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Dieses Thema hat 154 Antworten
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 Erfindet eure eigene Fortsetzung!
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Kälbchen1 Offline

Mitglied

Beiträge: 388

10.08.2012 11:02
#126 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Heyyy! Jetzt kommt ein neuer Teil!! Ich hoffe dass er euch gefällt! Er ist sozusagen das Ergebnis von Ferien- Langeweile
Euere Kälbchen1


Marc ließ sich mit einer Flasche Wein auf sein Sofa nieder. Er zog den Korken und nahm erstmal einen kräftigen Schluck. Er konnte immer noch nicht so richtig glauben, was er gesehen hatte.
Mehdi und Gretchen, die vor dem Backofen gesessen hatten, knutschten und dann erwischt auseinander gefahren waren. Marc hatte nach Wörtern gesucht. Wörter, die seine Wut ausdrücken konnten. Aber da war keine Wut... eigentlich war er nur verwirrt.
"Raus..." hatte er ruhig herausgebracht.
"Marc... Ich- Ich kann das dir erklären..." hatte Mehdi gestammelt, nach dem er aufgesprungen war.
"Raus... Sofort" hatte Marc ruhig wiederholt.
"Marc..." hatte Mehdi erneut angesetzt. Aber Marc wusste, dass es nichts zu erklären gab... es war auch nicht so, wie es aussah, was Mehdi wahrscheinlich als nächstes beteuern wollte.
Ungeduldig hatte er Mehdi an seinem T- shirt gepackt, was, als er es genauer betrachtet hatte, eigentlich seins war und hatte ihn in Richtung Haustür geschleppt.
"Hör mir zu!" hatte Mehdi erneut gefordert. Marc hatte ihn ignoriert. Er hatte die Wohnungstür aufgemacht und ihn hinausgeschuckt.
"So einen scheiß Freund wie dich braucht echt keiner!" hatte er im zugefaucht.
"Marc..." hatte Mehdi wieder gesagt.
"Komm verpiss dich..." hatte er gesagt, war dann zurück in die Wohnung gegangen und hatte die Tür zugeschlagen. In der Wohnung vernahm er, wie sich der Badezimmerschlüssel im Schloss drehte und darauf hinwies, dass Gretchen sich im Bad eingeschlossen hatte. Marc war zur Tür gelaufen und hatte geklopft.
"Gretchen..." hatte er gesagt und versuchte ruhig zu klingen. "Mach die Tür auf!" Keine Reaktion. "Gretchen!!" hatte er aufdringlicher gesagt. Er hatte erfahren wollen was passiert war! Warum war Mehdi da gewesen? Warum hatten sie sich geküsst? Lief da vielleicht schon länger was?? Und warum verdammt trug Mehdi Klamotten von ihm??
"Mach auf!!" hatte er wiederholt. Marc hatte sein Ohr gegen die Tür gedrückt, um eventuell Schluchzer und irgendetwas von Gretchen zu hören. Nichts... Schlagartig musste er an Gabi denken, sie sich auch in sein Bad eingeschlossen hatte, um sich die Pulsadern aufzuschlitzen. Das wollte Marc auf keinen Fall!
"Gretchen!! Mach auf!!! Sofort!" hatte er besorgt, aber auch aufdringlich und ungeduldig gefordert. "Sag wenigstens etwas!!"
Plötzlich war die Tür aufgegangen. Gretchen war an ihm vorbeigestrichen und er hatte ihr nur nachgeschaut. Ihrem Bademantel war Jeans und Bluse gewichen. Gretchen hatte ihre Handtasche vom Boden aufgehoben, schnell in ihre Schuhe geschlüpft und auf die Wohnungstür zugesteuert. "Gretchen!" Marc war ihr nachgelaufen. Er war in der Tür stehengeblieben und hatte ihr nachgeschaut, wie sie die Treppen hinunterlief.
"Gretchen!" hatte er ihr empört nachgerufen. "WIR KLÄREN DAS JETZT!!" Marc hatte gelauscht und keine Antwort bekommen. Nur ihre Schritte die sich entfernten. Dann waren die Schritte stehengeblieben. Wahrscheinlich schien sie kurz nachzudenken, aber dann hörte er die Haustür zuschlagen. Er war das Treppenhaus hinuntergejagt und hatte die Haustür aufgerissen. Er wollte das klären. Jetzt. Marc hatte nach rechts und links geschaut. Dann war er bis vor zur Straße gelaufen. Hatte niemand erblickt. Zurück im Haus hatte er sich gegen den Türrahmen gelehnt. Er verstand es nicht...er verstand es einfach nicht. Marc hatte gehofft, dass Gretchen zurück kommen und ihm eine plausible Erklärung liefern würde. Eine Erklärung, die Begründete warum sie Mehdi küsste... Mehdi Kaan, den sie eigentlich schon länger abgehakt hatte. Und Mehdi, der doch eigentlich mit Gina zusammen war... Wäre es noch weiter gegangen, wenn er nicht aufgetaucht wäre? Wenn er 10 Minuten später gekommen wäre, hätte er sie im Bett erwischt? Plötzlich war er von einem schrillen piepen aus den Gedanken gerissen worden. Es kam aus seiner Wohnung. Der Feuermelder? , dachte er träge. Dann war ihm ein verbrannter Geruch in die Nase gestiegen. Marc war zurück in seine Wohnung, in die Küche gelaufen und hatte den Backofen geöffnet. Eine Rauchwolke war ihm entgegen gekommen und er hatte mit der Hand vor dem Gesicht herumgefuchtelt. Hatte am Backofen herumhantiert, um ihn auszuschalten... "Verdammte scheiße!" hatte er laut gesagt und die Backofentür wieder zugeschlagen. Dann war er auf einen Stuhl geklettert, hatte den piepsenden Feuermelder abgehängt und genervt die Batterien herausgenommen...
Jetzt saß er auf dem Sofa, mit dieser Weinflasche. Sie würde ihm helfen, seine Gedanken zu sortieren. Das passte einfach nicht zu Gretchen. Aber warum regte er sich überhaupt so auf? War doch nur in Kuss... War das eifersucht?
Plötzlich klingelte es.Gretchen... ,dachte Marc und drückte den Türöffner. Er öffnete die Wohnungstür und wartete bis Gretchen die Treppe hinaufgestiegen war. Leider musste er feststellen, dass es nicht annähernd Gretchen war...
"Marc Olivier!!!"
"Mutter..." sagte Marc genervt.
"Sag mir Bitte, dass das ein Geschmackloser Scherz ist!"
"Wovon redest du?" wollte Marc wissen.
"Davon, dass du kein Verfahren mehr gegen deinen Vater willst! Warum hast du mir nichts gesagt??" fragte sie aufgebracht.
"Weil ich genau wusste, dass du völlig austicken wirst..." meinte Marc. Elke rieb sich die Schläfe.
"Marc Olivier..." seufzte sie. "Warum...erklär mir warum?"
"Können wir das nicht wann anders klären?" fragte Marc genervt.
"Nein! Können wir nicht!" sagte Elke streng. "Nach allem was dir dein Vater angetan hat, lässt du ihn einfach so davon kommen?!"
"Weißt du was ich glaube? Du willst ihm nur eins reinwürgen, was mit mir ist, interessiert dich gar nicht!"
"Wie kannst du so etwas behaupten!?" fragte Elke schockiert.
"Ach komm... du weißt doch, dass ich recht habe!"
"Wie redest du mit deiner Mutter!"
Marc rollte genervt mit den Augen. Dann hörte man aus Marcs Wohnung die Türklingel. Er lief in die Wohnung und drückte ohne weiteres den Türöffner. Elke war ihm gefolgt.
"Woher weißt du das eigentlich?" wollte Marc jetzt wissen.
"Ich wollte mich bei unserem Anwalt nach dem Stand der Dinge erkundigen... Und er hat mir dann erzählt, dass du die Anzeige zurück gezogen hast!" erklärte sie "...ich verstehe das nicht...ich verstehe es einfach nicht..."
"Jetzt komm mal wieder runter..." meinte Marc "...ich werde alle entstandenen Kosten übernehmen... und dann ist die Sache schon bald wieder aus der Welt..."
"Du willst das wirklich so unter den Teppich kehren?!"
"Ja!" antwortete er knapp "Und würdest du jetzt bitte wieder gehen? Ich hab grad echt andere Probleme..."
"Sag mal! Wie redest du mit deiner"
"Hallooo!?" wurde sie unterbrochen. Elke schaute ihren Sohn prüfend an, da sie diese Stimme sofort erkannte.
"Du hast ihn hierher bestellt?" zischte sie ihn an.
"Gar nix hab ich!" gab er leise zurück. "Komm rein!" rief er dann genervt. Matthias trat in die Wohnung und schaute sich um.
"Hallo Marc..." sagte er, als er seinen Sohn erblickte "Elke! Auch hier?"
Sie lächelte ihn falsch an.
"...ist ja n'richtig kleines Familientreffen..." sagte Matthias aufmunternd.
"Juhu..." sagte Marc kühl.
"Du Mistkerl!" zischte Elke Matthias zu "Du bist froh, dass du es geschafft hast, Marc um den kleinen Finger zu wickeln! Schämst du dich gar nicht?" fragte Elke. "Jetzt hast du ja, was du erreichen wolltest! Die Anzeige wurde zurückgezogen!"
"Ich habe NIE versucht, mich bei Marc einzuschleimen! Alles was ich gesagt habe, hat der Wahrheit entsprochen!" gab Matthias zurück. "Und wegen dieser anderen Sache, bin ich hier! ... Kann ich mit dir reden?" fragte er zu Marc gewandt.
"Muss das unbedingt jetzt sein?" fragte Marc. Matthias schüttelte den Kopf.
"Meinetwegen nicht..." antworte er irritiert.
"Gut! Dann könnt ihr ja beide wieder gehen!"
"Du kannst uns doch nicht einfach so rausschmeißen!" sagte Elke.
"Ich schmeiße euch nicht raus... Ich bitte euch freundlich zu gehen!" gab Marc zurück.
"Also dann..." sagte Matthias und ging zur Wohnungstür.
Elke schüttelte den Kopf. "Wir werden das noch bereden!" versprach sie ihm streng.
"Von mir aus!" sagte Marc und begleitete seiner Mutter zur Tür.
"Was macht eigentlich mein Dr. Rogelt?" fragte sie interessiert.
Marc rollte mit den Augen. Hauptsache ihr Buch wird fertig..."Bin dran..." log er und warf die Tür hinter seiner Mutter zu. Er setzte sich wieder auf sein Sofa. Diese Nacht, würde er sich intensiv mit seiner Beziehung zu Gretchen auseinandersetzte...

Mehdi lief durch die Gänge des Krankenhauses. Er musste feststellen, dass er diese Krankenhausluft irgendwie vermisst hatte. Seit er dieses Krankenhaus betreten hatte, beschlich ihn ein unangenehmes Gefühl. Klatschnass und in T-shirt und Jogginghose. Und das schlimmste war, dass ihn alle in diesem Krankenhaus kannten, zumindest das Personal. Aber keiner traute sich ihn anzusprechen. Bis jetzt hatte er nur verwirrte und abweisende Blicke kassiert.
"Dr. Kaan!" begrüßte ihn Schwester Sabine. Er versuchte freundlich zu lächeln.
"Abend!" sagte er und lief weiter zur Umkleide. Er musste feststellen, dass er den Schlüssel von seinem Spint nicht hatte. Auf dem Boden las er eine Haarspange auf, mit der er sich sofort an seinem Spint zu schaffen machte. Nach kurzer Zeit gab die Tür nach und öffnete sich. Mehdi warf einen Blick hinein und schlug sie sofort wieder zu. Schockiert fuhr er sich durch die Haare, schluckte und öffnete die Türe erneut. Die Situation hatte sich nicht im geringsten verändert. Er schlug die Tür wieder zu.
"Alles wird gut!!" sagte er zu sich. Dann öffnete er die Türe nochmal. Dieses Mal musterte er die Situation genauer. Das Blutverschmierte Schaf schaute ihn mit seinen glasigen Augen an. Mehdi biss sich auf die Lippe und musste den Blick abwenden. Er atmete tief durch und kramte in seinen Sachen, um ein bisschen Kleingeld zu suchen. Dabei versuchte er das Schaf zu ignorieren, dass ihn förmlich anstarrte. Er steckte das Geld ein, dass er finden konnten und machte den Schrank wieder zu. Er hatte jetzt wirklich keine Nerven, das Tier zu entsorgen... Plötzlich fiel ihm ein Foto auf, dass vor ihm auf dem Boden lag. Es war Blut darauf, was darauf hindeuten musste, dass es aus seinem Schrank gefallen. Langsam bückte er sich und hob es auf. Mehdi sog die Luft ein und musterte das Bild. Darauf war er und seine werte Kollegin Frau Dr. Calvo. Sie berührte ihn aufmunternd am Arm und er lächelte höflich zurück. Schlagartig wurde ihm schlecht. Entweder du zahlst, oder deine...amazonen Ärztin muss dran glauben! , hallte es in seinem Kopf wieder. Annas Zuhälter hatte damals ein Bild von Gretchen und ihm gemacht und ebenfalls mit einem Schaf in seinen Spint verfrachtet. Jetzt dachte dieser Typ anscheinend, dass zwischen ihm und Claire etwas laufen würde... Claire Calvo war möglicherweise in Gefahr! "Bitte nicht!" flüsterte er. Das letzte was er wollte, dass jemand unschuldiges wegen Annas Geschäften zu Schaden kam! Er dachte darüber nach, wann dieses Foto entstanden war. Schließlich zeigte es Calvo und ihn, in für ihr normalerweise angespanntes Arbeitsklima eine freundschaftlichen Situation. Er meinte sich daran erinnern zu können, dass sie, nachdem die beiden suspendiert worden waren, am Abend auf dem Parkplatz getroffen und ein bisschen geredet hatten.
Er lief ins Stationzimmer, wo es sich Schwester Sabine mit einem Dr. Rogelt gemütlich gemacht hatte.
"Schwester Sabine... könnten Sie für mich die Telefonnummer von Frau Doktor Calvo ausfindig machen?"
"Natürlich Dr. Kaan..." sagte sie und legte sofort ihr Buch weg, um in ihrem Adressbuch zu blätter. Mehdi vermutete, dass sie dort die wichtigsten Daten aller Krankenhausangestellten vermerkt hatte.
"Hier!" Sie reichte es ihm.
Sofort wendete er sich dem Telefon zu, dass im Stationszimmer stand.
"Was ist denn mit der Frau Doktor?" wollte Sabine wissen.
"Ach...nichts wichtiges..." log er, tippte die Nummer in den Apparat und hielt sich den Hörer ans Ohr. Er wusste zwar nicht was er ihr sagen sollte, aber Hauptsache war, dass sie überhautpt abnahm. Besorgt legte er auf, als sich nach ein paar mal Klingeln die Mailbox meldete.
"Die Handynummer steht da auch noch..." sagte Sabine, die ihn beobachtet hatte. Mehdi versuchte es dann auf ihrem Handy, doch das war ausgeschaltet. Dann musste er eben zu ihr! Vielleicht war das ein bisschen überstürzt, aber wenn sich später herausstellte, dass sie wirklich in Gefahr gewesen war oder immer noch schwebte, würde er sich nie wieder im Spiegel anschauen können...
Er schrieb sich ihre Adresse auf seine Hand, um sie bei dem ganzen Trubel nicht wieder zu vergessen. Aber wie sollte er am schnellsten dort hin kommen? Taxi war sein erster Gedanke, aber hatte er genügend Geld?
"Sabine... können sie mir Geld leihen?"
"Wie viel brauchen Sie denn?" fragte sie zurück.
"Wie viel haben Sie denn?"
Mit seinem Geld, Sabines Kleingeld und Dr. Gummersbachs großzügiger Spende von einem 5 Euro schein hatte er vielleicht ungefähr 15 Euro. Das musste reichen...
Natürlich reichte es nicht.... Auf jedenfall nicht ganz.
"Gehen sie weiter der Landstraße nach... Nach etwa ... 15 Minuten müssten sie dort sein..." hatte der Taxifahrer gesagt. Dann hatte er mitten auf der schmalen Straße gewendet und war zurück nach Berlin gefahren.
Er wusste nicht, wie lange er gelaufen war, aber er war sich sicher, dass das mehr als 15 Minuten gewesen waren. Jetzt war er froh, unter der Überdachung der Haustüre zu stehen. Der Bewegungsmelder hatte ihn bemerkt und sofort das Licht eingeschaltet. Er klingelte und wartete. Die nassen Sachen klebten an seinem Körper und ihm war kalt. Es rührte sich nichts. Er hatte aber schon von weitem gesehen, dass im 2. Stock Licht brannte. Er klingelte nochmal.
Abdoul durchschnitt so schnell wie möglich Claires Fesseln.
"Wer ist das??" fragte er schon wieder.
"Woher soll ich das wissen?" zischte sie zurück.
"Wir können es doch einfach ignorieren..." sagte Frank, der sich über den Tag ausgenüchtert.
"Dieser jemand hat aber höchstwahrscheinlich gesehen, das Licht brennt, die Idiot!" gab Abdoul zurück.
"Soll ich mit ihr runter?" fragte Frank.
"Das sie dir entwischt? Nein Danke!" gab Abdoul zurück und scheuchte Claire mit einer Pistole im Rücken aus der Wohnung und das Treppenhaus hinunter.
"Ein falsches Wort und ihr beide seit dran!" drohte er ihr noch. Claire stellte sich vor die Türe und Abdoul blieb daneben stehen, sodass man ihn von draußen nicht sehen konnte und zielte auf ihren Kopf. Sie atmete tief durch. Dann öffnete sie die Türe. Mehdi Kaan!Was macht der denn hier?!.
"Hallo..." sagte er.
"Hallo..." sagte sie ebenfalls. Aus dem Blickwinkel konnte sie erkennen, dass Abdoul langsam Aufmerksam wurde. Er hatte wahrscheinlich die Stimme erkannt.
"Sie sehen ja gar nicht gut aus..." kam es besorgt von Mehdi. Das weiß ich selbst! , dachte Claire. Sie musste unglaublich blass sein und tiefe Augenringe haben. Insgesamt musste sie ziemlich ungepflegt aussehen. Aber das war jetzt nicht so wichtig. Mehdi Kaan sah auch nicht sooo prickelnd aus... Ein kleines, frierendes Häufchen Elend...
"Ähm...ja... Mir gehts auch gerade nicht so gut... Erkältung... Grippe..." log sie, während sie überlegte, wie sie Mehdi Kaan unaufällig warnen könnte, aber wahrscheinlich hatte es sowieso keinen Sinn.
"Also...weshalb ich hier bin..." setzte Mehdi an, erstummte aber sofort, als sich der Lauf einer Waffe von de Seite an Claires Schläfe presste. Abdoul trat hervor und grinste ihn an.
"Ihr kennt euch ja bereits..." sagte Claire verbittert, während sie auf den Boden schaute.
"Besonders seine Schafe..." sagte Mehdi trocken.
"Ach... sie haben meine kleines... "Present" ... erhalten..." sagte Abdoul schadenfroh.
"Kann man so sagen... "
"Reinkommen..." kommandierte Abdoul.
Zu dritt stiegen sie die Treppe wieder hoch. Claire merkte, wie überrascht Frank war, als er Mehdi sah.
"Unter uns..." setzt Abdoul an "...ich hätte nicht gedacht, dass du das wirklich hinbekommst!" Er nickte zu Mehdi.
"Tjaaa..." sagte Frank gedehnt. "...man darf mich eben nicht unterschätzen..." sagte er ausweichend. Aber Claire merkte, dass er mit Kaans Freilassung nicht im geringsten etwas zutun hatte...

Gretchen stand vor ihrem Elternhaus und knetete nervös ihre Hände. Sollte sie klingeln oder nicht... Ihrer Familie musste sie vorspielen, dass es ihr gut ging...Sonst würde ihr Vater einen riesen Aufstand machen! und was war mit Gigi? Hatte sie vielleicht schon erfahren was passiert war? Hatte Marc sie in seiner Wut angerufen, weil er wusste das Gretchen hier herkommen würde? Entschlossen klingelte sie!
"Magarethe... Was machst du denn hier?" wurde sie von ihrer Mutter begrüßt.
"Hallo Mama... Ich freu mich auch dich zusehen..." gab sie zurück und trat ein.
"Das ist doch wohl eine berechtigte Frage..." meinte Bärbel.
"Ich werde doch auch mal Zuhause vorbeischauen dürfen..."
"Weißt du wie spät es ist?" fragte Bärbel. Gretchen schüttelte den Kopf.
"Nein..." gab sie zu "...aber ihr seid doch noch wach...wo ist das Problem?"
"Es ist trotzdem eine komische Zeit zuhause vorbeizuschauen..."
"Mutter..." seufzte Gretchen.
"Hast du..." setzt sie an, dann senkte sie die Stimme "Hast du dich mit Marc gestritten?"
"Was?" sagte Gretchen und kicherte unsicher. "Wie kommst du denn darauf?"
Bärbel schaute sie kritisch an, dann lief sie zurück ins Wohnzimmer. Gretchen zog ihre Jacke und ihre Schuhe aus und ging auch ins Wohnzimmer, wo Gina und ihre Eltern Scrabble spielten.
"Kälbchen! kommst du uns auch mal wieder besuchen?" fragte ihr Vater.
"Hey Gretchen..." sagte Gigi.
"Hallo!" sagte Gretchen und lächelte.
"Komm setz dich, wir wollten gerade eine neuen Runde beginnen!" meinte Franz.
"ähm... ich bin wirklich müde... ich würde mich gleich hinlegen..." Ihr war wirklich nicht nach spielen zumute. Doch sie merkte, wie sie ihre Mutter wieder so kritisch anschaute. War ja auch irgendwie verständlich... Sie behauptete, dass sie ihre Familie besuchen wollte und legte sich jetzt sofort hin.
"Aber eine Runde kann ich ja noch mitspielen..." fügte sie hinzu und setzte sich an den Tisch.
"Du schläfst heute hier? Ist etwas mit Meier?" fragte Franz.
"Natürlich nicht!" beteuert sie "...Ich wollte einfach mal wieder einen Abend und eventuell einen morgen mit meiner Familie verbringen..."
"Das ist schön..." meinte Franz.
Gretchen konzentrierte sich nicht wirklich auf das Spiel. Sie fragte sich, was Marc gerade machte? Suchte er sie? Und war er sehr sauer auf sie? Wenn ich geblieben wäre, wüsste ich es jetzt... ,aber sie hatte regelrecht Angst gehabt, vor dem, was Marc ihr an den Kopf werfen würde. Gretchen, es war nur ein Kuss! ,rief sie sich ins Gedächtniss. Und das auch nicht wirklich... Vielleicht 2 Sekunden... oder 3...höchstens 4! Und sie war unschuldig! Mehdi hatte sie geküsst!
"Gretchen! du bist dran!" sagte ihr Vater. Lustlos machte Gretchen ihren zug, um sofort wieder in Gedanken versinken zu können Morgen würde sie mit Marc reden! So eng sah er das bestimmt nicht! Schließlich hatte ER andauernd mit Frauen rumgemacht... Und er wusste doch, dass sie niemals wieder etwas mit Mehdi anfangen würde! Und was war mit Gigi? Was würde sie tun, wenn sie erfahren würde was passiert war? Aber schließlich hatte sie auch vor der Hochzeit mit Frank behauptet, mit Marc geschlafen zu haben und hatte sie regelrecht in Franks Arme getrieben. Wenn Marc ihr diese ... 3 Worte damals, im Aufzug gesagte hätte, wäre es wahrscheinlich nie zur Hochzeit mit diesem Betrüger gekommen und alle Beteiligten, insbesondere sie, hätten sich eine Menge Ärger erspart. Warte, versuchst du dich herauszureden? Du hast einen Fehler gemacht! Jetzt steh gefälligst dazu und such nicht nach Ausreden und Argumenten!, ermahnte sie sich.
"Gretchen! Du bist dran!" kam es dieses Mal von Gigi. "Was ist denn bloß los mit dir?"
"Ach... bisschen verpeilt..." antwortete Gretchen.
"Nichts neues..." lachte Franz auf. Gretchen versuchte zu lächeln, während ihre Mutter und Gina ebenfalls lachten...

"Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich hier im falschen Film gelandet bin..." flüsterte Mehdi, als er neben Claire gefesselt auf der Couch saß.
"Nein Verdammt!" sagte sie gereizt "ICH bin die die im falschen Film ist! ICH bin die einzige, die mit dieser Sache gar nichts zutun hat! Sie und Gretchen, IHR solltet hier sitzen! Diese Typen wollen EUCH nicht MICH!" Sofort bereute sie, was sie gesagt hatte. Nicht nur, weil es sich total brutal und kaltherzig angehört haben musste, sondern auch, weil sie völlig daneben lag. Mehdi Kaan war genau wie sie im falschen Film. Er hatte mit dem, was seine Ex getan hatte nichts zu tun...
"Bleiben Sie ruhig!" ermahnte sie Mehdi.
"Ruhig??? Wie soll das gehen? Ich werde hier drin verrückt! 6 Tage! 6 Tage sitze ich hier schon fest!" es tat gut ihrem Ärger endlich luft zu machen. Richtig Luft zu machen. Nicht nur die Dinge Frank oder den anderen zu erzählen, die sie dann sowieso nur belustigt anschauten. Aber wieder merkte sie, dass sie falsch lag. Dr. Kaan war jetzt mindestens genauso lang im Gefängniss gesessen. Was bestimmt auch nicht so toll war.
"Ich saß jetzt 6 Tage in U- Haft...! Auch nicht besser!" gab er zurück.
Sie schwieg.
"Um was geht es hier eigentlich genau?" fragte Mehdi. "Ich habe Annas Schulden alle beglichen!"
"Tja... Ihre dämliche Ex hat angeblich deren ihr Konto leergeräumt..."
"Sie ist nicht dämlich..." verteidigte er Anna.
"Stimmt...eigentlich ist sie ganz Schlau! Sie macht sich mit dem ganzen Geld ein schönes Leben, während wir den Kopf hinhalten müssen...echt clever..."
"Könnten Sie mal bitte ihren Sarkasmus weglassen?!"
"Solange Sie auf meinem Sofa sitzen...nicht..."
"Könnt ihr mal die Klappe halten?" fragte Abdoul, während er sich einen Joint in den Mund steckte und anzündete.
"Verzieh dich doch auf den Balkon!"
"Bei dem Sauwetter? Nene..." er schaute nach draußen.
Claire rollte mit den Augen. "Den Hasch-Gestank krieg ich nicht mehr aus den Gardienen.." murmelte sie mehr zu sich selbst.
"Als ob die jetzt wichtig wären..." meinte Mehdi.
"Stimmt... Die werden mich sowieso nicht mehr sonderlich interessieren, wenn ich tot bin..." flüsterte sie.
"Tot? Wie tot?"
"Wie wohl... Tot halt...wir müssen sterben..." sagte sie leise.
"Wie sterben?" fragt er leicht schockiert. "H-haben die das gesagt?"
"Nein..." antwortete sie. "Aber das ist doch wohl klar, oder?"
"Jetzt malen Sie doch nicht gleich den Teufel an die Wand... Die wollen nur Geld, dann lassen sie einen in Ruhe" erklärte er. "Ich spreche aus eigener Erfahrung..."
"Wie glauben Sie denn, soll das ablaufen??" fragte sie "Wir müssen schwören, niemand etwas zu sagen, ansonsten sollen wir auf der Stelle tot umfallen... Vielleicht noch Kleiner-Finger-Schwur oder so?!!" spottete sie gereizt. "Und dieses Mal geht es nicht um ein paar Euro Nuttenschulden! Anna hat ihr Konto leergeräumt! Und glauben sie, Abdoul will, dass die Polizei erfährt, dass er mit einem kriminellen und international gesuchten Betrüger zusammenarbeitet?!"
"Frank..." seufzte er "...er will doch nicht etwa zu Gretchen..."
"Doch...genau das..." sagte sie "...apropos... Weiß irgendjemand, dass sie hier sind?" flüsterte sie.
"Klappe jetzt!" sagte Abdoul streng.
"Nein..." flüsterte er fast lautlos. "Eventuell... Schwester Sabine..." fügte er nach kurzem Nachdenken hinzu. "Aber glauben Sie mir, keiner wird mich suchen..."
"Wie meinen Sie das?"
"Naja... Ich habe einen ziemlich dummen Fehler gemacht..."
"So!" sagte Franz entschlossen, nachdem er aus dem Bad kam.
"Was?" fragte Abdoul.
"Wir gehen jetzt!" er zeigte auf Claire und sich.
"Wie, ihr geht jetzt?" hakte Abdoul nach.
"Wir?" mischte sich Claire ein.
"Ja wir gehen! Ihr habt Kaan! Das war der Deal..." Er ging auf Claire zu und klappte sein Messer auf, um ihr die Fußfesseln durchzuschneiden.
"Wohin gehen wir denn?" fragte Claire.
"Zu Gretchen!" sagte er entschlossen.
"Zu Gretchen?!" wiederholte Claire und tauschte besorgte Blicke mit Dr. Kaan.
"Genau, zu meinem Sternchen!"

Gretchen hing genervt auf dem Sofa zwischen ihrer Familie. Nach Scrabble hatten sie noch ein Brettspiel gespielt und jetzt saßen sie hier und schauten Familienalben. Gretchen wäre am liebsten ins Bett und einschlafen. Schon wäre der nächste Tag und sie könnte sich mit Marc aussprechen und die ganze Sache aus der Welt schaffen. Aber ihre Familie hielt sie zurück. Nach Scrabble wollte sie dann in ihr Zimmer, wurde aber wieder von ihrem Vater zurückgehalten. Gelangweilt starrte sie auf die Bilder in dem Album. Sie waren nun bis zu ihrer Grundschulzeit vorgedrungen. Gina fand es wohl auch ganz interessant, auch wenn sie auf keinem Foto zu sehen war. Sie hatte Gigi ja auch später kenngelernt. Vielleicht kam sie ja noch irgendwann später... Plötzlich klingelte es.
"Ich geh schon!" sagte Gretchen.
"Wer könnte das sein? Um diese Uhrzeit?" hörte sie noch ihre Mutter. Das war auch die Frage, die sich Gretchen stellte. Marc! Bestimmt ist es Marc! Wer sollte sonst noch so spät zu mir kommen? Und sie öffnete die Tür...

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*If you take me for granted you leave empty-handed...* ~MitiS~

Kälbchen1 Offline

Mitglied

Beiträge: 388

16.08.2012 19:07
#127 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Heute wird es ein bisschen traurig...
Und ich muss noch sagen, dass ich keine Ahnung habe wie sowas in Wirklichkeit bei der Polizei ablaufen würde...


"Frau Margarete Haase?" fragte der eine Mann, obwohl er eigentlich wissen müsste wie sie hieß. Sie kannte ihn. Er kannte sie. Dieser Mann war Polizist und am Frank Muffke Fall beteiligt. Als nächstes fiel ihr Monika ins Auge, die neben ihm stand.
"ähm...Ja..." antwortete sie irritiert. "Was kann ich für Sie tun?"
"Naja...wie soll ich sagen..." setzte Guiseppe an.
"Wir vermuten, dass Frank Muffke wieder hier ist..." erklärte Monika ungeduldig.
"Frank ist wieder hier??" fragte Gretchen erschrocken und lies sofort ihrer Blick über den Garten schweifen, als würde sie ihn suchen.
"Ja... Ihrer Reaktion nach zu beurteilen, hat er in letzter Zeit keinen Kontakt mit ihnen aufgenommen..." stellte Guiseppe fest. Gretchen schüttelte den Kopf.
"Auch keine anonymen Geschenke oder sowas?" fragte Monika. Wieder schüttelte Gretchen den Kopf.
"Woher wissen Sie, dass er hier ist?" fragte Gretchen, in der Hoffnung, die Begründung wäre nicht stichfest genug.
"Sicher haben Sie von dem Mordfall mitbekommen, indem ihr Kollege Dr. Mehdi Kaan und kurzzeitig ihre Cousine Claire Calvo verwickelt waren..." erklärte Guiseppe. "...eigentlich waren wir davon überzeugt, dass Kaan der Täter war, trotzdem haben wir alles nochmal überprüft. Frank Muffke war sehr vorsichtig und hat fast keine Spuren hinterlassen..."
"Was haben Sie gefunden?" wollte Gretchen wissen.
"Einen Fingerabdruck... Motorenraum... Wir vermuten, dass das Auto nicht ansprang oder unterwegs zum Fundort, liegen blieb. Muffke hat dann den Schaden behoben, hat dabei aber vermutlich seine Handschuhe ausgezogen, um besser hantieren zu können..."
"Ah..." sagte Gretchen abwesend. Hatte Frank sie die letzten Tage möglicherweise beobachtet? Ihr wurde sofort ganz anders.
"Deshalb wurde auch Kaan entlassen... Er hat höchstwahrscheinlich wirklich nichts mit dem Mord zu tun. Das deckt sich dann auch mit seiner Aussage, dass die Tatwaffe in seinem Handschuhfach lag und so für den Mörder zugänglich war. Trotzdem wissen wir noch nicht, warum Frank Muffke diese Frau umgebracht hat..." erklärte Monika.
"Und jetzt?" fragte Gretchen hilflos. "Bekomme ich jetzt...Polizeischutz?"
"Also... wir würden gern ein bisschen die Lage abschätzen, bevor wir Polizeischutz beantragen..."
"Die Lage abschätzen??" fragte Gretchen. "Aber so lange bin ich und die Menschen um mich in Gefahr!"
"Beruhigen Sie sich bitte..." sagte Guiseppe. "Wir werden bei unseren Beobachtungen natürlich alles genau im Auge behalten und sofort eingreifen, falls etwas passieren würde..."
"Wir müssen sie noch darauf hinweisen, dass Sie zu niemand etwas sagen dürfen! Wenn Frank Muffke erfährt, dass wir seine Spur erneut aufgenommen haben..." Er ließ den Satz unvollendet.
"Aber ... Ich muss doch meine Freunde warnen!" sagte Gretchen.
Guiseppe und Monika sahen sich an.
"Wir wissen eben nicht, wem ihre Freunde das alles weitererzählen... Und wen sie überhaupt alles zu ihren Freunden zählen..." erklärte er.
"Naja...also meine Familie...Meine Cousine Claire Calvo...meine Freundin Gina Amsel und mein Freund Marc Meier...und eventuell Mehdi Kaan..."
Wieder schauten sie sich an.
"Wir wollen nicht, dass sich diese Personen umsonst beunruhigt fühlen. Bitte behalten Sie es erstmal für sich!" sagte Monika.
"Inordnung!" versprach Gretchen, auch wenn sie den Gedanken hegte, sich nicht daran zu halten.
"Und... wir würden gerne ihre Kette mitnehmen!" sagte Monika.
Gretchen fasste sich an ihr Dekoltee zu ihrer Kette.
"Meine Kette??" fragte sie.
"Ja...wir würden sie mit einem GPS Sender versehen -für alle Fälle- und sie Ihnen Morgen wieder bringen..."
"Na gut..." meinte Gretchen, nahm die Kette ab und gab sie Guiseppe.
"Gut... Wir werden uns wieder melden!" sagte Monika "Und halten Sie die Augen auf!"
"In Ordnung..." sagte Gretchen. "Auf Wiedersehen..."
"Auf Wiedersehen..." sagte Guiseppe und Monika.
Gretchen ging wieder rein und machte die Türe zu. Frank war hier irgendwo. Vielleicht hockte er irgendwo in ihrem Garten. Vielleicht würde er diese Nacht an dem Baum vor ihrem Fenster Hochklettern und sie beim Schlafen beobachten... Vielleicht hatte er sie sogar im Krankenhaus beobachtet und sie danach bis zu Marcs Wohnung verfolgt. Marc!, schoss es Gretchen in den Kopf. Er war heute Nacht ganz allein zu Hause. Was, wenn Frank heute Nacht zu schlagen würde? Sie ging hoch in ihr Zimmer. Sie würde Marc jetzt anrufen und ihn warnen.
"MARGARETHE! WER WAR DENN AN DER TÜR?" rief ihre Mutter das Treppenhaus hoch.
"NIEMAND WICHTIGES!" rief Gretchen zurück und hoffte, dass ihre Mutter nicht hoch kam um nach ihr zu schauen. Sie wählte Marcs Nummer und hielt sich ihr Handy ans Ohr. Es klingelte ein paar Mal. Dann wurde abgenommen. Gretchen setzte sich sofort aufrechter hin und konzentrierte sich auf dass, was sie sagen wollte.
"Gretchen!" kam es von Marc.
"Hey Marc..." sagte Gretchen verlegen.
Sie hörte wie Marc sich am anderen Ende räuspert.
"Weswegen rufst du an?" fragte Marc.
"Es geht um Frank..." Sie wartete, ob Marc etwas dazu sagen würde. Am anderen Ende herrschte Stille, deshalb fuhr sie fort. "Er... Er treibt sich wahrscheinlich hier irgendwo herum..."
"Ja...Und?" fragte Marc desinteressiert.
"Ich...Ich wollte nur, dass du es weißt... und auf dich aufpasst!"
Stille. Dann kam ein. "Ah" und dann wurde aufgelegt. Gretchen ließ sich rückwärts aufs Bett fallen. Kein: "Wo bist du?" "Geht es dir gut?". Kein: "Können wir reden?" "Was ist vorhin passiert?". Gretchen war ein bisschen enttäuscht. Sie machte sich schreckliche Sorgen um ihn und Marc schien es nicht ansatzweise zu interessieren...

Frank saß beleidigt am Wohnzimmertisch uns spielte mit dem Bieröffner. Der Arme...hat sich so gefreut sein Sternchen wieder zu sehen..., dachte Claire schadenfroh.
Frank hatte ihr gerade die Fußfesseln durchschneiden wollen, dann war Abdoul zu ihm getreten und hatte ihn leicht weggeschupst.
"Willst du mich verarschen?" hatte er gefragt. "Abgemacht war Anna Kaan! Das ist Mehdi Kaan! Bevor ich die Schlampe nicht habe, bleibst DU hier!"
"Aber Kaan weiß doch wo seine Frau ist!" hatte Frank behauptet und hatte erwartungsvoll zu Mehdi geschaut.
"Nein! Das weiß ich nicht! Ich wusste es damals nicht, Ich weiß es heute nicht!" hatte er zurückgegeben.
"Du bleibst hier!" hatte Abdoul noch einmal nachdrücklich gesagt.

Schweigend saßen Claire und Mehdi auf dem Sofa. Mehdi machte sich Gedanken über Anna. Wen hab ich da nur geheiratet?, fragte er sich deprimiert.
"FRANK!" wurde er aus den Gedanken gerissen. "ES BLUTET SCHON WIEDER!" rief Claire. Mehdi schaute sie an und sah, wie ihr das Blut am Hals hinunterlief. Er konnte die Wunde nicht sehen, da sie von Claires Ponny verdeckt wurde, aber er vermutete, dass sie an der Schläfe war. Schon kam Frank mit ein paar Zewa Tüchern und wischte vorsichtig das Blut an ihrem Hals auf, hielt ihr den Ponny hoch und presste es gegen die Wunde. Er legte kurz die Tücher weg und löste vorsichtig das Pflaster von der Wunde.
"Au!" kam es von Claire. "Pass doch auf!"
"Das sieht gar nicht gut aus..." meinte Mehdi besorgt. "Die hat sich entzündet..."
"Ja...ich weiß..." sagte Claire. "Das muss genäht werden!" sagte sie laut zu Frank. Der sog nur die Luft ein.
"Ich hol ein neues Pflaster..." sagte Frank nur und verschwand im Bad.
"Wie ist denn das passiert?" wollte Mehdi wissen.
"Mein erster Fluchtversuch..." erklärte sie und beobachtete, wie ihr das Blut wieder den Hals hinunter rann. "...er hat mich gegen die Badewanne geschuckt..."
"Ouh..." sagte Mehdi.
"Wenn mich Frank nicht tötet, dann diese Kopfschmerzen ganz bestimmt..." sagte sich und legte den Kopf in den Nacken. Frank kam mit einem Pflaster zurück un versuchte irgendwie ihre Haare zur Seite zu halten und das Pflaster aufzukleben. Nacher ging er mit Blutverschmierten Fingern zum Waschbecken und machte den Wasserhahnen auf.
"Häh?" hörten sie Frank, dann kam er zurück ins Wohnzimmer. "Da kommt kein Wasser..."
"Was soll ich jetzt machen?" gab Claire zurück. Frank schmierte sich die Finger an seiner Hose ab und verließ die Wohnung. Sie vermutete, dass er in den Keller ging um die Lage zu checken.
"Mehdi..." sagte auf einmal Kaan.
"Was?"
"Mein Vorname..." murmelte er abwesend.
"Das ist mir schon klar..." gab sie irritiert zurück.
"Sie können mich Mehdi nennen..." machte er einen ganzen Satz.
"Achso... " sagte sie "Claire!"
"Dann wäre das auch geklärt..." meinte Mehdi. "Ich finde es unnötig in solchen Situationen auf irgendwelche förmlichkeiten zu achten..."
"Da sind wir ausnahmsweise mal einer Meinung..." meinte sie. "Du hast mir übrigens immer noch nicht gesagt, was passiert ist!"
"Ja, weil es total idiotisch ist..."
"Du bist Mehdi Kaan... also kann es gar nicht so idiotisch sein..." meinte sie. Schließlich war Dr. Kaan die vernünftigste und vorausschauendste Person, die sie kannte.
"Ich hab Gretchen geküsst!" sagte er direkt.
"Geküsst?!" sagte sie.
"...und Marc hat uns erwischt..." erklärte er weiter. "...und Gigi wird es ganz sicher auch noch erfahren... Damit sind alle Personen aufgebraucht, die nur Ansatzweise nach mir suchen würden..."
"Was küsst du auch Gretchen?" fuhr sie ihn an.
"Ich, Ich weiß nicht... auf einmal war da ihr Gesicht... und sie hat mich so angeschaut...Ihre blauen Augen... und...das warme Licht vom Backofen... ich weiß nicht... Es war einfach ein Moment der Schwäche..."
"Moment der Schwäche..." sagte sie und schnaubte abfällig. Mehdi schwieg. "Wir kommen hier nie wieder raus!"
"Wenn Anna erfährt, dass diese Typen uns als Geiseln haben, wird sie herkommen und denen das Geld wieder geben!"
"...wenn sie nicht schon alles ausgegeben hat, vielleicht... und das glaube ich nicht! Sie wird doch nicht ihre Villa irgendwo neben den Geissens aufgeben, um ihren Ex und eine Frau, die sie gar nicht kennt zu retten..."
"Hör auf, auf Anna herum zu hacken! Du kennst sie doch gar nicht!"
"Entschuldigung, dass ich hier langsam verrückt werde!" gab sie laut zurück. "Ich werde wahrscheinlich nie wieder auf die Menschheit losgelassen werden können, ohne gleich Amok zu laufen! Ich werde für immer psychisch gezeichnet sein! Ich werde meinen Job verlieren und den ganzen Tag für einen online shop irgendwelche T-Shirts bedrucken!"
"Hast du ein bisschen zu viel von dem Hasch abbekommen oder woher kommen deine wilden Fantasien?" unterbrach er sie. "Wir werden hier rauskommen, lebendig! Das verspreche ich dir!" sagte er mit seiner ruhigen Gynäkologen Stimme.
"Ich will hier raus! Ich will duschen! Ich will endlich wieder was richtiges essen! Ich will schlafen!" sagte sie. "Ich hätte ihn umbringen müssen! Ich hätte es tun müssen! Und den anderen auch! Ich hätte die Chanche dazu gehabt! Dann wäre ich frei!"
Mehdi hatte mitleid mit ihr. Sie war einem Nervenzusammenbruch sehr nah, er konnte aber auch nicht ausschließen, dass sie ihn gerade erlitt.
"Beruhig dich!" sagte er.
"Ich kann nicht! sagte sie leise und er sah wie ihr eine Träne hinunter lief.
"Hey..." flüsterte er tröstend. "Nicht weinen..."
"Ich dreh völlig durch..." sie schaute auf die große Standuhr, die jetzt Mitternacht schlug. Sie sog die Luft ein und schien innerlich mit einem Heulkrampf zu kämpfen "Ich...Ich hab heute Geburtstag..." sagte sie mit rauer Stimme und presste die Lippen zusammen.
"Dann... Alles Gute!" sagte er und versuchte aufmunternd zu klingen. "Du wirst 29 stimmts?"
"30... Ich werde 30..." sagte sie abwesend während sie auf die Uhr starrte.
"Achso... Marc hat gesagt, du wärst 28..."
"Marc kann sich sowas nicht merken... genau so wenig wie Geburtsdaten..."
"Verstehe..." sagte er. "Aber wenn du heute Geburtstag hast, dann ist das doch gut! Wenn deine Freunde kommen und deine Familie..."
"Ich weiß worauf du hinaus willst...!" unterbrach sie ihn. "Aber Frank wird sich davon nicht abhalten lassen... zur Not legt er meine Freunde und Verwandte um... oder auch noch auf's Sofa... ein bisschen Platz ist ja noch..."
Mehdi nickte langsam.
"Der Keller steht unter Wasser..." erklärte Frank, der ins Wohnzimmer geschlurft kam und mit seinen nassen Schuhen kleine Pfützen auf dem Parkett hinterließ.
"Herzlichen Glückwunsch..." sagte Claire feierlich.
"Habt ihr hier irgendwo... Werkzeug...?"
"Unten im Keller...im Schrank..." sagte Claire. Frank ließ die Schultern hängen.
"Mann...eh..." sagte er müde und genervt. Plötzlich hörte man die Wohnungstür zuschlagen. Der Gorilla kam, um seine Schicht anzutreten.
"Hey, kannst du mir helfen im Keller was zu reparieren?" fragte Frank. Der Typ schaute an Frank hinunter und betrachtete seine nasse Schuhe und die Hose, die sich am Schienbein hinauf auch vollgesogen hatte.
"Nee... Kannste schön selber machen!" gab er zurück. Frank ging wieder in den Keller. Der dicke stellte sich provozierend vor das Sofa.
"Ich soll dich noch ein bisschen bearbeiten..." verkündete er.
"Ich weiß nicht wo Anna ist! Das hab ich doch schon gesagt!"
"Verarschen kann ich mich selber!" sagte er gleichgültig. Er beugte sich zu ihm vor. "Wo ist Anna?"
"ICH WEIß ES NICHT!" sagte Mehdi nachdrücklich. Darauf hin fing er eine Ohrfeige. Claire zuckte bei dem Geräusch zusammen.
"Wie sieht's jetzt aus?" fragte der Gorilla.
"Immer noch nicht..." sagte Mehdi während er seinen Nacken knacksen ließ.
"Sag uns endlich wo sie ist! " sagte er. "Wahrscheinlich hat sie dir etwas vom Gewinn versprochen, aber du kannst sie nicht mehr decken! Bilde dir ja nicht ein, dass du wichtig für uns bist! Wir bekommen sie auch ohne deine Hilfe und wenn DU nicht bald mit uns koorperierst, kannst du dich auf was gefasst machen!"
"Sie hat mir gar nichts versprochen! Sie ist damals abgehauen und ist nie wieder aufgetaucht!"
"Mann, ER weiß nicht wo sie ist!" stellte Claire klar.
"Du hälst dich da raus, Schlampe!"
"Nenn mich nicht Schlampe, Du Wichser!" zischte sie zurück. Danke für den den schlimmstern Geburtstag allerzeiten! Daraufhin bekam sie ebenfalls eine Ohrfeige, die ihr einen stechenden Schmerz durch den Kopf jagen ließ.
"Wir könne doch zahlen!" sagte Mehdi ausweichend, als hätte er angst der Typ könnte sie weiter verprügeln. Der Gorilla lachte höhnisch auf.
"Kaan! Hier geht es nicht um ein paar lächerliche Nuttenschulden... Hier geht es um richtig viel Geld!" erklärte er, als wäre Mehdi ein totaler Vollidiot.
"Wir...Wir könnten in Raten zahlen!" schlug Mehdi vor. Doch der Gorilla ging nur lachend in die Küche, holte sich ein Bier aus dem Kühlschrank und setzte sich an den Esstisch.
Claire hatte die Augen geschlossen und lehnte gegen die Sofalehne, um sich zu sammeln. Sie musste sich schlagartig an ihren 8. Geburtstag erinnern. An diesem Tag war ihr über alles geliebtes Kaninchen verschwunden und sie hatte es wenig später überfahren am Straßenrand gefunden. In diesem Moment hatte sie sich geschworen, dass das der schlimmste Geburtstag aller zeiten war und sich nicht mehr übertrumpfen ließ.
Da habe ich wohl falsch gedacht!
"Du solltest schlafen..." meinte Mehdi. "Ich halte die Stellung..."
Schweigend legte sie sich hin und schloss wieder die Augen, um ein bisschen Schlaf zu finden. Es war wirklich sehr beruhigend, dass Dr. Kaan hier war...
Als sie sie wieder aufschlug, wanderten ihre Augen auf die Uhranzeige auf dem Receiver. 2:13, dachte sie schläfrig. Da hab ich wohl wirklich geschlafen...Es fühlte sich aber nicht so an. Sie fühlte sich nicht ausgeruht, sondern genauso wie vorher. Plötzlich erstarrte sie. Da war eine Person. Aber nicht Frank. Oder Freddie. Oder der Gorilla und auch nicht Abdoul. Keiner von ihnen schien hier zu sein. Irgendjemand anders. Claire traute sich nicht wirklich hinzusehen. Ein Mädchen! Das ist absurd! Du hast eine Gehirnerschütterung! Du halluzinierst! Sagte sie sich, während ihr wieder die müden Augen zu fielen. Sie versuchte sie offen zu halten und die Gestalt im Auge zu behalten. Ihr verschwamm immer mehr das Bild und ihre Augen brannten vor müdigkeit. Vielleicht sterbe ich gerade!, dachte Claire Vielleicht bin das ich und mein leben zieht gerade an mir vorbei!. Die Gestalt sah sich um. Auf jedenfall sah Claire, wie die Person in der Wohnung herumlief. Sie spürte plötzlich, wie ihr wieder das warme Blut an der Stirn hinunterlief. Sie versuchte sich vorzustellen, was Mehdi gerade machte. Beobachtete er das Mädchen auch? Wie konnte er? Das Mädchen exestiert doch gar nicht! Wieder fielen ihr die Augen zu. Plötzlich hörte sie eine Stimme.
"In welchem kranken Scheiß bin ich jetzt gelandet?!"
Oh nein! Jetzt hörst du Stimmen! Sacrebleu, du hörst Stimmen!

Marc saß auf dem Sofa. Er musste feststellen, dass sich sein Gedankenkarussel angefangen hatte zu drehen. Ganz langsam. Er hatte gar nichts bemerkt. Wenn er es gemerkt hätte, wäre er abgesprungen. Jetzt war es nicht mehr aufzuhalten. Mehr und mehr verstrickte er sich in Fragen und Gedanken. Er wusste, dass er sich nun diesen Dingen stellen musste und es nichts helfen würde, den rest der Flasche zu leeren. Immer mehr vertiefte er sich in die Sorgen um seine Beziehung mit Gretchen. Immer mehr Zweifel kamen hoch. Und er musste sich eingestehen, dass er schon seit damals, als er sie am Flughafen abgefangen hatte, zweifelte. An allem. Dass sie keine Beziehung führen konnten. Dass er sie nicht glücklich machen konnte. Sie wünschte sich Familie, eine Traum- Hochzeit. Damit konnte er nicht dienen. Jedenfalls nicht jetzt... und konnte er es überhaupt, irgendwann? Wahrscheinlich nicht... Er konnte nicht einmal sagen, dass er sie liebte. Und Gretchen hörte wahrscheinlich schon längst ihre biologische Uhr ticken... Irgendwann würde sie ihn verlassen. Auch wenn wenn sie ihn liebte. Sie würde sich lange eingestehen das sie darüber hinwegsehen könnte, dass Marc das alles nicht wollte. Aber irgendwann würde sie sich eingestehen müssen, dass sie ein Marc Meier nicht glücklich machen konnte. Er hoffte, dass es für Gretchen dann noch nicht zu spät war. Er wünschte Gretchen eine Familie. Sie wäre eine tolle, liebevolle Mutter. Aber er wäre ein schlechter Vater. Er wusste nicht, wie das ging... Wie man ein guter Vater war. Niemand hatte es ihm gezeigt...
Ihm wurde noch flauer, als er weiter in die Zukunft schaute. Seine Beziehung mit Gretchen würde irgendwann eine gewisse Selbstverständlichkeit in ihrem Leben einnehmen. Eine gewisse Routine würde sich einstellen. Das wäre das schlimmste was passieren konnte. Wie ein altes Ehepaar nur noch neben sich her zu leben, oder eher aneinander vorbei zu leben? Wie bei dem Professor und seiner Frau. Marc konnte nicht versprechen, dass er sich dann nicht auch in die ein oder andere Affäre flüchten würde. Es würde Gretchen das Herz brechen. Er wollte Gretchen nicht das Herz brechen. Das hatte er schon zu oft getan. Aber genau wie ihre Mutter, würde Gretchen kämpfen. Um ihre Beziehung. Aber Marc wusste nicht, ob das einen Sinn hatte... Und dann wurde ihm klar, dass er einfach nicht dafür gemacht war, lange Beziehungen zu führen. Geschweigenden zu heiraten. "Bis der tot euch scheidet!" murmelte er zu sich selbst. Das war ziemlich lange. Okay, mit Nina war er 3 Jahre zusammengewesen... Aber mit Gretchen war das anders. Es zeriss ihn innerlich, wenn er daran dachte, wie weh er ihr in ferner Zukunft tun würde. Bei Nina war das anders gewesen, er hatte sich nie Gedanken gemacht, davor zurückzuschrecken mit ihr Schluss zu machen, wenn ihm irgendetwas nicht mehr passte. Gretchen hätte das nicht verdient... Vielleicht hatte sie auch deshalb Mehdi geküsst. Vielleicht spürte sie innerlich, dass nur er sie glücklich machen konnte. Mit Kinder, Hochzeit, zusammen alt werden und mit allem, was sich Gretchen sonst noch wünschte. Sein Haasenzahn war eben eine Träumerin. Wünschte sich eine perfekte Zukunft. Aber das war mit ihm, Marc, nicht möglich. Auch wenn sie sich das nicht eingestehen wollte. Seit 15 Jahren war er ihr Prinz. Das würde sich wahrscheinlich auch nicht in den nächsten 15 Jahren ändern. Marc rechnete. Er würde dann auf die 50 Zugehen. Er wollte nicht älter werden. So wie es war, war es gut. Er war attraktiv genug, jede zu haben die er wollte. In 15 Jahren hatte er vielleicht nicht mal mehr alle Haare auf dem Kopf... Er wollte seine Freiheit behalte. Mit Gretchen würde das nicht mehr gehen... Eigentlich ja schon, aber er wollte ihr nicht wehtun. Noch ein Grund, warum er kein Kind wollte. Selbst wenn Gretchen und er dann getrennt leben würden, hätte er eine Verantwortung für das Kind. Und er würde sich nie wieder richtig von Gretchen trennen können, weil er immer durch das Kind mit ihr verbunden war und für Gretchen wäre es auch nicht schön, jedes Mal Marc zu sehen. Vielleicht jedes Mal mit einer anderen Frau...
Er verstrickte sich immer mehr in Zukunftsvisionen. Gretchen kam aber jedesmal nicht gut dabei weg... Alles würde daraufhin hinaus laufen, ihr das Herz zu brechen. Vielleicht nicht richtig. Aber manchmal taten häufige kleine Schnitte und Stiche mehr weh, als ein einziger. Und was war eigentlich mit ihm. Würde er es überhaupt so lange mit Gretchen aushalten? Auch wenn sie eine alte Frau war. Wenn sie dann noch verrückter war, als sonst? Ich muss dem ein Ende setzen!, stellte er fest und nahm einen Schluck Wein.
"Morgen mache ich mit ihr Schluss!" sagte er entschlossen. Damit würde er ihr den Boden unter den Füßen wegziehen und ihr ihr das Herz brechen. Aber irgendwann würde sie ihm Dankbar dafür sein...

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*If you take me for granted you leave empty-handed...* ~MitiS~

Kälbchen1 Offline

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30.08.2012 12:15
#128 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Es tut mir leid, dass jetzt länger nichts mehr kam, aber bei mir lief es in letzter Zeit nicht alles so wie geplant... und ich muss sagen, dass ich mit diesem Teil auch nicht so zufrieden bin.
Vielleicht könnt ihr ja trotzdem was damit anfangen...
Bis Bald, Eure Kälbchen1


"Wer bist du?" fragte Claire ins leere. Die Person kam sofort zum Sofa und kniete sich hin.
"Geht es Ihnen gut?" fragte sie besorgt.
"Seh ich so aus?" gab Claire zurück und musterte das Mädchen. "Bist du echt?"
"ähm...Jaa..." sagte sie irrtiert "Was soll das ganze hier??"
"Sag mir erstmal, wer du bist und was du hier willst! Gehörst du zu denen??"
"Zu wem?"
"Zu denen eben!"
"Ich glaube nicht, Nein..." gab sie irritiert zurück. Claire richtete sich mühsam auf und warf einen Blick zu Mehdi, der eingenickt war... Was ist das für eine Welt, in der man sich nicht mal mehr auf einen Mehdi Kaan verlassen kann?!, dachte sie erschöpft.
"Mehdi!" sagte sie aufdringlich um ihn zu wecken. "Mehdi!" wiederholte sie etwas lauter. Das Mädchen rüttelte Mehdi am Arm.
"Dr. Kaan!" sagte sie.
"Du kennst ihn?" fragte Claire.
Sie ignorierte sie und rüttelte nochmals an ihm. "Aufwachen!"
Er schlug die Augen auf und schaute sie an.
"Was machst du hier?" fragte er ruhig.
"Also mir stellt sich eher die Frage, was Sie hier machen..." sagte sie und musterte den gefesselten Mann.
"Was zum..." setzte Frank an, der ins Wohnzimmer kam und das Mädchen entdeckte. Sie drehte sich um und für einen Moment sahen sie sich nur an.
"Frank...Frank Muffke!" brachte sie hervor. "Ach du Scheiße! Das ist Frank Muffke!"
"Wer bist du?? Was zum Teufel willst du hier?" fragte er aufdringlich und hielt ihr seine Pistole entgegen. Sie schluckte ängstlich.
"Komm her!!" kommandierte er schroff. Sie ging langsam auf ihn zu und nahm dabei immer mehr ihre Arme in die höhe.
"Was soll das? Nimm die Arme runter!" sagte er. "Was willst du hier?" fragte er nochmal und hielt die Pistole auf sie.
"ähm... also...d-das weiß ich auch nicht so...genau..." antwortete sie und ihre Pupillen zuckte hektisch hin und her, als würde etwas suchen.
"Ja klar!" sagte Frank.
"Also...eigentlich...ich...ich wollte...also...es geht um..." stotterte sie und suchte hektisch nach Worten. "...Familien Angelegenheit!" stieß sie hervor.
"Familien Angelegenheit?" fragte Frank.
"Ja!" sagte sie schnell.
"Siehst du hier iiiirgendjemand von deiner Familie?" fragte Frank und schaute sich um.
"Nein...a-aber..."
"Also! lass dir bessere Ausreden einfallen!" zischte Frank "Für wen arbeitest du? Wer hat dich geschickt?"
"N-niemand..."
"Freddie schaut sich unten das Rohr an, aber wahrscheinlich kann er auch nichts machen..." erklärte Abdoul, der gerade hereinkam. Dann stockte er und schaute das Mädchen an.
"Wir haben einen Besucher..." erklärte Frank.
"Was machst du hier, verdammt?!" fragte Abdoul nachdrücklich das Mädchen.
"Das du assi bist, weiß ich ja, aber dass du illegale Dinge drehst.... Ich mein Frank Muffke!? Der wird von der Polizei und Interpol gesucht! Und wieso liegen da zwei Menschen gefesselt auf der Couch?!"
"Ich hab dich was gefragt!!" sagte Abdoul streng.
"Wie? Ihr kennt euch? Willst du mich verarschen?" fragte Frank.
"Mann, das wird mir hier echt zu krank hier!" sagte das Mädchen und lief zur Wohnungstür.
"STOP!" rief Frank. "Zurückkommen!"
Wiederwillig drehte sie sich um und trottete zurück.
"Wieso bist du nicht zuhause??" zischte Abdoul.
"Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, wo du die ganze Zeit hin gehst! Und glaub ja nicht, das ich nicht weiß, das du auch ne Waffe hast! Und jetzt verschwindest du plötzlich mitten in der Nacht? Da MUSSTE ich hinterher!"
"Hinterher?"
"Kurze Zwischenfrage!" sagte Frank. "Ist sie... deine Tochter?"
"Ja..." sagte Abdoul.
"Sonst noch was??" fragte Frank gereizt. "Du schleppst deine Tochter hier an!?"
"Du hast sie doch gehört! Sie ist selbst irgendwie hier her gekommen!"
"Und jetzt?? Sie weiß von mir!" sagte Frank.
"Sie wird es für sich behalten!" sagte Abdoul und sah seine Tochter beschwörend an.
"Geht's noch?! Ganz sicher nicht!! Ich weiß zwar nicht was hier läuft, aber es ist krank! Total krank! Und illegal!" fügte sie hinzu.
"Geh zurück ins Auto!" sagte Abdoul. "Wir klären das später!"
Sie rollte mit den Augen und machte anstalten zu gehen.
"WAS?" sagte Frank. "Sie wird da bleiben! Ich bin sonst geliefert!"
"Ich werde mit ihr reden!" sagte Abdoul.
"Ich darf das nicht zulassen!! Ich muss zu meinem Sternchen! Und das wird mir SIE ganz sicher nicht verderben!!" sagte er.
Sie zuckte zusammen, als ihr Frank die Pistole ins Gesicht hielt.
"Sie ist uns ein Klotz am Bein! Wir haben schon zwei Geiseln! Ich bin so nah dran, ich lass mir das nicht verderben!"
"Ich sag nix! Ich schwöre!" sagte sie jetzt doch. "Ich mache alles was sie wollen, aber bitte nicht schießen!!"
"Weißt du wie das ist, wenn man jemand abgöttisch liebt?" fragte auf einmal Frank.
"Ich glaub nicht..." sagte sie ängstlich.
"Ich schon..." sagte Frank schwelgend. "Ich muss um meine Liebe kämpfen, verstehst du das?"
"Willst du jetzt ne Bestätigung von mir, um mich abzuknallen?" fragte sie zurück. Abdoul zog sie weg und schaute Frank an.
"Hör auf so nen Scheiß zu labern!" zischte er. Langsam versuchte sie sich zu entfernen und wieder zur Wohnungstür zu gelangen.
"Hey!" sagte Frank und lief ihr hinterher. Er vergrub seine Hand in ihren Haaren und zog sie zum Sofa. "Setz dich hin!"
Sie setzte sich und wechselte einen kurzen Blick mit Mehdi.
"Das ist dein Vater?" flüsterte er. Sie nickte nur.
"Wer bist du eigentlich?" wollte Claire jetzt wissen.
"Amy..." flüsterte sie.
"Ich bin Claire!" sagte Claire. "Kannst du uns die Fesseln irgendwie wegmachen?"
"Soll sie sie durchbeißen oder was?" fuhr Mehdi sie an.
"Wartet..." sagte Amy und kramte in der Hosentasche ihrer Ghetto Jogginghose. Sie sah aus, als wäre sie gerade aus dem Bett gekommen. Was sie wahrscheinlich auch war. Amy war einen prüfenden Blick zu Frank und Abdoul, die intensiev diskutierten, dann zog sie ein Klappmesser hervor.
"Warum hast du ein Messer dabei?" fragte Claire.
"Selbstschutz?!" gab sie zurück und machte sich an den Fesseln von Mehdi zu schaffen. Sie lösten sich und Mehdi nahm das Messer an sich, um die Fußfesseln zu durchschneiden. Danach kümmerte er sich um Claires Fesseln.
"WAS SOLLEN WIR JETZT MACHEN, VERDAMMT!!" schrie Frank aufgebracht.
"Ich kümmer mich darum!" sagte Abdoul. "Schalt mal n'Gang runter!"
"Es DARF nicht alles umsonst gewesen sein!" sagte Frank.
Claire lauschte dem Streit. Sie zweifelte daran, selbst mit der Hilfe dieses Mädchens herauszukommen. Sie hatte es zweimal versucht! Und jetzt sollte diese Amy auftauchen und sie wären gerettet?! Bestimmt nicht! Und konnte man diesem Mädchen überhaupt vertrauen?
"Und jetzt?" flüsterte Mehdi.
"Jetzt hoffen wir, dass mich mein Vater zumindest ein bisschen lieb hat!" meinte Amy trocken. "Und mich nicht von diesem Psycho Typ killen lässt!"
Vorsichtig richteten sich die drei auf und gingen langsam auf den Flur zu, wo sich Frank und Abdoul stritten. Mehdi hielt noch das Klappmesser in der Hand, auch wenn er daran zweifelte, es einzusetzen...
Zuerst richtete Frank erschrocken die Pistole auf alle.
"Wie..." setzte er fragend an. "Ihr geht jetzt schön zurück auf das Sofa!"
"Nein!" sagte Claire bestimmt.
"Doch, verdammt noch mal!! Ich hab so lange gekämpft! Um Gretchen! Ich habe einen Menschen auf dem gewissen!! Ich kann das nicht so einfach aufgeben! Das lasse ich mir von euch nicht versauen!! Dafür liebe ich sie ZU sehr! So sehr das es schon wehtut!"
"Frank..." setzte Mehdi mit seiner Gyäkologen Stimme an. "Du bist krank im Kopf! Merkst du das? Gretchen liebt jemand anders! Das kannst du nicht ändern... Aber wenn du dich der Polizei stellst, dann können wir uns eine Menge ersparen! Es musste schon jemand sterben! Willst du wirklich noch jemanden töten? Du brauchst psychologische Hilfe! Dann wird es dir bald besser gehen!"
Frank hatte es sich geduldig angehört und fing an den Kopf zu schütteln.
"Nein! Du verstehst das nicht, Kaan! Du hast noch nie jemanden so geliebt, wie ich Gretchen! Du kennst dieses Gefühl nicht! Und Marc ist nicht der richtige für sie! Gerade jemand wie du sollte das sehen! Und als Gretchens bester Freund solltest du sie beschützen wollen! Vor so jemandem wie Marc! Der ihr nur weh tut und sie nicht glücklich machen kann! Aber ich werde derjenige sein, der sie vor ihm rettet!"
"Ich bin deiner Meinung..." setzte Claire an. Sie musste die Sache anders angehen. Frank war gestört, dass war ja irgendwie schon klar, als er hier eingebrochen war und sie gefesselt hatte, aber jetzt war bei ihm eine Sicherung durchgebrannt, was ihn total unberechenbar machte. "Marc ist der falsche für sie!" sagte sie jetzt. "Aber Gretchen wird dich nicht lieben können, wenn du ihre Cousine und ihren besten Freund umbringst! Wenn du noch irgendjemand anders umbringst! Du hast schon jemanden umgebracht, aber das wird sie dir verzeihen, weil sie dich abgöttisch liebt!" Sie ging langsam auf ihn zu und legte ihm die Hand auf den Arm. "Du musst zu ihr und ihr deine Gefühle gestehen! So bald wie möglich! Sie vermisst dich so sehr!"
Mehdi schaute sie irritiert an. Sie gab ihm nur einen Blick zurück der sich nicht eindeutig deuten ließ, aber Mehdi vermutete das sie sein krankes Spiel mitspielen wollte und sich deshalb bei ihm einschleimte. Sie war gut. Sie war wirklich gut! Und so verblendet wie Frank war, würde er ihr alles glauben, was sie ihm erzählte, so lange es das war, was er hören wollte.
"Meinst du?" fragte Frank.
"Natürlich! Ich bin ihre Cousine! Sie hat so oft von der geschwärmt!"
"Das hat sich aber vor ein paar Tagen anders angehört!" sagte Frank kritisch. "Du hast behauptet, dass sie mich nicht lieben würde!"
"Jaa..." sagte sie gedehnt. "Ich dachte, du wärst nicht der richtige für sie! Aber jetzt bin ich mir 100%ig sicher! Aber Gretchen, sie ist sich auch noch nicht sicher, weil sie von Marc verblendet ist, aber DU bist der Richtige! Das musst du ihr Beweisen!"
"Wir wären wirklich ein Traumpaar..." schwärmte Frank. Claires Hand arbeitete sich langsam vor zu seiner Hand, in der er die Pistole hielt.
"Das wärt ihr!!" sagte Claire und lächelte aufmunternd. "Und ich bin mir sicher, nachdem sie mit Marc schluss gemacht hat, könnt ihr ein neues Leben beginnen! Mit Familie, Hochzeit, alles was dazu gehört!" Sie schaute in seine Augen, er schaute glücklich zurück.
"Du hast recht..." meinte Frank.
"Vielleicht darf ich ja Trauzeugin sein?!" schmierte sie ihm noch ein letztes mal richtig Honig um den Mund. Claire lächelte ihm noch einmal freundlich zu, aber dieses mal sah man, das es falsch war. Falsch und irgendwie verächtlich. Dann riss sie ihm die Pistole aus der Hand und schleuderte sie in die andere Eckes des Raumes. Bevor Frank richtig registrierte, was passiert war, hatte Claire Mehdi am Arm gepackt und in Richtung Wohnungstür gezogen. Abdoul machte keine Anstalten sie aufzuhalten. Frank konnte nur nach Amys Arm greifen und hielt sie fest.
"KOMMT ZURÜCK! ICH HAB DIE KLEINE!" rief er drohend hinterher.

Claire ließ Mehdi erst los, als sie draußen auf dem Parkplatz ankamen. Hektisch schaute sie sich um. Es war sehr dunkel, trotzdem konnte sie ihr Auto erkennen.
"Was ist mit Amy?" wollte Mehdi wissen.
"Die kommt da schon wieder raus..." gab Claire zurück und lief auf ihr Auto zu. "Schlägst du bitte die Scheibe ein?"
"Was?" fragte er. "Ich dachte du kannst Autos knacken!"
"Das dauert jetzt aber viel zu lange!" erklärte sie beunruhigt, während sie sich immerwieder umdrehte um zur Tür zu schauen.
"Bist du dir sicher?" fragte er sicherheitshalber. Sie sog die Luft scharf ein und lief zur Hauswand, wo um den Sockel herum größere Steine als Dekoration lagen. Sie lief zurück.
"Dann mach ich es eben selbst..." sagte sie und warf den Stein in die Scheibe. Das Glas brach und sie fasste sofort in das Innere des Autos, die Türe zu öffnen. Notdürftig wischte sie ein paar Scherben zur Seite und setzte sich ins Auto. Aus dem Handschuhfach zog sie eine Taschenlampe, schaltete sie an und gab sie Mehdi.
"Halten!" befahl sie. Dann lehnte sie mit der Stirn auf das Lenkrad und hantierte etwas an der Verkleidung des Schlosses herum. "Messer!" sagte sie. Mehdi gab ihr das Klappmesser und konzentrierte sich wieder darauf ihr genug Licht zu geben, aber langsam merkte er, dass er unruhig wurde.
"Geht das nicht ein bisschen schneller?" fragte er.
"Setz mich nicht unter Druck! Ich hab das seit 15 Jahren nicht mehr gemacht!" gab sie zurück. Plötzlich gab es einen dumpfen Knall. Beide fuhren zuckten zusammen und hielten für einen Moment inne.
"War das ein Schuss?" fragte Mehdi, in der Hoffnung, es könnte irgendwie vom Auto gekommen sein. Aber er wusste, dass es nur ein Schuss gewesen sein könnte. Claire machte weiter, sie atmete zitternd und kämpfte dagegen an, aus dem Auto zu steigen und einfach wegzurennen. Sie fluchte etwas auf französisch. Mehdi verstand es nicht, aber er konnte sich denken, dass es sich nicht um ein einfaches "Scheiße" handeln konnte. Dann ertönte das monotone Summen des Motors. Erleichtert fuhr sie kurz in sich zusammen, dann setzte sich Claire auf den Beifahrersitz, um Mehdi fahren zu lassen. Bevor er sich setzte warf er noch einen schnellen Blick auf die Haustüre, die in diesem Moment weit aufgerissen wurde. Schnell setzte er sich ins Auto.
"Stop!" rief eine hohe Stimme über den Parkplatz. Mehdi hielt inne.
"La fille!" stellte Claire fest. "Dann sind wir ja komplett!"
Mehdi stieg nochmal aus und ließ das Mädchen auf die Rückbank klettern.
"Was ist passiert?" fragte Mehdi, als er sich wieder in den Wagen setzten.
"Mein Vater hat auf Frank Muffke geschossen!" erklärte sie, während sie schwer atmete.
"Ist er jetzt Tod?", fragte Claire, während Mehdi vom Parkplatz fuhr.
"Weiß nicht... mir egal..." sagte sie gleichgültig.
"Wo hat er reingeschossen?" hakte Claire nach.
"Keine Ahnung..." sagte sie. "...irgendwo in den Bauch oder so... aber ich glaub eher so weiter oben... vielleicht auch in die Beine..."
"Alors..." setzte sie genervt an. "Du hast keine Ahnung..."
"Könnte man so sagen!" gab sie zurück.
"Hast du ein Handy?" fragte Mehdi.
"Klar..." antwortete Amy, kramte ein Handy heraus und gab es Claire. "Und...ähm...kann ich mein Messer wiederhaben?"
"Für deinen Selbstschutz..." sagte Mehdi leicht abfällig.
"Für was sonst?!" sagte sie scharf. "Das ist wichtig!"
"Wie kommst du an ein Messer?" fragte Mehdi.
"Pssst! Ich will hier telefonieren!" sagte Claire und wartete bis jemand abnahm. "Ja Hallo, Hier ist Claire Calvo, es geht um Frank Muffke (...) Ja, Sie haben richtig gehört. Folgendes, er ist in meiner Wohnung und (...) Nein, das ist kein Scherz. (...) Er wurde angeschossen und vermutlich (...) Nein, doch nicht von mir! Vermutlich sind noch zwei andere Personen im Haus. (...) Ich bin nicht mehr dort! (...) Waldhof. (...) Ja, Auf Wiedersehen.
Sie legte auf.
"Sind unterwegs..." sagte sie.
"Gut..." sagte Mehdi. "Aber die anderen werden wahrscheinlich nicht mehr dort sein, wenn die Polizei auftaucht..."
"Vielleicht..." meinte Claire.
"Ich glaub mein Vater hat kein Bock auf Gefängnis..." fügte Amy hinzu.
"Kann ich ihm nicht verübeln...!" meinte Mehdi.
"Wie ich gehört habe, sprechen Sie aus eigener Erfahrung..." meinte Amy. Mehdi sagte nichts, sondern konzentrierte sich auf die Straße. Claire lehnte ihren Kopf gegen die Kühle Fensterscheibe.
"Hört ihr das?" fragte plötzlich Mehdi.
"Die Polizei!" sagte Amy. Claire konzentrierte sich und konnte auch die Sirene vernehmen. Aber es war noch ziemlich weit weg...

Gretchen lag wach in ihrem Bett, als das klingeln des Telefones durch das ganze Haus schallte. In der nächtlichen Stille kam es ihr lauter vor als sonst. Die anderen schliefen. Jedenfalls wäre das logisch. Denn die anderen mussten sich keine Gedanken über Frank Muffke machen, oder über das Gespräch, das sie mit Marc führen wollte. Nachdem sie in ihre pinken Hausschuhe geschlüpft war, ging sie die Treppe hinunter und es klingelte zum zweiten Mal. Wer ruft um diese Uhrzeit an? Marc?
Sie nahm ab.
"Gretchen Haase?" flüsterte sie Müde in den Hörer. Die Antwort die sie bekam, war ein angestrengtes keuchen. Fast wie jemand, der gerade einen Marathon gelaufen wäre. "Hallo?" fragte sie. Wollte ihr jemand einen Streich spielen? Es gab tausende Horrorfilme, in denen andere angerufen wurden und nur jemand keuchte. Vielleicht ein Streich irgendwelcher Kinder?
Gretchen vernahm, wie der andere ein Wort herausbekommen versuchte.
"Wer ist da?" fragte Gretchen aufdringlich.
"St-st...sternchen..." hauchte jemand am anderen Ende. Gretchens Herz schlug heftig.
"Alexis!" sagte sie erschrocken, während sie sich in Gedanken korrigierte. Frank!
"Hallo.." keuchte er.
"Was willst du? Wo bist du?" fragte sie und ging die Treppe hoch, um auf ihrem Handy die Polizei anzurufen.
"Ich...Ich" keuchte er schwach. "Ich liebe dich!"
"Was ist mit dir?" fragte Gretchen und nahm ihr Handy. Es hatte sich ausgeschaltet. Akku leer! Wieso jetzt?, dachte sie. Ihr Ladekabel war in Marcs Wohnung.
"E..es geht mir gut..." hauchte er.
"Du lügst!" sagte Gretchen. Vielleicht musste er vor der Polizei fliehen und war gerannt? Aber dieses atmen, es hörte sich übel an, so flach und langsam. Und es hätte sich schon längst gebessert, wenn er gerannt gewesen wäre.
"Sternchen..." setzte er an. "Ich..Ich liebe dich!" faselte er.
"Was redest du da?" fragte sie, während sie trotzdem ihr Handy einschult. Vielleicht würde es nochmal ein paar Minuten anbleiben. "WAS ist mit dir?" fragte sie schon leicht besorgt.
"Ich liebe dich..." wiederholte er, nur schwächer.
"Frank! Sag mir sofort wo du bist! Und was los ist!"
"ge...geschossen..." murmelte er, als würde er sofort einschlafen.
"Wie geschossen??" fragte Gretchen. Wieder das atmen. Gretchen nutzte die Pause, um auf die Digitale Anzeige des Schnurlosen Telefons zu schauen. Dort hatte sie gar nicht draufgeschaut. Sie hatte nur gewollt, dass das Telefon aufhört zu klingeln, das niemand aufwachte. Vielleicht half die Nummer später der Polizei.
Sie erstarrte und schluckte.
Claire Calvo
stand dort.
"Frank! Was hast du mit Claire gemacht!? Warum wurde geschossen?"
"Ich...bin geschossen..." faselte er, als wäre er betrunken. "Ich liebe dich!"
"Wie? Du bist geschossen? Blutest du stark?" fragte sie. Er musste stark bluten, sonst würde er nicht so einen Mist labern. "Ich rufe jetzt einen Krankenwagen! Ist Claire auch verletzt? Du bist doch bei ihr oder?" fragte sie und wählte den Notruf auf ihrem Handy.
"Sternchen..." keuchte er wieder. "Du... Ich liebe dich!"
"Frank, warum hast du denn keinen Krankenwagen gerufen?" fragte sie besorgt und war den Tränen nahe. Sie musste unbedingt noch mit Frank reden! Er durfte nicht sterben! Sie wollte nicht, dass er starb. Das hatte er nicht verdient!
"Du darfst auf keinen Fall einschlafen! Hörst du! Auf keinen Fall!" sagte sie aufdringlich, während sich an ihrem Handy die Notrufzentrale meldete. "Ja Hallo! Sie müssen sofort einen Krankenwagen zum Waldhof schicken! Sofort! Es verblutet jemand! (...) Wie? Sie haben dort schon einen hingeschickt? (...) Dann machen sie schneller! Bitte!"
Sie legte auf, um sich wieder um Frank zu kümmern.
"Frank! Goldie! Nicht einschlafen hörst du!" sagte sie. "Ein Krankenwagen kommt!"
"Gretchen, was ist denn los?" fragte ihre Mutter, die blinzelnd in ihr Zimmer kam. "Es ist mitten in der Nacht!"
"Mutter!" sagte Gretchen panisch. "Es ist kompliziert!"
"Frank? Bist du noch dran?" fragte sie hoffnungsvoll.
"Frank, wer ist denn das schon wieder?" fragte ihre Mutter müde.
"Mutter!" sagte Gretchen genervt.
"Ich ... Ich brauch dich!" sagte Frank. Gretchen glaubte durch den Schleier von Franks atmen eine Sirene zu hören.
"Ist das der Krankenwagen?" fragte sie. Keine Antwort. "Frank? Frank!" rief sie in den Hörer. Es kam nichts, aber dafür war sie sich jetzt sicher, eine Sirene zu vernehmen. Trotzdem war sie sich nicht sicher ob es eine Polizei- oder eine Krankenwagensirene war. Die Notrufzentrale schien zu wissen, dass es sich um Frank Muffke handelte. Es war logisch, dass sie zuerst alle möglichen Streifenwagen dorthin schickten.
"Frank!" rief sie noch einmal. Nichts. Die Sirene erstummte. Sie konnte sich vor ihrem inneren Auge vorstellen, wie das Polizeiauto auf den Parkplatz gebretterte war und nun die Polizisten ausstiegen und sich langsam durch das Haus arbeiteten. Sie konnten nicht wissen, dass Frank hier oben verblutete. Obwohl...vielleicht schon, aber es war ihnen nicht so wichtig. Am liebsten hätte sie in den Hörer geschrien, aber ihr war klar, dass das niemand etwas nützen würde. Jetzt vernahm sie mehrere Sirenen. Frank Muffke schien als äußerst Gefährlich eingestuft worden zu sein, obwohl er verletzt war.
"Ich...Ich...Ich liebe dich..." kam es schwach. Dann wurde aufgelegt. Das ist jetzt nicht sein ernst! , dachte Gretchen. Ihre Besorgniss hatte in Wut umgeschlagen. Schon wieder ließ er sie einfach hängen! Sie überlegte, wo sie Frank hinbringen würden, in welches Krankenhaus. Das EKH müsste das nähste sein.
"Margarethe, jetzt sag doch endlich was los ist!" forderte ihre Mutter, die sie schweigend beobachtet hatte. "Wer ist Frank?"
"Mutter!" sagte Gretchen genervt. War ja klar, das ihre Mutter schon längst ihren "Alexander" vergessen hatte. "Wie viele Franks kennst du denn?!"
Ihre Mutter überlegte.
"Meinst du Alexander?" dämmerte es ihr langsam.
"Alexis, Mutter! Und ja, er war es!"
"Dann musst du sofort die Polizei anrufen!" sagte sie.
"Die weiß es schon!"
"Hoffentlich schnappen sie ihn dieses Mal..." sagte ihre Mutter. "Oh je... Er hat so einen netten Eindruck auf mich gemacht. Ich dachte er wäre der perfekte Mann für dich!" klagte ihre Mutter.
Jeder Mann um mich herum, wäre der perfekte Mann für mich! Du willst nur, dass ich unter die Haube komme! ,dachte Gretchen.
"Welches Krankenhaus liegt am nähsten an Claires Hof?" fragte Gretchen, um vom Thema abzulenken und natürlich ihre Vermutung zu bestätigen.
"Das Elisabethkrankenhaus, denke ich..." sagte Bärbel.
"Gut! Kannst du Papa aufwecken?"
"Warum denn das?"
"Bitte, Mama!" sagte sie aufdringlich. Nach dem ihre Mutter irritiert das Zimmer verlassen hatte, zog sich Gretchen schnell um. Wenn Frank vermutlich schwer verletzt war, brauchten sie den besten Arzt. Und Marc konnten sie immer noch anrufen. Falls er überhaupt zu Hause war. Vielleicht zog er auch durch Berlin, um Mehdi zu finden und ihm eine reinzuschlagen. Vielleicht tat er auch eine andere Dummheit. Um Marc würde sie sich später kümmern...
"Kälbchen, liebes, was ist den schon wieder los?" fragte ihr Vater müde, als er ihr Zimmer betrat.
"Zieh dich um! Wir fahren ins Elisabteth!" kommandierte sie.
"Was? Um diese Uhrzeit?" fragte er.
"Ja! Jetzt! Um diese Uhrzeit!"
"Warum denn? Ich bin hundemüde!"
"Papa, es ist wichtig!" sagte sie während sie ihn zurück in das Zimmer ihrer Eltern schob, dass er sich umziehen konnte.
"Beeil dich! Ich fahre schon den Wagen vor!"
Wenig später saßen beide im Auto und fuhren zum Krankenhaus. Natürlich fuhr sie. Ihr Vater würde viel zu langsam fahren. Sie konnte es nicht erklären, aber egal was Frank ihr angetan hatte, er war ihr nicht egal. Er bedeutete ihr irgendetwas, sie konnte es nur nicht beschreiben. Tja, so bin ich eben!
Dann klingelte das Handy ihres Vaters. Er nahm müde ab. "Franz Haase (...)" Gretchen schaute zu ihm hinüber und sah sein überraschtes Gesicht. "Ja, also, das hört sich vielleicht komisch an, aber ich bin schon auf dem Weg!"

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Kälbchen1 Offline

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10.09.2012 15:56
#129 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Müde stellte sich Gretchen vor den Kaffeeautomaten. Sie war die restliche Nacht im Krankenhaus geblieben. Sie konnte immer noch nicht glauben, was man ihr erzählt hatte. Was ihr Claire erzählt hatte. Frank hatte sie eine Woche lang, in ihrer Wohnung festgehalten! Eine Woche! Das hieß, auch schon, als sie ihr angerufen hatte und auch, als Marc ihr das Konzept vorbei gebracht hatte.
Jetzt erst begann sie richtig zu realisieren. Marc hätte schon längst tot sein können. Frank hätte die Möglichkeit gehabt, ihn umzubringen. Sie musste sich eingestehen, dass sie nie richtig daran geglaubt hatte, das Frank irgendwann zurückkommen würde. Sie hatte geglaubt, dass er sich in irgendeinem Land niederlassen würde. Auf der Flucht vor der Polizei. Aber jetzt war er hier. Er war die ganze Zeit so nah bei ihr gewesen. Es hätte sonst was passieren können. War es aber nicht. Dafür hatte Claire den Kopf hinhalten müssen. Und heute war ihr Geburtstag. Das hatte sie total vergessen. Aber vielleicht konnte sie sich ja noch am Geschenk ihrer Eltern beteiligen...
Interessant, war auch die Sache mit Mehdi. Jedenfalls den Teil, den sie aufgeschnappt hatte...
Gretchen wurde aus ihrer Trance gerissen, als ein Arzt an ihr vorbeihuschte. Es war nicht irgendein Arzt. Es war Marc. Jetzt musste sie wohl oder übel mit ihm reden. Sie nahm einen kräftigen Schluck Kaffee. Ob Marc sie gesehen hatte? Sie lief ihm hinterher. Er schien auf dem Weg zu seinem Büro zu sein. Sie grüßte den Polizist, der ihr entgegenkam. Seit heute Nacht traf man immer den ein oder anderen Beamten an.
Jetzt stand sie vor Marcs Bürotür. Sie legte sich ein paar Stichworte zusammen, dann klopfte sie vorsichtig. Es kam keine Reaktion. Jetzt klopfte sie kräftiger.
"Ja was ist denn, verdammt noch mal?!" fragte Marc gereizt von drinnen. Gretchen drückte sie Klinke hinunter und öffnete vorsichtig die Türe. Marc war nicht in der besten Laune, um ein Gespräch zu führen, aber jetzt musste sie den Sprung ins kalte Wasser wagen.
"Hey Marc..." sagte sie.
"Ah...du bist es..." sagte er kühl und legte sich ein paar Akten auf den Tisch.
"ähm...Ja... also...ich wollte mit dir reden...über gestern..."
"Ich auch..." sagte Marc.
"Also...das gestern"
"Ich zuerst!" forderte Marc und sah sie an.
"In Ordnung..." meinte Gretchen. Was würde Marc ihr jetzt sagen wollen? Ihr war ziemlich mulmig zu mute...
"Ich...Ich habe mir gestern Abend noch ein paar Gedanken gemacht..." setzte er an. "Über uns und unsere Beziehung... und bin zu dem Entschluss gekommen, dass..." er machte eine Pause.
"Was?" hakte Gretchen sofort nach.
"Es ist... das mit uns... das funktioniert nicht..."
"Was? Wie meinst du das?" fragte Gretchen schnell. Ihr Gehirn versuchte diesen Satz richtig einzuordnen. Das mit uns funktioniert nicht!, fasste ihr Gehirn zusammen. "Du...du machst mit mir Schluss?" fragte Gretchen. Sie spürte wie sich ihre Kehle zuschnürte. Marc zögerte, atmete tief ein und fuhr sich durchs Gesicht.
"Ja..." sagte er. Gretchen atmete zitternd ein.
"A-aber ... warum?"
Marc konnte sie nicht länger anschauen und schaute zur Seite.
"Vielleicht verstehst du das jetzt noch nicht, aber irgendwann wirst du mir dankbar sein..." erklärte er.
"Marc! Das ist doch nicht dein ernst? Du willst mich verarschen oder? Das ist nicht lustig!" sagte Gretchen aufgebracht. Ein Funken Hoffnung kam in ihr auf, dass Marc sie nur reinlegen wollte. Wie früher! Gleich würde er anfangen zu lachen und so etwas wie "Verarscht!" sagen.
"Das ist mein ernst! Gretchen... es geht nicht mehr!"
"Wie meinst du das?" fragte sie. "Vor was hast du angst?"
"Angst? Ich? Es geht hier nicht um mich! Ich geht hier um DICH! Besser gesagt: Es geht MIR um DICH!"
"Um mich?" fragte sie aufgelöst. Ihre Hoffnung war verflogen. Es schien wirklich sein ernst zu sein. "Wenn es dir um mich gehen würde, würdest du doch nicht mit mir Schluss machen!"
"Doch! Es ist das Beste für dich!" rechtfertige sich Marc und sah sie mitleidig an.
"DU bist das beste für mich!" sagte sie, während ihr eine Träne hinunter kullert.
"Nein Gretchen..." flüsterte er. "Ich kann dich nicht glücklich machen!"
"Natürlich kannst du das!"
"Glaub mir, dass kann ich nicht..."
"Wenn nicht du, wer dann?" fragte Gretchen.
"Es gibt genug Männer auf der Welt..." meinte Marc etwas kühler. "Vielleicht Mehdi?" Obwohl er es versucht hatte zu unterdrücken, waren in diesen Worten ein Hauch Verachtung mitgeschwungen.
"Der Kuss!" sagte Gretchen wütend. "Dein eigentliches Problem ist der Kuss! Es geht nicht um mich, es geht um dich und deine blöde Eifersucht!"
"Eifersucht? Ja klar! Eifersüchtig, auf wen? Mehdi? Bestimmt nicht!"
"Und falls es dich interessiert, Mehdi hat mich geküsst! Nicht ich ihn! Der Kuss hatte für mich gar nichts zu bedeuten!" Sie musste jetzt wohl alle Schuld von sich zurückweisen. Schließlich ging es hier um ihre Beziehung!
"Wie oft denn noch! Ich bin nicht eifersüchtig! Es geht mir nur um dich!"
"Dann bleib mit mir zusammen!" sagte sie fast flehend.
"Gretchen, ich kann dir nicht das geben, was du wollen wirst..."
"Und das wäre?"
"Hochzeit...Kinder...einfach alles..."
"Vielleicht jetzt noch nicht... aber später!" sagte Gretchen hoffnungsvoll. "Und so lange kann ich warten!" beteuerte sie.
"Ich glaube nicht, dass du SO lange warten willst..." meinte Marc.
"Doch! Ganz sicher!"
"Ach komm, du hörst doch schon deine biologische Uhr ticken!"
"Kann schon sein..." gab sie zu. "Aber manchmal muss man eben Opfer bringen...für die Person die man liebt!"
Marc schwieg.
"Bitte Marc! Gib uns noch eine Chance! Tu's für mich! Ich musste so lange auf dich warten! 15 Jahre, Marc! 15 Jahre!" sagte Gretchen, der schon wieder die Augen mit Tränen füllten. "In denen du mich meistens wie ein Stück Dreck behandelt hast! Das bist du mir jetzt Schuldig!"
"15 Jahre in denen ich dir weh getan habe" erklärte Marc. "Willst du das das so weiter geht?"
"Es wird nicht so weitergehen!" sagte Gretchen bestimmt. "Wir sind jetzt erwachsen!"
"Du vielleicht..." sagte Marc leise. "Ich sammel immer noch die Fußballbildchen aus dem Hanuta..."
"Das ist mir doch egal!" sagte Gretchen.
Marc sah sie an.
"Ich mache dich unglücklich..."
"Ja! Gerade schon!" sagte Gretchen traurig. Sie ging auf ihn zu. "Bitte Marc! Denk nochmal darüber nach..."
"Ich habe gestern sehr lange darüber nachgedacht... Ich will, dass du glücklich wirst! Aber das geht nicht mit mir..."
"Doch!" beteuerte sie wieder.
"Wir drehen uns im Kreis..." meinte Marc erschöpft. "Alles wichtige ist gesagt... Vielleicht ist es jetzt besser, wenn du gehst!"
"Ich werde nicht gehen! So lange, bis du wieder normal bist! Bis du wieder der alte Marc bist!"
"Geh bitte!" forderte Marc. Er fühlte sich, als würde er ersticken. Gretchens traurige Augen erdrückten ihn und nahmen ihm die Luft zum Atmen.
"Marc..." schluchzte sie.
Marc ging zur Tür und öffnete sie. "Geh bitte!" wiederholte er. Gretchen schüttelte den Kopf und schluckte. Er ging auf sie zu und nahm sie am Arm um sie hinauszuziehen, aber Gretchen entriss ihren Arm und gab Marc eine Ohrfeige.
"Du hast Recht! Du bist wirklich nicht erwachsen geworden!" sagte sie wütend. "Dir kann keiner mehr helfen Marc! Du bist so ein Idiot!"
Dann ging sie wirklich. Marc hielt sich die Backe und sah ihr nach. Kritisch musterte er seinen Schreibtisch. Wenn der Professor erfahren würde, dass er mit seiner Tochter schluss gemacht hatte, würde er ihn hochkant rausschmeißen. Aber heute war Ärzteball! Heute würde er sich den Job im Nordstadtkrankenhaus holen! Und dann würde er wohl oder übel ein neues Leben beginnen...

Gretchen versuchte, nicht nochmehr zu heulen. Wie konnte Marc nur? Wieso tat er ihr das an? Sie flüchtete sich auf die Toilette und schloss sich in eine Kabine ein. Sie klappte den Klodeckel hinunter und setzte sich. Mit ihrem Ärmel wischte sie sich über die Augen und versuchte sich zu beruhigen. Sie durfte nicht weiterheulen. Das würde ihr nichts nützen... und Marc hatte es nicht verdient, dass sie wegen ihm heulte! Marc war ein Arschloch. Nicht der Prinz, auf seinem weißen Ross, für den sie ihn gehalten hatte. Er hatte Angst. Er hatte einfach Angst vor der Zukunft. Täglich hielt er das Leben vieler Menschen in den Händen, entschied über Leben und Tod und zeigte dabei nie eine Art Angst. Wenn der Patient lebte, war das gut und wenn er Tod war, dann war er eben Tod... Marc konnte immer ruhigen Gewissens sein. Denn er hatte sein bestes gegeben, weil er der Beste war. Aber jetzt hatte er Angst gezeigt. Gretchen konnte nicht zuordnen, ob es gut oder schlecht war, dass er zwischendurch etwas menschliches zuließ, aber musste er ausgerechnet mit ihr Schluss machen, um das du zeigen? In Ordnung, Marc hatte keine leichte Kindheit gehabt und so weiter, aber das war noch lange kein Grund mit ihr Schluss zu machen! Sie konnte ihm helfen! Auch wenn sie ihm gerade an den Kopf geknallt hatte, dass er ein hoffnungsloser Fall war...
Sie schloss die Türe auf und trat vor den Spiegel. Sie sah nicht sehr schlimm aus, aber man konnte erkennen, dass sie geweint hatte. Ihre Schminke war verschmiert und unter ihren Augen war eine leichte röte zu erkennen. Egal! Sie musste sich nur aus dem Krankenhaus kämpfen. Hier interessierte es sowieso niemand wie es einem anderen ging... Gretchen schaute sich noch einmal im Spiegel an, dann riss sie entschlossen die Türe auf und trat auf den Krankenhausgang. Sie schritt schnell zum Aufzug und hatte leicht den Kopf gesenkt. Sie durfte nur niemand wie zum Beispiel ihren Vater treffen. Leichter gesagt als getan. Wie verfolgt, drehte sie sich andauernd um. Sie ging um die nächste Ecke und stieß fast mit Mehdi zusammen, der sich darauf konzentriert hatte, mit Claire zu reden. Das war jetzt das schlimmste was hätte passieren können. Mehdi Kaan, der quasie riechen konnte, wenn es einer Frau schlecht ging und Claire, die sie lang genug kannte, um es auch so zu merken.
"Gretchen..." sagte er. Es hörte sich entschuldigend an. Sie wusste, dass es nicht darum ging, dass er sie fast angerempelt hatte, sondern darum, dass er sie geküsst hatte.
"Hallo..." meinte Gretchen ausweichend und versuchte zu lächeln.
"Weißt du eigentlich, ob Frank schon wach ist..?" wollte Claire wissen.
"ähm...Nein...Keine Ahnung..." antwortete Gretchen und versuchte keinen von beiden in die Augen zu schauen.
"Auch egal..." meinte Claire. "Hauptsache er wacht überhaupt irgendwann mal auf... Ich hab nämlich noch... Wie sagt man? Ein Hühnchen mit ihm zu rupfen..." Sie lachte kurz über sich selbst, dann räusperte sie sich und schaute Gretchen zum ersten Mal richtig an. Gretchen merkte, wie sich ihre Mine veränderte. Claire zog eine Augenbraue hoch.
"Ich muss schrecklich aussehen..." sagte Gretchen und kicherte falsch. "Ich bin sooo müde..." log sie.
Claire wechselte sofort einen Blick mit Mehdi. Gretchen versuchte zu lächeln.
"Gretchen..." setzte Mehdi kritisch an. Gretchen wusste, dass sie etwas bemerkt hatten.
"Also...ich...ich würde ja gerne weiter mit euch plaudern, aber ... ich habe einen wichtigen Zahnarzt Termin!" sagte sie ausweichend, drehte sich um und wollte gehen. Sofort griff Claire nach ihrem Handgelenk. Gretchen wusste eigentlich schon, dass sie verloren hatte. Lange würde sie die Tränen nicht mehr halten können. Es grenzte schon an ein Wunder, dass sie es so lange geschafft hatte. Normalerweise, hätte sie sich schon beim Anblick von Mehdis schokobraunen glubschaugen in seine Arme geworfen, wenn er sie gestern nicht geküsst hätte.
"Ich muss jetzt wirklich gehen! ... ich will nicht zu spät kommen!" spielte sie trotzdem weiter. "Bis ich da wieder einen Termin habe..." gab sie du bedenken "Ihr wisst doch wie das ist!"
"Was ist los?" wollte Claire wissen.
"Nichts..."
"Gretchen..." kam es von Mehdi.
"Du lügst!" sagte Claire forsch.
"Nein!" log Gretchen.
"Willst du, dass ich deinen Vater auf dich hetze?" drohte sie.
Ergeben blies Gretchen die Luft aus.
"Na gut..." sagte Gretchen und war wieder den Tränen nahe. "Marc...er...er hat mit mir... Schluss gemacht..."
"Er hat was?" fuhr Claire sie an.
"Schluss gemacht..." wiederholte Mehdi und presste sich beide Hände ins Gesicht. "Scheiße! Ich bin so ein Idiot!"
"Wegen dem Kuss?" hakte Claire nach.
"Marc behauptet zwar das gegenteil, aber ... ich denke schon, ja..."
"Gott, nein!" sagte Mehdi aufgebracht. "Das tut mir so leid!"
Gretchen wusste nicht, wie sie mit ihm umgegehen sollte. Zuerst musste sie nochmal in aller Ruhe analysieren, wie viel Schuld Mehdi wirklich am Geschehen trug und dann entscheiden, ob es sich lohnte ihn anzuschmollen.
"Ich weiß nicht was ich machen soll..." sagte Gretchen hoffnungslos. "Du musst mir helfen!" bittete sie Claire.
"Ich kann mal mit ihm reden..." sagte Claire, während sie Gretchen tröstend in den Arm nahm. "...aber du kennst ja Marc..." sagte sie kritisch.
Gretchen wurde währenddessen von ihrem emotionen überrollt. Wieso hatte sie den Fehler begangen, sich in den Arm nehmen zu lassen? Sie wusste doch, dass sie davon nur mehr heulen musste, beziehungsweise jetzt zu heulen anfing...
"Ich weiß nicht, was ich ohne ihn machen soll..." schluchzte sie. "Ich brauche ihn so sehr!"
"Das wird schon wieder..." meinte sie tröstend.
"Du musst uns wieder zusammenbringen!" flehte Gretchen Claire an. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie es dieses Mal nicht mehr alleine Schaffen würde, alles wieder gerade zu biegen.
"Ich kann mal mit ihm reden..." wiederholte sie.
"Versprich es!" forderte sie hoffnungslos. "Bitte..."
"Ja ok...Versprochen..." meinte Clare zögernd. Sie konnte heulenden Cousinen im Arm einfach nichts abschlagen.
"Danke!!" sagte sie und löste sich von ihr. "Ich geh jetzt besser..."
"Was...was ist eigentlich mit Gigi?" fragte Mehdi vorsichtig.
"Ich werde es ihr sagen..."
"M-muss das sein?" fragte Mehdi. Normalerweise war er nicht der Typ, der andere Frauen belog, aber bei Gigi war es kompliziert. Vorallem nach der Sache mit Jerome...
"Natürlich! Sie ist meine beste Freundin!" gab Gretchen zurück. Mehdi seufzte.
"Na gut..."
"Also..." meinte Gretchen verabschiedend.
"Pass auf dich auf!" meinte Mehdi wieder entschuldigend.
Gretchen sagte nichts und drehte sich um. Sie würde sich ein Taxi nehmen müssen.
Wie soll ich das bloß Gigi erklären? ,dachte sie hilflos.
"Du gehst jetzt zu Marc und redest mit ihm!" sagte Claire. "Von Mann zu Mann!"
"ICH?" entfuhr es ihm. "Warum?"
"Falls du es vergessen haben solltest: Du bist Schuld an allem!"
"Bin ich nicht!" sagte er. "Also...nicht ganz...Wenn Frank nicht gewesen wäre, wäre es NIE so weit gekommen!"
"Schiebst du jetzt alles auf ihn?!" fragte sie empört. "Deine Schuldigen-Kette könnte man unendlich weit führen! Und am Schluss wären alle Schuld! Gretchen, weil sie Frank geheiratet hat... "
Mehdi winkte ab. "schon gut, schon gut... ich geh ja schon..!"
"Warum nicht gleich so..." murmelte Claire.
"Naja..." setzte Mehdi an, während er sich umdrehte. "Ich sag nur: Du bekommst keine aufs Maul..."
"Ich bin ja auch nicht Schuld..." gab sie zurück.
Er ignorierte sie und lief den Gang hinunter. Zuerst würde er in Marcs Büro nachschauen. Dort würde Marc bestimmt mit Ameisen-Blick sitzen und auf ihn lauern. Wahrscheinlich spürte Marc, dass er früher oder später kam, um mit ihm zu reden. Dann würde er zuschlagen... Wort wörtlich...
Aber er war nicht in seinem Büro. Er fragte eine Schwester nach Marc, die meinte, ihn in die Cafeteria hätte gehen sehen.

"Ist da noch frei..." fragte Marc Thomas, wartete aber nicht, bis er antwortete, sondern setzte sich sofort. Deshalb sparte sich Thomas auch die Antwort.
Marc schlang sein essen hinunter und hielt nur inne, um einen Schluck zu trinken.
"Alles klar?" fragte Thomas besorgt.
"Mir gings nie besser..." behauptete Marc.
"Verstehe..." meinte Thomas. "Willst du darüber reden?"
Marc strafte ihn nur mit einem bösen Blick. Natürlich wollte er NICHT reden!
"Marc! Wir müssen reden!" sagte Mehdi bestimmt, der plötzlich an den Tisch getreten war.
"WIR müssen gar nichts... "
"Doch! Das müssen wir, ob du willst oder nicht!"
"Komm, Hau ab!"
"Ich kann dir das erklären! Ehrlich!" behauptete Mehdi, obwohl er eigentlich vom gegenteil überzeugt war. Er konnte es ihm nicht erklären. Wahrscheinlich nicht einmal annähernd.
"Steck dir deine Erklärungen sonstwohin!" sagte Marc trocken. "Für mich bist du gestorben!"
"Was du von mir denkst, ist mir herzlich egal!" gab Mehdi zurück. "Aber weißt du, was du Gretchen damit angetan hast?"
"Wieso regst du dich überhaupt auf? Jetzt, wo ich als Konkurenten wegfalle, kannst du dich doch an sie ranschmeißen!"
"Marc!" sagte Mehdi. "Hör auf so einen Mist zu labern! Du weißt, dass ich nichts von Gretchen will!"
"Tut mir leid..." sagte Marc, während er aufstand und sich vor Mehdi aufbaute "...aber das gestern...hat mich irgendwie vom Gegenteil überzeugt..."
"Das gestern tut mir leid! Aber dafür konnte Gretchen nichts! Das war ganz allein meine Schuld!"
Marc gab einen verächtlichen Lacher von sich.
"Du glaubst wirklich, wegen einem Arschloch wie DIR mache ich mit Gretchen Schluss?!"
Mehdi fragte sich, wie viele Sekunden entfernt er sich von einem Schlag ins Gesicht befand. Er war sich sicher, dass das Marc noch tun würde. Nur wann? Er schielte vorsichtig zur Seite, schon jetzt wurden sie von gespannten Blicken durchlöchert. Sie schienen sich auch zu fragen, wann Marc es endlich tat.
"Marc..." sagte Mehdi und versuchte gleichgültig zu klingen. "Sag mir doch einfach, warum du mit Gretchen Schluss gemacht hast!"
"DAS geht dich einen Scheiß an!"
"Du machst es dir extrem einfach, weißt du das?! Du verrätst niemandem, was los ist und verziehst dich einfach schmollend in eine Ecke... Das dir JA keiner helfen kann! Wie alt bist du? 7?"
"Lass mich endlich in Ruhe! Ich brauche mir von keinem Helfen zu lassen, der nichtmal sein eigenes Leben auf die Kette bekommt!!"
"Du und dein Ego seit mir scheißegal! Es geht mir um Gretchen! Sie soll glücklich sein! Aber leider ist sie das nur mit einem Arsch wie dir!" gab Mehdi wütend zurück.
"Nenn mich noch einmal Arsch!" sagte Marc drohend.
"Arsch!" sagte Mehdi und registrierte erst danach, was er heraufbeschworen hatte. Wollte er nicht um jeden Preis eine prügelei umgehen? Er war doch hierhergekommen um ein erwachesenes Gespräch mit Marc Meier zu führen!
"Marc..." ruderte er zurück. "Tut mir leid... Ich"
Er wurde jäh von Marc unterbrochen, der ihm mit der Faust ins Gesicht schlug und ihn auf den Boden sinken ließ. Man hörte ein erschrockenes raunen durch die Cafeteria gehen, trotzdem schien niemand etwas daran zu liegen, dazwischen zu gehen, als sich Marc erneut auf ihn stürzte.
"MARC!" sagte Thomas streng. "Lass den Scheiß!"
"Dieser Idiot hat KEIN Recht mich Arsch zu nennen!" keuchte Marc, während er sich mit Mehdi auf dem Cafeteria Boden wälzte.
"Das ist doch kindisch! Könnt ihr das nicht wie erwachsene klären?!" redete Thomas auf Marc ein.
"Mehdi wollte es so!" sagte Marc und nahm Mehdi in den Schwitzkasten.
"Was geht hier vor??" wollte der Professor wissen, der plötzlich aufgetaucht war. "Meier, Kaan! Aufstehen!"
Zögernd ließ Marc von ihm ab und stand auf. Mehdi spürte, wie etwas warmes seine Nase hinunterlief und presste sich die Hand vor die Nase. Natürlich war es Blut. Dann stand er auf und klopfte sich mit der freien Hand den Staub von den Klamotten. Marc hatte mit ja quasi mit ihm den Boden gewischt. Hektisch fummelte er ein Taschentuch aus seiner Hosentasche und presste es auf seine Nase.
"Würde mir mal einer erklären, was das soll?" wollter der Professor wissen. Marc und Mehdi sahen sich an.
"Er hat Gretchen geküsste!" rechtfertigte sich Marc, während er Mehdi böse anschaute.
"Was?" fragte der Professor. "Stimmt das?"
"Ja..." gab Mehdi zu.
"Und wie kommen Sie dazu, so etwas zu tun??"
Mehdi schaute den Professor an. In diesem Moment, war er ein ganz anderer als gestern Nacht. Dort hatte er Mehdi stolz verkündet, dass er nie an seiner Unschuld gezweifelt hätte und er sich freue, ihn wieder im Team zu haben.
Jetzt funkelte er ihn an, als würde er ihn am liebsten mit einem Arschtritt aus dem Krankenhaus befördern.
Vielleicht würde er sich ja auch mit Marc zusammen gleich nochmal auf ihn stürzen, um ihn auf die Intensiev zu hauen.
"Gehen Sie mir aus den Augen!" sagte Franz zu ihm, als er keine Antwort bekam.
"Marc hat mit Gretchen Schluss gemacht!" platzte es Mehdi heraus. Sofort wanderten die Augen des Professors zu Marc.
"Du hast WAS?" fuhr er ihn an. "Nur wegen eines verdammten Kusses?"
Marc schaute Mehdi mit einem tödlichen Blick an.
"Meier! Ich dachte wir wären uns darüber einig, was passiert, wenn du ihr wehtust!" sagte er gereizt.
Marc schaute vom Professor zu Mehdi und wieder zurück dann fing er an, wütend seinen Kittel auszuziehen.
"Hier!" sagte er wütend und pfefferte seinen Kittel auf den Boden. "ICH KÜNDIGE!"
Der Professor schaute ihm verwirrt hinterher. "Was?" fragte er leise. Sein bester Oberarzt hatte gekündigt, bevor er ihn feuern konnte. Dann schaute er wieder wütend zu Mehdi, den er wohl als Quelle allen Unheils empfand.
"Und Sie verschwinden auch! Ich will Sie hier nie wieder sehen!"
"A-aber..." stotterte Mehdi.
"Los! Sofort!"
Er schaute zurück, verfolgte den Weg, den Marc gelaufen war. Er hatte wenigstens die Bombe platzen lassen können und hatte so einen würdenvollen Abgang hinlegen können. Er selbst musste jetzt wie ein gedemütigter Hund mit eingezogenem Schwanz die Cafeteria hinausschleichen. Dann fiel sein Blick auf den großen, blonden Mann, der neben dem Professor stand.
Dr. Seeburger, Oberarzt der Gynäkologie, las er.
"Sie haben mich vertreten?" sagte er interessiert und hielt ihm die Hand hin, die er nicht mit einem Taschentuch auf die Nase gepresst hatte. "Mehdi Kaan!"
Irritiert streckte Thomas ihm die Hand entgegen und schüttelte sie.
"Thomas Seeburger..." murmelte Thomas. "Ich habe viel von ihnen gehört!"
"Ich hoffe nur gutes..." sagte Mehdi höflich. "Also...Auf Wiedersehen!"
Dann genoss er kurz den irritierten Blick des Professors, drehte sich um und schritt aufrecht zum Ausgang der Cafeteria. So würdevoll wie Marc konnte er dabei aber nicht rüberkommen, was schon allein an der blutigen Nase lag...

Hallo Ihr lieben!
Jetzt hat auch die Schule in meinem Bundesland wieder angefangen Davon bin ich mehr als begeistert ... Und ich weiß auch gar nicht, was jetzt auf mich zukommt... Normalerweise ist ja die erste Woche noch ganz ruhig, aber ich weiß trotzdem nicht, wann ich es schaffe, einen neuen Teil zu posten.
Habt bitte etwas Geduld!
grüßle!

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Kälbchen1 Offline

Mitglied

Beiträge: 388

21.09.2012 21:04
#130 RE: Meine Story! Zitat · antworten

So ihr lieben
Jetzt melde ich mich auch mal wieder... Aber leider ist der Teil nicht wirklich überwältigend... Tut mir leid
Die Zeit fehlt... und ab und zu auch irgendwie die Ideen... Ich versuche mich in nächster Zeit mehr dahinter zu klemmen! Versprochen!
Bleibt mir treu!
Grüßlee!!


"Damit solltest du zum Arzt gehen!" meint Claire gespielt besorgt, als Mehdi in ihr Krankenzimmer kam.
"Ha-ha... wirklich lustig..." gab Mehdi trocken zurück. "Jetzt bist du dran...!"
"Nichts leichter als das..." meinte sie leichthin.
"Du hast wirklich Glück... Marc schlägt keine Frauen..." sagte er genervt.
"Du glaubst wirklich, ich hätte dich zu Marc geschickt, dass du eine aufs Maul kriegst?"
Mehdi antwortete nicht, setzte sich nur auf den Stuhl, der neben dem kleinen, runden Tisch stand
"Wenn ich das wöllte, hätte ich es selbst gemacht..." gab sie zurück. Sie hatte wirklich nur gewollt, dass Mehdi von Mann zu Mann mit Marc sprach. Dass Marc den guten Willen von Mehdi erkannte, dass alles nicht mit Absicht getan zu haben und die Sache wieder geradezurücken.
"Du hast natürlich nicht annähernd daran gedacht, dass Marc sich gegenüber mir irgendwie... abweisend verhalten könnte?!"
"Wie könnte ich denn auf so böse Gedanken kommen..." meinte sie nur. "Ich dachte einfach, es wäre irgendwie besser, wenn du zuerst vorgehst..."
Mehdi zog nur eine Augenbraue hoch. "Hat nicht ganz funktioniert..."
"Ich seh's..." sagte sie. "Das wird schon..." fügte sie hinzu. "Beziehungsstress...nichts besonderes..."
"Na dann... Viel Glück..." meinte Mehdi trocken.
Claire löste den Haargummi aus ihrem Pferdeschwanz, schüttelte ihre Haare auf und schnupperte an der Wolke aus Vanille Duft, die sie umgab, seit sie mit Schwester Ingeborgs Shampoo ihre Haare gewaschen hatte. Nachdem sie gestern Nacht im Krankenhaus angekommen war und behandelt worden war, hatte sie sich quer durchs Schwesternwohnheim Lebensnotwendige Dinge geliehen... Wie Klamotten eben. Für nichts in der Welt wäre sie nach dem Duschen in ihre alten verschwitzten und verbluteten Sachen geschlüpft. Lieber wäre sie nackt herumgelaufen...
Und natürlich das Shampoo und Duschgel...und Schminke. Nicht, dass sie irgendwie eitel wäre, sie wollte nur nicht, dass alle dachten, eine von Dr. Gummersbach Patienten hätte sich selbstständig gemacht... Nach dieser ganzen Sache sah sie alles andere als gut aus.
"Bis gleich..." meinte sie Siegessicher...
....bekam dann doch ein mulmiges gefühl im Bauch, als sie vor Marcs Büro stand. Vorsichtig klopfte sie... Machte dann ohne abzuwarten die Türe auf, selbst, wenn Marc da wäre, würde er wahrscheinlich niemand hereinlassen.
Durch einen leichten Schwaden von Rauch, sah sie Marc, der auf der ecke seines Schreibtisches saß, eine rauchte und den Telefonhörer am Ohr hatte.
"Woher soll ich dass wissen? Ich weiß nur, dass sie sich geküsst haben...!" sagte er ungeduldig. Als er Claire bemerkte, schien er überrascht, fing sich aber sofort wieder. "Ich leg jetzt auf..." meinte er nur und legte auf.
"Claire..." sagte er übertrieben freundlich. "Wie kann ich dir helfen?"
Sie kreuzte die Arme vor der Brust und schaute ihn durchdringend an. Sie wusste, dass er genau wusste warum sie hier war.
"Wer war das gerade?" fragte sie kühl und warf mit einer eleganten Kopfbewegun ihre Haare nach hinten, um ein letztes Mal an dem süßen Vanille Duft zu schnuppern, denn wenn sie hier wieder herauskam, würde sie erbarmungslos nach Tabak stinken.
"Niemand..." behauptete Marc.
"Warum machst du das? Es ist auch so schwer genug für Gigi..." tadelte sie ihn.
Marc setzte einen unschuldigen Blick auf.
"Ich fand einfach, sie sollte es erfahren... Das ist nur fair.."
"Klar sollte sie es erfahren! Aber nicht auf diese Art und Weise, wie du es ihr an den Kopf geworfen hast!"
"Ich habe es ihr ganz normal gesagt..." beteuerte Marc scheinheilig.
"Vielleicht habe ich nicht das ganze Gespräch mitbekommen, aber ich kenn dich gut genug, um zu wissen, wie du ihr die Nachricht überbracht hast..." sagte sie. "Es geht hier nicht nur um Mehdi und Gretchen, denen du eine reinwürgst!" gab sie zu bedenken.
"Gretchen? eine reinwürgen??" murmelte Marc. "Das war für Mehdi!"
"Es geht hier aber auch um Gina! Du weißt doch, was sie durchgemacht hat mit ihrem komisch Jerome..."
"Warum verteidigst du sie so?? Ich dachte, du könntest sie auch nicht leiden..."
"Das hat doch damit nichts zutun! Ich finde einfach falsch was du machst..." sagte sie.
"Jaja... ich mache immer alles falsch..." meinte er desinteressiert, drückte seinen Zigarettenstummel im Aschenbecher aus, um sich eine neue anzuzünden.
"Marc..." seufzte sie.
"Ich habe von ...dieser Sache gehört..." wechselte er das Thema und nickte in ihre Richtung, was soviel heißen sollte, dass er von dieser Sache mit Frank mitbekommen hatte. Aber wer hatte das nicht? Es wusste doch schon ganz Berlin, dass Frank Muffke auf der Intensiev im Elisabeth-Krankenhaus lag. "Übel..." fügte Marc hinzu.
"Es gibt wirklich schöneres..." gab sie zurück, um schnell wieder auf den Grund ihres Spontanbesuchs zurückzukommen. "Ich habe Gretchen getroffen..." setzt sie an.
"Ah..." sagte er kühl, zog an seiner Zigarette und bließ aus.
"Mehr hast du dazu nicht zu sagen?"
"Nein..." meinte Marc. "Es ist schon alles gesagt!"
"Da bin ich anderer Meinung!" sagte sie und brachte Marc mit einer Handbewegung zum schweigen, als er den Mund öffnete um etwas zu sagen. "Weißt du Marc, ich will dir gar keine Vorwürfe machen!" sagte sie. "Weil ich glaube, dass du, als du entschlossen hast, mit Gretchen Schluss zu machen betrunken warst und im nüchternen Zustand nicht mehr darüber nachgedacht hast! Und ich will auch gar nicht nachtragend sein, wenn du dich jetzt wieder mit ihr verträgst... Dann ist das aus der Welt..."
"Ich war nicht besoffen!" beteuerte Marc und zog erneut an seiner Zigarette.
"Aber nüchtern warst du auch nicht!"
Marc sagte nichts mehr, weil sie recht hatte. Tippte nur ein bisschen Asche in den Aschenbecher.
"Erklär mir doch wenigstens wieso..." sagte sie ruhig.
"Und dann? Du wirst mich immer noch umstimmen wollen! Aber das wird nicht funktionieren, weil ich meinen Entschluss gefasst habe...!"
"Versuch es mir doch einfach zu erklären! Liebst du sie nicht mehr? Oder ist es doch wegen dem Kuss?" sagte sie und hielt sich die Hände vor den Mund um zu husten. Obwohl sie ab und zu auch eine rauchte, war das hier zu viel für sie.
"Warum kommt ihr mir alle mit diesem beschissenen Kuss?!" gab er gereizt zurück. "Deswegen würde ich doch nie im Leben mit Gretchen Schluss machen!"
Überrascht über diese Worte, musste Claire nochmal husten, bevor sie sprechen konnte.
"Was ist es dann...?" fragte sie geduldig.
Marc blies schon wieder den giftigen Rauch aus und schien mit sich zu kämpfen, ob er es ihr sagen sollte, aber wahrscheinlich würde es ihr Gretchen sowieso irgendwann erzählen.
"Ich kann sie nicht glücklich machen..." sagte er und schaute seufzend auf den Boden.
"Wie meinst du das?" fragte sie mit kratziger Stimme.
"Es geht einfach nicht... Ich kann ihr nicht das geben, was sie will..."
"Du meinst..." setzte sie an. "Weil du nicht "Ich liebe dich!" sagen kannst?"
Marc lachte auf.
"Schön, wenn es nur das wäre..."
Claire rieb sich ihre juckenden Augen.
"Was noch...??"
"Überleg doch mal..." meinte Marc. "Hochzeit...Kinder...einfach alles..."
"Vielleicht jetzt noch nicht...aber später..." meinte Claire. Marc musste lächeln, weil Gretchen heute schon das gleiche gesagt hatte.
"Das kann ich nicht versprechen... und ich will das Gretchen glücklich wird..."
Claire legte traurig den Kopf schief.
"Marc..." setzte sie an. "...wie romantisch..." Er macht nur mit Grechten Schluss, weil er denkt, dass sie so glücklich wird!
"Was ist daran bitte romantisch..." gab Marc verächtlich zurück. "Und jetzt...was willst du jetzt machen??"
"Dich umstimmen... was sonst..." erklärte sie. "Gretchen wird nur mit dir glücklich... Das weißt du genauso gut wie ich!" sagte sie und hustete erneut.
"Eben nicht! Sie wird eben nicht glücklich mit ihr! Hörst du mir überhaupt zu??" sagte Marc gereizt. "Ich kann ihre Träume nicht erfüllen..."
"Und warum nicht??" Claire wurde jetzt auch etwas lauter. "Dafür muss es einen Grund geben, Marc! Es gibt für alles einen Grund! Den muss man finden und entfernen!"
Marc schien nachzudenken. "...mein...mein..Vater..." murmelte er.
Claire sog die Luft, falls man es überhaupt noch so nennen konnte, scharf ein, hustete erst nochmal und schaute Marc entrüstet an.
"Das ist nicht dein ernst! Du kannst nicht immer alles auf deine Kindheit schieben!" sagte sie wütend. "Ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht fü"
"NICHT LEICHT?" entfuhr es Marc, versuchte sich aber wieder zu beruhigen. "Du kannst dir nicht einmal annähernd vorstellen, wie es war! Es können nicht alle so eine rosige Kindheit haben wie du..." sagte er verächtlich.
"Rosig?" sagte sie gereizt. "Ich musste mir mein ganzes Leben lang anhören, dass immer andere Besser sind als ich! Weißt du wie das ist? Wenn dir, wann immer es geht, unter die Nase gerieben wird, was andere besser machen? Und irgendwann hat meine keine Lust mehr anderen zu Beweisen, dass man mindestens genau so gut ist... Und dann fängt man an das Gegenteil zu machen!"
"Und Autos zu knacken..." warf Marc ein, obwohl er überrascht über dass war, was Claire ihm an den Kopf warf. Es war bestimmt nicht leicht, seinen Eltern immer alles recht machen zu wollen... aber trotzdem nichts gegen seine Kindheit.
"Genau!" sagte sie gereizt. "Und? war meine Kindheit eine Entschuldigung dafür, dass zu tun? Ich finde nicht... Es war dumm und kindisch was ich getan habe... wie es auch dumm und kindisch von dir ist, mit Gretchen Schluss zu machen, wegen etwas, für dass sie gar nichts kann!"
Nach ihrem Ausbruch brauchte sie erst einmal Luft. Sie ging zum Fenster, riss es auf und lehnte sich hinaus. Ihre Gedanken schienen sich zu klären.... Sie drehte sich um, blieb aber am Fenster stehen.
"Bitte rede noch einmal mit ihr... bitte..." sagte sie ruhig.
"Ich wusste, dass du das nicht verstehen wirst..." sagte Marc hoffnungslos. "Ich hatte gehofft, dass du wenigstens annähernd meine Entscheidung nachvollziehen kannst..."
"Das kann ich nicht... Es gibt nichts nachzuvollziehen! Du hast einfach Angst, weil es jetzt langsam ernst wird..."
Er schüttelte den Kopf. "Du verstehst gar nichts..." sagte er verächtlich. "Nichts!"
"Dich KANN man nicht verstehen! Du verletzt dich doch damit selbst! Fang doch gleich an dich zu ritzen..." gab sie ebenfalls verächtlich zurück.
Marc schluckte und zog an seiner Zigarette.
"Falsch, Du WILLST mich nicht verstehen, weil du auf Gretchens Seite bist! Aus dieser Sicht, bin ich natürlich der Böse! Aber was ich denke und für richtig halte, ist euch allen egal!"
"Marc, was denkst du was ich hier mache!?" gab sie zurück. "Ich höre mir deine Sicht der Dinge an! Aber für mich ist das kein Grund, mit Gretchen Schluss zu machen! Tut mir leid!" meinte sie. "Tut mir echt leid, dass du so ein ignoranter, egoistischer Arsch bist, der nicht einmal für die Frau, die er liebt, über seinen Schatten springen kann!
Marc kicherte verächtlich.
"Du hast so ein Glück, dass du eine Frau bist, sonst hättest du schon längst eine aufs Maul gekriegt!" sagte er missbilligend.
Claire schnaubte verächtlich.
"Oh Marc..." seufzte sie. "Ich dachte immer, du wärst ein Mann mit Klasse... Mit Eiern in der Hose, der Probleme erwachsen gegenüber tritt und sie auch erwachsen lösen kann..." sie machte eine theatralische Pause. "Was hab ich mich getäuscht..." sagte sie gespielt bedauernd. Dann ging sie auf die Türe zu.
"Ich frag mich echt, warum Gretchen überhaupt noch Kinder will, wenn sie schon so ein Riesenbaby wie dich hat!" meinte sie verächtlich.
"Komm, verschwinde endlich!" sagte Marc.
"Marc... Du bist mir nicht egal...Ich will nicht, dass du vereinsamst, weil du niemanden an dich heran lässt!" sagte sie. "Bitte ändere dich!" Dieses Mal hörte es sich aufrichtig und ehrlich an, aber Marc schüttelte den Kopf.
"Ich bin ich..." sagte er ruhig. "Nehmt mich, wie ich bin oder lasst mich in Ruhe..."
Claire seufzte und verschwand schweigend aus Marcs Büro. Vielleicht ist es doch ein bisschen komplizierter, als ich gedacht habe...
Stellte sie fest. Vielleicht saß das Problem viel tiefer! Vielleicht lag es wirklich an Marcs Kindheit... Wir wird man, wenn man von seinem eigenen Vater geschlagen wird? Apropos Vater... War das nicht eben Matthias gewesen, der ihr entgegengekommen war?
Claire schaute zurück, konnte aber schwer sagen, ob der Rücken, den sie da, zu Marcs Vater gehörte. Sie war auch nicht scharf darauf es zu erfahren.
Und war der Mann, der am anderen Ende stand, nicht ihr Vater? Um ehrlich zu sein, war sie auch darauf nicht besonders scharf, das zu erfahren. Aber es würde wohl oder übel keinen Weg daran vorbei geben, früher oder später würde er sie finden...
und das einen bestimmte Person gerade ihren Namen über den Gang kreischte, beschleunigte diese Sache um einiges...

Marc packte die wichtigsten Sachen in eine große Sporttasche. Das diese Tasche eigentlich Mehdi gehörte, störte ihn nicht im geringsten. Eigentlich hatte er sie von zuhause mitgenommen, um sie ihm zurückzugeben. Das letzte war er wollte war das dieser Idiot nochmal vor seiner Wohnung stand. Er hatte Mehdis Sachen vor seinen Spint gekippt, um die Tasche für seine eigenen Zwecke zu verwenden.
Jetzt lief er um seinen Schreibtisch herum und räumte seinen Schreibtisch ab. Mittlerweile hatte er die 3. Zigarette im Mund.
Dann klopfte es. Gretche, Mehdi, Claire... Wer könnte jetzt noch kommen?, dachte er genervt. Vielleicht wollte ja noch der Professor mit ihm reden... oder Claire hatte jemanden anders gefunde, den sie auf ihn ansetzen konnte.
"Herein..." nuschelte er mit der Zigarette im Mund. Sein Vater kam herein und musterte Marc kritisch.
"Hallo..." sagte er.
"Hey..." meinte Marc kühl, um zu verbergen, dass ihn der Besuch seines Vaters überraschte.
"Was...tust du da?" fragte sein Vater ohne große umschweife.
"Ich...räume meinen Schreibtisch ab?!"
"Und warum?"
"Ich...Ich habe gekündigt..." erklärte er.
"Gekündigt? Warum denn das?"
Marc nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette.
"Warum bist du hier?" wechselte Marc das Thema. Matthias zog die Augenbraue hoch.
"Ich war doch gestern bei dir..." setzte er an. Marc rieb sich sein rechtes Auge.
"Ah ja...Stimmt..." stellte er fest. Das hatte er ganz vergessen. "Du willst wissen, warum ich die Anzeige zurück gezogen habe?" Marc machte ein Pause. "Du... du bist mein Vater...wohl oder übel wird das auch so bleiben... Egal, was ich mache... und... ich muss zugeben, dass mich der Gedanke, dich im Gefängnis oder einfach.. "bluten" zu sehen...nicht so sehr befriedigt, wie ich gedacht hatte..." sagte er ehrlich.
"Verstehe..." meinte sein Vater nur. Marc schwieg und zog wieder an seiner Zigarette. "Hör zu..." setzte Matthias an. "...du bist mein Sohn..." sagte er unsicher. "Das was passiert ist...das, was ich getan habe... Ich war das größte Arschloch der ganzen Welt und der schlechteste Vater den es gibt!" erklärte er weiter. "Ich weiß, dass ich dir in der ganzen Zeit das Gefühl gegeben habe, dass du mir egal bist und du mir...nicht wichtig bist...als ich abgehauen bin und vor allem, in der Zeit, als ich dich geschlagen habe..." wieder machte er eine Pause und erwartete, dass Marc ihm sofort etwas beleidigendes an den Kopf warf...aber Marc gab sich so desinteressiert wie er konnte und klopfte ein bisschen Asche in den Aschenbecher. "...aber...dass stimmt nicht, Marc! In deiner Kindheit... war ich irgendwie... total krank im Kopf... ich kann mir dass nicht erklären... und auf Mallorca... ich habe eine Therapie gemacht... Ich habe jeden Tag an dich gedacht!" erzählte er weiter und musste feststellen, dass Marcs Blick in aufforderte, endlich zum Punkt zu kommen. "Ich... Marc...lass mich Teil deines Lebens sein! Bitte! Ich will versuchen, die Fehler von früher gut zu machen... Ich will zumindest jetzt noch ein guter Vater sein!"
Marc schaute ihn an, zog an seiner Zigarette und bließ langsam den Rauch wieder aus. Matthias schien es fast zu zerreißen so angespannt wartete er auf eine Reaktion.
"Eigentlich will ich nur, dass du wieder verschwindest..." sagte Marc kühl.
Matthias schien nicht sonderlich überrascht, verständnisvoll nickte er.
"Kann ich verstehen..." sagte er mit einem Unterton von Verbitterung. Er seufzte. "Sag mir aber bitte noch, was mit dir los ist! Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass es sich hier um eine normale Kündigung handelt... Danach verschwinde ich wohin du willst!"
Marc drückte seine Zigarette aus, um sich seine vierte anzuzünden.
"Ich habe mit Gretchen Schluss gemacht..." sagte er trocken. Er konnte es ruhig wissen... Was er wusste, war nicht mehr von Bedeutung! Bald war er sowieso wieder weg. "Ihr Vater ist der Chef hier... Und bevor er mich kündigt...habe ich es selbst getan..."
"Gretchen..." wiederholte sein Vater. "Das blonde Fräulein?"
Gequält bließ Marc aus.
"Ja..." murmelte er. "Das blonde Fräulein..."
"Schade... sehr schade... ein nettes Mädchen..." sagte Matthias und wandte sich zum gehen. "Nun... Leb wohl, Marc..."
"Du auch..." sagte Marc fairerweise. Matthias ging... Marc fragte sich, ob es wirklich das letzte Mal war, dass er seinen Erzeuger sah oder ob er sich doch noch einmal irgendwann sehen lassen würde. Er ging, ohne zu wissen, dass er irgendwie einer der Gründe war, warum Marc mit dieser wunderbaren Frau Schluss gemacht hatte...

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Kälbchen1 Offline

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01.10.2012 20:07
#131 RE: Meine Story! Zitat · antworten

"CLAAIREE!" kreischte Gabi über den Gang und rannte auf ihre Freundin zu.
"Gabi?!" kam es überrascht von Claire. Gabi fiel ihr um den Hals.
"Alles, alles gute zum Geburtstaaaag!" sagte sie erfreut.
"ähm...Danke..."
"Wow...du freust dich ja mich zu sehen..." meinte Gabi enttäuscht.
"Natürlich freue ich mich..." sagte Claire. "Es ist nur so... Du hast mich wirklich sehr überrascht..."
"Boah Gabi-Schatz... Guck mal, wie die hier das Geld rausschmeißen!" Der Mann war hinter Gabi aufgetaucht und schaute sich um. "Denkst du, wir können hier ein paar Medikamente mitgehen lassen..."
Gabi schaute von ihrem Freund zu Claire und fing übertrieben an zu kichern.
"Du und dein Humor!" sagte sie unsicher und schaute ihn beschwörend an. Doch sie wusste, dass Claire wusste, dass er es ernst gemeint hatte.
"Äh...Claire...dass ist Fritz, mein Freund... Schatz, das ist Claire..." sagte sie schnell.
"Ah ja! Das Geburtstagskind!" sagte Fritz und gab ihr die Hand. "Alles Gute!"
"Dankeschön!"
"Sag mal, wie läufst du hier eigentlich rum?" fragte Gabi und deutete auf ihren Jogginganzug.
"Lange Geschichte..." meinte Claire. Sie hatte wirklich keine Lust, das ganze nochmal zu erzählen. Es hatte ihr schon das einemal gestern Nacht gereicht, als sie diesem komischen Polizisten alles erzählen musste.
"Claire! Da bist du ja!" sagte ein älterer Mann mit französischen Akzent plötzlich. "Elise!! Ich hab sie gefunden!" rief er den Gang hinunter.
"Papa!" sagte Claire überrascht und ließ sich auf beide Backen küssen.
"Joyeux anniversaire!" sagte er.
"Danke Papa..."
"Claire..." ihre Mutter war aufgetaucht. "Alles gute zum Geburtstag!" Sie umarmte Claire und drückte ihr auch ein Küsschen auf die Wange.
"Danke..." sagte Claire höflich. Dann überreichte ihr ihr Vater ein kleines Päckchen.
"Von uns und Jean!" erklärte er. "Er kommt später noch!"
"Ah ja..." meinte sie. Ihre halbe Verwandtschaft lief hier auf... Warum wollte sie noch gleich keine Geburtstagsfeier? "Ähm...das ist Gabi, eine gute Freundin von mir und ihr Freund Fritz...und das sind...meine Eltern... Elise und Pierre..." stellte sie alle vor. Nachdem sich alle freundlich zugenickt hatten musterte ihre Mutter sie mit einem kritischen Blick.
"Wir...wollten dich eigentlich bei dir zuhause besuchen..." erklärte sie. "Aber dort war alles abgesperrt...Polizeiautos..."
Während Claire erahnen versuchte, auf was ihre Mutter hinaus wollte, sprach sie weiter. "Was hast du wieder angestellt?"
Entrüstet schüttelte sie den Kopf. "Wie bitte? Was ich wieder angestellt habe?"
Ihre Mutter verzog keine Miene.
"Was glaubt ihr, was ich hier mache? Schon Mal daran Gedacht, das mit mir etwas angestellt wurde?"
Ihrer Mutter schien dieser Gedanke zum ersten Mal zu kommen, denn ihr schien es sofort leid zu tun.
"Mon Dieu!" sagte ihr Vater. "Was ist passiert?"
"Lange Geschichte..." sagte sie wieder und beobachtete den Professor, der planlos durch den Gang lief.
"Claire!" sagte er. "Der Meier dreht jetzt völlig am Rad... Zuerst macht er mit Gretchen schluss und jetzt hat er auch noch gekündigt..." erklärte er mitgenommen und fuchtelte mit einem Ärztekittel vor ihrer Nase herum. "Weißt du wo er ist?"
"Gekündigt?? Er hat gekündigt?" Das hörte sie gerade zum ersten Mal.
"Jaa... Er hat mir einfach seinen Kittel vor die Füße geschmissen und hat gekündigt..." erzählte er verbittert.
"Schade... Ich hätte so gerne Gretchens Freund kennengelernt..." warf plötzlich Claires Mutter ein.
"Das willst du nicht!" sagte Claire genervt. Warum hatte Marc das vorhin nicht erwähnt? Er hätte doch wenigstens etwas andeuten können! Warum tat er das? Warum wollte er von jetzt auf gleich mit dem ganzen hier nichts mehr zutun haben? Sogar sein über Alles geliebten Job kündigt er...
"Wenigstens läuft bei Gretchen Männertechnisch um einiges mehr als bei dir..." stichelte ihr Mutter.
"Woher willst du das wissen?" gab Claire zurück.
"Wo ist denn jetzt der Meier..." wollte der Professor wissen.
"In seinem Büro..." antwortete sie ihm. Sofort verschwand der Professor wieder.
"Also...nett das ihr alle da seit... aber...ich möchte jetzt gerne allein sein..." log sie und merkte wie bescheuert sich das anhörte.
"Allein sein? Jetzt?" fragte ihre Mutter. "Warum?"
"Na ja... also... Gretchens Trennung von Marc nimmt mich schon ganz schön mit..." sagte sie und schaute traurig "und ich...bin müde... oh je... die Kopfschmerzen kommen zurück!" erklärte sie theatralisch und fasste sich an die Stirn.
"Du Arme..." sagte ihr Vater, der ihr das halbwegs abzukaufen schien.
"Im Erdgeschoss gibt es ein Café ... trinkt doch da ein kleines Käffchen... esst ein bisschen Kuchen... Vielleicht komme ich später dazu!" meinte sie fürsorglich.
"Claire!" sagte ihre Mutter streng.
"Komm Elise..." meinte ihr Vater beschwichtigend. "Ich hab sowieso Hunger..."
"Na gut.." meinte sie zerknirscht.
"Bis später!" flötete Claire und wartete, bis ihre Eltern hinter der nächsten Kurve verschwunden waren.
"Der Gockel hat mit dem Klops Schluss gemacht??" brach es aus ihr heraus und sie versuchte gar nicht erst zu verbergen, wie sie diese Nachricht freudig erregte. "Das ich das noch miterleben darf!"
"Jaja...freu dich nur..." gab sie genervt zurück.
"tut mir leid..." meinte Gabi. "Aber es ist so lächerlich! Ohne den anderen geht es nicht, aber mit ihm auch nicht..."
"Leider..." murmelte Claire.
"Und jetzt?" wollte Gabi wissen.
"Keine Ahnung...wieder zusammenbringen..."
"Na dann viel spaß!" meinte sie nur.
"Wünsch mir lieber Glück!" gab Claire zurück und spielte mit dem kleinen Geschenk, dass sie in der Hand hielt.
"Hier, dass ist noch von uns..." sie zeigte zwischen ihr und Fritz hin und her und überreichte ihr ein Päckchen.
"Danke!" meinte sie.
"Hallo Gabi!" sagte plötzlich Mehdi. "Schön dich zu sehen!"
"Dr. Kaan!" sagte sie überrascht. Er lächelte sie freundlich an, dann wandte er sich an Claire.
"Ich bin dann mal weg..." sagte er nur.
Die erste Frage, die Claire in den Kopf schoss war: Wohin? . Wohin sollte Mehdi gehen?
"Wusstest du, dass Marc gekündigt hat?" fragte sie aber.
"Ja... ja, ich habe es mitbekommen...Warum?"
"Und warum sagst du mir das nicht?"
"Warum drehst du denn so am Rad!?" fragte er.
"Dann hätte ich das vorhin gleich geklärt!" meinte sie entrüstet.
"Du findest bestimmt noch einen anderen weg, das zu klären!" meinte Mehdi. Claire seufzte und schüttelte den Kopf.
"Ich verstehe es nicht...!" setzte sie an. "...warum kündigt Marc?"
"Er will einfach Gretchen nicht jeden Tag sehen..." meinte er.
"Ja...aber...einfach so...ich weiß nicht...da muss noch was anderes sein.."
Mehdi zuckte mit den Schultern. "keine ahnung..."
"ähm...es kann sein, dass Gigi bald hier aufkreuzt..."
"Nachdem Gretchen es ihr gesagt hat, auf jedenfall... "
"Naja...Marc hat es ihr schon gesagt!"
"Na super..." sagte er. War ja klar, dass Marc ihm unbedingt noch eine reinwürgen musste...

Wütend stapfte Gina Amsel durch den Krankenhausflur. Nicht, dass sie dem sinnlosen und verlogenen Geschwätz von Marc irgendwelchen glauben geschenkt hatte, aber es war besser das ganze nochmal zu überprüfen! Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Sie erblickte sie blonde Krankenschwester, die sie von Gretchens Hochzeit kannte: Sabine Vo...Vögel...oder so ähnlich. Gina setzte ein freundliches lächeln auf!
"hey!" meinte sie freundschaftlich. "Hast du irgendwo Gretchen oder Dr. Kaan gesehen??"
Sabine schluckte. "Nein..." sagte sie knapp. Gigi vermutete, dass sie mehr wusste, als sie zugeben wollte
aber wahrscheinlich hatte sie Angst, sich irgendjemanden zum feind zu machen.
Gina lies sich nixhts anmerken
"Und den Dr. Meier?" fragte sie wieder.
"Heute noch nicht..." meinte Sabine. Dieses mal war sich Gina wirklich sicher, dass sie log. Marc hatte vorhin aus dem Krankenhaus angerufen und er mus
Einen Kaffee kochen lassen haben.
"in Ordnung... Trotzdem danke!" sagte sie.
"Bitte..." murmelte Sabine.
Wieder huschte Gina von einem Gang in den anderen und hielt ausschau. Irgendwo musste einer von den dreien ja sein! Nebenher versuchte sie zu überlegen, was sie tun würde, wenn Marc die Wahrheit gesagt hatte. Natürlich hatte er das nicht! Aber jetzt mal ganz hypotetisch gesehen... Sie wäre sauer! Unendlich sauer! Aber vielleicht gab es eine logisch Erklärung dafür... Oder auch nicht... Am Ende waren sowieso aller Männer wie Jerome!
"Gigi! Da bist du ja!" sagte Gretchen plötzlich. Gina drehte sich um und sah Gretchen.
"Hallo..." sagte sie.
"Ich wollte dich zuhause besuchen! Aber du warst schon weg, als ich da war... Meine Mutter hat mir gesagt, dass du ins Krankenhaus gefahren bist!"
"Ja... Ich..." setzte sie an, entschied sich aber dagegen, Gretchen zu erzählen, was Marc ihr gesagt hatte. "Warum suchst du mich denn?"
Gretchen biss sich auf die Unterlippe. "Also...es..gibt da etwas, dass ich dir sagen muss..."
"Du... Du mieses Stück, du!" sagte Gina unbeholfen. "Warum hast du das gemacht?"
"Ich... du weißt es?"
"Marc hat es mir gesagt!" sagte sie wütend.
"oh...also...Gina! Es tut mir so leid! Aber der Kuss hatte nichts zu bedeuten!"
"Ja Klar! Geb doch zu, dass du ihn mir ausspannen willst!"
"Warum sollte ich das wollen?" fragte Gretchen.
"Ich weiß es nicht!" sagte Gina. "Sag du's mir!? Vielleicht...bist du unglücklich mit deinem Marc!"
"Bin ich nicht!" beteuerte sie. Er ist anscheinend unglücklich mit mir ... , dachte sie traurig.
"Warum schmeißt du dich dann an meinen Freund ran? Ich dachte wir wären Freundinnen! BESTE Freundinnen! Du bist eine Verräterin! Eine kleine, miese Verräterin!" sagte Gina wütend und drängte Gretchen immer mehr an die Wand. "Du hast doch alles was du willst! Warum nimmst du mir Mehdi weg?"
"Will ich doch gar nicht!" Meinte Gretchen.
"Und warum tust du es dann?"
"Mann! Ich war es doch gar nicht!" sagte Gretchen. Nach Marc wollte sie auch nicht noch ihre beste Freundin verlieren. "Mehdi hat mich geküsst!"
Kurz schaute sie Gina entgeistert an. Dann drückte sie Gretchen wütend gegen die Wand. "Du lügst!" sagte sie empört. "Mehdi würde so etwas nie tun!"
"Was ist hier los?" fragte plötzlich Maria Hassmann streng und drängte sich zwischen Gretchen und Gigi.
"Privatsache!" sagte Gina. "Mischen Sie sich da nicht ein!"
"Ich mische mich ein, wo ich will!" gab Maria zurück und drängte Gina weg. Gigi schubste sie wütend weg. Gretchen erschrak. So kannte sie Gigi gar nicht! Ihre beste Freundin musste wütender sein, als sie gedacht hatte.
"Fass mich noch einmal an und die bekommst ein gescheuert, dass dir deine hässliche Brille durchs halbe Krankenhaus fliegt!!" fauchte die Hassmann zurück. Erschrocken machte Gina einen Schritt zurück. Das Frau Hassmann sie geduzt hatte, schien sie noch bedrolicher zu machen.
"Das ist ein Designer Gestell!!" sagte Gigi kühl und warf ihre Haare mit einer Arroganten Bewegung zurück. Dann wandte sie sich ab und ging. Gretchen atmete tief ein.
"Danke..." meinte sie erleichtert. Gina war viel zu wütend gewesen, ein richtiges Gespräch mit ihr zu führen. Das musste sie später machen, wenn sich die ganze Sache gelegt hatte.
"Keine Ursache..." meinte Maria. "Ich bin auf ihrer Seite... Ich weiß gar nicht, warum alle so ein Geschiss um einen Kuss machen..."
"Sie wissen davon?" fragte Gretchen.
"Der Meier hatte nichts besseres zutun gehabt, als es quer durch die Cafetaria zu posaunen..." erklärte sie. "Es tut mir übrigens leid, dass er Schluss gemacht hat... aber der kriegt sich wider ein!" meinte sie optimistisch.
"Hoffen wir's mal..." murmelte sie abwesend.
"...aber dass er deshalb gleich seinen Job kündigt..." sprach Maria weiter.
"Marc hat gekündigt?"
"Ja..." antwortete sie.
Schlagartig fiel es Gretchen ein. Heute war Ärzteball! Die ganze letzte Woche hatte Marc auf diesen Tag hingefiebert, wie ein kleiner Junge auf seinen Geburtstag! Heute würde er nochmal mit dem Professor des Nordstadtkrankenhauses reden. Um Cedrik Stiers Stelle zu verhandeln... Natürlich würde er sie bekommen! Marc war einer der besten Ärzte die es gab und den nötigen Charme hatte er auch! Sie war noch nie von diesem Angebot begeistert gewesen. Sie wollte hier bleiben. Im Elisabethkrankenhaus. Sie hatte sich immer für Marc gefreut, aber jetzt nutzte er dieses Angebot, um vor ihr abzuhauen... Und jetzt fing sie auch an sich zu fragen, wie viel Schuld sie an dem ganzen trug...

Schonwieder ein neuer Teil Aber ich find ein bisschen kurz ...
Grüßle!

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Kälbchen1 Offline

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17.10.2012 14:18
#132 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Neuer Teiiiil

"Bitte! Du musst mitkommen! Alleine kann ich dort unmöglich aufkreuzen!"
"Natürlich kannst du das! Das kommt doch total Selbstbewusst und so..." meinte Claire.
"Das bin aber nicht!" sagte Gretchen. "Bitte!"
"Ich kann nicht! Erstens muss ich noch bis morgen früh zur Beobachtung hierbleiben und zweitens ... hab ich echt keinen Kopf für so eine Veranstaltung!"
"Mit wem soll ich denn sonst gehen?!"
"Jetzt heulen Sie nicht so rum! Gehen Sie doch einfach hin!" mischte sich Gabi genervt ein. Bis jetzt war sie nur auf dem Stuhl in Claires Krankenzimmer gesessen und hatte sich die Nägel gefeilt. Angeblich hatte sie Fritz auf die Kinderstation geschickt, um mit den kleinen ein bisschen zu singen.
"Das ist nicht so einfach!" gab Gretchen zurück.
"...weil Sie es sich schwer machen!" fügte Gabi hinzu.
"Nimm doch Gabi mit!" schlug Claire vor. Gabi und Gretchen wechselten einen Blick. Sie wussten, dass sie diesen Abend nicht miteinander verbringen wollten.
"...Wenn Marc mich sieht, dreht er sowieso gleich wieder durch..." murmelte Gabi.
"Was ist mit Sabine oder der Hassmann?" fragte Claire.
"Sabine und Günni gehen zu so einer Star Trek Veranstaltung...und Maria geht mit Knechtlesdorfer!"
Plötzlich klopfte es an die Tür.
"Oder du gehst mit Jean!" schlug Claire vor, als ihr Bruder die Tür geöffnet hatte.
"Gehen? Wohin?" fragte er sofort.
"Ärzteball!"
"Da dürfen doch nur Ärzte hin..." sagte Jean kritisch.
"Das ist doch auch blöd..." meinte Gretchen unbegeistert.
"Wieso?" fragte Gabi. "Der ist doch perfekt!" sagte sie grinsend.
"Er ist verheiratet und hat einen Sohn!" gab sie zurück.
"Dann kann Marc schon nicht eifersüchtig werden...und gegen Jean hatte er nie was!" meinte Claire.
"Der erkennt den doch nie im leben wieder!" sagte Gretchen.
"Ich hab sowieso keinen Anzug dabei..." erklärte er.
"Das ist unser kleinstes Problem..." murmelte Gabi.
"Ach Ich weiß nicht... " seufzte Gretchen.
Claire schaute sie an.
"Du bist sehr wählerisch heute..." meinte sie.
"Es geht hier um meine Beziehung mit Marc!" sagte sie.
"Marc, Marc, Marc!" sagte Gabi genervt. "Vergessen Sie den Kerl! Der ist den Ärger nicht Wert! ... aber wenn sie unbedingt ein Arschloch wollen, die gibt es wie Sand am Meer..." fügte sie hinzu.
Ich will kein Arschloch! Ich will Marc!, dachte Gretchen beleidigt.
"Ja ok! Geh ich halt mit Jean! Mir doch egal!" schmollte sie.
"Dann wäre dass ja geklärt...." sagte Claire.
"Hab ich auch noch was mitzureden?" mischte sich Claires Bruder ein.
"Komm! Du hast doch sowieso nichts besseres zutun!"
"Woher willst du das wissen?" gab er zurück. Dann schaute er Gretchen an. "Na gut.. von mir aus..!" gab er dann nach. "Wenn du dich um alles kümmerst!"
"Kann ich machen..." meinte Claire. Plötzlich zog Gretchen alle Aufmerksamkeit mit ihrem piependen Handy auf sich. "Papa!" sagte sie, als sie auf das Display geschaut hatte.
"Geh ran!" sagt Claire.
Wehleidig nahm Gretchen ab. Ihr Vater musste unglaublich wütend auf sie sein. Sie war Schuld, dass sein bester Oberarzt gekündigt hatte! Und sein Meier war ja auch so etwas wie den Sohn den er niemals hatte, für ihn geworden. Klar hatte er Jochen, aber der konnte es in keinster Weise mit jemandem wie Marc Meier aufnehmen. Sie presste sich das Handy ans Ohr und nahm ab.
"Hallo Papa!" sagte sie freundlich und verließ gleichzeitig mit einem entschuldigenden Blick den Raum.
"Was machen eigentlich deine Kopfschmerzen?" fragte Jean nebenbei.
"Kopfschmerzen?" fragte Claire während sie auf den Gedanken kam, dass ihr Bruder schon ihren Eltern begegnet sein könnte. "Achso...diese Kopfschmerzen! ... es geht mir besser, danke...!"
"Du bist so... " setzte er an. "Ich finde keine Worte für dich! Da kommen Mama und Papa extra aus Frankreich zu deinem Geburtstag und du ziehst so eine schlechte Show ab..."
"Ich...Ich hatte wirklich Kopfschmerzen!" beteuerte sie.
"Klar..." gab ihr Bruder zurück.
Claire rollte mit den Augen. "Ich habe sie nicht gebeten hier her zu kommen!"
"Oh ja! Sie sind selbst dran Schuld, dass sie ihrer Tochter persönlich gratulieren wollen..."
"Was regst du dich überhaupt auf! Kann doch dir egal sein!"
"Hört doch auf..." mischte sich Gabi ein. "Kümmert euch lieber um die wichtigen Sachen! Zum Bespiel einen Anzug zu beschaffen!"
"Das musst du für mich machen..." erklärte sie plötzlich.
"Ich?"
"Ich komm hier nicht weg...!"
Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, stürzte Cedrik Stier ins Zimmer. Langsam war Claire genervt. Eigentlich wollte sie ihre Ruhe. Einfach irgendwo hinliegen und schlafen. Den Schlaf, den sie seit zu langer Zeit nicht mehr hatte.
"Was willst du denn hier?"
"Claire...ich...mein Gott ich... Es tut mir so leid!" sagte er, während er mit einer Rose vor ihrem Gesicht herumfuchtelte.
"Was?" fragte sie irritiert.
"Ich hätte mit hoch kommen sollen!" sagte er.
Jetzt verstand sie, wovon er sprach. Klar wäre es gut gewesen, wenn er mit hochgekommen wäre... Vielleicht wäre dann alles anders gekommen.
Aber natürlich war es an diesem Abend weder seine Absicht gewesen sie möglicherweise vor Einbrechern oder Kranken Typen zu beschützen, noch auf einen einfachen Kaffee "hochzukommen".
"Schon Ok..." meinte sie.
"Für dich!" Er hielt ihr die Rose hin.
"Danke..." Sie nahm sie zögernd entgegen. Dann merkte Claire, dass sich Gabi nachdenklich neben sie gestellt hatte. Sie kaute auf ihrer Lippe und schaute Cedrik und Jean an.
"Ihr seht aus, als hättet ihr die gleiche Größe!" stellte Gabi fest.
Jean musterte nun den Mann, der neben ihm stand.
"Könnte hinko" stockte er. "Nein, nein, nein! Ich ziehe keinen Anzug von einem wildfremden Mann an!"
Cedrik zupfte an seinem braunen Anzug und schaute fragend in die Runde. "Was?"
"Wir brauchen Ihren Anzug!" meinte Gabi freundlich.
"Einen Anzug! Wir brauchen einen Anzug!" korrigierte Jean sie mit einem strafenden Blick.
"Der würde doch perfekt passen..." meinte Gabi. "Und du willst ja unbedingt einen!" meinte sie zu Claire
Cedrik schaute zu Claire und grinste, während seine Hand zu den Knöpfen seines Hemdes wanderte.
"Für dich tu ich fast alles!" meinte er. Sie verdrehte die Augen. Erstaunlich wie schnell er vom besorgten, netten Kerl- zum normalen Machoprogramm überging.
Er knöpfte sein Hemd auf.
"Können Sie das nicht wo anders machen??" fragte sie und schaute weg.
"Ich ziehe auf keinen Fall einen Anzug eines wildfremden Mannes an!" stellte Jean klar. "Wieso kann er nicht gleich mit Gretchen gehen?"
"Ich weiß nicht ob das so eine gute Idee ist..." gab Claire zu bedenken.
"Verstehe...Der steht also auch auf der Hassliste von Marc Meier..." sagte er genervt.
"Nicht direkt... aber vielleicht auf der von Gretchen Haase!" gab seine Schwester zurück.
So stand Jean ein paar Minuten später in dem schicken Anzug da, während Cedrik in Normalo-Klamotten auf dem Bett saß und Jean musterte.
"Wow...passt perfekt!" meinte Gabi. "Steht Ihnen!"
"Toll..." meinte er unbegeistert.
"Wir hätten auch einfach einen Anzug leihen können..." sagte Claire nebenbei.
"Das war doch jetzt viel praktischer..." meinte Gabi unschuldig.
Zögernd rocht Jean an dem Anzug,wahrscheinlich um herauszufinden, wie lange ihn dieser Cedrik Stier getragen hatte...
"Im Gegensatz zu Ihnen, hab ich das heute frisch angezogen..." stichelte Cedrik.
Jean schaute ihn an und zog beide Augenbrauen hoch.
"Wollen sie damit sagen, dass ich stinke?!"
"Natürlich nicht..." ruderte Cedrik unschuldig zurück.
Jean zupfte den Anzug zurecht, schaute an sich herunter und gab einen kläglichen Laut von sich.
"Sie haben meinen Geschmack auch nicht getroffen..."
Claire sah, dass ihr Bruder kleine Blitze auf Cedrik schossen, die bezwecken sollten, dass er sofort Tot vom Bett fiel. Aber an Cedrik schienen alle abzuprallen und nicht mal ansatzweise Kratzer auf seinem Ego zu hinterlassen.
"In Ordnung! Keiner mag die Klamotten des anderen! Seit ihr jetzt fertig?" mischte sie sich ein.
"Mit dir noch nicht!" sagte Jean streng.
"Mir?" wiederholte Claire schrill.
"Mit dir und deinen Kopfschmerzen!"
"Mein Gott! Lass mich doch jetzt damit in Ruhe!" sagte sie.
"OUH! Familienangelegenheit! Ich bin weg!" sagte Cedrik schnell und stand auf.
"Ich geh auch mal..." sagte Gabi. "Nach Fritz schauen und so..."
"Habt ihr jetzt alle angst vor ihm, nur weil er nen Anzug an hat?" rief Claire ihnen hinterher. Die Tür fiel schleichend ins Schloss.
"Ein Anzug macht mich wirklich strenger, nicht?" fragt er.
"Total..." sagte sie kühl.

Als Gabi durch die Gänge lief, fiel ihr plötzlich Marc Meier ins Auge. Er sah eigentlich aus wie immer... Naja,... auf jedenfall sah er nicht danach aus, als hätte er die liebe seines Lebens verloren. Stumm beobachtete sie aus einigen Metern Entfernung, wie er auf den Aufzug wartete. Langsam trottete sie auf ihn zu.
"Marc!" sagte sie überrascht, als hätte sie ihn gerade erst gesehen. Er schaute auf und zuckte mit der Augenbraue.
"Gabi..." sagte er dann freundlich.
Gabi schaute ihn erwartungsvoll an, aber er schien ihr nichts mehr zu sagen zu haben. Sie räusperte sich.
"Ich...Ich habe gehört...naja...das mit dir und..." setzte sie an und hoffte, das Marc ihren Satz zu ende führen würde.
"Wovon redest du?" fragte er und schaute sie ahnungslos an.
Stell dich nicht dümmer als du bist, Idiot!, dachte Gabi genervt.
"Naja...Ich habe gehört, dass du und..." sie machte eine Pause "Klopsi.... nicht mehr gemeinsam auf rosa Einhörnern durchs Regenbogenland galoppiert..."
Marc schaute an ihr vorbei und lächelte müde.
"Da hast du richtig gehört..."
"Schade irgendwie..." meinte Gabi. "Findest du nicht?"
"Gabi Schatz... Ich hab dich schon überall gesucht!" meinte Fritz plötzlich und stellte sich neben sie. Marc grinste abfällig. Da hatte die doch tatsächlich was mit diesem Verrückten Arzt ohne Grenzen am Laufen.
Der Aufzug öffnete sich Marc ging hinein, Gabi sprang ihm hinterher und Fritz wollte das natürlich auch alles im Auge behalten.
"Wir kennen uns doch! Sie sind doch dieser Arzt ohne Grenzen!" sagte Marc mit gespielter bewunderungen, während sich die Türen schlossen. "Ich habe ihnen diesen Fisch aus der Blas entfernt!" fügte er hinzu.
"Ja..."
"Und sie sind jetzt mit Gabi zusammen?" fiel er ihm freundlich ins Wort und lächelte.
"Ja!" verkündete Fritz stolz.
Marc klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und lachte.
"freut mich..." sagte er. "Hat sie ihnen auch einen Mord angehängt?" fragte er lachend.
Zuerst lachte Fritz beschwingt mit, dann schien er zu verabeiten, was Marc gesagte hatte.
"Was?" fragte er Marc. Doch der drückte sich sofort durch den kleinen Spalt der Aufzugtür, der sich gebildet, da sie ihm Erdgeschoss angekommen waren und lief auf den Ausgang des Krankenhauses zu.
"Den hab ich jetzt irgendwie nicht kapiert..." sagte Fritz zu Gabi.
"ähm... " sie räusperte sich. "Den...brauchst du auch nicht zu kapieren..."
"Ist das so 'n Insider-Witz zwischen euch zwei?"
"Äh...könnte man so sagen..." log Gabi und hoffte, dass Fritz nicht weiter nachfragen würde...

Marc drehte sich draußen noch einmal um und schüttelte den Kopf, als er an das dachte, was Gabi zu ihm gesagt hatte. Und er hatte gedacht, er sei sie für immer los! Falsch gedacht...
Wieder musste er an Gretchen denken. An den Moment, vor vielleicht 5 Minuten, als er das Büro des Professors verlassen hatte und ihm Gretchen entgegen gekommen war. Er hatte gedacht, dass sie sich mit gesenktem Kopf an ihm vorbei schleichen würde, aber sie ging aufrecht an ihm vorbei und ihre Blicke trafen sich für einen Moment. Marc schätzte, dass es sich vielleicht um eine Sekunde gehandelt hatte. Trotzdem hatte er so viel in ihrem Blick lesen können... Schmerz und Trauer, Enttäuschung, Wut, Hilflosigkeit, Hass, Einsamkeit, Hoffnung... Und sogar Liebe. Den vertrauten, verliebten Blick, mit dem sie ihm sonst ansah! Sonst schien er alles, was eine Person wie Gretchen auszeichnete, mit dem Regenbogenland und den rosa Einhörnern zerstört zu haben. Erneut fragte er sich, ob er das richtige getan hatte. Während er es sich ganz fest einredete, quälte ihn tief in sich drin der Zwang von vor 5 Minuten, Gretchen in den Arm zu nehmen und nie wieder loszulassen!

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Kälbchen1 Offline

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02.11.2012 12:16
#133 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Gretchen saß im Büro ihres Vaters und wartete darauf, dass er endlich etwas sagte. Irgendetwas! Bis jetzt hatte er nur "Kälbchen!" gesagt und auf einen Stuhl gedeutet. Dann war er an das Fenster getreten, wo er bis jetzt hinaus starrte.
Dann sog er die Luft ein, bereit dazu, etwas zu sagen. Angespannt drückte sich Gretchen ihre Hände in den Schoß und presste die Lippen zusammen.
"Da läuft er..." murmelte Franz abwesend.
Gretchen wusste gleicht, um wen es sich handeln musste. Marc. Er war ihr vor etwa 5 Minuten aus Franz' Büro entgegengekommen.... und sie wäre ihm am liebsten an die Gurgel gesprungen. So ein Idiot!
"Papa..." setzte sie an. "Es tut mir leid..."
Ihr Vater drehte sich um und schaute sie an.
"Du brauchst dich nicht zu entschuldigen... Du trägst keine Schuld..." meinte er und drehte sich wieder um.
"Natürlich bin ich Schuld!" sagte Gretchen. "Ich...Ich hab Mehdi geküsst..." fügte sie leise hinzu.
"Ja...ja das hast du..." sagte Franz. "Aber jeder entscheidet selbst, wie er mit soetwas umgeht... Und Meier hat so entschieden! Damit hast du nichts zutun..."
"Aber wenn ich das nicht getan hätte, hätte er sich auch nicht dafür entschieden!"
"Kälbchen! Hör doch auf, die Schuld bei dir zu suchen... Vielleicht hast du nicht korrekt gehandelt, aber... wann hab ich das schon? Ich habe deine Mutter auch betrogen! ZU oft..." murmelte er und starrte nach draußen. "Und trotzdem hat sie mich zurückgenommen..."
Gretchen wusste nicht was sie sagen sollte. "Papa..." setzte sie an.
"Weißt du..." unterbrach er sie. "Ich mag Marc... ich mag ihn wirklich sehr! Seit ich ihn kenne, ist er mein Traumschwiegersohn... Und ihr seid" er machte ein Pause. "...wart...was auch immer... ein Traumpaar...aber..." er stockte. "Ich habe nie wirklich daran geglaubt, dass das mit euch hält... Ich habe es mir gewünscht... aber wirklich daran geglaubt.... ich weiß nicht..."
Gretchen atmete zitternd aus. Dass ihr Vater so kritisch über ihre Beziehung gedacht hatte... Das wusste sie nicht. Wenn nicht einmal andere daran glaubten, dass ihre Beziehung eine Zukunft hatte...
"Meier ist nunmal Meier... kann man nichts machen!" fuhr ihr Vater fort. "Ich weiß... du dachtest, du könntest ihn ändern, aber ich glaube... dass kann niemand... vielleicht ist er einfach dazu bestimmt, wie ein herrenloser Hund herumzustreunen und sich nirgends niederzulassen... wer weiß das schon..."
Gretchen krallte bei diesen Worten ihre Nägel in ihren Oberschenkel. ICH WILL MARC! ICH WILL MAAAARC!!! Sie war sich sicher, dass sie heute Nacht wieder von einem dieser Teenieträume verfolgt werden würde, in denen sie halbnackt mit irgendjemand töpferte... falls sie heute Nacht überhaupt schlafen konnte....so ohne Marc! Sie hasste Marc dafür, dass sie ihn so sehr brauchte! Liebend gern, hätte sie ihn gegen den nächstbesten Mann ausgetauscht, der ihr über den Weg lief, aber...gefühle waren eben Gefühle!
"Warst du schon bei Alexis?" fragte er. "Ich meine Frank..." korrigierte er sich.
"...Vorhin..." sagte Gretchen träge. "Aber da war er noch nicht wach..."
"Verstehe..." meinte ihr Vater, drehte sich um und setzte sich an seinen Schreibtisch. "Was hast du jetzt vor?" wollte er wissen. Gretchen fragte sich, was schlimmer gewesen war, die Stille und mit dem Rücken ihres Vaters zu reden oder ihn direkt vor sich zu haben.
"Ich...ich weiß nicht..." sagte sie. Natürlich wollte sie Marc zurück! Aber was sie dafür tun konnte, wusste sie noch nicht genau! Auf Jedenfall zuerst auf den Ärzteball... vielleicht war Marc bis dahin wieder zur Vernunft gekommen... vielleicht zumindest annähernd.
"Verstehe..." wiederholte ihr Vater, faltete seine Hände auf dem Tisch und sah sie durchdringend an. "Liebst du den Meier denn?"
"Ähm..." brachte Gretchen überrascht heraus. "Ich..." setzte sie wieder an. "Ja..." sagte sie schlussendlich und nickte. Oh ja! Ich liebe ihn so sehr!, dachte sie traurig.
"Verstehe..." meinte ihr Vater wieder. "Dann werde ich wohl oder übel dafür sorgen müssen, dass ihr wieder zusammen kommt!"
"Ähm..." sagte Gretchen wieder. Überrascht, dass ihr Vater sich ebenfalls dazu bereit erklärt hatte, die Beziehung zu retten. Natürlich hatte sie daran geglaubt, dass ihr Vater die Trennung nicht einfach so hinnehmen würde...und wie oft hatte er betont, dass er den Meier fertigmachen würde, wenn er seinem Kälbchen das Herz brechen würde... aber da er so eben seine Zweifel an der ganzen Beziehungsgeschichte geäußert hatte, hatte Gretchen nicht mehr so recht daran geglaubt.
"Ok..." sagte sie.
"Wir kriegen das wieder hin, Kälbchen!" sagte ihr Vater optimistisch.
"Klar..." meinte Gretchen, während ihr Vater sie aufmunternd ansah und aufstand.
"Ich muss dann mal wieder an die arbeit..." sagte er. Gretchen erhob sich schweigend und schaute ihren Vater an.
"Was hast du eigentlich mit Mehdi gemacht?" fragte sie dann.
"Ich...ich habe ihn gefeuert..." erklärte Franz.
"Mach das bitte wieder rückgängig..." sagte Gretchen. "...er soll nicht deswegen gehen müssen..."
Ihr Vater rang kurz mit sich selbst. "Von mir aus..." sagte er dann seiner Tochter zu liebe.
Gretchen stand auf und sah ihren Vater prüfend an...aber sie konnte nichts in seinen Augen erkennen, das darauf hindeutete, dass er sich nicht daran halten würde.
"Also...Wenn..." stotterte sie.
"Natürlich kannst du wieder bei uns einziehen... irgendwie warst du ja nie richtig ausgezogen..."
"Danke, Papa..." meinte sie und verließ mit einem. "tschüss..." das Büro.
Maaaaarc! Warum musst du es mir immer so schwer machen? Kannst du nicht ein einziges Mal etwas mir zu liebe tun? Meinst du immer, du bist nicht mehr ... was weiß ich... "männlich" genug, wenn du zugibst, dass du mich liebst? Oder liebst du mich gar nicht mehr? Bin ich zu kitschig, fett, hässlich für dich?
fragte sich Gretchen.
"Mann..." fluchte Gretchen zu sich selbst. Nicht nur, dass sie sich anfing selbst die Schuld an allem zu geben, ihr war auch gerade eingefallen, dass sie wohl oder übel nochmal bei Marc vorbeischauen musste. Ihr Kleid! Dieses verdammte rote Kleid, dass sie schon am letzten Ärzteball getragen hatte und sie vor ein paar Tagen aus ihrem Schrank geholt hatte, um es bei Marc anzuprobieren. Nachdem sich niemand dazu bereit erklärt hatte, mit ihr shoppen zu gehen, war sie zum Entschluss gekommen, dass dieses Kleid eben dieses Mal nochmal gehen musste. Sie, allein in einem Abendkleider Geschäft. Das musste entweder bedeuten, sie hatte keine Freunde, keinen Freund und war deprimierter Single oder sie hatten einen Freund, aber ein arrogantes Arschloch, dass nicht Mal mit seiner Freundin ein Kleid für einen offensichtlich wichtigen Anlass einkaufen wollte. Den bemitleidenden Blick der Verkäuferin hatte sie sich dann lieber gespart. Natürlich störte es Gretchen gewaltig. Keiner würde das Kleid von letztem Jahr anziehen!...oder? Naja...wenigstens sehen dann alle, dass ich im letzten Jahr nicht dicker geworden bin..., dachte sie, während sie wieder sauer an Marc dachte. Ihm war es tatsächlich egal gewesen, dass sein bester Kumpel Mehdi Kaan ihr eigenhändig dieses Kleid vom Leib gerissen hatte!! In Ordnung, so genau hatte sie es nicht ausgedrückt... Eigentlich hatte sie es gar nicht ausgedrückt, nicht mal versucht anzudeuten. Aber Marc konnte sich das noch selber denken!! Er wusste doch genau, was damals gewesen war!
Er war nur in der Halbzeitpause des Fußballspiels ins Schlafzimmer getreten, wo Gretchen sich kritisch im Spiegel betrachtet hatte.
"Sieht gut aus...passen tuts auch..." hatte er gemeint. "Ich weiß gar nicht was du hast..." fügte er hinzu, als er ihren kritischen Blick bemerkt hatte. Dann hatte er die Hand auf die Klinke gelegt und nochmal zurück geschaut. Mit hängenden Schultern war sie noch vor dem Spiegel gestanden und hatte an dem Roten Kleid herumgezupft, als hätte das etwas besser gemacht.
"Hey..." hatte Marc sanft geflüstert. "Du siehst echt wunderschön in dem Kleid aus!"
Natürlich war danach die Welt wieder für sie in Ordnung gewesen. " Findest du? Danke!" hatte Gretchen lächelnd gesagt.
Dann musste sie eben nochmal bei ihm vorbei und es holen. Falls er ihr überhaupt aufmachte. Es wäre durchaus vorstellbar, dass er, sobald er Gretchen erblickte, die Rolläden herunterließ, ihr klingeln ignorierte und so tat, als wäre er nicht da, nur, weil er einem psychologischen Gespräch und dem darauffolgenden schlechten Gewissen entgehen wollte. Aber das war ihr egal, schließlich hatte sie einen schlüssel...

Sie suchte in ihrer Handtasche nach dem Schlüssel und schloss die Haustüre auf. Nachdem sie die Treppe hinaufgestiegen war, die Wohnungstür.
Zuerst sah sie Marc der sie verdutzt anstarrte. Er hatte sich wohl gewundert, warum sich plötzlich ein Schlüssel im Schloss umdrehte. Danach musterte sie das Bügelbrett, auf dem ein weißes Hemd lag. Sie war sich sicher, dass er sich wünschte, erst mit ihr schluss gemacht zu haben, nachdem sie sein Hemd gebügelt hatte.
"Haasenzahn..." stellte er fest.
Gretchen wurde kurz von einer warmen Woge der zuneingung überflutet. Haasenzahn... Wie oft sie das schon von ihm gehört hatte!
"Was willst du denn hier?" fuhr er kühl fort.
Die wärme war schlagartig verschwunden. Gretchen versuchte sich ebenso kühl zu geben, verschränkte die arme vor der Brust und räusperte sich.
"Hallo Marc..." sagte sie. "Ich will mein Kleid holen... Falls du erlaubst?!" fügte sie verächtlich hinzu, wartete aber keine Antwort ab, sonder stolzierte sofort auf das gemeinsame Schlafzimmer zu.
"Dein Kleid? Warum, wenn ich fragen dürfte?" fragte er übertrieben förmlich.
Gretchen drehte sich um. "Ich darf doch wohl mein Kleid holen gehen?!" fuhr sie ihn an.
Er starrte sie kurz an. "Gehst du etwa zum Ball?"
Gretchen schluckte und überlegte, ob sie ihm die Wahrheit sagen oder doch lieber Lügen sollte. Sie räusperte sich unsicher. "Vielleicht...vielleicht auch nicht... Kann dir ja egal sein...!" sagte sie, drehte sich wieder um und ging ins Schlafzimmer.
"Ist es mir auch!" rief Marc ihr hinterher.
Sofort spürte Gretchen einen Klos im Hals. Sog aber scharf die Luft ein, nahm das Kleid vorsichtig vom Kleiderhaken und ging zurück ins Wohnzimmer.
"Ich will nur nicht in irgendeinen deiner verrückten Pläne reingezogen werden..." fuhr Marc fort.
"Wovon redest du?" krächzte sie und räusperte sich sofort.
"Du planst doch schon wieder was.." sagte Marc, während er sich aufs Bügeln konzertrierte.
"Ich plane nichts!" fauchte Gretchen.
"Gut!" sagte Marc laut und stellte das Bügeleisen auf den Halter. "Aber falls doch, würde ich gerne informiert werden, bevor mir wieder ins Bein geschossen wird.
"Gerne! Kein Problem!" gab Gretchen zurück.
"Dann wäre das geklärt! Dann kannst du ja wieder gehn!"
"Nichts lieber als das..." sagte Gretchen kühl und ging auf die Wohnungstür zu. Bevor sie die Hand auf die Klinke legte, drehte sie sich nochmals zu ihm um.
"Und SO machst du nur noch mehr Falten rein!" sagte sie, öffnete die Tür und ging.

Nachdem die blonde Ärztin an der Türe ihres Elternhauses geklingelt hatte, wurde sie von ihrer Mutter geöffnet.
"Gretchen..." meinte sie vorwürfig.
"Was ist denn?" fragte sie, als sie sich an ihr vorbei in das Haus drückte.
"Es gibt so viele Männer auf der Welt..." setzte sie an. "...musst du dann ausgerechnet mit dem Freund deiner besten Freundin rumknutschen?!" fügte sie mit gedämpfter Stimme hinzu.
Oh nein... , dachte Gretchen. Gina war natürlich sofort nachhause gegangen und hatte alles ihrer Mutter erzählt. Aus ihrer Sicht, in der wahrscheinlich alles doppelt und dreifach so schlimm darrgestellt wurde
"Ich habe nicht mit ihm rumgeknutscht! Es war nur ein Kuss! Ein klitzekleiner Kuss!" erklärte Gretchen.
"Wegen dir will sie ausziehen!" erklärte Bärbel verbittert. "Sie packt gerade ihre Sachen!"
"Es tut mir ja auch leid...und natürlich war das nicht in Ordnung von mir..." sagte Gretchen. "...aber deshalb muss sie doch nicht gleich ausziehen!"
"Du kannst dir doch vorstellen, wie verletzt sie ist... Du weißt doch wie schwer sie es mit Jerome hatte...Und jetzt betrügt sie sozusagen auch noch ihre beste Freundin!" meinte sie.
"Mutter! Hör auf mir vorwürfe zu machen..." sagte Gretchen.
"Wenn sie geht...dann bin ich wieder so alleine..." erklärte ihre Mutter traurig.
"Bist du nicht! So wie's aussieht, zieh ich hier wieder ein! Marc hat nämlich mit mir Schluss gemacht!" sagte sie traurig.
"Marc hat was?" fragte Bärbel überrascht.
"Schluss gemacht??" lachte plötzlich Gigi auf, die mit ihrem Trolly die Treppe herunter kam. "Tja...selber Schuld, wenn man mit anderen Männern rummacht..."
Traurig, aber auch wütend funkelte Gretchen sie an. Sie konnte ruhig ihre Gemeinheiten für sich behalten! Ihr ging es auch schon so schlecht genug.
"Es gehören immer zwei dazu!" gab sie kühl zurück.
Gina ignorierte sie und ging auf Bärbel zu.
"Es tut mir echt leid, dass ich gehen muss... aber...das was passiert ist...so kann ich hier nicht weiter wohnen! Danke für alles!" sagte sie zuckersüß und berührte Bärbels Arm.
"Bitte, Bitte! Das ist doch kein Problem! Du bist immer wieder herzlich bei uns willkommen!" sagte sie freundlich.
"Danke!" sagte sie. "Tschüss!"
Sie sah Gretchen verächtlich an, dann öffnete sie die Türe.
"Auf Wiedersehen Gina!" sagte Bärbel. "Meld dich mal wieder!"
"Mach ich!" flötete Gigi, bevor die Türe zu viel.
"So ein nettes Mädchen..." murmelte sie zu sich selbst. "Möchtest du was trinken Margarethe?" fragte sie, während sie ins Wohnzimmer lief. Gretchen folgte ihr.
"Mutter!" sagte sie. "Hast du mir zugehört? Marc hat Schluss gemacht!"
"Oh...ja...schrecklich..." murmelte sie, während sie ein Glas holte und ihrer Tochter Orangensaft einschenkte.
Gretchen schaute sie an. Man konnte ja schon am Tonfall hören, dass sie es nicht richtig ernst meinte.
"Jetzt schau mich nicht so an!" sagte Bärbel. "Jetzt hast du wenigstens wieder mehr Zeit für deine Familie!" meinte sie und legte den Arm um Gretchen. "Du hast uns schon ein bisschen vernachlässigt...findest du nicht?"
"Mutter!" sagte Gretchen. "Kannst du auch einmal an mich denken?" fragte sie genervt und stapfte aus dem Wohnzimmer, die Treppe hinauf und in ihr Zimmer.
Sie warf das Kleid auf ihr Bett und setzte sich traurig daneben. Würde es überhaupt noch etwas nützen, wenn sie auf den Ärzteball ging? Es war doch sowieso schon alles verloren...oder?
Menno... Warum muss immer alles so schwierig sein? Warum konnte ihr das Universum nicht irgendeine Eingebung schicken, irgendein Zeichen, dass ihr zeigte, was sie als nächstes tun sollte...

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Kälbchen1 Offline

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Beiträge: 388

27.11.2012 17:36
#134 RE: Meine Story! Zitat · antworten

So... melde ich mich auch mal wieder
Tut mir echt leid, dass es etwas länger gedauert hat... Aber was soll man machen, wenn einem die Zeit fehlt?
Ich hoffe er gefällt euch!
Liebe Grüßee!



"Sind sie Dr. Margarethe Haase?"
"Wer sonst?! Claudia Schiffer?" fragte Gretchen.
"Definitiv nicht..." gab der Polizist zurück, während seine Mundwinkel amüsiert zuckten.
Gretchen schaute den Polizisten streng an, dann drückte sie sich an ihm vorbei und ging in Franks Zimmer.
"Sternchen..." sagte er leise. "Wow...so schick hättest du dich für mich nicht machen müssen..." meinte er verschmitzt.
Gretchen nickte kurz dem Polizisten zu, der am Fenster saß und bis gerade eben in einer Zeitschrift geblättert hatte. Er nickte freundlich zurück.
"Was ist?" fragte Gretchen kühl und setzte sich neben das Bett auf einen Stuhl.
"Ach Sternchen..." seufzte Frank. "Ich kann verstehen, dass du sauer bist..."
"Sauer? Das ist die Untertreibung des Jahres!" sagte sie gereizt. "Nicht nur, dass ich wegen dir heute Nacht fast einen Herzinfarkt bekommen hätte...Du hast Claire ein Woche lang in ihrer Wohnung gefangen halten und eine andere Frau sogar umgebracht!!"
Gretchen erschrak über ihre schrille Stimme und schaute zu dem Polizist, der aber nur kurz aufsah, dann aber weiter las. Über Franks Gesicht hatte sich ein Schatten gelegt.
"Es war ... ein Unfall..." hauchte er.
"Ich bin Arzt! Ich habe täglich mit Unfällen zu tun... Aber das war Mord!"
Frank schwieg.
"Um genau zu sein, Frau Dr. Haase, war es Totschlag...!" mischte sich der Polizist ein.
"...tot ist tot..." murmelte Gretchen. Alle schwiegen plötzlich. "Also was ist jetzt?" fragte Gretchen nervös.
"Gretchen...Ich...ich hab doch alles nur getan, weil ich dich so sehr liebe..."
"Was? Soll das heißen, dass ich an allem Schuld bin?" fuhr sie ihn an. Musste sich aber eingestehen, dass sie einen Gang zurückschalten musste! Frank war noch schwach und versuchte gerade alles zu erklären, während sie immer wieder auf ihn einschoss.
"Bist du nicht..." sagte Frank.
"Frank...Du brauchst Hilfe...profesionelle Hilfe..." sagte sie sanft.
"Vielleicht hast du recht..." meinte er.
"Echt?" fragte Gretchen, von seiner Einsicht überrascht.
"Natürlich... Ich habe zu viele Fehler gemacht!"
"Ja..." sagte Gretchen. "Aber das wird schon wieder..." sagte sie optimistisch. Frank war anscheinend doch nicht so psychisch labil, wie sie gedacht hatte. Er war so wie immer! Er war Alexis von Buren! Der Mann, in den sie sich mehr oder weniger verliebt hatte und kein Psycho-Killer, den sie erwartet hatte. Er wusste, was er getan hatte. Das war schon Mal gut.
"Du siehst traurig aus..." sagte Frank plötzlich sanft.
Gretchen schaute ihn an und versuchte zu lächeln.
"...es geht mir gut...wirklich..." beteuerte sie.
"Gretchen...Ich kenn dich doch..."
"Es ist alles in Ordnung..."
"Ist was mit Marc?"
Erschrocken sah sie ihn an.
"Marc?"
"Dein Freund?!" sagte Frank.
Gretchen musste sich kurz ordnen. Frank hatte es normal gesagt. Ist was mit Marc? Es hatte sich so angehört, als hätte er sich nach einem guten Freund erkundigt. Ganz normal eben.
Wahrscheinlich hab ich mit meinen Vorstellungen über Frank, einfach übertrieben... dachte sie. Er war so wie immer. Kein Psycho, der bei dem Namen Marc Meier durchdrehte und Amok lief.
"Ja..." sagte sie schließlich. "Er..." setzte sie an, entschloss sich aber dagegen, ihm die ganze Wahrheit zu erzählen. "Wir haben gestritten..."
"Das tut mir leid..." sagte Frank.
"Du brauchst dich nicht zu entschuldigen... Du hast damit ausnahmsweise nichts zutun..." sagte Gretchen.
"Es tut mir trotzdem sehr leid für dich... aber ich vertragt euch bestimm wieder..."
"Klar..bestimmt..." meinte Gretchen.
"Wo willst du eigentlich noch hin?" fragte er neugierig.
"Ärzteball..." meinte sie kurz.
"Du siehst wunderschön aus!" meinte er.
"Danke!" sagte Gretchen lächelnd.
"Wenn du dich mit Marc gestritten hast ...Gehst du allein?"
"Ein Freund begleitet mich..." sagte sie.
"Mehdi?" fragte Frank.
"Nein...kennst du nicht..." sagte Gretchen und musterte Frank. Er wusste soviel über sie. Er war Teil ihres Lebens. Trotzdem musste sie daran denken, dass er doch ein ganz anderer war. Frank...nicht Alexis. Jemand, der einen Menschen auf dem gewissen hatte. Todschlag hin oder her...
"Ah..." meinte Frank.
Gretchen würde so gerne wissen, wie das alles passiert war, aber sie traute sich nicht zu fragen. Hatte sie zu viel Angst vor der Wahrheit?
Als sie ihre Aufmerksamkeit wieder Frank schenken wollte, sah sie, dass er seine Augen geschlossen hatte.
"Frank?" fragte sie vorsichtig. Er schob seine Lider wieder auf und sah sie an.
"Keine Sorge...Mir gehts gut..." sagte er und schloss sie wieder. "Ich bin nur ein bisschen müde..."
"Dann...sollte ich vielleicht gehen..." meinte Gretchen.
"Du musst wahrscheinlich auch los..." murmelte Frank. "Aber du kommst mich bestimmt bald wieder besuchen..."
"Klar..." meinte Gretchen, während sie aufstand.
"Gute Nacht Sternchen..." sagte Frank, während er nochmal seine Augen öffnete und sie anklimperte.
"Gute Nacht Frank!" sagte sie betont, öffnete die Tür und trat auf den Gang, während sie nochmals den Polizisten böse anfunkelte und an ihm vorbeilief.
Wie bin ich überhaupt in diesen Mist hinein gekommen? fragte sie sich. Sie meinte damit nicht nur diese Sache mit Frank... um genau zu sein dacht sie an Marc. Vieles wäre in ihrem Leben einfacher, wenn dieser Mann nicht wäre. Wieso konnte ihr das Schicksal nicht einfach mal etwas abnehmen... Es hätte damals schon gereicht, wenn es ihr erspart hätte Peter und diese Frau in flagranti zu erwischen. Wahrscheinlich würde sie jetzt glücklich und zufrieden in einem schönen Häuschen mit Garten wohnen, würde mit Peter eine Praxis führen...ein Kind wäre dann natürlich auch schon unterwegs.
Peter mochte Kinder. Das hatte er immer betont. Und Tiere...
Ach ja... Ein Hund vervollständigte natürlich das Bild einer glücklichen Familie... Wen kümmerte dann noch ein klitzekleiner Seitensprung, von dem sie sowieso nichts wusste??!!
Sie hätte Marc nie wieder gesehen... Sie hätte ihn vergessen... Nie hätte sie Frank kennengelernt... Nie wäre sie mit alldem hier in Verbindung gekommen!
Aber naja... manchmal ist das Schicksal jemand, dem man mit der Faust ins Gesicht schlagen und anspucken will...
Sie musste wohl oder übel damit leben...
Als sie nur noch einige Meter von Claires Zimmer entfernt war, kam ihr Jean entgegen.
"Du siehst toll aus..." meinte er zur begrüßung.
"Danke..." sagte sie.
"Ich glaube sie schläft..." sagte er.
"Sie schlief..." meinte Claire die hinter Jean aufgetaucht war und über einer M&M Tüte hing, die sie sich wahrscheinlich aus dem Süsigkeitenautomat herausgelassen hatte.
"Wie geht es dir?" fragte Gretchen besorgt.
"Es ginge mir besser, wenn nicht jede fünf Minuten jemand auftauchen würde, der irgendwas von mir wissen will..." sagte sie. "Geht ihr jetzt?" fügte sie hinzu.
Gretchen wechselte einen Blick mit Jean.
"Denke schon..." meinte sie.
"Dann...viel Glück..." sagte Claire.
Gretchen lächelte wehmütig. "Wird schon schiefgehen..."
"Sie packt das..." mischte sich Jean ungeduldig ein. Er schien wohl kaum erwarten zu können, wieder aus diesem Anzug herausschlüfpen zu dürfen.
"Also...Frank ist wach..." verkündete Gretchen noch.
"In Ordnung..." meinte Claire, die anscheinend nicht mehr so scharf darauf wahr, mit ihm zu reden. "Weißt du wo Kaan ist?" fragte sie noch.
"Nein...Keine Ahnung..." sagte Gretchen.
"Dein Vater muss ihn sehr eingeschüchtert haben...Er scheint sich nicht einmal mehr hier rein zu trauen..." stellte ihre Cousine fest.
"Wahrscheinlich..." sagte Gretchen. "...aber falls du ihn siehst, kannst du ihm ausrichten, dass ich meinen Vater beruhigt habe..."
"Okey..."
"Wir sollten jetzt gehen..." mischte sich Jean erneut ein...

"Was soll das hier jetzt eigentlich werden...?" wollte Jean wissen. "Nach was soll es aussehen?" fragte er, während er hinter Gretchen die Treppe zum Ballsaal hinunterschritt.
"Es darf auf keinen Fall so aussehen, als wärst du mein Neuer..."
"Soll heißen...?"
"Keine Küsschen, kein Händchen halten, und kannst du bitte ein bisschen mehr Abstand halten?"
Brav vergrößerte er den Abstand und ließ seinen Blick über den Saal schweifen, bis er gegen Gretchen stieß.
"Da ist Marc!" flüsterte Gretchen, die mitten auf der Treppe stehen geblieben war.
"Wo?"
"Na Da!!" sagte Gretchen.
Er entdeckte Marc nirgends. Nach was für einem Mann musste er Suchen? Wie stark hatte er sich verändert?
"Und jetzt?" fragte Jean.
"Keine Ahnung..." sagte Gretchen hilflos.
"Hast du dir den keine Gedanken??" fragte er sie verständnisslos.
"Doch!! irgendwie schon...aber irgendwie auch nicht..." meinte sie panisch.
"D'accord...ganz ruhig..." meinte Jean. "Warte einfach, bis er sein Gespräch beendet hat und fang ihn irgendwo ab..." schlug er vor.
"Verdammt!" entfuhr es Gretchen. "Sie haben mich gesehen!"
Ihr Cousin sah, wie plötzlich der ältere Mann ihr zu winkte.
"Meint der dich?!"
"Bestimmt!!" sagte sie und schaute sich um, um er vielleicht doch jemand anders gemeint haben könnte. Sie erstarrte aber, als Marc sich ebenfalls umdrehte und sie erblickte. Seine Augen funkelten sie an. Was er ihr damit mitteilen wollte, konnte sie nur vermuten. Plötzlich winkte der Professor des Nordstadtkrankenhauses zu sich her.
"Was soll ich jetzt tun!??"
"Geh hin!" sagte Jean bestimmt.
"Was?" fragte sie schrill. "Aber Marc" setzte sie an.
"Was willst du sonst machen?" unterbrach er sie.
"Okay, okay..." sagte sie. "Aber du bleibst hier!"
Sie setzte ein süßes lächeln auf und winkte kurz zurück. Dann schritt sie langsam die Treppe hinunter und versuchte sich auf das zu konzentrieren, was sie sagen wollte. Ihr Herz schlug vor Aufregung schneller als sonst. Nervös spielte sie mit ihren Händen, während sie sich an den Standtisch gesellte, ohne Marc eines Blickes zu würdigen.
"Guten Abend Frau Doktor Haase!" begrüßte er sie freundlich. "Wir haben sie schon vermisst..."
"Guten Abend..." sagte sie nur und versuchte doch kurz zu Marc zu schielen.
"Wo waren sie denn so lange?" fragte sie Frau des Professors.
"Ähm...also..." stotterte Gretchen.
"Ich glaube, es gibt da etwas, dass wir aufklären müssen..." mischte sich Marc plötzlich charmant ein.
"Frau Dr. Haase und ich...wir...haben uns getrennt..." sagte er mit gespielten bedauern.
"Was?" fragte sie Frau. "Wie Schade... Sie waren so ein süßes Paar!"
"Wirklich Schade..." sagte auch der Professor.
"...was will man machen, wenn es nicht mehr funktioniert..." sagte Marc. "...aber wir sind als Freunde auseinander gegangen..." verkündete er noch und legte seinen Arm um Gretchen.
Du Arsch! Du egoistischer Idiot!, dachte Gretchen, nachdem sie verstanden hatte, was Marc gerade gesagt hatte. Selbst jetzt dachte er noch an seine Karierre! Kein Wort darüber, dass ER die Beziehung aus irgendwelchen, nicht nachvollziehbaren Gründen beendet hatte. Das könnte sich ja schlecht auf sein Image auswirken...
"Best Friends Forever..." spielte Gretchen mit und schaute grinsend an Marc hoch, obwohl sie ihm am liebsten eine Ohrfeige verpasst hätte.
"Wann habt ihr euch denn getrennt?" wollte die Frau des Professors wissen.
Marc tat als würde er überlegen. "Das ist bestimmt schon... ein, zwei Monate her..." log er.
"...mir kommt es so vor, als wäre es heute Morgen gewesen..." sagte Gretchen gespielt schwelgend. Marc presste seinen Arm fest gegen ihre Schulter. Anscheinend war er genervt.
"Dann wünsche ich euch beiden, dass ihr bald die oder den richtigen findet!" meinte die Frau.
"Werden wir!" sagte Marc schnell.
"...Schon auf der Suche..." warf Gretchen ein.
"Ihre Begleitung scheint sehr gut zu ihnen zu passen Frau Haase..." sagte der Professor.
"Ach der... er ist nur ein guter Freund..." stellte Gretchen klar.
"Man weiß ja nie was noch werden kann!" meinte die Frau des Professors kichernd. Höflich kicherte Gretchen mit.
"Jetzt sind wir ja ganz abgeschweift!" warf der Professor ein. "Eigentlich sind wir ja hier, um die geschäftlichen Dinge zu regeln..."
"Apropos! Marc...wir müssen doch auch noch reden!" stellte Gretchen gespielt überrascht fest. Marc strafte sie unauffällig mit einem bösen Blick.
"Echt? Ich wüsste nicht über was..." gab Marc zurück.
"Du weißt doch! Über dieses..." sie schaute kurz zu dem Professoren-Pärchen hinüber, und tat so als wäre es ihr unangenehm darüber zu reden. "... Proplemchen!" fuhr sie an Marc gewandt fort.
"Ich weiß nicht wovon du redest..." behauptete Marc.
"Wir haben doch heute Morgen darüber geredet!" sagte Gretchen.
"Ich glaube wir lassen die jungen Leute kurz allein..." sagte die Frau und schob ihren Mann vom zweier Tisch weg in Richtung Büffet.
Wütend fuhr Marc zu ihr herum.
"Haasenzahn! Was soll der Scheiß!" fauchte er.
"Was denn?" gab sie zurück.
"Was machst du hier??!!"
"Ich bin Ärztin und bin auf dem Ärzteball! Was irritiert ich an diesem Bild?"
"Ich wusste dass das so kommen wird... Ich wusste es einfach!! Kannst du mich nicht einmal in Ruhe lassen, Gretchen!? Einmal?"
"Du tust fast so, als ginge es um Leben und Tot!" sagte Gretchen genervt.
"Es geht um meine Karriere! Das ist mindestens genaus so schlimm..." sagte Marc. "Was willst du eigentlich von mir? Hast du Keine Hobbys, dass du mich stalken musst?"
Gretchen wurde schlecht, als sie hörte, was Marc sagte. Er behandelte sie, wie eine Fremde...Und er stellte sich dumm...richtig dumm!! Er wusste genau, was sie von ihm wollte! So ein Idiot! Nichts erinnerte daran, dass sie gestern noch zusammen waren... Entäuscht schüttelte sie den Kopf.
"Toll Marc...wirklich!" sagte sie verächtlich "Es geht um deine Karriere! Wann, bitteschön, ging es mal nicht darum?"
"Haasenzahn..." sagte er. "Ich weiß, dass es nicht so leicht für dich ist, die Trennung hinzunehmen..." erklärte er mit gespieltem verständniss "aber... Komm damit klar! Es ist vorbei! Für immer!" fügte er hinzu. "Du kannst daran nichts ändern! Dein Vater kann daran nichts ändern! Niemand! Und ich werde diesen verdammten Job jetzt bekommen, Kapiert? und daran wird mich ebenfalls niemand hindern..."
"Marc...warum machst du das?" fragte sie traurig und schaute ihn durchdringend an. "Ich...Ich versteh das nicht..." sagte sie, während ihr Augen glasig vor Tränen wurden. "In dem Moment, als du plötzlich am Flughafen vor mir standst,...da dachte... alles wäre jetzt gut...und wir können jetzt für immer zusammen sein und so... Ich dachte du liebst mich auch..." fügte sie kleinlaut zu und schluchzte leise.
Marc sah sie nun mitleidig an. "Haasenzahn..." setzte er weich an. "Das eine dass..." er machte eine Pause. "...das ist in deiner Rosa Traumwelt... und... den anderen Scheiß hab ich dir doch schon heute Morgen erklärt!" sagte er. "Es geht nicht..."
"Dafür hasse ich dich..." murmelte sie traurig.
"Ich weiß..." sagte Marc sanft. Er sah sie nocheinmal durchdringend an, dann reichte er eine Serviette von dem Tisch. "...und jetzt putzt dir deine Nase und mach dir noch nen schönen Abend..." fuhr er normal fort.
"Marc... du willst das alles doch selber nicht!" sagte Gretchen.
"Das Büffet wird gerade eröffnet! Da gibt's bestimmt auch was Schokoladiges für dich!" sagte Marc ohne auf sie einzugehen.
"Marc!" sagte sie streng.
"Aber iss nicht zu viel... Das Kleid sitzt schon ziemlich eng, findest du nicht?"
"Du bist so ein Idiot!"
"Guck mal, da ist die Hassman! Mit der willst du bestimmt ein bisschen quatschen..." meinte Marc und schob sie weg.
"Marc!" meinte sie nochmals empört.
"Darf ich..." meinte plötzlich Jean und griff nach Gretchens Hand.
Marc sah ihn kurz irritiert an und schaute Gretchen an. Dann drehte er sich um und ging.
"Ich werde nacher versuchen mit ihm zu reden..." meinte er nur.
"Du?" fragte Gretchen
"Ja Ich..." gab er zurück.
Kritisch blinzelte Gretchen. Warum sollte Marc auf Jean hören? Einen Mann, den er gar nicht kannte... Nicht mehr.
"Ich glaube nicht, dass er auf dich hören wird..." sagte Gretchen. "Und sowieso will ich erstmal nur verhindern, dass er diesen blöden Job nicht bekommt!"
"Das kann warten..." sagte Jean.
"Aber"
"Pst!" zischte er. "Ich will nichts mehr hören! Beruhig dich jetzt!" meinte er streng. "Wir sehen uns später!" fügte er noch hinzu bevor er sich umdrehte und sich durch die vielen Ball-Besucher zurück schlängelte.

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Kälbchen1 Offline

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26.12.2012 16:01
#135 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Ohjeee ... wie schnell die Zeit vergeht...
Das ich mich überhaupt noch traue zu posten
Tut mir echt leid ... hoffentlich gefällt euch der Teil!!
Ich wünsche euch noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


"Marc?" fragte eine männliche Stimme.
Marc drehte sich erst um, als er sich seine Zigarette angezündet hatte.
"Was?" fragte er den fremden Mann. "Gibt es ein Problem?" fügte er trocken hinzu, während ihm einfiel, dass er gar nicht so fremd war. Gretchens Begleitung?!
"Ja...könnte man sagen..." sagte der Mann und schlenderte näher an ihn.
Marc zog an seiner Zigarette und schaute dem Mann kritisch in die Augen.
"Ah ja...und das wäre?" fragte er.
"Gretchen..." meinte der andere kurz.
Marc versuchte sich seine überraschtheit nicht anmerken zu lassen! Da tauchte plötzlich ein fremder Mann auf und wollte ihm etwas über Gretchen erzählen.
"Gretchen...?" wiederholte Marc.
"Margarethe Haase..."
"Und...welches Problem gibt es mit ihr?"
Ein amüsiertes Schnauben entfuhr dem Mann und er trat näher an Marc heran.
"Mit ihr? Es gibt ein Problem mit dir Marc..." erklärte er.
"Was zum Teufel willst du von mir??" entfuhr es Marc.
"Erkennst du mich nicht?!" sagte er amüsiert.
"Sollte ich?" gab Marc zurück.
"Jean..." sagte er.
"Jean?" Marc schaute ihn an. "Jean Calvo? Den schlechtesten Torwart der ganzen Welt?"
"Ey! Ihr habt mich doch immer ins Tor gestellt!" sagte er lachend.
"...nur weil keiner von uns ins Tor wollte... Da stellt man halt den Franzosen ins Tor..." erklärte Marc.
"rassist..." meinte er grinsend.
"Bitte? Wenigstens haben wir dich mitspielen lassen!" entgegnete Marc und zog lachend an seiner Zigarette.
"Soll ich mich jetzt bedanken?"
"Mann..." Marc klopfte ihm auf die Schulter, während er ausbließ. "Hab dich vorhin gar nicht erkannt!"
"Das habe ich mir gedacht..."
Plötzlich wurde Marc ernst. "Und...welches Problem gibt es mit ihr?" erinnerte er sich. Jean war nicht aus Spaß hier... Er wurde geschickt.... Er wusste auch von wem... Konnten ihn alle nicht EINMAL ein Ruhe lassen??
"Hör zu... Ich werde meine Meinung, was Gretchen betrifft, nicht ändern!" sagte er dann.
"Und warum nicht?"
"Wenn ich es dir erkläre, wirst du es sowieso nicht verstehen... Wie die anderen auch... und sowieso fehlt dir das nötige Vorwissen..."
"Vorwissen ist was für Deutsche..." gab er zurück.
"Es gibt aber Dinge... Die man ohne das nicht versteht ..."
"Gibts denn keine Kurzfassung?!" fragte er. "Der Marc von früher, hatte immer eine Kurzfassung...kein Mann der großen Worte..."
"Mein Vater hat mich geschlagen..." Was solls... dachte Marc. Claire hätte es ihm sowieso gesagt!
Jean blinzelte und schien nicht zu verstehen. Dieser Satz war wie aus dem nichts gekommen... und seine Bedeutung war einfach...unvorstellbar. Seine Nasenflügel zuckten irritiert. "Dein Vater?"
"Glaubst du, ich lüge?" sagte Marc gereizt.
Jean schob seine Augenbrauen nach oben.
"Jetzt tu nicht so, als würdest du sowas zum ersten Mal hören!" sagte Marc. "Häusliche Gewalt...Kindesmisshandlung... Sag bloß, sowas gibt es in Frankreich nicht?!"
"Er ist... dein Vater..." stammelte Jean und sah Marc an. Er schüttelte den Kopf. "Warum?" war seine Frage. Sofort winkte er ab. "Sag nichts! Es gibt keinen Grund dafür!" sagte Jean.
Marc zuckte gleichgültig mit den Schultern.
Jean fuchtelte mit seinen Händen in der Luft herum. "Was hat das mit Gretchen zutun??" kam er zum Thema zurück.
Marc drückte seine Zigarette aus. Er hatte ganz vergessen, dass er jetzt auch noch die ganze Gefühlskiste ausgraben musste, dass Jean verstand. Das er Angst hatte, Gretchen zu verletzen... mit dem was er tat...
"Nichts..." meinte Marc nur. "Gehen wir wieder rein?!"
Er drehte sich um und lief auf die Tür zu.
"Was wolltest du damit sagen??" fragte Jean aufdringlich. "Du hättest mir das doch nicht erzählt, wenn es egal wäre!!"
Marc ignorierte ihn und schob die Tür auf.
"Was hat das mit Gretchen zutun!??"
"Nichts..." meinte Marc wieder. "Vergiss es!"
"Da ist ja wieder der Marc von früher..." murmelte Jean.
"Was mischst du dich überhaupt ein? Nur weil es deine Schwester sagt??" meinte Marc gerzeizt.
Jean zog die Augenbraue hoch.
"Sieht so aus, als hätten wir uns beide nicht sonderlich verändert..." fügte Marc ruhiger hinzu und seufzte gequält.
"Tja..." meinte Jean nur.
Marc ließ die Türe wieder zufallen.
"Kannst du es nicht einfach mit Gretchen versuchen??"
"Es ist kompliziert..." meinte Marc nur.
"Liebst du sie nicht mehr?" fragte Jean plötzlich.
Marc merkte, wie sich sein Magen zusammenzog. "Was?" fragte er sicherheitshalber nocheinmal nach.
"Liebst du Gretchen nicht mehr?" wiederholte er.
Marc räusperte sich hilflos. "Wie...wie meinst du das?" fragte er.
Jean seufzte: "So wie ich es gesagt habe, Marc..."
"Naja...also...das ...das kann man jetzt...nicht so ...einfach beantworten oder? ... ich meine..."
"Marc!" fiel er ihm ins Wort. "Ja oder Nein?"
Marc überlegte. Wenn er beteuern würde sie noch zu lieben, aber es eben aus diversen Gründen nicht ginge, dann müsste er wieder von seinen Zukunftsängsten erzählen und über seinen Vater.
So würde es Jean auch an Claire und Gretchen weitergeben und sie würden wieder nichts unversucht lassen, ihn umzustimmen, weil sie das nicht als Grund durchgehen lassen würden. Diese Idioten...War sein Entscheidung wirklich so schwer nachzuvollziehen?
Plötzlich kam Marc eine Idee...aber, gab es dann nur diesen Weg, alles zu umgehen? Das konnte er doch nicht machen, oder? Aber hatte er überhaupt eine andere Wahl? Schnell und Schmerzlos...
"Nein..." sagte Marc mit fester Stimme. "Sie ist ein wichtiger Mensch in meinem Leben...aber lieben? ... Nein..."
Er merkte wie Jean die Luft einsog und sich nachdenklich am Hals kratzte.
Hoffentlich lassen sie mich jetzt endlich in Ruhe!, dachte Marc.
"Wirklich?"
"Ja..." sagte Marc und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. "Das tut mir so leid für sie... aber...ich konnte ihr einfach nicht die Wahrheit sagen..."
"Und...was hatte das jetzt mit deinem Vater zutun?" fragte er kritisch.
Marc presste die Lippen aufeinander. Sogar er selbst hatte sich seine Oscar-Reife Vorstellung gerade eben abgekauft! Warum konnte dieser Franzose es nicht einfach so hinnehmen?
"Naja...das gleiche...habe ich auch Gretchen erzählt... Ich, ich wollte nicht dass Gretchen die Wahrheit erfährt..."
"Ahja..."
"Glaubst du mir nicht?" fragte Marc und versuchte eine enttäuschte Miene zu machen.
"Ich weiß nicht..." gab er zu.
"Deine Sache..." meinte Marc kühl. "Es ist die Wahrheit...So kannst du es auch deiner Schwester erzählen!! Ich persönlich dachte einfach...die andere Version wäre besser für Gretchen... Aber wenn ihr meint, ihr die Wahrheit sagen zu müssen... Es ist mir egal..."
Entschlossen machte Marc erneut die Türe auf. Ein letztes Mal schaute er zurück und stellte fest, dass sich sein alter Freund erneut nachdenklich am Hals kratzte.
"Tut mir leid..." meinte Marc ernst.
Jean winkte ab und drückte sich noch vor Marc durch die Türe. Er lief zurück in denn Ball-Saal, um Gretchen zu suchen.
"Sie da!" hörte er plötzlich und drehte sich um. "Sie suchen bestimmt Frau Haase!" meinte der Junge Mann.
Jean räusperte sich. "Ja"
Der junge Mann kam näher. "Sie ist auf der Damentoilette..." meinte er leise. "Ihr scheint es nicht sonderlich gut zu gehen..."
"Wo sind die Toiletten?" fragte er den Mann, der in eine Richtung nickte. "Danke..." meinte Jean, wandte sich ab und ging in die besagte Richtung, aus dem Ballsaal, auf den Gang. Sofort erkannte er die mit WC gekennzeichneten Türen.´
Verfolgt, wie er sich fühlte, drehte er sich um und erkannte, dass der Mann nicht von seiner Seite gewichen war. Jean versuchte ihn zu ignoireren und musterte die Türe, die mit einem Strichmännchen als Zeichen zur Damentoilette erklärt worden war.
"Sie können doch nicht einfach so reingehen!" meinte der Mann empört. Richtig ernstnehmen konnte Jean ihn aber nicht, dieser östereichische Akzent war wirklich zu trollig.
"Ich..." setzte er an. "Das wollte ich doch gar nicht..." sagte er schnell, als eine Frau aus der Tür kam und ihn kritisch anschaute.
"Warten sie kurz!" meinte der andere.
"Stellen sie sich doch nicht so an!" sagte Jean streng. "Nur weil es eine Frauentoilette ist, heißt das noch lange nicht, dass da alle nackt herumlaufen!"
"Warten Sie!" meinte der Mann unbeirrt und legte sein Ohr an die Tür. Jean musterte ihn kritisch.
"MARIAAA!" jaulte er. Die Tür ging auf und sein Kamerad stolperte hinein. Ob die Frau, die die Toilette verließ, diese Maria war, wusste Jean nicht, aber ihr erschrockener Blick, sagte, dass sie diesen Typ noch nie gesehen hatte.
Jean streckte den Kopf in die Damentoilette
"Gretchen!! Kommst du?" rief er hinein und musterte die andren Frauen, die warteten oder sich schminkten, und ihn erschrocken anstarrten. Empörtes Raunen war zu hören.
"Maria!" rief auch wieder der Mann.
"Wir kommen, Mann!" wurde aus einer der Kabinen gefaucht, worauf der Österreicher den Franzosen aus der Damentoilette zog.
"Die halten uns jetzt alle für pervers..." murmelte der Mann und zupfte sich seine Krawatte zurecht.
Jean schielte zu dem jungen Österreicher und massierte sich mit dem Zeigfinger die Schläfe. Komischer Kerl...
Gretchen schritt ohne ihn eines Blickes zu würdigen an Jean vorbei. Kurz sah er noch diese Frau, die Maria sein musste. "Was sollte das denn gerade eben!?" fragte sie empört. "Es war ein versehen... " meinte der Österreicher ruhig.
"Merci!" warf Jean noch schnell ein, bevor er sich ohne Verabschiedung umdrehte und Gretchen hinterherlief. Er fand, dass gehörte sich so... Schließlich hatten ihm diese beiden Leute ihm irgendwie auf irgendeine Art geholfen. Er holte Gretchen mühelos ein. Jean sagte nichts, Gretchen sagte nichts. Trotzdem wussten beide, dass die Party für heute vorbei war und deshalb beide zum Auto liefen. Aus den Augenwinkeln konnte er immer wieder sehen wie sich Gretchen ihre Augen rieb. Was sollte er sagen, wenn sie sich nach Marc erkundigte?
Marc hatte Recht... Wahrscheinlich wäre die Wahrheit wirklich nichts für sie...
"Was hab ich nur falsch gemacht?!" schluchzte Gretchen plötzlich.
"Du? Nichts!" entfuhr es Jean. "Wie kommst du auf sowas?"
Gretchen sog zitternd die Luft ein. "Das weißt du..." meinte sie.
"Wovon redest du?"
"Er...er... liebt...mich nicht mehr... " brachte sie heraus.
Überrascht drehte er seinen Kopf zu ihr und schaute sie von der Seite an. Ihre Lippe zitterte, da sie wahrscheinlich kurz davor war zu heulen.
Sofort kam ihm der Gedanke, dass Gretchen sie belauscht haben könnte...und...das er immernoch Auto fuhr...Hupend wurde er darauf aufmerksam, dass die Ampel jetzt grün war. Er fuhr weiter und überlegte.
"Wie kommst du darauf?" fragte er gespielt ahnungslos.
Gretchen wischte sich mit der Hand über ihre Augen. "Fahr mich einfach nachhause, Okay?!" meinte sie gereizt.
Jean fragte nicht weiter. Er war froh, wenn er nicht weiter mit ihr über dieses Thema reden musste. Trotzdem tat ihm Margarethe leid und er hätte gerne etwas gesagt um sie zu trösten, aber er vermutete, dass er damit alles nur noch schlimmer machen würde...

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Kälbchen1 Offline

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18.01.2013 22:12
#136 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Oh jee... die Zeit ist schonwieder viel zu schnell vorbeigegangen
...tatsächlich Schaffe ich es heute, einen Teil zu posten...das grenzt an ein Wunder
Ich wünsche euch einen/ein/eine schönen Karneval/Fashing/Fastnacht
...und drinkt nicht zuviel
Grüßlee!


"Du gehst schon?"
"24 Stunden Überwachung...die sind jetzt wohl mehr als vorbei..."
Mehdi musterte sie kritisch.
"Ich wurde durchgecheckt! alles inordnung..." erklärte Claire mit nachdruck.
"Okay.." meinte Mehdi. "Hast du schon etwas von deinem Bruder gehört??" fragte er interessiert.
"Nein..." sagte sie. "Ich denke er wird gestern gleich ins Hotel gegangen sein... und im Moment kann er mich nirgends erreichen..." sie seufzte. "Mein Iphone..." meinte sie wehmütig und erinnerte sich daran, wie sie hilfe herbeitelefonieren wollte und von diesem Idioten aufgehalten wurde. Ihr Handy musste irgendwo auf dem Vorhof liegen... Wahrscheinlich waren sie nach dieser mehr oder weniger spektakulären Rettungsaktion nochmal mit ihrem Auto drübergefahren...
"Wo warst du eigentlich noch gestern...? Ich hab" sie brach ab.
"Ja?" fragte er interessiert und grinste bescheuert.
Claire hasste dieses grinsen. Nicht nur bei Dr. Kaan. Bei allen. Dieses selbstgefälliges grinsen, das diesen Drang in einem aufsteigen ließ, diesem jemand etwas an den Kopf zu werfen. Es hätte nicht viel gefehlt und sie hätte ihm diese Riesensporttasche, die ihre Mutter ihr unnötigerweise vorbei gebracht hatte, in die Magengrube gepfeffert. "Nur das nötigste!" hatte sie gesagt. Was richtiges zum anziehen!... vielleicht noch mein Glätteisen..." Nicht nur zum Leidwesen der Polizisten, die in ihrer Wohnung noch wichtige Untersuchungen zu tätigen hatten, hatte ihre Mutter den gefühlten halben Kleiderschrank eingepackt und musste nebenbei noch in der ganzen Wohnung herumgewuselt sein, um nach nutzlosen Sachen zu suchen, die sie nicht brauchte. Solche Übermutter Aktionen ihrer sonst eher kühlen Mutter ließen sie erschaudern.
Aber wenigstens war die Tasche jetzt schon schwer. Schwer genug.
"Ja?" wiederholte Mehdi grinsend.
"Nichts...wo warst du?" wollte sie wissen.
"Hast du dir Sorgen gemacht?" stichelte er.
Ertappt schluckte sie, blieb aber trocken als sie erklärte:"Diese komischen Zuhälter Typen laufen immer noch frei herum..." sie machte eine Pause. "...und sie sind bestimmt nicht besser auf dich zu sprechen als gestern..."
Mehdi räusperte sich. "Ich musste nochmal auf die Polizeiwache...und danach... wollte ich zu Gina..."
Er senkte den Blick.
"...wollte..." wiederholte Claire.
"Frau Haase wollte mir nichts sagen... nichts..." erklärte er.
"Und wo hast du geschlafen?"
Er senkte die Stimme:"Im Schwesternwohnheim..."
"Verstehe..." sagte sie.
"...im...Kleiderschrank..." fügte er hinzu.
"Hab ich mir fast gedacht..." gab sie zurück.
"Was ist mit Frank?" wechselte er das Thema.
"Frank..." murmelte sie zu sich selbst. "Zu dem wollte ich ja auch noch..." sagte sie genervt, als wäre es ein unangenehmer Termin, der sich nicht vermeiden ließ. "Ich soll dir noch von Gretchen sagen, dass sie ihren Vater beruhigt hat..." fügte sie hinzu.
"Sicher?"
Sie zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung..."
"Super..." seufzte er.
Unbeholfen klopfte sie ihm auf die Schulter. "Wird schon alles wieder..." meinte sie.
Er schwieg.
"...und wenn ich etwas von Gina höre, sag ich dir bescheid..." fügte sie hinzu.
"Danke..." murmelte er.
"Claire!" überraschend war er aufgetaucht und drückte ihr rechts und links ein Küsschen auf die Wange. "Wir müssen reden..." sagte er.
Seine Blick war fordernd.
Mehdi vermutete keine guten Neuigkeiten und strich sich mit der Hand über das Gesicht. "Nein..." japste er verzweifelt.
"Was ist?"
"Ich..." er zog sie von Mehdi weg. "...Marc..." hauchte er.
"Hast du mit ihm geredet?"
"Ja..." sagte er und schaute an ihr vorbei, um die richtigen Worte zu finden. "Er hat...Ich habe ihn gefragt ob...Marc liebt sie nicht mehr..."
"Comment?" quietschte sie.
"Er hat gesagt, dass er Gretchen nicht mehr lieben würde..." wiederholte er.
Sie schüttelte den Kopf. "Nein...er lügt..."
"Ich weiß nicht..."
"Was hat er dir erzählt?"
"Zuerst...hat er angefangen von seinem Vater zu erzählen...dass er ihn geschlagen hätte... und als ich fragte, ob er sie lieben würde..."
Er ließ den Satz unvollendet. "...als ich ihn nochmal auf seinen Vater ansprach...er meinte, das wäre die Version, die er Gretchen erzählt hätte... Ich weiß nicht genau was er damit meint..."
"Er lügt..." wiederholte sie wieder.
"Marc sagte, dass Gretchen die Wahrheit nicht ertragen würde... und deshalb hat er ihr das mit dem Vater erzählt..."
Sie schüttelte den Kopf. "Er lügt nur! Merkst du das nicht?" fuhr sie ihm dazwischen. Er erhob die Hände.
"Ich kann dir nur sagen, was er mir gesagt hat..."
"Er will nur das wir ihn in Ruhe lassen!" murmelte sie.
"Und das kannst du deinem Freund geben!" meinte er plötzlich und drückte ihr eine Tüte in die Hände. Überrascht schaute sie hinein und entdeckte den Anzug von Cedrik Stier.
"Er ist nicht mein Freund..." meinte sie nur trocken. "Wo ist Gretchen...??" wollte sie wissen.
"Zuhause..." meinte er.
"Weiß sie davon?"
Er schluckte... "Sie..." er presste die Lippen zusammen. "Sie hat was... angedeutet..."
Ausdruckslos strich sie ihren Pony zur Seite und blies die Luft aus. "oh..." meinte sie.
"Was ist?" mischte sich jetzt auch Mehdi ein.
"Das übliche..." murmelte Claire.
"Was hat Marc gesagt?" fragte Mehdi.
Claire überlegte und versuchte ein sorgenfreies Gesicht zu machen. "Nichts..." sagte sie lächelnd, während sie ihm auf die Brust tippte.
"Nichts??"
"Nichts wichtiges..." sagte sie. "...wir bleiben dran..."
"Tun wir das?"
"Klar..."
"Und Marc hat wirklich nichts wichtiges gesagt?"
"... er sagt doch nie etwas wichtiges, oder?"
"Naja also..."
"Er sagt nie etwas wichtiges!" fiel sie ihm streng ins Wort.
"O-kay..." gab er irritiert zurück, er kaufte ihr das immer noch nicht ganz ab. "Und jetzt?"
"Keine Ahnung..." gab sie zu. "Ich... muss überlegen... Ich...gehe jetzt erstmal nachhause..."
"In Ordnung..." meinte er nur.
"Wo...willst du jetzt eigentlich die nächsten Tage wohnen...?" fragte sie zögernd.
"Naja...im...Schwesternwohnheim...im Kleiderschrank..." er versuchte aufmunternd zu lächeln. Unbeholfen lächelte sie zurück.
"Okay..." meinte sie nur. "Also, wenn du irgendwas brauchst..." setzte sie an. Dr. Kaan tat ihr irgendwie leid...Was konnte er für die Dinge, die seine Ex verbrochen hatte?
Es musste ein schreckliches Gefühl sein, nach fast 10 Jahren Ehe zu erfahren, dass die eigene Frau Prostituierte ist... Und hatte ihr Gretchen nicht noch erzählt, dass seine Tochter gar nicht von ihm war?
"Danke...aber das geht schon." meinte er tapfer.
"Dein Entscheidung..." sagte sie nur. "Bis bald..."
"Tschau..." murmelte er.
Claire merkte, dass Mehdi sich immernoch große Vorwürfe wegen dieser Sache mit Marc und Gretchen machte. Aber sie fand, dass er das nicht brauchte...Vielleicht war dieser Kuss der Stein, der alles zum Rollen gebracht hatte, aber jetzt lag es an Marc!
Während sie sich abwandte spürte sie das sich ihr Bruder an ihre seite gesellte!
"du hättest ihm die Wahrheit sagen sollen..." meinte er vorwurfsvoll. "Er ist ein erwachsener Mann und"
"Überlass das mir!" unterbrach sie ihn.
"Ich mein ja nur..."
"Ich weiß was ich tue... " entgegnete sie trocken.
"Was willst du jetzt machen?"
"Nachhause!" meinte sie nur.

"Margarethe..." Bärbel setzte sich seufzend neben ihre Tochter.
"Mama..." seufzte Gretchen genervt. "... ich weiß, ich weiß... du bist enttäuscht von mir, weil ich mit dem Freund meiner besten Freundin geknutscht habe, du vermisst Gigi, du hättest sowas nie gemacht..."
"... Das ist auch alles so!" bemerkte Bärbel. "...aber...der Meier hat mit dir Schluss gemacht... und...dir geht es schlecht..."
Gretchen rollte mit den Augen.
"Margarehte!!" sagte Bärbel streng. "Was ist den jetzt schon wieder?!"
"Lass mich einfach in Ruhe..." meinte Gretchen erstaunlich ruhig. "...dich interessiert es doch sowieso nicht..."
"Das stimmt nicht!" meinte Bärbel empört, während ihr die Türklingel dazwischen fuhr. "Wer ist denn das schon wieder?" murmelte sie zu sich selbst, während sie zur Tür ging. Gretchen schnaubte abfällig.
Wie oft hatte sie sich gestern anhören müssen was für eine schreckliche Person sie war.
"Hallo Bärbel!"
"Gigi!" hörte Gretchen ihre Mutter freudig erregt rufen.
"Ich hoffe ich störe nicht, aber ich glaube ich habe mein Handyladekabel hier vergessen..." erklärte Gina.
Gretchen sank auf der Couch zusammen... Gina war wirklich die letzte Person die sie jetzt gebrauchen konnte. Sie vernahm, wie Gigi die Treppe hinauf stieg. Wahrscheinlich suchte sie in Jochens Zimmer nach dem vermissten Kabel. Währenddessen ging Bärbel zurück zu Gretchen.
"Gina ist da!" bemerkte sie und versuchte es so beiläufig wie möglich klingen zu lassen.
"Ich weiß!" presste Gretchen hervor.
"Möchtest du ihr vielleicht etwas sagen?!" sagte ihre Mutter vorwurfsvoll.
"Genau das meine ich..." sagte Gretchen genervt.
"Das gehört sich so!" sagte ihre Mutter streng. "Wenn man einen Fehler gemacht hat entschuldigt man sich! ... Habe ich dich nicht so erzogen?"
"Mutter!" brachte sie ihre Mutter zum Schweigen. "Ich bin erwachsen!"
"So erwachsen auch wieder nicht..." warf ihre Mutter ein und schaute auf sie herab, was wohl soviel heißen sollte wie: Du hast ein Nachttisch in Form eines Pferdekopfes!
"Du bist schrecklich...Weißt du das?? Machst du das mit Absicht?!"
"Ich hab es gefunden!" murmelte Gina, während sie ins Wohnzimmer kam. "Ach...wenn haben wir denn da.. Gretchen!!" flötete sie. "Wie geht es dir?" fragte sie mit einem falschen grinsen.
Gretchen versuchte ebenfalls zu lächeln und schaute zu ihr hoch. "Blendend... Und selbst?"
"Ausgezeichnet...danke der Nachfrage...!"
"Schön..." flötete Gretchen zurück.
"Und zwischen dir und Marc? Wieder alles klar?"
Gretchen biss die Zähne zusammen. Es war so klar gewesen, dass Gigi darauf herum stochern musste! Obwohl sie Antwort ganz genau kannte. Weil sie Marc kannte. Weil sie sie kannte.
"Klar...wir sind auf dem besten Weg in eine harmonische Beziehung..." sagte Gretchen deshalb.
"Sowas hört man doch gern..." meinte Gina gespielt.
"Und bei dir und Mehdi...?"
Gigis Augen blitzten. "Alles so wie es sein muss..." erklärte sie kurz.
"...also der Dr. Kaan war auch gestern noch hier..." mischte sich Bärbel ein, der dieses falsche Spiel alles andere als gefiel. "Ich hab ihm nichts gesagt..."
"Gut...das soll auch so bleiben...!" meinte Gina.
"Weißt du Gigi...wenn du willst, dass er sich bei dir entschuldigt, solltest du ihm vielleicht so ein klitzekleines Detail wie deinen Aufenthaltsort verraten"
"Wie kommst du darauf, dass ich will, dass er sich bei mir entschuldigt??" fragte sie. "So etwas ist UN-VER-ZEIHLICH!" SAGTE sie mit Nachdruck und blitzte Gretchen an. Das gilt auch für DICH!
"Und was machst du dann noch hier in Deutschland? Ich meine ...jetzt wo dich nichts mehr hält? London ist ja auch sehr schön..."
Auf diese Frage schien sie nicht vorbereitet zu sein "...das geht dich nichts an..." meinte sie plump. "...ich muss jetz auch gehen! War schön mit dir zu plaudern Gretchen... Wirklich!"
" Gretchen wollte dir noch etwas sagen!" sagte Bärbel schnell und deutete Gretchen, sich zu entschuldigen.
"Ach?" meinte Gigi überrascht.
"Stimmt!" gab Gretchen zu. "Aber ich hab es irgendwie vergessen..." sagte Gretchen unschuldig und grinste entschuldigend
"Ah Ja..." murmelte Gina. "Sowas entfällt einem ganz schnell..." sagte Gigi gespielt Verständnisvoll. Gretchen entging jedoch nicht ihr wütender Unterton. "Wenn es dir noch einfällt kannst du es mich ja wissen lassen!" sagte sie, drehte sich um und ging. Nachdem Bärbel ihre Tochter mit einem bösen Blick bestraft hatte, drehte sie sich ebenfalls um, um Gigi noch zur Tür zu bringen.

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Kälbchen1 Offline

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22.02.2013 15:29
#137 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Oh nein...ich sollte Aufhören, Dinge zu versprechen die ich nicht halten kann... Tut mir echt leid...
Ich weiß nicht, wohin immer die ganze Zeit verschwindet... Einmal nicht aufgepasst und schon sind wieder 4 Wochen rum!
Naja...Ich hoffe ihr freut euch wenigstens über den neuen Teil!
Grüßleee


Claire fiel auf, dass sie sich noch nie wirklich gefragt hatte, warum Dr. Kaan mit Gina zusammen gewesen war. Für sie war es einfach ein Tatsache gewesen...und außerdem hatte sie weder mit Mehdi, noch mit Gina wirklich viel zutun gehabt. Sie hatte nie den Drang gehabt, es herauszufinden oder sich darüber Gedanken zu machen... Bis jetzt!Bis zu diesem Moment an dem sie sich wirklich fragte, was Mehdi an dieser Frau gefunden haben könnte...
Claire musterte Gigi, Wie sie bei Haases in der Tür stand... Was wollte Gina denn hier...
"Ich entschuldige mich für das Verhalten von Gretchen..." hörte sie Bärbel bekümmert sagen.
"Musst du nicht! Sie ist selber für sich verantwortlich..." stellte Gina fest. "Aber anscheinend ist sie noch nicht Reif genug, um ihre Fehler einzusehen..."
Claire wusste nicht, ob es einfach nur daran lag, das Gina ihr schon immer unsympathisch gewesen war, aber sie fand, dass sie zu dick auftrug.In Ordnung... sie fände es wahrscheinlich auch ziemlich Scheiße, wenn ihre beste Freundin mit ihrem Freund rummachen würde... aber musste sie ihrer Selbstgefälligkeit deshalb so offensichtlich freien lauf lassen?! Und vor allem über Gretchen, die eigentlich fast unschuldig war... Und vor dem Schuldigen versteckte sie sich! Sie hatte Angst vor der Wahrheit... dass Mehdi Gretchen mehr mochte wie sie...dass es einfach kein Ausrutscher war.
Sie ging weiter auf die Haustür zu und schien erst jetzt bemerkt zu werden.
"Hallo..." versuchte sich Claire so beiläufig wie möglich an beiden vorbei in das Anwesen zu schieben.
"Ich wette du hast auch noch mit ihm rumgemacht!"
Sofort blieb Claire stehen. Sie glaubte, sich verhört zu haben. Diese Aussage passte einfach nicht hier her.
"Du hast dich bestimmt auch an ihn rangeschmissen um mir eins reinzuwürgen..." sagte Gina weiter.
Claire drehte sich um. "Ja..." war alles was sie irritiert von sich gab.
Überrascht sah Gina sie an, da sie eine andere Antwort erwartet hatte.. "Was?" krächzte sie.
"Wir haben es jeden Tag getan!" spann sie ihre Geschichte theatralisch weiter, als sie gemerkt hatte, was sie gesagt hatte. "Überall..."
"Sie sagt das nur so..." mischte sich Bärbel ein.
Claire sah Bärbel kopfschüttelnd an. Sie wäre fast vor Sarkasmus geplatzt ...und Bärbel... Sie konnte Gretchen verstehen, wenn sie sagte, dass sie diese Frau wahnsinnig machte.
Claire drehte sich langsam um und trottete weiter in das Haus hinein. Sofort entdeckte sie Gretchen, die auf dem Sofa saß und ihre Beine an ihren Körper gezogen hatte.
"Hey Gretchen!" versuchte sie so unbeschwert wie möglich zu klingen und setzte sich neben sie.
"Du weißt es doch auch schon..." sagte Gretchen monoton und sah sie mit ihren großen Augen an.
Claire schluckte. "Ja..." sagte sie leise. "Jean hat es mir heute Morgen erzählt...Aber du weißt doch das es nicht Stimmt!" fügte sie hinzu.
"Ich...ich weiß gar nichts!" sagte Gretchen traurig. "Ich habe das Gefühl, Marc gar nicht zu kennen..."
"Stimmt...Wenn du Marc kennen würdest, wüsstest du dass er gelogen hatt" belehrte sie sie streng.
"Woher willst du das Wissen? Vielleicht war das die Wahrheit und das andere gelogen...."
"Vielleicht ist ja auch das andere gelogen und das andere die Wahrheit!"
Gretchen sah sie durchdringend an. "Nein!"
"Doch!"
"So kommen wir nicht weiter..." warf Gretchen ein.
"Das weiß ich doch selbst..." sagte Claire und ließ sich zurückfallen. "Was wollte Gina hier?"
"Sie hatte was vergessen..." erklärte Gretchen.
"Habt ihr geredet?"
"Naja...also...man könnte es so ausdrücken..." druckste Gretchen. "Ich erkenne sie nicht wieder..."
"Verstehe..." sagte Claire, die sich sehr gut vorstellen konnte, wie es abgelaufen sein könnte.
Gretchen seufzte tief. Ob sie jemals wieder mit Gina befreundet sein könnte? ...egal welche Neurosen sie hatte. Sie war immer für sie dagewesen, obwohl sie es auch nicht immer leicht gehabt hatte. Wenn sie jetzt einfach so wieder nach London gehen würde... Gretchen würde sie schrecklich vermissen...
"Gigi hasst mich..." murmelte sie.
"Wie sagt man..." sie überlegte einige Sekunden. "...Gras über die Sache wachsen lassen... Das wird schon wieder!" versuchte sie sie zu trösten. "Du weißt doch, dass sie wegen der Sache mit Jerome..." Nicht mehr alle Latten am Zaun hat... "...empfindlich in solchen Sachen ist... Bestimmt fängt sie sich bald wieder und merkt, dass sie auch Fehler gemacht hat...Ihr seit doch beste Freundinnen...Die bringt nichts so schnell auseinander..."
Gretchen schien nicht zuzuhören. "Hat Marc den Job angenommen?" fiel sie ihr ins Wort.
"Ich..." setzt sie an, leicht irritiert, da sie sich die letzten 20 Sekunde hätte sparen können und gleichzeitig fiel ihr auf, dass Sie schon die ganze Zeit das Gefühl gehabt hatte, irgendetwas vergessen zu haben. "Ich weiß es nicht... Jean hat mir nichts gesagt!" meinte sie entschuldigend.
"Was ist denn mit euch los! Warum seit ihr so ungerecht zu Gina!" mischte sich Bärbel plötzlich streng ein.
"Findest du, sie behandelt uns gerecht?!" gab Claire zurück.
Bärbel ging nur kopfschüttelnd in die Küche. "Willst du was zu essen, Claire?" spielte sie ohne weiteres ihr Hausmütterchen-Programm ab.
"Nein Danke!" rief sie zurück. Sie dämpfte die Stimme. "Aber egal was passiert! Mach nichts dummes!" ermahnte sie Gretchen.
"Was soll das jetzt heißen?" fragte sie irritiert.
"Das du auf keine dummen Gedanken kommen sollst!" erklärte sie.
"Heißt?"
"...keine Fallschirmsprrünge... irgendwelche Diätpillen...das was du sonst noch in solchen Situationen machst..."
Beschämt senkte Gretchen den Blick. "In Ordnung..." murmelte sie.
Das hört sich ja nicht sehr überzeugend an... "...weil immer wenn du dann in der scheiße sitzt muss jemand kommen und dich rausziehen...und dafür haben wir keine Zeit!"
"Ich habs ja kapiert..." wimmelte sie Gretchen ab. "Wirklich!"
"Das hoffe ich für dich!" sagte Claire.
"Jahaa..."
"Willst du wirklich nichts essen..." rief Bärbel plötzlich wieder.
"Ich habe keinen Hunger!" rief Claire zurück.
"Hast du schon gegessen?"
"Nein, aber..."
"Dann ess doch bitte was!" sagte sie. "Und du auch Gretchen...du hast heute noch viel zu wenig gegessen..."
"Mutter!" "Bärbel!" seufzten beide gleichzeitig.
"Keine Wiederrede..." murmelte Bärbel, während sie fürsorglich den Tisch deckte.

Marc ließ seinen Blick über die volle Kantine schweifen. Entschlossen setzte er sich schlussendlich neben die Hassmann, die nur kurz den Kopf hob, um ihm einen bösen Blick zuzuwerfen.
"Hallo..." meinte Marc.
Keine Reaktion.
"Hallo!" wiederholte Marc mit Nachdruck, aber wieder ignorierte ihn die Hassmann. "Na gut...wie Sie wollen..."
Schweigend aßen beide nebeneinander. Marc gefiel das nicht. Ganz und gar nicht.
"Mahlzeit!" sagte plötzlich Knechtlesdorfer, der sich an den Tisch setzte.
"Maurice!" sagte sie erfreut, während er sich zu seiner Liebsten rüberbeugte, um sie zu küssen.
"Knechtlesdorfer..." murmelte Marc zur Begrüßung.
Scheu blinzelte er zu dem Oberarzt hinüber, während Marc spürte, wie die Hassmann ihren Freund unterm Tisch ans Schienbein stupste und ihn beschwörend ansah. Schnell senkte Maurice den Blick und konzentrierte sich aufs Essen.
"O-kay..." meinte Marc. "Was soll das? Habt ihr euch alle gegen mich verschworen oder was?"
Beide schwiegen. Knechtlesdorfer sichtlich verkrampfter, als seine werte Partnerin. Wahrscheinlich bangte er um seinen Status bei seinem Lieblings Arzt.
"Knechtlesdorfer..." sagte Marc streng. "Sie machen doch nicht etwa diesen Scheiß mit?!"
Maurice schaute zuerst Marc und dann seine Freundin an. "Mariaaa..." sagte er gedehnt.
Schlagartig stand sie auf, nahm ihr Tablett und setzte sich einen Tisch weiter zu ein paar Schwestern, die sie verdutzt anschauten.
"Das ist kindisch..." redete er weiter auf seine Freundin ein. "Sie ist ziemlich sauer auf sie, weil sie mit der Frau Doktor Haase schluss gemacht haben..." erklärte er Marc.
"Ah ja..." sagte Marc, während er sich richtung Marias Tisch wendete. "Leider...geht sie das rein gar nichts an..."
"Wenn ich ihrer Freundin auf die Damentoilette folgen muss, geht mich das sehr wohl was an!" brach sie ihr schweigen.
"Ex-Freundin, werte Kollegin, und...niemand hat sie dazu gezzwungen!" gab er zurück.
"Werden sie erwachsen Meier!"
"Ich? Sie!" gab er zurück.
"Könntet ihr bitte aufhören zu streiten?" murmelte Thomas Seeburger, während er sich neben Knechtlesdorfer und gegenüber von Marc setzte. "Da vergeht einem ja der Appetit..."
"Was willst du denn jetzt?" fragte Marc genervt.
"In Ruhe essen?!" entgegnete Thomas und schaute ihn streng an, bevor er seinen Blick senkte, um anzufangen zu essen.
Marc sog die Luft ein und wandte sich ebenfalls seiner Mahlzeit zu.
"Dankeschön!" flötete Thomas.
"Lass mich..." meinte Marc beleidigt und rührte auf seinem Teller herum.
Thomas schaute kurz auf und schaute Marc an, der genervt aufstöhnte. Alles nur, weil er mit Gretchen schluss gemacht hatte. Hatten die anderen kein eigenes Leben?!
"Habt ihr kein eigenes Leben?" sprach Marc seine Gedanken aus.
"Du bist einfach ein kleines Sorgenkind..." sagte Thomas plötzlich.
Marc sah ihn ungläubig an. Dann schaute er zu Knechtlesdorfer, der unsicher mit den Schultern zuckte. Er wartete, dass einer von beiden anfing zu lachen. Das konnte Thomas doch nicht Ernst gemeint haben...Sorgenkind? Bitte? Das hörte sich ja fast so an, als...
Mitleid! Er fühlte sich von den anderen bemitleidet. Nicht nur von Thomas. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sich die anderen schon den ganzen Tag ihm gegenüber anders benommen hatten... Das passte ihm ganz und gar nicht! Wieso taten sie das?? ER war es der Schluss gemacht hatte! Das musste ihm nur so vorkommen... Sie durften ihn weder bemitleiden, weder sich sorgen um ihn machen...Er wollte das nicht! Sie sollten ihn hassen!
"Thomas...es geht mir gut!...Blendend sogar..." sagte er mit Nachdruck.
Thomas musterte ihn mit besorgter Miene. "Sicher? ...Ich kann mir nicht vorstellen, dass dich die Sache mit Gretchen kalt lässt..."
"Falls du es noch nicht mitbekommen hast... ICH hab Schluss gemacht! Diese.. "Sache"... geht mir am Arsch vorbei!" stellte Marc mit Nachdruck klar. Thomas wechselte einen kurzen Blick mit Knechtlesdorfer und schien ihn aufzufordern auch etwas zu dem Thema zu sagen.
"Doktor Meier..." setzte er dann zögernd an.
"Sie können sich gleich raushalten..." fuhr ihm Marc dazwischen.
Knechtlesdorfer schwieg sofort.
"Tut mir leid Marc...aber das glaube ich dir nicht..." sagte Thomas kopfschüttelnd.
"Ich werde wohl am besten wissen wie es mir geht!" sagte Marc.
"Manchmal wissen das Freunde besser..." meinte Thomas ruhig.
Marc schluckte. "Was wird das hier?" fragte er gereizt. "Du brauchst mir nicht das Leben zu erklären!"
Thomas schüttelte den Kopf und aß weiter.
"Du bist genauso Schlimm wie Mehdi..." sagte Marc.
"Ich habe ihn noch nicht kennengelernt..." sagte Thomas bedauernd. "...muss aber ein toller Kerl sein..."
"Er ist der gleiche Waschlappen wie du..." meinte Marc nur und stocherte in seinem Essen herum.
"Er ist dein Freund..." gab Thomas zurück.
"Ist er nicht..."
Belustigt fing Thomas an zu grinsen. "Wenn du meinst..."

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Kälbchen1 Offline

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09.04.2013 15:07
#138 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Jaaaa...mich gibts auch noch!


"Dr. Meier! ... Dr. Meier!"
Und schon spürte er wie ihm jemand zögernd am Arm stupste. Marc bewegte seinen Arm, als könnte er so den Eindringling wie eine lästige Fliege verscheuchen.
"Dr. Meier...Sie können hier doch nicht...schlafen..." meinte die Person leicht panisch. "Dr. Meier!"
Marc knurrte genervt. Er hatte so gut geschlafen. Wieder dieses Stupsen, dass immer aufdringlicher wurde... Genervt öffnete Marc die Augen und hob den Kopf.
"Was wollen Sie..." murmelte Marc gähnend.
"Ich...ich wollte Ihnen ein paar Akten auf den Schreibtisch legen...die Sie...bearbeiten müssen..." murmelte Sabine hilflos.
"Und deshalb wecken Sie mich?!" sagte Marc genervt.
Sabine schaute ihn verständnislos an. "...aber Dr. Meier...ich...also...Sie können...Sie können hier doch nicht...schlafen..." sagte sie vorsichtig.
"Ich kann hier machen was ich will..." sagte Marc trotzig.
"...und wenn das der Professor mitbekommt...ich meine...während der Arbeitszeiten..."
Marcs Blick wanderte auf die Uhr. "Um genau zu sein...habe ich Feierabend..." gab er zurück, während er sich selbst schalt, dass er einfach so weggepennt war.
"Also...gehen Sie jetzt...nachhause?"
"Nein ich bleibe hier..." sagte Marc.
Schwester Sabine sah ihn irritiert an. Sie schien sich zu fragen, ob er das ernst meinte oder Sarkasmus war. Marc schlug aber schon die erste Akte auf und fing an zu lesen.
Marc spürte wie Sabine ihn anstarrte. Ihr Blick brannte förmlich auf ihm und das ließ ihn aufschauen. Sie hatte den Kopf leicht schief gelegt und schaute ihm scheu in die Augen.
"Was?!" fragte Marc trocken.
"Ähm...Soll ich Ihnen...vielleicht helfen?!" fragte sie vorsichtig.
"...Nein..." entgegnete Marc.
Wie Marc feststellen musste, gab es drei verschiedene Arten von Menschen in diesem Krankenhaus. Die, die ihn dafür hassten, dass er mit Gretchen Schluss gemacht hatte. Die, denen es völlig gleichgültig war und die, die denen er aus unerklärchlichen Gründen leid tat oder so ähnlich...auf jedenfall hatten sie angefangen, ihn anders zu behandeln.
Sabine schien sich noch nicht richtig entschieden zu haben, jedoch tendierte sie mehr dazu, ihn zu bemitleiden und nett zu ihm zu sein.
"Kann ich Ihnen sonst"
"Sie können gar nichts, wirklich nichts! Nur Kaffee kochen bekommen sie halbwegs anständig hin..." fuhr Marc ihr genervt dazwischen.
Sabine zuckte zusammen. "Heißt das...ich soll Ihnen...einen Kaffee..machen?" piepste sie vorsichtig.
"Das heißt: Sie sollen so schnell wie möglich verschwinden!"
"Ich wollte doch nur..."
"Raus...Sie wollten raus..." sagte Marc trocken.
Sabine schnappte traurig nach Luft, dann drehte sie sich um und ging. Als sie sich ins Schwesternzimmer setzte und schnell nach einen ihrer Dr. Rogelt Bücher griff, bemerkte sie Dr. Kaan, der in der Tür stand.
"Ist vielleicht...Dr. Meier noch da?" fragte er.
"...er ist so gemein..." piepste sie mit glasigen Augen. "Ich...hab es doch nur gut gemeint..."
"Das...hat er bestimmt nicht so gemeint..." versuchte er die Krankenschwester zu trösten, auch wenn er nicht genau wusste was vorgefallen war. Sabine ignorierte ihn und schlug gereizt ihr Buch auf.
"Er ist in seinem Büro!" schnaubte sie.
Mehdi wandte sich langsam ab, ging den Gang hinunter zu Marcs Büro und klopfte vorsichtig. Es kam keine Antwort, worauf Mehdi langsam die Klinke hinunterdrückte.
"Hallo Marc..." sagte Mehdi überrascht und vermutete sofort wieder hinausgeworfen zu werden.
"Mehdi..." seufzte er müde. "Was willst du?"
Mehdi schluckte. Marc klang mehr erschöpft und niedergeschlagen als wütend.
"Alles in Ordnung?!" fragte Mehdi vorsichtig. War das der richtige Zeitpunkt, um mit Marc ein anständiges Gespräch zu führen?
Marc zog die Augenbrauen hoch. Was war denn das für eine Frage? "...ging schon mal besser..." antwortete er trotzdem.
Mehdi schaute ihn entschuldigend an.
"Was ist jetzt?" fragte Marc.
Mehdi bewegte sich langsam auf den Stuhl, der auf der anderen Seite von Marcs Schreibtisch stand, zu und setzte sich.
"Ich denke...du..du weißt...das mir sehr leid tut...was passiert ist..." setzte er an.
Marc nahm währenddessen einen seiner Dartpfeile und drehte ihn in seinen Händen herum.
"...ehrlich..." fuhr Mehdi fort. "...Ich...mach mir ...echt Vorwürfe...und" Er zuckte zusammen als Marc den Dartpfeil an seinem Kopf vorbei an den Türrahmen warf, wo vor ein paar Monaten noch die Einladung zu Gretchens&Alexis' Hochzeit gehangen hatte.
"Es...es kotzt mich echt an..."
Mehdi drehte sich vorsichtig um und musterte den Dartpfeil der im Türrahmen steckte. Sollte das eine Drohung sein? Schließlich hatte er knapp Mehdis Schläfe verfehlt. Langsam wandte er sich wieder Marc zu.
"W-was jetzt genau?" stotterte er.
Marc stand auf ging zur Tür und zog den Dartpfeil aus dem Holz heraus. Mehdi beobachtete ihn misstrauisch "Das alle denken...das der Kuss etwas damit zutun hat!" erklärte Marc und setzte sich wieder.
"Hat er ja auch..." gab Mehdi zurück.
"Dieser Kuss ist mir ziemlich egal!"
"Es ist dir egal?" fragte Mehdi hoffnungsvoll.
Marc funkelte ihn böse an. "Das heißt "fast"...Niemandem gefällt, wenn die Freundin von jemand anderem abgeknutscht wird..."
Mehdi wagte nicht zu Widersprechen und wartete bis Marc weiter sprach.
"...Deshalb würde ich aber nicht Schluss machen!" erklärte er weiter.
"Warum hast du es dann gemacht?" fragte Mehdi ruhig.
Marc gab einen verächtlichen Schnauber von sich. "Ist das nicht offensichtlich?"
Mehdi schüttelte den Kopf. "Nein..."
"Also..." setzte Marc an, um ihm alles zu erklären. "...du kennst...doch Gretchen...du weißt wie sie ist...ihre Wünsche...ihre Träume..."
Mehdi nickte irritiert.
"..sie ist..." fuhr Marc fort. "Naja also...sie ist...eben Gretchen..."
Wieder nickte Mehdi.
"Und ich...ich bin...Marc...und du weißt...wie ich bin..."
Mehdi konnte wieder nur nicken.
"Verstehst du nicht!?" fragte er Mehdi. "Gretchen und ich...Das hat noch nie funktioniert...und wird auch nie funktionieren!"
"Du machst es dir auch ziemlich einfach!" entfuhr es Mehdi.
Kurz schien Marc einen Anflug von Wut zu unterdrücken, doch dann blitzten seine Augen ernsthaft interessiert. "Was soll das heißen?" fragte er.
Mehdi schluckte. Es war gut möglich, dass Marc jede Sekunde wieder unendlich wütend auf ihn sein könnte... Er musste vorsichtig mit seiner Wortwahl sein.
"Weißt du Marc..." setzte er vorsichtig an. "...an einer Beziehung...muss man arbeiten..."
"Erzähl mir bitte etwas, dass ich noch nicht weiß..." gab Marc zurück.
"...es reicht nicht es zu wissen..." entgegnete Mehdi. "...man muss es auch machen..."
Marc öffnete den Mund um etwas zu sagen. Aber Mehdi redete sofort weiter:"Was hast du bis jetzt zu eurer Beziehung beigetragen..."
Marc musste kurz überlegen. "Ich...Ich bin ihr zum Beispiel zum Flughafen gefolgt! ... und an den Abend davor muss ich dich nicht erinnern?!
"Gut...!" sagte Mehdi.
Marc starrte an die Wand hinter Mehdi, während der ihn auffordernd ansah, was Marc auch nicht entging. Was erwartete Mehdi jetzt von ihm?
"An einer Beziehung, die nicht funktioniert, kann man soviel arbeiten wie man will! Sie wird nie, wirklich nie-mals funktionieren!" erklärte er ihm nachdrücklich und sah den Gynäkologen durchdringend an.
"Sie kann funktionieren..." setzte Mehdi wieder an.
Marc stöhnte genervt. "...warum lass ich mir hier von jemandem, der keine Ahnung hat, das Leben erklären..." murmelte Marc mehr zu sich selbst.
"Keine Ahnung?!" sagte Mehdi und versuchte ruhig zu bleiben. "Ich war fast 10 Jahre verheiratet!"
Marc lachte verächtlich.
"Was?!" fuhr in Mehdi an.
"Ne ganz tolle Ehe hattest du..." sagte Marc.
"Es ist nicht ganz so gelaufen wie ich"
"Sie wollte dich verlassen!" fiel Marc ihm ins Wort. "Sie war ne Nutte...du hattest nicht mal die geringste Ahnung davon!! Ach ja...und das Kind hat sie dir auch noch untergeschoben..."
Mehdi sog scharf die Luft ein und versuchte sich zu beruhigen. Marc zuckte mit der Augenbraue und sah ihn herausfordernd an.
"...und dann sitzt sie im Rollstuhl...und du..." Marc ließ den Satz unvollendet.
"Weißt du Marc...das musst du erstmal hinbekommen... 8 Jahre mit der gleichen Frau zusammenzusein..." gab Mehdi trocken zurück.
"8 Jahre? Wofür?" sage Marc. "...was ist dir davon geblieben?"
Mehdi schaute ihn an. Atmete ruhig. Musste den Blick abwenden. Er hatte nichts...Nur mehr Scheiße am Hals als nötig war.
"Siehst du..." sagte Marc triumphierend, lehnte sich zurück, nahm den Dartpfeil, zielte und warf ihn erneut in Richtung Tür.
"...es muss nicht so laufen, wie es bei mir" setzte Mehdi an.
"WILLST DU MICH UMBRINGEN?!!" sagte Claire erschrocken.
Überrascht setzte sich Marc sofort aufrecht hin und Mehdi fuhr herum.
"Und wieder einmal frage ich mich, wie alt du bist Marc Meier..." murmelte sie während sie den Dartpfeil aus dem Türrahmen zog und ihn Marc auf den Schreibtisch legte.
"Es ist 3 Uhr Nachts...ihr beide in meinem Büro...Was stimmt nicht an diesem Bild..." murmelte Marc.
"Tut mir leid..." sagte Claire und kratzte sich an ihrem Pflaster, dass sie am Kopf trug. "Ich kann nicht schlafen..."
"Hast du schmerzen?" frage Marc sofort leicht besorgt.
"Nein..." antwortete sie schnell. "Es ist nur...bei dem kleinsten Geräusch bin ich sofort wieder wach..."
"Frank ist im Krankenhaus...Was sollte dir passieren?" sagte Marc.
"Und diese anderen Typen sind wohl eher hinter mir her..." fügte Mehdi hinzu.
"Ich weiß!" gab Claire zurück. "Aber...man denkt immer, dass einem sowas nicht passieren kann... Mord ...Entführung und das alles... Aber wenn es einem dann doch passiert..." sie wusste nicht, wie sie es so erklären konnte, dass Marc ihre Situation verstand. "Es könnte auch ein zweites Mal passieren!"
"Das hat dich ziemlich mitgenommen..." stellte Marc fest.
"Vielleicht ein bisschen mehr als ich gedacht habe!" sagte sie und versuchte ihre Stimme sorglos klingen zu lassen, während sie sich auf das Sofa, das in Marcs Büro stand, setzte.
"Komm...ich verschreib dir Tabletten"
"Du kannst ihr doch nicht einfach was verschreiben!" sagte Mehdi kritisch.
Marc sah ihn durchdringend an. "Harmlos!" knurrte er. Er wusste das sich Mehdi sorgen machte, da er selber Erfahrungen mit Tabletten gemacht hatte, auf die er nicht gerade Stolz war. "Nur zur Beruhigung..." fügte Marc hinzu.
"Nein Danke...Geht schon..." murmelte sie. "Was macht ihr eigentlich hier?"
"Wir...reden..." sagte Marc.
"Das ist wirklich...sehr erwachsen..." sagte sie.
"Nicht wahr?!" gab Marc zurück.
"Hast du nicht schon lange Feierabend?" fragte sie plötzlich und schaute ihn durchdringend an.
"Und?!" sagte Marc unschuldig.
"Du solltest nach Hause gehen!" sagte sie streng. "Ein müder Arzt nützt niemand etwas..."
"Ich bin nicht müde..." gab Marc zurück und hoffte, dass ihm nicht anzusehen war, dass er vor wenigen Minuten noch auf dem Tisch gelegen und geschlafen hatte.
Claire verdrehte die Augen. Marc versuchte sich doch nicht etwa in Arbeit zu stürzen? Das hat noch nie funktioniert...
"Du solltest wirklich nicht soviel Arbeiten..." setzte Mehdi vorsichtig an, als hätte er ihre Gedanken gelesen.
"Sag du mir nicht was ich zutun habe!" gab Marc zurück.
"Marc!" Mischte sich Claire streng ein. "Er hat Recht!"
"Es geht mir gut...Ich bin erwachsen...ich kann selbst auf mich aufpassen!" Erklärte Marc.
"Vorallem das mit dem erwachsen sein, hast du schon oft genug bewiesen..." murmelte Claire.
Marc ignorierte sie. "Was ist mit dem Roman meiner Mutter?" fragte er stattdessen und öffnete sofort den Mund um sich zu korrigieren.
"Tut mir leid! Wie du weißt... war ich verhindert..." gab sie zurück.
"Sorry...so hab ich das nicht gemeint..." sagte Marc schnell. "Würdest du ihn noch schreiben...?" fragte er und schaute sie mit großen Augen an.
"Naja..." sagte sie und schaute Marc vielsagend an. "Wenn du nochmal mit Gretchen reden würdest...könnte ich nochmal darüber nachdenken..."
"Also Nein?" gab Marc zurück. Schweigend sah er Claire an.
Mehdi atmete tief aus und wandte sich an die Junge Frau. "Was hast du jetzt noch vor?"
"Also..." setzte sie überrascht an. "Ich dachte...ich schau mich mal wieder ein bisschen im Krankenhaus um...und vielleicht ne kleine Babyrunde drehen..."
"Babyrunde?" warf Marc belustigt ein.
"Machen wir doch alle mal...wenn's nicht so gut läuft..." erklärte Mehdi während er sich erhob."Du kommst alleine klar?!" fragte Mehdi ihn dann.
Marc antwortete ihm mit einer hochgezogenen Augenbraue.
Mehdi wandte sich an Claire. "Ich komm mit... Gehst du vor?!" fragte er und schaute sie durchdringend an.
Sie legte ihre Stirn in Falten.
...wenn ihr mich unbedingt loshaben wollt... versuchte sie ihm mitzuteilen. Sie seufzte.
"Wir sehen uns, Marc..." flötete sie versprechend und klimperte ihn an.
"Ich freu mich..." gab Marc zurück.
Sie ging zur Tür, drehte sich nochmals um und schaute die beiden ernst an. "Es ist gar nicht so schwer ganz normal miteinander zu reden oder?"
Mehdi und Marc sahen erst sich und dann Claire irritiert an.
"Gretchen würde mich umbringen..." setzte sie seufzend an. "Ich denke...Freundschaft...ist mindestens genauso wichtig wie Liebe..."
"Was willst du uns jetzt damit sagen?" fragte Marc und versuchte ahnungslos zu klingen. Claire rollte mit den Augen und ging.
Mehdi und Marc sahen sich an. Mehdi vermutete, dass Marc gerade an dasselbe dachte wie er. An die Zeit, wo sie noch richtig gute Freunde waren. Mehdi konnte sich noch genau daran erinnern, wie er Marc geschworen hatte, ihn Fertig zu machen , bis er nichts mehr hatte. Nur weil er dachte, er hätte eine Affäre mit Anna gehabt. Das hatte er als Ende der Freundschaft in Erinnerung. Dann kam die Sache mit Gretchen, wo sie sich sowieso nur noch Auseinandersetzungen am laufenden Band geliefert hatten.
"Du musst auf Gretchen aufpassen...hörst du?!" sagte Marc plötzlich ohne Mehdi anzusehen.
Mehdi schluckte überrascht und schaute ebenfalls auf irgendeinen Punkt hinter Marc. "Du musst auf sie aufpassen, Marc..."
"...ich arbeite noch meine Kündigungsfrist ab...dann bin ich weg..." erklärte Marc.
"Ich kann nicht glauben das du das wirklich machst..."
"Ich muss..." sagte Marc.
"Nein..."
"Soll ich es dir noch ein zweites Mal erklären?" murmelte Marc ungeduldig.
"Du vermisst sie jetzt schon..." murmelte Mehdi.
"Du solltest Claire nicht warten lassen..."
"Gretchen wartet ebenfalls..."
"Sie wird jemanden Neues finden..."
"Sie will nur dich!"
"Das denkt sie vielleicht...Sie weiß das es nicht funktioniert...Sie weiß es..."
"Das Herz ist Stärker als das Gehirn..."
"Du bist so ein Waschlappen Kaan..." sagte Marc abwesend.
"Ich weiß..." murmelte Mehdi und machte eine Pause. "Du musst auf dein Herz hören..." sagte er ruhig.
"Also das... hat dir jetzt wirklich deinen letzten Funken Männlichkeit genommen..." murmelte Marc.
Schweigend starrten sie sich an. Mehdis Mundwinkel zuckte kurz belustigt. Dann schienen beide nur darauf zu Warteten, bis der andere den Blick abwandte. Doch keiner der beiden Tat es.
"Marc!" sagte Mehdi dann verabschiedend.
"Mehdi!" sagte Marc ebenfalls.
Mehdi schaute ihn durchdringend, bevor er sich umdrehte, die Tür öffnete und hoffte, dass er Marc vielleicht doch irgendetwas zum Nachdenken gegeben hatte.

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Kälbchen1 Offline

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23.05.2013 15:17
#139 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Huhu!


"Wir ... mussten noch was klären..." sagte Mehdi, während er in das Zimmer mit den Neugeborenen eintrat.
"Ich hoffe gewaltfrei...!" sagte sie und sah auf.
"ähm...ja?!" gab Mehdi zurück.
"...über was habt ihr so wichtiges geredet?" fragte sie.
"...Er will nicht mehr mit Gretchen zusammen sein, weil er weiß, dass es nicht funktionieren würde..." erklärte Mehdi.
"Das hört sich schon mal glaubwürdiger an..." murmelte sie nickend zu sich selbst.
"Was?!" fragte Mehdi.
Claire erinnerte sich schlagartig daran, dass sie Mehdi, aus gutem Grund, gar nichts davon erzählt hatte, dass Marc behauptet hatte, dass er Gretchen nicht mehr Lieben würde. So wie sie ihn kannte hätte er sich nur unnötig den Kopf darüber zerbrochen. Und auch wenn sie ihm es jetzt erzählen würde, würde er wahrscheinlich doch nur unnötig Gedanken daran verschwenden. "Nichts..." sagte sie schnell.
"Was meinst du damit?"
"Nichts!" wiederholte sie nachdrücklich. "Och guck mal ist das süß..." wich sie schnell aus und beugte sich über ein kleines Bettchen. "Ne ganz Süße bist du!"
Mehdi seufzte hörbar.
"Findest du nicht?!"
"Alle Babys sind süß..." sagte Mehdi ruhig.
"Jaa...aber das hier ganz besonders!" meinte sie nur und hoffte, das er nicht wieder zu der Sache mit Marc zurück kam.
"Von mir aus..." murmelte Mehdi nur und blinzelte sie von der Seite an, während sie sich wieder dem Säugling zuwandte. Konnte sie nicht ein einziges Mal ehrlich zu ihm sein? Doch er beschloss nicht länger sie, sondern eines der Babys anzustarren. Claire trottete währendessen zum nächsten Bettchen und warf einen Blick hinein. Mehdi folgte ihr und beobachtete mit ihr, wie das kleine Mäulchen öffnete.
"Ooh ist das süüß!" sagte sie und schien zu versuchen sich zusammenzureißen. Aber Mehdi wusste, dass keine Frau Babys wiederstehen konnte...Jedenfalls hatte er noch nie eine kennengelernt. Wahrscheinlich fand sogar die Hassmann Babys insgeheim unwiderstehlich süß.
Neugierig schaute er auf das Namenschild und klebte daran fest. Als Claire seinen starren Blick bemerkte, musste sie auch einen Blick auf das Schildchen werfen.
"Du denkst jetzt nicht an SIE oder?!" stöhnte sie genervt auf, als sie den Namen Gina auf dem Schildchen neben Gewicht, Geburtstag und dem ganzen anderen Kram las.
"Warum sollte ich so etwas absurdes tun?!" gab Mehdi trocken zurück, drehte sich um und starrte an die gegenüberliegenden Seite.
"Was willst du überhaupt?" fuhr sie ihn gedämpft an.
"Mich entschuldigen?!...Ich hab Scheiße gebaut...! Das ist das mindeste, was ich tun kann..."
Claire rollte mit den Augen. "Und warum machst du es dann nicht?" gab sie zurück, obwohl sie die Antwort schon wusste.
"Warum fragst du? Du weißt es doch..." murmelte er. "Sie geht nicht an ihr Handy...und ich weiß nicht wo sie ist..."
"EBEN!" sagte Claire streng. "Sie will, dass du bei ihr angekrochen kommst und dich entschuldigst...will aber gleichzeitig nichts mit dir zutun haben?! Unerlaubt dumm, wenn du mich fragst..."
"Sie ist...sie weiß eben nicht...wie sie mit der Situation umgehen soll..." versuchte Mehdi Gina zu verteidigen. "Sie wurde schließlich schonmal betrogen...Das muss besonders schwer für sie sein..."
Wieder konnte Claire nur genervt dreinschauen. Sie wollte nur eine Babyrunde drehen...und nicht über Gina Amsel reden. "Wenn sie immer noch nicht über die Sache mit...was weiß ich wie der Kerl heißt...hinweg ist"
"Jerome..." warf Mehdi ein.
"...Jerome...ist doch mir scheißegal" äffte sie genervt. "Wenn sie nicht damit klar kommt, sollte sie vielleicht ne Therapie machen!" erklärte sie bestimmt. "Und damit würde ich gerne das Thema abschließen! Ich habe keine Lust über Gina Amsel zu reden...wirklich nicht!"
"Sie hat schon ne Therapie gemacht..." murmelte Mehdi nachdenklich und schaute Claire an.
Sie seufzte. "Dann soll sie halt noch eine machen..."
"Noch eine?!"
"Besser eine zu viel..." setzte sie an, ließ jedoch ihren Satz unvollendet. Mehdi drehte sich zu ihr um.
"Als?!" fuhr er sie an.
Claire ging auf ihn zu, blieb dicht vor ihm stehen und schaute ihn durchdringend an. Mehdi fragte sich, was in ihrem Kopf vorging...warum starrte sie ihn so an?! Dachte sie etwa...aber das müsste heißen...hatte Gretchen ihr von seinem...Selbstmordversuch erzählt?! Spielte sie darauf an?
Sein Blick bleib beharrend.
"...als eine zu wenig..." beendete sie ihren Satz und zuckte mit der Augenbraue.
Diese Aussage hatte Mehdis Vermutung nicht bestätigt...jedoch lief ihm sofort ein kalter Schauer über den Rücken. Claire hatte sich inzwischen wieder abgewandt.
"Du..." er schluckte. "Du meinst...Gina könnte sich etwas antun...?" fragte er zögernd. Die junge Frau zeigte einige Sekunden lang kein Interesse an ihm und Mehdi befürchtete, dass sie ihn bei jeder weiteren frage über Gina ignorieren würde. Doch dann wandte sie sich wieder an ihn.
"Du bist doch hier der Psychologe..." bemerkte sie.
Mehdi legte den Kopf schief. Das war eine ernste Frage gewesen...warum konnte sie dann nicht ernst antworten? Er sah sie verständnislos an.
"Um auf deine Frage zurückzukommen..." redete sie weiter. "...ich glaub nicht..."
"Du glaubst?!" hakte Mehdi nach.
"Bin ich ihr Therapeut?" gab sie zurück.
Mehdi blies die Luft aus. "Tut mir leid..." sagte er ruhig.
"Schon gut..." meinte sie trocken. "...aber vielleicht sollte deine nächste Freundin ...ein klein bisschen psychisch stabiler sein als Gigi Amsel..."
"Meine nächste Freundin?!"
"Ähm...ja? Du hast doch nicht vor wieder mit dieser Frau zusammenzukommen... ?"
"Vielleicht doch?!"
Claire schaute ihn mit großen Augen an. "Okay..." setzte sie an. "Wenn du meinst..."
"Weißt du...nur weil du Gina nicht leiden kannst musst du ja nicht gleich unsere ganze Beziehung schlecht machen!" versuchte Mehdi nachdrücklich zu erklären.
"Ich kann Gigi wirklich nicht ausstehen...." hielt sie nochmal fest. "Aber eure Beziehung....ich meine....du hängst an Gretchen....sie hängt an Jeremias...und hat auch sonst nicht mehr alle Latten am Zaun..."
"Jerome!!!" sagte Mehdi genervt.
Claire konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, was Mehdi zeigte das sie den Namen wahrscheinlich absichtlich einen falschen Namen gesagt hatte.
"Wir sehen uns..." sagte Claire und ging zur Tür
"Halt dich daraus!" meinte Mehdi wütend, wobei er die Angst, dass sie vielleicht Recht haben könnte, zu verbergen versuchte.
Sie drehte sich nochmal um und winkte ihm unschuldig zu.
"Verdammt..." murmelte Mehdi zu sich selbst. "Ich liebe Gina....Ich...liebe...Gina!?" Er fuhr sich durch die Haare. Claire hatte nicht Recht...Hatte sie nicht! Ganz sicher nicht!


Wieder spürte Marc ein nerviges stupsen am Arm. Jedoch viel kräftiger und bestimmter. Genaugenommen war es gar kein Stupsen, sondern eher ein Rütteln. Trotzdem ließ ihn erst die Stimme aufschrecken. "Dr. Meier?! Dr. Meier! Marc!"
Marc fuhr hoch und sah den Professor überrascht an. "Morgen Herr Professor...." brachte er heraus.
"Nur weil du bald das EKH verlassen, heißt das nicht, dass du dir alles rausnehmen kannst!"
"Tut mir leid..." meinte Marc und fuhr sich über sein müdes Gesicht. "Ich...ich wollte noch ein bisschen Bürokram erledigen..." erklärte er. "Da bin ich wohl eingeschlafen..." fügte Marc hinzu und könnte sich erneut dafür schlagen, dass er schon wieder eingeschlafen war.
"Du solltest nicht so viel arbeiten..." meinte der Professor misstrauisch.
"Ich arbeite nicht viel..." gab Marc zurück. "Dieser Papierscheiß muss auch gemacht werden...Aber du weißt selbst, dass es einfach nur langweilig und unnötig ist..."
"Chirugen sind zum operieren da..." gab ihm der Professor recht, trotzdem sah er ihn weiter misstrauisch an.
Marc schluckte und erhob sich schnell. "Ich sollte jetzt nachhause gehen..."
"Setzen!" kam es sofort von Franz.
Marc öffnete den Mund um etwas zu sagen, klappte ihn aber sofort wieder zu und setzte sich brav. Der Professor beugte sich über den Tisch und starrte den jungen Oberarzt an.
"Wenn du das Mädchen vermisst, warum rufst du sie denn nicht mal an?!"
"Wen? Grechten?!"
"Wen sonst?" fragte der Professor überrascht.
"Niemand!" sagte Marc schnell. "Ich meine...Ich habe Schluss gemacht...warum sollte ich sie vermissen?!"
"Vielleicht war das ein bisschen überstürzt..." sagte der Professor mit väterlicher Stimme.
"War es nicht..." gab Marc zurück.
Der Professor schlug mit flachen Hand auf den Tisch. "Mensch, Meier...du glaubst doch nicht, dass ich dir das glaube...Dieses ganze Theater, für nichts?!" sagte er streng. "Ich kenne dich schon so lange...Ich weiß jetzt langsam wie du tickst..."
"Ich muss jetzt wirklich gehen!" sagte Marc bestimmt. Es war sein Leben. Er brauchte niemanden, der es ihm erklärte!! Er war erwachsen! Er wusste was er tat!
"Du bleibst hier!" sagte der Professor streng, konnte jedoch nur verfolgen, wie sich Marc Meier seinem Befehl wiedersetzte und zur Tür hinaus ging. "Komm sofort wieder zurück!" schrie der Professor und vermutete, dass er sofort, wie ein gut erzogener Hund, zu seinem Herrchen zurück kam. Jedoch passiert nichts. "MARC MEIER!" wiederholte er laut, dann sprang er auf und lief ihm hinterher. Er hastete den Gang hinauf, bis er zu einer Kreuzung kam. "Wohin ist Dr. Meier gelaufen?!" fragte er eine Schwester, die ihm sofort mit einem Kopfnicken die Richtung angab. Schnellen Schrittes ging er bis zur nächsten Ecke, nach der er Marc erblicken konnte.
"Marc! Können wir nicht reden wie erwachsene Männer?!" rief ihm Franz hinterher.
"Haben wir doch gerade...!" rief Marc gleichgültig über die Schulter.
"Meier!" rief er ihm hinterher. "Halten Sie ihn auf, Dr. Gummersbach!" rief er dem Pathologen zu, der gerade aus dem Aufzug einstieg, in den Marc hinein sprang. Er schaute verdattert den Gang hinauf, zum Professor und dann zu Marc, der ihn angrinste. "Denken Sie nicht mal daran!"
"H-hab ich nicht..." stotterte er irritiert und unschuldig.
Marc ignorierte den Pathologen und hämmerte auf die Taste des Erdgeschosses und hoffte, dass sich die Türen schnell genug schlossen, dass der Professor ihn nicht mehr aufhalten konnte. Tatsächlich schlossen sich in diesem Moment die Türen. Marc entspannte sich und lehnte sich gegen die kühle Aufzugwand. Jedoch nur kurz, denn sofort öffnete sich die Türe wieder und der Professor, der wahrscheinlich ebenfalls wie ein verrückter auf den äußeren Knopf gedrückt hatte, sprang in den Aufzug. Marc wich seinem Blick aus, machte aber keine Anstalten aus dem Aufzug zu flüchten. Er wartete, bis sich die Türen erneut schlossen, dann hob er seine Stimme.
"Weshalb bist du eigentlich wütender auf mich? Weil ich mit Gretchen Schluss gemacht habe oder weil ich bald in einem anderen Krankenhaus arbeiten werde?!" fragte er gewagt.
Franz seufzte. "Ich bin gar nicht wütend auf dich!...nur enttäuscht...sehr enttäuscht von dir Marc! Ich hätte mehr von der erwartet..."
Marc schluckte. Enttäuscht Dass der Professor von ihm enttäuscht war, war eine Seltenheit. Eigentlich war er immer stolz auf seinen Schützling gewesen. Seit er den Professor kannte, hatte sich Franz für ihn eingesetzt, ihm viel beigebracht und schlussendlich zu dem gemacht, was er heute war. Nun war er enttäuscht... Marc konnte nicht verstehen, warum genau das ihm so sehr zusetzte. Er war schließlich nicht der erste Mensch, den er enttäuscht hatte. Vielleicht war es ein anderes enttäuscht sein...eines, dass er noch nicht kannte....sehr enttäuscht... hallte es in Marcs Kopf wieder.Nicht wütend, nur enttäuscht , wiederholte er stumm immer und immer wieder. Bis die Aufzugtür erneut aufging und er hinaus zu dem Ausgang des Elisabethkrankenhauses blickte. Dann schaute er zum Professor, um herauszufinden, ob er ihn aufhalten würde, wenn er aus dem Aufzug stieg. Der sah ihn nur geduldig an.
Gedankenversunken schwebte er aus dem Aufzug und auf den Ausgang zu. Erst als ihm die frische Morgenluft ins Gesicht schlug und er nochmals Franz Haase vor seinem inneren Augen sah, wurde ihm klar, dass er enttäuscht von ihm war...wie ein Vater. Und ein Kind wollte nie, dass die Eltern enttäuscht von ihm waren...

"Wunderschönen Guten Morgen Claire...Du siehst..."
"...scheiße aus...ich weiß...Danke, gleichfalls..."
"Müde, du siehst müde aus..."
"Weißt du...wenn ich gerade nichts besseres zu tun habe, schlage ich mir hin und wieder die Nacht um die Ohren..." meinte Claire ironisch.
"Verstehe..."
"Der Patientenkittel steht dir übrigens ausgezeichnet..."
"Ich weiß..." der junge Mann machte ein Pause "..willst du mir nicht endlich sagen, womit ich deinen Besuch verdient habe...? Nicht, dass du mich falsch verstehst: Ich liebe Besuch..."
"Ach...Ich dachte: Claire, heute ist so ein wunderschöner Tag... da schaust du mal bei deinem guten, alten Freund Frank Muffke vorbei..."
"Ausgesprochen nett von dir..." flötete Frank.
"So bin ich nun mal..." gab Claire zurück, nahm sich einen Stuhl und setzte sich neben das Bett. "Langsam bekommst du ja wieder Farbe ins Gesicht..." stellte sie mit zusammengekniffenen Augen fest.
"Mir geht es auch schon viel besser..."
"Schön, schön..." sagte sie und versucht so nett wie möglich zu klingen, obwohl sie am liebsten jeden der Schläuche, an denen er noch angeschlossen war, einzeln ausgerissen hätte.
"Claire...ich glaube, ich muss da etwas klar stellen..." sagte Frank, während er seine Hand auf Claires legte. Sie zuckte zusammen und schaute sofort zu dem Polizisten, der in der hinteren Ecke des Raumes saß, um sich zu vergewissern, dass er eingreifen konnte, falls Frank in den nächsten Sekunden etwas unvorhergesehenes machen sollte. Doch der brach sich nur seelenruhig ein Stück seines Müsliriegels ab, um ihn sich dann in den Mund zu schieben. Dann schaute er kurz auf und sah, dass Claire ihn fordernd anstarrte.
"Wollen Sie auch ein Stück, Frau Dr. Calvo?" fragte er höflich und wies auf den Müsliriegel. "Sie sehen ein bisschen Bleich aus..."
"Nein Danke..." gab sie höflich zurück und schenkte wieder Frank ihre ganze Aufmerksamkeit.
"...es tut mir echt leid, was passiert ist...Ich bin zu weit gegangen..."
Sie schaute ihn irritiert an: "Was du nicht sagst?!"
"Ich bin total durchgedreht...ich bin so froh, dass niemand etwas passiert ist, vor allem dir nicht...du hattest ja wirklich nichts damit zutun...das hätte ich mir nie verziehen..."
Claire sah ihn wieder mit ihrem Was-du-nicht-sagst-Blick an. "Und die Frau...die...du...irgendwie...sagen wir mal...ermordet hast?"
"Das...war ein Unfall..." erklärte Frank traurig.
"Natürlich...was sonst..." gab Claire zurück.
"...Ich...ich werde eine Therapie machen...dass ich irgendwann...ein ganz normales Leben führen kann...und eine Familie gründen kann...vielleicht noch mit einem Hund. Und ich will Freunde finden und eine Arbeitsstelle...das ist mein großer Traum! Auch ohne Gretchen...Ich will ein ganz normales Leben haben...Ich weiß, dass ich es schaffen kann..." Er lächelte selbstsicher.
Sie sah ihn kurz irritiert an. Dann fing sie auch an zu grinsen. Das war so absurd. Einfach nur absurd. Am liebsten hätte sie laut drauf losgelacht. Das war doch ein Witz. Der beste den sie je gehört hatte. Wer war dieser Mann...und was war mit Frank passiert?
Plötzlich wurde sie ernst. Ihre Hand, die immer noch unter seiner lag, war plötzlich auf seiner. Langsam presste sie ihren Daumen auf die Zugangskanüle, die an Franks Handrücken gelegt war. Sein Gesichtsausdruck verriet ihr, dass es ein nicht gerade schönes Gefühl war. Sie vergewisserte sich, dass der Polizist gerade mit seinem Handy herumspielte, dann kam sie ganz nah an Franks Gesicht.
"Ich hab zwar keine Ahnung, was du vorhast...oder welche Intrigen du gerade in deinem kranken Psychohirn spinnst..." hauchte sie nahezu lautlos, fast übertönte das piepsen und schnauben der Apparate ihre Stimme. "...aber sobald ich es herausgefunden habe, bekommst du ein gewaltiges Problem mit mir..."
"Ich weiß nicht wovon du redest!" gab Frank gedämpft zurück und blinzelte gequält.
Claire schaute ihn drohend an, dann nahm sie ihre Hand von seiner, stand auf, stellte den Stuhl, dorthin wo er vorher gestanden hatte und ging zur Tür.
"Bis bald, Frank... Gute Besserung!" sagte sie freundlich zur Verabschiedung.
"Bis bald, Claire..." brachte Frank hervor. Seine Augen blitzten sie zwielichtig an, was Claire bestätigte, dass er genau wusste, wovon sie redete.

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Kälbchen1 Offline

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14.07.2013 14:37
#140 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Gretchen klingelte und waretete geduldig, bis sich die Tür öffnete.
"Heeyyy!" sagte Gretchen und versuchte aufmunternd zu klingen.
"Was machst du denn hier..." fragte Claire irritiert.
Kurz schien Gretchen auch irritiert, weil ihr Cousinchen irgendwie gar nicht begeistert von ihrem spontan Besuch war. Trotzem furh sie unbeirrt fort. "Naja...ich dachte...wir kochen mal wieder etwas zusammen..." Sie fuchtelte mit ihren Händen herum und Claire viel der Korb auf, den sie bei sich trug und dessen Inhalt auf Spaggethi Bolognese schließen ließ. "Wann haben wir das das letzte Mal gemacht? Haben wir da nicht fast die ganze Küche abgefackelt...?"
"...kann sein..." gab sie abwesend zurück. "...komm rein..." Claire machte einen Schritt zurück und hielt ihr die Tür auf. Gretchen ging die Treppe hinauf und musterte die Wohnung genau, während sie sich versuchte auszumalen, was hier abgelaufen war.
"Du wirst keine Blutlache mehr finden, wenn es das ist, wonach du gerade ausschau hältst..." unterbrach Claire ihr Gedanken.
Gretchen schaute Claire kurz streng an dann schaute sie sich weiter um.
"Wo ist das Sofa....?" fragte Gretchen irritiert. "...und der Tisch?"
"...ähm...also...sagen wir mal...ich...ich wollte die nicht mehr in meiner Wohnung haben..." erklärte Claire.
"O-kay?!" gab Gretchen irritiert zurück.
"Und das...das Sofa fand ich schon immer hässlich...und so...und den Tisch...irgendwie...auch...also...ist es egal..."
"Du...klingst..." ...nicht sehr glaubwürdig... "...müde..." sagte Gretchen und musterte sie streng.
"Bin ich auch..." gab sie zurück ohne eine Mine zu verziehen. "Kochen wir jetzt oder nicht?! Du bist bestimmt sehr sehr hungrig...sag nichts: Natürlich bist du..."
"Haha...sehr lustig..." sagte Gretchen und boxte sie leicht in die Seite.
"Was denn?" gab sie unschuldig zurück, während sie anfing, die Zutaten aus dem Korb zu holen.
"Warst du jetzt eigentlich schon bei Frank..." versuchte Gretchen nebenbei zu fragen.
Claire schien sich schlagartig zu verkrampfen. "Ja..." presste sie hervor. "...also wenn du mich fragst"
"Er ist so einsichtig...das hat mich total überrascht...also positiv..." fiel ihr Gretchen ins Wort. "Ich glaube er bereut, was er getan hat...also so richtig, weißt du?"
"Gretchen Haase...immer das beste im Menschen sehen..." unterbrach sie Claire.
"Warum nicht?!" gab Gretchen zurück. "Du hast doch auch mit ihm geredet... er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat..." bestand Gretchen.
"Jaa...Ich weeiiß..." sagte Claire gedehnt. "...und ne Therapie will er auch machen...nicht wahr?"
"Genau! Das zeigt doch, dass er sich ändern will..."
"Er versucht nur seinen Arsch zu retten...Das sind nur leere Worte...!" gab Claire zurück.
"Er will ein neues Leben anfangen!"
"Ich hoffe, wenn er aus dem Gefängnis kommt, wird nicht mehr sehr viel von seinem Leben übrig sein..." sagte Claire kühl.
"Wie kannst du so etwas sagen!" sagte Gretchen entrüstet. "Vielleicht...er...er ist einfach psychisch...krank...und das wird das Gericht sehen..." erklärte sie.
"...und ihm dann weniger geben?...das kann doch nicht in deinem Interesse sein!" gab Claire zurück.
Gretchen wusste, dass sie dachte, dass Frank sie dann wieder stalken würde...und wahrscheinlich auch Marc...in seinem neuen Leben würde Frank erkennen, dass das Falsch war! Da war sie sich sicher... "Und wenn es irgendwie möglich ist, werde ich auch für ein gutes Wort einlegen..." fügte Gretchen deshalb hinzu.
"Du wirst WAS?!" fragte Claire irritiert.
"Er hat eine zweite Chance verdient..." erklärte Gretchen ruhig.
"Ganz zu schweigen von dem was er dir alles angetan hat aber,...du hast mir doch erzählt, dass er, nachdem Marc angeschossen wurde, verschwunden ist... Er hätte was weiß ich wohin auswandern können...aber er kommt wieder zurück! Das war seine zweite Chance..."
"...aber nur wegen mir..." warf Gretchen ein.
"Jetzt verstehe ich... Das ist der Grund warum du ihn verteidigst..." murmelte Claire "Du findest es einfach toll, dass ein Mann für dich Gesetze bricht...und...und über Leichen geht..."
"BITTE?!" sagte Gretchen. "Wie kannst du sowas sagen?! ich hoffe für dich, dass du einfach nur komplett übermüdet bist oder es an den Medikamenten liegt!" sagte Gretchen wütend. "Frank ist kein schlechter Mensch!" fügte sie hinzu und versuchte selbstbewusst Claires Blick standzuhalte, obwohl Gretchen über sich selbst erschrocken war und am liebsten sofort wieder in sich zusammengesackt wäre.
Tatsächlich wandt Claire als erste den Blick ab. "Das hoffe ich auch..." Murmelte sie ohne sie anzugucken.
Gretchen starrte sie noch kurze Zeit an, dann zwang sie sich, sich zu entspannen "Gut!" sagte sie dann bestimmt. "Ich geh mir jetzt ne Pizza bestellen...willst du auch eine?"
Zuerst schien Claire nicht zu wissen, was sie tun sollte, dann sah sie Gretchen flüchtig an und nickte ihr beschämt zu.



"Gretchen...Du hast...da was..."
Schnell wischte sich Gretchen über den Mund und lächelte Thomas beschämt an.
"Ich...war vorhin noch bei...Claire, also meiner Cousine...und"
"Was gab's denn leckeres...?" fiel ihr Thomas ins Wort.
"Pizza..." antwortete sie knapp und versuchte sich ihre Verlegenheit nicht anmerken zu lassen.
Thomas grinste. "Dich werde ich auf jeden Fall vermissen..." murmelte er.
"Was? Heißt das, dass du wieder zurück ins Nordstadtkrankenhaus musst?" fragte Gretchen sofort.
"Ich werde wohl bald nicht mehr gebraucht werden..." meinte er nur.
Gretchen zog eine Schnute. "Oh...wie schade..." sagte sie.
"Bin ja nicht aus der Welt..."
Gretchen sah ihn an. Sie fand es sehr schade, dass er wieder gehen musste. Er war zwar kein Mehdi-Ersatz, aber trotzdem ein netter Kerl, der die Frauen verstand.
Sie registrierte, dass er sich in die Innentasche seiner Lederjacke fasste.
"Meine Karte..." meinte er. "Falls irgendwas ist...du kannst immer bei mir anrufen..."
"Danke..." sagte Gretchen überrascht.
"Nicht dafür..." gab er höflich zurück.
Gretchen musterte die Karte in ihrer Hand kritisch. Marcs Kumpel gab ihr ihre Nummer... Wie Marc das wohl fände, wenn er davon erfahren würde? Ihm würde es bestimmt nicht in den Kram passen, einen seiner Freunde mit seiner Ex zu teilen!
"Man kann nie genug Menschen haben, die für einen da sind..." sagte Thomas aufmunternd.
"Und was ist mit Marc?" platzte es ihr heraus und sie wünschte sich sofort, nicht gefragt zu haben.
Thomas schaute sie irritiert an. "Was sollte mit ihm sein...?"
"Ich glaube nicht, dass er das so toll findet, wenn du..." setzte sie beschämt an.
Thomas lachte auf.
Gretchen hätte im Boden versinken können. Was war nur ihr Problem? Marc und sie waren GETRENNT! Sie hätte es mit Thomas in der Abstellkammer treiben können ohne dabei ein schlechtes gewissen haben zu müssen. Sie war frei. Es war ihr Leben. Marc ging sie nichts mehr an! Aber nein, sie musste natürlich bei allem was sie tat an IHN denken... Sogar wenn ihr ein Freund seine Karte gab. Marc ging es gar nichts mehr an von wem sie irgendwelche Karten zugesteckt bekam!!
"Ich will nicht, dass du Probleme mit ihm bekommst..." murmelte Gretchen leise und schaute betreten auf den Boden.
Thomas schnaubte belustigt.
"Wir sind zwar befreundet...aber...ich darf ja wohl noch selbst entscheiden, wem ich meine Nummer gebe oder nicht! Ob du seine Ex-Freundin bist oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn Marc damit nicht klarkommt, ist das sein Problem..." stellte Thomas klar. "Hör auf dir Gedanken darüber zu machen..." fügte er sanft hinzu.
"Ich...werd's versuchen..." antwortete Gretchen und schaute ihn entschuldigend an.
"Die Dinge, die zwischen dir und Marc passieren, meine Freundschaft mit ihm und meine Beziehung zu dir sind doch völlig unabhängig voneinander..." erklärte Thomas ruhig. "Jeder Mensch sollte sich selbst ein Bild von denen Personen machen dürfen, die ihn umgeben...und wenn man sich dann gut versteht..." er sog die Luft ein "... mein Gott, dann ist das so..." erklärte er Gretchen so einfach, als würde er ihr das 1x1 erklären. "...ob jetzt die anderen diesen jemand mögen oder nicht...oder ein dritter, den das eigentlich nichts angeht, damit nicht einverstanden ist, ist egal..." redete er weiter. "Niemand hat einem einzureden, mit wem er sich abgeben darf...Das ist jedem selbst überlassen! Das werde ich Marc genauso erklären, wenn er danach fragt..."
Gretchen kaute nachdenklich auf ihrer Unterlippe.
"Versteh mich nicht falsch, Marc ist ein guter Freund...Aber wenn er mit so was ein Problem hat, dann muss ihm mal jemand erklären, dass das so nicht funktioniert..."
Gretchen nickte. "Ich glaube du hast Recht..." sagte sie.
"Hat dir das noch niemand gesagt?" fragte er mit einem verständnisvollen lächeln.
"Doch..." sagte Gretchen nach kurzem Überlegen. "...Claire..." sagte Gretchen und erinnerte sich daran, wie oft ihr Claire schon erklärt hatte, dass sie mit Gabi befreundet sein konnte, egal was sie Gretchen oder Marc angetan hatte, weil sie selbst ja nichts damit zutun hatte.
"Dann ist ihre Cousine eine sehr schlaue Frau...!"
"Ja...Ja! Wahrscheinlich schon..." murmelte Gretchen.
Er lachte wieder auf. Gretchen wusste nicht, was das sein ständiges Lachen zu bedeuten hatte...lachte er sie aus? Wusste er nicht was er sagen sollte?
"Ich denke, wir sehen uns nochmal, bevor ich endgültig weg bin..." sagte Thomas nur. "Tschau..."
"Tschüss..." sagte Gretchen nur und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
"Kopf hoch..." meinte er knapp, bevor er sich abwandte und den Gang hinunterlief.
Gretchen ging dieses Gespräch nochmal in Ruhe durch, während sie sich unbewusst auf den Weg zum Schokoautomaten machte. Sollte sie wirklich keinen Gedanken mehr an Marc verschwenden? War wirklich alles schon vorbei? Hatte sie ihn endgültig verloren?
Plötzlich wurde sie hart von der Seite angeremepelt und taumelte zur Seite. "Kannst du nicht aufpassen?" fragte sie forsch, als sie herumgefahren war und Gabi erblickt hatte.
"T-tut mir leid..." stotterte Gabi Kragenow abwesend.
Gretchens Ärger verflog schnell, als sie Gabis Kreidebleiches Gesicht sah. Das letzte mal, als sie so ausgesehen hatte, war sie in einem Schrottauto aus mehreren Metern höhe auf den Boden geknallt und hatte daraufhin ihr ungeborenes Kind verloren.
"Gabi, was ist los?" fragte sie schnell besorgt.
"Lassen Sie mich in Ruhe! Es geht mir gut...!" beteuerte Gabi.
"Das sehe ich!" sagte Gretchen. "Du bist Kreidebleich...Soll ich dich durchecken?" fügte sie besorgt hinzu.
"Kümmern Sie sich um ihre eigenen Probleme..." krächzte Gabi verachtend, drehte sich um und lief weiter.
Gretchen konnte das nicht zulassen. Was war, wenn dieses Mal Gabis Leben auf dem Spiel stand? Sie konnte Gabi zwar kein bisschen ausstehen...aber sie war Ärztin! Gabi war auch nur ein Patientin, die wahrscheinlich Hilfe brauchte... und schließlich war sie ja auch mit Claire befreundet!
Gretchen packte Gabi am Arm. "Bleib stehen!"
Gabi fuhr herum und entriss ihr ihren Arm. "Hab ich mich nicht klar genug ausgedrückt?" fauchte sie und die Bleiche aus ihrem Gesicht schien langsam zu verschwinden und dem Rot ihrer Wut zu weichen. "Leben Sie ihr Helfersyndrom irgendwo anders aus!"
"Du siehst aber krank aus..." beharrte Gretchen.
"Immer noch besser als Sie!" gab Gabi wütend zurück.
"Du willst doch bestimmt nicht, dass ich Claire davon erzähle..." drohte die blonden Ärztin ihr. Claire würde erst aufgeben, wenn sie jedes einzelne Detail aus ihr herausgequetscht hatte! Das wusste Gabi auch! Trotzdem schien sich die Krankenschwester nichts anmerken zu lassen. "Ich habs einfach mit dem Kreislauf...sonst nichts...ist gleich wieder weg!
"Nur der Kreislauf!? Und warum hast du mir das dann nicht gleich gesagt?" Plötzlich musste Gretchen an etwas anderes denken. "Bist du schwanger!?" fragte sie und ihre Augen leuchteten.
Gabi sah sie entgeistert an.
"Das ist doch großartig oder?!" sagte Gretchen und berührte Gabi aufmunternd am Arm.
Gabis Hände schnellten nach oben. "Ihnen ist echt nicht mehr zu helfen!" murmelte Gabi verachtend. "Und tatschen sie mich nicht an!"
Sie drehte sich um und schritt den Gang hinunter. Gretchen schüttelte den Kopf. Sie war sich zu 100% sicher das Gabi schwanger war. Sie hatte sie entlarvt. Nur mit dem Kreislauf...ja klar...Gretchen wusste, dass Gabi eine unglaublich gute Schauspielerin und Lügnerin war!

Claire schlug die Augen auf und schappte nach Luft. Das war nur ein Alptraum! versuchte sie sich zu beruhigen und nicht mehr an die Bilder zu denken, die ihr bis gerade Todesangst eingejagt hatten... Bis ihr erneut der Atem stockte, als sie bemerkte, dass sie in einem stockdunklen Raum war. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie sich in ihrem Schlafzimmer befand. An das konnte sie sich zuletzt erinnern. Das beruhigte sie jedoch kein bisschen... Sie hätte nie gedacht, dass ihr die Dunkelheit einmal so sehr Angst einjagen würde. Panisch tastete sie nach dem Schalter ihrer Nachttischlampe, bekam aber etwas anderes in die Hände. Sie drückte auf der Fernbedienung herum, bis schlagartig der Fernsehr anging und Claire kurz blendete. "Einen schönen guten Abend. Herzlich Wilkommen zum Nachtjounrnal..." verkündete die Moderatorin. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie allein im Raum war, fasste sie sich an die Stirn. Sie hatte geschlafen...Nachdem Gretchen gegangen war, war sie tatsächlich weggenickt. Sie hätte nicht gedacht, dass das möglich war, schließlich hatte sie noch einige Zeit über ihre Auseinandersetzung mit Gretchen nachdenken müssen. Sie hätte ihre Gedanken für sich behalten müssen! Gott sei dank war Gretchen kein allzu nachtragender Mensch!
Eigentlich hatte sie nur in das Dr. Rogelt Konzept von Marcs Mutter reinlesen wollen und hatte es sich damit auf ihrem Bett bequem gemacht. Dann war sie einfach eingepennt. Sie war sich sicher, dass Elke mit ihren Romanen etwas anderes bewirken wollte, aber wahrscheinlich war sie auch die falsche Zielgruppe...Vielleicht sollte sie einfach Dr. Rogelt für das bisschen Schlaf dankbar sein.
Sie stand auf und machte den Lichtschalter an. Daraufhin verließ sie das Schlafzimmer und sah, dass ihr Anrufbeantworter blinkte. Sie drückte auf einen Knopf und sog die Luft ein. "Sie haben eine neue Nachricht, erste neue Nachricht, empfangen, heute, 17 Uhr 43: Claire? Hier ist Marc! Wo bist du? Warum gehst du nicht ran!! Meine Mutter war gerade hier. Sie hat voll Terror gemacht! Sie wollte wissen, was mit ihrem Rogelt ist...Ich hab ihr erzählt, dass ich schon angefangen hätte und ihn im Krankenhaus vergessen hab... Machst du's jetzt oder nicht? Ruf mich an, wenn du das abgehört hast! Meine Mutter darf unter keinen Umständen davon erfahren! Die macht mir die Hölle heiß! Ruf mich zurück!"
Claire schüttelte den Kopf. Wie sollte sie dazu kommen, Elke davon zu erzählen, dass sie ihren Roman für ihren Sohn weiterschrieb? Und schrieb sie ihn überhaupt weiter? Das war die zweite Frage... Und weil die noch nicht geklärt war, würde es Marc auch nichts nützen, wenn sie ihn jetzt anrufen würde...weil sie ihm schließlich nichts zu sagen hätte. Außer ihn interessierte, dass sie auf dem Buch seiner Mutter eingeschlafen war, was Claire aber zu 100 Prozent ausschließen konnte...

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Kälbchen1 Offline

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19.08.2013 11:52
#141 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Marc stöhnte müde auf, als es an seiner Haustür klingelte. Wer wagte es, ihn so früh morgens zu stören?! Wie viel Uhr war es überhaupt? Egal! Auf jeden Fall viel zu früh!, dachte Marc schläfrig. Obwohl das Klingeln immer aufdringlicher wurde, konnte sich Marc nicht aufraffen, aufzustehen und an die Tür zu gehen. Deshalb war er froh, als jemand plötzlich: "Ich geh schon!" durch die Wohnung schrie. Marc glitt langsam wieder zurück in den Schlaf, bis ihn jemand an der Schulter rüttelte.
"Du, wach auf!! Wach auf!" sagte die Stimme aufdringlich.
Marc knurrte genervt und müde. Er wollte nicht aufstehen.
"Da ist so ne Tussi an der Tür!! ... die hat mich richtig Scheiße angeschaut!! Ist das deine Freundin??"
Jede Müdigkeit wich von Marc. Er riss die Augen auf und stand plötzlich kerzengerade im Bett. "Was hast du gesagt??" fuhr er die junge, halbnackte Frau an, die auf seinem Bett saß.
"Da ist jemand an der Tür...Eine Frau..."
"Shit..." fauchte Marc leise.
"Du hast mir gesagt, dass du keine Freundin hast!" gab die junge Frau entrüstet zurück.
Hab ich eigentlich auch nicht!, dachte Marc. Er hechtete aus dem Bett, ohne sie weiter so zu beachten und machte sich schnell auf den Weg zur Tür. Nebenbei versuchte er sich irgendwelche schlauen Worte zurecht zu legen. Er wusste nicht genau, auf wen er treffen würde, aber er hatte eine Vermutung!!
Als er das bekannte Gesicht erblickte, war er erst einmal erleichtert, dass es nicht Gretchen war. Das hätte ihm gerade noch gefehlt! Vor allem wenn sie daraufhin mega Theater gemacht hätte und wahrscheinlich angefangen hätte zu heulen...
Ob er mit Claire besser dran war... Schließlich wollte sie ihn gerade mit ihrem Blick ermorden! Marc kreuzte selbstbewusst die Arme vor seiner nackten Brust. Claire schien aber kein Problem damit zu haben, dass Marc nur in Unterhose vor ihr stand.
"Schön, dass wenigstens du gestern Nach deinen Spaß gehabt hast!" schleuderte sie ihm entgegen.
Marc zuckte mit der Augenbraue. Er vermutete, dass sie sich wieder die Nacht um die Ohren gehauen hatte. Sie tat ihm schon ein bisschen Leid. Sie hatte es im Moment nicht sehr einfach. Das änderte nichts daran, dass er seinen Morgen am liebsten ohne sie begonnen hätte. Er wusste schon genau, was sie ihm in den nächsten Minuten an den Kopf schmeißen würde... Trotz allem wollte er sie nicht zusehr reizen und unnötig zurückschießen. "Ich freue mich auch dich zusehen Claire!" sagte er deshalb nur. "Willst du reinkommen?"
Sie schluckte wütend, trat ohne etwas zu sagen in seine Wohnung ein und ging ins Wohnzimmer. Dort musterte sie die blonde, schlanke Frau, die sich immer noch nicht mehr angezogen hatte, als ein blaues T-Shirt mit "M" aufdruck und dort auf der Couch saß.
Als sie Claire sah, sprang sie sofort auf, was anscheinend irgendwie höflich sein sollte. "Er...er hat gesagt, dass er keine Freundin hat..." murmelte sie entschuldigend.
"Claire, darf ich dir Lisa vorstellen?"
Die Frau sah Marc irritiert an. "Larissa..."
Marc ignorierte sie. "Larissa..." wiederholte er.
Claire schaute Larissa an, dann Marc. Die Tatsache, dass er ihren Namen vergessen hatte beziehungsweise nicht Richtig gewusst hatte, sagte ja schon alles...
"Ich bin nicht seine Freundin!" erklärte sie dann Larissa.
"Achso..." sagte diese verwundert, weil sie sich wahrscheinlich fragte, warum sich Claire dann aufführte, wie Marcs Freundin. "Freut mich Sie kennen zu lernen!" sagte Larissa.
Claire musterte die kleine mitleidig. Diese Larissa brauchte sich doch gar nicht erst die Mühe zu machen, nett zu ihr zu sein. Sie würden sich nie wieder sehen! Sie hoffte, dass sich Larissa bewusst war, dass sie sich von diesem One-Night-Stand nicht mehr erhoffen durfte. Man hätte es ihr aber nicht übel nehmen könne...Sie war einfach eine Frau...eine stinknormale Frau! Und wie alle Frauen, wollte sie begehrt werden und dieses Gefühl spüren etwas besonderes zu sein! Und Marc war nun mal ein Mann, der einem dieses Gefühl in kürzester Zeit geben konnte. Natürlich nicht ohne irgendwelche Hintergedanken...
"Claire und ich müssen kurz ein Gespräch unter vier Augen führen...du kannst dich ja schon Mal anziehen..." sagte Marc zu Larissa. "Ich fahr' dich dann nach Hause..."
"Oh,Okay..." antwortete sie knapp.
Claire hoffte, dass sich das darauf bezog, dass sie aus dem Raum geschickt wurde und nicht, dass sie Marc ohne weiteres abschieben wollte. Die Kleine konnte schließlich nichts dafür, dass Marc -obwohl er dass nie zugeben würde- Liebeskummer hatte und alles nagelte, was nicht bei drei auf dem Baum war.
Trotzdem zog sich die Blondine ohne weiteres ins Schlafzimmer zurück. Marc drehte sich nach ihr um und schaute ihr offensichtlich auf den Hintern, der nur zur Hälfte von seinem M-T-Shirt überdeckt wurde. Er hoffte, dass Gretchen Claire nichts von diesem T-Shirt, dass für sie soviel Bedeutung hatte, erzählt hatte. Dann würde sie ihn noch mehr zusammenfalten. In dem Moment, als er sich wieder zu Claire umdrehte. Spürte er einen stechenden Schmerz auf der Wange.
"GEHT'S NOCH??!!" sagte Marc wütend und er musste den Reflex unterdrücken, zurückzuschlagen.
"DAS SELBE KÖNNTE ICH DICH FRAGEN!" schrie sie zurück. "Vögelst mit Wildfremden Frauen! Damit bekommst du Gretchen auch nicht aus deinem Kopf, Marc!"
"Diese Vorstellung würde dir gefallen, hm?!" fragte Marc herrausfordernd. "Marc Meier vögelt sich durch halb Berlin, nur um diese eine Frau, seine große Liebe, zu vergessen..." sagte er theatralisch. "...aber da muss ich dich leider enttäuschen..." fügte Marc trocken hinzu.
Claire schnaubte verärgert. "Du beziehungsgestörtes...igostisches...schwanzgesteuertes...ignorantes..." Sie machte eine Pause und sog die Luft ein.
"Komm, Tu dir keinen Zwang an!" munterte sie Marc zum weiterreden auf.
Sie sah ihn nur böse an:"Du hättest Larissa wenigstens Frühstück anbieten können..." sagte sie.
"Wir könnten ja nacher noch kurz an ner Tanke halten...Wenns dich glücklich macht..." fügte er hinzu. "Ist das der Rogelt meiner Mutter?" wechselte Marc abrupt das Thema und griff nach dem gebundenen Heft in Claires Hand. Bevor er es greifen konnte, hielt sie es weit von sich weg.
Er sah sie irritiert an.
"Ich will dir einen Vorschlag machen!" erklärte sie knapp.
"Nein..." viel ihr Marc ins Wort und versuchte wieder nach dem Konzept zu greifen, aber sie war wieder schneller und zog es ihm weg.
"Jetzt Gib mir das Skript! Ich bin zu alt für den Scheiss!" meinte Marc wütend.
"Verdieen's diir doch..." sang Claire.
"Willst du mich verarschen?!" fragte Marc trocken.
"Selbst Schuld..."
"Boaaah Claire! Lass mich doch bumsen mit wem ich will!" gab Marc genervt zurück.
Sie schüttelte den Kopf. "Hast du dir schon Mal Gedanken über die Gefühl deiner ... Frauen... gemacht?!"
Marc stieß die Luft belustigt aus. "Für wie blöd hältst du mich eigentlich?!"
Claire rollte genervt mit den Augen.
"Glaubst du, ich hol mir die Frauen nachhause, die scharf auf ne feste Beziehung sind?!" fuhr Marc fort.
Sie schaute ihn unbeeindruckt. "Und woran merkst du, wer auf was scharf ist?"
"Ein Marc Meier spürt so etwas!" gab er zurück.
"Wouw, warte...! Ein Marc Meier spürt tatsächlich etwas??" stichelte sie und lachte auf. "Ich hielt es bis jetzt nur für eine Legende..."
Marc verzog keine Miene.
"Halts Maul..." sagte er kühl.
Sie verstummte und räusperte sich überrascht, aber versuchte sich nicht von ihm einschüchtern zu lassen. "Was denn? Ist doch so?
Marc atmete tief ein. "Hör mir zu, du gibst mir jetzt diesen scheiß Dr. Rogelt, verpisst dich aus meiner Wohnung und in Zukunft wirst du dich nur noch um deinen eigenen Scheiß kümmern, kapiert?!"
Sie hielt seinem drohenden Blick stand.
"Ich bin frei..." verkündete Marc trocken. "Lass mich in Ruhe! Lasst mich alle in Ruhe!"
"Freiheit ist für dich, wenn du mit wildfremden Frauen schläfst?!" fragte Claire verständnislos. "Toll Marc...wirklich toll...Ich bin wahnsinnig stolz auf dich...wirklich..."
"Was willst du dagegen machen, hm?!" fragte er sie provozierend.
"Ich hatte vor ein Baguette nach dir zu werfen..." gab sie trocken zurück.
"Das wird mich leider, leider, leider nicht aufhalten..." sagte Marc mit gespieltem bedauern.
"Tu mir aber bitte einen Gefallen, ja? Merk dir wenigstens die Namen deiner Mädchen..." sagte Claire ergeben.
"Wieso? Sie war nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein...genau wie die anderen die in nächster Zeit noch kommen werden...Wir haben nur ein bisschen Spaß zusammen...ansonsten sind sie nichts besonderes..."
Claire schüttelte entrüstet den Kopf. "Nur billiger als ne Nutte oder wie...?"
"Das hast du jetzt gesagt!" gab Marc zurück.
Plötzlich zog Larissa ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich, als sie durch das Wohnzimmer stapfte und sich auf das Sofa fallen ließ um sich dort ihre Highheels anzuziehen.
"Ah, du bist fertig..." stellte Marc fest. "Ich zieh mir nur noch kurz was über, dann"
"Mach dir keine Mühe..." fiel sie ihm ins Wort. "Dein billiges Flittchen nimmt die U-Bahn..."
Marc schaute sie überrumpelt an. "Ich..." setzte er an.
"Das ist es doch, was ich für dich bin, oder??" fuhr sie ihn wütend an. "Weißt du, ein One-Night-Stand ist eine Sache, aber danach beleidigt zu werden ist eine andere... Schönes Leben noch du ... du Arschloch..."
Danach rauschte sie durch die Tür und schlug diese lautstark zu.
Marc schaute Claire an und zog total irritiert eine Augenbraue hoch. "Ich hab doch gar nichts gesagt..."
"Es kann durchaus vorkommen, dass man sich beleidigt fühlt, wenn jemand auf gutdeutsch sagt, dass man gut genug für's bumsen aber eigentlich nur ein Prostituiertenerstatz ist..."
"Das hast DU gesagt!" verteidigte sich Marc wütend.
"Jaja...tut mir leid..." meinte sie beiläufig. "Ich muss dann los..."
Marc schaute sie irritiert an. "Wie jetzt?!"
"Tut mir leid..." sagte sie, während sie sich auf dem Weg zur Tür machte. "Man sieht sich..."
Marc lief ihr aufgebracht hinterher. "Claire!"
Ehe er sich versehen konnte, warf sie ihm das Skript entgegen und er musste schnell reagieren um es zu fangen.
"Ähm...Danke..." gab Marc verwirrt zurück, jedoch war Claire schon verschwunden. Er trottete ins Wohnzimmer zurück und ließ sich aufs Sofa plumpsen. Was für ein Scheiss Morgen... Gedankenverloren blätterte er die wenigen Seiten des Konzepts wie ein Daumenkino mit seinem Daumen ab und musste sich sofort die Augen reiben. Er wiederholte den Vorgang immer und immer wieder. Die Seiten, nach dem Titelblatt waren strahlend weiß! "Was zum..." murmelte er irritierend zu sich selbst, bis er verstand... Dann nahm er wütend das Skript und warf es durch den Raum. Claire hatte nie vorgehabt es ihm zu geben!! Sie wollte es als Druckmittel behalten.
"Diese kleine dumme Sau!" sagte er wütend, obwohl er, nach all dem was passiert war, Claire nicht beleidigen wollte. Aber er verspürte eine extrem starke Wut auf sie! Dachte sie, sie könnte Marc Meier verarschen? Einfach so? Nein! Das würde sie schon noch irgendwie zurückbekommen...Er fuhr sich durchs Gesicht. Naja, wenigstens konnte dieser Tag nicht noch beschissener werden...


Marc hätte Claire am liebsten jedes Mal erwürgt, wenn sie ihm im Krankenhaus entgegenkam und ihn provokant angrinste. Seit der Sache in seiner Wohnung, war eine Woche vergangen. Und die ganze Woche lang streifte sie nun jede freie Sekunde im Krankenhaus herum, weil sich nichts mit sich anzufangen wusste, aber mittlerweile hatte sie sich für Beruhigungs- und SChlaftabletten entschieden, was Mehdi jedoch total gegen den Strich ging. Aber Mehdi sollte sich lieber mehr um sein eigenes Leben kümmern. Er war zwar wieder im Schwesternwohnheim aufgenommen worden, aber damit waren schließlich noch nicht alle Probleme gelöst...
Marc hatte sich schon überlegt, einfach auf die Kündigungsfrist zu scheißen und sich krank zu melden oder so, aber das wollte er dem Professor nicht antun...er wusste nicht wieso, aber er konnte es nicht.
Gretchen kam ihm entgegen, wich aber seinem Blick aus. Kurz grinste er. Gretchen dachte wohl, dass er nicht bemerkte, dass sie es mit Absicht tat. Dann wurde ihm aber schlecht. Wahrscheinlich war sie auf dem Weg zu Frank. Das tat sie jeden Tag. Marc fragte sich, wie Gretchen sich mit diesem Mann abgeben konnte, nach all dem was passiert war... Aber das wäre auch das erste Mal, dass er Gretchen verstand.
Franks Zustand hatte sich erstaunlicherweise überraschend schnell verbessert und er konnte gestern von der Intensiv auf die Normalstation verlegt werden. Wieso hatten solche Menschen immer so verdammt viel Glück?
Marc stützte sich auf die Ablage beim Schwesternzimmer.
"Sabine...Kaffee..." sagte er matt.
Sabine schaute schlagartig von ihrer Zeitschrift auf. "N-natürlich Dr. Meier..." stotterte sie und machte sie an die Arbeit.
Marc überlegte, ob er vielleicht Sabine vermissen würde... Wahrscheinlich mehr den Kaffee, den sie machte, als Sabine selbst.
"Wie lange bleiben Sie denn noch hier?" fragte sie, während sie das Kaffeepulver in den Filter kippte.
Marc blickte genervt drein. "Fast 2 Monate..." antwortete er trotzdem.
"Aaah..." sagte Sabine interessiert.
"Geht das auch ein bisschen schneller?" fragte Marc genervt. Er wollte verschwinden, bevor Sabine weiter versuchte Small-Talk mit ihm zu führen
"Ähm...Ich glaube nicht, dass sich bei dieser Maschine etwas beschleunigen lässt..." murmelte Sabine entschuldigend. "Wissen Sie, wir Schwestern fordern schon lange so eine neue, moderne Kaffeemaschine...so ein Kaffeevollautomat...verstehen Sie? Aber wir müssen ja sparen, dann ist da sowas nicht drin..." erklärte sie Marc.
"Ah ja...Interessiert mich nicht!" gab Marc zurück. Sabine wand sich enttäuscht der Kaffeemaschine zu.
"Dann müssen sie halt an den Automaten..." sagte sie kühl.
"Sind sie verrückt?!!" gab Marc entrüstet zurück. "Dieses Gesöff ist eine Zumutung..."
Sabine schwieg daraufhin und Marc beschloss auch die Klappe zu halten.
Wenige Minuten später stellte Sabine schweigend die randvolle Kaffeetasse vor Marc auf die Ablage.
"Dankeschön, Sabinchen..." flötete Marc grinsend und kassierte einen bösen Blick von ihr. Er dreht sich um und prallte fast mit Claire zusammen. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass der Kaffee über den Rand der Tasse schwappte und auf sein T-Shirt und den Ärztekittel platschte.
"Ooh...das tut mir echt leid Marc..." sagte sie und klimperte unschuldig mit den Augen.
Marc presste die Zähne zusammen um nicht total auszurasten. Aus dem Augenwinkel konnte er sehen, wie Sabine hämisch in sich hinein grinste und gleichzeitig weiter in einer Zeitschrift blätterte, als hätte sie nichts gesehen.
"Sie könnten sich zur Abwechslung ihr beschissenes Grinsen von der Backe putzen und mir irgendwas geben, mit dem ich mich sauber machen kann!" schleuderte er Sabine wütend entgegen. Natürlich sprang sie sofort auf und reichte ihm eine Küchenpapierrolle.
"Komm, ich mach das..." schlug Claire vor und wollte ihm die Rolle aus der Hand nehmen, doch er hielt sie von ihr weg.
"Danke, aber das mache ich lieber selbst..." brummte er gereizt, drückte Claire seine Kaffeetasse in die Hand, riss sich ein paar Blätter von der Rolle und tupfte sich ab.
"Sorry..." sagte Claire nochmal und schien es dieses Mal ehrlicher zu meinen, als zuvor.
"Jaja...Du mich auch..." gab er zurück. "Was willst du?!"
"Ich?" fragte sie gespielt ahnungslos.
"Claire!! Hör einfach auf mit dem Scheiß und sag's mir!" forderte er wütend, während er die dreckigen und nassen rollen in den Mülleimer warf.
"Okay, okay..." meinte sie beschwichtigend.
"Warte!" unterbrach er sie, während er ihr die Tasse aus der Hand nahm, sich umdrehte und auf den Weg zu seinem Büro machte. Sie folgte ihm brav, wie ein Hündchen und wartete, bis er weitersprach. "Geht es um Gretchen? Wenn ja, kannst du sofort wieder gehen..." stellte er sofort klar.
Sie verdrehte die Augen. "Zu deiner Beruhigung: Nein..." antwortete sie. "Es geht um Frank..."
Marc blieb abrupt stehen und drehte sich zu ihr um. "Also doch um Gretchen?!"
"Nein! Wie schon gesagt: Um Frank!" gab sie irritiert zurück.
"Okay?!" er drehte sich wieder um und lief weiter. "Da bin ich aber gespannt... Denn eigentlich ist alles was Frank und mich verbindet Gretchen!"
"Achso...wenn du das so siehst...dann geht es doch irgendwie um Gretchen..."
"Dann hat sich ja dieses Gespräch schon von allein geklärt..." sagte Marc, der bei seinem Büro angekommen war und sich gegen den Türrahmen lehnte.
"Nein, warte!" sagte sie und sog die Luft ein, um sich gegen Marcs Einwände zu wappnen. Er blieb jedoch still und lauschte interessiert. "Ich wollte nur fragen, ob du...schon mit Frank geredet hast..."
Marc schaute sie irritiert an. "Warum sollte ich?"
"Wieso nicht? Vielleicht hast du ihm ja noch etwas zu sagen..."
"Dem?" Er öffnete die Türe und ging in sein Büro. "Was sollte ich dem zu sagen haben?"
Claire folgte ihm und schließ hinter sich die Tür. "Weiß nicht...vielleicht willst du ja irgendwas los werden..."
Marc schob irritiert die Augenbrauen nach oben und musste sich das lachen verkneifen. "Das was ich loswerden will, würde er nicht überleben..."
Sie fing an, nachdenklich auf ihrer Lippe zu kauen.
"Was willst du mir tatsächlich sagen?" fragte er.
"Ich will, dass du mal mit ihm redest... Ich trau ihm nicht ... er erzählt jedem, dass er sich ändern will und alle seine Fehler eingesehen hat... Gretchen hat mir sogar erzählt, dass er geheult haben soll...Geheult!" erklärte sie aufgebracht.
Marc nickte. "Okay..." setzte er nachdenklich an, während er seinen Arztkittel auszog und sein Hemd aufknöpfte.
"Denkst du ich bin paranoid?" fragte Claire leise und verzweifelt.
Marc lachte, während er Oberkörperfrei an einen seiner Schränke ging und ein T-Shirt herrausnahm und es sich überzog. Ein bisschen Strafe musste sein... schließlich war sie Schuld, dass er Kaffee auf seinem Hemd hatte und zuhause erstmal schauen durfte, wie man das am besten wieder raus bekam.
"Marc!" sagte sie streng. "Glaubst du ich bin verrückt!?" wiederholte sie laut, aber noch verzweifelter als zuvor.
Durfte er nicht mal ein bisschen Spaß haben? "Komm mal wieder runter von deinem Trip...Ist ja nicht auszuhalten..." fügte er murmelnd hinzu."Du bist ausgesprochen nervig...starrköpfig, fanatisch, penetrant, aufdringlich..."
"Marc Olivier!" unterbrach sie ihn streng.
Marc strafte sie mit einem bösen Blick, ihn nicht zu nennen, fuhr dann aber unbeirrt fort. "...aber nicht verrückt... Jeder Volldepp sollte erkennen, dass Frank nur versucht, alle zu manipulieren..."
"Na ja...Gretchen"
"Gretchen ist die naivste Person, der ich in meinem Leben begegnet bin und je begegnen werde...Was die Gutes in Menschen sieht, ist schon fast krankhaft..." erklärte Marc trocken.
"Kommst du trotzdem mal mit...Bitte!"
"Claire...." sagte er genervt, aber er konnte nicht leugnen, dass ihn die Neugier gepackt hatte. Vielleicht sollte er doch mal zu Frank gehen. Es wäre bestimmt ganz amüsant, sich anzuhören, was Frank ihm zu sagen hätte.
"Komm schon..."
"Als Dank dafür, dass du mich mit dem Skript voll verarscht hast?" hielt er trotzdem dagegen. "Oder als Dank für das hier!" Er hielt ihr sein Hemd entgegen.
"Ich weiß, dass du es auch willst..." sagte sie verschwörerisch.
Marc schüttelte den Kopf.
"Maaaarc..."
Er sog die Luft ein, während er im Kopf einige Szenarien durchspielte, wie dieses Gespräch ablaufen könnte. Wenn es stimmte, was ihm Claire erzählt hatte, dann würde er Frank ihm wahrscheinlich total in den Arsch kriechen.
"Komm schon! Er wird dir sowas von in den Arsch kriechen!" sagte Claire, als hätte sie seine Gedanken gelesen. "Allein das ist es schon wert, oder?"
"Okay, Okay..." gab Marc nach. "..Ich..ich mach's...
"Dankeschön..." sagte sie und sah zufrieden aus. "Ich hol dich hier morgen so um zwei ab..."
"Jaja...Von mir aus..." gab er nur zurück, während er überlegte ob er sie überhaupt dabeihaben wollte...Er war alt genug um das selbst zu erledigen, aber das sagte er ihr nicht. Er würde morgen allein zu Frank gehen...

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*If you take me for granted you leave empty-handed...* ~MitiS~

Kälbchen1 Offline

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14.09.2013 15:38
#142 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Klitzekleines Vorwort Ihr werdet heute so ziemlich ins kalte Wasser geworfen... Tut mir leid
Bitte nicht den Kopf abreißen
Grüßlee!
Ich weiß, der Teil ist kurz, eigentlich war auch mehr geplant, aber ich habe mich dann doch entschlossen, nen Teil wieder rauszulöschen .. war aber einfach unzufrieden damit...
Und letzte Woche hat auch wieder die Schule bei mir angefangen, weshalb ich nicht weiß, wann der nächste Teil kommt.


Nächster Tag

"Kälbchen, ich finde es nicht gut, dass du so viel Zeit mit diesem Verbrecher verbringst..."
"Ich weiß was ich tue, Papa..." beteuerte Gretchen.
"Da wäre ich mir nicht so sicher..." beharrte Franz. "Hast du vergessen, was er dir und uns allen, angetan hat?"
"Nein hab ich nicht..." sagte Gretchen genervt und stochert in ihrem Kantinenfraß herum.
"Aha...und trotzdem gibst du dich mit ihm ab...Würdest du mir das bitte erklären?" forderte Franz streng.
"Nein Papa... Ich möchte jetzt gerne essen..." log sie. Seit der Trennung von Marc, verschlug es ihr oft einfach so den Appetit. Das Einzigste, was sie dann noch runter bekam, war Schokolade. Auch jetzt sehnte sie sich nach der tröstenden Wirkung von Schokolade. Sie konnte nichts dafür...Sie vermisste Marc so sehr, dass es weh tat. Frank verstand das... Obwohl Gretchen zuerst dachte, dass Frank Marc auf den Tod nicht ausstehen konnte, forderte sie Frank regelrecht dazu auf, mit ihm über ihre Probleme zu reden... und sie konnte ihm eben nichts vormachen... Er erkannte sofort, wenn es ihr schlecht ging. Na ja...das war zwar keine Meisterleistung, da es ihr gerade nur noch am laufenden Band schlecht ging, aber trotzdem gab er ihr das Gefühl, dass sie sich bei ihm ausheulen konnte. Das musste wohl der Grund gewesen sein, warum ich damals so verliebt in ihn gewesen war... Sie war sich sicher, dass sie wirklich in Frank verliebt gewesen war und er nicht nur als Marc-Ersatz hatte herhalten müssen... Obwohl das ja heißen müsste, dass sie zwischendurch mal aufgehört hatte Marc zu lieben und das schien ihr auch ziemlich abwegig: Sie hatte ihn immer geliebt... Kann man zwei Menschen gleichzeitig lieben?
"Aber du isst gar nicht, Kälbchen..." holte sie Franz zurück in die Realität und sie merkte, dass sie wieder nur verträumt in die Gegend gestarrt und in ihrem Essen herumgestochert hatte.
"Tu' ich wohl..." gab sie zurück und schob sich schnell ein Stück Fleisch in den Mund und musste sich zwingen zu schlucken. Sie hoffte, dass ihr Vater bald gehen musste und sie sich nicht mehr zwingen musste zu essen.
"Gretchen, du siehst gar nicht gut aus..." bemerkte ihr Vater. "Du kannst deinem alten Herrn nichts vormachen..."
"Mir geht es gut...Wirklich...Ich finde es nur blöd von dir, dass du schon wieder so auf Frank herumhackst...ich weiß schon was ich tue!" log sie.
Franz legte die Hände zusammen. "In Ordnung..." ergab er sich. "Aber wenn irgendetwas ist: Du kannst immer zu deinem Vater kommen!"
Gretchen musste kurz gerührt lächeln. "Ich weiß Papa! Danke!"
Franz blinzelte ihr aufmunternd zu, dann aß er schweigend weiter. Gretchen stieg derweil auf den Nachtisch um, da sie diesen eindeutig besser hinunter bekam.
"Und du und der Meier?" fragte Franz nach einer Weile.
Gretchen ließ schlagartig den Löffel sinken. "Darüber will ich erst Recht nicht reden, Papa..." gab sie zurück.
"Tut mir leid, Margarete..." meinte Franz. "Aber bist du dir sicher, dass das mit euch nichts mehr wird? Ihr habt doch bisher immer einen Weg gefunden, euch wieder zu vertragen..." redete er auf seine Tochter ein. "...und...vielleicht würde Marc dann auch...nochmal seine Kündigung überdenken..." murmelte Franz und versuchte es so beiläufig wie möglich klingen zu lassen.
"Das ist wirklich das Einzigste, an was du denkst oder?" gab Gretchen entrüstet zurück. "Und mit Marc ist es vorbei...endgültig...er will es so...nicht ich..." fügte sie leise hinzu, wobei die letzen Worte fast gehaucht waren, da sie es selbst kaum glauben konnte. Das konnte, das durfte nicht das Ende sein. So ging kein Märchen aus...und sie würde schon noch dafür sorgen, dass ihr Märchen auch nicht so ausging!
"Kälbchen! Es geht mir IMMER in erster Linie nur um dich!" stellte er sofort klar. "Das solltest du mittlerweile wissen!" fügte er hinzu. "Das ändert aber nichts daran, dass ich meinen besten Arzt verliere..."
"Das tut mir auch leid für dich..." meinte Gretchen mitfühlend, weil sie wusste wie viel Marc Meier ihrem Vater bedeutete. "...aber vielleicht ist Abstand für Marc und mich auch gut..."
Ihr Vater nickte. "Vielleicht..."
Gretchen versuchte weiter zu essen, wobei sie hoffte, ihr Vater würde das Thema wechseln, bevor sie anfing in Tränen auszubrechen.
"Hast du Lust mit deiner Mutter und mir und Claires Eltern essen zu gehen, bevor sie wieder abreisen?" wechselte er Gott sei dank das Thema. "Bestimmt kommen Claire und Jean auch mit..."
"Ähm...Vielleicht...mal schauen..." antwortete Gretchen. Was, wenn sie dann am Tisch saß und keinen Bissen runter bekam? Aber vielleicht würde ihr auch ein nettes Familienessen gut tun und auf andere Gedanken bringen...
"Überleg dir das ruhig nochmal und sag mir dann bescheid..." meinte Franz verständnisvoll.
Bevor Gretchen antworten konnte, ging Franz' Piepser los und ließ sie zusammenzucken. Schnell zog ihr Vater das Gerät aus seiner Tasche, um einen Blick darauf zu werfen. "Ohje..." seufzte er. "Ich muss..." sagte er, während er aufstand und sein Tablett nahm. "Bis später, Kälbchen..."
"Tschüss, Papa..." murmelte sie und versuchte zu verbergen, wie erleichtert sie war. Kaum war er aus der Cafeteria verschwunden, nahm sie ebenfalls ihr Tablett und stellte es in dem Tablettregal ab. Dann verließ sie die Cafeteria und beschloss sich auf den Weg zu Frank zu machen. Wahrscheinlich hatte er schon gegessen, schließlich war Gretchen später dran, da sie vor dem Mittagessen noch eine OP gehabt hatte, die etwas länger gedauert hatte. Sie machte noch beim Schokoladenautomaten halt und ließ sich zwei Tafeln heraus. Sie war sich sicher, dass Frank ein bisschen Schokolade auch nicht Schaden würde.
Sie bog auf den Gang ab, der zu Franks Zimmer führte. Normalerweise erkannte man sein Zimmer sofort, da ein Polizist davor plaziert war, aber im Moment war keiner zu sehen. Das irritierte sie für kurze Zeit, aber dann schenkte sie etwas anderem-oder besser gesagt jemand anderem- ihre uneingschränkte Aufmerksamkeit. Sie konnte Marc am anderen ende des langen Gangs erkennen. Er lief ihr entgegen und Gretchen spürte, wie ihr das Herz in die Hose rutschte. Aber als er sie erblickte blieb er abrupt stehen und schien plötzlich ein anregendes Gespräch mit Knechtlesdorfer, der etwas abseits stand und irgendetwas auf sein Notizbrett kritzelte, anfangen zu müssen.

"Knechtlesdorfer...Was tun Sie da?" fragte Marc und versuchte es so beiläufig wie möglich klingen zu lassen, während er hinüber zu Gretchen schielte, die an Franks Tür klopfte. Er schnaubte verächtlich... Wie konnte sich Gretchen mit so einem Vollidioten abgeben?
"Ähm..." setzte Maurice überrascht, dass Marc fragte, an. "Ich...stelle die Medikation für Frau Weber um..." antwortete und hielt Marc das Klemmbrett entgegen. "Ist das In Ordnung so?" wollte er wissen und Marc spürte, wie nervös Maurice wurde.
"Jaja...Gut so..." murmelte er, ohne einen Blick darauf zu werfen. Es war viel schöner, Gretchen zu beobachten. Sie klopfte gerade ein zweites Mal, dann trat sie ein.
"Sie haben es gar nicht angeguckt..." bemerkte Maurice vorsichtig.
Marc stöhnte genervt auf, dann entriss er Maurice das Klemmbrett und überflog das Blatt. "Ist doch OK!! Machen Sie sich doch nicht immer gleich ins Hemd!" erklärte er entnervt. "Sie müssen als Arzt"
Er wurde von einem gedämpften Schrei unterbrochen, der sich nach sowas wie "Marc" angehört hatte. Irritiert wechselte er einen Blick mit Knechtlesdorfer, der genauso verwirrt zu sein schien.
"Das hat sich ganz so angehört, wie die Frau Doktor Haase..." bemerkte er mit seinem knuffigen Akzent und schaute zur Tür, wo Gretchen wenige Sekunden zuvor verschwunden war.
"Das hat sich nicht nur so angehört wie sie, das war sie..." stellte Marc klar.
"Dann...sollten wir vielleicht schauen...ob"
"Ja sollten wir..." schnitt ihm Marc das Wort ab, während er schon Richtung Zimmer stürzte.
"Gretchen!" rief er, als er die Tür aufgerissen hatte.
Sie sah ihn nur entgeistert an und deutete mit dem Finger hinter das Krankenbett und Marc musste zu Gretchen laufen, um dorthin sehen zu können.
"Was..." setzte er an, als er den Polizisten erblickte, der in einer -oder besser gesagt seiner eigenen- Blutlache lag. "Was ist hier passiert?"
"I-Ich weiß es nicht..." stotterte Gretchen leise.
"Und...was ist mit dem?" fragte Knechtlesdorfer zögernd und deutete auf den Polizisten, der scheinbar leblos im Stuhl hing.
Gretchen überwand sich und presste ihm Zeige- und Mittelfinger an die Halsschlagader. "H-hat Puls..." murmelte sie.
"Was ist dann mit dem...?" fragte Maurice ängstlich.
"Piep deinen Vater an! Der muss so schnell wie möglich in den OP!" meldete sich Marc vom Boden aus, während er den schwerverletzten Polizisten untersuchte. "Hallo?? Hallo? Können Sie mich hören?" fragte Marc, der sich derweil neben den schwer verletzten Mann gekniet hatte "Mach schon, Haasenzahn!" fuhr er Gretchen an.
Aber sie schien völlig abwesend. War das Franks Werk? Wie war das möglich? Das konnte doch gar nicht sein! In ihrem Kopf begann sich alles zu drehen. Hilflos ließ sie sich die Wand hinunter gleiten.
"Gretchen!!" wiederholte Marc laut. "Knechtlesdorfer! Bereiten Sie den OP vor!" wies er dann Maurice an.
"Natürlich, Herr Doktor!" sagte Maurice und machte sich sofort auf den Weg.
Marc ließ von dem Polizist ab und kroch zu Gretchen hinüber, die ihren Blick auf irgendeinen Punkt an der Wand fixiert hatte.
"Haasenzahn! Schau mich an!" forderte er laut.
"Das...das ergibt doch alles...keinen Sinn...Marc! Das kann nicht wahr sein! Das kann gar nicht Frank gewesen sein! Das ist unmöglich!" kam es aus ihr heraus, während ihre Lippe unkontrolliert anfing zu zittern. "Das ist unmöglich! Das kann nicht sein!" wiederholte sie und Tränen schossen aus ihren Augen.
"Gretchen!" sagte Marc streng. "Reiß dich zusammen!"
"Es kann nicht sein..." redete sich Gretchen ein, während sie von einem Schluchzer geschüttelt.
"Verdammt nochmal! Jetzt reiß dich zusammen! Heulen kannst du auch noch später!" wiederholte Marc wütend. "Wir wissen doch noch gar nicht was passiert ist!" fügte er sanfter hinzu. Nicht, dass er Frank in Schutz nehmen wollte, aber er wollte, dass Gretchen aufhörte zu weinen. Dass sie wegen diesem kriminellen Vollidiot heulte, war ja nicht auszuhalten...
"D-Denkst du...er ist...unschuldig...?" fragte sie während sie sich mit dem Handrücken über die Augen fuhr.
"Ähm..." setzte Marc. Jetzt musste er seine Worte vorsichtig wählen. "Ich..."
"Was haben wir?" unterbrach ihn Doktor Rössel mit seinen routinierten Worten, während er, gefolgt von einem blonden Assistenzarzt, eine Bare in das Krankenzimmer schob.
Marc konnte ein erleichtertes seufzen nicht unterdrück und dankte Knechtlesdorfer dafür, dass er ihm so schnell Dr. Rössel geschickt hatte, fuhr dann aber unbeirrt fort:"Einschusswunde in der Magengegend, vermutlich innere Blutungen, was für Organe betroffen sind, kann ich nicht genau sagen... Kein Durchschuss, Puls schwach, aber vorhanden..."
"In Ordnung..." murmelte Dr. Rössel. Marc sprang auf, um ihm zu helfen, denn Mann auf die Bare zu heben. "Der OP wird vorbereitet und..."
"Hat schon jemand den Professor angepiept?" fiel ihm Marc ins Wort.
"Der ist schon in einem anderen OP...schwerer Motorradunfall! Aber ich kann auf Sie zählen, Dr. Meier?" fügte er hinzu und sah ihn mit dem Sie-sind-unser-bester-Oberarzt-Blick an.
"Natürlich!" sagte Marc schnell, obwohl ihn Zweifel packten...Diese OP würde kein Zuckerschlecken werden und er hatte den Professor nicht an seiner Seite!
"Was ist mit Ihnen, Frau Doktor Haase?" wandte er sich.
"Ich glaub, das ist keine gute Idee..." antwortete Marc für Gretchen.
"Na Gut...Also los..." sagte Rössel ohne weitere Fragen zu stellen und schob die Bare aus dem Zimmer hinaus. Marc ließ Gretchen in diesem Zustand nicht gerne allein, aber er hatte keine andere Wahl.
"Gretchen..." setzte er an. "Geh zu Mehdi! Bitte..." Er hätte nie gedacht, dass er Gretchen anflehen würde, zu Mehdi zu gehen, aber dann wusste er wenigstens, dass sie in guten Händen war. "Hast du verstanden?"
Gretchen schaute Marc mit glasigen Augen an und öffnete den Mund: "Okay..." krächzte sie.
"Okay!" sagte Marc und verschwand, nachdem er sich noch einmal nach ihr umgedreht hatte...

"Was machst du denn?" fragte Mehdi belustigt, als er in sein Büro kam und Claire sah, die an seinem Schreibtisch saß und den Kopf auf ihre Arme auf die Tischplatte gelegt hatte. "Claire?" hakte er nach, als er keine Reaktion bekommen hatte.
Ihr Rücken hob sich, als sie die Luft tief einsog. "Er ist weg..." nuschelte sie ohne aufzusehen.
"Wer?" fragte Mehdi irritiert und begab sich an seinen Aktenschrank, um die Akte einzusortieren, die er in der Hand hatte.
"Wer wohl?" nuschelte sie weiter. "Frank..."
"Frank? Also: Alexis/Frank?" Mehdi musterte sie kritisch.
"Ja..." gab sie zurück.
"Alles in Ordnung mit dir?" fragte er kritisch. "Wie soll das denn funktioniert haben?"
"Glaubst du, Ich lüge?! Oder das ich Witze mache?!"" nuschelte sie weiter. "Ich meine es verdammt ernst!"
"Nur weil Frank vor kurzem auf die Normalstation verlegt wurde, heißt das noch lange nicht, dass er in der Lage dazu ist, zwei gesunde Polizisten zu überwältigen..." erklärte er ihr geduldig. "Vielleicht hast du nur geträumt..." fügte er nebenbei hinzu.
Augenblicklich fuhr sie hoch und funkelte ihn böse an. "Comment?" Sie blinzelte und strich sich eine Strähne hinter Ohr. "Nur weil ich so ein paar jämmerlich Schlaftabletten nehmen, heißt das noch lange nicht, dass ich 24 Stunden am Tag zugedröhnt bin und Traum nicht mehr von der Realität unterscheiden kann!" fuhr sie ihn laut an.
"So war das doch gar nicht gemeint..." verteidigte er sich, während seine Augen einen panischen Ausdruck bekamen.
Sie verdrehte die Augen, schlug sich die Hände vors Gesicht, sank in den Chefsessel von Mehdi zurück und gab einen gequälten Laut von sich.
"Aber...Wie konnte das passieren?" wollte Mehdi sofort geschockt wissen, während er sich schon eigene Szenarien im Kopf zusammenspann.
"WOHER SOLL ICH DENN DAS WISSEN?" gab sie laut zurück, nachdem sie sich die Hände vom Gesicht genommen hatte. "Jetzt bloß nicht durchdrehen!" sagte sie zu sich selbst und Mehdi sah ihr an, dass sie es in ihrem inneren immer weiter wiederholte, um sich zu beruhigen. "Ich...Ich wollte mit Marc zu Frank..." setzte sie an und sog tief die Luft ein. "Ich wollte ihn Abholen...aber er war nicht da. Ich dachte, dass er wahrscheinlich schon ohne mich gegangen ist...Als ich dann dorthin gekommen bin, standen da ein paar Polizisten rum...Sie wollten mich nicht durchlassen...und mir auch nicht sagen was los ist, bis ich kurz vor dem Ausrasten war..." erklärte sie und schien erst, als sie es wiedergab zu realisieren, was passiert war und sie schien in Gedanken zu versinken."Das darf aber niemand wissen..." murmelte sie dann und schaute Mehdi an. "Sie wissen nicht, ob er sich noch hier im Krankenhaus aufhält...und sie wollen nicht, dass hier ne Massenpanik ausbricht oder so"
"Natürlich..." nickte Mehdi. "Und...wer weißt schon alles davon??" wollte er wissen. "Weiß Gretchen schon bescheid?"
Schlagartig schien es in ihrem Kopf zu rattern zu beginnen und ihre Augen huschten von einer Seite zur anderen. Mehdi blinzelte verwundert: "Claire?" fragte er besorgt.
"Gretchen..." murmelte Claire abwesend. "Gretchen!" wiederholte sie bestimmt, als wäre das die Lösung aller Probleme und Fragen dieser Welt.
"Gretchen?" wiederholte Mehdi irritiert.
Plötzlich öffnete sich die Türe. Mehdi fuhr herum und er sah in zwei verheulte, blaue Augen.
"Gretchen!" sagten er und Claire gleichzeitig, während er es mitfühlend aussprach, hörte sich Claire eher geladen an.
Sofort sprang sie auf und ging auf Gretchen zu. "Was hast du getan, Gretchen?!" sagte sie laut und Mehdi musste erkennen, dass ihre innere Dauerschleife von Jetzt-bloß-nicht-durchdrehen umsonst gewesen war. "Claire! Beruhig dich!" meinte er streng und bereit dazwischen zu gehen.
"W-was?" piepste Gretchen irritiert.
"Du bist hier doch die, die Frank ne zweite Chance geben will! Und letztens hast du noch gesagt, dass du alles mögliche dafür tun willst, dass Frank weniger bekommt!" warf sie ihr so aufgebracht vor, dass sie gar nicht registriert hatte, dass hinter Gretchen ein Mann aufgetaucht war.
"Frau Haase...davon haben sie uns gar nichts erzählt..." Claire brauchte nicht lange, um zu merken, dass das ein Polizist war. Aus dem Blickwinkel konnte sie erkennen, wie sich Mehdi mit der flachen Hand an den Kopf fasste.
"Es ist ja auch...unwichtig..." versuchte Gretchen zu erklären.
"Sind Sie sich da sicher?" fragte der Polizist vorwerfend.
"Das..das ist völlig irrelevant!" beteuerte Gretchen. "Ich hab nichts damit zu tun! So etwas würde ich NIE tun!"
"Aha..." sagte der Polizist desinteressiert. "Haben Sie uns vielleicht noch etwas sagen, Frau Calvo?"
Beschämt schluckte sie. "Nein..." murmelte sie, während sie den Kopf senkte, um Gretchens Blick auszuweichen.
"Wir werden uns nochmal bei Ihnen melden!" versprach er Gretchen, bevor er sich umdrehte und ging.
"Dankeschön!" schleuderte Gretchen Claire hilflos entgegen.
Mehdi schüttelte ebenfalls den Kopf. "Das war wirklich nicht besonders hilfreich, Claire..."
"Ja, toll...jetzt bin ich wieder an allem Schuld oder wie?" gab Claire trotzig zurück. "Ich hab nicht gemerkt, dass der da steht..."
"Er hat mich verhört...und jetzt hier her begleitet..." erklärte Gretchen.
"Jetzt haben sie Gretchen im Visier..." folgerte Mehdi.
"Das...hatten sie schon vorher..." murmelte Gretchen, während sie sich auf Mehdis Stuhl setzte und den Kopf auf ihre Hände stützte. "Ich war die letzte, die Frank besucht hat...also die letzte, die ihn auf privater Basis besucht hat..." korrigierte sie.
"Die Ärzte und Schwestern könnten damit genauso gut etwas zutun haben..." meinte Mehdi.
"Ja...das werden sie noch überprüfen..." murmelte Gretchen. "Ich...ich kann das alles...gar nicht glauben..." fügte sie erschöpft hinzu.
"Es tut mir leid...Es tut mir so leid..." kam es auf einmal von Claire, die sich währendessen an einem Schrank hinunter hatte gleiten lassen und dort nun zusammengekauert saß. "Es tut mir so leid Gretchen!" schluchzte sie, während sie sich die Knie so nah wie möglich an ihren Körper zog.
"Claire?" setzte Mehdi überrascht an. So hilflos und fertig, hatte er sie das letzte Mal gesehen, als er mit ihr gefesselt auf ihrem Sofa gelegen hatte. Dass sie diese Sache bis heute so mitgenommen hatte, hatte man ihr nie angesehen. Es war ihm immer so vorgekommen, als hätte sie das, abgesehen von den Schlafstörungen, gut weggesteckt... Jetzt fühlte Mehdi sich schlecht, da er nicht das Gegenteil bemerkt hatte.
Gretchen sprang derweil auf und ging zu Claire, wo sie sich neben sie hin kauerte.
"Schon Okay...Alles wird gut!" versuchte sie ihre Cousine, aber vor allem sich selbst zu trösten.
"Was ist denn überhaupt genau passiert?" schluchzte Claire.
"Frank...hat einen der Polizisten angeschossen...den anderen irgendwie betäubt...ich weiß nicht..." erzählte Gretchen, während ihre Augen selber glasig wurden.
"Gott, Scheiße!" heulte Claire weiter und vergrub ihr Gesicht in ihren Knien.
"Wir wissen nicht wo er ist...und er ist bewaffnet...Sie werden so schnell wie möglich alle möglich Ausgänge blockieren, bis sie sicher sind, dass er nicht mehr hier drin ist..." murmelte Gretchen und atmete schwer.
"Der wird uns alle umbringen!" nuschelte sie.
"Nein, nein...das glaube ich nicht..." redete Gretchen auf sie ein.
"Einer nach dem anderen..." murmelte Claire weiter. "Einer nach dem anderen..." wiederholte sie.
"Und der, der ihm geholfen hat läuft auch noch frei herum..." murmelte Gretchen gedankenverloren, ohne zu bemerken, dass sie damit nur noch weiter die Angst schürte.
"Ich würde vorschlagen, wir beruhigen uns jetzt alle erst einmal...bevor wir nichts genaueres Wissen, sollten wir"
"Beruhigen?" fuhr in Claire an. "Ich weiß nicht, ob du es schon bemerkt hast, ABER WIR SIND HIER DRIN EVENTUELL MIT EINEM KRANKEN PSYCHOPATHEN EINGESPERRT!" schrie sie ihn an.
"Ich weiß noch nicht ob DU es schon bemerkt hast, ABER ICH VERSUCHE GERADE ZUMINDEST EIN BISSCHEN HALTUNG ZU BEWAHREN!" schrie er zurück. Sie schluckte und hielt seinem Blick stand. Ihre Atmung beruhigte sich und Mehdi fing sich wieder an zu entspannen.
"Warst du es...?" fragte sie plötzlich. "Hast du ihm geholfen zu entkommen?"
Mehdis Augen wurden groß und er musste sich zusammenreißen, weiterhin ruhig zu bleiben. Er hatte bis jetzt immer versucht Verständnis für Claire aufzubringen. Schließlich hatte sie Frank eine Woche lang in ihrem eigenen Zuhause festgehalten und er konnte verstehen, dass sie jetzt Angst hatte, dass sich das Wiederholen könnte, aber dass sie ihn verdächtige, traf ihn hart. "Du..." setzte er an. "...du kannst nicht anfangen jeden hier zu beschuldigen!" presste er hervor.
"Wieso?" gab sie scharf zurück."Es könnte jeder gewesen...Jeder! Hier kann man niemandem mehr Vertrauen, außer sich selbst!"
Mehdi sah sie an. Am liebsten hätte er gelacht. Sie hörte sich an, wie in einem schlechten Hollywoodfilm, aber die Situation war ernst. Frank war weg! Sein Ausbruch hatte gezeigt, dass man ihn unter keinen Umständen unterschätzen durfte! Und es war auch nicht klar, ob Frank Gretchen oder jemanden anders im Visier hatte.
"Haben dich diese Typen erpresst?" fragte sie weiter.
"Claire..." meldete sich endlich Gretchen beruhigend zu Wort.
"HM?" hakte sie barsch bei Mehdi nach.
"NEIN! Ich werde von niemandem erpresst...und ich habe auch sonst nichts damit zutun!" stellte er nochmal klar, wobei er zu verbergen versuchte, wie enttäuscht er von ihr war. Claire und er waren zusammen vor Frank geflüchtet! Und jetzt unterstellte sie ihm so etwas?
"Egal, was jetzt noch alles passieren wird...wir schaffen das!" sagte Mehdi und hoffte, er hörte sich überzeugender an, als er war."Die Polizei wird ihn bestimmt bald finden! Und ohne Medizinische Versorgung hält er sowieso nicht lange durch!"
"Er braucht nen Arzt!" folgerte Claire mit aufgerissenen Augen. "Er wird sich nen Arzt holen, der ihn versorgt! Scheiße!"
"Und du wirst dich jetzt verdammt nochmal beruhigen!" meinte er zu Claire, ohne sie zu beachten.
"Frank ist geflüchtet..." setzte Claire an, ebenfalls ohne Mehdi zu beachten. "...er ist bewaffnet...und völlig gestört...und WAHRSCHEINLICH IST ER NOCH HIER IM KRANKENHAUS!" fasste sie nochmal aufgebracht zusammen und während Mehdi den Mund öffnete, um ihr nochmal nachdrücklich klar zu machen, dass sie gefälligst diese Panikmacherei lassen sollte, klopfte es an der Tür.
Schlagartig war es still im Raum. Mucksmäuschenstill. Gretchen und Claire hielten die Luft an. Und Mehdi merkte erst einige Herzschläge später, dass er sie auch anhielt.
"Ist es..." setzte Claire mit rauer Stimme an.
"Er würde nicht klopfen..." sagte Gretchen, während sie auf die Tür starrte. "Oder..?" fragte sie dann doch zögernd.
"Quatsch..." Mehdi lachte unsicher auf, um die Situation zu entspannen, was die zwei Frauen ihm jedoch nicht abzukaufen schienen. Warum sollten sie auch? Seine Schauspielerischen Leistungen waren noch nie sonderlich ausgeprägt gewesen. Er würde es sich nicht mal selbst abkaufen... "Wahrscheinlich ist es nur ein Polizist..." fügte er hinzu.
Er ging entschlossen zu Tür, konnte aber nicht verhindern, dass er kurz zögerte, bevor er sie öffnete.
Schlagartig sank er von der Anspannung befreit in sich zusammen. "Du?"
"Hallo Dr. Kaan..." begrüßte ihn das junge Mädchen. "Und ja: Ich!"
Als sie merkte, dass er sie anstarrte, wie eine Kuh wenn es blitzte, räusperte sie sich vorsichtig. "Ist irgendwas? Hab ich gestört oder so?"
Mehdi wollte eigentlich nicht sauer auf sie sein, weil sie ihn ja auf irgendeine Art und Weise gerettet hatte, trotzdem konnte er nicht verhindern, dass er leicht genervt klang, als er mit einem gepressten:"Ja!" antwortete. Er war schließlich dabei gewesen, Gretchen und Claire -und schlussendlich sich selbst- zu beruhigen... Und sie hatte sie mit ihrem Klopfen ziemlich erschreckt.
"Oh...das tut mir leid..." meinte Amy. "Aber ich muss mit Ihnen reden..." fügte sie entschlossen hinzu.
"Ich habe gerade wirklich keine Zeit!" erklärte er nachdrücklich.
"Es ist aber wichtig..." beharrte sie
"Das hier auch..."
"Es ist wirklich...extrem!...mega!...wichtig!"
Mehdi schloss kurz die Augen. "Hat es etwas mit Frank zu tun?" wollte er dann doch wissen.
"Na ja...nein, aber"
"Hör zu: Es ist gerade wirklich unpassend!" erklärte er und versuchte geduldig zu bleiben.
Sie sah ihn durchdringend an und öffnete den Mund um etwas zu sagen.
"Wirklich extrem mega unpassend!" sagte Mehdi nachdrüklich. "Und du solltest jetzt nachhause gehen..." fügte er hinzu. Könnte es sein, dass es Frank auch auf Amy abgesehen haben könnte? Sollte sie ihm sagen, dass er geflüchtet war?
"Wieso? Was ist denn los?" fragte sie sofort misstrauisch.
Sie würde sich nur unnötig Gedanken machen..., entschied er und befeuchtete seine Lippen mit seiner Zunge. "Weil..." setzte er dann an und überlegte. "Weil du deiner Mutter bestimmt nicht gesagt hast, wo du bist!"
"Sie hatte auch kein Problem damit, mich zu meinem Zuhälter-Vater abzuschieben, dass sie mit ihrem Neuen in den Urlaub kann..." Ihre Augen blitzten gehässig.
"Du solltest trotzdem nachhause gehen..." wiederholte er, während er sich fest vornahm demnächst ein therapeutisches Gespräch mit ihr über dieses Thema zu führen...Das konnte bestimmt nicht Schaden.
Sie schaute ihn noch einmal an. "Jaja...Von mir aus..."
"Wir sehen uns..." versprach er ihr.
"Wenn Sie es einrichten können..." gab sie zurück und schaute ihn herrausfordernd an.
"Tschüss..." sagte Mehdi entschlossen und schloss die Tür.
"Das war doch dieses Mädchen..." bemerkte Gretchen. "Wieso hast du sie nicht reden lassen?"
"Ich glaube, wir haben genug eigene Probleme..." entschied Mehdi, worauf er einen strengen Blick von Gretchen kassierte. Er nahm es ihr nicht übel, diese Gleichgültigkeit war man von ihm nicht gewohnt! Aber er musste sich jetzt auf die wichtigen Dinge konzentrieren! Er schaute zurück...wenigstens musste er kein Kontra von Claire erwarten.
"Und jetzt?" fragte Gretchen gleichgültig.
"Ihr solltet euch lieber fragen, wie die hier rein gekommen ist! Ich dachte sie hätten alle Ausgänge verbarrikadiert..." warf Claire vorwerfend in die Runde.

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Kälbchen1 Offline

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13.11.2013 17:41
#143 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Das ich es tatsächlich geschafft habe, einen neuen Teil zu posten, überrascht mich selbst...
Nehmt es mir nicht übel, ich stand in letzer Zeit total unter Stress und in Zukunft sieht es im Moment nicht besser aus...
Ich hoffe, ihr habt Viel Spass, mit diesen missratenen Dialogen und Spekualtionen
Eure Tante Emma

Mehdi stürzte zur Tür und rannte den Gang hinunter.
"Amy!! Warte!"
Das Mädchen drehte sich so schnell um, dass ihre Haare umherflogen. "Was ist denn? Haben sie jetzt doch Zeit für mich?" fragte sie belustigt.
"Wie bist du hier rein gekommen?" Wollte er ohne umschweife wissen.
Sie lachte auf. "Durch die Tür?" gab sie zurück.
"Und es gab keine...Schwierigkeiten?" wollte er wissen.
Sie schüttelte irritiert den Kopf. "Nein...Normalerweise habe ich keine Schwierigkeiten, wenn ich durch eine Tür gehe..."
"Und wann genau war das?"
"Na ja...also...ungefähr vor ner dreiviertel Stunde Minuten...Ich musste nochmal zu so ner... Psychologin..." erklärte sie. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sagen werde, dass ich zu einer Psychologin muss..." fügte sie hinzu.
Mehdi blies die Luft aus. Jetzt war ihm klar, dass sie ungehindert hier rein kommen konnte...
"Sie sind heute echt komisch drauf..." meinte sie zu ihm.
"Findest du..." murmelte er desinteressiert, während er sich durch die Haare fuhr.
"Ja..." antwortete sie. "Apropos! was ich Ihnen gerade sagen wollte" setzte sie erneut an.
"Mehdi!" wurde sie von Claire unterbrochen, die hinter ihm aufgetaucht war. "Gibt's was Neues?" fragte sie mit gedämpfter Stimme.
Er schüttelte den Kopf.
"Weiß sie sonst irgendetwas?" fragte Claire flehend.
"Ich glaube nicht..." sagte Mehdi kurz, weil er nicht so viel vor Amy reden wollte. Schon jetzt brannte ihr Blick auf ihm, weil sie nicht verstand, um was es ging. Plötzlich wandte sich Claire ihr zu und lächelte sie freundlich an.
"Heeeyy..." sagte sie gedehnt. "Amy...Alles klar?"
"Ähm...ja..." gab sie irritiert zurück.
"Was machst du denn im Krankenhaus?" fragte Claire unschuldig. "Hast du jemanden besucht? Vielleicht...Frank...?" fragte sie und versuchte es so nebenbei wie möglich klingen zu lassen.
"Frank Muffke? Sollte ich?" gab sie mit zusammengekniffenen Augen zurück. "Wieso fragen Sie mich das?" fragte sie misstrauisch. "Dr. Kaan hat mich vorhin auch schon über Frank gefragt! Was ist hier los?"
"Man wird doch wohl fragen dürfen..." meinte Claire geduldig. "Ich hab ihm auch schon einen Besuch abgestattet..." erklärte sie.
"Claire!" sagte Mehdi streng und schüttelte den Kopf, um ihr zu signalisieren, dass das was sie tat, nichts nützte, doch sie schien sich nicht dafür zu interessieren.
"Ich verstehe nicht ganz..." setzte Amy an.
"Also hast du Frank heute nicht gesehen?" fragte Claire desinteressiert.
"Ich würde jetzt schon gern wissen um was es hier geht!" gab Amy bestimmt zurück.
"Beantworte doch einfach meine Frage!"
"Ich mag es nicht, wenn alle etwas wissen, was ich nicht weiß..."
"Ja oder Nein?"
"...und das ist hier definitiv der Fall!"
"Jetzt sag schon!"
"Wieso wollen Sie das wissen?"
"Beantworte jetzt einfach meine scheiß Frage!" rutschte es Claire heraus und Mehdi wusste, dass sie Amy am liebsten geschüttelt hätte um eine Antwort zu bekommen, denn anscheinend wusste sie auch mehr, als sie zugab. "Bitte..." fügte sie hinzu.
Amy schaute sie mit zusammengekniffenen Augen an. "Ja..." sagte sie dann einfach. "Zufrieden?"
"Bitte Was?" gab Claire irritiert zurück.
"Ich hab ihn gesehen..."
"Wirklich...?" fragte sie misstrauisch. "...wenn du mich gerade auf den Arm nimmst, dann..." ...Gnade dir Gott!
"Wir befinden uns gerade in einer sehr...heiklen...Situation..." versuchte Mehdi Claires aufgebrachte Stimmung zu entschuldigen
"Sie ist beschissen...Die Situation ist beschissen..." korrigierte Claire ihn.
"Ich habe die Wahrheit gesagt..." beteuerte Amy.
"Wann?" fragten nun Mehdi und Claire gleichzeitig.
"Vorhin..." antwortete sie knapp.
"Wann vorhin?" zischte Claire.
"Vor 'ner Dreiviertel Stunde...kurz bevor ich hierher kam..im Krankenhaus-Park..." erklärte sie weiter. "
"Moment!" fuhr ihr Claire dazwischen. "Du siehst Frank Muffke...im Park...allein...offensichtlich relativ Fit...und dir kommt das nicht irgendwie KOMISCH VOR?" sagte sie und versuchte sich zusammenzureißen, doch Mehdi wusste, dass sie Amy am liebsten eine Ohrfeige gegeben hätte.
"Hey!" meinte Amy, weil ihr Claires Ton völlig missriet. "WER hat denn bitteschön gesagt dass er alleine war!?"
"War er nicht?" meldete sich jetzt Mehdi irrtiert zu Wort.
"Nein..." meinte sie knapp.
"Wer war bei ihm?!" zischte Claire.
"Kein Ahnung...kannte ich nicht..." murmelte Amy desinteressiert, weil sie immer noch beleidigt war, dass ihr niemand etwas verraten wollte.
"Wie sah er aus?" fragte Claire.
"Den hab ich jetzt nicht so genau angeschaut..." druckste Amy.
"Bitte...Wir müssen alles wissen! Denn so wie es aussieht stecken wir ziehmlich...tief in der...Scheiße..." versuchte er ihr den Ernst der Lage klar zu machen.
Amy seufzte. "Es war einer vom Krankenhaus..." setzte sie an. "Vielleicht ein bisschen kleiner als Dr. Kaan...blonde, längere Haare, blaue Augen..."
Claire schloss die Augen. "Wie viele blonde, blauäugige Ärzte gibt es in diesem Krankenhaus..." murmelte sie verzweifelt.
"Wenigstens haben wir einen Anhaltspunkt..." meinte Mehdi optimistisch.
"Nein, Nein, Nein!" meldete sich Amy schnell zu Wort. "Es war kein Arzt! Der Jacke nach zu Urteilen, war es ein Sanitäter!"
Mehdi und Claire sahen sich an und sie wussten, dass sie das gleiche dachten. Es war, als würde man eine Assoziationenkette mit Worten bilden, obwohl es so viele andere Möglichkeiten gab, verknüpfte man genau dieses eine Wort mit dem vorherigen, weil es einem einfach sofort und als erstes in den Sinn kam, auch wenn es gar nichts mit dem vorherigen Wort zutun hatte. Und auch jetzt machte es für Mehdi und Claire keinen Sinn...es passte nicht zusammen, trotzdem sprachen beide gleichzeitig aus, was sie dachten. "Gordon!"

"Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand..." murmelte Frank, während sich beide ihrer OP Kleidung entledigten.
"Jaja... Ich weiß..." gab Marc desinteressiert zurück.
"Du konntest nichts dafür...Du hast dein bestes gegeben..."
Ich gebe absolut immer mein bestes!, dachte Marc genervt. Glaubte der Professor wirklich, dass er scheiße drauf war, weil ihm ein Patient auf dem OP-Tisch weggestorben war? Das war nun wirklich nichts Besonderes mehr... Das hatte er jeden Tag... Aber dieser Patiente war jemand besonderes gewesen... Ein wichtiger Zeuge! Was sollten sie nun tun? Der Kollege hatte ja das wichtigste verschlafen... betäubt, mit einem Schlafmittel, hatte man ihm erzählt.
"Ich weiß..." gab Marc nur zurück, während er mit Franz auf den Gang hinaustrat.
"Gut..." meinte Franz.
Plötzlich gesellte sich eine Schwester zu ihnen. "Haben Sie schon die Neuigkeiten gehört, die es gibt?" fragte sie neugiehrig und Marc rollte mit den Augen. Natürlich hatte er noch nichts davon gehört! Er war gerade erst aus dem OP-Saal gekommen, in dem er die letzten 2 Stunden verbracht hatte... nachdem das schlimmste bei seiner Operation überstanden war, war er Marc zu Hilfe gekommen. Marc hoffte, dass dieser Patient keine Schäden davon tragen würde, schließlich wurde er von unqualifizierten Assis zusammengeflickt...
"Nein! Wurde er gefunden?" fragte der Professor währenddessen neugierig.
Marc bewunderte den Professor. Schließlich wurde ihm an den Kopf geworfen, dass der Ex-Mann seiner Tochter / Betrüger / Mörder abgehauen war und trotzdem hatte er einen klaren Kopf behalten und eine komplizierte Operation zu Ende geführt...na ja...beziehungsweise bis zu dem Zeitpunkt, bis der Patient den Löffel abgegeben hatte...
"Nein..." murmelte derweil die Schwester.
Jetzt wurde er aus seinen Gedanken gerissen und ihn packte die neugier und er hätte der Schwester am liebsten auf den Hinterkopf geschlagen, dass sie endlich mit der Sprache herrausrückte!
"Der Gordon Tolkien soll dem Muffke bei der Flucht geholfen haben!" erklärte sie.
"Der Tolkien?" hakte Franz entgeister nach. "Einer aus dem Krankenhaus??" Die zweite Tatsache schien ihn sichtlich mehr zu Schockieren.
"Der? Nie im Leben..." mischte sich Marc ein und versuchte so desinteressiert wie möglich zu klingen.
"Doch!" gab die Schwester zurück. "Es gibt Zeugen..."
"Vielleicht wurde er gezwungen..." spekulierte Franz.
"Wer ist dieser "Zeuge"..." fragte Marc abfällig.
"Ein Mädchen hat die Polizei darauf gebracht..."
"Aha..." sagte Marc unbeeindruckt.
"...daraufhin haben sich noch andere Zeugen gefunden..." setzte sie nach.
Marc rollte nur mit den Augen.
"Sie sollen übrigens in den Konferenzraum kommen..." meinte die Schwester noch zum Professor.

"Hier haben wir einen Plan, des Krankenhauses...Das rote ist der Weg, den wir vermuten, den sie genommen haben..." Der junge Polizist fuhr mit seinem Kugelschreiber die rote Linie auf dem Plan, der an eine große Magnettafel gepinnt war, entlang.
"Das sind doch alles nur Vermutungen!" mischte sich Gretchen aufgebracht ein, die konzentriert den Kugelschreiber verfolgt hatte
"Frau Dr. Haase...Ich kann verstehen, dass sie Aufgebracht sind, aber das ist der einzige Ansatz den wir haben..." erklärte Guiseppe ruhig.
"Und wir müssen irgendwo ansetzen..." drückte Monika genervt hinterher.
Gretchen entspannte sich ein wenig, denn sie hatte keine Kraft um mit der eigensinnigen Polizistin zu streiten. "Es tut mir leid..." gab sie nach. "Aber...Frank ist da draußen..." setzte sie an.
"Ein Geisteskranker läuft da draußen rum, während sie hier wild spekulieren und sich irgendeine Geschichte zusammenreimen, die ansatzweise plausibel klingt..." mischte sich plötzlich Claire ein. "Irgendein Märchen, dass sie dir Öffentlichkeit verklickern können..." Sie fing dadurch überraschte Blicke ein, da sie die ganze Sitzung lang noch nichts gesagt hatte.
"Frau Calvo, schön, dass Sie sich auch einmal zu Wort melden..." setzte Guiseppe an. "...jedoch sollten Sie dann schon produktive Vorschläge vorbringen..." gab Guiseppe ruhig zurück, konnte aber nicht verhindern, dass Sarkasmus in seiner Stimme mitschwang.
Auch Monika wollte anscheinend noch ihren Senf dazu geben, jedoch wurde sie unterbrochen, als die große Tür des Saales aufschwang.
"Herr Professor..." sagte sie stattdessen.
Franz nickte zur Begrüßung kurz, während Marc neben ihn trat und seinen Blick durch den Raum schweifen ließ: Mehdi, Claire, diese komische verrückte Polizistin, die ihn angeschossen hatte und ihr Kollege, ein paar andere Männer die irgendeinen besonderen Rang hatten, die sie befähigten hier irgendetwas mitzumischen und Gretchen.
"Wie...wie geht es dem Kollegen?" fragte Monika vorsichtig und Marc spürte, wie alle Blicke auf ihm und dem Professor brannten. Franz sah ihn an und forderte ihn so zum sprechen auf. Marcs Mund war trocken. Reiß dich zusammen, Marc! Du hast sowas doch schon öfter gemacht! Er räusperte sich. "Es tut mir leid, aber ich muss Ihnen leider mitteilen, dass"
"Verdammt..." wurde Marc von Guiseppe unterbrochen.
"Ich kann immer noch nicht verstehen, wie das passieren konnte! Zum wie vielten Mal ist er ihnen jetzt schon erwischt?!" meldete sich einer der Männer zu Wort.
Monika senkte beschämt den Kopf. "Wir haben ihn unterschätzt..." murmelte sie unterwürfig.
"Setzten Sie sich doch..." bot Guiseppe Franz und Marc an.
"Gibt es denn schon irgendwelche Neuigkeiten..."
"Wir versuchen gerade den RTW zu orten, mit dem Frank Muffke und Gordon Tolkien geflohen sind..." sagte Monika.
"Das ergibt doch alles keinen Sinn..." mischte sich erneut Claire ein. "...wieso sollte Frank seine Flucht bis ins Detail planen, um dann einen so entscheidenden Fehler zu machen..."
"Wir haben keine andere Wahl..." meinte Guiseppe hilflos. "Wir müssen...jedem HInweis nachgehen..."
"Oder...wir warten einfach...mal ab..." murmelte Mehdi zögernd.
"Gute Idee, Mehdi..." sagte Marc sarkastisch. "Vielleicht ruft er uns ja an und gibt uns seine Koordinaten durch..."
Mehdi schaute Marc böse an, der zog nur amüsiert seine Augenbrauen hoch.
"...oder er legt uns ne Spur mit Brotkrumen wie bei Hensel und Gretel..." fuhr Marc fort.
"Ja Marc, Ich hab's kapiert..." meinte Mehdi genervt.
"Nur der macht das bestimmt mit toten Körpern..." warf plötzlich Amy ein.
"Frau Schmidt, Herr Meier!" wurden sie von Guiseppe ermahnt. "Das ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für Späße..."
"Das war auch mein ernst..." gab das Mädchen zurück.
"Wir sollten zuerst herausfinden, ob Gordon Tolkien ihm freiwillig geholfen hat und ob es noch weitere Komplizen gibt..." warf einer der Polizisten ein, um wieder zum Thema zurückzukehren.
"Der Aussage von Frau Schmidt ist es sehr wahrscheinlich... Es gab keine Anzeichen dafür, dass er gezwungen wurde..."
"Aber Gordon hatte doch gar keinen Kontakt mit Frank, während er im Krankenhaus war, ihr anderer Kollege kann das sicher bestätigen..." mischte sich Franz ein.
"Das stimmt auch..." meinte Monika. "Laut Protokoll war nur Frau Haase regelmäßig dort..."
"Ich war es aber nicht!" warf sofort Gretchen ein.
"Das würde sich auch mit Frau Calvos Aussage decken..." sprach Guiseppe weiter.
"Sonst noch dort waren die verschiedenen Ärzte, die wir noch überprüfen werden... Frau Calvo und eine Frau Kragenow..."
Marc wurde sofort hellhörig und auch Mehdi, Claire und Gretchen rissen die Augen auf.
"Gabi Kragenow? Nein..." sagte Claire.
"Sie kennen sich?" fragte Monika sofort.
"Das tun wir alle...leider..." sagte Marc verachtend.
"Frau Kragenow hat hier gearbeitet...als Schwester..." klärte sie Franz auf. "Sie ging vor wenigen Monaten nach Afrika..."
"Und jetzt ist sie wieder da..." murmelte Guiseppe misstrauisch und auch die anderen Polizsiten tuschelten und machten sich Notitzen.
"Ich...ich hatte Geburtstag! Deshalb kam sie zurück..." versuchte Claire Gabi zu verteidigen.
"Also wenn sie mich fragen, der ist alles zuzutrauen! Alles! Die geht auch über Leichen..." fiel Marc Claire in den Rücken. Wieso sollte er Gabi verteidigen? Sie wollte ihm das Leben zur Hölle machen! Jetzt war er an der Reihe...
"Halt die Klappe, Marc! Was sollte Gabi bei Frank wollen? Wieso sollte sie ihm helfen zu fliehen? Das würde sie nicht machen! Wir sind... Freundinnen..." fauchte Claire quer durch den Raum.
Marc stieß verachtend die Luft aus. "Du weißt ganz genau, wozu sie in der Lage ist!" gab er laut zurück.
Claire sah ihn entgeistert an und fuhr sich hilflos durch die Haare.
"Nein..." japste sie. "Die...Die beiden kannten sich doch gar nicht!!"
"Sicher?" gab Marc zurück und er ertappte Claire dabei, wie sie kurz zögerte.
"Sie kannten sich nicht..." konnte sie nur schwach wiederholen.
"Jeder in diesem Raum, der sie annähernd kennt, kann bestätigen, was für eine hinterlistiges Miststück sie ist..." verkündete Marc und erhoffte sich wohl Zustimmung, doch alle Schwiegen.
"Wir sollten Frau Kragenow so schnell wie möglich überprüfen..." mischte sich einer der Polizisten ein.
"Nein, Nein...Das muss ein Missverständnis sein! Glauben Sie mir!" sagte Claire.
"Beruhigen Sie sich..." sagte Guiseppe. "Wir werden schon herausfinden, was es damit auf sich hat!"
Plötzlich schwang die Türe auf und alle Köpfe drehten sich in ein und dieselbe Richtung.
"Wir wissen, wer den Kollegen narkotisiert hat!" verkündete der ältere Herr.
Marc schaute gespannt zu dem Polizisten. Ob Gabi wirklich dahinter steckte? Es schien, als würde alle die Luft anhalten. Hätten jetzt die ganzen Spekulationen ein Ende? Hätte man jetzt endlich Klarheit?
"Sabine Vögler!" rief er aus. Und während die Polizisten wieder wild tuschelten und irgendetwas notierten, wechselte Marc einen kurzen Blick mit seinen Freunden wechselte und fing an zu lachen."Ihnen muss da ein Fehler unterlaufen sein..."

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Kälbchen1 Offline

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18.12.2013 16:25
#144 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Hallöö! Da bin ich wieder !

"Denkst du wirklich, dass Gabi etwas damit zutun haben könnte?"
"Wie oft denn noch, Claire?! Sie ist ein mieses, verlogenes, hinterhältiges, falsches..." versuchte Marc jetzt, als keine Polizisten mehr im Raum waren, seinem ärger Luft zu machen.
"Wie oft denn noch, Marc..." fiel ihm Claire ins Wort. "Dich hab ich nicht gefragt!" sagte sie.
"Du würdest also wirklich deine Hand für sie ins Feuer legen?!" fragte er und bekam keine Antwort. "Wer soll es sonst gewesen sein? Sabine vielleicht?" fügte er hinzu.
Mehdi räusperte sich. "Ich kann es allgemein nicht glauben, dass überhaupt irgendjemand aus dem Krankenhaus etwas damit zutun haben könnte..." mischte sich Mehdi ein, um Claires Frage zu beantworten, ohne sich für oder gegen Gabi Kragenow auszusprechen.
"Das hab ich nicht gefragt..." gab sie zurück, da sie ihn durchschaut hatte und sah ihn an, aber er hielt ihrem Blick stand.
"Claire..." sagte er besänftigend.
"Du hast vorhin selbst gesagt, dass jeder etwas damit zutun haben könnte..." mischte sich Gretchen leise ein, da sie anscheinend angst hatte, vorwürfig zu klingen.
"Aber...sie hatte doch nie etwas mit ihm zutun..." versuchte sich Claire zu verteidigen. "Wir sind Freundinnen...Das hätte sie mir doch erzählt..."
"Weißt du, manchmal behalten Freunde einfach...das ein oder andere Detail...für sich..." sagte Mehdi und schaute Marc unterstellend an. Déjà vu... Marc zog eine Augenbraue hoch und hielt seinem Blick stand.
"...auch wenn sie einen damit ziemlich tief in die Scheiße reiten..." redete Mehdi weiter.
Marc rollte mit den Augen. "Boah Mehdi...jetzt mach nicht so'n Aufriss..." sagte er genervt. "Das mit Anna ist schon...Ewigkeiten her!" fügte er Nachdrücklich hinzu.
"Ach ja?! Dann sag das mal den Zuhälter die immer noch hinter mir her sind!" gab Mehdi zurück.
"Ich kann doch nichts für die Scheiße, die deine Ex baut..."
"Du hast mich ne Nutte heiraten lassen, Marc!"
"Ich hab dich gewarnt..."
"Es wäre ausgesprochen praktisch gewesen, wenn du dich etwas deutlicher ausgedrückt hättest!"
"Ist des Kind jetzt eigentlich von dir?"
"Marc!" mischte sich Gretchen streng ein.
"Pass auf was du sagst!" sagte Mehdi.
"Das war doch nur ne ganz normale Frage.." sagte Marc unschuldig.
"Sollen wir vor dir Türe?"
Marc lachte. "Weißt du was das letzte mal passiert ist, als wir "vor die Türe" gegangen sind?"
"Aufhören!" sagte Claire streng. "Sofort! Das ist ja nicht zum aushalten..."
"Ich gehe..." sagte Marc und stand auf.
"Dich hat eigentlich auch niemand gebeten zu bleiben..." sagte Mehdi nebenbei.
Marc ignorierte ihn und verließ den Raum.
"Arsch!" fügte Mehdi murmelnd hinzu, als Marc weg war.
"Mehdi!" sagte Gretchen streng.
"Marc hat mich provoziert!aber war ja klar, dass du ihn verteidigst..." murmelte Mehdi.
"Ich verteidige ihn doch gar nicht! Ich meinte doch nur"
"Lass gut sein, Gretchen..." winkte Mehdi ab und kreuzte die Arme vor der Brust.
Gretchen sog die Luft ein. "Bist du jetzt beleidigt oder wie?" schnaubte sie verärgert. "Jetzt hör mir mal gut zu, mein Lieber! Du hast gar kein Recht auf mich sauer zu sein!" stellte Gretchen klar.
"Du aber auf mich oder wie darf ich das verstehen?" gab Mehdi zurück.
"Ja!" sagte Gretchen.
"Können wir das nicht irgendwann anders klären?" mischte sich Claire ein.
"Nein!" sagte Gretchen bestimmt und erhob sich. "Du bist an dem was passiert, nicht ganz unschuldig!" machte Gretchen ihrem Ärger Luft.
"Bitte was?" gab Mehdi zurück. Auch Claire schaute sie irritiert an. "Gretchen..." meinte sie beruhigend.
"Du bist schuld, dass Marc und ich uns getrennt haben! Vielleicht...vielleicht wäre alles ganz anders gekommen!"
Mehdi öffnete den Mund um etwas zu sagen, jedoch fiel ihm nichts ein.
Gretchens Augen füllten sich derweil mit Tränen. "Und...und jetzt ist alles nur Scheiße..." schluchzte sie, dann presste sie sich die Hand vor den Mund und wurde erneut von einem Schluchzer geschüttelt.
"Glaubst du ich wollte, dass alles so kommt?" fragte Mehdi hilflos zurück, aber Gretchen machte einige Schritte Rückwärts.
"Ich muss an die frische Luft..." japste sie, dann drehte sie sich um und verließ schnell den Raum.
Mehdi presste die Lippen zusammen. Er hatte keine Verteidigung...weil es wahrscheinlich auch keine gab...Er versuchte das schlechte Gewissen niederzukämpfen, dass ihn ihm aufstieg und er sah Claire an.
"Was?" frage sie gereizt. "Willst du jetzt, dass ich das Gegenteil behaupte?"
"Bitte? Ich...ich" stotterte er überfordert. "Wieso bist du denn jetzt so angepisst?!" gab er dann wütend zurück. Sie hatte keinen Grund sauer auf ihn zu sein...er hatte sich legedendlich ein paar aufbauende Worte gewünscht.."Du hast mir gar keine Vorwürfe zu machen!"
"Weißt du" setzte sie wütend an. "Ich dachte, wir setzten uns hier zusammen, um irgendwie weiterzukomme...irgendeinen Anhaltspunkt zu finden... Wer kennt Frank besser als wir?!" sagte sie, wartete aber keine Antwort ab. "Und was ist jetzt? Alle sind weg...Nur weil ihr es nicht schafft, 2 Sätze miteinander zu reden, ohne sich gegenseitig zu verletzen oder zu provozieren..."
"Und jetzt gibst du mir die Schuld oder was?" gab Mehdi laut zurück.
"Das hab ich mit keinem Wort gesagt!" stellte sie klar.
"Wieso erzählst mir dann das?"
"Weil sonst niemand mehr DA IST!" sagte sie laut, dann nahm sie ihre Jacke vom Stuhl. "Ich gehe..."
"Ganz toll, Claire...Zuerst regst du dich auf, dass alle gehen und dann verschwindest du selber..." warf er ihr vor.
"ich glaub nicht, dass wir hier noch eine Lösung finden..." gab sie trocken zurück.
"...von mir aus können wir uns schön hier hin setzen und darüber reden..." sagte Mehdi trotzig. "...an mir liegt es nicht! Du machst es dir extrem einfach, meine Liebe!" Sie ignorierte ihn und ging zur Tür. "Aber anderen die Schuld an allem zu geben ist ja bekanntlich" er unterbrach sich selbst. "BLEIB STEHEN WENN ICH MIT DIR REDE!" rief er ihr hinterher, jedoch war sie schon durch die Türe gegangen.
Mehdi fuhr sich durch die Haare, dann trat er wütend gegen seinen Stuhl. "MANN!"
"Dr. Kaan...warum demolieren sie Krankenhauseigentum?" meldete sich auf einmal eine unsichere Stimme.
Mehdi drehte sich um und sah den Pathologen an, der im Türrahmen stand. "Ach..." er winkte ab.
"Kann ich reinkommen?"
"Bitte..." sagte Mehdi mit einer einladenden Handbewegung. "Haben Sie etwas von Sabine gehört?"
"Das wollte ich eigentlich Sie fragen..." gab Günni zu. "Von den Polizisten will mir niemand was sagen, ich bin vollkommen verzweifelt, Sabine würde so etwas nie tun, Sie kennen sie doch auch, Heute Morgen war doch noch alles gut, ich weiß nicht was ich tun soll, wenn sie ins Gefängnis kommt dann"
"Ganz ruhig!" stoppte Mehdi den völlig aufgelösten Dr. Gummersbach.
"Sagen Sie mir was ich tun soll, Dr. Kaan..." flehte er.
"Also...zuerst sollten Sie sich beruhigen...atmen sie tief durch!"
Günni sog die Luft tief ein und blies sie wieder aus.
"Besser?" fragte Mehdi.
Günni verweilte in seiner Position und schien auf die Eintretende Wirkung zu warten.
"Nein..." jammerte er und fing an unruhig auf und ab zu gehen. "Sie müssen mir helfen! Es muss doch irgendetwas geben, was wir für sie tun können! Sie haben hier bestimmt mehr zu sagen als ich..."
"Also wie es im Moment aussieht...bin ich eher der Arsch vom Dienst..."
Günni sank in sich zusammen. "Ich würde ihr so gerne helfen..."
"Sie helfen ihr genug, wenn sie nachher für sie da sind!" versuchte ihn Mehdi aufzubauen.
Plötzlich quetschte sich jemand ungelenk durch die Tür.
"Wo sind Gretchen, Marc und Claire hin?" fragte der Professor, der 2 Kaffeebecher in der Hand hatte und weitere 3 an seinen Körper presste.
"Die...mussten gehen..." log Mehdi.
"Jetzt habe ich extra Kaffee für alle geholt..." sagte er bedauernd und schaute in die Runde, dann zuckte er mit den Achseln und drückte Mehdi und Günni einen Becher in die Hand.
"Das ist keine so gute Idee..." flüsterte Mehdi Günni zu und nahm ihm den Becher ab, während der Professor damit beschäftigt war, die restlichen Kaffeebecher auf dem Konferenztisch abzustellen. Mit Koffein im Blut würde Günni noch komplett am Rad drehen.
"Ich muss dann auch los...Man sieht sich..." versuchte sich Mehdi so schnell wie möglich zu verdrücken.
"Könnten Sie dann nochmal auf der Gyn vorbeischauen?"
"Natürlich..." sagte Mehdi, dann ging er durch die Türe. Er beschloss, die Treppe zu nehmen und ihm stieg Zigarettengestank in die Nase, noch bevor er Marc sah, der ein Fenster geöffnet hatte und dort hinausrauchte. Mehdi verlangsamte seinen Schritt und blieb neben ihm stehen. Sein Freund drehte sich um und blies ihm den stinkenden Rauch ins Gesicht.
"Sitzung beendet?" fragte er verachtend.
"Ich hab dir Kaffee mitgebracht..." log er ungerührt.
"Wie nett..." murmelte Marc, schnippte jedoch seinen Zigarettenstengel aus dem Fenster und nahm den Becher entgegen.
Er trank einen Schluck und schaute Mehdi an, der ihn erwartungsvoll anstarrte.
"Was?!" fragte Marc.
"Möchtest du dich vielleicht...ich weiß nicht...entschuldigen oder so?"
"Ich kann nichts dafür, wenn du dich so leicht provozieren lässt..." gab Marc trocken zurück.
"Dann tut es mir sehr, sehr leid, Marc...ich hoffe du kannst mir verzeihen..." sagte Mehdi theatralisch.
"Jetzt mach nicht so'n Aufriss..." sagte Marc. "War doch nur...spass..." fügte Marc murmelnd hinzu und nahm einen Schluck Kaffee.
Mehdi sog die Luft ein. "...das lass ich mal als Entschuldigung gelten..." murmelte er.
"Und du hast die anderen allein gelassen, nur um das von mir zu hören?" fragte Marc.
"Um ehrlich zu sein..." setzte Mehdi an. "Kurz nachdem zu gegangen bist...ist Gretchen heulend rausgerannt und Claire war danach so angepisst, dass sie verschwunden ist...und dann ist Dr. Gummersbach und der Professor aufgetaucht...und dann bin ich gegangen..."
"Gretchen hat...geweint?" versuchte er nebenbei zu fragen. "Wieso?"
Mehdi sah schnell auf seine Armbanduhr. "Ich..muss noch in die Gyn...Wir reden nachher weiter, okay?"
"Hast du was damit zu tun?" hakte Marc nach.
"Ich erzähl's dir später!" versprach Mehdi, obwohl er inständig hoffte, dass er sich nicht mehr rechtfertigen musste. Er drehte sich um und ging.
"Mehdi!" rief ihm Marc noch nach, aber Mehdi lief weiter. Er hatte wirklich keine Lust sich noch einmal mit ihm auseinander zu setzen.
Erleichtert schloss er die Tür, als er in seinem Büro angekommen war. Doch als er sich umdrehte, erkannte er, dass er nicht alleine war.
"Was machen Sie denn hier?"

Ich wollte euch nur noch frohe und besinnliche Weihnachten wünschen (Auch wenn es erst in ein paar Tagen soweit ist)! Und natürlich nen guten Rutsch ins neue Jahr ! Bleibt alle gesund!
Viele liebe Grüße

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Kälbchen1 Offline

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31.12.2013 20:23
#145 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Halloo...ich bins nochmal!
Ein kleiner Teil heute noch, ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler und sonstiges hatte leider heute nicht soviel Zeit!
Einen Guten Rutsch euch allen! Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr wieder!


"Ich...also..." stotterte Gabi Kragenow.
"Wie sind sie überhaupt hier rein gekommen?" fragte Mehdi weiter. "Die Polizei sucht Sie!"
"Die Polizei?...wieso denn das?" fragte Gabi. Mehdi beobachtete sie genau! Er würde schon herrausbekommen, ob sie damit etwas zu tun hatte...
"Frank ist verschwunden..." erklärte er ihr, obwohl es ihm wahrscheinlich nicht erlaubt war.
"Frank?" fragte sie geschockt. "Wie konnte denn das passieren?"
"Jemand hat ihm geholfen..." sprach er weiter.
"Geholfen? Tatsächlich? Wer macht den sowas..." murmelte Gabi und versuchte sich vom Schreibtisch zu entfernen.
"Ich weiß auch nicht..." sagte Mehdi gleichgültig.
Sie sahen sich eine weile lang an.
"Wieso haben sie Frank besucht?" fragte er dann gerade heraus.
"Wir waren damals sowas wie...gute Bekannte..." erklärte Gabi.
"Davon weiß aber niemand etwas..." sagte Mehdi ohne vorwürfig zu klingen.
"Tut mir leid, dass ich es nicht gleich meinem besten Freund Marc Meier erzählt habe..." gab sie trocken zurück.
"Und Claire?"
"Ich hielt es für überflüssig..." meinte sie kurz.
"Verstehe..."
"Wenn Sie mich entschuldigen würden... Ich gehe jetzt meine Unschuld beweisen..." meinte sie entschlossen.
"Sie haben mir immer noch nicht gesagt, was Sie hier wollten..."
"Ich..ich habe Claire gesucht..." sagte sie. "Ich möchte mich verabschieden...Ich fliege heute Abend wieder zurück nach Afrika..."
"Ach..." sagte er überrascht. "Schade..." murmele er. Mehdi mochte Abschiede nicht sonderlich. Nie wusste man, wann oder ob man denjenigen wiedersehen würde. Der Gedanke daran, dass sie jedoch mit Frank unter einer Decke stecken könnte, hinderte ihn daran noch sentimentaler zu werden.
"Und das war schon von Anfang an so geplant!" sagte sie, als hätte sie seine Gedanken gelesen. "Ich habe nichts damit zu tun!"
"Habe ich das behauptet?"
"Machen Sie's gut Dr. Kaan..." verabschiedete sie sich und wollte gehen, jedoch hielt Mehdi sie am Arm fest.
"Was soll das??" fragte sie aufgebracht.
"Hören Sie mir zu!" forderte er. "Wenn Sie doch irgendetwas damit zu tun haben, sollten Sie sie so schnell wie möglich damit herausrücken!"
"Sind Sie verrückt!? Lassen Sie mich los!" sagte sie schroff und entriss ihm ihren Arm.
"Ich lege Ihnen das nur ans Herzen, weil Sie mir nicht komplett egal sind!" rechtfertigte er sich und hoffte, sich dadurch Gehör zu verschaffen.
"Sie sind doch nicht ganz richtig im Kopf!"
"Verstehen Sie nicht? Wir müssen verhindern, dass unschuldige verletzt werden!"´
"Ich habe nichts damit zutun! Ich bin unschuldig! Hören Sie! UNSCHULDIG! LASSEN SIE MICH IN RUHE!" schrie sie fast. Sie schaute Mehdi ängstlich an, als sie merkte, dass sie zu laut geworden war. Sie atmete schwer, als sie sich von ihm abwendete.
"Sie sind nicht mein Vater!" fügte sie leise hinzu und öffnete die Türe.
"Doch...heute schon..." sagte er sanft, doch sie trat hinaus, ohne sich noch einmal umzudrehen.


"Da wären wir...Sind Sie jetzt allein zuhause?"
"Ähm...wahrscheinlich schon...aber meine Tante wird bald nachhause kommen..." stotterte Claire und musterte kritisch durch das getönte Fenster des Polizeiwagens das große Bauernhaus.
"Kommt Ihnen irgendetwas verdächtig vor?" fragte einer der Polizisten.
"Nein, Nein... es ist nur..." setzte sie an, aber sprach nicht zu Ende.
"Soll ich Sie nach oben begleiten?" bot der andere Polizist an.
Claire überlegte. Das letzte Mal, als ihr Cedrik das angeboten hatte, hätte sie es im Nachhinein lieber angenommen. Jetzt wollte sie es nicht schon wieder bereuen. "Das...das wäre sehr nett..." sagte sie zögernd.
Die Polizisten nickten sich zu und der Beifahrer stieg aus, um Claire die Türe zu öffnen.
"Dankeschön..." sagte Claire höflich, obwohl Wut an ihr nagte. Die Polizisten hielten sie wohl für übertrieben ängstlich und schizophren. Sie glaubten doch selbst nicht, dass Frank hier war, sonst hätten sie sie zu zweit begleitet. Keiner wollte ihre Angst verstehen! Und das machte sie wütend... aber nicht nur auf die anderen, sondern vor allem auf sich selbst...und Frank natürlich. Am liebsten hätte sie den Polizisten gleich an der Haustür zurück geschickt, jedoch ließ sie sich geduldig bis in ihre Wohnung begleiten.
"Sehen Sie, alles In Ordnung..." meinte der Polizist mit Genugtuung.
Was dachten Sie denn? Dass er hier auf dem Sofa auf uns wartet? hätte sie ihm am liebsten an den Kopf geworfen. Frank konnte sich genau so gut irgendwo versteckt haben. Vielleicht nicht in der Wohnung, aber auf dem Hof... oder vielleicht wartete er irgendwo, bis die Polizisten weg und sie ganz allein in dem Haus war. Aber sie sprach es alles nicht aus...
"Sie müssen sich wirklich keine Sorgen machen..." meinte der Polizist ruhig. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Frank Muffke noch in Deutschland aufhält, ist sehr gering..."
"Sie haben doch keine Ahnung..." machte Claire ihrem Ärger Luft, blieb aber ruhig. "Sie konnten ihn noch nicht mal orten..."
"...weil er wahrscheinlich irgendwie das Signal gestört hat..." fügte er hinzu.
"Wieso bekomme ich keinen Polizeischutz?"
"Sie müssen wirklich keine Angst haben! Und wenn Ihnen irgendetwas verdächtig vorkommt, können sie immer Anrufen! Wir sind schneller da, als sie 'Frank Muffke' sagen können..." scherzte er.
Der Scherz misslang: "Ich hoffe, dass ist schnell genug..." gab sie finster zurück. "Sie wissen wo die Türe ist?"
"Natürlich..." sagte der Polizist höflich. "Gute Nacht, Frau Calvo..."
"Gute Nacht..." sagte sie und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen, als sie die Tür zuschlagen hörte. Sie musste sich irgendwie ablenken... Im TV würde jedoch in jedem Sender Franks Fluch ausgestrahlt werden, darauf hatte sie wirklich keine Lust... Auf dem Esstisch entdeckte sie einen Stapel Briefe. Sie ging alle durch, während sie das Polizeiauto vom Hof fahren hörte. Plötzlich entdeckte sie zwischen den Umschlägen einen losen, zusammengefalteten Zettel, den sie irritiert auseinander faltete.

Liebe Claire, Las sie unbeeindruckt.

Ich hoffe, du magst Überraschungen, denn ich liebe es, Menschen zu überraschen.
Euch zum Beispiel, Euch habe ich heute sehr überrascht!
Zu Gerne hätte ich eure Gesichter gesehen!
Aber ich bin mir sicher, ich werde dein Gesicht sehen, wenn du das nächste Mal überrascht wirst!

Frank


Sie musste die Zeilen noch einmal lesen, um zu begreifen. Es war, als würde er es ihr ins Ohr flüstern Ich liebe es, Menschen zu überraschen...
Claire sprang auf und sprintete in die Küche. Sie riss wild alle Schubladen auf, weil in ihrem Kopf ein riesiges durcheinander herrschte und sie vergessen hatte, wo was verstaut war. Immer wieder schossen ihr Franks Sätze durch den Kopf. Dein Gesicht ... Wenn du das nächste Mal überrascht wirst... Ich liebe es Menschen zu überraschen...
Das sie das größte Fleischmesser, das sie besaß, gefunden hatte, beruhigte sie kein bisschen.
"FRANK!" schrie sie schrill in die leere Wohnung. "ICH WEISS, DASS DU HIER BIST!" bluffte sie. Nichts rührte sich. Sie versicherte sich, das sie ihr Handy dabei hatte, dann atmete sie tief durch, rannte durch die Wohnung, die Treppe hinunter, riss den Schlüssel des Jeeps ihrer Tante vom Schlüsselbrett und rannte hinaus. Das Messer hatte sie immer noch fest in der Hand. Sie erwartet jede Sekund, überwältigt zu werden. Aber sie würde zustechen. Sie war Ärztin. Sie wusste wohin. Auch wenn Frank eine Pistole hatte. Sie würde zustechen. Sie schloss den Jeep auf und setzte sich ans Steuer. Das Auto sprang sofort an. Sie parkte aus und fuhr vom Hof. Immer wieder sah sie in den Rückspiegel. Der Hof entfernte sich und vor ihr kam eine Abzweigung. Sie wusste wohin sie führte. Früher war sie oft dort geritten, aber sie musste die positiven Erinnerungen verbannen, um sich zu konzentrieren. Vielleicht konnte sie mit dieser Abkürzung das Polizeiauto einholen. Oder war sie im Wald Frank noch ausgelieferter? Sie bog jedoch ohne zu zögern auf den Waldweg ab und gab Gas. Sie legte das Messer weg, um ihr Handy aus der Tasche zu ziehen und die Nummer der Polizei zu wählen.
Sie hielt sich das Handy ans Ohr und dankte innerlich Gott oder irgendeiner anderen höheren Macht, dass sie ihren Renault Twingo am Krankenhaus stehen gelassen hatte und ihre Tante wohl mit dem Taxi fortgegangen war... oder hatte sie Frank...? Nein, dass durfte sie nicht denken!
"HALLO? Hier ist Claire Calvo!" sagte sie, als sich am anderen Ende jemand meldete. "Sie müssen mir helfen!" forderte sie, während der Jeep mit Leichtigkeit über den Waldweg raste. Immer wieder schielte sie zwischen Rückspiegel und dem Waldweg, der vor ihr lag hin und her.
"Ich habe eine Nachricht von Franke Muffke erhalten!" erklärte sie. "Nein, hören Sie mir zu!" hielt sie dagegen, als die Frau am anderen Ende sie beruhigen wollte. "Ich glaube, ich werde verfolgt. Helfen Sie mir!!... Ich bin hier irgendwo im Wald! Ich"
Plötzlich lag vor ihr etwas auf der Straße. Die Scheinwerfer ließen es weiß erstrahlen. Das war kein Tier! Claire war verwirrt, geschockt und verängstigt. Zum Bremsen war es zu spät. Sie ließ das Handy fallen, riss das Lenkrad herum und trat sofort auf die Bremse. Geschockt starrte sie auf den Baum, der wenige Zentimeter vor ihr stand. Sie legte den Rückwärtsgang ein und drehte ihr Auto um. Das Auto schob sich zurück auf den Waldweg und beleuchtete nun das etwas auf dem Weg. Es war ein Mensch. Ein ziemlich nackter noch dazu. War das eine Falle? Sie suchte nach dem Handy, dass zwischen die Vordersitze gefallen war.
"Sind sie noch dran? Ich habe einen Menschen auf dem Waldweg gefunden..." sagte sie, als sie sich das Handy ans Ohr gepresst hatte. "Ich weiß nicht, wo ich genau bin! Ein Waldweg nah der Hauptstraße!" Die Frau am Telefon versuchte sie wieder zu beruhigen und meinte, sie solle sitzenbleiben. Mit der Frau am Telefon blieb sie also im Auto sitzen. Sie redete immer weiter, um sie zu beruhigen, aber Claire hörte gar nicht zu. Sie schloss das Auto von innen und suchte den Wald nach etwas verdächtigem ab. Ich liebe es, Menschen zu überraschen! hörte sie wieder und sie musste sich zusammenreißen, nicht einfach loszufahren. Plötzlich bewegte sich der Mensch auf der Straße und blinzelte schwach ins Scheinwerferlicht.
Sie entriegelte ihr Auto, legte das Handy weg und nahm das Messer an sich. Sie checkte im Rückspiegel und in den Seitenspiegeln die Lage um das Auto herum. Dann riss sie die Türe auf und rannte zu dem Körper.
"Gordon!" sagte sie und riss ihm den Panzerklebebandstreifen vom Mund. "Ist das eine Falle? Ist Frank hier irgendwo??"
"I-ich...sehe...ein Licht..." murmelte Gordon verwirrt. "Bin ich ... tot?"
"Noch nicht... Wo ist Frank?!"
"K-keine Ahnung...wo bin...ich...?"

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Kälbchen1 Offline

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27.02.2014 18:27
#146 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Hallooo...
ja, mich gibts noch...
Dieses Mal ist es ein längerer Teil geworden, weshalb es jetzt auch ein bisschen (oder viel) länger gedauert hat... Der Plan war eigentlich, in nächster Zeit nur noch kürzere Teile zu posten, dass mal wieder regelmäßig etwas von mir kommen kann, aber diesen Teil wollte ich nirgends trennen.
Tut mir echt leid Ich tu mein bestes, um noch regelmäßig im Forum aktiv zu sein, aber ich schaffe es zeittechnisch leider nicht mehr...Ich hoffe ihr könnt mich ein bisschen verstehen... ich weiß im Moment einfach nicht wo meine Zeit hinrennt...
Viele Liebe Grüße, eure Emma


"Hat er schon etwas gesagt?"
"Nein...er ist sehr...verwirrt..." antwortete Claire leise dem Polizisten und schaute auf die Rückbank, wo der leichtbekleidete Gordon lag und die Augen geschlossen hatte.
"Es tut mir leid, wenn ich Sie vorhin nicht ernst genommen habe..." sagte plötzlich der Beamte.
"Schon in Ordnung..." murmelte Claire. "Sie wollten mich beruhigen..." fügte sie hinzu und schaute in den Rückspiegel, in dem sie die Scheinwerfer ihres Jeeps sah, der von dem zweiten Polizist gefahren wurde.
"Glauben Sie, dass Frank vorhin wirklich hinter Ihnen her war?"
"Ich...ich weiß es nicht...Ich kann das nicht einschätzen...Ich hatte Angst, vielleicht habe ich mich getäuscht..." erklärte sie leichtfertig, obwohl ihr der Gedanke daran immernoch einen Schauer über den Rücken jagte.
"Sie müssen nachher noch eine Aussage machen..."
"Natürlich..." antwortete Claire und versuchte sicher zu klingen. Sie schwiegen kurz.
"Das Jeremias Krankenhaus liegt zwar näher... Aber unter den gegebenen Umständen, würde ich vorschlagen, wir fahren zum Elisabeth Krankenhaus..." erklärte er, jedoch lag ein fragender Unterton in seiner Stimme.
"Ich konnte keine Verletzungen erkennen, die lebensgefährlich wären..." sagte Claire. Wieder sagte keiner der beiden was, bis sie vor der Notaufnahme standen.
"So schnell sieht man sich wieder..." begrüßte Marc Claire, der mit ein paar jungen Assis dort wartete.
"Marc, du hier? Schiebst du etwa Doppelschichten?" gab Claire zurück. Versuchte sich Marc etwa abzulenken...? Wegen Gretchen? Sie konnte sich nicht vorstellen, was sonst mit ihm sein sollte...
"Der sieht aber nicht aus wie ein Notfall... Wieso parkt ihr die Notaufnahme zu?" fuhr Marc sie an, ohne auf ihre Frage einzugehen und wies die angehenden Ärzte an, Gordon auf die Bare zu legen.
"Gordon hat nur eine Unterhose an... Soll ich ihn so durch das ganze Krankenhaus tragen? Vorbei an Kollegen, Patienten"
"Ich bin gespannt, wie viel dich noch sein Ansehen interessiert, nachdem sich herausgestellt hat, dass er mit Frank unter einer Steckt!" unterbrach sie Marc und grinste selbstgerecht. "Und jetzt schaut zu, dass das Auto hier wegkommt!" sagte Marc laut und sprach wohl die Polizisten an. Einer ging zurück uns Auto und fuhr auf die Besucherparkplätze vor dem Krankenhaus, der andere begleitete Gordon und die Ärzte in das Gebäude.
"Ich geh Gretchen anrufen..." verkündete Claire Marc, bevor sie ebenfalls das Gebäude betraten. "Soll ich ihr irgendetwas von dir ausrichten? Vielleicht sowas wie: Es tut mir leid, dass ich so ein Arschloch war... Bitte verzeih mir! Ich liebe"
"HALT den Rand!" setzte er laut an.
"Wieso bist du denn so empfindlich?" fragte Clair unschuldig.
"Ich bin soo froh, wenn ich hier weg bin..." sagte Marc und grinste. "Dann muss ich keinen von euch mehr sehen... Das wird toll!" schwelgte Marc. "Und jetzt entschuldige mich, ich muss arbeiten..."
"Du solltest lieber schlafen, du siehst echt scheiße aus...MÜDE! Ich meinte müde..." fügte sie brav hinzu, als Marc sie böse anschaute.
"Du kannst mich mal..." meinte er genervt "Und jetzt geh jemand anders nerven...Ich muss arbeiten..." wiederholte er, wandte sich von ihr ab und ging.
"Du kannst sie nicht aus deinem Leben löschen..." sagte Claire, aber Marc tat so, als hätte er es nicht gehört und lief einfach weiter. "DENK MAL DARÜBER NACH!" rief sie im hinterher und wandte sich zufrieden ab. Natürlich hatte er sie gehört...
Aber jetzt wurde sie von einem mulmigen Gefühl überwältigt: Was, wenn Gretchen schon etwas passiert war? Wieso sollte Frank zu ihr kommen, aber nicht zu seiner großen Liebe? Wenn er Gretchen keine Nachricht hinterlassen hatte, würde er wohl tatsächlich wieder zurückkommen...

"Sabine!" sagte Gabi überrascht, als die Schwester ins Schwesternzimmer kam und sie sie dabei ertappte, wie sie sich ein Schokocroissant aus dem Brotkörbchen nahm.
"Hallo Gabi..." sagte Sabine finster, ohne sie anzuschauen.
"Alles in Ordnung?" fragte Gabi vorsichtig.
"Nein..." zischte Sabine und sah sie zum ersten Mal an. Gabi sah sie erschrocken an. Ihr Gesicht zeigte nicht die gewohnte fröhliche, helle und naive Art, sondern war düster und zeigte, dass sie viel geweint hatte, das wusste sie. "Sie denken, ich hätte etwas mit Franks verschwinden zu tun..." fügte sie hinzu.
"Sabine, du darfst das nicht persönlich nehmen..." meinte sie aufmunternd. "Von mir denken sie auch ich hätte etwas damit zu tun... Die Verdächtigen jetzt einfach alles und jeden...und jetzt habe ich nicht einmal meinen Flug zurück nach Afrika"
Wieder schaute sie Sabine böse an. "Du hast ihn besucht..." unterbrach sie sie vorwürfig. Sie hatte geglaubt, Gabi wäre ihre Freundin. Nach allem, was sie für sie getan hatte...
"Ich...also...das war...ein Mal...Ich wollte mich mit ihm unterhalten...Ist das verboten?"
"Natürlich nicht..." gab Sabine kühl zurück und wieder sah sie, wie Gabi sie irritiert anstarrte und sie nicht wieder zu erkennen schien.
"Sabine...bitte! Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, ich hätte etwas damit zutun?"
Die Krankenschwester antwortete nicht sofort. Sie überlegte, ob es richtig war, Gabi zu beschuldigen. Sie waren doch Freundinnen... Oder doch nicht? Was, wenn sie die Wahrheit sagte? Dann stand es ihr nicht zu, sie so gemein zu behandeln...vor allem als Freundin. Aber vielleicht log sie ja auch... Schließlich hatte sie sich schon so oft von ihrer biestigen, bösen Seite gezeigt, zum Beispiel, als sie den Herrn Doktor erpresst hatte. Sabine wusste nicht was sie tun sollte... Die letzten Stunden hatten ihr den letzten Nerv geraubt...Das alles war zu viel für sie gewesen!
"Das ist lächerlich! Einfach nur lächerlich!" gab Gabi zurück.
"Aber ich war es auch nicht!" sagte Sabine laut und schaute sie durchdringend an, während sie spürte, dass ihre Augen feucht wurden. "Und irgendjemand muss es gewesen sein!"
Gabi verstummte erschrocken "V-vielleicht weiß Gordon mehr...er wurde eingeliefert..." stotterte sie.
"Bitte versteh mich nicht falsch..." flehte Sabine, während ihr die Tränen hinunter liefen. "Ich will dich nicht verdächtigen... Wir sind doch Freundinnen! Aber ich weiß nicht was ich machen soll..."
Wieder schaute sich Gabi hilflos um, dann nahm sie zaghaft Sabine in den Arm.
"Mach dir keine Sorgen...alles wird gut!" murmelte sie, während sie Sabine über den Rücken Strich.
"Sabine! Kommst du?" fragte plötzlich Günni, der im Schwesternzimmer aufgetaucht war. "Geht es dir wieder schlechter?" fragte er erschrocken, als er sie weinen sah.
"Es geht schon..." murmelte Sabine, während sie sich aus Gabis Armen löste. Dann nahm sie ihre Jacke vom Stuhl, die sie dort vergessen hatte und eigentlich nur hatte holen wollen.
"Tschüss Gabi... Und vergiss dich nicht von mir zu verabschieden, wenn du fliegst!" verabschiedete sie sich.
"Klar, mach ich..." versicherte sie ihr. "Tschau..."
Kaum waren Sabine und Günni verschwunden, ließ sie sich in den Stuhl sinken.
"Gabi! Du bist hier?" rief Claire überrascht.
"Claire..." murmelte Gabi überrumpelt. "Ja, Ich..."
"Dann hast du bestimmt schon mit der Polizei geredet..." stellte Claire fest und schaute Gabi erwartungsvoll an. "Bitte erklär mir, was du bei Frank gemacht hast..."
"Wir haben uns unterhalten..." sagte sie. "Ganz normal...Das kann der Polizist, der da war, bezeugen... Wieso glauben alle, ich hätte damit etwas zutun?" fragte sie enttäuscht.
"Ich glaube nicht, dass du etwas damit zutun hast! Ich habe dich sogar vor den anderen verteidigt!" stellte sie klar. "Ich finde es nur komisch, dass du mir nie erzählt hast, dass du mit Frank befreundet warst..."
"Ich...also...befreundet ist vielleicht zu viel...wir waren gute Bekannte oder so...und...Ich meine...du hast ihn doch auch besucht und du fandest ihn scheiße..." verteidigte sich Gabi.
Claire nahm platz. "Aber ganz sicher nicht, um mit ihm 'nen Kaffeeklatsch zu veranstalten..." sagte sie und und atmete tief ein. "Ich...Ich habe ihm gesagt, dass er ein Problem mit mir bekommt, wenn ich herausgefunden habe, was er vor hat...Verstehst du? Ich habe ihm quasi gedroht..." sie brach ab.
"Und du glaubst, deshalb will er sich irgendwie an dir rächen? Das glaube ich nicht...Er wird schauen, dass er so schnell wie möglich Land gewinnt..." sagte Gabi und hoffte, Claire würde nicht an ihrer Aussage zweifeln. Aber sie schien über etwas nachzudenken.
"Könnte ich eigentlich heute Nacht bei dir schlafen?" wechselte Gabi schnell das Thema. "Ich wollte eigentlich heute zurück nach Afrika fliegen...Ich war auch hier, um mich von dir zu verabschieden...aber du warst nicht da...und dann musste ich zur Polizei...und jetzt soll ich da bleiben, bis sie ausschließen können, dass ich wirklich nichts damit zutun habe..."
"Hör zu..." sagte Claire plötzlich. "Frank hat mir einen Brief geschrieben...Ich glaube, dass er zurück kommt..." rückte sie endlich mit der Sprache heraus.
"Er hat was?" fragte Gabi geschockt. "Was hat er genau geschrieben?" wollte sie wissen.
"Er meinte etwas von: Er wird mein Gesicht sehen, wenn er mich das nächste mal überrascht..." erklärte sie. "Ich glaube, er kommt zurück... Gretchen hat keine Botschaft von ihm bekommen... Er würde doch nicht für immer verschwinden, ohne ihr etwas zukommen zu lassen...Es tut mir leid, Gabi, aber ich weiß nicht, wann ich wieder zu Hause schlafen werde...Heute Nacht schlafe ich bei Gretchen..."
"Das macht nichts...Ich finde schon was anderes..." murmelte Gabi unruhig. "Aber ich bin mir sicher, er wollte dir nur einen Schrecken einjagen...Er wird nicht zurückkommen!"
"Was macht dich da so sicher..." fragte Claire.
"Naja...also...Ich würde so handeln, wenn ich an seiner Stelle wäre..." meinte Gabi selbstverständlich. "Du nicht?"
"Ich weiß nicht..."
"Wo ist eigentlich Mehdi?" fragte Gabi plötzlich."Wohnt er wieder im Schwesternwohnheim?"
"Die Schwestern lieben ihn...Außer Schwester Stefanie...Aber die ist ja bekanntlich ein Fall für sich..." antwortete sie. "Warum?"
"Nur so..." antwortete Gabi, jedoch schien ihr Claire nicht ganz zu glauben.
"Sag schon..." forderte sie.
"Es hat mich nur interessiert..." antwortete sie kurz und ganz unerwartet kam ihr Gretchen Haase zu hilfe.
"Claire!" begrüßte sie ihre Cousine.
"Gretchen! Gut, dass du da bist!" sagte Claire, sprang auf und umarmte Gretchen.
"Ich...lass euch mal allein..." sagte Gabi schnell und stand auf.
"Tschüss Gabi... Wir sehen uns..."
"Klar..." sagte Gabi und lächelte ihr aufmunternd zu. "Und mach dir keine Sorgen..." ...Ich kümmer mich drum...
Sie verschwand und ging schnellen Schrittes zum Aufzug, fuhr ins Erdgeschoss und stürmte aus dem Krankenhaus. Sie rannte in Richtung Schwesternwohnheim. Sie fühlte sich verfolgt und drehte sich atmend immer wieder um. Als sie an der Pforte des Heims angekommen war, klingelte sie Sturm und kurz darauf tauchte die genervte Shhwester Stefanie auf.
"Gabi Kragenow..." murmelte sie missbilligend. "Was wollen sie um die Uhrzeit noch hier..."
"Ich muss mit Dr. Kaan sprechen..." sagte sie, obwohl sie sie am liebsten angezickt hätte.
"Das kann auch noch bis morgen warten..." sagte sie genervt und machte die Türe zu, jedoch war Gabi schneller und stellte ihren Fuß in die Tür.
"Ich will aber jetzt mit ihm reden!" sagte sie mit nachdruck.
Die Schwester rollte mit den Augen. "Ich gebe ihnen fünf Minuten!" sagte sie und öffnete die Türe. Gabi drückte sich an ihr vorbei ohne sich zu bedanken.
"Zimmer 21!" rief ihr Schwester Stefanie hinterher. Gabi wusste natürlich genau, wohin sie musste und stand kurz darauf vor der Türe. Sie kämpfte mit sich, aber sie wusste, dass das der einzige Weg war. Sie klopfte bestimmt. Ihr Herz raste und ihr war schlecht vor Aufregung.
"Herein!" kam es von drinnen und Gabi öffnete die Türe.
"Gabi..." sagte er überrascht. "Wollen sie wieder hier einziehen?" fragte er belustigt.
"Dr. Kaan...hören Sie mir zu! Aber bitte lassen Sie mich zuerst alles erklären..."
"Was ist denn los?" fragte er besorgt.
"Ich hab Scheiße gebaut...riesige Scheiße..." setzte sie an und konnte nicht verhindern, dass ihre Augen feucht wurden.
Mehdi legte den Kopf schief. "Nein..." flüsterte er. "Nein!" und seine Augen wurden groß. Er hatte es schon erraten, jedoch sprach Gabi weiter.
"Ich...Ich war's!" sagte sie und hoffte, dass die Last nun von ihr abfallen würde, die sie mit sich herumtrug, jedoch fühlte es sich alles nur viel schwerer an.
"Nein, Nein, Nein!" murmelte Mehdi wieder kopfschüttelnd. "Bitte sagen Sie nicht, dass"
"Ich hab Frank geholfen!" setzte sie nach.
"Scheiße!" sagte Mehdi laut und fuhr sich durchs Gesicht. "Ich...Sie müssen gehen...Ich will nichts davon wissen!" sagte er.
"Aber Sie haben doch heute gesagt..." setzt Gabi an. Wenn Mehdi ihr nicht helfen wollte, wer dann? Er war ihre erste und letzte Hoffnung gewesen.
"Aber...hätte nicht gedacht, dass Sie..." setzte er an. "Ich will nicht schon wieder mit drin stecken..." erklärte er, packte sie am Arm und schob sie wieder vor die Türe. "Es tut mir leid!" Dann schloss er sie. Gabi musste erst realisieren, dann glitt sie an der Tür hinunter und fing bitterlich an zu weinen. Wie konnte es soweit kommen? Sie wollte nicht, dass es so kommt... Sie hatte es schon am Anfang gewusst, aber verdrängt. Sie hatte doch keine Wahl gehabt! Hatte sie zu egoistisch gehandelt? Aber sie hatte doch auch ihren eigenen Arsch retten müssen... Sie hasste ihr Leben und sich selbst! Vielleicht sollte sie ihrem Leben einfach ein Ende setzen... Das wäre das beste für alle! So konnte sie nie wieder irgendjemand schaden... Außer Fritz würde sie niemand vermissen... Sabine und Claire würden ihr, wenn sie erführen, was sie getan hatte, auch nur den Tod wünschen. Müde rappelte sie sich auf und schlurfte von Heulkrämpfen geschüttelt Richtung Ausgang. Plötzlich öffnete sich hinter ihr eine Türe und Licht drang auf den dunklen Flur.
"Gabi!" rief Mehdi. "Ich kann Sie nicht alleine lassen!" fügte er leiser hinzu.
Sie drehte sich um und sah ihn an. Dann trottete sie zurück und warf sich an seine Brust, wo sie weiter weinte.
"Wir finden zusammen eine Lösung..." sagte er, wohl eher um sich selbst zu überzeugen, aber Gabi versuchte ihm zu glauben, während sie seine T-Shirt durchnässte.
"Ich...Ich wollte das nicht..." schluchzte sie nochmal. "Ich bin ein schrecklicher Mensch!"
"Sind Sie nicht..." meinte Mehdi beruhigend. "Aber Sie müssen mir erklären, wie das alles passieren konnte..."
"Ich muss wieder gehen... Schwester Stefanie hat mir nur 5 Minuten gegeben..." erklärte Gabi und löste sich von ihm.
"Wenn ich in den Kleiderschrank passe, passen Sie zweimal rein..."

"Schwanger? Das ist doch totaler Blödsinn..."
"Ich mein ja nur... Sie war total bleich im Gesicht..."
"Nur weil man bleich ist, heißt das nicht, dass man schwanger ist..." gab Claire zurück.
"Jaaa, ich weiß..." sagte Gretchen gedehnt. "Aber als ich sie darauf angesprochen habe, wurde sie total abweisend und verkrampft...und sie hat alles auf den Kreislauf geschoben..."
"Dann wird's wohl das gewesen sein... Zwischen Afrika und Deutschland besteht ein großer Unterschied...Klima und so..."
"Und wieso wollte sie jetzt unbedingt Mehdi aufsuchen?"
"Sie wollte nur wissen wo er ist..." gab Claire zurück. "Hör zu Gretchen! Nur weil man bleich ist, ist man nicht gleich schwanger...ebenfalls wenn man abstreitet, dass es einem nicht gut geht... Du bist nicht gerade ihre beste Freundin, sie muss dir nicht alles erzählen! Und wenn sie schwanger wäre, würde sie doch zuerst zu mir kommen und nicht so spät abends zu Mehdi gehen, oder?"
"War ja nur 'ne Spinnerei von mir..." sagte Gretchen unschuldig. "Aber wäre doch toll..."
"Gretchen Haase!" sagte Claire. "Wehe du streust jetzt irgendwelche Gerüchte..."
"So etwas würde ich nieee tun!"

"Sie können wieder rauskommen...sie ist weg..." sagte Mehdi, öffnete die Türe des Kleiderschrankes und reichte Gabi die Hand.
"Dankeschön!" Sie nahm die Hand entgegen und zog sich aus dem Schrank.
Mehdi hatte Schwester Stefanie erzählt, dass Gabi schon wieder gegangen war. Gott sei Dank hatte sich die Schwester damit zufrieden gegeben und auch nicht weiter nachgebohrt.
"Und jetzt erzählen Sie!" forderte Mehdi. Gabi wurde heiß vor Aufregung und sie setzte sich aufs Bett, während sich Mehdi falsch herum auf einen Stuhl setzte und seinen Kopf auf der Lehne ablegte. Sie sog die Luft ein.
"Ich wusste schon lange, dass Frank ein Betrüger ist..." begann sie ihre Geschichte.
"Wie lange?" schaltete sich Mehdi sofort ein.
"Seit dem Polterabend..." antwortete sie und wartete, dass Mehdi etwas sagen würde, jedoch schaute er sie nur aufmerksam an, weshalb sie fortfuhr:"Ich hab mich in die Villa geschlichen... Ich wollte Gretchens Kleid... "verschönern" " erklärte sie weiter und zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Das war nicht in Ordnung und tut mir auch leid...ich war einfach total wütend auf sie und" sie merkte, dass sie vom Thema abkam und schüttelte den Kopf. "Naja egal... Also ich habe mich in die Villa geschlichen, aber dann kam plötzlich Frank alias Alexis mit seiner Mutter...also Alexis von Burens Mutter...Sie wissen ja was ich meine. Ich wollte mich irgendwo verstecken und bin gegen eine Steinskulptur gelaufen...daraufhin ging eine Geheimtür oder sowas auf, dahinter war ein Raum, dort habe ich mich dann versteckt... An einer Stelle war der Putz von der Wand gebröckelt und da war ein Ohr...und der Rest von dem Richtigen Alexis von Buren... Währendessen habe ich noch das Gespräch zwischen Mechthild von Buren und Frank belauscht... Sie wusste auch, dass er nicht ihr richtiger Sohn war! Außerdem kann sie sehen...also sie konnte...jetzt ist sie ja Tod, aber dazu komm ich später... Ihr war egal, was mit ihrem Sohn passiert war und sie versprach Frank zu schweigen, so lange sie wieder in der Villa mit Frank und Gretchen leben durfte und sie wollte...naja...Sex...mit Frank... " sie machte ein Pause. "Dann haben Gretchen und Frank geheiratet... Ich habe sie nicht aufgehalten...wieso hätte ich das tun sollen? Vielleicht war das auch ein Fehler... wer weiß, wo wir heute wären, wenn ich etwas gesagt hätte...aber ich hielt es damals nicht für nötig. Dann brach der Virus aus und wir waren alle in Quarantäne. Dort habe ich Frank darauf angesprochen...und er war bereit mir Schweigegeld zu zahlen... und was soll ich sagen? Er hat ziemlich gut bezahlt. Wieder habe ich meine Klappe gehalten...Eines Abends wollte ich mein Bargeld bei der Villa abholen...er hatte es im Müllcontainer versteckt, aber dort war nichts... Keine Ahnung wo es hingekommen ist. Auf jeden Fall stand die Türe offen und ich bin in die Villa gegangen... dann war da Frank...und Alexis von Burens Mutter...Tod...angeblich ist das Radio in die Badewanne gefallen...Gretchen war nicht da... Er wusste nicht, was er mit der Leiche tun sollte und deshalb..." wieder musste sie eine Pause machen und sie schaute sich schuldig bekennend auf den Boden. "Ich habe Mechthild von Burens Leiche in die Pathologie geschmuggelt...und dann dafür gesorgt, dass sie in den Transport für die Uni kommt...Dann ist ja bald alles raus gekommen und Frank ist verschwunden... bis jetzt...er ist wieder aufgetaucht und ein paar Tage nach dem er wach war, hab ich ihn auch besucht... ich wollte wissen, ob er mich in die Sache reinziehen wollte... er hat mir relativ klar zu verstehen gegeben, was ich tun soll...natürlich ohne, dass die Polizisten davon wind bekommen haben, aber die kann man sowieso vergessen, die haben ihn von Anfang an unterschätzt...die haben nie wirklich geglaubt, dass Frank in seiner Verfassung irgendetwas anrichten kann..." murmelte Gabi.
Mehdi sog die Luft ein. Es fühlte sich an, als wäre das alles nicht wirklich echt. Also irgendwie schon, aber irgendwie auch so irreal. Er konnte das Gefühl nicht beschreiben.
"Wouw" brachte er nur heraus. "...Das ist..." er suchte verzweifelt nach einem Wort, fand aber keines.
"Ich weiß..." sagte Gabi beschämt und senkte den Kopf.
"Wir...wir müssen damit zur Polizei!" sagte Mehdi und erhob sich sofort.
"WAS?" sagte Gabi schriller, als sie wollte und klatschte sie sich die Hand vor den Mund. "Wir können nicht zu Polizei! Haben Sie eine Ahnung davon, was die dann mit mir machen?" fuhr sie leise fort.
"Aber vielleicht bringt es sie irgendwie weiter! Das ist das Mindeste, was sie jetzt noch für Claire und die Anderen tun können!"
"Ich...ich kann mich nicht stellen...! Ich werde ins Gefängnis kommen, dass wissen Sie genauso gut wie ich!" murmelte Gabi verzweifelt. "Haben Sie mir die letzten Minuten denn gar nicht zugehört? Haben Sie nicht verstanden, warum ich das alles getan habe? Ich wollte, dass niemand je erfährt, das ich Frank geholfen habe! Dass ich die ganze Zeit verschwiegen habe, was ich wusste, wer er ist und wozu er fähig war! Wenn wir jetzt zur Polizei gehen, war alles umsonst! Dann hätte ich schon vor der Hochzeit zur Polizei gehen können..."
Mehdi sah sie fassungslos und gleichzeitig verachtend an. "Korrekt! Genau das hätten Sie tun müssen!" fauchte er wütend. "Dann würden wir jetzt nicht hier in dieser Scheiße stecken!"
Gabi zuckte zusammen und ihre Augen füllten sich mit tränen. "Ich...Ich dachte, es wäre die Richtige Entscheidung hier her zu kommen..." sagte sie, dann stand sie auf und ging zur Tür.
"Bleiben Sie hier!" sagte Mehdi ruhiger und griff ihren Arm.
"Niemand darf erfahren, was ich getan habe! Niemand! Niemals! Hören Sie! Nie!" sagte sie weinend. Sofort zog Mehdi sie an seine Schulter. "Nie!Nie!Niemals!"

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Kälbchen1 Offline

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18.04.2014 18:56
#147 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Gretchen lag in ihrem Bett und starrte an die Decke, die sie trotz Dunkelheit deutlich erkennen konnte. Neben ihr lag Claire. Sie atmete ruhig, aber Gretchen glaubte nicht, dass sie schlief. Es fühlte sich einerseits gut an, hier zu liegen. Es erinnerte sie an alte Zeiten, als Claire zu besuch gekommen war und sie in einem Bett geschlafen hatten. Bis tief in die Nacht hatten sie über alle möglichen Dinge geredet. Damals dachte sie, sie hätte Probleme: Als pummelige Brillenschlange, die hoffnungslos in Marc Meier verliebt war. Jetzt würde sie um alles in der Welt mit der alten Gretchen aka Haasenzahn tauschen wollen. In dieser Welt hatte sie sich zumindest zurechtgefunden, trotz aller Hänseleien Marcs, inklusive Wasserbombenattaken. Sogar, dass er sie auf das Autodach ihrer Lehrerin gefesselt hatte, würde sie noch einmal in kauf nehmen. Aber die Welt, in der sie jetzt lebte, war ihr fremd. Sie wusste nicht, welche Rolle sie in diesem mehr oder weniger kranken Spiel spielte. Erneut wünschte sie sich, das Sebastian Schewenborns Zeitmaschine funktioniert hätte. Wenn sie damals schon gewusst hätte, was sie erwartet, hätte sie sich auf alle Ewigkeit im Haas'schen Keller verbarrikadiert und nie wieder Kontakt mit der Außenwelt aufgenommen. Aber das wäre ja viel zu einfach gewesen...
Die innerliche Unruhe ließ sie aufstehen und zum Fenster gehen, wo sie ihren Blick schweifen ließ.
"Ist was?" fragte Claire sofort hellwach und stand kerzengerade im Bett.
"Nein, nein... Alles in Ordnung..." meinte Gretchen ruhig. "Tut mir leid, wenn ich dich erschreckt habe..."
Sie fiel zurück in ihr Kissen und gab ein müdes brummeln von sich. "Jedes knacken und rascheln erschreckt mich... Ich bin kurz davor durchzudrehen..."
Gretchen wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Ihr ging es ja selbst nicht besser... Sie schaute weiter konzentriert nach draußen... Plötzlich fiel ihr etwas auf.
"Claire!" sagte sie.
Wieder fuhr sie hoch, da sie den angespannten unterton in ihrer Stimme erfasst hatte. "Was?"
"Komm mal her!" forderte Gretchen leise.
Schnell sprang ihre Cousine aus dem Bett und lief zu ihr ans Fenster.
"Das Auto!" sagt Gretchen nur und deutete mit dem Finger auf die Straße. Claires Augen wurden eng, dann sahen sich beide wissend an.
"Ich klär' das mit ihm!" sagte Claire bestimmt.
"Nein! Das mache ich selber!" gab Gretchen ebenso bestimmt zurück.
Claire sah sie an, dann nickte sie. "In Ordnung...Gib mir ein Zeichen wenn du Unterstützung brauchst..."
Gretchen schlich die Treppe hinunter, damit ihre Eltern nichts bemerkten, dann zog sie sich einen Mantel ihres Vaters über, damit man so wenig wie möglich von ihrem rosanen schlafanzug sah und trat vor die Türe. Sie überquerte die autoleere Straße, drehte sich noch einmal um und schaute zu ihrem Fenster hinauf. Sie konnte Claire zwar nicht erkennen aber sie wusste,dass sie da war.
Dann klopfte sie bestimmt an dem Autofenster und kreuzte die Arme vor der Brust, um selbstbewusst zu wirken. Der junge Mann zuckte zusammen, dann sah er nach draußen, seine Gesichtszüge entglitten ihm kurz, aber dann fing er sich wieder und öffnete die Türe.
"N'Abend, Haasenzahn!" sagte Marc lässig.
"Abend? Sag mal, spinnst du? Es ist mitten in der Nacht! Was machst du hier?"
"Ich...? Also...Ich glaube nicht, dass ich mich vor dir rechtfertigen muss..." antwortete er selbstbewusst.
"Du stehst vor meinem Haus...also irgendwie schon..." gab Gretchen zurück und schaute ihn wieder fragend an. Was wollte Marc Meier mitten in der Nacht vor ihrem Haus?
"Jetzt guck nicht so!" fauchte Marc. "Glaub ja nicht, dass ich wegen dir hier bin!"
"Hab ich doch gar nicht..." beteuerte Gretchen, obwohl sie natürlich mit dem Gedanken spielte. "Aber dann gibt es bestimmt eine ganz plausible Erklärung, warum du hier bist..."
"Natürlich..." Marc schaute sich in seinem Auto um, dann öffnete er das Handschuhfach und kramte darin herum. Triumphierend hielt er dann Gretchen ein Buch entgegen.
"Hier!" sagte er.
"Du...wolltest mir einen Dr. Rogelt vorbeibringen?" fragte Gretchen irritiert.
"Wie schon gesagt: Ich bin nicht wegen dir hier!" sagte Marc wieder. "Der ist für Claire! Sie schreibt den Dr. Rogelt meiner Mutter zu Ende. Ich wollte ihr das als Inspiration vorbeibringen... und weil meine Schicht vorbei war und ich dachte, dass ihr sowieso noch nicht schlaft, dachte ich, dass ich es ihr jetzt gleich vorbeibringen könnte! Plausibel genug?"
Gretchen schaut ihn ungläubig an. "Ah ja...und das soll ich dir glauben?" antwortete sie gereizt. Konnte er ihr nicht einfach sagen, dass er wegen ihr hier war? Nein, er musste ihr ja irgendwelche bescheuerten Lügengeschichten auftischen...
"Du wolltest eine Erklärung, da hast du eine!" gab er nur zurück.
"Ich wollte die Wahrheit hören, Marc!"
Marc lachte. "Wir wissen beide, was du hören wolltest..." sagte er. "Warum sollte ich wegen dir hier sein? Was sollte ich von dir wollen? Wir sind sind nicht mehr zusammen! Es ist mir egal, was du machst oder was mit dir ist!"
Gretchen schaute ihn ungläubig an. Obwohl sie wusste, dass es wahrscheinlich nur ein hoffnungsloser Versuch war, sich herauszureden, trafen sie seine Worte sehr.
"Wach endlich auf, Gretchen! Hör auf in deiner verschissenen Traumwelt zu leben!" fügte er grob hinzu.
Tatsächlich wünschte sie sich, aufzuwachen und zu merken, dass alles nur ein böser Traum war. Das Marc sie liebte und alle Gemeinheiten verblassen würden.
"Wieso musst du immer so gemein sein...?" fragte sie.
"Gemein? Du wolltest doch die Wahrheit hören..."
Gretchen schnappte nach Luft und suchte nach Worten, die sie Marc an den Kopf werfen konnte, aber ihr fiel nichts ein. Marc sah sie ungeduldig an.
"Kommt jetzt noch was oder kann ich gehen??"
"Na los! Dann geh! Mir doch egal..." murmelte Gretchen verletzt.
Marc sog genervt die Luft ein und rollte mit den Augen. "Boah, Haasenzahn..."
"Was, Marc, was?" fiel sie im ins Wort. "Wir haben uns doch nichts mehr zu sagen, oder!?" fragte sie ironisch und wütend. "Es ist ja schon alles geklärt! Du willst nichts mehr von mir, du willst nichts mehr mit mir zutun haben und mein Befinden geht dir am Arsch vorbei...trotzdem stehst du mitten in der Nacht vor meinem Haus..." sie machte eine Pause und wollte ihm eine Chance geben, sich zu äußern, doch er sah sie nur an. "Du machst einen auf Obermacho, aber hast nicht mal die Eier in der Hose, mir die Wahrheit zu sagen... Stattdessen stellst du mich bloß, aber warum, Marc? Dafür, dass ich seit über 15 Jahren versuche das Gute in dir zu sehen?" wieder machte sie ein Pause und wieder antwortete er nicht. Er sah sie nur an, aber dieses Mal schien Gretchen kurz so etwas wie Einsicht in seinem Blick zu sehen. Als hätte er verstanden, was sie ihm versuchte mitzuteilen. Aber dann war dieser Moment schon wieder verflogen und Gretchen fragte sich, ob er wirklich dagewesen war. Sie musste blinzeln, um zu verhindern, dass die erste Träne ihre Wange hinunterfloss, was Marc natürlich nicht entging.
"Wieso heulst du denn schon wieder?!" fragte Marc rau. "Ich hab dir nichts getan und du heulst!" sagte er, als wäre nichts gewesen. Gretchen antwortete nicht, sondern presste nur die Lippen aufeinander.
"Das wird mir echt zu blöd..." sagte Marc und wahrscheinlich war er froh, einen Grund zu haben zu gehen. "Ich kann nichts dafür, wenn du immer in allem nur das siehst, was du auch sehen willst!" fügte er noch hinzu. "Kannst du das Claire geben? Danke!" sagte er, drückte ihr das Buch in die Hand, knallte die Autotür zu, startete den Motor und fuhr davon.

"Er ist ein Arsch! Ein riesengroßer Arsch!" fluchte Gretchen, als sie wieder in ihrem Zimmer angekommen war.
"Gretchen..." meinte Claire beruhigend.
"Ich kann nicht glauben, dass ich mir das jetzt schon so lange antue..."
"Gretchen..."
"Ich hasse ihn!"
"Gretchen!"
"Was denn?!"
Claire grinste. "Verstehst du denn gar nicht, was das bedeutet?" fragte sie. "Wir wissen beide, warum er hier ist! Er will dich vor Frank beschützen!"
Gretchen warf das Buch nach ihrer Cousine. "Nein, er wollte dir einen Dr. Rogelt vorbeibringen!" sagte sie genervt.
Claire fing das Buch geschickt und warf es zurück. "Jetzt mach nicht auf beleidigt!" gab sie forsch zurück.
Gretchen fing das Buch und richtete traurig ihren Blick darauf. "Wieso kann er mir nicht einfach die Wahrheit sagen..." murmelte sie leise.
"Ich glaube langsam nicht mehr, dass er das mit Absicht tut..." meinte Claire ruhig. "Vielleicht...braucht er Zeit..."
"Zeit? Sind 15 Jahre nicht genug?"
Claire seufzte.
"Wieso verteidigst du ihn eigentlich?" fragte Gretchen, bevor Claire etwas sagen konnte.
"Es geht mir in erster Linie darum, dich aufzubauen..." gab sie zurück.
Gretchen setzte sich auf ihr Bett.
"Soll ich nochmal mit ihm reden?" fragte sie.
"Er wird alles abstreiten..." meinte Claire.
"Ich kann doch nicht Nichts tun... Ich kann doch nicht ignorieren, dass er Nachts vor meinem Haus steht wie ein Stalker..."
"Vielleicht steckt er ja mit Frank unter einer Decke..." sagte Claire und sah sie ernst an.
"Du bist blöd!" sagte Gretchen und schlug sie mit einem Kissen.
"Kann doch sein..." lachte Claire, wurde dann aber wieder ernst. "Es könnte tatsächlich jeder gewesen sein..."
Gretchen wusste nicht was sie sagen sollte. "Du schreibst Elkes Roman? Darüber hast du mir noch nicht viel erzählt..." wechselte sie das Thema.
"Es ist eine Art Druckmittel gegen Marc..." meinte sie verschwörerisch.
"Aber mit dieser Situation hast du nichts zu tun, oder?" fragte Gretchen sicherheitshalber.
"Natürlich nicht..." antwortete sie.

"Entschuldigung, was hast du gesagt?"
"Was ist denn heute los mit dir?!" fragte Claire. "Ich habe gesagt: Er stand vor ihrem Haus!"
"Tut mir leid...ich bin...nur ein bisschen müde" sagte Mehdi.
"Liegt es vielleicht daran, dass Gabi gestern noch bei dir war?" sagte sie und schaute ihn durchdringend an.
"Was?" fragte Mehdi ertappt. "Ich...Woher weißt du...Ich meine..." stotterte er und versuchte sich eine plausible Erklärung zu recht zu legen.
Claire fing an zu lachen. "Keine Panik..." meinte sie. "Ich habe nichts dagegen... und von mir erfährt keiner was!"
Mehdi wusste nicht, was er erwidern sollte, deshalb ließ er es so stehen. Lieber sollte Claire denken, dass er etwas mit Gabi hatte, als die Wahrheit herauszufinden.
"Er hat aber alles abgestritten, oder?" wechselte er schnell das Thema.
"Ja..." sagte Claire enttäuscht.
"Das überrascht dich?"
"Na ja...er stand mit dem Rücken zur Wand... irgendwann muss sich auch ein Marc Meier sich geschlagen..." erklärte Claire.
"Pssst..." zischte Mehdi, weil Gretchen wieder aufgetaucht war.
"Ich dachte, wir sollten nicht mit leeren Händen kommen..." meinte Gretchen und winkte mit einer Gummibärchentüte. Mehdi fand das ein bisschen kläglich, aber er sagte nichts. Claire klopfte an der Tür und als sie ein "Herein" hörten traten sie ein.
"Hey Gordon..." sagte sie.
"Hallo..." sagten auch Mehdi und Gretchen.
"Wie geht es Ihnen?" fragte Mehdi.
"Ganz in Ordnung... Der Schädel brummt noch ein bisschen..." antwortete er.
"Wir haben dir etwas mitgebracht..." setzte Gretchen an.
"Gott sei dank... das was ich hier bekomme ist noch schlimmer als der Kantinenfraß..."
Gleich nachdem Gretchen ihm die Gummibärchentüte überreicht hatte, riss er sie auf und fingt an zu essen.
Gretchen, Claire und Mehdi schauten sich an, da keiner es wagte, ihn beim essen zu unterbrechen.
"Wollt ihr mir...noch irgendwas sagen?" fragte Gordon, als er das peinliche Schweigen bemerkte.
"Na ja... Wir wollten von dir hören, was gestern passiert ist..." antwortete Claire.
Gordon legte sofort die Tüte weg, setzte sich aufrecht hin und schenkte Gretchen einen charmanten Blick. "Nichts leichter als das..." setzte er an, als würde nun eine Heldenhafte Erzählung mit ihm in der Hauptrolle folgen. "Also... Es war ein ganz normaler Tag im Elisabeth Krankenhaus..."
"Och Gordon..." stöhnte Claire und schaute ihn streng an, aber er zuckte nur mit der Augenbraue und teilte ihr so mit, dass er seine Geschichte vortrug, wie er es wollte. Claire setzte sich daraufhin auf einen Stuhl und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Wie schon gesagt, es war ein ganz normaler Tag im Elisabeth Krankenhaus... Ich war eigentlich auf dem Weg in die Cafeteria, aber dann traf ich Frank..."

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Kälbchen1 Offline

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12.05.2014 22:04
#148 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Ich habe es tatsächlich wieder geschafft, einen Teil zu schreiben :) Ich hoffe er gefällt euch und ich habe noch ein paar Leser da draußen!
Liebe Grüße, eure Emma :)

"...und ich hab ihm die Linke gegeben und die Rechte! Und er ist schreiend zu Boden gegangen! Vielleicht war es auch auch ein Winseln, wahrscheinlich hat er mich sogar angefleht! Das weiß ich nicht mehr so genau... Wir haben uns dann auf dem dreckigen Waldboden gerollt! Dann war ich wieder oben! Dann wieder er! Er war wirklich sehr stark, aber ich habe mich trotz meiner körperlichen und seelischen Verfassung sehr gut geschlagen. Das Blut spritzte in alle Richtungen, aber ich kannte keine Gnade! Vollkommen überraschend kam aus der Leere plötzlich eine Faust und er hat mich so hart getroffen, dass mir Schwarz vor Augen wurde und das nächste, an was ich mich erinnern kann, war die wunderhübsche Claire...." schloss Gordon und grinste Claire charmant an. Ein bisschen wie ein Hund, der wartete, gelobt zu werden.
Mehdi, Claire und Gretchen sahen sich irritiert an.
"Wie? Das war's?" fragte Gretchen verwirrt.
"Ja..." antwortete Gordon selbstverständlich und konnte die verwirrten Minen nicht verstehen. "Was ist denn?"
"Du erzählst uns eine geschlagene halbe Stunde lang, eine blöde, wirklich blöde zum ProSieben Blockbuster aufgeputschte, Geschichte, von der die Hälfte sowieso erfunden ist und fragst tatsächlich, was los ist?" fragte Claire gereizt.
"Ihr wolltet doch alles ganz genau wissen?!" gab Gordon unschuldig zurück
"Ja, aber doch nicht das..." stimmte Gretchen ihrer Cousine zu.
"Ganz ehrlich, was hab ihr denn erwartet?" schaltete sich Mehdi mit ruhiger Stimme ein. "Dass Frank ihm seinen ganzen Plan erzählt hat, um ihn dann wieder laufen zu lassen?"
Claire sog die Luft ein. "Du hast Recht..." stimmte sie ihm enttäuscht zu. "Tut mir Leid, Gordon..."
"Kein Ding..." sagte er locker.
Claire war froh, dass sich Gordon ihren Ausbruch nicht zu Herzen nahm, aber trotzdem war sie immer noch enttäuscht. Sie hatte erfahren, dass Frank Gordon erzählt hatte, er müsse zu einer Untersuchung, angeblich hätte ihn ein Polizist abholen sollen, aber war nicht erschienen. Wenig später drückte er ihm jedoch eine Pistole in den Rücken und zwang ihn, ihn aus dem Gebäude zu schleußen. Mit dem Krankenwagen fuhr Gordon aus Berlin, wo Frank Gordons Sanitäterklamotten anzog und wollte, dass ihm Gordon Schmerztabletten und andere Medikamente aus dem Krankenwagenreportoire herraussuchte und auch selbst nahm, sodass Frank sicher sein konnte, dass ihn Gordon nicht vergiftete. Dadurch wurde er leicht zugedröhnt und Frank sperrte ihn in den hinteren Teil des Krankenwagens, weshalb er nicht wusste, wo sie herumgefahren waren. Als er versuchte zu fliehen, kam es zu besagter Kampfszene.
Sie hätte gerne mehr erfahren. Hatte Frank geplant auf Gordon zu treffen? War er nur dort gewesen, um ihr diese Nachricht zu hinterlassen? Plante er, zurückzukommen?
Aber Mehdi hatte recht, es war naiv gewesen, eine Antwort auf alle Fragen zu erwarten.
"Ich brauch jetzt erstmal was zum essen..." meinte Gretchen geschlagen.
"Ich komm mit..." stimmte ihr Claire sofort zu und sie verschwanden nach einer kurzen Verabschiedung alle aus Gordons Zimmer.

"Claire! Ich hab dich schon gesucht!" wurde Claire schon von Gabi begrüßt.
"Hey Gabi!" sagte Claire bedrückt, aber umarmte sie trotzdem herzlich zur Begrüßung.
"Ich geh schon mal vor in die Cafeteria..." entzog sich Gretchen schnell der Situation. "Kommst du mit, Mehdi?"
"Ich...ähm...Ich bleib kurz hier...und warte auf Claire..." murmelte er. Er durfte auf keinen Fall verpassen, was Gabi Claire zu sagen hatte. Aus Gabis Gesichtsausdruck konnte er nichts lesen. Würde sie ihr die Wahrheit erzählen?
Gretchen nickte nur und wandte sich ab.
".... wir waren gerade bei Gordon und haben mit ihm über die Sache mit Frank geredet...!" erzählte sie Gabi.
"Und...was hat er gesagt?" fragte Gabi. Und wenn Mehdi nicht die Wahrheit wüsste, würde er seiner Ehemaligen Krankenschwester nichts anmerken, aber er sah, dass sie Angespannt war.
Claire winkte ab. "Es war ne tolle Story..." sagte sie. "...aber warum bist du hier?"
Gabi entspannte sich ein bisschen, wurde aber schlagartig traurig. "Ich...Ich fliege zurück nach Afrika...mein Flug geht in 4 Stunden..." erklärte sie und versuchte aufmunternd zu lächeln.
"Was?" fragte Claire bestürzt. "Ich meine...ich freue mich für dich...Das ist super. Wirklich! Aber...ich werde dich ganz schön vermissen..."
"Ich...dich auch..." sagte Gabi.
"Und ist mit der Polizei alles geklärt...?" fragte Claire.
"Natürlich...Ich bin unschuldig... " kam es ihr flüssig über die Lippen.
Wie konnte sie ihre beste Freundin so anlügen, ohne mit der Wimper zu zucken?Wieder quälte Mehdi das schlechte gewissen. Er sollte Claire die Wahrheit sagen, sie hätte sie verdient, aber er hatte Gabi etwas versprochen und ein Versprechen zu brechen war wahrscheinlich genau so schlimm, wie jemandem etwas zu verschweigen.
"Das freut mich... Es tut mir so leid, dass wir so wenig zusammen gemacht haben, in der Zeit in der du in Deutschland warst... eigentlich wollte ich meinen Geburtstag nachfeiern oder wir hätten mal shoppen gehen können oder so, aber es ist einfach so viel passiert und..."
"Mach dir keine Gedanken, das holen wir nach!" unterbrach Gabi sie.
Claire lächelte. "Das verspreche ich dir! Lass dich umarmen!" sagte sie und schlang sofort die Arme um sie. "Ich kann ja auch mal nach Afrika kommen. Ich muss mir unbedingt anschauen wie ihr dort arbeitet. Vielleicht können wir dann auch"
Während Claire redete, machte Mehdi Gabi mit ernsten Blicken klar, dass er unbedingt noch mit ihr Reden musste und keiner der beiden hörte Claire richtig zu. Wie konnte sie Claire so belügen und jetzt verschwinden und ihn allein mit diesem Geheimnis lassen. Sie sollte das schlechte Gewissen genau so auffressen wie ihn.
"Und Fritz muss ich natürlich auch noch kennen lernen...." schloss sie und gab Gabi frei.
"Klar, das wäre super!" sagte Gabi nur.
"Und ruf mich an, wenn du angekommen bist!"
"Mach ich!" versprach Gabi.
"Ich vermiss dich jetzt schon..." wiederholte Claire. "Ich würde so gerne mitkommen... Einfach weg von hier... Ich will hier nicht mehr bleiben..." fügte sie hinzu.
Gabi schluckte und versuchte aufmunternd zu lächeln. "Das...das wird schon alles wieder..." sagte sie. "Ich gehe jetzt wohl besser, bevor ich noch anfange zu heulen..." versuchte sie so schnell wie möglich zu verschwinden.
"Okay, vergiss nicht anzurufen! Und vielleicht können wir ja mal skypen oder so..." sagte Claire, während sie Gabi noch einmal kurz umarmte.
"Klar..." versprach sie wieder, dann begann sie rückwärts loszulaufen. "Tschau!"
"Pass auf dich auf!" rief Claire noch.
"Du auf dich auch!" rief Gabi, dann drehte sie sich um und lief mit schnellen Schritten davon.
"Ich hasse Abschiede, mann weiß nie ob es für immer ist..." seufzte Claire, als sie Gabi nicht mehr sehen konnte.
"Wäre aber manchmal besser..." murmelte Mehdi zu sich selbst.
"Was?" fragte Claire.
"Nichts..." sagte Mehdi schnell. "Ich hab' mein Handy unten vergessen. Ich geh es kurz holen... Geh du schon mal vor, Gretchen wartet bestimmt schon!"

Gretchen stellte geräuschvoll ihr Tablett auf den Tisch. "Hey Marc!" meinte sie fröhlich.
Der junge Oberarzt hatte bis jetzt gedankenverloren in die leere geguckt und zuckte zusammen.
"Haasenzahn..." begrüßte er sie verärgert und musste gähnen.
"Na, Müde?" fragte sie provozierend, während sie seine Grübchen anschmachtete, die er beim Gähnen bekam. "Bist du gleich nachhause gefahren oder warst du noch anderweitig unterwegs...?"
"Willst du nicht vielleicht was essen oder so?" fragte Marc zurück, um vom Thema abzulenken.
"Du solltest wirklich mehr schlafen, Marc..." meinte sie etwas besorgter.
"Es geht mir gut! Ging mir nie besser... Zufrieden? Kann ich jetzt in Ruhe essen?" fragte Marc gereizt.
"Ich mach' mir doch nur Sorgen..." meinte Gretchen ernst. "Wenn du reden willst"
"Ich hab dich nicht darum gebeten...." unterbrach Marc sie forsch.
"Darum muss man mich nicht bitten... es ist für mich selbstverständlich, sich Sorgen um die Menschen zu machen , die mir wichtig sind..." sagte Gretchen und versuchte gleichgültig zu klingen. Dann konzentrierte sie sich desinteressiert auf ihren Kuchen und spürte wie Marc sie von der Seite ansah, aber nichts sagte. Auch er aß schweigend weiter. Es war ein gutes Gefühl, fand Gretchen. Er schickte sie nicht weg. Er ging nicht. Er blieb einfach da und aß schweigend mit ihr. Vielleicht genoss er auch insgeheim ihre Gesellschaft. Wer weiß das schon? Ihr bedeutete diese Geste unglaublich viel. Es war ein großer Fortschritt... für Marcs Verhältnisse zumindest...
"Und...was...machst du heut noch so?" stammelte Marc..
Gretchen schaute auf und sah, dass Marc sie nicht ansah. "Ich?" fragte Gretchen ironisch.
Marc schaute auf und sah sie böse an.
"Nichts..." antwortete Gretchen schnell. "Und du?"
"Auch nichts...
"Schön..." sagte Gretchen nur.
"Nicht das du das falsch verstehst...ich versuche hier nur irgendwie...Smalltalk mit dir zu führen oder so..." bemerkte Marc.
"Natürlich, was sonst?!" gab Gretchen zurück.
"Nachher denkst du wieder, dass wäre ein indirekter Heiratsantrag oder spinnst dir eine andere kranke Geschichte in deinem Teenie-Hirn zusammen..."
"Werde ich nicht, Marc... trotzdem Danke für die Info..." gab Gretchen zurück, konnte sich aber ein grinsen nicht verkneifen.
"Hör auf zu grinsen!" befahl Marc, musste aber auch anfangen zu grinsen.
"Ich mach doch gar nichts..." sagte Gretchen unschuldig.
"Was ist denn bei euch los?" wollte plötzlich jemand drittes wissen und Claire ließ sich mit ihrem Schokokuchen nieder. Sofort wurde Marc ernst und räusperte sich.
"Wir...essen...?" sagte Marc.
"Soll ich wieder aufstehen und gehen?" fragte Claire vorsichtig.
Bitte, Bitte! Das wäre wirklich sehr zuvorkommend von dir..., dachte Gretchen und wünschte, Claire würde sich von alleine wieder erheben und davon schweben.
"Bleib ruhig hier..." kam es jedoch von Marc...

"Sind die echt? Oder nur Show? " fragte Mehdi gereizt, als er Gabi in den Umkleideraum schob und abschloss.
"Natürlich sind die echt..." fauchte Gabi zurück, während sie sich eine Träne aus dem Gesicht wischte und in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch wühlte. "Glauben Sie, dass ist einfach für mich?"
"Aber für mich, oder wie? Sie verschwinden einfach nach Afrika und lasse mich hier alleine zurück. Ich muss meine Freunde anlügen..." erklärte er. " Für Sie scheint das ja kein Problem zu sein..." fügte Mehdi hinzu.
Gabi liefen weiter die Tränen übers Gesicht, aber sie schwieg.
"Sie müssen es ihr sagen!" bestand Mehdi.
Gabi sah ihn geschockt an. "Sie wissen ganz genau, dass das nicht geht!" fauchte sie.
"Wollen sie ihr Leben lang mit dieser Lüge leben? Können Sie das?" wollte Mehdi wissen.
"Ich habe schon Schlimmeres durch..." murmelte sie gleichgültig und vor ihren Augen schien sie die Bilder zu sehen.
"Gabi!" meinte Mehdi streng.
"Hören Sie mir zu!" forderte Gabi schluchzend. "Ich habe mir in Afrika ein Leben aufgebaut!Mit Fritz! Ich sehe endlich so etwas wie einen Sinn in meinem Leben! Ich weiß plötzlich, wo ich hingehöre ! Ich kann zum ersten Mal behaupten, glücklich zu sein! Und das lass ich mir nicht kaputt machen! Von niemand! Und Sie wollen mir das doch auch nicht wegnehmen, oder?" fügte sie hinzu und schaute ihn mit großen, glasigen Augen an.
Mehdi hätte am liebten gefragt, wie sie ihn daran hindern wollte, aber wahrscheinlich wollte er das gar nicht so genau wissen. "Jetzt hören Sie mir mal zu!" forderte Mehdi und versuchte ruhig zu bleiben. "Sie kennen mich. Ich bin kein schlechter Mensch. Ich bemühe mich immer, anderen zu helfen, aber"
"Sie haben es mir versprochen!" erinnerte sie ihn weinend.
"Hören Sie verdammt nochmal auf, an mein Gewissen zu appellieren!" wies er sie lauter zu Recht, als er gewollt hatte. "Ich habe nichts falsches gemacht und jetzt wollen Sie, dass ich mich schlecht fühle! Hören Sie auf!"
"Ich wollte das doch alles auch nicht! Aber ich hatte keine andere Wahl! Frank hätte mich belastet und ins Gefängnis gebracht... Was hätten Sie gemacht?" wollte sie wissen.
"Das Richtige..." antwortete er ruhig, ohne nachzudenken.
"Das sagt sich so leicht... " meinte Gabi wütend und funkelte ihn mit ihren verheulten Augen an. "Sie haben ja auch nichts zu verlieren!!" setzte sie selbstbewusst nach.
Mehdi schluckte. Was ließ Gabi annehmen, dass sein Leben so wertlos war, dass er es gleich im Knast verbringen könnte? "Gut..." sagte er ruhig . "Gehen Sie doch nach Afrika! Leben Sie ihr Traumleben! Vergessen wir alles, was war!" provozierte Mehdi sie, drehte sich um und wollte gehen.
Gabis Augen weiteten sich vor Angst. "Nein! Nein! Bleiben Sie hier!!" Sie klammerte sich an seinen Arm. "Sie sage doch niemandem etwas, oder? Sie haben es mir versprochen! Bitte!" wollte sie panisch wissen.
Wütend zog Mehdi seinen Arm weg und schmiss dadurch Gabis Handtasche zu Boden. "Das ist alles, an was Sie denken?" fragte er. "Was ist mit Claire? Sie ist Ihre Freundin, falls Sie es noch nicht bemerkt haben! Sie steht zu Ihnen, obwohl sie genau weiß, dass Sie Marc und Gretchens Leben zur Hölle machen wollten! Und was machen Sie?"
Gabi sah ihn schluchzend an, dann kniete sie sich auf den Boden, um den Inhalt ihrer Tasche aufzusammeln, der sich auf den ganzen Boden verteilt hatte.
"Das...tut mir leid..." entschuldigte sich Mehdi, nachdem er bemerkt hatte, was er angerichtet hatte. Er kniete sich neben Gabi und half ihr die Sachen vom Boden aufzusammeln.
"Ich meine, was, wenn sie daran kaputt geht? Sie kann niemandem mehr vertrauen... Sie muss wissen, wer der wahre Täter ist... " fuhr er ruhig fort.
Gabi sah ihn nicht an, sondern räumte weiter ihre Handtasche ein. "Sie wird mich hassen... und zur Polizei gehen.." prophezeite sie leise und schluchzend.
"Glauben Sie wirklich, sie würde so etwas tun?"
"Eine weitere Option wäre, dass sie mich eigenhändig erwürgt..." schluchzte Gabi, steckte ihre Wimperntusche, die noch als einziges auf dem Boden lag, in ihre Handtasche und richtete sich wieder auf. Mehdi ebenfalls.
"Es geht nicht. Verstehen Sie das endlich..." murmelte sie und ging. Wahrscheinlich wusste sie, das Mehdi schweigen würde. Er wusste es selbst ja auch und es machte ihn wütend. Er hatte nicht mal sein eigenes Leben im Griff. Warum wurde er dann immer vom Schicksal verdonnert, anderen zu helfen? Sein Blick fiel auf den Boden und unter der Sitzbank lugte der braune Flaschenhals und Deckel eines kleinen Fläschchens hervor. Er bückte sich langsam und hob es auf. Ein kurzer Blick genügte und er ließ das Fläschchen in seine Jackentasche verschwinden, weil es seine Pflicht war...

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Kälbchen1 Offline

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29.07.2014 00:16
#149 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Zu später Stunde ein neuer Teil :)
Mal wieder sorry, dass so lange nichts kam! Ich hoffe euch geht es gut!
Liebe Grüße, fühlt euch gedrückt!


"Gretchen, musst du denn jetzt schon wieder so kletten?" fragte Marc halb genervt, halb amüsiert, während Gretchen durch die zugehende Aufzugtür in den Aufzug sprang.
"Mache ich doch gar nicht..." beteuerte sie unschuldig, während sie schwach lächeln musste. "Ich dachte nur...wir...könnten vielleicht unser Gespräch von vorhin fortführen..." setzte sie vorsichtig an. Claire war bei ihnen gesessen, bis sie mit essen fertig gewesen war. Was blieb Gretchen anderes übrig, als sich jetzt an Marc zu hängen. Nun musste sie Initiative ergreifen!
"Das war doch nur ein bisschen Smalltalk..." gab Marc zurück und grinste.
"Ich unterhalte mich gerne mit dir..." war ihre Antwort und Gretchen suchte Blickkontakt, aber Marc schaute sie nicht an.Dann schwiegen beide kurz , bis die Aufzugtür ein paar Stockwerke tiefer wieder aufging.
"Wir haben schon länger nicht mehr zusammen operiert..." bemerkte Marc nebenbei, während er ausstieg und den Gang zu seinem Büro hinunter lief.
"Das könnte daran liegen, dass mich ein gewisser Dr. Meier nicht mehr in sein Team einträgt..." bemerkte Gretchen ebenso beiläufig. Marc blieb vor seinem Büro stehen und drehte sich zu Gretchen um.
"Vielleicht...sollte man das ändern..." Marc sah sie durchdringend an und Gretchen verlor sich in seinen grünen Augen. Wann hatte sie sie das letzte Mal von dieser Nähe gesehen? Wann hatte er sie das letzte Mal so angeschaut?
"Vielleicht..." wiederholte Gretchen und hielt die Luft an. Marc grinste nur und lehnte sich lässig an die Tür.
Vielleicht küsst er mich! Sofort! Gleich wird es passieren! Ganz ruhig, Gretchen! Ganz ruhig! Alles wird gut! Ach Menno, hätte ich doch bloß noch vorhin Labello benutzt und ein Pfefferminzbonbon gelutscht oder so...einatmen-ausatmen-einatmen... ALLES...WIRD...GUT! Aber was sag ich nur nach dem Kuss? Muss ich überhaupt was sagen? Aber so stehen lassen kann ich das auf keinen Fall! Na ja egal, bloß nicht bedanken. Ein Danke würde nur total komisch rüberkommen.
"Tja dann..." setzte er jedoch schon zur Verabschiedung an.
"...danke..." führte Gretchen Marcs Satz fort. Es war wohl genau so komisch sich für einen Kuss zu bedanken, als sich für keinen Kuss zu bedanken. Wieso hatte sie sich überhaupt bedankt? Wahrscheinlich hatte sie mit einem anderen Gesprächsausgang gerechnet... Warte, hieße das, sie hätte sich wirklich nach dem Kuss bedankt??
"Danke für was?" fragte Marc irritiert.
" Danke für..." setzte Gretchen an und suchte nach einer Erklärung. "Nichts... Danke für Nichts, Marc...weil...eigentlich war ja auch nichts... Oder danke für das Gespräch...oder den Smalltalk...nenn' es wie du willst. Keine Ahnung. Dir noch einen schönen Tag, Marc. Wir sehen uns morgen." Oder nie wieder, weil ich ich bis dahin ein Loch gefunden habe, in dem ich mich bis in alle Ewigkeit verstecken kann...
"Okay..." sagte Marc grinsend. "Bis bald, Haasenzahn..."
Wieso musste Marc immer so etwas tun? War das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Wieso brachte niemand einen Ratgeber für Marc Olivier Meier auf den Markt? Wenn sie es heute als gutes Zeichen interpretierte, konnte morgen schon wieder alles anders aussehen, aber Haasenzahn wird kämpfen! Was hatte sie noch zu verlieren? Bald war Marc sowieso weg. In seinem tollen Nordstadtkrankenhaus. Diese tolle Stelle, die er immer haben wollte. Die er wahrscheinlich über sie gestellt hätte, wie alles andere im Leben auch. Gretchen wurde bei dem Gedanken wütend und gleichzeitig unglaublich traurig, aber während sie in seine Augen schaute, die immer noch auf sie gerichtet waren, spürte sie wieder diese unglaubliche Zuneigung und Anziehung zum Oberarsch Dr. Marc Meier. Nach mehr als 15 Jahren, die alles andere als einfach gewesen waren. Alles wäre einfacher, wenn Marc einfach mal ein bisschen weniger Marc wäre... Aber vielleicht würde sie ihn dann nicht so sehr lieben, wie sie es genau in diesem Moment tat.
"Willst du vielleicht nicht gehen?" hakte Marc nach, nachdem sich noch immer keiner der beiden von der Stelle bewegt hatten.
"Ich hab Zeit..." gab Gretchen so gleichgültig wie möglich zurück.
"Tja, ich nicht..." sagte Marc desinteressiert.
"Dann...dann will ich dich nicht länger aufhalten.." sagte Gretchen und versuchte nicht zu enttäuscht zu klingen. Dann drehte sie sich um und wollte gehen.
"...aber wenn du mir 'nen Kaffee holst, darfst du Gott bei der Arbeit zuschauen und lernen..." fügte Marc grinsend hinzu.


"Ist eigentlich alles klar bei dir?" fragte Mehdi Claire nebenbei, während er an seinem Computer saß und irgendwelche Daten eintippte.
"Klar..." murmelte Claire nur, während sie Patientenakten durchblätterte. "Ach Frau Gärtner" lenkte sie schnell vom Thema ab. "Hat die doch noch ein gesundes Kind bekommen, die hat doch geraucht wie ein Schlot..."
"Claire..." setzte Mehdi väterlich an.
"Warum fragst du?" wollte sie jetzt wissen.
"Na ja, versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe nichts gegen deine Gesellschaft, aber du bist fast ununterbrochen im Elisabethkrankenhaus..."
"Ja, weil...weil ich bald wieder arbeiten will." gab sie als Antwort. "Ich will mich einfach wieder ein bisschen daran gewöhnen...und mich ein bisschen einlesen..." zur demonstration hielt sie die Akte hoch.
Mehdi sah sie nur an und hoffte, dass sie ihm dadurch mehr verraten würde.
"Hör auf mich so anzugucken!" sagte sie ergeben. "Es geht mir einfach besser, wenn ich hier bin. Wenn ich unter Leuten bin...Zufrieden?"
"Wieso nicht gleich so?" fragte Mehdi zufrieden, aber gleichzeitig auch sehr ernst. "Ich hab das alles auch schon durch. Ich weiß, dass es nicht einfach ist. Du weißt, dass du mir alles erzählen kannst..."
"Es geht mir gut..." beteuerte sie.
"Aber du kommst zu mir, wenn irgendetwas ist, versprochen?" sagte er ernst und sah sie durchdringend an.
Claire lachte. "Mehdi, du bist nicht mein Vater!"
"Doch, heute bin ich das..." gab er zurück und er erinnerte sich daran, wie er diese Worte einmal zu Gabi gesagt hatte. Vielleicht hätte er tatsächlich ein bisschen besser auf Gabi aufpassen sollen. Vielleicht wäre dann heute einiges anders.
Sie lachte wieder, aber bemerkte seine nachdenkliche Mine. "Bei dir auch alles okay?"
"Klar..." log er und hoffte, dass sie nichts bemerkte.
Plötzlich klingelte das Telefon und Mehdi nahm schnell ab. "Kaan?...ja...ja...in Ordnung. Ich komme..." murmelte er in den Hörer und legte wieder auf.
"Ich bin gleich wieder da..." sagte Mehdi zu Claire und sprang auf.
"Ich werde da sein..." gab Claire zurück und wartete bis Mehdi zur Tür hinaus war. Dann stand sie auf und ging zu seinem Tisch. Dieser verfressene Gynäkologe musste doch irgendwo Schokolade haben, auch wenn es nur für seine hysterischen Patientinnen war!Ich-brauche-Schokolade! Jetzt! Sie zog eine Schublade nach der anderen auf und wühlte vorsichtig darin herum. In der untersten Schublade, zwischen Taschentüchern und Schreibutensilien, fand sie ein kleines, braunes Fläschchen. Neugierig las sie das Etikett und erstarrte. Dieses Medikament hatte hier nichts zu suchen! Schnell entstand eine plausible Erklärung in ihrem Kopf. Das durfte nicht wahr sein! Sie hatte Dr. Kaan vertraut! Die Tür öffnete und Claire löste ihrem Blick von dem Fläschchen.
"Bin wieder da. Immer diese Frauen, die meinen..."
"Was ist das?" fuhr Claire ihn wütend und enttäuscht an. Mehdi erstarrte und hielt die Luft an.
"Ich...Ich weiß es nicht. Wo hast du das gefunden?" fragte er unschuldig zurück, doch er hatte einen Moment zu lange gezögert und Claire atmete zitternd aus und ein.
"Ich will wissen, was es hier macht und was du damit zutun hast!"
"Ich weiß nicht, was das ist!" verteidigte sich Mehdi weiter.
"Hast du das Frank gegeben?" fragte sie weiter wütend.
"Nein!" antwortete Mehdi laut. "Ich hab dir gesagt, dass ich damit nichts zutun habe!"
"...und ich hab dir geglaubt!" sagte Claire enttäuscht und schüttelte den Kopf.
"Das war die Wahrheit, Claire!" versprach er ihr. "Bitte, mach jetzt nichts Dummes!" flehte er.
"Dummes? Ich mache jetzt das einzig Richtige! Wenn du mir nicht sagen willst, was du damit zutun hast, geh ich zur Polizei! Die bekommen das schon raus!"
Mehdi sah sie mit großen Augen an und sie schaute mit glasigen zurück. "Du würdest mich bei der Polizei anschwärzen?" fragte Mehdi leise.
Claire schniefte. "Ich will einfach nur wissen, was passiert ist und ich will, dass Frank so schnell wie möglich gefunden wird und ich ihn nie wieder sehen muss!" sagte sie hilflos. "Also wenn du mir helfen willst und dir noch irgendetwas an unserer "Freundschaft" oder was das hier auch immer ist, liegt, dann gehst du zur Polizei, zeigst dich selber an und erzählst denen, was du weißt...ansonsten" sie sprach nicht weiter.
Mehdi starrte sie immer noch fassungslos an. Er konnte ihr ihre Enttäuschung ansehen und es tat ihm weh, aber sollte er ihr die Wahrheit erzählen? Wenn sie schon die Vorstellung traf, dass es er gewesen sein könnte, wie wäre es dann bei ihrer besten Freundin Gabi? Vielleicht konnte er sich doch noch aus der Situation retten...
"Ich kann nur wiederholen, dass ich damit nichts zutun habe! Ob du mir glaubst, liegt jetzt bei dir..."
Sie sahen sich einen Moment lang an, dann schüttelte Claire den Kopf. "Es tut mir leid, Mehdi..." murmelte Claire und ging an ihm vorbei zur Tür. Mehdis Pupillen zuckten hin und her, als er panisch überlegte, was er tun sollte
"Warte!" sagte er schnell und tatsächlich drehte sich Claire noch einmal um.
"Ich habe das Fläschchen in die Schublade gelegt..." gab er zu und Claire sah in fassungslos an. "...aber ich habe nichts mit Franks verschwinden zutun!"
"Deckst du jemanden?" fragte Claire.
"Nein!" sagte Mehdi schnell, als sie seinem Geheimnis immer Näher zu kommen schien. "Ich...Ich kann es dir nicht erklären! Du musst mir vertrauen! Es ist zu deinem eigenen Schutz!"
Claire lachte, aber es war nicht ihr herzliches, offenes Lachen, dass man von ihr kannte, sondern ein gequältes, zerstörerisches Lachen. "Zu meinem eigenen Schutz?" wiederholte sie. "Wenn ein Mörder draußen herumläuft es ist zu meinem eigenen Schutz?"
"Bitte..." setzte Mehdi noch einmal an.
"Wenn du es mir nicht sagen kannst..." sagte Claire gleichgültig und drehte sich wieder zur Tür um.
"Ich nehme das Zeug selber!" sagte Mehdi und hätte sich im selben Moment dafür geohrfeigt. Wieso tat er das? War es das tatsächlich Wert? Aber wenn sie jetzt zur Polizei ging, hing er wahrscheinlich auch mit drin. Schließlich waren seine Fingerabdrücke darauf und zu seiner Verteidigung hatte er auch nichts vorzubringen. Wenn die Beamten eine Verbindung zwischen ihm, Anna, Frank und den Zuhältern herstellen konnte, lag es nunmal Nahe, dass die Zuhälter ihn erpressten, um Frank freizubekommen, obwohl sie es waren, die ihn niedergeschossen hatten. Bestimmt wäre das den Polizisten und der Öffentlichkeit egal. Sie hätten einen Sündenbock und Mehdi würde wahrscheinlich endgültig seinen Job oder sogar seine Zulassung verlieren. Ebenfalls sah es nicht sonderlich gut für ihn aus, wenn sich herausstellte, dass er Gabi gedeckt hatte. Während er die verschiedenen Szenarien durchspielte, schien Claire erleichtert zu sein. Der Medikamentenabhängige Mehdi schien ihr besser zu gefallen, als Franks Gehilfe.
"Mehdi, das ist ein starkes Schmerzmittel!" sagte sie erschrocken und er musste sich überlegen, ob er weiter den Tablettenabhänigen spielen wollte.
"Ich...ich weiß..." sagte er nur. "Es wirkt aber auch...beruhigend... Ich kann nicht mehr schlafen.."
Claire sah ihn weiter prüfend an, anscheinend traute sie dem ganzen noch nicht so recht.
"Ich habe schon Mal Tabletten genommen, als das mit meiner Frau und den Zuhältern war..." erklärte er.
Auf einmal schlug sie sich die Hände ins Gesicht. "Und der Selbsmordversuch!" Und plötzlich schien ihr alles klar zu werden.
Mehdi sah sie irritiert an. So weit zurück in seine Vergangenheit wollte er eigentlich nicht gehen. Und woher wusste sie davon?
"Gretchen hat mir davon erzählt! Mehdi, es tut mir so leid! Ich bin ein schrecklicher Mensch! Ich war so mit mir selbst beschäftigt, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie schlecht es dir geht..."
"Ist nicht schlimm..." bekam Mehdi nur heraus. Das half seinem schlechten Gewissen keinem bisschen. Jetzt machte sich Claire auch noch Vorwürfe. Toll.
"Es tut mir leid!" wiederholte sie­ und umarmte ihn. Er drückte sie fest an sich, warum war alles nur so kompliziert?

Amy drehte sich immer wieder um. Sie bekam das Gefühl nicht los, dass sie verfolgt wurde, aber das war unmöglich. Sie allein wusste davon. Keiner wusste von dem Treffpunkt. Vielleicht war es dumm gewesen allein dorthin zu kommen. Ziemlich wahrscheinlich war es das, aber Dr. Kaan hatte ihr ja nicht zu hören wollen, aber es war immer noch ein scheiß Idee. Sie war froh, als sie den Parkplatz des Elisabeth Krankenhauses sah. Jetzt konnte doch nichts mehr passieren, oder? Sie fing an zu rennen, weil das mulmige Gefühl nicht los bekam. Der Empfang war nicht besetzt und sie ging schnellen Schrittes zu den Aufzügen. Die Türe war offen und sie sprang schnell hinein und drückte eine Taste. Erst als sich die Türen schlossen, merkte sie, dass sie nicht allein im Aufzug war. Ihre Augen huschten immer zu dem kleinen Mädchen, dass in der Ecke stand und keine Anstalten machte, auch eine Taste zu drücken. Sie wusste nicht wieso, aber irgendwo hatte sie dieses Mädchen gesehen, aber was machte es mitten in der Nacht in einem Aufzug eines Krankenhauses? In Ordnung, Amy war auch mitten in der Nacht in einem Aufzug eines Krankenhauses, aber sie hatte ihre Gründe und das Mädchen schien nicht die gleiche Absicht zu haben wie sie und wie eine Patienten sah sie auch nicht aus.
"Hey..." fing Amy ganz unverbindlich an.
"Hallo..." erwiderte das Mädchen höflich.
"Was machst du denn so spät hier im Krankenhaus?" fragte sie zuckersüß.
"Du bist doch auch da..." gab sie zurück.
Schlaues Kind! dachte Amy und suchte nach einer Gegenantwort. "Ich bin auch Älter als du..."
"Woher willst du das wissen? Du weißt doch gar nicht wie alt ich bin..."
"Okay, wie alt bist du?" fragte Amy ruhig.
"Meine Mama sagt, ich darf nicht mit Fremden reden..." fing die Kleine jetzt an.
"Deine Mama hat dich sehr gut erzogen..." bemerkte Amy mit hochgezogenen Augenbrauen. Dann ging mit einem *pling* die Aufzugtür auf und beide stiegen aus.
Amy beobachtete irritiert, wie das Mädchen vor ihr herging und jede Abzweigung nahm, die sie auch nehmen wollte. Konnte es sein, dass sie das gleiche Ziel hatten?
"Liegt deine Mama auf der Gynäkologie? Hast du ein Geschwisterchen bekommen?" bohrte sie weiter.
"Nein..." sagte das Mädchen.
"Wir sollten beide nicht hier sein. Vielleicht sollten wir uns zusammen tun..." meinte Amy freundlich.
"Ich darf bestimmt hier sein..." meinte sie nur. "Mein Papa arbeitet hier..."
"Dein Papa?" wiederholte Amy irritiert. "Kennst du dann auch einen Dr. Kaan?" ohne eine Antwort abzuwarten, sprach sie weiter. "Warte, dein Papa ist Mehdi Kaan!" korrigierte sie sich, als sie merkte, dass sie direkt auf sein Büro zusteuerten.
Das Mädchen sagte nichts mehr, rannte auf die Tür zu und riss sie auf. "PAPA!"

Mehdi war immer noch in einer der vielen Umarmungen von Claire, die sich anscheinend immer noch extrem schlecht fühlte und Angst hatte, Mehdi würde sich in den nächsten fünf Minuten aus dem Fenster stürzen. Dann ging die Tür auf und da war dieses Mädchen mit den blonden Zöpfen. Dieses kleine Engelsgleiche Wesen, dass ihm alles bedeutet hatte. Hatte? Vergangenheit? Nein. Sie war seine Tochter! Oder auch nicht, wenn man Anna einmal in ihrem Leben glauben schenken durfte. Wieder zog sich sein Magen zusammen. Warum hatte er nicht nach ihr gesucht? Warum hatte er nicht gekämpft? Er war nicht nur ein beschissener Freund, sondern auch ein beschissener Vater. Wie viel Fehler konnte man eigentlich in einem Leben machen? Wie viele Fehler waren erlaubt?
Claire hatte noch gar nichts begriffen, während sich das kleine Mädchen um Mehdis Beine schlang.
"Papa! Ich hab dich so vermisst!" begrüßte sie ihn. "Sag doch was!"
Mehdi schaffte es nicht, sich aus seiner Umarmung zu lösen, deshalb musste sich Claire von ihm trennen. Er konnte seiner Tochter nicht in die Augen schauen.
"Mehdi? Ist das deine Tochter? Lilly? bist du Lilly?" fragte sie das Mädchen.
"Ja, bist du Papas neue Freundin?" fragte Lilly irritiert. "Papa, was ist mit Gretchen? Ich mochte Gretchen..."
Mehdi konnte das alles nicht verstehen. Und jetzt war da noch dieses andere Mädchen. Diese Tochter des Zuhälters und schaute sich alles nur irritiert an. Alles flog wild durcheinander durch seinen Kopf. Lilly, Claire, Gabi, Gretchen, Marc, Frank, Amy . Und wo war Anna, verdammt nochmal?
"Ich... Scheisse, ich bekomm' wieder meinen stressbedingten Reflux..." brachte Mehdi nur heraus. Er drückte sich an Amy vorbei und rannte Richtung Toilette.

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Kälbchen1 Offline

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31.10.2014 00:44
#150 RE: Meine Story! Zitat · antworten

Hey ihr Lieben,
Ich habe es mal wieder geschafft nen neuen Teil zu schreiben, aber zu aller erst möchte ich mich bei meinen zwei fleißigen Kommentarschreiberinnen Greta und Elli bedanken. Immer wenn ich eure Lieben Worte lesen, motiviert es mich weiter zu schreiben. Die, bis jetzt stillen, Leserinnen oder vielleicht sogar auch Leser, sind auch herzlich eingeladen mal auf meiner Kommentarseite vorbeizuschauen und Feedback dazulassen. :)
Obwohl Ferien sind, hab ich es nicht geschafft, früher einen Teil rauszuhauen . Tut mir Leid.
Fühlt euch gedrückt


Als Mehdi in sein Büro zurückkehrte, saß Lilly mit Claire am Tisch, Amy entdeckte er an der Wand gelehnt auf dem Boden und als er durch die Türe eintrat, schauten ihn alle erwartungsvoll an. Aber was sollte er sagen? In seinem Kopf dröhnte es, aber Worte fielen ihm keine ein...
"Lilly..." setzte Claire mit rauer Stimme an. "Lilly und ich haben dir ein Bild gemalt..." Auf dieses Stichwort sprang Lilly auf, lief zu ihrem Vater und hielt ihm das Bild entgegen.
Mehdi war erleichtert, dass sie die Stille durchbrochen hatte und befeuchtete seine trockenen Lippen, bevor er antwortete.
"Dankeschön..." brachte er jedoch nur heraus und nahm mit zitternden Händen das Bild entgegen.
"Das bist du, Mama und ich..." erklärte Lilly. "Claire hat mir geholfen, aber nur ein bisschen!" stellte sie klar.
"Ich...Lilly..." setzte Mehdi an. Er war sprachlos. Er war überrascht, gerührt, nervös, stolz, verstört, eine Mischung aus allem zusammen. Er musterte seine Tochter eindringlich. Sie hatte sich kaum verändert, aber sie war gewachsen... Oder doch nicht? Er konnte es nicht genau sagen. Hatte sie immer noch dutzende Barbiepuppen in ihrem Zimmer? Schaute sie immer noch gerne Spongebob? Es tat ihm weh, dass er sich nicht mehr sicher war, wer seine Tochter war. Falls sie überhaupt seine Tochter war. Wieder und wieder spielte sich in seinem Kopf die Szene am Bahnhof. "Ich freue mich, dass du da bist..." brachte er endlich heraus.
"Ich mich auch!" sagte Lilly und umschlang seine Beine. "Ich hab dich sooo vermisst!"
"Ich dich auch!" sagte Mehdi und wusste nicht, ob er log. Er hätte sie viel früher suchen müssen! Sie ist nicht von dir! hörte er Anna sagen. "Sag mal Lilli, wo ist denn Mama? Weiß sie, dass du hier bist?"
Sie löste sich und schaute beschämt zur Seite.
"Mama hat gesagt, sie muss sich mit einem Freund treffen..."
"Weiß sie, dass du hier bist?" wiederholte Mehdi.
Sie seufzte. "Nein, aber sie wird bestimmt nicht böse sein!" fügte sie noch hinzu.
"Aber sie wird sich Sorgen um dich machen!"
"Bestimmt nicht! Sie hat immer so viel zu tun. Sie hat fast keine Zeit mehr für mich. Das ist total doof! Ich will wieder nachhause, Papa! Ich weiß nicht mal, warum wir überhaupt weggegangen sind!"
Mehdis Magen zog sich zusammen. Wäre das vielleicht der passende Moment ihr zu sagen, dass ihr Zuhause nicht mehr existierte? Dass er im Schwesternwohnheim wohnte? Sollte er ihr eine halbwegs plausible Erklärung dafür liefern, warum sich ihre Eltern getrennt hatten? Er entschied, dass dafür später noch Zeit war. Für heute hatte er genug Menschen angelogen.
"Weißt du, wie wir sie erreichen können?"
Lilly schüttelte den Kopf und Mehdi sog scharf die Luft ein.
"Aber deine Mama ist in der Nähe?" meldete sich Claire zu Wort.
"Sie ist in Berlin, ja..." antwortete Lilly brav.
Mehdi und Claire wechselten Blicke. "Können wir kurz reden? Unter vier Augen?" fragte Claire.
"Lilly, bleibst du kurz bei Amy?"
"Okee!" sagte sie brav und Mehdi und Claire verließen das Büro und schlossen die Türe.
"Was will deine Ex-Frau denn jetzt hier?" zischte sie.
"Ich weiß es nicht!" gab Mehdi zurück.
"Warum gerade jetzt? Was, wenn sie etwas mit Franks verschwinden zu tun hat?"
"Anna hat nichts mit Frank zu tun..."
"Woher willst du das wissen? Du wusstest ja auch nicht, dass sie eine Prostituierte ist!"
"Danke, dass du mich daran erinnerst..." gab er kühl zurück.
"So war das nicht gemeint... Ich wollte dich nur daran erinnern, dass man niemandem trauen kann! Vielleicht wird diese Anna von ihren Zuhältern erpresst!"
"Wir müssen sie so oder so finden..." erklärte Mehdi. "Ich glaube nicht, dass sie sich freiwillig bei mir melden wird..."
"Wir haben Lilly, vielleicht findet sie ja uns..." meinte Claire gleichgültig, aber schaute ihn verschwörerisch an. "Ich will sie nur nicht unterschätzen! Unterschätze niemals jemanden, den du nicht einschätzen kannst! Vor allem, wenn dieser jemand dein Feind sein könnte...oder muss ich dich daran erinnern, dass du 10 Jahre lang" wollte sie hinzufügen, als Mehdi sie ungläubig angeschaut hatte, aber sie wurde von der aufgehenden Türe unterbrochen.
"Entschuldigung, ihr solltet echt etwas wissen..." setzte Amy an.
"Ich unterhalte mich gerade mit Claire!" gab Mehdi zurück und schaute Claire auffordernd an, doch bitte ihren Satz zu beenden. "Sprich weiter!"
"Sie kann gefährlicher sein, als du denkst..." sagte Claire nur und hielt seinem Blick stand.
"Es wäre echt cool, wenn mir jemand zuhören könnte..." ignorierte sie die angespannte Stimmung.
"Was denn?!" fuhr Mehdi sie grober an, als gewollt.
"Ich weiß nicht genau, wie ich es erklären soll..." fing sie an und presste ihre Lippen zusammen, dann stellte sie zögernd die große Sporttasche ab und öffneten den Reißverschluss. Mehdi und Claires Augen weiteten sich Augenblicklich.
"Wow, das ist...ziemlich...viel...Geld..." brachte Claire stockend heraus.
"500.000 Euro, um genau zu sein..." korrigierte Amy kleinlaut.
"Und wo hast du die her?" wollte Mehdi misstrauisch wissen.
"Ich...Ich habe sie sozusagen...gefunden..."
"Amy!" sagte Mehdi streng.
"Ich hab sie gefunden...vor der Wohnung meines Vaters..." murmelte sie kleinlaut "Keine Ahnung wer sie abgestellt hat..."
"Anna..." murmelte Mehdi nur gedankenverloren.
"Das fällt ihr ein bisschen spät ein..." meinte Claire trocken.
"Vor ein paar Tagen war schon eine Nachricht auf dem AB von meinem Vater. Irgendeine Frau hat etwas von dem Geld geredet. Ich wollte es euch sagen! Aber ihr hattet in dem Moment ganz andere Probleme, zumindest wollte mir auch niemand zuhören!" gab sie zurück.
"Es war trotzdem eine blöde Idee! Es hätte so viel passieren können!" sagte Mehdi verantwortungsbewusst. "Und nebenbei gesagt habe ich keine Lust, dass wieder ein totes Schaf in meinem Spint liegt, weil die Zuhälter ein paar Scheine vermissen! Was sollen wir denn jetzt machen? Wir müssen die Polizei rufen!"
"Und was soll die machen?" meldete sich Claire zu Wort. "Vielleicht finden sie Anna, aber das wird uns nichts nützen..."
"Was sollen wir dann deiner Meinung nach tun? Vielleicht finden wir durch Anna die Zuhälter!"
"Wenn diese Anna wüsste, wo sich mein Vater befindet, wüsste sie, dass er nicht Zuhause ist..." wandte Amy ein.
Mehdi sah beide verärgert an. "Wollt ihr etwa das Geld behalten??"
Amy und Claire sahen sich an und holten Luft um etwas zu sagen.
"Na jaaa..."
"Also..."
"Habt ihr nicht mehr alle Latten am Zaun?"
"Seh's doch mal so...", setzte Claire an, "...wahrscheinlich werden wir Frank nie wieder sehen, er wird nie zur Rechenschaft gezogen werden und...und was ist mit uns? Denkst du...wir sollten keine Entschädigung bekommen?"
"Doch, natürlich!" beteuerte Mehdi. "Aber doch nicht auf diese Art und Weise! An diesem Geld klebt Blut! Auch wenn es nur Schafblut ist!" fügte er hinzu.
"Denk' doch mal dich!" sagte Claire ruhig. "Du brauchst das Geld..."
"Ich will es aber nicht haben..." stellte Mehdi klar. Er wollte kein Geld, dass Anna auf fragwürdige Art und Weise verdient hatte. Er wollte kein Geld, von erpressten Männern wie ihm.
"Und was ist mit Lilly? Soll sie heute Nacht im Schwesternwohnheim schlafen?"
Mehdi öffnete den Mund, aber er konnte nicht bestreiten, dass das ein sehr guter Einwand war.
"Ich...Ich bekomm' das schon irgendwie anders hin..." setzte er an und schluckte.
"Ja?" fragte Claire interessiert und legte ihren Kopf schräg.
"Kann ich..." setzte er an. "Können wir...vielleicht...bei dir unterkommen?"
"Wenn es dir nichts ausmacht auf einem blutverschmierten Sofa zu schlafen, dann gerne..." gab sie kühl zurück.
Mehdi stöhnte genervt und gleichzeitg verzweifelt auf. Das konnte doch nicht die einzige Möglichkeit sein...Sein Blick fiel auf die Tasche. Irgendwie hatten Claire und Amy recht. Irgendwie hatte er ja ein Recht auf eine Entschädigung, oder nicht? Nein, verdammt! Für ein paar Nächte im Hotel reichte sein Geld aus und dann würde er weitersehen. Wenn nur nicht noch diese ganzen Schulden wären. Und mit dem Geld könnte er endlich aus dem Schwesternwohnheim ausziehen und sich ein Auto kaufen und einen Plasmafernsehr und...
"Dann eben nicht!" gab Mehdi zurück. "Ich schaffe es auch so! Und jetzt entschuldigt micht!" fügte er bestimmt hinzu und ging zurück in sein Büro zu Lilly.
Amy und Claire sahen sich an und Amy zuckte mit den Schultern. "Dann nicht... Sie können alles haben, wenn Sie wollen..."
"Und du?"
"Ich hab schon..." meinte sie und lächelte schief.
"Verstehe..." sagte Claire, nahm die Tasche und schwang sie über ihre Schulter. "Mach aber nie wieder sowas, klar?" versuchte sie sich noch von ihrer verantwortungsvollen Seite zu zeigen.
"Verstanden..." murmelte sie.
"Komm jetzt, du solltest gehen..." sagte Claire und lief voraus. Sie konnte die Tasche auf keinen Fall im Krankenhaus lassen.
Am Krankenhauseingang trennten sie sich und Claire schauderte als sie allein in der Dunkelheit stand. Trotzdem lief sie bestimmt Richtung Auto und drehte sich um. Lag es an dem vielen Geld, dass ihr so mulmig wurde? Berlin war ein ziemlich gefährliches Pflaster. Unruhig huschten ihre Augen von einer Seite zur anderen. Ganz ruhig Claire! Es ist alles so wie immer. Nur dunkel. Sie schaute sich immer wieder um, aber sie war die einzige auf dem Parkplatz.Auf wen wartest du?Frank? Hör auf dich verrückt zu machen! Frank ist über alle Berge! Sie atmete tief ein und wieder aus, sie konnte aber nicht verhindern, dass sie sich immer wieder umdrehte, um sich zu vergewissern, dass wirklich niemand da war. Sie fühlte sich beobachtet. Aber es war niemand da. Es konnte niemand da sein. Sie war einfach nur mitgenommen von der Sache mit Frank. Nur ein bisschen Verfolgungswahn. Alles kein Problem. Alles-wird-gut. Erleichtert ging sie die letzten Meter zu ihrem Auto, als sie plötzlich Schritte hinter sich hörte. Immer schneller werdende Schritte. Sie drehte sich um, wurde aber zu Boden gerissen, bevor sie auch nur irgendetwas hätte erkennen können. Ihr überraschter Schrei wurde sofort mit einer Hand erstickt, die sich über ihren Mund schob.
"Pssscht!" zischte eine Person.
Claires Atem ging schnell und ihr Herz drohte zu platzen. Sie fühlte sich wie ein gejagtes Kaninchen, das zu Boden gedrückt wurde und dem tödlichen Genickbiss nur noch wenige Sekunden entfernt war. Sogar wenn sie gewollt hätte, hätte sie keinen Ton herausgebracht, die aufkommende Panik schnürte ihr die Luft ab, gleichzeitig drückte die Person sie so fest zu Boden, dass sie das Gefühl hatte zu ersticken.
"Ein Wort und es knallt, verstanden?" flüsterte eine Stimme dicht an ihrem Ohr und gleichzeitig schob sich kühles Eisen an ihren Nacken. Bitte Gott, falls es dich gibt, lass mich nicht so sterben! flehte Claire still und hoffte, dass Gott keine Strichliste darüber geführt hatte, wann sie sich in der Kirche blicken lassen oder an diesem Morgen lieber ausgeschlafen hatte. Die Person nahm vorsichtig ihre Hand von Claires Mund und griff nach der Tasche. Solllte Claire schreien? Würde sie überhaupt jemand hören?
"Ich glaube nicht, dass das dein Geld ist, oder?! Du solltest dich aus solchen Angelegenheiten heraushalten! Ich hoffe für dich, dass nichts fehlt!" zischte die Gestalt. Weiter hielt Claire brav den Mund. Was, wenn sie wirklich herausfinden würde, das Geld fehlte? Mehdi hatte Recht gehabt. Was für eine scheiss Idee! Wie konnte sie sich von ein paar Scheinen so blenden lassen. Für ein bisschen Geld hatten sie sich mit der Mafia angelegt! Und das war der Preis dafür. Alles war nur die Schuld dieser Anna! Mit ihr hatte alles angefangen!
Anna?
"Anna!" hauchte Claire und die Person hielt für Sekundenbruchteile inne, dann kramte sie weiter in der Tasche und tat so, als hätte sie nichts gehört. "Anna! Du bist Anna!" wiederholte Claire.
"Halt die Klappe! Ich kenne keine" Sie unterbrach sich selbst mit einem schmerzerfüllten Schrei und Claire spürte, wie das Gewicht auf ihrem Rücken abnahm. Schnell richtete sie sich auf und krabbelte zum nächsten Auto, an das sie sich ängstlich drückte.
"Wieso machst du blöde Schlampe eigentlich immer nur Ärger!?" knurrte Marc verärgert, während er Anna grob an ihrem Haaransatz festhielt.
"Aua! Marc, lass mich los! Bitte!" winselte Anna.
"Marc!" rief Claire erleichtert.
"Nichts du danken!" gab Marc zurück. "Schön dich zu sehen, Anna!"
"Halt die Klappe, Marc!"
Marc ließ sie los und sie stolperte zur Seite.
"Was machst du hier?" wollte Marc wissen. Anna schaute ausweichend zur Seite.
"Ich habe gefragt, was du hier machst!" wiederholte Marc.
"Sie will ihr Geld wiederhaben..." murmelte Claire, die immernoch auf dem Boden saß.
"Geld? Was hast du mit Annas Nuttengeld zu tun?" fragte Marc sie irritiert.
"Eigentlich ja nichts!" meinte Anna verärgert. "Aber deiner tollen Freundin war wohl danach, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen!"
"Nichts?" fragte Claire wütend. "Wegen diesem blöden Geld sitzen wir doch alle in der Scheiße und du behauptest, ich hätte nichts mit dem Geld zu tun?! Mein Leben hing von diesem Geld ab, verdammt! Und was noch viel schlimmer ist: Mein Leben hing von dir ab! Und jetzt entscheidest du dich, hier aufzutauschen, mir einen riesen Schrecken einzujagen und zu behaupten, zwischen uns gäbe es keine Zusammenhänge?"
Anna starrte sie an. "Was?"
"Anna, das ist Claire!" stellte Marc sie vor. "Claire, du hast wahrscheinlich schon herausgefunden, mit wem du das vergnügen hast"
"Claire...Du bist also die, die..." stammelte Anna und presste die Lippen zusammen, dann hielt sie ihr die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Claire überlegte kurz, dann ergriff sie die Hand.
"Ich wünschte, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt!" murmelte sie.
Ich wünschte, ich hätte dich gar nicht kennengelernt! "Ebenfalls..." antwortete Claire jedoch nur.
"Ich verstehe nicht ganz..."
"Es ist kompliziert" sagte Anna.
"Lilly ist bei Mehdi..." warf Claire plötzlich ein.
"Was?" sagten Anna und Marc gleichzeitg. "Das ist unmöglich..."
"Familientreffen...wie schön..." brummte Marc und verdrehte die Augen...

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*If you take me for granted you leave empty-handed...* ~MitiS~

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