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Dieses Thema hat 185 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

09.10.2011 14:07
#51 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten


Heute leider nur ein sehr kurzer Teil, aber es gab auch so wenig Feedback...
Hoffe auf mehr Kommis heute!
Trotzdem viel Spaß,
eure auf Kommis hoffende OliviA


Eine Stunde später klopfte es hektisch an seine Büro-Tür.
Marc verbannte Gretchen von seinen Schoß, richtete seine Haare und öffnete die Tür.
„Guten Abend Dr. Meier, ich bin Dr. Hansen und bin wegen Medhi Kaan hier.“ begrüßte er den jungen Arzt.
„Hallo, Dr. Hansen, kommen Sie doch rein, das ist meine Freundin Gretchen Haase, aber die kennen Sie ja schon!“ stellte er sie vor. Gretchens Herz machte einen Hüpfer, er hatte sie als seine Freundin vorgestellt!
„Hallo Gretchen!“ begrüßte Dr. Hansen sie und umarmte sie.
„Hallo Josef, haben wir uns lange nicht gesehen!“ erwiderte sie die Begrüßung.
„So, ich denke, dass wir dann mal zu Dr. Schulz und Medhi gehen sollten!“ schlug Marc vor, um einer Familienbesprechung seiner Freundin aus dem Weg zu gehen.
„Das halte ich für eine sehr gute Idee!“ er griff nach seinem altmodischen Aktenkoffer, „Wie steht es denn nun um ihn?“
„Dazu können wir nicht viel sagen, da er ja nicht auf der Chirurgie liegt, aber es steht kritisch um ihn, er hat immer noch fast 40 Grad Fieber und das Fiebermittel schlägt nicht an, aber alles weitere wird ihnen Dr. Schulz mitteilen!“ erklärte Marc.
Schließlich kamen sie an dem Büro von Dr. Schulz an.
„Herein!“ meinte dieser.
Marc öffnete die Tür, Dr. Schulz stand von seinem Schreibtisch auf.
„Ach, Sie sind also Dr. Hansen! Ich habe schon viel von Ihnen gehört!“ Er reichte ihm die Hand.
„Gut, wo ist er denn?“ fragte Dr. Hansen schließlich nach der Begrüßung.
Dr. Schulz führte die Gruppe von Ärzten zu Medhi, der an die vielen Geräte angeschlossen schwach und verlassen aussah. Gretchen schossen die Tränen in die Augen, als sie ihn so sah und sie musste sich sehr beherrschen nicht zu weinen.
Dr. Hansen machte sich sofort an die Arbeit, er betrachtete die Akte und die Geräte, an die Medhi angeschlossen war.
„Es steht wirklich nicht gut um ihn, aber das wird schon wieder, das Medikament, was ich ihm verabreichen werde, wird die Krankheit heilen, da bin ich mir sicher. Wahrscheinlich wird er gegen dieses Medikament nicht allergisch reagieren, wie bei den herkömmlichen Mitteln!“ verkündete Dr. Hansen.
Ein erleichtertes Seufzen ging durch die Runde.
Dr. Hansen kramte schon in seinem Koffer, und holte das Mittel hervor.
„Drei mal täglich, intravenös!“ erklärte er und überreichte es Dr. Schulz.
Dieser verabreichte die erste Spritze sofort.
„Und wann wird es ihm besser gehen?“ fragte Gretchen.
„Das Medikament schlägt schnell an, aber ich kann es nicht genau sagen!“, er wandte sich wieder an Dr. Schulz, „Geben Sie ihm weiter Fiebermittel, denn das ist momentan eines der größten Probleme!“
„Danke, dass du gekommen bist Josef!“ Gretchen bedankte sich bei ihm.
Schließlich konnten sich auch Dr. Schulz und Marc ein Danke aus den Rippen leiern.
Josef Hansen verabschiedete sich wieder, er sagte, dass er noch zu tun hätte.
Marc und Gretchen gingen wieder zurück auf die Chirurgie, zum Umziehen, denn es war Freitag, da hatten sie beide etwas früher Schluss als sonst.
„Du Marc, ich bin so froh, dass jetzt endlich Hilfe für Medhi gekommen ist, ich hätte es länger nicht ansehen wollen!“ Sie umarmte ihn glücklich.
„Ja, das bin ich auch.“ Er lächelte glücklich, womit hatte er eine so tolle Frau nur verdient. Ihm fiel auf einmal auf, dass er gar nicht sauer war, dass Gretchen sich solche Sorgen um Medhi gemacht hatte. Der Gedanke verunsicherte ihn, war das jetzt ein gutes Zeichen? Oder hieß das, dass ihm das egal war? Sein Herz machte einen Satz bei dem Gedanken, dass es ihm egal hätte sein können, wenn Gretchen wieder etwas mit Medhi haben würde. Es war ihm also doch nicht egal, denn er liebte sie, auch wenn sie sich Sorgen machte, denn so war sie nun mal, sie machte sich halt schnell Sorgen um alles und jeden. Lieben würde Gretchen trotzdem nur ihn, da war er sich sicher.
Die beiden machten sich das erste mal auf den Weg, ohne, dass der Gedanke sie belastet, dass es Medhi echt schlecht ging, denn es war ja Hoffnung da, er bekam jetzt ein Medikament, das ihm wahrscheinlich helfen würde.
„Du Marc, ich hab noch gar nicht mit meinen Eltern über den Umzug gesprochen!“ meinte sie auf ein mal, als sie im Auto saßen.
„Oh, dann solltest du das vielleicht mal tun!“ Er lächelte si ean, sie war einfach zu vergesslich.
„Und wie soll ich es ihnen beibringen, ich glaube nicht, dass sie begeistert sein werden!“ meinte sie und in ihrer Stimme klang etwas wie Angst mit.
„Hasnezahn, mach dir keine Sorge, wir werden Morgen gemeinsam mit ihnen reden!“ er legte seine Hand auf ihr Knie und strich zärtlich darüber.
„Danke!“ Sie lächelte dankbar.
„Für dich doch gerne!“
Der Abend verlief wie immer in dem Mehrfamilienhaus, Marc und Gretchen waren mit ihren Spielchen nicht grade leise und die Nachbarn kriegten bei jedem Ruck an der Wand einen Nervenzusammenbruch... Aber Marc und Gretchen hatten schließlich etwas zu feiern, nicht nur, dass es Medikamente für Medhi gab, sondern auch, dass Gretchen bald endgültig bei Marc einziehen würde.

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

11.10.2011 16:29
#52 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute will ich mal nicht viel sagen!
Wünsch euch viel Spaß!
GLG Olivia


Am nächsten Morgen wachte Gretchen neben Marc auf. Sie sah ihn verliebt ein und schlagartig fiel ihr wieder ein, dass sie heute endgültig bei ihm einziehen würde. Freude stieg in ihr auf. Sie malte sich aus, wie es sein würde, wenn sie endgültig und wahrscheinlich für immer hier leben würde. Jeden Morgen neben Marc auf wachen und das gute Gewissen haben, dass es nicht der letzte Morgen ist. Verträumt schloss sie wieder ihre Augen.
„Hasenzahn...“ Eine ihr wohlbekannte Stimme säuselte ihr ins Ohr. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Sie drehte sich um.
„Marc...“ Sie gab ihm einen Guten-Morgen-Kuss.
„Gretchen wir müssen gleich los zu deinen Eltern, es ist schon fast halb zwölf!“ meinte Marc, als sie sich endlich voneinander gelöst hatten.
„Was? Es ist schon so spät?!“ fragte sie verwundert.
„Ja, ich bin schon länger wach, aber ich wollte dich erst nicht wecken!“ Er lächelte charmant.
„Das ist süß von dir!“ Sie grinste.
„Ich bin nicht süß!“ protestierte Marc auch schon sofort.
Gretchen verdrehte gespielt die Augen, ehe sie sich auf den Weg unter die Dusche machte.
Zwanzig Minuten später kam sie frisch geduscht und verführerisch riechend zurück aus der Dusche. Marc lief schon das Wasser im Munde zusammen. Ihr Duft war für ihn wie eine Droge, auch wenn er das nie offen zugeben würde.
Aber Gretchen wehrte ihn ab, als er Anstalten machte sie zu küssen:
„Marc, wir wollen doch jetzt zu meinen Eltern gehen!“
Marc seufzte, aber er rappelte sich auf, um sich fertig zu machen.
Als die beiden dann später vor Haases Tür standen, packte Gretchen aber doch die Aufregung. Es passierte schließlich nicht alle Tage, dass sie auszog.
„Margarete und Marc, was macht ihr denn hier?“ fragte ihre Mutter überrascht, als sie die Tür öffnete.
„Wir müssen mit euch reden!“ erklärte Gretchen lächelnd und umarmte ihre Mutter zur Begrüßung.
„Dann kommt doch erst mal rein! Wartet im Wohnzimmer, ich koch euch erst mal einen Kaffee!“ lud sie die beiden ein, „Franz! Margarete ist da und sie hat ihren Freund mitgebracht, sie wollen etwas bereden! Komm doch mal runter, während ich Kaffee koche!“
Zögernd machte Gretchen und Marc auf in Haases Wohnzimmer. Sie setzten sich auf die gelben Sofas. Da kam auch schon Franz die Treppe herunter.
„Kälbchen! Meier!“ Er schien erfreut über ihren Besuch zu sein, was sich aber bestimmt ändern wird, wenn er weiß, warum das Pärchen da ist.
„Hallo Papa!“ begrüßte Gretchen ihren Vater und umarmte ihn.
Er setzte sich zu den beiden auf die Sofas.
„Und was verschlägt euch hier her?“ fragte er auch schon neugierig.
„Wir müssen euch etwas wichtiges mitteilen! Vielleicht warten wir noch auf Mama.“ setzte Gretchen an. Marc bestätigte dies mit einem Nicken.
Auf das gefasste Gesicht des Professors zauberte sich ein Lächeln:
„Ja, dann warten wir doch auf Bärbel!“ stimmte er zu, mit dem Gesichtsausdruck eines kleinen Kindes, das Weihnachten kurz vor der Bescherung steht.
In dem Moment kam auch Bärbel ins Zimmer:
„Was gibt es denn?“ Sie balancierte ein Tablett, was mit Keksen und Kaffeetassen bestückt war und stellte es auf den Wohnzimmertisch.
Als auch Bärbel saß und allen Kaffee eingeschenkt hatte, begann Marc zu reden:
„Da Gretchen und ich jetzt schon seit einer Weile zusammen sind, wollen wir jetzt den nächsten Schritt wagen!“ Er lächelte ihr zu und ihre angespannnten Gesichtszüge entspannten sich.
Bärbel begann ein wenig herumzuzappeln, was Marc da sagte bedeutete doch eine Hochzeit oder?
Auch Franz ahnte etwas in der Art.
„Wir haben vor an diesem Wochenende endgültig zusammen zu ziehen!“ beendete er seine rede.
Franz und Bärbels Kinnladen klappten hinunter, also doch keine Hochzeit.
„Margarete bist du dir da sicher, nicht, dass du in zwei Wochen wieder verheult vor der Tür stehst und um Unterkunft bittest!“ war Bärbels Einwand.
„Mama, das wird nicht passieren, da kannst du dir sicher sein!“ meinte Gretchne etwas verärgert.
Verloren nickte sie, ihre Tochter würde also wieder ausziehen, zwar war sie die letzten Wochen nicht viel zu Hause gewesen, aber sie hatte immer noch ihren ganzen Kram hier gehabt. Und es würde leer in dem Zimmer aussehen, wenn sie ihre rosa Sachen mitnehmen würde. Aber was sollte Bärbel machen, Gretchen schien diesen Mann zu lieben. Sie verspürte aber auch ein wenig Stolz, denn ihre Tochter war wieder vergebn und dann auch noch an einen solch charmanten Oberarzt! Was könnte sich eine Mutter mehr für ihr Kind wünschen, als einen Mann, der genug Geld hatte sie zu versorgen und sie liebte. Nichts konnte sie sich mehr wünschen.
Franz ging es da nicht anders, er gönnte es Gretchen, dass sie glücklich war, wen auch mit Marc. Er wollte nur das Beste für sie, und wenn das der Umzug war, dann würde es auch so passieren.
„Und wann wollt ihr genau ausziehen?“ fragte Franz mit trockener Stimme.
„Wenn es geht noch dieses Wochenende.“ meinte Marc.
Gretchen war wirklich froh, dass er fast den ganzen Teil der Unterhaltung für sie führte. Wie hätte sie das alles alleine schaffen sollen?
„Ach, schon so bald?“ fragte Bärbel wieder verstört. Auch wenn sie sich für Gretchen freute, war es für sie doch schwieriger, als sie gedacht hätte, loszulassen.
„Mama, sei mir nicht böse, aber Marc und ich sind glücklich und wollen zusammen ziehen, was spricht denn dagegen?“ meldete sich nun auch Gretchen wieder zu Wort.
„Eigentlich gar nichts, aber es ist für mich als Mutter auch schwierig dich einfach gehen zu lassen!“ rechtfertigte sich Bärbel.
Gretchen seufzte. Jetzt war sie auch traurig, sie wollte ihre Eltern doch nicht verletzten.
Sie musste mit Marc reden.
„Marc, kommst du mal kurz mit vor die Tür?“ fragte sie, ihr standen schon die Tränen in den Augen.
Gehorsam folgte Marc ihr in den Flur.
„Gretchen, was ist denn?“ fragte er besorgt.
„Marc, ich glaube, jetzt sind sie traurig, aber so richtig.“ Sie begann zu schluchzen.
„Hasenzahn, es ist klar, dass sie am Anfang traurig sind, aber sie wollten doch auch, dass wir heiraten, also kann es doch gar nicht so schlimm für sie sein.“, er nahm sie tröstend in den Arm.
„Meinst du?“ fragte sie und blickte ihm in die Augen.
„Gretchen, alles wird gut werden, da bin ich mir sicher, sie freuen sich bestimmt genauso wie du! Sie können es nur nicht zeigen!“ versuchte er weiter sie zu trösten, er war der Meinung, dass sie sich viel zu viele Sorgen um die Außenwelt machte.
Gretchen wischte die Tränen weg und umarmte Marc ein weiteres mal.
„Danke!“ meinte sie, „Danke dafür, dass du mir so hilfst!“
Mit dem Dank war Marc zwar etwas überfordert, da ihm noch nie jemand richtig Danke gesagt hatte.
Nachdem sie sich ein wenig beruhigt hatten, kamen sie zurück ins Wohnzimmer.
„Margarete, dein Vater und ich haben noch mal nachgedacht und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir euch bei dem Umzug helfen werden!“ Bärbel strahlte sie an, alle Traurigkeit war verflogen.
Marc blickte wissend zu Gretchen, die ihn daraufhin anlächelte, er hatte doch mal wieder Recht gehabt!
„Papa, Mama, das ist echt lieb von euch!“ freute sie sich, jetzt würde alles gut werden, da war sie sich sicher.

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

14.10.2011 15:05
#53 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Und schon wieder war Bärbel aufgeregt, denn ein Umzug stand an, es gab so viel vorzubereiten!
„Margarete! Sollen wir denn heute schon anfangen?“ fragte sie auch schon.
Gretchen blickte fragend zu Marc, dieser zuckte die Achseln, was so viel bedeutet, wie „meinetwegen“.
„Klar, warum nicht?“ war also ihre Antwort.
Bärbel lächelte glücklich und sah zu Franz.
„Gut, dann lass uns doch mal anfangen!“ meinte der Professor.
Gretchen beschloss erst mal den Inhalt ihrer Schränke einzupacken, bevor sie sich entscheiden musste, welche Möbel letztendlich mitkamen, da Marc ja bekanntlich nichts rosanes (seine rosa Polohemden ausgenommen) ins Haus kam.
Als Gretchen in ihr Zimmer kam, packte sie die Erinnerung. Die Erinnerung an all die Tage, die sie hier verbracht hatte. An die Schulzeit und die schrecklichen Demütigungen Marc Meiers, ihr Studium und schließlich ihre Zeit in der Assistenz am EKH. Sie erinnerte sich an all die Liebesbriefe, die sie an Marc geschrieben hatte und all die Tränen, die sie wegen ihm vergossen hatte. Sie strich sorgsam über den ordentlich gemachten Bettbezug mit rosa Pferdchen drauf. Ein Seufzer entfuhr ihr, als sie sich auf das Bett fallen ließ.
Marc hatte die ganze Zeit unbewegt in der Tür gestanden und abgewartet, was seine Freundin tat. Er konnte spüren, wie sie an die Vergangenheit dachte. An die schlechte Vergangenheit, die sie beiden gehabt hatten, was ja großteils seine Schuld gewesen war, wie er jetzt endlich einsah.
Marc war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht mitbekam, wie Gretchen bereits den Koffer vom Schrank holte und begann den Inhalt ihres Kleiderschrankes auf den Boden zu leeren.
Marc staunte nicht schlecht, wie viele Klamotten in einen solch kleinen Schrank passten.
„Hasenzahn, willst du das alles mitnehmen?“ fragte er grinsend.
„Nee, aber wenigstens ein bisschen, den Großteil der Sachen, hatte ich nie an...“ murmelte sie.
„Das kann ich auch verstehen!“ meinte Marc frech und hielt zur Bestätigung eine pink-weiß gestreifte Hose in die Luft.
„Marc!“, sie nahm ihm das Kleidungsstück ab und stopfte es eilig zurück in den Schrank, „Das ist schon uralt!“
Sie konnte aber nicht verhindern, dass sie rot anlief.
Marc schmunzelte, er betrachtete die andern Sachen auf dem undefinierbaren Klamottenhaufen. Die meisten der Sachen waren rosa oder kitschig, wie es zu Gretchen eben passte, aber er erspähte auch einige schöne Teile, wie Kleider, die er sich gut an ihr vorstellen konnte.
„Meinst du das kann ich noch anziehen?“ fragte Gretchen plötzlich und hielt ihm ein rotes Kleid unter die Nase.
Marc betrachtete es innig.
„Sicher, es steht dir bestimmt gut!“ meinte er schließlich.
Gretchen packte es also in den Koffer.
Marc sah ihr weiterhin schweigend dabei zu, er fragte sich, wann sie denn endlich fertig werden würde, konnte aber nicht erkennen, dass der Kleiderberg merklich schrumpfte.
Nach gefühlten drei Jahren erschien der Kopf des Professors in der Tür.
„Meier, hat sie schon entschieden welche Möbel mit sollen?“ fragte er Marc.
„Nein...“ Er deutete auf Gretchen, „Sie ist noch damit beschäftigt den Koffer zu packen!“
Franz zuckte mit den Schultern.
„So ist sie eigentlich immer...“ seufzte er und warf Marc einen zuversichtlichen Blick zu. Dann machte er sich wieder auf den Weg nach unten.
Unten saß Bärbel auf dem Sofa und machte sich Gedanken. Sie wusste imme rnoch nicht recht, was sie von der Idee halten sollte. Klar, freute sie sich, aber sie hatte auch ihre Bedenken.
„Und, wie läuft die Aktion?“ fragte sie Franz betroffen, als er wieder im Wohnzimmer auftauchte.
„Mein Kälbchen ist wie immer, sie packt ihren Koffer ein, um ihn dann fünf Minuten später wieder auszupacken.“ Er verdrehte gespielt die Augen, „Der Meier scheint das aber ganz gut auszuhalten.“
„Das ist doch schön.“ Bärbels Stimme klang leer.
Franz wunderte es, dass Bärbel gar nicht so nervös und aufgedreht war wie sonst.
„Butterböhnchen! Ist alles mit dir in Ordnung?“ fragte Franz beunruhigt.
„Ach Franz, ich weiß es auch nicht, es ist so traurig, dass Gretchen jetzt auszieht.“ Sie war kurz vor dem Schluchzen, „Und wie es mir scheint auch für längerezeit, wenn nicht sogar für immer.“
Franz nahm sie in den Arm.
„Bärbel mach dir keine Sorgen, sie ist in besten Händen und sie wird dich bestimmt oft genug besuchen. Außerdem war sie die letzten Wochen auch kaum hier, geschweige denn nachts.“ Er lächelte sie aufmunternd an.
„Hach, ja... Das weiß ich doch, ich kann es mir auch kaum erklären, warum mich das auf einmal so zusetzt. Ich wollte doch immer, dass sie sesshaft wird und so...“ murmelte sie.
„Bärbel, merk sir, alles wird gut! Und jetzt haben wir einen Umzug vorzubereiten!“
Er strich ihr über die Wange und gab ihr einen Kuss...
Just in dem Moment kamen Gretchen und Marc mit dem dicken Koffer die Treppe herunter.
Als Gretchen sah, wie ihre Eltern sich küssten musste sie grinsen, aber ihr Gesicht nahm trotzdem eine rote Farbe an, denn sie konnte es nicht ausstehen, wenn ihre Eltern so taten, als wären sie wieder zwanzig.
„Mama! Papa! Wir sind fertig mit dem Koffer! Wir können jetzt die Möbel aussuchen!“ verkündete sie freudig.
Franz und Bärbel schreckten auseinander, sie hatten die beiden gar nicht kommen hören.
„Klar! Wir kommen sofort!“ meinte Bärbel.
„Hasenzahn!“ Marc lehnte sich mit beiden Händen neben ihrem Kopf an der Wand nah an sie heran, „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass deine kitschigen rosa Möbel in meine Wohnung kommen, oder?“
Gretchen ging auf sein Spielchen ein.
„Oh doch, das glaube ich schon!“ Sie gab ihm eine Schmatzer und wand sich aus seiner Umklammerung.
Marc seufzte, das hatte ihm gerade noch gefehlt! Rosa Möbel!

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

16.10.2011 11:38
#54 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey!
Vielen Dank für eure Kommis, aber ich freu mich immer wieder über neuzugänge! Also tut euch keinen Zwang an! Spaß
Also, viel Spaß beim Lesen,
eure Olivia


Später in ihrem Zimmer:
„Marc! Komm, wenigstens das eine Regal! Bitte!“ Sie sah ihn mit ihrem Hundeblick an.
„Nein!“ protestierte er.
„Und warum nicht?“
„Weil es ROSA ist!“ beschwerte er sich.
„Ja und?“
„Ich hasse rosa!“
„Marc mein Schatz, du trägst auch rosa Hemden!“ neckte sie ihn.
Darauf fiel ihm dann auch nichts mehr ein. Er gab nach.
„Gut, aber nur dieses eine Regal!“ bemerkte er wiederwertig.
Plötzlich kam Gretchen auf eine neue Idee.
„Marc, wir könnten auch neue Möbel kaufen! Weißt du, dein Schrank ist eh zu klein für unsere beider Sachen und dann könnten wir ja auch einen größeren kaufen!“ schlug sie voller neuer Eifer vor.
Marc stutze, damit hatte er jetzt nicht gerechnet.
„Ähm ja, warum nicht...“ murmelte er niedergeschlagen, Gretchen konnte echt anstrengend sein, wenn sie einen Umzug plante.
„Gut, komm dann fahren wir doch direkt ins Möbelhaus!“ jubelte sie und hatte das rosa Regal schon wieder vergessen.
Marc seufzte, aber folgte seiner Freundin gehorsam nach unten zu ihren Eltern.
„Mama! Papa! Wir wollen noch ins Möbelhaus, einen neuen Schrank kaufen!“ verkündete Gretchen übereifrig.
„Kälbchen, ja, das ist doch eine gute Idee!“ freute sich ihr Vater.
„Papa, wir machen uns dann auf den Weg und stellen den Schrank auch sofort in Marcs Wohnung ab!“
Und so geschah es, sie kauften einen Schrank, der groß genug war für sie beide und bauten ihn auch direkt auf. Marc war zwar anfangs etwas skeptisch gewesen, hatte sich aber dann von Gretchens Eifer anstecken lassen.
Als alles eingeräumt und ordentlich war, war es schon später Abend:
Erschöpft saßen sie beide am Küchentisch und tranken ein Glas Wein.
„Weißt du Marc, das hier habe ich mir immer gewünscht.“ Sie zeigte auf ihr neues Heim.
Marc seufzte, in dem Moment wusste er wieder nicht, was er sagen sollte. Klar, freute er sich, aber er konnte dies nicht zugeben. Andererseits hatte er auch Angst vor dem, was kam. Er hatte nun Gretchen für einen unbegrenzten Zeitraum in seiner Wohnung. Er hatte etwas wie eine Beziehung. Und davor hatte er Angst. Was, wenn sie dann doch noch Kinder wollte. Daran wagte er gar nicht zu denken.
„Marc? Ist alles in Ordnung? Du bist so still.“ fragte sie besorgt.
„Ja, es ist alles bestens.“, meinte er.
Marc versuchte all seine Zweifel zu vergessen, denn für den Moment schien er glücklich zu sein. Aber die Zweifel und Ängste wollten ihm nicht aus dem Kopf gehen.
Sie saßen noch eine Weile am Tisch, bis sie schließlich in das neu eingerichtete flüchteten, um sich schlafen zu legen.
„Marc“, säuselte sie ihm verführerisch ins Ohr, „Wollen wir den Umzug nicht feiern?“
Sie begann ihm zu küssen. Aber diesmal ging Marc nicht auf ihre Küsse ein, es fehlte ihm etwas. Er hatte Angst und das hinderte ihm daran, jetzt mit Gretchen zu schlafen.
Gretchen merkte, dass mit Marc etwas nicht stimmte, denn sonst wäre er längst auf ihre Verführungs-Versuche eingegangen.
Marc war ratlos, es war ihm bewusst, dass sie traurig sein würde, aber was sollte er machen?
„Marc?! Du wolltest unbedingt, dass ich zu dir ziehe und jetzt das?!“ Sie richtete sich im Bett auf.
Marc blickte schuldbewusst zu ihr, aber ihm fehlten die Worte.
Gretchen stand auf und knipste das Licht an.
„Und du bist dir sicher, dass alles mit dir in Ordnung ist?“ Sie schaute ihn wütend an.
Er fühlte sich schlecht, aber es ging nicht, er konnte nicht abstellen, dass er panische Angst vor der Zukunft hatte. Er hatte eigentlich gedacht, dass es verschwunden wäre, sonst hätte er Gretchen wohl kaum gesagt, dass sie bei ihm einziehen könnte. Er hatte nicht geplant, dass er wieder so reagieren würde. So wie früher eben. So Beziehungs-ängstlich.
„Du glaubst du könntest mich jetzt einfach ignorieren?!“ meckerte sie auch schon weiter.
Schließlich rang er sich aber doch noch mal dazu ab, wenigstens etwas zu sagen:
„Gretchen, es tut mir Leid, aber ich weiß einfach nicht, wie ich das jetzt erklären soll!“
„Sag es einfach wie es ist!“ schimpfte sie. Sie konnte es nicht ausstehen, wenn er ihr etwas verheimlichte, im Guten, wie im Bösen. Und jetzt verheimlichte er ihr etwas! Sei es weiß der Schinder was!
„Es ist nur...“ setzte er an, „Ich weiß es nicht, ach scheiße, es ist schon wieder alles so kompliziert!“
„Marc“, langsam beruhigte sie sich wieder, „Versuch es wenigstens!“
„Gretchen ich kann es nicht! Glaub mir, wenn ich es sagen könnte, dann hätte ich es längst getan.“
Gretchen seufzte. Es gab Phasen, da schien Marc ganz normal zu sein, so liebenswürdig und beziehungsfähig, wie jeder andere Mann auch. Dann gab es aber wieder Momente, da war er wie früher, da stotterte er wieder nur herum und Gefühle waren für ihn ein Fremdwort.
„Marc, ich schlaf auf dem Sofa, bis du dich wieder beruhigt hast!“ meinte sie trotzig, nahm sich Decke und Kissen und verschwand im Wohnzimmer.
Als es im Wohnzimmer still geworden war, schaffte es Marc das Licht auszuschalten und sich erschöpft in die Kissen sinken zu lassen.
Meier! Wieso schaffst du es immer wieder sich mit ihr zu streiten! Jetzt ist sie schon wieder sauer! Kann ich mich nicht ein mal beherrschen! Aber was sollte ich machen, mir haben die Worte gefehlt! Wenn sich das morgen nicht wieder einrenkt, was mach ich dann! Da ist sie schon ganz bei mir eingezogen und dann so etwas!!! Das alles ist mal wieder meine Schuld! Weil ich Angst vor einer Beziehung habe! Und diese geht schon so weit, dass ich Angstzustände kriege, wenn ich an die Zukunft denke. Dabei habe ich mir doch auch gewünscht, dass sie bei mir einzieht! Und eins ist klar, ich liebe sie. Und es gibt keinen Grund Angst vor dieser Beziehung zu haben. Meier, alles wird gut!
Gretchen ging es nicht anders, sie fragte sich, was ihr Freund denn hatte:
Es war doch nicht mal meine Idee gewesen, bei ihm einzuziehen, es war sein Vorschlag gewesen! Und jetzt habe ich mich aufs Sofa verbannt! Also wirklich, was ist nur wieder mit ihm los, er war doch die letzten Wochen so liebenswürdig und romantisch. Wieso hat er denn jetzt einen Rückfall von seiner Beziehungsstörung! Was soll ich jetzt nur tun, ich kann doch jetzt nicht wieder ausziehen, was sagen den meine Eltern dazu? Ich werde Morgen noch mal mit ihm reden! Das geht ja so nicht weiter!
Es dauerte lange bis sie eingeschlafen war, zum einem war das Sofa nicht der bequemste Schlafplatz, zum anderen hielten ihre Gedanken sie wach. Immer wieder wälzte sie sich hin und her. Als sie dann endlich eingeschlafen war, träumte sie schlecht und unruhig.

Marc konnte auch nicht einschlafen. Als er wieder auf die Uhr blickte war es bereits halb drei und er lag immer noch wach und konnte nicht schlafen, er vermisste Gretchen. Ihren süßen Duft, ihre Körperwärme und ihre Haare, die ihn an der Brust kitzelten. Dieser Verlust machte ihn rasend, am liebsten wäre er sofort aufgesprungen und hätte sie zu sich ins Bett geholt, aber was hätte er sagen sollen?

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

18.10.2011 07:09
#55 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute leider nur ein kleiner Teil, aber ich versuche, dass morgen dann mehr kommt!
Viel Spaß,
Olivia


Marc wachte nach einer fast schlaflosen Nacht erschöpft auf. Als er sich vage an die Situation von gestern Abend erinnerte, wäre er am liebsten wieder eingeschlafen. Er rappelte sich auf und schlich leise ins Bad, damit er Gretchen nicht weckte.
Als erstes stellte er sich unter die heiße Dusche, langsam beruhigte das warme Wasser sein Gemüt und entspannte seinen Rücken. Er dachte wieder ein mal gründlcih über seine verzwickte Situation nach.
Als Gretchen aufwachte, merkte sie, dass Marc schon wach war, denn sie hörte das Rauschen des Wassers in der Dusche. Sie seufzte, als sie sich erinnerte, warum sie auf dem Sofa schlief. So konnte das doch nicht laufen, diese Situation musste geklärt werden und zwar so schnell wie möglich. Sie wartete also, bis Marc aus der Dusche kam, um mit ihm zu reden, wenn er nicht reden wollen würde, war das ein Zeichen für sie, dass diese Beziehung keine Zukunft hatte.
„Marc! Ich muss mit dir reden!“ Als Marc aus dem Bad kam, stand seine Freundin schon vor ihm und ließ ihm quasi keine Chance zu entkommen.
„Gretchen?“ fragte er geknickt.
„Marc, es geht nicht wo weiter! Entweder du sagst mir jetzt, was du gestern Abend hattest, oder...“
„Oder was? Schreibst du wieder Liebesbriefe unter meinem Bett, stehst halb nackt in meinem Büro?“ Marc konnte den gehässigen Tonfall einfach nicht abstellen.
Gretchen war erstaunt, darüber, dass ihr Oberarzt so wenig Feingefühl besaß, dass er in solch einer Situation mit seinen doofen Sprüchen kam.
„Nee Marc, so ganz bestimmt nicht!“ Ihr liefen schon Tränen über die Wangen.
Marc könnte sich selbst in den Hintern treten, jetzt war sie wieder traurig.
„Gretchen, das war doch gar nicht so gemeint!“ versuchte er die Sache wieder grade zu biegen.
Aber das wirkte nicht, Gretchen hatte sich schon umgedreht und war ins Schlafzimmer geflüchtet. Marc rannte ihr hinterher.
„Gretchen! Komm da raus! Es tut mir Leid!“ Er klopfte an die Tür, die selbstverständlich abgeschlossen war.
Gretchen war schon bevor sie ins Zimmer geflüchtet war, in Tränen ausgebrochen. Sie warf sich heulend aus Bett, wie konnte Marc nur wieder solch ein Macho sein!
Nachdem sie eine Weile einfach nur dort lag und ihr die Tränen über die Wangen liefen, richtet sie sich auf, denn auf einmal war ihr alles klar. Marc war einfach nicht gemacht für eine Beziehung, und es war offensichtlich schwer für ihn sich für sie zu beherrschen. Sicher, sie konnte es verstehen, aber sie wollte nicht ein Leben lang Angst haben, dass der Mann auf einmal wieder zum Macho wird und einen nur beleidigt. Dafür war Gretchen einfach nicht gemacht, sie akzeptierte seine Schwächen, aber damit zu leben war beileibe nicht einfach, Und sie war sich nicht sicher, ob sie solch ein Leben wollte.

Marc klopfte immer wieder an die Tür und versuchte mit ihr zu reden, aber von drinnen kam keine Antwort. Er hörte, wie Schranktüren auf und zu gemacht wurden und vernahm das Geräusch ihrer Schluchzer. Es war wirklich nicht seine Absicht gewesen, sie so zu verletzten, er hatte einfach nur eine Sekunde nicht auf sein loses Mundwerk geachtet, und dann war ihm der blöde Spruch einfach heraus gerutscht.
„Gretchen bitte! Wir müssen reden!“ rief Marc wieder und ließ den Kopf an die Tür sinken.
Gretchen hörte ihn, aber sie ignorierte ihn gekonnt, wie lange hatte sie seine Stimme einfach nur überhören müssen, aber seitdem sie ein Paar waren, fiel es ihr zunehmend schwerer, wieder Bekanntschaft mit dem alten Marc zu machen, dafür war die Zeit mit dem romantischen Marc einfach zu schön gewesen.
In Eile schmiss sie ein paar Klamotten zurück in den Koffer, den sie gestern noch voller Vorfreude auf ein Leben mit Marc ausgepackt hatte. Der Gedanke an gestern und die schöne Zeit, trieben ihr wieder die Tränen in die Augen.
„Marc! Ich brauche eine Auszeit, bis du deine Gefühle im klaren hast, und wenn ich ehrlich bin, ich habe nicht ewig Lust dir immer wieder deine Grobheiten zu verzeihen!“ rief sie schließlich.
Das versetzte Marc einen heftigen Stoß. Er schnappte nach Luft, sie konnte doch jetzt nicht einfach abhauen! Jetzt, wo sie grade frisch zusammen gezogen waren!
Aber da hatte er falsch gedacht, das konnte sie doch, denn zwei Minuten später stand sie mit gepackten Koffer im Türrahmen.
„Gretchen! Du...Du kannst doch jetzt nicht einfach gehen!“ stotterte Marc verwirrt.
„Doch Marc, das kann ich, aber ich werde wiederkommen, wenn du dich beruhigt hast und dir über deine Gefühle bewusst bist!“ Sie blickte ihn traurig an, „Ich hoffe du weißt, was du zu tun hast Marc Meier, so wie sonst auch.“
Marc stand einfach nur da und sah ihr hinterher, wie sie langsam durch den Flur lief und schließlich die Tür hinter sich zumachte.
Dann erst sank er auf den Boden und hob die Hände vors Gesicht. Er wusste nicht, was er in dem Moment tun sollte, er saß einfach nur da und schwieg, er weinte nicht, er blickte sich nicht um, sondern er saß einfach nur da und starrte die Wohnungstür an. Sie war wirklich gegangen, wie sollte er das verkraften? Es war ihm nie klar gewesen, wie schwer ihm dieser Abschied fallen könnte.

Olivia<3 Offline

Mitglied


Beiträge: 1.373

19.10.2011 18:21
#56 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So, trotz der schlechten NAchricht über die Zukunft von unserer Lieblingsserie, geht es in alter Frische weiter!
Viel Spaß und herzlich Grüße,
Olivia


Marcs Traurigkeit war mittlerweile in Wut umgeschwenkt. Aber er war nicht sauer auf sich selbst, sondern auf Gretchen, da diese einfach abgehauen ist, wegen solch einem nichtigen Grund! Und das ärgerte ihn maßlos! Am liebsten wäre er ihr sog´fort hinterhergerannt, aber er konnte sich nicht dazu aufraffen. Gretchen würde schon irgendwann wieder kommen, lange hielt sie es meist eh nicht ohne ihn aus.
Mit diesem Entschluss stand er von seinem unbequemen Platz auf und ging in die Küche, der massive Stress machten ihn hungrig. Als er das offene Nutellaglas auf der Anrichte stehen sah, musste er aber wieder an Gretchen denken, schnell verbannte er Nutella und Schokolade in die hinterste Schublade. Erschöpft setzte er sich an den Küchentisch. Lustlos biss er in ein bereits hart gewordenes Brötchen.

Gretchen dagegen zweifelte ernsthaft an Marc, vielleicht war er einfach nicht für eine Beziehung gedacht. Die letzten Monate mit Marc kamen ihr auf einmal so weit weg vor. Dabei waren sie doch gestern noch ein glückliches Paar gewesen, warum war denn jetzt wieder alles so kompliziert?
Sie blieb stehen, ihr war grade aufgefallen, dass sie ziellos durch die Gegend rannte und nicht wusste wohin. Sie setzte sich auf eine Parkbank und kuschelte sich tiefer in ihre Jacke. Was hatte sie nun schon wieder angerichtet? Jetzt saß sie dort auf der kalten Parkbank und das alles nur wegen eines Macho-Spruches? Sie konnte sich nicht erklären, was da schon wieder mit ihr los gewesen war.
Sie widmete sich wieder der Frage, wohin sie jetzt gehen sollte. Sie konnte ja kaum zu Marc gehen, denn der war bestimmt sauer auf sie, und das zu Recht, wie sie jetzt einsah, hatte sie sich echt schlecht benommen. Zu ihren Eltern konnte sie auch auf gar keinen Fall, sie würden erst einen Herzkasper kriegen und dann Marc dafür verantwortlich machen. Vielleicht zu Gigi? Sie wusste immer einen Rat und war die einzige Person, zu der sie hätte gehen können.
Gretchen holte also das Handy aus ihrer Tasche und wählte die Nummer der Freundin.
„Amsel?“ fragte eine Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Gigi! Kann ich zu dir kommen?“ fragte Gretchen.
„Mausi, was ist denn jetzt schon wieder los? Es ist wegen Marc, stimmts? Hat er dir wieder das Herz gebrochen?“
Gretchen schluckte.
„Nein, kann ich nicht erst mal kommen?“ versuchte es Gretchen wieder.
„Klar, aber ich erwarte eine Erklärung von dir!“ mahnte Gigi lachend.
„Sicher...Moment Gigi, wo wohnst du eigentlich?“ Gretchen fiel ein, dass die Freundin eigentlich ja gar nicht in Berlin lebte.
„Im Hotel, ich schreib dir die Adresse als SMS, weiß die grade nicht...“ meinte Gigi.
„Okay, bis gleich dann.“ Gretchen legte auf.
Als sie aufstand erhielt sie die SMS mit der Adresse. Zum Glück kannte sich Gretchen aus und wusste wo das Hotel sich befand. Sie machte sich auf den Weg.
„Gretchen!“ empfing Gigi die Freundin erfreut.
„Gigi!“
Die beiden umarmten sich lange, sie hatten sich zwar g´nach der Rückkehr aus Afrika schon gesehen, aber damals war die Sache mit Medhi so kompliziert gewesen und sie hatten kaum Zeit sich miteinander zu unterhalten.
„Komm erst mal rein!“ lotste Gigi Gretchen in das Hotelzimmer.
Sie warf einen Blick auf Gretchens Koffer: „Mausi, du hast mir aber ordentlich was zu erklären!“ Dann schaffte sie das ungeheure Teil ins Zimmer.
Als Gretchen ankam, schmiss sie sich als erstes sofort auf das Sofa.
„Gigi, ich bin ein Monster! Wo ich aufkreuze sind nur Missverständnisse.“ Sie seufzte.
„Mausi, jetzt zieh doch erst mal deine Jacke aus, es ist doch warm hier!“ Gigi kam übereifrig auf Gretchen zu.
Mühselig trennte sie sich von der Jacke und starrte wieder trüb in die Welt. Gigi wusste, was in solchen Momenten nur half, Gretchen brauchte eine erhebliche Dosis an Schokolade. Sie ging ins Schlafzimmer und kam mit einer XXL-Packung Vollmilchschokolade wieder. Sie reichte sie Gretchen.
Dankbar nahm diese die Tafel entgegen und biss sofort ein Stück davon ab.
„Danke Gigi, dass ich hier bleiben kann, und danke für die Schokolade.“ Sie biss noch ein großes Stück davon ab.
„Gretchen, dafür sind Freunde doch da, und jetzt erzähl doch erst mal, was überhaupt los war!“ erwiderte Gigi und setze sich zu Gretchen aufs Sofa.
„Marc und ich haben uns gestritten.“ meinte Gretchen traurig.
„Aber warum denn? Es lief doch alles so super zwischen euch!“ fragte Gigi erstaunt.
„Er war glaube ich unglücklich darüber, dass wir zusammen gezogen sind! Dabei war es doch seine Idee. Ich hab die Nacht auf dem Sofa verbracht und am nächsten Morgen hat er dann wieder einen seiner Macho-Sprüche losgelassen, als wir reden wollten! Und ich blöde Kuh bin dann quasi wieder ausgezogen! Wegen dem einen Spruch! Ich weiß auch nicht, was das war!“ Sie schluchzte.
Gigi nahm sie in den Arm.
„Gretchen, das wird schon wieder, er kann dir ja nicht ewig böse sein!“ tröstete Gigi die Freundin.
„Aber was, wenn er mich dann nicht mehr will, weil ich so bockig bin?“ fragte Gretchen besorgt.
„Gretchen, Marc liebt dich! Er hat es dir doch auch schon so oft gesagt! Außerdem passiert ein Streit doch so häufig in Beziehungen!“ versuchte sie es wieder.
„Aber es ist doch nicht das erste mal, dass wir uns streiten und du weißt doch wie Marc ist!“
„Ein Arschloch ich weiß!“
„Gigi!“
„Ist ja schon gut, ist mir nur so rausgerutscht!“ verteidigte sie sich.
„Schon gut, ich hab einfach Angst, dass er mich jetzt verlässt!“ Gretchen schluchtzte wieder.
„Nein, das wird er nicht, da bin ich mir sicher! Er kann doch sonst auch nicht ohne dich!“ beschwichtigte Gigi die Freundin.
Gretchen seufzte, hoffentlich hatte Gigi Recht und alles wird wieder gut!

Marc war noch mal ins Krankenhaus gefahren, er wollte nach Medhi sehen, aber andererseits hatte er es in der verlassenen Wohnung auch nicht mehr ausgehalten.
Als Marc den Professor auf dem Flur erblickte stieg sein Puls, aber er hatte auch keine Möglichkeit mehr wegzurennen.
„Meier, was machen Sie denn hier? Hatten Sie denn nicht frei?“ fragte dieser auch schon verwundert.
„Ja, das hatte ich, aber ich wollte noch einmal nach Medhi sehen!“ Er zeigte in Richtung Medhis Zimmer.
„Und was ist mit Gretchen?“ fragte er weiter.
„Die...“ Er dachte fieberhaft über eine Ausrede nach, „Die ist noch auf dem Klo!“
Der Professor zog skeptisch die Augenbrauen hoch.
„Auf dem Klo? Aha, na dann werde ich auf sie warten, ich muss noch was mit ihr, wegen der Facharztprüfung besprechen!“
Die Facharztprüfungen, Marc hatte in dem ganzen Trubel mit Medhi und de Umzug ganz vergessen, dass Gretchen bald mit der Prüfung dran wäre!
„Herr Professor, ich werde ihnen sagen, wenn sie wieder da ist, ich...ich muss auch noch etwas mit ihr besprechen! Es wäre nicht so gut, wenn sie hier warten würden.“
Franz stand die Skepsis ins Gesicht geschrieben, aber sein Oberarzt merkte dies nicht. Franz kannte sich aus, er wusste, dass die Lügen von Chirurgen schlecht und leicht zu durchschauen waren. Er hatte im Gefühl, dass zwischen dem Meier und seiner Tochter wieder etwas im Busch wäre, die Frage war nur was. Aber er hatte auch versprochen, dass er sich nicht mehr einmischen wollte, wenn es um seine Tochter ging, so ließ er den Oberarzt gewähren.
„Gut, ich werde dann mal wieder losgehen!“ verabschiedete sich der Professor, „Richten Sie ihr einen schönen Gruß aus!“ Dann verschwand er um die nächste Ecke.
Marc Meier war nach dieser Begegnung schweißgebadet, aber sein Gegenüber hatte dies offensichtlich nicht bemerkt. Schnell machte er sich auf den Weg zu Medhi ins Zimmer, er war ja schließlich auch ein Grund am Sonntag noch mal ins EKH zu kommen.

Olivia<3 Offline

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22.10.2011 13:10
#57 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Heute geht es dann erst mal mit Medhi weiter!
Viel Spaß beim Lesen!
Eure Olivia


Medhi lag immer noch in seinem Bett an viele Monitore und Geräte angeschlossen. Amrc setzte sich zu ihm ans Bett. Medhi war wach! Marc war erleichtert, die Medikamente schienen wirklich anzuschlagen.
„Marc...“ begrüßte Medhi den Freund schwach.
„Medhi!“ Marc war erfreut, dass es Medhi offensichtlich so gut ging, dass er schon wieder reden konnte.
„Wie geht es Gretchen?“ fragte dieser.
Marc versetze der Gedanke an die Freundin einen Stich.
„Es geht ihr gut!“ sagte er deshalb kurz angebunden.
Medhi versuchte ein Lächeln.
„Und wie geht es dir?“ Marc blickte auf all die Geräte.
„Den Umständen entsprechend.“, er lächelte schräg, „Wieso bin ich in Deutschland?“
Marc war erstaunt, dass Medhi den Transport nach Berlin scheinbar vollkommen aus seinem Gedächtnis verbannt hatte, aber er war ja auch im Fiebertrauma gewesen,
„Gigi hat dich hier her gebracht, es ging dir gar nicht gut, wir mussten dich sogar reanimieren.“ Marc erinnerte sich schmerzhaft an die Minuten des Ungewissen, ob Medhi überleben würde.
„Wirklich?“ Medhi hatte keine Erinnerungen an den Verlauf seiner Krankheit, er erinnerte sich nur noch an das heiße Afrika.
„Ja wirklich, aber du bekommst jetzt Medikamente, die auch wirken!“ erklärte Marc.
„Marc, was genau habe ich eigentlich?“ fragte Medhi.
„Du hattest Malaria.“ sagte Marc.
Medhi erschrak, hatte es wirklich so schlecht um ihn gestanden?
„Oh...Und jetzt?“ fragte er.
„Jetzt wird alles gut!“ machte Marc ihm Mut.
„Marc, ich will wieder schlafen, ich bin müde... Richte Gretchen schöne Grüße von mir aus!“ Er lächelte schwach.
„Ja, das werde ich tun“ Er drückte Medhis Hand und stand auf.
Medhi schloss wieder die Augen und schlief wieder ein. Aber er war in Deutschland, bei seinen Freunden und in einem Krankenhaus, in dem man ihm helfen konnte, das war ein tröstlicher Gedanke.
Marc machte sich wieder an die Arbeit, er löste den Rössel bei seiner Schicht ab und versuchte sich mit harter Arbeit von seinen Problemen abzulenken.
Er hatte mit Medhi über seine momentanen Probleme mit Gretchen reden wollen, aber als Marc ihn gesehen hatte, wollte er ihn nicht mit dieser Angelegenheit belasten.
Er seufzte und blickte auf den OP-Plan, Gallensteine, die Hoffnung auf Ablenkung sank förmlich, als er auf den Plan blickte, denn Sophie Menz war ihm zugeteilt worden. Gegen sie war ihm der Knechtelsdorfer ja noch lieber gewesen. Aber was sein muss, muss sein.
Mühsam schleppte er sich in den OP-Bereich.
„Guten Morgen Dr. Meier!“ begrüßte Dr. Menz ihn auch schon fröhlich.
Sie hatte einen Blick aufgesetzt, bei dem jeder andere Mann sofort willenlos geworden wäre, aber Marc war so in Gedanken versunken, dass er sie gar nicht bemerkte.
Dr. Menz war ein wenig gekränkt, als ihr Oberarzt nicht auf ihre Flirt-versuche einging. Aber sie würde nicht aufgeben, irgendwann würde er schwach werden, da war sie sich sicher, nach dem, was sie von den jungen Schwestern im Krankenhaus gehört hatte.
Marc bereitete sich wortlos auf den Eingriff vor.

Gretchen und Gigi hatten sich lange unterhalten, und Gretchen hatte sich langsam wieder beruhigt und war mittlerweile so zuversichtlich, dass sie an einer Liebe zu Marc nicht mehr allzu sehr zweifelte.
„Gretchen und du schläfst jetzt erst mal eine Nacht drüber und dann unterhältst du dich mit ihm darüber, wenn er sich liebt, bin ich mir sicher, dass er dir verzeiht.“ machte Gigi der Freundin Mut.
„Ja, das werde ich tun. Ich muss mich bei ihm entschuldigen, ich habe einen Fehler gemacht! Ich hätte mich nicht so Hals über Kopf davon machen sollen!“ gab Gretchen zu.
„Geht doch, das ist die Richtige Einstellung!“ meinte Gigi fröhlich.
Zur Feier, dass Gretchen den Tiefpunkt bekämpft hatte, würden sie jetzt richtig schön Essen gehen.
„Was hältst du davon?“ fragte Gigi, nachdem sie das vorgeschlagen hatte.
„Warum nicht, ich kann ein wenig Ablenkung gebrauchen, außerdem kann ich nicht die ganze Zeit nur Schokolade essen!“ Sie blickte wehmütig auf die leer gegessene XXL-Tafel Schokolade.
Gigi musste lachen, so kannte sie ihre Freundin! Sie war sich sicher, dass jetzt alles gut werden würde.
„Gigi, ich hab da noch so eine Frage!“, meinte Gretchen, „Hast du eigentlich noch mal etwas von Medhi gehört?“
„Ja, es geht ihm besser, ich war heute Morgen schon kurz bei ihm, er war bei Bewusstsein! Die Medikamente haben scheinbar angeschlagen!“ erzählte Gigi erfreut, das Strahlen in ihren Augen war kaum zu übersehen.
„Gigi, das freut mich! Wie steht es eigentlich mit dir un Medhi?“ fragte Gretchen schelmisch weiter.
Nun war Gigi sich sicher, dass es Gretchen nicht allzu schlecht gehen konnte, wenn sie schon wieder in Kupplungslaune war.
„Gretchen, da ist nichts!“ versuchte sie sich rauszureden.
Aber Gretchen hatte das Strahlen in ihren Augen kaum übersehen.
„Gigi du kannst ruhig ehrlich zu mir sein!“ Gretchen spielte beleidigt.
„Ich weiß es auch nicht, wir haben ja eigentlich ausgemacht, dass wir nur Freunde sind, aber dann kam alles so anders!“ Gigi versuchte ein Lächeln.
„Und was heißt das jetzt?“ fragte Gretchen.
„Also vielleicht, bin ich ein gaaaaaanz kleines bisschen in ihn verliebt!“ gab Gigi schließlich seufzend zu.
Gretchen lächelte, hatte sie es sich doch gedacht, dass da was läuft!
„Aber Gretchen! Wehe du verkuppelst mich!“ warnte Gigi lachend.
Gretchen stimmte in ihr Lachen mit ein. Es wurde noch ein schöner Tag mit den beiden, das Essen in dem Sterne-Restaurant war ein reiner Erfolg und Gretchen hatte den Streit, den sie mit Marc hatte fast schon wieder vergessen.
Aber als sie Abends in ihrem Bett lag und sich wie gewöhnlich an Marc kuscheln wollte und niemand da war, fiel ihr der Streit am Morgen wieder ein. Es war eine kurze schmerzhafte Erinnerung, aber sie hatte sich vorgenommen morgen mit ihm darüber zu reden und dann würden sie sich wieder vertragen. Marc konnte ja (fast) gar nichts dafür, dass sie sich so unpassend verhalten hatte. Sie war sich sicher, dass er ihr verzeihen würde.

Olivia<3 Offline

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23.10.2011 14:36
#58 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey!
Hier ist der neue Teil! In den Ferien werde ich es öfter schaffen, was zu posten, deshalb der Teil auch schon heute!Ich hoffe es gefällt euch!
LIebe Grüße,
Olivia


Marc kam erst spät in der Nacht nach Hause, kurz bevor er hatte gehen wollen, kam noch ein Notfall rein.
Als er in die Wohnung trat, hatte er sich gewünscht, dass Gretchen da gewesen wäre und sich entschuldigen würde. Aber die Wohnung war gähnend leer. .Es saß niemand auf dem Sofa und schaute kitschige Soaps, niemand schrieb heimlich Tagebuch oder aß den Schokoladen-Vorrat auf. Enttäuscht ließ er sich auf die Couch fallen und schloss die Augen. In seinen Gedanken fiel ihm auf, dass er immer öfter an Gretchen dachte, nahezu immer. Er seufzte und stand auf, um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen.
Lustlos kam er zurück ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Es lief ein Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft, aber seine Gedanken wanderten immer wieder ab.
Es wäre wohl das beste gewesen, wenn er schlafen würde, aber irgendetwas hielt ihn wach. Er griff nach seinem Handy in der Hoffnung, dass sie ihm eine SMS geschrieben hätte, aber Fehlanzeige.
Sehnsüchtig blickte er auf das Foto, das sein Hintergrund war, Warum war sie jetzt nicht hier und hatte vor allem keine Nachricht hinterlassen? Marc begann sich Sorgen zu machen, wo war sie nur hin? Bei ihren Eltern war sie ganz bestimmt nicht, die hätten angerufen und ihn zur Schnecke gemacht, besonders Franz. Aber wo war sie sonst?
Er griff wieder nach seinem Handy und wollte sie anrufen:
„Dies ist die Mailbox von...“
Wütend warf er das Handy neben sich auf die Couch. Wieso war ihr Handy aus?
Mit dem Gedanken, dass er diesmal keine Schuld mit sich trug ging er schließlich ins Schlafzimmer und legte sich hin. Gedankenverloren ließ er sich den weichen Stoff ihres Schlafanzugs durch die Finger gleiten. Er atmete ihren Duft, der noch in den Kissen lag ein. Langsam schloss er sie Augen und glitt in einen unruhigen Schlaf.

Als Gretchen am nächsten Morgen aufstand und unter die Dusche ging fühlte sie sich einem Gespräch mit Marc gewachsen. Sie würde zwar arbeiten gehen müssen, aber sie würde schon eine Gelegenheit finden mit Marc über die Beziehungsprobleme zu reden. Mit guter Laune machte sie sich auf den Weg zur Arbeit. Gigi hatte sie schlafen gelassen, sie hatte so viel Stress in letzter Zeit gehabt, dass sie ihren Schlaf bestimmt bitter nötig hatte.
„Guten Morgen Sabine!“ meinte Gretchen fröhlich, als sie die Schwester auf dem Flur erblickte.
„Guten Morgen Frau Doktor! Wieso ist den der Dr. Meier noch nicht da?“ fragte die Schwester daraufhin.
Das wunderte Gretchen, Marc war doch was die Arbeit anging immer überpünktlich.
„Ich weiß es nicht...“ murmelte sie deshalb, ihre Energie war schlagartig verflogen.
„Ist mit Ihnen denn alles in Ordnung?“ fragte Sabine, um das Wohl ihrer beiden Lieblings-Ärzte besorgt.
„Sabine, das ist eine andere Geschichte! Ich muss dann jetzt auch weiter!“ wimmelte Gretchen die neugierige Sabine ab.
Sabine konnte ihr nur noch fragend hinterher blicken. Sie hatte das ungute Gefühl, dass da etwas los war.
Gretchen war währenddessen auf dem Weg zu ihrer Station, sie wollte wissen wo Marc war! Vielleicht war ja etwas passiert. Aber daran wagte sie gar nicht zu denken.

Als Marc außer Atem im Krankenhaus ankam, war er bereits eine viertel Stunde zu spät, aber hätte er ahnen können, dass sein Auto den Geist aufgibt?
Er hetzte die 20 Stufen in den ersten Stock hoch. Er hätte fast zwei Schwestern umgerannt, als er dann endlich auf der Station ankam.
„Sabine! Visite in 5 Minuten, ich muss mich noch umziehen!“ mit den Worten verschwand er auf den Weg in sein Büro. Gretchen, die auch im Stationszimmer gewartet hatte, wurde einfach übersehen.
„Marc!“ rief sie ihm hinterher, aber er hörte sie nicht mehr, oder wollte er sie nicht hören?
Um ein Haar hätte sie wieder angefangen zu weinen, aber ihr wurde noch rechtzeitig bewusst, dass er einen Grund hatte auf sie sauer zu sein.
Gretchen beschloss nicht aufzugeben. Sie lief ihm hinterher. Als sie vor seiner Bürotür stand klopfte sie zaghaft an.
„Herein!“ rief eine genervte Stimme von drinnen.
Schüchtern und mit gesenkten Kopf trat Gretchen ein.
„Gretchen?“ fragte Marc verwundert.
Gretchen schwieg eine Weile.
„Marc, es tut mir Leid!“ sagte sie schließlich.
„Das will ich auch hoffen!“ meckerte Marc und bereute es bereits nach dem Aussprechen.
Gretchen kamen wieder die Tränen.
„Marc, jetzt sei nicht wieder so gemein zu mir! Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe, aber ich konnte es mir auch nicht erklären!“
„Ist ja gut, aber du musst mich auch verstehen! Ich wollte dich den Abend zuvor nicht verletzten! Das war auch gemein von mir, aber dann hast du einfach so überreagiert!“
Er blickte sie mitleidig an.
„Ja, ich weiß, aber ich will mich doch jetzt entschuldigen, denn ohne dich ist es nicht halb so schön!“ murmelte sie verlegen.
„Gretchen, ich habe mir Sorgen gemacht, wo du warst, ich wusste nicht, ob es dir gut ging und dein Handy war auch aus! Was meinst du wie ich mich gefühlt habe?“ fragte er.
„Du hast dir Sorgen gemacht?“ fragte Gretchen verwundert.
„Ja, ob du es glaubst oder nicht, ich habe dich sogar vermisst!“ Marc hatte ihr längst verziehen.
„Das ist echt süß von dir!“ Sie kam ein Stück auf ihn zu und blickte ihm tief in die Augen.
„Ich bin nicht süß! Und das mit den Sorgen...“ beschwerte sich Marc auch schon gespielt.
„Marc, das ist doch gar nichts schlimmes! Du bist nicht schwach oder so, nur weil du dir Sorgen gemacht hast! Ich mag das!“ erklärte ihm Gretchen.
„Wenn du meinst! Und wegen vorgestern Abend, das tut mir Leid, ich werde versuchen das in den Griff zu bekommen, aber ich bin es nicht gewöhnt eine feste Bindung einzugehen! Verzeih mir!“ entschuldigte sich nun auch noch Marc.
„Das macht nichts, ich habe es einfach vergessen, dass du so deine Probleme hast!“
Sie besiegelte ihre Worte mit einem Kuss, „Verzeihst du mir also?“
„Ja, das werde ich! Aber nur, wenn du auch wieder bei mir einziehst!“ Er schmunzelte.
Gretchen lächelte ihn glücklich an, so hatte sie es sich vorgsestellt, jetzt war alles wieder gut.
„Herr Doktor die Visite!“ erinnerte Sabine Marc und Gretchen an den nervenzerrenden Alltag.

Olivia<3 Offline

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26.10.2011 09:55
#59 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Sorr, dass so lang nichts mehr kam, aber ich hatte Stress!
So viel Spaß mt dem neuen Teil!
OLivia


Gretchen war so glücklich, dass sie und Marc sich wieder vertragen hatten. Sie konnte sich kaum auf den Arbeitstag konzentrieren. Ihre anfänglich so gute Laune hatte sich zu einer Euphorie herangesteigert. Und das bekam auch Marc zu spüren:
„Hasenzahn, was ist den los mit dir? Du hüpfst ja rum, wie ein aufgeblasener Gummiball!“ meckerte Marc, als sie ihn bereits zum dritten mal auf die Füße trat.
„Marc! Nenn mich nicht Gummiball!“ beschwerte sich Gretchen gespielt. „Und ich hüpfe auch nicht rum, wie einer!“
Gretchen setzte wieder ihr seliges Grinsen auf und Marc wurde sofort weich in den Knien. So sehr er es auch immer wieder versuchte, er konnte es nicht abstellen.
Sie machten sich auf den Weg in die Cafeteria.
„Marc, warst du eigentlich mal bei Medhi?“ fragte Gretchen und biss in ihr Stück Schokokuchen.
Marc wischte ihr einen Krümel aus dem Mundwinkel, was bei Gretchen eine zarte Gänsehaut auslöste.
„Ja , er ist zwar immer noch sehr schwach, aber er konnte schon wieder sprechen!“ erklärte Marc.
„Meinst du, ich kann zu ihm gehen?“ fragte Gretchen, in ihren Augen spiegelte sich die Angst wieder, die sie um ihn gehabt hatte.
Marc versetzte dieser Blick einen kleinen Stich von Eifersucht. Aber er musste lernen, dass Gretchen so ziemlich für alles und jeden ein Herz hatte. Also auch für Medhi.
„Sicher kannst du, ich werde mit dir gehen!“ bot Marc sich an.
Gretchen war sofort begeistert, zum einen war sie wahnsinnig erleichtert, dass es Medhi wieder gut ging, zum anderen freute sie sich, ihn wieder zu sehen.

Sabine saß am Ende der Cafeteria und beobachtete gespannt ihre beiden Lieblingsärzte.
Heute Morgen hatte sie noch den Anschein gehabt, dass die beiden sich gestritten hatten, aber so sah das im Moment nicht für sie aus.
„Schwester Ingeborg, weißt, du was mit dem Herrn Doktor gestern los war, er war so gereizt, das kannte ich von ihm in letzte Zeit gar nicht so!“ flüsterte Sabine ihr zu.
„Stimmt, aber jetzt“, sie deutete auf den Tisch an dem Marc und Gretchen saßen, „Scheint es ihnen doch gut zu gehen.
Sabine erhaschte einen Blick auf Marc, der Gretchen zärtlich die Hand streichelte.
Sie nickte, wahrscheinlich hatte sie sich mal wieder um sonst Sorgen gemacht. Sie nahm sich vor, die Frau Doktor mal bei Gelegenheit darüber auszufragen.

Marc und Gretchen waren derweilen schon auf dem Weg zurück auf die Station, sie hatten noch eine OP zu machen.
„Herr Doktor Meier, Sie haben Besuch!“ empfing Sophie Menz das Pärchen, als sie das Stationszimmer betraten.
„Marc Olivier!“ hörte Marc die Stimme seiner Mutter schon aus dem Nebenzimmer.
„Mutter!“ sagte Marc weniger begeistert.
„Olivier, es geht zu Ende mit mir!“ beklagte sich Elke Fisher auch schon.
„Nenn mich nicht so!“ beschwerte sich Marc auch schon, „Was ist es diesmal?“
„Es sticht in meiner Seite, ich kann gar nicht richtig laufen!“ theatralisch fasste sie sich an die rechte Seite.
Marc verdrehte die Augen, wenigstens hatte er diesmal keinen Roman zu schreiben.
„Dann gucken wir doch mal, was es diesmal ist, Hasenzahn, mach einen Ultraschall!“ kommandierte Marc seine Freundin.
„Marc Olivier! Diese Frau ist doch gar kein richtiger Arzt! Sie mich nicht anrühren!“ beschwerte sich Elke auch schon.
Entgeistert guckte Gretchen zu Marc.
„Mutter! Stell dich nicht so an! Wir sind im Krankenhaus! Da wird gemacht, was ich sage!“ wies Marc seine Mutter zu Recht.
„Olivier!“ rief sie Marc noch hinterher, der sich aber wegen angeblich wichtigen Aktenkram schon aus dem Staub gemacht hatte.
„So Frau Fischer, wir machen dann jetzt mal einen Ultraschall, nicht?“ meinte Gretchen betont freundlich, diese Frau war echt ein Fall für sich.
Widerwillig folgte sie Gretchen in den Behandlunsraum.
„Frau Doktor, und Sie sind also die Freundin von meinem Sohn?“ fragte Elke auch schon skeptisch und musterte Gretchen von Kopf bis Fuß.
„Ja, genau.“ meinte Gretchen ein bisschen unsicher, „So jetzt einmal den Bauch frei machen!“
Elke tat wie ihr geheißen.
„Und was haben Sie für Absichten?“ fraget sie auch schon weiter.
„Bis jetzt ist da noch nichts geplant, warum?“
„Ich will bloß sicher gehen dass Sie es auch ernst mit meinem Sohn meinen!“ erklärte Elke, „Er ist noch nie eine feste Bindung eingegangen er hatte zwar viele Frauen, aber er hat sie nicht ernst genommen, und bei Ihnen ist da etwas anders!“
Gretchen war sichtlich überrascht, dass ausgerechnet Elke Fisher, die Bosheit in Person so etwas sagen konnte.
„Ja, ich meine es ernst mit ihm!“ erklärte Gretchen, als sie erblickte, was Elke so bedrückte, „Frau Fisher, es sieht ganz so aus, als hätten Sie Nierensteine!“
„Werde ich jetzt sterben? Ich habe aber doch noch gar kein Testament geschrieben! Suchen Sie meinen Sohn!!!“ Elke Fisher war in heller Aufregung.
„Frau Fisher, wir müssen nur operieren, es ist unwahrscheinlich, dass Sie dabei sterben,“ erklärte Gretchen.
„Rufen Sie trotzdem meinen Sohn! Er soll mich operieren und nicht so ein unerfahrener Arzt!“ verlangte Elke Fisher.
Gretchen machte sich auch schon auf den Weg um Marc zu suchen. Sie war immer noch etwas verwirrt darüber, was Elke Fisher ihr gesagt hatte.
„Marc, deine Mutter hat Nierensteine, und sie will dich sprechen außerdem scheint sich ihre Krankheit positiv auf das zentrale Menschenverständnis auszuüben!“ erklärte Gretchen und ließ sich erschöpft auf seinen Schoß fallen, „Diese Frau macht mich wahnsinnig!“
„Ach Gretchen, mich doch auch!“ Er drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Sie schmiegte sich an ihn. Selbst seine Mutter wusste also, dass Marc Ansichten für eine feste Beziehung hat und das freute sie, denn Elke Fisher war scheins sehr kritisch, was Frauen für ihren Sohn angeht.

Olivia<3 Offline

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05.11.2011 20:59
#60 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten


Sorry, dass so lange nichts mehr von mir kam, aber ich war im Urlaub und hatte wenig Zeit zum Schreiben.
Schade, dass es zu dem ketzten Teil nur einen Kommi gab, aber vielleicht kommen ja jetzt wieder mehr!
Viel Spaß bei dem neuen Teil!!!
Eure Olivia


Marc machte sich aber schließlich doch auf den Weg zu seiner Mutter, um ihr die Operation noch mal zu erklären.
„Wir lasern deine Nierensteine weg!“ erklärte Marc kurz.
„Lasern?“ Das Wort machte Elke Angst, aber sie vertraute ihrem Sohn voll und ganz. Sie wusste schließlich, wie kompetent er ist. Bei seiner Assistenz war er sich zwar nicht ganz so sicher, aber wenn Marc sie einsetzte würde es schon gut ausgehen.
Marc hatte derweilen mit seiner Erklärung und Diagnose fortgesetzt.
„Die OP wird morgen früh um halb elf sein.“ bemerkte er, „Wir werden dich über Nacht hier behalten!“
Elke seufzte, eigentlich wollte sie ihren neuen Dr. Rogelt Roman fortsetzten. Er musste noch Ende dieser Woche fertig werden und sie litt unter einer schrecklichen Schreibblockade. Eigentlich hatte sie ihre Zeit gebraucht.
„Olivier! Ruf mir meine Verlegerin hierher! Sie soll mir meine Sachen zum Schreiben bringen!“ befahl sie auch schon ihren Sohn.
Marc stöhnte, nicht schon wieder diese Schreib-Geschichte. Er ahnte schon, dass er wieder Korrektur lesen müsste. Aber er nickte.
Dann verließ er mit Gretchen im Schlepptau das Patientenzimmer.
„Sabine!“ rief er die Schwester zu sich, als er im Stationszimmer ankam, „Rufen Sie bitte die Verlegerin meiner Mutter an und richten Sie ihr aus, sie sollte bitte ins Krankenhaus kommen, mit den Sachen zum Schreiben! Ich brauch ne Pause!“ Er ließ sich auf den nächstbesten Stuhl fallen, Gespräche mit seiner Mutter waren immer noch Schikane für ihn.
Gretchen setzte sich zu ihm.
„So schlimm?“ fragte sie und blickte ihn mitleidig an.
Marc grinste schelmisch,
„Könnte ein bisschen Ablenkung gebrauchen!“
Gretchen verstand nicht.
Langsam wanderte Marcs Hand ihren Oberschenkel nach oben. Gretchen verdrehte die Augen.
Er blickte ihr in die Augen, bei diesen Augen wurde Gretchen immer schwach. Dieses Smaragdgrün brachte sie um den Verstand.
Sie schloss die Augen und ihre Lippen näherten sich den seinen. Marc erwiderte den Kuss mit einer Zärtlichkeit, die sie dahinschmelzen ließ. Die Außenwelt war unwichtig geworden. Es gab nur noch sie und Marc. Sie küsste ihm intensiver.
„Lass uns doch in mein Büro gehen!“ meinte Marc, und verwöhnte sie weiter mit seinem liebevollen Küssen.
Sie ließ sich von ihm in sein Büro ziehen. Verträumt und mit den Gedanken schon in seinem Büro lief sie eng an ihn geschmiegt durch die Gänge. Marc merkte, dass Gretchen sich voll und ganz ihm gewidmet hatte.
Endlich waren sie in seinem Büro angekommen. Schnell schloss Marc hinter ihnen die Tür. Er fing sie wieder mit seinem atemberaubenden Küssen und Gretchen genoss seine Nähe. Marc fuhr zärtlich durch ihr Haar und Gretchen raubte es den Verstand.
Sie zog Marc zu dem kleinen Sofa in seinem Büro. Sich immer noch eng umschlungen küssend fielen die beiden auf das weiche Sofa.
Marcs Hände wanderten unter ihrer Bluse immer weiter nach oben. Gretchen stöhnte leise auf. Marcs Streicheleinheiten waren für sie wie das Paradies. Langsam und mit zittrigen Fingern öffnete sie die Knöpfe seines weißen Hemdes und strich andächtig über seine muskulöse Brust.
Marc hatte Gretchen derweilen ihrer Bluse entledigt. Mit wohlwollenden Blicken betrachtete er ihren Busen um kurz darauf ihren gesamten Oberkörper mit seinem Küssen zu bedecken. Gretchen konnte gar nicht genug von Marcs Küssen und Streicheleien bekommen.
Mit zarten Bewegungen öffnete Marc den Verschluss ihres BH s und strich darauf sanft über ihre freigelegten Brüste. Gretchen genoss Marcs Zuneigung und strich immer wieder über seinen Rücken. Ihre Hände verharrten auf seinem knackigen Po und strichen zärtlich darüber.
Vorsichtig öffnete Marc den Verschluss ihrer Hose und versuchte diese herunter zu ziehen. Immer wieder küsste er sie leidenschaftlich.
Schließlich standen sie sich nur noch in Unterwäsche gegenüber. Gretchen war grade dabei Marc von seinem Shorts zu trennen als die Tür aufging.
„Frau Doktor Haase! Man sagte sie seien hier, ich bin wegen der Tumor...“ Frau Doktor Hassmann verschlug es die Sprache, als sie Gretchen und Marc halbnackt und in eindeutiger Position auf dem Sofa sah.
Es dauerte seinen Augenblick, bis sie anfing zu lachen.
Entgeistert hielt sich Gretchen ihre Bluse vor den nackten Oberkörper.
„Meier, die Tür hat einen Schlüssel, falls sie allein sein wollen ist abschließen ganz hilfreich! Man weiß ja, wie das in diesem Krankenhaus ist! DieTüren stehen eigentlich immer offen. Und Dr. Haase, sie sind ja doch nicht so spießig wie ich dachte!“
Dann machte sie sich wieder aus dem Staub.
„Was war das denn?“ fragte Gretchen, als Maria Hassmann außer Reichweite war.
„Das war die Hassmann in Verbindung mit einer offenen Tür und...“ Er blickte an sich und Gretchen herunter, „Uns!“ Er grinste frech und machte Anstalten sie wieder zu küssen., aber Gretchens Herz schlug immer noch bis zum Hals wegen dem Schrecken und das Gesicht hatte noch nicht wieder die übliche rosige Farbe angenommen vor Scham.
„Marc, lass das außerdem hättest du wirklich abschließen können!“ Seufzend ließ sie sich zurück auf das Sofa plumpsen.
„Gretchen...“ Er verdrehte gespielt die Augen, aber war es nicht diese Prüderie das, was sie unter anderen Aspekten so wahnsinnig sexy und interessant machte?
Er nahm sie in den Arm und strich ihr sanft durch das Haar. Jede Faser in Grecthens Körper stellte sich auf mehr Zärtlichkeiten ein, außer die Gehirnzellen, die sagten, dass Sex in Marcs Büro vielleicht nicht die beste Idee wäre.
„Marc, was mache ich denn jetzt? Wie stehe ich denn jetzt da? Was wird Frau Dr. Hassmann den anderen erzählen?“ Gretchen zappelte vor Aufregung, dass ihr das passieren musste!
„Hey, ganz ruhig! Darüber mache ich mir auch keine Sorgen!“ Er gab ihr einen Kuss.
Aber das besänftigte Gretchen nicht.
„Ja du! Dir macht so was ja nie was aus!“ meckerte sie auch sofort.
„Hasenzahn! Die Hassmann vögelt den Knechtelsdorfer doch auch immer und überall!“ meinte Marc schließlich.
„Ach ja! Du nennst unsere...unsere Beziehung also nur vögeln?! Du bist so was von unsensibel Marc Meier!“ keifte Grethen weiter.
„Jetzt mach aber mal einen Punkt! Du weißt ganz genau, dass das so nicht gemeint war!“ ging Marc darauf ein.
Gretchen merkte, dass sie wieder überreagiert hatte.
„Entschuldigung es tut mir Leid, aber ich fühle mich halt nicht so gut, wenn ich beim...ach du weißt schon...erwischt werde! Ich bin da halt anders als du!“ entschuldigte sie sich reumütig.
Marc lächelte.
„Na, wenn du meinst, dann schließe ich eben ab!“ Er stand auf und drehte den Schlüssel im Schloss um. Dann kam er zurück zu Gretchen.
Als er wieder bei ihr war, begann er sie zärtlich zu küssen, aber aus irgendeinem Grund war Gretchen die Lust auf Sex fürs erste vergangen.
„Marc lass das!“ wimmelte sie seine Versuche ab.
Gespielt beleidigt ließ er von ihr ab.
„Gerne heute Abend, aber vielleicht nicht mehr im Krankenhasu oder du schließt das nächste mal einfach sofort ab, in Ordnung?“ Gretchen sah ihn bittend an.
Marc nickte, das hieß also, dass Sex im Büro hinter verschlossener Tür erlaubt war. Ein Funke Hoffnung auf erotische Mittagspausen breitete sich in ihm aus.
„Okay, wir müssen dann jetzt auch zur Visite, bevor Sabine auch noch hier reinplatzt.“ Er stand auf und schlüpfte wieder in Hose und Hemd.
Als sie grade beide angezogen waren und Marc klopfte es auch schon an die Tür, Sabine!
„Herr Doktor warum haben sie denn abgeschlossen?“ fragte Sabine auch schon.
Gretchen stöhnte, jetzt blieb es also doch nicht ganz verborgen, Sabine würde bestimmt etwas merken. Schnell richtet sie ishc die Haare und knöpfte den letzten Knopf ihrer Bluse zu.
Marc ging schon zur Tür.
„Sabine, wir kommen!“ Mit einem dreckigen Grinsen öffnete er die Tür. Sie Haar sah immer noch aus, als wäre er in einen Orkan geraten.
Als er die Tür öffnete musterte Sabine ihn skeptisch von oben bis unten und runzelte die Stirn.
Gretchen und Marc folgten ihr dann schließlich zur Visite.

Olivia<3 Offline

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07.11.2011 17:38
#61 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So jetzt geht es auch schon weiter und heute wird mal ein bisschen operiert!
Ich hoffe es gefällt euch, viel Spaß beim Lesen!
Liebe grüße,
Olivia


Notgedrungen ließen Marc und Gretchen die Visite über sich ergehen, viel lieber hätten sie ihre Zeit anders verbracht. Später in der Cafeteria:
„Ach Frau Doktor Haase! Da sind Sie ja!“ kam Frau Dr. Hassmann auch schon auf den Tisch, an dem Gretchen und Marc saßen, zu.
Als Gretchen die Erinnerung an ihre letzte Begegnung wieder hochkamen, wurde sie automatisch rot, was Marc natürlich nicht unbemerkt blieb.
„Dr. Hassmann!“ erwiderte Gretchen mit dem Gesicht so rot wie eine Tomate.
„Dr. Haase, bei unserer letzten Begegnung waren sie ja beschäftigt, „Sie blickte von Gretchen zu Marc und setzte ein fieses Grinsen auf, „Ich wollte Sie noch mal wegen der Tumor-OP bei Herrn Talmann sprechen!“
Gretchen nickte.
„Die OP ist ja schon heute Nachmittag!“ Sie blickte auf die Uhr.
Gretchen erinnerte sich wieder an das Gespräch mit Maria Hassmann, sie hatte versprochen heute zu assistieren, da der Knechtelsdorfer die Prüfung wiederholen musste.
„Ja klar, wann denn genau?“ Sie blickte auf die Uhr, sie zeigte bereits drei Uhr.
„Um halb vier!“ meinte Dr. Hassmann auch schon.
„Okay!“ Gretchen nickte wieder, mittlerweile hatte ihr Gesicht wieder eine normale Farbe angenommen.
„Wir sehen uns dann im OP!“ verabschiedete sich Maria auch schon.
Gretchen sah ihr noch hinterher.
„Dann kannst du mir ja heute gar nicht bei dem Blinddarm assistieren!“ Marc spielte beleidigt.
„Ach Marc, das wirst du doch auch ohne mich noch schaffen!“ Sie grinste und streichelte seine Hand.
Marc konnte es nicht abstellen, aber ih fiel bei dieser sanften Bewegung ihrer zarten Hand das Herz in die Hose, eine angenehme Wärme breitete sich in der Herzgegend aus.
„Marc, ich muss dann auch mal los!“ meinte sie, „Ich will mich noch ein bisschen vorbereiten!“
Marc nickte und gab ihre Hand frei.
„Wir sehen uns dann nach der OP zur Abend-Visite, nicht?“ Er lächelte sie an.
Gretchen war schon aufgestanden, als Marc sie wehleidig ansah.
Sie kam zurück und gab ihm einen ausgiebigen Abschiedskuss.
„Schon besser!“ Er grinste wieder und ließ sie gehen.
Schnell machte sich Gretchen auf den Weg ins Stationszimmer, um sich noch mal die Aufzeichnungen zu der anstehenden OP anzusehen, schließlich wollte sie nichts falsch machen. Als sie durch ihre Unterlagen blätterte fiel ihr siedend heiß ein, dass die mündlichen Facharztprüfung übermorgen auch noch anstanden, sie beschloss sich morgen mit Marc ausgiebig darauf vorzubereiten.

Hinterher im OP mit Frau Dr. Hassmann:
„Haase, saugen!“, befahl Dr. Hassmann, „Was war das heute morgen eigentlich für eine Nummer mit dem Meier?“
Gretchen schoss die Farbe wieder ins Gesicht, aber das konnte man unter dem ausgiebigen Mundschutz zum Glück nicht allzu gut erkennen.
„Ach das...“, sie begann zu stottern.
„Jetzt seine sie doch nicht so spießig! Macht ihr das immer so?“ neckte Maria weiter.
„Ähmm, nein eigentlich, ähh...“ Sie seufzte, „Doch, manchmal..“ gab sie schließlich zu.
Maria zog skeptisch die Augenbrauen hoch, so hatte sie ihre sonst so spießige Kollegin nicht eingeschätzt.
„Und das mit euch ist quasi die ganz große Liebe?“ fragte sie weiter.
„Ach ich weiß nicht...“ murmelte Gretchen, „Irgendwie ja schon, aber andererseits auch wieder nicht. Das ist alles immer so kompliziert.“
„Sieht aber doch schon so aus, da haben Sie den Meier aber schon ziemlich gut hingekriegt, dass er das ganze auch öffentlich macht, nicht?“
Gretchen nickte, da hatte sie recht, nie hatte Marc zu seinem Liebschaften gestanden.
„Wollen Sie den Tumor entfernen?“ fragte Dr. Hassmann schließlich.
Gretchen war etwas überrascht, aber nickte dennoch.
„Ich weiß aber nicht, ob ich das kann!“ bezweifelte sie und nahm Maria das entsprechende Besteck ab.
„Machen Sie sich doch nicht immer so viele Sorgen!“ meinte Dr. Hassmann, „Außerdem kann ich jederzeit einspringen!“
Zwar mit etwas Aufregung entfernte Gretchen geschickt den Tumor.
„Sehr gut!“ lobte Dr. Hassmann auch schon, „Vielleicht werden Sie ja doch mal Neurochirurgin!“
„Nein, ich glaube ich bleib lieber in der allgemeinen Chirurgie!“ meinte Gretchen schüchtern.
„Ach ja, da haben Sie ihren Freund ja auch jeder Zeit um sich, nicht?“ Maria grinste.
„Mal ganz davon abgesehen!“ meinte Gretchen grinsend.

„Hey Marc!“ begrüßte Gretchen ihren Freund in seinem Büro, „Die OP war echt spannend! Ich durfte den Tumor ganz allein entfernen!“
Marc blickte von seinen Akten auf und ein Lächeln huschte über seine perfekten Lippen.
„Schön!“ freute er sich für seine Freundin
Gretchen setzte sich auf sein Sofa, sie war von der OP ganz geschafft. Das verstand Marc aber völlig falsch, er sah das als Einladung zu einer Ausgiebigen Knutscherei. Kaum hatte Gretchen sich versehen, saß ihr übereifriger Oberarzt auch schon neben ihr auf dem Sofa und verwöhnte sie mit seinen Küssen.
„Marc, lass das erst mal!“ Sie rutschte ein Stück von ihm weg, „Ich bin von der OP total geschafft.
Marc seufzte.
„Ach und bald sind auch schon die mündlichen Prüfung für meinen Facharzt!“ Gretchen verdrehte die Augen.
„Soll ich wieder mit dir Lernen?“ fragte Marc und lächelte sie an.
„Das würdest du wieder tun?“ Sie blickte ihn erfreut an.
„Ja, wenn ich dich dabei die ganze Zeit bei mir habe, bin ich für einiges bereit!“ Er machte wieder Anstalten sie zu küssen.
„Marc!“ tadelte sie ihn gespielt, sie fand dies nämlich auf der einen Seite wieder ziemlich romantisch.
Dann begann sie ihn zu küssen.
Was spricht denn schon dagegen? Nur ein bisschen küssen...
Das ließ sich Marc natürlich nicht zwei mal sagen. Mit einer Energie die nicht in Worte zu fassen ist, ging er auf ihre Küsse ein.
Sie küssten sich noch lange, bis es wieder an die Tür klopfte.
Wer ist denn das schon wieder?! Fragte sich Marc.
Notgedrungen stand er auf und ging auf die Tür zu, auf dem Weg richtete er noch schnell die durcheinander geratenen Haare.
„Marc Olivier!“ tönte es auch schon von draußen.
Marc seufzte, seine Mutter hatte ihm grade noch gefehlt.
„Mutter nenn mich nicht so!“ empfing er sie.
„Sie wollen mir verbieten Alkohol zu trinken! Wie soll ich denn dann an meinem neuen Roman weiter schreiben?“ begann sie sich auch schon zu beschweren und ging geradewegs in sein Büro.
Marc verdrehte sie Augen, das durfte doch nicht wahr sein!
„Mutter, du wirst morgen operiert! Natürlich darfst du dann keinen Alkohol trinken! Außerdem ist das Patienten generell nicht gestattet!“ erklärte Marc auch schon.
Aber seine Mutter hörte ihm schon gar nicht mehr zu, ihr Blick war der weilen auf Grecthen gefallen, die mit verzausten Haaren auf dem Sofa saß und fieberhaft damit beschäftlígt war, ihr verrutschtes Oberteil wieder zu richten.
„Olivier! Was hast du denn nun schon wieder angerichtet? Kannst du dich denn gar nicht beherrschen?“
„Was ist denn jetzt schon wieder los?“ fragte er verwundert.
Elke Fisher deutete auf Gretchen.
„Oh guten Tag, Frau Fisher!“ begrüßte diese in diesem Moment seine Mutter.
„Frau Haase! Guten Tag!“ begrüßte Elke sie etwas kühl.
„Mutter, sie heißt Gretchen!“ erklärte Marc, „Sie ist schließlich keine Fremde!“
Zwei gespannte Frauen-Augenpaare blickten Marc erstaunt an.
„Ist was?“ fragte Marc, als er ihre Blicke bemerkte.
Hat er mich grade so etwas wie als feste Freundin vorgestellt! Und er macht sich ncihts draus??? Bin kurz davor zu hyperventilieren.
„Nichts Marc, es wundert mich nur, dass du heute so offen bist.“ Gretchen lächelte ihn überglücklich an.
Marc zuckte mit den Achseln.
„Es ist auch besser, wenn du jetzt wieder gehst, bevor deine Pfleger noch hier aufkreuzen und dich suchen!“ meinte Marc so locker wie möglich.
Elke Fisher nickte.
„Aber das mit dem Alkoholverbot in diesem Krankenhaus sollte man echt mal abschaffen!“, Sie blickte erst zu Marc und dann zu Gretchen, „Sex scheint hier ja auch nicht verboten zu sein!“
Dann verschwand sie auch schon aus der Tür.
Ungläubig starrte Marc ihr hinterher.
„Diese Frau macht mich wahnsinnig!“ mit diesen Worten ließ er sich zu Gretchen aufs Sofa fallen. Gretchen lächelte ihn an.
„Marc, ich liebe dich!“ meinte sie plötzlich.
Marc war mit der Situation zwar etwas überfordert, aber er schaffte es dennoch zu antworten:
„Es scheint unwahrscheinlich, aber ich dich auch.“
Dann besiegelte er seine Worte mit einem atemberaubenden Kuss.

Olivia<3 Offline

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13.11.2011 18:40
#62 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Es tut mir leid, dass ihr in letzter Zeit nur so unregelmäßig etwas von mir zu lesen bekommt! Ihr wisst gar nicht wie sehr es mir Leid tut, aber ich kann es nicht ändern, die Schule ist stressig und und und...
Aber hier der neue Teil, ich hoffe ihr habt Spaß damit! Kommis sind auch immer erwünscht! Ihr wisst ja wo, ne?
Ganz liebe Grüße,
Olivia


Auch dieser Abend ging vorbei. Gigi war durchgehend im Krankenhaus um auf Medhi zu achten. Auch wenn sie in diesem Krankenhaus nichts zu sagen hatte, kommandierte sie ständig jemanden herum!
„Schwester! Bringen Sie ihm seine Medikamente!“
„Herr Doktor sein Zustand verschlechtert sich! Tun Sie doch etwas!“
Es war für die Belegschaft auf der Station nicht einfach unter Gigis ständigen Kommandos.
„Gigi, beruhige dich doch mal!“ meinte Medhi sanft, als sie schon wieder kurz davor war nach der Schwester zu rufen, „Es geht mir doch grade gut.“
Aber das ah Gigi anders.
„Medhi, du hättest schon vor einer Stunde deine Medikamente bekommen sollen! Auf dieser Station gibt es keine Organisation!“ beschwerte sich Gigi aber sofort.
„Gigi, jetzt ist aber gut! Ich bin mir sicher, dass bald jemand damit kommen wird!“ versuchte Medhi wieder sie zu beruhigen.
Gigi seufzte und ließ sich auf einen der Stühle fallen.
„Medhi, ich mach mir einfach Sorgen! Ich hätte schon viel früher merken sollen, dass es dir so schlecht geht!“ meinte Gigi Traurig.
„Gigi, du hast das Richtige getan, sonst wäre ich ja kaum noch am Leben, oder?“ meinte Medhi.
Gigi hatte immer noch Zweifel, sie hatte solch eine Angst um Medhi gehabt.
„Aber weißt du was?“ fragte Medhi, „Ich weiß jetzt, dass man sich auf dich echt gut verlassen kann.“ Er blickte ihr tief in die Augen.
Dieser tiefe. Liebevolle Blick löste in Gigi einen Knoten, von dem sie nicht wusste, dass er existiert hatte. Ihr Herz begann unkontrolliert zu schlagen und ihre Augen leuchteten vor Glück.
„Alles okay?“ riss Medhi sie aus ihren Gedanken.
„Was?“ Gigi schreckte hoch, „Klar...“ Dabei war es keineswegs in Ordnung. Sie musste mit Gretchen reden und das so schnell wie möglich.
„Du Medhi, ich muss dann auch mal weiter, bin echt müde und so!“ entschuldigte Gigi sich und verließ hastig das Zimmer.
Medhi war verwundert über die Reaktion seiner guten Freundin. Er beschloss den Vorfall zu vergessen und schloss die Augen, immer noch wurde er von seiner ständigen Müdigkeit kontrolliert.

„Gretchen! Warte!“ rife Gigi ihrer Freundin nach, die in Marcs Armen auf die Tür des Krankenhauses zusteuerte.
„Gigi! Was ist denn?“ fragte sie und löste sich aus Marcs Umklammerung.
Die Freundin kam näher. Gretchen sah, dass etwas nicht stimmte.
„Gretchen, wir müssen reden!“ meinte sie unter zusammen gebissenen Zähnen.
„Was hast du denn?“ fragte Gretchen, über die Freundin verwundert.
„Wenn der da weg ist!“ Sie deutet auf Marc, er sollte nicht auch noch mitbekommen was mit ihr los war.
Als Marc die Blicke der beiden Frauen sah, zuckte er unschuldig mit den Achseln und meinte:
„Klar, klar, Frauenkram, geht mich ja auch nichts an! Hasenzahn, ich warte im Wagen! Beeil dich bitte!“ Er warf ihr einen vielsagenden Blick zu.
Gretchen warf ihrem Freund eine Kusshand zu und wandet sich wieder zu Gigi.
„Was ist denn nun los, du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen!“ einte Gretchen besorgt.
„Glaub mir, das habe ich auch...“ murmelte Gigi, „Lass uns uns hinsetzten, nicht?“ fragte sie.
„Sicher, da drüben ist eine Bank!“ Sie deutet auf das leere Wartezimmer, um diese Uhrzeit war dort nicht viel los.
„Gretchen, es ist etwas schreckliches passiert!“ meinte Gigi, als sie saßen.
„Und zwar?“
„ich glaube, ich habe mich verliebt! Und zwar in den Falschen, denn er ist schon verliebt, und als Freundin...“
„Sag nicht, du hast dich in Marc verliebt!“ Gretchen sprang auf und sah ihre beste Freundin entgeistert an, „Das kann doch nicht wahr sein!!!“
Gretchens Welt war nahe daran zusammenzufallen, dabei war doch alles so perfekt gewesen! Sie war glücklich mit Marc, Medhi war wieder stabil gewesen und sie und Gigi hatten sich super verstanden und jetzt diese Hiobsbotschaft!
„Gretchen, nein doch nicht in Marc!“ versuchte Gigi Gretchen zu beschwichtigen.
„Nicht?“ fraget Gretchen verwundert und beruhigte sich langsam wieder.
„Nein, nicht in Marc, sondern in...“ Sie schluckte schwer, „Ich glaube, ich habe mich in Medhi verliebt!“
Das musste auch Gretchen erst mal verdauen, Gina Amsel, seit Schulzeiten ihre beste Freundin hatte sich ausgerechnet in Medhi, ihren Ex-Freund, der vermutlich immer noch an ihr hing, verliebt! Das konnte doch nicht wahr sein.
„Und du bist dir ganz sicher?“ hakte Gretchen noch mal nach.
„Hmm..“ Gigi nickte bedrückt.
„Ach Gigi, und jetzt?“ Gretchen konnte in diesem Fall der Freundin nicht helfen.
„Wie soll ich denn mit ihm umgehen, es ist nichts mehr wie zuvor!“ Gigi war drauf und dran zu verzweifeln.
„Versuch es dir nicht anmerken zu lassen, entweder merkt er es irgendwann von selbst, dass da mehr ist als nur Freundschaft, oder nicht, ich meine er kann ja nicht ewig an mir hängen!“ machte Gretchen der Freundin Mut.
„Meinst du?“ fragte sie.
„Da bin ich mir sicher, aber ich muss jetzt gehen, Marc wartet schon im Auto!“ Bei seinem Namen, zauberte sich ihr ein Lächeln auf das Gesicht.
Gigi nickte und begleitete die Freundin noch bis zur Tür.

„Was hatte die Brillenschlange denn diesmal?“ Fragte Marc, als Gretchen sich zu ihm ins Auto setzte.
„Ach ncihts besonderes, das übliche halt.
Marc zog die Augenbrauen hoch, aber was ging ihn eigentlich die Probleme der Brillenschlange an.
Er startete den Motor und fuhr los.
Gretchen blickte aus dem Fenster und hing ihren Gedanken nach:
Wieso ist Gigi in Medhi verliebt, klar, es war nur eine Frage der Zeit, aber überraschen tut mich dass trotzdem, da Medhi ja eindeutig meinte, er wolle nur Freundschaft mit Gigi. Hoffentlich verkraftet sie das, nicht, dass sie wieder so eine Depression bekommt, wie damals bei Jerome. Und was soll ich denn machen, dem Anschein nach, hängt Medhi immer noch an mir. Obwohl, vielleicht ist Medhi ja während seiner Krankheit auf die glorreiche Idee gekommen, dass er nicht mehr an mir hängt! Ja, da bin ich mir ganz sicher, das kann doch nicht ewig so weiter gehen, oder?
Gretchen seufzte.
„Alles okay?“ fragte Marc, der auf ihr Seufzen reagiert hatte.
„Hm?“, sie zuckte zusammen.
„Über was denkst du nach?“ fragte Marc besorgt, er war es gar nicht gewohnt, wenn Gretchen so wenig redete, sonst wen er mit ihr Auto fuhr wurde er immer gnadenlos zugetextet und sei es über des Nachbars Hund.
„Ach über alles und jeden!“ Sie wandte den Blick von ihm ab.
Marc seufzte, seine Freundin schien nicht in Plauderlaune zu sein.
Endlich waren sie angekommen.
Als Marc die Tür aufgeschlossen hatte, hatte Gretchen immer noch ncihts gesagt, er beschloss sie vorerst in Ruhe zu lassen, das würde sich Morgen schon wieder klären.
„Marc, hast du Schokolade im Haus?“ fragte Gretchen.
Schokolade, das ist kein gutes Zeichen, stellte Marc fest, wenn sie nach Schokolade verlangte, bedrückte sie immer etwas.
„Weiß nicht guck doch mal in der Schublade!“ meinte er und hing seine Jacke an den Haken. Müde ließ er sich aufs Sofa fallen. Gretchen kam mit einer Tafel Schokolade zurück ins Wohnzimmer und setzte sich zu Marc. Mit einem traurigen Blick biss sie in die Schokolade. Marc beschloss Gretchne über ihre Probleme auszufragen.
„Gretchen, meinst du ich würde nicht merken, dass estwas mit dir nicht stimmt?“ Er zog sie näher an sich.
„Marc...“
„Gretchen, jetzt rück mal raus mit der Sprache!“ Er gab ihr einen Kuss, „Ich plauder euer kleines Frauengeheimnis auch nicht aus.“
„Marc, das ist nicht witzig!“ beschwerte sich Gretchen und biss Wieder von der Schokolade ab.
Entschlossen nahm Marc ihr die Tafel ab und sah ihr tief in die Augen.
„Was hat die Brillenschlange angestellt?“
„Wenn du sie nicht mehr so nennst sag ichs dir!“ meinte sie und riss Marc die Schokolade aus der Hand.
Marc seufzte:
„Okay, was ist mit...Gina?“ fragte er genervt.
„Sie hat sich verliebt!“ verkündete Gretchen.
„Und deshalb machst du solch einen Aufstand?“ fragte Marc.
„Ich mach gra keinen Aufstand!“ beschwerte sich Gretchen auch schon.
„Tust du doch!“ verteidigte sich Marc, „In wen denn, das kann doch nicht so schlimm sein!“
„Doch, denn sie hat sich in Medhi verliebt!“ meinte Gretchen.
„Das ist doch schön, wenn Medhi unter der Haube ist, kann er mir keine Konkurrenz mehr machen!“ witzelte Marc.
„Mensch, du nimmst mich gar nicht ernst!“ Gretchen rückte ein Stück von ihm ab.
„Hasenzahn, weißt du was, wenn du dich nicht ständig in anderer Leuts Angelegenheiten einmischen würdest, müsstest du dir auch nicht so viele Sorgen machen! Komm, vielleicht kommt Gigi ja doch noch mal mit Medhi zusammen, sieh das doch mal positiv!“ erwiderte Marc.
Gretchen blickte ihn fragend an, sie machte sich also zu viele Sorgen um andere?

Olivia<3 Offline

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19.11.2011 17:45
#63 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey!
Ich habe mich sehr über eure Kommis gefreut und dass ihr mir noch schreibt, auch wenn ich so unzuverlässig bin!
Liebe Grüße,
Olivia


Nach einem langen Gespräch mit Marc über ihr Problem mit den Sorgen anderer Leute gingen die beiden Schlafen, denn sie mussten am nächsten Morgen früh raus.
Als Gretchen am nächsten Morgen aufwachte, schmerzte ihr Kopf und als sie sich aufsezte wurde ihr ein wenig schwarz vor den Augen. Erschöpft ließ sie sich zurück in die Kissen fallen. Ein Fehler, das bereitete ihr noch mehr Kopfschmerzen. Sie stupste Marc an, der noch selig vor sich hinschlummerte. Er reagierte nur mit einem Seufzen und drehte sich auf die andere Seite. Gretchen schüttelte den Kopf und rüttelte Marc sanft aus dem Schlaf.
„Was ist denn?“ fragte er und rieb sich die Augen, als er sie ansah murmelte er: „Alles in Ordnung mit dir, du siehst nicht gut aus!“ Er sah schon fast ein bisschen besorgt aus.
„Nein, Kopfschmerzen...“ murmelte Gretchen und seufzte. Sie legte sich wieder hin.
„Soll ich dir was bringen, Wasser oder so?“ Marc begann hektisch zu werden, dabei waren es doch nur Kopfschmerzen.
„Geht schon, ich glaub ich werd heut nicht ins Krankenhaus gehen...“ murmelte Gretchen.
Das versetzte Marc einen Stich, auch wenn es sich komisch anhörte, es hatte ihm immer Spaß gemacht mit Gretchen zu arbeiten, auch wenn er sie immer geärgert hatte.
Marc stand schließlich auf und wollte sich auf den Weg ins Bad machen:
„Wenn was ist, ruf mich, ja?“ meinte er.
Gretchen konnte über so viel Fürsorge nur lächeln. Sie schloss noch mal die Augen und sank zurück in einen Halbschlaf.
Sie wachte von dem Geruch Marcs Aftershave auf und schon spürte sie seine sanften Lippen auf ihrer Wange.
„Tschüss!“ sagte er und küsste sie noch mal auf die Wange. Gretchen lächelte, aber das konnte Marc nicht mehr sehen, er war schon auf dem Weg zur Tür.

Nachdem Gretchen noch bis halb zwölf mehr oder weniger geschlafen hatte, rappelte sie sich auf und blickte sich im Zimmer um. Dankbar stellte sie fest, dass Marc ihr doch ein Glas Wasser auf den Nachttisch gestellt hatte. Hastig begann sie zu trinken, sie fühlte sich wie halb verdurstet.
Nachdem sie etwas getrunken hatte ging es ihr schon besser, aber der Kopf schmerzte immer noch. Vorsichtig stand sie auf, nicht zu schnell, wegen der Kopfschmerzen, um in die Küche zu gehen. Erschöpft ließ sie sich auf einen Küchenstuhl fallen. Auf dem Tisch lag ein Zettel:
Hey!
Wenn du das liest geht es dir hoffentlich schon besser.
Im Küchenschrank liegen Kopfschmerztabletten. Wo Essen und Trinken ist, weißt du ja! ;)
Ich nehm mir heut früher frei, um dann so gegen vier zu Hause zu sein.
Kuss,
Marc

Gretchen lächelte und drückte den Zettel an ihre Brust, Marc konnte doch so süß sein.
Sie stand auf um sich die Tabletten aus dem Schrank zu holen und wenigstens ein bisschen etwas zu essen, so richtig Appetit hatte sie ja nicht. In der hintersten Ecke des Schrankes fand Gretchen noch einen Teebeutel, ihr schien das momentan genau das richtige zu sein.
Dann ging sie ins Bad, sie fragte sich ob Marc so etwas wie ein Fieberthermometer besaß, und wenn ja, wo?
Nachdem sie das gesamte Bad durchsucht hatte und keim Thermometer gefunden hatte, gab sie auf und ging zurück in die Küche um ihren Tee zu trinken.
Sie blickte auf die Uhr, es war erst zwülf Uhr, noch vier Stunden, dann würde Marc kommen. Obwohl es ihr nicht gut ging, wusste sie nicht, was sie jetzt tun sollte.
Gelangweilt zappte sie durch das öde Mittagsprogramm im Fernsehen. Es lief eh nichts spannendes.

Marc war im Krankenhaus sofort dem Professor in die Arme gelaufen. Der dachte sich bei Gretchens Abwesenheit auch sofort Schlimmstes.
„Meier, wo ist meine Tochter?!“ Als er das sagte fiel ihm aber sofort wieder ein, dass er sich doch eigentlich aus den Privatangelegenheiten heraus halten wollte.
Marc war etwas überfordert mit der Situatin, Professor Haase tat ja so, als hätte Marc jemanden umgebracht.
„Sie ist zu Hause, es geht ihr nicht so gut, sie hatte Kopfschmerzen!“ brachte Marc unter den fordernden Blicken des Professors hervor.
„Na, dann werde ich ihnen doch heute etwas früher frei geben, damit sie sich auch gut um meine Tochter kümmern können!“ meinte Franz Haase erfreut.
Marc nickte überrascht:
„Das wollte ich sie eh noch fragen!“
„Siehst du, aus ihnen wird doch noch mal ein richtiger Mann!“ meinte Franz und klopfte Marc freundschaftlich auf die Schulter. Dann verschwand der Chefarzt um die nächste Ecke.
Marc war fast erleichtert, dass er ihm nicht merh hatte erklären müssen.
Kaum war er im Schwesternzimmer um den Knechtelsdorfer zur Visite zu rufen, traf er auch noch auf Sabine:
„Guten Morgen Herr Doktor! Aber wo haben Sie denn die Frau Doktor gelassen, haben Sie sich etwa getrennt?“ fragte sie auch schon erschrocken.
„Meine Güte, Hasen... Gretchen hat nur Kopfschmerzen! Sie bleibt zu Hause, bis es ihr besser geht!“ meckerte Marc, die nervigen Fragen der Schwestern und der Angriff des Professors versetzten ihn noch mehr in schlechte Laune, reichte es nicht, dass er bei der Arbeit schon auf Gretchen verzichten müsse?
„Sabine, Knechtelsdorfer, Visite in zwei Minuten!“ Dann machte er sich auf den Weg in sein Büro.

Als Gretchen sich eine halbe Stunde durch schreckliche Vormittagssendungen gequält hatte stand sie auf und sah sich in der Wohnung um. Als sie aufstand stellte sie fest, dass die Kopfschmerztablette gewirkt hatte, ihr Kopf pochte nicht mehr ganz so sehr.
Während sie mit ihren Augen jedes Möbelstück betrachtete, fiel ihr auf, wie unordentlich es eigentlich in der Wohnung war. Marc und Gretchen waren viel im Krankenhaus, und wenn sie dann mal zu Hause waren, hatten sie immer etwas besseres zu tun gehabt, als aufzuräumen. Sie beschloss, jetzt wo sich die Kopfschmerzen in Grenzen hielten doch mal ein wenig Ordnung zu schaffen.
Sie begann mit dem Wohnzimmer, dort war das Ausmaß der „Katastrophe“ nicht ganz so schlimm.
Hier und da lag ein Kleidungstück von der letzten Runde Speedboat und dort lag ein Stapel Bücher, den Gretchen noch nicht ins Regal geräumt hatte. Sie betrachtete den Stapel genauer, es waren gar nicht nur Bücher, sondern auch einzelne Blätter und Fotos. Gretchen liebte es sich alte Fotos anzusehen. Sie nahm den Stapel mit aufs Sofa und warf die Bücher achtlos neben sich. Sie öffnete den ersten Umschlag voll Fotos. Aber leider waren sie nicht besonders alt, sondern nur knapp einen Monat jung. Es waren die Fotos von ihrem Urlaub auf Sylt.
Bei jedem Foto erinnerte sich Gretchen an die shcöne zeit auf Sylt. Dort waren sie und Marc vor dem Meer, im Starankorb und im Sand liegend. Sehnsüchtig blickte sie auf die Fotos. Sie blickte Marcs Gesicht an und sah dem Foto in die Augen. Es schien als wäre er glücklich, das Lächeln sah nicht aus, als wäre es gestellt gewesen. Das alles wirkte so echt. Und es kam ihr vor, als wäre es gestern erst passiert. Sie erinnerte sich an das Picknick auf dem Deich und ihr wurde sofort warm ums Herz. Es war einfach ein wunderschöne zeit gewesen. Sie durchwühlte weiter den Stapel und traf auf ein zusammengerolltes Blatt Tonpapier.
Vorsichtig öffnete sie die Schleife und rollte das Papier auseinander. Es war das Porträt von ihr und Marc von dem Künstler in Westerland.
Es ist eine schöne Erinnerung, stellte sie fest. Sie seufzte und legte die Rolle zur Seite. Sonst bot der Stapel nichts besonderes mehr. Sie widmete sich wieder den Fotos. Sie hatte noch nicht alles durchgesehen, nur ungefähr die Hälfte. Aber diese Hälfte hatte schon gereicht um ihr zu zeigen, wie sehr sie Marc liebte.

Nach der Visite wollte Marc noch mal bei Medhi vorbei sehen, es ging ihm zwar schon besser und er war nicht mehr auf der Intensivstation, aber er machte auf Marc immer noch einen schwachen Eindruck.
„Hey! Meier! Wie geht es Gretchen?“ empfing ihn Medhi.
„Sie ist ein wenig erkältet, aber sonst geht es ihr gut! Und dir? Jetzt wo du nicht mehr auf der Intensiv bist?“ Marc setzte sich zu ihm ans Bett.
„Besser, das Medikament scheint gut angeschlagen zu haben, ich kann jetzt schon 5 Stunden am Stück wach bleiben ohne müde zu sein!“ Medhi lachte schwach.
„Und wie war es in Afrika? Wo du krank warst bin ich gar nich dazu gekommen, dich zu fragen!“ Marc lächelte, es tat gut zu wissen, dass es Medhi wieder besser ging.
„Es war schön, anstrengend, denn die Umstande in dem kleinen Dorf waren sehr schlecht und die medizinische Ausstattung kompliziert, aber es war echt eine toller Erfahrung!“ Medhi begann zu erzählen. Er erzählte von schwierigen geburten mit fehlendem Besteck und Gigis nicht gelungener Transplantation. Er erzählte von der Hitze und von Gigi:
„Sie ist schon eine tolle Ärztin. Erst dachte ich sie wäre in mich verliebt und sie war ja auch so anhänglich, aber dann hat sie das Gegenteil behauptet und ich hab ihr geglaubt! Sie hat mich aufgeheitert, als es mir wegen Gretchen und dir schlecht ging. Und sie hat mich nach Deutschland gebracht!“ Er lächelte versonnen.
Marc stutze, Medhi hatte also auch schon den Verdacht gehabt, dass Gigi in ihn verliebt wäre. Marc hatte nicht nur den Verdacht. Er wusste es!
Er seufzte, er beschloss dem Freund davon nichts zu erzählen, dass sollte Gigi dann schon selbst machen. Marc fiel auf, wie viel Medhi über Gigi geredet hatte und wie viel davon positiv gewesen war. Ob sich da nicht doch etwas gegenseitiges anbahnte?

Olivia<3 Offline

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21.11.2011 13:16
#64 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Trotz des Kommentarmangels geht es heute weiter!
Viel Spaß beim lesen!
Und wenn ihr Lust habt könnt ihr doch mal einen Kommi hinterlassen! Darüber freue ich mich garantiert IMMER!
Liebe Grüße,
Olivia


Endlich hatte Marc die Visite hinter sich. Er machte sich auf den Weg in sein Büro, um sich umzuziehen.
Auf dem Weg zum Ausgang begegnete er Sabine.
„Herr Doktor, könnten Sie der Frau Doktor gute Besserung von mir ausrichten?“ fragte sie vorsichtig.
Innerlich verdrehte Marc die Augen.
„Ja mit Sicherheit wird sie sich freuen!“ meinte Marc sarkastisch.
Dann verschwand er aus der Tür. Es war kalt geworden. Als Marc den Parplatz betrat fröstelte er. Mit kalten Fingern öffnete er das Auto und stieg ein. Schnell fuhr er durch die Straßen. Es war bereits nach vier. Die Visite hatte etwas länger gedauert, da es einen kleinen Notfall gab, er war sich sicher, dass Gretchen ihm das verzeihen würde. Als er an sie dachte musste er unwillkürlich lächeln.

Gretchen hatte sich irgendwann wieder ins Bett gelegt, da die Kopfschmerzen wieder stärker geworden waren und sie müde geworden war. Die Fotos und das Porträt hatte sie neben sich auf den Nachttisch gelegt. Sie wurde davon wach, dass jemand den Schlüssel im Schloss umdrehte. Sie lächelte, das konnte niemand anderes als Marc sein.
„Hasenzahn! Ich bin wieder da!“ rief er und hing seine Jacke an die Garderobe. Gretchen hörte, wie er den Schlüssel auf die Anrichte fallen ließ.
„Marc! Ich bin im Schlafzimmer!“ meinte Gretchen.
Nachdem Marc seine Schuhe ausgezogen hatte kam er zu ihr und setzte sich aufs Bett.
Gretchen lächelte als sie ihn sah. Vorsichtig drückte er ihr einen Kuss auf die Wange.
„Hey...“ begrüßte er sie noch mal.
„Und wie war es auf der Arbeit?“ fragte Gretchen ihren Freund.
„Wie immer, Knechtelsdorfer katastrophal, Menz heute auf der Neuro und der Professor außergewöhnlich nett.“ gab er kurz die Information.
Gretchen lächelte.
„Was hat mein Vater denn gemacht, dass er so nett war?“ fragte Gretchen interessiert.
„Er hat mir ohne großes Bitten früher frei gegeben und dann hat er auch noch meine OPs abgenommen.“
„Das ist süß...“ meinte Gretchen.
„Was?“ fragte Marc.
„Dass du dir extra frei genommen hast und auf OPs verzichtet hast.“ erklärte sie ihm.
Marc wurde rot, so sollte das ganze nicht rüberkommen.
„Ähmm...Ja...“ stotterte er.
„Hast du deine Mutter operiert?“ fragte Gretchen weiter.
„Nein, das hat der Professor heute Morgen übernommen, sie hielt das aber für keine gute Idee, du weißt ja, wie sie ist...“ Marc verdrehte sie Augen.
Gretchen nickte, es überraschte ihn, dass Marc sogar nervige Fragen dafür in Kauf genommen hatte früher bei ihr zu sein.
“Und wie ist es dir so ergangen?“ fragte er.
„Ach nachdem die Kopfschmerzen etwas besser waren, habe ich ein bisschen aufgeräumt...Und weißt du was ich gefunden habe?“ Sie langte mit der rechten Hand nach den Fotos auf dem Nachttisch. Sie drückte ihm den Stapel in die Hand.
„Vom Urlaub?“ fragte er.
Sie nickte.
Er setzte sich ganz zu ihr aufs Bett und legte einen Arm um sie. Dann nahm er den ersten Stapel in die Hand und begann sich die Fotos anzusehen. Er musste lächeln, es war doch eine schöne Zeit gewesen, auf Sylt.
„Guck mal, da war war unser Lieblingsstrandkorb!“ Gretchen deutete auf ein Foto, auf dem sie eng umschlungen m Strandkorb saßen. Marc nickte und fuhr sanft mit dem Finger über das Foto.
„Und hier,“ sagte er, „Da bist du fast ins Wasser gefallen!“ Er lachte und zeigte ihr das Foto.
Gretchen erinnerte sich. Marc hatte sie grade noch festhalten können.
Sie kuschelte sich enger an ihn. So saßen sie eine ganze Weile dort und guckten sich die Urlaubsfotos an.
Schließlich zeigte ihm Gretchen noch das Porträt von dem Maler in Westerland.
Marc grinste, er erinnerte sich noch genau an diesen Tag, sie waren einkaufen gewesen und er hatte ihr ein Kleid geschenkt.
Gretchen gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Es war die schönste Zeit in meinem Leben!“ säuselte sie ihm ins Ohr.
Marc nickte nur, so sehr war er in seinen Erinnerungen vertieft.
Sie blieben noch eine Weile einfach so sitzen, und hingen ihren eigenen Gedanken nach.
„Du Marc, könntest du mir eventuell noch was zu trinken holen?“ fragte sie plötzlich und durchbrach damit die harmonische Stille.
Marc seufzte und stand auf.
„Klar, kommt sofort!“ Er lächelte sie an und verschwand in der Küche.
Er brachte Gretchen das Wasser und fragte ob sie etwas Essen wolle.
„Weiß...nicht, ich hab heut Nachmittag versucht Nudeln zu kochen, aber die sind angebrannt und du kannst ja auch nicht kochen...“ gab sie zu.
Marc grinste, es war ein Wunder, dass sie nicht die ganze Wohnung in Brand gesetzt hatte, bei ihrem Versuch zu kochen, aber er selbst konnte auch nicht wirklich kochen.
„Wofür gibt’s denn den Pizzalieferant, der liefert doch bestimmt auch Nudeln!“ Er griff nach dem Telefon.
Zwanzig Minuten später konnte Marc dem Pizzalieferanten öffnen, er selbst hatte sich eine Pizza bestellt.
„Du brauchst nicht aufstehen!“ meinte Marc, „Ich komm gleich!“
Er brachte das Bestellte in die Küche und füllte Nudeln und Pizza auf zwei Teller.
Er begegnete in der Spüle den Überresten der verbrannten Nudeln. Er lächelte. Dann wusch er schmutziges Geschirr mit kaltem Wasser ab und stellte alles auf ein Tablett, was er auch erst unter dreckigem Geschirr hervorholen musste.
Hatte Gretchen denn nicht aufgeräumt?!
Dann brachte er alles ins Schlafzimmer und stellte das Tablett neben Gretchen aufs Bett. Er selbst setzte sich neben sie.
„Marc, das ist echt süß von dir, das wäre doch nicht nötig gewesen!“ meinte sie und wurde rot.
„Ich will doch, dass du schnell wieder gesund wirst, mit menz und Knechtelsdorfer ist eine normale OP schier unmöglich!“ gab Marc daraufhin zurück.
Gretchen glaubte ihm kein Wort, sie war sich sicher, dass das nicht der einzige Grund war, warum er ihr das Essen ans Bett gebracht hatte. Es machte ihm doch bestimmt auch Spaß sie zu verwöhnen...

Olivia<3 Offline

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23.11.2011 21:12
#65 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Sooooo, wiel heute Mittwoch ist und ich so gute Laune habe, bibt es schon wieder einen Teil!
Viel Spaß...
Aber vergesst die Kommis bitte nicht!
Viel Freude am Mittwoch Abend noch,
Olivia


Der Abend verlief ruhig. Gretchen und Marc gingen früh ins Bett, damit Gretchen genug Schlaf bekäme, schließlich war sie ja gesundheitlich leicht angeschlagen!
Gretchen war schlief bereits tief und fest, aber irgendetwas hinderte Marc daran einzuschlafen.
Vorsichtig, damit er Gretchen nicht wecken würde, drehte er sich von der einen Seite auf die andere, aber seine Augen wollten nicht zu fallen. Er versuchte es mit Zählen, auch wenn er sich dabei kindisch vorkam.
Gegen halb eins lag er immer noch hellwach im Bett, neben sich Gretchen, die sich sanft an ihn gekuschelt hatte. Eigentlich hatte er ein Glas Wasser trinken wollen und das Bedürfnis auf die Toilette zu gehen quälte ihn bereits seit gefühlten zwei Stunden, aber wenn er jetzt aufstehen würde, würde er sie wecken und das wollte er nicht riskieren. Er wollte, dass sie gut schlief, aber er wollte auch ihren Fragen entgehen, da er sie mit Sicherheit nicht beantworten könnte.
Er seufzte leise und ging seinen Gedanken nach. Anfangs dachte er über unwichtige Dinge nach, wie die nächste anstehende OP morgen, aber er dachte immer mehr an Gretchen und seine Beziehung. Und je mehr er daran dachte, desto mehr dachte er so etwas:
Wie konnte das nur passieren? Dass Gretchen mir so wichtig wird? Was habe ich falsch gemacht? Oder viel mehr, was habe ich ÜBERHAUPT gemacht, dass ich weiche Knie kriege, sobald ich sie sehen! Ich selbst bin nicht auf die Idee gekommen, dass es mal so um mich stehen wird, nie hätte ich gedacht, dass mir eine Frau auf diese unverschämte Weise den Verstand rauben könnte. Meier, du denkst wie ein verknallter Dorfdepp! Und ich glaub es kommt noch schlimmer, ich BIN ein verknallter Dorfdepp, so unwirklich das auch klingen mag! Ich, Marc Meier sehe ein, dass ich mich wie ein verknallter Dorfdepp verhalte, Korrektur, ich bin einer!
Er seufzte, so konnte das doch nicht weiter gehen!
Das muss aufhören! Ich will doch kein Weichei sein!
Langsam fiel ihm auf, wie oft er schon darauf angesprochen wurde, und wie oft er von Kollegen als Weichei bezeichnet wurde. Er erinnerte sich an Szenen mit Gabi und stichelnde Bemerkungen von Frau Doktor Hassmann.
Vielleicht haben sie Recht, wie oft haben sie mich auf Gretchen angesprochen? Und wie oft haben sie gestichelt! Wie oft hat der Professor an mir gezweifelt, das habe ich doch mitgekriegt, wie oft er Gretchen eingeimpft hat, dass ich nicht der Richtige sei? Ich meine, das wird ja auch irgendeinen Grund haben nicht?
Meier, du hast es wieder versaut! Sie hängt an dir und du wirst sie nur wieder verletzten! Er war sich sicher, dass das nicht in seinem Interesse lag!
Ich will mich nicht verändern! Und vor allem will ich mich nicht verstellen und ich glaube, dass ich mich verstelle, um Gretchen das zu geben, was sie will! Aber das bin doch nicht ich! Wo ist der Marc Meier, der seine Assistenz zur Schnecke machte? Wo ist der, dem die Karriere wichtiger ist, als alles andere? Wo ist der verantwortungsvolle, selbstbewusste Oberarzt? Und vor allem, wo ist der Marc, der jeder Art von Stress verdrängt und seine eigene Schutzmauer hat? Die durch Gretchen bedrohlich ins Schwanken geraten ist!
Ich steigere mich in die Sache mit Gretchen nur maßlos hinein und das ist nicht gut...

Sein Herz schlug immer schneller. Er war nahe einer Verzweiflung. Er musste jetzt sofort aufstehen und eine Zigarette rauchen, sonst würde er explodieren.
Vorsichtig, ohne Gretchen aufzuwecken, schob er die Decke beiseite und stand vorsichtig auf. Leise schlich er zur Tür und machte diese sorgsam hinter sich zu. Dann holte er sich seine Zigaretten und ging auf den Balkon. Die kalte Nachtluft, die ihm entgegenschlug beruhigte ihn ein wenig, aber er war immer noch geladen! Er war wütend auf sich selbst, dass er sie an sich herangelassen hatte und sie ihn verführt hatte! Und was hatte er davon? Ein paar blöde Sprüche von Kollegen, vielleicht! Aber er war nicht mehr er selbst und das setzte ihm zu.
Er musste raus hier, auch wenn es nur eine Stunde wäre! Er hielt es nicht mehr aus in der Wohnung! Er konnte ihre Nähe nicht ertragen, denn er wusste, dass sie ihm nicht gut tat.
Er holte sich eine Hose, ein T-Shirt und eine Jacke, schnappte sich die Autoschlüssel und war schon auf dem Weg ins Treppenhaus. Leise schloss er hinter sich die Tür, immer zwei Stufen auf einmal rannte er die Treppe hinunter und rannte auf seinen Wagen zu. Erst als er am Steuer saß, holte er wieder Luft. Er startete den Motor. Das vertraute Geräusch beruhigte ihn. Leise glitt er durch die nächtlich kaum befahrenen Straßen. Er musste seinen Frust ablassen! Er fuhr rastlos durch die Straßen. Er drehte das Radio auf, die Musik ließ ihn die Außenwelt vergessen. Er fuhr orientierungslos durch die Straßen und achtete auf keinerlei Verkehrshinweise...

Gretchen schlief immer noch tief und fest, als Marc Handy zu bimmeln begann. Sie schreckte hoch und ihr erster Reflex war es mit der linken Hand nach Marc zu tasten, aber diesmal griff sie ins Leere. Sie zuckte zusammen und blickte sie verängstigt um:
„Marc!“ rief sie.
Aber es kam keine Antwort. Sie stand hektisch auf, der Kopfschmerz pochte ihr hinter den Schläfen. Sie schaltete das Licht an, aber sie konnte Marc nicht erblicken. Sie suchte ihn überall, aber er war nicht da. Dass sein Handy geklingelt hatte, hatte sie total vergessen. Völlig aufgelöst ließ sie sich auf das Sofa fallen, die Tränen strömten ihr über die Wangen! Marc war einfach gegangen, er hatte nicht mal eine Nachricht hinterlassen.
Sie schniefte, sie wusste nicht, was sie jetzt tun sollte.
Also blieb sie einfach sitzen und machte gar nichts außer weinen, sie weinte und weinte. Aber sie traute sich nicht zu rühren. Sie ignorierte das laute Klingeln Marcs Handys und auch das ihres eigenen, was ungefähr eine halbe Stunde später anfing seine Melodie zu spielen. All das hatte Gretchen von sich ausgeschlossen. Sie war ganz allein, sie und ihre Tränen.

Marc hatte sich immer noch nicht beruhigt. Er hatte irgendwann angefangen zu fluchen:
„Du verdammtes Arschloch!“
„Weichei, Meier du bist ein Weichei!“
„Wie konntest du nur!“
Bis er irgendwann nicht mehr wusste, was er vor sich hin fluchte, immer das gleiche.
Als ein Auto ihm bei seiner Höllenfahrt in den Weg kam drückte er geräuschvoll auf die Hupe und wich aus. Er beschimpfte den Fahrer und widmete sich wieder seiner Fahrt.
Er war noch nie so verzweifelt gewesen! Und es kam so plötzlich, grade noch war alles in Ordnung gewesen und dann fing er an über die ganze Situation nachzudenken, das war ein Fehler gewesen, er begann sich wieder Vorwürfe zu machen:
„Hätte ich am Tag zuvor weniger geschlafen, wäre ich grade eben müde gewesen und hätte besser einschlafen können! Und dann hätte ich nicht NACHGEDACHT!“
Er übersah wieder eine rote Ampel und fuhr mit Tempo 100 über die Kreuzung.
Er sah etwas auf sich zu kommen, er riss das Lenkrad nach rechts, aber es war bereits zu spät. Er sah das schwarze Auto in Zeitlupe auf sich zukommen. Er setzte an zum Schrei, aber da war es schon passiert. Es gab einen Ruck und dann wurde er bewusstlos...

Wie sagt man so schön, wenn man stirbt sieht man das ganze Leben noch mal an sich vorbeiziehen?
Marc sah nicht sein ganzes Leben, er sah einen Mann, der ihm nur allzu bekannt vorkam, er erkannte, dass er es selbst war.
„Warum hast du das getan?“ fragte er. Die Gesichtszüge dieses Mannes waren weich und entspannt.
„Du hast die richtige Entscheidung getroffen!“ eine zweite Person mischte sich in das Gespräch ein, zu seinem Erschrecken erkannte Marc, dass er es wieder selbst war, im Arztkittel, mit angespannter Gesichtsmuskulatur und einer Sorgenfalte auf der Stirn.
Marc versuchte zu sagen, dass er überhaupt keine Entscheidung getroffen hatte, aber es war als hielte man ihm den Mund zu.
„Warum bist du gegangen? Du warst zum ersten mal glücklich in deinem Leben!“ beschwerte sich der Marc, der seine Jogginghose trug.
„Pah, du warst nicht glücklich, du hast dich verstellt. Du warst doch nicht du selbst! Ein Marc Meier verhält sich nicht wie ein Weichei!“ Dr. Meier lehnte sich lässig an die weiße Wand.
„Dir ist klar, dass du grade dabei bist zu sterben?“ meinte Jogginghosen-Marc und zeigte auf eine offene Tür, die immer näher kam.
Marc sträubte sich, er wollte nicht sterben, wie kam er überhaupt hier her? Er blickte sich hektisch um, die Wände schienen immer näher zu kommen und seine beiden Zwillinge betrachteten ihn nur mit Missbilligung.
Aber die Tür kam immer näher und Marc konnte sich nicht von der Stelle rühren. Er sah nur die Tür, die Wände kamen näher, seine Zwillinge waren verschwunden. Er wusste, dass es nun vorüber mit ihm war.

Den Teil habe ich allerdings schon mal überfliegen lassen! Also an dieser Stelle noch mal ein dickes Danke an Loco/Lena, die sich bereitwillig dafür bereit erklärt hat, das alles zu überfliegen!

Olivia<3 Offline

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27.11.2011 11:57
#66 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Er stand kurz vor der Tür, als er ein Zucken in seiner Brust vernahm, es war ganz schwach. Aber als es zurückkehrte war es härter denn je, es war als schicke man einen Stromstoß durch seinen Körper. Es erinnerte sie an alte Hinrichtungsmethoden in Amerika. Folterte man ihn etwa?
Und dann kam der nächste Stromstoß, er zuckte zusammen und sank auf die Knie.
Plötzlich befand er sich gar nicht mehr in dem immer enger werdenden Raum mit der Tür, er lag plötzlich auf kaltem Boden und überall um ihn herum waren Menschen. Sie beugten sich über ihn und schrien sich hastig Befehle zu. In seinem Mund schmeckte er Blut.
Was war passiert? Er konnte sich nicht erinnern. Er versuchte mit aller Kraft seine Augen offen zu halten, aber sie fielen ihm immer wieder zu. Schließlich gab er der Müdigkeit nach, sofort fielen seine Augen zu und er verlor wieder das Bewusstsein.

Lange Zeit war Gretchen nicht ans Telefon gegangen, sondern hatte einfach nur da gesessen und hatte die Wand angestarrt, bis es dann Sturm schellte.
Sie zuckte bei dem plötzlichen lauten Geräusch zusammen und schnellte hoch. Sollte sie öffnen?
Sie stand auf und ging abwesend zur Tür. Als sie öffnete glomm ein Funke Hoffnung auf, dass es Marc sein würde, der aus irgendeinem Grund das Haus verlassen hatte.
Aber es war nicht Marc.
„Kälbchen! Warum gehst du denn nicht ans Telefon?“ regte sich ihr Vater auf.
„Papa, was machst du hier? Es ist mitten in der Nacht!“ fragte sie.
„Es ist etwas schreckliches passiert!“ meinte Franz Haase traurig.
Gretchen schreckte hoch.
„Was denn?“ fragte sie hastig.
„Marc ist...Er war...Ein Unfall...“ setzte der Professor an.
„Tot? Ist er tot?!“ Gretchen brach in Tränen aus, das konnte doch nicht wahr sein!
„Kälbchen, nein, er ist „nur“ schwer verletzt! Du solltest dich auf das Schlimmste gefasst machen!“ deutete er an.
„Papa, ich muss zu ihm!“ schrie Gretchen und schlüpfte in Jacke und Schuhe. Sie griff schon nach dem Schlüssel.
„Margarete, ich glaube nicht, dass es eine gute Idee...“ Aber Gretchen war schon ausd er Tür verschwunden. Und polterte die Treppen hinunter.
„Papa! Kommst du endlich! Ich kann doch nicht alleine los.“ befahl sie ihm.
Franz Haase seufzte, wohl oder übel musste er ihr folgen.
Die Fahr verlief unruhig.
„Papa fahr doch schneller! So kommen wir ja nie an!“ Gretchen rutschte hektisch auf ihrem Sitz herum.
Ihr Vater drückte noch ein wenig aufs Gas.
„Noch schneller darf ich nicht fahren!“ verteidigte sich Franz.
Gretchen stöhnte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen sie im Krankenhaus an. Gretchen sprang noch halb im Fahren aus dem Auto und rannte auf den Eingang zu, dass ihr Kopf bei jeder Bewegung schmerzte ignorierte sie.
Sie hetzte die Treppen hoch.
„Wo ist Dr. Meier?“ fragte sie Gordon, der auf dem Weg zurück in den Rettungswagen war.
„Schockraum 4!“ meinte Gordon und verschwand wieder.
Gretchen nahm die Beine in die Hand und machte sich auf den Weg zu den Schockräumen.
Die Tür von Schockraum 4 stand offen und postwendend gingen Ärzte und Notfallsanitäter ein und aus. Gretchen ging auf den Raum zu. Sie drängelte sich an Schwester Stefanie vorbei und erhaschte einen Blick auf Marc.
Er hatte die Augen geschlossen, überall war Blut. Gretchen erschrak.
Dann wurde sie von einen Assistenzarzt angerempelte, der mit einem Defibrillator in den Raum drängelte.
„Aufladen auf 200!“ befahl der Unfallchirurg Dr. Schneider, „Alle weg!“
Gretchen sah alles in Zeitlupe, Ärzte die von dem Tisch zur Seite gingen, Marcs Körper, der von dem Stromstoß erschüttert wurde.
Das EKG, das immer noch Kammerflimmern anzeigte.
Gretchen rannte auf den Tisch zu.
„Marc komm zurück!“ schrie sie.
Sie spürte, wie zwei starke Hände sie packten und von dem Tisch zurückzogen. Sie wehrte sich nicht, dafür war sie zu schwach.
Tränen strömten ihr über das Gesicht. Ihr wurde schwarz vor den Augen, dann verlor auch sie das Bewusstsein.

Marc wusste nicht, wie ihm geschah, er spürte die Stromschläge, die man ihm verpasste härter denn je. Er versuchte die Augen zu öffnen, aber seine versuche scheiterten. Aber er wollte nicht sterben, das war klar.
Als ein letzter Stromstoß durch seinen Körper fuhr schaffte er es die Augen zu öffnen.

Die Ärzte hörten die Maschine wieder normal piepsen! Marcs Herz hatte wieder einen Rhythmus...

Olivia<3 Offline

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03.12.2011 15:11
#67 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Marc wusste nicht wo er war. Es war hell, eine Lampe leuchtete ihm genau ins Gesicht. Sein ganzer Körper schmerzte. Er wollte schreien, aber er brachte keinen Ton heraus. Es war, als würde man ihm den Mund zuhalten.
„Er ist aufgewacht!“ rief Dr. Schneider., „Können Sie mich hören? Sie sind im Elisabeth-Krankenhaus! Alles wird gut!“
Marc erschrak, was machte er im Krankenhaus? Grade saß er doch noch in seinem Auto! Moment...Sein Auto. Er zuckte zusammen.
„Seine Herzfrequenz steigt! Er wird tachykard!“ rief eine junge Frau.
Hatte er etwa einen Unfall gehabt? Er versuchte sich zu erinnern, aber es kam nichts.
„Können Sie mich hören?“ fragte Dr. Schneider wieder.
Marc versuchte etwas zu sagen, aber er schaffte es nicht, der Schlauch in seinem Hals hinderte ihn daran.
„Dann nicken Sie einfach mit dem Kopf!“ befahl der Unfallchirurg.
Marc tat wie ihm gehießen. Dr. Schneiders Gesichtszüge entspannten sich wieder.
„Er ist bei Bewusstsein, aber immer noch instabil!“ flüsterte Dr. Schneider einer Assistenz zu.

Als Gretchen die Augen aufschlug erkannte Sie sofort wo sie war. Sie sprang auf. Ihr fiel alles wieder ein, was geschehen war. Sie erinnerte sich an Marc, der auf der Trage lag und um sein Leben kämpfte.
Sie trat aus dem Krankenzimmer, und rannte die Treppen herunter. Sie war auf der Suche nach der Notaufnahme.
Ihr einziger Gedanke war: „Hatte Marc überlebt?“
Er hatte so schrecklich ausgesehen, aber sie war sich sicher, dass er zäh war, er würde es schaffen.
Endlich war sie in der Notaufnahme angekommen. Sie riss zusammen, sie durfte jetzt nicht hysterisch werden.
„Dr. Schneider, der Patient in der...“ Sie guckte unauffällig auf das Nummernschild des Schockraums, in dem Marc untergebracht war, „3, wie geht es ihm?“
„Er ist instabil, aber er wird es schaffen!“ antwortete Dr. Schneider, „Sind Sie seine Ehefrau?“
Gretchen schluckte.
„Ja...So etwas in der Art!“ Sie lächelte unschuldig.
Dr. Schneider zog skeptisch die Augenbrauen hoch. Aber Gretchen hatte sich schon auf dem Absatz umgekehrt und betrat den Shockraum. Als sie Marc sah erschrak sie, er hatte die Augen zwar immer noch geschlossen, aber die piepsenden Masci´hinen bestätigten, dass sein Herz noch schlug. Gretchen ging ein Stück auf die Liege, auf der Marc lag, zu. Sie guckte traurig.
„Marc, was war denn los mit dir?“ fragte sie den schlafenden Mann.
Natürlich bekam sie keine Antwort. Sie seufzte und setzte sich zu ihm an die Liege.
„Ich weiß, du kannst mich nicht hören, oder du willst mich nicht hören...“ Sie schluckte die Tränen herunter, „Aber egal was ich gemacht habe, es tut mir Leid, ich wollte doch nicht...“ Sie brach endgültig in Tränen aus. Die Tränen tropften auf seine Arme und hinterließe eine feuchte Spur auf dem verdreckten Ärmel.
Gretchen nahm seine Hand.
„Bitte Marc, du darfst nicht sterben! Du schaffst das!“ Sie blickte ihn hoffnungsvoll an.

Natürlich hatte Marc sie gehört, aber hatte einfach nicht gewusst, was er darauf hätte antworten sollen. Es war einfach zu traurig. Obwohl er so sauer auf sie gewesen war, und das auch noch ohne Grund, tat ihm ihre Nähe gut, er fühlte sich wieder vollständig. Er erwiderte ihren Händedruck.
„Marc! Bist du wach?!“ Gretchen sprang auf.
Marc seufzte innerlich, dass sie immer gleich so ein Drama machen musste.
Gretchen lief unruhig in dem kleinen Zimmer herum.
Marc versuchte die Augen zu öffnen, das erste, was er sah, war ihr zartes Gesicht über dem seinen. Ohne, dass er es wollte fing sein Herz anzuklopfen. Das EKG piepste merklich.
Gretchen lächelte, auch wenn sie immer noch sauer auf Marc war, da er einfach abgehauen war und zu allem Überfluss auch noch einen Unfall gebaut hatte, freute sie sich, dass er die Augen aufgeschlagen hatte.
„Dr. Schneider! Er ist wach!“ rief Gretchen nach draußen.
Sofort kam ein ganzes Team Ärzte in das Zimmer gestürmt.
Es gab ein riesen Gewühl und Gretchen wurde nach draußen vor die Tür diktiert.
Zwei Minuten später kam Dr. Schneider aus dem Raum heraus und suchte nach Gretchen.
„Frau Meier, wir müssen ihn operieren, er hat schwere innere Verletzungen, wenn Sie die Zustimmung geben würden.“ meinte er.
Frau Meier?! Zustimmung?! Aber ich bin doch gar nicht seine Ehefrau!
„Ähmm, ich heiße Gretchen Haase und bin nicht seine Frau, aber seine, nun ja, Lebensgefährtin! Und ich bin hier Chirurgin und werde diesen Mann, der auch noch mein Oberarzt ist operieren!“ entschied sie schließlich.
Dr. Schneider nickte verdutzt.

Olivia<3 Offline

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04.12.2011 16:26
#68 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey! Da heut der 2. Advent ist und ich in der Woche wahrscheinlich eher selten zum Schreiben kommen werde, gibt es den neuen teil schon jetzt! Ich hoffe er gefällt euch!
Herzlichste Grüße und noch einen schönen 2. Advent!
Olivia


Gretchen schlug das Herz bis zum Hals, sollte sie Marc wirklich operieren? Zuerst einmal würde sie Dr. Rössel informieren, denn alleine dürfte sie diese Operation nicht durchführen .
„Dr. Rössel!“ rief sie durch den Flur.
Der angesprochene Arzt blieb stehen.
„Dr. Haase?“ fragte er.
„Sie müssen mit mir eine Not-Operation durchführen, es geht um Dr. Meier!“ Sie blickte ihn bittend an.
„Wie, es geht um Dr. Meier?“ Er verstand nicht ganz.
„Er hatte einen Unfall!“ Gretchen bemühte sich ihre Stimme ruhig klingen zu lassen.
„Na dann! In 10 Minuten OP! Haben Sie die Krankenakte?“
„Nein, die ist noch in der Unfallchirurgie, bei Dr. Schneider!“ antwortete Gretchen.
„Ich werde die Unterlagen holen und dann werden wir operieren! Aber ich erwarte von Ihnen, dass Sie sich angemessen verhalten!“ Er blickte sie skeptisch an.

Gretchen hätte nie gedacht, dass sie ein mal so darauf reagieren würde, dass Marc fast gestorben wäre. Sie hatte erwartet, dass sie todunglücklich gewesen wäre, oder wenigstens einen Heulkrampf bekommen hätte. Aber nichts kam. Sie hatte das Gefühl, dass sie um sein Leben kämpfen musste, da er es jetzt nicht mehr konnte. Es war an ihr, ob er überlebte oder diese Welt verließ! Und dieser Gedanke gab ihr den nötigen Ansporn. Sie hatte zwar immer gesagt, dass man unter Druck nicht gut arbeiten könnte aber heute machte sie andere Erfahrungen. Es ging nicht um irgendetwas, sondern es ging um Marc Meier, ihren Freund und Oberarzt. Und es ging darum ihm das Leben zu retten und nicht irgendjemanden zu beweisen, dass man es als Chirurgin drauf hat.
Gretchen wischte sich eine verirrte Träne von der Wange biss die Zähne zusammen und machte sich auf den Weg in den OP-Trakt.
Dr. Rössel erwartete sie schon.
Gretchen beeilte sich mit dem fertigmachen und stand kurz darauf an der Seite Rössels im OP.
Sie blickte den narkotisierten Marc an, raffte sich auf und begann zu operieren. Marcs inneren Verletzungen waren zwar schlimm, aber er würde durchkommen, wenn sein Herz nicht nicht wieder versagte.

Gretchen war Dr. Rössel nie aufgefallen, er hatte auch so gut wie nie mit ihr operiert, da sie eigentlich immer mit Dr. Meier im OP gestanden hatte. Als er sie jetzt sah, wie sie ohne mit der Wimper zu zucken ihren Oberarzt operierte war er von ihrer Fähigkeit und ihrer Kompetenz weitaus überzeugt. Von dem was er gehört hatte, galt Dr. Haase als labil und emotional, aber das, was er heute im OP zu biete bekam zeigte sie von einer ganz anderen Sicht. Sie operierte einfach, ohne das zeigen von Emotionen, ohne den Anflug von Traurigkeit, auch wenn es ihr Freund war, der hier auf dem OP-Tisch lag.

Nach der OP in der Umkleide:
„Meinen vollen Respekt, Dr. Haase, das haben Sie sehr gut gemeistert! Sehr professionell!“ lobte Dr. Rössel sie nach der OP.
Gretchen wurde rot, solch ein Lob war sie gar nicht gewohnt.
„Danke...“ brachte sie hervor, „Es ging ja auch um meinen Freund!“
Dr. Rössel nickte.
„Das tut mir übrigens Leid mit ihm!“ Er blickte sie mitleidig an.
„Ist schon okay,“ Sie schluckte, „Er wird durchkommen!“
„Ihre positive Grundeinstellung gefällt mir!“ meinte der Arzt plötzlich.
Gretchen war etwas überrascht, so hatte sie sich gar nicht eingeschätzt.
„Ich muss dann jetzt auch weiter!“ meinte Gretchen, auch wen sie keinen Plan hatte, was sie jetzt tun sollte, ihre Welt war schließlich grade zusammengebrochen.
Sie verabschiedete sich und machte sich auf den Weg in die Cafeteria. Auf dem Weg dorthin kam sie an der Station vorbei, auf der Medhi lag. Gretchen entschloss sich, dass er jetzt der einzige war, zu dem sie gehen wollte.
Medhi schlief als Gretchen das Zimmer betrat, es war ja immer noch mitten in der Nacht.
Als Gretchen allerdings ohne Rücksicht auf Verluste das Deckenlicht anschaltete und über einen Hocker stolperte, schreckte er aus seinem traumlosen Schlaf hoch.
„Gretchen, was machst du hier, es ist mitten in der Nacht!“ Er setzte sich auf.
„Medhi...“ Sie setzte sich zu ihm ans Bett, „Es ist alles so schrecklich...“ Sie begann zu schluchzen.
„Hey...“ Medhi nahm sie in den Arm, „Was ist denn los?“
„Marc..Marc hatte einen Unfall, er ist mitten in der Nacht abgehauen und hat einen schrecklichen Unfall gebaut...“ Sie holte tief Luft, „Er...Er wäre fast gestorben, zwei mal musste man ihn reanimieren! Er musste operiert werden...Und...“ Jetzt konnte sie die Tränen, die sie über die OP aufgespart hatte nicht mehr zurückhalten. Alles klappte über ihr zusammen, wie ein kaputtes Kartenhaus: Marc war abgehauen, aus welchem Grund auch immer, er hatte einen Unfall gebaut, er wäre fast gestorben, und sie, sie wusste nicht mal was mit ihm los gewesen ist.
Medhi machte ihr Platz auf seinem Bett. Dankbar kuschelte sie sich an ihn, sie brauchte jetzt Nähe und Trost.
Auch Medhi war von der Nachricht mehr als geschockt. Er konnte gar nicht fassen, was er da gehört hatte. Es klang so schrecklich.
Gedankenverloren strich er mit der Hand über ihren Arm. Sie weinte bitterlichst, die Tränen liefen ihr über die Wangen und sie schluchzte unverständliches Zeugs.
Medhi machte die ganze Situation noch trauriger, als die Tatsache, dass Marc fast gestorben wäre. Er machte sich Sorgen um Gretchen, wie sie damit umgehen würde und er fragte sie, was sein ehemals bester Freund da nur wieder angestellt hatte.

Olivia<3 Offline

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09.12.2011 19:13
#69 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Sorry, dass es mit dem neuen Teil so lang gedauert hat! Aber mir ist was dazwischen gekommen!
An alle, deren Storys ich kommentiere, dass mach ich morgen, da ich jetzt auch schon wieder wegmuss
Also viel Spaß beim lesen! Diesen Teil widme ich Zuckerpuppe, die ihn noch mal überflogen hat!


Gretchen erzählte Medhi alles, war sie wusste. Sie erzählte, dass sie krank gewesen war und, dass sie die Fotos vom Urlaub gefunden hatte. Sie versicherte Medhi, dass am Abend noch alles gut gewesen war. Während sie erzählte liefen ihr die Tränen über die Wangen, so sehr sie sich zusammen nehmen wollte, sie konnte sich nicht beruhigen.
Medhi war ein guter Freund. Er hörte ihr zu und versuchte sie zu trösten. Gretchen aber war untröstlich und Medhi hatte alle Mühe sie zu beruhigen.
„Meinst du Marc ist schon aufgewacht?“ fragte Gretchen zum dritten mal innerhalb von fünf Minuten.
„Nein, Gretchen, ich glaube, dass er noch nicht aufgewacht ist!“ erklärte Medhi, aber es kam ihm vor, als würde er gegen eine Wand sprechen.
Nachdem sie noch eine Weile gewartet hatte stand sie doch noch auf und machte sich auf den Weg in das Krankenzimmer von Marc. Ihr Herz schlug bis zum Hals, als sie auf die geschlossene Tür zu ging. Was wenn er noch schlief?
Vorsichtig und nicht zu laut öffnete sie die Tür. Im Zimmer war es dunkel, nur die Maschinen leuchteten vor sich hin. Marcs Gesicht konnte sie von der Tür aus nicht sehen. Langsam ging sie ein Stück auf das Bett zu. Sie schloss zaghaft die Tür. Nichts im Zimmer regte sich. Das Summen der Maschinen und Gretchens eigener Herzschlag waren die einzigen Laute, die man in dem kleinen Zimmer vernahm.
Sie betrachtete Marcs Gesicht, seine Augen waren geschlossen, seine Gesichtszüge entspannt. Er schlief. Gretchen stiegen wieder die Tränen in die Augen, aber sie konnte sich grade noch beherrschen.
Sie nahm seine Hand, aber wusste nicht recht, was sie tun sollte. Also saß sie einfach nur da und hielt seine Hand.

Marc hatte irgendwann seine Erinnerung verloren. Er konnte sich nur noch daran erinnern, dass alles weh getan hatte und er im Krankenhaus lag. Gretchen war bei ihm gewesen und dann war alles schwarz gewesen. Er fand sich in einem unangenehmen Traum wieder:
Er auf einem Tisch, gefesselt, er war nicht fähig sich zu bewegen, er sah eine Lampe und Menschen in grün. Als er genau hinsah, erkannte er, dass er sich auf dem OP-Tisch befand. Er bekam es mit der Angst zu tun, denn er war bei vollem Bewusstsein. Wollten sie ihn denn ohne Narkose aufschneiden?! Er versuchte seinen Arm zu bewegen, aber er war an den Tisch gefesselt. Er identifizierte einen der grünen Menschen als Gretchen und beruhigte sich wieder. Aber sie hatte ein Skalpell in der Hand und machte Anstalten jenes auch zu benutzen. Aus seiner Perspektive sah sie angsteinflößend aus, wie sie mit ihrem Skalpell und dem Mundschutz dort stand. Sie setzte zum Schnitt an, Marc konnte spüren, wie der kalte Stahl die empfindliche Haut an seinem Bauch berührte. Er öffnete den Mund zum Schrei, aber es kam nichts. Und dann fiel er, immer tiefer und tiefer.
Als er die Augen aufschlug, schmerzte sein Kopf. Erleichtert stellte er fest, dass er sich nicht mehr auf einem OP-Tisch befand, sondern in einem warmen Bett. Als er nach links sah, fuhr ein Schmerz durch seinen Nacken, aber er blickte direkt in Gretchens Augen. Schuldgefühle kamen in ihm hoch, dabei war er es doch, der bemitleidenswert ans Bett gefesselt lag.

Gretchen schreckte zusammen, als Marc sie auf einmal anblickte. Sie sah, dass seine Augen nicht ganz klar waren, und etwas von Verwirrtheit ausstrahlten.
„Marc!“ rief sie erfreut.
„Hasenzahn...“ brachte er heiser heraus.
Gretchen stand auf und lief aufgeregt im Zimmer auf und ab, Marc war aufgewacht und er konnte sprechen, war bei vollem Bewusstsein und...
„Marc, was hast du denn gemacht?“ fragte sie besorgt. Die Frage, was er mitten in der Nacht mitten auf der Straße machte, hatte sich immer noch nicht geklärt.
Marc erschrak, genau, was war eigentlich passiert? Er dachte nach.
Gretchen blickte ihn fragend an.
Marc versuchte krampfhaft sich zu erinnern, was er mitten in der Nacht gemacht hatte. Aber es kam nichts.
Gretchen beobachtete seinen angestrengten Blick und erschrak.
Er schüttelte vorsichtig den Kopf.
„Marc, du bist sicherlich noch etwas verwirrt, aber sei dir sicher, dass diese Frage nicht ungeklärt bleibt!“ Sie sah ihn bittend an.
Er erinnert sich an nichts?! Lass das BITTE nur Kurzzeitamnesie oder nen Schock sein! Er darf sein Gedächtnis nicht für immer verloren haben!
Marc griff nach ihrer Hand, er guckte sie entschuldigend an. Gretchen setzte sich wieder zu ihm.
„Marc! Du bist mitten in der Nacht einfach nicht mehr da gewesen!“, meinte sie, „Dabei war der Abend doch noch so schön, als du dir die Fotos angeguckt hast, da warst du noch so glücklich.“
Fotos? Glücklich? Marcs Gehirn arbeitete auf Hochtouren, denn diese Worte hatten etwas in ihm ausgelöst.
„Urlaubsfotos...“ murmelte er.
„Ja, genau, als wir damals auf Sylt waren!“ meinte Gretchen froh, dass sich Marc scheinst doch an etwas erinnern konnte.
Glücklich...Moment, da war doch etwas gewesen! Glücklich...
Er schwieg eine Weile. Es fiel ihm partout nicht ein, was noch vorgefallen war.
Glücklich...
Er erinnerte sich plötzlich an die Szene im Auto! Er sah wieder das schwarze Auto auf ihn zukommen.
Er zuckte zusammen, das blieb auch Gretchen nicht unbemerkt.
„Marc, erinnerst du dich?“
„Ich hatte einen Unfall, weil ich sauer auf mich gewesen bin, weil ich dich an mich herangelassen habe, dabei wollte ich keine Beziehungen eingehen! Ich habe mich wieder für ein Weichei gehalten, Ich wollte mich abreagieren, bin mit Tempo 100 über die rote Ampel gebrettert und hab ein schwarzes Auto gerammt. Dann war ich tot.“
Gretchen konnte nur schweigen und zuhören. Aber dann kamen die Tränen.

Olivia<3 Offline

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12.12.2011 18:30
#70 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So heute gibt es dann schon den nächsten Teil: Achtung Zeitsprung
Was die Kommentare zu meiner Geschichte angeht! Leute ich bin wirklich unzufrieden, ich habe das Gefühl, dass ich die Geschichte nur für ein oder zwei Personen schreibe und das finde ich sehr schade, wozu der ganze Aufwand, wenn keine Kommentare kommen? Wer Interesse daran hat, dass ich weiterschreibe kann sich ja mal melden, denn ich überlege ernsthaft aufzuhören, da das ganze sehr aufwendig ist.
Freundliche Grüße,
Olivia


Gretchen hatte gewusst, dass Marcs Heilungsprozess lange Zeit und viel Geduld mit sich trug. Schließlich war er fast gestorben und sein Körper war von jeglichen Verletzungen auch nicht verschont geblieben.
Aber Gretchen stand ihm bei, wenn er Schmerzen hatte, war sie die erste, die angelaufen kam und als er das erste mal aufstand, war sie diejenige, die ihn stützte. Gretchen war es mittlerweile egal, warum er ausgerastet war. Sie hatte begriffen, dass es nur zählte, dass er wieder auf dem Wege der Besserung war.
Aber Marc quälte das schlechte Gewissen, er hatte das Gefühl, dass er Gretchen immer noch eine Erklärung schuldig war. Immer wieder versuchte er mit ihr zu reden, aber sie blockte jedes mal ab, als wollte sie nicht darüber reden:
„Gretchen, ich war nicht ich selbst, bei dem Unfall..“, versuchte er es wieder.
„Ach Marc, deine Infusionsflasche ist schon fast leer, ich werde eine Neue holen!“, und schon war sie außer Reichweite. Gretchen erfand immer neue Ausreden, mal war es die Medizin, dann vermeinte sie das Telefon gehört zu haben. Aber Marc wusste,dass all das nicht stimmte. Sie wollte ihm aus dem Weg gehen, mindestens was das Thema „Unfall“ betraf.
Ja, es stimmte, Gretchen wollte nicht darüber reden, sie wollte nicht wissen, wie es dazu gekommen ist. Sie hatte sich vorgenommen nach vorne zu sehen und den Unfall so gut es ging zu verdrängen. Aber es störte sie, dass Marc immer wieder davon anfing, denn dann wurde automatisch an der traumatische Ereignis erinnert.
Eines Tages rief ihr Vater sie in sein Büro. Gretchen erinnerte sich, dass sie ihm irgendeinmal gesagt hatte, dass er sich aus ihren Privatangelegenheiten heraushalten sollte, aber sie hatte das Gefühl, dass er diese Bitte jedes mal aufs Neuer ignorierte.
„Papa, was ist es diesmal?“ fragte sie schon genervt.
„Es geht um deine Arbeitszeiten, du arbeitest zu viel!“ machte ihr Vater reinen Tisch.
„Aber Papa, es geht mir doch gut dabei!“ bekräftigte sie.
Misstrauisch betrachtete der Professor ihr zerzaustes Haar, die Augenringe und die blasse Haut.
„Sicher...“, murmelte er, „Und abgenommen hast du auch! Wenn es wegen dem Meier ist, du kannst dir sicher sein, dass sie sich hier gut um ihn kümmern!“ meinte er.
Gretchen schluckte.
„Sicher, aber ich will bei ihm sein, ich will diejenige sein, die ihn behandelt, denn er ist mein Freund!“ meinte Gretchen trotzig.
Ihr Vater nickte ungläubig.
„In Ordnung, arbeite von mir aus so viel du willst, aber bitte überanstrenge dich nicht!“
„Klar, wann habe ich mich jemals überarbeitet?“ fragte Gretchen.
„Niemals ich weiß, aber es war auch noch nie solch eine Situation da!“ erklärte Franz.
Seine Tochter senkte betreten den Kopf, es war ihr klar, dass sie die letzten Tage nur wenig geschlafen hatte und wenn, dann im Krankenhaus.
„Papa, ich muss dann jetzt auch weiter! Mein Job ruft!“ meinte sie und drehte sich schon um.
„Ach Kälbchen, stell dem Meier einen schönen Gruß aus und sag ihm er soll gut auf dich aufpassen, auch wenn er grade nicht so gut dazu in der Lage ist.“ rief ihr Vater ihr noch nach.
Gretchen verdrehte die Augen, das musste kommen.
Dann machte sie sich auf den Weg zu Marc:
„Hey! Geht es dir schon besser?“ fragte sie, als sie das Zimmer betrat.
„Den Umständen entsprechend!“ Er lächelte ihr vorsichtig zu.
„Das freut mich!“ Sie setzte sich zu ihm ans Bett, „Ich soll dir schöne Grüße von meinem Vater bestellen!“ Sie nahm seine Hand, die von leichten Schnittwunden gekennzeichnet war.
„Danke, Gretchen ich muss dir etwas sagen! Und du musst mir versprechen, dass du keine neue Infusionsflasche holst und Fieber hab ich auch nicht, verstanden?“ Marc hielt es einfach nicht mehr aus in diesem Ungewissen zu leben.
Gretchen nahm seine Hand fester, sie wusste, dass er mit ihr über den Unfall reden wollte, aber sie wusste einfach nicht, was sie dazu sagen sollte. Schließlich nickte sie.
„Gretchen, du solltest wissen, dass es mir unendlich Leid tut, was passiert ist! Der Unfall und all das! Und ich kann es dir nicht erklären, was in mich gefahren ist. Ich hatte wieder diese Komplexe, mit Weichei und so. Ich war sauer auf dich, weil du mich so weit gebracht hast! Und das tut mir leid, ich hatte kein Recht so etwas zu denken, aber ich hab es getan. Und es liegt mir sehr am Herzen, stell dir vor, ich hab sogar eins, dass du weißt, wie ich mich in dieser Situation fühle: Und zwar schlimmer denn je. Als ich tot war, wusste ich auf einmal, was ich wollte. Und das war nichts anderes als mit dir meine Leben zu verbringen. Gretchen Haase...“ Er holte Luft
Macht er mir jetzt einen Antrag?! Oh mein Gott! Marc Meier macht mir einen Antrag!!! Das kann doch nicht wahr sein...

Olivia<3 Offline

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17.12.2011 14:11
#71 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

So, ich habe mich entschlossen erst mal doch ein wenig weiter zu machen! Mal gucken, was sich noch so ergibt! Da Bianka700 bis jetzt die einzige ist, die sich nach meinem Aufruf gemeldet hat, werde ich ihr den heutigen Teil widmen!
Ich hoffe, dass er euch allen gefällt!
Liebe grüße,
Olivia


Gretchen saß mit weit aufgerissenen Augen dort.
„Ich liebe dich, mehr als alles andere!“ beendete Marc seinen Satz.
Gretchen klappte die Kinnlade herunter, einerseits war sie so unglaublich glücklich, da Marc Meier ihr wieder mal mitgeteilt hatte, wie es um seine Gefühle ihr gegenüber stand, aber andererseits hatte er ihr keinen Antrag gemacht. Aber was hatte sie schon erwartet, dass Marc Meier ihr einen Antrag machen würde? Das war ja schier unmöglich. Nein, das war einfach zu schön um wahr zu sein.
„Was ist denn los? Was hab ich jetzt schon wieder gemacht?“ fragte Marc, als er ihren Blick sah.
„Nichts, nichts...“ meinte Gretchen und sah schnell woanders hin, sie wusste, wie gut Marc aus ihren Gesichtszügen lesen konnte.
„Guck mich an!“ befahl dieser auch schon.
Widerwillig blickte sie ihm in die Augen, so beherrscht, wie möglich.
„Du hast jetzt aber nicht gedacht, dass ich dir nen Antrag mache oder? Ach Mensch Hasenzahn!!! Dass du auch immer gleich ans Heiraten denken musst!“ beschwerte sich Marc.
„Woher weißt du das?“ fragte Gretchen etwas beleidigt, obwohl klar war, dass Marc ihre Gedanken erraten würde.
„Gretchen, ich kenne dich schon ewig, weißt, dass du immer gleich ans Heiraten denkst und du bist einfach zu durchschaubar.“ rechtfertigte sich Marc.
Gretchen zog eine Schnute.
„Komm her“ , er nahm sie in den Arm.
Gretchen ließ sich dies natürlich nicht zweimal sagen. Glücklich atmete sie den vertrauten Geruch ihres Freundes ein, auch wenn dieser durch die Krankenhausluft etwas verfälscht war.
Auch Marc genoss die ausgiebige Umarmung seiner Freundin. Er war froh, dass er endlich darüber geredet hatte, auch wenn es nur ein kurzes Gespräch war und damit endete, dass Gretchen dachte er würde ihr einen Heiratsantrag machen. Aber in einem war er sich sicher, auch wenn er über seinen Schatten gesprungen war und mit ihr eine Beziehung angefangen hatte: Er wollte nicht heiraten, zumindest nicht in nächster Zeit...Und auch nicht in ferner Zeit.

Auch für Franz Haase waren es anstrengende Wochen gewesen, er hatte nicht nur einen besten Oberarzt zu ersetzten, sondern er hatte sich auch noch um das Wohl seiner Tochter zu kümmern, die Tag und Nacht im Krankenhaus bei ihrem Freund verbrachte. Und wie das Schicksal seine Lauf nahm, verbrachte auch er mehr Zeit im Krankenhaus, als er es eigentlich wollte. Das war auch seiner Frau Bärbel aufgefallen:
Es war ein Montagabend, Bärbel Haase und ihr Mann waren um halb acht zum Essen verabredet. Sie saß ungeduldig auf den gelben Cordsofas und wartete seit einer halben Stunde auf ihren Mann. Er hatte eigentlich schon um sieben zu hause sein sollen, aber nun war es schon nach halb acht. Sie stand auf und ging ans Fenster, da es bereits Anfang Dezember war, war es dunkel und eine leichte Schneedecke hatte sich über die Landschaft verteilt. Eigentlich mochte Bärbel die stille Atmosphäre, die der Schnee mit sich trug, aber heute war ihr nicht danach. Dazu kam die Tatsache, dass ihr Mann immer noch nicht zum Essen erschienen war. Sie begann sich Sorgen zu machen, was wenn er einen Unfall gehabt hatte, wie der Marc Meier, der Freund ihrer Tochter. Sie erinnerte sich mit einem Schrecken an das Desaster und die Krise, die ihre Tochter dadurch mitgemacht hatte.
Sie trat vom Fenster zurück, sie hatte kein Auto erkennen können. Als es ihr irgendwann zu langweilig geworden war, einfach nur herumzusitzen, schaltete sie den Fernseher ein. Auf dem ersten Programm lief ein guter Krimi, der grade erst begonnen hatte. Bärbel war sofort von der Handlung gefesselt und vergaß schnell die Zeit um sich herum. In einer nicht so spannenden Szene, ging sie in die Küche, um sich ein Glas Wein zu holen, diese Krimis brachten ihr immer einen ungeheuren Durst auf einen guten Wein. Die Zeit verging, wie im Flug und Bärbel war viel zu sehr mit ihrem Film beschäftigt, dass sie vollkommen vergaß, dass sie eigentlich mit ihrem Mann hatte Essen gehen wollen und dieser nicht gekommen war. Sie seufzte, der Krimi war beendet. Und Bärbel war sauer, was erlaubte sich dieser Kerl von Ehemann nicht mal Bescheid zu geben, dass er später kommen würde. Sie stand auf und griff nach dem Telefon. Flink wählte sie die Durchwahl zum Chefarzt.
Sie wartete eine Weile, aber es tat sich nichts am anderen Ende der Leitung. Seufzend legte sie das Telefon wieder bei Seite. Es wunderte sie allerdings, denn wenn Franz im Krankenhaus war, ging er eigentlich immer ans Telefon. Seufzend ließ sie sich zurück aufs Sofa fallen. Sie begann sich Gedanken zu machen, was passiert sein könnte. Ihr Blick fiel auf das Dr. Rogelt Buch und sie zuckte zusammen. Was wenn er wieder eine Affäre hatte? Sie sprang auf und griff erneut nach dem Telefon und wählte diesmal allerdings seine Handynummer. Wieder beantwortete niemand ihren Antwort. Sie warf das Handy wütend im die Kissen. Ihr reichte es! Sie würde jetzt zum Krankenhaus fahren und Franz zur rede stellen, falls er sich überhaupt dort befand. Entschlossen griff sie nach den Autoschlüsseln und schlüpfte in den Mantel. Als sie die Tür öffnete schlug ihr die kalte Dezembernacht entgegen. Sie fasste ihren Schal enger um den Hals und stapfte durch die zarte Schneedecke auf das Auto zu. Mal sehen, was Franz zu seiner Verteidigung zu sagen hat.

Olivia<3 Offline

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18.12.2011 13:19
#72 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Was ein Wunder, es geht schon heute weiter! Ich hoffe er gefällt euch!
Liebe Grüße,
Olivia


Die Fahrt zum Krankenhaus war beschwerlich, da es wieder begonnen hatte zu schneien, außerdem war Bärbel das Autofahren schon immer schwer gefallen.
Unglaublich, aber wahr, kam sie ohne Verletzungen und Kratzer im Lack vor dem Krankenhaus an.
Mit schnellen Schritten machte sie sich auf den Weg zum Haupteingang. Die kalte Luft ließ sie schaudern und sie war froh den Eingang zu erreichen.
Sie strebte direkt das Büro des Chefarztes an. Auf dem Gang zu jenem begegnete sie Sabine:
„Guten Abend Frau Haase“, meinte jene schüchtern, „Der Professor will nicht gestört werden!“
„Das kann ich verstehen!“ meinte Bärbel und beachtete Sabines warnenden Handbewegungen, natürlich dachte sie sofort an eine Affäre.
Mit einem Satz öffnete sie die Tür und stolperte in das verdunkelte Zimmer.
„Franz! Das darf doch nicht wahr sein!“ Sie suchte vergebens nach dem Lichtschalter.
Endlich hatte sie ihn gefunden. Die strahlenden Neonleuchten sprangen an und tauchten das Zimmer in ein grelles Licht.
Franz Haase saß an seinem Schreibtisch mit dunklen Augenringen und verquollenen Augen.
„Bärbel, was machst du denn hier? Es ist mitten in der Nacht!“ er schaute sie verschlafen an.
Diese blickte ihn verblüfft an.
„Ja sag mal, was hast du denn hier gemacht? Ich dachte dir wäre sonst was passiert!“ stammelte sie in ihrem gewohnten Tonfall.
„Nee, ich wollte Akten sortieren und dann bin ich eingeschlafen“, er deutete auf den Stapel Akten, den er noch nicht bearbeitet hatte, „War ein bisschen viel in letzter Zeit, jetzt auch noch der Unfall vom Meier!“ Er verdrehte die Augen.
Bärbel nickte, damit hatte sie jetzt nicht gerechnet. Verdutzt setzte sie sich auf einen Stuhl. Sie hatte echt gedacht, dass ihr Mann wieder eine Affäre hatte. Aber dem war nicht so.
„Franz, dann solltest du jetzt aber mit nach Hause kommen, es geht doch nicht an, dass du die ganze Nacht auf deinen Akten verbringst, das ist doch unbequem“, beteuerte Bärbel.
Franz stand notgedrungen auf. Bärbel hatte ja recht, er war müde und ausgelaugt.

Marc hingegen schien auf dem Wege der Besserung zu sein. Er war zwar immer noch etwas angeschlagen, aber er konnte alleine aufstehen und im Zimmer herumlaufen. Für Gretchen war der Moment, als er das erste mal selbstständig stand, ein besonderer Moment gewesen. Aber nun war es wieder die Gewohnheit und Marc Meier schaffte es mit seinen Krankheitsbedürfnissen eine ganze Station auf Trab zu halten, wie damals als er sich mit dem Virus infizierte. Gretchen lächelte bei dem Gedanken an diese zeit, aber erinnerte sich auch an das Schreckliche Gefühl, Marc fast verloren zu haben. Schnell schob sie den Gedanken bei Seite.
„Hasenzahn! Du bist zu spät! Ich warte schon seit zehn Minuten auf mein Frühstück!“ rief jener am Morgen.
Gretchen konnte nur die Augen verdrehen, sich sein Frühstück schnappen und es ihm bringen.
„Guten Morgen Marc!“ rief sie übertrieben fröhlich.
„Hasenzahn!“ er musterte das improvisierte Frühstück der Krankenhausküche. Dann gab er ihr einen Kuss auf die Wange, „Guten Morgen!“
Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und sah ihm beim Essen zu, sie hatte ja noch zehn Minuten, bis ihre Schicht begann.
„Du Marc, du musst aber mal schnell wieder gesund werden“, meinte sie, „ es ist immer so langweilig zu Hause!“
Sie dachte an die langen Abende, die sie allein vor dem Fernseher verbracht hatte.
„Gretchen“, er nahm ihre Hand, „ In einer Woche bin ich hier raus und dann ist die nie wieder langweilig! Versprochen, außerdem bist du doch eh die ganze Zeit nur im Krankenhaus.“
Gretchen wurde rot, da hatte er Recht, aber die wenige Zeit, die sie allein in ihrer Wohnung verbringen musste, die quälte sie. Es war, als würde ein Teil von ihr fehlen.
Sie kuschelte sich an ihn, alles würde gut werden. Dann musste sie auch schon los zu ihrem Dienst, heute mit Dr. Rössel. Der Abschied fiel ihnen beiden schwer, aber sie hatte versprochen, dass sie in ihrer Pause sofort zu ihm kommen würde.

Als Gretchen das Zimmer verlassen hatte, war Marc wieder allein. Es nervte ihn, dass es in dem Krankenhauszimmern immer so langweilig war. Wenn er wenigstens mit irgendwem reden konnte, egal mit wem. Ihm fiel ein, dass Medhi zur Zeit auch im Krankenhaus lag, auch wenn es ihm schon fast wieder gut ging, bis Ende dieser Woche würde er noch bleiben müssen. Er rappelte sich auf und rief nach der Schwester, man solle ihn zu Medhi bringen, er hatte das Gefühl, dass sie sich viel zu erzählen hätten. Außerdem brannte ihm die eine Frage schon seit längerer Zeit auf der Zunge

Olivia<3 Offline

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19.12.2011 16:45
#73 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Hey ihr Lieben!
Da ich so gut in Fahrt bin, gibt es heut noch mal einen kleinen Teil, klein aber fein ich hoffe ihr habt Spaß daran! Lob und Kritik bitte an diese Adresse: Kommentare zu der Story von Olivia-7
Also wie gesagt ich freuz mich immer
Viel Spaß,
eure Olivia


Marc saß in seinem Rollstuhl und kam sich ziemlich blöde vor, von allen wurde er angegafft. Er hörte Worte wie:
„Ist das nicht der Dr. Meier?“ und „Der hat doch Unfall gebaut!“ oder „War es nicht sogar versuchter Selbstmord?!“
Marc versuchte sich im Zaum zu halten, wäre es ihm besser gegangen, hätte er sie bestimmt zur Schnecke gemacht bis sie den Mund gehalten hätten. Aber in dieser schlechten Verfassung wäre es ihm nicht mal möglich gewesen sie ordnungsgemäß anzuschnauzen! Er seufzte und konzentrierte sich wieder auf den Weg zu Medhis Zimmer. Nach gefühlten 2 Stunden Rennerei durch die Gänge, erreichten sie dieses endlich.
„Wenn Sie wieder zurück wollen, rufen Sie einfach eine Schwester auf dieser Station!“, sagte die Schwester und kehrte um.
„Jaja...“, erwiderte Marc.
Medhi saß aufrecht in seinem Bett und war in eine Fachzeitschrift vertieft. Erst als Marc sich durch Klopfen an der Tür bemerkbar machte, blickte er zu ihm auf.
„Marc! Was machst du hier?“ fragte er verwundert und legte das Magazin beiseite.
„Medhi, ich glaube wir müssen Einiges bereden...“ , murmelte Marc.
„Du und reden?“ fragte Medhi verwundert.
„Ja, ich und reden“, er konnte es selbst kaum glauben.
„Na, dann schieß mal los“, forderte der Gynäkologe ihn auf.
„Es geht um den Unfall und all das, was passiert ist“, erklärte Marc mit leiser Stimme.
„Du willst mit mir über den Unfall reden?! Ich glaub ich werd nicht mehr! Da hat Gretchen dich aber gut hingekriegt!“ Medhi lachte.
„Mann Alter, das ist echt nicht lustig!“ verteidigte sich Marc, „Was hat sie dir erzählt?“
Medhi schwieg, er erkannte, dass es Marc ernst mit diesem Gespräch war.
„Sie war vollkommen aufgelöst, als sie hier mitten in der Nacht ankam! Mann Meier, was hast du da nur wieder angestellt?“ meinte Medhi.
„Ich...Wir haben uns wieder vertragen, aber es war nicht einfach, sei wollte einfach nicht darüber reden! Aber zum Glück ist ja jetzt wieder alles gut!“ erklärte Marc.
„Das kann ich verstehen, aber es freut mcih für euch!“ erwiderte er.
„Ja, ich...“, er druckste ein wenig herum, „Wollte fragen...“
„Du?“unterbrach Medhi ihn.
„Wie ich damit umgehen soll?“ warf Marc es schließlich in den Raum.
„Womit?“ fragte Medhi verwundert.
„Hat sie dir das nicht erzählt, warum ich mitten in der Nacht durch Berlin gerast bin?“
„Nein, das hat sie nicht, aber dann erzähl es mir bitte!“ forderte Medhi.
„Da war wieder das Weichei...“ murmelte Marc.
„Mein Gott, diese Komplexe scheinst du auch nicht mehr loszuwerden!“ setzte er an, „Rede mit jemanden darüber.“ Im gleichen Moment, wo die Worte seinen mund verlassen hatten, fiel ihm auf, wie unsinnig das war, was er sagte.
„Aber das tu ich doch! Ich hab dich doch angesprochen, was willst du mehr?“ beschwerte sich Marc. Das Gespräch schien ihn aufzuregen.
„Jaaa“, sagte er gedehnt, „Aber es kann nicht angehen, dass du wegen dieser simplen Sache, dein Leben aufs Spiel setzt, Marc!“
„Was wilst du damit sagen?“ ,er bekam einen Schreck.
„Du solltest professionelle Hilfe annehmen...“, murmelte Medhi.
„Du spinnst ja wohl!“, keifte Marc, „Ich geh doch nicht zum Seelenklempner, nur um meine Weichei-Komplexe durchzukauen, das ist doch armselig!“ Marc Meier hatte sich in Rage geredet.
„So war das doch gar nicht gemeint!“ versuchte der Freund ihn zu beschwichtigen, aber Marc war auf 180.
„Und wie dann?!“, er sprang von seinem Stuhl auf, „Du bist ja ein super Freund! Schickst mich zum Psychodoktor!“
„Marc beruhige dich! Bitte!“, rief Medhi, „Du bist noch immer schwer verletzt! Setzt dich wieder hin!“
Aber da war es schon zu spät, Marc Meier hatte das Gleichgewicht verloren und segelte in voller Fahrt auf den Boden zu.
Der dumpfe Aufschlag seines Kopfes ging Medhi durch Mark und Bein...

Olivia<3 Offline

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20.12.2011 17:24
#74 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten

Nachdem Medhi eine Weile stumm dagesessen hatte, griff er nach dem Notrufknopf und sprang auf. Er prüfte Marcs Vitalzeichen, er schien am Leben zu sein. Medhi war erleichtert. Er brachte ihn in die stabile Seitenlage und tat alles mögliche an erster Hilfe, er war ja schließlich auch Arzt. Endlich traf ein Ärzteteam ein, unter der Leitung von Dr. Schulz. Er war überrascht, dass er zwei der Oberärzte aus dem Krankenhaus antraf, aber tat sofort seine Arbeit.
Es ging schnell und Marc schien nicht allzu sehr verletzte zu sein, er kam wieder auf sein Zimmer, bekam allerdings davon nicht viel mit. Er war in einen traumlosen Schlaf gefallen.
Natürlich blieb die Nachricht von Marcs Sturz nicht unentdeckt. Schon nach einer halben Stunde hatte man Gretchen außer Fassung gebracht. Sie stürzte sofort in Marcs Zimmer. Wie konnte das nur wieder passieren und warum war Marc auf einem anderen Zimmer gewesen? Fragte sie sich. Sie wusste ja nicht, dass ihr Freund nur den Gynäkologen Medhi besucht hatte, was sie mit Sicherheit sehr erleichtert hätte.
„Marc, was hast du gemacht? Du siehst ja schrecklich aus!“ war ihre erste Reaktion auf sein Erscheinungsbild.
Marc sah zwar nicht gut aus, aber auch nicht besser als nach dem Unfall. Er hatte lediglich seine Gesichtsfarbe verloren, aber das kann auch an der langen Ohnmacht gelegen haben. Er sah sie an und wusste im ersten Moment nicht wo er war und wie er hier hingekommen war. Er war ja grade erst aufgewacht. Marc sah sich fragend im Raum um. Seine Augen erkannten ein Zimmer, was ihm nicht unbekannt war, nach einigen Überlegungen stellte er fest, dass es sein eigenes Krankenzimmer war. Er war froh, aber seine Erinnerung hörte in Medhis Zimmer auf und da befand er sich jetzt nicht mehr, wie war er also unbemerkt hier her gelangt?
„Was mache ich hier?“ fragte er also Gretchen.
Diese war froh, dass der Sturz offensichtlich keine bleibenden Schäden angerichtet hatte. Sie setzte sich an sein Bett.
„Du hattest einen Unfall, schon wieder, diesmal bist du allerdings nur umgekippt, die Frage ist zwar noch warum, aber ich bin mir sicher, du hast eine Antwort?“ Sie sah ihn fragend an.
Marc nickte, ja die hatte er, aber würde er auch mit ihr darüber sprechen können? Darüber, dass sein bester Freund ihn zum Psychodoktor schicken wollte?
„Und zwar?“ Ihr Blick war ernst und voller Sorge.
„Ich war bei Medhi, es gab da was zu klären...“ murmelte Marc.
„Und zwar?“ Gretchen kam sich etwas blöd vor, wie sie ihn so ausfragte, aber sie hatte die Ahnung, dass ihr Freund in ernsten Problemen steckte.
„Nichts...“ Marc verdrehte die Augen, „Dass du aber auch immer so neugierig sein musst!“
„Marc, das ist jetzt nicht mehr witzig! Kannst du nicht verstehen, wie ich mich fühle, wenn man mir beim Mittagessen sagt, dass du schon wieder umgekippt bist?“ beschwerte sie sich aufrichtig bei ihm.
„Doch kann ich, aber es gibt keine Probleme verdammt! Es geht mir gut!“ Er setzte sich auf, aber Kopfschmerzen hinderten ihn daran, „Okay, es geht mir seelisch gut!“
„Kein Wunder, du hast ja auch eine Gehirnerschütterung“, meinte Gretchen trotzig, „Was auch dein kindisches Benehmen erklärt! Mein Gott, rede doch mal mit mir, ich werd dir schon nicht den Kopf abreißen!“ Sie zog demonstrativ eine Schnute.
„Ach lass mich doch in Ruhe, ich hab Kopfschmerzen, außerdem ist immer noch alles okay!“ motzte Marc zurück, er konnte es nicht haben, wenn man versuchte ihn zum Reden zu bringen.
„Weißt du was? Wegen dir und deinen verdammten Neurosen, habe ich die letzten Wochen quasi nur im Krankenhaus verbracht und jetzt meckerst du mich an, ich soll gehen? Und wenn du nicht reden wills, bitte! Aber komm dann nicht wieder an, wenn es schon fast zu spät ist!“ Sprachs, machte auf dem Absatz kehrt und verließ aufgebracht das Zimmer.
Hinterlassen hatte sie einen verdutzten Marc Meier, alles hätte er erwartet, aber nicht das! Er sah ihr hinterher und ließ seinen Kopf langsam auf die Kissen sinken. Was hatte er nur wieder falsch gemacht?
Er schloss die Augen und folgte seinen Gedanken, er musste sich dringend sortieren:
Ich kann nicht mehr! Jetzt ist nicht nur Medhi sauer auf mich, sondern auch noch Gretchen! Super Meier, das hast du wieder toll hingekriegt, innerhalb von einem Vormittag zwei Menschen in den Wahnsinn zu treiben, dich selbst nicht zu vergessen. Was ist nur wieder mit mir los?
Und was hat Medhi gesagt, ich soll mich an einen wenden, der sich damit auskennt! Ein Seelenklempner! Wie hört sich das denn an: Marc Meier ist psychisch so instabil, dass er nen Psychodoktor braucht! Das macht mich ja noch wahnsinnig.
Und Gretchen will mit mir reden? Aber was soll ich ihr denn sagen? Dass Medhi meint ich soll zum Seelenklempner? Nee, nee, ganz bestimmt nicht! Aber wieso ist sie denn jetzt so sauer? Das wollte ich doch auch nicht, ich musste mich einfach nur sortieren, nichts weiter.
Marc setzte sich wieder auf, es kam ihm so vor, als würden die Gedanken ihm Schmerzen zufügen. Er hoffte, dass Gretchen ihm verzeihen würde und, dass sie bald wiederkommen würde. Aber das geschah nicht.

Olivia<3 Offline

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23.12.2011 18:41
#75 RE: Story von Olivia<3 Zitat · antworten


Auf grund eines Computerprogramms gab es die letzten Tage nichts neues von mir, das tut mir Leid! Die nächste schlechte Nachricht ist dass ich das Weihnachtsfest in der Geschichte nicht bis morgen erreichen kann Aber bis Silvester werd ich es wohl schaffen!
Liebe grüße und viel Spaß bei dem neuen Teil!
Olivia
PS: Ich hoffe ihr hinterlasst fleißig Kommis!


Marc saß bestimmt eine halbe Ewigkeit einfach nur da und wartete, dass die Tür sich öffnete, aber sie öffnete sich nicht. Es kam niemand herein. Niemand, der sich bei ihm entschuldigen müssen, niemand, der immer dann da war, wenn er ihn brauchte. Gretchen kam nicht. Aber Marc gab die Hoffnung, dass sich sie Tür doch noch mal öffnen könnte und jemand ganz besonderes hereinkommen könnte, nicht auf. Er seufzte im 5 Minuten Takt. Langsam wurde er unruhig. Er wollte aufstehen und im Zimmer umherlaufen, aber er war nicht mal stark genug, sich richtig aufzusetzen, zu sehr plagten ihn die Kopfschmerzen. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er holte die Fernbedienung, um eine Schwester zu rufen. Er hoffte, dass Gretchen kommen würde, aber er wusste, dass dies nicht passieren würde.
Kaum eine Minute später kam auch schon Schwester Sabine angerannt. Sie war ganz außer Atem, als sie in dem Zimmer ankam, sie hatte den Ruf für einen Notfall gehalten.
„Sabine!“ Marc ließ ein ordentlichen Deut Enttäuschung in seiner Stimme mitschwingen.
„Herr Doktor, was haben Sie denn? Geht es ihnen gut?“ Sie begann schon ihm sein Kissen abzunehmen und hektisch auszuschlagen.
„Sabine, holen Sie mir Hasenzahn!“ befahl Marc und bemühte sich fest und aufrichtig zu klingen.
Die Krankenschwester nickte und verschwand. Marc war wieder allein. Die Zeit kam ihm wieder länger vor, denn je.
Dann ging mit Schwung die Tür auf. Marcs Herz beschleunigte sich rasch, ihm war ein wenig bang vor der Begegnung mit Gretchen.
Aber es war nur Sabine.
„Wo ist sie denn?!“ motzte Marc auch schon los, seit seinem Sturz und dem Gespräch mit Medhi war er so furchtbar gereizt.
„Die Frau Doktor möchte Sie nicht sehen, es täte ihr Leid, aber sie bräuchte Abstand. Wenn Sie mich fragen, wartet sie aber darauf, dass Sie sich bei ihr entschuldigen“, überbrachte Sabine die Nachricht.
„Hat die eigentlich mal daran gedacht, dass ich ans Bett gefesselt verrecke und billigen Tee saufen muss?! Wie soll ich mich denn bei ihr entschuldigen, wenn sie nicht ankommt? Außerdem muss ich mich gar nicht entschuldigen!“ Dadurch, dass ihm das ganze Blut in den Kopf schoss, fing dieser auch wieder zu schmerzen an. Wütend fasste sich Marc an den Kopf und fluchte etwas unverständliches.
„Ich werde es ihr ausrichten!“sagte Sabine und machte sich wieder auf den Weg zum Stationszimmer.
Sie machte sich ernsthaft Sorgen um das Schicksal ihrer Lieblingsärzte, jetzt hatten sie ja schon wieder Streit und der Herr Doktor klang gar nicht gut.
„Frau Dr. Haase, der Herr Dr. Meier lässt ausrichten, dass er sich nicht entschuldigen kann, da er ans Bett gefesselt liegt und billigen Tee trinken muss, außerdem hätte er sich nicht zu entschuldigen!“ überbrachte Sabine Marcs Antwort.
„Bitte? Er hat sich nicht zu entschuldigen? Also dann werde ich erst recht nicht zu ihm gehen und mich entschuldigen, wo kommen wir denn da hin?“ beschwerte sich Gretchen über die Grobheit ihres Oberarztes.
„Soll ich ihm das ausrichten?“ fragte Sabine und guckte sie fragend an.
„Nein, das werde ich jetzt selbst tun und ihm gleich klar machen, wo der Haase langläuft!“ beschloss Gretchen.
Und schon war sie mit schnellen Schritten auf den Weg zu Marcs Zimmer.
Sabine hatte beschlossen nicht mit ihr zu kommen, es ging sie ja auch nichts an, aber ein bisschen an der Tür lauschen, das wollte sie schon. Sie hatte nicht umsonst den Ruf als Klatschtante des Krankenhauses.

„MARC OLIVIER MEIER! Ich glaub es hackt!“ schallte es durch den Flur.
Marc, der nur eine kannte, die ihn so nannte kriegte einen Mordsschreck. Was um alles in der Welt machte seine Mutter hier?
Die Tür ging auf. Marc blickte zur Tür, aber da stand nicht seine Mutter, sondern Gretchen.
„Versteck dich! Meine Mutter ist unterwegs!“ warnte er sie.
„Wie bitte? Sonst geht es uns aber noch gut?“ Gretchen machte sich nun ernsthafte Sorgen um Marcs Zurechnungsfähigkeit. Er war ja doch ziemlich heftig auf den Boden aufgeschlagen.
„Aber wo ist denn meine Mutter?“ fragte Marc und sah sich hektisch um.
„Verdammt noch mal, deine Mutter ist hier nirgendwo!“ stellte Gretchen klar, „Ich habe dich gerufen, weil du...Weil du immer so unsensibel bist! Warum sollte ich mich denn bei dir entschuldigen?“
„Gretchen...Vielleicht, weil du immer wissen willst, was los ist, immer alles herausfinden willst! Meine Güte, es gibt Dinge, die gehen dich nichts an!“ sagte Marc.
„Aber ich bin deine Freundin! Du kannst mir vertrauen, das weißt du doch! Ich will nicht immer alles wissen, ich will mir nur sicher sein, dass es dir gut geht, du sollst dich nicht wieder einigeln, wie damals!“ rechtfertigte sich die blonde Ärztin.
„Ich will mich auch nicht einigeln! Außerdem gibt es keine Probleme, ich wollte lediglich etwas mit meinem Freund klären!“ erwiderte Marc.
„Wenn es dir gut damit geht“, meinte Gretchen und blickte traurig nach unten.
Nein, das geht es mir nicht.
Marc seufzte, so hatte er das doch alles gar nicht gewollt er hatte nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen wollen.
„Ja, es geht mir gut damit, was auch immer du meinst!“ antwortete er schließlich.
„Marc, wenn du Probleme hast, dann rede mit mir darüber, denn ich sag dir eins, es hilft immer zu reden, egal was ist!“, erklärte Gretchen.
„Wie meinst du das?“ fragte Marc.
„Das weißt du ganz genau!“ erwiderte Gretchen.
Da hatte sie Recht, er wusste genau, woran es ihr war.
„Ich werde dir davon erzählen, wenn es soweit ist! Ich muss erst selbst damit klar kommen!“ meinte Marc.
„Gut, ich werde dir glauben, aber du weißt, dass ich alles mitbekomme?“
„Ja, auch das weiß ich“, murmelte Marc mit einem lächerlichen Unterton.
„Ich hoffe du merkst irgendwann, dass es nicht immer das Richtige ist, sich komplett von der Welt zu verschließen!Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, der seine Mitmenschen braucht. Vielleicht merkst du es irgendwann...“
„Mein Gott Hasenzahn! Es reicht jetzt mit der theatralischen Scheiße!“ beschwerte sich Marc.
„Wie du willst“ meinte Gretchen, „Ich werde jetzt in Ruhe einen Kaffee trinken gehen und wenn ich wiederkomme hast du dir überlegt, ob du ehrlich mit mir sein willst, oder nicht!“ entschied sie.
Marc verdrehte spöttisch die Augen.
„In Gottes Namen“, seufzte er schließlich.
„Gut, ich komm dich dann nachher besuchen“, Sie schien ihre gute Laune zurückgewonnen zu haben. Sanft gab sie ihm einen Kuss auf die Wange, für Marc war es wie ein zarter Flügelschlag gewesen, der über seine Wange strich. Ein Teil von ihm wollte sie packen zu sich ziehen und sie hemmungslos küssen, aber der vernünftigere Teil erinnerte in an seine Kopfschmerzen und an die Tatsache, dass er gleich klar Schiff machen müsste.
„Bis dann!“ rief er ihr hinterher.
Sie warf ihm einen letzten fragenden Blick zu.

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