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Dieses Thema hat 185 Antworten
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 Erfindet eure eigene Fortsetzung !
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Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

25.12.2011 09:19
#76 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Wir nähern uns dem Fest der Liebe, aber dafür muss erst einiges geklärt werden!
Ich wünsche euch allen einen schönen 1. Weihnachtsfeiertag
Ich warte auf eure Kommis,
Olivia


In Marc tobten die Gefühle, all seine Gedanken flogen ihm auf einmal zu:
Warum ist sie so neugierig? Warum kann ich ihr nicht einfach erzählen, was los ist, auch wenn dies nicht von großem Belang ist? Warum bin ich so ein Weichei, der nicht die Eier hat seiner Freundin beizubringen, dass sein Freund ihm zu psychologischer Hilfe rät?
Da war es wieder, dieser Gedanke ein Weichei sein zu können, wenn auch diesmal in einem ganz anderem Bezug. Er erschrak über den Kloß, der sich bei dem Gedanken „Weichei“ in seinem Hals bildete. Dieses Wort würde ihn noch umbringen!
Mir reicht es, dieses Wort raubt mir noch den letzten Nerv, ich werde mit ihr reden müssen. Ich werde Gretchen fragen, was sie zu Medhis Aussage sagt! Was wenn ich wirklich Hilfe brauche? Meier, bloß nicht drüber nachdenken, sei kein Weich... Bitte nicht wieder dieses Wort!
Denk dran, alles wird gut, auch wenn du zum Psychodoktor musst!
Wo bleibt sie denn? Sie müsste ihren Kaffee doch schon längst getrunken haben!
Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass erst zwei Minuten vergangen waren. Er seufzte und lehnte sich zurück. Er beobachtete eine Motte, die immer wieder versuchte in das Deckenlicht zu fliegen. Er betrachtete dies fasziniert, wie konnte die Motte nur so dämlich sein und sich immer wieder den Kopf an der Lampe stoßen? Er seufzte, jetzt machte er sich schon Gedanken über die Motten in seinem Umfeld. Er wandte den Blick von der Decke an und setzte sich vorsichtig auf.
„Marc, hast du dich entschieden?“ fragte Gretchen, als sie den Raum betrat.
Marc erschrak, er hatte sie gar nicht kommen hören.
„Was?“ fragte er deshalb.
„Ob du dich entschieden hast mit mir zu reden!“ wiederholte Gretchen.
„Ja, das hab ich“, murmelte Marc.
„Und?“ fragte Gretchen und setzte sich auf seine Bettkante.
„Mein Gott, jetzt mach daraus bitte keinen Staatsakt!“ beschwerte sich Marc.
„Wie bitte? Ich dachte du wolltest mir etwas sagen?!“ Gretchen sprang auf.
„Hasenzahn, beruhige dich, ich wollte nur noch mal zum Ausdruck bringen, dass ich keinen Grund sehe mich zu entschuldigen, aber ich werde es jetzt trotzdem tun“, erklärte Marc.
„Und warum?“ war ihre Frage.
„Weil es doch etwas zu erzählen gibt“, murmelte Marc, „Es hat etwas mit Medhi zu tun, und auch etwas mit mir.“
„Ach ja?“
„Du erinnerst dich an meine...Beziehungsprobleme?“ er tat sich schwer diese Worte über die Lippen zu bringen.
Gretchen nickte, „Du hattest Angst eine Beziehung einzugehen und hast dich einen verknallten Dorfdepp genannt.“ Gretchen erinnerte sich nur zu gut daran als er ihr von der Ursache des Unfalls erzählt hat.
„Ja, genau das meine ich“, setzte er fort, „Meinst du...Naja, dass ich...“, er schluckte, „Na ja, professionelle Hilfe annehmen sollte?“ Marc war froh, dass es endlich raus war.
„Was, wer hat das denn gesagt?!“ beschwerte sich Gretchen.
„Medhi“, meinte Marc.
„Wie bitte?!“
„Du hast schon richtig gehört, Medhi hat gesagt, dass ich zum Seelenklempner soll!“
„Aber warum denn?“
„Wegen der Sache mit dem Weichei“, antwortete Marc.
„Nur deswegen? Er wird sich ja noch mehr dabei gedacht haben“, versuchte sie noch mehr aus Marc herauszuquetschen.
„Nein, mehr hat er nicht gesagt, dann bin ich ja umgekippt“, erklärte Marc.
Gretchen setzte sich, ihr war immer klar gewesen, dass Marcs Probleme nicht normal waren, aber dass er damit zum Psychologen musste hätte sie nie gedacht.
„Und jetzt?“ Gretchen war mit der Situation überfordert.
„Ich weiß es nicht, meinst du ich geh zum Psychologen?!“ sagte Marc abschätzig.
„Medhi wird seinen Grund haben, dass er so etwas sagt. Ich meine, du hast dich schließlich fast umgebrachte wegen dieser Geschichte. Was wenn er Recht hat?“ stellte Gretchen fest.
„Du gibst ihm Recht?!“ Marc war außer sich, so hatte er sich das klärende Gespräch aber nicht vorgestellt.
„Marc, ich habe nur gesagt, dass er Recht haben KÖNNTE!“ beschwerte sich Gretchen, „Es ist nicht normal, dass du einen Unfall baust, nur wegen deinen Komplexen, worum es auch immer geht!“
„Gretchen, ich wusste nicht mehr weiter, es kommt mir doch selbst alles so dämlich vor, ich habe das nicht gewollt, du musst mir glauben!“ beteuerte Marc.
„Ich weiß es, ich weiß, dass du das alles nicht wolltest und dass es keine Absicht war. Aber du warst komplett neben der Spur, und das nur, weil du mich an dich herangelassen hast? Weil du endlich glücklich warst?! Marc, da steckt mehr dahinter und das muss geklärt werden, egal wie!“ stellte Gretchen klar.
„Du meinst also, ich soll Hilfe annehmen? Gretchen, das kann ich nicht“, meinte Marc betreten.
„Nein, wenn du nicht willst, dann musst du gar nichts machen, aber ich verspreche dir, dass ich immer zu dir halte, egal was du für einen Mist baust, weil ich dich liebe! Und es war nicht die falsche Entscheidung Gefühle zuzulassen, Marc! Wer liebt ist immer schwach und du hast mehr davon, viel mehr“, Gretchen seufzte und setzte sich wieder zu ihm aufs Bett.
„Gretchen, ich werde es erst mal so versuchen, ich glaube, dass mir das alles eine Lehre war. Und ich weiß jetzt auch, dass es wichtig ist zu reden.“ Marc sah nach unten, aber nachdem er sich ihr anvertraut hatte, ging es ihm besser.
„Marc, das hast du jetzt echt schön gesagt!“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange, „meinst du jetzt wird alles gut?“
„Hasenzahn, es ist alles gut, wenn ich hier wieder raus bin, dann werde ich ein neues Leben anfangen, mit dir und ohne den ganzen alten Scheiß, ich will vergessen was war!“ meinte Marc.
„Solange du mich nicht vergisst“, Gretchen lächelte ihn glücklich an, „Und ich bitte dich, rede noch mal mit Medhi!“
Marc verdrehte die Augen, aber sagte nichts.
Gretchen kuschelte sich glücklich an Marc, der nun einen Entschluss fürs Leben gemacht hatte. Und er war glücklich damit.


Kommentare zu der Story von Olivia<3-9

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

26.12.2011 12:10
#77 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So heute beginnt dann auch bei Martchen die Weihnachtszeit! Viel Spaß und ich freu mich auf eure Kommis!
Liebe Grüße,
eure Olivia


Die nächsten Tagen steckten voller Weihnachtsvorbereitungen, Marc ärgerte sich ein wenig darüber, dass er immer noch ans Bett gefesselt lag. Er wollte so gerne raus und die Vorweihnachtszeit mit seinem Hasenzahn verbringen. Insgeheim hatte er sich die Zeit mit ihr in den buntesten Farben ausgemalt. Aber das hätte er natürlich nie gesagt.
So saß er in seinem Krankenhausbett, während Gretchen mit Gigi auf den Weihnachtsmarkt ging:
„Jetzt erzähl doch mal was mit Marc war!“ forderte Gigi die Freundin auf.
„Medhi meinte er solle zum Psychologen gehen und dann ist er vollkommen ausgetickt, du kennst ihn doch...“, murmelte Gretchen.
„Und, was macht er jetzt?“
„Er will es erst mal so versuchen, er hat gesagt, er wolle ein neues Leben anfangen“, meinte Gretchen.
„Ist ja krass, Marc Meier will ein neues Leben anfangen!“ Gigi gab sich begeistert.
„Ja, das finde ich auch, sag mal, wie läuft es eigentlich mit Medhi?“ fragte Gretchen, sie hatte keine Lust immer über sich und Marc zu reden.
„Ach, so weit ganz gut, aber irgendetwas hat er. Er kann sich nicht richtig auf mich einlassen!“ erzählte Gigi.
„Komisch, sonst ist er doch immer der gewesen, der sofort klammert“, Gretchen war etwas verwundert.
„Ich weiß es auch nicht, er war auch immer ganz lieb und so, aber irgendetwas blockiert ihn!“
„Weiß er überhaupt, na ja, von deinen Gefühlen für ihn?“ fragte Gretchen interessiert.
„Nein, ganz am Anfang von Afrika, da hat er mal so etwas in die Richtung vermutet, aber damals war da ja noch nichts. Aber jetzt? Ich weiß es nicht“, klärte Gigi die Freundin auf.
Die beiden Frauen kamen an einem Stand mit Süßigkeiten vorbei. Gretchen war sofort begeistert und wollte einen Schokoladenapfel essen.
Gigi grinste, so kannte sie ihr beste Freundin, immer auf der Suche nach etwas Essbarem.
„Magst du nicht auch einen essen?“ fragte Gretchen.
Gigi verdrehte grinsend die Augen und ließ sich aber doch einen mit weißer Schokolade überzogenen Apfel über die Theke reichen.
„Meinst du ich sollte Marc etwas vom Weihnachtsmarkt mitbringen?“ fragte Gretchen, „Er wirkte so traurig, dass er nicht mitkommen konnte.“
„Warum nicht?“
Gretchen kaufte also noch eine große Tüte gebrannter Mandeln für Marc. Sie selbst war auch traurig gewesen, dass sie die Weihnachtszeit nicht mit Marc verbringen konnte. Wie gerne wäre sie mit ihm über den Weihnachtsmarkt geschlendert und hätte sich mit ihm in einem der niedlichen Cafés aufgewärmt. Sie rieb sich die kalten Finger und verstaute die Tüte Mandeln in ihrer Tasche.
Marc erwartete sie schon sehnlichst, als sie den Raum betrat.
„Hasenzahn! Wo warst du denn so lange?“ Marc setzte sich im Bett auf.
„Marc, ich war doch nur einen Nachmittag weg!“ Gretchen sah ihn tadelnd an, „Guck mal, ich habe dir etwas mitgebracht!“
Sie kramte die XXL-Tüte Mandeln aus ihrer Tasche.
„Hasenzahn...“, Marc konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber er freute sich sehr über das kleine Present, schon allein, da das Essen im Krankenhaus wirklich zu Wünschen übrig ließ. Mit einem Lächeln griff er in die Tüte und aß mit Appetit die gebrannten Mandeln. Gretchen kletterte zu ihm aufs Bett und stibitzte sich auch ein paar, der mit Zucker überzogenen Mandeln.
„Hey!“ Marc schlug ihr lachend auf die Finger, „Wirst du wohl die Finger von dem einzigen vernünftigen Essen seit einer Ewigkeit lassen?“
Gretchen knuffte ihm in die Seite.
„Marc, ich hab mit Dr. Rössel geredet, er meint, dass du schon vor Weihnachten entlassen wirst!“ überbrachte Gretchen die Nachricht.
Marc lächelte, er konnte also wenigstens Weihnachten, das Fest der Liebe, mit seiner Freundin verbringen.
Sie bemerkte seine Freude und kuschelte sich enger an ihn. Und so verbrachten sie den ganzen Abend, Mandeln essend, lachend und voller Freude. Gegen Abend sahen sie sich noch einen Weihnachtsfilm im Fernsehen an. Und selbst Marc lachte über die dämlichen Scherze, die der Hauptdarsteller von sich gab. Gretchen war überglücklich, dass endlich alles zwischen ihnen geklärt war und sie gemeinsam die Weihnachtszeit verbringen konnten. Entspannt schloss sie die Augen und legte ihren Kopf sanft auf Marcs Brust ab. Sie konnte sein Herz schlagen spüren, und sie war so froh darüber. Wenn sie sich erinnerte, wie schrecklich der Unfall gewesen war und all das war, machte es sie immer glücklich, wenn sie Marc sah. Sie wusste, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen war. Während sie nachdachte, machte sich Müdigkeit in ihr breit. Sie kuschelte sich enger an Marc und war bald darauf eingeschlafen.

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

27.12.2011 11:22
#78 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute gibt es dann shcon den nächsten teil, da ich mich sputen muss, das Weihnachten noch möglichst vor dem "echten" Silvester kommt!
Viel Spaß beim Lesen!
Und vergesst die Kommis nicht!


Franz Haase hatte an jenem Tag die Idee gehabt, seine Tochter Margarete zum Essen einzuladen, Bärbel hatte sich angeboten zu kochen. Aus diesem Grund machte er sich nach Ende seiner Schicht auf den Weg zu dem Krankenzimmer seines Oberarztes in der Chirurgie, da er seine Tochter nur dort aufzufinden wusste.
Er klopfte zaghaft an die Beiden ja auch nicht stören. Franz musste bei dem Gedanken schmunzeln.
Aber niemand rief herein, er beschloss nach einer Wartezeit von 30 Sekunden sich die Freiheit zu nehmen, einfach einzutreten. Er öffnete vorsichtig die Tür und betrat den Raum.
Es brannte Licht und der Fernseher dudelte vor sich hin. Franz Blick fiel auf das Bett, indem der Oberarzt liegen sollte.
Das Erste was er erblickte waren die blonden Locken seiner Tochter. Das Gesicht des Oberarztes hatte er allerdings noch nicht erspäht. Er schritt ein wenig auf das Bett zu und senkte skeptisch den Blick auf Gretchen, die halb auf Marc lag und selig lächelte. Aufgrund der geschlossenen Augen folgerte er, dass sie schlief. Marcs Augen waren ebenfalls geschlossen. Seine Gesichtszüge wirkten auf den Professor ungewohnt entspannt.
Der Anblick des verliebten Pärchens entzückte Franz so sehr, dass er beschloss seine Tochter nicht zu wecken. Er nahm also die Decke des anderen Bettes und legte sie zart über Gretchen und Marc. Nachdem er Licht und Fernseher ausgeschaltet hatte, verließ er den Raum und schloss leise die Tür hinter sich.
Schließlich ging er dann alleine nach Hause. Schade eigentlich, er hatte sich sehr auf das Essen mit seiner Tochter und seiner Frau gefreut.
„Wo ist denn Margarethe?“ fragte Bärbel, als er zu Hause ankam und sich herausstellte, dass seine Tochter nicht anwesend war.
„Die schläft“, erklärt Franz und setzte sich an den gedeckten Tisch.
„Wie, sie schläft?“ fragte Bärbel, „Im Krankenhaus?“
„Wo denn sonst, natürlich, sie ist beim Fernsehen eingeschlafen“, Franz goss sich ein Glas Wein ein, „Wann gibt es denn jetzt Essen?“
„Immer das Gleiche mit euch Männern! Sobald ihr das Haus betreten habt, muss das Essen auf dem gedeckten Tisch stehen!“ Bärbel verdrehte die Augen und verschwand in der Küche, um das Essen zu holen. Sie hatte sich wahrlich Mühe gemacht und hatte ein drei gängiges Menü gekocht, da sie ganz sicher der Meinung war, dass ihre Tochter im Krankenhaus zu wenig zu Essen bekam.
„Jetzt müssen wir den Braten ja ganz alleine Essen“, murmelte Bärbel während sie Franz einen Teller Suppe vor die Nase stellte.
„Was hast du auch wieder zu viel gekocht?“ er musterte den Teller, der vor ihm stand.
„Unsere Tochter hat abgenommen und das gefällt mir nicht! Da habe ich mir die Freiheit genommen, sie essenstechnisch nach Strich und Faden zu verwöhnen, nicht dass sie uns noch von den Rippen fällt“, sagte sie, „Jochen! Kommst du bitte? Es gibt jetzt Essen!“
Dann setzte sie sich zu Franz an den Tisch. Von oben war Gepolter zu hören, Jochen kam die Treppe herunter.
„Wo ist Gretchen?“ fragte Jochen.
„Sie ist noch im Krankenhaus“, meinte Bärbel betreten.
„Gut, dann kann sie mir wenigstens nicht den Nachtisch weg essen!“ Er begann seine Suppe zu löffeln.
„Jochen, hüte dich!“ ermahnte Bärbel ihren Sohn.
Jochen grinste und aß weiter.
„Mama, Janine und ich haben beschlossen bald zusammen zu ziehen!“ verkündete Jochen mit vollem Mund.
„Ist es jetzt doch was Ernstes?“ fragte Franz.
„Glaub schon...“
„Ach Franz, dann sind wir ja ganz auf uns allein gestellt, wenn der Jochen jetzt auch noch aus dem Haus ist“, murmelte Bärbel besorgt und sah ihren Ehemann an.
„Butterböhnchen, beruhige dich, freu dich doch mit ihm, dass er jetzt endlich etwas Festes gefunden hat!“ antwortete Franz.
Sie nickte, er hatte ja Recht.
„Das müssen wir aber feiern, lade deine Jaqueline doch mal zu uns zum Essen ein!“ schlug sie schließlich vor.
„Mama, sie heißt Janine!“ verbesserte Jochen sie.
Bärbel verdrehte die Augen, „Könntest sie ja trotzdem mal zum Essen einladen!“
„In Gottes Namen...“ Jochen war weniger begeistert von der Idee, aber er konnte seiner Mutter diesen Wunsch nicht abschlagen.
„Wie wäre es mit nächsten Sonntag, den 4. Advent?“ schlug Bärbel vor.
Jochen verdrehte die Augen, „Wir machen einen Kompromiss, sie kommt nur zum Kaffee Trinken!“
Bärbel nickte, das war ihr auch Recht, grade heute hatte sie ein interessantes Rezept für eine Sahnetorte gelesen, dieses würde sie ausprobieren.
„So, dann gibt es jetzt mal die Hauptspeise!“ verkündete Bärbel schließlich und verschwand in der Küche.

Am nächsten Morgen wurde Marc davon wach, dass ihn etwas an der Nase kitzelte. Nachdem er die Augen aufgeschlagen hatte, stellte er fest, dass es die blonden Locken seiner Freundin waren, welche auf seiner linken Seite lag und es unmöglich machte sich zu bewegen. Er lächelte und strich sich ihre Locken aus dem Gesicht. Vorsichtig stupste er sie an.
Gretchen seufzte. Sie schlug die Augen auf und blickte in Marcs grüne Augen.
„Marc!“ murmelte sie, „Was machst du in meinem Bett?“
Marc schmunzelte: „Hasenzahn, das ist mein Bett!“
„Was?“ Gretchen richtete sich auf und blickte ein den Raum, zweifellos, das war das Krankenzimmer, in dem Marc untergebracht war. Sie lachte und stand auf. Ein Schmerz im Nacken und ein eingeschlafenes Bein machten es ihr schwierig aus ihrer unbequemen Position aufzustehen. Erschöpft ließ sie sich zurückfallen.
Marc stöhnte unter ihr auf: „Autsch! Das war mein linker Arm!“
„Entschuldigung, das tut mir Leid!“ Sie rutschte ein Stück zur Seite.
„Nicht dafür!“ Er versuchte seinen gefühllosen Arm unter ihr hervorzuziehen.
Gretchen hatte keine andere Wahl, sie entschloss sich schließlich aufzustehen. Langsam setzte sie sich auf um sich, sobald sie stand, auch wieder auf den Stuhl, der neben Marcs Bett stand, zu setzten.
Marc betrachtete seien Arm und konnte außer einem Abdruck ihrer Bluse keine weiteren Verletzungen feststellen. Er lächelte und versuchte sein Bein zu bewegen, zwecklos.
„Hasenzahn, ich bin halbseitig gelähmt“, er lächelte schief.
„Also so schwer bin ich auch wieder nicht!“ beschwerte sich Gretchen.
„Süße, das war doch gar nicht so gemeint!“ Er streckte seinen Arm und sein rechtes Bein von sich und seufzte hörbar.
Auch Gretchen streckte sich, denn die Nacht zu zweit mit Marc im Krankenbett hatte ihre Spuren hinterlassen, Nackenschmerzen und ein steifes Bein.
Gretchen erinnerte sich an den vergangenen Abend und ihr fiel auch wieder ein, dass sie eigentlich mit ihren Eltern zum Essen verabredet war.
„Mist!“ entfuhr es ihr.
„Was denn?“ fragte Marc.
„Ich war gestern mit meinen Eltern zum Essen verabredet, das hab ich gestern total vergessen!“ Sie sprang auf und fasste sich sofort an den Nacken, „Autsch!“
„Sie werde es doch schon ohne dich aushalten!“ meinte Marc.
„Sie haben sich doch so darauf gefreut!“ Gretchen blickte traurig nach unten.
„Das kann man doch nachholen“, schlug Marc vor.
„Ja, ich werde gleicht jetzt zu meinem Vater gehen“, sie guckte auf die Uhr, „Seine Schicht müsste ja gleich beginnen!“
Sie stand auf, gab Marc einen extralangen Abschiedskuss und machte sich auf den Weg ins Büro des Professors.

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

28.12.2011 13:21
#79 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey! heute mal keine langes vorgerrede! ich geb euch einfach den neuen Teil!
Warte auf Kommis!
LG,
Olivia


„Herein!“ rief der Professor aus dem Inneren des Raumes.
Gretchen öffnete vorsichtig die Tür und trat herein.
„Kälbchen, wie siehst du denn aus? Ist etwas passiert?“ empfing der Professor sie sorgenvoll.
„Nee, wieso?“
„Hast du denn mal in den Spiegel geschaut?“
Gretchen wandte sich um und ging auf das kleine Waschbecken mit Spiegel zu. Sie erschrak. Ihre Wimperntusche war verschmiert und das Gesicht war vom Make-up fleckig.
„Ja, ähm...Ich bin vor dem Fernseher eingeschlafen“, murmelte sie.
„Kälbchen, das habe ich gesehen!“ Franz lachte.
„Wie?“ fragte Gretchen überrascht.
„Du und der Meier, ihr seit beide vor dem Fernseher eingeschlafen! Ein Wunder, dass du noch grade gehen kannst!“ er lachte wieder.
„Wie..Woher, weißt du das?“ fragte sie verwirrt.
„Ich wollte dich abolen, zum Essen, aber du warst schon eingeschlafen“, sagte Franz.
„Oh, Papa, das tut mir Leid, also, dass ich eingeschlafen bin. Ich weiß doch, dass dir das Essen so wichtig war“, entschuldigte sich Gretchen.
„Kälbchen, das macht soch nichts, wir machen einfach einen neuen Termin aus!“ beteuerte ihr Vater.
„Danke, und es tut mir wirklich Leid“, bestätigte Gretchen.
„Wie wäre es mit dem 4. Advent? Dann ist der Meier auch wieder aus dem Krankenhaus raus. Und der Jochen wollte mit seiner neuen Freundin kommen. Was hälst du davon?“ schlug Franz vor.
„Ja, Marc und ich werde das einrichten können“, insgeheim war sie froh, dass ihr Bruder auch da sein würde. Nicht, dass das Kaffee Trinken in einer Befragung enden würde.
„Das freut mich!“ sagte er, „So Kälbchen, jetzt fahr erst mal nach Hause, du hast heute frei! Gesell dich doch mal zu deiner Mutter, sie wird sich sicher freuen dich zu sehen! Es sind auch noch Reste von gestern Abend da“
Gretchen strafte ihren Vater für diese Bemerkung mit einem bösen Blick, aber wusste, dass er es doch nicht böse gemeint hatte.
„Bis dann Papa, und noch mal Danke für die Einladung“, verabschiedete sich Gretchen.

Bevor sie sich auf den Weg nach Hause machen wollte, beschloss sie noch Marc von der Einladung zu erzählen.
„Hasenzahn, da bist du ja schon wieder! Musst du nicht arbeiten?“ er schaltete den Fernseher aus.
„Nee, mein Vater hat mir frei gegeben, irgendetwas von wegen ausruhen und so...“, erklärte Gretchen, „Er hat uns außerdem zum Kaffee eingeladen! Am 4. Advent.“
Marc verdrehte die Augen, nickte aber schließlich. Er war froh, dass er dann endlich wieder aus dem Krankenhaus herauskam.
„Das ist doch schön“, er ließ ein Quantum Ironie in seiner Stimme mitschwingen.
„Mein Bruder will auch kommen, mit seiner neuen Freundin“, berichtete Gretchen.
Das hört sich ja ganz nach einem Familiennachmittag bei Haases an, so hab ich mir die Zeit nach dem Krankenhaus aber nicht vorgestellt...
Er schwieg.
„So Marc, ich muss dann jetzt auch mal wieder nach Hause, sonst kriegt mein Vater noch einen Herzinfarkt“, sie lächelte ihn an.
Marc lächelte zurück und beugte sich vor, um sie zu küssen.
Ein Glücksgefühl durchströmte ihren Körper und ihr Gehirn stellte sich aus. Wie immer, wenn er sie küsste, hob sie ab und ließ alle Sorgen und Probleme auf der Erde nieder.
Schließlich löste sie sich von ihm und warf ihm einen letzten verliebten Blick zu, den er nur allzugern erwiederte.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verließ sie das Zimmer.
Wie macht er das? Nach seinen Küssen bin ich ein anderer Mensch!

„Margarethe! Wie schön, dass du mich besuchst!“ empfing ihre Mutter sie. Sie legte den Staubsauger bei Seite und nahm ihre Tochter in den Arm.
„Mama, das freut mich auch, wir haben uns so lange nicht gesehen!“ Gretchen erwiederte die Umarmung.
„Komm doch erst mal rein, wie geht es dem Meier?“ sie führte ihre Tochter ins Wohnzimmer.
„Es geht ihm besser, er wird nächste Woche entlassen“, Gretchen setzte sich aufs Sofa.
„Dann kann erdoch auch zum Kaffee Trinken am 4. Advent kommen! Wir haben ihn ja auch so lange nicht gesehen!“ schlug Bärbel auch sofort vor.
„Die Idee hatte Papa auch schon, natürlich werden wir kommen“, meinte Gretchen.
„Möchtest du nicht zum Mittagessen bleiben? Es ist noch etwas von gestern Abend übrig geblieben, da du ja nicht gekommen bist“, sie lachte.
„Gerne, wenn du es mir schon anbietest!“ willigte Gretchen ein.
Bärbel Haase setzte sich zu Gretchen auf das Sofa.
„Weißt du schon, dass der Jochen auch bald ausziehen wird?“ begann Bärbel eine Unterhaltung.
„Nein, zu wem denn?“ fragte Gretchen.
„Zu seiner neuen Freundin, Jaqueline“, plauderte Bärbel.
„Ich glaube, du meinst Janine, Mama“, verbesserte Gretchen ihre Mutter. Auch wenn sie sich selten zu Hause blicken ließ, sie war dennoch bestens informiert.
„Ja genau, das ist schon ein komisches Gefühl, wenn seine Kinder plötzlich ausziehen“, murmelte Bärbel vor sich hin, „Wann ist es bei dir und Marc denn so weit? Also mit den Kindern?“
Gretchen stöhnte innerlich auf.
„Mama, wir lassen uns da Zeit, das weißt du doch mittlerweile!“ erklärte Gretchen zum wiederholten Male.
„Ich mein ja nur, du bist ja schließlich auch schon über dreißig“, Bärbel musterte ihre Tochter von oben bis unten.
„Mama, Marc ist glaube ich noch nicht bereit dazu, Kinder zu kriegen!“ Sie seufzte, „Und ich glaube ich auch noch nicht!“
„Das kriegen wir schon hin, wie sagt der Dr. Lahn doch immer? Alles wird gut, genau!“ erklärte Bärbel.
„Er heißt Dr. Kahn, Mama“, Gretchen seufzte, sie fragte sich ernsthaft, wie ihre Mutter jetzt darauf kam und vor allem, wann sie Medhi das hatte sagen hören.
„Das meine ich doch“, murmelte Bärbel und stand auf, „Wie wäre es, wenn wir jetzt mal essen? Willst du mir nicht beim Kochen helfen?“
„Du Mama, ich halte das mit dem Kochen für keine so gute Idee, es sei denn du willst die Küche renovieren lassen! Du kennst doch meien Kochkünste“ wimmelte Gretchen ihre Mutter ab.
„Wie konnte ich das vergessen!“ Bärbel lachte, „Als du 14 warst hast du beim Nudelnkochen fast das ganze Haus abgebrannt!“
„Mutter...“
Aber diese war schon in der Küche und klapperte mit diversen Töpfen herum.
Gretchen seufzte, sie würde es wohl nie schaffen einen Haushalt zu haben. Momentan lebten Marc und sie nur von dem Essen im Krankenhaus und Tiefkühlpizza. Sie seufzte.
„Margarethe! Kannst du nicht schon mal den Tisch decken?“ rief ihre Mutter aus der Küche.
„Ja-ha!“ antwortete Gretchen und erhob sich aus dem Sofa.

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

29.12.2011 10:47
#80 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten


Mir ist grade aufgefallen, dass ich gestern an der falschen Stelle den Break gemacht habe, der gestrige Teil hätte eigentlich länger sein sollen, aber dafür ist der heute dann länger. Nicht, dass ihr euch wundert, jetzt ist mitten im Teil ein zeitsprung! Aber der wird schon deutlisch! Wünsche euch viel Spaß!
Eure Olivia


Es wurde noch ein schöner Tag, den sie bei ihrer Mutter verbrachte, sie hatten sich so viel zu erzählen gehabt. Sie hätte nie gedacht, dass ein Tag mit ihrer Mutter mal so entspannt sein könnte.
Am Abend guckten sie noch gemeinsam den Film „Titanic“, wie immer weinte Gretchen hemmungslos und fühlte mit den Figuren mit, als wäre es ihr eigenes Schicksal. Aber auch Bärbel konnte an den traurigen Stellen die Tränen nicht zurück halten, das hatten Mutter und Tochter gemeinsam.
Es war schon spät am Abend, als Gretchen beschloss nach Hause gehen zu wollen.
„Margarethe, willst du nicht noch die Nacht hier bleiben? Wie willst du denn nach Hause kommen? Bei dem Schnee?“ Sie deutete nach draußen.
„Meinst du?“ andererseits war ihr die Vorstellung, allein in Marcs und ihrer Wohnung zurückzukehren, nicht grade gerecht.
Also nickte sie schließlich.
Als sie ihr Zimmer betrat, traf sie die Vergangenheit, wie ein Pfeil. Sie erinnerte sich an all die schönen Momente, die sie hier gehabt hatte und an all die Tränen, die sie in diesem Bett, wegen Marc vergossen hatte.
Sie ließ sich auf das große, weiche Bett fallen und seufzte glücklich. So sehr se es auch liebte mit Marc zusammen zu wohnen, nach Hause zurück zu kommen ist auch sehr schön.
Sie schlief an diesem Abend früh ein, der Tag war anstrengend gewesen und morgen würde ihr ein harter Arbeitstag bevorstehen.

Die Woche bis zum 4. Advent ging schnell vorbei. Marc musste sich den letzten Untersuchungen vollziehen, aber er hielt tapfer durch. Z groß war die Freude, dass er bald endlich wieder nach Hause konnte, zu Gretchen. Er hätte nicht gedacht, dass er mal fähig wäre so etwas zu denken. Er freute sich auf zu Hause, dass dort eine Frau auf ihn wartete.
An dem Tag, an dem es endlich so weit war, dass er entlassen werden konnte, kam Gretchen schon morgens vor ihrer Schicht zu ihm. Seit der Nacht auf Marcs Bett, was für beide wohl unbequem gewesen war, hat sie sie Nächte bei ihren Eltern verbracht, da sie sich allein in der großen Wohnung, so einsam fühlte.
„Hey Marc!“ rief sie, als sie das Zimmer betrat.
„Hasenzahn“, begrüßte er sie, er saß auf dem Bett und war in die aktuelle Tageszeitung vertieft.
„Na schon aufgeregt?“ fragte sie.
„Warum?“ er blickte von seiner Zeitung auf.
„Ähmmm, es geht heute nach Hause?“ Sie sah ihn erwartungsvoll an.
„Ach so“, er legte die Zeitung ganz beiseite und machte Gretchen durch eine Geste klar, dass sie sich zu ihm aufs Bett setzten sollte.
Sie tat wie ihr gehießen. Er rutschte ganz nah an sie heran. Sie konnte seinen warmen, ruhigen Atem auf ihrer Haut spüren und es war wie eine Wohltat für sie.
„Das müssen wir dann aber feiern...“ säuselte er ihr anzüglich ins Ohr.
„Maaarc“, flüsterte sie und ihr Gesicht wurde von einem Hauch rosé überzogen.
Er begann ihren Hals zu küssen, aber Gretchen wimmelte ihn ab.
„Marc, nicht jetzt und hier! Heute Abend“, sie nahm seine Hand von ihrem Bein.
Marc scheint es echt schon wieder besser zu gehen, wenn er schon wieder an Sex denken kann! Obwohl er Recht hat, wir hatten seit einer Ewigkeit nicht mehr...Aber nicht jetzt, schon gar nicht im Krankenhaus.
Ein wenig beleidigt ließ Marc von ihr ab.
„Ich freu mich auf heute Abend“, hauchte er ihr noch verführerisch ins Ohr, bevor sie gehen musste.
Gretchen wurde rot, nickte aber. Dieser Mann brachte sie noch um den Verstand.
Sie machte sich an die Arbeit, den sie wusste, wenn sie fertig mit Arbeiten war, würde sie endlich wieder Marc mit nach Hause nehmen können. Die Zeit des Alleinseins war beendet. Mit einem Grinsen machte sie sich auf den Weg zur Visite mit Dr. Rössel.

Medhi wusste durch die treuen Dienste der Schwestern, dass Oberarzt Meier heute entlassen werden würde. Seit gestern war er wieder im Dienst auf der Gyn. In der Mittagspause hatte er vor seinem Freund einen Besuch abzustatten:
„Wer ist da?“ fragte Marc.
Medhi beantwortete seine Frage nicht, da Marc ihn mit Sicherheit wieder weggeschickt hätte. Er betrat das Zimmer.
„Medhi...“ Marc musterte ihn argwöhnisch, „Was willst du hier?“
Er legte die Tasche, die er grade gepackt hatte beiseite und setzte sich aufs Bett.
„Marc, ich muss mit dir reden! Ich bin dein Freund, und ich sehe es nicht ein, dass du ihr das Leben schwer machst“ eröffnete Medhi das Gespräch.
„Ach ja, und wieso sollte ich das?“ Marc war angriffslustig, er ließ sich von Medhi nicht in seine beziehung reinreden.
„Du wirst sie verletzten! Du hast dich fast umgebracht! Das ist nicht normal!“ versuchte es Medhi.
„Mein Gott, es war ein Unfall! Ich wollte mich nicht umbringen!“ verteidigte sich Marc.
„Meier, das hatten wir schon, warum nimmst du keine Hilfe an?“ sagte Medhi mit einem vorwurfsvollen Unterton.
„Weil ich keine Hilfe brauche? Es geht mir gut und Gretchen ist glücklich! Ich habe ein neues Leben angefangen!“
„Marc, ich glaube dir nicht, aber ich will mich nicht mit dir streiten, denn ich hab Gretchen wirklich gern. Ich will nicht, dass du sie verletzt Aber falls du dann doch Hilfe brauchst, du weißt wo du mich findest!“ Er drehte sich um.
Marc seufzte, das hatte ihm den Tag mal wieder gründlich vermiest.
„Ich hoffe es geht dir jetzt besser!“ rief er Medhi noch nach.
Aber das hörte er schon nicht mehr.
Zwei Minuten später ging die Tür auf:
„Hey Marc!“
„Gretchen, musst du nicht arbeiten?“ fragte Marc.
„Eigentlich schon, aber ich hab mir gedacht, ich komm dich mal besuchen!“ sagte Gretchen, „Sag mal war Medhi hier?“
„Warum?“
„Er kam mir grade nur grade entgegen, er wirkte irgendwie wütend, war was?“ fragte sie unschuldig.
„Nee, alles bestens!“ Marc wandte den Blick ab, er wusste nur zu gut, wie leicht sie ihm aus den Augen lesen konnte.
Gretchen glaubte ihm nicht ganz, aber sie hatte sich vorgenommen ihm zu vertrauen.
„Ich muss dann auch mal weiter, die Arbeit ruft!“ Sie lächelte ihn an.
Er lächelte unsicher zurück. Und wieder hatte er sie angelogen...

Bitte um Kommis!

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

30.12.2011 11:21
#81 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heut geht es in alter Frische weiter! Ich hoffe der Teil gefällt euch!
Natürlich warte ich auf euer feedback!
Die, dessen Storys ich kommentiere, müssen leider heute etwas warten, da ich etwas unter zeitdruck stehe
Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen!
Liebe grüße,
Eure Olivia


Marc fühlte sich schlecht, aber sobald Gretchen am Abend das Zimmer betrat, war sein schlechtes Gewissen vergessen.
Er war sofort zum Aufbruch bereit, er wollte endlich aus diesem Krankenhaus raus.
„Marc, warte doch auf mich, deine Tasche ist schwer. Wenn du so rennen kannst, könntest du deine Tasche auch selbst tragen!“ beschwerte sich Gretchen.
„Sorry, aber ich will so schnell, wie möglich hier raus!“ Er blieb stehen und nahm ihr das Gepäckstück ab. Gretchen hat schon ein Taxi gerufen, da Marcs Auto nach dem Unfall unbenutzbar gewesen war.
Die Fahrt nach zu Marcs Wohnung dauerte nicht länger als zehn Minuten. Marc wusste nicht, was ihn erwartet, er erinnerte sich noch grob, wie er seine Wohnung hinterlassen hatte, aber die Erinnerungen daran machten ihm immer noch zu schaffen. Deshalb verdrängte er den Gedanken schnell wieder.
Als er die Tür öffnete, schlug ihm ein vertrauter Geruch entgegen, den er so lange vermisst hatte, auch wenn dies undenkbar schien. Gretchen folgte ihm in die Wohnung. Er stellte die Tasche beiseite und ließ sich aufs Sofa fallen. Gretchen setzte sich neben ihn:
„Es ist schön, dass du wieder da bist. Die Wohnung war ohne dich so leer“, sie gab ihm einen Kuss, den Marc nur allzu gern erwiderte.
Marcs Leidenschaft ließ Gretchen alles um sich herum vergessen. Dann gab es nur noch sie und ihn.
Zärtlich bat seine Zunge um Einlass. Gretchen gewährte ihm dies. Es entwickelte sich ein heißes Zungenspiel und Marcs Herz begann wider seinen Willen unkontrolliert zu schlagen.
Seine Hände lagen auf ihren Hüften, aber lange konnte er ie dort nicht ruhen lassen. Vorsichtig fuhr er unter ihre Bluse, mit der Feststellung, dass sich über seinen Aufenthalt im Krankenhaus in seinem „Staatsgebiet“ nichts verändert hat.
Gretchen genoss seine Zuneigung, Gänsehaut bildete sich dort, wo Marcs Hände sie berührten. Sie stöhnte leise auf. Marcs Mund wanderte währenddessen zu ihrem Hals und verwöhnten ihn mit seinen zarten Küssen. Gretchens Hände griffen in sein Haar und strichen immer wieder hindurch. Gretchen liebte diese Haare, sie waren so weich und rochen so gut.
Marc war währenddessen mit seinen Lippen bei ihrem Dekolleté angekommen. Seine Hände öffneten geschickt die oberen Knöpfe ihrer weit ausgeschnittenen Bluse. Sein Kopf versank zwischen ihren wohlgeformten Brüsten.
Auch Gretchen hatte ihn bereits seines Hemdes entledigt. Liebevoll strich sie über seine trainierte Brust, legte ihre Hand auf sein Herz. Sie fühlte, wie es schnell und ohne jeden Takt schlug. Dies betrachtete sie voller Genugtuung.
Auf einmal nahm Marc sie auf den Arm. Gretchen erschrak erst, stellte dann aber fest, dass Marc sie nur ins Schlafzimmer bringen wollte. Sie schlang ihre Beine um seinen muskulösen Körper und ließ sich von ihrem Prinz tragen.
Im Schlafzimmer legte er sie behutsam auf das Bett. Er öffnete die letzten Knöpfe ihrer Bluse und versank vollkommen in der Perfektheit ihres Körpers. Seine feurigen Lippen legten sich wieder auf die ihren. Gretchen schlang die Arme um ihn und küsste ihn voller Energie.
Marc war derweilen damit beschäftigt die lästige Schnalle ihres BH's zu öffnen. Als er es geschafft hatte, war er von neuem überwältigt wie schön sie doch war.
„Weißt du eigentlich, wie schön du bist?“ hauchte er ihr ins Ohr.
Gretchen lächelte ihn nur an, unfähig zu sprechen.
Marcs Hände gingen wieder auf Wanderschaft. Er spürte, wie ihre Brustwarzen sich unter seinen Händen versteiften. Er begann gefühlvoll über ihre Brustwarzen zu streichen. Gretchen stöhnte unter seinen Bewegungen leise auf und ihre Hände verkrampften sich in seinen Haaren.
Ihre Hände nestelten derweilen an seinem Gürtel. Nun konnte sie ungestört seine Hose ausziehen. Da Gretchen dies nicht allein schaffte kam Marc ihr zur Hilfe. Auch er hatte das Verlangen sie so, wie Gott sie geschaffen hatte zu haben. Er wanderte mit seinen Lippen wieder zu ihrem Mund und küsste sie fordernd. Sie Hände öffneten ihre Hose und zogen sie ihr aus. Mit der rechten Hand strich er langsam über ihr glattes Bein. Als er nun so auf ihr lag, konnte sie seine Erregung spüren. Sie zog ihn enger an sich heran.
Marc war bewusst, dass er sich nicht mehr lange beherrschen konnte. Seine Hände entfernten geschickt ihr Höschen. Gretchen hatte ihm längst die Boxershort ausgezogen. Nun würde es gleich so weit sein. Er drang behutsam in sie ein. Gretchen kommentierte dies mit einem erleichtertem Stöhnen.
Sein Becken bewegte sich in einem imaginären Takt. Gretchen ließ sich von den Bewegungen ihres Freundes mitreißen. Die Luft war zum Zerreißen gespannt, genau, wie Marcs Nerven. Es raubte ihm immer wieder den Verstand, wenn er mit dieser Frau Sex hatte. Es war so etwas Besonderes.
Für Gretchen war es so intensiv, dass e schon fast zu schön war. Er war so gefühlvoll, aber auch fordernd. Genauso hatte sie es gern. Von allem ein wenig.
Er stieß ein letztes mal in sie ein, bevor ein warmes Gefühl ihn explosionsartig durchströmte. Es schien ihm, als würde sein Herz aussetzen. Es überwältigte ihn komplett, er stöhnte ungehalten. Gretchen ging es da nicht anders, auch für sie war es der Himmel auf Erden. Sie schloss die Augen und war ganz bei Marc. Ihr Herz schlug schnell und auf ihrem Dekolleté hatten sich sanfte Schweißperlen gebildet.
Vorsichtig legte sich Marc neben sie und legte einen Arm um sie.
„Marc, das war wundervoll“, ihr Gesicht hatte rosa Farbe angenommen und auf ihrem Gesicht war das selige Lächeln, das er so liebte.
„Ja, das war es“, er gab ihr einen Kuss auf die Stirn, „Ich liebe dich, ich bin so froh, wieder bei dir zu sein!“
„Ich dich auch“ Sie kuschelte sich an ihn und schloss die Augen, aber Marc hatte ganz andere Absichten...

Olivia<3 Offline

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31.12.2011 13:26
#82 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey! Heute der letzte teil für dieses Jahr! Ich hoffe er gefällt euch! Morgen geht es dann auch zu Haases essen!
Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Liebe Grüße,
Olivia
PS: Kommis wären lieb!


Als Marc am nächsten Morgen aufwachte, war er glücklich darüber sein Gretchen neben sich zu spüren. Mit einem Schmunzeln erinnerte er sich an die vergangene Nacht. Er drehte sich auf die Seite und betrachtete ihr zartes Gesicht. Eine Haarsträhne war ihr vor die geschlossenen Augen gefallen. Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, strich er sie beiseite. Ihre Haare fühlten sich weich an und es war ein angenehmes Gefühl auf seiner Haut. Er schloss erneut die Augen und versuchte zu schlafen, da ihn die Müdigkeit nach solch einer langen Nacht quälte.
Als Marc erneut aufwachte, war die Betthälfte neben ihm leer. Er erschrak und setzte sich auf. Aus dem Bad kamen Geräusche. Er hörte hin und stellte fest, dass Gretchen wohl unter der Dusche war. Er ließ sich zurück in die Kissen fallen. Ihm fiel ein, dass er heute Nachmittag um 4 mit Gretchen bei Haases zum Kaffee eingeladen war. Er seufzte, eigentlich wollte er den Nachmittag mit Gretchen verbringen, auf seine Art...
Zehn Minuten später kam Gretchen aus dem Bad. Ihr Körper roch verführerisch nach Aprikose und sie war nur mit einem Handtuch bekleidet. Marc wurde warm und kalt, wenn er sie so sah.
„Marc, du bist wach! Sag mal hab ich was an mir, oder warum starrst du mich so an?“ Sie sah ihn fragend an.
„Was? Ähh, nee..“ er grinste schräg, aber Gretchen hatte sich schon ihren Teil dazu gedacht. Sie beschloss Marc ein wenig zu provozieren. Sie ging ins Bad und holte die Bodylotion.
Provokant stellte sie ein Bein neben Marc auf dem Bett ab und cremte sich ein. Dabei beugte sie sich tief herunter.
Marcs Augen wurden immer größer. Ihm gefiel, was er da sah. Er wollte sie an sich ziehen und vernaschen.
Gretchen spürte seine lüsternen Blicke auf sich und lachte sich ins Fäustchen, genau das sollte ihre Aktion bezwecken.
Sie griff schließlich ihr Klamotten, um sich im Bad umzuziehen.
Marc sah ihr sehnsüchtig hinterher. Es machte ihn wahnsinnig, wenn sie ihn ein wenig provozieren wollte. Er schwang sich auf dem Bett und verschwand ebenfalls im Bad. Ihre kleine Aktion von eben schrie nach Rache.
Natürlich hatte Gretchen die Tür nicht abgeschlossen, warum sollte sie auch?
Marc ging in Boxershorts ins Bad und drehte die Dusche an. Er zog seine Shorts aus und ging unter die Dusche. Er grinste ihr zu und sein Blick sagte nichts anderes, als „Willst du nicht mitkommen?“.
Gretchen konnte nur die Augen verdrehen. Wie konnte ein Mann nur dermaßen selbstbewusst sein? Sie drehte ihm den Rücken zu und wandte sich wieder dem Spiegel zu. Zu ihrer Unzufriedenheit konnte sie ihren nackten Marc unter der Dusche im Spiegel sehen. Ein zartes Rot zauberte sich auf ihre Wangen. Genau das wollte Marc erreichen.
Aber Gretchen versuchte sich nicht ablenken zu lassen. Konzentriert widmete sie sich ihrem Make-up. Sie würdigte Marc keines Blickes...
...oder vielleicht doch.
Irgendwann war Marc das Spiel doch zu blöd. Er kam unter der Dusche hervor. Mit einem Handtuch trocknete sich Marc den Rücken ab, immer noch splitterfasernackt. Gretchen seufzte, was Marc natürlich nicht entging. Er stellte sich hinter sie und flüsterte ihr ins Ohr:
„Wo warst du denn? Ohne dich ist Duschen doch nur halb so spannend!“
Gretchen wurde knallrot. Aber er hatte schon begonnen ihren Hals mit Küssen zu verwöhnen:
„Aber das können wir ja jetzt nachholen...“ säuselte er.
„Mensch Marc, kannst du auch mal an etwas anderes denken?“ fragte sie genervt.
Marc verdrehte die Augen, es musste ja so kommen.
„Ich würde mich jetzt ganz gerne fertig machen, denn ich muss noch einkaufen, da du ja nie was im Haus hast!“ bemerkte sie.
„Ich war aber auch die letzten Wochen nicht hier, wie sollte ich da was kaufen?“ fragte er.
„Solltest du nicht, aber deswegen muss ich es jetzt machen, ich will ja nicht verhungern!“
„Du kannst doch eh nicht kochen!“ Marc ließ von ihr ab.
„Ja, trotzdem!“ beschwerte sich Gretchen und verließ das Bad.
„Kommst du jetzt endlich?!“ rief sie aus der Küche.
Marc verstand nicht recht: „Warum sollte ich kommen?“
„Na, weil du mitkommst?“ stellte Gretchen ihn vor vollendete Tatsachen.
Marc stöhnte, das hatte ihm grade noch gefehlt.

Eine Stunde später kamen sie wieder. Marc musste geschlagene fünf mal hoch und runter laufen, um die ganzen Tüten nach oben zu bugsieren.
„Hasenzahn, wie sollen wir das denn alles essen?!“ fragte er Gretchen, unter der Last der Einkäufe stöhnend.
„Marc, die Feiertage stehen an! Da braucht man schon mal etwas mehr zu Essen!“ erklärte ihm Gretchen.
„Aber ich bin doch grade erst entlassen worden!“ seufzte Marc, „kannst du nicht auch mal was tragen?“
„Marc, beschwer dich nicht! Wer die ganze Nacht, na du weißt schon, machen kann, der wird ja wohl die paar Tüten tragen können!“ erklärte Gretchen.
„Hasenzahn, du meinst BUMSEN!“ Das letzte Wort extra betont. Es hallte im Treppenhaus wider.
„Marc, das muss doch nicht jeder wissen!“ ermahnte sie ihn.
Marc verdrehte genervt die Augen und trug die letzte Tüte in die Wohnung.

Olivia<3 Offline

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02.01.2012 11:46
#83 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey! Sorry,dass es heute erst weiter geht, aber ich hatte zu viel um die Ohren!Ihc wünsche euch viel Spaß mit dem Essen bei Haases!
Freu mich auf Kommis,
Olivia


Nun war es so weit, das Kaffeetrinken am 4. Advent stand an. Gretchen war schon den ganzen Nachmittag aufgedreht. Marc fragte sie ernsthaft warum. Es war doch nur eine Einladung bei ihren Eltern. Auch Marc musste sich mehrmals etwas anderes anziehen, da Gretchen seine Klamotten-Wahl nicht angemessen fand. Schließlich war sie mit einem weißen Hemd und einer Anzughose zufrieden.
„Soll ich auch noch ne Fliege anziehen?!“ beschwerte er sich.
„Nein, so ist es schon okay!“
Endlich konnten sie sich auf den Weg machen. Pünktlich um vier standen sie bei Gretchens Eltern auf der Matte.
„Guck doch ein bisschen freundlicher!“ ermahnte Gretchen ihren Freund.
Mars seufzte und setzte sein Meier-Grinsen auf. Gretchen war zufrieden.
Jochen öffnete ihnen die Tür.
„Hey Schwesterherz!“ begrüßte er sie, „Hallo Dr. Meier!“
Gretchen umarmte ihren Bruder, der nicht sonderlich begeistert darüber war, Marc gab ihm, wie es sich gehörte die Hand. Nun tauchte auch Bärbel Haase auf. Sie umarmte Marc und ihre Tochter stürmisch. Der unnahbare Marc nahm dies mit einem Seufzen entgegen.
Sie folgten der Hausfrau ins Wohnzimmer, der Adventskranz stand schon angezündet auf dem Tisch und eine Marc fremde Frau saß mit dem Professor am Tisch. Bärbel zeigte Marc und Gretchen ihre Plätze.
„Guten Tag, ich bin Janine, die Freundin von Jochen“, stellte sich die Frau Marc vor.
Marc gab ihr höflich die Hand.
Als Gretchen und Marc am Tisch saßen, verschwand Bärbel wieder in der Küche.
„Hallo, Papa, schön dich zu sehen!“ begrüßte Gretchen ihren Vater.
„Kälbchen, wie schön, dass du dich mal wieder hier blicken lässt!“ er lächelte neckend.
„Papa, bitte nenn mich nicht Kälbchen“, ermahnte Gretchen ihn.
Ihr Vater schmunzelte, nickte aber.
Schon kam Bärbel aus der Küche, mit einer atemberaubenden Torte in den Händen.
„Guckt mal, ich habe gebacken! Ich hoffe es schmeckt euch“, sie stellte die Torte auf den Tisch und betrachtete sie skeptisch.
„Bärbel, setzt dich doch zu uns“, meinte Franz Haase.
Bärbel setzte sich zu ihnen an den Tisch, sie goss allen Kaffee ein und verteilte die Torte.
„Und, wie ist es so? Sie sind ja jetzt wieder aus dem Krankenhaus zurück, Herr Meier“, sagte sie, „Es ist sicher wie ein neues Leben!“ Bärbel lachte.
„Es ist sehr schön, Gretchen hat mir das Wiedersehen besonders schön gestaltet, nicht wahr Hasenzahn?“, sein Blick war provozierend.
Gretchen wurde erst rot, antwortete aber schließlich: „Ja, genau“
„Was hat sie denn vorbereitet?“, fragte Franz interessiert.
„Sie...“ setzte Marc zur Antwort an. Aber Gretchen unterbrach ihn:
„Ach nichts besonderes“, sagte sie, „Mama, woher hast du das Rezept? Es schmeckt sehr gut!“
„Das habe ich aus der Freundin, ich habe es extra für dich mit fettarmer Sahne gemacht!“ meinte Bärbel.
Gretchen seufzte, dieser Frau war einfach nicht mehr zu helfen.
Gretchen war grade damit beschäftigt, sich noch ein Stück von der Torte zu nehmen, als sie Marcs Hand auf ihrem Oberschenkel spürte. Ihr wurde warm und kalt. Die Hand unter dem Tisch wanderte immer weiter nach oben. Gretchen war das am Tisch ihrer Eltern nicht grade angenehm und sie versuchte Marcs Hand möglichst unauffällig beiseite legen. Aber er ließ nicht locker.
Marc genoss es sichtlich, wie ihr das ganze unangenehm war. Nicht, dass er gemein gewesen wäre, aber ein wenig Spaß war ihm doch schon mal vergönnt.
„Marc lass das! Meine Mutter guckt schon komisch!“ zischte Gretchen ihm zu.
Bärbel Haase hatte es geschafft Janine in ein Gespräch über Rasenmäher zu verwickeln.
„Aber warum?“ fragte er und legte seine Hand wieder auf die besagte Stelle.
„Maaarc, bitte“ flehte sie schon fast.
Er verdrehte die Augen, ließ aber vorerst von ihr ab.
„Und welchen Rasenmäher benutzen Sie, Herr Meier?“ versuchte Bärbel Marc in das Gespräch zu ziehen.
„Ich habe keinen Rasen“, erklärte Marc und lächelte sie freundlich an.

Der Nachmittag verging schnell, Bärbel goss ständig Kaffee nach und fütterte sie mit ihrer Sahnetorte, die nebenbei gesagt sehr gut schmeckte. Es wurde geredet und viel gelacht. Gretchen war froh, dass Marc seine Spielchen gelassen hatte und sich grade angeregt mit ihrer Mutter über die Idee eine neue Waschmaschine zu kaufen unterhielt. Die alte hatte nämlich den Geist aufgegeben.
Gretchen wunderte sich, dass Marc sich über Haushaltsgeräte unterhalten konnte. Sie lächelte darüber. Sie liebte ihren Marc doch zu sehr.
Nachdem Franz Haase für die Männer im Hause noch einen Schnaps besorgte, war die Stimmung äußerst ausgelassen. Bärbel und Franz schwelgten in Erinnerungen und Marc hörte angeregt zu.
Es war für ihn eine komplett neue Dimension, mit einer richtigen Familie zusammen zu sein. Mit ihnen zu lachen und alte Geschichten zu erzählen. Die Familienidylle hatte ihn so gepackt, dass er gar nicht merkte, wie redselig er geworden war. Er hatte für einen Nachmittag seinen Schutzpanzer abgelegt. Das war das, was ihm immer gefehlt hatte, einfach mal er selbst sein. Vielleicht war er gar nicht der arrogante Oberarsch, für den ihn alle hielten?

Olivia<3 Offline

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05.01.2012 14:45
#84 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So, heute kommt leider wieder nur ein etwas kürzerer Teil, aber mehr ist momentan nicht drin! Gleich muss ich auch schon wieder weg! Freu mich auf Kommis!
Liebe Grüße,
Olivia


Für Marc verging der Abend viel zu schnell, auch wenn er das nie zugegeben hätte.
Um halb acht fuhren Marc und Gretchen zurück zu ihrer gemeinsamen Wohnung. Die Fahrt verlief ungewohnt schweigsam.
„Du Marc, wie feiern wir eigentlich Weihnachten?“ fragte Gretchen schließlich.
„Weiß nicht, schlag du was vor“ Marc hatte keine Ahnung, wie er Weihnachten feiern wollte.
„Feierst du eigentlich mit deiner Familie?“ fragte Gretchen, aber sobald sie diese Frage ausgesprochen hatte, war ihr klar, dass das ein Fehler gewesen ist.
„Welche Familie?“ fragte Marc schlicht.
Gretchen senkte den Blick nach unten, das hatte sie nicht erwartet.
„Marc es tut mir Leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten“, murmelte Gretchen.
„Hasenzahn, das ist kein Problem!“ sagte Marc, eine Spur zu kräftig.
Gretchen schossen die Tränen in die Augen.
„Marc ich wollte nicht, dass du sauer auf mich bist! Es tut mir Leid“, Gretchen schluchzte.
Das Auto hielt an, sie standen vor einer roten Ampel.
„Gretchen glaub mir, es macht mir nichts aus, jetzt wein doch bitte nicht“ Er strich ihr mit dem Daumen sanft einen Träne von der Wange.
„Gut“, murmelte Gretchen.
Marc fuhr wieder los, die Ampel war grün. Der Rest der Fahrt verlief ruhig. Keiner der beiden sagte ein Wort. Sie waren in ihre Gedanken vertieft.

Zu Hause angekommen, setze sich Gretchen aufs Sofa, um fern zusehen. Marc verschwand in sein Arbeitszimmer, er hatte noch etwas „erledigen“.
Gretchen war darüber weniger begeistert, sie hatte den bösen Verdacht, dass Marc allein sein wollte, da er noch sauer wegen vorhin war. Mit einem traurigen Blick wandte sie sich wieder dem Bildschirm ,der „Rosamunde Pilcher“ zeigte, zu.
Als Marc aus dem Arbeitszimmer zurückkam, fand er Gretchen weinend vor dem Fernseher. Er erschrak, was war nun wieder los?
„Hasenzahn, ist alles in Ordnung?“ Er setzte sich neben sie, „Du weinst ja, ist etwas passiert?“ Er war besorgt, darüber, dass er vielleicht wieder etwas falsch gemacht hatte.
„Aber nein, das sind Freudentränen, die beiden haben geheiratet! So romantisch!“ Sie deutete auf den Bildschirm und Marc verstand.
Er war erleichtert, dass seine Freundin nicht schon wieder aus einem ihm unerklärlichen Grund, sauer oder beleidigt war.
„Marc, so will ich auch mal heiraten!“ schwärmte sie.
„Ja, da warten wir aber noch ein bisschen, nicht wahr?“ sagte er mit einem leichten ironischen Unterton, natürlich wollte er nicht heiraten. Er besaß mittlerweile aber so viel Feingefühl, dass er ihr dies nicht direkt ins Gesicht sagte.
„Ja, das machen wir“ Gretchen kuschelte sich glücklich an ihn.
So war das jetzt aber nicht gemeint! Aber egal...
An diesem Abend gingen sie früh zu Bett, da Gretchen morgen früh noch einen Arbeitstag vor sich hatte. Marc musste bis Weihnachten noch zu Hause bleiben, da er den Unfall immer noch nicht ganz verkraftet hatte.

Olivia<3 Offline

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08.01.2012 21:10
#85 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey!
Heut hab ich leider keine zeit eure Kommis zu kommentieren! Aber danke an Rabea, dass sie was hinterlassen hat! So weit ich weiß, war sie auch die einzige
Genung geschmollt! Ich wünsch euch viel Spaß,
Olivia


Heute hatte Gretchen doch schon eine halbe Stunde früher Schluss gehabt. Sie öffnete wie jeden Abend die Tür, rief „Hallo“ und ließ sich aufs Sofa fallen. Aber irgendetwas war heut anders, das spürte sie. Erst mals saß Marc nicht wie gewohnt vor dem Fernseher, und dann war es auch noch so verdächtig still in der Wohnung. Sie rappelte sich wieder auf und ging in die Küche. Aber auch dort war Marc nicht. Sie wunderte sich und wollte ins Schlafzimmer gehen, vielleicht war Marc ja dort, aber die Tür war abgeschlossen.
Komisch, was macht er denn im Schlafzimmer? Und dann auch noch abgeschlossen? Hmm, ich werd erst mal klopfen.
„Marc, bist du da drin?“ fragte sie und klopfte an die Tür.
„Scheiße Gretchen, was machst du denn schon hier?“ kam es von drinnen.
„Ich hatte früher Schluss. Aber was machst du denn hinter verschlossener Türe?“ fragte sie zurück.
Der Schlüssel drehte sich im Schloss um und die Tür ging auf. Vor Gretchen stand Marc, er trug ein feines Sakko und ein gebügeltes Hemd.
Gretchen staunte nicht schlecht, was machte er denn in dieser Aufmachung?
„Marc, warum bist du denn so schick angezogen?“ fragte sie.
„Ich wollte dich überraschen!“ er sah an sich herunter.
„Das ist dir gelungen“, Sie lächelte, „Was hast du denn noch vorbereitet?“ fragte sie neugierig.
„Das ist und bleibt ein Rätsel...“ er sah sie schelmisch an.
„Maaaarc, jetzt sag doch bitte“, flehte Gretchen.
„Nee, nee. Dreh dich mal um“, antwortete er nur knapp.
Gretchen tat, wie ihr gehießen. Und schon waren ihre Augen mit einer Augenbinde bedeckt.
„Marc, was soll denn das?“ fragte sie und wand sich aus seinem Griff.
„Sonst ist es doch keine Überraschung mehr“, maulte er.
„Na gut“, gab sie schließlich klein bei.
Gretchen stieß einen kleinen Schrei aus, als sie plötzlich von ihrem Freund auf die Arme genommen wurde.
„Marc, hilfe!“ sagte sie.
„Keine Angst, ich halte dich.“ flüsterte er ihr ins Ohr und trug sie behutsam weiter.
Als Marc sie wieder absetzte, saß sie auf weichen Polstern, vermutlich ein Auto. Das leise Knallen der Autotür bestätigte dies.
Gretchen konnte immer noch nichts sehen.
Marc hatte sich derweilen ans Steuer gesetzt und den Motor gestartet.
„Marc, wo fahren wir denn hin?“ fragte sie.
„Psst, sonst ist es keine Überraschung mehr!“ und damit setzte sich das Auto in Bewegung.
Die Fahrt dauerte nicht lang, vielleicht eine halbe Stunde, dann hielt das Auto erneut. Es war kurz still im Auto, dann öffnete sich auch schon Gretchens Tür. Kalte Luft schlug ihr entgegen. Sie spürte Marcs Hand an ihrer und ließ sich von ihm aus dem Auto ziehen. Ihre Füße versanken in einer zarten Schneedeck, als wäre jeder an dieser Stelle noch unberührt. Dann fühlte sie auch schon Marcs Hände an ihrem Hinterkopf und in der nächsten Sekunde fiel ihr das Tuch von den Augen.
Der Anblick, der sich ihr bot, war überwältigend. Sie blickte auf ein fürstlich wirkendes Hotel, das inmitten eines Schneefeldes stand


Quelle: Homepage Park Hotel Berlin

„Marc, wie kommst du denn darauf?“ fragte sie überrascht.
„Hasenzahn, es ist Weihnachten. Und ich will dir eine Freude machen, ich weiß wie sehr du in letzter Zeit gelitten hast, auch mit dem Unfall und so“ er blickte ihr tief in die Augen, „Gefällt es dir?“
„Und wie!“ Sie legte einen Arm um seine Hüften.
Marc war überglücklich, dass seiner Freundin dieses Geschenk wohl so gut gefiel.
Nach einer Weile wurde es aber zu kalt draußen.
„Wollen wir nicht rein gehen?“ fragte Marc.
„Ja...“ Sie wandte sich zum Auto, „hast du denn auch an Gepäck gedacht?“
„Sicher doch“, er öffnete den Kofferraum und holte zwei Taschen hervor.
„Marc, du bist unglaublich!“ Sie konnte ihre Freude kaum zurückhalten und gab ihm einen stürmischen Kuss.
So machten sich die beiden auf den Weg zum Empfang.
„Ich hab reserviert, auf Meier!“ sagte Marc Meier der Dame am Empfang.
„Genau, ein mal die Hochzeitssuite, nicht?“ sie lächelte.
„Ja, genau“, Marc nickte.
Gretchen sah ihren Freund fragend an.
Die Frau am Empfang gab ihnen ihre Checkkarte und die beiden machten sich auf den Weg auf ihre Suite.
„Marc Meier, haben wir da grade eben die Hochzeitssuite geordert?“ fragte Gretchen und lächelte ihn an.
„War das größte Zimmer, was sie hatten“ er grinste schelmisch.
Gretchen musste lächeln, da hatte ihr Freund doch tatsächlich die Hochzeitssuite gebucht!
Sie nahm seine Hand und sie gingen Hand in Hand weiter.
Als Gretchen das Zimmer betrat staunte sie nicht schlecht. Es war wundervoll eingerichtet:







Quelle: Homepage Park Hotel Berlin


Das Zimmer verfügte über einen großen Wellness-Badbereich mit Whirlpool. Gretchen war begeistert. Alles war mit hellen Möbeln ausgestattet und das Zimmer verströmte durch zahlreiche Pflanzen eine angenehme Atmosphäre.
Marc hatte während sie die Suite erkundigte, die Taschen abgestellt und folgte ihr nun interessiert ins Bad.
„Marc, das ist echt der Hammer!“ Sie strich andächtig über den Badewannenrand aus Marmor.
„Freut mich, dass es dir gefällt“ Er lächelte.
Als Gretchen ins Schlafzimmer kam, ließ sie sich auf das große Bett fallen. Marc gesellte sich zu ihr.
Sie kuschelte sich an ihn und seufzte verträumt.
„Marc, das ist die schönste Überraschung, die du mir jemals gemacht hast!“ Sie strich ihm über die Wange, „Ich liebe dich“
„Das habe ich doch gerne für dich gemacht, das weißt du doch!“ Er gab ihr einen Kuss aufs Haar, „Ich dich doch auch“

Olivia<3 Offline

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11.01.2012 19:44
#86 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So, ihr fleißigen Leser. Auch wenn mich die Schule wieder sehr stresst, gibt es heute einen neuen Teil!
Ich hoffe ihr habt Freude daran! Noch mal ein Dankeschön an die Kommischreiber! Ich würde mich aber immer wieder über Neuzugänge auf meienr Kommi-Seite freuen!
Liebe Grüße,
Olivia


An diesem Abend gingen Marc und Gretchen früh schlafen, allerdings nicht ohne das Bett der Suite ordentlich auszunutzen. Und nicht nur das Bett. Es wurde eine lange Nacht für die beiden, dementsprechend war die Müdigkeit des Paares.
Sie wurden davon geweckt, dass es an die Tür klopfte. Schlaftrunken richtete Marc sich auf. Wer um Himmels Willen störte sie zu nachtschlafender Zeit?!
Er stolperte zu Tür und öffnete, es war der Zimmerservice. Marcs Gehirn erinnerte sich wieder. Er hatte ja das volle Programm des Hotels gebucht. Er diktierte das junge Mädchen ins Wohnzimmer, wo auch der Esstisch stand. Als das Zimmermädchen, das von der Nacht verwüstete Zimmer betrat, staunte er. Sie hatte Mühe ihren Service-Wagen durch die Unordnung zu steuern, die in dem Zimmer herrschte.
Als Marc sie wieder entließ, war auch Gretchen aufgewacht. Sie lehnte im Türrahmen.
„Wer war das?“ fragte sie gähnend.
„Ach nur das Zimmermädchen, Frühstück bringen“ Er kam auf sie zu und gab ihr einen Kuss.
Gretchens Augen leuchteten auf und sie beäugte die Speisen.
„Sogar Schokobrötchen!“ Sie setzte sich voller Eifer an den Tisch.
„Na da scheint aber jemand hungrig zu sein“, meinte Marc und setzte sich ihr gegenüber.
„Das ist echt toll hier Marc, ich kann es immer noch nicht ganz glauben!“ Sie biss in ihr Schokobrötchen.
Marc nickte. Er hatte sich auch nie erträumt, dass er einer Frau mal so etwas schenken würde.
Gretchen kostete das Frühstück nach allen regeln der Kunst. Es schmeckte ihr vorzüglich und auch Marc konnte den hübsch angerichteten Speisen nicht abdanken.
„Und was machen wir jetzt?“ fragte Gretchen, als sie nach dem Frühstück auf dem Sofa saßen.
„Hmm, weiß nicht, wie wäre es mit einem Schnee-Spaziergang?“ fragte Marc.
Gretchen sah ihn ungläubig an.
„Was denn?“ fragte er, als er ihre Blicke bemerkte.
„Ach nichts...Ja, das ist eine gute Idee!“ stimmte sie zu.
Marc lächelte.
„Aber hast du denn überhaupt warme Sachen eingepackt?“ fragte Gretchen.
„Hasenzahn, denk dran, Marc Meier hat an alles gedacht!“, er stand auf und ging zu den Taschen, die er gepackt hatte. Er zog ihren warmen Wintermantel hervor und seine Jacke.
Gretchen staunt, das hätte sie nicht erwartet.
Nachdem sie sich beide dick eingepackt hatten, machten sie sich auf den Weg nach draußen.
Es war ein kalter Morgen, aber die Sonne schien vom Himmel.
Gretchen versank sofort im tiefen Schnee, denn über Nacht hatte es noch mals zu schneien angefangen. Sie war begeistert von den Schneemengen und fing sofort an zu laufen.
„He, warte auf mich!“ rief Marc ihr hinterher.
Gretchen blieb stehen und sah sich nach ihm um. Er kam mit großen Schritten auf sie zu.
Als er sie erreicht hatte, nahm er sie bei der Hand und sie machten sich auf den Weg in den nahegelegenen Park.
Es war ein ausgelassener Spaziergang und die beiden hatten viel zu lachen.
„Marc, ich will mich ein wenig setzten, dort ist doch eine Bank“, sagte Gretchen nach einer ausgiebigen Schneeballschlacht.
Marc konnte ihr da nur zustimmen. Er befreite die Bank von Schnee und ließ sich drauf plumpsen. Gretchen allerdings bevorzugte seinen Schoß als Sitzgelegenheit, die Bank war ihr dann doch zu kalt.
Sie genossen den Moment einfach zu zweit zu sein, bevor sie sich wieder auf den Weg machten.
Gretchen erblickte einen kleinen Teich, auf dem ein paar Leute Schlittschuh liefen.
Marc hat bemerkt, was Gretchens
Aufmerksamkeit beeinflusste.
„Magst du Schlittschuh laufen gehen?“ fragte er sie.
„Gerne, aber ich kann es nicht so Recht“, gab sie zu.
Marc lächelte und nahm sie bei der Hand. Gemeinsam gingen sie auf den Teich zu. Dort neben war eine kleine Hütte aufgebaut, in der man Schlittschuhe ausleihen konnte. Er fragte sich, warum solch eine Hütte an einem öffentlichen Teich stand, aber er dachte nicht weiter darüber nach.
Sie liehen sich Schlittschuhe aus und wechselten das Schuhwerk.
Gretchen stand zwar noch etwas unsicher auf den Kufen, aber Marc hielt sie fest. Gemeinsam gingen sie auf die Eisfläche zu.
„Ob sie wohl auch dick genug ist?“ fragte Gretchen und betrachtete das Eis skeptisch.
„Sicher, sonst würde doch hier auch nicht der Stand stehen“, argumentierte Marc.
Gretchen vertraute ihm und machte einen Schritt aufs Eis.
„Hui, ist das glatt!“ entfuhr es ihr und sie griff nach Marcs Jackenärmel.
Marc lachte und kam ebenfalls aufs Eis. Eigentlich konnte er Schlittschuh laufen, aber mit Gretchen am Arm erwies sich das ganze als relativ schwierig.
„So, ganz langsam“, sagte Marc, „Nein nicht so“
Er versuchte verzweifelt seiner ungeschickten Freundin das Schlittschuh laufen beizubringen, aber es war nicht so einfach. Sie schaffte ein paar Züge, aber kam dann ins Schlittern. Immer wieder musste Marc sie auffangen, aber er tat dies mit einem Lachen im Gesicht.
Schließlich hatte Gretchen es so weit geschafft, dass sie ein Stück alleine fahren konnte, aber Marcs Hand behielt sich sicherheitshalber doch noch in ihrer.
Gemeinsam fuhren sie ein paar Runden, mit einigen Schlenkereien zwar, aber mit viel Spaß.
Marc fühlte sich frei und war glücklich, als er mit Gretchen über das klare Eis glitt. Er lächelte selig, es war egal, was andere dachten. Es interessierte ihn nicht, als ein Trupp Jugendlicher die beiden angafften. Letzteres aus ihm unerklärlichen Grund.
Gretchen spürte die Veränderung, die in Marc vor sich gegangen war. Als sie ihm in die Augen sah, sah sie seine Glückseligkeit. Es wunderte sie, aber sie war gleichzeitig so unglaublich froh darüber.
Die Stunde, in der die beiden sich die Schlittschuhe ausgeliehen hatten, verging viel zu schnell.
Nur mit einem Murren konnten sie die Eisfläche verlassen und die Schuhe abgeben.
„Das war schön“, sagte Marc, als er mit Gretchen auf dem Rückweg zum Hotel war.
Gretchen sah Marc erstaunt hat, das Wort „schön“ verwendete er eigentlich nur spärlichst und schon gar nicht ohne große Überwindung. Um ihre Unsicherheit zu überspielen, küsste sie Marc sanft auf den Mund.
Marc konnte ihren winter-kalten Lippen auf den seinen spüren und es holte ihn in die Wirklichkeit zurückholen. Leidenschaftlich erwiderte er den Kuss. Und so standen sie dort. Sich einfach nur küssend. Um sich herum nur schneebedeckte Bäume. Es war, als würde die Erde einen Moment aufhören sich zu drehen. Nur einen Moment...

Olivia<3 Offline

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13.01.2012 14:29
#87 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Aber ihre Idylle blieb nicht lange ungestört. Auf ein mal traf Marc ein Schneeball am Kopf. Er fuhr herum:
„Wer war das?“
Er erblickte drei Kinder, die vor ihm wegrannten.
„Hey!“ rief er ihnen hinterher. Aber die drei blieben nicht stehen. Marc gab es auf und wandte sich wieder an Gretchen.
Diese lachte nur und strich Marc den Rest Schnee aus dem Haar.
Da es währenddessen reichlich kalt geworden war, machten sich die beiden schließlich wieder auf den Weg zurück ins Hotel.
Es war bereits halb zwei, als sie dort ankamen.
Nachdem sie sich einigermaßen aufgewärmt hatten, saßen sie Arm in Arm auf dem großzügigen Sofa. Verträumt drehte sich Marc eine Strähne immer wieder um den Finger. Gretchen strich mit dem Finger über seine Brust. Immer wieder im Kreis.
„Was machen wir eigentlich heute Abend?“, fragte Gretchen schließlich, „Es ist doch Weihnachten“
„Weiß nicht, hab schon länger kein Weihnachten mehr gefeiert“, murmelte Marc.
„Dann wird es aber mal wieder Zeit“, sagte Gretchen, „Aber wir haben weder einen Weihnachtsbaum, noch Weihnachtsessen“
Ihr Zustand näherte sich langsam der Panik.
Marc zuckte nur mit den Achseln. Gretchen allerdings war schon aufgestanden und lief hektisch durchs Zimmer.
„Marc, wir brauchen einen Weihnachtsbaum, wenigstens einen kleinen!“ forderte sie.
Mühselig rappelte er sich auf.
„Mann Hasenzahn, muss doch nicht immer alles perfekt sein? Kann man denn nicht Weihnachten feiern, ohne nen dämlichen Baum? Das ist doch eh nur Kitsch...“ meinte Marc.
„Aber Weihnachten ohne Baum, ist doch kein Weihnachten“ murmelte sie.
„Ach was, wir kriegen das schon hin, guck mal“, er deutete auf den kleinen Beistelltisch, „Dort steht doch so nen Dings...Adventskranz“
Gretchen betrachtete dies genauer und stellte fest, dass das Weihnachtsbaum genug sein musste. Sie setzt sich wieder zu marc aufs Sofa.
„Und was sollen wir essen?“ fragte Gretchen.
„Wir können doch Essen gehen“, schlug Marc vor.
Gretchen nickte, dagegen war nichts einzuwenden.

Bevor sie allerdings ausgehfertig war, musste sich Marc der Kleiderdiskussion hingeben:
„Marc, was soll ich denn anziehen?“ fragte Gretchen und blickte panisch auf die Tasche, die er gepackt hatte.
„Was weiß ich!“ er knöpfte sein Hemd zu.
„Ich hab nichts anzuziehen!“ beschwerte sich Gretchen.
„Aber da liegen doch Sachen“, sagte Marc und deutete auf ein Kleid, er hatte es extra für sie eingepackt.
„Aber, darin sehe ich fett aus“, maulte Gretchen.
„Hasenzahn, erwähnte ich schon mal, dass du einem tierisch auf die Nerven gehen kannst?““, beschwerte sich Marc.
„Du hast gut reden, durftest deine Sachen ja selbst packen“
Marc verdrehte genervt die Augen. Da half nur noch eins:
„So, du ziehst jetzt dieses Kleid an, und ich kann dir sagen, dass du darin super aussiehst!“ sagte Marc entschlossen.
Mit einem letzten Seufzen, zog Gretchen das blaue Kleid an.
„Und?“ fragte er.
„Was und?“ Sie stellte sich vor den Spiegel und blickte sich skeptisch an.
Marc stellte sich hinter sie und legte den Arm um ihre Hüften, seine Hände ruhten auf ihrem Bauch. Langsam, um sich nichts entgehen zu lassen, atmete er ihren süßen Duft ein.
„Du siehst schön aus, wunderschön“, flüsterte er ihr ins Ohr.
„Meinst du?“ ein Hauch von Skepsis in ihrer Stimme.
„Weiß ich“, er besiegelte sein Wort mit einem Kuss aufs Haar.
Endlich konnten sie dann losgehen, es war schon dunkel geworden. Man hörte die Glocken der nahegelegenen Kapelle läuten. Sie kündigten den Gottesdienst am heiligen Abend an. Gretchen sog die kalte Luft in ihre Lungen, augenblicklich durchfuhr sie ein Kälteschauer. Sie griff nach Marcs Hand. So stapften sie gemeinsam durch den Schnee.
Das Restaurant war zum Glück nicht allzu weit weg, sie konnten es bequem zu Fuß erreichen.
Es war ein kleines, gemütlich eingerichtetes Restaurant. Sie setzten sich an einen kleinen Holztisch. Der Raum verstrahlte eine Wärme, die bei den Temperaturen vor der Tür, gerade angenehm war.
Der Kellner kam, als sie kaum saßen.
„Was darf ich für das junge Glück bringen?“ fragte er höflich.
Marc bestellte ein mal den Hauswein für sie beide.

Beim Essen unterhielten sich Marc und Gretchen über Weihnachten.
„Und wie habt ihr früher Weihnachten gefeiert?“ fragte Gretchen.
„Vermutlich, wie jede andere Familie auch“, erzählte Marc, „Die Eltern meiner Mutter waren da, vor denn machten wir auf glückliche Familie“ Marc seufzte.
Gretchen sah betreten auf ihr Essen.
„Ich habe mich immer auf Weihnachten gefreut“, erzählte Marc weiter, „Es war so gut der einzige Tag im Jahr, wo es keinen Streit oder...“, er schluckte, „Prügel gab.“
„Marc, es tut mir Leid, ich wollte nicht“, setzte Gretchen an.
„Es ist schon gut, weißt du“, er lächelte schief, „Du wirst es kaum glauben, aber es tut gut darüber zu reden“
Gretchen staunte, damit hatte sie nicht gerechnet.

Es hatte lange gedauert, bis er das Vertrauen in sie aufgenommen hatte, aber nun war es so weit. Er erzählte ihr all das, was passiert war. Er erzählte von seinen schrecklichen Wochenenden, wenn sein Vater nach Hause gekommen war und er erzählte, wie es war seine Verletzungen zu vertuschen. Gretchen konnte nichts anderes tun, als zuhören, staunen und ab und zu zu nicken.
Es war, als hätte sich das Blatt gewendet. Jetzt war er es, der redete und erzählte. All das, was nie an die Öffentlichkeit kommen sollte. Das, was keiner erfahren sollte.

Olivia<3 Offline

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17.01.2012 16:15
#88 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey!
Im Moment komme ich leider nicht so häufig zum Schreiben, aber ich versuche euch regelmäßig was dazulassen! Natürlich nur, wenn auch Kommis kommen!
ich wünsche euch viel Spaß mit dem nächsten Teil! Bitte allerdings um Feedback!
Liebe Grüße,
Olivia


Der Abend beim Italiener wurde noch lang. Und als Gretchen und Marc an diesem Abend im Bett lagen, um schlafen zu gehen, dachte Gretchen über den vergangenen Abend nach:
Ja, er hat mit mir geredet. Nicht über alltägliche Dinge, wie das Wetter oder die OP-Berichte. Nein, er hat mir von seiner Kindheit erzählt. Von seiner schrecklichen Kindheit. Mein Gott, fast hätte ich angefangen zu weinen. Aber ich konnte die Tränen grade noch zurückhalten. Aber Marc wirkte so entspannt nach dem Gespräch. Ich habe das Gefühl, dass es ihm jetzt besser geht.
Hach, er tut mir auch wieder so unendlich Leid, dass er so schlecht behandelt wurde. Er wirkte so zerbrechlich, als er mir von seinem Vater berichtete. Ich bin überrascht, was er alles erzählt hat. Es muss wirklich schrecklich gewesen sein, wie er das nur ausgehalten.
Ja, genau, er baute sich eine Schutzmauer, die nimalnd durchbrechen konnte...
...Außer mir. Er hat mit mir geredet, über all das, was passiert ist. Ich habe ihm gesagt, dass eines Tages die zeit bereit ist, dass er sich jemanden anvertraut. Und das bin ich. Gretchen Haase, Marc Meier hat grade sein Herz vor dir ausgeschüttet. Er liebt dich. Er muss dich einfach lieben.


Gretchen konnte schlecht einschlafen, zu viele Gedanken gingen ihr durch den Kopf.
Aber auch Marc lag schlaflos wach:

Mensch Meier, was war das denn für ein emotionaler Ausbruch? Du hast ihr ja deine gesamte Kindheit aufgetischt.
Ein Wunder, dass sie nicht geweint hat. Aber wir waren ja auch in diesem Restaurant.
Ich fühle mich so seltsam ruhig, als hätte jemand die Luft herausgelassen. Ich bin nicht mehr angespannt. Ich glaube es war doch die richtige Entscheidung, sich endlich jemanden anzuvertrauen. Sie hat nur da gesessen und zugehört. Nichts gesagt, keine Mitleidsnummer abgezogen, sondern hat einfach nur zugehört. Und es ist so schön zu wissen, dass jemand einem selbst zuhört. Meier, das hast du doch jetzt nicht ernsthaft gedacht,oder?!
Doch hast du... Ich glaube sie ist die Richtige, die mit der ich mein Leben verbringen will. So etwas wie grade, das habe ich noch nie erlebt. Ich habe noch nie so viel auf einmal gesagt. Bestimmt nicht.
Er sah sein Gretchen an. Sie war so schön. Auf den Lippen ein Lächeln, dass ihm die Knie weich werden ließ. Das Haar so gold, wie das eines Engels.

Seine Gedanken spielten verrückt. Er legte sich zurück aufs Kissen und schloss die Augen:
Es war der erste Tag nach den Ferien gewesen. Marc Meier hatte keine Lust auf Schule, dennoch machte er sich gelangweilt auf den Weg zur Schule. Heute sollten die neuen I-Dötzchen eingeschult werden. Bei dem Gedanken dachte er sofort an die Streiche, die er ihnen spielen konnte. Ein fieses Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Er beschleunigte seine Schritte. Vor dem Schulhof standen Autos und Eltern mit ihren Kindern machten Lärm, während sie auf das Schulgebäude zugingen. Marc kämpfte sich zwischen einem dicken ehepaar vorbei und huschte durch das Schultor. Mit den Gedanken schon bei seinen Streichen ging er auf das große Gebäude zu. Als er plötzlich stolperte.
„Hey“, rief er, „Kannst du nicht aufpassen?!“
Das pummelige Mädchen, das ihm gegenüber stand, trug eine auffällige Brille und ein unvorteilhaftes Kleid. Ihre Schultüte war zu Boden gefallen. Ein Schokoriegel war herausgefallen. Ungeschickt bückte sich das Mädchen danach. Schon kamen ihre Eltern dazu.
„Kälbchen, alles in Ordnung bei dir?“
„Wo warst du denn?“
Marc verdrehte spöttisch die Augen. Er konnte sich noch genau an seine Einschulung erinnern. Niemand war da gewesen.
Während er diese heile Familie betrachtete wurde ihm fast schlecht.
„Mama, es ist alles okay“, sagte das Mädchen und hob ihre Schultüte vom Boden auf.
„Gut, Margarethe, dann lass uns doch zu den anderen gehen!“ sagte die Mutter.
Marc blieb immer noch an der Stelle stehen. Margarethe hieß sie also. Und ohne, dass er es wollte, zauberte sich ein Lächeln auf sein Gesicht.

Marc öffnete die Augen. Ja, das war sie gewesen, ihre erste Begegnung. Und bis jetzt hatte er sich sein Lächeln nicht erklären können. Er strich Gretchen noch ein mal übers Haar, bevor er endgültig die Augen schloss und einschlief.

Das war mein erster Versuch einen Flashback zu gestalten. Ich bitte um Rückmeldung

Olivia<3 Offline

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22.01.2012 15:08
#89 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Es ist wohl an der Zeit mich auch mal bei den stillen Lesern und Leserinnen zu bedanken. Denn ihnen habe ich die klicks zu meiner Story zu verdanken! Also danke an euch. Aber auch die Kommischreiber kriegen mal ein Dankeschön Vielen vielen Danke an euch alle!
Ich wünsch euch viel Spaß bei dem neuen Teil. Udn ich warte auf eure Kommis!
Liebe grüße,
Olivia


Am nächsten Morgen wurde sie von dem Geruch nach Marcs Aftershave wach. Sie öffnete die Augen, Marc stand schon fast angezogen da und knöpfte sein Hemd zu.
„Hasenzahn“, als er fertig war, setzte er sich neben sie und gab ihr einen Kuss. Sein Atem roch nach Pfefferminz.
Sie setzte sich im Bett auf und fragte:
„Müssen wir schon aufstehen? Es ist doch schon mitten in der Nacht!“ Gretchen gähnte ausgiebig.
„Süße, es ist schon zwölf und um eins müssen wir hier raus sein, als schwing die unter die Dusche, die Zeit ruft“, zur Bestätigung zeigte er auf seine teure Uhr.
Mühsam stand sie auf und schleppte sich unter die Dusche. Die letzte Nacht hatte Spuren in Form von Muskelkater hinterlassen. Seufzend schlüpfte sie nach dem Duschen in den Bademantel und ging zurück zu Marc.
„Na, bist du jetzt wach?“ Er gab ihr einen langen Kuss.
Gretchen nickte und zog sich vor Marcs Augen um.
Dafür, dass sie sonst so prüde tut, ist sie in ihren Bewegungen aber ziemlich selbstbewusst und sexy. Wenn wir nicht gleich schon hier raus sein müssten, würde ich sie doch gleich...
„Marc! Hör auf mich so anzustarren!“ beschwerte sich Gretchen auch schon.
Hab ich schon wieder so auffällig geguckt?!
Marc blickte schuldbewusst nach unten. Gretchen sah dies mit Genugtuung. Selbstbewusst lächelnd ging sie ins Bad, um sich die Haare zu föhnen.
Als die beiden im Auto saßen, war die Stimmung ein wenig gedrückt.
„Oh, nein, morgen muss ich schon wieder arbeiten!“ Gretchen seufzte und sah aus dem Fenster.
„Ich auch“, sagte Marc, „Mein erster Arbeitstag.“
Gretchen lächelte, endlich würde sie wieder zusammen mit Marc arbeiten können.
Eine Weile schwiegen die beiden und ihre Blicke folgten der Straße.
„Es war ein schöner Ausflug mit dir“, durchbrach Marc schließlich die Stille.
Auf Gretchens Gesicht zauberte sich ein umwerfendes Lächeln.
„Findest du?“
„Ja, das finde ich. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein solch schönes Weihnachtsfest haben würde“, gab Marc zu.
Gretchen legte ihre Hand auf die Seine. Marc durchströmte ein Glücksgefühl und sein Puls stieg. Er wandte seinen Blick wieder auf die Fahrbahn und lächelte.
„Sei dir sicher, das ist nicht das letzte Weihnachtsfest, das wir zusammen feiern werden“, sagte Gretchen.
Marc nickte lächelnd:
„Da könntest du Recht haben“
Kurze Zeit später hielt das Auto an der gemeinsamen Wohnung. Der Himmel an diesem Tag hatte sich zugezogen, als ob das Wetter schon ahnen würde, dass die Idylle tückisch ist...

Olivia<3 Offline

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24.01.2012 20:03
#90 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute mal wieder etwas kürzer

Als Marc und Gretchen schon wild knutschend oben ankamen, war das erste, was sie vernahmen:
„Marc Olivier!“
Marc zuckte zusammen und ließ von Gretchen ab.
„Mutter, was willst du?“ Er knöpfte sich die obersten Knöpfe seines Hemdes zurecht und wandte sich seiner Mutter zu.
„Marc, es wird ernst“, sagte sie.
Wenn sie ihn Marc nannte, dann war es wirklich ernst.
„Was ist denn?“ Sein Gesichtsausdruck war besorgt.
„Ich muss mit dir unter vier Augen reden, es geht um...“, sie stotterte, „Um deinen Vater“
In Marcs Augen spiegelte sich eine Mischung aus Angst und Wut.
„Gretchen, könntest du bitte gehen?“ fragte er.
Gretchen war überrascht über seine Reaktion und sah ihn fragen an.
„Ob du bitte gehen könntest?“ fragte er schon etwas lauter.
Einerseits war sie schrecklich sauer auf ihn, dass er sie nicht bei sich haben wollte, aber andererseits spürte sie auch, wie ernst die Lage zu sein schien.
„Ich geh dann zu Gigi“, murmelte sie und sah Marc noch einmal traurig an.
Als Gretchen die Tür hinter sich geschlossen hatte, setzte Marc sich zu seiner Mutter auf das Sofa. Die Stimmung in der geräumigen Wohnung war bedrückend und es schnürte einem die Luft ab.
„Was ist mit ihm?“ fragte Marc und versuchte so gleichgültig zu klingen, wie möglich. Aber in Wahrheit tobte ein Gefühlschaos in ihm, dass er nicht zu ordnen wusste.
„Er ist zurückgekehrt“, sagte Elke Fisher.
„Wie er ist zurück gekehrt? Hast du ihn wieder in dein Haus gelassen?! Was ist mit ihm?“ In seiner Wut war er aufgesprungen und lief aufgeregt durch das Zimmer.
„Er stand vor meiner Haustür und ich habe ihn fast nicht erkannt“, sie seufzte tief, „Er wollte zu mir ins Haus. Er wollte alles wiede r gut machen“
„Er wollte alles wieder gut machen?! Er hat dich und mich geprügelt! Das kann man nicht wieder gut machen!“ rief Marc.
„Ich habe ihn reingelassen, er hat alles erklärt“, sagte Elke und blickte schuldbewusst nach unten.
„Was will er denn schon erklärt haben? Dass er uns fast zur tode geprügelt hat? Dass er sich einen Scheiß-Dreck um seine Familie geschert hat? Dass er durchgängig betrunken war? Mein Gott, ich dachte du hättest endlich mal dazugelernt“, Marc war am Rande der Verzweiflung. Wie konnte seine Mutter nur so naiv sein?
„Marc, er hat aufgehört zu trinken, er hat sich verändert. Zum Guten“, versuchte die Mutter ihn zu beruhigen.
„Mutter, was wird das hier?“, er sprach zynischer denn je, „Falls du vorhast, dich wiede rmit ihm zu vertragen...Dann...“ Er hob die Rechte hand zur Drohung, aber ihm fehlten die Worte. Er wusste nicht, was er dann machen sollte.
„Marc, ich bitte dich! Er hat sich wirklich verändert. Und ich liebe ihn, das weißt du ganz genau. Ich habe ihn immer geliebt.“
Das saß, Marc schwieg, er setzte sich, das musste er erst mal verkraften. Seine Mutter liebte den Mann, dessen Namen er nicht mal auszusprechen wagte.
„Das kann nicht dein Ernst sein! Hast du mal darüber nachgedacht, was er uns alles angetan hat?“ Er legte die Ellbogen auf die Knie und legte das Gesicht verzweifelt in seine Hände.
„Du bist doch derjenige, der genau wissen müsste, dass Menschen sich ändern können! Schau dich doch mal an! Zum richtigen Weichei bist du geworden“, seine Mutter stichelte.
Marc sah sie ungläubig an. Er war überhaupt kein Weichei. Er hatte sich zum positiven entwickelt. Da war er sich mittlerweile sicher. Und er konnte es gar nicht haben, wenn ihn jemand Weichei nannte.
„Es reicht! Du gehst jetzt nach Hause zu meinem Erzeuger. Und ich will dich hier die nächsten Tage nicht sehen! Und dass du mir ja nicht auf die Idee kommst, ihn mir vorzustellen!“ Er stand auf und hielt ihr die Tür auf.
„Marc Olivier!“ Widerwillig stand seine Mutter auf und ging zur Tür, „Das wird ein Nachspiel haben, Olivier!“
„Mutter bitte nenn mich nicht so. Und was willst du denn schon machen. Dass du mir meinen Erzeuger ins Haus geschleppt hast, ist schon Strafe genug!“ Er machte die Tür hinter ihr zu und lehnte sich dagegen. Das war zu viel für ihn. Sein Erzeuger war in der Stadt. Und nicht nur das, er hatte sich wieder mit seiner Mutter vertragen. Er ließ sich an der Tür herunter rutschen. Den Kopf auf die Knie gelegt. Er wusste, dass jetzt nur noch eines hilft...
Gretchen!
Mühsam rappelte er sich auf, griff nach dem Telefon und wählte ihre Nummer.
„Haase?“ meldete sie sich.
„Hasenzahn...Kannst du kommen?“

Olivia<3 Offline

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28.01.2012 13:22
#91 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Als sie Marcs Stimme hörte war ihr klar, dass etwas schreckliches passiert sein musste. Sie schluckte.
„Ja, ich komme“, Sie legte auf.
Keine zehn Minuten später öffnete sie die Tür und fand einen am Boden zerstörten Marc Meier vor. Er saß schweigend auf dem Sofa und hatte den Kopf in die Hände gestützt. Hätte Gretchen nicht gewusst, dass Marc niemals weinen würde, hätte sie gedacht er würde Schluchzen. Mit dem Blick zu ihm gewandt, legte sie Jacke und Tasche bei Seite und kam zu ihm. Als sie sich neben ihn setzte blickte er auf. In seinen Augen war Entsetzten und Traurigkeit zu sehen.
Gretchen war verwundert, so verstört hatte sie Marc noch nie erlebt. Sie setzte sich zu ihm aufs Sofa und nahm seine Hand.
„Marc, was ist denn passiert?“ fragte sie und sah ihn flehend an.
„Mein...“, er schluckte, „Erzeuger ist hier“
Gretchen wusste nicht was sie sagen sollte. Sie brachte aber gar nichts zu sagen, Marc redete schon von selbst:
„Meine Mutter hat ihn bei sich aufgenommen und hat sich wieder mit ihm vertragen“, seine Traurigkeit wandelte sich langsam in Wut um, „Es würde mich nicht wundern, wenn sie bald wieder auf „Happy-Family“ machen wird“ Er sprang vom Sofa auf und lief durch das Wohnzimmer, „Aber von wegen Happy-Family! Der Wichser hat mein ganzes Leben versaut!!!“
Marc ließ all die Wut und all die Angst raus. Er schrie Gretchen nicht an, sie brachte auch nicht auf ihn einzugehen. Es reichte die Gewissheit, dass sie ihm zuhörte.
Als er sich ausgetobt hatte, ließ er sich erschöpft aufs Sofa fallen. Im nächsten Moment war ihm sein Gefühlsausbruch auch schon peinlich.
„Marc, das...“, sie bracht ab, „Das ist schrecklich. Ich kann verstehen, dass du dich nicht wieder mit ihm vertragen willst“
Sie strich ihm besänftigend über das Knie.
Ihre Berührung beruhigten ihn seltsamerweise. Er nickte. Es war schön zu höre, dass wenigstens Gretchen ihn verstand. Er legte seine Hand auf die ihre. Eine Weile saßen sie einfach nur da und hielten sich bei der Hand.
„Das wird sich schon einrenken“, murmelte Marc schließlich. Er stand auf und ging Richtung Schlafzimmer. Gretchen ließ ihn gewähren und blieb noch ein wenig auf dem Sofa sitzen. Sie hoffte, dass sie ihn beruhigen konnte und er nichts unüberlegtes mehr tun würde. Sie ließ ihn vorerst in Ruhe, falls er ein wenig allein sein wollte. Als er aber in Boxershort und M-Shirt vor ihr stand und sie bat zu ihm zu kommen. Sie rappelte sich auf und kam zu Marc. Sie zog sich um und kuschelte sich zu ihm ins Bett. Arm in Arm lagen sie da und lauschten dem Atem des Anderen.
„Danke“, sagte Marc schließlich.
„Aber da doch nicht für“, sagte Gretchen und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Doch, Gretchen, das ist nicht selbstverständlich“, erwiderte Marc.
Gretchen lächelte, Marc schien sich beruhigt zu haben.
„Marc, das wird schon gut gehen“, sagte Gretchen.
Er seufzte, ganz sicher war er sich nicht. Er wollte es immer noch nicht wahr haben, dass sein Vater in Berlin war. Und dann war er auch noch bei seiner Mutter.
Gretchen merkte, dass Marc immer noch mit seinen Gedanken beschäftigt war. Es machte ihr Sorgen, dass er so kurz nach seinem Unfall mit solchen Problemen konfrontiert wurde. Manchmal war das Leben eben nicht fair. Sie seufzte.
Marcs Gedanken waren mittlerweile in einen Dämmerzustand übergegangen. Es dauerte lange, bis er richtig einschlafen konnte zu sehr hielten ihn die Gedanken an seinen Erzeuger wach.

Mit dem teil heute bin ich nicht ganz so zufrieden, hoffentlich hat er euch gefallen! Hoffe auf tolle Kommis!
Liebe grüße,
Olivia

Olivia<3 Offline

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29.01.2012 17:55
#92 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Am nächsten Morgen kam Marc nur schwer aus dem Bett, er hatte abends noch lange wach gelegen. Als er die Augen aufschlug fiel ihm der ganze Mist des gestrigen Tages wieder ein und er ließ seinen Kopf wieder in die Kissen fallen.
Das bekam auch Gretchen mit. Sie seufzte, wenn es Marc schlecht ging, fühlte sie sich auch nicht besser.
„Marc, komm. Wir müssen zur Arbeit“, sagte sie.
Arbeit, das war das, was Marc jetzt brauchte. Er wollte vergessen. Vergessen, dass sein Vater in Berlin war. Vergessen, dass seine Mutter ihn scheint immer noch liebte. Vergessen, war er Marc angetan hatte.
Er schwang schließlich seine Beine aus dem Bett und ging ins Bad. Er duschte kalt, in der Hoffnung, dass die Dusche ihn belebte. Aber auch als er shockgefrostet im Schlafzimmer stand und sich anzog, nahm er seine Umgebung nur gedämpft wahr.
Auch auf der Arbeit schien es ihm nicht besser zu gehen. Als Schwester Sabine ihn in ihrer Freunde fast umarmte, störte ihn ihre Art nicht mehr als sonst. So bald es möglich war, verzog er sich in sein Büro. Der Professor teilte ihm heute nur zwei kleine Eingriffe zu. Wütend, dass er heute wohl keine vernünftige Ablenkung bekommen würde, zog er sich um und begann die erste Appendektomie. Gretchen die ihm assistierte, bekam seine Laune zu spüren, er begann seine OP wieder energischer anzugehen, jeder kleinste Fehler wurde ihr angehängt.
„Absaugen! Meine Güte, muss man denn hier alles allein machen?!“
„Das kann doch nicht so schwierig sein“
Nach dieser OP war er erschöpfter denn je, er hatte sie nicht anmeckern wollen, aber es war einfach so über ihn gekommen.
Er ließ sich von Sabine einen extra starken Kaffe machen und sie versuchte mit ihm ins Gespräch zu kommen:
„Herr Doktor“, sie betätigte die Kaffe-Maschine, „Was sind Sie denn heute so...gereizt?“
„Ich bin überhaupt nicht gereizt!“, wütend sprang er auf und ging zum Fenster.
„Entschuldigung“, Sabine starrte beschämt auf den Boden, „Ich wollte Sie nicht nerven“
Marc verdrehte genervt die Augen und sah aus dem Fenster. Von weitem sah er zwei Gestalten auf den Eingang zusehen. Die eine kam ihr doch ziemlich bekannt vor. Er betrachtete die Gestalt genauer. Als sie näher kam, erkannte er, dass es seine Mutter war. Er bekam einen Schreck. Aber wer war denn die Gestalt neben ihr? Es dauerte eine Weile bis er checkte, dass das niemand anders sein konnte, als sein Erzeuger. Er zuckte zusammen und riss die Vorhänge zu. Mit immer noch klopfenden Herzen setzte er sich auf den Stuhl und nah einen großen Schluck Kaffee, der mittlerweile fertig geworden ist.

Zur gleichen Zeit ging Gretchen durch die Eingangshalle, bis sie auf Elke Fisher traf. Fröhlich und nichts ahnend begrüßte Gretchen Marcs Mutter.
„Guten Tag Frau Fisher“
„Dr. Haase“, Elke musterte Gretchen skeptisch.
Auf einmal streckte Elkes Begleiter Gretchen die Hand hin.
„Christian Meier“, stellte er sich vor.
Gretchens Blick erstarrte, als sie ihm in die Augen sah. Es waren die selben Augen, wie die ihres Oberarztes, genau so Smaragdgrün. Kein Zweifel, das musste Marcs Vater sein.
„Gretchen Haase“, sagte sie, als sie sich wieder halbwegs gesammelt hatte, seine Hand immer noch in ihrer.
Elke Fisher aber machte keinerlei Anstalten sich mit Gretchen zu unterhalten.
„Frau Haase, könnten Sie mir vielleicht sagen, wo sich mein Sohn wieder herumtreibt?“
„Vielleicht ist er in seinem Büro, das kann ich Ihnen nicht so genau sagen“, sagte Gretchen und zuckte mit den Achseln.
Elke Fisher nickte und zog Christian Meier an der Hand in Richtung Chirurgie.
Gretchen war überrascht, so hatte sie sich Marcs Vater nicht vorgestellt, schon gar nicht nach all dem, was Marc ihr erzählt hat. In dem Moment wo sie an Marc dachte, fiel ihr auf, dass er gar nicht gut auf seinen „Erzeuger“ zu sprechen war. Und sie hatte Elke auch noch gesagt, wo Marc sich aufhielt. Sie schreckte hoch, das lag gewiss nicht in Marcs Interesse. Sie machte sich schleunigst auf den Weg, um Marc zu warnen. Aber in seinem Büro war er nicht. Sie beschloss ihn anzupiepen.

Keine zwei Minuten kam Marc auch schon angerannt.
„Was haben wir?“ fragt er in seiner üblichen Chirurgensprache, die Notaufnahme schon angepeilt.
„Nichts Marc, es ist nichts passiert“ sagte Gretchen ruhig.
„Was? Aber du hast mich doch angepiept!“ Er schien beleidigt zu sein.
„Ich wollte dich nur warnen...“ sagte Gretchen betroffen.
„Wovor?“ fragte Marc und sah sich um, „Was gibt es denn schon in diesem Krankenhaus, wovor ich mich fürchten sollte?“
„Deine Mutter...“ Aber da war es schon zu spät.
„Marc Olivier!“ rief seine Mutter durch die Eingangshalle mit Christian im Schlepptau, als sie ihn erblickt hatte.
Marc zuckte zusammen und wand sich um. Dann sah er seinem Erzeuger in die Augen. Marcs Augen zogen sich zu Schlitzen zusammen. Seine Hand bohrte sich in Gretchens Oberarm. Sein Herz schlug schneller. Alles in Marc war darauf eingestellt, sich auf seinen Erzeuger zu stürzen und ihm all das zurückzugeben, was er ihm in seiner Kindheit angetan hatte...

Olivia<3 Offline

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30.01.2012 16:53
#93 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute auch mal nicht so kurz, wie die letzten Teile! Ich wünsche euch viel Spaß!
Eure Olivia


Das Lächeln auf den Lippen von Christian Meier erstarrte, als er den Blick seines Sohnes sah. Schon strömte Adrenalin durch seine Adern. Seiner Augen verengten sich ebenfalls und er war in Kampfbereitschaft.
Aber Marc auf der anderen Seite regte sich nicht. Er stand nur da und starrte seinen Vater voller Hass an. Er wandte den Blick nicht von ihm ab, aber er hatte sich unter Kontrolle.
Christian Meier hielt den stechenden Blick, der von Angst und Traurigkeit zeugte, seines Sohnes nicht mehr stand. Er senkte seinen Blick.
Für Marc war es wie ein innerer Triumph. Langsam entspannte sich seine Hand an Gretchens Arm und sein Atem ging ruhiger.
Dann drehte er sich um und ging. Er wusste nicht wohin, aber bloß weg von hier. Wie sehr er diese Augen hasste, auch wenn seine eigenen Augen von der gleichen Schönheit geprägt waren.
Schon bald hatte er das Krankenhaus hinter sich gelassen. Er fröstelte, da er nur seinen Kittel trug, aber er beachtete die Dezember-Kälte nicht. Krampfhaft versuchte er seinen Kopf abzuschalten, aber seine Gedanken fanden sich immer in den Smaragdgrünen Augen seines Vaters wieder.
Christian Meier hatte sich verändert, er wirkte gepflegter, sein Gesicht hatte an Falten zugenommen, seine Gestalt hagerer geworden, die Haare kürzer.
Marc lief über die Ampel und wurde von ein paar Teenagern angegafft, die sich über seine Aufmachung, die aus einem weißen Arztkittel bestand, lustig machten. Er beachtete sie nicht, folgte weiter dem Bürgersteig, Richtung Unendlichkeit. Da es begonnen hatte zu tauen, waren seine Schuhe bald durchnässt. Aber die blinde Wut ließ ihn weiterlaufen, immer weiter.
Er wachte erst aus seinem Laufrausch auf, als er eine kalte Hand an der seinen spürte. Schlagartig fuhr er herum.
„Was...“
„Marc, komm zurück“, es war Gretchen, die ihn endlich eingeholt hatte, panisch hielt sie ihn am Arm.
„Gretchen, halt dich da raus, ich muss allein damit klarkommen!“ er schüttelte ihren Arm ab.
Gretchen brauchte eine Sekunde um zu schalten.
„Marc, wir verfallen nicht in alte Muster!“, ihre Stimme klang energisch, „Wenn du deine Sorgen nicht teilst, dann endet es in einem Desaster!“
Schlagartig blieb er stehen.
„ICH habe jawohl zu entscheiden, wann und mit wem ich rede!“, er seufzte, „Und dieses Problem, da muss ich allein durch, das geht dich nichts an!“
„Marc, ich bin deine Freundin, das geht mich sehr wohl etwas an“
„Hasenzahn, diese Diskussion hatten wir schon oft genug! Ich möchte dich da nicht mit reinziehen!“
In Gretchens Augen spiegelte sich das blanke Entsetzten, wie konnte er nur wieder so naiv sein? Hatte er denn nichts gelernt in all der Zeit?
„Komm nach Hause, wenn du wieder normal ist“, dann drehte sie sich um und machte sich auf den Weg zurück.

Marc aber lief weiter, irgendwohin, mit dem schrecklichen Gedanken im Nacken, dass er grade seine Freundin in die Wüste geschickt hatte. Aber er hatte jetzt andere Sorgen. Und so lief er weiter die Straße entlang. Trotz Schneematsch und Kälte.

Gretchen war zurück ins Krankenhaus gekehrt, hatte sich krank geschrieben und war in ihre gemeinsam Wohnung gegangen. Der Gedanke an Marc aber trieb ihr immer wieder die Tränen in die Augen. Er hatte sie weggeschickt. Wie früher, dabei hatte er doch endlich mal geredet! Enttäuscht ließ sie sich aufs Sofa fallen und ließ den Tränen freien Lauf.
Irgendwann musste sie dann eingeschlafen sein, denn als sie die Augen aufschlug war es bereits dunkel. Mit einem Schlag war sie auf den Beinen. Als ihr Blick auf die Uhr fiel zeigte sie 5 Uhr nachmittags an. Nachdem sie ein mal ziellos durch die Wohnung gestreunt war, stellte sie fest, dass Marc noch nicht zurückgekehrt war. Sie schluckte, um die Tränen zurückzuhalten. In der Küche machte sie sich auf die Suche nach Schokolade. Sie schaltete den Fernseher an und biss ein Stück Vollmilch ab. Die 17 Uhr Nachrichten waren grade zu Ende, als sich der Schlüssel in der Wohnungstür umdrehte. Gretchen zuckte zusammen und stand vom Sofa auf. Als die Tür sich öffnete stand Marc vor ihr, wie ein begossener Pudel, er schlotterte vor Kälte.
„Marc, bist du von allen guten Geistern verlassen?“
Wortlos ging Marc an ihr vorbei, geradewegs ins Bad. Er begrüßte sich nicht mal. Gretchen wusste, dass sie ihn nicht zu ernst nehmen sollte, wenn er Frust verdaute, dann war er ein unangenehmer Geselle.
Sie würde ihn verwöhnen müssen. Als Gretchen im Bad das Badewasser laufen hörte, war sie fast beruhigt. Sie ging in die Küche um ihm einen Becher heißen Kakao zu machen. Sie wusste nicht genau warum, aber irgendetwas sagte ihr, dass es ihm danach besser gehen würde.
Das Aufkochen der Milch erwies sich aber als eine relative komplexe Abfolge von Arbeitsschritten, die mit einer Brandblase am Handgelenk endete. Sie legte auf das Tablett mit dem Kakao noch die angebrochene Tafel Vollmilchschokolade.
Sie ersparte sich das Anklopfen, da sie sich sicher war, dass Marc in seinem Zustand nicht antworten würde.
Marc blickte nicht mal auf, als sie den Raum betrat. Wortlos stellte sie das Tablett neben ihm auf den kleinen Beistelltisch.
Seine Lippen formten das Wort „Danke“.
Gretchen nahm das als ein positives Zeichen. Sie schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln und schloss die Tür hinter sich. Keinesfalls wollte sie den Fehler begehen, ihn zu nerven. Also setze sie sich aufs Sofa und wartete auf. Es regte sich lange nichts im Bad. Aber gefühlte 2 Jahre später, kam Marc Meier in ein Handtuch aus dem Bad und ging ins Schlafzimmer. Gretchens Blick folgte ihm, aber sie stand nicht auf.
Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, ging sie ins Bad und ließ das Badewasser aus der Wanne. Sah mit Genugtuung, dass Marc sich die heiße Schokolade hat schmecken lassen und beseitigte den Müll der Schokoladenverpackung. Sie öffnete das Badezimmerfenster, um die stickige Luft herauszulassen, dann erst ging sie auch ins Schlafzimmer.
Marc lag schon im Bett, mit offenen Augen, die in die Leere starrten. Er war in Gedanken.
Schweigend ging Gretchen auf das Bett zu und legte sich neben ihn.
Lange passiert nichts, dann aber drehte sich Marc auf die Seite und sah ihr in die Augen.
„Danke“, er schluckte, „Und Entschuldigung, ich wollte dich nicht anschreien. Ich war nur so...“
Gretchen hatte ihm den Finger auf den Mund gelegt.
„Psst, ist schon gut“, sagte sie.
Ja, sie hatte ihm verziehen, sie würde ihm immer verzeihen, egal was er für einen Mist baute...

Olivia<3 Offline

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31.01.2012 14:40
#94 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

An diesem Tag gingen sie schon früh ins Bett. Marc war ziemlich geschafft von seinem Marsch durch den Regen und emotional war er auch nicht ganz fit. Aber dank Gretchen schaffte er es seine Gedanken an Christian Meier im Zaum zu halten.
Stattdessen kam Gretchen ins Grübeln:
Christian Meier, das ist also der Vater von Marc. Oder wie er es sagen würde, sein „Erzeuger“. Nein, so hatte ich ihn mir nicht vorgestellt. Ich hatte da eher an einen bulligen Schlägertypen gedacht. Aber nein, Marc sieht seinem Vater ziemlich ähnlich. Vor allem die Augen. Genau so grün wie die von Marc. Eigentlich fand ich ihn sogar recht sympathisch...
Gehirn an Gefühlszentrum, das ist der Mann der Marcs Kindheit traumatisiert hat, den darf man nicht sympathisch finden!
Marc hat die erste Begegnung mit seinem Vater ziemlich gut hingekriegt. Ich hätte erwartet, dass er ihm an die Gurgel will. Stattdessen ist er weggelaufen. Einfach in den Schnee. Mich wundert es nicht, wenn er morgen mit einer Lungenentzündung im Bett liegt. Hoffe, dass er nicht allzu sehr an seinen „Erzeuger“ denken muss. Obwohl das wohl schwer vermeidbar sein wird.
Vor allem aber, was soll ich in dieser Situation tun? Natürlich werde ich Marc beistehen diese schreckliche Situation durchzuhalten. Aber was, wenn er wieder meine Hilfe ablehnt? Sich wieder verkriecht? Oh Gott Gretchen, musst du dir eigentlich immer die kompliziertesten Männer rauspicken?!

Während Marc neben ihr einen unruhigen Schlaf schlief, hielten ihre Gedanken sie wach. Sie fand aber keine Lösung für das Problem. Sie gab es schließlich auf und lauschte nur Marcs unregelmäßigem Atem.
Was er wohl träumt?
Sie drehte sich wieder auf die andere Seite und konnte so ein wenig aus dem Fenster sehen. Draußen war es dunkel, aber es war wärmer geworden, der Dachstuhl von nebenan war kaum noch mit Schnee bedeckt. Und auch die Straßen waren nur noch Schneematsch. Gretchen seufzte leise, als sie sich zurück an ihren Winterurlaub erinnerte. Es kam ihr vor, als wäre Weihnachten schon so ewig her, dabei waren es keine zwei Tage her gewesen, als sie aus dem Urlaub zurück gekommen waren.
Tief in der nacht fielen dann auch Gretchen die Augen zu und sie fiel in einen tiefen Schlaf.

Sie wurde davon geweckt, dass jemand neben ihr hustete. Langsam öffnete sie die Augen und blinzelte, da das Licht an war.
„Marc, was machst du?“ fragte sie schlaftrunken.
„Ich hab nur was getrunken“, sagte er und hustete abermals.
„Bist du krank?“ fragte sie, als sie das Husten hörte.
„Nee, vielleicht ein bisschen erkältet“, er kam zurück ins Bett.
Gretchen runzelte die Stirn, hatte er sich bei seiner gestrigen Aktion wohl doch etwas unterkühlt.
Marc legte einen Arm um sie und löschte das Nachtlicht.
Nach einer Weile war im Hause Haase-Meier wieder Ruhe eingekehrt.

Am nächsten Tag war Marc tatsächlich ein wenig wackelig auf den Beinen und sein Husten war stärker geworden.
„Marc, bist du sicher, dass du mit ins Krankenhaus willst?“ fragt Gretchen und zog sich die jacke über.
„Klar, das wird schon gehen“, er knöpfte seinen Mantel zu und griff zum Schal.
„Sag mal, warum ziehst du denn einen Schal an?“ fragte Gretchen ungläubig, „Es ist doch gar nicht so kalt“
„Mir ist aber kalt, außerdem tut das dem Hals gut“, entschlossen wickelte er sich den Schal um den Hals und nahm den Haustürschlüssel.
Gretchen war froh, dass es Marc besser ging, dass er wieder mit ihr redete. Gestern Nachmittag sah es ja kurz so aus, als wäre er von allen guten Geistern verlassen. Aber an diesem Morgen war Marc wie ausgewechselt. Vielleicht hatte es ihm gut getan, dass er durch halb Berlin gelaufen war.
Vor dem Eingang zum Krankenhaus ließ Marc allerdings noch ein mal das Desaster des gestrigen Tages durchblitzen.
„Falls du meine Mutter oder“, er verzog das Gesicht, „Meinen Erzeuger sehen solltest, dann sag mir Bescheid, damit ich mich rechtzeitig aus dem Staub machen kann“
Gretchen nickte, auch wenn sie fand, dass er wenigstens mit seinem Vater reden sollte. Aber dafür hatte man später noch genug Zeit.
Und so begann ein neuer Arbeitstag mit Routine-OPs neugierigen Schwestern und lästigen Patientenfragen.

Als Gretchen ins Schwesternzimmer kam, saß dort schon eine hibbelige Sabine.
„Sabine, könnten Sie mir einen Kaffee machen?“ fragte sie höflich.
„Aber sicher“, die junge Schwester sprang auf und stolperte fast über ihre Füße.
„Sabine, ist alles in Ordnung?“ fragt Gretchen, als Sabine zum zweiten mal gestolpert war und diesmal beinahe eine Kaffee-Tasse hatte zu Bruch gehen lassen.
„Frau Doktor, können Sie mir verraten, wen ich gestern mit Ihnen, dem Doktor Meier und der Frau Fisher in der Eingangshalle gesehen habe?“ Sie stellte die Tasse vor Gretchen ab, „Der Herr Doktor wirkte ja nicht begeistert diese Person zu sehen“
Gretchen schluckte, was sollte sie darauf antworten? Wenn sie Sabine vom gestrigen Nachmittag erzählen würde, wusste es in binnen von Minuten die gesamte Station und in binnen einer Stunde das ganze Krankenhaus.
„Das war... Ein Bekannter von Elke und Marc, auf den er wohl nicht so gut zu sprechen war“, Gretchen guckte sie unschuldig an, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass sie nicht gut Lügen konnte. Aber so ganz gelogen war das doch gar nicht, oder?
„Aha“, Sabine stand auf, „Dann weiß ich ja jetzt Bescheid“ Es wirkte, als würde sie Gretchen die Geschichte nicht ganz glauben.
Gretchen nahm ein Schluck von ihrem Kaffee, als es an die Tür klopfte.
„Herein!“ rief sie freundlich.
Schon trat eine Wolke von Parfüm ein. Das konnte niemand anders sein als Elke Fisher. Gretchen stockte der Atem. Sie musste Marc Bescheid geben. Sie stand auf und suchte nach ihrem Handy, wenigstens eine SMS wollte sie ihm schreiben.
„Kind, was machen Sie denn da?“ fragte Elke und guckte Gretchen über die Schulter, „Sie halten doch meinen Sohn nicht von der Arbeit ab?“
Schnell packte Gretchen das Handy bei Seite.
„Nein, natürlich nicht“, sagte sie, „Suchen Sie ihren Sohn?“
„Ausnahmsweise mal nicht“, sagte Elke, „Er lässt eh nicht mit sich reden“ Sie sah aus dem Fenster in das triste Wetter.
„Frau Fisher, ich will ihnen ja nicht reinreden, aber können Sie Marc denn gar nicht verstehen?“ versuchte Gretchen es.
„Was gibt es denn da schon zu verstehen?“ frage Elke und setzte sich an den runden Tisch, die Tasche nahm sie auf den Schoß.
„Er hat keine guten Erinnerungen an seinen Vater“, erklärte Gretchen, „Und deshalb möchte er ihn nicht sehen oder gar neu kennenlernen. Ich glaube, dass er noch nicht ganz verarbeitet hat, was Hr. Meier ihm alles angetan hat“
Elke nickte, so hatte sie bisher gar nicht gedacht.
Und so hatte sie sich ohne es zu wollen in ein Gespräch mit der Freundin seines Sohnes, über ihn, verwickelt.

Marc hatte grade seine Mittagspause zu Ende und war nun auf dem Weg um Gretchen abzuholen, für die nächste OP. Fröhlich pfeifend ging er den Gang entlang und biss von seinem Apfel ab. Plötzlich aber, er hatte das Schwesternzimmer fast erreicht, blieb ihm der Biss im Halse stecken, er hustete.
Der Anblick der sich ihm bot, brachte ihn fast aus der Fassung. Schon wieder war sie da, diese grenzenlose Wut.

Olivia<3 Offline

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01.02.2012 19:32
#95 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heut mal wieder was kurzes
Trotzdem viel Spaß!
Liebe Grüße,
Olivia


Marc nicht fassen, was er dort sah. Er sah seine MUTTER, die ihm momentan das Leben zur Hölle machte mit seiner FREUNDIN bei einem Pläuschchen sitzen. Er konnte sich schon denken, worum es in dem Gespräch ging. Darüber, dass er, Marc, doch so ignorant gegenüber seinem Vater sein würde und, dass sie, Gretchen, mal mit ihm reden sollte.
Nichts würde er tun, schon gar nicht mit ihm reden, dafür war zu viel passiert.
Trotzig ging er zurück in sein Büro. Aber Gretchen sollte dann bloß nicht ankommen, da würde er ihr schon seine Meinung sagen.
Dort angekommen, piepte er Gretchen an und erwartete sie schon vor den OP-Sälen.
„Du bist zu spät“, warf er ihr vor. Er stand lässig an der Wand und zeigte auf seine Uhr.
„Ja, ich weiß“, sagte sie nichts ahnend, „ich hab mich noch mit deiner Mutter unterhalten“
„Schön, dass du mit ihr so einfach ein Kaffeekränzchen veranstalten kannst! Und hat sie dich geschickt, dass du mit mir reden sollst?“ seine Stimme war lauter geworden.
„Nein, eigentlich nicht“, Gretchen sah ihn fragend an.
Darauf wusste Marc nichts mehr zu sagen.
„Hättest du das erwartet?“ fragte Gretchen, als sie Marcs betretenes Schweigen bemerkte.
„Was weiß ich!“ sagte Marc und öffnete die Tür zu den OP-Räumen.
„Marc, ich habe ihr erklärt, dass sie dich nicht bedrängen soll! Mein Gott, denk doch nicht immer, dass dir alle in den Rücken fallen“, Gretchen folgte ihm.
„Was meinst du was ich denke, wenn ich dich mit meiner Mutter nett beim Kaffee sehe. Und sie nebenbei ziemlich sauer ist, weil ich nicht mit meinem Erzeuger reden will? Natürlich denk ich dann, dass sie dich auf mich hetzen will“ Marc griff nach dem Mundschutz.
„Deine Mutter ist doch auch kein Monster“, sagte Gretchen und band sich einen Mundschutz um.
„Du bist die Erste, die das sagt“, Marc machte kehrt und stieß die Tür zu OP 1 auf. Gretchen folgte ihm.
„Marc, du weißt, dass ich dir nie in den Rücken fallen würde“, sagte Gretchen.
Marc nickte, da hatte sie recht.
„Und ich glaube sie hat auch verstanden, wie du dich fühlst. Jedenfalls meinte sie, dass sie sich erst mal in Ruhe lassen wird“, Gretchen ließ sich die Handschuhe anziehen.
„Im Ernst?“ fragte Marc, schlüpfte in Handschuhe und ging auf den OP-Tisch zu.
„Wirklich, sie meinte am Ende sogar, dass sie warten würde bis du so weit bist“, sie stellte sich ihm gegenüber.
„Da kann sie lange warten“, meinte Marc und griff nach dem Skalpell, „Willst du?“ Er hielt ihr das Skalpell hin.
„Gerne“, sagte Gretchen und nahm ihm das Gerät ab. Seine erste Bemerkung überhörte sie doch rasch.
Dann hatte der private Kram allerdings keinen Platz mehr, denn die OP nahm die Beiden in Anspruch, aber sie waren ein eingespieltes Team, verstanden sich fast ohne Worte. Marc hatte wenig an Gretchen auszusetzen.
„Was ist eigentlich mit deinen Facharztptüfungen?“ fragte Marc, als sie den Patienten zunähten.
„Was?“ fragte Gretchen überrascht, ihr Gehirn arbeitete, „Die Facharztprüfungen! Scheiße, Marc, die hab ich komplett verschwitzt. Da bin ich doch glatt nicht hingegangen!“ Gretchen wurde feuerrot im Gesicht.
„Hasenzahn, das holen wir nach, außerdem muss ich da ja auch noch meine Berichte abgeben, aber“ Er machte den letzten Stich, „Da sehe ich eigentlich kaum Probleme“
Gretchen lächelte.
„Danke“, sagte sie,
„Wofür?“
„Für das Kompliment“, meinte sie.
„Für dich doch immer“, säuselte er.
„Schleimer!“, sie lachte.
„Professoren-Töchterchen!“ Er lachte ebenfalls.
Und so ging auch die zweite OP für diesen Tag zu Ende.

Olivia<3 Offline

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02.02.2012 19:14
#96 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Die gute Laune der beiden änderte sich schlagartig. Denn am Ende des Gangs wartete ein unerwünschter Gast. Er unterhielt sich mit einer der Schwestern, die in Marc und Gretchens Richtung zeigte.
Marc bremste abrupt ab.
„Was ist denn?“, fragte Gretchen als sie Marcs Blicke sah.
„Was macht der hier?“ Er deutete auf Christian Meier.
Gretchen schluckte, darauf war sie nicht vorbereitet.
„Ich weiß es nicht“, sagte sie mit belegter Stimme.
„Da steckt doch meine Mutter dahinter!“ sagte er.
Aber da hatte er sich geirrt.
Schon kam Christian auf die beiden zu. Für Marc gab es kein Entkommen mehr, er würde sich ihm stellen müssen, denn fürs Weglaufen war es zu spät.
„Marc!“, Und es war das erste mal seit Jahren, dass Marc seine Stimme zu hören bekam.
Marc zuckte zusammen, seine Hand griff nach Gretchen. Sie verschränkte ihre Fingern in den seinen. Ihr Blick sagte: 'Ich lass dich nicht allein'. Marc war dankbar, dass sie da war. Sagen konnte er dennoch nichts.
Marcs Vater hatte das Pärchen mittlerweile erreicht.
„Marc“, sagte er noch mal.
„Guten Tag, Herr Meier“, brach Gretchen das Schweigen, was nach Christians Bemerkung herrschte.
„Frau Haase, stimmt's?“ fragte er und lächelte.
Marc wurde fast schlecht bei dem Anblick, wie sein Erzeuger Gretchen anlächelte. Er nahm ihre Hand fester.
Sie nickte.
„Was machen Sie hier?“ fragte sie schließlich.
„Können Sie sich das nicht denken?“ fragte er und deutete auf Marc.
Gretchen nickte, jetzt konnte sie Marc auch nicht helfen. Sie stupste Marc an.
„Christian“, es kostete ihn einiges an Überwindung seinen Namen auszusprechen.
„Marc, ich weiß nicht was ich sagen soll“, setzte er an.
„Dann halt doch einfach die Klappe“, nuschelte Marc. Er erntete einen Rippenstoß von Gretchen.
„Dabei gibt es nur eins, was ich noch sagen will: Entschuldigung. Ich werde dich in Ruhe lassen. Aber ich will dir gesagt haben, dass mir die Vergangenheit unendlich Leid tut. Ich bin kein böser Mensch“, sagte er.
„Gut, das hab ich jetzt gehört, dann kannst du jetzt auch wieder abzischen“, sagte Marc barsch.
„Marc, ich bin nicht der Einzige, der sich verändert hat. Du bist auch anders geworden“, meinte Christian.
„Kann sein“, Marc winkte ab. Er hatte keine Lust sich mit ihm zu unterhalten.
„Dann werde ich jetzt wieder gehen. Ich kann verstehen, dass du nicht gut auf mich zu sprechen bist“, meinte er verständnisvoll.
Christian Meier drehte sich um und ging geknickt den Gang entlang. Er hatte sich nicht ausgemalt, dass das Ausmaß der Katastrophe so groß war.
Als er hinter der nächsten Ecke verschwunden war, entspannte Marc sich wieder ein wenig. Als Gretchen die Hand aus seiner zog, hatten seine Fingernägel rote Striemen auf ihrem Handrücken hinterlassen.
„Marc, das hast du toll gemacht“, ihr war bewusst, dass er sich schrecklich benommen hatte. Aber sie konnte sein Benehmen Christian gegenüber das erste mal nachvollziehen. Sie verstand, dass er auf diese Situation nicht vorbereitet und komplett verwirrt war. Dafür, dass Christian ihm sein Leben zerstört hatte, hatte er sich angemessen verhalten. Sie hätte nicht anders reagieren können.
Marc nickte verloren, er fühlte sich ausgelaugt und müde. Er wollte sich nur noch schlafen legen und am besten erst wieder aufwachen, wenn sein Vater Berlin verlassen hatte. Mühsam schleppte er sich in sein Büro und ließ sich auf das Sofa fallen. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt schaute er an die Decke. Er dachte über das vergangene Gespräch nach. Aber irgendwann konnte er die Augen nicht mehr aufhalten. Er schlief ein. Und wenn Marc ein mal eingeschlafen war, dann hatte er einen tiefen Schlaf aus dem man ihn nur schwer wecken konnte.
Als Gretchen gegen 18 Uhr a seine Bürotür klopfte, da sie ihn lange nicht mehr gesehen hatte, öffnete ihr niemand.
Sie trat ein und fand Marc in unbequemer Haltung auf dem Sofa liegen. Der eine Arm hing vom Sofa herunter und seine Hand lag auf dem Boden.
Sie ging zum Schrank und holte die Wolldecke aus der untersten Schublade. Vorsichtig deckte sie ihn zu. Sie gab ihm einen Kuss und verließ leise den Raum.
Sie beschloss ihn schlafen zu lassen und ihn erst nach ihrer Schicht aufzuwecken.

Als Marc Meier aufwachte, fröstelte er. Er griff instinktiv nach der Decke, um sich zuzudecken. Seine Finger erreichten aber nur eine kratzige Wolldecke. Er schlug die Augen nun endgültig auf. Er befand sich in seinem Büro und jemand hatte ihn mit der alten Kratzdecke zugedeckt. Er nieste, die Decke war staubig. Er richtete sich auf, aber sein Kopf schmerzte. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass er die Hälfte seines Dienstes verpasst hatte. Er streckte sich, aber das Zittern hörte nicht auf. Schlaftrunken griff er zum Pieper, um Gretchen zu sich zu holen.
Diese reagierte sofort.
Als sie den Raum betrat, erschrak sie.
„Mein Gott Marc, was ist mit dir?“

Olivia<3 Offline

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04.02.2012 17:06
#97 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

In der Tat sah Marc nicht besonders gut aus. Seine Augen waren verquollen und das Gesicht war leichenblass.
Gretchen ging zu ihm und legte die Hand auf seine Stirn.
„Mensch Marc, du glühst ja“, sagte sie, „Komm, wir fahren nach Hause, meine Schicht wäre eh zu Ende“
Marc nickte und hustete. Gretchen aber holte seinen Mantel und zog ihn an, während er stumm auf dem Sofa saß.
Als sie im Auto saßen, fragte Gretchen Marc nach seinem Gesundheitszustand.
„Geht es dir gut?“ fragte sie, den Blick starr auf die Straße konzentriert.
„Hmm“, nuschelte Marc, das monotone Summen des Motors machte ihn schläfrig.
Gretchen nahm eine Hand vom Steuer und strich vorsichtig über Marcs eiskalte Hand.
Sie machte, dass sie schnell zu Hause ankamen.
Als sie endlich vor dem Mehrfamilienhaus standen, half Gretchen ihm vorsichtig aus dem Auto und bugsierte ihn in die Wohnung. Dort verfrachtete sie ihn sofort ins Bett.
„Soll ich dir einen Tee machen?“ fragte sie aus der Küche.
„Wenn es sein muss...“, Marc seufzte und legte den Kopf aufs Kissen.
Fünf Minuten später kam Gretchen mit einem Tablett ins Schlafzimmer, auf dem Fieberthermometer, Tee und Hustensaft standen.
Marc stöhnte als er das sah. Gretchen steckte ihm das Fieberthermometer in den Mund und las die Packungsbeilage des Hustensaftes.
Als Gretchen sah, dass Marc fast 40°C Fieber hatte erschrak sie und reichte ihm einen Löffel mit Hustensaft. Er schluckte gehorsam. Sie reichte ihm auch die Tasse Tee, auch die nahm er ohne Protest.
Nachdem sie ihr Gesundheitsprogramm durchgeführt hatte, gab sie ihm einen Kuss auf die glühende Stirn, erlosch das Licht und verließ den Raum.
Geschafft ließ sie sich auf das Sofa fallen. Erst ein anstrengender Tag im Krankenhaus und dann auch noch einen kranken Freund. Sie seufzte und schaltete den Fernseher an.
Aber das Programm an diesem Abend war miserabel. Nach fünf Minuten vergeblichen Rumzappens, schaltete sie das Gerät wieder aus und ging in die Küche, auf der Suche nach etwas essbarem. Aber sie fand nur trocken Brot. Sie seufzte.
An diesem Abend ging auch sie früh zu Bett. Marc schlief schon, als sie sich neben ihn legte und an ihn kuschelte, aber dennoch legte er instinktiv einen Arm um ihre Hüfte. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schlief sie ein.

Am nächsten Tag machte Gretchen sich auf den Weg zum Krankenhaus. Aber erst nachdem sie ihr Kranken-Programm bei Marc durchgeführt hatte. Er war immer noch in keinem guten Zustand.
Als sie die erste OP mit Dr. Rössel hinter sich hatte, erwartete sie Besuch.
„Frau Haase“, sagte eine raue Stimme, die ihr nur allzu bekannt vorkam.
„Frau Fisher“, sagte Gretchen und wunderte sich, dass Elke hier im Krankenhaus auftauchte, „Suchen Sie ihren Sohn?“
„Nein“, sie stand von dem Stuhl auf, „ich wollte eigentlich noch mal mit Ihnen reden, wegen...wegen Christian“
Gretchen war überrascht, das hatte sie nicht erwartet.
„Sicher, wenn Sie dann kurz Zeit hätten“, sagte Gretchen und zeigte auf den Tisch im Schwesternzimmer.
„Gibt es denn keinen ruhigeren Ort?“ fragte Elke und deutet auf den regen Betrieb der im Schwesternzimmer der Chirurgie herrschte.
„Sicher, wir können in Marcs Büro gehen, er ist heute nicht da“, schlug Gretchen vor.
Elke nickte, fragte aber: „Wo ist er denn?“
„Er hat sich eine Erkältung zugezogen, was heißt Erkältung, eher eine Grippe“, erklärte Gretchen und führt Elke zu Marcs Büro.
„Richten Sie ihm schöne Grüße aus“, sagte diese.
„Sicher, das werde ich machen“
Sie hatten schließlich sein Büro erreicht, sie traten ein.
Als Elke sich auf einem der Stühle bequem gemacht hatte, begann sie auch schon zu erzählen:
„Christian war gestern Abend bei mir. Er hat erzählt, dass er Sie und Olivier getroffen hat“, erzählte Elke, „Mein Sohn habe sich wie ein Rüpel aufgeführt. Können Sie dies bestätigen?“
Gretchen seufzte.
„Bestätigen kann man das nicht nennen. Sie müssen wissen, dass es für Marc sehr schwierig ist, dass sein Vater plötzlich hier auftaucht. Und dementsprechend hat er sich gestern Vormittag auch verhalten“, setzte Gretchen an, „Aber er war ganz ruhig, ist nicht ausgetickt, falls Sie so etwas meinen“
Elke nickte.
„Christian will die Stadt wieder verlassen“, sagte Elke schließlich, „Wegen Marc“
„Was?“
„Ja, er will Marc ein wenig Zeit lassen und solange zurück nach Lübeck gehen“, setzte Elke fort.
„Und das wollen Sie verhindern?“ fragte Gretchen
Elke nickte schüchtern.
Gretchen war baff. Sie hätte nie geglaubt, dass Elke Fisher mal so etwas wie Liebe verspüren konnte. Und jetzt saß sie hier, im Büro ihres Sohnes und gestand quasi ihre Liebe zu Christian.
„Können Sie denn nicht noch mal mit ihm reden. Er machte den Eindruck, dass er mit sich reden lassen würde“
„Da gibt es ein Problem“, murmelte Elke, „Er hat in Lübeck seine Familie.
„Oh, warum ist er dann aber zurück nach Berlin gegangen?“ fragte Gretchen verwundert.
„Er wollte zeigen, dass er nicht mehr der alkoholkranke Choleriker von früher ist“, sagte Elke geknickt.
Gretchen verstand. Sie schwieg.
Auf ein mal unterbrach ein schrilles Piepsen die Stille. Gretchen sah nach ihrem Pieper.
„Ein Notfall Frau Fisher, da muss ich leider hin“, entschuldigte Gretchen.
„Kind, das ist schon in Ordnung, ich denke es ist alles gesagt“, sagte Elke, „Übrigens, ich weiß jetzt was mein Sohn an ihnen finden Marc“
Gretchen lächelte, solch ein Kompliment aus dem Mund dieser Frau zu hören, war für sie eine völlig neue Dimension.
Schleunigst machte sie sich auf den Weg in die Notaufnahme. Der Krankenwagen war noch nicht angekommen.
„Der Krankenwagen kommt in 5 Minuten“, sagte Dr, Schneider in der Notaufnahme.
Gretchen band sich schnell das Haar zurück.
„Was haben wir denn?“ fragte sie.
„Autounfall, Mann ist gegen einen Baum gefallen, verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma“, antwortete Dr. Schneider.
„Ist er dann nicht ein Fall für die Neuro?“ fragte sie.
„Ja, Dr. Hassmann wurde auch schon angepiept. Aber es stehen auch einige innere Verletzungen in Verdacht“
Gretchen seufzte, schon wieder war Action angesagt. Als der Krankenwagen ankam, ging alles ganz schnell. Ärzte, Sanitäter und Schwestern strömten herbei, um sich um den Patienten zu kümmern. Mittendrin Gretchen Haase. Zwischen all der Verletzungen des Kopfbereiches und ihm Gesicht, konnte man den Mann kaum erkennen. Gretchen schätze ihn auf Mitte Fünfzig. Er war nicht bei Bewusstsein, aber er lebte.
Frau Dr. Hassmann forderte sofort ein CT, da sie Verdacht auf eine Hirnblutung hat. Gretchne brachte den Patienten also zum CT, sie wusste, dass nun alles schnell gehen musste. Als sie ihn mit Hilfe einiger Pfleger auf die CT-Liege schaffte, fiel etwas aus der Hosentasche des Mannes.
Vorsichtig bückte sich Gretchen danach und hob es auf. Es war eine Brieftasche, ohne zu zögern öffnete sie jene und griff nach dem Personalausweis. Ihre Augen weiteten sich als sie sah, wer schwer verletzt auf der Liege vor ihr lag.

Olivia<3 Offline

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05.02.2012 16:22
#98 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Einen Moment stockte sie. Vor ihr lag Christian Meier, in einem undenkbaren Zustand. Was sollte sie nur Marc sagen?
Dann schaltet ihr Gehirn aber wieder auf das Arztsein um und sie orderte das CT.
Mit den fertigen Bildern ging sie zu Dr. Hassmann.
„Sind die Verwandten des Mannes verständigt?“ fragte diese und nahm Gretchen das CT-Bild ab.
„Nein“, sagte Gretchen.
„Ja, dann machen Sie das!“ forderte Maria Hassmann und schickte Gretchen weg.
Aber Gretchen wusste nicht, was sie in diesem Moment machen sollte. Sollte sie Elke suchen? Sollte sie Marc Bescheid sagen?
„Sie stehen ja immer noch hier!“, sagte Dr. Hassmann plötzlich.
Gretchen sah zu, dass sie wegkam. Sie hatte sich dazu entschieden Elke zu suchen oder sie anzurufen, sie sollte über Christian Meiers Zustand Bescheid wissen.
Sie ging so schnell es ging zu Marcs Büro, in der Hoffnung, dass Elke noch nicht gegangen war.
Sie hatte Glück, Elke betrachtete eingängig die Fotos, die auf Marcs Schreibtisch standen. Einige der Urlaubsfotos von Sylt war dabei. Eines dieser hielt sie grade in der Hand und strich vorsichtig darüber.
„Frau Fisher“, begrüßte Gretchen sie und ging auf sie zu.
Elke zuckte zusammen und stellte das Bild ungeschickt wieder auf den Tisch. Es wirkte, als dachte sie, sie hätte etwas Verbotenes getan.
„Frau Haase!“ rief sie erstaunt.
„Frau Fisher, ich muss ihnen etwas mitteilen“, setzte Gretchen an.
Elke nickte.
„Nur mal raus mit der Sprache“, sagte diese.
„Vielleicht setzte Sie sich, ich weiß nicht, wie sie diese Nachricht verkraften“
Elke tat, wie ihr geheißen, ihr Blick hatte sich in Neugierde umgewandelt.
„Und?“, sagte sie und blickte Gretchen fragend an.
„Sie erinnern sich an den Notfall, zu dem ich gehen musste?“ fragte die Chirurgin.
Elke nickte.
„Ihr Mann war in einen Unfall verwickelt, er ist schwer verletzt und er muss operiert werden. In seiner Krankenakte stehen Sie als erste Ansprechpartnerin“, erklärte Gretchen den Vorfall fachmännisch.
Elke blieb der Mund offen stehen. Ihre Welt war in binnen von Sekunden wie ein brüchiges Kartenhaus zusammengestürzt.
„Wollen Sie ein Glas Wasser?“ fragte Gretchen höflich.
„Nein, es geht mir gut“, sagte Elke, „Sagen Sie meinem Sohn nichts davon“
Dann raffte sie ihre letzte Kraft zusammen, stand auf und ging zur Tür.
„Danke für die Informationen“, war das Letzte was sie vor ihrem Aufbruch sagte.
Gretchen war etwas verwundert über die Reaktion Elkes, aber diese Frau hatte sie schon so oft überrascht, dass sie sich keine weiteren Gedanken machte.
Schnell machte sich Gretchen auf den Weg zurück zu Dr. Hassmann.
Diese stand mit Dr. Schneider in ihrem Büro und übte eine Meinungsverschiedenheit aus.
„Er wird sterben, wenn wir die Blutung im Hirn nicht stoppen“, argumentierte Dr. Hassmann und deutete auf das CT-Bild.
„Wenn wir das Hirn zuerst operieren, wird er an seinen inneren Verletzungen sterben!“, hielt Dr. Schneider dagegen.
„Wollen Sie, dass der Mann sein Gedächtnis verliert?“ fragte Dr. Hassmann zynisch.
„Nein, auch das liegt nicht in meinem Interesse, aber er wird sterben, wenn wir nicht zu sehen“, sagte Dr. Schneider.
Maria Hassmann seufzte und ließ sich auf den Stuhl fallen.
„Wir müssen gleichzeitig operieren!“, war ihre Aussage.
„Wie soll er das denn überleben?“ fragte Dr. Schneider.
„Es ist unsere einzige Möglichkeit, sein Gehirn und sein Leben zu retten“, sagte Dr. Hassmann
Gretchen verfolgte das Gespräch gespannt. Solch einen Fall hatte sie noch nicht erlebt.
Dr. Schneider gab sich geschlagen.
„Piepen Sie den Meier an, ich kann ihn gebrauchen!“, sagte Dr. Schneider, „Und dann besprechen wir, wie wir operieren“
„Dr. Meier ist krank“, mischte Gretchen sich in das Gespräch ein.
Zwei verdutze Augenpaare starrten sie an.
„Was machen Sie hier?“ fragten Dr. Schneider und Dr. Hassmann gleichzeitig.
„Ich warte auf Ihre Anweisungen“, gab Gretchen zurück.
„Holen Sie Rössel! Wir brauchen jeden Chirurgen“, ergriff Dr. Schneider das Wort.
Gretchen griff zum Pieper und rief Rössel an.
Keine 5 Minuten später war er auch schon angekommen.
„Dr. Haase, was gibt es?“ fragte er.
„Dr. Haase, stellen Sie den Fall vor“, befahl auf einmal Dr. Hassmann.
Gretchen begann zu erklären, wies auf mögliche Komplikationen und Probleme hin und schilderte am Ende die komplizierte OP-Situation.
„Sie haben Recht, wir werden parallel operieren müssen!“, sagte Dr. Rössel schließlich.
Damit war die Entscheidung gefallen. Man würde sowohl eine Kraniotomie durchführen, als sich auch den Bauchbereich vornehmen, der viele innere Verletzungen barg.
„Dr. Haase, OP vorbereiten!“, sagte Dr. Hassmann.
Gretchen rannte los, sie wusste, dass es nun schnell gehen musste. Ihr stand eine komplizierte Operation vor. Wie in Trance bereitet Christian Meier auf die komplizierte Not-Operation vor.
Kurz bevor man ihn in den OP fuhr, nahm Gretchen Christians Hand.
„Wir holen Sie daraus, alles wird gut“.
Vielleicht täuschte es Gretchen auch nur, aber sie vernahm einen leichten Händedruck, der von christian ausging
Dann fuhren sie in den OP. Im Augenwinkel sah Gretchen Elke Fisher, die hinter einer Ecke gestanden hatte und das Szenario beobachtete. Hinter ihr schloss sich die Tür und sie stand im kühlen OP-Bereich, um den gehassten Vater ihres Freundes zu retten.

Olivia<3 Offline

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06.02.2012 18:29
#99 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten


Ich wollte mich hier auch noch mal für eure Kommis bedanken! Auch den stillen Lesern bin ich dankbar für ihre Klicks! Ich würde micha ber über den einen oder anderen Leser freuen, der sich outet!
Liebe Grüße und viel Spaß,
Olivia


Die OP war komplizierter gedacht. Es war ein ständiges Kämpfen ums Überleben, aber das Team gab nicht auf. Sie arbeiteten konzentrierter denn je, die Stimmung war angespannt. Es wurde nur das Nötigste gesprochen.
Gretchen hatte gerade die Milzarterie abgeklemmt, als das EKG wieder zu piepsen anfing.
„Kammerflimmern!“ bemerkte Dr. Rössel und griff zum Defibrillator.
„Stopp, lass mich das zu Ende machen!“, sagte Dr. Hassmann, „Noch eine Sekunde“
„Dr. Hassmann, er stirbt!“
„Einen Moment“, sie hantierte mit dem Besteck.
„Hören Sie auf!“, befahl Dr. Rössel.
„Ich hab's doch schon!“, Dr. Hassmann legte das Besteck bei Seite.
Dr. Rössel begann mit der Reanimation.
„Falls er nicht durchkommen sollte“, drohte Dr. Schneider.
Dann hörte man wieder einen normalen Herzschlag. Allgemeines Aufatmen.
„Dr. Schneider? Soll die Milz raus?“ fragte Gretchen und betrachtete skeptisch das, was von der Milz noch übrig war.
Dr. Schneider warf einen Blick auf die Milz und nickte traurig.
„Bereiten Sie die Splenektomie vor“, befahl er.
Gretchen nickte und begann.
Es wurde noch eine lange Operationen und es vergingen mehrere Stunde bis alles geklebt, geklammert, gestoppt oder genäht war.
Als das Team den Operationssaal verließ, war der Patient um einiges an Blut und eine Milz ärmer, aber er lebte und war in einem, für seine Verhältnisse, guten Zustand.
Erschöpft, aber stolz auf ihr Können machte sich das Ärzteteam auf den Weg in die Cafeteria, eine Pause hatten sie sich verdient. Gretchen war richtig stolz, dass die Oberärzte sie so in ihr Team eingenommen hatten, sonst war das immer nur bei Marc so gewesen.
„Oh Mann, das war mal ne OP!“, sagte Maria Hassmann und ließ sich auf einen Stuhl fallen.
Die anderen setzte sich zu ihr an den Tisch.
„Wir waren echt gut“, gab Dr. Rössel zu bedenken.
„Gut, dass wir doch parallel operiert haben!“, sagte Dr. Schneider, „Aber so ne Aktion, wie grade beim Kammerflimmer, die gibt es nicht mehr!“ Er sah streng zu Dr. Hassmann.
Diese verdrehte nur die Augen.
„Ist doch alles gut gegangen“, gab sie zurück.
„Aber es hätte auch gewaltig schief gehen können“, sagte Dr. Schneider und stand auf, um für alle Getränke zu holen.
Gretchen musste in diesem Moment an Marc denken, er wäre dieses Risiko nie eingegangen und hätte die Hassmann danach bestimmt gewaltig zusammen geschnauzt. Sie würde Marc von dieser Operation erzählen, aber nicht, wer denn jetzt wirklich auf dem OP-Tisch gelegen hat.
Dr. Schneider war zurück und stellte vor Gretchen eine Cola ab. Dankbar nahm sie einen Schluck. Von dem vielen Operieren hatte sie eine ganz trockene Kehle bekommen.
„Ach, haben Sie vielleicht alle Lust zu meiner Silvesterparty zu kommen?“ fragte Dr. Hassmann plötzlich in die Runde und nahm ebenfalls einen Schluck Cola.
„Ich hab leider Dienst“, sagte Dr. Rössel und schüttelte den Kopf.
„Sie können ihren Oberarzt natürlich auch mitbringen!“, bot Maria an.
„Wenn er sich bis dahin wieder erholt hat, kommen wir gerne“, stimmte Gretchen zu.
Auch Dr. Schneider sagte zu.
„Super, der Spaß fängt um 18 Uhr bei mir zu Hause an. Die Adresse steht im Server!“, sagte Dr. Hassmann.

Es war bereits sieben Uhr, als Gretchen wieder bei Marc und ihr in der Wohnung abkam.
„Hallo?“ rief Gretchen in die Wohnung und hing ihren Schlüssel ans Schlüsselbrett.
„Hallo Hasenzahn!“kam es aus der Küche.
Gretchen zog Mantel und Schuhe aus und ging zu ihm in die Küche.
„Und wie geht es dir?“ fragte sie und gab ihm einen Kuss.
„Besser, hab auch immer brav meine Medizin genommen!“, er lächelte, „Das Fieber ist auch runtergegangen und ich habe schon wieder Appetit“
„Das freut mich aber!“, sagte Gretchen und nahm sich ein Stück Schokolade, das im Regal lag, „Wir sind nämlich eingeladen“
„Wo denn?“ fragte Marc neugierig.
„Bei Dr. Hassmanns Silvesterparty, die anderen werden auch da sein“, erklärte Gretchen.
„Wie kommen wir denn zu der Ehre?“ fragte Marc leicht verwundert.
„Wir hatten heute ne spannende OP“, begann Gretchen zu erklären.
Dann setzten sich die beiden aufs Sofa und Gretchen erzählte von ihrem spannenden Tag im Krankenhaus. Das Gespräch mit Elke Fisher und den wahren Patienten ließ sie aber vorsichtshalber weg.
Marc war begeistert.
„Und ihr habt echt parallel operiert?“ fragte Marc mit glänzenden Augen, er wäre selbst gern dabei gewesen.
„Ja und dann erst die Aktion von der Hassmann“, sagte Gretchen, „Das war Nervenkitzel pur!“
So können sich auch nur Chirurgen unterhalten. Wie andere sich über das vergangene Fußballspiel austauschen und freuen, reden Chirurgen über spannende Operationen und freuten sich über jede Herausforderung und Überraschung im OP, wie Fußball-Fans über ein Tor. Das ist für sie Nervenkitzel, wenn das Leben des Patienten am seidenen Faden hängt.
Marc hörte Gretchen interessiert zu und fieberte ihrer Erzählung hinterher. Er hätte (fast) alles dafür gegeben zu sehen, wie Dr. Hassmann voller Energie gesagt hatte, dass sie erst ihren Schritt zu Ende bringen würde. Aber er hatte ja unbedingt nur im Kittel durch halbe Berlin laufen müssen und sich dann ne Erkältung einfangen müssen.
Der Abend verging wie im Fluge, Gretchen und Marc redeten, lachten und alberten herum. Alle Sorgen waren für den Abend vergessen. Es gab einfach nur sie beide.

Olivia<3 Offline

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Beiträge: 1.373

07.02.2012 17:27
#100 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Ich melde mich aus dem winterkalten Nordrhein-Westfalen! Da es draußen so kalt ist, komm ich im Moment viel zum Schreiben! Hier also schon der nächste Teil! Viel Spaß!
Ich freu mich auf eure Kommis (die hoffentlich kommen werden)
Liebe Grüße,
Olivia


Am Morgen des 30. Dezembers ging es Marc schon besser, aber immer hin so schlecht, dass er nicht ins Krankenhaus fahren konnte. Oder besser gesagt durfte:
„Marc, nein! Gestern Morgen ging es dir noch so schlecht, außerdem sollst du doch morgen fit sein!“, ermahnte Gretchen Marc, der Anstalten machte mit ihr ins Krankenhaus zu kommen.
„Hasenzahn, es geht mir doch besser“, er unterdrückte ein Husten.
„Das mag sein, aber du hast immer noch ein wenig Fieber“, hielt Gretchen dagegen.
„Mein Gott, das bisschen“, murrte Marc.
„Es war fast 39°C!“ stellte Gretchen ihr richtig.
„Aber was soll ich denn den ganzen Tag machen?“ fragte er.
„Was weiß ich, Fernsehen, Playstation spielen, was du gestern gemacht hast!“, schlug sie ihm vor.
Marc stöhnte, er hatte keine Lust den ganzen Tag in der Wohnung zu hocken. Er würde etwas an die frische Luft gehen.
„Mach doch einen Spaziergang“, meinte sie schließlich, als hätte sie seine Gedanken erraten.
Marc nickte.
„Aber zieh dich warm an, über Nacht ist es wieder kalt geworden“, sagte Gretchen.
„Mein Gott, du redest schon wie eine Mutter“, stöhnte Marc.
Gretchen verdrehte die Augen und gab ihm einen Abschiedskuss.
„Tschüss, bis heute Nachmittag!“, verabschiedete sie sich.
„Tschüss“, antwortete Marc.
Dann schloss sich die Tür hinter ihr. Marc war wieder allein. Nachdem er das Morgenprogramm auf RTL verfolgt hatte, zog er sich warm an und machte sich auf den Weg an die Spree, um einen Spaziergang zu machen. Es wurde ein langer Spaziergang, denn auf dem Weg kam er ins Nachdenken. Und aus den Gedanken ließ er sich nicht so einfach reißen. Er dachte darüber nach, dass sein Vater sich angeblich verändert hatte. Langsam aber sich verarbeitete er die letzte Begegnung mit ihm. Die Wut war verraucht. Es blieb ihm die Enttäuschung. Er war enttäuscht, dass sein Vater nicht schon früher versucht hatte ihn zu kontaktieren, dass er damals sich nicht um ihn gekümmert hatte, dass Christian sie verlassen hatte. Er hatte immer verdrängt, dass er nie einen richtigen Vater gehabt hatte. Aber jetzt kam dieser auf ein mal wieder in sein Leben und brachte alles durcheinander. Er wusste genau, dass Gretchen ihn sympathisch fand, auch wenn sie dies, aus Liebe zu ihm, nie zugeben würde.
Aber es beruhigte ihn, dass Gretchen seine Mutter dazu gebracht hatte, ihn mit dem Thema „Vater“ in Ruhe zu lassen. Das würde er nämlich nicht aushalten, wenn seine Mutter ihm permanent damit nerven würde, dass er doch noch mal mit Christian reden sollte.
Ohne, dass er es merkte, stand er wieder vor seiner Haustür. Mit zittrigen Fingern öffnete er die Tür. Er schmiss seine Jacke in die Ecke und hängte den Schlüssel ans Schlüsselbrett. Als er sich auf das Sofa fallen ließ, hörte man ein Räuspern.
„Mutter, was willst du?“ fragte Marc genervt und setzte sich grade hin, bevor sie ihn ermahnen konnte.
„Es gibt schlechte Nachrichten“, sagte Elke mit belegter Stimme.
„Was ist es diesmal? Sag bloß nicht, du hättest wieder eine Schreibblockade, für so was hab ich im Moment weder Zeit noch Lust!“, sagte Marc.
„Nein, das ist es nicht“, sagte Elke, „Dein Vater...“
Weiter kam sie nicht, Marc hatte sie schon unterbrochen:
„Mutter, der interessiert mich nicht die Bohne“, gab er ihr zu verstehen.
„Marc Olivier! Zügle dich in deinem Ausdruck!“, ermahnte sie ihn, „Er hatte einen Unfall!“
„Hoffentlich ist er abgekratzt“, nuschelte Marc.
„Marc Olivier, es reicht! SO redet man nicht über andere Leute!“, empörte sich Elke, „Man wünscht keinem Menschen den Tod! Nicht mals seinen schlimmsten Feinden“
„Wo hast du denn Spruch denn her?“ fragte Marc mürrisch.
„Mein Sohn, mit dir kann man in etwa so gut reden wie mit einer Wand. Obwohl die nicht mals dumme Antworten gibt“, beschwerte sich Elke, „Nimm dir doch mal ein Beispiel an deiner Freundin, sie ist so eine offene Person“
„Noch vor einem Monat konntest du nicht ein Wort mit ihr wechseln, was nicht hieß 'Lassen Sie die Finger von meinem Sohn'“, wunderte sich Marc über seine Mutter.
„So redet man nicht mit seiner Mutter“, meckerte Elke, „Wer hat dich denn erzogen?“
„Du, Mutter, du hast mich erzogen. Scheint ja alles auf deinen Mist gewachsen zu sein!“, gab Marc zurück.
„Olivier, ich werde jetzt gehen. Und erst wiederkommen wenn du dich wieder eingekriegt hast! Ist ja nicht zum Aushalten mit dir!“, seine Mutter stand auf und verließ mit hastigen Schritten den Raum.
Marc sank auf die Sofa-Kissen. Auch das noch, jetzt hatte sein Mistkerl von Erzeuger auch noch einen Unfall gehabt.

Etwa zur gleichen Zeit im EKH, bei der Visite:
„Er ist immer noch nicht wach“, stellte Gretchen fest.
Dr. Hassmann nickte und seufzte. Sie prüfte abermals Christian Meiers Vitalfunktionen.
„Wollen wir hoffen, dass er bald aufwacht, aber es besteht die Gefahr“, sie schluckte, „Dass er nie wieder aufwacht“
Gretchen nickte.
„Aber hoffen wir, dass dies nicht der Fall ist“, sagte Gretchen traurig.
„Stehen Sie in einem besonderen Verhältnis zu ihm, oder was?“ fragte Dr. Hassmann.
„Ich?“, Gretchen schüttelte heftig den Kopf, „Natürlich nicht“
„Ist nur die Tatsache, dass er auch Meier heißt, wie ihr Freund ne?“ sagte die Neurochirurgin provokant.
„Sehr witzig“, sagte Gretchen.
Um sich nichts anmerken zu lassen, machte sie sich auf den Weg in den nächsten Raum.

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