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nena1114 Offline

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Beiträge: 124

20.12.2011 21:30
Nenchens Weihnachtsstory Zitat · antworten

Eigentlich war diese Story für den Adentkalender geplant, aber leider sind die 6 Seiten dann doch zu viel geworden.
Deshalb haben Flora und ich beschlossen, dass ich sie hier poste.
Wünsche allen viel Spaß beim Lesen.



Gretchen lag, eingekuschelt in ihre flauschige Lieblingsdecke, vor dem Kamin ihrer neuen Wohnung und starrte ins flackernde Feuer. Gedankenverloren beobachtete sie die Flammen, die sich wild tänzelnd durch die Holzscheite fraßen. Müde lauschte sie dem Knistern und Knacken des brennenden Holzes und dem leisen Gesang von “Melanie Thornton”.

Inzwischen standen die Zeiger der teuren Designeruhr auf kurz nach ein Uhr nachts. Marc und sie waren eben erst von der Christmette, die sie gemeinsam mit Bärbel, Jochen und Franz besucht hatten, nach Hause gekommen.

Während Marc gleich in der Küche verschwunden war und ihr mit einem bestimmenden: “Mach es dir auf dem Sofa gemütlich, leg’ die Beine hoch und denk’ nicht einmal daran deine Nase bei der Tür hereinzustecken. Ich bin gleich bei dir!”, verboten hatte diese ebenfalls zu betreten, hatte sich Gretchen, nach kurzem Zögern und einem kleinen unschuldigen Küsschen von Marc, ihrem Schicksal gefügt und war ins Wohnzimmer gegangen. Dort hatte sie eine CD mit Weihnachtsliedern in den Player gelegt und es sich vor dem Kamin gemütlich gemacht.
Gedanklich ließ sie nun den Tag revue passieren.


Mittlerweile waren sie fast eineinhalb Jahre zusammen und doch hatten sie heute ihr erstes richtiges Weihnachtsfest als Paar gefeiert.

Paar - Gretchen konnte es immer noch nicht glauben. Sie hatten es tatsächlich irgendwie geschafft - trotz der vielen Reibereien und Probleme - zusammen zu bleiben. Auch wenn es nicht immer einfach war, ihre Gefühle füreinander brachten sie dazu sich wieder zusammenzuraufen. Sich zu verzeihen.
Marc hatte zwar die drei Worte, die Gretchen sich am meisten wünschte, noch nie zu ihr gesagt hatte, doch sie wusste, dass er sie liebte. Er war einfach noch nicht so weit seine Gefühle laut auszusprechen.

Voriges Jahr in Afrika wollte keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Weihnachten und die brütende Hitze in Ouagadougou passten einfach nicht zusammen. Überdies waren Marc und sie leider im Krankenhaus so eingespannt gewesen, dass keine Zeit für Gretchens liebstes Fest geblieben war.

Doch heuer war der Heilige Abend wieder gemäß der Haaseischen Tradition abgelaufen, bis auf den kleinen Unterschied, dass Marc jetzt auch ein Teil der Familie war. Es war eine gemütliche Feier im Wohnzimmer von Gretchens Eltern gewesen.
Bärbel war schon seit den frühen Morgenstunden in der Küche gestanden und hatte sich um das köstliche Festmahl, bei dem natürlich die riesige Weihnachtsgans nicht fehlen durfte, gekümmert.
In der Zwischenzeit waren Jochen (er war extra über die Feiertage nach Berlin gekommen) und Franz - gemäß der Haaseischen Tradition - ausgezogen um eine wunderschöne Tanne nach Hause zu bringen.
Gretchen wurde dann, wie jedes Jahr seit sie nicht mehr an das Christkind glaubte, die Ehre zuteil den Baum zu schmücken, die kleine Holzkrippe aufzustellen und die vielen Pakete unter dem Baum zu platzieren. Am Anfang durfte sie ihrer Mutter nur helfen, doch irgendwann hatte sie die Aufgabe ganz übernommen, damit Bärbel nicht ganz so eingespannt war und sich in aller Ruhe um das Essen kümmern konnte. Dieses Jahr war Gretchen beim Schmücken nicht allein, sie arbeitete auch hier zusammen mit Marc. Jedoch mit dem feinen Unterschied, dass diesmal sie der Chef war und Marc die Assistentenrolle übrig hatte. Und sie genoss es sichtlich. Auch wenn der “Assi” nicht wirklich viel von dem ganzen „Firlefanz“ hielt, so ließ er sich Gretchens wegen doch darauf ein.

Nach zwei Stunden war diese endlich mit dem Ergebnis zufrieden. Während sie sich entspannt an ihren Freund schmiegte, betrachtete sie stolz den geschmückten Tannenbaum.
„Das haben wir echt toll gemacht. Ohne deine Hilfe hätte ich das nie so schnell, aber vor allem nicht so schön hinbekommen!“, flüsterte Gretchen ihm ins Ohr und drückte ihm als Dankeschön einen kleinen Kuss auf den Mund.

Mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen, erwiderte er ihre Zärtlichkeit. Als sie sich von ihm lösen wollte, gab er sie einfach nicht frei. Das kleine Küsschen entwickelte sich zu einer wilden Knutscherei vor dem Weihnachtsbaum, die erst durch ein verlegenes Räuspern des Professors unterbrochen wurde.

Der Abend verlief im Grunde genommen, bis auf die immer wiederkehrenden und äußerst nervenden Fragen von Bärbel, wann denn endlich die Hochzeit stattfinden würde, ganz harmonisch. Gretchens vorwurfsvolles „Mama“ gepaart mit einem strengen Blick, ließen die Frau des Professors jedes Mal wieder schnell verstummen. Dabei wollte sie immer nur das beste für ihre Tochter. Das Mädel war ja auch keine Zwanzig mehr und wenn sie nicht bald was unternehmen würde, dann könnte sie sich eigene Kinder womöglich abschminken.



Als endlich die Tür aufging und ihr heiß und innig geliebter Oberarzt mit einem Tablett mit zwei dampfenden Tassen und einem kleinen Teller hereinkam, war Gretchen vor lauter Müdigkeit eingeschlafen. Die leise Musik, das Knistern des Feuers und die späte Stunde, waren einfach zu einschläfernd gewesen.

Leise stellte Marc sein Tablett auf dem Wohnzimmertisch ab, und schlich grinsend auf seine Angebetete zu. Mit einem süßen Kuss auf die Lippen, und einem gehauchten: “Aufwachen Ha(a)se, dein Adonis ist wieder da!”, weckte er sie sanft aus ihrem Schlummer.

Während Marc Gretchen, um sich neben sie setzen zu können, ein Stückchen zur Seite schob, öffnete diese widerstrebend die Augen: “Oh Marc musst mich ausgerechnet jetzt wecken, ich habe gerade so schön geträumt!”, beschwerte sie sich und stemmte abwehrend ihre Arme gegen seine Brust.

“Keine Angst meine Schönheit, dein Traum kann mit der Wirklichkeit nicht mithalten”, meinte er selbstsicher grinsend, und strich ihr eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht.
“Mensch, Meier, wie kann man nur so eingebildet sein?”, sinnierte sie kopfschüttelnd, als sie sich ungelenk wieder aufsetzte. Dass er ihr gerade indirekt ein Kompliment gemacht hatte, hatte sie geflissentlich überhört.
“Was riecht hier eigentlich so gut?”, erkundigte sie sich, während sie ihren Kopf neugierig über die dampfenden Tassen beugte.

Ein jubelnder Aufschrei schallte einen Augenblick später durch die Wohnung und ein ausgelassenes Gretchen erdrückte einen grinsenden Marc fast mit ihrer begeisterten Umarmung. Er hatte tatsächlich noch heiße Schokolade und “Marshmallow-Schokocookie-Sandwiches” gemacht. Was für ein Mann.

Gretchen schnappte sich ein Sandwich und eine der dampfenden Tassen und kostete begeistert von beidem.
“Mhm ist das lecker! Du bist der beste ‘Mashmallow-Schokocookie-Sandwiches’ Koch der Welt”; murmelte sie mit vollem Mund und drückte ihrem Schatz einen klebrigen Kuss auf die Lippen. Nachdem sie beide ihre Tassen ausgetrunken und alle “Sandwiches” verputzt hatten, setzten sie eng aneinander geschmiegt auf das Sofa und genossen die traute Zweisamkeit.

Gretchen war so unbeschreiblich glücklich. Wenn ihr damals, als Marc und sie noch zur Schule gegangen waren, jemand erzählt hätte, dass aus ihnen tatsächlich einmal ein Liebespaar werden würde, hätte sie ihn ausgelacht. Niemals hätte Gretchen daran geglaubt, bis auf das eine Mal vielleicht, wo er ihr das Leben gerettet hatte:


...Es war Winter, kurz vor Weihnachten. Die ganze Woche herrschten bereits Minustemperaturen, deshalb hatten Gretchen und Gina beschlossen, nach der Schule Schlittschuh laufen zu gehen. Warm eingepackt in dicke Winterjacken, Hauben, Wollschals und dicke Fäustlinge, stapften die beiden, beladen mit einem kleinen Picknick, in Richtung See.

Dort angekommen, setzten sie sich auf die vorhandene Bank um leichter in die Schlittschuhe schlüpfen zu können.
Nach ein paar unbeholfenen Bewegungen, immerhin waren beide Mädchen seit dem letzten Winter nicht mehr gelaufen, erlangten Gretchen und Gina schnell wieder die gewohnte Sicherheit und legten an Geschwindigkeit zu. Lachend drehten die Mädchen ihre Runden, probierten ein paar kleine Kunststücke aus.

Plötzlich, Gretchen hatte gerade ein paar kleine Sprünge versucht, begann das Eis unter ihr zu knacken und zu brechen. Gretchen konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und stürzte durch das gebrochene Eis ins Wasser.
„Hilfe Gigi, zieh mich raus!“, flehte Gretchen mit zittriger Stimme.
Gina stürzte auf ihre Freundin zu, die hilflos im eisigen Wasser zappelte und immer wieder unter Wasser tauchte. Doch je näher sie an die Einbruchstelle rankam, desto mehr begann das Eis auch unter ihr zu knacken.
Erschrocken wich sie wieder etwas zurück.

Gretchen ruderte unterdessen hilflos mit den Armen und Beinen. Ihre nassen Klamotten und die Eislaufschuhe zogen sie immer wieder in die Tiefe.
“Mausi, bleib ruhig, du darfst dich nicht zu viel bewegen! Halte durch, ich hole schnell Hilfe!”
Gina zog so schnell es ihre zittrigen Hände zuließen ihre Eislaufschuhe aus und stürmte davon. Sie stolperte durch den Schnee, nicht darauf achtend, wohin sie gerade trat. Mit Müh’ und Not konnte sie verhindern, dass sie der Länge nach auf dem Boden landete.

Gretchen versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben und sich am Rand der Einbruchstelle festzuhalten. Stumm betete sie darum, dass Gigi bald mit Hilfe zurückkommen würde.
Ihre Lippen liefen bereits blau an, das Wasser war eisig kalt. Ihre Kräfte schwanden. Lange würde sie nicht mehr durchhalten.

“Hilfe!”, schrie sie mit letzter Kraft. Vielleicht hatte sie Glück und es kam ja jemand vorbei, der sie aus dem Eiswasser befreite.

Marc, der gerade vom Nachsitzen auf dem Weg nach Hause war, hörte die Hilfeschreie von Gretchen. Eiligst lief er den kurzen Weg zu dem kleinen Teich.
Dort angekommen machte er sich rasch - er hatte schon damals eine schnelle Auffassungsgabe - ein kurzes Bild von der Situation. Er wollte, nein er musste, es unbedingt schaffen sie aus dieser eisigen Hölle zu befreien.

Adrenalin schoss durch seinen Körper und verdrängte weitestgehend seine Ängste. Angst einen Fehler zu machen oder ihr nicht helfen zu können, zu spät zu kommen und sie zu verlieren. Er würde es sich nicht verzeihen, wenn sie diesen Unfall nicht überleben würde. Denn insgeheim mochte er sie wirklich gerne, er war wahrscheinlich sogar in sie verliebt, doch das durfte nie jemand erfahren.

“Hasenzahn hörst du mich?”, rief er ihr vom Uferrand aus zu. Das junge Mädchen hob den Kopf und nickte schwach. Ihre Arme klammerten sich noch immer am Rande der Einbruchstelle fest. Sie schien schon ziemlich erschöpft zu sein, ihre Bewegungen hatten bereits merklich nachgelassen. Marc blickte sich kurz um, suchte nach einem geeigneten Gegenstand, mit dessen Hilfe er Gretchen aus dem Wasser helfen konnte.
Leider war nichts Brauchbares aufzutreiben, deshalb zog er kurzentschlossen seinen dicken Wollschal vom Hals.
“Gretchen, pass auf! Halt noch etwas durch. Ich komme jetzt zu dir und werfe dir meinen Schal zu. Hast du mich verstanden?“ Wieder nickte das junge Mädchen schwach.

Vorsichtig trat er auf das Eis und ging in die Knie. Er legte sich flach auf den Bauch und robbte langsam, jedoch entschlossen sie vor dem sicheren Tod zu retten, auf Gretchen zu.
Als er nach endlos erscheinenden Minuten endlich bei Gretchen angekommen war, warf er ihr umständlich das eine Ende seines Schals zu, während er kräftig am Anderen zog.

Später, als sie im Krankenhaus befragt worden waren, wussten beide nicht mehr wie es geschehen war, aber irgendwie war es Marc gelungen, Gretchen unter immenser Kraftanstrengung aus dem Wasser zu ziehen. Beide mussten erst einmal erschöpft durchatmen, ehe sie gemeinsam zum Ufer robbten.

Da er Gina voher weglaufen sehen hatte, wusste Marc, dass in absehbarer Zeit Hilfe eintreffen würde. Er musste sich also nur so lange um das schlotternde Mädchen kümmern, bis die Hilfskräfte eintreffen würden.
Marc drückte Gretchen entschlossen auf die Holzbank und zog sie bis auf die Unterwäsche aus. Sie musste schleunigst raus aus den nassen Klamotten, sonst würde sie sich noch den Tod holen.. Anfangs protestierte Gretchen noch halbherzig, sie war einfach zu schwach für eine handfeste Auseinanderseitzung, ließ ihn nach ein paar strengen Worten seinerseits doch gewähren.

Danach schnappte er die Decke, die Gretchen und Gina mitgenommen hatten und wickelte das schlotternde Mäadchen darin ein. Er zwängte sich hinter sie und umschlang mit seinen Armen ihren Körper. Er musste versuchen sie beide warm zu halten und am Einschlafen zu hindern. Das konnte schlimme Folgen haben.

Unermüdlich flößte er ihr schlückchenweise warmen Tee, den die Mächen in einer Thermoskanne ebenfalls mitgebracht hatten, ein und nahm ab und an auch einen Schluck davon.
“Mir ist so kalt Marc.Ich bin so müde”, ächzte sie mit leiser Stimme.
“Ich weiß Gretchen, ich weiß, aber du darfst jetzt nicht einschlafen. Hörst du!”
Leicht nickte sie, doch als ihre Augenlider schwerer wurden, wusste er sich in seiner Not nicht anders zu helfen als ihr, wenn auch äußerst widerstrebend, leichte Klapse auf die Wangen zu geben und sie so am Einschlafen zu hindern.

Marc wusste nicht wie lange sie so auf der kalten Bank gesessen hatten, ehe aufgeregte Stimmen zu ihnen drangen und das Martinshorn eines Rettungswagens zu hören war. Endlich nahte Hilfe. Gina kam mit dem Professor, der gerade von seinem Dienst nach Hause gekommen war, herbeigeeilt. Die beiden Jungendlichen wurden in warme Decken und Wärmefolie gehüllt und in den Krankenwagen verfrachtet. Denn so sehr sich Marc mit Händen und Füßen wehrte, der Professor bestand darauf, dass auch er im Elisabeth-Krankenhaus untersucht werden würde.

In der Klinik stellte sich dann heraus, dass Marc das “Abenteuer” eine leichte und Gretchen, leider Gottes, eine schwere Unterkühlung eingebracht hatte. Marc musste zur Beobachtung nur eine Nacht bleiben, während sich Gretchens Klinikaufenthalt über zwei Wochen hinzog - da sich bei ihr eine Lungenentzündung entwickelt hatte - und sie somit auch die Weihnachtsfeiertage im Spital verbringen musste.

Jeden Tag nach der Schule besuchte Marc Gretchen und ging erst am Abend wieder nach Hause. Stundenlang blieb er an ihrem Bett sitzen, unterhielt sich mit ihr. Sie guckten gemeinsam fern oder spielten Karten. Die Beiden hatten viel Spaß zusammen. Marc konnte für ein paar Stunden seine schlimme Kindheit vergessen und Gretchen musste nicht gelangweilt in ihrem Einbettzimmer - die Tochter des Chefarztes zu sein, brachte gewisse Vorzüge mit sich - versauern. Marc nahm seine Aufzeichnungen mit, und sie gingen gemeinsam den Schulstoff durch, lernten gemeinsam damit Gretchen nicht zu viel verpasste.

Gretchen war sehr gerührt, als er am “Heiligen Abend” mit einem der hässlichsten Weihnachtsbäume, die sie je gesehen hatte, angetrottet kam. Er war aus Kunststoff und mit blickenden Lämpchen und viel zu viel Lametta geschmückt. Doch das machte Gretchen nichts aus, zu sehr rührte sie die Geste. Als er dann auch noch ein kleines Päckchen aus der Hosentasche zog, kullerten ihr ein paar Tränen über die Wangen.
“Du hättest mir doch nichts schenken müssen, ich hab doch gar nichts für dich!”
Marc schüttelte nur den Kopf und überreichte ihr das winzige Päckchen, dessen Inhalt er er von seinem mühsam angesparten Taschengeld erstanden hatte.

Gretchen zerriss neugierig das Papier und öffnete die kleine Schachtel. Zum Vorschein kam ein wunderschönes silbernes Halskettchen mit einem Delphinanhänger. “Danke Marc”, flüsterte sie ergriffen und zog ihn in eine Umarmung, die er stocksteif über sich ergehen ließ.

Seine Besuche blieben ihr wohlgehütetes Geheimnis, denn Marc schwor, wenn jemals jemand aus der Schule davon erfahren würde, dann würde er Gretchen das Leben wirklich zu Hölle machen. So gab sie ihm ihr Ehrenwort und hielt sich natürlich daran. Nicht einmal Gigi erzählte sie von ihrem heimlichen Besucher.

Als Gretchen dann gesund war und wieder zur Schule ging, war leider wieder alles beim Alten. Sie himmelte Marc an und er ließ keine Gelegenheit aus sie zu ärgern und ihr Streiche zu spielen.

Das Einzige was ihr von diesen zwei wunderschönen Wochen geblieben war, war die Kette, die er ihr geschenkt hatte und die sie daheim in ihrem geheimen Kästchen aufbewahrte...



Gretchen und Marc saßen noch immer eng aneinander gekuschelt vor dem Kamin, verträumt spielte sie mit dem Delphinanhänger ihrer Kette. Seit sie zusammen waren, trug sie sie wieder. Sie konnte sich noch genau an seinen ungläubigen Blick erinnern, als sie sie aus ihrem Kästchen herausfischte und ihn bat sie ihr umzulegen.

Marc hatte Gretchens Locken beiseite geschoben, knabberte an ihrem Nacken und verteilte hingebungsvoll kleine Küsschen auf ihrer Halsschlagader. Gretchen kicherte. Sein Bart kitzelte auf ihrer Haut.
„Schatz, du solltest dich unbedingt rasieren, du kitzelst fürchterlich“, stammelte sie kichernd.
Er grinste nur schelmisch und fuhr unbeirrt mit seinen Liebkosungen fort.
Gretchen schloss genüsslich ihre Augen, seufzte ergeben und schmiegte sich noch näher an ihren Oberarzt.

„Ich hab noch ein kleines Geschenk für dich“, raunte er ihr mit belegter Stimme ins Ohr. Gretchen wandte ihren Kopf zu ihm um, blickte ihn vorwurfsvoll an. „Du hast mir doch schon die traumhafte Silvesterreise nach Paris geschenkt. Die hat bestimmt viel gekostet. Ich will nicht, dass du so viel Geld für mich ausgibst.“ Um ihren Vorwurf zu bekräftigen, schlug sie ihm mit der flachen Hand leicht auf die Brust.

“Lass das Mal meine Sorge sein, Hasenzahn. Aber keine Angst, wir werden schon nicht am Hungertuch nagen. Außerdem gibt es dieses Geschenk kostenlos zu erstehen.” Lächelnd umschloss er mit seiner linken Hand ihre rechte, die mittlerweile auf seiner Brust zur Ruhe gekommen war und drückte ihr einen liebevollen Kuss auf die Nasenspitze. Gretchen konnte spüren, wie aufgeregt sein Herz schlug, fühlte seine Nähe in diesem Moment noch intensiver als sonst, nichts war zu diesem Zeitpunkt wichtiger.

Neurierige Lippen begaben sich auf Entdeckungsreise über Gretchens Gesicht. Hingebungsvoll küsste er ihre Stirn und ihre Augenlider, knabberte an ihrem Ohrläppchen. Stück für Stück bewegte sich sein Mund weiter auf ihren Lippen zu.

Gretchen schmiegte sich enger an ihn, vergrub ihre Hände in seinem dichten Haar. Ein unterdrücktes Seufzen entschlüpfte ihren Lippen, was ihn dazu ermutigte, sein Spiel fortzuführen, bedächtig an ihrer Unterlippe zu nagen.

Gretchen gab sich seinen Zärtlichkeiten hin und öffnete ihre Lippen. Ungestüm ließ Marc seine Zunge dazwischen gleiten, ein heißes Duell entbrannte.

Abrupt brach Marc den Kuss und rückte ein Stückchen von seiner Freundin ab. Verwirrt blickte ihn diese an. Wieso hatte er plötzlich aufgehört? Hatte sie etwa Mundgeruch? Peinlich berührt hielt sie sich die Hand vor den Mund, hauchte hinein und roch an ihrem Atem. Nein eindeutig kein Mundgeruch.

Marc musste grinsen, er hatte ihre Befürchtungen durchschaut. “Keine Angst, Hasenzahn daran liegt es nicht!”...
Verlegen räusperte er sich, rutschte unruhig auf dem Sofa hin und her.
Sein Vorhaben fiel ihm nicht leicht, aber er wollte es so. Er wollte seiner großen Liebe eine Freude machen. Sie sollte es endlich erfahren, sie hatte es verdient.

“Du Gretchen...”, stammelte er verlegen. Er wusste nicht wie er beginnen sollte, wie er es machen sollte. Mit diesen Dingen hatte er absolut keine Erfahrung.

‘Marc Meier, verdammt nochmal, jetzt sei kein Feigling und zieh’ es endlich durch’, schalt er sich. Er holte noch einmal tief Luft, ehe er ihr tief in die blauen Augen schaute, die seinen Blick fragend erwiderten. Sie suchte darin nach einer Antwort für seine ungewöhnliche Unruhe.

“Ich...ich liebe dich.”, sprudelten die Worte mit einem Mal aus seinem Mund.

Er hatte es getan, er hatte ihr seine Liebe gestanden. Eine große Belastung fiel von ihm ab und ein freudiges Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er war stolz auf sich. Endlich hatte er seine Gefühle in Worte fassen können.
Jetzt lag es an ihr. Wie würde Gretchen auf sein “Geschenk” reagieren. Würde sie es zu würdigen wissen. Gespannt wartete er auf eine Reaktion ihrerseits.

Im ersten Moment war Gretchen total perplex, hatte sie gerade richtig gehört. Hatte Marc ihr tatsächlich seine Liebe gestanden? Als sie es nach ein paar Augenblicken realisiert hatte, warf sich sie glücklich in seine Arme und küsste in stürmisch. Marc, der nicht mit diesem “Angriff” gerechnet hatte, fiel, Gretchen mit sich ziehend, nach hinten in die Polster. Freudig grinsten sie einander an. Dieses strahlende Leuchten ihrer blauen Augen, raubte ihm schier den Atem. Langsam hob er seine Hand und strich ihr behutsam eine widerspenstige Strähne, die sich gelöst hatte, zurück hinter ihr Ohr. Zärtlich stupste er mit seiner Nase gegen ihre. Seine Finger fuhren die geschwungenen Konturen ihrer Lippen nach, ehe er sie mit einem beherzten Ruck eng an sich zog und ihre Münder zu einem bittersüßen Kuss verschmolzen.

Eine Träne des Glücks kullerte ihr über die Wange. Marc wischte sie zärtlich mit seinem Daumen weg und küsste ihre Nasenspitze.

Eng umschlungen lagen sie kurze Zeit später auf dem Sofa. Marc auf dem Rücken, Gretchen seitlich an ihn geschmiegt, den Kopf auf seine muskulöse Brust gebettet. Marc spielte mit ihren blonden Locken, roch daran. Verträumt malte Gretchen kleine Kreise auf seine Brust.

Unversehens hob sie den Kopf, blickte ihm in die Augen. Ein aufrichtiger Blick.
“Marc Meier, das war das beste Weihnachtsgeschenk, das du mir jemals machen konntest!”, flüsterte sie und kuschelte sich zurück in seine Arme.

ENDE


So das war mein Beitrag dazu, euch doch noch in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Sagt mir doc, wie euch die Geschichte gefallen hat, würde mich sehr darüber freuen.
Lg Verena

Kate
Beiträge:

21.12.2011 08:19
#2 RE: Nenchens Weihnachtsstory Zitat · antworten

Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte mit MartchenImage and video hosting by TinyPic. Danke dafür!

River
Beiträge:

21.12.2011 21:23
#3 RE: Nenchens Weihnachtsstory Zitat · antworten

Hey nena,

Ich möchte mich Kate anschließen - Danke für die schöne Geschichte und für die Mühe, die du dir gemacht hast. Image and video hosting by TinyPic

LG
River

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