentuch das über Gretchens Lippen strich. Ein kleiner Nasenstüber unterstrich dies. Marc und auch Gretchen schalteten den Kopf aus. Wobei Marc dies eigentlich schon mit dem Eintreten in seine Wohnung getan hatte. Die Küsse wurden leidenschaftlicher, ungezügelter…Bis Marc seine schlanken Chirurgenfinger unter ihr Oberteil schob. Gänsehaut pur!

Gretchen zog ebenfalls den Bund seines Hemdes aus seiner schwarzen Stoffhose. Mit einem Finger fuhr sie über seinen Bauch bis hin zu seinem Zwerchfell. Derselbe Effekt zeichnete sich auf seiner gebräunten Haut ab. Ruckartig drehten sie sich, sodass Marc nun unten lag. Gretchen setzte sich mit gegrätschten Beinen auf seinen Schoß! Dabei ließen sie keineswegs voneinander ab. Marc schob ihr Oberteil nach oben und zog es über ihren Kopf. Unbeachtet landete das erste Kleidungsstück auf dem Parkettboden. Er fuhr ihre Konturen entlang und legte sich gedanklich bereits die Finger nach ihr. Letztendlich wollte er sich aber Zeit nehmen.

Das ich mal so denke, hätte ich mir auch nie träumen lassen. Naja Gott ist halt vielseitig…

Gretchen stütze sich über ihn und warf ihre Haare über ihre Schultern. Lange blieben sie dort allerdings nicht. Verzweifelt versuchte sie mit zitternden Händen die Knöpfe von Marcs Hemd zu öffnen, was ihr, freien Eintritt in atemberaubende Momente bescheren würde. Von diesem Gedanken war Doktor Haase noch einige Minuten entfernt. Marc half ihr.

„Warte ich mach’s“ hauchte er ihr entgegen. Danach machte sich Hasenzahn wieder ans Werk und streifte ihm das weiße Hemd bedacht langsam und mit gespitzten Fingernägeln von den Schultern. Er ließ seinen Kopf für einen Moment in den Nacken fallen und seufzte tief. Gretchen nutzte den Moment und fuhr mit ihren Nägeln seinen nackten Oberkörper bis zum Hosenbund entlang. Ihre Zunge fuhr seine Halsschlagader entlang, welche herausgeprägt zum Vorschein kam. Küssend folgte sein Schlüsselbein. Seine Brust schwoll an. Er bebte förmlich vor Erregung. Mit einer Hand strich er immer wieder über ihren wohlgeformten Po, während sie ihn zum Schwitzen brachte.

Bevor er komplett die Beherrschung verlor, drehte der charmante Chirurg den Spieß einfach um. Mit einer gekonnten Bewegung drehte er Gretchen auf den Rücken, sodass er nun auf ihr saß. Er stütze sich mit seinen Armen rechts und links von ihrem Gesicht ab, dabei zeichneten sich deutliche Konturen auf dem Rücken des Oberarztes. Seine Zunge fuhr über Gretchens Lippen, sie waren schon von einem satten rot umfasst. Das gefiel Marc, so sah er, dass Gretchen verrückt nach ihm war. Ab und an gab er ihrem Körper leichte Kontraktionen. Sie schien von ihm abhängig zu sein, wie sich die blonde Schönheit an ihm festkrallte. Langsam küsste er ihren Hals abwärts, stupste einige Stellen mit Nachdruck an oder saugte sich erst an Gretchen fest, um sich im nächsten Moment langsam von ihr zu lösen. Das brachte den Effekt, dass sie sich ihm entgegenwölbte. Grinsend nahm er diese Geste war. Mit seiner rechten Hand fuhr er ihren Oberschenkel nach, der sich senkrecht eingeknickt neben ihm befand. Sein Griff wurde fester. Er zog sie näher an sich, küsste ihr Dekolleté bis hin zu ihrem Bauchnabel. Langsam ging sein Kopf in tiefere Regionen.

Er öffnete Gretchens Rock und schob diesen schnell von ihren Hüften. Er betrachtete das liebende Geschöpf unter sich, wie sie sich wandte und wölbte. Seine Kehle wurde trocken. Die Hitze stieg in ihm! Gretchen zog ihn wieder zu sich herunter und griff in sein volles Haar. Ihre Hüften bewegten sich. Aufgeregt griffen ihre Hände nach Marcs Gürtel, während er sie weiterhin verwöhnte. Ein stöhnen entfuhr ihr. Sie löste die Schnalle und zog achtlos den schwarzen Ledergürtel aus der Hose. Danach folgte der Knopf. Gretchen fuhr über seinen Po und schob das überflüssige Kleidungsstück herunter. Marc folgte Gretchens Blick, der ungeniert auf seinem Körper ruhte. Er fuhr über ihre Schulter, zog eine heiße Spur mit seiner Zunge und schob den Träger letztendlich nach unten. Der andere folgte! Dann zog es ihn wieder zu Gretchens Lippen hin.

Sie schauten sich tief in die Augen. Ich und Du! Das war die Aussage ihrer Augen. Marcs Griff verlief über Gretchens Rippe, nach hinten zu ihrer Wirbelsäule, diese hinauf bis er den Verschluss ihres BHs umgriff! Gekonnt flog das gute Stück auseinander und lockerte den Druck um Gretchens Brust. Für einen Moment kamen der Blondine wieder einmal Zweifel diese verschwanden aber sekündlich als sich Marc Gretchens üppigem Busen widmete! Sie ging ins Hohlkreuz… Sie genoss seine bewussten Berührungen sehr. Marc wurde langsam fordernder, er wollte sie.

Deshalb hauchte er ihr ins Ohr. „Hasenzahn, bereit abzuheben?“

Der 33 jährige hob seinen Kopf und betrachte Gretchen. Die Hitze war ihr ins Gesicht gemalt, eine feine, dünne Feuchtigkeitsschicht zierte ihre helle Haut und ein spiegelnder Glanz lag in ihren Augen. Schwer atmend nickte die Assistenzärztin schließlich. Die letzten zwei Kleidungsstücke machten ebenfalls Bekanntschaft mit dem Parkettboden. Langsam küsste Marc Gretchens Bauch abwärts, streichelte ihre Brüste und gab ihr einen Vorgeschmack, was sie die nächsten Minuten erwarten würde. Ihre Schenkel spannten sich an, ihr Bauch fing an sich zu verknoten und ihr Körper wurde williger denn je! Marc wusste, dass der Moment gekommen war und legte sich langsam zwischen Gretchens gespreizte Beine, bevor es allerdings losgehen konnte, griff der Brünette Arzt neben sein Bett. Er fand sofort das, wonach er gesucht hatte. Ein Kondom. Mit einem Ruck flog die kleine Folie ab und das gute Stück kam zum Vorschein. Frau Haase wollte danach greifen, doch Marc hielt seinen „Schutz“ eine Armlänge von ihr fort.

„Was wird das wenn’s fertig ist?“ beschloss er noch schnell zu fragen.

Stotternd antwortete die Blondine. „Mh…mh…mh… ich wowowo wollte dir…(eine kurze Pause) na du weißt schon!“ Dabei blieb ihr der Scharm natürlich nicht fern.

„Nichts gegen dich Hasenzahn, aber das mach ich lieber selbst. Sicher ist sicher!“ er zwinkerte ihr noch einmal charmant zu und ging dann seiner Tätigkeit nach.

„Alles klar?“ fragte der smarte Oberarzt seine Assistenz leise. Sie nickte nur sehnsüchtig, aber gleichzeitig auch schüchtern. Ein ehrliches Lächeln schenkte er ihr, während er nun langsam in sie eindrang.

„Marc warte…“ unterbrach sie ihn leise mit einem Hauch Ängstlichkeit in der Stimme. Er verharrte in der Position und schaute sie fragend an. Seine Stirn lag in Falten und seine Augen verengten sich. Es war keineswegs ein bösartiger Ausdruck, eher ein leicht erschrockener, unwissender Ausdruck. „Was ist denn?“ „Ich,…ich…“ „Och Hasenzahn, können wir das nicht später klären.“ Bevor er allerdings die Chance hatte gleich weiter zu machen, schoss es aus ihr heraus. „Ich hoffe dass…das…das wird so schön wie letztes Mal. Ich will dich so sehr!“ In ihren Augen lag Treue und Zusammengehörigkeit, der Wunsch geliebt zu werden. Ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen von Marc. Ein treuer Blick, welchen er ihr nur einige seltene Male zugeworfen hatte zeichnete seine Augen.

„Ich fand’s auch wunderschön. Da sind wir ja schon zu zweit!“ dabei strich er ihr liebevoll über die Wange. Seine Lippen fanden den Weg zu den Ihren. Langsam nahm er wieder Fahrt und seine Bewegungen auf. Nach kurzer Zeit ließen ihre Lippen voneinander ab, weil jede „unnütze“ Energiequelle, welche ihnen die Luft nahm nichts Gutes für ihre Kondition und Ausdauer bedeuten würden. Die Augen blieben allerdings bei dem jeweils anderen hängen. Marcs Bewegungen steigerten sich stetig. Er betrachtete genauestens das rekelnde Geschöpf unter sich. Welches mit jedem Stoß in noch höhere Dimensionen als beim ersten Mal abhob. Sie wollte sich mit ihm bewegen, doch er hielt sie zurück. Gesagt getan, genoss sie nun einfach die tiefen Berührungen mit ihrem Liebsten. Sie stöhnte lautstark und bäumte sich unter ihm auf. Immer und immer wieder, stieß Marc gefühlvoll und mit voller Hingabe in sie. Es machte Gretchen rasend. Den Verstand hatte es ihr schon komplett vernebelt, ihre Muskeln waren mehr als entspannt, auf der anderen Seite warteten sie auf die Erlösung. „Marc bitte…“ keuchte sie und wirkte schon fast flehend.

Endlich beschleunigte er sein Tempo und kam ihr noch näher. Ihm entfuhr ebenso ein stöhnen, welches den Raum durchschall. Endlich gewährte Marc Gretchen die Chance an ihrem Liebesspiel mitzuwirken. Ihre Bewegungen flossen ineinander und wurden zu einer. Ihre Herzen taten es ihnen gleich. Das Blut schoss ihnen immer schneller durch den Körper und versorgte den pumpenden Lebensmittelpunkt. Als Gretchens Bauchdecke verharrte, ihre Schenkel sich enger an Marc pressten und ihre Atmen Züge immer kürzer wurden, hatte sie ihren Höhepunkt erreicht. Laut stöhne sie auf, krallte sich in Marcs Rücken fest, wobei es ihn nicht im Geringsten störte, hob ihren Kopf an, um diesen einige Sekunden später wieder sinken zu lassen und ging ins Hohlkreuz. Schwer atmend schaute sie Marc in die Augen und einige Sekunden später wurde auch er von seiner Begierde, Lust und Unerträglichkeit erlöst. Er ging ebenso ins Hohlkreuz, es ähnelte der Yogaübung „Cobra“, stöhnte tief aus der Kehle auf, erhöhte den Druck und ließ sich komplett auf sie ein. Sein Becken bebte, sein Köper wurde starr und wurde von zuckenden Impulsen durchzogen und seine Brust schien in unerreichbare Höhen zu schwellen. Beide ließen diese schönen Momente mit einigen sanften Berührungen, Intimitäten und zärtlichen Blicken ausklingen, ehe Marc nun endgültig auf Gretchen zusammenbrach. Tief waren ihre Atemzüge, aber er wollte keinesfalls auf einige glühende, feuchte Küsse verzichten.

Mit der rechten Hand strich er Gretchen die verschwitzten, nassen Haare aus der Stirn, während er ihre Lippen liebkoste. Den Blick dabei immer aufeinander gerichtet. Nach einigen, den beiden endlos schieren Minuten löste er sich aus ihr und legte sich rechts neben Gretchen. Mit einer Hand fuhr sich der trainierte Oberarzt durch das nasse Haar und bettete sie schließlich unter seinem Kopf. Gretchen bedeckte ihren Oberkörper mit der brau-grauen Baumwolldecke, während Marc Oberkörperfrei neben ihr ruhte. Ein Blick zu ihm ließ sie in ihrem Gefühl bestätigen, dass es auch für ihn unbeschreiblich schön war. Sie schien schon wieder zu träumen, sonst wäre der Nachwuchschirurgin sicherlich aufgefallen, dass ihr Oberarzt seit kurzer Zeit seinen Kopf in ihre Richtung gedreht hatte und sie beobachtete.

Die Frau ist echt der Wahnsinn, keine 5 Minuten ist der Sex vorbei und schon kreisen ihre Gedanken wieder um ihren Kopf.

„Na in welcher Traumwelt sind wir diesmal?“ fragte er grinsend. Dies war immer noch seine liebliche, sanfte Seite. Aufgetaucht war sie beispielsweise einmal, als er Gretchen als Versöhnungsangebot ein Dessert schenkte. (Staffel 3, Folge 21)
„Wa…wa…wa…was? In Keiner!“ antwortete Gretchen anfangs noch holprig, aber zum Schluss mit einer zuckersüßen, glücklichen Stimme. Der Klang macht die Musik! „Mhh…“ Marc nickte nur wollwissend, dass sie geträumt hatte.

In Gretchens Gesicht ging die Sonne auf, was wiederum Marc gefiel. Mit den Worten: „Na komm schon her!“ und einem daher winken seiner linken Hand, konnte Gretchen Zuflucht in seinen Armen finden.

Er wusste genau, dass die kleine Kratzbürste darauf stand und im Moment störte es ihn auch nicht, also warum nicht die Chance am Schopfe packen? Ihre Locken verteilten sich auf Marc kompletten Arm und mündeten an den Konturen seines Oberkörpers. Sie schmiegte sich nur eng an seine Brust, durch das Umschließen ihres Körpers mit seinem Arm fühlte sie sich unantastbar, unangreifbar, einfach geboren. Nun ja, vielleicht nicht unbedingt unantastbar da Marc seine schlanken Chirurgenfinger nie bei sich behalten konnte, aber der Rest stimmte. Sie lächelte ihn mit schlohweißen Zähnen an. Ihre Lippen trugen dabei immer noch die Farbe einer satten, fruchtigen Grapefruit.

„Es war wunderschön! Fast so zauberhaft wie gestern!“ schmachtete sie vor sich-und-Marc hin. Er warf kurz einen Blick zu ihr. „Was heißt hier fast?“ er wirkte leicht in seiner Ehre gekränkt. „Naja, das erste Mal bleibt halt das erste Mal. Das kann man nie toppen!“ erklärte sie verträumt.

„Mh,…“ brummte er nur vor sich hin. „Aber bei einem muss ich dir Recht geben, es war wirklich irre gut!“
Irre gut, dass war Marc wie er leibt und lebt, ja nicht zu viel schwärmen, aber das würden sie auch noch hinbekommen. Er küsste sie noch einmal sanft und leicht, verstärkte den Kuss aber durch ein wenig Druck und drang in ihren Mund ein. Eine erodierende Liebkosung.

„Vergiss nicht Hasenzahn…bis wir aufwachen…“ damit schlossen beide ihre Augen und hoben ab in besinnliche und tiefe Träume.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

25.04.2013 10:36
#6 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo meine Lieben,
hier kommt ein neues Kapitel von mir! Vorab möchte ich mich recht -lich für die lieben Kommentare Bedanken. Wie viele von euch sicher wissen, sie MOTIVIEREN ungemein. Einfach die Bestätigung für seine Arbeit zu bekommen ist sehr schön.

So, nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem nächsten Teil. Es bleibt spannend! Viele neue Erkenntnisse kommen ans Tageslicht!

Glg
Eure Elli


Nun waren beide in einer Zwickmühle. Es war ein Gefühl, dieses Gefühl, was ihnen mehr als bekannt war. Es spiegelte die Nähe und Verbundenheit, aber auch die Entfernung und Sehnsucht der zwei Chirurgen wieder. Gretchen tolerierte es, Marc mied es! Doch sowohl der junge Oberarzt als auch seine Assistenzärztin konnten sich dagegen nicht wehren, so oft ein Kampf gegen dieses wunderliche Gefühl geführt wurde, es ließ sich nicht ausschalten und erst recht nicht auf einen Zeitpunkt festnageln. Nein, es kam spontan und meistens dann, wenn keiner der beiden darauf vorbereitet war. Es stand Grün um Blau! Marc haderte mit seinem inneren Schweinehund, während Gretchen überhaupt nichts mehr von ihrer Umwelt mitbekam. In Marcs Kopf ertönte immer wieder dieses eine Wort „Bitte“. „Bitte“ halte es durch seine Gedanken, es ging ihm nah sie so zu sehen. Wie sie flehte, weinte, sich krampfhaft versuchte aus der Situation zu winden. Nachdem sie sich für einen Moment nur anblickten, entschied sich Gretchen es noch einmal zu versuchen und dem Gespräch zu entkommen.

Abermals versuchte sich der Lockenschopf loszureißen, doch der Chirurg hielt seinen Griff!

Bitte Marc, lass mich einfach los und gehen…
Gretchen…


„Hey, hey Gretchen schh! “ Seine Stimme wurde weicher, wirkte einfühlsamer und ruhiger. Ein Hauch Mitleid mischte sich auch mit unter, doch zu viel wollte Marc Meier nun auch wieder nicht preisgeben.

„Nein Marc, du musst nichts sagen…“ sie atmete tief durch, wobei das bei ihrem erstickenden Tränenfluss schwieriger als erwartet war. „Ich hab’s verstanden…“ ihr Blick wurde noch trauriger und Marcs Gesichtszüge wurden weich, sein Blick folgte dem Ihren der auf dem Fußboden mündete. Sie schluckte schwer und Marc konnte erkennen, dass sie ihm etwas zu sagen hatte, was ihm wahrscheinlich nicht gefallen würde und ihr unsagbar wehtat.
„Du willst es nicht…“ ihr Blick ging wieder zu seinen Augen, welche sie erwartungsvoll betrachteten. „Dann lass mich bitte einfach gehen!“ weinte sie wieder. Die Worte waren in Watte gepackt, zumindest kam dies so herüber. Das „Bitte“ betonte sie äußerst drängend und stark.
So Marc jetzt Zeig mal Initiative!

Er sog die Luft in seine Lunge ein und schoss sie genauso schnell wieder hinaus, unterdessen schweiften hilfesuchende, aber klare und bekennende Blicke durch den Patientenraum. Sie fanden ihren Ausklang letztendlich bei Gretchen. Die junge Ärztin schien so unter seinen Worten gelitten zu haben, nachdem sie ein paar wunderschöne, innige Tage miteinander verbracht hatten. Das wusste Marc nicht, aber komplett konnte und wollte er sich nicht verbiegen. Das wäre nicht mehr er, der Marc Meier, Weiberheld, Oberarzt, Contra-Romantiker und doch in Gretchen Haase verliebt.

„Nein, ich lass dich nicht gehen Hasenzahn. Nicht so, nicht jetzt und schon gar nicht für immer. Es…“

Es fiel ihm sichtlich schwer sich zu öffnen und einer Frau annähernd zu schildern, was ihn bewegte, wie er fühlte und vor allem was er fühlte. Für sie!

„Es….tu…tut… mir leid! Ich hab vielleicht ein wenig überreagiert, aber ich wollte halt nicht das was rumgeht und dann war noch die Brillenschlange da und meinte Freundin, da dachte ich du hast es wieder jedem auf die Nase gebunden. Dann sind die Pferde mit mir durchgegangen. Gretchen wirklich…“ seine Stimme wurde fester. Seine Augen wankten zwischen ihren Zweien hin und her.

„Es war nicht so gemeint…Du weißt…du weißt…boa…du weißt doch das ich dich…also so…irgend…irgendwie…hier Dings…ähm…mag!“ Das war eine schwere Geburt, doch sie schien überstanden!

Zumindest hoffte es der charmante Schönling. Gretchens Augen waren nun vollkommen mit immer wieder aufsteigenden, heißen, brennenden Tränen gefüllt.
Ein Schleier schloss sie ein und doch kullerten sie gleichzeitig wie dicke Krokodils Tränen über ihre glühenden Wangen, schmiegten sich an ihr Kinn und tropften dann hinab. Marc zog sie zu sich in seine starken Arme. Neu in dieser Situation und Position, aber es tat auch ihm gut.

Halleluja Meier, gerade noch so die Kurve gekriegt…Aber sie tut mir schon leid! Vielleicht kann ich sie mit Schokolade besänftigen, wobei…ich glaub momentan gibt’s nur ein Wundermittel…..Mich!!!

Gretchen schmiegte sich an seine Brust, bettete ihre Hände zaghaft daneben und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Marc legte sein Kinn auf ihren Kopf, nachdem er auf diesen noch einen Kuss gehaucht hatte und drückte Gretchen noch fester an sich. Das tat ihnen beiden mehr als gut! Es war notwendig. Nachdem sie sich beruhig hatte, löste Marc sich langsam von ihr und legte eine Hand auf ihre Wange, die andere folgte. Dann strich er behutsam die Tränen weg und kam ihrem Gesicht schnell nah. Ein intensiver, drängender, williger, aber zugleich sanfter, begehrender und liebender Kuss war das Resultat. Marcs Zunge drang nach einigen Lippenspielchen in Gretchens Mund ein und schenkte ihr seine volle Hingabe. Es war definitiv ein Versöhnungskuss der Extraklasse!

Dieser Mann ist alles was ich je wollte und brauchte…Marc…Danke

30 Minuten später im Aufenthaltsraum!

„Na Haase war wohl doch nichts mit ihrem grandiosen Plan in die Wüste auszuwandern was? Das hätte ihnen eigentlich ganz gut getan ein paar Pfunde weniger nicht wahr?“ kam Maria Hassmann süffisant zu Gretchen und Marc an den Tisch!

„Und sie Meier? Sind sie jetzt Frau Doktor Haases neustes Kuscheltier oder wie? Hello Kitty?“ schloss sie genauso sarkastisch an.

Dieser Frau sollten die Worte aus der riesigen Klappe verboten werden auszusprechen. Wie konnte man nur so offensiv und demotiviert sowie verbiestert sein? Das spuckte nicht nur Gretchen durch den Kopf. „Naja immerhin Hasenzahn kann abnehmen, aber ihr Alter bleibt ne?“ stichelte Marc schmunzelnd. Er wusste genauso gut wie die anderen Ärzte, Assistenten und andere unbrauchbare Mitglieder dieses Krankenhaus, dass Maria Hassmann, die Neurochirurgin ein mächtiges Problem mit ihrem Alter hatte. Nun ja, sie schien alles dagegen zu tun. Junger Freund, einiger Maßen gute Figur, aber der Rest war negativ bedingt. Gretchen lächelte sie ebenso zuckersüß an. „Marc ist nicht mein Kuscheltier sondern…“
Scheiße ich sollte doch nichts verraten, jetzt krieg ich hundertprozentig wieder Anschiss von meinem Herrn Oberarzt. Mist…Gretchen…erst denken…dann handeln

Hasenzahn hüte deine Zunge!

„Sondern was? Ihr Tamagotchi? Ihr Littles Patshop?“ kicherte die Brünette Frau Ende 39! Sie liebte es über ihre eigenen Witze zu lachen, die waren immer noch die besten! Außerdem hatte sie Humor im Gegensatz zu manchen anderen Leuten in diesem Krankenhaus.
Die hat zu oft mit Knechtelsdorfer gepoppt, der Verstand is‘ nun völlig im Arsch…(er überlegte kurz) nun ja, wenn er denn jemals da gewesen wäre!

Bevor sich Gretchen zu Wort melden konnte, schellte Marc schon mit einer Antwort hinein. „Weder noch, ich bin ihr Oberarzt und zudem einer der jüngsten Berlins und der Beste natürlich.“ An Selbstbewusstsein fehlte es diesem Mann definitiv nicht. Lässig lehnte er sich zurück und stützte die Hände in die Hüfte. Mit erhobenen Augenbrauen blickte er zu seiner Kollegin und grinste vor sich hin. Ein, zwei Mal zwinkerte er Hasenzahn zu, die ihn schon wieder anzuschmachten schien. Eine Allergie? Eine Seuche? Bakterienbefall? Sie wusste es nicht Fakt war nur, es war braunhaarig, durchtrainiert und 100% ansteckend! „Mhh.“ War das Einzige, was Gretchens Stimmbänder herauspressten.

Maria machte die Biege. Marc ging in sein Büro.
Sabine sortierte Akten und Gretchen ging zu Fritz.

Da gab es aber auch noch Mehdi, der wiederrum steuerte den Weg zu Marcs Büro an! Mittlerweile war auch er wieder in die Zivilisation zurückgekehrt. Die Ereignisse der letzten Tage schienen nicht nur Marc und Gretchen, sondern auch Mehdi und Gina aufgesucht zu haben! Ohne anzuklopfen stand er plötzlich bei dem leitenden Chirurgen im Büro. Der blickte für den ersten Moment irritiert und fragend, letztendlich fand er seine Worte schnell wieder!

„Ähm, solltest du nicht am anderen Ende der Welt irgendwelche Buschmänner präparieren? Oder zumindest irgendwelche zerknautschten Schreihälse auf die Welt bringen?“
„Ich freu mich auch dich wiederzusehen Marc!“ lächelte Mehdi, während er es sich auf Marcs weißem Ledersofa bequem machte.

Der Chirurg nickte demotiviert, eher gelangweilt und ging dann lockeren Ganges um den weißen Holztisch herum um sich schlussendlich an diesen zu lehnen.
„Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass ich ab jetzt wieder im EKH arbeite und Gina übrigens auch, aber sag…“ er wurde lautstark unterbrochen.

Marcs Augen glichen herausspringenden Gummibällen, welche kurz vorm explodieren waren! Das konnte Mehdi niemals ernst gemeint haben. Die hässlichste aller Brillenschlangen und Vogelscheuen sollte hier an seinem Krankenhaus anfangen. Nein, das war nur ein Traum. Ein Albtraum aus welchem der brünette Chirurg gleich wieder erwachen würde. „Du machst Witze oder? Diese hässliche, primitive ungefi…“ „Marc!“ warf Mehdi scharf ein und verfinsterte seinen Blick. „Was denn is‘ doch war. Also wo war ich…? Ach ja, diese ungefickte Brillenschlage wird sicherlich nicht hier anfangen, die soll wieder die Biege machen und nach München oder weiß der Geier wohin trampen und uns in Ruhe lassen!“ meinte er aufgebracht, aber zugleich selbstverständlich.

Sein Mund blieb vor Erstaunen offen stehen. Wenn die auch noch hier her kommen sollte, würde Gretchen jede freie Minute mit der Schreckschraube verbringen, abgesehen davon, dass sie ihm sicherlich immer wieder zur Weißglut treiben und keine Gelegenheit auslassen würde, einen Keil zwischen Gretchen und Marc zutreiben! Ganz davon abgesehen, dass Marc dieses weiße, lasche, einfach undefinierbare Gesicht jeden Tag sehen musste.

Nie im Leben…pfff…soweit kommt’s noch! Wir sind doch kein Ausleihverein für Strohpuppen! Die soll sich ma schön verpissen…aber Zack zack!!!

„Kann ich vielleicht auch mal was dazu sagen?“
„Wenn du mir sagst, dass das alles nur ein schlechter und überhaupt geschmackloser Scherz war, dann ja!“ prustete er säuerlich und nuschelte in seinen Dreitagebart!

„Leider nein! Aber ich wollte sagen, dass sie bei dir auf der Chirurgie anfängt!“ Jetzt gefror Marc das Blut in den Adern, die Röte stieg allerdings in sein Gesicht, seine Halsschlagader prägte sich verdächtig nach außen und pulsierte nun an seinem schlanken Hals.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

01.05.2013 18:48
#7 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo Leute,

WOW, ich habe mich riesig über eure Kommentare gefreut! Ich hoffe ihr kommentiert weiterhin fleißig.

Ich kann euch sagen, es bleibt spannend und wer glaubt, dass Gretchen und Marc jetzt einen einfachen Weg gehen, der hat sich getäuscht...

Schönen Feiertag! Genießt das (hoffentlich) schöne Wetter und lasst mir ein Feedback da!

Glg
Eure Elli



Atmen. Denken. Atmen. Schlucken. Das kann nicht sein. Atmen. Brillenschlange. Atmen. Vogelscheuche. Alarm. Hilfe. Abstinenz. Chirurgie. Atmen nicht vergessen. EKH. Gina Amsel.

In Dauerschleife flogen diese Worte durch seinen Kopf, doch eine logische Reihenfolge dafür fand er nicht. Von jeglichen Zeitgefühlen verlassen, überlegte der Chirurg krampfhaft eine Lösung oder Ausweg für den Vogel mit 5 Buchstaben zu finden, aber es ergab sich nichts. Mehdi wusste nicht, ob Marc noch unter den Lebenden in diesem Krankenhaus weilte, denn seit geschlagenen 5 Minuten war er nicht ansprechbar.

„Mensch Alter,…soll ich deine Mutter anrufen oder was?“ das war Meiers Stichwort, wie von selbst schüttelte er seinen markanten Kopf und grauste die Stirn.

„Was?“ waren seine ersten Worte nach dem kurzen, aber scheinbar intensiven Winterschlaf gewesen. „Ne…“ schloss er ebenso verwirrt und mit flauer, fast leiser Stimme an. Dann wandte er sich wieder Mehdi zu. Tief durchgeatmet, wollte er schließlich noch einmal nachfragen.

„Was hast du gerad gesagt?“ der Marc Meier/Macho/Angeber/Frauenschwarm/Besserwisser war wieder da!

Die Abstinenz schien nun Mehdi zu überrollen, welcher mit großen, braunen Kulleraugen empor lugte und seinem besten Freund imaginär mit Fragen bombardierte. Hatte er die letzten Minuten nicht mitbekommen oder warum stellte er jetzt diese Frage? Oder war dies hier vielleicht gar nicht Marc sondern nur sein an Tinnitus erkrankter Zwilling? Schnell verwarf Mehdi seine Gedanken wieder und war nun auch wieder im hier und jetzt!

Zögernd fing er an. „Also ich sagte, dass Gigi hier im EKH anfängt auf der Chirurgie. Und sie bleibt in Berlin! Außerdem gibt es da noch was…“ seine Stimme wurde leiser und dem starken Blick von Marc hielt er nun auch nicht mehr stand. „Was noch?“ zischte dieser zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Man konnte das Knirschen schon hören, was Mehdi etwas Angst bereitete. „Ich…bin mit Gig zusammen?“ es war eine Frage, keine Antwort und genau das sagte Marc Mehdi. Der wiederrum antwortete mit dem Letzteren. Marcs Kopf schoss nach hinten in seinen Nacken. Die Arme folgten, es glich einem Anblick nach einer 8 stündigen OP. Leider war es das nicht.

Wenn man(n) einmal nich aufpasst,…tzzz…dieser Mann baut nur scheiße… Notiz an mich selbst…wenn Mehdi das nächste Mal eine Frau,…wobei Frau konnte man dieses Individuum nun ne nenne, sieht, dann einfach festketten oder Gewalt androhen. Beides dürfte die Situation erleichtern.

„Boah Mehdi. Hast du denn gar nichts von mir gelernt?“ die Frage war rein rhetorisch, aber Mehdi betrachtete sie als ernsthaft. „Doch morgens schwarz und nachmittags mit Milch, Dr. Rogelt is scheiße, Polohemden und D&G,…“ nach einer kurzen Pause schloss er an, während Marcs Kopf im Rhythmus mit wippte. „…und Männer haben die Macht?“ wieder eine Frage.

Ich dreh durch, der Mann ist schlimmer als Hasenzahn⁴!

„Man Mehdi echt unfassbar wie verknallt biste denn schon wieder? Das wichtigste ist: Nicht immer gleich verlieben, lieber Spaß haben und das Leben genießen!“ leise schloss er ernst an.

„Wobei ich in an deiner Stelle auch kein Spaß im Leben hätte!“ danach lächelte er ihn 1 Sekunde geziert an und setzte dann wieder sein strenges Gesicht, mit den hervorragenden Kieferknochen auf. „Ich hatte doch meinen Spaß, aber daraus ist eben Liebe geworden.“ erklärte der Gynäkologe offen und herzlich. Dabei umspielte ein leichtes Lächeln seine Lippen, Mehdi wirkte ausgeglichen, fast schon erschreckend ruhig und verliebt. „Mehdi du weißt aber schon was damals war, als du dich verliebt hast und es angeblich…“ dabei machte er imaginäre Gänsefüßchen in die Luft und verdrehte die Augen. „die Liebe deines Lebens war, da dachtest du auch du wüsstest alles über sie und Schwupps die Wupps war sie eine gaaaaanz tolle Balletttänzerin…“ er lachte ihn an, als wäre Mehdi ein kleiner Junge der unwissend durch die Welt lief. Ironisch fuhr er fort.

„Mit anderen, dir unbekannten Tanzstilen. Und dann haut die dumme Sau einfach ab, zu allem Überfluss mit deinem Kind, was aber eigentlich nicht deins war. Wie klingt das für dich mh?“ das „deine“ betonte er extra stark und musterte den halben Perser nun kritisch.

„Das kannst du doch überhaupt nicht miteinander vergleichen. Gigi und Anna tzz…“ er winkte ab.

Da haste Recht, die eine hat mehr Titten und die andere mehr Leviten! Naja…ich weiß eindeutig was besser wäre.
Ein dreckiges Grinsen bildete sich auf Marcs Gesicht, weil seine Gedanken zu seiner neusten Bettbekanntschaft schweiften. Diese konnte keiner dieser verkorkten Weiber das Wasser reichen.
Hätte ich nicht gedacht, dass Hasenzahn so ne Granate im Bett ist, aber umso besser…

„Was grinst du denn jetzt schon wieder so?“ In Mehdis Gesicht zeichneten sich viele Fragezeichen, was Marc nur mit einem Kopfschütteln und lachen kundtat. „Was anderes. Mh, warum fängt die Schreckschraube auf meiner Station an. Die hat doch damals irgendwas von Kindermedizin in München gefaselt.“

„Nein, Gigi ist eigentlich Chirurgin und zwar eine ausgezeichnete! Sie hat,….mh… in den Staaten studiert, wo genau, weiß ich jetzt gerad nicht!“

„Bitte?“ Verwundert sprach Marc eine Oktave höher.

Sein Blick glich dabei dem eines Eichhörnchens. Marc Meier war verblüfft, dass geschah auch nicht alle Tage. Zwar sorgte eine gewisse Frau in den letzten Tag für mächtig Verwunderung, aber das war privat. Immerhin sollten seine Intimitäten mit Gretchen nur für sie beide bestimmt sein und nicht für einen liebesgeilen Freund und eine tollpatschige Strohpuppe, namens Gigi Amsel…

Vogel trifft es eher…aber ich krieg Hasenzahn schon noch von der weg, ich heiße schließlich nicht umsonst Marc Meier. Er ist und bleibt der Beste in jeder Lebenslage.

Mit seiner rechten Hand fuhr er sich triumphierend über die geschwollene Brust. Der Gynäkologe dem die Frauen vertrauen, wollte eben ansetzten zu reden als Marc seine Worte kreuzte. „So genug gequatscht. Viel Spaß in der Hölle. Jedenfalls bin ich der leitende Oberarzt der Station und da hat sich Frau Vogel an meine Regeln zu halten, dass kannste ihr ja bei Gelegenheit mal ausrichten. Ich muss jetzt los, die Arbeit ruft! Also bis dann ne!“ damit ging er großen Schrittes und mit einem schrägen Grinsen aus dem Büro und über die Gänge der Station.

1 Stunde später im Schwesternzimmer

Während Mehdi, Sabine, Maria und Maurice im Schwesternzimmer saßen, kam Marc widerwillig mit Gigi hinzu. Da Marc der leitende Oberarzt war, musste er die Chirurgin wohl oder übel herumführen und ihr alles erklären. Anweisung von ganz oben! Der charmante 33 jährige konnte und wollte sich dieser Aufgabe nicht wiedersetzen auch wenn er Gigi abgrundtief verabscheute. Das ließ er sich auch deutlich spüren.
Die wird schon sehen, was sie davon hat hier einfach mir nichts dir nichts aufzutauchen und denkt sich hier einnisten zu können. Das kriegt sie alles täglich schön um die Ohren geklatscht. (grins)

„So, wenn du noch Fragen hast, wende dich nicht an mich!“ Lautstark schallte seine Stimme durch das Schwesternzimmer, während er auf dem Schreibtisch ein bis zwei Mappen fallen ließ. Dann drehte er seinen Kopf Richtung Tisch, an dem tummelten sich seine „heißgeliebten“ Kollegen. Allerdings fehlte da noch jemand. Seitdem er vorhin gegangen ist, war keine Spur von Gretchen zu sehen. „Na,…mal wieder faullenzen?“ hackte er schräg lachend nach, während er sich den äußersten Platz sicherte. Gigi nahm auf Mehdis Schoss Platz, der saß in der hinteren Ecke. Natürlich blieb diese Szene nicht ohne einen Austausch von Speichel und Intimitäten.

Boa is das ekelhaft. Die sollen sich ein Zimmer nehmen, das grenzt ja schon an sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz…ich glaub ich kotz gleich!

Marc drehte den Kopf demonstrativ in die andere Richtung und stellte einen Würgereiz nach. Rechts neben ihm saß Maria dicht gefolgt von Maurice und Sabine saß auf dem Bürostuhl, den sie etwas in die Mitte gerollt hatte. „Herr Doktor geht es ihnen nicht gut. Wollen sie nach…“
„Sabine ich sag es nur ungern, aber ausnahmsweise haben sie Recht. Das grenzt schon an ein Wunder, aber diese zwei Turteltäubchen hier vor der Nase zusehen, während man isst, ist noch ekelhafter als auf’m Klo zu frühstücken. Nicht wahr Sabine?“ schloss er sarkastisch an. Er wusste, dass die Krankenschwester ihm nie wiedersprechen würde, daher schaute er sie fragend an und zuckte mit der rechten Augenbraue immer wieder demonstrativ nach oben.

„Na…na…na…naja ich finde das eigentlich ganz süß!“ sagte sie schmachtend und starrte die beiden Ärzte schon fast krankhaft an. Marc winkte nur ab und verdrehte die Augen. Dann überschlug er das rechte Bein über dem Linken und biss genüsslich in einen Apfel. „Wie war’s? Hat er sich einigermaßen benommen?“ flüsterte Mehdi Gina ins Ohr, während er abwechselnd Marc und die anderen Kollegen musterte. „Haha,…konnte der feine Herr Doktor mal wieder seine Finger nicht bei sich lassen?“ lachte Maria hämisch und zog die Augenbrauen hoch, dabei zwinkerte sie Marc zu. Der wiederholte nur gespielt ihre Lache und schaute dabei genervt empor. „Nein, war okay!“ milderte Gina die Situation und lächelte Mehdi verstohlen an. Schmusebedürftig stupste sie seine Nase und verengte dann ihre Augen, als ihr im Hintergrund jemand Bekanntes entgegen kam.

Blitzschnell schellten ihre Lider wieder nach oben, ihr Mund öffnete sich und ihre Wangen färbten sich leicht rot. Dabei schob sie konzentriert ihre Brille nach oben.

„Wie siehst du denn aus?“ staunte sie.

Es war Gretchen, welche über dem kompletten Dekolleté, ihrer Brust, teils ihrem Oberteil und teils ihrem Gesicht weißen, cremigen Joghurt hatte. Nun schellte auch Marcs Blick nach oben, welcher in der ersten Sekunde verwirrt schaute, dieser aber sofort zu einem breiten Grinsen mutierte.
Da ist man mal eine Stunde nicht da und Fräulein „Essenskünstler“ begibt sich gleich wieder in die peinlichsten Situationen die dieses Krankenhaus zu bieten haben!

Kopfschüttelnd musterte er sie von oben bis unten. Auch Maurice konnte seinen Blick nicht von der blonden Assistenzärztin wenden, Maria lachte und auch Mehdi grinste breit, nur Gigi war immer noch in ihrer Schockstarre. Schwester Sabine reichte ihr sofort ein Taschentuch. Vom Verwirren geprägt schweiften aussagekräftige Blicke durch das Stationszimmer! Schnell lief sie rot an und wollte eben den Rücktritt antreten, als dieses Mal Maria fragte, ob sie in einen essbaren Farbtopf gefallen wäre, als Zusatzinformation schloss sie noch an, dass dieser sicherlich nicht für Gretchen gemacht war, da ihre Figur eher weniger als mehr Lebensmittel vertagen würde. Daraufhin wank sie ab und schüttelte den Kopf, nochmals.

„Ehm Hasenzahn ich weiß ja, dass du nicht gern auf Essen verzichtest, aber selbst du solltest wissen, WO man die Nahrung einführt.“ Ein vielsagender, fast erregender Blick kroch in ihren Ausschnitt und verblieb dort. Erst als sie ihre Hand davor klatschte, schellte Marc aus seinen Fantasien auf und zwinkerte ihr verführerisch zu.

„Ihr mich auch!“ damit verließ sie genervt den Raum, immerhin folgte ihr eine Person. Gigi. Ihre Gigi. Sie war immer für Gretchen dagewesen egal wie mies es ihr selbst in dem Moment ging. Nur ein Fehler schmückte das Freundschaftskonto. Die Lüge vor ihrer Hochzeit, dass sie angeblich mit Marc „gebumst“ hat. Das laute Gelächter der anderen 4 ausgeschlossen Sabine hallte noch bis in die vorderen Gangspitzen. Nur mühsam bekam die angehende Chirurgen, den mittlerweile festen Joghurt von ihrer Haut ab. „Was ist denn passiert?“ hackte Gigi interessiert nach, dabei half sie Gretchen die weiß, säuerliche Paste von ihrem Oberteil und Hals zu bekommen. „Ich war doch bei Fritz, ne?“ „Ja und?“ Noch mehr Verwirrung trat ein, als ohnehin schon da war.

„Ich hab ihm erklärt, dass ich nicht geflogen bin und das ihr wieder zurück gekommen seid, weil die Umstände es nicht zuließen, so,…dann war der gute Mann so in Rage, dass er wild mit seinen Armen gestikuliert hat und wer ist der größte Pechvogel überhaupt und zieht Unglück magisch an?“

Wie auf Kommando zeigten beide auf Gretchen. Die 30 jährige ließ den Kopf erschöpft hängen und machte dann mit ihrem Waschprogramm weiter.

Beschissener kann es nicht mehr kommen. Gretchen, herzlichen Glückwunsch du hast den Rekord für den schrägsten und peinlichsten Auftritt gewonnen. Hauptgewinn: Schokolade bis ich platze! Immerhin eine Liebe, die mich nie verlässt. Wie viele Frauen können das schon von ihren Männern garantieren?

„Och Mausi das tut mir richtig leid, ich sag dir Gretchen der Typ hat zu viel staubige Luft geschnuppert, der tickt auch nicht nach der wahren Zeit!“ verpackte Gina die Botschaft, welche bei Gretchen sehr wohl ankam. Sie prustete theatralisch und schaute Gigi durch den Spiegel leicht unschlüssig an.

Meinst du wirklich? Glaub ich nicht!
Aber hallo, wenn ich es dir schon sage. Sei froh, dass du das hinter dir hast und es nur der Joghurt war.
Gigi also wirklich, du bist ja wie Marc. Absurdere Gedanken gibt es echt nicht. Pass auf das du nicht auch irgendwann mit dem Testostern gebombe anfängst.
Gretchen Haase du wirst mich doch nicht allen Ernstes mit dem Proleten vergleichen?
Ehm…ich…also…eigentlich schon….quasi!
Pühh…der hat dir echt den Verstand heraus gevögelt!
Sag mal spinnst du jetzt?
Die Frage stell ich gern zurück!
Nein kein Bedarf. Im Ernst jetzt, Fitz hat vielleicht zu viel afrikanische Sonne abbekommen, aber er ist nicht verrückt!
Ehm Gretchen?
Ja!
Die Sonne ist auf der ganzen Welt gleich, es gibt nur eine!
Ja ich weiß. Das…das…das war so zu sagen ein monoperspektivischer Vorgang zum Thema.
Ah ja, wenn du meinst?!
Tu ich!
Super, freut mich!

Nachdem die Gedankenübertragung beendet war und der schwarze Magier blass vor Eifersucht geworden wäre, widmeten sich die beiden Frauen nun erneut den wichtigen Themen.

„Und wer fliegt nun nach Afrika?“

Gretchens Blick verfinsterte sich. Ihre Augen spiegelten den Takt und Klang ihrer Seele wieder, welche ausschließlich Trauer, Schmerz, Angst, Einsamkeit, Dunkelheit und Abschied ausdrückten! Gigi selbst, brachte diese mehr als eindeutige Vermutung die Schweißtropfen auf die Stirn. Kleine hauchzarte, feuchte Stellen gaben ihre Ernüchterung und Trauer preis. Gretchens Blick lag gesenkt auf ihren Händen und ruhte dort! Ihre beste Freundin allerdings suchte diesen eindringlich. Ihre Muskelzeichnungen verstärkten sich und prägten ihr Gesicht mit Unglaubwürdigkeit. Ihre Augen verengten sich, um sich einige Momente später zu großen runden Rädern zu verformen.

„Nein Gretchen!“ brachte sie nur schluckend und voller Entsetzen heraus.

Das Kopfschütteln verstärkte sich mit jeder wartenden Sekunde auf eine Antwort rapide. Die blonde Assistenz drehte sich indessen zu der neuen Chirurgin dieses Krankenhauses um und versuchte ein leichtes Lächeln über ihre Lippen zu bringen. Es misslang ihr.

„Sie es positiv…“ fing sie schwer schluckend an.

Ihre Augen bahnten sich den Weg zu Gigis, was sich als kompliziert erwies, da der schönen Ärztin das Wasser wie Feuer in den Augen brannte, ihr gleichzeitig den Weg auf eine klare Sicht versperrte und ihr die Ungewissheit zeigte. Schwer atmend fuhr sie traurig fort. Ihre Stimme klang zerbrechlich, fast wie Glas und doch leise und sinnlich.

„Ich gehe und du kommst!“

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

15.05.2013 19:50
#8 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo Leute,

ich melde mich auch mal wieder zurück.[schaem
Heute lade ich endlich ein neues Kapitel hoch. Ich möchte einen riesigen Dank an euch richten für die lieben, lieben Kommentare. Ich habe Luftsprünge gemacht.

Kommentiert fleißig weiter, denn auch Verbesserungen sind gern angesehen.
Schönen Tag noch!

Glg
Eure Elli



Träume sind Schäume…Sie ermöglichen einem in andere Dimensionen abzutauchen. Das Leben wie es existiert umzustellen, umzudenken, umzulegen. Es ermöglicht uns die kalte, verbissene, unerträgliche Realität gegen einen Funken Wärme, Geborgenheit und Liebe einzutauschen. Wir sind uns dessen bewusst, dass dieser wunderbare Moment oft schneller vorbei ist, als wir ihn packen und in die Tasche stecken können, um ihn dort nach geraumer Zeit wieder hinaus zu holen. Aber wir sehnen uns mit voller Lust und Hingabe danach, dass die Wirklichkeit mit der Fiktion verschwimmt. Verschwimmt, wie zwei Flüsse die nach einem langen Weg zusammenfinden und ineinander fließen, sich zu einer Einheit, einem Meer verbinden. Doch irgendwann ist die Zeit vorbei. Aus ist der Traum von einem sorgenfreien Leben, wie es noch vor ein paar Momenten der Fall war. Die Gegenwart klopft an und wir sind nicht bereit ihr zu öffnen. Das hier und jetzt ist hinterhältig, trist, böse, berechnend, aber wir haben den Kampf dagegen schon längst verloren bevor er begann. Einzig und allein die Erinnerung bleibt an das, was war und doch nie sein wird!

„MARC! Du musst sofort mitkommen!“ schallte Gigis Stimme durch den Krankenhausflur. Der Oberarzt saß immer noch im Aufenthaltsraum und las Zeitung. Als seine Ohren diese Stimme allein hörten fühlte er sich sofort von einem tödlichen Virus befallen. Augenrollend schnaufte er verächtlich und ging nicht weiter auf ihre Worte ein!

Himmel Arsch und Zwirn womit hab ich das bloß verdient?

Mehdi verweilte ebenso noch neben Marc und sah sofort auf. Allerdings war er entspannt und genoss den Klang, der seine Ohren umsäumte.
„Gigi ist was passiert?“ hackte der Gynäkologe eifrig interessiert nach. Seine Augen suchten ihre, fanden sie aber nicht. Die dunkelblonde Chirurgin hatte nur einen Mann im Kopf und der hieß Marc Meier. Der Oberarzt machte keinerlei Anstalten auch noch ansatzweise seinen Kopf zu heben, aß bereits den zweiten gelb-grünen Apfel und schenkte seine Aufmerksamkeit voll und ganz dem Magazin.

„Mahhharc!“ witterte Gigi lautstark und rüttelte dabei seine Schulter.

Ganz langsam drehte sich der Chirurg in ihre Richtung. „Kein Anschluss unter dieser Nummer, versuch’s mal bei der Auskunft! Außerdem ist das Berühren der Figüren mit den Pfoten verboten! Altes Sprichwort das dürfte dir bekannt sein, bist ja auch schon älter ne!“ Fest entschlossen nun in Ruhe gelassen zu werden, drehte er sich wieder rum.

„Jetzt warte doch mal ab, was sie sagen will.“ Schoss Mehdi ein. „Na nichts Sinnvolles wie immer.“ Lächelte er gezielt gespielt und klimperte dabei verdächtig mit den Augen.

„Ich überhör das jetzt einfach mal gekonnt und komme gleich zu den wichtigen Dingen!“

„Oh ja!“ schmetterte Marc die Aussage freudig ein und meinte. „Neue Haarfarbe, Kontaktlinsen, Fitnesstrainer, Komplettpolierung, naja ein Prachtexemplar wird aus dir eh ne, aber immerhin. Kein Augenkrebs dann, ne?“

„Gretchen sie…muss gehen.“

„Sagt wer? Du? Ne, dass kannste gleich vergessen, wann Hasenzahn Feierabend hat, bestimm immer noch ich! Haben wir uns verstanden?“ Seine bekannte Oberarztmanier setzte wieder ein und warf Gigi giftige Blicke zu.

Unfassbar…kaum ist diese ungefickte Brillenschlange hier, meint die den Boss raushängen zulassen!
„Mensch Marc sie…“ weiter kam die junge Ärztin nicht, denn Marc verließ den hölzernen Stuhl ruckartig und hob abwertend die Hand. „Ende der Diskussion!“ damit beendete er das kurze aber anstrengende Gespräch. Was bildete sich Dr. Amsel eigentlich ein? Taucht hier auf und meint den Chef heraushängen zulassen? Aber nicht mit Dr. Meier. Da war sie definitiv an der falschen Adresse, dass konnte sie mit Gretchen oder Mehdi machen, aber er war 100% ig kein Kandidat dafür. Fest entschlossen, rief er Sabine zu, die ihm auf dem Gang entgegen kam.

„Sie können abräumen und in 10 Minuten seh ich sie OP fertig. Klar?“ Er nickte ihr noch streng entgegen und wartete keinerlei Antwort ab, sondern ging in sein Büro.

Dieser Tag schien unter einem schlechten Stern zu stehen, dieser Gedanke durchfuhr nicht nur Marc, sondern auch Gretchen die mittlerweile einigermaßen sauber aussah. Als sie realisierte, was Gigi in diesem Moment vorhatte, stürmte sie Hals über Kopf aus der Damentoilette direkt ins Stationszimmer. „Halt“ war das Einzige, was sie momentan sagen konnte. Ihr Blick war durcheinander und verstört. Wie eine 15 jährige, die eben ihren ersten richtigen Zungenkuss erhalten hat. Genauso konnten auch Gretchens Gefühle und Gedanken beschrieben werden, denn sie wusste nicht mehr wo ihr der Kopf stand. Wo oben und unten war? Was sie als nächstes tun sollte? Und und und… Zum Glück schien ihr das Schicksal doch nicht so schlechte Aussichten auf diesen Tag zu bescheren, denn Marc war nicht mehr da! Es konnte auch sein, dass er längst von der Geschichte erfahren hatte und sie nun irgendwo in den verzweigten Gängen suchte, aber es bestand auch die Möglichkeit, dass Marc schon vorher das Weite gesucht hatte. Zuviel Andrang mochte er nämlich nicht.

„Keine Angst dein Lover hat sich vom Acker gemacht, bevor ich es aussprechen konnte.“ Werte Gigi mit erhobenen Händen ab. Ein Seufzer der Erleichterung entwich Gretchen. Die Frage blieb nur, wo ist er? „Danke, aber bitte halt dich daraus Gigi. Mehdi, du behältst auch alles für dich kapiert?“ ruppig knurrte sie ihren besten Kumpel an. Aber in dieser Situation waren auch strenge Maßnahmen geboten. Mehdi kannte allerdings kein Stück des „Geheimnisses“ und gab dies lautstark kund.

„Leute ich weiß nicht mal worum es geht, wie soll ich dann was verraten?“ Sein Gesicht verzog sich, die Stirn glich einem Ackerfeld und in seinen Augen schrieben sich 100 te von Fragen. „Umso besser!“ Mit dieser Aussage verschwand die quecke Ärztin wieder aus dem Klatschhaus und begab sich zum nächsten Termin. Marc. Und bekanntlich ist der kleinste Fall der Schwerste.

Was sag ich ihm denn jetzt? Hey Marc, ich weiß das ich gesagt habe nicht nach Afrika zu fliegen, leider muss ich dich enttäuschen ich fliege doch? Gretchen Haase du bist so einfallsreich das glaubt man kaum. Nein, reis dich zusammen. Suche Konstruktive Antwort mh…vielleicht schau ich mal auf Ebay die haben bestimmt eine im Sonderangebot für 2,99 €! Gretchen! Okay okay…tief ein und ausatmen! Dir fällt noch was ein, sicherlich, vielleicht oder auch nicht! (imaginär verpasste sie sich jetzt eine schallende Ohrfeige)

Nachdem Gretchen ihr Gegenstück vergebens 30 Minuten suchte, kam ihr nun die Erleuchtung. Mit einem leicht panischen Gesichtsausdruck schritt sie zügig in Richtung OP. Marc würde nicht begeistert sein, wenn sie ihm unter die Augen trat. Schließlich galt in einem Krankenhaus Arbeit vor Problemen, zumal diese nicht einmal die Arbeit betrafen! Besonders Marc war es sehr wichtig pünktlich und vorbereitet zu einer OP zu erscheinen. Er war immer der Meinung Privat sollte auch so gehalten werden und was die Arbeit und ihre Zeiten betraf standen diese nun mal hinten an. Gesagt, getan wollte Gretchen wenige Minuten später die Zwischentür zum OP öffnen. Da war jemand anderes mit verbitterter Miene eher.
Oh Gott der Armeisenblick!

Gretchens Pupillen weiteten sich, sie stand entgeistert vor ihm. Keine Angst zierte ihre Haltung, eher Respekt!

„Sag mal Hasenzahn spinnst du nicht zur OP zu erscheinen?“ Er baute sich mit eingestützten Armen vor ihr auf und kreiste einmal seine rechte Schulter. Seine Augenbrauen fuhren eine Etage nach oben und seine Augen weiteten sich. Auffordernd und gespannt schaute er nun von oben bis unten Gretchen an.
Jetzt bin ich mal gespannt!

„Also Ma Ma Ma Maaa…“

„Marc.“ Ließ er locker von seinen Lippen, während er sie weiterhin musterte.

„Genau…“ lächelte sie überspielend. Dabei knetete sie ihre Hände.
Sie kam nicht drum herum und schließlich erwartete sie selbst von ihrem Partner volles Vertrauen und Ehrlichkeit. Sie sollte nun auch diese Kriterien erfüllen, so schwer ihr diese Worte auch über die Lippen gehen würden.

„Marc ich muss gehen! Ich hab vorhin mit Fritz gesprochen und er…und er…“ sie schluckte schwer und atmete tief durch.

Das half ihr die auflaufenden Tränen zu unterdrücken. Dabei schweiften ihre Augen von rechts nach links. Sie versuchte diese Worte abermals mit einem gespielten, aber dieses Mal zaghaftem Lächeln herunter zu spülen. Ihre Hände wanderten tief in die blauen Rocktaschen und vergruben sich dort. Fast wie ein Bär für den Winterschlaf.

Komm schon Gretchen…
Hä…ich raff’s nicht mehr…


„Puh und er sagte, dass ich nach Afrika fliegen muss und zwar schon morgen 10.00 Uhr.“ Nun ruhten Gretchens Augen auf den smaragdgrünen von Marc. „Bitte was?“ fragte er ungläubig in der Hoffnung sich verhört zu haben. „Ja!“ gab Gretchen nur als fixe Antwort. „Aber wie? Entschuldige, aber ich versteh nicht ganz?“ dabei schüttelte er in kleinen Bewegungen seinen Kopf und lächelte ebenso zaghaft wie Gretchen in ihrer Unwissenheit. Seine Augen waren leicht verengt und sein Atem schien nun schneller zu gehen. „Da gibt’s nichts zu verstehen ich muss fliegen, okay?“ Krampfhaft versuchte die labile Ärztin ihren Tränenfluss im Zaum zu halten, was ihr aber einfach nicht gelingen wollte.

„Mitkommen!“ Marc zog bestimmend an Gretchens Unterarm und führte sie in Richtung Stationszimmer. Da die junge Chirurgin nicht wusste, wie ihr geschah, übernahm Marc das Kommando und streifte ihr kurzerhand den Kittel ab. Seiner folgte, dann griff er kurz in ihren und seinen Spint um ein paar Dinge wie den Autoschlüssel und die Jacken zu holen!

„Sabine verschieben sie meinen Golftermin und BITTE sagen sie nicht wieder ich muss die Schundromane meiner Mutter Korrektur lesen kapiert?“ Mit dieser Aussage führte er Gretchen schnellstmöglich aus dem Krankenhaus. „Aber was…“
„Tütü halt den Mund.“ Fuhr er ihr in die Worte. „Einsteigen!“ kommandierte der brünette Chirurg seine Assistenz und setzte sich ans Steuer des weißen Volvos. Mit gefühlten 100 km/h brauste er durch die Straßen Berlins. Gretchen war schon nicht mehr geheuer. Doch sie hielt ihren vollen Mund. Immer wieder flogen seine aufgewühlten Blicke zu ihr, während sie dauerhaft mit ihren Augen auf ihm ruhte. Jetzt war es Gretchen, der 100 Fragezeichen ins Gesicht geschrieben standen. Über diese Erkenntnis schmunzelte der Oberarzt kurz. Doch seine „Schuljungen“- Miene setzte sofort wieder ein. Als sie den Weg zu Marcs Wohnung erklommen hatten, griffen seine Hände ruckartig unter Gretchens Kniegelenke.

Elli Offline

stellv. Admine


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21.05.2013 15:27
#9 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo Leute,

großen Dank für eure positiven Kommentare. Ich hoffe auf viele viele NEUE...
Ich kann euch schon verraten das die nächsten Kapitel sehr spannend werden. Bzw. kommen wir an einem Wendepunkt in der Story an.

Viel Spaß mti dem neune Teil!
Glg
Eure Elli



„Komm her Hasenzahn!“ forderte Marc Gretchen schwer atmend auf.

Er streckte seinen Hals und küsste sie leidenschaftlich. Es war als ob ihm die Luft zum Atmen fehlte, so sehr begehrte er diese Frau. Besitzergreifend drang er mit seiner Zunge in ihren Mund ein und eroberte ihren Innenraum. Ihre Zungen stießen immer wieder gegeneinander, spielten miteinander und verwöhnten sich gegenseitig. Gretchens Haare hatten sich leicht um Marcs Gesicht gelegt und bildeten eine Einheit mit ihrem. Zügig lief der durchtrainierte Chirurg durch den Türrahmen, an welchem die riesige Einbauküche mündete. Dort setzte er Gretchen auf dem weiß quadratischen Esstisch ab ohne auch nur ansatzweise von ihr abzulassen.

Seine schlanken Hände glitten wie fließendes Wasser über ihre Knie, seitlich hinauf zu ihren Oberschenkeln, verharrten an ihrem Becken und umklammerten dies fest. Er drückte sie ein Stück näher zu sich. Ihre Beine waren gegrätscht, sodass Marc bequem los Platz dazwischen hatte. Da er fand, dass sein Gretchen für seinen Geschmack zu wenig Körperkontakt mit ihm hatte, ließ er ihr Becken für einige Sekunden ruhen und wandte sich abermals ihren fülligen, aber doch recht festen Beinen zu. Er fuhr über ihren Oberschenkel seitwärts nach unten und drückte ihre Beine nach oben. Nun wurde ihm der freie Griff auf ihre Unter- bzw. Hinterseite freigelegt. Dort entlang formte er seine Hände krallenartig und griff fester hinzu. Die Schatzsuche ging weiter, sodass der smarte Chirurg über ihre Knie letztendlich sein Ziel erreichte. Zufrieden hackte er sich unter ihren Gelenken fest und drückte diese bestimmend fest an sein Becken.

Er hatte selbst dafür gesorgt, dass er keinerlei Chance hatte zu fliehen. Doch das wollte er auch nicht! Nein, er hatte nicht ansatzweise das Verlangen sich von ihr zu lösen und zu gehen. In seinem Kopf gab es nur eine auszuführende Aufgabe: Gretchen spüren, berühren, ihr nahe sein, sie küssen, verführen, bei sich haben! Die Mission schien nicht gerad nur eine Aufgabe zu erfassen, doch das war sie. Außenstehende würden es als Sex oder/ und Liebe bezeichnen und genau das war es auch. Liebe in Verbundenheit mit Sex. Das diese Erkenntnis für Gretchen bald nicht mehr sehr relevant sein sollte, würde sie in diesem Moment nie zu denken wagen.

Ich will dich. Ich brauch dich. Diese Frau bringt dich echt um den Verstand Meier, aber denk dran, immer einen kühlen Kopf bewahren. Du weißt was du zutun hast… Zeig es ihr!

Ich will dich. Ich brauch dich. Dieser Mann bringt dich echt um den Verstand Gretchen, aber woher der plötzliche Entschluss dazu kam, weiß ich auch nicht. Naja jetzt sag ich nur Au revoir Gedanken und Salut Marc!

Gretchens Hände gingen ebenso auf Wanderschaft und fanden schnell das Gesuchte. Beide waren sich ihrer Sache bewusst und keiner der beiden konnte noch länger warten. Für ein großes Vorspiel blieb nun keine Zeit mehr. Die Begierde, die lodernde Leidenschaft, die aufflammende Zuneigung, all dies musste gestillt werden. Es war vergleichbar mit einem unglaublichen Durst. Das Gefühl, wenn die kalte kühle Flüssigkeit endlich den Weg in das Innere des Durstenden fand. Wie die trockene Kehle auflebt, wenn sie von brennenden Wellen übermannt wird. Genauso war ihre Lust. Ihr Verlangen nacheinander. Mit verschwitzten und zitternden Händen öffnete sie die kleinen, hellen Knöpfe von Marcs Hemd.

Ein kurzer Blick auf ihre Tätigkeit ließ Marc zum Gegenangriff starten. Er löste sich von ihren Lippen und fuhr geradewegs unter ihr T-Shirt. Sofort übte ihre Haut den gewünschten Effekt aus. Gänsehaut. Marc grinste gierig, dennoch triumphierend über sein Handeln und schob ihr das lästige Kleidungsstück nun vollends über den blonden Lockenkopf. Schnellstmöglich suchten und fanden sich ihre Lippen wieder. Die rechte Chirurgenhand griff dabei umspielend zwischen Gretchens Wange und ihr Ohr. Mit dem Daumen ließ er seiner Notwendigkeit freien Lauf und signalisierte ihr somit, dass die Zügel angezogen wurden.

Lächelnd nahm sie dies kund. Mit gespreizten Fingern fuhr die Nachwuchschirurgin die muskulösen Oberarme nach und ließ das Hemd zu Boden gleiten. Dann machte sich Marc an Gretchens Hals zu schaffen. Er saugte sich hinter ihrem Ohr fest, wo er einige Sekunden später wie ein Saugnapf abprallte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich, dabei streckte sie ihn demonstrativ in seine Richtung. Die sachten Berührungen ihrer Haut auf seiner Brust wirkten wie ein Blütenregen, nur viel besser. Seine Zunge hinterließ brennende Spuren auf ihrer erhitzten Haut und suchte geradewegs den Weg zu ihrer Brustmitte. Dort stupste er sie provokant an, um sie im nächsten Moment zu entziehen. Sie stöhnte erregt auf. Fuhr über seine Brust und legte ihren Kopf in den Nacken.

Marc genoss diesen Anblick einen Moment lang. Er war keineswegs lüstern, sondern einfach nur sehnsüchtig lieb und weich! Dann nahm er allerdings wieder Fahrt auf und riss ihr förmlich den Hosenknopf entzwei. Die 30 jährige zuckte kurz zusammen, schob es aber sofort in die hinterste Ecke ihres Gehirns und umschloss Marcs Nacken nun mit ihrer rechten Hand. Mit leichten auf- und abwärts Bewegungen massierte sie seinen Haaransatz bis hin zu seiner Wirbelsäule. Auch er pustete verdächtig die Backen auf und ließ mit zusammengebissenen Zähnen ein tiefes Stöhnen frei. Sie legte ihren Kopf leicht schief, schmiegte sich aber an seine Wange und begann seinen Hals mit ersehnten Küssen zu verwöhnen. Sie küsste seine Schulter und drückte sich nun leicht von ihm ab, um an seine starke, gestraffte und vor allem steife Brust zu gelangen. Dort angekommen saugte sie sich fest und leckte gleichzeitig mit ihrer Zunge. Nach ihm schier ewigen Minuten löste sie sich und stupste seine Brustwarze beherzt an. Durch seine gebräunte Burst zuckte ab und an ein Muskel, dieser spannte sich sekündlich an und ab. Marcs Hände hatten sich nun flach an Gretchens Rücken gelegt und mit gespreizten Fingern drückte er sie nun wieder an sich.

Gekonnte schallte der BH auseinander und flog kurz darauf im hohen Bogen auf die Kücheninsel hinter ihnen. Es tat ihm gut ihre volle Pracht zu spüren. Beide küssten und bissen sich gegenseitig in den Nacken, wobei Marc immer noch die Oberhand auf das Geschehen hatte. Gretchen atmete wie er schwer. Schrie aber schon förmlich auf, als er etwas fester zubiss und kleine Abzeichnungen auf ihrer Haut zu sehen waren. Nun drückte sie Marc bedacht von sich, was ihn im ersten Moment irritierte, doch als er sah wohin ihr Griff ging verflog dieser schnellstens. Während Gretchen seine Hose öffnete und an seinen Beinen heruntergleiten ließ, kümmerte sich Marc voll und ganz um Gretchens Freundinnen. Seine Hände umschlossen sie und kneteten sich willig, aber im Rahmen der Angemessenheit durch. Als er ihrem ganzen Körper eine tiefe Kontraktion gab, schauderte es sie und bäumte sich auf. Lächelnd nahm er das kund und saugte sich nun ebenfalls an ihrer Brust fest. Sie stöhnte lautstark auf und sah ihm direkt in die Augen. Buchstäblich am Ende und hoffend die Erlösung bald zu erlangen, nickte sie außer Puste und mit einem mehr als flehenden Blick.

Marcs Augenbrauen wanderten nach oben und er grinste sie mit seinem typischen Meier-Blick an. Seine rechte Hand umschloss ihre Hüfte und hob sie ruckartig und ohne viel Kraftaufwand nach oben. Mit der linken zog er ihr achtlos die Hose über die Schenkel und setzte sie wieder ab. Die kühle des Tisches war eindeutig zu spüren, und obwohl es Frühling war, hätte sie außerhalb der Situation sicherlich gefroren. Allerdings war ihr momentan eher wie in der Sauna zumute und sie hoffte auf das abkühlende, erfrischende und vor allem prickelnde Bad in Eiswasser. Der Oberarzt zog ihr nun vollends erregt den Slip aus und streifte ihre Schenkelinnenseite. Gretchens Finger lösten ihren Griff um seinen Hals und rissen an seiner Boxershorts. Noch nie war sie der Typ für schnelle, unromantische Liebeleien gewesen, aber mit diesem Mann würde sie sogar in die Besenkammer gehen können und trotzdem war der Funke Romantik da. Sie kannten sich einfach blind, vertrauten sich, nun ja mal mehr mal weniger, aber hauptsächlich wiegten sich sich gegenseitig in Geborgenheit. Dieses Gefühl verspürten wahrscheinlich die wenigsten Menschen, doch sie besaßen es und hielten es stets fest umklammert.

Nun ging alles ganz schnell. Nicht wie bei anderen Liebesspielchen auf dem Tisch, wölbte sich Gretchen gegen ihn und lag somit auf der flach glänzenden Tischplatte, sie umschloss seinen Körper. Ihre Arme wurden eins mit seinen. Der eine rechts, der andere links umschlang Marcs Taille fest. Er hingegen glitt zwischen Arm und Rippe hindurch und drückte sie am Schulterblatt. Der rechte Arm lag um ihren Po.

„Du nimmst die…Pille ne?“ fragte Marc heißer.

Dabei küsste er sie immer wieder offensiv. Sie antwortete nur mit einem Nicken. Dazu fügte sie ein leises, erregtes „Mh.“ Es machte ihn mehr als an, seinen Hasenzahn so bieder, willig und hauptsächlich erregt vor ihm zu sehen.
„Gut!“ meinte er trocken und stieß im nächsten Moment heftig in sie ein. Ihre Nägel krallten sich auf den Moment genau in seinen Rücken und zogen tiefe Kerben, doch das störte den Oberarzt nicht im Geringsten. Im Gegenteil, er drückte sie an ihrem Hinterteil näher an sich. Gretchens Beine zitterten, trotzdem drückte sie ihre Schenkel näher zusammen um ihn besser spüren zu können.

In gleichmäßigen Bewegungen entzog er sich ihr um einige Sekunden später genauso in sie hinein zu fließen. Beide hatten die Augen fest geschlossen und umklammerten sich, als ob einer in eine tiefe Schlucht fallen würde. Wahrscheinlich würde es imaginär auch bald passieren, aber für den Moment war es einfach perfekt. Sie erkannte sein Spiel. Ihr Spiel. Doch die Kräfte schwanden, womit sie wieder beim Thema Begierde waren. Der Kreis schloss sich also!

„Mh…Marc…“ stöhnte Gretchen heißer.

Ihre Haut glühte, ihre Augen brannten obwohl sie geschlossen waren und ihre Kehle trocknete jede Sekunde mehr und mehr aus…

„Hier!“ stöhnte Marc ebenso aus trockener Kehle und presste dabei die Lippen fest aufeinander. Gretchens Griff verlief zu seinem Po und drückte ihn bestimmend an sich. Langsam steigerte er das Tempo und brachte sie damit nun vollends um den Verstand. Er selbst behielt allerdings auch keinen klaren Gedanken. Die Erlösung schien nah. Ebenso aber die Leere, die jede der zwei wieder umgeben würde. Nur zusammen vereint waren sie ein starkes und vollendetes Pult. Gretchen folgte seinen Bewegungen und sie gingen ineinander über. „Boa….Hasenzahn!“ rief Marc stöhnend. Beide erreichten dieses Mal gleichzeitig ihren Höhepunkt und erlangten zur selben Zeit den Schub von Glücksgefühlen. Fest vereint pressten sie ihre Körper ein letztes Mal aneinander und mit einem letzten erlösenden Stoß waren sie frei von allen Dimensionen.

Wie versteinert blieben sie in dieser Position. Stirn an Stirn schauten sie sich liebevoll in die Augen. Grün traf Blau. Das Gefühl, welches beide Körper durchströmte war nicht beschreibbar. Es stand nur eins fest: Nur du kannst es mir geben! Langsam glitt Marcs Hand über ihren feuchten Körper und fand den Weg zu ihrer Wange, sie mündete wieder hinter ihrem Ohr. Sanft küsste er sie und schloss die Augen. Gretchen erwiderte diesen Kuss nur zu gern. Sachte entzog er sich ihr nach weiteren Minuten. Beide Hände lagen auf ihrem Gesicht und küssten sie leidenschaftlich, aber dennoch sanft. Zu hören war nur der lastende Atem der beiden und ihre Zungenküsse, welche nach jeder Bewegung ineinander schmatzten. Alles war perfekt, aus dem eigentlichen Speedboat-Trip war ein gefühlvoller geworden. Doch der Tag war noch lang nicht zu Ende. So nahm Marc seinen Hasenzahn auf seine starken Arme und trug sie ins Schlafzimmer, wo sie für den restlichen Tag und die Nacht frei von Konventionen, Zeit und Raum lebten.

Elli Offline

stellv. Admine


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31.05.2013 21:37
#10 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hallo Leute,
nochmals vielen, vielen Dank für die tollen Kommentare, dass hat mich sehr gefreut!
Ich hoffe, dass ich euch nicht den Wind aus den Segeln nehme, aber hier kommen ein paar Antworten auf eure Fragen.

Schönes Wochenende
Glg
Eure Elli



Die Sonne drang strahlend durch die gekreuzten Fenster in die Wohnung eines gewissen Oberarztes ein. Sie erhellte das geräumige Zimmer mit einem warmen und natürlichen Licht. In Mitten des Schlafzimmers steht ein rundes Bett. Weiche, grau-braune Baumwolldecken lagen durcheinander darauf und warten aufgeschüttelt zu werden. Ein genauer Blick allerdings verriet, dass sich dort eine blonde Assistenzärztin befand. Mit ihren üppigen Locken sah sie aus wie ein Sommerregen. Auf dem kompletten Kissen waren ihre Haare breit gefächert. Ein kleines Lächeln umspielte ihre fruchtigen Lippen. Als sich nun die Sonne ihren Weg gebannt hatte, kitzelte sie Gretchen an der Nase. Sanft wiegte sie ihren Kopf in die andere Richtung. Sie hatte noch keine Lust die Augen aufzuschlagen, denn in ihren Träumen war alles gut und schön. Dort würde sie nicht in ein paar Stunden ohne Marc im Flieger nach Ouagadougou sitzen. Sie würde den ganzen Tag mit ihrem Jugendschwarm im Bett oder allgemein Zeit verbringen. Nicht an heute oder morgen denken, sondern einfach nur in den Tag hinein leben.

Was keiner wusste, in ihrer Traumwelt war Gretchen ein weiblicher Ableger von Marc gewesen. Sie träumte von Freiheit, Spaß und kein Ärger bestimmte ihren Tag. Doch das sie genau diesen als erstes antreffen würde, blieb ihr bis hierhin noch erspart. Mit ihrer linken Hand schellte sie großflächig auf die zweite Betthälfte.

Sie fasste ins Leere!

Suchend schaute sie sich um. Marc war nicht da. Er lag nicht neben Gretchen. Wer weiß wie lang schon? Leichte Panik machte sich in der Jungchirurgin breit. Dieses Gefühl, der Moment, es kam ihr mehr als bekannt vor. Als sie damals in der Cafeteria stand und Marc Gabi vor ihren Augen einen Heiratsantrag gemacht hatte. „Marc?“

Wo ist der denn? Er wird doch nicht etwa...? NEIN Gretchen, schlag dir mal diese Gedanken aus dem Kopf. Er hat sich geändert. Gestern noch hat er gesagt, dass er mich nie mehr gehen lässt, also wird er das auch nicht tun! Wobei, ich muss ja eigentlich auch allein nach Afrika fliegen, also ist das Versprechen quasi hinfällig. (sie schüttelte apathisch den Kopf) Nein, Marc ist bestimmt bloß Br…Br… Brötchen, genau Brötchen holen. (sie nickte verträumt vor sich hin)

Stolpernd stürzte sie aus dem weichen Bett auf dem sie geschlafen hatte, wie auf einer Wolke. „Aua!“ nuschelte sie sich selbst mit verzogenem Gesicht zu, während sie ihr Knie rieb. Sie schaute im Badezimmer, in der Küche, im Wohnzimmer und im Arbeitszimmer nach, aber nirgends war eine Spur von dem 33 jährigen. Trotz dessen das sie wusste wie absurd diese Gedanken waren, ging es ihr immer wieder durch den Kopf, dass Marc die Flucht ergriffen hatte. Die beiden haben nie klare Fakten geschaffen und nichts war unter Dach und Fach. Es konnte doch durchaus möglich sein, dass er sich nicht sicher ist und die Notbremse gezogen hat. Soweit Gretchen wusste, war Marc sein ganzes Leben lang ein Fun-Typ gewesen und hatte bis jetzt nur eine halbwegs funktionierende Beziehung. Wie Nina es damals erklärte, waren sie 3 Jahre zusammen, aber auch dies schien nur eine Verzögerung der längerfristigen Affäre zu sein.

Warum ihr diese Gedanken eben durch den Kopf schwirrten, konnte sich die junge Ärztin auch nicht erklären. Eines war glasklar, ihr Instinkt täuschte sie in solchen Sachen nur sehr selten.

Um genau zu sagen in ihrem ganzen Leben bis jetzt 1 Mal und das war der 28. Februar 1988! Es gab Schokoladenmouse in der Kantine und Marc Meier.

Da Gretchen und Gigi mal wieder bei den Außenseitern saßen und sie froh sein konnten, wenn sich überhaupt jemand mit ihnen abgab, schmachtete Gretchen Marc Meier wieder einmal von weitem an. Zu dumm, dass ihr die Schokoladeneinsatzkräfte schon nach 10 Minuten den Krieg erklärten. Wohl oder übel würde sie sich noch einmal an der Schlange anstellen. Vorbei an dem Tisch der „Coolen“ nahm sie Kurs auf die Essensausgabe auf. Nach schier elend langen Minuten Anstehen, kam sie nun gleich an die Reihe. Zu dumm, dass vor Gretchen Marcs bester Freund stand. Leise summte sie vor sich hin, gleich den letzten Pudding ergattern zu können, aber fies wie Basti war, schnappte er ihn Gretchen vor der Nase weg. „Boa Basti…“
Als er sich zu den anderen Jungs und Mädels setzte, darunter Marc mit einer Schnecke auf dem Schoss, posaunte er seine geile Aktion sofort heraus. Die Kantine durchschwappte ein lautes Gelächter. Marc musterte Hasenzahn kurz und tuschelte dann grinsend etwas in die Runde. Gesagt, betan nickten alle und Marc stand auf mit dem Pudding in der Hand. Lässig rief er durch den Saal. „Hasenzahn Lust auf Pudding?“ Freudestrahlend nickte sie und freute sich nicht nur innerlich, dass Marc Meier ihr Aufmerksamkeit schenkte und dann auch noch ein Gentlemen war ihr den Pudding zu überlassen. „Aufgepasst! Dann fang Hasenzahn.“ Ruckartig flog der Pott mit dem cremig-feinen Schokoladenpudding über die Tische. Letztendlich erreichte er Gretchen mit voller Montur. Mit Pudding übergossen blickte sie traurig in die Runde. „Sei froh, dass ich dich davor bewahrt habe, noch fetter zu werden.“ Lachte Marc hemmungslos und seine Freunde stimmten mit ein.


Kopfschüttelnd machte sich die Blondine auf die Suche nach irgendeiner Nachricht. Die Intuition führte Gretchen ins Schlafzimmer, indem sie alle Kissen und die Decke durcheinander schmiss…Und da glitt er auf den Parkettboden. Eine Nachricht. Lächelnd nahm sie diese und fing an den Brief durchzulesen. Doch schon nach den ersten Worten verwand das Lächeln und glich einer ernsten, fast verbitterten, wütenden und vor allem schmerzerfüllten Mine.

Hasenzahn,
wenn du jetzt aus deinen Schokoträumen erwachst, liege ich nicht neben dir. Ich weiß, dass ich dir versprochen habe, dich nie gehen zu lassen, aber das Ganze würde einfach nicht funktionieren. Das ist mir letzte Nacht klar geworden. Ich weiß, dass die letzten Tage nun ja, sehr spannend und auch mh schön waren, aber da ich eine realistische Selbsteinschätzung besitze, weiß ich, dass ich für dieses Beziehungs-Dings nicht geschaffen bin. Du willst Nähe, ich Freiheit. Meine Gedanken sind Achterbahn gefahren, aber letztendlich ist es die richtige Entscheidung. Du hast ja gestern gesagt, dass du heute fliegen musst und sind wir mal ehrlich dieser ganze soziale Mist ist einfach nichts für meine Chirurgenhände, aber ich hoffe es bereichert dich. Die Nacht war wirklich schön, aber ich kann und will dir nicht das Geben, was du verdienst. Von dir verabschieden will ich mich auch ne, weil es alles nur noch komplizierter macht und du das auch nicht aushalten könntest. Geh deinen Weg und pass auf dich auf. Meld dich nicht bei mir, wobei ich denke, dass dies sowieso ins Wasser fällt nachdem du den Brief liest. Es erleichtert uns beiden die Sache. Also mach’s gut, ne! Und wehe du kommst wieder ohne was gelernt zu haben. (Ab jetzt bin ich wieder ich, aber das magst du ja eh.)
P.S. Nicht heulen, ich bin gegen Sturmfluten nicht versichert und außerdem war es ein geiles Abenteuer!
Marc


„Nein, das ist nicht wahr!“ Apathisch schüttelte ihr Kopf von rechts nach links. So beschissen hatte sich Gretchen noch nie gefühlt. Ausgenutzt, benutzt und wie ein Stück Dreck in die Ecke geworfen. Wie konnte der feine Herr Doktor nur so schäbig sein? Diese Frage wollte sich nicht beantworten lassen, egal wie sehr sie grübelte. Wie von der Tarantel gestochen suchte sie ihre Sachen zusammen, nahm ihren Koffer, der noch in der Ecke stand und zog sich auf den Weg zur Tür rasch an. Tränen liefen ihre Wange herunter. Es waren keine heißen. Im Gegenteil, sie waren kalt und stachen wie Nadeln in ihre pfirsichfarbene Haut. Ihre Hand konnte die aufkommenden Tränen gar nicht so schnell wegwischen, wie sich neue bildeten. Seine ganzen Fehler, Missachtungen, Beleidigungen, Beschimpfungen, Pöbeleien und andere Dinge hatte sie ihm alle verziehen, aber das war zu hart. Sie konnte und wollte das niemals tun und Margarethe Haase war sich das erste Mal in ihrem Leben sicher, nie wieder hinter diesem Mann hinterher zu rennen.

Nichts wie…scheiße…(sie weinte bitterlich) raus hier!
Die blonden Locken hingen überall, die Klamotten saßen kreuz die Quere, der Verstand war nicht mehr messbar und die Motorik hatte auch einen Sprung in der Schüssel. Wie Falschgeld lief die Assistenzärztin durch die Straßen Berlins. Sie sah kaum etwas. Ihr Tränenschleier füllte sich jedes Mal aufs Neue. Was in Gretchens Kopf vor sich ging konnte der beste Interpret nicht hinterfragen, konnte der beste Mathematiker nicht herausfinden und der beste Psychologe nicht entziffern. Das einzige Organ, was funktionierte war ihr Herz. Es blutete jämmerlich. So musste sich Silvie van der Vaart gefühlt haben, als ihr ach so toller Rafael mit ihrer besten Freundin angebändelt hat. Das allerdings kam Frau Doktor auch nicht unbekannt vor. Während der „Heimfahrt“ gingen ihr immer wieder Marcs Worte durch den Kopf.


„Margarethe bist du das?“ Mit dem Staubwedel in der Hand, tänzelte sie Bärbel durch den Flur und summte zu: „Verliebt. Verlobt.“! Das fehlte ihr gerad noch. Schnurstraks ging sie die Treppen hinauf und zog den Koffer schwer atmend hinterher. „Was hat er gemacht?“ rief Bärbel aufgebracht und ließ vor Schreck den Wedel fallen. Sie packte Gretchen am Handgelenk, was sie zum Stehen brachte. Schniefend drehte sich Gretchen um und weinte weiter, doch sie hielt es im Rahmen der Angemessenheit. „Nichts Mama, nichts! Ich flieg in einer Stunde nach Afrika, also lass mich bitte los.“ Eine glaubwürdige Aussage klang anders. Perplex ließ die rothaarige Dame ihre Tochter los. „Aber…wie…Margarethe. Was sind das denn für Töne? Ich dachte du und der Herr Meier seid ein Paar und ihr bleibt hier. Papa hat mich vorhin angerufen. Er gibt mir noch eine Chance. Ich habe für heute Abend extra Hirschbraten gemacht, dass mag dein Vater doch so sehr und dann hab ich mir noch neue Wäsche gekauft, willst du sie mal sehen?“ Natürlich schweifte ihre Mutter wieder vom Thema ab. Augenrollend und schwer atmend dementierte sie. „Mama das ist wieder so typisch. Kaum reden wir mal über mich ja, fängst du wieder mit solchen Nichtigkeiten an. Ist jetzt egal, ich fliege dann, deshalb hole ich mir jetzt noch ein paar frische Sachen und dann bin ich für 3 Monate weg.“ Bevor sie um die Ecke bog, meinte sie noch tief traurig, aber zynisch.

„Und was den Meier angeht, der ist Geschichte. Da war nie was und wird auch nie irgendwas sein. Ich hasse ihn!“

Gretchen Haase du bist so doof. Lässt dich von ihm…und dann bist du noch so blond und naiv, dass du glaubst der Kerl hat sich geändert und will mit dir eine ernsthafte Beziehung eingehen. Ich will ihn nie, nie wieder sehen. Aber einmal in seine Visage gucken, dass muss ich noch bevor ich fliege.

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

09.06.2013 12:25
#11 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,

vielen Dank an euch alle für die tollen Kommentare, aber auch einen großen Dank an die stillen Leser/innen!
So, nun hab ich's auch endlich geschafft euch Nachschub zu bringen.
Ich hoffe es gefällt euch und die Bewertungen fallen wieder reichlich und positiv aus.

Glg und eine schönen Sonntag
Eure Elli



„Mama nicht weinen mh? Ich bin fast 31, da muss ich auch mal allein klar kommen und mein Leben auf die Reihe bekommen, okay!“

Aufmunternd lächelte Gretchen ihre Mutter leicht gequält an. Dann drückte sie die „Nervensäge“ an sich und schloss für einen Moment die Augen. „Ich liebe dich Mama, vergiss das nie!“ damit wandte sie sich an ihren Vater. Franz Haase wurde umgehend von seiner Ehefrau informiert, dass ihre gemeinsame Tochter nun doch nach Afrika wollte. Sofort ließ der Chirurg und Chef alles stehen und liegen, um seine Tochter zu verabschieden.

Außerdem wollte er dringend wissen, wieso der Meier nicht ebenfalls nach Afrika fliegt und weshalb sie so traurig ist. Gretchen erklärte ihnen beiden, dass Marc nicht mitkommen kann, weil er in Berlin seinen festen Sitz hat und das sie kurzfristig nach Ouagadougou muss, weil Fritz keine Absage akzeptierte. Ihre goldene Regel bei der ganzen Geschichte war, dass sie auch mal etwas allein schaffen muss. Dasselbe sagte sie bereits vor ein paar Tagen. „Papa…vertrag dich bitte wieder mit Mama, dass würde mir so sehr am Herzen liegen. Werf ein Auge auf Mehdi, Gigi, Sabine, Maria und M…auf die vier okay?“ Sie umarmte ihren Vater ebenso fest und gab ihm einen Kuss. „Mach’s gut Kälbchen und ruf an, wenn du gut angekommen bist ja?“

Wahrheitsgemäß nickte Gretchen und schenkte ihren Eltern ein letztes zaghaftes Lächeln bevor sie die Tür hinter sich zuzog und ins Taxi stieg.

10 Minuten später im EKH

Zum Glück wurde die Kosmetik erfunden, denn Gretchen wäre ohne sie mehr als aufgeschmissen gewesen. Die Spuren ihrer Verzweiflung waren zwar noch deutlich zu sehen, aber immerhin glich sie nicht mehr einer Heulboje.

Verdammt Gretchen, du musst das jetzt durchziehen. Wie war der Spruch in der Gala? Ach ja: STARK. SELBSTSICHER. KARRIEREFIXIERT. ERZEIZIG. Ich kann das, ganz sicher….Man Hasenzahn, du weißt selbst das du es nicht kannst. Hä Moment mal! Wieso sag ich zu mir selbst Hasenzahn? Das sagt doch nur einer Ma…(Den Rest des Gedankens verwarf sie.) Nein Gretchen…nicht…nicht wieder weinen!

Doch leider hatte ihre innere Stimme kein Einfluss auf ihre Tränenbildung. Immer wieder zerkratzten sie ihre Wangen und es tat weh, so weh, dass sie sich wünschte ihn nie getroffen zu haben. Dazu kam noch die große Demütigung.
Nicht mal ins Gesicht kann er mir das sagen, sondern legt mir still und heimlich einen verdammten Zettel hin und meint das ganze wahrscheinlich noch komisch. Ich war nur ein elendes Spielzeug für ihn und zwar von Anfang an. Er wollte mich nur ins Bett bekommen, um jetzt einen Zeitpunkt zu finden, alles unter den Teppich zu kehren. Marc du machst es dir scheiße einfach. Er hat mich benutzt, genauso wie…wie…wie…(Sie konnte es nicht einmal denken, aber genau das machte sie so unglaublich wütend und traurig.) seine elenden Schlampen….

Kopfschüttelnd, weil sie es nicht wahr haben wollte, rannte Marcs Assistenzärztin ins Krankenhaus. Sie wollte nur schnell Gigi, Mehdi und Sabine tschüss sagen. An die Tatsache, dass ihr feiger Oberarzt auch dort war, verschwendete Gretchen momentan keinerlei Gedanken. Zu tief saß die Enttäuschung. Dynamisch spurtete die Ärztin durch die Gänge und kam schließlich auf ihrer Station an. Im Schwesternzimmer fand sie keinen, also nahm sie Kurs auf die Gynäkologie. Auch dort fand sie keinen Mehdi. Gigi war auch wie vom Erdboden verschluckt. Da konnten sie nur an einem Ort sein, in der Cafeteria.

Als sie am Eingang stand, schweiften ihre Blicke ringsum und da sah sie alle miteinander. Gigi und Mehdi. Sabine und Günni. Maurice und Maria. Marc. Es war keineswegs eine Pärchen Runde. Sie saßen alle zusammen und wirkten fröhlich. Marc wie immer mit einem coolen, aber doch nachdenklichen Blick, schien die Gespräche nicht richtig zu verfolgen.

In Gretchen machte sich eine unbeschreibliche Wut und Angst breit. Dieses Gefühl benutzt wurden zu sein, lief ihr ebenso hinterher und sie schien es nicht los zu werden.

Der Arsch sitzt hier und feiert wahrscheinlich seine neue Freiheit. Ich hab ihn doch nicht eingeengt, im Gegenteil wir sind alles locker angegangen. Aber vielleicht bin ich doch schuld? ...Nein Gretchen! Ich geb mir jetzt keine Schuld daran.
Möglichst beschwingt und gefasst steuerte sie auf den Tisch der Cafeteria zu. Marc dachte erst er träumte, als sein Blick zufällig auf sie fiel. Im ersten Moment schaute er einfach weiter, doch als er realisierte, dass es Gretchen war, die da auf sie zu steuerte, wurde ihm heiß und kalt gleichzeitig. Unauffällig hustete er und wandte sich dann wieder Mehdi zu.
Nicht mal so viel Courage hat er, um mir ins Gesicht zu schauen.


Leicht „zitternd“ rieb er sich den Hals. Es war so unglaublich erstickend hier drin, dass fiel dem Oberarzt erst jetzt auf. Sein rosa Hemd war bereits leicht aufgeknöpft, trotz alle dem verspürte er eine unglaublich, drückende Hitze.
Oh…bitte mach jetzt keine Szene Gretchen! Aber Moment mal, sie tut gerad auf total lässig, aber ich seh doch, dass sie…. Oh man sie hat doch geheult… tja, aber es hätte mich auch überrascht und irgendwo auch ein Stück beleidigt, wenn sie das einfach so weggesteckt hätte. Tzz Meier, schmeiß endlich die elenden Gedanken weg. Du hast es so gewollt und da musst du jetzt durch…
Alle Augen waren auf Gretchen gerichtet, als sie vor dem Tisch zum Stehen kam. Mit einem gezwungenen Lächeln und den Blick auf Marc vermeidend meinte sie mit ruhiger Stimme.

„Ich wollte mich nur schnell verabschieden. Gigi mach’s gut und halt die Ohren steif ja. Mehdi, danke für alles und mach meine Beste glücklich ja? Maria, auch wenn wir nie die besten Freundinnen werden, du wirst mir fehlen. Herr Knechtelsdorfer, wehe sie bauen Mist und verdrehen sie nicht wieder jungen Mädchen den Kopf. Doktor Gummersbach, sie sind ein netter Mensch und ich freu mich sehr für sie und Sabine. Schwester Sabine, last but not least, sie werden mir sehr fehlen und denken sie daran, auch die Sterne sagen nicht immer das Richtige. Im Notfall kann man sich nur auf sein Gefühl verlassen.“

Es war eine eindeutige Anspielung, welche auch Marc nicht verborgen blieb. Nachdenklich schluckte er, tat aber nicht dergleichen irgendetwas zu tun.

Nachdem sie die Frauen, sowie Mehdi umarmt hatte und kameradschaftlich Maurice und Günni die Hand gab, sagte sie leise. „Macht’s gut!“ Ohne ein weiteres Wort an die anderen oder eines an Marc zu werfen, drehte sich die junge Ärztin um. Die Tränen standen ihr schon wieder in den Augen und es tat weh. So weh!

Entgeistert schauten ihre ehemaligen Arbeitskollegen Hasenzahn hinterher und fragten sich nicht zuletzt, warum ausgerechnet Marc Meier keine Verabschiedung bekam. Er selbst war so geschockt, dass ihm die Luft für einige Sekunden weg blieb. Um den dummen Fragen seiner „Kollegen“ zu entkommen, stand er auf, zog sich die Hose mit gestrafter Brust nach oben und verschwand in Richtung Ausgang. Die 6 Personen am Tisch hatten alle dieselben Gedanken: Skurril! Immer wieder versucht sich aufzurappeln, aber trotzdem niedergeschlagen kam Gretchen im Stationszimmer an.

Gut, mir scheint keiner gefolgt zu sein! Reiß dich zusammen Gretchen. In ein paar Stunden sitzt du am anderen Ende der Welt und kommst in den Genuss von echter Schokolade aus frisch gemahlenem Kakao. Oh Gott…(schnief) ich werde total fett werden und hier in Deutschland schleppt Marc sicherlich gleich die nächst Beste ab. Nicht dran denken…

Während sie wahllos ihren Spint leerte, hatte sie nicht bemerkt, dass Marc bereits in der Tür stand. Mit einem mitleidenden Blick musterte er das kleine Häuflein Elend, was sich sekündlich die Tränen weg wischte. Allerdings schien das nur mäßig Erfolg zu versprühen.

Meier jetzt sag endlich was. Mensch du bist doch nich auf die Gusche gefallen… Heilige Scheiße das kann was werden. Ich kann gar ne sehen wie sie leidet. Boa….jetzt reiß dich mal zusammen, wir sind doch hier nicht bei Hitch dem Date…Dings…! Denk eher an Lost… (Er verdrehte über seine eigenen Gedanken genervt die Augen und formte mit seinen Lippen ein Fuck.)

Immer wieder vielen die Gegenstände aus der Tasche. Fluchend schmiss sie die Spint Tür zu und rutschte langsam an diesen herunter. Automatisch hämmerte sie mit ihrem Kopf an das Metall.
Warum eigentlich immer ich? Steht auf meiner Stirn ein Schild mit der Aufschrift „Bitte verletzten!“? Nein, ich hab zumindest noch keins gesehen und wenn schon, dann hätte es mir Marc irgendwann unter die Nase gerieben. Ich muss ihn vergessen…Gretchen du bist eine emanzipierte, junge, talentierte, schokosüchtige Ärztin.

„Ach scheiße!“ fluchte sie und wollte sich die Tasche schnappen, als sie Marc sah.

Wie versteinert blieb sie stehen. Ihre Blicke waren kalt wie Stein, was den smarten Oberarzt eine gehörige Gänsehaut bescherte. So kannte er sie nicht. Sie war immer warmherzig, freundlich und auf gar keinen Fall verachtend.

„Gretchen ich…“ ehe er sich erklären konnte, fuhr sie dazwischen.

„Halt einfach deine verdammte Klappe okay? Du hast bereits alles geschrieben!“ dabei lächelte sie hämisch, hoffend die Enttäuschung verbergen zu können. In seine Augen schaute sie aus Prinzip nicht mehr! Warum? Diese Frage wollte sich nie beantworten.
„Gretchen jetzt lass mich doch mal ausreden, bitte!“ sagte er drängend.

Dabei hob er als Unterstreichung seiner Aussage die Hände. Momentan war er nicht der aufmüpfige Marc Meier wie sonst immer, nein, Marc war klein, kuschte, obwohl er diese Entscheidung selbst getroffen hatte. Mit Wut im Gesicht trat sie an ihn heran und blickte ihm nun doch in die Augen. Hoffentlich war das kein Fehler. Sie ließ alles heraus, was sich angestaut hatte. Er sollte merken, wie weh er ihr getan hatte und wie verletzt sie war, von der Enttäuschung mal ganz abgesehen.

„Jetzt sag ich dir mal was. Du brauchst mir über und ich meine auch wirklich überhaupt nichts erzählen. Es sind eh immer nur Lügen. Weißt du was? Ich wusste, dass du Schwierigkeiten hast über Probleme oder Ähnliches zu reden, aber das du so feige bist und nicht mal die…die…die… die Ei…nein das sag ich nicht, die Courage hast mir ins Gesicht zu sagen, dass du es nicht willst, zeigt das du keinerlei Rückgrat hast und du null und ich meine auch wirklich null Gefühle für mich hast oder hattest, wie auch immer. Ich frag mich nur wie doof ich eigentlich bin. Im Gegenteil zu Alexis, Peter oder Mehdi, bist du derjenige der mir am meisten wehgetan hat und weißt du was? … Du hast mich von allen am meisten belogen, betrogen und enttäuscht. Soll ich dir auch sagen warum?“
Marc schaute sie nur perplex an und wusste nicht im Geringsten was er sagen sollte. Ihre Worte trafen ihn mehr, als er wahr haben wollte. Aber vielleicht war es genau das, was sein Problem war. Er wollte immer Nichts wahr haben. Euphorisch und komplett verheult fuhr sie mit weinerlicher Stimme fort.

„Weil du…“ sie stupste ihn an der Brust an. „…der Einzige warst, den ich wirklich aufrichtig geliebt habe. Aber was lieben heißt, weißt du nicht! Ich hoffe du wirst glücklich. Aber eins sag ich dir noch bevor ich gehe.“

„Hasenza…Gretchen… bitte… dramatisier das ne über, bitte. Ich weiß es ist scheiße von mir, aber alles war nun auch nicht schlecht…“ den letzten Teil murmelte er in seinen 3 Tage Bart. Ihre Tränen verstärkten sich und willensstark schüttelte sie apathisch den Kopf. „Nein! Halt deine verdammte Klappe.“

Sie musste es nun einfach aussprechen, auch wenn ihre Zunge nachher blutete. „Du fickst mich und dann lässt du mich wie eine dumme Schl…Punkt Punkt Punkt fallen und schmeißt mich wie ein Stück Dreck in die Ecke. Ich hatte einen Traum und nicht das es schon schlimm wäre ihn kaputt gemacht zu haben, trittst du noch richtig zu und machst MICH dabei kaputt.“

„Eins will ich von dir wissen. Warum hast du nochmal mit mir geschlafen? Ich bin keine Prostituierte, soviel Verstand müsstest du wenigstens haben.“
„Ich…weil… Es war schön und ich hab niemals behauptet, dass es mir nicht gefallen hat. Aber wie schon geschrieben, es klappt nicht, raff das endlich!“ Zum Schluss meldete sich schon der altbekannte Marc Oberarsch Meier.

Ihre Hand schellte in Sekundenschnelle nach oben und traf ihn genau an der rechten Wange. Nur langsam drehte Marc seinen Kopf wieder zu Gretchen, wobei der Schlag eine nicht gänzlich unverletzte rote Stelle hervorbarg. Eine braune Haarsträhne baumelte im Takt über seiner Stirn. Seine Blicke waren fassungslos.

„Wie gesagt, eins noch!“ Sie schaute ihm tief in die grünen Augen und wusste, dass sie ihn damit auch verletzten würde. Nicht annähernd so sehr wie sie ihn, aber immerhin etwas. „Du bist für mich gestorben!“ Damit liefen ihr noch ein paar Tränen herunter bevor sie das Krankenhaus verließ.

Elli Offline

stellv. Admine


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17.06.2013 20:16
#12 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey ihr Lieben,

riesiges Dankeschön an euch alle. Fühlt euch gedrückt!
Natürlich möchte ich euch heute Nachschub liefern und ich hoffe, es gefällt euch. Die Resonanzen von euch sind einfach spitze.

So, nun genug. Ich wünsch euch viel Spaß bei dem Teil.
Glg
Eure Elli



Zeit heilt alle Wunden, aber manche Wunden sind zu tief um jemals wieder vollständig verheilen zu können. Alles was bleibt sind die Narben. Sie sind nicht nur äußerlich. Nein, sie stecken für immer in einem drin und mit ihnen die Erinnerung…Sie lassen sich nicht ausblenden, nicht vergessen, nicht mildern, nur verdrängen, aber sie kommen zurück… Schon bald stehen sie vor einem. Unvorbereitet! Wir können nur hoffen, dass Kapitel endlich abgeschlossen zu haben, doch sicher sind wir uns dabei nie…

Marc saß gedankenverloren in seinem Büro. Einen Arm auf der Lehne aufgestützt und dieser hielt wiederrum seinen Kopf. Ihm lief im Dauergang das allerletzte Gespräch mit Gretchen durch den Kopf. Es schien endgültig vorbei zu sein. Für immer! Diese Gedanken brachten auch einen gefühlsbehinderten Marc Meier um seine Nerven, aber ändern konnte er nichts daran. Schließlich wollte er es so! Während die eine Hälfe seines Kopfes diese Entscheidung feierte, brach die andere Hälfte in lauter Splitter. Aber womöglich ist das dieses Mal sein Herz. Was vor 4 Tagen passiert war, raupte ihm abermals die Nerven. Doch abschalten konnte er nichts. Sicherlich war sich Marc bewusst, selbst die Schuld an dieser Konstellation zu haben. Er wiegte in Gedanken immer wieder die positiven und negativen Argumente ab, doch das Letztere gewann. Er formte mit seinen Lippen ein „Fuck“, während sich seine smaragdgrünen Augen um 360 Grad drehten.

Es war das Richtige. Außerdem kann dir nichts Besseres passieren. Du hast deine Ruhe, genug Freiraum und ich bin und bleib mein eigener Boss. Vor allem den wilden, bindungslosen Sex nicht vergessen… Hasenzahn würde jetzt kreischen: „Hüte deine Zunge Marc!“ (In Gedanken mimte er sie nach.) *Hach (ein imaginärer Seufzer)… Jetzt leb verdammt nochmal dein Leben. Du bist jung, gutaussehend, erfolgreich und nicht auf den Mund gefallen, also mach was draus Meier. Am besten ich frag Mehdi…Vielleicht lässt er sich für 2-3 Stunden auf ein Bierchen entführen, vorausgesetzt der Wachhund hat nen Knochen zwischen dem 80’er Jahre Gebiss…

Unwillkürlich schlich sich ein leichtes Lächeln auf Marcs Lippen. Es war das erste seit knapp 4 Tagen! Mehdi hatte seinem besten Kumpel ordentlich die Leviten gelesen. Allerdings konterte Marc gekonnt. Die Aussage war: „DU brauchst dich schon mal gar nicht aus dem Fenster lehnen, schließlich hast du sie neulich auch gebumst.“ Nach einem Krisengespräch hatten sie die albernen Kindereien beiseitegeschoben und einen Neuanfang ohne eine blonde Assistenzärztin gemacht. Gigi war da anderer Meinung. Nach dem Abschied von ihrer besten Freundin, war sie mehr als sauer auf Marc gewesen. Bis heute redete sie nur das Nötigste mit ihm, allerdings warf sie ihm so gut wie es ihr möglich war, böse Blicke zu. Daraufhin erntete sie immer nur ein tiefes Stöhnen oder einen blöden Spruch von wegen: „Lass dir mal die Augen untersuchen, da scheint nicht alles zu stimmen. Vielleicht nen Wackelkontakt, wobei Kurzschluss trifft es bei dir eher!“ So ging das die ganzen Tage. Aber heute kotzte Marc seine miese Laune und das Dauergrübeln an.

Schluss mit Denken, stelle lieber andere Regionen an.

Ein Windzug blieb in seinem Büro und schon wanderte der Gott in weiß durch die Krankenhausgänge des EKH. Wer wohl seine neue Assistenz sein wird? Mit Knechtelsdorfer allein, würde er es definitiv nicht aushalten und über kurz oder lang nur noch arbeiten und keinerlei Pause in Anspruch nehmen können. Als er bei Mehdi im Büro ankam, verabredeten sich die beiden Männer zu einem Feierabend Bierchen und wollten sich gegen 20 Uhr im Stationszimmer treffen.

Kurz darauf ertönte eine Durchsage, dass sich Marc bitte schleunigst auf seine Station begeben soll. Unbeeindruckt wie immer, brauchte Sabine für diese Durchsage eine Ewigkeit und als sie fertig war, stand Marc bereits in der Tür.

Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem fragenden Gesichtsausdruck musterte er die Krankenschwester eindringlich. Diese bekam sofort Angst, obwohl sie ihre Abneigung gegen Marc die letzten Tage offener denn je legte. Ihre heißgeliebte Frau Doktor war gegangen und sie wusste nicht was, aber ganz koscher schien die ganze Geschichte zwischen den beiden nicht abgelaufen zu sein.

„Schwester Sabine würden sie mich freundlicher Weise aufklären, warum sie mich ausrufen lassen?“ Er stellte sich mit gekreuzten Beinen an die Theke und blätterte belanglos ein paar Patientenakten durch.

„Im Grunde habe ich sie ausgerufen Doktor Meier!“ lächelte sie schüchtern und klappte den neuen Teil ihrer Lieblingsbuchreihe zu. Ein Blick von Marc reichte, dass sich seine Backen mit Luft füllten.

Es ist mir immer wieder ein Rätsel wie der Pathologe das mit ihr aushält. Also nicht das ich denken würde er ist normal…ganz im Gegenteil, ein Sprung in der Schüssel wäre milde ausgedrückt, aber bei der braucht man normalerweise das ESK. Die checkt doch nichts. Wie die ihr Abi geschafft hat, möchte ich auch mal wissen. Wahrscheinlich nach 3 maligem Anlauf und mit Spicken tzz…
„Boa Sabine,…kennen sie das Wort Ironie?“ er lächelte sie an, als ob sie aus der Klapse geflüchtet wäre und fuhr mit gespielter netter Stimme fort. „Ja?“ Er nickte. „Gut, wenn das geklärt wäre, hätte ich jetzt gern eine qualifizierte Antwort und keine Sorge ich werde ihre Grammatik außen vor lassen!“ seine Stimme wurde wieder ernst. Die Schwester zuckte kurz zusammen und meinte dann.

„Die Frau Stegelmeyer hat angerufen und wird in einer Stunde auf sie warten. A…a…a…Also sie kommt hier her…um sie zu besuchen… zumindest sagte sie etwas in der…Art.“ Wie immer hakte sie ihre Sätze kurz ab.

Der sollten wir demnächst nen Sprachkurs schenken. Das geht mir tierisch auf die Eier…

„Gut! Machen sie mir einen Kaffee, ich bin gleich wieder da und gelüftet könnte hier auch mal werden. Ist ja furchtbar…“ Mit diesen Worten ließ er Sabine einfach stehen. Sie roch an sich und fand ihr neues Parfüm mehr als ansprechend und Günni mundete es auch, also konnte es das nicht sein. Dachte die naive 31 jährige und ging dem vermeintlich waren Grund auf die Suche.


7030 km und 4665,773 km Luftlinie entfernt war der Tag einer blonden, herzlichen Ärztin am Ende angelangt. Heute war ein anstrengender Tag. Zwar war Gretchen an jedem Abend bzw. in ihrer Freizeit mehr als verbraucht, aber das verhinderte groß über Marc nachzudenken. Nach dem die Sonne aufgegangen war, fuhr sie mit Adin, einer Afrikanerin in ein Domizil nach Paga.

Der Ort befindet sich südlich von Burkina Faso und zählt zu Tamale. Dort halfen die beiden einer Großfamilie. Ohne mit der Wimper zu zucken wurde ein Familienmitglied nach dem anderen untersucht. Eines der Mädchen hatte sich vor einigen Monaten einen Rippenbruch zugezogen. Für Gretchen war es jedes Mal aufs Neue bewundernswert mit anzusehen, wie viel die Menschen hier einstecken konnten und trotz der ganzen Krisen ein glückliches Leben führten. Sie hatten sich und das war der größte Schatz überhaupt. Immer wieder brachte Gretchen diese Erkenntnis zu Tränen.

In Deutschland war jeder so kalt und unbarmherzig, aber hier gaben sich die Einheimischen mit dem wenigsten zufrieden. Das Mädchen wurde mit in den Bus genommen und wird morgen von Gretchen und Adin operiert. Ihre Mutter durfte mitkommen, schließlich war die Kleine mit den langen, schwarzen Haaren gerade einmal 11 Jahre und hatte das Umland noch nie verlassen. Zum anderen hatten sie kleinere Fälle wie einen Stich eines Insektes, sowie auch einen kleinen Schlangenbiss. In solchen Sachen war Adin die Spezialistin. Sie kannte sich bestens mit diversen Heilmitteln und Krankheiten in diesem Raum aus. Sie selbst war gerade 28 geworden, war eine super Ärztin und dazu eine der wenigen die es hier gab. Sie wohnte mit ihrer Familie ebenfalls in Ouagadougou. Zu dieser Familie gehören ein Mann namens Naadir und zwei kleine Kinder. Das Größte, ein Junge ist 7 Jahre alt. Er heißt Sinaan und das Kleinste, ein Mädchen ist 5 Monate alt. Sie heißt Saadiya.

Die beiden sind ganz bezaubernd und so liebevoll und zugänglich. Gretchen hatte ein kleines Hotelzimmer zwei Straßen weiter von Adins Familie. So gastfreundlich wie das Land ist, so ist auch ihre Familie. Gern hätten sie die aufgeschlossene, liebenswerte Ärztin aus Deutschland aufgenommen, aber Gretchen wollte keinen Umstände machen und so nahm sie das Hotel.

Ihre Gedanken waren ab der Minute als sie das Zimmer betrat just in Deutschland Berlin EKH Familie und Freunde. Es ließ sich nicht vermeiden, aber Marc war auch einer der Personen den sie vermisste. So sehr sich die „Ärztin ohne Grenzen“ auch einredete ihn vergessen zu müssen und dies schon fast geschafft zu haben flammte, die Enttäuschung und die Traurigkeit stets in ihr.

Ich will ihn nicht mehr lieben….es macht mich wahnsinnig! Er hat mich enttäuscht und nicht nur einmal verletzt, aber das Ereignis vor 4 Tagen sitzt tief und hat den Bogen mehr als überspannt. Ich kann diesen Mann einfach…nicht vergessen!

Mit einem traurigen Gesichtsausdruck und feuchten Augen drehte sie sich auf ihrem geräumigen Bett zum Nachttisch und holte ihr Tagebuch heraus. Die letzten Tage hatte sie ihm alles detailliert berichtet, aber sie konnte die Erinnerungen nicht wegschließen oder verbannen. Sie beschloss also ein „Gefühlstagebuch“ über ihre große Liebe zu führen. Darüber grübelte sie schon eine Weile und war nun zu dem Entschluss gekommen es anzupacken.

Ein Psychologe würde mir zu nichts anderem raten, als meine Gefühle und Gedanken offen zu legen, also therapier ich mich jetzt mal selbst. Nach und nach wird der Schmerz vergehen…schließlich habe ich 3 Monate Zeit, dass ist ein vierte Jahr. Es wird mir doch möglich sein, diesen Mann endlich aus meinem Herzen zu verbannen. Ach Gretchen… wenn das klappt mach ich 3 Kreuze in den Kalender und feiere diesen Tag jedes Jahr! Was wohl die anderen gerad in Berlin so machen? Ma…nein ganz falsch Hasenzahn…NEIN…jetzt nenn ich mich schon selbst so. Ich muss definitiv eingreifen, bevor die Seuche den ganzen Körper schwächt und ich Stück für Stück krepiere. Mission „Abschuss hoch Meier aus tief Gretchenhausen“ kann beginnen…

Elli Offline

stellv. Admine


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12.07.2013 13:02
#13 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,

ich muss mich entschuldigen, dass ich mich sooo lang nicht mehr gemeldet habe. Aber ich war leider nicht da und es war für mich keine Möglicheit da, ins Internet zu kommen. Deshalb kommt jetzt eine Entschädigung und somit ein neuer Teil. Den nächsten wird es voraussichtlich nächsten Samstag geben, da ich die nächste Woche keine Zeit haben werde. Im Forum bin ich allerdings immer unterwegs. Bei meiner Fotostory wird es dann ebenfalls gleich weitergehen.
Ich hoffe ihr habt noch Lust zu lesen?!?

Glg
Eure Elli



1. Tag „Abschuss hoch Meier aus tief Gretchenhausen“ – noch 86 Tage in Ouagadougou

Bonjour journal (Hallo Tagebuch),
keine Sorge, ich schreibe nicht alles auf Französisch, dazu fehlen mir noch die ein oder anderen Vokabeln. Nachdem ich sehr, sehr, sehr, sehr lange überlegt habe, bin ich zu dem Resultat gekommen, meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf zulassen. Es ist sowieso das Beste alles zusagen was einem auf der Seele brennt. Tja, nur leider bin ich eine die der Aussage nur selten nachkommt. Egal! Sobald ich in diesem Zimmer bin ist mein Kopf in Berlin. Ich vermisse alle… Leider hatte ich keine Zeit in Ruhe „Abschied“ zu nehmen. Meine letzte Nacht habe ich leider für nichts und wieder nichts verspielt. Nun gut, ich hab ganz paar Kilokalorien verloren, aber…Oh Gott…jetzt geht es wieder los. Ich liebe diesen Oberarsch…das tue ich schon mein halbes Leben…ich habe doch nur einen Wunsch: ENDLICH LOSLASSEN. Selbst wenn ich keinen Mann mehr bekomme, möchte ich nicht mein Leben lang diesen verdammten Chirurgen lieben und an ihn denken. Ich nicht das, was er sich vorstellt. Das hätte sogar ich, Gretchen Haase wissen sollen. Aber nein, was mach ich…ich lasse mich auf ihn ein und er ist am Ziel. Er kann einen neuen Stempel in seinem Buch machen. Gedemütigt und doch gef****, klasse Leistung. Echt, so naiv und dumm kann nur Hasenzahn sein. Rrrrrr… ich bin so sauer auf ihn. Ich sag ihm sogar noch, dass ich ihn liebe und er? Er macht endgültig einen Bruch. Das einzige was mich stolz macht ist meine Ansage. Da wurde ihm wenigstens einmal klar, wie weh er mir getan hat und das ich ihn dies nie verzeihen kann. Mein größtes Problem ist dieses Gefühl, dass er mich „benutzt“ hat. Natürlich war es schön, sehr sogar, unbeschreiblich toll. Marc war so zärtlich, gefühlvoll und sanft, deshalb dachte ich er sieht das genauso wie ich. Aber anscheinend kann er gut schauspielern. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie er mich enttäuscht hat. Manchmal denke ich es ist nur ein Traum und jeden Moment wach ich auf. Dann ist alles wie früher. Ich wünsche mir einfach, dass ich meinen eigenen Weg gehe und wir uns nicht mehr kreuzen.
Dein Gretchen


Am selben Tag in Berlin

„Hallo Herr Doktor Meier!“ rief eine weibliche Stimme durch die Flure des Krankenhauses. Im engen, knielangen Rock, schwarzen Pumps und einem ebenso schwarzen Blaser stöckelte Frau Stegelmeyer auf den herausgeputzten Oberarzt zu. Marc trug eine schwarze Hose, weiße Sneakers und ein rosa Hemd. Die ersten zwei Knöpfe locker offen und seine Hand zierte eine silberne Uhr. Ursprünglich war er auf dem Weg in sein Büro, da er bereits 15 Minuten auf die Dame gewartet hatte. Mit den Händen in den Hosentaschen, wollte er sich ein wenig dem Aktenkram widmen bevor Mehdi und er ein bisschen um die Häuser ziehen wollten. Verwundert drehte er sich um und setzte sofort sein geziertes Lächeln auf. Der Meier Scharm fehlte dabei an keiner Ecke. Als die beiden voreinander standen sagte Marc bester Laune und mit Grübchen im Gesicht. „Hallo Frau Stegelmeyer, was verschafft mir die Ehre?“

Der gutaussehende Oberarzt ließ es sich nicht nehmen einen Blick in ihr Dekolleté zu werfen. Interessiert zog er die rechte Augenbraue nach oben und kaute imaginär. Diese Frau war die beste Bestätigung dafür, dass Marc jede und damit meinte er auch jede haben konnte.

Dann wollen wir mal, was mein Freund…

Mit ihren Blicken hatte sie Marc schon längst ausgezogen, daher kam sie ihm wie im Büro verdächtig nahe und meinte deutlich. „Ich habe ein neues Angebot für sie.“ Marcs Blick zog eine Spur von ihren Lippen zu ihren Augen und zu ihrem Dekolleté.
Er hustete kurz auf und schaute sich möglichst unauffällig um. Harmlos tat er ein paar Schritte zurück und meinte dann.

„Wollen wir in mein Büro gehen?“ Das Lächeln behielt er bei. „Gerne Herr Doktor Meier.“
„Sie kennen den Weg ja schon!“ Eine einladende Handbewegung in Richtung Bürotür ließ er sich nicht nehmen. „Setzten sie sich!“ Marc nahm auf seinem weißen Ledersessel Platz und stützte sein Kinn auf seinen Händen. „Gern.“

„Also was wollten sie mir unterbreiten?“ fragte er neugierig.

„Ich habe schon von ihrem Missgeschick bezüglich Washington gehört. Da ich an der Misere nicht ganz unschuldig bin, habe ich mit dem Professor gesprochen. Er bietet ihnen hiermit die Möglichkeit die vergangenen Lappalien ruhen zulassen und die Leitung der Chirurgie im Nordstadtkrankenhaus anzunehmen. Was sagen sie dazu?“ Sie lachte aufreizend und klimperte auffallend mit den Wimpern.

„Frau Stegelmeyer“ „Nennen sie mich doch Susann!“
„Danke. Gern… Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Der Professor lässt also Gnade walten, Respekt.“ Marcs Gesichtszüge wurden straffer, seine Augen blieben groß und sein Mund stand ebenfalls eine Fingerbreite offen.

„Sie haben Zeit. Diese Karrierechance bietet sich allerdings erst in 4 Monaten an. Daher auch die Bedenkzeit.“

„Oh das ist in der Tat mehr als ich mir je erträumt hätte.“ sagte Marc solide und musste dabei immer wieder schlucken. Er hatte eine Chance für seine Karriere zum Greifen nahe. Warum sagte er nicht sofort zu? Wahrscheinlich die Umstände der letzten Tage, genauso wird es sein. Durch das Fenster des Krankenhauses schien die Sonne in voller Pracht und brachte den Raum zum erhellen. „Marc!“ er streckte der jungen Frau die Hand aus. Susann freute sich riesig darüber und nahm den feucht-warmen Händedruck gern an.

Die ist doch ganz heiß. Guter Vorbau, knackiger Arsch. Was will Mann mehr? Rann an den Speck Marc…

„Ich muss sagen ihr Büro ist sehr stilvoll eingerichtet und es sieht sehr gemütlich aus. Ich muss dann jetzt auch gehen. Es hat mich gefreut Herr Doktor Meier!“ sie wusste wie ihre Reize zum Einsatz kamen, somit begann die Dame Ende 20 ein Spiel mit dem Feuer.

Als sie an der Tür ankam, griff urplötzlich eine starke Hand an diese. Verwundert trete sie sich um und dicht vor ihr stand der Jungchirurg. Den Blick auf ihre Lippen gerichtet kam er ihr näher und meinte flüsternd. „Ist das so? Dann sollten sie unbedingt bleiben und ich zeig ihnen die Bequemlichkeit meines Büros Frau Stegelmeyer.“ Seine rechte Hand strich demonstrativ über ihre Hüfte.

„Hihi…sehr gern…Herr Doktor Meier!“ sie flüsterte ebenso und in ihrer Stimme lag das pure Verlangen und die Erotik. Mit einem Griff glitt sie auf Marcs Arme und schwang ihre Beine so eng wie nur möglich um seine Taille. Ihre Arme vergruben sich in seiner Föhnfrisur und lösten sie aus der, leicht gelingen Konsistenz. Mit Schwung setzte er sie auf seinen Schreibtisch und wanderte willig in tiefere Regionen ab. Nachdem sich beide ihren Klamotten entledigt hatten, stillten sie ihr Verlangen ausgiebig.

Währenddessen saß im 7030 km entfernten Ouagadougou eine Ärztin mit eisblauen Augen und blonden Locken. Ihr Tagebuch lag zusammengeklappt auf dem Tischchen aus Holz. Die genaue Sorte war ihr nicht bekannt. Verträumt schaute sie in die Nacht. Ihre Locken umspielten das pfirsichfarbene Gesicht leicht und schenkten ihr Kontur und Fülle. Ein stechender Impuls zuckte durch ihren Körper was die junge Frau kurz zusammenzucken ließ.

Automatisch griff ihre Hand an die Stelle, an der ihr Herz schlägt.
Es schlägt nur für einen…

Als sie ihr Buch geschlossen fühlte sich Gretchen erleichtert und wenigstens etwas befreit. Doch seit einigen Minuten war dieses Gefühl purem Schmerz, Trauer und stärkerer Liebe gewichen.

Sie konnte es nur schwer aushalten, denn irgendetwas sagte ihr, dass auf der anderen Seite des Kontinentes etwas passierte. In wie weit sie „betroffen“ ist, wusste sie bis hierhin noch nicht. Sie bettete die Decke über sich und zog die Ecke fest an ihren Körper.
Leises Weinen war, in dem mit Dunkelheit ausgefüllten Raum, zu hören. Irgendwann überwog die Müdigkeit und ihre Tränen ließen sie schlafen und… träumen…

Berlin 15 Uhr!
Während sich die karrierebewussten Personen wieder anzogen, durchzog Marcs Magengegend ein stechendes, schlechtes Gefühl. Dieses Gefühl wanderte bis in seinen Brustkorb und verharrte da, um ihn im nächsten Moment ebenfalls einen Stich zu versetzen. Mit der flachen Hand strich er über diese Stelle, aber das mulmige Gefühl ließ nicht nach. „Ich geh dann mal ja?“ hackte Susann glücklich nach und kam auf den smarten Arzt zugelaufen. „Jo!“ meinte er niedlich grinsend und drückte ihr zum Abschied einen Kuss auf.

Kaum schloss sich die Tür, fiel Marc auf das weiße, weiche Sofa. Einmal kräftig durch das Gesicht und durch die Haare gefahren, legte er den Kopf in den Nacken. Ein Bild setzte sich aus tausend Teilen zusammen. Es war Gretchen! Als er die Augen wieder aufschlug schaute er instinktiv zum Fenster und seufzte tief.
Was macht die bloß mit mir…


Für einige ist das jetzt unter Umständen etwas hart, aber ihr könnt mir vertrauen und euch sicher sein, dass auch bessere Zeiten kommen und Marc soll bewusst jetzt in diesen Momenten so sein. Mehr möchte ich nicht verraten, nur so viel: Surprise, surprise

Elli Offline

stellv. Admine


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22.07.2013 10:01
#14 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,
heut kommt endlich ein neues Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch und ihr hinterlasst mir Kommentare.
In nächster Zeit werde ich viel zutun haben, weshalb es sein kann, dass das ein oder andere Kapitel etwas auf sich warten lässt, aber es kommen hoffentlich wöchentlich neue Teil.

Träume sind grün!
Glg
Eure Elli



Die Wochen vergingen und mit ihnen die Schmerzen. Langsam. Sehr langsam, waren sie erträglich geworden. Nur die Emotionen und die Erinnerungen lagen wie eingebrannt in ihren Gedanken, in ihren Herzen, in ihrem Kopf und in ihren Seelen. Zwei Seelen die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch so viele Gemeinsamkeiten haben! Zwei Seelen denen das Schicksal übel mitspielte und sie auf nichts Halbes und nichts Ganzes kommen ließ. Ineinander, miteinander verbunden und doch so weit entfernt. Sie schenkten sich Sicherheit, Geborgenheit und hauptsächlich Wärme, doch zusammen waren sie nicht. Von skrupellosen Taten umschlossen, trennten sie sich. Doch ihre Liebe bleibt. Weder die eine Seele, noch die andere Seele wollten sich dieser Liebe hingeben, aber vergessen, mit ihr abschließen und sie loslassen, wollten sie auch nicht. Tausende von Kilometern voneinander entfernt, saß die eine in ihrem paradiesischen Hotelzimmer und die andere in ihrer modernen Altbauwohnung. Man sollte meinen das Schicksal wollte eine Zusammenführung dieser Seelen verhindern, aber dem schien nicht so zu sein. Die beiden Menschen, welche unterschiedlicher nicht sein konnten spürten jeden Schmerz und jede Enttäuschung des jeweils anderen, die durch sie selbst entstanden war. Zwei Menschen. Zwei Orte. Zwei Zeiten. Zwei Charaktere. Zwei Liebende. Zwei Seelen. Zwei Geschichten. Aber… Eine Sehnsucht. Eine Zusammengehörigkeit. Eine Liebe.

Gretchen hatte ihren 30. Tag in Ouagadougou erreicht. Noch 2 Monate. Noch 60 Tage.
Marc hatte seinen 30. Tag in Berlin erlebt. Noch 2 Monate. Noch 60 Tage.

2 Monate… 60 Tage, bis Gretchen zurück nach Berlin kommen wird.
2 Monate… 60 Tage, um zu vergessen.
2 Monate… 60 Tage, um abzuschließen.
2 Monate… 60 Tage, um zu vergessen.
Noch 2 Monate…60 Tage bis, sie sich wieder in die Augen sehen würden! Gemeinsam ihre Vergangenheit sehen. Sich an die schöne und die schlechte Zeit erinnern. Ihr Leben Revue passieren lassen und feststellen, dass sie ein Leben lang verbunden waren.
2 Monate… 60 Tage, um zu vergessen.

Berlin, 11:00 Uhr!

Die Laune des attraktiven Chirurgen sank von Tag zu Tag ins Unermessliche. Er kommandierte, war genervt, konzentrationslos, unerträglich und ließ alles an seinen Kollegen und den Patienten aus. Jeder Tag war für den Chirurgen eine neue Niete. Marc allein hatte die Entscheidung angepriesen, seine kurze „Affäre“, wie er es so schön nannte, mit Gretchen zu beenden. In Wirklichkeit belog er sich selbst. Tag für Tag aufs Neue! Er wollte nicht zugeben, dass sie ihm fehlte. Er wollte nicht an sie denken und redete sich krampfhaft ein, dass Gretchen nichts Besonderes war. Doch in seinem Inneren vermisste er sie. Dort wusste er, dass sie viel mehr als eine lockere und kurze Affäre für ihn war. Sie war ihm wichtig, ob er es wahr haben wollte oder nicht. Doch nach außen hin und seinem Gefühl gegenüber tolerierte er seine Entscheidung, meistens, befürwortete sie sogar. Und da war er wieder an einem Punkt angekommen: Der Selbstbeschiss! Mit ihm würde Marc wohl sein Leben lang zurechtkommen müssen. Ändern wollte er nichts! Sein Leben schien perfekt. Einen gut bezahlten Job, viele Frauen, Anerkennung und Begierde soweit sein Auge reichte und ein überdimensionales Ego. Was wollte Mann mehr? Nun, ein Mann wollte schlicht und ergreifend Gretchen Haase, aber dem wiedersetzte er sich, wo er nur konnte.

„Sabine!“ schrie er aggressiv durch den Gang und suchte die kommunikative Krankenschwester. Wie immer saß sie auf ihrem Drehstuhl im Schwesternzimmer und widmete sich voll und ganz ihrem Lieblingsarzt, der nicht Marc Meier hieß!
Als Marc einige Patientenakten auf den Bürotisch warf, fiel die blonde Frau Anfang 30 kurzer Hand vom Stuhl.

Diese Frau ist echt nur zum Kaffeekochen zu gebrauchen. Ein Wunder das sie wenigstens das einigermaßen auf die Kette kriegt.

„Ich hab ihnen schon tausend Mal gesagt, dass sie ihre grauen Mäusezellen mal in Gang setzen sollen, damit sie die verdammten Krankenakten nicht immer vertauschen. Ist das so schwer zu kapieren? Oder haben sie schon eine neurodegenerative Erkrankung die mit De anfängt und menz endet?“ Sein Tonfall war definitiv über der Normalgrenze und sein Empfindungsvermögen bei Fehlern oder jeglicher anderer Dinge war penibler, als das einer Stabheuschrecke.

„Heee…Heee…Heee…“

„Sabine!“ funkelte er sie böse an und schlug mit der Hand auf den Tresen. Seine Stirn lag in Falten und seine Augen waren zu Schlitzen geformt.

Momentan machte Marc nicht einmal mehr die Arbeit Freude. Er genoss es sichtlich, abends nach Hause zu kommen, sich ein kühles, prickelndes Bier aufzumachen und seinen Intellekt in irgendwelche schlecht honorierten Filme zu stecken. Wenn er dann im Bett lag, dachte er durchgängig an blonde Locken, an ein breites, herzliches Lachen, an strahlende Augen und an unwiderstehliche Lippen. Die Zuordnung erfolgte einer ganz bestimmten Frau. Sein halbes Leben war sie bereist unsterblich in ihn verliebt gewesen. Gretchen Haase! Wenn seine Gedanken irgendwann ein Ende fanden, schlief er unruhig ein.

„Herr Doktor, es tut mir sehr leid und es wird nicht wieder vorkommen. Ich habe noch etwas für sie! Ein Helmut, Entschuldigung den Nachnamen habe ich mir nicht gemerkt, hat für sie angerufen. Er ist Professor des Nordstadtkrankenhauses und meinte, sie sollten ihn kontaktieren. Hier die Nummer!“ Sabines Stimme klang unbehaglich, sie war mit Angst erfüllt.

So auch ihre Augen, welche immer größer wurden und langsam aber sicher dem Frosch aus der Seesamstraße Konkurrenz machen konnten. Marc grummelte nur etwas in seinen 3 Tage Bart und verschwand dann Richtung Umkleide. Nach einer harten Nachtschicht von 24 Stunden mit 2 Notoperationen und einigen Kontrollgängen, war der begnadete Oberarzt für heut fertig mit seinem Dienst. Er legte den Kittel ab und zog seinen blauen Trenchcoat an. Lässig klemmten ihm einige Patientenakten unter dem rechten Arm, während er sich auf den Weg zu seinem weißen Volvo machte. Nebenbei schaute er auf sein BlackBerry und checkte seine Mails.

Boa nur unnützes Zeugs. Wieso raffen die denn nicht, dass ich keinerlei Interesse an den Schnallen habe. Moment, ….wobei….mh….eigentlich sieht die ganz gut aus. Ich lad die Ische einfach zu mir ein und mal schauen, was noch geht. Ich heiße ja schließlich nicht umsonst Marc Meier!

Sein Selbstbewusstsein war voll an Deck. Während der Autofahrt hörte er noch Metallic, dabei rannen seine Gedanken wieder einmal zu seiner ehemaligen Assistenzärztin.
Ich weiß noch, wie sie vor ein paar Tagen diesen schwulen Typen, tz….Mensch….wie hieß der Freak? Ronan Keating? Ja, ich glaub der war’s, gehört hat. Obs in Afrika auch ordentlich Musik oder Radio gibt? Tz,…die Buschmänner können ja froh sein, wenn sie Strom haben. Das Land ist sowieso ein reinster Reinfall. Was hat sie sich nur dabei gedacht, mich mit in diese Irrenanstalt schleppen zu wollen? Ich bin doch nicht Moses. Naja Hasenzahn ist eh eine Spezies für sich! (leichtes Grinsen) Oh Gott Meier, jetzt reiß dich gefälligst mal zusammen. Das ist ja nicht mehr auszuhalten. Ehrlich gesagt, vermiss ich ihren dicken Hintern aber schon! Marc,…du wirst doch ne zum Waschlappen mutieren.

In seinen Gedanken vertieft, fuhr er durch die freundlichen Straßen Berlins. Es war Sommer und alles blühte, der Mond schien und die Vögel fanden den Weg aus dem Süden zurück nach Deutschland. Dem wunderschönen Prozess der Natur schenkte der brünette Chirurg keinerlei Achtung.
Viel mehr war er mit seinen Gedanken beschäftig. Diese führten ein ewiges, kindisches Katz- und Mausspiel. Die Ärztin mit den eisblauen Augen schlich sich ungewünscht immer und immer wieder in sein Innerstes. Jetzt half nur noch Ablenkung und Alkohol.
Beides dürfte die Situation erleichtern und Spaß schadet bekanntlich nie! Also ran an die Weiber!

Schwarze Wolken am Himmel von Ouagadougou ließen eine engagierte Assistenzärztin keine guten Träume erleben!

Eine feierlich geschmückte Cafeteria. Kollegen über Kollegen und jede Menge schöne Frauen zierten die kahlen Mensastühle. Auf einem kleinen Podest stand Franz Hase. Gespannt hingen die Zuhörer an den Lippen des Professors und verinnerlichten jede noch so kleine Aussage. Neben ihm stand irgendein ca. 1,70 m großer Gegenstand, umhüllt von einem roten Samt Tuch. Marc saß in der ersten Reihe. Er war der einzige den Gretchen erkennen konnte. Sie stand außerhalb des Geschehens! „Wenn ich jetzt bitte Doktor Meier auf die kleine aber feine Bühne bitten darf!“ Einladend deutete Franz mit einem breiten Grinsen zu seiner Linken. Geehrt und mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht, betrat der Chirurg die Bühne. Er ließ es sich nicht nehmen, seinem Vorgesetzten die Hand zu schütteln und ihn mit ein paar Worten den Zucker in den Allerwertesten zu blasen. „Doktor Meier, wir haben uns heute hier versammelt, um ihnen einen besonderen Preis übergeben zu können. Sie leisten großartige Arbeit in meinem Krankenhaus, sind engagiert, ehrgeizig, einer der Besten, wie ich es damals schon prophezeit habe. Doch auf eine Chance und auf einen Preis mussten sie lang kämpfen und warten, aber die zahlreichen Eskapaden haben sich gelohnt. Und aus diesem Grund bekommen sie eine neue…“ Urplötzlich wurden die Besucher der Veranstaltung scharf. Gretchen blickte in die Gesichter. Erschrocken erkannte die aufgeschlossene Ärztin, die Personen der ersten Reihe, in der auch Marc vor ein paar Minuten saß. Mitzi, Gabi, Frau Stiegelmeyer, Doktor Hassmann, diverse andere hübsche, schlanke junge Frauen und sogar Gigi. „…Trophäe! Herzlichen Glückwunsch. Sie haben das Rätsel gelöst und Magarete Haase „entjungfert“.“ Lächelnd zog er das Tuch von der Trophäe. Zum Vorschein kam Gretchen. Sie stand wie eingefroren da und lächelte naiv. Das Publikum jubelte, klatschte, schrie und lachte. Ja, es lachte hellelaut. Marc stellte sich breit lachend vor Gretchen und sagte. „Siehst du, ich krieg eben jede!“ Dann drehte er sich zu der Masse herum und hob triumphierend den Arm.

Ein Schrei! Dumpf, angsterfüllt, hysterisch, panisch, erschrocken. Schweißgebadet lag Gretchen Haase mit dem Blick starr zur Decke gerichtet in ihrem großen Daunenbett.

Was sie da eben geträumt hatte, warf sie aufs Neue völlig aus der Bahn. Seit einem Monat versuchte Gretchen ein Marc-freies Leben zu führen. Leider gelang ihr das nicht immer. Währenddessen sie unterwegs mit Adin war oder ihrer Familie Gesellschaft leistete, verlor sie keine Gedanken an Marc. Zumindest nur in äußersten Notfällen, aber sobald sie allein in ihrem Zimmer saß, ging die Grübelei von vorn los. Es besserte sich zwar von Tag zu Tag, aber ein Funken blieb. Und dieser Funken hatte auch in ihrem Gefühlstagebuch keinen Platz gefunden. Dieser Funken war es, der diesen Reflex, diesen Traum auslöste. Dieser Funken stach ihr vor genau 26 Tagen das erste Mal ins Herz. Gretchen konnte sich nicht erklären was es war oder woher es kam. Jedenfalls waren es keine organischen Ursachen. Dass Marc dieses Gefühl, diesen Funken 7030 km von ihr entfernt, ebenso spürte und von ihm geplagt wurde, wusste die Jungchirurgin nicht. Der Verlust war in der Zwischenzeit einzig und allein Enttäuschung, Wut und Schmerz gewichen. Besonders dieser Schmerz überkam sie. Im dunklen Raum, tastete sich Gretchen aus dem Bett.
Während sie den feinen Schweißfilm auf ihrem Gesicht wegwischte, trat sie vor den Badezimmerspiegel. Mit abgestützten Händen betrachtete sie ihr Ebenbild.

Was soll nur aus dir werden Gretchen? Moment das klang ja fast wie meine Mutter. Oh Gott Gretchen das muss aufhören. Mit den Tränen, die du bis jetzt geheult hast, kannst du hier einen kompletten Brunnen füllen. Ich muss endlich aufwachen. Ja, genau. Aufwachen!

Elli Offline

stellv. Admine


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28.07.2013 13:14
#15 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,
großen Dank für die lieben Kommentare. Ihr seid die Besten! Da es jetzt schon einige gibt, die Marc Meier nicht mehr sooo leiden können, habe ich hier die perfekte Rache für euch. Genießt es!

Glg
Eure Elli



Berlin, 21:00 Uhr Ortszeit!

Nachdenklich lag Marc in seinem Bett. Oberkörper frei und eine brünette, zierlich, gebräunte, 25 jährige Frau in Unterwäsche ruhte neben dem Chirurgen. Genießen konnte Marc die Situation leider nicht, denn vor einigen Stunden durchzog ihn abermals dieses stechende und schmerzende Gefühl. 2 Mal überraschte es den 33 jährigen bis jetzt und er hatte die leise Ahnung, dass es etwas mit seiner ehemaligen Assistenzärztin zu tun hatte. Normalerweise taten Marc seine wöchentlichen Schäferstündchen sehr gut, ganz abgesehen von seinem stetig wachsenden Ego. Der junge Chirurg hatte alles was er wollte. Marc war Oberarzt der Chirurgie, Weiberheld, ein angefragter Arzt, er hatte einen super Body, eine schicke Wohnung, ein prima Gehalt, genug Frauen um sich und…naja einen besten Freund! Eigentlich fehlte in seinem Schema nur eine Frau die er aufrichtig liebt. Die Leere in seinem Körper war nach wie vor da. Sie hatte sich gebessert, aber sie war da.

Mensch Meier denk doch nicht ständig an Hasenzahn….tzz was denke ich eigentlich, dass tue ich sowieso nicht. Ich hab noch nie an sie gedacht und mach das auch in Zukunft ne. Ab sofort bin ich wieder der alte und zwar mit allem drum- und dran!

Doch auch Marc träumte schlecht…

„Marc jetzt beeil dich doch mal. Siehst du nicht, dass sie hungrig ist?“ Vollkommen überfordert stand Marc mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm in seiner Küche. Aus dem Wohn- und Schlafzimmer kamen laute und schallende Geräusche. Er stand mit einem beschmutzten Hemd und zerzausten Haaren vor seiner ehemaligen Traumfrau. Unter seinen Augen schlossen sich dunkle Schatten zu einem Tornado zusammen. Abwechselnd schaute er nervös von Gretchen zu dem 6 Monate alten Säugling. Seine einstige große Liebe glich heute einem unsagbar verschmutzten Hausmütterchen, welches nicht einmal Zeit hatte die Haare ordentlich zu kämmen oder einen Spritzer Parfüm aufzutragen. Ihr Bauch wurde von einer runden Kugel geschmückt und ein 2 jähriges Kind trug sie auf ihren Armen. „Hasenzahn ich hab sie schon gefüttert, aber sie schreit immer noch!“ meinte der Chirurg fast wehmütig und hilflos. In seiner Stimme lag ebenso Trotz. Ein genervter Unterton vervollständigte das Schema. „Mensch Marc wie soll das wären, wenn erst einmal die Zwillinge da sind. Du musst doch mit deinem Fleisch und Blut umgehen können.“ Ein klirrendes Geräusch unterbrauch die Unterhaltung der beiden. Wie von einem Magneten angezogen, schossen ihre Köpfe in das anliegende Wohnzimmer. „Papa das tut mir leid. Ich wollte ihn nicht kaputt machen!“ Ein kleiner Junge von 4 Jahren hielt eine zerstörte Statur in der Hand. Es war ein Preis für eine von Marcs Forschungsarbeiten. „Bist du…“ „Marc…also bitte das ist doch halb so schlimm.“ Nun wandte sich Gretchen an ihren Sohn. Der schaute seine Mama mit strahlend blauen Augen an. „Mh…Marcel der Papa meint das nicht so, spiel einfach weiter.“ Der Junge lachte. Er lachte lauter. Seine Geschwister lachten. Alle standen nun um Marc und Gretchen versammelt und urplötzlich trug der Jungchirurg auch noch das 2 jährige Kind auf dem Arm. Durcheinander riefen alle gleichzeitig. „Papa ich will was essen. Papa ich muss auf die Toilette. Papa wann kommt meine Schwester. Papa ich hab dich lieb. Papa, Mama sieht traurig aus. Papa hilf mir. Papa mir ist schlecht. Papa du hast versprochen wir spielen heut.

Schweißgebadet schreckte der gebräunte Mann Anfang 30 auf.

Auf den Unterarmen abgestützt, schaute Marc an die helle, betonierte Decke.
Seine Augen wankten von einer zur anderen Seite und sein Blick war aufgewühlt und durcheinander. Einzelne Strähnen zierten seine, in Falten gelegte Stirn. Seine Lippen zitterten leicht, fast unmerklich. Sein Brustkorb bebte und sein Herz schlug schnell. Unter normalen Umständen könnte man meinen, der Junge man kollabiert jeden Moment, aber Marc wusste woher dies kam. Fast in Zeitlupe legte er sich sachte auf sein Federkissen. Es umrahmte sein Gesicht und ließ es noch markanter und männlicher wirken.

Auf einem anderen Kontinent!

Gretchen saß mit Adin in einem kleinen Café in Ouagadougou. Nach einer anstrengenden OP und ein paar Routineuntersuchungen hatten die 2 Frauen endlich ein wenig Zeit für sich. Während Adin einen kräutereigenen Tee genoss, schlürfte Gretchen eine original-afrikanische Schokolade. Die frischen Kakaobohnen waren leicht über dem weißen Milchschaum verstreut und die braune, cremige Flüssigkeit roch kräftig-süß. „Ach Adin ich bin so froh, dass ich dich kennengelernt habe. Ohne dich würde ich das alles gar nicht schaffen. Dankeschön!“ Gretchens Augen leuchteten und schauten Adin direkt in die Augen.

Heute war ein guter Tag für die junge Ärztin aus Deutschland. Nach einer durchwachsenen Nacht, konnte Gretchen endlich neue Energie tanken. Nebenbei war sie an der frischen Luft, half Menschen und bekam ein paar Sonnenstrahlen ab. Was wollte Frau mehr? „Merci Gretchen! Tu est fantastique! Tu travaille trop et tres bien! Das hast du doch verstanden oder?“ Adin versuchte Gretchens Französischkenntnisse aufzubessern und redete ab und an ein paar Worte in ihrer altbekannten Sprache mit ihr. Die 28 jährige konnte gut Deutsch sprechen. In ihrer Studienzeit kam sie in viele Länder und eines davon war Deutschland. In Köln und München verbachte sie über 1 ½ Jahre und beherrscht die Sprache flüssig.

„Merci beaucoup Adin. Oui, je connais. Tu travaille tres bien aussi. Das bekomme ich gerad noch so hin. Ich finde es so toll hier. Weißt du in Deutschland ist das Zusammenleben nicht ansatzweise so harmonisch und liebevoll wie hier. Wenn ich an meine Heimatstadt Berlin denke, nun ja…wie soll ich sagen…da schüttelt es mich regelrecht.“ Gebannt hörte die Afrikanerin Gretchen zu und nickte ab und zu.

Die beiden Frauen waren auf derselben Wellenlänge. „Ich kann es verstehen, dass du eine Pause brauchtest. Dieser Marc hat dich nicht verdient. Er ist ein böser Mensch. Bei uns würde ein Mann nie so mit seiner Frau umgehen. Das verletzt die Ehre, kränkt und es ist schlecht für den Respekt und das Ansehen der Familie.“ Tiefgründig versuchte Adin Gretchens Gedanken zu lesen, aber es gelang ihr nicht um Längen. Fragend und mitfühlend suchte sie den Blick der Blondine.

Gretchen schüttelte ihre aufkommenden Gefühle und Gedanken ab. In letzter Zeit hatte sie weiß Gott genug Zeit und Tränen an diesen Mann verschwendet. Sie wollte sich nicht wieder schuldig an der ganzen Misere fühlen, also ließ sie es! „Ja ich weiß. Adin sei mir nicht böse, aber können wir das Thema wechseln?“ Ihre strahlenden Zähne kamen zum Einsatz und ein breites Lachen zierte Adins Gesicht.

„Oui, oui…! Morgen möchten wir mit dir gern etwas unternehmen. Du kannst heut gleich bei uns schlafen, damit es morgen Früh gleich losgehen kann. C’est beau?“ Die afrikanische Familie wollte der deutschen Ärztin so viel wie möglich von ihrer Gegend zeigen. Deshalb haben sie eine Wanderung durch den „Reserve de Nazinga“ geplant.

Das ist ein Naturschutzgebiet/ Wildschutzgebiet. Dort gibt es die Möglichkeit Elefanten zum Greifen nahe zusehen. Die Umgebung kann super erkundet werden und spätestens „draußen“ angekommen, verlieren alle Menschen ihre schlechten Gedanken.

„Oh Adin das ist doch nicht nötig. Aber ja…also…ich sage zu!“ Die beiden Frauen lachten freudig und führten ihr Gespräch noch einige Stunden fort.


Am Abend desselben Tages bekam Gretchen einen Anruf aus Deutschland. Die Kosten waren zwar äußerst hoch, aber Bärbel Haase würde es sich nicht nehmen lassen, ihre Tochter aller paar Wochen einmal zu sprechen. In einer lila Strickjacke eingekuschelt saß die Blondine auf einer Kalksteinbank vor dem Haus ihrer Freundin. „Ja Mama, zum 10. Mal mir geht es bestens. Und nein, ich denke NICHT an Marc Meier.“ Mit angespannter und leicht genervter Stimme versuchte sie ihrer Mutter die Angst zu nehmen. Ihre Augen drehten sich dabei regelmäßig um 360°.

Manchmal bringt mich diese Frau um den Verstand. Sobald der Trockner ausgeräumt ist, bin ich ihre nächste „Baustelle“. Notiz an mich selbst: Wenn ich wieder in Berlin bin, suche ich meiner Mutter ein Hobby oder vielleicht gleich zwei, da bin ich auf der sicheren Seite. Oh…Gretchen… wenn ich mir jetzt vorstelle in dem Haus meiner Eltern eine leckere Schokolade verspeisen zu könne und eine romantische DVD zu schauen, wird mir ganz warm ums Herz…

„Du Mama? Sagst du bitte Gigi und Mehdi liebe Grüße und sag ihnen auch, dass ich mich so schnell wie nur möglich bei ihnen melde. In 4 Wochen komme ich nach Burkina Faso, dann skype ich mit allen!“

Ein kleines Schmunzeln huschte über ihre Lippen. Die Vorstellung ihre Freunde und Bekannten wiederzusehen, erwärmte Gretchens Herz um einiges. Ein kleines bisschen schwand auch die Leere in ihrem Inneren.

Verträumt spielte sich die 30 jährige an einer Locke herum und hörte ihrer Mutter gebannt zu. „Ja Mama…ja… Mama ja…das mach ich. Super…viel Spaß….Ja Mama…Grüß alle von mir…auch Marc…“ ruckartig presste sie ihre Lippen aufeinander und starrte geradeaus.
Mist Gretchen du blondes Naivchen…

„Ehm ne, denn musst du nicht grüßen. Also Mama ich hab dich auch lieb. Tschüss!“ Kopfschüttelnd legte die Jungchirurgin aus Berlin ihr Telefon neben sich und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.

Elli Offline

stellv. Admine


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06.08.2013 21:44
#16 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,

ich möchte mich auch hier nochmals für die lieben Antworten zu meiner Story bedanken. Es ist schön zu lesen, dass es jemanden interessiert und meine Gedanken nicht nur Hirngespinste oder Kleinmädchenträume sind. Das sie Interesse wecken und das ist ein ganz großes Geschenk, welches ihr mir jedes Mal auf's Neue macht.
Da die Durststrecke Marc und Gretchen jetzt schon einige Zeit anhält, wird es Zeit euch zu sagen, dass es nicht mehr lang dauert, bis sich unsere Ärzte mit Herz, na gut...einer mit einem verkromtem Herz , bald wiedersehen werden.

Glg
Eure Elli



1 Woche später…

„Heute auf den Tag sind es genau 53 und dann kommt Gretchen auf Afrika zurück!“ Gina konnte es kaum aushalten ihre beste Freundin wieder in die Arme zuschließen. Seit 5 Jahren lebte Gigi in den Staaten und jetzt als es sie erneut nach Deutschland verschlagen hatte, war ihre bessere Hälfte nicht da. Nachdenklich saß die 31 jährige auf dem Kaan’schen Sofa. Eingekuschelt und mit einer Zartbitterschokolade bestückt, lehnte sie an ihrem Freund. Es war keineswegs geplant gewesen mit Mehdi anzubandeln, aber als sie ihn im Flugzeug bewusst wahrnahm und ihm das erste Mal in seine bernsteinfarbenen Augen sah, war es um sie geschehen. Nun gut, Mehdi hing immer noch ein wenig an seiner Verflossenen Gretchen, aber im Grunde hatte er sich Gigi geöffnet und erneut Nähe zugelassen. Der Gynäkologe bekam sein Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht und er fürchtete ab und an, bald Otto Konkurrenz machen zu können. Ob Gigi immer noch an ihm interessiert wäre? Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass es langsam aber sicher Zeit fürs Bett war. Sanft küsste er Gina auf die Stirn und strich ihr die verwaschenen Haare aus dem Gesicht.

„Stell dir vor, das weiß ich!“ Sein grinsen war nicht zu übersehen und seine Aussage umschloss 100 % Ironie.

„Wollen wir ins Bett gehen? Morgen wird wieder ein anstrengender Tag und ich muss fremden Frauen an die Unterwäsche.“ Lächelnd schaute Gigi in seine funkelnden Augen und meinte leise, aber ebenso Ironisch.

„Ja, das machen wir, aber bitte keine Details schließlich will ich nicht von irgendwelchen Schwangeren, sondern von meinem Freund träumen. Es wäre doch zu schade, wenn dieser Gedanke wie eine Seifenblase zerplatzt oder?“

Zaghaft hauchte sie kleine Küsse auf die Lippen des Arztes. Der lachte schelmisch in die Küsse hinein. „Mh…“ wieder ein Kuss. „Da wollen wir mal nichts riskieren und der Frau Doktor schöne Träume bereiten. Vielleicht über die Toskana?“ Mehdi ist und bleibt Mehdi. Seine verständnisvollen, sanften, aber auch temperamentvollen und bestimmenden Seiten, waren das, was Gigi an ihm liebte.

Er hatte viele Fassetten, doch er brachte sie in eins, wie ein 1000 teiliges Puzzlespiel. „Na komm!“ er zog sie auf ihre Füße und taumelnd landeten sie im Badezimmer.

Die Dusche wurde sofort von beiden in Beschlag genommen. Ein Austausch von Intimitäten war oberste Priorität und so genossen sie das prickelnde Wasser im Einklang ihrer erhitzten Körper. Wenig später lagen sie eng umschlungen in ihren Federbetten. In Mehdis muskulösen Armen fand Gigi langsam den Weg von der Realität in zauberhafte Träume.

Am nächsten Morgen wurden die beiden Ärzte von einem schrillen Ton in die Gegenwart zurückgeholt. Der Wecker schellte ununterbrochen.

„Guten Morgen Vögelchen!“ säuselte Mehdi in Ginas Ohr.

Ohne Brille schien die junge Chirurgin gar nicht so extravagant und prüde auszuschauen. Ihre weichen Gesichtszüge schmolzen sekündlich mehr, als Mehdi sein Guten-Morgen-Ritual fortsetzte. „Guten Morgen Mehdi. Hast du gut geschlafen?“ „Ja und super geträumt. Wie sieht es bei dir aus? Sind Frauen mit einem ziemlich markanten Bauch und Schmerzschreien in deinen Träumen aufgetaucht?“ Der Gynäkologe legte bis auf Ausnahmen, täglich gute Laune an den Tag und umso schöner empfand er es, sich das Bett mit einer ihm wohl bekannten Frau zu teilen.

„Nein, im Gegenteil, ich habe von einem sehr charmanten, gutaussehenden und hilfsbereiten Gynäkologen geträumt. Mh…“ sie tat gespielt angestrengt. „Den muss ich mal kennenlernen!“ Schmachtend warf sie Mehdi einen verstohlenen Blick zu und stützte sich im nächsten Moment auf seiner Brust ab. Beide mochten dieses Katz- und Mausspiel. Jedoch blieb oftmals nur mäßig Zeit für Liebeleien, denn das Krankenhaus samt neugewonnener Patienten ließ nicht ewig auf sich warten. „Ohne die süße Versuchung schaff ich es wohl oder übel nicht aus dem Bett. Ich sag dir, wenn das die ganzen werdenden Mütter wissen, hast du keine freie Minute mehr und sie rennen dir den OP ein!“

„Ich dich auch Mehdi!“ Mit dieser Aussage widmete sich Gina nun den wichtigen Dingen des Lebens. Ihre erste Mahlzeit am Tag war eine ausgiebige Mund zu Mund Beatmung.


Afrika: 18.10 Uhr Ortszeit!

„Was haben wir?“

„Afrikanische Trypanosomiasis!“ Gretchen lief neben der Liege her und überlegte kurzzeitig um welche Krankheit es sich handelte. In der letzten Zeit hatte sich die junge Ärztin sehr viel angeeignet und war selbstständiger und selbstbewusst geworden. Die Arbeit in Afrika bereicherte sie und erwarb ihr gleichzeitig neues Wissen.

Afrikanische Trypanosomiasis…das war doch die Schlafkrankheit. Sie ist eine durch Unterarten von Trypanosoma brucei ausgelöste Tropenerkrankung. Bingo…da hat es sich also doch gelohnt Gigis Abschiedsgeschenk zu lesen.

Höchsterfreut gab Gretchen ihre Erkenntnis mit viel Eifer und Kontenanse kund. Einige Schwestern umkreisten den Untersuchungsraum und fragten Adin aufgeregt in welchem Stadium sich der Patient befand.

„Im 2. Stadium. Symptome passen definitiv dazu. Das Nervensystem ist bereits angegriffen. Krampfanfall.“

„Die Tsetsefliege muss den Mann vor einigen Monaten gestochen haben. Gretchen du musst zur Sicherheit einen Bluttest machen.“ „Okay ich brauch Desinfektionszeug, eine Spritze und Schwester legen sie mir den Zugang?“ Mit einem fragenden Blick musterte sie Adin. Die junge Afrikanerin musste in solch schnellen Notsituationen als Übersetzerin hinhalten. Lächelnd nickte sie und ging dem gleich nach.

Notiz an mich selbst: Mein Französisch muss aufgebessert werden.

„Geben sie dem Mann Melarsoprol. Es ist aber neurotoxisch! Wir untersuchen die Liquor cerebrospinalis!“ Nach einer Reihe von Tests und Untersuchungen verlegten sie den Mann Mitte 20 auf die „gefährdet“ Station. Bis er über den Berg kommen würde, musste er unter höchster Beobachtung stehen.

„Das ist echt kaum zu glauben, nach 4-6 Monaten kommt es erst zu dramatischen Auswirkungen. Ich hätte nie gedacht wie lange die Menschen hier mit so etwas leben können, ohne zu merken, dass sie in Gefahr stecken. Das ist wirklich bewundernswert. Ach Adin, bei uns war alles so friedlich und ruhig. Zumindest im wahrsten Sinne des Wortes…“ Gretchens Gedanken gingen auf Wanderschaft und blieben im weitentfernten Berlin stehen.

„Gretchen…Je fait sagen, dass du eine super Ärztin bist et tu fait deinen mh…s’il vous plait, was heißt travaille auf Deutsch?“ Schmunzelnd half Gretchen ihrer Bekanntschaft und schrieb ihr das Wort auf einen kleinen Zettel. „Das heißt Arbeit!“ Buchstabe für Buchstabe erklärte sie Adin. Zwar war die junge Schwarze eine Weile in Deutschland und beherrschte die Sprache flüssig bis auf ein paar Ausnahmen, aber sie hatte diese schwere Sprache nicht täglich in Gebrauch. „Okay…tu fait die Arbeit sehr gut! Merci Gretchen!“

„Wollen wir weitermachen?“
„Ja, nous voullons.“

„Du versuchst echt mit allen Mitteln mein Französisch zu verbessern oder?“ Kopfschüttelnd und beeindruckt über Adins Hartnäckigkeit, steuerten die zwei Frauen auf den Behandlungsraum zu.

Die Rückenansicht war das letzte, was man von ihnen sah und keck antwortete Adin. „Qui, ich lass dich nicht fahren, bevor alles sitzt!“


Der Tag verlief einwandfrei und die Arbeit brachte neuen Schwung in Gretchens Leben. Am Abend verspürte sie das dringende Bedürfnis einen kleinen Spaziergang zu machen. Zwischen den schmutzigen Seitengassen und den tropischen Wanderwegen schlenderte sie befreit hindurch. Sie trug eine Knielange Jeans und ein geblümtes Top mit Spagettiträgern. Die Haare hingen locker über ihre leicht gebräunten und gerötteten Schultern und boten ihr somit Schutz vor der aggressiven und verbalen Sonne. Ihr Gesicht war Make-up frei und doch wirkte sie traumhaft schön.

Eigentlich wäre jetzt der perfekte Moment um ein kleines Andenken zu machen und einen Meilenstein in meinem beruflichen und privaten Wertegang festzuhalten. Ach ich bereue es keine Sekunde doch gefahren zu sein…wobei…eigentlich musste ich ja…aber egal. Ich finde es toll und kann etwas bewirken. Meine naive Art und meine dumme Denkweise haben mich nur davon abgehalten das hier durchzuziehen. Jetzt bin ich angekommen. Gretchen Haase sieht einen Sinn.

Kurze Zeit später sprach sie einen Passanten an, ob er nicht ein Foto von ihr schießen könne. Der junge Afrikaner nahm ihr den Apparat sehr gern ab und schoss gleich drei. Zwei zur Sicherheit!

Nach 30 Minuten plumpste Gretchen in eine freie Wiesefläche und zückte einen Schreibblock und eine Stift. Das EKH sollte einen Eindruck vermittelt bekommen, wie es ihr ging und welchen Aufgaben und Situationen die junge Chirurgin ausgesetzt war.

Eigentlich geht es mir so wie in der 7. Klasse… Ich bin neu in diesem Land-damals war ich neu in der Klasse, bzw. in der Klassenstufe. Ich lerne täglich neue und vor allem herzliche, lebensfrohe Menschen kennen- damals lernte ich Gigi kennen und wir waren sofort ein Herz und eine Seele. Über kurz oder lang werde ich wieder nach Deutschland fliegen- damals war ich ein Jahr Schüler des Unterrichts der 7. Klasse.
(Sie musste über ihren eigenen Gedanken lächeln. Länger konnte sie dort auch nicht sein, außer Gretchen hätte eine extra Runde schieben müssen!) Eigentlich bleiben wir im Herzen Schüler. Wir sind auf dem Weg nach einem Ziel und auf dem Weg nach einer Berufung und Bestimmung. Wir suchen den Ort an dem man auf jemand besonderen trifft und sich mit ihm zusammen niederlässt. Was mich angeht, habe ich diese Person und den Ort noch nicht gefunden, aber beirren wird mich das in Zukunft nicht mehr. Genau Gretchen…! Ein Leben lang hast du deine Weiblichkeit nur als instinktives suchen von Männern verschwendet. Aber heute sitze ich hier…(Wieder huschte ihr ein Lächeln über die Lippen und ihre Grübchen sprangen verdächtig hervor.) im afrikanischen Gras und sehe, dass das Leben auch noch andere Fassetten und Aufgaben verbirgt. Im schlimmsten Fall verbirgt unser Leben eine Zukunft ganz allein. Eine Zukunft ohne ihn.

Sie schrieb und schrieb. Der Brief glich einem Kapitel in ihren Memoiren, aber es war ein Reisebericht. Überglücklich und mit strahlenden Augen faltete sie das kleine Stück Papier und steckte es sorgsam in ihre Tasche. Sie fand ihren Weg und Afrika half ihr dabei. Sie wurde erwachsen und Afrika hegte einen Teil von ihr. Vollkommen gelöst und entspannt lag sie nun in der Wiese und betrachtete die vorbeiziehenden Wolken. Eine sah aus wie Jochen, wobei…ab und an ging scheinbar die Phantasie mit der Blondine durch, aber genau das war ihr Teil Kindheit!

Elli Offline

stellv. Admine


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21.08.2013 03:21
#17 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,

auf meiner Kommentarseite steht ausführlich, weshalb ich nicht wirklich regelmäßig gepostet habe. Ich kann mich an dieser Stelle auch nur nochmals entschuldigen und werde euch diese Woche wahrscheinlich nicht lang im Irrsinn lassen. Die Kapitel sind schon weit voraus und müssen nur noch on kommen, aber die tolle Zeit fehlt leider. Nun ist es aber soweit und ich möchte nicht spoilern, deshalb lest selbst.

Jetzt wünsch ich euch viel, viel Spaß und bin happy über jegliches Feedback.
Glg
Eure Elli



„Adin ich bin dir so unendlich dankbar für alles was du für mich getan hast. Ihr könnt mich jeder Zeit in Deutschland besuchen oder anrufen ok? Und wenn mal Not am Mann ist, sag mir Bescheid, dann komme ich.“ Gretchens letzte Worte, die sie zu ihrer neu gewonnenen Freundin sagte, lagen ihr schwer im Gedächtnis.

Heute war der Tag der Tage gekommen. Gretchen Haase betrat seit 3 Monaten wieder Deutsches Land. In den vergangenen 2 Monaten war vieles passiert. Gretchen dachte lange über ihre endliche Geschichte mit Marc nach und auch Marc Meier verlor viele Abende an seine Gedanken. Immer und immer wieder schrieb sein Kopf den Namen „Gretchen“. Die junge Chirurgin konnte ihre Trauer und ihre Schmerzen nach langer Zeit beiseitelegen und das Thema Marc Meier endlich abschließen. Sie fühlte sich befreit und glücklich. Die elende Last, welche auf ihre Schultern einschlug, gehörte nun der Vergangenheit an. Trotzdem beschlich sie immer wieder der Gedanke, wie es sein würde Marc wiederzusehen. Hatte er sich verändert? Würde er ein kollegiales Verhältnis mit ihr haben können? Oder wollte er wieder dort ansetzten wo er aufgehört hatte? Nein…das würde Gretchen nicht mehr mit sich machen lassen. Sie war gereift in der Zeit in Afrika und schikanieren ließe sie sich von Marc auch nicht. Nicht mehr!

Im Moment könnte ich die ganze Welt umarmen. Gleich sehe ich meine Familie und meine Freunde wieder. Wie sie sich wohl verändert haben? Mh…ich denke alle sind gut gelaunt und haben die Zeit genossen. Ich hoffe alle sind auch gesund. Meine aggressive Erkältung könnte langsam auch mal ein Ende nehmen. Naja Marc hat es sicherlich von Anfang an nicht gestört…

Sofort biss sich die herzliche Frau auf die Unterlippe und wirkte mehr als ertappt. Sie hatte sich selbst dabei erwischt, wie sie seit 1 ½ Monaten das erste Mal einen Gedanken an ihren ehemaligen und zukünftigen Oberarzt hegte. Allerdings konnte sie nicht lange darüber grübeln, denn ein unerwarteter Hustenanfall überkam Gretchen.

Na super, ich komme nach 3 Monaten zurück nach Deutschland und bin krank. Echt der Wahnsinn.
Augenrollend nahm die Ärztin ohne Grenzen ihre altbekannte Erkenntnis aufs Neue wahr. Der Flughafen war voll mit Passanten und es versetzte Gretchen in einem Zeitsprung zurück. Vor 3 Monaten und ein paar Tagen stand sie das erste Mal hier. Sie stieg in den Flieger ein, aber sie stieg keine 15 Minuten später wieder aus ihm aus. Weitere Tage später stieg sie abermals in den Flieger ein, aber sie stieg nicht wieder aus. Und heute verspürt sie seit langer Zeit wieder deutschen Boden unter ihren schmalen Füßen. In einem knielangen, trägerlosen Sommerkleid, verlässt sie das Flughafengebäude. Mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht und den Schalk in den Augen, bestellte die 30 jährige ihre Eltern für den morgigen Tag an den Flughafen Berlin-Tegel. Sie würde ihren Eltern eine riesige Überraschung gewähren und das freute sie. Nicht nur der Mensch selbst zählt, sondern auch alle Menschen um ihn herum. Ihre blonden Locken wippten im Takt ihrer Schritte mit. Die große Korktasche locker um den Arm geschlungen und den Koffer in der anderen Hand, steuerte Frau Haase geradewegs ein Taxi an.

20 Minuten später stand eine kurvige, blonde Frau vor der Villa Haase und richtete das letzte Mal ihr Kleid. Als der Schlüssel einrastete und die Tür leicht knarrend aufging, überkam Gretchen ein Gefühl von Geborgenheit was kaum in Worte zu fassen war. Sie wurde wie eine Gaswolke von ihrem persönlichen Umfeld umschlossen und genoss den Moment sehnlichst. Aus dem Wohnzimmer vernahm man allerdings eine besorgniserregende Stimme.

„Franz…oh mein Gott Franz ein Einbrecher!“

„Tzz“ gab Gretchen nur leise von sich, denn ihre Mutter schien nicht immer mit ihrem Verstand zu leben. Ein Einbrecher würde wohl kaum den einfachen Weg gehen und am helllichten Tage mit einem Schlüssel zur Wohnungstür reinkommen.

„Knapp daneben ist auch vorbei!“ rief Gretchen lautstark durch das Haus.

Ihr erster Gang führte sie in das Wohnzimmer aus dem eine verrückte Frau Mitte 50 auf die 30 jährige zustürmte. Ohne jegliche Vorwarnung drückte Bärbel ihre einzige Tochter fest an sich. Die Luft wurde langsam knapp, aber alles zu seiner Zeit.

„Mein Gretchen! Mein Gretchen! Du bist wieder da.“ Die Freude in ihrer Stimme und das Glück in ihren Augen war kaum zu übersehen.
„Hallo Mama.“ Ein breites, aber leicht ängstliches Lächeln zierte die Lippen von Gretchen. Ihre Augenbrauen waren eine Etage nach oben gewandert und ihre Augen um eine Stufe größer geworden.

„Aber Magarete, wieso bist du denn heut schon wieder da? Du sagtest doch zu Papa, dass wir erst morgen mit dir rechnen können. Nun ist die schwedische Apfeltorte noch nicht fertig und der Pudding noch nicht gestülpt. Sag mal mein Kind, hast du abgenommen? Ich hab dir ja schon immer gesagt, die barocke Phase verwächst sich. Nun ja von dem kleinen Bauch ganz abgesehen. Da lässt sich bestimmt noch das ein oder andere machen. Bitte Gretchen, denk an meine Worte, denn ihm Hause Haase wird nicht gehungert. Oh Gott dann muss ich noch schnell etwas zum Mittag kochen, du bist doch sicher schon hungrig. Ach was sag ich da…du bist meine Magarete und die hatte immer Hunger. Weißt du noch dein Schuleingang, als du die Tüte schon vorher leer gegessen hattest und dann ging’s aufs Leder…“ Ehe ihre Mutter komplett in dem Redeschwall vertiefte, stoppte Gretchen die Misere.

Die Arme ihrer Mutter fest im Griff, legte sie nun ihre Stirn an die ihrer Mutter und meinte ruhig, aber leicht verzweifelt. „Mama… ich bin doch wieder da und bevor du dir Sorgen machst, mit mir ist alles okay. Ich hab nur ein bisschen Husten und bevor du fragst: NEIN, ich habe nicht absichtlich abgenommen und NEIN ich bin auch nicht schwanger und NEIN ich habe auch keinen Mann in Afrika kennengelernt.“ In der kurzen Redepause wippte Bärbels Kopf im Takt von Gretchens Worten mit. Die frühdeutschen Lieder im Radio störten sie dabei wenig. Kurz biss sich Gretchen auf die Unterlippe und schaute von der rechten Deckenspitze in die Linke, bevor sie sich korrigierte. „Also kennengelernt schon, aber mit keinem zusammen!“

Bei den ersten Worten hielt sich Bärbel überglücklich die Hände an die Brust. Ihre Phantasie würde mal wieder jede mögliche Bekanntschaft als einen heiratswilligen Schwiegersohn betrachten. Als der zweite Teil folgte, flog Bärbel von ihrer rosa Wolke direkt durch das Dach der Villa Haase in die Wohnstube. Das kein Krisengespräch angepriesen werden kann, wechselte Gretchen das Thema. Fragend schaute sie ihre Mutter an und die Verwunderung war nicht zu überhören. „Wieso Franz?“ „Also Magarete schäm dich. Du wirst doch nicht den Vornamen deines Vaters vergessen haben.“ Theatralisch schwang sie die Augen und verlieh ihrer Stimme Nachdruck. Das klang ein wenig hilflos. „Mama…nein, stell dir vor, ich kenne den Namen von Papa.“
„Ach so ich dachte schon du hast Demenz.“
„Mama…“ antwortete Gretchen nur leicht genervt. Dabei zog sie die Augenbrauen kraus und das „Mama“ sehr lang.

„Ich meinte damit eigentlich, warum du Papas Namen gerufen hast? Seit ihr etwa wieder?“ ihre Augen strahlten und in ihrer Stimme schwang Hoffnung.

Wenigstens meine Eltern sollen ihr Happy End bekommen. Bei mir ist sowieso keins in Sicht. Gut, dafür hab ich immer noch 3 Kilo Übergewicht. Vermerk an mich selbst: Meine Mutter denkt ich hab abgenommen, vielleicht wird das doch was mit dem Honolulu-Bikini.

Beeindruckt von ihren Gedanken, nickte sie kaum merklich und formte ein imaginäres „Ja“.

„Ach Magarete, dass ich das auf meine alten Tage noch erleben darf. Dein Vater hat mir verziehen und was das Beste ist, wir nehmen uns auch eine kleine Auszeit und zwar fliegen wir für 3 Wochen nach Rom. Du weißt ja, dein Vater lenkt gern Dinge und deshalb hab ich ihm die Urlaubsplanung zugeteilt. Wir machen einen Liebesurlaub mein Gretchen!“ Bei den letzten Worten fuhr Bärbels Stimme einige Nuancen nach unten und sie klang wie eine Lehrerin die zum 1. Mal verliebt war. Nach einiger Zeit klirrten die Holzdielen und Gretchens Vater und Arbeitgeber kam die Treppen herunter. Auch er konnte glücklicher nicht sein, denn jetzt war wenigstens sein Kälbchen wieder da und brachte Schwung in den Klinikalltag und in die große Villa.

Nach einer Weile saßen alle beim gemeinsamen Mittag! Endlich konnte Gretchen ihre Leidenschaft wieder ausleben und eine Frau hat viele Leidenschaften, aber diese war ihr am liebsten.

Mh Schokopudding… wie ich dich vermisst habe. Zuhause ist es immer noch am schönsten. Wie ich mich nach all dem gesehnt habe. Kälbchen, Magarete, Hasenzahn, Mausi, Haase…Moment mal…nicht nach Hasenzahn. Ganz falscher Gedanke Hasenzahn, ähm ich meine Gretchen… Ok, brauche dringend neues Hobby. Gedankengänge gehen unwissendes Labyrinth entlang, aus dem ich keinen Ausweg kenne.

„Papa ab wann kann ich wieder im EKH anfangen?“
„WAS?“ kam es gleichzeitig von Franz und Bärbel. Parallel schossen ihre Köpfe nach oben und für einen Moment hatte Gretchen Angst sie würden durch sie fliegen. Franz strahlte und innerlich dachte er: Das ist mein Kälbchen. Immer auf Hochtouren. Bärbel schmollte verächtlich und meinte zu sich: Magarete das ist doch nicht dein Ernst. Ich dachte du willst dich nach der aufregenden Zeit in Afrika zur Ruhe setzten und mit der Familienplanung beginnen. Entgeistert schwankten Gretchens eisblaue Augen von rechts nach links.

„Ehm ja…ich möchte wieder im EKH arbeiten. Ist das denn so unglaublich?“ schloss sie zaghaft an und zuckte bei der rapiden Antwort abermals zusammen.

„JA-NEIN!“ kam es gleichzeitig von dem Ehepaar. Wobei Bärbel das „JA“ und Franz das „NEIN“ aussprach. „Okay…“ überspielte sie die Aussage und ihre Stimme überschlug sich leicht. „Also ich kann dich morgen gleich mit auf Station nehmen, wenn du willst Kälbchen?“ Franz war sichtlich begeistert und das hörte man zur Genüge. „Aber Franz lass das Kind doch erst einmal zu Kräften kommen. Sie ist ganz dünn geworden.“ „Eben“ stimmte Gretchen in den zweiten Teil mit ein. „Wo denn?“ meinte Franz ausdrücklich. Gretchens Augen weiteten sich und sie klatschte sich mit der flachen Hand auf die Stirn.

Na super, kaum bist du ein paar Stunden hier, streiten sich alle. Die Grundsatzdiskussion kann sich nur über Jahre handeln. Suche dringend Ausweg…Huhu hat jemand einen zu verschenken oder im Sonderangebot für 0,01 Euro??? Ich widme mich wohl lieber meinen selbstzerstörerischen Einsatzkräften namens Schokolade…Wobei die abgetragenen Kilos schneller wieder drauf sind, als ich Waage sagen kann…ach was soll’s das hab ich mir mehr als verdient.

„Papa das ist eine gute Idee und Mama deine zweite Aussage ist auch super!“ Stotternd versuchte sich Bärbel zu rechtfertigen und kramte schlagkräftige Argumente heraus. „Aber was ist denn mit Marc Meier. Der ist doch auch dort.“
Scheiße Gretchen jetzt ist die Konzentration gefragt, aber zum Glück ist der Tank mit ausreichend Süßwerkzeug gefüllt. Die wissen das alles ja gar nicht. Ich darf also nichts verraten, sonst ist Marc morgen einen Kopf kürzer… (kurze Denkpause) eigentlich keine Schlechte Idee.

„Was soll schon mit Marc Meier sein? Er ist mein Oberars…Arzt und wir kennen uns seit der Schule! Da gibt’s nichts mehr zu sagen!“

„Aber Magarete was war denn mit eurer…“ Bärbels Tochter ließ ihre Mutter diese These nicht einmal aussprechen. Sie wollte unter keinen Umständen daran erinnert werden und bis morgen hatte sie genug Zeit, sich auf ein Wiedersehen mit Marc Meier vorzubereiten. „Mama lass gut sein. Ich weiß schon, was ich tue ok? Gut, ich geh jetzt auch schon ins Bett. Ihr wisst ja die Zeitverschiebung und so. Also Nachti und falls ich heut nicht mehr herunterkomme, schlaft gut. Papa? Morgen Frühschicht?“ Eifrig nickte ihr Vater.

„Genau. Pünktlich bitte, Frau Doktor Haase.“ Er war sichtlich stolz diese Worte wieder im Einklang seines Krankenhauses benutzen zu können. „Supi…Nachti!“ Sie winkte ihren Eltern noch kurz zu und zog dann den Rückzug in ihre rosa Wände an. Bärbel meinte nur leicht verdattert.

„Schlaf gut Magarete!“ Spitzbübisch lächelte Franz seine Frau an.

Elli Offline

stellv. Admine


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29.08.2013 21:47
#18 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute,
endlich ist es soweit und es geht weiter! Ich wünsch euch viel Spaß und ohne großartig spoilern zu wollen, heute kommt das langersehnte Wiedersehen.
Würde mich wie immer sehr über euren Kommentar freuen.

Glg
Elli



Liebes Tagebuch,

hätte mir einer gesagt, dass eine Talkshow mit Britt weniger aufregend ist, als mein erster Arbeitstag im EKH, hätte ich denjenigen sicherlich für komplett geistesabwesend gehalten. Aber wie heißt es immer so schön: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben? Genauso sieht es aus. Mein Vater beschloss die frohe Botschaft durch das Krankenhaus zu posaunen, weshalb sich mein Einstieg wie ein Lauffeuer verbreitete. Meine beste Freundin versorgte mich mit kalorienreichen Schätzen und Mehdi war mal wieder mein Seelsorger. Fakt war: Mit allen hätte das Wiedersehen nicht schöner sein können liebes Tagebuch, doch dann kam ein gewisser Oberarzt und welche Tücken mir da gestellt wurden und wie sich mein Weg holpriger als gedacht, erwies, das werde ich jetzt dokumentieren. Aber alles zu seiner Zeit…

EKH, 9.00 Uhr…


Endlich wieder frische Krankenhausluft schnuppern und das Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit spüren…ja, das hat mir gefehlt. Es scheint sich nicht viel verändert zu haben, na gut, die ein oder andere Topfpflanze ist eingegangen oder überdimensional groß gewachsen, aber sonst…(ein umschweifender Blick) nein, alles wie immer!

„Kälbchen, deine Kollegen und vor allem dein Vorgesetzter wissen noch gar nichts von deiner frühzeitigen Rückkehr. Das ist doch eine Überraschung oder?“ Franz blickte seine Tochter abwartend und gleichzeitig stolz auf seine Aussage an.

Unser Hasenzahn lief innerlich auf Hochtouren und die Aussage des Chefs hätte er lieber für sich behalten sollen. „Ja genau…“ ihre Schauspielerei war nicht zu übersehen, fast wie damals, als sie ins Labor verbarrikadiert wurde. Kaum merklich schloss sie an. „Du glaubst gar nicht, was für eine!“
„Hast du noch was gesagt Kälbchen?“ Schnell schüttelte sie ihren blonden Lockenkopf und marschierte geradewegs aufs Stationszimmer zu. Der Geruch von Kaffee lag in der Luft.

Sabine muss bestimmt wieder Paschadienste leisten. Unser feiner Herr Oberarzt ist ja nicht einmal fähig nen Kaffeeautomaten zu bedienen. Ganz falscher Gedanke Gretchen. Aber Papas Aussage liegt mir ganz schön schwer im Magen. (kure Pause) Gut, vielleicht war es auch das Nutellabrot…irgendwie bin ich das nicht mehr gewöhnt. Anmerkung: Ich höre ein klicken in meinem Kopf und es sagt definitiv, dass ich richtig bin…

Es dauerte nicht lang, da wurde sie fest von Sabine umschlossen. Auch Gretchen viel der merkwürdige und hauptsächlich gewöhnungsbedürftige Duft der Schwester auf, aber sie wollte nicht gleich ihre Streichhölzchen verzundern. „Frau Doktor, was machen sie denn schon hier? Ich dachte sie kommen erst morgen an und ich habe maximal übermorgen mit ihrer Anwesenheit gerechnet.“
Okaaaay…sie scheinen doch nicht sooo begeistert zu sein…

„Hallo Sabine. Nein, ich bin seit gestern wieder in Deutschland und da dachte ich mir, dass ich die Zeit sinnvoll nutze und in meinem alten-neuen Job gleich heut anfange.“ Sie wog die zwei Seiten gedanklich ab und das sah man ihr an. Immer wieder wippte der Kopf von rechts nach links und ihre Augen verengten und schlossen sich. Nicht zu vergessen ihre Augenbrauen, die in das Spiel mit einstiegen.

„Frau Doktor ich bin so froh, dass sie wieder bei uns sind!“

Gott sein Dank, keine kontraproduktive Anerkennung und Akzeptanz.

Deutlich ließ Gretchen die Luft durch die Nasenflügel entweichen und schuf ihrer Lunge nun neuen Stauraum. Auch das Schwesternzimmer hatte sich nicht verändert. Alles stand an seinem Fleck.
Der Tisch, die Ablagen, die Süßigkeiten, der Tresen, einfach alles.

„Sie können kaum glauben, was hier los war. Der Doktor Meier hat…“ Mit erhobener Hand und überschlagener Stimme unterbrach Gretchen.

„Schon gut, schon gut…ich kann mir das vorstellen.“ Zum Abschluss lächelte sie peinlich berührt wie ein kleines Mädchen.
„Schwester Sabine, ich erzähl ihnen gern in der Mittagspause, was alles in Afrika passierte, aber jetzt….“ Sie hustete laut auf.

In dem Moment kam ihr ein bekanntes Gesicht in die Augen. Es war Marc. Marc Meier, dessen Liebe sie nie bekam und bekommen würde und dessen Lippen sie trotz alle dem schon mehrmals berühren durfte. Der Marc Meier.

Oh Nein…Marc…bleib cool Gretchen, vielleicht entschuldigt er sich auch bei dir. Ich bin nicht so weit gesunken, dass ich ihm die Aktion verzeihen könnte, aber eine Entschuldigung schadet bekanntlich nie. (kopfschüttelnd) Oh Gott Gretchen wie naiv und dumm bist du eigentlich. Ein Marc Meier wird sich nie entschuldigen, lieber schneidet er sich die Hand ab. Er sieht immer noch gut aus, aber ich darf ihm nicht zu lang in die Augen schauen, sonst kommt diese Hilflosigkeit, die Demütigung und der Schmerz wieder. Nicht zu vergessen der Hass und die Angst.

Himmel…scheiße, was macht die denn hier? Gretchen, du siehst echt gut aus. Hat die…ne oder…die hat abgenommen?! Wieso is‘ die denn heut schon da? Ich hab frühestens nächste Woche mit der Heulsuse gerechnet. Krass, scharf is‘ se immer noch… Boa Marc, konzentriere dich mal. Ob sie noch angepisst ist? Naja sie wusste schließlich vorher auf wen sie sich einlässt. Und ich kann nicht nur eine Frau beglücken…

„Hasenzahn!“ kam es mechanisch aus seinem Mund. Im ersten Moment traute er wahrscheinlich seinen Augen nicht, aber sie war es, in Fleisch und Blut. Bevor ein paar Silben sein heißgeliebtes Wort formten, mimten seine Lippen nur ohne jegliche Stimme ihren Namen.
Genug gestarrt Meier!

Die Nachwuchschirurgin ging nicht auf seine Aussage ein und beschloss sich nur schnell den dienstlichen Angelegenheiten zu widmen.

„Wann kann ich wieder anfangen?“ Ihre Stimme war fest und schroff. Man sollte aber meinen, einen kleinen Funken Zerbrechlichkeit herausgehört zu haben. Marcs Augen zuckten zusammen und sein Blick wanderte zu Sabine. „Ka wann und ob du überhaupt kannst, aber du sollst deinen Arsch gleich in den OP bewegen. Bin gespannt, ob du immer noch so inkompetent bist. Naja eigentlich beantwortet sich das von selbst, schließlich haste in den Strohhütten auch nix gelernt.“ Er war der Alte und zwar voll und ganz. Gretchen schluckte schwer, denn nach all der Zeit in Afrika, traf sie nun das erste Mal wieder auf ihre ewige Liebe. Und das erste was er für sie übrig hatte, war eine Beleidung und eine Monsterportion Sarkasmus oder Ironie. Vielleicht war es auch beides, aber so hatte Gretchen Haase wenigstens die Wahl.
Arschloch…
Hoffentlich flennt die nicht gleich wieder…


Ohne darauf einzugehen, drehte sich Gretchen demonstrativ um und ging in Richtung Umkleide. Sie war um einen flotten Hüftschwung nicht verlegen und Marc verlor für einige Momente seine Klarheit. „Haben wir uns verstanden!“ fuhr er sie schroff an. Lautstark hallte seine Stimme durch das Stationszimmer damit sie es auch hörte. Schwester Sabine schaute ihn nur mit einem undefinierbaren Blick an. Bei seiner Ansage zuckte sie zusammen.
Die hat ihre Weisheit auch mit Löffeln gefressen…ob die überhaupt sowas wie Weisheit besitzt? Negativ!!!

5 Minuten später nahm Gretchen den Kampf gegen den ewigen Tiger aufs Neue auf. Die Chancen standen definitiv 50-50, aber bekanntlich kämpft eine Frau im heiratswilligen Alter umso einiges. Und Gretchen dachte dabei momentan nicht an Schuhe oder die Glamour. Sie machte sich steril und blickte eindringlich durch den Spiegel in ihr Ebenbild. Leise flüsterte sie vor sich hin.

„Du schaffst das. Gretchen Haase, du schaffst das. Es ist nur Marc Meier.“

Den letzten Satz hatte ihr altbekannter Chef und ihre ehemals große Liebe wohl aufgeschnappt. Selbstsicher schritt Marc zu dem benachbarten Waschbecken und das Rauschen des Wassers erfüllte den Raum mit Leben. „Wenn schon Dr. Marc Meier. Ich dachte, das wüsstest selbst du langsam Hasenzahn?“ Ein kurzer, belangloser Blick schweifte zu Gretchen durch den Spiegel. Allerdings war er so schnell wie gekommen- auch wieder verschwunden.

„Haha ich lach mich schlapp!“ meinte sie genervt und machte sich auf den Weg in den OP.
Die Frau ist ein Buch mit sieben Siegeln,… umso besser, dass ich die los bin!

Wie viel Chirurgen braucht man, um ein Gretchen-Herz wieder zusammenzuflicken? Einen und zwar Marc Meier…
Gretchens Augen wurden rund, für einen Moment schaute sie entgeistert nach links, ihr Kopf war dabei leicht gedreht, sodass sie die Tür im Blickfeld hatte. Was tat sie nur? Kaum stand ihr erster Arbeitstag an, ging das Spiel von vorn los oder wie?

Nein, sie hatte sich geschworen nie wieder einen Gedanken an diesen Mann zu verschwenden, aber seit sie aus Afrika wiederkam, war es wie ein Fluch der sie aufs Neue befiel. Lange Zeit zum Nachdenken blieb nicht, denn ein braunhaariger Mann mischte den tristen und unmotivierten Haufen von Schwestern und Assistenzärzten ordentlich auf.

„So genug Dr. Sommer geglotzt, jetzt kommt was viel besseres. Hasenzahn das ist gewissenhafte Arbeit für echte Ärzte.“ Demonstrativ schielte er über den Mundschutz und richtete seinen Blick dann wieder auf den Patienten.

„Warum stehst dann du hier und nicht Einstein?“ betont überrascht hielt sie kurz in ihrer Bewegung inne und strafte ihn mit einem zuckersüßen, gezierten Lächeln.
Du Sau,… na warte… was du kannst, kann ich schon lange.

„Lieber ein Zweistein als ein Mastschwein! Und jetzt halt die Hacken, sonst kannst du dir gleich deine Kündigung holen!“ Zum Ende hin wurde er todernst und laut. Gretchen gab nur ein missverständliches „Häh“ von sich und schloss genauso verdattert an. „Was ich hab doch gar…“ Weiter kam sie nicht, denn ihr Oberarzt fiel ihr ins Wort. „Ich hab gesagt du sollst die Hacken und am besten auch deine Klappe halten. Ist das klar?“ Seine Stimme stieg ins unermessliche.

Marcs Halsschlagader prägte sich hervor und seine Finger umschlossen so fest das Skalpell, dass diese an den Knöcheln weiß unterlaufen waren. „Aber ich hab doch nur…“
„Ob das klar ist?“ schrie er sie nun deutlich an.

Jetzt zuckte selbst unsere „taffe“ Frau zusammen. Das sich ihr Wiedersehen als kompliziert herausstellen würde, wusste sie, aber dass er sie weiterhin dermaßen herunterdrückt, damit hätte auch Gretchen nicht gerechnet. Den Rest der OP verstummte sie wortwörtlich. Diszipliniert und gewissenhaft führte sie jeden Schritt durch und wandte keinen Blick von dem Patienten. Zu groß war die Gefahr und Angst einen weiteren schroffen Spruch oder einen tötenden Blick von Marc einzukassieren. Als Schutzposition hob sie ihre Schultern und senkte den Kopf. Es glich dem Ebenbild einer Schildkröte die Schutz suchte.

Gretchens Gefühlszustand war wiedermal durcheinander und nicht erkennbar. Sie war von tief betrübt bis stock wütend. Am meisten hatte sie aber Angst in seine blauen Augen zu schauen. Dann würde sie keine Kontrolle über ihr Unterbewusstsein und ihr Handeln mehr haben, so viel war klar. Trotz einer gewissenhaften Ausführung der Anweisungen von Marc, reichte es ihm keineswegs. Er war unzufrieden mit sich selbst, ließ dies aber nicht überraschenderweise an Gretchen Haase aus. „Saug mal ordentlich ab.“ „Nein Mensch, du sollst die Hacken halten und nicht in der Weltgeschichte rumgaffen, kapiert?“ „Die Schleiereulen haben dir komplett das Erbsenhirn vernebelt. Kaum zu glauben!“ „Bald kannste Sabine Konkurrenz machen!“

Er versuchte Gretchen aus dem Konzept zu bringen. Marc wollte, dass sie endlich Emotionen zeigte, aber es geschah nichts. Immer wieder studierten seine Augen die junge Frau. Doch sie fanden nichts. Gretchen gab sich stark und unberührt.
Sie schenkte seinen Worten keinerlei Beachtung und wenn er ihre Bewegungen grob stoppte, blieb sie ruhig und ließ es über sich ergehen.
Sie ist richtig taff. Das hätte ich ne gedacht. Dass Hasenzahn so keinerlei Emotionen zeigt ist schon skurril… hach es ist schön wieder meinen Hasenzahn hier zu haben…(Stutzen) Moment mal Meier???

Gretchen Haase du wirst hier jetzt nicht heulen! NEIN, NEIN, NEIN…(kleinlaut zu sich selbst) nicht weinen Gretchen…

Während Gretchen sichtlich mit ihren Gefühlen zu kämpfen hatte, war Marc stets von ihrer äußeren Leichtigkeit irritiert und auf eine Art und Weise die es nicht zu beschreiben geht, beeindruckt. Die letzten Monate verlangten ihnen viel ab. Sie waren gefühlte 72 Stunden ein Paar gewesen. Danach machten beide Bekanntschaft mit der Hölle. Ob sie jemals wieder miteinander umgehen könnten, kann nur die Zeit sagen. Und von dieser haben beide mehr als erwünscht…

Elli Offline

stellv. Admine


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09.09.2013 20:02
#19 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo Leute,

Jetzt kommt endlich mal das neue Kapitel! Ich danke euch nochmals für die tollen Kommentare und hoffe, dass sich vielleicht auch mal diejenigen zu Wort melden, die immer still lesen.

Glg und viel Spaß!
Eure Elli



Flashback: 37. Tag in Ouagadougou

Hallo liebe Kollegen,

ich habe mich dazu entschlossen, nach 7 Wochen und 4 Tagen endlich einen Brief an das EKH zu schreiben. In erster Linie hoffe ich, dass es ihnen allen gut geht und sie die Arbeit genauso bereichert wie mich hier in Afrika. Abgesehen von dem tropischen Klima und der stetig wachsenden Flora und Fauna, ist hier unten viel zu tun. Die Arbeit mit den Menschen bereichert mich in jeglicher Hinsicht. Hauptsächliche habe ich meine Kenntnisse aufgefrischt und freue mich helfen zu können. Die Menschen sind anders und so auch ihre Mentalität. Sie legen eine Herzlichkeit an den Tag von der man in Deutschland nur träumen kann. Als Arzt wird einem viel Respekt und Anerkennung entgegengebracht. Bei jedem verbundenen Arm, bringen einem die Einwohner so viel Dankbarkeit entgegen, dass es mich jedes Mal aufs Neue umhaut. Ich wohne in einem kleinen Hotel in Ouagadougou. Meine treue Helferin Adin, eine Afrikanerin, steht mir mit Kraft und Tat zur Seite. Sie besitzt eine unglaubliche Kenntnis an Insektenstichen oder Verletzungen. Neulich hatten wir einen Stich der Tsetsefliege. Bekannt ist es als Schlafkrankheit. Aber auch andere spannende Fälle bereichern meinen Alltag. Mehdi, ich habe sogar drei Kinder auf die Welt gebracht und Gigi dein Abschiedsgeschenk half mir sehr. Ich bereue es nicht, diesen Weg gegangen zu sein und genieße die restliche Zeit in Afrika. Momentan liege ich auf einer großen Wiesefläche und relaxe. Wer weiß, wann ein neuer Notfall kommt. Jedenfalls fahren wir oft mit dem „Bus“ durch das Umland. Dort versorgen wir die Einwohner oder nehmen sie mit, wenn die Verletzungen zu stark sind. Nächste Woche geben wir ein Erste Hilfe Kurs, ihr Fachbereich Gordon. Die Menschen sollen die Chance bekommen über kleine Unfälle selbst die Kontrolle und die Kenntnisse zu erlangen. Das gestaltet das tägliche Leben um einiges einfacher. Natürlich sind meine chirurgischen Fähigkeiten um einiges gestiegen. Machen sie sich bereit Knechtelsdorfer. Aber auch im neurochirurgischen Bereich durfte ich einige Mal assistieren, dass ist was für sie Maria. Sabine, so eine tüchtige und engagierte Stationsschwester findet man nur im EKH und einen Pathologen haben wir hier gar nicht. Herr Professor, ich freue mich bald wieder ihre Dienste in Anspruch nehmen zu dürfen und wünsche ihnen allen eine tolle Zeit.

Doktor Gretchen Haase

P.S. Ich habe ihnen ein Bild beigelegt…nicht das noch einer auf den Gedanken kommt, ich sei es nicht, die den Brief schreibt.



Der Brief machte die Runde. Er ging von Station zu Station und vom Doktor bis hin zur Krankenschwester und Assistenz. Wie es das Schicksal wollte, fand der Brief auch den Weg zu einem bestimmten Oberarzt der Chirurgie…

„Was’n das? N‘ Liebesbrief? Nein, danke…Kein Interesse!“ er musterte Schwester Sabine von oben bis unten mit einem skeptischen Blick.

„Das ist ein Brief von der Frau Doktor.“ Meinte die Krankenschwester glücklich.

Marcs Gesicht allerdings veränderte sich nicht. Im Gegenteil, die Augen wurden zu kleinen Schlitzen und die blonde Frau vor ihm wahrscheinlich zum Zielobjekt. „Interessiert mich nicht. Können den Wisch gleich wieder mitnehmen.“ Mit seiner rechten Hand deutete er auf die Tür und verstärkte den Ausdruck mit einem kurzen Kopfnicken.

„Da hat der Maurer das Loch gelassen!“
„Aber Herr…“ „Nix aber Sabine. Raus und zwar in Schallgeschwindigkeit!“ Um jeglichen Gesprächen zu entgehen, wandte sich Marc den Patientenakten zu. Sabine ging einen Schritt auf den Schreibtisch zu und legte den Brief still und heimlich darauf.

Natürlich fiel er sofort in die strengen Blicke ihres Chefs. „Haben sie’s mit den Ohren. Ich hab gesagt mitnehmen und zwar zz…“

Doch ein einziges Mal in ihrem Leben wiedersetzte sich die 31 jährige. Schnellen Schrittes verließ sie das Büro, sodass Marc keinerlei Chance hatte ihr eine Standpauke zu erteilen. "Herr Gott nochmal…“ seine Augen zogen deutlich genervt eine Spur von der Tür zu dem Brief. Doktor Meiers Kiefer versteinerte und seine Zähne bissen hart aufeinander. Leichte Abdrücke zogen sich ihren Bann zu seinen Wangenknochen und prägten sekündlich mal mehr, mal weniger hervor.
Die hat ihren Kopf nur zum Haare schneiden und selbst das sieht beschissen aus. Gut, les ich den Wisch eben schnell, dann kann er ja in den Müll. Gutes Argument eigentlich, da blockiert er wenigstens ne die Ablagen…tz… Was will die denn schon wieder? Heimweh? War ja klar, dass sie der Aufgabe ne gewachsen ist…die braucht jemanden, der ihr die Pforten liest und keine inkompetenten Straßenköder die in einem Ghetto herumschleichen. Schluss jetzt…

Gelangweilt fischte Marc nach dem Zettel und schmiss das erste Stück Papier auf seinen Tisch. Dass es ein Foto war, erkannte er nicht auf den ersten Blick. Schon nach den ersten 2 Zeilen, musste der Oberarzt sein Fenster öffnen. Allerdings hatte er nur Spott und Verachtung für den Brief übrig. Seine Oberlippe zog sich rechts nach oben und überflog die letzten Zeilen abschätzig. Innerlich äffte er sie nach.
In erster Linie hoffe ich, dass es ihnen allen gut geht….tz…dumme Sau…Oh Madame muss arbeiten, was für eine Umgewöhnung… die ist doch nur zum Essen und heulen auf der Welt. Kann eigentlich froh sein, mal eine sinnvolle Aufgabe gekriegt zu haben…Moment, hab ich gerad sinnvoll gedacht?? Meier ey,…meinte natürlich unnütz, sinnlos, dämlich…genau!

Ist doch eh nur ne Frage der Zeit, bis ein hässlicher Affenmensch auf die draufsteigt und ihr bestenfalls ein Balg macht.

Für einen Moment wunderte er sich über seine Gedanken, denn sie waren ihm selbst nicht ganz koscher.

Im Ernst Meier…die soll ihr Ding durchziehen oder auch ne…wenn sie wieder kommt, werde ich ja sehen, in wie weit sie dazugelernt hat oder nicht. Na klar…ist echt ne zufassen…Hasenzahn…ey…ihren besten Oberarzt vergisst die einfach mal zu erwähnen. Juckt mich aber ne…Am besten die bleibt bei den Buschmännern…

Mit einem Mal flog der Brief zerknüllt in die andere Ecke seines Büros. Die Putzfrauen würden den Müll schon entsorgen und da er sicherlich der Letzte war, der ihre Worte zu lesen bekam, war es eh egal. Geschafft fuhr er sich durch die geföhnten Haare und drückte sich gegen die weiße Lederlehne.

Um ca. 30° gedreht, schaute er aus dem Fenster und genoss die Stille, die ihn umgab. Die rechte Hand lag auf dem hölzernen Tisch und fand den Weg zu dem Foto. Als er es umdrehte und vor sein Gesicht hielt, schloss er für einen Moment die Augen. Das war vermutlich irgendein schlechter Traum, denn die Realität sah anders aus. Mar schluckte. Allerdings zeigte er kaum Emotionen beim Betrachten des Bildes. Ihre Augen fixierten Marc Meier für ein paar Momente, aber als er das Bild ebenso zerknüllt in den Papierkorb warf, glich er wieder einem Eisblock.
Ohne Worte!!!

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

16.09.2013 22:07
#20 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo meine Lieben,

auch hier nochmal einen großen Dank an alle Kommentatoren und an dieser Stelle auch an die stillen Leserinnen, von einigen weiß ich bereits, dass es ihnen gefällt, was mich wiederrum zum Strahlen bringt. Wenn ihr Lust habt, könnt ich gern mal ein paar Zeilen dalassen!
Jetzt aber viel Spaß!

Glg und einen schönen Abend!
Eure Elli



3 Stunden später hatte sich Gretchens Emotionslage nicht wirklich relativiert. Dennoch blieb sie standhaft. Sie wechselte nur die nötigsten Worte mit Marc. Vermied es komplett ihn anzuschauen und erst recht ihn zu berühren. Auch Marc Meier schluckte schwer. Seit wann war diese Frau willensstark, emotionslos und kühl in ihrer Art. Viele Jahre überschlugen sich in Marcs Gedanken, aber kein einziger Augenblick wollte ihm einfallen. Nun gut, mit der Zeit war auch ein Doktor Meier nicht immer mit jeder Lebenslage vertraut. Doch das konnte sich ändern. Als die Mittagspause anstand, verschlug es Gretchen in den Park und Marc auf den Flur des EKH um sich eine Zigarette zu genehmigen.

Meier du bist echt schlimmer als eine Horde Reisfresser mit Fotoapparaten… Du warst dir doch deiner Sache sicher, also musste auch mit den Konsequenzen leben. Punkt. Basta. Schluss. Ende. Finite.

Lässig lehnte der 33 jährige an dem Metallgeländer und starte aus den überdimensional großen Glasscheiben. Seine harte Mine hatte Pause und so lag sein nachdenklicher Ausdruck auf dem Gesicht des Chirurgen. Er dachte nach…Oh Gott wie oft hatte er das in den letzten Wochen und Monaten getan. Vermutlich war sein Hirn schon wie eine Sturmflut durchspült wurden.

„Na Meier, was macht die Kunst?“ Schlendernd kam Mehdi zu seinem Kumpel. „Ist baden…“ bessere Sprüche wollten heute einfach nicht über seine Lippen fließen.

„…und bei dir? Wie viele Kinder kriegst noch heute?“ Mit hochgezogenen Augenbrauen und der linken Hand in der Hosentasche, schaute Marc Mehdi fragend an. Seine Stimme klang wie immer gefühlslos, aber heut auch nicht wirklich keck.

„Genug. Wieso fragte? Lust umzuschulen?“ grinsend nahm Mehdi Marcs entgeisterten und gleichzeitig angewiderten Blick war. „Vorher geh ich lieber angeln oder zum Steppen!“

„Das will ich sehen!“
„Keine Chance. Soll ich dir auch sagen wieso?“ Nun lächelte er kurz und setzte seinen Meier-Blick auf.

„Weil ich der Beste bin. So einen wie Gott in Person findet der alte Haase nie wieder!“ Mehdi wusste abermals eine Ableitung zu einem interessanteren Thema.

„Und der junge Haase?“ Neugier lag in seiner Stimme und nun drehte er sich komplett zu Marc herum. Mehdi lümmelte mit dem Becken an der Metallstange, dem rechten Fuß über den Linken gebeugt und abgestützt rechter Hand neben Marc. Der tat unbedacht. „Ehm… ich weiß nicht was du meinst?!“ Das war eine Frage. Seine Stimme versuchte dabei möglichst unbedeutend herüber zu kommen. Marc Meier wollte es vermeiden, auf den Kloß in seinem Hals angesprochen zu werden, der schon den ganzen Tag dort Pause machte. „Komm schon Marc, du liebst sie oder?“
„Bitte?“ Eine Oktave höher und mit verdattertem Gesichtsausdruck.

„Du hast mich schon verstanden!“

„Nein!“ dabei schüttelte er einmal seinen Kopf nach links und sah wieder aus dem Fenster. „Doch hast du!“ beschloss Mehdi ernst.

„Nein war die Antwort auf deine Frage.“ Am Ende seiner überlegenen Ansage, lächelte er kurz geziert auf. „Wenn du meinst…“ weiter kam er nicht, denn der Chirurg wollte nicht weiter auf das Thema: Gretchen Haase eingehen. „Mein ich Alter!“ Er klopfte Mehdi entschlossen auf die Schulter, nickte ihm zu und verzog den Mund zu einem geraden Strich der signalisieren sollte, dass er gleich gehen würde und alles okay sei! Marc ging nach links in Richtung Aufzug und Mehdi nach rechts in Richtung Gyn.

Gigi hatte ihre bessere Hälfte schon von weiten durch ihre Glasscheiben gesehen und steuerte nun geradewegs auf sie zu. Gedankenverloren saß Gretchen auf einer Parkbank unter einer Kastanie. Als Gigi näher an sie heran trat, bemerkte sie Gretchens Kampelei ihrer Finger. Das tat ihre beste Freundin nur dann, wenn sie wirklich vollends durcheinander war.

Nun gut, die Ausnahmen war eine 90 % Sonderreduzierung auf Gretchens Lieblingsschokolade, aber davon war weit und breit keine in Sicht. Von hinten umarmte Gina Amsel ihre Arbeitskollegin und umschloss fest ihre Schultern. Ihr Kopf ruhte auf Gretchens Schulter.

„Na Mausi, was hat er jetzt schon wieder angestellt?“

Es war dieselbe Nummer wie immer. Marc baute Scheiße und Gretchen badete sie aus und zermalmte sich zu allem Überfluss auch noch ihren Kopf. „Ehm was? Wie bitte? Ich…also…nein…wie war die Frage?“ Vollkommen überrumpelt blinzelte Gretchen und schaute über ihre Schulter zu der Chirurgin.

„Ob er es wieder versaut hat?“ Mit hochgezogenen Augenbraun setzte sie sich neben Hasenzahn.

„Ach Gigi, es ist einfach so kompliziert. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mit ihm umgehen soll. Am liebsten würde ich ihn nicht mehr sehen müssen, aber auf der anderen Seite kann ich nicht ohne ihn. Aber ich will das nicht. Ich will auch endlich mal glücklich sein.“ In ihrer Stimme lag Nachdruck und das „endlich“ betonte sie besonders drängend. Ihre Augen funkelten verzweifelt und es bildeten sich kleine Fältchen neben ihnen.

„Gretchen, du musst dich endlich mal von diesem Kerl lösen. Der macht dir das Leben zur Hölle und du hilfst ihm noch die Messer zu schärfen.“ Nachdenklich schaute sie Gretchen an und sagte bestimmt nach einer ersten kurzen Pause zu ihrer besten Freundin.

„Gretchen im Ernst, du bist so eine tolle Frau. Du bist klug, machst soweit es geht Karriere, bist sympathisch, warmherzig und…“ sie fuhr Gretchen liebevoll durch die blonden Locken.
„..und hübsch! Jeder Mann der Welt kann froh sein, so eine Frau wie dich zu bekommen. Der hat dich doch gar nicht verdient!“ Nachdenklich biss sich Gretchen auf die Unterlippe und presste dann schüchtern hervor. „Meinst du?“ Gigi nickte wahrheitsgemäß und umarmte Gretchen fest.

Bei Gigi konnte sich Gretchen fallen lassen und konnte sie selbst sein. Das war schon in der Grundschule so. Allen konnte Gretchen trotz ihrer miserablen Schauspielkünste etwas vorspielen, nur Gigi nicht. Sie war ihre haltende Hand, ihr Anker in der Brandung und ihre Stütze. Jahrelang war Marc der Schrecken ihres Schullebens und gleichzeitig der Eine in ihrem Herzen. Es gab selten Momente in denen er nett zu ihr war und wenn dem so war, dann ausschließlich wenn sie allein waren. Auch wenn sie ahnte, was sie nach ihrer Rückkehr in Berlin erwartet, hoffte sie inständig, dass Marc endlich Moral zeigte und sie wenigstens in Ruhe ließe. Wie sollte es aber anders kommen? Er hatte sich nicht verändert. Er blieb er und das war traurig…

„Liebst du ihn?“ beschloss Gigi kurzer Hand zu fragen, sicherlich war es ihr um die Antwort bewusst, aber sie wollte Gretchens Reaktion abwarten. Tränen füllten sich in ihren Augen und sie schaute Gigi von einem ins andere Auge. Dabei wippte die durchsichtige Flüssigkeit, welche ihren Pupillen die Sicht versperrte, aber ihr Schutz gab, mit. Es war keineswegs ein Kleinmädchenausdruck, nein, sie war tief traurig. Es war kein Geheimnis das ihr dieser Mann fast täglich das Herz ein Stück mehr auseinander zog, aber mit diesem Morgen vor 3 Monaten hatte er sie endgültig zerrissen. Genau das erkannte auch Gigi und sie wusste, egal was kommen wird, Gretchen würde diesen Mann immer lieben.

Vielleicht war es Schicksal, vielleicht auch eine Aufgabe des Satans, aber irgendwas schien diese zwei Personen immer wieder zusammenzuführen. Nun gut, wenn es eine Aufgabe vom heiligen Geist, dem Messias oder Buddha in Person war, blieb die Frage: Wieso? Kirchensteuern hatten Gretchens Eltern immer bezahlt und auch an den Spenden für Arme kann es nicht gelegen haben. Ob Gläserrücken als Verschwörung angerechnet werden würde, konnten die zwei Frauen gleichen Alters nicht wissen! Vielleicht gab es irgendwo im Jenseits eine Liste auf der ordnungsgemäß Brief geführt wurde, um jede noch so kleine „Sünde“ festzuhalten. Dann würde ein Marc Meier sicherlich eine ganze Papierfabrik aufbrauchen. Auf diesen Punkt folgte wahrheitsgemäß ein Strich für das Verschwenden des Papieres… Gott oder wie auch immer, war sicherlich ein Perfektionist und vielleicht auch ein Faschist. „Ja.“ Es klang aufrichtig und ehrlich. Etwas anderes hätte Gigi auch überrascht und genau das sagte sie ihr.

Innerlich ratterte es und schnell kamen ihre einige Gedanken, welche Gretchen und auch Marc den steinigen Weg etwas frei räumen würden. „Mausi ich weiß, dass es schwer ist, aber lass die ganze Sache erst einmal ruhen und bleib stark. Du wirst sehen, auch ein Marc Meier wird nicht ewig auf Eisblock machen können. Leben heißt: Nicht zu warten, wenn ein Sturm da ist, sondern lernen im Regen zu tanzen.“ Etwas überrascht musterte Gretchen Gigi. Wo hatte sie das denn aufgegabelt?

Stand bestimmt in der In Touch… Aber Recht hat sie ja. Denn Spruch muss ich mir mal merken.

„Wo hast du das den aufgeschnappt?“ musste sie nun doch interessiert nachhacken.

„Ratgeber!“ winkte Gigi ab. Sofort fuhren Gretchens Sensoren aus. Was hatte Gigi denn? War sie etwa an einer Brandung in ihrer Beziehung angekommen? Oder noch schlimmer, hatte Mehdi Schluss gemacht?

„Hast du Probleme? Ist was mit Mehdi? Oder noch schlimmer, ihr habt euch getrennt?“ Beruhigend legte Gigi ihre Hände an Gretchens Arme und strich sanft darüber.

„Nein Süße, es ist alles bestens. Ich wollte nur auch mal was Gefühlvolles auf Lager haben!“ Verschmitzt zwinkerte sie Gretchen zu. Diese zog ihre Mundwinkel leicht, kaum merklich nach oben. Momentan war ihr nicht zum Lachen zu Mute. Im nächsten Moment überkam sie mal wieder der Husten. „Gretchen bist du krank?“ fragte Gigi besorgt und hielt vorsichtshalber ihre Hand an Gretchens Stirn. Ärzte würden über sich selbst nie sagen, dass sie krank sind und ins Bett müssen. Das wusste Gigi aus Erfahrung. Aber um das Wohl ihrer Freundin war sie besorgt. „Kann es sein, das du leichte Temperatur hast? Am besten wäre es, du lässt dich durchchecken.“ „Ach was…“ winkte Gretchen kopfschüttelnd und mit einigermaßen gefasster Stimme ab. „…das…das…das ist nur der Stress. Du weißt ja Jetlag, der Umschwung von den Klimazonen und so weiter!“ „Ah ja…na gut, aber wenn’s schlimmer wird gehst du. Denk dran, sonst muss ich es Franz sagen Mausi.“

„Ja Mama… ich brauch jetzt erstmal Schokolade…“ Lächelnd steckte ihr Gigi eine Tafel ihrer Lieblingssorte entgegen. „Kein Problem.“

Im Krankenhaus

„Mehdi wir müssen uns was einfallen lassen. So geht das definitiv nicht weiter. Ich weiß ja nicht, was der Macho mit mehr Muskelmasse als Gehirn sagt, aber Gretchen geht jämmerlich vor die Hunde. Du kannst mir glauben, dass ich sie schon in einigen Situationen erlebt habe, aber das ist ganz klar keine Dauerlösung.“ Schoss Gigi in das Büro des Gynäkologen.

Der schaute sie perplex an und ließ seine Akten für einige Augenblicke außer Acht. „Setzt du dich BITTE erstmal hin und machst die Tür zu, das muss schließlich nicht jeder wissen.“ Mehdi stand auf, schloss die Tür, sodass es knackte und platzierte seine Freundin auf dem Patientenstuhl. „Was ist denn überhaupt los?“ wollte er mit gekrauster Stirn wissen. Als Unterstützung hob er seine Hände hoch und ließ sie so schnell wie sie oben waren, wieder fallen. Dynamisch fuchtelte Gina mit ihren Armen vor seinem Gesicht rum und stand bereits wieder vor ihm.

„Mehdi hast du mir nicht zugehört oder wie? Gretchen geht kaputt und dein ach so toller Freund lacht sich ins Fäustchen.“

„Ach ja…mhhh…ich hab heut mit Marc geredet. Der liebt sie auch, das konnte ich mehr als sehen. Manchmal sagt seine Mimik mehr als tausend Worte. Lass mich raten, dir fällt sicherlich in absehbarer Zeit was ein?“ Wohlwissend das seine Freundin schon einen Plan hatte, verschränkte er die Arme vor der Brust und sah sie durch seine Bärenstein braunen Augen prüfend und abwartend an. Mehdi hoffte immer noch, dass sich das Problem von selbst klärte, aber so naiv Frauen oftmals waren, konnten es Männer in den unmöglichsten Situationen sein.

Sagt man: Schatz ich bin Schwanger. Fragt er: Von wem?

„Nix mit absehbarer Zeit Schätzelein, ich hab die Lösung für das Problem schon längst gefunden. Pass auf…“ Mit erhobenen Augenbrauen musterte Gigi ihren halben Perser gründlich.


Kurz nach 20 Uhr im EKH!

Nachdenklich lief Gretchen Haase Richtung Aufzug. Nachdem sie von Gigi eine ordentliche Portion Vollmilchschokolade kassiert hatte, ging es ihr nur mäßig besser.

„Hasenzahn warte mal!“ Kurzer Hand packte Marc sie am Arm.

In dem Moment als ihr Kopf herumwirbelte, stand die Zeit für einen Moment still. Blau traf auf Grün! Als Gretchen ihre letzten Stunden mit Marc genossen hatte, blickte sie oft in diese Augen. Sie waren durchdringend, aber gaben ihr gleichzeitig immer Halt und Kraft. Wenn sie in Marcs Augen sah, erkannte sie den wahren Menschen hinter der hohen Mauer. Einen Mann der liebte. Er kämpfte mächtig dagegen an, aber wollte es ihm wirklich gelingen die einzige Frau, die ihn um den Verstand und um sein Herz brachte, zu vergessen? Verwirrt schaute sie zu Marc und entzog sich ihm im nächsten Moment.

„Falls du mir die doppelte Ration an Gemeinheiten schenken willst, sag ich nein und verzichte sehr gern. Das von heut reicht…“ Marc blieb kurzer Hand die Stimme weg und er bewegte nur die Lippen. Gretchen hatte sich wieder dem Aufzug gewidmet und wartete vergebens auf das kleine Bling. „Ehm Hasenzahn, warte mal…Also ich wollte…ich wollte…“ stotternd schaute er in der Weltgeschichte herum und ließ die Zähne knirschen. Ein zwischenzeitliches Räuspern war Standard.

„Was wolltest du? Mir sagen, dass ich fett bin, mich auf Diät setzten oder auf den Mond schießen? Danke, aber habe keinen Bedarf. Musst ja nicht hingucken ne…“

Sag mal geht’s noch??? Ich lass mich doch ne so anmachen, wer bin ich denn? Tzz…Hasenzahn du hast echt zu viel Sonne abbekommen. Werd ma nüchtern…

Leicht gehässig blinzelte er sie mit zusammengekniffenen Augen an. „Ich wollte dir sagen…“ unauffällig für andere, aber bewusst für Gretchen kam er ihr näher (Staffel 3 Folge 1 Marc dankt Gretchen mit: Schwein gehabt) und stützte die Hände in die Hüften.

„…warum biste ne dort geblieben, wenn’s so toll war?“ Damit hatte sie nicht gerechnet. Verdattert suchte sie nach Worten, fand aber augenscheinlich keine.

Marc zog seine rechte Augenbraue hoch und machte einen lässig fragenden Gesichtsausdruck. „Arsch!“ sagte sie nur genervt und lief in den Aufzug.

Währenddessen wartete Mehdi gespannt auf den richtigen Moment seinen und Gigis Plan in die Tat umzusetzen. Von Marcs Aussagen schon wieder voll erschüttert, weil er wusste, wie sehr Marc Gretchen mag, klatschte er mit der flachen Hand gegen die weiß, blassen Krankenhauswände. Wie doof konnte Mann nur sein? Wie auf Stichwort lief er schnellen Schrittes auf Marc zu und drückte unbemerkt auf seinen Pieper. Er hatte mit Gina einen Auftrag, der nun Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt werden musste. Mehdis Freundin saß zwei Etagen unter ihnen in einem Patientenzimmer. Dorthin wurde das Signal des Piepers gesendet. Welcher wiederrum bei Marc Meier piepte.

Gerad als Mehdi ein „Gespräch“ mit seinem Kumpel beginnen wollte, zückte Marc entnervt und mit einem kurzen Blick an die Decke, sein Handy. „Hä?“ Mit Erstaunen schaute der smarte Oberarzt auf seinen Pieper. Wieso wurde er auf der Neurologie erwartet? „Die ham’n sich bestimmt verwählt. Elende Stümper.“ Seine Gesichtszüge wurden entspannter und er widmete sich Mehdi zu. „

Ehm…Was gibt’s? Kein Bock mehr auf die Vogelscheuche?“ Belustigt musterte er Mehdi und konnte sich seinen Ausdruck und seine Predigt schon wieder vorstellen. Immer dasselbe hier. „Marc, du solltest vielleicht lieber zu dem Notfall!“ Mit einem breiten Grinsen, eher unsicher, deutete Mehdi Richtung Fahrstuhl. Fragend schaute Marc seinen Freund prüfend an.

Bevor er etwas erwidern konnte, schob ihn Mehdi schon an den Schulterblättern zum Fahrstuhl. „Mehdi, was hast du genommen und wie lange hält die Wirkung an?“ Meier, Meier, Meier immer diese Sprüche, langsam wurde es Mehdi zu bunt, dass sich Marc alles heraus nahm und die Menschen in seinem Umfeld, besonders betroffen Gretchen, immer wieder nieder machte und verletzte. Ohne ein weiteres Wort, fuchtelte der Gynäkologe zwischen der verchromten Aufzugtür herum.

Als sich diese wieder komplett öffnete, erspähte Doktor Kaan seine Lieblingsassistentin der Chirurgie, Gretchen. Mit einem kurzen Lächeln und einem Nicken, schob er Marc schlussendlich hinein und drückte eine belanglose Taste. Mit runden Augen schauten Gretchen und Marc auf den Gynäkologen, der langsam von der Tür verschwand. Entgeistert drehten beide ihre Köpfe zueinander und schauten sich ratlos an.

Elli Offline

stellv. Admine


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23.09.2013 21:06
#21 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo meine Lieben,

zum "20." gibt es von mir mal wieder Martchen pur! Vielleicht auch ein bisschen Magie? Keine Ahnung... Danke an alle die still lesen und natürlich an die, die eifrig immer einen Kommentar hinterlassen. Ich wollte euch anfangs gern eine Story schenken, sodass wir hier noch etwas weiter träumen können, aber mittlweile habt ihr mir so viel mehr geschenkt, als ich euch geben kann. Dankeschön!

Glg und einen wunderschönen Abend!
Eure Elli



Was tun, wenn das Unglück anklopft? Einfach nicht öffnen oder ignorieren. Aber was sollen wir machen, wenn urplötzlich jemand anderes die Tür für uns öffnet. Sofort sind wir in das Dilemma involviert. Die Schäden und Schandtaten der anderen tragen wir ständig aus, aber wer ist schon für einen da, wenn wir es sind, die einmal Hilfe gebrauchen?

Mit einem Ruck kam der Fahrstuhl keine 5 Sekunden später zum Stehen. Marc, wie Gretchen musste sich mit einer Hand an der Metallwand abstützen, um nicht vollends das Gleichgewicht zu verlieren. Kurz warfen sie sich unbedachte und nichtige Blicke zu. „Boa, was ist das denn bitte für ein Scheiß?“ fluchte er.

Äußerlich tat Gretchen starr und unbeeindruckt, innerlich sah es ganz anders aus. Ausgerechnet heut oder überhaupt musste sie mit Marc hier drin sein? Marc klopfte nach zwei weiteren Minuten des Wartens, abermals an die Innenseite des Fahrstuhls.

Was ist das den bitte für‘n Scheiß? Da steckt bestimmt Mehdi dahinter…Wenn ich den in die Finger kriege…

„Das ist auf deinen Mist gewachsen oder?“ fragte Gretchen spitz und gereizt. Eigentlich brauchte sie gar keine Antwort abwarten, denn für sie stand es bereits fest, dass Marc die ganze Sache inszeniert hatte. Provokant verschränkte sie die Arme vor der Brust.

Marc blinzelte sie entgeistert an, fing sich im nächsten Moment wieder und wedelte vor seinem Kopf mit der rechten Hand hin und her. „Spinnst du jetzt völlig?“
„Och komm Marc, du brauchst es gar nicht erst leugnen.“ Sie schüttelte unterstreichend den Kopf. Ihre Locken flogen umher und eine kleine Brise ihres frisch- sommerlich- duftenden Haarshampoos umspielte Marcs Nase.

Schnell räusperte er sich und meinte ebenso gereizt, frech und auch verletzend. „Als ob ich mir das freiwillig antun würde…“ Er grinste sie abwertend an und seine Augen überflogen ihren Körper vom Fuß bis zur Stirn. Langsam kam er ein paar Schritte auf sie zu und kam ihrem Gesicht verdächtig nah. Allerdings so, dass er ihre Augen noch gut im Blick hatte. „…mit dir im Fahrstuhl. Länger als 3 Sekunden hält man es mit dir nirgends aus.“ Okay, das war Beleidigung 1000 an diesem Tag.
Kannst du nicht einmal nett sein? Du blöder Idiot…

Schnaubend wandte sich Gretchen ab. Es war Marc nicht fern geblieben, dass sie ihm vorher ehrlich in die Augen schaute. Sie spiegelten vermutlich ihre Seele wieder und wie Marc es interpretierte, war diese momentan Kohlrabenschwarz. Wie ein Stück Kohle von dem Stück für Stück etwas abbrach. Wahrheitsgemäß hatte Marc seine Assistenzärztin, Schulkameradin, Muse und seine einstige Liebe noch nie so gesehen. Schon in der 6. Klasse war Marc einer derjenigen gewesen, der Hasenzahn gern täglich eine morgendliche Schlammdusche verpasste. Sie hatte es ihm nie nachgetragen und selbst wenn, er besaß die Oberhand. Sie machte seine Hausaufgaben, sie sorgte für sein Essen, sie war besorgt um seine Gesundheit und sie gab sogar ihre Arbeiten im Namen von ihm ab. Es bestand also nie irgendeine Gefahr. Doch jetzt, 16 Jahre später, schien Hasenzahn langsam aber sicher einen anderen Kurs lang zu hoppeln. Er schluckte. Sie griff in ihr üppiges Haar.

Bitte lieber Gott, tu mir einen Gefallen und lass mich schnellstmöglich aus diesem Fahrstuhl.

Leicht verzweifelt schaute sich Gretchen in dem verchromten Kasten um und biss sich leicht auf die Lippe.

Bitte Gretchen, jetzt mach mal keine Pferde scheu. Du bist stark. Ja, genau. Afrika hat dich verändert und du wirst nicht mehr, ich betone nicht mehr, mit Marc Meier auf einen Nenner kommen…

Marc zückte sein Handy, nachdem er sich von Gretchen abwandte und mit seinem Rücken an dem großen Spiegel des Fahrstuhls lehnte. Der erwünschte Erfolg, endlich jemanden, bzw. Mehdi erreichen zu können, blieb aus.
Das war ja klar. Mensch eh…. Warum denn gerad mit Gretchen? Wir zerfleischen uns doch bis aufs Letzte.

„Und?“ hob Gretchen das Wort. Anschauen tat sie ihn nur kurz. Mit einem wütenden Blick schaute er von ihr zur Decke. Das sagte alles.

„Das ist ja mal wieder sowas von typisch für dich. Erst diesen Schlamassel einrühren und dann hast du nicht mal die Courage, es zuzugeben. Du bist echt kein Mann, sondern eine Maus!“ Abwertend zog sie die Augenbrauen hoch, ihre Gesichtszüge blichen im nächsten Moment allerdings schon wieder. Etwas unbeholfen spielte die Assistenz an ihren Nägeln herum, welche einen Rose-Lack zierten.

Mit ernster Stimme und dem Blick dieses Mal zum Boden gewandt, meinte der Chirurg ruhiger, aber mit fester Stimme. „Erstens hab ich mit der Geschichte nichts zu tun. Zweitens gäbe es da wohl bessere Ideen, als uns beide im Fahrstuhl einzusperren und drittens (kurze Pause)…ach (winkte ab) is‘ eh egal.“
„Wie auch immer…“ sie schüttelte ihren Kopf. „… ich hab keine Lust die ganze Nacht mit dir hier zu verbringen.“ Marc beobachtete sie nun, zwar mit gesenktem Kopf, aber seine Augen auf ihr liegend, nahm er jede noch so kleine mimische oder gestische Bewegung wahr. Die Hände lagen locker in den Hosentaschen seiner schwarzen Stoffhose und der dunkelblaue Trenchcoat hing locker über seinen Schultern. Sein Oberkörper wurde von einem weißen Hemd ummantelt.
Ich muss sagen, jetzt wo sie mir das erste Mal wieder richtig unter die Augen tritt, finde ich sie noch… naja… (imaginäres Räuspern) ansprechender. Marc!
Wieso schaut der denn so? Er denkt sich bestimmt gerad: OMG Hasenzahn ist aber fett geworden! Hahaha… Wieso hat Mehdi vorhin überhaupt so gegrinst. Ich interveniere mal nichts darein.

„Marc?“ rief sie ruppig.
„Mh?“

„Hast du was mit den Augen?“ Mit leicht schräggelegtem Kopf lugte sie zu ihm rüber. „Nö!“ Immer noch fest entschlossen.

„Im Ernst jetzt, du kannst mit dem Spiel aufhören und den verdammten Fahrstuhl wieder anknipsen oder so…“ zum Schluss wurde sie immer leiser.

„Anknipsen?“ meinte Marc süffisant und grinste. Dabei zog er seine Oberlippe leicht an.
„Ich mein das wirklich so Marc. Also mach jetzt!“ Ausdrucksverleihend deutete sie mit der flachen Hand Richtung Tür.

Langsam wurde es auch Marc zu bunt und er hatte keinerlei Lust auf ihre Schikane. „Raffst du das eigentlich ne. Nochmal zum Mitschreiben, ich habe das zum Henker nicht in die Wege geleitet. Wenn du das endlich verstanden hast, kannst du dich mal nützlich machen und schauen, ob dein 0815 Handy funktionstüchtig ist.“ Mit einem tiefen Stöhnen drückte er letzten Endes auf die Klingel des Fahrstuhls, aber nichts tat sich. Gretchen schluckte. Sie holte ihr Handy aus ihrer großen, roten Ledertasche und versuchte vergebens jemanden zu erreichen.

Nein, bitte nicht…

Das Schicksal schien ihr schon an ihrem ersten Arbeitstag übel mitzuspielen. Was sie allerdings noch nicht wusste war, dass dieses Ereignis noch getoppt werden würde. „Und?“ fuhr ihr Oberarzt sie schroff und mit abwertender Stimme an. Sie schüttelte nur kaum merklich mit dem Kopf und lies sich dann an der kühlen und kahlen Wand heruntergleiten. Fest entschlossen, hier keine Diskussion mit Marc einzugehen, suchte sie vergebens nach einer Tätigkeit, der sie gedankenlos nachgehen konnte.
Scheiße, ich hätte den Strickkurs bei Mama doch gebrauchen können. Da hätte ich jetzt einen Wollknäul in der Tasche, zwei Nadeln und eine Ablenkung mehr im Petto.

„Ehm…du willst jetzt nicht wirklich einen Kaffee Granz veranstalten?“

„Erstens geht es dich sowas von nichts an, selbst wenn es so wäre und zweitens…“ sie formte Worte mit ihren Lippen, welche aber keinerlei Sprache beinhielten.

„Ja, zweitens?“ Er nickte.

„Gab nur erstens.“ Schloss sie resigniert an.

Die ist sturer als die Polizei erlaubt. Eigentlich auch kein Wunder, schließlich hab ich sie ganz schön mies behandelt…

Marc starte vor sich hin und Gretchen hing ebenso in ihren Gedanken.
So vergingen einige Minuten und als schließlich eine halbe Stunde Zeit verronnen war, wurde beiden die Situation sekündlich unangenehmer. „Wieso ist denn hier niemand?“

Gretchen rappelte sich auf. Mittlerweile war die Luft auch zunehmend schlechter und trotz der sommerlichen Temperaturen fror sie beachtlich. „Vielleicht weil wir im Fahrstuhl feststecken du Genie?“ schräg grinsend und mit seiner locker-lässigen Art, schmetterte er diese Worte heraus. „Das ist ja mal wieder sowas von typisch für dich. Immer Witze reisen. Kannst du die Dinge auch mal rational sehen?“

Belustigt zog er eine Augenbraue hoch und war noch mit dem Umschlagen seiner Hemdärmel beschäftig.

„Rational also?“ Marc wirkte gelassen und entspannt, obwohl ihn die Situation ebenso zur Weißglut brachte, wie Gretchen.

„Ja!“ Marc rappelte sich leicht auf und stützte seine Arme auf seinen angewinkelten Beinen ab. „Jetzt pass mal auf Gretchen, ich habe weder etwas mit dieser, zugegeben, beschissenen Situation zu tun, noch hab ich irgendwas eingefädelt, sodass wir beide jetzt hier sitzen! Ich glaub eher, dass deine Emanzen-Freundin ihre Finger im Spiel hat. Dazu kommt noch der Arzt dem die Frauen vertrauen. Also hast du keinen Grund mich hier blöd anzumachen, okay!“ Resigniert starte Gretchen geradeaus. Gedanklich fügte Marc hinzu…
Zumindest nicht für diese Misere!

Wieso tut er das? Hab ich ihm den gar nichts bedeutet? Dass er wieder der Alte ist, wusste ich ja schon. Für seine Verhältnisse ist er noch einiger Maßen akzeptabel. Korrektur: Akzeptabel ist Marc Meier für dich Gretchen, nie mehr!

„Was denkst du?“ fragte Marc ruhig und sie grübelnd musternd. Echauffierend blickte Gretchen in Marcs Richtung und drehte ihren Oberkörper dementsprechend mit. „Das ist nicht dein Ernst! Du wirst mich sicherlich nicht fragen, was ich denke!“ Ihrer Stimme unterlagen leichte Hiebe. Fast wie die Zacken einer Bastelschere.

„Naja, also…ich…ich dachte…“ Sein Mund formte Worte, welche allerdings von keinen Tönen umschlossen wurden.

Gretchen…?! Jetzt oder nie!

Sie atmete tief durch und sie merkte, wie ein riesiger Stoß mit frischem Blut ihr Herz versorgte. Es schlug rasant und gleichzeitig in einem, verlangsamtem Tempo. Ihre Augen waren dunkelblau und das Funkeln der Freude, der Herzlichkeit und des Glückes fehlte. Normalerweisen schienen Gretchens Augen, wie eine frisch gepflückte Orange, aber seitdem ein selbstverliebter, arroganter, feiger, aber trotz alledem anziehender Oberarzt ihr Herz endgültig gegen die Wand gefahren und anschließend gekocht hatte, war es verschwunden. Manchmal stellte sie sich vor, nie mehr den Fängen entfliehen zu können und uneingeschränkt Schokocroissants essen zu können, ohne dass ein brünetter Mann, namens Marc Meier, ihr innerlich erschien und zusprach: „Na Hasenzahn, wie fett wollen wir denn noch werden? An deiner Stelle würde ich schon mal einen Platz in der Kur für undisziplinierte und vor allem neurotische `Kinder` reservieren.“ Diese Gedankengänge bescherten ihr, umso öfter sie kamen, eine dicke- fette Gänsehaut.

„Ich sag dir jetzt mal was okay? ... Ich habe keine Lust auf deine dämlichen Sprüche und deine ganze Pöbelei. DU hast es so gewollt, ich nicht.“

Schnell biss sie sich auf die Zunge, redete aber schnell weiter, da sie merkte, wie gespannt Marc ihren Lippen folgte.

„Ich denke, seit Monaten an nichts sinnvolles mehr. Meine Gedanken sind wahrscheinlich ein ewiger Kreislauf die auch in 100 Jahren noch Bahnen durch die Erddecke ziehen werden. Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch so wenig Gefühl oder Einsicht besitzen kann, um einer Person…“ Sie zeigte auf sich. „… nicht einmal ins Gesicht sagen zu können, dass er sie so scheiße findet und nichts mit ihr zu tun haben will. Du hast mich einfach sitzen gelassen und ich… ich kam mir vor wie…wie eine…“ Die Augen fest zusammengekniffen, schüttelte sie angewidert den Kopf. Marc schaute ab und an zur Seite und es schien so, als ob er Reue zeigen würde.

„Ich frag dich noch ein was. Versprich mir nur einmal in deinem Leben, die Wahrheit zu sagen, okay? Warum hast du das getan?“ Ihre Augen trafen sich und Gretchens schmerzten. Marc wiederum tat der Anblick seiner ehemaligen Muse ebenso weh. Er schluckte schwer.

Oh Gott…

Leider half ihm dieser im Moment sichtlich wenig! „Ich…Hasenzahn… es ist einfach besser für dich und für mich. Komm damit klar! Du müsstest es doch am allerbesten wissen, dass ich kein Mann fürs Leben bin.“ Seine Stimme klang belegt, aber gleichzeitig bestimmt. Die Antwort schon längst erwartend und doch niedergeschlagen, nickte Frau Haase tapfer und legte ihren Kopf abermals gegen die Metallwand, welche ihr ein wenig Kälte spendete.

Ihr Herz schien der Kälte Gesellschaft zu leisten…

Elli Offline

stellv. Admine


Beiträge: 2.105

01.10.2013 20:25
#22 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo ihr Lieben,

Vielen Dank für die lieben Kommi's und auch an die stillen Leser ein großes Dankeschön! Viel Spaß mit dem Nachschub! Freu mich immer rießig über Feedback!

Glg und einen schönen Abend!
Eure Elli



Mensch Marc, was bist du denn für ein Idiot? Sie liebt dich und du liebst sie, also was ist das Problem? Geh endlich auf sie zu und lass Gefühle zu!

Hör nicht auf die! Genieß lieber dein Leben. Überleg mal Meier, was dir alles zu Gunsten kommen kann? Schöne Frauen, welche du dir immer aussuchen kannst. Eine aufsteigende Karriere, ohne einen dicken, fetten Klotz am Bein. Freiheit soweit das meier’ische Auge reicht. Keine Verpflichtungen und Spaß ohne Ende. Du bist dein eigener Boss. Genauso wolltest du es doch immer!

Nein, Marc. Überleg mal! Gretchen ist die Eine und Einzige für dich. Wenn du sie gehen lässt, lässt du auch dein Leben gehen. Du liebst sie doch, also tu auch etwas für diese Liebe. So abgedroschen es auch klingen mag, du brauchst sie um glücklich zu sein.

So ein Bullschitt! Bis jetzt warst du auch immer glücklich, wieso sollte sich das auf einmal ändern?

Du wirst als verbitterter, alter, ungeliebter Mann sterben!!!



Marcs Augenlider zuckten und langsam hob er seinen leicht abgekippten Kopf an. Es war also nur ein Traum. Ein Traum, indem sich Engel und Teufel gegenüberstanden und ihn auf jeweils eine Seite ziehen wollten.

Boa ausgerechnet jetzt so ein scheiß Traum. Och nee ich bin immer noch mit Hasenzahn im Fahrstuhl. Das kann doch alles nicht wahr sein?

Marc legte beide Hände in seinen Nacken und drehte mit dem nötigen Feingefühl, welches er zumindest in dieser Situation besaß, den Kopf. Als er sich leicht aufrappelte und aufstand, sah er, dass Gretchen ebenso an der kahlen, geprägten Fahrstuhlwand eingenickt war. Ihr Kopf hing ebenso leicht nach unten geneigt und ihre Locken taten es ihm gleich. Irgendetwas fand Marc allerdings merkwürdig. Gretchen hatte einen leichten Schweißfilm auf ihrem gesamten Gesicht und es glühte rot.

„Gretchen?“ rief Marc leicht irritiert. Keine Reaktion.

„Hasenzahn!“ mahnte er und stupste sie leicht an der Schulter.

Die Assistenzärztin mit Herz zuckte leicht zusammen und blickte Marc leicht benebelt von ihrem kurzen Schlaf, in die Augen. Warum musste sie ausgerechnet jetzt diese Welle von Gefühlen übermannen? Wie war Gigis Spruch noch gleich? Leben heißt: Nicht zu warten, wenn ein Sturm da ist, sondern lernen im Regen zu tanzen? Ja, genau! Leider konnte Gretchen nicht besser, als der Durchschnitt tanzen und ob es regnete, konnte sie momentan auch nicht feststellen.

Warum zieht er mich denn immer noch so in seinen Bann? Er hat dich betrogen und belogen und trotzdem kommst du nicht von ihm los. Bitte nicht weinen Gretchen, bitte nicht weinen!

Ruckartig stellte sich Marc wieder gerade hin und Gretchen rappelte sich auf. „Gibt’s was Neues?“ wollte sie mit rauer Stimme wissen.
Was ist denn mit ihr los?

Der Oberarzt tat nicht der Gleichen und fragte sie stattdessen misstrauisch. „Bist du krank? Du bist ganz schweißig und siehst ne wirklich gut aus.“ Dynamisch kreisten seine Schultern, während Marcs Hände locker auf seinen Hüften ruhten.

„Ne, bin ich nicht!“ meinte sie gereizt und hustete im nächsten Moment kräftig.

„Ne, is‘ klar! Du hast einfach nur ne Farb- und Stimmveränderung.“ Stellte Marc mit erhobenen Augenbrauen und einem prüfendem Blick klar.

„Selbst wenn, geht es dich sowas von überhaupt nichts an, kapiert?“ Sie war eindeutig sauer auf ihn, was 100 % ig nachvollziehbar war. Allerdings war es der erste ernsthafte Moment, indem es auch Marc klar wurde, dass sie ihn nicht abgehakt hatte. Studierend schaute er ihr in die kristallklaren Augen. „Wieso ist hier denn niemand, der sich mal Gedanken macht, wo ich bin?“

„Ehm Hasenzahn zu deiner Information: Ich bin auch hier.“

Gespielt kam sie einen Schritt auf ihn zu und patschte sich auf die Stirn. „Ach, das hab ich ja ganz vergessen. Der tollste Oberarzt der Welt sitzt ja hier auch. Entschuldige Marc!“

Sarkasmus pur, lag in ihrer Stimme. Marc empfand das als zu viel Gnade, die er hat walten lassen und wollte keineswegs „weich“ klingen, weshalb er einen draufsetzte. „Ach Hasenzahn, langsam solltest selbst du aus deiner Traumwelt erwacht sein, in der Mehdi und Alexis immer schön ein Auge oder sollte ich besser sagen, einen Arm auf dich werfen.“ Seine Augen blitzten und ihre blitzten. Es glich einem Wettkampf, indem sich die zwei hinterbliebenen Teilnehmer gerade den Krieg erklärten. Die Stille wurde von einem weiteren Husten Gretchens verdroschen. Beide nahmen jeweils auf ihrer Seite des Fahrstuhls platz. Ab und an warfen sie sich undefinierbare Blicke zu.

Nach weiteren 30 Minuten und geschlagenen 50 Hustenanfällen später, wurde es Marc zu bunt. „Leg dich mal gerade hin, öffne den Brustkorb und atme tief durch. Deine Jacke kannste als Kopfstütze nehmen!“ forderte Marc Gretchen auf und deutete mit der linken Hand auf ihre dünne Strickjacke, welche sie immer für einen Windzug dabei hatte.

Überrascht drehte Gretchen ihren Kopf und schaute für einen eingeschüchterten Blick zu Marc.

Manchmal schweißt uns das Leben in den Momenten zusammen, in denen wir es am wenigsten erwarten und hoffen. Doch einige Menschen waren ihr Leben lang verbunden, sie wussten es nur nicht…

„Es geht mir gut, okay? Lass mich einfach in Ruhe! Ich brauch keine Tipps von dir, schließlich bin ich selbst Ärztin und auch sonst brauchst du mich überhaupt nicht ansprechen oder sonst was. Ich will nichts und ich meine auch wirklich nichts von dir.“ Gereizt fuchtelte sie mit ihren Armen und verschluckte sich im nächsten Moment abermals an ihrer Spucke. Marc war die ganze Misere mehr als unangenehm, aber was sollte er tun? Mehr als versuchen einigermaßen mit ihr auszukommen, ging auch nicht. Komischerweise, setzte genau in diesem Moment, die von allen gehasste Fahrstuhlmusik ein.

Och nö, das ist jetzt nicht deren Ernst!
Bitte nicht!


„Was ist das denn jetzt für eine Scheiße?“ fluchte Marc und schlug mit geballter Hand gegen die Wand.

Gretchen schloss verzweifelt die Augen und lehnte ihren Kopf wieder an. Dieser Tag konnte aussichtloser nicht sein. Wahrscheinlich würde sie hier keiner finden und auch keiner suchen. Ehe die anderen auf die Idee kämen, dass der Fahrstuhl defekt war, gab es in dem massiven Metallkasten sicherlich keine Luft mehr. Und eins sollte Gretchen sicher sein, wenn sie hier ohne große Beschwerden wieder heil hinauskommen würde, würde sie ab sofort die Treppe nehmen.

Wieso muss ich ausgerechnet mit Gretchen oder noch besser, ausgerechnet ich hier drin stecken? Das ist doch alles eingefädelt von Mehdi und der Vogelscheuche. Wenn ich hier wieder raus bin, können die sich auf was gefasst machen.

Marc biss immer wieder seine Zähne fest aufeinander und vermied so noch unter Umständen irgendwas kaputt zu machen. „Willst du nicht nochmal anrufen, ob wenigstens irgendwas geht?“ fragte Gretchen zittrig. Mittlerweile schlotterte sie am ganzen Körper. Allerdings schien ihr Kopf zu glühen.

Marc schaute sie nur flüchtig an, weswegen er ihr einen kurzen Spruch entgegendrückte. „Ruf doch selbst an, sind schließlich deine bescheuerten Freunde. Oder haste schon vergessen, wie das geht?“ Nach einiger Zeit kam ein leises „Mist.“ Marc blinzelte und schaute zu seiner ehemals, kurzen Freundin. Sie ließ ihr Handy sinken, sodass es mit einem kurzen Klirren auf den matten Boden prallte. Langsam liefen ihr die Tränen über die Wangen. Ihr Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig und immer mal wieder, wurde Gretchen von stimmlosen Schluchzern gepackt.

Etwas überfordert schaute Marc zu ihr und wusste nicht, was er tun sollte. Als Gretchen ihre Augen nach rechts drehte und somit leichte Umrisse von Marc erkennen konnte, wischte sie sich hektisch die Tränen weg.

Warum heule ich denn jetzt? Manchmal bin ich echt eine leichtgläubige, naive, komplizierte und neurotische Frau. Marc würde jetzt sagen: Das bist du sowieso immer Hasenzahn.

Sollte ich Hasenzahn vielleicht doch mal ein Stück von der Wahrheit erzählen? Boa Meier, manchmal haben sie dir echt die Eier geklaut…

„Gretchen pass auf: Das was…was…was…boa scheiße ist das schwer…“ er versuchte die richtigen Worte zu finden. Seine Stimme klang kraftvoll, aber auch schwerfällig und ein kleinwenig wehmütig, da er nicht wusste, wie er das sagen sollte.

„… ich mein, was ich dir vorhin gesagt hab, war nicht wirklich die Wahrheit.“

„Herzlichen Glückwunsch zu dieser Erkenntnis.“ Flüsterte Gretchen und wischte sich immer noch mit dem Ärmel der Jacke, die Tränen weg.

„Mensch Gretchen, sei doch mal ehrlich. Glaubst du, dass wäre etwas für immer mit uns geworden? Ich meine, du kennst mich und ich kenn dich, wir sind einfach zu verschieden. Ich will nicht, dass du irgendwann vor einem, nun ja, Scherbenhaufen sitzt oder sowas. Du willst Heiraten und so ein Kitsch, ich will es nie im Leben. Du willst, was weiß ich, ne ganze Fußballmannschaft voller Bälger und ich will nie im Leben eins. Die stinken, machen Unruhe und schreien. Siehste was wir für unterschiedliche Vorstellungen haben? Das geht nie gut und bevor es dich noch mehr fertig macht, wenn ich in paar Wochen oder Monaten mit dir Schluss gemacht hätte oder einer von beiden die Flucht ergriffen hätte…womöglich ich (flüsternd), habe ich die Notbremse gezogen.“ Am Ende seiner Rede angekommen, hoffte Marc Gretchen wenigstens ein wenig entgegengekommen zu sein.

Eindringlich suchte er ihren Blick. Letztendlich drehte sie ihren Kopf in seine Richtung und sagte lasch und emotionslos, aber mit Tränen auf den Wangen. „Warum hast du mich nicht einfach damals in der Probezeit entlassen, am besten fristlos oder warum hast du mich nicht einfach beim Kammerflimmern liegen lassen oder warum hättest du mich einfach nie küssen können oder mir in die Augen schauen müssen? Warum? Dann wären wir heute nicht an diesem Punkt und du, sowie ich, wären glücklich. Ach nein, ich vergaß, du bist ja glücklich.“ Die genaue Ideologie dieser Worte, war Gretchen unbekannt und sie fühlte sich nicht in der Lage, lang über ihre Aussage und die Intension ihrer, nachzudenken.

Von Minute zu Minute wurde ihr Gefühl unangenehmer und träge. In den seltensten Momenten gab es Augenblicke, in denen Marc Olivier Meier wirklich sprachlos war, aber dieser war einer davon. Er war von ihrer Gleichgültigkeit und ihrer nicht vorhandenen Lebenslust dermaßen getrübt und erschüttert, dass ihm die Spucke versagte, seine Kehle von einer Trockenheit umzogen wurde und seine Glieder von einem imaginären Faden abgeschnitten wurden. Fassungslos formten sich Marcs Augen zu runden Kugeln und er gaffte sie fast scharm- und anstandslos an.

Das ist doch nicht ihr Ernst??? Ich hätte… also ich… boa da fehlen einem echt die Gedanken. Hammer hart! Ich… würde Hasenzahn nie im Leben verrecken lassen. Dafür ist sie mir viel zu wichtig. Moment…was hab ich eben gedacht? Ich glaub mein Stammhirn steht unter Wasser. Naja, die Küsse sind... wie soll ich sagen? Sie ist nicht von schlechten Eltern. Eingestellt hab ich se, weil Hasenzahn mit Herz dabei ist!

„Was redest du denn da?“ Peinlich oder eher schüchtern berührt, was für Marc eine Seltenheit ist, schaute er nach rechts, um seinen Blick letztendlich wieder nach links zu wenden.

„Ich…also ich… ich hätte dich nie irgendwo verrecken lassen…“ Er überlegte kurz, ob seine Aussage die Intensität auch mit aufgesogen hatte, entschied sich dann aber für einen akzentsetzenden, forschen, aber doch wichtigen Auswurf. „...klar?“ Beide schienen in einer Zwickmühle oder besser gesagt, in einem Labyrinth zu stecken. Es ging nicht mehr vor, aber auch nirgends zurück!

Super Zwickmühle…
Klasse Gretchen, schlimmer hätte es nicht kommen könn…
(ihr Gedanke riss ab)

Um der Last des Alltags zu entfallen, hilft oftmals nur der Weg durch die Mitte. Selbst wenn wir von Armen zurückgezogen werden, entkommen können wir nicht. Vielleicht ist es auch gut so, um einem Leben zwischen unerfüllter Liebe und kalorienreicher Schokolade zu entkommen. Aber wird es das sein, was uns prägt? Ist es das, was uns an das Leben und gelebt zu haben, erinnert? Wir können nur eins sagen: Irgendwann ist jede Qual vorbei…Die eine später und andere auch schon eher…

Die einen Augen schlossen sich, die anderen weiteten sich, und vielleicht war es der Moment, an dem sie merkten, dass es unaufhörlich ist…

Elli Offline

stellv. Admine


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14.10.2013 20:41
#23 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo Leute,

DANKESCHÖN! Ihr seid die Besten. Die Kommentare und die Anzahl der aufgerufenen Story begeistern mich jedes Mal auf's Neue!
Jetzt hab ich es auch endlich geschafft das neue Kapitel online zu stellen und würde mich weiterhin über Feedback freuen. Vielleicht setzt Marc dieses Mal einen Meilenstein, wer weiß?

Glg
Eure Elli




So wake me up when it's all over
When I'm wiser and I'm older
All this time I was finding myself
And I didn't know I was lost

“Gretchen? Hasenzahn? “

Ein Arm war fest um die Blondine geschlungen, ihr Kopf ruhte auf Marcs Armbeuge und ihre Arme hingen schlaff an ihren Seiten. Immer wieder rüttelte Marc ganz leicht an ihr, dabei wippte ihr Kopf von rechts nach links, doch nichts passierte. Mit ein wenig Druck, patschte Marc Gretchen die Hand an die rechte und linke Wange. Sie waren feucht. Ihre Wangen, sowie ihr restliches Profil, waren gerötet und schweißig. Einige Dinge, die Marc nie in seinem Leben haben wollte, war Gretchen so zu sehen.

Natürlich ist er Arzt und das aus höchster Überzeugung und Leidenschaft. Gut, am liebsten hat er die Patienten betäubt auf dem Op-Tisch, aber auch die anderen Aktivitäten eines Arztes, genoss er mit Leib und Seele. Er hatte nie das Gefühl schwach oder mitfühlend zu sein, wenn einer seiner Patienten oder Untergeordneten umkippte oder gar schlimmere Ereignisse passierten. Heute aber allerdings, wandelte sich das Blatt. Wie sie so schlaff und regungslos in seinen Armen lag, so fühlte er sich auch. Wie in Trance wirkten die Handlungen für Marc. Für Außenstehende wahrscheinlich enorm schnell. Marc schluckte. Sein Herz pochte schneller, was der Gegensatz zu Gretchens war. Während er sie immer noch fest umschlossen hielt und auch keinerlei Anstalten machte, sie loslassen zu wollen, verspürte er Angst.

Angst, dass sie aus dieser aussichtlosen Lage nicht zeitig genug hinauskommen würden und Gretchen behandelt werden konnte. Die Anzeichen lagen deutlich auf einer verschleppten Grippe, doch ohne sie ausführlich und Symptom genaue untersucht zu haben, konnte sich keiner 100% ig sicher sein, was der jungen Ärztin fehlte.

„Gretchen komm schon!“ rief Marc eindringlich, mit fester, aber dennoch emotionaler Stimmgabe.

Einige Strähnen hingen ihm in sein makelloses Gesicht. Was er in den Minuten, Sekunden, in den Augenblicken spürte, ging ihm durch Mark und Kern. Beschreibbar, war es allerdings nicht, aber existent war es und stand im Raum.

Mechanisch griff er nach Gretchens Strickjacke und tupfte ihr mit dieser sachte über die Stirn und über die Schläfen. Sie lag da, als ob sie ruhig schlief, allerdings schien dem nicht so, zumindest Marc hatte nicht den Anschein, als ob Gretchen in einem neuen Traum vagabundierte. Marc merkte, dass es keinen Sinn ergab, ihr noch länger gegen die bereits geröteten Wangen zu patschen, weshalb er ihren Puls fühlte und ein lautes. „Scheiße!“ von sich gab.

Langsam, aber doch zügig legte Marc sie auf seine Jacke, die er unter ihr mit einem Arm ausgebreitet hatte. Provisorisch hob er ihre Augenlider und schaute hinein. Sie schien auf jeden Fall kein Spiel zu inszenieren, dass hätte er spätestens bei ihrem langsamen Herzschlag oder der Pulsüberprüfung intabuliert bekommen. Verwirrt, unwissend, was sein nächster Schritt ist, leicht hilflos und mit der Angst im Gesicht, rieb sich der begnadete Chirurg einmal quer durch sein markant männliches Gesicht. Seine Wangenknochen waren hervorgeprägt, ebenso sein Unterkiefer und seine Halsschlagader. Er hatte Angst, was für einen Marc Meier normalerweise non existent war und gleichzeitig verspürte er, eine immer wieder aufsteigende Hitze ins sich. Er brodelte, wie ein Vulkan und mit jedem Schub Glut, kam die Wut, dass Mehdi sie in diese scheiß Lage gebracht hatte und er nicht einmal den Hauch einer Ahnung besaß, welche Szenarien ihm eben geboten wurden. Ruckartig griff Marc nach der roten Ledertasche und durchwühlte diese, wie ein Geier auf der Suche nach Aas.

Autopapiere, Schminktasche, Deo, Bürste, Portmonee, Schlüssel,… okayyy Tampons, Spiegel, Schokolade, da…Wasser!

Instinktiv goss sich Marc ein wenig von der durchlässigen Flüssigkeit auf die Hand. Seine Augen waren kontinuierlich auf die blonde Frau gerichtet. Sie wankten von rechts nach links und studierten ihr Gesicht eindringlich. Immer und immer wieder bildete sich ein Kloß in Marcs Hals. Als das warme Wasser Gretchens Gesicht überdeckte, hoffte Marc inständig, dass Magarete Haase, die er innerlich die ganze Zeit vermisst hatte, endlich ihre eisblauen Augen aufschlagen würde. Doch leider tat sich nichts.

„Verdammter Mist!“ rief er und raufte sie durch die Haare.

Abermals zückte er sein Handy und versuchte vergebens Mehdi oder die Brillenschlage zu kontaktieren. Nichts. Als er nun zum Schluss den Not- Knopf drückte, wobei man dies fast als Misshandlung bezeichnen konnte, schien ebenso keine Hilfe in Sicht.

„Fuck!“ rief er kraftvoll, fast schreiend, wobei seine Stimme leicht aus den Fugen zu fließen schien.

Sein Blick fiel wieder zu der schlafenden Schönheit und keine zwei Sekunden später, kniete er bereits wieder neben ihr. Ihr Atem war flau und ihr Puls langsam. Immer wieder bildeten sich neue, kleine Schweifperlen auf ihrer hellen Haut und ließen ihr Gesicht fad, schwach und krank wirken. Marc entschloss sich, Gretchen von dem kalten, kahlen Boden zu nehmen und griff vorsichtig unter ihren schlaffen Körper. Bei der ersten Bewegung sackte sie nur noch mehr zusammen, weshalb Marc seine linke Hand, samt Arm, unter ihr Schulterblatt schob und sie von seiner Armbeuge am Kopf gehalten wurde. Den rechten Arm schob er unter ihre Kniekehlen und umschloss mit seinen schlanken Chirurgenfingern ihr linkes Bein, fest. Ohne große Kraftanspannung, hatte Marc Hasenzahn auch schon hochgehoben und setzte sich, samt Gretchen, wieder in seine Ecke des Fahrstuhls. Vorsichtig legte er Gretchen auf seinen Beinen ab und hielt sie weiterhin fest. Wenn er hier raus sein würde, Gnade allen, die ihnen in den Weg kommen würden, Gott. Manchmal besaß sogar ein Marc Meier Feingefühl, was nicht nur auf seinen Job zurückzuführen war, sondern auch einen großen Einfluss auf das Geschehen just in diesem Moment hatte. Als er seiner Assistenz abermals mit dem dünnen Jäckchen die Wärme, wortwörtlich, aus dem Gesicht getupft hatte, zögerte er, ob es das Richtige war, nun großartige Berührungen und Emotionen mit hinein zubringen.

I tried carrying the weight of the world
But I only have two hands
I hope I get the chance to travel the world
And I don't have any plans
I wish that I could stay forever this young
Not afraid to close my eyes
Life's a game made for everyone
And love is a prize

„Hör mir mal zu Hasenzahn! Du wirst dich nicht so einfach verpissen. Hörst du? Wir haben noch einiges zu klären und du wirst deinen Arsch nicht auf die andere Seite der Scheibe schieben, bevor wir das nicht geklärt hätten, kapiert? Mir ist es echt egal, ob du 10 Tafeln von dem überzuckerten Süßkram in dich stopfst oder ganze Niagarafälle vollheulst oder ob du deine Klappe mal wieder größer schreist, als sie ist, aber ich hab was dagegen, wenn sich meine beste Assistenz, die ich schon mein halbes Leben kenne, einfach aus dem Staub macht. Hast du mich verstanden? Du sagst doch immer, dass dein Leben das reinste Chaos ist und du es nie leicht hattest, also steh auch dazu. Sich einfach aus der Affäre ziehen, ist doch eh nicht dein Fall. Das bist doch nicht du. Ich hoffe, du hast dir das gut abgespeichert, weil ich es dir so schnell nicht mehr sagen werde, aber auf der anderen Seite wirst du von mir noch was erzählt bekommen, wenn du wieder wach bist. Jetzt denkste wieder, boa der Meier scheißt mich zusammen, aber falsch gedacht Hasenzahn, ganz falsch…“ Zum Ende seiner Laudatio wurde auch Marcs Stimme leiser. Aber es tat gut, so gut, dass er gleich weiter sprach.

Nachdem sich der Jungchirurg einmal über den drei Tage Bart gefahren war, legte er seine rechte Hand an Gretchens Wange und fuhr mit seinem Daumen ihren Wangenknochen nach, welcher letztendlich vor ihrem Ohr mündete. Diese Berührung wirkte vertraut, aber gleichzeitig distanziert.

„Und damit das klar ist, die Tage mit dir waren…waren…waren…“ er stockte, entschloss sich dann aber doch, sich ihr zu offenbaren, zumal ihn hier drin eh keiner hören würde.

Scheiß drauf!

„…waren… der Wahnsinn und ich meine nicht nur den Sex Hasenzahn! Du wirst verstehen, dass ich mir die Eier nicht komplett abscheide, wobei… die bleiben lieber da, denn ich will dich. Und ich wiederhol mich. Nicht nur Sex. Dich. Oh Gott, mit dieser Rede flieg ich genau zu diesem verknallten Engel…wie hieß der Freak? Artur? Keine Ahnung, ist ja auch Rille oder?! Jedenfalls haste ja zu mir gesagt, als du mir fast die Rippen gebrochen hast, dass ich meinen, warte ich zitiere: Überheblichen Arsch nicht ins Jenseits bringen soll, bevor wir das Gespräch beendet haben. Ich sag nur, danke für die Blumen, denn ich schick dir jetzt dasselbe. Und ich bin Gott, das weißte hoffentlich noch, deshalb lass ich dich sowieso nicht einfach abhauen, dass weiß ich zu verhindern. Kapiert? Schreib dir das hinter die Ha(a)senohren.“

Komm schon Hasenzahn, du kämpfst doch sonst immer.

„Ach ja, eins noch. Mehdi mach ich nen Kopf kürzer, nach der Aktion und deiner Brillenschlage kannste bei Gelegenheit auch mal einen auf den Hinterkopf geben, vielleicht wird sie ja noch normal. Nur fürs Protokoll, ich bin nicht verliebt oder so ein scheiß! Du bist einzig und allein eine… eine… ähm… gu…gu-te Assistenz und deshalb wäre es echt schade. Genau. Hasenzahn, ich will, dass wir wieder normal miteinander umgehen. D.h. du zickst rum und ich gebe dir Spitzen und du versuchst dich vergebens zu wehren. Nicht mehr, nicht weniger.“

OMG war das schwul… aber ich will, dass sie verdammt nochmal die Augen aufmacht und mir von mir aus, eine knallt oder so, aber nicht so.

Marc räusperte sich und schaute sie noch einmal eindringlich an. Er wirkte keineswegs weich, eher ehrlich und traurig.

„Gretchen? Bitte!“ Seine Stimme lag in der Schwebebahn. Sie war antastbar und doch ehrlich.

So ich hab mich auch einmal für ein bisschen Musik entschieden. Avicii-Wake me up! http://www.youtube.com/watch?v=7gSW5J8kbuI

Elli Offline

stellv. Admine


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30.10.2013 17:44
#24 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Halli Hallo meine Lieben,

Entschuldigt, dass jetzt erst Nachschub kommt, aber ich hoffe euch mit einem etwas längeren Teil besänftigen zu können. Danke an dieser Stelle für die tollen Kommentare und auch einen Dank an die stillen Leser. Besonders gilt der Dank meinen Stammkommentatoren @Greta , @Rems , @Azadeh und @Sassi . Ihr nehmt euch immer die Zeit und hinterlasst mir eure Meinung, was mich jedes Mal aufs Neue zum Lächeln bringt. Ich hab lang überlegt, inwieweit ich Marc den Fokus auf Mehdi und Gigi setzten lasse. Ich hoffe, ihr könnt mich verstehen, wie ich es gemacht habe und ich wünsche euch viel Spaß. Gern auch Feedback gewünscht!

Glg und ein schönen Abend!
Eure Elli



Der nächste Morgen brach an und mit ihm die Unsicherheit. Immer noch saßen Marc und Gretchen in dem Käfig aus Metall fest. Die ganze Nacht hatte der Chirurg kein Auge zugetan und mehrmals versucht einen Kontakt zur „Außenwelt“ herzustellen. Gretchen lebte noch, dass war gar keine Frage, aber ihr Herz schlug langsam und träge.

Fünf Uhr am Morgen öffneten sich endlich die Türen. Sofort raste Marc los und hielt Gretchen weiterhin fest in seinen muskulösen Armen. Mehdi und Gigi starrten ihren Kollegen entgeistert an und konnten keinen klaren Gedanken fassen, als sie Gretchen bewusstlos in seinen Armen liegen sahen.

„Oh Gott Gretchen!“ riefen Mehdi und Gigi monoton und voller Aufregung in der Stimme.

Gina schlug die Hände vor ihren Mund und schraubte ihre Augen um eine Stufe weiter nach draußen. Sie war sich nicht sicher, ob ihre Brille womöglich einen kleinen Miss erlitten hatte und sie deshalb so ein, ihr unerträgliches, Bild vor Augen hatte, da sie und Mehdi, im Gegensatz zu Marc und Gretchen, einen schönen Abend oder sollte man besser sagen, Nacht, verbracht hatten.

Im Schnellschritt hechteten sie dem gutaussehenden Arzt hinterher und Marc rief in typischer Manier. „Sabine anpiepen. Ich bin in Behandlungszimmer 3 und wir sprechen uns noch.“ Dabei warf er einen finsteren Blick mit verengten Augen zu Mehdi und Gina. Mehdi konnte sich schwören, fast ein wenig Unbehagen und „persönliche“ Unruhe in seiner Stimme vernommen zu haben. Großartig Zeit sich über diese Pointe Gedanken zu machen, blieb allerding nicht.

Diese Primaten…echt ey…! So Hasenzahn, dass schaffst du! Du musst einfach, klar?

Seine Gedanken waren mehr schlecht, als Recht. Momentan ließ sich aber auch an jedem und jeder Situation ein graues Haar finden.
Und sowas nennt man 21. Jahrhundert, nen scheiß ist das…

Im Behandlungsraum legte Marc Gretchen das erste Mal seit Stunden wieder aus seinen Armen. In dem Fall auf die Patientenliege. Sofort holte er sein Stethoskop und hielt es Gretchen auf die freigelegte Brust. Ihr Atem war schwach, aber er war da und ihr Herz ebenso! Konzentriert holte er sich schnell eine kleine Schale und warf dort schnell eine Spritze, ein Wattebausch, Desinfektionsmittel, sowie einen Stauschlauch und Handschuhe hinein, damit er sich wenige Sekunden später Gretchen widmete. Sabine bog wie der geölte Blitz um die Ecke und blieb dann sofort wie angewurzelt stehen. Ihre Hände schossen reaktionslos auf ihren Mund und ihre Augen wurden rund. Marc schenkte ihr einen beiläufigen Blick und pfiff. Als sie nicht reagierte, hob Marc dann energisch den Kopf und meinte ernst. „Was ist? Wollen sie Wurzeln schlagen?“ Die Krankenschwester eilte an seine Seite und in dem Moment kamen auch Gigi und Mehdi hinein. Marc verdrehte die Augen.
Wie im Irrenhaus hier…

„Könnt ihr draußen warten? Bitte-dankeschön!“ Nach einer kurzen Pause meinte er sachlich zu Sabine. „Wir nehmen Blut ab. Sie können dann gleich mal ab ins Labor und sagen sie den Knalltüten, dass sie den Finger ziehen sollen. Ausdrückliche Anweisung von Doktor Meier, klar?“ Auffordern schaute er die blonde Krankenschwester, welche schräg hinter ihm stand, mit hochgezogenen Augenbrauen und einem vielsagenden Blick an. Sie nickte eifrig.

„Gut, dann wollen wir mal.“ Er hob den Kopf und befestige schließlich den Stauschlauch an Gretchens Arm. Nach der Desinfektion stupste Marc leicht gegen ihre Vene und stach die Nadel gekonnt, aber vorsichtig in ihre helle Haut. Ohne seinen Mitsassen einen Blick zu schenken, sagte er räuspernd. „Ich hab doch gesagt, ihr sollt rausgehen.“ Die beiden reagierten prompt und warfen sich einen mitleidigen Blick zu, bevor sie ihre Aufmerksamkeit an Gretchen wandten.

„Können wir was machen?“ sprach Gigi, während sie auf die Liege zueilte und sich mit einer Hand abstütze. Die andere ließ sie über Gretchens Wange streifen.

„Hab ich doch gesagt. Draußen warten.“ Beiläufig deutete er auf die Tür und zog die Nadel aus Gretchens Vene. „Sabine machen sie das fertig und dann ab. Und zwar in Schallgeschwindigkeit.“ Er reichte ihr die Kanüle mit dem roten Blut. Als nächstes ging sein Griff zu dem Wattebausch, welchen er auf die Einstichstelle drückte. Mit einem Pflaster fixierte er das Ganze. „Marc jetzt echt. Können wir was tun?“ sagte Mehdi eindringlich und zuckte leicht mit den Nasenflügeln. Marc schaute die beiden durch ein paar Stirnfranzen, welche ihm ins Gesicht hingen, an. Seine Augen musterten sie leicht abschätzig, wanderten dann abermals zu der blonden Schönheit. „Ihr habt schon genug getan.“ Mehr wollte momentan nicht über seine Lippen. Natürlich war er sauer, aber im Moment zählte nur eins: Gretchen.

„Was ist denn überhaupt passiert?“ Mehdi sah keine Chance, locker zu lassen. Genervt seufzte Marc tief und hielt in seiner Tätigkeit nicht inne. Gab seinem Kumpel aber eine knappe pampige Antwort. In der Situation verständlich. „Umgekippt und war die halbe Nacht ohnmächtig.“

Man ich hab zutun, sehen die das ne???

„Marc kann ich-?“ der Blondine wurde barsch das Wort abgeschnitten.

„Nein, kannst du nicht. Ich mach das allein.“

„Ich darf doch bitten. Schließlich bin ich ebenfalls Ärztin der Chirurgie.“ Mit erhobenem Kopf richtete Gina Amsel ihre Designerbrille und schaute Marc flehend an.

„Schielst du?“ warf er kurz ein und tastete Gretchens Lymphknoten ab. „Lymphknoten sind geschwollen. Fieber 40,3.“ Doktor Meier trat zur Seite und füllte eine Spritze mit einer Wirkstoffkombination aus Diphenylpyralin-HCl + Metamfepramon-HCl + Acetylsalicylsäure. Diese verabreichte er Gretchen.
„Wir legen sie auf die Intensiv und warten die Blutergebnisse ab. Wenn das Fieber fällt, kann sie die Tage auch auf die Normalstation. Ich tippe auf eine stark verschleppte Grippe.“

Als Gretchen auf die Intensivstation verlegt wurde, informierte Marc Franz Haase. Der war sofort auf dem Sprung zu seiner Tochter und wollte umgehend über ihre Blutwerte informiert werden. Nach reichlich 2 Stunden waren diese da. Höchstpersönlich an Doktor Marc Meier übergeben. Nach einer kleinen Laudation, von wegen Schnelligkeit usw., studierte er ihre Ergebnisse genau.

Was hat die de… das gibt’s doch nicht. Jetzt dürfen wir wieder von vorn anfangen.

Als sich alle in Gretchens Krankenzimmer versammelt hatten, d.h. der Professor, Gigi, Mehdi, Sabine und auch Marc, meinte dieser ernst.

„Sie hat Trypanosoma brucei gambiense Erreger im Blut. Das erklärt die Lymphknotenschwellung, das Fieber, den Schüttelfrost und den Ohnmachtsanfall.“

Fachmännisch schaute er auf das schlafende Gretchen und beäugte sie kritisch. „Wir sollten schnellstmöglich herausfinden mit was sie sich infiziert hat und in welchem Stadium dies abläuft. Eher bringt eine genauere Behandlung nichts. Ich möchte, dass sie sich ausschließlich um meine Tochter kümmern.“

Professor Haase wandte sich an Marc, der ihm solide zu nickte und abwechselnd Gretchens Akte durchblätterte. Er saß schräg auf ihrem Bett. Dabei hing sein linkes Bein ausgestreckt zum Boden und das rechte lag locker auf der Kante der Matratze.

„Meier! Ich möchte, dass sie sich persönlich um meine Tochter kümmern. Was auch immer dazwischen kommt, es kann warten.“ Mit einem starren Gesichtsausdruck und einem erhobenen Finger, verdeutlichte Franz seine Aussage.

„Sie war schließlich ihre Freundin, nicht wahr?“ Perplex schaute Marc von den Akten und formte stumme Worte mit seinem Mund. Ein Blick fiel auf Mehdi und Gigi, welche ihn entgeistert anschauten und mit den Schultern zuckten.
„Ähm-“
„Wie dem auch sei, Sie sind für sie verantwortlich. Und Sie werden alles daran setzten, herauszufinden, mit welcher Misere sich mein Kälbchen infiziert hat. Ist das klar?“ Alle sagten im Chor. „Ja, Herr Professor.“

„Gut!“ Franz wollte den Raum verlassen, als ihm ein wichtiger Gedanke in den Sinn kam. „Ach ja…“ Alle schauten hoch und Marc kreiste einmal seine rechte Schulter.

„Ich möchte umgehend, um den Krankheitsverlauf meiner Tochter informiert werden. Meiner Frau sage ich selbst Bescheid und bitte vermeiden sie einen großen Andrang.“

„Machen wir Franz!“ meinte Gigi aufmunternd und lächelte schwach, aber dieses Lächeln war auch nur notgedrungen über ihre Lippen gekommen. Dann verließ er das Krankenzimmer mit einem leisen Öffnen und Schließen der Tür.
„Schwester Sabine, ich möchte, dass sie Kontakt mit sämtlichen Personen aufnehmen, die Hasenzahn in den letzten Monaten ertragen haben. Ich werde umgehend involviert. Alles klar?“ Er senkte den Kopf leicht und schaute die Krankenschwester prüfend an. „Jawohl Herr Doktor Meier!“ Sie salutierte. Kaum merklich nickte er und zeigte zum Schluss zur Tür. Schwester Sabine machte sich auf den Weg ins Schwesternzimmer, um ihren Ermittlungen nachzugehen.

„So und jetzt zu euch.“ Räusperte sich Marc und ein leicht aggressiver Unterton schwang in seiner Stimme. Die Arme vor der Brust verschränkt und die Augenbrauen angehoben, stellte er sich vor die beiden und mustere sie kritisch. Ehe er sich äußern konnte, fielen ihm die beiden Ärzte hektisch ins Wort. „Es tut mir leid.“ „Ich wollte das nicht!“ sprachen sie gleichzeitig. Mehdi warf Gina einen vielsagenden Blick zu, worauf diese ihre Augen ausdrucksstark schloss.

Mit einer Hand an Gigis Hüfte und die andere immer wieder durch seine Haare streichend, fuhr er aufgeregt und doch nett fort. „Wir wollten das nicht. Es diente eigentlich als…(kurze Pause) Starthilfe-“

Forsch fiel ihm der Chirurg ins Wort. „Starthilfe…“ nickte er eifrig und zog den Mund zusammen. Seine Hände hatten mittlerweile den Weg an seine Hüften gefunden und sein Gewicht lag auf dem linken Bein.

„Quasi!“ schloss Gigi an und ging dann zu Gretchen. Die beiden Männer drehten sich einander wieder zu und Mehdi sprach erklärend und mit sehr viel Gestikulation weiter.

„Mein Gott Meier, es sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass ihr die Finger nicht voneinander lassen könnt. Wir wollten euch nur nachhelfen, denn ihr macht euch das Leben unnötig zur Hölle. Und nur zur Info, ihr steckt langsam schon drin.“

Marc kam näher und schaute kurz zu Gretchen, suchte aber letztendlich Mehdis Blick und klopfte ihm locker gegen die Brust. Zwischen den zwei Männern waren nur noch zehn Zentimeter.

„Mehdi…(Marc drehte die Lippen nach innen und fuhr sich über die Augen) was die Sache von mir und Hasenzahn angeht, lässt du das mal unsere Sorge sein. Außerdem spielt sie doch immer Mutter Theresa, also wird sie im Himmel sein. Naja, ich hoffe mal nicht gleich im körperlichen oder besser gesagt geistigen Sinne. Haltet euch daraus und wenn Hasenzahn mehr bleibende Schäden davonträgt, als sie eh schon hat, kannst du schon mal die Tamponkanonen laden!“

Kaum hatte er seine Aussage beendet, schossen ihre Köpfe herum, da Gigi einen tiefen Atemzug nahm und sich die Hand vor den Mund patschte.

„Was ist?“

„Sie hat da was. Kommt mal schauen!“ winkte sie den beiden zu und Mehdi umfasste schnell die Metallstange am Ende des Bettes und schwang sich herum. Marc warf das Klemmbrett, welches er kurz zuvor aufgegriffen hatte, auf den Stuhl in der Ecke und eilte ebenso auf die andere Seite.

„Ich hab ihr nur über die Seite gestrichen und hab da was gemerkt. Da an ihrer Taille ist irgendetwas geschwollen.“ Ihre Finger deuteten auf die vermeintliche Stelle.

„Vielleicht ein Mückenstich?“ fragte Mehdi und schaute abwechselnd zu den Ärzten. Marc und Gigi warfen sich einen entsetzten, aber vielsagenden Blick zu.

„Naja, dass sie etwas gestochen hat ist nicht abnormal, aber so groß.“ Marcs Stirn legte sich in Falten und er brummte kaum verständlich.
„Wer weiß, was dort für Gülle rumfliegt. Kein Wunder, dass die Welt solchen Ausschuss produziert. Bei solchen Ländern…Die sind wie Kakerlaken, wird man erst los, wenn der Parasitenfreak kommt. Ansonsten heißt es, willkommen Unter- und tschüss Menschenwelt.“

„Wir schauen einfach nach.“ Zuckte Mehdi mit den Schultern und wollte sie hochheben. Marc mischte sich aber ein. „Ehm, dass ist immer noch meine Patientin und was mit der passiert, veranlasse ich.“ Er straffte die Schultern und fuhr dann mit seiner rechten Hand unter Gretchens linken Arm und ihre Seite. Sachte drehte er auf die rechte Seite und schaute kurz, ob ihr Kopf auch richtig lag. Die Hand behielt er auf ihrem Schulterblatt, sodass sie nicht zurück kippte.

Bevor einer der beiden Männer ihr Krankenhemd zur Seite schieben konnte, stellte sich Gigi davor und antwortete mit erhobenem Finger und sachlicher Stimme.
„Dreht euch um oder geht auf die andere Seite, aber ich glaube kaum, dass es in Gretchens Interesse ist, wenn ihr sie halb nackt seht. Besonders du nicht!“ Sie nickte in Marcs Richtung und zuckte mit der Nase.

Den beiden Männern war die Perplexität ins Gesicht geschrieben und dann atmete Marc lautstark stockend aus und zog die Lippen dabei breit. In seinen Augen lag Unglaube. Mehdi zog die Augenbrauen kraus und legte einen Arm auf Ginas Schulter. „Nichts für Ungut Gina, aber-“ Plump stieß Marc ihm ins Wort.

„Schon gut Mehdi…(Blick auf Gigi) Ich glaube kaum, dass du die Richtige für Ratschläge bist. Darf ich dich an deine…“ Er zeigte imaginäre Gänsefüßchen. „Ich-beschütze-Gretchen-vor-der-nächsten-Enttäuschung-Aktion erinnern. Die ist ja mal gänzlich ins Wasser gefallen und ich rede nicht von deiner Visage.“ Marc schüttelte den Kopf, grinste sie aber schwach hämisch an.

„Trotzdem, das ist nicht der perfekte Moment um sowas auszudiskutieren. Ich bin ihre beste Freundin und Ärztin, also werde ich das übernehmen. Ihr könnt auf die andere Seite gehen.“ Mehdi und auch Marc prusteten auf, doch als beide einen Schritt auf sie zugingen, trat Gigi einen Schritt näher an Gretchens Rückseite und hob schützend die Hände.

„Mein Gott, dann mach halt!“ gab Marc augenverdrehend zurück, während er sich den Kittel straff zog und auf die andere Seite kam.
Er pfiff Mehdi zu. „Mehdi! Hier her!“

Gina schob ihre beste Freundin ein Stück weiter, sodass sie auf der rechten Wange lag und ihr Überkörper leicht überdreht war. Sie zog den Patientenkittel auseinander und betrachtete Gretchens Rückseite. Bekannt als Schokoladenseite. Wäre Gina nicht schon angeschlagen genug, hätte sie vermutlich einen Schrei ausgestoßen.

Gretchens Rücken war teilweiseüberseht mit einem roten Ausschlag und die Einstichwunde, welche wie gedacht, auf einen Stich passte, leuchtete rot und war geschwollen.

Beide Männer standen gespannt auf der anderen Seite und warfen der blonden Schreckschraube- und Liebschaft einen wartenden und auffordernden Blick zu, als sie endlich aufsah meinte sie perplex. „Ach du scheiße!“

„Was denn?“ schoss es aus Mehdi.

„Das ist doch albern. Wir haben sie beide schon nackt gesehen, also zeig jetzt.“

„Na los!“ Sie winkte die beiden herüber. Sie selbst musste sich wegdrehen, da sie den Anblick nicht lange vertragen konnte.

„Ach du scheiße!“ Monoton von Mehdi und Marc.

„Armes Gretchen…“ sprach Mehdi besorgt und Gina suchte für einen Moment seinen Blick, er gewährte ihr diesen aber nicht.

Marc hockte vor ihr und tastete sich langsam auf die entzündete Stelle.
„Okay. (Er erhob sich, mit einem ruhenden Auge auf Hasenzahn.) Ich mach das gleich hier. Ihr versucht mal was über dieses Ding da herauszufinden und ich hol mal schnell das nötige Besteck.“

Elli Offline

stellv. Admine


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11.11.2013 20:43
#25 RE: 1.Story von Elli Zitat · antworten

Hey Leute!

Danke für eure lieben Kommentare und die Klicks! Heut geht es endlich weiter und ich versprech euch, dass ab jetzt mehr kommt. Und vor allem wieder regelmäßiger! Dann wünsche ich euch viel Spaß und lasst mir eure Meinung da!

Glg und einen erholsamen Abend!
Eure Elli


Leben heißt leben.

Jeden Moment festhalten, ihn genießen. Die schlechten Erinnerungen über Bord werfen und neu anfangen. Sich nicht an Erinnerungen festhalten, sondern den Moment und den Augenblick tief aufsaugen. Es nützt uns nichts, der Vergangenheit hinterher zu laufen, denn diese werden wir nie wiederbekommen. Vergessen sollen alle nervenaufreibenden Dinge sein, welche uns auf der anderen Seite nie loslassen werden. Doch wir wissen, dass die Zeit nicht ewig ist und auch das schönste, sowie das bitterste Leben irgendwann ein Ende haben wird. Ob reich, ob arm, ob jung, ob alt, ob glücklich, ob unglücklich, wir müssen alle irgendwann gehen. Also schätzen wir unser Leben mit all den Tücken und Taten, welche uns für den Moment irreal vorkommen, aber irgendwann ergibt alles einen Sinn. Der Trost, die Trauer, die Liebe, der Hass, die Sehnsucht, der Glaube, die Angst, der Schmerz, das Glück, die Hoffnung… all dies ist der Sinn des Lebens. Wir lieben unser Leben, aber leben wir jeden Moment? Genießen wir ihn, auch wenn uns die Seele schmerzt? Nein, aber wir hoffen. Wir hoffen, dass es eines Tages so sein wird und wir diesen Tag erleben, ihn spüren.

Leben heißt leben.

Gedankenverloren wischte sich eine blonde Ärztin über die glühenden und brennenden Wangen. Ihre Klarheit der Sicht hatte sie schon längst abgesetzt. Immer und immer wieder spielten sich die Bilder vom letzten Morgen vor ihrem geistigen Auge ab. Könnte sie ein einziges Mal die Zeit zurückdrehen, würde sie es für diesen Moment nutzen, aber alles ist vergänglich. Gina saß ausdrucklos in Gretchens Krankenzimmer und hielt die Hand ihrer besten Freundin. Seitdem ihre Schicht knapp nach 24 Uhr vorbei war, saß sie hier und zog keinesfalls in Erwägung zu gehen. Dagegen konnte weder Mehdi, geschweige denn Marc, etwas tun. Gigi gab sich die alleinige Schuld an der Situation und zeitweise überkam sie das Gefühl, Gretchen gar nicht mehr in die blauen Augen schauen zu können. Die Zeit verging, mit ihr aber nicht der Schmerz und die Angst.

Als sie sich versichert hatte, dass keiner in Sicht war, was unter den dunklen Lichtverhältnissen schwierig zu erkennen war, sprach sie leise mit zittriger Stimme zu Gretchen.

„Mausi, es tut mir so leid. Wenn ich das rückgängig machen könnte, würde ich’s machen. Ich verspreche dir, dass du sooo viel Schoki bekommst, wie du essen kannst Mausi. Bitte wach wieder auf, Gretchen!“ Ihre Augen flackerten verdächtig. Ihre unregelmäßigen Atemzüge durchquerten den Raum. Gretchen lag, wie sie lag. Sie atmete flach, ihr Gesicht war trotz des Fiebers bleich und ihre Locken lagen wild auf dem Kissen verteilt, aber auch sie hatten an Kraft, Farbe und Glanz verloren.


Mittlerweile war es bereits 22 Uhr und die „Retter von Hasenzahn“ trafen sich in der Cafeteria.

„Gibt’s etwas Neues von der Frau Doktor, Herr Doktor?“ faselte Sabine, während sie in ihrem Hühnereintopf löffelte. Marc studierte mal wieder ihre Akte und antworte mit fester Stimme. „Ne, nichts verändert.“

„Gina ist mit dir alles in Ordnung?“ fragte Franz Haase und hielt mit der Gabel in seinem Kuchen inne. Alle schauten auf, sogar Marc und zogen skeptisch eine Augenbraue hoch.

„W-w-w-w-wie? Entschuldige Franz, was hast du gesagt?“ Ihre Stimme war schwach.

„Ob alles okay ist bei dir?“

„Nein, stell dir vor. Meine beste Freundin liegt auf der Intensivstation und ich bin schuld an der Misere…“ Sie atmete tief aus und meinte dann ruhiger. „Entschuldige, meine Nerven gehen mit mir durch.“

„Gigi, du musst nach Hause. Seit fast 2 Tagen bist du ununterbrochen bei Gretchen oder recherchierst. Du brauchst Schlaf.“ Tadelte Mehdi eindringlich und strich ihr über den Oberarm. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und schloss für einen Moment die Augen.

„Du weißt, ich bin kein Fan von überdimensionalen Brillen in Form von Obstfliegen, aber dein Göttergatte hat Recht.“ Marc nickte.

„Also Herr Meier, ich bitte Sie. Schlagen Sie mal einen anderen Ton an.“ Franz Haase schaute ihn auffordernd und streng an. Dieser schaute kurz perplex. „Natürlich, Herr Professor.“

„Ich bin der Meinung wir schicken Adin aus Afrika einen Brief.“ Alle schauten unglaubwürdig zu dem halben Perser.

„Ich mein ja nur, wenn sie nicht ans Telefon geht, kommt der Brief sicher schneller an.“ Erklärte er und hob im selben Takt die Schultern, um sie dann wieder zu senken.

„Das ist doch alles Blödsinn.“ Rief Marc energisch. Der Professor nickte einstimmend. „Da gebe ich ihnen Recht Meier.“ Franz fuhr sich über die Nase und drückte seine Augen zusammen. „Sie schaffen das sicher auch ohne mich, denn ich muss nach meiner Frau sehen. Sie ist fix und fertig und ich konnte sie gerade noch davon abhalten in Gretchens Zimmer zu stürmen und ihren Zustand womöglich anzuheizen. Gute Schicht!“

„Gute Nacht, Herr Professor Haase.“ Sagte Sabine und er ging Richtung Ausgang weg. Jeder hing für einen Moment seinen Gedanken nach.

Das ist kein Wunder, die alte Haase geht doch auf den Wasserspiegel, wenn sie Hasenzahn so sieht. Ne Mütze schlaf, wäre auch ne schlecht…

„Ich würde vorschlagen, wir gehen nochmal alles in Ruhe durch. Ihr geht jetzt weiter surfen. Sabine…“ er drehte den Kopf und musterte sie angespannt.

„… Sie setzten alles daran, diese Tusse zu erreichen und ich geh nochmal nach Hasenzahn sehen. Wir treffen uns in einer Stunde ok?“ Momentan ging es selbst Marc Meier nicht gut.

Den letzten Tag hatte er ausschließlich mit Gretchens leblosem Körper verbracht und verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Aber nichts passierte. In dem kahlen, unbequemen Cafeteria Stuhl lehnte er locker nach hinten und starrte in der Weltgeschichte herum. Die Hände lagen schlaff auf seinen Oberschenkeln und eine Strähne seines braunen Haares löste sich aus der Föhnfrisur und hing ihm kaum merklich vor der Stirn. Mehdi sah ähnlich aus, nur dass er einen Arm um Doktor Amsel gelegt hatte. Sie lehnte zaghaft an seiner linken Brust. Schwester Sabine verspeiste, während ihrer Traumstunde, ihr Essen. Die Atmosphäre schien trostlos, denn keiner hatte Lust Scherze zu machen, schon gar nicht Marc. Keiner lachte oder wirkte wirklich motiviert für irgendetwas. Nach schier unzähligen Minuten, fanden sie dann langsam, aber sicher wieder in die Gegenwart zurück.

Marc stand auf und rieb sich übers Gesicht, um einige Sekunden später das Wort erneut zu ergreifen. „Ach hier…Dings… Doktor Amsel…“ Das „Doktor Amsel“ betonte er lautstark und einmal zuckte seine Oberlippe.

Gigi sah erschrocken auf.

„Sie können dann auch gehen, also nach Hause oder wie auch immer.“ Der Situation fremd und sich nicht wirklich wohlfühlend, nickte Marc einmal und ging dann in Richtung Chirurgie.

„Hab ich das gerad richtig verstanden, dass er dich mal höflich angesprochen habe oder phantasiere ich?“ fragte Mehdi mit zusammengezogenen Augenbrauen und einer gekrausten Stirn.
„Mhm.“ Dynamisch bewegte Gigi ihren Kopf von oben nach unten. „Ich glaub, ich träume.“

„Ich auch.“ Schloss Gigi entgeistert an. Sabine kratzte sich hinter dem Ohr und schaute Richtung Tür.

„Doktor Rogelt Band 73: René und die tausend Fassetten!“

Die zwei Ärzte warfen sich einen ungläubigen Blick zu und wussten, dass sich ihre Gedanken zusammenbringen ließen. Sabine schien dem aber keine Aufmerksamkeit zu schenken, denn sie schmachtete weiter.

„Der Herr Doktor ist eben doch ein Gentlemen, genauso wie mein Günni. Frau Doktor Amsel, Sie sollten unbedingt Doktor Rogelt lesen, dann wird es Ihnen besser gehen. Wissen sie, dass ist ein Mann vo-“ Hektisch lächelte Gina dazwischen, bevor Sabine noch in einer völlig anderen Welt phantasiert. „Danke Schwester Sabine, aber in erster Linie steht jetzt Gretchens Wohl. Wir sollten uns also an die Arbeit machen.“
Übermüdet verließen alle die Cafeteria und machten sich an die bevorstehende Arbeit.

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