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Dieses Thema hat 185 Antworten
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Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

26.04.2012 14:32
#151 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Als Gretchen dieses Mal mit Marc geschlafen hatte, hatte sie die Geschehnisse der vergangenen Tage fast vergessen. Aber sie glaubte Marc. Er hatte sie überzeugen können.
Sie sah zu Marc, der neben ihr lag und an die Decke sah. Aber auf seinem Gesicht lag das gleiche Lächeln wie immer.
Sie strich über seine Brust und Marc sah ebenfalls zu ihr. Seine Augen strahlten sie an.
„Du kannst deine Finger aber auch nicht bei dir lassen“, sagte Marc grinsend.
Gretchen kicherte beschämt, konnte ihre Hände aber nicht von seiner perfekten Brust nehmen.
Marc griff unter die Decke und begann seine Freundin zu kitzeln.
„Hey“, Gretchen kicherte und versuchte die Meiersche Kitzel-Attacke zu unterbinden. Aber die geschickten Hände ihres Oberarztes waren stärker.
Grinsen lehnte er sich über sie und fesselte ihre Hände mit einem sanften, aber bestimmten Griff.
Gretchen sah ihm verträumt an. Marc spürte die lechzenden Blicke auf sich und es spornte ihn nur noch weiter an.
„Marc“, Gretchen lachte ihn an und versuchte sich aus seinem Griff zu winden.
Aber Marc hatte mittlerweile sie stürmisch zu küssen. Gretchen ließ sich von seiner Leidenschaft mitreißen.

Nach dem Frühstück fiel Gretchen siedend hieß ein, dass sie den Wäscheberg zwar gestern noch schnell in den Trockner gestopft hatte. Auch wenn sie keine Ahnung hatte, wie man solch ein Gerät bedient. Aber dort weilte die Wäsche seit gestern Abend.
„Marc?“, rief sie ihrem Freund, der sich eine Dusche gönnte, zu, „Ich hol kurz die Wäsche!“
„Ja“, kam es aus der Dusche.
Fröhlich grinsend ging sie in den Wäschekeller, lächelte Marcs Nachbarin, die sie schräg anstarrte, höflich zu und holte die Wäsche aus dem Trockner. Aber irgendetwas st8immte nicht mit der Wäsche. Sie hatte den Stapel größer in Erinnerung gehabt. Sie zog eins von Marcs vermeindlichen Hemden unter dem Stapel hervor. Aber das was sie sah war höchstens eines seiner Hemden in Miniaturausgabe. Sie seufzte, wahrscheinlich hatte sie ihre Wäsche mit der der Nachbarin vertauscht. Diese hatte schließlich einen kleinen Sohn. Sie griff nach dem Wäschekorb und machte sich auf den Weg zu ihr.
„Frau Pohlmann“, sagte sie, als sich die Tür öffnete, „Ich glaube ich habe Ihre Wäsche mit unserer verwechselt“
„Das kann nicht sein“, sagte diese und sah Gretchen erneut schräg an, „Ich habe gestern keine Wäsche gewaschen“
„Aber, wem gehört das dann?“, fragte sie und deutete auf ihren Wäschekorb.
Frau Pohlmann betrachtete den Berg eingehend und sagte schließlich:
„Ich denke, dass Ihre Wäsche eingelaufen ist“
„Eingelaufen?“, fragte Gretchen, „Wie geht denn das?“
„Vermutlich haben Sie die Wäsche zu heiß gewaschen. Bei wie viel Grad haben Sie denn gewaschen?“
Gretchen lief rot an und sagte:
„Also, ich weiß nicht genau...“
„Sie haben keine Ahnung vom Waschen, habe ich Recht?“, fragte Frau Pohlmann.
„Vielleicht“, sagte Gretchen und sah betreten zu Boden, „Ich denke, ich werde dann auch mal gehen. Entschuldige die Störung“
„Auf Widersehen“, sagte Frau Pohlmann, aber in ihrer Stimme lag so etwas wie Hohn.
Gretchen nahm sich den Wäschekorb und ging zurück zu Marc in die Wohnung.
Dieser war mittlerweile mit seinem Duschbad fertig und stand nur in Boxershorts vor dem Spiegel und rasierte sich.
„Du Marc?“, sie kam zu ihm ins Bad, „Wäre es eigentlich schlimme, wenn du ein oder zwei Hemden weniger hättest?“
„Wieso?“, Marc legte den Rasierer bei Seite.
„Ach, die Waschmaschine hat gesponnen“, Gretchen sah ihm absichtlich nicht in die Augen.
„Hasenzahn, gib es doch zu, dass du mit solchen Sachen nicht umgehen kannst und die Wäsche ruiniert hast“, sagte Marc und kam auf sie zu.
„Hmm“, sagte sie, „Wäre es denn schlimm?“
„Nee, ich denke an Hemden mangelt es mir nicht“, sagte Marc lächelnd, „Was hast du denn mit der Wäsche gamacht?“
„Nun ja, sie ist geschrumpft“, sagte Gretchen und deutete auf den Korb.
Marc griff wahllos nach einem Kleidungsstück.
„Oh ja“, er betrachtete das 'Kinder'-Hemd eingehen und konnte sich ein Grinsen kam verkneifen, „Und verfärbt auch“
„Marc, das tut mir wirklich Leid“, sagte Gretchen und seufzte.
„Hasenzahn ich denke, dass deine Straf lediglich aus Waschverbot bestehen wird“, sagte Marc und gab ihr einen Kuss.

Währenddessen saß Elke bei ihrem Verlag.
„Frau Fisher“, sagte ihre Verlegerin, „Das ist perfekt! Sie haben sich wieder ein mal selbst übertroffen“
Elke nickte zufrieden.
„'ZITAT DR. ROGELT' Das treibt selbst mir die Tränen in die Augen“, sagte sie, „Wer hat das geschrieben? Doch nicht etwas Sie. Das ist doch sonst nicht ihr Schreibstil“
„Nein, das war mein Sohn“, gab Elke zu und sah auf den Boden.
„Ihr Sohn? Aber ich dachte er ist Oberarzt?“, fragte sie.
„Ja, aber ich hatte eine Blockade“, sagte Elke und schüttelte den Kopf.
„Ihr Sohn hat ein Talent. Es klingt, als hätte er all das erlebt“, die Verlegerin las weiter, „Nein, das nenn ich mal ein glänzendes Come-Back. Will Ihr Sohn seinen Namen darunter haben?“
„Nein, das will er nicht“, Elke schüttelte den Kopf.
„Nicht?“, die Verlegern verdrehte die Augen, „Der Junge hat Talent. Er könnte ganz groß rauskommen. Wer so viel Fantasie hat“
„Es ist nicht seine Art“, Elke zuckte mit den Schultern.
„Aber ist es denn in Ordnung, dass wir das Dokument verwenden?“, fragte die Frau weiter.
„Sicher“, sagte Elke, „Es war in gewissen Maßen seine Idee“
„Dann ist ja alles in Ordnung“, sagte die Verlegerin, „Ich denke, dass einer Veröffentlichung des Buches nichts im Wege stehen wird. Sie werden noch mehr Fans haben, als je zuvor“
„Meinen Sie?“, fragte Elke.
„Ich bin mir zu Hundert Prozent sicher“, sagte die Verlegerin, „Ich werde alles daran setzen, dass das Buch möglichst bald veröffentlicht wird“
„Ich bin Ihnen sehr dankbar“, sagte Elke.
Nach der Verabschiedung setzte sich Elke in ein Café.
Sie war stolz auf ihren Sohn. Auch wenn sie das selten zugeben würde. Und sie wusste, dass er es nicht in Ordnung finden würde, wenn man den Roman unter seinem Namen veröffentlichen würde.
Immerhin hatte er ja auch nur einen Teil des Romans verfasst. Auch die Grundidee war seine gewesen, aber Marc würde einen Tobsuchtsanfall bekommen, wenn unter den Schundromanen sein Name stehen würde.
Elke bestellte einen Kaffee und sah noch ein mal eine Ausgabe des Manuskriptes an. Es war wirklich gut geschrieben. Nicht unbedingt das, was man unter einem Liebesroman verstand. Aber für Elke war es faszinierend, dass ihr Sohn solche Worte aufs Papier bringen konnte.
Aber sie konnte es sich nicht nehmen lassen, sowohl Marc, als auch seine Freundin zu erwähnen. Sie kramte den Laptop aus der Tasche und öffnete das fertige Dokument.
DANKSAGUNG
Ich danke
Vor allem meiner Agentin Laura Martini, die die Geschichte von Anfang an liebte.
Meiner Lektorin Kirsten Malik, die mir sagte, dass das, was ich schreibe gut war.
Selbstverständlich danke ich aber auch dem ganzen Team von Kings Publicity, die immer an eine Fortsetzung von 'Dr. Rogelt' glaubten.
Ich will mich auch für meine Fans bedanken, die mit mit fordernden Mails und ganz viel Fanpost angespornt haben, auch diesen 'Dr. Rogelt'-Roman herauszubringen.
Am meisten danke ich aber der tatkräftigen Unterstützung meines eigenen Sohnes, Dr. Marc Meier, der sich trotz beruflicher Beschäftigung, immer meinen Büchern gewidmet hat. Er hat nicht nur den Lektor gespielt, sondern gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dr. Margarethe Haase sorgte er auch für Inspiration. Ich bin ihnen dafür sehr dankbar, denn so manches Schreibtief wurde durch der Beiden Geschichten, locker überbrückt.
Ich danke dir, mein Sohn.

Elke Fisher

Elke klappte das Laptop wieder zu und trank einen weiteren Schluck Kaffee. Sie war zufrieden mit dem neuen Dr. Rogelt. Mehr als zufrieden. Auch wenn sie schon darüber nachgedacht hatte, dass dieser auf Grund der momentanen Handlung, vielleicht der letzte ihrer Romane gewesen wäre. Aber würde sie es schaffen von den Charakteren loszukommen, mit denen sie so lange gearbeitet hatte? Mit denen sie sich selbst und ihr Umwelt identifiziert hatte?

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

28.04.2012 13:49
#152 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Für Gretchen verging die Zeit bis sie wieder arbeiten konnte, langsam und sie zog sie wie Kaugummi. Jeden Morgen, wenn Marc nicht neben ihr lag und er nur einen Zettel hinterlassen hatte, war die Lust aufs Aufstehen bereits vergangen. Umso größer war aber die Freude, wenn er nachmittags oder abends wieder zurück in die Wohnung kam.

Aber irgendwann war der Tag gekommen, ans dem sie wieder arbeiten konnte. Es war ein ungewohntes Gefühl, gemeinsam mit Marcs morgens das Krankenhaus betreten. Es wurde nichts gesagt, aber Gretchen konnte die Blicke förmlich auf sich spüren.
Schnell konzentrierte sie sich wieder auf den Weg zu ihrer Station.
Auch war es ungewohnt, das Krankenhaus wieder aus der Sicht einer Ärztin zu sehen. Der weißte Stoff ihres Kittels fühlte sich neu auf ihrer Haut an.
Gleich am ersten Tag, gab Marc ihr nur Routine-OPs.
„Marc, ich kann schon wieder normal operieren“, beteuerte Gretchen, als Marc versuchte ihr eine Appendektomie anzudrehen.
„Heute sind wir auf Schon-Kursus“, sagte Marc kopfschüttelnd, „Außerdem kann eine Appendektomie sehr spannend sein“
„Was soll denn an einer offenen Appendektomie so spannend sein?!“, Gretchen seufzte, aber gegen Marc kam sie nicht an.
„Fakt ist, dass du heute mit mir diese OP machen wirst“, Marc sah sie streng an.
Sie rollte mit den Augen, willigte aber ein.

Im OP:
„Willst du?“, fragte Marc und hielt Gretchen das Besteck unter die Nase.
„Gerne“, Gretchen übernahm.
„Nein nicht so“, Marc zeigte ihr, wie man besser ansetzte, „Mach es so“
Gretchen nickte und folgte den Anweisung ihres Oberarztes.
„Siehst du, du kannst doch noch etwas lernen“, sagte Marc grinsend.
Gretchen verdrehte die Augen und widmete sich wieder der Operation.
„Das hat nicht viel mit dem Schon-Modus zu tun“, sagte sie.

Nach Gretchens erster Operation, gingen sie und Marc gemeinsam in die Cafeteria.
Mit ihrem Essen gesellten sie sich zu Medhi an den Tisch.
„Gretchen?“, Medhi sah sie prüfend an, „Du kannst wieder arbeiten?“
„Sieht wohl so aus“, Gretchen setzte sich.
„Und wie ist es endlich wieder Krankenhausluft zu schnuppern?“, Medhi nahm ein Schluck Cola.
„Ich sag dir, von Krankenhaus-Luft hatte ich vorerst genug“, Gretchen schüttelte den Kopf, „Aber jetzt wo ich wieder anfange zu arbeiten, habe ich das Krankenhaus ja schon fast vermisst“
„Meier, aber nimm sie nicht gleich wieder so hart ran, nicht?“, Medhi sah zu seinem Freund.
„If nehm sie überhauft nift hart ran“, beschwerte sich Marc mit vollem Mund.
Nach einem Schlucken fügte er hinzu:
„Es sei denn es geht ums Bumsen“, er grinste.
„Bitte keine Details“, Medhi winkte ab und Gretchen lief rot an.
„Ma-harc“, ermahnte sie ihn.
„Ich mein ja nur“, sagte Marc und biss wieder ein sein Sandwich.
„Und Medhi, was ist jetzt eigentlich mit dir und Gigi?“, fragte Gretchen neugierig.
„Was soll denn da sein?“, fragte Marc.
„Hasenzahn will wissen, ob du sie gebumst hast, oder nicht“, sagte Marc genervt.
„Nein, das wollte ich eigentlich nicht wissen“, sagte Gretchen und trat Marc sanft vors Schienbein.
Medhi sah die beiden schräg an.
„Wir haben jetzt eine Art“, Medhi verzog das Gesicht, „'Beziehung'“
„Das freut mich wirklich zu hören, Medhi“, sagte Gretchen.
Marc lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und seufzte.
„Hasenzahn, du sagst mir Bescheid, wenn ihr mit euren Frauengesprächen rüber seid, hm?“, fragte er.
Aber Gretchen ignorierte ihren Macho-Freund.

Währenddessen hatte sich Elke mit ihrer Mutter getroffen.
„Mutter, jetzt erzähl mir doch mal, was du die letzten Jahre gemacht hast? Ich habe schon so viel von mir erzählt“, sagte Elke schließlich und goss ihrer Mutter Kaffee ein.
„Ach, mein Kind. Es ist viel passiert. Viel schreckliches. Du weißt doch, dass ich geerbt habe“, begann sie zu erzählen.
Elke nickte.
„Und dann war da dieser Mann, Christoph Gebeler hieß er, ein junger gutaussehender Typ. In meiner zweiten Ehe, nahm ich ihn zum Mann“
„Du hast noch mal geheiratet?“
„Nach dem Tod deines Vaters, war ich doch so lang allein“, Eleonore seufzte, „Und da lernte ich ihn kennen. Er war hübsch, hat mich aufgemuntert und gestand mir schließlich seien Liebe“
„Und was ist daraus geworden?“, fragte Elke interessiert.
„Er war ein Verbrecher“, Eleonore sah auf ihre Schuhe, „Er hat mich nie geliebt, hat es nur auf mein Geld abgesehen. Ein mieser Betrüger“
„Was?“, Elke war überrascht
„So ist es gewesen. Wollte sich dann vom Acker machen“, erklärte sie.
„Und ist er von der Polizei geschnappt worden?“, fragte Elke.
„Ich weiß es nicht, ich war auf der Polizei und sie haben mir gesagt, dass er eigentlich Frank Muffke hieße und diese Nummer schon öfters abgezogen hat“, antwortete Eleonore.
„Frank Muffke? Den Namen kenn ich doch“ , Elke dachte nach, „Genau, das ist der Ex-Ehemann von der Freundin meines Sohnes“
„Was?“, fragte Eleonore, „Aber sie ist doch weder alt noch unattraktiv“
„Man meinte, sie würde nicht ins Beuteschema passen. Von wegen, dass der Gauner in ihr die große Liebe gefunden hat“
„Aber sie scheint das nicht so gesehen zuhaben, oder?“, fragte Eleonore.
„Anfangs schon. Ich weiß noch, wie mein Sohn mir fast täglich die Ohren voll gelabert hat, dass er doch schon wieder seine Chance verpasst hat und dass ihm der Anzug viel besser stehen würde, als dem neureichen Schnösel“, Elke verdrehte die Augen bei der Erinnerung.
Auch Eleonore konnte sich ein grinsen nicht verkneifen.
„Das hat er getan? Das hätte ich Olivier gar nicht zugetraut“, meinte sie.
„Er hat es nie so richtig gesagt, aber glaub mir, man hat es gemerkt“, Elke seufzte, „Es hat lange gedauert, bis Olivier zu seiner Freundin gefunden hat“
„Der Arme, muss aber auch nicht schön gewesen sein, als die Liebe seines Lebens einen Millionär geheiratet hat“, verteidigte Eleonore Marc.
„Hmm, vielleicht“, sagte Elke, „Aber ich glaube, dass er jetzt glücklich ist. Allein schon der Roman beweist es“
„Welcher Roman?“, fragte Elkes Mutter.
„Den, den er geschrieben hat“
„Marc hat einen Roman geschrieben?“
„Ja, den neuen 'Dr. Rogelt'“, erklärte Elke, „Magst du einen Teil lesen?“
„Bist du sicher, dass Marc damit einverstanden ist?“, Eleonore hatte ihre Zweifel.
„Er hat ihn geschrieben“, sagte Elke, „Bald wird ganz Deutschland ihn lesen“
„Okay“, sagte Eleonore.
Elke stand auf und ging zur Kommode und suchte das Manuskript heraus. Sie reichte es Eleonore.
Vorsichtig schlug jene die erste Seite auf und begann zu lesen. Hin und wieder blickte sie auf. Ihre Augen weiteten sich oder ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
„Und das ist wirklich aus der Feder von Olivier?“, fragte sie ein wenig ungläubig.
„Wirklich“, sagte Elke und lächelte, sie selbst konnte es ja kaum glauben.
„Es klingt, als hätte er all dies selbst erlebt“, ihr Blick war ein wenig traurig gestimmt.
„Olivier hat versucht zu verarbeiten. Auch wenn es ihm nicht leicht gefallen hat. Es war das Bangen um seine Freundin, die so lange ihr Gedächtnis verloren hatte“, erklärte Elke.
Eleonore und nickte und vertiefte sich wieder in dem Buch.
„Es ist wunderbar“, sagte sie, „Einfach wunderbar“

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

30.04.2012 19:05
#153 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Elke war sehr froh, dass sich das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter wieder besser geworden war. Die lange Zeit, die sie sich nicht gesehen hatten und auch kein Wort mit einander geredet hatten, hatte sie versöhnlich gestimmt. Auch wenn es für Elke anfangs schwer gewesen ist, sich ein Herz zu fassen und auf ihre Mutter zuzugehen, umso besser konnte sie sich nun mit ihrer Mutter unterhalten.
Auch Marc verstand sich gut mit Eleonore. Er konnte sich zwar nicht an die Zeit erinnern, wo er Eleonore noch als 'Oma' gesehen hatte. Aber er nahm das hin wie es war und erklärte sich des Öfteren bereit mit seiner Großmutter ein der Krankenhaus-Cafeteria einen Kaffee trinken zu gehen. Eleonore hatte ein mal versucht Marc auf den neuen Dr. Rogelt anzusprechen, aber bei diesem Thema hatte ihr Enkel abgeblockt. Er war froh darüber die ganze Geschichte verdaut zu haben, da wollte er sie nicht noch ein mal aufwickeln. Das hatte er Eleonore auch erklärt und sie hatte ihn verstanden. Marc war froh darüber endlich ein mal mit jemanden reden zu können, der nicht ewig in diesem Thema herumstocherte.
Elke aber steckte ihre ganze Energie in den neuen und vielleicht letzten Dr. Rogelt. Der Verlag machte Probleme, sie könne doch nicht einfach ein Ende ihrer 'fantastischen' Buchreihe setzen:
„Frau Fisher, das ist doch nicht ihr Ernst!“, sagte ihre Agentin.
„Es muss auch mal ein Ende geben“, rechtfertigte Elke sich, „Monique und Dr. Rogelt haben sich endlich gefunden. Muss man denn immer alles so unnötig in die Länge ziehen?“
„Aber das ist doch Ihre Art! Immerhin haben sie über 50 dieser Bücher herausgebracht. Die Fans warten auf eine Fortsetzung!“, erwiderte Frau Martini.
„Ich möchte aber nicht mehr die Groschenroman-Autorin sein“, sagte Elke und verzog das Gesicht.
Es war schwer für sie diesen Satz über die Lippen zu bringen.
Über Jahre hatte sie diese Bücher geschrieben. Hatte sie für pädagogisch wertvolle Lektüren gehalten und nun hatte sie sie selbst als Groschenroman beschimpft. Aber irgend etwas in ihr sagte, dass Dr. Rogelt nun sein Ende gefunden hatte.
„Groschenromane?“, Laura Martini riss ungläubig die Augen auf, „Ihre Romane wurden in drei Sprachen übersetzt und hatten einen wahnsinnigen Umsatz!“
„Aber ich habe mit Dr. Rogelt abgeschlossen“, sagte Elke unberührt.
„Gehen Ihnen etwa die Ideen aus?“, fragte sie.
„Nein“, sagte Elke, „Ich habe andere Ideen. Neue Geschichten. Ich möchte aus dem Image 'Groschenroman-Autorin' heraus! Das ist alles“
„Aber so einfach ist das nicht. Ihnen ist bewusst, dass de Fans Druck machen werden?“
„All das ist mir bewusst. Aber wenn es gute Fans sind, dann werden sie mich nicht verspotten“, sagte Elke, „Außerdem gebe ich Ihnen doch ihr Happy-End“
„Gut, Frau Fisher. Wir werden jetzt erst mal den 74. Band herausbringen und dann weitersehen. Ich bin mir sicher, dass sich ihre Meinung noch ändern wird“, Frau Martini fixierte Elke mit einem Blick, der hätte töten können.
Elke aber ließ sich nichts anmerken und wandte den Blick ab.
„Es geht in Ordnung“, sagte Elke, „Ich werde es mir auch noch ein mal überlegen“
„Das will ich hoffen“, sagte Laura Martini, „Ich habe den Lesungstermin auf den 02.03 gelegt, also in einer Woche. Wir reden dann später noch ausführlicher darüber“
„Ja. Könnten Sie bitte organisieren, dass mein Sohn und seine Freundin unter den Gästen sind?“, fragte Elke.
„Ich werde sehen, was ich tun kann“, Laura Martini nickte, „Auf Wiedersehen, Frau Fisher“
„Auf Wiedersehen“, Elke stand auf und verließ den Raum.
Sie atmete ein mal tief durch. Sie würde es schon schaffen. Die Lesung sollte eine Überraschung für seinen Sohn und seine Freundin werden.

Gretchen hatte sich nun wieder ganz in ihren Job herein gefunden, Sie operierte fleißig zusammen mit Marc und durfte bald ihre erste Solo-OP durchführen. Es war zwar nur ein kleiner Eingriff, aber Marc hatte versprochen zuzuschauen und nur einzugreifen, wenn es wirklich nötig war. Gretchen hatte also das alleinige Sagen im OP. Die Operation würde schon morgen stattfinden. Gretchen war ein wenig aufgeregt, aber Marc machte ihr immer wieder Mut:
„Hasenzahn, stell dich nicht so an“, sagte Marc, „Ich bin mir sicher, dass du das packst“
„Ach ich weiß nicht“, sagte Gretchen.
„Komm schon. Ich kann ja jeder Zeit eingreifen“, sagte Marc.
Die beiden kamen am schwarzen Brett vorbei.
„Marc, guck mal!“, sagte Gretchen, „Da ist noch was wegen der Facharztprüfung. Letztes Mal ist ja was dazwischen gekommen“
Marc wandte seinem Blick dem Aushang zu.
„Hmm. Das ist schon in einer Woche, meinst du wir schaffen das noch?“, fragte Gretchen.
„Sicher“, sagte Marc, „Immerhin hast du den besten Lehrer, den man sich wünschen kann“
Marc lachte.
„Marc, du Angeber“, sagte sie und knuffte ihn in die Seite.
„Soll ich dir nun helfen oder nicht?“, fragte er gespielt beleidigt.
„Würdest du das?“, fragte sie und sah ihn an.
„Klar doch“, sagte er, „Hab dir auch deine erste Solo-OP besorgt, ja?“
„Hast Recht“, sagte Gretchen, „Danke“
Marc grinste nur. Er wusste, was es hieß, Gretchen zu helfen. Es würde tausende an Aufmunterungs-Versuche bedeuten und noch mehr Komplimente. Bei dem Gedanken verdrehte Marc innerlich die Augen, aber er würde es trotzdem machen.
Gretchen und Marc gingen in die Cafeteria und liefen prompt dem Professor in die Arme.
„Kälbchen, Meier“, sagte er und steuerte auf die Beiden zu, „Ihr schuldet mir noch eine Erklärung“
„Papa“, sagte Gretchen, „Was ist denn?“
„Na, was war denn nun da Letztens zwischen euch?“, fragte er.
„Ach das...“, Gretchen winkte ab.
„Kälbchen, ich will eine Erklärung!“, sagte Franz mit Nachdruck.
„In Gottes Namen“, Gretchen verdrehte die Augen, „Dann komm doch mit uns in die Cafeteria.

Die drei setzten sich mit ihrem Essen an einen der freien Tische.
„Also Kälbchen, hat der Meier dich nun betrogen, oder nicht?“, fragte Franz.
„Nein, hat er nicht“, sagte Gretchen.
„Aber ich habe die Fotos doch auch gesehen. Sie hingen am schwarzen Brett“, sagte Franz verstört.
„Bitte?“, Gretchen verschluckte sich an ihrem Kuchen, „Mein Vater hat die Fotos auch gesehen?“
„Sie haben die Fotos auch gesehen?“, Marcs Lächeln verschwand, während er Gretchen mit der rechten Hand auf den Rücken klopfte.
„Ja, Meier das habe ich und jetzt schulden Sie mir eine gewaltige Erklärung!“, sagte Franz und sah seinen besten Oberarzt streng an.
„Also, Herr Professor. Sie erinnern sich an Dr. Menz?“
Franz nickte.
„Sie hat gekündigt“
„Es war eine Intrige“, erklärte Marc weiter, „Sie hat mir KO-Tropfen gegeben und die Situation ausgenutzt“
Marc erzählte von Dr. Menz und ihrer fiesen Intrige, dem Autoklau und er konnte es nicht lassen auch noch von der Geschichte mit dem falschem Infusionsbeutel anzufangen.
„Das ist ja kaum zu fassen“, sagte Franz aufgebracht, als Marc aufgehört hatte zu reden, „Und so etwas in meinem Krankenhaus!“
„Nichts für ungut, aber ich wollte sie schon rausschmeißen, als sie den ersten Patienten fast umgebracht hat“, sagte Marc achselzuckend.
„Meinen Sie ich hätte damals gewusst, wozu sie fähig ist?“, fragte Franz und sah Marc böse an, „Aber es freut mich, dass sie diese Situation so gut gemeistert haben und meine Tochter zurückgewonnen haben“
„Ja, das finde ich auch“, sagte Marc fast schon ein wenig schüchtern.
„Sie ist ein ganz besonderes Prachtexemplar“, Franz klopfte Gretchen auf die Schulter.
„Papa“, zischte sie mit hochrotem Kopf. Ihr war die Situation ungemein peinlich.
„Jetzt tu doch nicht so bescheiden“, sagte Franz zu Gretchen.
„Herr Professor, wir müssen dann auch zur nächsten OP“, sagte Marc schnell, bevor der Professor ihn und auch Gretchen in eine noch peinlichere Situation bringen konnte.
„Ich bin trotzdem stolz auf Sie und meine Tochter, dass sie es geschafft haben“, sagte Franz, „Sie können auch immer mit mir reden. Immerhin sind wir ja alle-“
„Eine große Familie, ich weiß“, sagte Marc und zog Gretchen am Ärmel mit sich.
Das war mal wieder typisch der Professor, überall seine Nase reinstecken! Von wegen 'große Familie'.

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

02.05.2012 16:32
#154 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hallo!
Ich wollte mich noch mal für die tollen Kommis bedanken, die ihr mir immer hinterlasst. Ich freu mich jedes Mal wie verrückt!
Also, ich warte auf euer Feedback
Liebe Grüße Olivia


Am nächsten Tag wachte Gretchen aufgeregt auf. Schließlich stand heute ihre erste Solo-OP an. Schon im Bad stellte sie fest, dass ein kleines bisschen Prüfungs-Angst ihren rosigen Teint in Beschlag genommen hatte. Sie war bleich. Seufzend sah sie in ihr Spiegelbild und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Nach einer ausgiebigen Dusche fühlte sie sich wenigstens frisch.
„Hey, alles okay?“, fragte Marc, als er Gretchens skeptischen Blick ins Spiegelbild sah, „Hast du Angst? Vor der OP?“
„Hmm“, Gretchen sah nach unten, „Ein bisschen vielleicht“
Marc seufzte.
„Hör mal, du bist eine gute Chirurgin. Immerhin hast du die Hände deines Vaters“, sagte Marc und sah ihr durch den Spiegel in die Augen.
„Stimmt“, sagte Gretchen und lächelte, „Ich werde das schon hinkriegen. Außerdem bist du ja auch noch da“
„Genau“, sagte Marc, „So gefällst du mir schon viel besser“

Marcs Zusprüche gaben Gretchen Mut. Wenn selbst Marc, der sie früher immer penibel verbessert hatte, ihr Mut zusprach und sagte, dass sie eine gute Chirurgin war, dann musste sie es einfach schaffen. Außerdem war es ein leichter Eingriff, mit Marc hatte sie ihn schon oft durchgeführt und er hatte ihr auch oft erlaubt mal einen Teil der OP allein zu übernehmen. Und er würde sie unterstützen, obwohl er vorerst nicht eingreifen würde. Gretchen warf ihrem Spiegelbild einen letzten aufmunternden Blick zu, bevor sie aus dem Bad ging.

Im Krankenhaus angekommen sah Gretchen wie gewöhnlich auf den OP-Plan. Und dort stand das erste mal ihr Name, als Hauptoperateur. Ein Funke Stolz erglomm in ihr und auf ihr immer noch ein wenig blasses zauberte sich der Anflug eines Lächelns. Sie fasste Marcs Hand fester und betrat das Schwesternzimmer. Dort wurde sie von Sabine empfangen.
„Frau Doktor. Wissen Sie was?“, die Krankenschwester stand auf und ging auf die Ärztin zu, „Ich habe grade auf dem OP-Plan gesehen, dass Sie ihre erste Solo-OP haben! Stimmt das?“
„Ja, das stimmt wohl“, sagte Gretchen und wurde ein bisschen rot.
„Na dann herzlichen Glückwunsch“, sagte Sabine, „Ich drück Ihnen die Daumen“
„Danke“, sagte Gretchen und lächelte Sabine zu. Die Nachricht hatte sich also schon ausgebreitet.

So kam es, dass Gretchen auch ihrem Vater begegnete:
„Kälbchen, warte doch mal kurz“, rief Franz über den Flur, als er Gretchen erblickte.
„Papa“, sagte sie, „Was ist denn?“
„Mir ist zu Ohren gekommen, dass du heute deine erste Solo-OP hast?“, Franz hatte seine Tochter mittlerweile eingeholt.
„Das stimmt schon“, sagte sie, „Marc, also Dr. Meier, hat sie mir organisiert“
„Kälbchen, es freut mich zu hören, dass du wieder so gut in den Arbeits-Alltag gefunden hast!“, sagte Franz und klopfte seiner Tochter auf die Schulter, „Und jetzt auch noch die Solo-OP!“
Franz war sichtlich begeistert. Es war ein Wunder, dass er seiner Tochter nicht auf der Stelle um den Hals gefallen wäre.
„Danke Papa“, sagte Gretchen und lächelte ihren stolzen Vater schüchtern an.
„Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und hoffentlich muss der Meier nicht eingreifen“, Franz lächelte seiner Tochter noch ein mal aufmunternd zu, „Dann nichts wie ab“
„Bis dann“, sagte Gretchen und ging ihrer Wege.

Und dann war es so weit. In weniger als 5 Minuten würde Gretchen ihre erste Solo-OP durchführen.
Mit einem unsicheren Lächeln desinfizierte sie sich die Hände und griff zum Mundschutz. Marc sah sie an und lächelte.
„Ich bin mir sicher, dass alles gut gehen wird“, sagte Marc und band ihr den Kasak am Rücken zu.
Gretchen genoss seine kurzen Berührung mit ihrer empfindlichen Nackenhaut. Eine Gänsehaut überzog sie und sie schauderte.
Marc aber ignorierte dies gezielt. Er band ihr die Haube zu und schlüpfte selbst in die OP-Kleidung.
Dann standen sie sich gegenüber. Beide bereit für die OP. Marc ging ein Stück auf sie zu und beugte sich vor, dass sein Gesicht fast das ihr berührte. Dann spitzte er die Lippen und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn.
„Ich glaub an dich“, Gretchen spürte seinen nach Pfefferminz duftenden Atem auf ihrer Haut.
Sie nickte schwach. Vielleicht hatte er recht.
Marc öffnete die Tür zum OP und griff selbst nach einem Mundschutz.
Gretchen ging zu der OP-Schwester und ließ sich in die Handschuhe helfen. Dann betrachtete sie den bereits vorbereiteten Patienten auf der Liege. Sie ging zum OP Tisch. Ihr gegenüber Maurice Knechtelsdorfer, als Assistenz. Sie lächelte ihm zu.
„Wir können beginnen“, sagte sie selbstbewusst, „Skalpell!“

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

04.05.2012 15:04
#155 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey ihr Lieben.
Es gibt eine schlechte Nachricht und eine gute Nachricht. Nun ja, die schlechte Nachricht zu erst: An diesem Wochenende wird das mit dem Posten nicht klappen, da ich übers Wochenende wegfahre. Und die gute ist, dass ich direkt am Montag wieder etwas schreiben kann!
Auf eure Kommis warte ich trotzdem.
Liebe Grüße und bis bald,
Olivia


Gretchen sah noch Marcs aufmunternden Blick, dann setzte sie zum ersten Schnitt an. Er war nahezu perfekt. Sie biss sich konzentriert auf die Lippen und operierte weiter.
„Absaugen“, befahl sie Dr. Knechtelsdorfer.
Er tat, wie sie befahl. Gretchen war ein bisschen stolz, dass im OP jetzt alles auf ihr Kommando hörte. Sie lächelte und konzentrierte sich wieder auf die Operation.
Sie korrigierte die Haken, die Dr. Knechtelsdorfer hielt und machte weiter.

Marc der am anderen Ende des OPs auf einem Stuhl saß und dem Geschehen folgte konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er Gretchen als Hauptoperateurin sah. Aber es gefiel ihm, sie so zu sehen. Auch wenn er selbst mal die Chef-Manier heraushängen ließ. Seiner Freundin stand diese bisschen an Autorität auch. Als sie dem Knechtelsdorfer mal wieder befahl, dass er besser absaugen sollte, musste er lächeln. Gretchen machte ihre Sache gut, das wusste er. Sie würde es schaffen und er in seinen Bewertungsbogen nur Gutes schreiben können.
Dann aber kamen die ersten Selbstzweifel auf. War er auch so gut gewesen bei seiner ersten Solo-OP? Hatte er auch das Selbstbewusstsein gehabt, seinen Assistenzarzt zurechtzuweisen? In dem Moment war Marc sich nicht sicher. Denn Gretchen machte ihre Sache gut, vielleicht sogar ein bisschen besser, als es ihm lieb war.
Aber diesen Gedanken schob er ganz schnell zur Seite. Er hatte sich vorgenommen, nicht immer eifersüchtig oder neidisch zu sein, wenn jemand etwas besser machte, als er es tat oder getan hatte.

Gretchen sah Marc, wie er ihr aufmerksam zusah und es spornte sie noch mehr an. Sie hätte schwören können, dass sie sich im OP noch nie so konzentriert hatte, wie heute. Ihr wollte kein Fehler unterlaufen. Nicht heute. Immerhin war sie heute komplett auf sich selbst gestellt, kein Marc, der sofort einsprang, wenn mal etwa nicht so klappte wie es sollte.

Schließlich machte sie die letzte Naht. Es war alles gut gegangen. Sie hatte es geschafft, ihre erste Solo-OP. Gretchen drückte der OP-Schwester das Besteck in die Hand und sah zu Marc. Dieser war aufgestanden und nickte anerkennend. Gretchen lächelte stolz. Sie konnte gar nicht anders.
Dann begann Schwester Sabine zu klatschen.
„Frau Doktor! Sie haben Ihre erste Solo-OP geschfft!“, rief sie und klatschte in die Hände.
Nach und nach stimmte das ganze OP-Team mit ein. Einschließlich Marc.
Gretchen wurde ein Stück weit rot, aber nicht vor Scham, sondern vor stolz.
Sie entfernte sich vom Tisch und steuerte auf Marc zu.
„Und was hab ich gesagt?“, fragte er und hielt ihr die Tür auf, „Alles gut gegangen, oder?“
„Ich gebe es ja zu, du hattest Recht“, sagte Gretchen und verdrehte die Augen.
„Marc Meier hat immer Recht“, sagte Marc und klopfte sich provokant auf die Brust.
„Oh Mann“, sagte Gretchen seufzend, „Womit hab ich das verdient?“
Aber sie lächelte Marc dabei an.
„So, jetzt stehen nur noch die praktischen Prüfungen an, dann hast du deinen Facharzt in der Tasche“, sagte Marc und trennte sich von Mundschutz und Haube.
„Mit Hilfe deiner guten Bewertung...“, sie sah ihn auffordernd an.
Aber Marc tat, als wüsste er von nichts.
„Gut?“, fragte er, „Höchstens Durchschnitt“
Er wollte sie nur mal wieder ein bisschen ärgern.
„Bitte was?“, fragte sie und sah in verstört an.
„Okay, besser als Durchschnitt“, Marc seufzte und schmiss seinen Kasak in den Wäschekorb.
„Schon besser, aber immer noch nicht gut“, sagte Gretchen.
„Ist ja gut“, sagte er, „Hast du toll gemacht. Kriegst jetzt auch nen Bienchenstempel“
„Marc, du bist gemein“, sagte Gretchen und schmiss ihre OP-Kleidung ebenfalls in den Wäschesack.
„Ich weiß“, sagte er grinsend.
„Bist auch noch stolz drauf, oder?“, sie schüttelte den Kopf, „So viel Ego auf einem Haufen“
„Immerhin hab ich was worauf ich stolz sein kann“, sagte Marc.
„Ach ja, und das wäre?“, sie sah ihn skeptisch an, „Dein überdimensionales Ego?“
„Zum Beispiel“
„Boa Marc, du bist echt unmöglich“, sagte Gretchen.
„Aber du magst mich trotzdem“, sagte Marc triumphierend.
„Was hat das denn damit zu tun?“, fragte Gretchen.
„Hmm, nicht viel“, sagte er, „Aber das tut ja auch nichts zur Sache“
Gretchen zuckte mit den Schultern.
„Lass uns besser nicht in die Cafeteria gehen“, sagte Gretchen, „Mein Vater erwartet mich bestimmt schon wieder“
Marc nickte.
„Hmm, ich wüsste da eh was Besseres“, er sah sie lasziv an.
„Ach dafür bin ich gut genug?“, Gretchen sah in skeptisch an.
„Nun komm schon, sonst biste ja auch ganz okay“, sagte Marc und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ach ja?“, fragte sie und sah ihm in die Augen.
„Manchmal ein bisschen zu gut“, sagte er, „Hältst mich oft genug von der Arbeit ab“
Er hob spielerisch den Zeigefinger.
„Tu doch nicht so scheinheilig“, Gretchen grinste.
„Wer spricht von scheinheilig?“, er beschwerte sich, „Wenn dann bitte heilig“
„Heute bist du echt unausstehlich“, sagte sie.
„Ich wüsste was, womit ich ganz schnell wieder ganz lieb wäre“, sagte er.
Und dann küsste er sie. Und Gretchen ließ es zu. Sie ließ es auch zu, sich von ihm in sein Büro ziehen zu lassen. Und auch seine fordernden Hände verschmähte sie nicht. Denn sie liebte ihn. Genau hier und jetzt.

Olivia<3 Offline

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09.05.2012 15:44
#156 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hallo erst mal
Also, es tut mri wirklich, wirklich, wirklich überaus Leid, dass ich erst jetzt wieder komme. Aber am Montag und am Dienstag hat mich der Stress so was von gepackt, dass ich kaum Zeit hatte on zu kommen und wenn nur via Handy
Ich hoffe, ihr habt trotzdem Freude an meiner Geschichte.
In nächste Zeit werde ich es kaum schaffen jeden Tag zu posten, da im MOment echt viel los ist, wegen Schule und so.
Ich freu mich auf eure Kommis und bedanke mich für die Unterstützung
Olivia


Endlich war der anstrengende Arbeitstag vorbei. Zur Feier ihrer ersten Solo-OP hatte sie sich vorgenommen, gemeinsam mit Marc zu kochen.
„Und du hältst das wirklich für eine gute Idee?“, fragte Marc, während er sein Auto geschickt in eine der engen Parklücken vor dem Supermarkt steuerte.
„Aber sicher doch“, sagte Gretchen, „Wozu gibt es Kochbücher? Wenn ich alles so mache, wie es dort steht, kann doch gar nichts schief gehen“
Marc war immer noch skeptisch. Aber auch er hatte es satt, immer den Pizza-Lieferanten zu rufen, oder zum Chinesen um die Ecke zu gehen. Warum sollten sie es nicht wirklich mal versuchen etwas zu kochen.

Sie stiegen aus dem Auto und steuerten auf den Supermarkt zu.
„Und dein Kochbuch hast du jetzt mit?“, fragte Marc.
„Sicher doch“, Gretchen kramte in ihrer Tasche und zückte ein Kochbuch, „Was willst du denn haben?“
„Zeig mal“, sagte und blieb stehen.
Gretchen gab ihm das Buch und Marc blätterte. Er sah sich die Gerichte an und stellte fest, dass Gretchen, als ungeübte Köchin, wohl kaum zu einem der Gerichte fähig wäre.
„Warum hast du denn gleich ein Profi-Kochbuch besorgt?“, fragte Marc und deutete auf das Buch.
Gretchen zuckte mit den Schulter.
„Das ist von meiner Mutter. Sie hat es mir mitgebracht, als ich im Krankenhaus lag“, sagte sie.
„Hmm“, sagte Marc, „Wie wäre es mit einer Lasagne?“
„Das klingt gut“, sagte Gretchen, „Das machen wir. Was braucht man dafür?“
Marc gab ihr das Buch zurück und deutete auf die Liste der Zutaten.

Dann betraten sie endlich den Supermarkt.
„Marc, weißt du wo es diese riesen Nudelplatten gibt?“, fragte Gretchen und sah sich suchend um.
„Keine Ahnung, bei den Nudeln vielleicht?“, Marc seufzte und nahm wahllos mal die einen Tomaten und dann die anderen in die Hand „Welches sind denn die Fleischtomaten?“
Er deutete erst auf die Mini-Tomaten und dann auf eine wesentliche größere Aufgabe.
„Aber Marc, die kleinen heißen doch Cocktail-Tomaten“, sagte Gretchen, „Die Großen“
„Kann ich doch nicht wissen“, Marc zuckte mit den Schultern.
Dann schmiss er einige jener Tomaten in den Einkaufswagen.
Sie gingen weiter und hatten nach endlosen Fragen und einer Ewigkeit endlich die entsprechenden Lebensmittel im Wagen verstaut.

„Schon allein das Einkaufen vor dem Kochen macht keinen Spaß“, sagte Marc und ließ sich erschöpft in den Autositz fallen.
„Stell dich nicht so an“, neckte Gretchen ihn, „Das wahre Kochen kommt erst noch“
Marc konnte sich das kleine Desaster gut vorstellen, aber er schob den Gedanken schnell bei Seite. Vielleicht würde heute ja mal alles gut gehen.
„Na dann“, er startete den Motor und drehte das Radio an.
„Och nee“, sagte Gretchen, als Metallica aus den Boxen dröhnte, „Das muss jetzt echt nicht sein“
Sie drehte das Radio entschlossen auf einen anderen Sender. Ein Liebeslied erklang. Gretchen war gleich besser gestimmt.
„Das aber auch nicht“, Marc drehte zurück auf Metallica.
„Marc!“, beschwerte sich Gretchen und drehte das Radio zurück.
„Gretchen!“, Metallica ertönte.
So ging es eine Weile, immer hin und her. Bis das eine Lied zu Ende war. Das langweilige Gebrabbel des Nachrichtensprechers ertönte.
„Na toll, jetzt hab ich das Lied verpasst“, beschwerten sich beide fast gleichzeitig. Jeder sah stur geradeaus.
Dann mussten sie aber Grinsen und sie drückten gleichzeitig den Knopf, um das Radio auszuschalten.
Sie sahen sich an und mussten lachen.
„Hasenzahn, du bist echt unmöglich“, sagte Marc.
„Aber du“, sagte sie.

Dann fuhr da Meiersche Cabriolet vor der Meierschen Residenz vor. Das Pärchen stieg aus und für Marc hieß es Tüten-Schleppen.
„Kannst du nicht auch was tragen?“, fragte Marc, schwer beladen.
„Ich trage das Buch und meine Tasche“, sagte Gretchen und hielt ihrem Freund die Haustür auf.
Marc verdrehte die Augen und folgte Gretchen in den Hausflur. Die Nahbarin, Frau Pohlmann stand in ihrer Tür und betrachtete die Tütenschlepp-Aktion skeptisch.
Gretchen lächelte ihr freundlich zu.
„Guten Tag Frau Pohlmann“, sagte sie.
„Guten Tag“, sagte diese spitz.
Marc aber ignorierte seine Nachbarin. Er schloss derweilen die Wohnungstür auf.

Endlich waren sie in der Wohnung angekommen. Marc stellte die Tüten in die Küche und legte Jacke und Schuhe bei Seite. Gretchen folgte ihm und begann bereits die Einkäufe auszuräumen. Als alles verstaut war zückte sie wieder ihr Kochbuch und machte sich an die Arbeit.
Marc sah ihr dabei zu, wie sie das Rezept für Lasagne las und erste Vorbereitungen traf, bis er sie davon abhalten konnte, die Tomaten mit dem Kartoffel.Stampfer zu zerkleinern.
„Guck mal“, sagte er, „Dafür gibt es einen Pürierstab“
Marc kramte in einem seiner kaum benutzten Küchenschränke und holte einen Pürierstab hervor.
„So ein Ding hat meine Mutter auch“, sagte Gretchen, natürlich hatte sie keinen Schimmer, wie man solch ein Gerät bedient.
Sie drückte wahllos auf den Knöpfen des voll-elektronischen Gerätes herum und hielt den Stab dann in die Schüssel, zum Zerkleinern der Tomaten.
Ein Klick auf 'Los' und nicht nur Marcs blütenweißes Hemd, sondern auch sämtliche weiße Küchenschränke waren rot besprenkelt. Die Designer-Küche sah aus, wie nach einem Massenmord. Die Tomaten waren püriert, aber ungenießbar.
„Hasenzahn?“, fragte Marc und deutet angewidert auf den Matsch auf seinem Hemd und seiner Hose, „Das ist das 10 Hemd, das du mit deinen Wasch- und Kochkünsten ruiniert hast“
„Marc, das tut mir wirklich schrecklich Leid“, sagte Gretchen und wischte sich die Tomaten notdürftig mit einem Spültuch von den Fingern.
„Ich fürchte, ich zieh dann mal den Malerkittel an, bevor du noch mal eine solche Aktion startest“, sagte er und verließ das Zimmer, während er sich schon an den obersten Knöpfen seines Hemdes zu schaffen machte.
Gretchen griff nach einem Spültuch und begann die Tomatensoße von den Schränken zu schrubben. In der Abstellkammer fand sie eine Küchenschürze und band sich jene um, sicher ist sicher. Dann machte sie sich wieder ans Werk.

Bis auf ein weiteres kleines Desaster, was eine umgestürzte Oliven-Öl Flasche bedeutete, verlief der Rest des Kochens, bis zum Schieben der Lasagne in den Ofen, relativ ruhig. Zwar ungeordnet, aber weder Marcs Hemd, noch die gesamte Küche musst dran glauben.
Marc hatte sich aus der Küche ferngehalten, außer, wenn Gretchen ihn aufforderte Gemüse zu schnippeln. Dabei hatte er die zwar fast die Fingerkuppe abgesäbelt, aber die Wunder war schnell verbunden.
Erschöpft und mit den Spuren des Kochens in Gesicht und auf der Kleidung ließen sie sich auf das Sofa fallen.
„Hasenzahn, das kann so nicht weiter gehen“, sagte Marc, „Wenn es jedes Mal einige zerstörte Hemden und einen halb agesäbelten Finger bedeutet, wenn wir kochen, dann muss das ein Ende haben“
„Wo du Recht hast, hast du Recht“, sagte Gretchen, „Dabei habe ich doch alles genau nach Rezept gemacht. Und dennoch gb es ein Desaster“
„So ist das manchmal“, sagte Marc, „Ich weiß, dass ich nicht kochen kann, mal abgesehen von Miraculi und Dosensuppe, also lass ich es auch“
„Vielleicht hast du Recht. Wir sollten beim Pizza-Lieferanten bleiben“, sagte Gretchen und nickte zustimmend.
„Wahrscheinlich ist das die Küchen- und Hemdenschonendere Variante“, sagte Marc und lächelte.

Zur Ablenkung drehte er den Fernseher ein und landete mitten in einer von Gretchens Lieblins-Soaps. Er seufzte, aber da Gretchen ein solch begeistertes Gesicht machte, widerstand er der Versuchung, die Flimmerkiste sofort wieder auszudrehen.
Er lehnte den Kopf an, sah an die Decke und döste ein bisschen vor sich hin.
Es dauerte nicht lange, dass ihm die Augen endgültig zufielen.

Er wurde von einem unangenehmen Geruch geweckt. Langsam öffnete er die Augen und atmete eine volle Ladung Rauch ein. Brannte es etwa?
Marc rappelte sich auf und sah sich um. Gretchen hatte sich an ihn gelehnt und schien zu schlafen. Er stupste sie sanft an.
Dann stand er auf und er konnte den Qualm schon sehen. Wenn ihn nicht alles täuschte, kam der beißende Qualm aus der Küche.
Er rannte in die Küche und riss die Tür auf. Er stand in einer Rauchwolke.
Es fiel ihm wieder ein, die Lasagne. Oder eher das, was davon übrig geblieben ist. Er bahnte sich einen Weg durch den Qualm und riss das Fenster auf. Der Qualm wich ein wenig. Er ging auf den Ofen zu und riss ihn auf. Dort war ein verkohlter Rest Essen in einer rußgefärbten Auflaufform. Marc stöhnte. Wie konnte er nur eingenickt sein, jetzt wo das Essen unbeobachtet vor sich hinschmorte. Er griff zu den Handschuhen und holte die verkohlte Auflaufform aus dem Ofen und stellte sie in die Spüle.
Der Qualm zog langsam ab und er konnte wieder normal atmen. Kein Rauchmelder hatte gepiepst. War mal wieder klar, dass die Dinger nichts taugten.
Mittlerweile war auch Gretchen in die Küche gekommen.
„Ist was angebrannt?“, fragte sie, „Es riecht so verbrannt“
„Hmm. Angebrannt ist gut. Abgebrannt trifft es eher“, Marc zeigte auf das, was von der Lasagne noch übrig geblieben war.
„Oh. Das habe ich vollkommen vergessen“, Gretchen hielt sich eine Hand vor den Mund, „Marc, das tut mir schrecklich Leid! Das wollte ich nicht“
Sie trat von einem Fuß auf den anderen.
„Ist nicht schlimm“, sagte er, „Wir machen das morgen sauber. Jetzt habe ich erst mal Hunger. Du weißt, was das bedeutet?“
„Pizzabote“, sagte Gretchen zerknirscht grinsend.
Und so riefen sie zum dritten Mal in dieser Woche den Pizza-Boten.

Olivia<3 Offline

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12.05.2012 18:10
#157 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

In der Woche bis zu den Prüfungen, verbrachte Gretchen fast ihre gesamte Freizeit damit, sich intensiv auf die Tests vorzubereiten. Jeden Abend paukte sie mit Marc Operationstechniken und kaute endlose Patientenfälle durch.
Marc war jedes Mal darüber überrascht, wie ausdauernd Gretchen war, was das Lernen anging. Aber er hatte versprochen, ihr zu helfen. Und so ging er jeden Tag den Stoff mit ihr durch.
„Hast du nicht auch mal genug gelernt?“, fragte Marc, als Gretchen Abends um halb elf immer noch vor ihren Büchern saß.
„Marc ich bin mir doch nicht sicher“, sagte sie und klappte das Buch zu.
„Ich mir aber. Du hast das doch alles schon hundertmal durchgekaut“, sagte Marc, „Jetzt komm her. Du sollst schließlich auch ein bisschen Freizeit haben“
„Na gut“, sagte Gretchen. So wie Marc sie ansah, da konnte man einfach nicht nein sagen.
Sie knipste das Schreibtischlicht aus und setzte sich neben Marc aufs Sofa.
Sie schmiegte sich an ihn und seufzte.
„Ich weiß auch nicht, warum ich immer so unsicher bin“, sagte Gretchen.
„Es gibt doch keinen Grund dazu“, stimmte Marc ihr zu.
Gretchen nickte.
„Ich hoffe ein mal“

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Die Prüfungen würden nicht im Elisabeth-Krankenhaus stattfinden, sondern im nahegelegenen Nordstadt-Krankenhaus.
Marc hatte sich angeboten seine Freundin zu begleiten. Er parkte auf einem der Besucherparkplätze und ließ den Motor auslaufen.
„So, dann zeigst du denen jetzt aber mal, was du drauf hast, nicht?“, Marc stieg aus dem Auto.
Gretchen tat es ihr gleich.
„Kommst du noch mit rein?“, fragte sie und ließ die Autotür zufallen.
„Soll ich?“, fragte Marc und lehnte sich auf das Autodach zu ihr herüber.
„Warum nicht?“, fragte Gretchen, „So von wegen Unterstützung“
Sie sah ihn lieb an.
„In Gottes Namen“, Marc seufzte und kam zu ihr auf die andere Seite des Autos, „Dann lass uns mal reingehen“

„Hoffentlich habe ich nichts vergessen“, sagte Gretchen und begann in ihrer Tasche zu kramen.
„Hasenzahn, du hast das jetzt schon zehn mal kontrolliert“, sagte Marc, „Du hast alles eingepackt“
Gretchen seufzte.
„Weißt du, wer die Prüfung durchführt?“, fragte Gretchen, „Du hattest doch auch deine Prüfung hier“
„Aber das ist doch schon ewig her“, prahlte Marc mit dem frühen Erwerben seines Facharzt-Titels, „Aber damals war es der Professor vom Nordstadt-Krankenhaus“
„Der Professor?“, fragte Gretchen, „Vor dem wir auf heile Familie gemacht haben?“
Bei dem Gedanken konnte sich Gretchen ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ja genau der“, sagte Marc mit zerknirscht, es zog eher peinliche Erinnerungen mit sich.
„Na hoffentlich habe ich DEN nicht in der Prüfung“, sagte sie grinsend.
„Ist wohl besser so“, sagte Marc.

Mittlerweile hatte das Paar die Pforte des Krankenhauses erreicht. Sie erkundigten sich nach dem Prüfungsraum und sie bekamen eine Wegbeschreibung.
„War die Prüfung bei dir denn schwierig?“, fragte Gretchen neugierig.
„Nein“, sagte Marc, „Nicht besonders. Ich musste nur mit der zweiten Prüferin schlafen, dann hat sie ein gutes Wort für mich eingelegt“
Marc konnte sich ein dreckiges Grinsen nicht verkneifen.
„Marc!“, Gretchen sah ihn böse an, „Das ist nicht wahr“
„Nein, nicht wirklich. Es war einfach nicht besonders schwierig“
Gretchen aber verdrehte die Augen, solch ein Spruch hatte einfach nur von ihrem Freund und Macho kommen können.

Endlich hatten sie den Raum der Prüfung gefunden. Dort warteten bereits einige Prüflinge. Gretchen prüfte die jungen Ärzte mit Neugierde. Sie wirkten alles sympathisch. Bis auf den jungen Mann, der an der Wand gelehnt stand und sie mit voller Skepsis musterte. Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln, auf das jener aber nicht reagierte. Sie verdrehte innerlich die Augen und wandte sich wieder Marc zu.
„Danke übrigens, dass du mitgekommen bist“, sagte Gretchen und lächelte ihn an.
„Och, so ein bisschen Auszeit vom Krankenhaus kann einem schon nicht schaden“, sagte Marc, dann senkte er die Stimme: „Und eigentlich warte ich auch nur darauf, dass wir hier wieder raus sind und ich dich endlich wieder flachlegen kann“
Marc sah sie lasziv an.
„Marc, wie soll ich mich denn auf die Aufgaben konzentrieren?“, sie sah ihren Freund empört an.
„Ach, ich weiß, was ich für eine Wirkung auf dich habe“, sagte Marc, er sah ihr tief in die Augen.

Ihre innigen Blicke wurden von der Stimme des Professors des Nordstadt-Krankenhauses unterbrochen.
„So, die glücklichen Prüflinge, die endlich die richtige Entscheidung getroffen haben und nun ihren Facharzt in der Chirurgie machen, werden dann gleich alphabetisch aufgerufen. Wie das abläuft wissen Sie ja, nicht wahr?“, der Professor lächelte freundlich in die Runde, bis sein Blick an Gretchen und ihrem Oberarzt hängen blieb. Der Professor versuchte sich nichts anmerken, aber sowohl Marc als auch Gretchen merkten, dass er sie wiedererkannte.
Gretchen wollte in diesem Augenblick am liebsten im Erdboden versinken, aber sie biss die Zähne zusammen und tat so, als würde sie die Blicke des fremden Professors nicht bemerken.
„Ich wünsche Ihnen allen viel Glück“, sagte der Professor, „Und möge Hippokrates immer bei Ihnen sein“

Olivia<3 Offline

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17.05.2012 13:08
#158 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

JAaa,ich weiß, es kam lange nichts Neues von mir. Das tut mir auch wirklich Leid, aber es fehlte die Zeit und danna uch die Motivation r jetzt ist langes Wochenende und ich hoffe, dass ich ein wenig zu, Schreiben komme
Liebe Grüße,
Olivia


Gretchen sah Marc ein letztes Mal an und verschwand dann mit den anderen Prüflingen.
Marc wandte den Blick ab und machte kehrt. Er würde im Krankenhaus des Weiteren warten, da seine Schicht schließlich auch gleich beginnen würde. Gretchen hatte versprochen, dass sie ihn anrufen würde, wenn sie die Prüfung beendet hatte.
Marc kramte in der Tasche nach seinem Autoschlüssel und entriegelte es. Im Auto lag noch der Geruch von Gretchens Parfüm und Marc musste schmunzeln. Entspannt zurückgelehnt startete er den Motor und gab Vollgas. Geräuschvoll fuhr er an und brauste über den fast leeren Parkplatz.
Auf halber Strecke ließ er das vollautomatische Verdeck runter und ließ sich den Fahrwind um die Nase wehen. Mit der rechten Hand griff er zur Sonnenbrille und setzte sie sich auf. Cool blickte er nun durch die getönten Gläser auf die Fahrbahn und grinste lässig. Er musste zugeben, dass er das Schnellfahren mit offenem Verdeck schon ein wenig vermisst hatte. Gretchen konnte es nicht haben, wenn seine Geschwindigkeit bei über 100 km/h lag. Jedes Mal meckerte sie ihn deswegen an.
Mit quietschenden Reifen hielt der junge Oberarzt in schließlich in seiner Parklücke vor dem Krankenhaus. Er ließ das Verdeck wieder hochfahren und stieg lässig aus dem Auto. Die Sonnenbrille immer noch vor den Augen. Ganz darin vertieft sich in den Blicken der lechzenden Kollegen zu sonnen, merkte er gar nicht, wie Gabi ihm entgegenkam. Auch sie schien in Gedanken zu sein und gar nicht auf den Weg zu achten.
Und es kam, wie es kommen musste. Sie stießen zusammen.
„Marc“, sagte Gabi spitz, „Kannst du nicht aufpassen?“
„Dr. Meier und ja das könnte ich, wenn du nicht wie eine Furie auf mich zugerannt wärst“, erwiderte er nüchtern.
Gabi sah ihn argwöhnisch an und hob ihre heruntergefallene Tasche vom Boden auf.
„Sehr witzig“, sagte Gabi, „Wo haste du denn den dicken Haasen gelassen?“
„Ich weiß nicht wen du meinst. Ich kenne keinen 'dicken Haasen'“, Marc sah sich provokant um.
„Na, die werte Frau Doktor“, Gabi erhob die Stimme.
„Du meinst Hasenzahn?“, Marc sah sie erstaunt an, „Aber wer sagt denn, sie sein dick?“
„Na du?“, Gabi sah ihn misstrauisch an.
„Ich kann mich nicht erinnern, das jemals gesagt zu haben“, erwiderte Marc und schüttete betont den Kopf.
„Was bist du nur für ein Weichei geworden“, Gabi verdrehte die Augen.
Aber Marc rastete nicht aus. Er sah Gabi nur abschätzig an, setzte lässig seine Sonnenbrille auf und steuerte auf den Krankenhauseingang zu.
Gabi sah ihm nur fassungslos hinterher.

Als Marc auf der Chirurgie ankam, wurde er schon von Sabine erwartet.
„Herr Doktor“, rief sie, „Sie sind schon zu spät. Der Professor hat schon mit der Visite begonnen“
„Mist“, entfuhr es Marc, „Heut ist ja Chefarztvisite“
„Richtig“, sagte Sabine, „Prof. Haase war gar nicht begeistert“
„Schön zu hören“, presste Marc zwischen den Zähnen hervor.
Er schwang sich den Kittel um und machte sich schleunigst auf den Weg zur Chefarztvisite:
„Frau Kamitzki, ich bin mir sicher, dass Sie das Krankenhaus in wenigen Tagen verlassen können“, hörte Marc den Professor sagen.
Er trat ein und begrüßte die Patienten mit einem Nicken.
Franz Haase hatte ihn noch nicht entdeckt. Marc gesellte sich zu dem Team aus Ärzten.
Franz klappte die Kurve von Frau Kamitzki zu und kam zu seinen Kollegen. Erst dann erblickte er Marc.
„Meier, schön, dass Sie uns auch mit Ihrer Anwesenheit bescheren“, sagte der Professor zynisch.
„Ja, das finde ich auch“, sagte Marc und sah auf den Boden.
„Darf ich fragen, was Sie dazu bewegt hat, bei meiner Chefarztvisite zu spät zu kommen?“, Franz sah ihn prüfend an.
„Ihre Tochter Herr Professor, sie hat mich aufgehalten“, sagte Marc.
„Was fällt Ihnen ein, auch noch meine Tochter zu beschuldigen“, Franz Haase lief rot an.
„Aber...“, Marc sah ihn verstört an, „Ich habe Sie doch nur zu ihrer Facharztprüfung gebracht“
„Ach ja?“, Franz wurde neugierig.
„Aber sicher doch. Das alles hat ein bisschen länger gedauert“, erklärte Marc.
„Na, dann gilt das natürlich als Entschuldigung“, er lächelte Marc gütig zu.
„Ich danke Ihnen“, sagte Marc, „Wie weit sind wir schon gekommen?“
„Mit der Visite?“, Franz ging auf Marc ein, „Frau Kamitzki haben wir, sie bleibt noch bis morgen zur Beobachtung“
Die alte Frau Kamitzki sah von ihrem Strickzeug auf und blickte zu Marc. Auf ihrem Gesicht ein Lächeln.
„Herr Doktor, dann kann ich endlich wieder mit meinem Enkeln spielen“, das Lächeln hatte sich zu einem Freudestrahlen ausgebreitet, „Wissen Sie, der Jonas ist doch erst 5 und meine Tochter hat nicht immer Zeit für ihn. Sie arbeitet doch so viel. Da muss ich immer einspringen. Jetzt war ich ja schon eine Woche aus dem Verkehr gezogen“
„Das freut mich“, sagte Marc kurz angebunden.
„Mich auch, glauben Sie mir. Wie sehr ich den Kleinen vermisst habe. Und er konnte eine Woche keine Reibekuchen essen. Ach, er liebt die Teile. Er verdrückt sie, wie eine Scheunendrescher“, die alte Frau kicherte.
Marc lächelte nur.
„So, Frau Mosel“, sagte er, „Heute Nachmittag geht es dann zur Gallenstein-OP?“
„Genau“, sagte sie freundlich.
„Ich hoffe Sie haben nichts gegessen, denn wir wollen ja nicht, dass sie ersticken“, sagte Marc, „Das passiert schnell“
„Nein habe ich nicht. Aber ich werde doch nicht sterben, oder?“
„Nein, das werden Sie nicht“, sagte Marc, „Sie sind ja in besten Händen“
Es hätte nur noch gefehlt, dass er sich auf die Brust geklopft hätte, aber diese Geste sparte er sich lieber. Er wusste, dass beim Professor die Ego-Nummer nicht so gut ankam.

Nach der Visiste sprach Franz seinen besten Oberarzt an:
„Meier, was ist denn heute mit Ihnen los?“, fragte er ihn.
„Was soll denn sein?“, Marc verpasste dem Kaffeeautomaten einen gekonnten Tritt und jener gurgelte wieder fröhlich vor sich hin.
„Sie sind heute wirklich sehr unsensibel mit den Patienten umgegangen“, sagte Franz, „Die Frau Mosel hatte schon Angst um ihr Leben. Sie können den Patienten doch nicht solch einen Schrecken einjagen!“
„Das tut mir Leid“, sagte Marc, „Natürlich war das nicht meine Absicht“
Der Kaffeeautomat hatte mittlerweile fertig gegurgelt und Marc griff nach seinem Becher.
„Das will ich auch hoffen“, sagte Franz und schüttelte den Kopf, „Aber Sie sind Chirurg, das erklärt einiges“
Marc lächelte und nahm einen großen Schluck Kaffee. Prompt verbrannte er sich die Zunge.
„Shit!“, fluchte er und verzog das Gesicht.
„Passen Sie auf, dass Sie sich nicht verbrennen“, Franz sah Marc an und wandte sich dann zum Gehen.
Marc seufzte und machte sich auf den Weg ins Schwesternzimmer.
War er wirklich so unsensibel? Und vielleicht sogar ein bisschen trampelig? Auf ein mal überkamen ihn die Zweifel.

Olivia<3 Offline

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20.05.2012 10:44
#159 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Sooo, heute gibt es dann noch einen Teil, bevor es auf Klassenfahrt geht!
Selbstverständlich komm ich da nicht ins Internet, um etwas zu posten oder was zu kommentieren. Ich hoffe ich kann mein Fehlen damit entschuldigen,
Am Samstag, spätestens am Sonntag gibt es aber einen neuen Teil. Versprochen!
Ich wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Teil und bis bald
Olivia


Den ganzen Vormittag war Marc ein kleines bisschen unpässlich, auf Grund des Vorfalles am Morgen mit dem Professor. Bei dem Gespräch mit den Patienten achtete er besonders auf den Umgang. Ihm fiel auf, dass seine Ausdrucksweise schon manchmal recht ruppig war.
Er bemühte sich, sanfter zu klingen, auch wenn es ihm schwer fiel.
Während Marc grade mit Medhi in der Cafeteria saß und sich das Mittagessen schmecken ließ, empfing er einen Anruf.
Es war Gretchen.
„Meier?“, sagte er.
„Gretchen hier“, sagte sie, ihre Stimme klang erleichtert.
„Und wie war's?“, erkundigte sich Marc.
„Gut, einfacher, als ich es erwartet hatte. Fast schon zu einfach“, durch den Hörer hörte Marc ihr süßes Kichern, „Holst du mich ab?“
„Ich beeil mich“, sagte Marc und legte mit der freien Hand das Besteck bei Siete, „Bin in einer Viertelstunde da“
Marc klemmte sich den Hörer zwischen Schulter und Ohr und griff nach seinem Tablett“
„Musst du schon?“, fragte Medhi und biss in seinen Kuchen.
Marc nickte ihm zu.
„Hasenzahn?“, fragte er, „Erzähl doch mal“
„Ich musste mit verschiedenen Patientenfällen arbeiten und diagnostizieren und mögliche Behandlungen vorschlagen“, erzählte sie.
„Und was war dein Fall?“, Marc stellte sein Tablett auf die Ablage.
„Ein mal eine Margenperforation, das war jetzt nicht so schwierig“, sagte sie.
„Nun ja, das ist jetzt wirklich nicht so schwierig“, sagte Marc, „Bei mir war es alles komplizierter“
Marc konnte es einfach nicht lassen, sie noch mal wissen zu lassen, dass er sich für seine Prüfung anstrengen musste, da er es ja viel schwerer hatte.
„Och Marc, jetzt sei doch nicht neidisch“, sagte sie, „Ich bin mir sicher, dass du besser warst, außerdem warst du doch auch viel jünger“
„Das wollte ich hören“ ,Marc setzte ein zufriedenes Grinsen auf, während er im Büro nach den Autoschlüsseln suchte und sich den Mantel überzog, „Und was haben Sie zu dir gesagt?“
„Der Professor vom Nordstadt-Krankenhaus hat mich die ganze Zeit so seltsam angesehen, aber die anderen waren alle sehr zufrieden“, Gretchen erinnerte sich allzu gern an die lobenden Worte, der anderen Prüfer.
„Ach ja, der Herr Professor“, Marc musste bei dem Gedanken lächeln, „Hat er noch irgendetwas gesagt zu der Geschichte damals gesagt?“
„Er hat sich nach dem Wohlergehen des Kindes erkundigt“, sagte Gretchen seufzend.
„Er hat was?“, Marc riss die Augen auf, während er auf die Tasten des Aufzuges einhämmerte.
„Marc, du sollst nicht so auf die Tasten ballern“, ermahnte ihn Gretchen durch das Telefon, „Ich muss ziemlich überrascht geguckt haben. Aber er scheint die Geschichte ja geglaubt zu haben“
„Bestimmt wollte er dich nur provozieren“, sagte Marc und kramte in seiner Jackentasche nach einem Pfefferminz-Kaugummi.
„Vielleicht“, sagte Gretchen und seufzte, „Und wie war dein Tag heute?“
„Ach, langweilig. Ne Gallenblase und Chefarztvisite“, Marc steckte sich den Kaugummistreifen in den Mund, „Wegen die bin ich übrigens zu spät gekommen“
„Das tut mir Leid“, Gretchen senkte die Stimme, „Das wollt ich wirklich nicht“
„I-wo, der Professor war nicht lang sauer“, sagte Marc und stieg aus dem Aufzug.
„Dann ist ja alles gut“, sagte sie, „Du weißt ja wie schrecklich mein Vater manchmal sein kann“
„Oh ja“, sagte Marc nickend und durchquerte die Eingangshalle, „Er hat noch so Andeutungen gemacht“
„Was hat er denn gesagt?“, fragte Gretchen neugierig.
„Ach“, Marc druckste herum, „Ist dir irgendetwas an meinem Umgang mit den Patienten aufgefallen?“
„Dein Umgang mit den Patienten?“, Gretchen runzelte die Stirn, „Was soll damit sein?“
„Ja, das frag ich dich doch“, Marc setzte sich ans Steuer.
„Naja, du bist manchmal etwas unfreundlich, aber ansonsten..“, Gretchen konnte gar nicht aussprechen, denn Marc unterbrach sie bereits:
„Ich und unfreundlich?!“, Marc verzog das Gesicht und startete den Motor.
„Vielleicht nicht direkt unfreundlich“, lenkte Gretchen ein, „Eher ein bisschen...Wie soll ich mich ausdrücken?..Direkt“
„Direkt also“, Marc seufzte und ließ das Verdeck runter, „Der Professor meinte, dass ich mich fast wie ein Elefant im Porzellan Laden verhalten würde“
Marc hörte Gretchens Kichern am anderen Ende der Leitung.
„Das hat er gesagt?“, fragte sie ungläubig.
„Nein, nur so in der Art“, sagte Marc, „Er meinte, ich würde den Patienten ständig Angst einjagen“
„Hmm. Wenn du einem Patienten vor der OP sagt, dass er nix essen soll, da er sonst an seiner Kotze erstickt, dann kann man das durchaus als Angst Einjagen bezeichnen“, sagte Gretchen nickend.
„Man muss aber doch klarstellen, dass Essen vor der OP wirklich gefährlich ist“, rechtfertigte sich Marc.
„Marc, der Ton macht die Musik“, erklärte Gretchen ihm, „Das kannst du einem aber auch schonender beibringen! Man geht doch auch nicht zu einem Krebskranken und sagt: 'Sie haben noch eine Woche zum Leben, sehen sie zu, dass Sie Ihre Frau noch ein mal so richtig flachlegen'“
Dieser Spruch hätte wirklich von ihm kommen können, das wusste Marc. Er seufzte schuldbewusst.
„Hmm, vielleicht hast du recht“, sagte Marc schließlich, „Das sollte ich vielleicht in Zukunft lassen“
„Vielleicht. Und mach dir keinen Kopf. Ich denke du bist die letzten Jahre ganz gut mit der Macho-Nummer durchgekommen“, sie senkte die Stimme, „Und so weit ich weiß, stehen Frauen auf Machos“
Marc musste bei Gretchens Worten unwillkürlich grinsen.
„Du hoffentlich auch“, sagte er selbstbewusst.
Er hatte mittlerweile den Parkplatz des Nordstadt-Krankenhauses erreicht.
„Hmm“, Gretchen hatte das Auto ihres Freundes erspäht.
„Hasenzahn? Ich bin jetzt auch schon da“, sagte er und winkte ihr zu, „Du kannst auflegen“
„Tschüss“, verabschiedete sie sich überflüssiger Weise. Sie drückte die rote Taste und ging auf Marc zu.
„Hey“, sagte er und gab ihr einen kleinen Kuss.
„Hallo“, sie lächelte ihn an.
„Herr Doktor Meier, Sie auch hier?“, meldete sich auf ein Mal eine wohlbekannte Stimme.
Marc und Gretchen fuhren herum.

Olivia<3 Offline

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28.05.2012 16:46
#160 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Sooo, jetzt bin ich wieder von der Klassenfahr zurück und hab mich wieder ein mal entspannt. Aber ich hab euch natürlich nicht vergessen, deshalb gint es heute einen neuen Teil!
Ich wünsche euch ganz viel Freude damit.
Liebe Grüße,
Olivia


„Guten Tag“, sagte der Professor vom Nordstadt-Krankenhaus.
„Guten Tag, Herr Professor“, sagte Marc und streckte ihm die Hand entgegen.
Aber jener dachte nicht ein mal Marcs Hand zu nehmen.
„Ist es denn auch das Richtige für Ihr Kind, wenn Ihre Frau jetzt arbeiten geht?“, fragte er spitz, „So ein Kind braucht doch viel Zeit“
Marc und Gretchen sahen beide betreten zu Boden.
„Herr Professor“, sagte Marc schließlich, „Ich denke nicht, dass Sie das etwas angeht“
Jener zog nun die Augenbraue skeptisch hoch.
„Und es tut mir auch wirklich sehr Leid, aber wir müssen jetzt zurück zum Krankenhaus, denn die Arbeit ruft“, setze Marc fort und hielt Gretchen eine Autotür auf, „Auf Wiedersehen, Herr Professor“
Der Professor vom Nordstadtkrankenhaus sah Marc verunsichert an.
„Auf Wiedersehen, Herr Dr. Meier“, sagte er schließlich, immer noch ein wenig perplex.

Marc stieg schließlich auch ein und ließ den Motor anlaufen.
„Marc“, sagte Gretchen, „Was er nur wieder denkt?“
Gretchen sah beschämt auf ihre Hände.
„Das kann dir doch egal sein“, sagte Marc, „Ich denke nicht, dass wir noch mal mit ihm in Kontakt treten“
„Ich weiß nicht“, sagte Gretchen, „Immerhin war er mein Prüfer“
Marc seufzte.
„Wann gibt es eigentlich die Ergebnisse?“, fragte Marc schließlich.
„Wir bekommen sie per Post ins Krankenhaus geschickt“, sagte Gretchen.
„Und wann?“
„Ich denke in einer Woche“, sagte Gretchen.
„Ich darf doch davon ausgehen, dass du sie voll und ganz von dir überzeugt hast und sie gar nichts anderes machen können, als dich bestehen zu lassen?“, Marc sah sie gespielt fragend an.
„Aber sicher doch, Herr Doktor“, sagte Gretchen ergeben.
„Dann ist ja alles in Ordnung“, Marc grinste sie an.

Als sie am Krankenhaus ankamen, war Marcs Mittagspause bereits vorüber und dementsprechender Ärger des Professors stand an.
„Meier! Was wagen Sie es zum zweiten Mal an diesem Tag zu spät zu kommen?“, Franz Haase sah sein Gegenüber scharf an.
Marc warf einen Blick auf die Uhr und musste feststellen, dass er fast eine viertel Stunde über der Zeit war.
„Herr Professor, ich habe Ihre Tochter von ihren Prüfungen abgeholt. Die verpasste Viertel Stunde werde ich mit Sicherheit nachholen“, sagte Marc reumütig.
„Das will ich wohl hoffen“, er warf Marc noch einen letzten strengen Blick zu, dann wandte er sich seiner Tochter zu: „Kälbchen, jetzt erzähl doch mal“
„Es war alles einfach, Papa“, sagte sie und lächelte, „Es gibt keine Bedenken“
„Es wurde aber auch Zeit, dass du deinen Facharzt endlich schaffst“, sagte Franz und klopfte seiner Tochter auf die Schulter, „Wann gibt es denn die Ergebnisse?“
„In einer Woche“, sagte Gretchen.
„Na das muss aber gefeiert werden“, sagte Franz, „Ich schlage vor, dich und den Meier zum Kaffeetrinken einzuladen. Was hältst du davon?“
„Das ist eine schöne Idee“, sagte Gretchen und freute sich. Sie hatte zwar ihre Bedenken, was Marc anging. Aber es würde schon klappen.
„Gerne doch Herr Professor“, sagte Marc und setzte ein freundliches Lächeln auf.
„Sparen Sie sich Ihre Ironie“, sagt Franz kühl. Auch wenn er Dr. Meier für einen äußerst kompetenten Chirurgen hielt, menschlich konnte er ihn noch nicht so ganz ausstehen.
„Bis dann Papa“, sagte Gretchen.
„Tschüss Kälbchen“, sagte er, um dann hinzuzufügen, „Wir sehen uns im OP, Meier“
Marc nickte und hob die Hand zum Abschied.

Marc und Gretchen machten sich auf den Weg auf ihre Station.
„Frau Doktor, schön, dass Sie wieder da sind“, begrüßte Schwester Sabine Gretchen, „Wie waren denn Ihre Prüfungen?“
„Gut, danke der Nachfrage“, sagte Gretchen und öffnete ihren Spind.
„Das freut mich zu hören“, sagte Sabine.
Gretchen griff nach ihrem Kittel und zog ihn über.
„Hasenzahn! Wann kommst du endlich?“, Marc stand in der Tür gelehnt und tippte mit der Fußspitze auf den Boden.
„Wie war das noch mal? Freundlicher werden, damit der Professor keinen schlechten Eindruck von dir bekommt?“, fragte Gretchen und knallte die Tür ihres Spindes zu.
„Sehr witzig“, sagte Marc, „Ich muss noch zum schwarzen Brett, Dienstpläne angucken“
„Oki. Ich komm mit dir“, sagte Gretchen und folgte ihm.

Gemeinsam steuerte sie auf die kleine Pinnwand auf der Chirurgie zu.
Marc überflog den Dienstplan und notierte sich die Arbeitszeiten in seinem Kalender, während Gretchen die verschiedenen Angebote durchlas.
'Erste Hilfe Kurs für Schüler – mit Dr. Rössel'. Gretchen grinste, sie hatte gar nicht gewusst, dass es so was gab. Das ganze Haus würde voller Kinder sein.
Es liefen ihr verschiedene Fortbildungen und Angebote über den Weg, aber keines jener schien sie oder Marc zu interessieren.
Bis Gretchen in der letzten Ecke einen zettel erblickte. Sie las:
'Pflege-Kurs für Ärzte. Nicht nur die Ärzte sind wichtig in einem Krankenhaus. Auch die Schwestern und Pfleger leisten einen wichtigen Teil zum Krankenhausalltag. Der Kurs ist speziell für Ärzte vorhergesehen'. Gretchen grinste. Was es alles für Aktionen gab.
'Kursleitung – Schwester Sabine und Schwester Ingeborg'
Gretchen überflog die Teilnehmerliste:
'Dr. Hassmann', 'Dr. Schneider'... und als letztes, mit einem Ausrufezeichen: 'Dr. Meier'.
Gretchen runzelte die Stirn. Marc würde sich doch nie freiwillig für solch einen Kurs melden.
„Marc, guck mal“, sagte sie.
Marc sah von seinem Dienstplan auf.
„Was denn?“, er kam auf sie zu.
„Lies mal“, sie deutete auf das Blatt.
„Pflegekurs. Pff, das wäre ja mal gar nichts für mich. Wozu hab ich denn studiert? Damit ich Bettpfannen leere?“, er schüttelte den Kopf.
Mit hochgezogener Braue deutete Gretchen auf die Teilnehmerliste.
Marc begann zu lesen. Dann erspähte er seinen Namen.
„Bitte was?!“, Marc sah empört zu Gretchen, „Ich soll da mitmachen?! Nie im Leben“
Marc schüttelte heftig den Kopf.
„Es ist eine Anweisung vom Professor“, Gretchen deutete auf die Unterschrift ihres Vaters.
„Das darf doch nicht wahr sein! Das muss ein Irrtum sein. Ich werde mit ihm sprechen“, sagte Marc, „Ich werde ganz sicher keinen Pflege-Kurs besuchen!“
„Was müssen Sie mit mir besprechen?“, meldete sich auf ein mal Franz zu Wort.
Erschrocken drehte Marc sich um und sah in die fragenden Augen des Professors...

Und was sagt ihr zu der Idee? ich freu mich auf eure Kommis

Olivia<3 Offline

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30.05.2012 17:45
#161 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

„Herr Professor?“, Marc biss sich auf die Lippe.
„Meier, Sie haben sich zu beschweren?“, fragte dieser und sah seinen besten Oberarzt fragend an.
„Ich frage mich lediglich, was es mit dem Pflege-Kurs auf sich hat“, sagte Marc und deutete auf seinen Namen.
„Und darüber wollen Sie sich beschweren?“, fragte Franz Haase.
„Nicht direkt beschweren“, sagte Marc zerknirscht, „Ich frage mich nur, warum Sie mich dort angemeldet haben“
„Erinnern Sie sich an das Gespräch, was wir heute Morgen, geführt haben?“, Franz sah Marc fragend an.
„Aber sicher doch“, sagte Marc.
„Solch ein Kurs könnte Ihren Umgang mit den Patienten arg verbessern“, sagte Franz, „Das ist keine Bestrafung, sonder eine große Hilfe“
„Aber ich bin hier, weil ich Arzt bin und nicht, um die Aufgaben der Schwestern zu erledigen“, sagte Marc.
Gretchen war heilfroh, dass Marc die Bettpfannen nicht erwähnt hatte.
„Sicher doch, aber es kann eine große Hilfe sein. Wie gesagt. Einige Ihrer Kollegen werden sich dem Projekt auch unterziehen müssen. Jeder auf einer anderen Station. Ach, das wird ein Spaß“, Franz klatschte vor Freude fast in die Hände, „Das ist auch gut fürs soziale Image des Krankenhauses, wenn die feinen Herren Ärzte auch mal Hand anlegen und sich unangenehmeren Aufgaben widmen“
Marc nickte. Er sah es schon kommen, wie er von alten Omis zugelabert würde, wenn er ihnen den Hintern abwischte.
„Und wie haben Sie sich das vorgestellt?“, fragte Marc mürrisch, „Wer übernimmt meine Operationen?“
„Ich habe das alles genau geplant“, sagte der Professor, dann deutete er wieder auf den Zettel, „Ein Vorbereitungstreffen steht gleich übermorgen an“
„Vorbereitungstreffen?“, Marc sah seinen Chef skeptisch an.
Manchmal war der Professor echt wunderlich.
„Och Marc, komm“, mischte sich nun auch Gretchen in das Gespräch ein, „jetzt gibt dir einen Ruck. Das ist doch eine Chance für die das Leben im Krankenhaus aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen“
„Gut abgelesen“, sagte Marc.
„Das war nicht abgelesen! Das meine ich ernst“, erwiderte sie.
„In Gottes Namen, etwas anderes wird mir auch kaum übrig bleiben“, sagte Marc, „Herr Professor wann ist denn das Treffen?“
„Freut mich, Sie dabei zu haben, Meier“, sagte er, „Um 13 Uhr im Konferenzzimmer“
„Hm. Gut, dann werd ich mir das wohl mal ansehen müssen“, Marc setzte einen leicht wehleidigen Blick auf.
„So ihr beiden, ich muss dann auch mal weiter. Sie Akten rufen“, sagte Franz Haase und drehte sich um, „Bis dann“
„Bis dann, Papa“, sagte Gretchen zur Verabschiedung.
„Na toll“, seufzte Marc, „Es heißt einen Tag Bettpfannen ausleeren und Betten machen“
„Mensch Marc, jetzt nehm das doch nicht so hart. Du wirst das schon schaffen“, sagte Gretchen und strich ihm beruhigend über den Arm.
„Hmpf. Das muss aber echt nicht sein“, sagte Marc seufzend.
„Komm, jetzt lass uns erst mal die OP hinter uns bringen“, sagte Gretchen und nahm seine Hand.
„Nun gut“, sagte Marc und sie gingen gemeinsam auf den OP-Trakt zu.

Zwei Tage später stand Marc vor der Tür des Konferenzzimmers. Gemeinsam mit Dr. Hassmann, Dr. Schneider und einigen anderen Kollegen aus dem Ärzte-Team wartete er auf den Professor.
„Und was halten Sie von der Idee?“, fragte Maria Hassmann und biss von ihrem Apfel ab.
„Was soll ich schon davon halten“, Marc seufzte, „ich kann mir Schöneres vorstellen“
„Ich denke, es könnte mal eine Abwechslung sein“, erwiderte Maria Hassmann, „Ich bin schon gespannt, was uns erwartet“
„Hmpf“, nuschelte Marc.
Dann erschien auch schon der Professor, im Gefolge Schwester Sabine, Schwester Ingeborg, einige andere Schwestern und zu guter Letzt Schwester Gabi.
Marc seufzte und stieß sich von der Wand ab.
Der Professor schloss den Raum auf und Schwestern und Ärzte strömten in das Konferenzzimmer.
Als alle sich gesetzt hatten, begann der Professor eine Rede:
„Meine sehr geehrten Kollegen...“
Marc schaltete ab und sah aus dem Fenster.
Ausnahmsweise fasste sich Franz Haase bei der heutigen Rede relativ kurz:
„...Ich will Sie jetzt auch gar nicht lange langweilen. Sie wissen ja, worum es geht“, sagte er, „Hat irgendjemand Fragen?“
Dr. Schneider hob die Hand.
„Dr. Schneider, Sie müssen sich nicht melden, wir sind ja nicht in der Schule“, Franz lachte.
„Und wie wird das Projekt jetzt ablaufen? Es können ja nicht alle auf eine Station“, Dr. Schneider sah Franz an.
„In der Tat, da haben Sie recht. Aber natürlich haben wir uns da was ausgedacht. Es werden verschiedene Themengebiete angeboten“, sagte Franz, „Die entsprechenden Schwestern werden diese nun vorstellen“
Er bat Schwester Gabi nach vorne, zu beginnen.
Marc hörte nur mit halbem Ohr zu. Es gab die Bereiche Innere, Gyn, Chirurgie, Intensiv, Neuro und Orthopädie.
Marc hatte sich entschlossen, dass er entweder auf die Chirurgie oder auf die Intensiv wollte, da wäre es noch am spannendsten. Aber wollte er sich bei seinen eigenen Patienten, verkleidet als Pfleger, blamieren? Nein, er entschied sich schließlich für die Intensivstation.
„Aber selbstverständlich dürfen Sie sich NICHT aussuchen, auf welcher Station Sie sich einzufinden haben, da die Gefahr besteht, dass sie Ihren eigenen Fachbereich wählen. Wir haben das im Voraus entschieden.
Auf der Neuro befindet sich demnach Dr. Schulz.
Die Chirurgie freut sich auf Dr. Schneider.
Dr. Hassmann wird einen Exkurs auf die Intensivstation machen“
Maria stieß einen Laut des Triumphes aus und bekam einen strafenden Blick von Marc ab.
„Dr. Rössel geht in die Orthopädie.
Die Gynäkologie bekommt Besuch von Dr. Meier.
Und zu guter Letzt, unser Anästhesist, Dr. Michalski, Sie kommen auf die Innere“, fuhr der Professor fort.
Allgemeines Stöhnen. Bis auf Dr. Schneider und Maria Hassmann war kaum einer mit seiner Zuteilung zufrieden. Besonders Marc. Gynäkologie, das war gar nichts für ihn. Er seufzte erneut.
„Wir bitten nun die Ärzte zu ihren Ansprechpartnern der entsprechenden Fachbereiche zu gehen“, sagte er und klatschte in die Hände.
Zu allem Unglück war auch noch Gabi seine Ansprechpartnerin.
„Gabi“, sagte er und sah sie abschätzig an.
„Marc, schön, dich auf unserer Station willkommen zu heißen“, sagte Gabi mürrisch, „Du findest dich um 6 Uhr im Stationszimmer der Gyn ein und dann kriegst du deine Aufgaben“
„Schön“, sagte Marc zwischen zusammengebissenen Zähnen, „Da freu ich mich ja schon“
Wie sollte er es nur einen Tag lang aushalten? Mit Gabi und als Pfleger. Ihm grauste es vor dieser Vorstellung. Und zwar gewaltig...

Olivia<3 Offline

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03.06.2012 12:14
#162 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Also, ich muss sagen,d ass ich mit dem nicht vorhandenen Kommiansturm sehr unzufrieden bin. Gefällt euch etwas nicht? Dann sagt das ruhig...
trotzdem viel SPaß,
Olivia


Nach dem Treffen machte Marc sich sofort auf den Weg zu Gretchen. Es musste ihr von der den dramatischen Hergängen des Treffens berichtete werden.
„Hasenzahn?“, Marc platzte ins Schwesternzimmer und ließ sich auf den erst besten Stuhl fallen.
„Hm?“, Gretchen sah Marc fragend an, „Was ist denn los? Wie war der Pflegekurs?“
„Das Vortreffen hat mir schon gereicht“, sagte Marc mit Grabesstimme.
Gretchen fiel es schwer sich das Lachen oder mindestens ein grinsen, zu verkneifen. Zu amüsant war die Vorstellung, Marc als Pfleger zu sehen.
„Ich werde meinen Tag auf der Gyn verbringen“, Marc schnaubte vor Wut, „Bei der Schlampe und dem Dorfdepp“
„Marc, drück dich ein bisschen gewählter aus“, ermahnte Gretchen ihren Freund,sah ihn aber wenig später schon mitleidig an, „Wirklich?“
„Nee, ich sag das nur so“, Marc stand auf und ging zu Kaffee-Maschine, „Kannst du dir das vorstellen?“
Gretchen seufzte. Eigentlich konnte sie sich das wirklich kaum vorstellen.
„Ach Marc, komm. So schlimm wird das schon nicht“, versuchte sie Marc zu beruhigen, „Es ist doch nur ein Tag“
„Ein Tag zu viel“, murrte Marc und schraubte an der maschine herum.
„Wo ist dein Selbstbewusstsein?“, fragte Gretchen und sah ihn unsicher an.
„Tut mir Leid, dass ich im Hinblick auf einen Tag, in der Pflege, auf der Gyn, nicht gerade zuversichtlich ausschaue“, beschwerte sich Marc.
Gretchen verdrehte die Augen. Ihr Freund war einfach zu eitel.

Als das Paar sich am Nachmittag auf den Weg in die Cafeteria machte, trafen sie prompt Medhi.
„Hey Meier“, empfing er sie, „Besuchste uns bald auf der Gyn?“
Auch Medhi fiel es schwer, sich Marc bei einer Geburt vorzustellen.
„Hmpf“, Marc seufzte. Ihm war so gar nicht nach Späßen zu Mute, Ich könnte gut und gerne darauf verzichten“

Das Dreiergespann steuerte das Kuchenbuffet an und Medhi und Gretchen griffen sofort zum Schokokuchen. Aber auch Marc füllte seinen Teller, sehr zur Überraschung seiner beiden Begleiter.
„Du und Kuchen?“, fragte Gretchen ungläubig
„Hm“, sagte Marc, „Auch der allmächtige Meier braucht mal was Süßes. Abgesehen von seiner Freundin natürlich“
Er schaffte es sogar, das Meiersche Grinsen auf sein Gesicht zu zaubern.
Geimeinsam gingen sie an einen der freien Tische und setzten sich.
„und freust du dich schon auf dein Praktikum?“, fragte Medhi und biss von seinem Kuchen ab.
„Sicher doch“, in Marcs Stimme schwang ordentlich Ironie mit, „Ich stell mir nichts Schöneres vorm als anderen Frauen beim Kinderkriegen zuzusehen“
Er schüttelte demonstrativ den Kopf.
„So nah am Ursprung des Lebens“, Medhi sah in kopfschüttelnd an, „und du beschwerst dich dennoch“
Er seufzte eine Spur zu theatralisch.
„De Hassmann hats gut“, Marc seufzte, „Die ist wenigstens auf der Intensiv“
„Was ist mit mir?“, Maria Hassmann ließ sich auf den letzten freien Stuhl fallen und biss von ihrem Apfel ab.
„Sie haben das große Los gezogen“, Medhi sah Maria vielsagend an.
„Wie?“, Maria verstand nicht recht.
„na der Pflegekurs“, erklärte Gretchen.
„Ach so“, bei Maria war der Groschen gefallen, „Aber sicher doch“
Sie grinste Marc über den Tisch hinweg triumphierend an.
Marc beachtete sie aber gar nicht, sondern widmete sich seinem Kuchen.
Eine Weile herrschte Schweigen an dem kleinen Tisch.
„Gretchen, wie sind eigentlich deine Prüfungen gelaufen?“, fragte Medhi schließlich.
Sowohl Marc, als auch Gretchen waren froh über den Themenwechsel.
„Gut“, bestätigte Gretchen, „Wirklich einfach“
„Sie hatte aber auch einen nahezu perfekten Lehrer“, Marc brüstete sich natürlich wieder ein mal.
Er erntete nur missbilligende Blicke von allen Anwesenden des Tisches.
„Mensch Meier“, sagte Medhi und biss wieder von seinem Kuchen ab, „Eigenlob stinkt“
Maria und Gretchen nickten kopfschüttelnd.
„Mensch Meier“

Olivia<3 Offline

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05.06.2012 15:56
#163 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Zwei Tage später stand dann der Pflegekurs an.
Ungewohnt früh schälte sich der junge Oberarzt aus seiner Decke. Er sah seine Freundin, neidisch auf die Stunden Schlaf, die man ihm vergönnte, an.
Müde stellte er sich unter die eiskalte Dusche. Durch das Fenster wurde der Blick auf das frühmorgendliche Berlin freigegeben. Marc seufzte bei dem Gedanken, dass es gerade ein mal kurz nach fünf war.
Eine letzte Minute verweilte Marc unter dem kühlen Nass, bevor er sich in ein Handtuch wickelte und aus der Dusche stieg.
Wie automatisch griff Marc zu seinem tadellosen Oberhemden, als ihm auffiel, dass jene heute nicht nötig sein würden. Er zog sich ein schlichtes Shirt und eine Jeans über.
Aufgrund der unmenschlichen Uhrzeit kippte Marc nur rasch eine Tasse Kaffee herunter, bevor er Gretchen noch einen Kuss auf die blonden Locken drückte. Sie seufzte glücklich im Schlaf und auf Marcs Gesicht zaubert sich ein Lächeln. Irgendwie würde er den heutigen Tag schon überleben.
Durch den menschenleeren Treppenflur schlug er seinen Weg zu Auto ein. Seine schnellen Schritte hallten im Treppenflur wider.
Der Weg durch die ruhigen Berliner Straßen beruhigten ihn. Marc schlug den direkten Weg zum Krankenhaus ein.
Auf dem Weg begegnete er kaum einem Menschen. Was für eine undankbare Zeit aber auch. Marc seufzte.
Das Krankenhaus aber war bereits hell erleuchtet. Marc schloss das Auto ab und steuerte auf den Haupteingang zu. Er gähnte noch ein mal ausgiebig, bevor er eintrat.
Fast hätte er im Aufzug auf den falschen Knopf gedrückt und wäre rauf in die Chirurgie gefahren. Als er sich erinnertem, dass er den heutigen Tag wohl auf der Gynäkologie verbringen müsste. Seufzend drückte er den richtigen Knopf.
Als er aus dem Aufzug stieg, blickte er auf den unendlich wirkenden Flur der Gynäkologie. Die Wände waren in hellen, freundlichen Farben gestrichen. Bevorzugt Rosa und an manchen Stellen zierten Blumenranken jene Wände.
Marc fühlte sich an Gretchen erinnert und lächelte. All das viele Rosa.
Er klopfte an die Tür des Schwesternzimmers. Dieser rosarote Flur und die vielen Babys würden an diesem Tag wohl oder übel sein Arbeitsplatz sein.

Die Schwestern der Station sahen die Meiersche Gestalt erstaunt an.
Schwestern Gabi war schließlich die erste, die ihn ansprach.
„Pünktlich wie eh und je“, sie sah Marc spitz an, „Dann besorgen wir dir mal Dienstkleidung“
Umständlich stand Gabi auf und gab Marc zu verstehen, wo er hingehen sollte.
Marc nickte. Schweigend trottete er Gabi hinterher. Der Tag hatte ja schon einmal einen guten Anfang gemacht.

Gabi gab ihm stumm eine weiße Hose und ein Oberteil. Marc musterte jenes abschätzig und fragte Gabi nach der Umkleidekabine.
Gabi machte die Tür zu einer Wäschekammer auf und deutete herein.
Marc zog sich um und sah skeptisch an sich herunter. Die Hose war weit und er musste sie hochkrempeln. Wenigstens seine Schuhe konnte er behalten. Er griff nach seinen Klamotten und ging zurück auf den Flur.
Gabi erwartete ihn schon. Auch sie konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen.
„Du kriegst sogar ein Namensschild“, Gabi grinste und kramte in ihrer Kitteltasche.
Sie zog ein Schildchen zum Anklippen hervor und reichte es Marc.
Marc betrachtete es eingehend.
'Praktikant Marc Meier', stand auf dem Schildchen.
„Muss das sein?“, fragte Marc und deutete auf das Praktikantenschildchen.
Gabi nickte achselzuckend. Sie gönnte es Marc, mal ein Mal nicht der Chef zu sein.
Widerwillig knipste sich Marc das Schildchen an die Brusttasche. Er kam sich dämlich vor.
„Dann geht es jetzt zur morgendlichen Besprechung“, sagte Gabi und nahm ihn wieder mit ins Schwesternzimmer.
„Gabi, wen hast du denn da mitgebracht?“, fragte Schwester Annika grinsend.
„Den neuen Praktikanten“, sagte sie, „Er kann sich vielleicht selbst vorstellen“
Gabi sah Marc gespielt aufmunternd an.
„Dr. Marc Meier“, murrte er, „Oberarzt auf der Chirurgie“
„Schön, dass die werten Herren Ärzte auch mal einen Tag in der Pflege verbringen“, sagte die Stationsschwester Marina.
„Hm“, Marc seufzte, „Total schön“
„Er scheint nicht begeistert“, sagte Schülerin Lisa lächelnd.
„Dann lass uns mal beginnen“, kündigte die Stationsleitung an, „Wer macht Vitalzeichen? Maren, nimmst du dann Marc mit? Er kann ja später noch mit den Pflegewagen mitgehen“
Maren nickte und sah Marc an. Er nickte stumm.
Schnell war alles eingeteilt.
Nachdem noch einige formale Dinge geklärt wurden, was sich, wie Marc fand, ewig zog, konnten die Dinge endlich in die Tat umgesetzt werden.

Schwester Maren drückte Marc die Blutdruckmanschette in die Hand und das Thermometer.
„Du weißt sicher, wie das geht?“, fragte sie.
„Sicher“, sagte Marc und griff zum Stethoskop.
„Nicht das“, sagte Maren und lächelte zaghaft, „Das gehört Dr. Kaan“
„Oh“, sagte Marc und hängte das Stethoskop wieder zurück. Er nahm eine Neues, „Ist das angemessen?“
Und das erste Mal an diesem Tag musste Marc lächeln.
Schwester Maren nickte.
Die beiden bestückten ihren Wagen und machten sich auf den Weg zum ersten Zimmer.
„Guten Morgen“, Schwester Maren knipste das Licht an und man sah in die Gesichter von drei verschlafenen Frauen.
„Frau Heinze, ein mal Puls und Blutdruck nicht?“, Maren ging auf die junge Frau zu, „Ist es in Ordnung, wenn wir unseren Praktikanten ranlassen?“
Frau Heinze nickte und krempelte den Ärmel ihres Schlafanzuges hoch.
Marc setzte Manschette und Stethoskop an.
„120/70“, sagte Marc kurz.
„Ist das in Ordnung?“, fragte sie.
Marc nickte stumm. Er erntete einen Rippenstoß von Schwester Maren.
„Sei ein bisschen gesprächiger“, zischte sie ihm zu.
Marc nickte murrend.
„Das ist in Ordnung, Frau Heinze“, sagte er mit seinem nettesten Lächeln.
Aus irgendeinem Grund gefiel es ihm nicht, Schwester Maren zu trotzen.
Vielleicht war es die Art, wie sie mit ihm sprach. Oder ihr Auftreten. Sie hatte etwas, das Marc imponierte...

Olivia<3 Offline

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09.06.2012 08:32
#164 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Mit jedem Patienten, bei dem Marc Blutdruck, Temperatur und Puls maß, wurde er entspannter und sein Lächeln echter. Beim letzten Zimmer, schaffte er es sogar fast, nicht daran zu denken, dass er sich grade als 'Praktikant' bis auf die Knochen blamierte.

„Und wie hat er sich geschlagen?“, fragte die Stationsleitung Marina.
„Gut gut“, sagte Maren, „Ich denke er hat gelernt“
Sie sah ihn auffordernd an.
Marc war eigentlich keiner Antwort schuldig, rang sich aber zu einem Nicken durch.
„Freut mich zu hören“, sagte sie, „Hast du Lust bei einer Geburt dabei zu sein?“
Marc sah auf seine Schuhe. Auch das noch. Er seufzte.
„Es ist eine wunderbare Erfahrung“, schwärmte Schwester Maren und ihre Augen leuchteten.
Marc sah immer noch nicht auf.
„Komm doch mit“, sagte sie und sah ihn bittend an.
„Hmpf“, sagte Marc, „In Gottes Namen“
Die Leichtigkeit des Morgens war von ihm gewichen.
Maren klatschte in die Hände und lachte.
„Ist es deine erste Geburt?“, fragte sie neugierig.
Marc schüttelte den Kopf.
„Nicht?“, fragte sie, „Hast du schon Kinder?“
„Nein“, sagte er, „Es war eine Notfallgeburt. Im Fahrstuhl. Und Dr. Kaan war nicht zur Stelle, nur am Telefon“
„Dann bist du ja ein richtiger Held“, sagte sie, „Komm, dann lass uns mal losgehen“

Die beiden machten sich auf den Weg zum Kreissaal.
„Bist du eigentlich verheiratet?“, fragte Maren ihn.
„Nein“, sagte er, „Das ist auch nichts für mich“
„Wirklich?“, sie grinste, „Das hätte ich wirklich nicht geglaubt. Aber du hast doch bestimmt eine Freundin oder?“
„Jap“ ,sagte Marc und bei den Gedanken an Gretchen musste er unwillkürlich lächeln.
„Da wird aber einer rot“. Sagte Maren neckend.
„Gar nicht“, Marc warf einen unauffälligen Blick in den Spiegel, konnte aber keine Gesichtsverfärbung ausmachen.
Maren kicherte.

Schließlich kamen sie im Kreissaal an.
„Ist es in Ordnung, wenn unser Praktikant mal bei Ihrer Geburt zusieht?“, fragte Maren und reichte der Patientin die Hand, „Wir können sicher jede Hilfe gebrauchen“
„Gerne“, die Frau hielt die Hand ihres Mannes. Auch er lächelte Marc und Maren freundlich an.
„Argh“, die Frau stöhnte, „Ich glaub es geht los“
„Dr. Kaan kommt sofort“, sagte Maren.
Sie nickte und sah ihren Mann glücklich an.
„Ob es wohl wirklich ein Junge wird?“, fragte sie voller Vorfreude.
„Sicher“, sagte ihr Man und gab seiner Frau einen Kuss auf die Hand.
In dem Moment ging die Tür auf und Medhi kam herein.
„Oh Marc, schön dich zu sehen“, er griff zu Gummihandschuhen, „Herr und Frau Kamen, dann legen wir doch gleich mal los“
Frau Kamen nickte unter Schmerzen.
„Der Kleine kann es schon gar nicht mehr erwarten“, sie strich über ihren Bauch.
Medhi nickte.

Die Geburt war Marc noch in schleierhafter Erinnerung.
Er erinnerte sich an das schmerzverzerrte Gesicht der Frau. An die Zusprüche des Ehemanns und Medhis. An die Schwestern die ihr den Schweiß von der Stirn wischten.
Aber an meisten war ihm das unbeschreibliche Glück in den Gesichtern des Ehepaares in Erinnerung geblieben. Wie sie ihren Sohn das erste Mal auf dem Arm hielt und vor Glück nur so strahlte.
Dieser emotionale Moment hatte sogar Marc gerührt und ihn selig lächeln lassen.
Und ohne, dass man ihn aufforderte ging er auf die frisch gebackene Familie zu, um ihnen zu gratulieren.
„Herzlichen Glückwunsch“, sagte er und reichte ihnen beiden die Hände. Dem kleinen Fratz strich er ein mal über den Kopf.
Schwester Maren sah all dies mit einem Lächeln an.
Marc sah sich die Familie noch ein Mal an. Mit dem Wohlbehagen, dass er kaum zu fühlen glaubte.
Er spürte, dass Maren ihn ansah und wandte sich um.
„Na, noch mal über die Kinderfrage nachgedacht?“, fragte sie lächelnd.
Marc zuckte die Achseln.
„Wer weiß“, Marc sparte sich sämtliche fiese Bemerkungen.
Seine Gedanken waren immer noch bei der kleinen Familie.
Und wieder überkamen die Fragen ihn.
Wollte er all das vielleicht auch mal haben? Fand er Kinder wirklich so schrecklich, wie er es immer zu sagen pflegte?
Noch war sich Marc nicht sicher, wie er die Informationen der letzten Stunden abspeichern. Unter der nur schwach vertretenen Rubrik 'Schöne, sentimentale Momente' oder in der Rubrik 'Willkommen in der Hölle'?

Er ging mit Maren zurück auf die Station.
„Hat es dir gefallen?“, fragte Maren.
„Es gibt mit Sicherheit Schöneres, als bei einer Geburt zuzusehen“, sagte Marc kopfschüttelnd.
Nach dem kleinen Gefühls-Knock-Out hatte er seine Sprache und seinen Geist zurückgewonnen.
„Vielleicht“, sagte sie, „Ich glaube, wenn man sein eigenes Kind das erste Mal in den Armen hält, dann ist es das schönste Gefühl auf der Welt“
Maren seufzte theatralisch.
Marc zog die Augenbrauen hoch und konzentrierte sich auf den Weg.

„Da haben sich ja zwei gefunden“, stichelte Gabi, „Neue Freundin, Marc?“
„Gabi, halt dich daraus“, sagte Marc, „Und nein, ich habe keine neue Freundin“
„Zu Schade“, sagte Gabi, „Der dicke Haase passt doch gar nicht zu dir. Das ist nicht deine Klasse“
„Ach Gabi, die einzige meiner Freundinnen, die wirklich keine Klasse hatte, warst du“, sagte Marc.
„Deine Sprüche waren auch mal besser“, sagte Gabi und winkte ab.
„Sie war mal deine Freundin?“, fragte Maren interessiert.
„Sie hat mich erpresst“, Marc zuckte die Achseln, „Ich hatte wohl keine Wahl“
„Oh“, sagte Maren erschrocken, „So hatte ich sie gar nicht eingeschätzt“
„Wie man sich doch in Menschen täuschen kann“, Marc seufzte.

Dann sprach Stationsleitung Marina die beiden an:
„Wollt ihr nicht mal Pause machen?“
„Gerne“, sagte Maren, „Magst du mitkommen?“
Marc zog die Schultern hoch.
„Meinetwegen“, sagte er. Er wollte in der Pause unbedingt Gretchen sehen.
„Gut. Wir haben eine halbe Stunde, also wenn du deine Freundin sehen willst, würde ich mich beeilen“, sagte Maren.
Marc stutze, woher wusste sie das?
„Woher-“, sagte er.
„Man sieht es dir an“, sagte sie, „Nun los, mach schon. Ich geh allein in die Cafeteria“
„Danke“, sagte Marc und schenkte ihr ein Lächeln.

Dann machte er sich im Laufschritt auf den Weg in die Chirurgie.
Hoffentlich hatte Gretchen keine OP...

Olivia<3 Offline

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13.06.2012 16:08
#165 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Als Marc auf den Flur der Chirurgie sah er Gretchen schon von Weitem mit ihrem Vater sprechen. Er ging auf die beiden zu.
Im Näherkommen sah er, dass der Professor einen Umschlag in der Hand hielt.
„Guten Tag, Dr. Meier“, Franz hatte Marc entdeckt, „Was machen Sie denn hier? Müssten Sie nicht eigentlich auf der Gynäkologie sein und Geburtshilfe leisten?“
„Sehr witzig“, sagte Marc ein wenig giftig, „Ich habe Pause“
„Freut mich, dass du mich besuchen kommst“, sagte Gretchen und lächelte.
„Dann haben Sie doch sicher Zeit, mit in die Ergebnisse einzusehen“, sagte Franz und deutete auf den Umschlag.
„Die Ergebnisse...“, Marc sah ihn fragend an.
„Der Facharztprüfungen“, sagte Franz und wedelte mit dem Papier.
„Das ging schon so schnell?“, staunte Gretchen, die noch nicht wusste, was sich in dem ominösen Briefumschlag befand, „Sicher darf er dabei sein“
Auch Marc war ein wenig neugierig, was der Professor vom Nordstadt-Krankenhaus über seine Freundin zu sagen hatte.
„Dann lass uns in mein Büro gehen“, sagte Franz und leitete die Gruppe an.

„Nun mach schon auf“, sagte Gretchen ungeduldig, „Marc muss gleich wieder gehen“
Aber der Professor nahm sich Zeit und setzte den Brieföffner geschickt an. Langsam hörte man das Papier reißen.
Gretchens Aufregung stieg von Sekunde zu Sekunde. Ihr Herz begann schneller zu schlagen.
Aber Franz holte mit einer Engelsgeduld das Papier heraus und entfaltete es.
„Ich darf mich freuen, Ihnen mitzuteilen, dass Dr. Margarethe Haase...“, Franz Stimme brach ab. Er las genauer und auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen auf, wie man es noch nie gesehen hat.
„Hab ich nun bestanden oder nicht?“, Gretchen ging auf ihren Vater zu.
„Du hast bestanden, mein Kälbchen“, sagte er und fasste Gretchen auf einmal in eine Umarmung, „Herzlichen Glückwunsch, meine Kleine, herzlichen Glückwunsch!“
„Bestanden?“, Gretchen riss ihrem Vater das Papier aus der Hand.
Und dort stand es schwarz auf weiß. Gretchen wandte sich um und strahlte Marc an.
„Marc, ich hab bestanden!“, dann fiel sie ihm stürmisch um den Hals.
Marc war etwas überrumpelt von dem Ansturm seiner Freundin, aber er erwiderte die Umarmung und drückte ihr einen kleinen Kuss aufs Haar.
„Herzlichen Glückwunsch“, sagte er und strich ihr noch einmal über den Rücken.
„Danke“, sagte sie, „Du warst aber auch ein guter Lehrer“
Gretchen sah ihn stolz an.
„Der beste“, sagte Marc und sah sie überlegen an.

Aber Gretchen schenkte etwas anderem ihre Aufmerksamkeit.
„Praktikant Marc Meier?“, Gretchen deutete auf sein Schild, „Steht dir gut. Und überhaupt, das ganze Outfit. Echt klasse. Solltest du öfter tragen“
„Hmpf“, mit einem Schlag holte in die Realität des Pflegekurses wieder ein, „Das ist nur für heute“
Bedacht bedeckte er das Schildchen mit seiner Hand, reichte schon, dass Gretchen es gesehen hatte. Er hatte ganz vergessen, das Schild abzunehmen, bevor er sich auf den Weg auf die Chirurgie machte.
„Ist trotzdem hübsch. Mal was anderes gegen steif gebügelte Hemden“, sagte sie und auf Marcs empörenden Blick fügte sie hinzu, „Auch wenn ich sie sehr, sehr sexy finde. Also die Hemden“
„Das will ich auch hoffen“, sagte Marc und sah skeptisch an sich herunter, „Das wird nämlich eine einmalige Aktion“
„Wie gefällt dir dein Praktikum eigentlich?“, fragte Gretchen.
„Es ist öde. Immer diese ganzen Babys und nervigen Fragen. Also ich glaub ich bleibe Oberarzt auf der Chirurgie“, sagte Marc kopfschüttelnd.
Seine Gedanken, unmittelbar nach der Geburt Frau Kamens, behielt er lieber für sich. Das war nicht der richtige Augenblick und außerdem machte sich Franz nun durch ein Räuspern bemerkbar.
„So Kinder“, sagte er, „Ich muss dann auch noch weiter. Ich wünsch euch noch eine angenehme Pause“
„Danke Papa“, sagte Gretchen und lächelte ihm zu, „Können wir kurz in deinem Büro bleiben? Es lohnt sich nicht mehr in die Cafeteria zu gehen“
„So lange ihr keine Dummheiten anstellt“, Franz Haase sah Marc mit seinem strengsten Blick an, „Geht das in Ordnung“
„Danke“, sagte Gretchen.
„Bis später dann“, verabschiedete sich Franz und machte die Tür hinter sich zu.

„Ich hab noch knapp 10 Minuten“, sagte Marc und sah auf die Uhr, „Dann heißt es wieder Kinderkriegen“
„Also ich fände es schön“, sagte Gretchen und ihre Augen glänzten, „Zwischen all den Kindern“
Marc schmunzelte, war klar, dass Gretchen das alles gefallen würde. Immerhin waren die Wände auf der Gyn ja auch rosa.
„Aber jetzt erst mal herzlichen Glückwunsch“, Marc ging ein Stück auf Gretchen zu und sah ihr tief in die Augen.
„Musst dich damit abfinden, dass deine Freundin nun Karriere macht“, Gretchen sah ihn verschmitzt an.
„Du bist...“, sein Gesicht näherte sich ihrem und er legte seine Lippen sanft auf ihre.
Gretchen erwiderte den Kuss voller Liebe. Ein schöneres 'Herzlichen Glückwunsch' konnte man sich doch gar nicht wünschen.
Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und vergrub die Hände in seinen Haaren. Zärtlich fuhr sie durch sein Haar.
Marc genoss jede ihrer sanften Berührungen und seine Hände strichen immer wieder über ihren Rücken.

Nach einer Weile lösten sie sich voneinander. Gretchen legte ihren Kopf an seinen Hals und er vergrub sein Gesicht in ihren Haaren.
„Du hältst das schon aus“, sagte sie und gab ihm einen Kuss auf den Hals.
Marc seufzte, was für Gretchen ein Zeichen war, weiterzumachen. Zärtlich liebkoste sie seinen Hals.
Marc lächelte. Hm, vielleicht liebte er sie doch.
Marcs verliebter Blick blieb an der Uhr hängen. Shit, eigentlich hatte er schon auf dem Weg auf die Gyn sein müssen.
Sanft schob er Gretchen von sich.
„Was ist denn?“, fragte sie verwundert.
„Ich muss“, er deutete auf die Uhr, „Ich will nicht zu spät kommen“
Gretchen lächelte, Marc schien seinen Job als Praktikant alle Ehre zu machen.
„Bis dann“, er drehte sich um.
Aber nur, um sich eine Sekunde später wieder umzuwenden, um Gretchen einen kleinen Kuss auf die Wange zu geben.
Im Eiltempo machte er sich zurück auf den Weg zu seiner Station.

Außer Atem kam er auf der Gyn an.
Schwester Maren wartete schon auf ihn. Sein zerwühltes Haar schien sie gar nicht zu bemerken.
„Komm, Dr. Kaan hat gleich eine Untersuchung“, sagte sie, „Da kannst du zusehen und helfen“
Marc nickte.
„Dann lass uns mal los“
Während er Maren folgte, versuchte er sein Haar, möglichst unauffällig, wieder zu richten.
„Vielleicht darfst du sogar den Ultraschall machen“, sagte Maren und sah Marc an.
Dieser nickte wieder.
Sie deutete auf ein mal grinsend auf seinen Hals:
„Ach übrigens, du hast da einen Knutschfleck“

Olivia<3 Offline

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26.06.2012 16:23
#166 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber es kam einfach imemr etwas dazwischen... Aber jetzt geht es weiter
Ich hoffe ihr habt Freude. Würde mich über Kommis freuen!


Marc packte sich pikiert an den Hals.
„Echt?!“
Maren nickte und kicherte. Marc aber suchte murrend einen Spiegel auf und betrachtete das Desaster in Form eines Blutergusses.
Er zupfte an seinem Kittel-Kragen und an seinem Haar, aber nichts konnte den lästigen Fleck verdecken. Er seufzte.
„Dann ist das wohl so“, er zuckte schließlich mit den Schulter und wandte sich wieder Maren zu.
„Ist doch auch nur ein Liebesbeweis“, Maren lächelte ihn freundlich an.
„Wo du recht hast, hast du recht“, sagte er schließlich.

Später bei der Untersuchung durfte Marc tatsächlich den Ultraschall eigenständig durchführen:
„Und hier sehen Sie ihr Kind“, er deutete auf den Bildschirm, „Sein Herz schlägt dort“
Die Eltern des Kindes waren entzückt.
„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“, fragten sie.
Mars starrte konzentriert auf den Bildschirm und fuhr mit dem Ultraschallkopf über den Bauch der Frau.
Medhi betrachtete die Arbeit seines Freundes genau, konnte aber keinen Tadel an ihm feststellen.
„Ein Junge“, vermutete er schließlich, „Aus ihm wird mal ein kräftiger Mann“
Marc lächelte das Paar aufmunternd an, sehr zum Wunder von Gabi und Medhi.
Das Paar nickte.
„Dann nennen wir ihn Lukas“, sagte die Frau, „Oder David?“
„Wir werden sehen“, sagte ihr Mann, „Vielleicht wird es doch noch ein Mädchen.
Marc nickte ihnen freundlich zu.
Medhi sah das alles mit einem großen Fragezeichen im Gesicht. War das Marc Meier, der alles was mit Babys zu tun hatte hasste? Abgesehen vom Geschlechtsakt natürlich.
Der gefühlskalte Macho, dessen Antworten immer einsilbig waren und nur selten einen Patienten angelächelt hatte?
„Ich bin mir sicher, Sie bekommen ein hübsches Kind, auch wenn es dann ein Mädchen ist“, setzte Marc noch einen oben drauf.
Gabi und Medhi standen die Münder offen.
„Mit dem Kind ist alles in Ordnung“, sagte Marc.
„Können Sie das bestätigen, Dr. Kaan? Hr. Meier ist ja nur Praktikant“, fragte die Frau ein wenig besorgt.
„Er ist eigentlich Chirurg, aber macht ein Praktikum. Er ist sich seiner Sache bewusst. Aber nach dem, was ich gesehen habe“, Medhi sah zur Vergewisserung noch einmal auf den Bildschirm, „Kann ich seine Aussagen nur bestätigen“
„Das freut uns zu hören. Hast du gehört Kleines“, sie streichelte über ihren Bauch und sah ihn lächelnd an, „Mit dir ist alles in Ordnung“
In den Augen der Frau war das Glück zu spüren.
Marc nickte lächelnd. Er wirkte wie ausgewechselt.

Nach der Untersuchung suchte Medhi das Gespräch zu seinem Freund:
„Was haben Sie denn mit dir gemacht?“, Medhi sah in fragend an, „Du bist ja wie ausgewechselt. So nett, wie heute habe ich dich mit Abstand noch nie gesehen“
Marc zuckte mit den Achseln. Sollte er sich Medhi anvertrauen.
„Ich weiß nicht“, sagte er, „Ist doch nicht so schlimm“
„Nicht so schlimm? So sah es mir nicht aus“, Medhi schüttelte entschlossen den Kopf, „Es schien mir eher wie 'Es macht mir riesigen Spaß, Eltern frohe Botschaften zu überbringen'“
„Also so toll ist es jetzt auch nicht“, verteidigte sich Marc, „Halt nur nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe“
„Freut mich zu hören“, sagte Medhi, „Und denkst du jetzt auch drüber nach, doch mal richtig sesshaft zu werden und endlich auch...naja...eine Familie zu gründen?“
Marc zögerte. Früher hätte er mit sofortiger Wirkung alles verneint. Aber die Verneinung schien nicht angebracht. Er hatte in dem Tag gelernt, die kleinen Babys lieb zu gewinnen. Aber wollte er deshalb gleich eine Familie? So mit allem drum und dran?
Medhi konnte es buchstäblich sehen, wie es in Marcs Kopf ratterte. Aber ihm war sofort bewusst, dass sich etwas in Marc verändert hatte. Vielleicht nicht nur an diesem einen Tag, vielleicht hatte es lange gedauert.
„Ich weiß es nicht“, Marc druckste herum, „Ich hab keinen Plan“
Nein, den hatte Marc Meier in dieser Situation wirklich nicht. Er wusste nur, dass er sich in all den Jahren etwas vorgemacht hatte. Immer hatte er das Thema 'Kinder' aus seinem Gehirn verbannt, hatte sich eine regelrechte Panik eingeredet. Und jetzt, wo er einen Tag lang mit dem Thema konfrontiert war, dann das. Marc seufzte. Das konnte doch nicht wahr sein. Welcher unwahrscheinliche Wunsch machte sich da im hintersten Winkel seines verkorksten Gehirnes breit?
Erschrocken über seinen eigenen Gedanken, den er nie hatte gewagt, auszudenken, schüttelte er den Kopf.
„Was ist?“, fragte Medhi besorgt, „Du bist ganz blass“
„Es ist nur...“, Marc seufzte, „Ach egal“
Marc wandte sich von Medhi ab, verließ den Raum und knallte die Tür hinter sich zu.
Er ging über den rosanen Flur der Gyn geradewegs auf ein leeres Patientenzimmer zu. Er konnte jetzt kein einziges Baby mehr sehen, keine einzige Mutter sehen, die vor Glück strahlte.
Er ließ sich auf das Bett fallen, auf dem noch die Plastikfolie angebracht war.
Er hatte das Gefühl, sein Kopf würde platzen. Das waren zu viele Kinder auf einmal. Bei jedem Gedanken, der seinen Kopf durchdrang, wurde von einem glucksenden Kinderlachen unterbrochen. Er hielt sich die Ohren zu. Er spürte, dass sein Atem und Puls schneller ging. Er holte tief Luft, denn er wusste, dass wenn er jetzt unüberlegt handelte, alles aus sein könnte.
Und dann tauchten die Bilder wieder vor seinen Augen auf:
Seine Mutter, wie sie seinen Vater anschrie, er solle den Krankenwagen rufen. Sie hatte die Arme um ihren Babybauch geschlungen.
Sein Vater, wie er aber nur schweigend dort stand und zu nichts fähig war.
Marc war damals knapp vierzehn Jahre gewesen. Es war kurz vor der Trennung seiner Eltern. Sein Schwesterchen sollte geboren werden. Innerlich hatte er sich schon ein wenig darauf gefreut.
Aber nun sah er nur das schmerzverzerrte Gesicht seiner Mutter und den leeren Blick seines Vaters.
„Papa mach was“, sagte Marc und stupste seinen Vater an. Vorsichtig, um ihn nicht zu reizen.
Aber Christian Meier machte nichts. Er blieb stehen.
„Dann sah Marc Blut, auf dem Stuhl seiner Mutter.
„Christian!“, schrie Elke, „Ruf den Krankenwagen!“
Aber er zeigte immer noch keine Regung. Marc hielt das Geschrei nicht mehr aus. Er konnte die Schweigsamkeit nicht mehr ertragen.
Er warf seinen Vater einen Blick zu, der hätte töten können. Und dann ging er selbst zum Telefon. Mit zitternden Fingern wählte er den Notruf.
Der Rest kam ihm nur verschwommen in den Sinn. Die Erinnerung war bruchstückhaft. Nur eines war klar, ein Schwesterchen würde er nie haben...

Sein Blick ging in die Leere und er versuchte krampfhaft die Bilder aus seinem Kopf zu verbannen.

Olivia<3 Offline

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27.06.2012 20:44
#167 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Auf einmal öffnete sich zaghaft die Tür. Marc blickte auf und sah in das Gesicht von Schwester Maren.
„Wo warst du denn?“, fragte sie besorgt, in ihrer Stimme war kein Funke mehr der Überdrehtheit von vorhin.
„Hier“, sagte Marc knapp.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie.
Marc zuckte mit den Schultern und sah weiter in die Leere.
Maren ging auf ihn zu.
„Ist es wegen der Kinder?“, fragte sie vorsichtig.
Wieder Achselzucken.
„Warum bist du fortgelaufen?“, Maren war nicht so leicht abzuwimmeln.
„Darum“, sagte er kühl.
„Mensch, Marc“, sagte sie und seufzte, „Es stimmt doch etwas nicht. Nur weil du ein paar Kinder auf einmal siehst, musst du doch nicht emotional total durchdrehen. Was ist passiert?“
Ihr Blick war nun eindringlich und bittend geworden.
„Es ist alles in Ordnung“, sagte er.
Maren sah ihn skeptisch an. Dann fasste sie blitzschnell an sein Handgelenk und fühlte seinen Puls.
„Wenn alles in Ordnung ist, warum schlägt dein Herz dann wie nach einem Marathon?“, fragte sie.
Wieder nur ein Schulterzucken.
„Marc, du musst reden“, sagte sie, „Nur das hilft“
Wieder kam ihm Gretchen in den Sinn. Sie sagte auch ständig solche Sachen. Aber wieso musste Maren denn nun auch den Moral-Apostel spielen?
Er stand auf.
„Lass mich“, sagte er, „Lass mich einfach in Ruhe. Hör auf mit mir zu reden und mich ständig etwas zu fragen. Wenn ich Hilfe brauche, dann sag ich Bescheid. Aber jetzt brauche ich einfach meine Ruhe“
Maren war über die plötzliche Reaktion etwas verschreckt. Sie sah ihn ungläubig an.
„Ist das alles, was du zu sagen hast?“, fragte sie ohne Regung in ihrer Stimme, „Dann sag ich dir jetzt mal etwas“
Sie holte tief Luft und sah Marc zornig an:
„Du bist ein arroganter Macho, dem nichts außer sein Ruf wichtig ist. Du bist ein gefühlskalter Mensch, der nur dann mal auftaut, wenn er einen schwachen Moment hat. 'Weichei' ist für dich eine Bezeichnung, die der Hölle gleich ist.
Und reden kannst du nur, wenn es um deine eigenen Belange geht! Aber weißt du was, ich werde dich nicht weiter nerven. Ich bin weder für deine emotionalen Ausnahmezustände zuständig noch für sonst irgendwas in deinem verkorksten Leben. Also, wenn du reden willst, dann tu das. Wenn nicht, dann ist es dein Problem“
Marc blieb die Spucke weg, so hatte noch nie jemand mit ihm geredet. Schon gar nicht jemand, den er kaum kannte.
Aber ihre Rede weckte in ihm die Selbsterkenntnis und er schluckte schwer. Denn Maren hatte es auf den Punkt gebracht.
So verhielt er sich. Er wusste, dass er auch anders konnte, aber es war daran der Welt draußen zu zeigen, dass er auch anders konnte.
Und Maren konnte er vertrauen. Auch wenn er sie nur flüchtig kannte, dessen war er sich absolut sicher.
Und dann machte er den ersten Schritt.
„Vielleicht ist es, weil ich nicht immer reden kann“
Maren schwieg eine Weile. Den Blick hatte sie zu Boden gesenkt. Jetzt wusste sie nichts mehr zu sagen, dabei hatte Marc bereits den ersten Schritt gemacht.
„Aber warum nicht?“, fragte sie schließlich.
Marc zuckte schweigend mit den Achseln.
„Es geht einfach nicht“, sagte er.
Marens Züge wurden wieder sanfter.
„Redest du mit deiner Freundin darüber?“, fragte Maren vorsichtig.
„Manchmal“
„Hast du Angst davor über deine Probleme zu reden?“
Marc kam sich wie ein kleines Kind vor, dem man jeden Wurm einzeln aus der Nase ziehen musste.
Nun war er nicht mehr der strenge Oberarzt, sondern der ein hilfloser Junge.
Und so schaffte es Maren, langsam aber sicher, jede Information einzeln zu entlocken.
Bis sie schließlich einen großen Teil der Geschichte kannte.
Mitleidig sah sie Marc an.
„Das tut mir Leid“, sagte sie, „Dich dann gleich mit einer Geburt zu konfrontieren“
Marc seufzte.
„Es ist nicht deine Schuld“, sagte er leise, „Und Mitleid kann ich jetzt gar nicht gebrauchen“
„Weißt du was?“, sagte sie schließlich und senkte den Blick auf den Boden, „Ich kenne deine Geschichte“
„Aber woher?“, Marc sah sie fragend an.
„Man hat sie mir oft erzählt“, sagte sie, „Mein Vater hat sie mir oft erzählt“
„Deine Vater?“, fragte Marc, er verstand kein Wort.
„Er erzählte oft von dir“, sagte er.
„Woher kennt er mich?“, fragte Marc komplett verwirrt.
Maren senkte noch ein mal den Blick, bevor sie sprach.
„Mein Vater hieß Christian Meier und ich bin Maren Meier“, sagte sie, „Deine Schwester“

Was sagt ihr zu der Idee?[schulter]

Olivia<3 Offline

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01.07.2012 11:54
#168 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Marc blieb der Mund offen stehen. Das war seine Schwester? Die er für tot gehalten hatte.
„Du...meine Schwester?“, seine Augen waren weit aufgerissen.
Es war, als nähme man ihm den Boden unter den Füßen weg.
Maren nickte und sah weiter auf den Boden. Sie schaffte es nicht ihrem Bruder in die Augen zu sehen.
„Und ich glaubte du wärst tot“, sagte Marc trocken.
Sein Gehirn hatte die ersten Informationen verarbeitet und schaltete wieder auf Schutzmechanismus um.
„Tot?“, nun war Maren es, die staunte.
Marc nickte stumm.
Es herrschte eine Weile Schweigen.
„Es tut mir Leid“, fand Maren schließlich die Worte wieder, „Dir das so einfach ins Gesicht zu sagen. Aber ich dachte es wäre das beste...“
„Das beste wäre, du hättest mir diese Information vorenthalten“, sagte Marc wütend, „Und zwar für immer!“
„Ich konnte es nicht“, sagte sie, „Ich habe dich jeden Tag gesehen und wollte dich jedes mal ansprechen. Aber ich habe mich nicht gewagt“
„Und warum dann auf einmal?“, fragte er aufgebracht.
„Weil ich endlich die Möglichkeit hatte, mit dir allein zu sein“, sagte sie.
Schüchtern legte sie ihre Hand auf seine. Aber Marc zog seine Hand weg. Wenn er eines jetzt gar nicht gebrauchen konnte, dann war es Körperkontakt.
Maren kommentierte es mit einem Seufzen.
Schließlich stand Marc auf.
„Ich denke du kannst verstehen, dass ich jetzt erst mal Abstand von dir brauche?“, er sah ihr in die Augen.
Maren nickte betrübt. Hatte sie ihren Bruder vergrault?
Marc ging zur Tür und legte die Hand auf die Klinke.
„Danke, wenigstens für deine Ehrlichkeit“, sagte er schließlich und es kostete ihn viel Überwindung.
Mit Tränen in den Augen sah Maren zu ihm und rang sich ein Lächeln ab. Ihre Blicke trafen sich und es war wie eine elektrische Spannung, die man im Raum spürte.
In Heimatfilmen hätten jetzt die Geigen geklungen, aber Marc unterbrach die Stimmung mit dem Aufstoßen der Tür.
Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, atmete er erst einmal tief durch. Er seufzte.
Dann machte er sich wie in Trance auf den Weg zum Stationszimmer.
„Wo ist Maren?“, fragte Marina lächelnd.
„Sie kommt sicher gleich“, sagte Marc und versuchte ein Lächeln.
„Meinst du, du kannst Frau Kromatzi zum Ultraschall bringen?“, fragte Marina schließlich.
Marc nickte und drehte sich um.
Immer noch, wie in ein Vakuum gehüllt ging Marc über den Flur. Automatisch klopfte er an die Zimmertür.
„Sie müssten einmal zum Ultraschall“, sagte Marc zu Frau Kromatzi.
Die Frau nickte und erhob sich umständlich aus ihren Laken.
Marc brachte den Rollstuhl und die Hochschwangere setzte sich.
Marc schob sie über den rosa Flur zu Dr. Kaans Behandlungszimmer.
„Kaan, hier ist Frau Kromatzi“, sagte er und stellte die Patientin vor Medhi ab.
Dieser brachte Marc noch zur Tür.
„Ist alles in Ordnung?“, zischte er dem Freund noch zu, „Du bist weiß wie die Wand“
„Alles gut“, sagte Marc.
Medhi sah ihn skeptisch an.
„Na dann“
Marc machte sich wieder auf den Weg zurück zur Station.
Den Rest des Pflegetages brachte er wohl oder übel hinter sich. Aber er war froh um drei endlich entlassen zu sein. Er hatte sich zwar bemüht, freundlich zu sein. Und laut dem Team der Station war er ein angenehmer Gast gewesen. Aber der Gedanke, dass Maren seine Schwester war, machte Marc schier wahnsinnig.



Erschöpft ging er in die Cafeteria und ließ sich mit einem großen Stück Kuchen auf einen der Stühle fallen.
Missmutig biss er davon ab. Immer noch spielten die Gedanken in seinem Kopf Karussell und er konnte sich nicht sortieren.
Ganz in Gedanken versunken merkte er gar nicht, dass sich jemand neben ihn setzte.
„Marc, wir müssen reden“, sagte Marens Stimme.
Marc zuckte zusammen.
„Was ist?“, fragte er.
„Wie soll es weiter gehen?“
„Was weiß ich“, sagte Marc, „So wie zuvor“
Maren seufzte.
„Weißt du, ich habe mir immer einen Bruder gewünscht“, sagte sie, „Und jetzt habe ich ihn gefunden. Aber er will mich gar nicht“
„Es ist einfach ein bisschen plötzlich“, erwiderte Marc, „Ich brauche meine Zeit. Ich hatte nie eine...Schwester“
„Ich versteh dich ja“, sagte sie, „Aber ich möchte nicht, dass wir uns ignorieren. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwie, dass wir Freunde werden?“
Sie sah Marc bittend an.
„Vielleicht“, sagte Marc, seine Stimme klang eine Spur sanfter, „Wir können es versuchen“
„Wirklich?“, Marens Augen leuchteten, „Das würde mich wirklich freuen“
Marc nickte nur und biss noch einmal von seinem Kuchen ab.
„Dann will ich dich jetzt auch nicht weiter stören oder so“, sagte sie und stand auf.
Marc zuckte die Schultern.
„Kannst auch noch bleiben, meine Freundin kommt eh gleich“, sagte er schließlich.
Maren zögerte eine Weile und setzte sich dann wieder.
„Es tut mir wirklich Leid“, sagte sie, „Glaub mir“
„Wird schon“, sagte Marc, „Hab schon schlimmere Schicksalschläge erlebt.
Schlimmere, da war er sich ganz sicher, aber das Kennenlernen seiner wahren Schwestern nagte ihm doch an den Knochen.
„Ich erinnere mich an deinen Unfall“, sagte sie, „Schreckliche Geschichte und auch die Story mit deiner Freundin ist mir sehr nahe gegangen. Ich frage mich, wie du das ausgehalten hast. Ich hätte...“
Und da war es wieder, Marens unaufhaltsames Geplapper. Marc fragte sich von welchem Elternteil sie das wohl geerbt hatte, denn weder Elke noch Christian waren besonders gesprächig gewesen. Er nahm es so hin.
Auch wenn es schwierig vorzustellen war, er freute sich sogar ein klein wenig über ihre Gesellschaft. Er fühlte sich nicht so allein. Und Maren war wirklich eine sehr fröhliche, offene Persönlichkeit.

Olivia<3 Offline

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02.07.2012 18:24
#169 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Und keine fünf Minuten später stand Gretchen auch schon vor seinem Tisch:
„Hey Marc!“, sie schlang ihm von hinten die Arme um den Hals.
„Hey“, sagte er und wandte sich zu ihr, um ihr einen Kuss geben zu können.
„Wer ist das?“, Gretchen setzte sich auf einen der freien Stühle und sah Marc neugierig an.
Marc wechselte einen Blick mit Maren. Diese warf ihm einen hilflosen Blick zu.
„Ähm“, Marc räusperte sich und Gretchens Gesicht verlor seine Regung.
„Das ist Maren“, sagte er schließlich, „Meine Kollegin“
Marc grinste schief und Maren verlor nur kurz die Fassung. Nur ein winziger fragender Blick ihrerseits hätte sie verraten können.
Gretchen sah ihn eindringlich an. Sie wusste, dass er ihr etwas verheimlichte, wollte ihn aber nicht in aller Öffentlichkeit zur Rede stellen. Das würde sie sich für später aufheben. Und so tat sie, als hätte sie nichts von Marcs anfänglicher Unsicherheit mitbekommen.
„Und wie hat sich Marc gemacht?“, fragte sie deshalb, so locker es eben ging.
Maren aber schien sichtlich verwirrt. Sie hatte vermutet, dass er sie vorstellen würde.
„Ähm“, sie schluckte, „Gut. Mit anfänglichen Startschwierigkeiten“
Maren lächelte etwas unsicher.
„Freut mich zu hören“, sagte Gretchen, „Marc, was hast du denn so machen dürfen?“
„Das was so ein Pfleger eben macht“, sagte er abwehrend, er war nicht auf Small-Talk aus, „Essen bringen, Blutdruckmessen...“
Gretchen verzog das Gesicht, ihr Freund schien ja wieder sehr gesprächig.
„Magst du mir denn nachher die Babys zeigen?“, fragte Gretchen und sah Marc bittend an.
Marc zuckte mit den Schultern. Aber er wusste, dass seine Freundin Babys über alles liebte. Er druckste noch ein wenig herum, bevor er nickte.
Gretchen registrierte jede einzelne Bewegung Marcs und konnte nur feststellen, dass etwas passiert sein musste. Aber bei bestem Willen gelang es ihr nicht, herauszufinden, was.
„Ich glaub ich geh dann auch mal besser“, sagte Maren und sah Marc ein Stück weit traurig an.
Für Marc aber sagte der Blick weitaus mehr. Maren wollte mit ihm reden. Aber wollte er das auch?
Gretchen beobachtete die Situation mit einem großen Fragezeichen in ihren Augen.
Sie verabschiedete Maren und wandte sich dann Marc zu.
Marc fühlte sich unwohl in seiner Haut. Gerne würde er Gretchen von den Geschehnissen berichten. Aber da war sie wieder. Diese Blockade, die er immer hatte, wenn es ernst wurde.
Verlegen nahm er noch ein Schluck Cola und versuchte Gretchen nicht in die Augen zu sehen.
Diese aber sah ihn eindringlich an.
„Was ist los, Marc?“, fragte sie und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu.
Er wusste, dass er nun reden musste, ansonsten würde ihn Gretchen ausquetschen.
„Nicht hier“, sagte er, „Lass uns später darüber reden“
Gretchen seufzte.
„In Gottes Namen. Ist es so schlimm?“, sie sah ihn nun besorgt an.
Marc aber zuckte nur mit den Schultern.
Gretchen beschloss es vorerst darauf beruhen zu lassen.
„Willst du dann noch Babys gucken?“, fragte Marc vorsichtig, seine Stimme klang schwach.
Gretchen nickte, aber ihre Augen waren traurig. Sie fragte sich, was Marc nun wieder hatte.
Marc trank den Rest seiner Cola aus und stand auf. Gretchen folgte ihm.
Gemeinsam gingen sie auf die Gyn zu. Dort trafen sie Mehdi.
„Meier, Babys gucken?“, er kam auf sie zu.
„Jap“, sagte Marc.
„Ich bin immer wieder überrascht“, sagte Mehdi und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, „Aber geht nur gucken“
Marc zeigte Gretchen den Raum. Er beschloss seiner Freundin einen Gefallen zu tun.
„Willst du eins auf den Arm nehmen?“, fragte er sie.
Gretchen sah ihn überrascht an.
„Darf ich das denn?“, fragte sie, aber ihre Augen leuchteten.
„Ich bin immer noch Pfleger auf der Station“, er deutete auf sein Schild, „Wenn du vorsichtig bist“
Gretchen nickte sofort.
„Gerne würde ich das“, sie sah die kleinen Babys an und ihr Herz begann zu klopfen.
„Der Kleine ist heut morgen erst geboren“, er deutet auf das Kind von Frau Kamen, „Wenn du willst...“
Marc nahm das Baby vorsichtig auf den Arm. Als er die Wärme des kleinen Körpers spürte, vergaß er für einen Moment seine Sorgen.
Gretchen war ziemlich erstaunt, wie zärtlich Marc das Kind auf seinen Armen hielt.
„Hier“, unterbrach er ihre Gedanken und hielt ihr den kleinen Jungen.
Gretchen nahm das Kind vorsichtig auf ihren Arm.
„Wie muss ich es halten?“, Gretchen war ein bisschen aufgeregt.
„So“, Marc zeigte es ihr lächelnd.
Gretchen sah das Baby glücklich. Ihre Fantasie ging schon wieder mit ihr durch und sie stellte sich vor, wie es wäre, wenn dies ihr Kind wäre und Marc der Vater. Sie betrachtete den Jungen. Er hatte die Augen friedlich geschlossen und atmete friedlich. Sie lächelte.
„Gefällt's dir?“, fragte Marc vorsichtig.
Gretchen wurde von seiner Frage urplötzlich aus ihren Gedanken gerissen und zuckte zusammen.
„Ja“, sagte sie voller Eifer.
Ihre ruckartige Bewegung hatte allerdings das Baby aus dem Schlaf geweckt. Es begann zu schreien.
Gretchen bekam es mit der Panik zu tun.
„Hey, Kleines“, sagte sie, „Ruhig. Alles ist gut“
Sie wiegte den Jungen vorsichtig hin und her.
„Pscht“, sagte sie, „Mami ist doch hier“
Aber der Junge schrie unbeirrt weiter.
Gretchen sah Marc hilflos an. Sie wiegte den Jungen wieder hin und her.
„Es scheint Hunger zu haben“, sagte Marc und nahm ihr das Kind vorsichtig wieder ab, „Bringen wir es zu seiner Mutter“
Gretchen nickte. Aber Marc war ganz ruhig, das sah sie. Wie er mit dem Kind umging, so zärtlich. Fast, als wäre es sein eigenes. Den Gedanken verschob Gretchen aber ganz schnell wieder. Auch wenn ihr Kinderwunsch immer größer wurde.
Marc bat Gretchen die Tür zu öffnen. Marc versuchte vorsichtig das Kind zu beruhigen. Sie machten sich auf den Weg zu dem Zimmer von Frau Kamen.
Die junge Frau war in heller Aufregung, als ihr Sohn aus Leibeskräften schrie.
„Was ist mit meinem Sohn?!“, sie sah Marc flehend an.
„Nichts“, sagte er, „Er hat nur Hunger“
Die Angst aus dem Gesicht der Mutter verschwand augenblicklich. Marc übergab Frau Kamen das Baby. Diese strich ihrem Sohn vorsichtig über das Haar.
„Deine Mama ist doch da“, auf ihr Gesicht lag das Lächeln einer Glücklichen.
„Komm wir gehen raus“, sagte Marc, „Es ist Stillzeit“
Gretchen lächelte und öffnete die Tür. Marc folgte ihr auf den Flur.
Als sie auf dem Flur standen sah Gretchen Marc prüfend an.
„Marc?“, setzte sie zur Frage an, „Wie kommt es, dass du auf einmal so einfühlsam bist? So kenn ich dich ja fast gar nicht“
Marc sah auf den Boden. Dann zuckte er mit den Achseln.
„Ich weiß es nicht“, sagte er, „Und ich will auch nicht darüber reden“
Er hatte es satt immer zu sagen, er wüsste nicht warum. Ein Stück weit sehnte er sich danach wieder vergessen zu können. Er sehnte sich danach nicht über alles reden zu wollen. Ein Teil von ihm sagte ihm, dass er Zeit für sich brauchte. Es war ihm alles zu viel.
Wo war der starke Marc Meier, der er zu sein glaubte?

Olivia<3 Offline

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06.07.2012 13:44
#170 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Da es morgen sinden Urlaub geht, wollt ich mich für die nächsten zwei Wochen mal abmelden. Leider habe ich es nicht mehr geschafft einen Tel zu schreiben. Das tut mir echt Leid. Ich hoffe ich habt ale schöne Ferien und könnt mich entbehren :)
Sonnige und ferienfreudige Grüße,
Olivia <3
PS: wenn ich wieder da bin gibt es dann einen extra langen Teil :)

Olivia<3 Offline

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30.07.2012 17:16
#171 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hallo
Es tut mir leid euch das mitteilen zu müssen, aber es gint leider KEINEN extra-langen Teil, da aich mich etwas überschätzt hab mit meinen paar Tagen zwischen den zwei Urlauben. Aber jetzt stellte sich heruas, dass wir auch in Italien Internet haben. Trotzdem heute nur einen kleinen Teil. Das tut mir Leid. Dafür gibts vielleicht Morgen direkt wieder einen Teil.
Ach, was ich noch sagen wollte: ich will mich bei allen bedanken, die mich seit einem Jahr unterstützen und mir das Schreiben zur Frede gemacht haben! Vielen, vielen Dank
Liebste Grüße,
Olivia
PS: Ich freu mich auf jede Menge Kommis!


Gretchen sah, wie es in Marcs Kopf arbeitete. Sie sah ihm an, dass er grade mit einigem zu kämpfen hatte.
„Marc?“, sie sah ihn eindringlich an, „Was ist los?“
Aber er schwieg. Fasste sich an die Brust, verzog das Gesicht und drehte sich dann um.
Aber Gretchen folgte ihm.
„Marc, du weißt, dass wir über alles reden können“, sie sah ihn einfühlsam an.
Marc seufzte, immer noch hatte er auf Stummfilm gestellt. Er blieb schließlich stehen. Dann sah er Gretchen an.
„Es ist...“, er brach ab und betrachtete den regen Krankenhausbetrieb, „Gehen wir in mein Büro“
Gretchen sah, wie sehr Marc sich beherrschen musste. Aber sie fragte sich, was er denn beherrschen musste? War er wütend? Traurig? Oder doch eher verwirrt?
Manchmal wurde man aus Marc nicht schlau, das wusste Gretchen. Aber sie würde wieder einmal versuchen, Marc zu verstehen und mit ihm zu reden.

So gingen sie weg von der Gyn, auf die Chirurgie, und dort direkt in Marcs Büro.
Dort angekommen ließ Marc sich erschöpft auf den Stuhl fallen. Es war ihm unangenehm zu wissen, dass Gretchen ihn gleich ausfragen würde.
Gretchen setzte sich aufs Sofa.
„Ich bin kein Einzelkind“, sagte Marc, „Ich habe eine Schwester“
Jetzt war es raus. Kurz und schmerzlos. Er selbst war überrascht, dass er diese Worte so schnell über seine Lippen bringen konnte. Er war froh, dass er diese Last nicht mehr auf sie zu tragen wusste. Es war eine Beklemmung gewesen, Gretchen nicht davon erzählt zu haben, aber nun war es raus.
Gretchen sah ihn fragend an.
„Wie, du hast eine Schwester?“
Sie war aus allen Wolken gefallen. Immer, wirklich immer, war sie davon ausgegangen, dass Marc das ungewollte Einzelkind war. Aber, dass er nun eine Schwester haben sollte, gab ihr eine ganz andere Perspektive. Was um alles in der Welt war in Familie Fischer passiert, dass ihre heile Welt so urplötzlich zusammengebrochen sein konnte?
„Du hast schon richtig gehört“, erwiderte Marc und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht.
„Aber...?“, Gretchen fehlten die Worte.
„Kein aber...“, sagte Marc niedergeschlagen.
„Ich bin froh, dass du es mir erzählt hast“, vorsichtig streckte sie ihre Hand aus und berührte ihn zärtlich am Arm.
Marc seufzte nur als Antwort.
„Wieso erfährst du davon erst jetzt?“, fragte Gretchen.
„Ich dachte, sie sei tot“, erwiderte er matt, „Meine Mutter hat mir immer gesagt, sie sei tot“
„Aber warum das denn?“, Gretchen sah ihn fassungslos an.
„Sie ist mit meinem Vater weggezogen“, sagte Marc, „Sie wurde kurz vor der Trennung geboren“
„Mensch Marc, das ist schrecklich“
„Das ist ewig her“, sagte Marc und biss sich auf die Lippe, „Es tut nichts mehr zur Sache“
Er versuchte aufzustehen, aber etwas hielt ihn davon ab.
Und es war das erste Mal, dass Gretchen nicht versuchte den Seelenklempner zu spielen. Sie versuchte nicht, möglichst viele Informationen aus ihrem Freund herauszuquetschen und auch die Mitleidsmasche sparte sie sich. Sie wusste ganz genau, dass Marc das nicht gebrauchen konnte. Denn er wollte nicht reden. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt und auch nicht der richtige Ort.
Aber vielleicht fehlten ihm auch einfach nur die Worte. Denn es kann auch vorkommen, dass einem Marc Meier einmal die Worte fehlen...

Olivia<3 Offline

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01.08.2012 19:54
#172 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Aber das Leben musste weiter gehen. Das wusste auch Gretchen. Und so sagte sie nur:
„Wenn du über irgendetwas reden willst, dann sag Bescheid“
Sie lächelte Marc lieb an. Und für den Hauch einer Sekunde zauberte sich ein Lächeln auf Marcs ernstes Gesicht.
Gretchen wusste, dass Marc dieses Angebot nur allzu ungern nutzte und es eigentlich nie der Fall war, dass er reden wollte.

Marc aber versuchte so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung über zu gehen.
„Dann geht’s jetzt ab nach Hause?“ fragte er, aber Gretchen hörte das minimale Zittern in seiner Stimme.
Sie nickte
Die beiden verließen das Krankenhaus, in jener trüben Stimmung.
Auch im Auto war die Stimmung gedrückt. Das Schweigen machte die Luft zum Zerreißen gespannt und es lag etwas unangenehmes in ihr.
Gretchen sah schweigend aus dem Fenster und sah die Häuser Berlins vorbeiziehen. Und Marc starrte stumm auf die Fahrbahn.
Aber in echt waren seine Gedanken wo anders. Sie waren bei seiner Mutter. Warum hatte sie ihm nie von Maren erzählt? Warum hatte sie ihn glauben lassen, Maren sei tot?
Und wie automatisch schlug sein Auto den Weg zu seiner Mutter ein.
Als Marc mit quietschenden Reifen vor dem Haus seiner Mutter hielt, starrte er immer noch stur nach vorn. Gretchen sah ihn verwundert an:
„Was wollen wir denn bei deiner Mutter?“ fragte sie ihn verwirrt.
Marc schnallte sich ab, den Blick immer noch nach vorn gerichtet. Er stieg aus, hielt ihr die Tür auf und befahl:
„Mitkommen“
Gretchen sah ihn fassungslos an. Was fiel dem Kerl denn ein? Erst einen auf schweigendes Grab zu machen, zu seiner Mutter zu kutschieren und dann kühle Befehle abzugeben.
Aber trotzdem schnallte sie sich ab und stieg zu ihm aus dem Auto aus.
Er schlug den Weg quer durch den Garten auf das Haus zu ein. Er klopfte an die Tür und ließ die Klingel links liegen.
Geöffnet wurde von Elkes Assistentin.
„Herr Doktor Meier, was wollen Sie denn hier?“; fragte sie, „Guten Abend Frau Doktor Haase“
„Ihc will zu meiner Mutter“
„Die hat aber grade ihren Yoga-Kurs“, erwiderte die junge Dame, „Sie möchte nicht gestört werden“
„Welche Mutter fühlt sich denn von ihrem Sohn gestört?“, Marc sah sie kopfschüttelnd an.
Dann nahm er Gretchen bei der Hand und zog sie an Elkes Assistentin vorbei auf den Eingang zu. Er stieß die Tür auf und stand in dem abendsonnendurchfluteten Wohnzimmer.
Mitten im Raum stand Elke, die Sonnenstrahlen brachen sich an ihr. Sie stand mit dem Rücken zu Marc. Im Hintergrund klang ihre Entspannungsmusik und ein Räucherstäbchen kokelte vor sich hin.
„Mutter!“; rief Marc, ohne sich von der Stelle zu rühren.
Elke zuckte zusammen und wandte sich hin.
„Olivier, was machst du denn hier? Ich hatte ausdrücklich darum gebeten nicht gestört zu werden“, Elke seufzte, „Wie soll ich mich denn bei dem Lärm konzentrieren?“
Sie fasste sich zu allem Überfluss auch noch an den Kopf.
„Du wirst dich wohl genug konzentriert haben“, stieß Marc zwischen den Zähnen hervor.
„Was ist denn los?“, Elke sah ihn mitleidig an, „Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“
Mit drei schnellen Schritten war Marc bei seiner Mutter angekommen und hatte sie am Arm gepackt.
Elke stieß einen spitzen Schrei aus und auch Gretchen zuckte bei Marcs ruckartiger Bewegung zusammen.
Marc sah seine Mutter tief in die Augen. Seine Augen sprachen Bände.
„Olivier, was hast du denn?“, sagte sie ängstlich.
„Nenn' mich nicht Olivier!“, zischte er, „Was war damals?“
„Damals?“, Elke sah ihn fragend an.
„Vor der Trennung meines Vaters?“, Marc sah sie wütend an, „Und meiner 'toten' Schwester?“
Elkes Augen weiteten sich vor Schreck.
„Was weißt du?“, ihre Stimme klang trocken.
„Glaub mir Mutter, ich weiß genug“, er ließ sie los und ging auf Abstand, „Warum hast du das getan?“
„Ich wollte dich schützen“
„Wovor?“, fragte Marc barsch.
„Ich weiß es nicht“, Elke sah auf den Boden.
„Ich denke, dass das nicht der richtige Weg war. Vielleicht hätte es mich ja gefreut, eine Schwester zu haben! Aber du hast mich n dem Glauben gelassen, sei sei TOT!“, Marc schnaubte verächtlich.
„Ich weiß, dass es nicht richtig war“, sagte Elke ruhig, „Aber da war es schon zu spät. Ich wollte den Kontakt zu deinem Vater abbrechen und damit leider auch zu Maren“
„Das ist dir ja gelungen“, sagte Marc matt.
Elke schwieg zur Antwort. Es war ihr unangenehm. Sie hatte gedacht, dass das Versteckspiel mit ihrer Tochter perfekt gewesen war, dass es lückenlos. Aber keiner hätte je ahnen können, dass alles einmal so enden würde.
„Hast du noch Kontakt zu ihr gehabt?“, fragte Marc auf einmal in das Schweigen hinein.
Elke schüttelte den Kopf.
„Christian und ich waren der Meinung, dass es besser wäre, wenn ich sie nicht sehen konnte“, sagte sie.
Marc sah sie fragend an. Das war doch nicht richtig, eine Mutter, die ihr Kind nicht sehen sollte.
Auch in Gretchens Kopf ratterten die Gedanken. Sie hatte immer gewusst, dass es in Marcs Familie mehr als nur kompliziert herging. Aber solch unerklärlichen Dinge hatte sie bei Weitem nicht erwartet.
Aber Gretchen schwieg, sie fühlte sich fehl am Platz. Dies war eine Gelegenheit, die sie nichts anging. Aber Marc hatte sie dort mit hinein gezogen. Sie wünschte sich an diesem Moment nichts sehnlicher, als nicht in Elke Fishers Wohnzimmer zu stehen und Marc und seiner Mutter beim Streiten zuzusehen.
Aber Gretchen hatte das ungute Gefühl, dass Marc es ohne sie nicht schaffen würde, dass er sie als seelische Unterstützung brauchte. So seltsam das auch klingen mochte.
Marc war währenddessen nervös durchs Zimmer gelaufen. Es war ihm anzusehen, dass er sich in seiner Haut nicht wohlfühlte. Vor allem aber, dass er nach Worten rang.
Er ließ sich schließlich aufs Sofa fallen und seufzte laut.
„Und wie soll das jetzt weiter gehen?“, er sah seine Mutter wütend an, „Wie hast du dir das gedacht?“
„Es war nie geplant, dass ihr euch einmal wieder sehen solltet“, sagte Elke.
„Ach ja?“, Marc schnaubte, „Und wie kommt es dann, dass sie rein ZUFÄLLIG im selben Krankenhaus arbeitet wie ich? Das haben du und Christian ja toll geplant“
„Marc, es war nicht mein Plan. Christian hat gesagt, er übernimmt die Sache“
„Die Sache?!“, Marc sprang auf, „Maren ist ein Mensch und keine Sache, die man aus dem Weg schafft!“
Gretchen und Elke rissen die Augen auf. Hatte Marc das grade eben wirklich gesagt? Hatte er seine Mutter auf diese Weise zurecht gewiesen?
Seine Worte kamen so überraschend, dass Elke es nicht mal schaffte, Marc zu verklickern, dass sie Maren gar nicht „aus dem Weg schaffen“ wollten.
Marc verstand das Schweigen und die fragenden Blicke nicht und redete unbeirrt weiter.
„Maren ist meine Schwester“, sagte er mit fester Stimme, „Und so soll sie auch behandelt werden“

Olivia<3 Offline

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04.08.2012 15:40
#173 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Elke staunte. Solche Worte hatte sein Sohn noch nie über die Lippen gebracht. Auch Gretchens Augen waren weit aufgerissen, als sie Marc so unbeirrt reden hörte. Ein kleines Lächeln zauberte sich auf ihre Lippen. Sie war mehr als stolz auf ihren Freund.
„Warum habt ihr mir das angetan?“, fragte er noch mal mit zitternder Stimme.
Elke wusste nichts mehr zu sagen. Ihr wurde erst jetzt klar, was sie Marc mit dem vorgetäuschten Tod Marens angetan hatte.
„Olivier, es ist passiert“, sagte sie, „Ich kann es jetzt nicht mehr ändern“
„Ja, jetzt ist es zu spät. Aber das hättest du dir ja mal eher überlegen können!“, sagte er, „Bevor du mich fast 20 Jahre in dem Glauben lässt, meine Schwester wäre tot!“
„Es war ein Fehler“, sagte Elke, „Aber ich sehe es ein“
„Ich werde jetzt gehen“, sagte Marc, „Und ich muss mir noch einmal gründlich überlegen, ob ich noch mal wieder komme!“
Elke erschrak und auch Gretchen war über Marcs Reaktion mehr als verwundert. Aber eines wurde ihr bewusst. Die Beziehung zwischen Marc und seiner Mutter hatte tiefe Risse und diese Aktion gab ihr schließlich den Rest. Wäre dies das Ende der Fisher-Meierschen Ära?
„Olivier...“, sie sah ihn angsterfüllt an.
„Wie oft habe ich dir gesagt, dass du mich nicht Olivier nennen sollst?“, fuhr er sie an, bevor er auch Gretchen zuging.
Er nahm ihre Hand und sie sah ihn liebevoll an.
„Lass uns gehen“, sagte er notgedrungen, „Mutter, das werde ich dir nie verzeihen“
Das waren vorerst seine letzten Worte, die er an seine Mutter richtete.
Mit schnellen Schritten ging er über die Auffahrt, zu seinem Auto. Er hielt Gretchen die Tür auf und setzte sich schließlich auf den Fahrersitz.
Er lehnte sich zurück und atmete schwer aus.
Gretchen sah ihn mitleidig an.
„Glaubst du, dass das die richtige Entscheidung war?“, fragte sie ihn.
Er schwieg eine Weile.
„Ich habe schon viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagte er, ohne ein Zittern in der Stimme, „Aber dies war die richtige“
„Marc, das ist deine Mutter“, Gretchen sah ihn fassungslos an.
„Das, was sie getan hat ist unverzeihlich“, sagte er kühl.
„Da hast du ja recht, aber ich glaube es hat dir wirklich Leid getan“
„Das hätte sie sich früher überlegen sollen“, erwiderte er.
„Wirst du noch mal mit ihr reden?“, fragte Gretchen.
„Marc aber zuckte nur mit den Schultern.
„Das muss ich mir noch mal gründlich überlegen“, sagte er schließlich, bevor er heulend den Motor anließ.
Gretchen seufzte, während da Auto sich durch den Verkehr schlängelte. Aber Marc schlug nicht den Weg zu seiner Wohnung ein, sondern er fuhr woanders hin.
„Marc, wohin fahren wir?“, fragte sie.
Aber Marc schwieg.
Gretchen drehte sich beleidigt weg und sah aus dem Fenster. Bis Marc das Auto vor dem Krankenhaus parkte.
„Warte hier“, sagte er und sah sie traurig an, „Es tut mir Leid“
Schweigen herrschte und Marc hielt für einen Moment inne.
Dann beugte er sich vorsichtig zu ihr und seine Lippen trafen auf ihre Wange.
„Ich liebe dich“, sagte er, „Und es tut mir Leid, aber das muss ich alleine machen“
Gretchen nickte traurig.
„Ist schon gut“
Dann fiel die Tür ins Schloss und Gretchen war alleine. Eine Träne lief ihr über die Wange, aber sie wartete.

Wie betäubt lief Marc durch die Flure des Krankenhauses, den Kopf voller Gedanken.
Als er das Tür zum Schwesternzimmer auf der Gyn öffnete, überkamen ihn das letzte Mal Zweifel. Zu allem Unglück war auch noch Gabi da:
„Wo ist Schwester Maren?“, fragte er sie mit bemüht ruhiger Stimme.
„Was läuft denn da?“, Gabi zog die Augenbrauen hoch.
„Könntest du die unqualifizierten Kommentare vielleicht mal stecken lassen?“, fragte Marc, „Denn wer keine Ahnung hatte, sollte an manchen Stellen einfach die Klappe halten“
Gabi verdrehte die Augen.
„Maren ist im Patientenzimmer, aber wenn es so wichtig ist, dann kannst du ja hier warten“, sagte sie zuckersüß, „Leistest mir ja sicher gerne Gesellschaft“
Marc seufzte tief, setzte sich dann aber bereitwillig auf einen der Stühle. Gabi setzte sich zu ihm.
„Und wie läufts mit dem dicken Haasen?“, fragte Gabi.
„Kannst du vielleicht mal aufhören mich vollzuquatschen?“, aber falls es dich interessiert, „Besser als es mit dir je gelaufen ist“
Gabi schwieg beleidigt.
„Und, was geht da noch mit dem Tropenarzt?“, Marc sah Gabi an.
„War ja nur ne Affäre“, sagte Gabi.
„Klar, ich vergaß. Schlampen können Männer nur zur Hochzeit zwingen“, Marc verdrehte die Augen und Gabi schnaubte wütend.
„Deine Witze waren auch mal besser“, sagte sie, „Aber seit du Miss Piggy kennen gelernt hast, musst du ja auch niemanden mehr beeindrucken“
„Pfff“, erwiderte Marc.
„Ach, die Leute reden doch“, setzte Gabi noch einen drauf, „Längst wirst du nicht mehr für den Besten gehalten“
Gabi sah ihn gespielt vorwurfsvoll an.
Aber Marc blieb locker.
„Von wem, von dir?“, fragte er, „Also auf deine fachmännische Meinung kann ich aber auch gut und gerne verzichten“
In dem Moment kam Maren zurück ins Schwesternzimmer.
„Du Gabi Dr. Kaan hat nach Ihnen gefragt, er brauch Hilfe, bei der Geburt“, Maren sah Gabi nett an, erst jetzt bemerkte sie Marc, „Marc...Was machst du hier?“
„Ich lass euch dann mal alleine“, sagte Gabi und räumte genügsam das Feld.
„Maren“, sagte er nur.
„Was ist?“, fragte sie, ihre Stimme hatte einen traurigen Unterton.
„Wir müssen reden“, sagte er, „Über das, was passiert ist“
„Okay“, sagte Maren und setzte sich zu ihren Bruder.
„Maren, du musst wissen. Ich rede nicht gerne und vor allem nicht viel“, sagte Marc und er war wieder einmal über sich selbst verwundert.
„Dafür redest du aber doch recht viel“, Maren lächelte ihn aufrichtig an.
Auch Marc lächelte sie an.
„Und...“, er druckste herum, „Es tut mir Leid, dass ich dich vorhin so schlecht behandelt habe. Wegen Gretchen und so“
Marc sah betreten auf die Pflanze, die auf dem Tisch stand.
„Ich kann dich verstehen“, sagte sie, „Das ist alles neu für dich und du brauchtest erst mal so etwas wie Bedenkzeit“
„Hmm. Vielleicht“
„Komm schon. Das wird schon wieder“, sagte Maren, „Immerhin sind wir Bruder und Schwester“
'Bruder und Schwester', der Begriff kam Marc so fremd vor. Aber er löste auch etwas in ihm aus. Und das nennt man dann wohl 'Geschwisterliebe'

Olivia<3 Offline

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06.08.2012 20:45
#174 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Und Marc machte ernst. Er redete kein Wort mit seiner Mutter. Er ließ ihre Anrufe unbeantwortet und ignorierte ihre Mails und SMS.
Wenn Marc sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann hielt er das auch durch.
Gretchen gefiel dieses Demonstrative Ignorieren gar nicht. Sie konnte Elke verstehen, wenn sie furchtbar verletzt war. Schließlich war es das erste Mal, dass sich ihr Sohn ihr so widersetzte.
„Marc, willst du nicht noch mal mit ihr reden?“, fragte Gretchen ihn nach fast drei Wochen resoluten Schweigens.
„Was soll ich mit ihr noch reden?“, fragte er abschätzig.
„Du könntest dir wenigstens anhören, wie sie sich entschuldigt und was sie zu sagen hat“, erklärte Gretchen.
„Sie hat mich ein Leben lang schikaniert. Das Maß war voll und jetzt kann sie zusehen“, sagte Marc unbeirrt.
„Das Verhältnis zwischen euch hat sich doch verbessert. Vor der Sache mit Maren“, argumentierte.
„Sag mal, auf welcher Seite stehst du eigentlich?!“, Marc sah sie entgeistert aus.
„Marc, natürlich werde ich immer zu dir halten“, sie sah ihm in die Augen, „Aber sie hat ihre Chance verdient“
„Die wievielte? Die hundertste? Das kann so nicht weiter gehen“, Marc schüttelte den Kopf.
Darauf wusste Gretchen nichts mehr zu sagen.
„Sag mal, du kannst unmöglich DAS Hemd anziehen. Das ist total zerknittert!“, ermahnte ihn Gretchen auf einmal.
Marc sah an sich herunter.
„Stimmt“, er seufzte und knöpfte es wieder auf.
„Wann müssen wir eigentlich da sein?“, fragte Gretchen und sah auf die Uhr.
„Maren hat gesagt, dass wir um acht kommen sollen“, sagte Marc.
„Dann beeil dich mal, wir habens schon halb“, sagte Gretchen.
„Jaja“, sagte Marc und kramte ein neues Hemd aus dem Schrank.
„Nicht das Blaue“, sagte Gretchen, „Das hat einen Fleck“
„Hmpf“, Marc kramte weiter.
„Das Weiße hat ein Loch“, sagte Gretchen, als er das nächste präsentierte.
„Das Rosane ist gut“, sagte sie und gab Marc einen Kuss.
„So soll es sein“, Marc schlüpfte in das Hemd und knöpfte es zu.
„Sag mal, wo ist eigentlich das Geschenk?“, fragte Gretchen.
„Ja, wo ist denn das Geschenk Frau Doktor?“, er sah Gretchen fragend an.
„Das solltest du doch besorgen“, sagte Gretchen.
„Aber ich dachte, du hättest schon was“, erwiderte Marc.
„Nee, eigentlich nicht“, sagte sie.
„Na super“, Marc seufzte, „Frauen kriegen einfach nichts auf die Reihe“
„Du jetzt fang nicht wieder damit an!“, sagte Gretchen.
„Na super, dann ab zur Tankstelle“, sagte Marc, „Dann müssen eben Pralinen herreichen“
Gretchen seufzte, der Abend fing ja super an.
„Aber Pralinen zum Geburtstag?“, fragte sie, „Wie wäre es denn mit einer Flasche Wein?“
„Meine Schwester trinkt keinen Alkohol“, erinnerte Marc Gretchen daran.
„Weißt du was Marc?“, Gretchens ah ihn lieb an, „Ich finde es ganz toll, dass du dich jetzt so gut mit deiner Schwester verstehst. Und auch die Sache mit deiner Mutter. Marc, ich bin wieder einmal stolz auf dich“
Sie drückte ihm schließlich noch einen Kuss auf die Wange.
„Tja, Marc Meier ist einfach der Beste“, er zwinkerte ihr zu.
„Selbstverliebter Macho“
„Schleimerin“
„Jetzt aber los zur Tankstelle“, Marc gab seiner Freundin einen Klaps auf den Hintern.
Und so machten sie sich auf den Weg zur Tankstelle, um Pralinen zu kaufen. Selbstverständlich ohne Alkohol.

Pünktlich um acht Uhr standen Marc und Gretchen vor Marens Tür. Sie klingelten und Maren öffnete die Tür und strahlte sie an.
„Hallo Marc“, sie umarmte ihren Bruder und gab ihm rechts und links ein Küsschen,
„Hallo Gretchen“, sie wiederholte ihre Prozedur, „Kommt doch rein“
Maren führte sie in ihre Wohnung.
„So, das ist unsere Wohnung. Klein aber fein“, sie lächelte, „Meine Mitbewohnerinnen sind heute ausgeflogen“
„Schön hast du es hier“, sagte Gretchen. Sie fand die kleine Wohnung richtig gemütlich. Ein ganz anderer Stil, als sie ihn von Marcs Wohnung gewohnt war.
„Danke“, sagte sie, „Wir haben alles gemeinsam eingerichtet als wir hier eingezogen sind. So hat jeder was beigesteuert“
Sie folgten Maren ins Wohn- und Esszimmer. Sie hatte bereits den Tisch gedeckt.
„Hier könnt ihr euch setzten. Es gibt gleich Essen“, saget sie, „Wisst ihr ich koche doch so gerne. Und ihr?“
„Wir kochen eher...“, setzte Gretchen an.
„Gar nicht“, beendete Marc den Satz.
Gretchen warf Maren einen verlegenen Blick zurück.
„Aber warum denn nicht? An kann kreativ sein und all das“, Maren griff mit der linken Hand zur Weinflasche, „Ich hoffe ihr mögt den Wein. Ich kenn mich doch mit so was nicht aus“
„Das geht schon“, sagte Gretchen und lächelte.
„Marc, kannst du denn nicht kochen?“, fragte Maren ihren Bruder.
„Nicht wirklich“, sagte er, „Das einzige, was ich noch hinkriege ist ne Pizza in den Ofen zu schieben. Das überschreitet die Leistungen meiner Freundin schon“
„Sehr witzig Marc“, erwiderte Gretchen, „Also das Reinschieben krieg ich auch noch hin. Das Problem gibt es dann nur beim Rausholen“
„Hasenzahn setzt immer gleich die Küche in den Brand“, Marc lachte.
„Das hört sich ja an, als würde bei euch ganz schön was los sein, wenn gekocht wird“, sagte Maren kichernd.
„Aus dem Grund kochen wir auch nicht häufig“, sagte Marc.
„Kann ich verstehen“, Maren nickte, „So, jetzt hol ich aber mal das Essen aus dem Ofen. Nicht, dass mir auch noch so was passiert“
Maren verschwand in der Küche.

Das Essen verlief fröhlich. Maren war eine wirklich sehr gesprächige Person und so fiel Marcs gewöhnliche Schweigsamkeit gar nicht so auf. Aber auch er schaffte es sich hier und da ins Gespräch einzubringen. Es wurde viel gelacht an diesem Abend. Und irgendwann schaffte Marc es sogar über seinen Schatten zu springen und er redete frei heraus.
„Marc, jetzt erzähl mal, wie ihr euch kennen gelernt habt“, fragte Maren, als sie alle auf dem Sofa saßen.
„Das ist eine lange Geschichte“, sagte Marc, seine Hand war mit Gretchens verschränkt.
„Los, erzähl“, forderte Maren ihren Bruder auf, „Immerhin seid ihr das Traumpaar des Krankenhauses!“
Gretchen lächelte.
Und dann begann Marc zu erzählen. Er erzählte ihre ganze Geschichte. Von der Schulzeit angefangen, über die Studienzeit und ihre erste Begegnung im Krankenhaus. Auch Gabis Intrige und die Hochzeit mit Alexis ließ Marc nicht aus. Zuletzt berichtete er von seinem Unfall und Dr. Menz schrecklichen Intrigen.
„Das ist eine sehr traurige Geschichte“, sagte Maren schließlich.
„Ja, das ist sie“, sagte Gretchen schließlich, „Aber sie zeigt wieder einmal, dass die wahre Liebe nicht immer den direkten Weg geht...“

Olivia<3 Offline

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08.08.2012 20:51
#175 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

„So, Hasenzahn, dann lass uns auch mal wieder gehen“, schwankend stand Marc auf.
„Marc, ihr könnt unmöglich so nach Hause gehen. DU bist ja total betrunken!“, sagte Maren kopfschüttelnd, „Ihr schlaft heute hier“
„Hier schlafen? Wo denn?“, fragte Marc und kicherte.
Er hatte wirklich das ein oder andere Glas Wein zu viel getrunken.
„Ihr schlaft bei mir im Zimmer und ich schlaf bei Gabi, meiner Mitbewohnerin“
„Die Gabi?“, Marc sah ihn ungläubig an, „Aus dem Krankenhaus?“
„Wohl wahr“, sagte Maren.
„Herr im Himmel“, sagte Marc, willigte aber schließlich doch ein.

Nebeneinander lagen Marc und Gretchen in Marens Bett. Er hatte den Arm um Gretchen gelegt und sie sich dicht an ihn gekuschelt.
„Du Marc?“, fragte sie.
„Hmm?“, grummelte er.
„Es war ein sehr schöner Abend“, sagte Gretchen.
„Hmm“, sagte Marc nur.
„Ich glaube du und deine Schwester, ihr versteht euch richtig gut“, sagte sie, „Eine ganz tolle Geschwister-Beziehung“
„Vielleicht hast du Recht“, willigte Marc ein.
„Sie wirkt gar nicht so, als könnte sie die Tochter von Elke Fisher sein“, stellte Gretchen fest.
„Hmm“, kam es wieder nur von Marc.
„Gute Nacht“, sagte Gretchen schließlich.
„Gute Nacht“, Marc gab ihr einen Kuss aufs Haar, bevor auch er die Augen schloss.

Der Morgen begann mit dem Geruch von Kaffee. Marc reckte sich müde und kniff die Augen zusammen. Es war taghell im Raum. Er sah sich um, Gretchen lag nicht neben ihm. Er bekam es mit der Angst zu tun. Er saß aufrecht im Bett.
„Hasenzahn?“, fragte er.
„In der Küche“, rief sie und Marc atmete erleichtert auf.
Mühsam schälte er sich aus den Decken und zog sich ein T-Shirt über. So schlurfte er in die Küche.
Dort wurde schon fleißig gebruzelt und die Kaffee-Maschine gluckerte fröhlich vor sich hin.
Gretchen und Maren standen am Herd und Gretchen hatte einen Pfannen-Wender in der Hand.
„Hasenzahn, was zum Teufel machst du da?!“, fragte Marc entgeistert und deutete auf die Pfanne.
„Maren zeigt mir, wie man Rührei kocht“, sagte Gretchen und rührte mit dem Pfannen-Wender in der Pfanne herum.
„Du bringst diesem hoffnungslosen Fall das Kochen bei?“, wandte sich Marc nun an Maren.
„Ein Versuch ist es doch wert“, sagte diese, „Bis jetzt schlägt sie sich ganz gut“
„Ein Wunder, dass wir noch nicht die Feuerwehr rufen mussten“, witzelte Marc.
„Sehr witzig Marc“, Gretchen wandte sich der Pfanne zu.
Marc ging zur mittlerweile durchgelaufenen Kaffee-Maschine und fragte Maren nach einer Tasse.
„Hier“, Maren gab ihrem Bruder eine.
„Die Giraffen-Tasse“, Marc wandte die Tasse mit dem abgebrochenen Henkel in seiner Hand, „Wie kommst du denn an die?“
„Mein Vater hat sie mir geschenkt, wieso?“
„Es war früher meine Lieblingstasse“, Marc goss sich Kaffee ein.
„Och Marc, ist das süß“, meldete sich Gretchen vom Herd.
„Gar nicht“, erwiderte Marc und nahm einen kräftigen Schluck.
„So, gleich gibt es Essen“ sagte Gretchen und deutete stolz auf die Pfanne.
„Marc, magst du nicht schon mal den Tisch decken?“, fragte Maren und drückte ihrem Bruder einen Stapel Teller in die Hand.
Widerwillig stellte Marc Teller auf den kleinen Küchentisch.
Endlich saßen alle und Gretchen stellte die Pfanne auf den Tisch.
„Jetzt bin ich aber mal gespannt“, Marc deutete Grinsend auf das Rührei.
„Jetzt sei doch nicht so“, ermahnte Maren ihren Bruder.
Gretchen gab jedem eine gehörige Portion ihres Rühreis und Marc musste zugeben, dass es gar nicht mal so schlecht aussah.
Er kostete zaghaft. Und das erste, was er schmeckte, war Salz. Er nahm einen größeren Bissen und verschluckte sich fast.
„Himmel, Hasenzahn! Wieviel Salz ist denn da dran?“, er griff zu seinem Kaffee und nahm einen ordentlichen Schluck.
„Das bisschen Salz“, Gretchen winkte ab und kostete selbst einmal, „Wieso, das schmeckt doch super!“
Aber auch sie griff sofort zum Kaffee.
„Wie sagt man so schön?“, fragte Maren, „Wenn das Essen versalzen ist, ist der Koch verliebt“
Gretchen kicherte und Marc verdrehte die Augen. Woher hatte seine Schwester nur die romantische Ader?
Maren erklärte sich bereit, das ziemlich versalzene Rührei zu entsorgen und stellte stattdessen Brot auf den Tisch. Alle waren dankbar.
„Das mit dem Kochen üben wir aber noch mal“, sagte sie, „Wenn du magst, zeige ich dir ein bisschen was“
„Gerne“, sagte Gretchen, „Es ist ja nicht so, dass es keinen Spaß machen würde...“
„Da hast du aber was zu tun“, warnte Marc sie vor.
„Red dich nicht raus, du wirst mitmachen“, sagte Maren, „Auch der Mann im hause sollte im Stande sein sich nicht nur von Tiefkühlpizza zu ernähren“, sie sah ihn gespielt streng an.
„Na super“, Marc seufzte, lächelte kurz darauf aber wieder.
Das gemeinsame Frühstück war eine große Freude und setzte dem Abend zuvor noch das Sahnehäubchen.
„So, jetzt müssen wir aber wirklich“, sagte Marc gegen halb eins, „Danke noch mal für die Einladung“
„Aber gerne doch, ihr ward mir angenehme Gäste“, Maren lächelte, „lasst euch drücken“
Maren nahm erst ihren Bruder in den Arm, dann dessen Freundin.
„Ihr könnt gern noch mal wieder kommen“, sagte Maren, „Und wir machen noch mal einen Termin aus, wegen dem 'Koch-Kurs'“, sie zwinkerte Gretchen zu.
Marc gab seiner Schwester links und rechts ein Küsschen und auch Gretchen tat es ihm gleich.
„Wir sehen uns wohl im Krankenhaus“, sagte diese.
„Genau, bis dann“
Dann fiel die Tür ins Schloss und Marc und Gretchen machten sich auf den Weg in ihre Wohnung.
Es war eine wunderschöne Zeit gewesen, die sie bei Maren verbracht hatten. Marc hatte sie wirklich genossen. Er hatte sich das erste mal richtige zu Hause gefühlt. Es war mit das erste mal gewesen, dass er Familie als etwas angenehmes, liebevolles empfinden konnte. Und wenn er ehrlich war, daran konnte er sich gewöhnen.
Zufrieden lächelnd steuerte den Wagen durch den mittäglichen Verkehr.
Und dann machte sich ein Gefühl in ihm breit, was er schwer zu deuten wusste. Aber er wusste, das war ein Schritt in sein neues Leben...

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