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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Flying_Girl ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2011 22:22
Story von Flying_Girl Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben, ich bin jetzt schon längere Zeit ein heimlicher Leser von euren Fanfictions und habe mich nun endlich auch mal getraut mich in diesen Forum anzumelden und selbst eine zu schreiben. Ich hoffe sie gefällt euch. Ich würde mich über eure Meinung freuen. Bis bald. Flying_Girl

„Gretchen… konzentrier dich mal bitte auf die OP, anstatt hier vor dich hin zu träumen!“ sagte Marc zornig als er merkte das Gretchen nicht recht bei der Sache war. „Entschuldige Marc!“ sagte sie leise und versuchte sich zu konzentrieren. „Bist du mit deinen Gedanken etwa wieder bei der Hochzeit? Du solltest vielleicht langsam mal anfangen deinen Schokoladenkonsum zu reduzieren, oder noch besser einzustellen, bevor du erst recht nicht mehr, mit deinen dicken Hintern, ins Kleid passt!“ meinte er und schaute zu Gretchen um zu sehen wie sie darauf reagiert. Und wie erhofft nahm sie sich das, wie fast immer, sehr zu Herzen. „Danke Marc für diesen super Tipp. Aber ich arbeite schon daran!“ – „Ach echt? Sieht man gar nicht. Dachte eher es ist mehr geworden!“ – „Nur weil du eifersüchtig bist…!“. Weiter kam sie nicht da Marc sie sofort unterbrach. „Auf was? Auf dich?“ – „Das kannst du sehen wie du willst. Aber ich weiß für meinen Teil das ich glücklich bin. Da ich in wenigen Tagen Alexis heiraten werden, den ich über alles liebe!“ – „Du liebst doch nur einen… und du weißt genau wen ich mein!“ Dabei beugte er sich zu ihr und grinste triumphierend. „Du bist so ein selbst verliebtes Arschloch. Ich bin lang genug dir hinterher gerannt. Wenn man mal bedenkt wie ich die letzten 15 Jahre verschwendet habe!“ meinte sie nachdenklich und widmete sich dem Patienten, der durch die Narkose zum Glück, nichts mitbekam. „Gretchen… das glaubst du doch selber nicht. Du weißt doch genau dass du mich noch liebst und wenn hier einer eifersüchtig ist dann ja wohl du. Ich kann jede haben die ich möchte. Vielleicht auch dich. Aber wenn ich mir recht überlege steh ich mehr auf den schlankeren Typ- Frau!“ Nun hatte er es endgültig geschafft. Gretchen war den Tränen nah. Aber bevor sie sich die Blöße gab und vor Marc anfing zu weinen, rannte sie so schnell wie sie konnte aus dem OP- Saal. „HASENZAHN… ich glaube nicht das wir hier fertig waren. Also komm SOFORT zurück!“ schrie Marc ihr nach. Doch Gretchen wollte nicht zurück und rannte den langen Gang entlang, Richtung Umkleide. „Sag mal spinnst du? Einfach aus der OP zu rennen!“ Marc, der ihr gefolgt war, packte sie weniger liebevoll am Arm. „Lass mich los… du tust mir weh!“ Gretchen wehrte sich mit all ihren Kräften, merkte aber kurz darauf, dass sie gegen Marc keine Chance hatte. Er drückte Gretchen gegen die Wand. „Komm zurück… ich brauch dich doch!“ meinte er und schaute ihr dabei in die Augen. „Du brauchst mich?“ fragte sie leise nach. „Ja ich brauch dich… ich kann doch ohne Assistenz nicht operieren und bis Sabine den Knechtelsdorfer erreicht hat…!“ – „Marc du bist so ein…!“ Er schaute sie eindringlich an. Für einen kurzen Moment dachte sie ernsthaft dass er sie braucht. „ARSCHLOCH!“ schrie sie laut und riss sich von ihm los um den Weg weiter Richtung Umkleide aufzunehmen. „Ich erwarte dich in fünf Minuten im OP. Ach… und esse mal was… Hungrig bist du ja unausstehlich!“ – „Da kannst du lange warten. Ich habe noch einen Termin!“ –„Da bin ich aber mal gespannt was wichtiger sein kann als diese notwendige OP da drin!“ Dabei deutete er mit seinen Zeigefinger Richtung OP- Saal. „Wen es dich so interessiert… ich hab noch einen Termin mit dem Pfarrer. Aber das müsstest du ja eigentlich wissen. Immerhin hättest du ja auch fast einmal geheiratet!“ Lächelnd lief Gretchen weiter und ließ einen verdutzten Marc zurück.
Auf den Weg zu Alexis machte sich Gretchen so ihre Gedanken. Wie konnte Marc nur so gemein sein zu ihr. Sie hatte ihn doch niemals etwas getan… im Gegenteil. Sie hat ihm noch geholfen, egal was er ihr zuvor schlimmes an den Kopf geworfen hatte. Und als Dank beleidigte er sie aufs schlimmste. Man könnte fast denken dass es ihm richtig Spaß macht wenn er sie beleidigen und vor anderen Personen bloß stellen konnte. Doch das wollte sie nicht mehr. Sie entschloss sich dafür, endlich was dagegen zu unternehmen.

Am nächsten Morgen kam sie zusammen mit Sabine ins Krankenhaus. Die zwei Frauen hatten sich an der Bushaltestelle getroffen. „Was war denn gestern mit dem Herrn Doktor los?“ Fragte Sabine. „Was meinen Sie?“- „Ja nach dem sie gegangen sind war er unausstehlich!“- „Ist er das sonst nicht?“ fragte Gretchen genervt. Wann war er denn mal nicht gereizt. „Doch schon… aber diesmal… ich weiß auch nicht. Es war ganz komisch. Als wenn ihn etwas bedrückt!“ Hat er etwa Schuldgefühle und eingesehen das es nicht richtig war was er Gretchen gestern an den Kopf geworfen hat? Das wäre ja zumindest mal ein Anfang. Doch diese Hoffnung sollte sich ganz schnell als falsch herausstellen.
„Hasenzahn… Sofort in mein Büro!“ begrüßte Marc die zwei Frauen als er sich gerade einen Kaffee holen wollte. „Und Sabine… warum haben sie noch keinen Kaffee gekocht?“ – „Entschuldigen sie Herr Doktor… aber ich habe verschlafen!“ meinte Sabine ruhig. „Sie werden nicht fürs schlafen bezahlt. Also ZZ!“

Gretchen folgte ohne große Worte zu Marc ins Büro. Dieser setzte sich auf seinen Stuhl und sah Gretchen von oben bis unten an. „Und du erklärst mir jetzt mal was du dir gestern dabei gedacht hast mich alleine im OP stehen zu lassen. Was bitte sollen die anderen denn von mir denken?“ schrie er Gretchen an. „Ist das deine einzige Sorge?“ – „Hör mir mal zu… Wenn das noch mal passieren sollte, dann hast du ganz andere Sorgen. Und zwar wo du den nächsten Assi spielen darfst. Ich kann keine unzuverlässigen Assis gebrauchen, die denken das ein Termin mit dem Pfarrer wichtiger ist als der Patient im OP!“ – „Du willst mir drohen…!“ – „Sieh es wie du willst. Und jetzt geh… ich muss noch ein paar Akten kontrollieren!“ – „Du bist so lächerlich Marc!“ Mit diesen Satz drehte Gretchen sich zur Tür und verließ das Büro. Marc dagegen hätte sich am liebsten selbst eine geklatscht für seine Dummheit. Wie konnte er nur so etwas sagen, wo er sie doch in Wahrheit liebend gern den ganzen Tag, um sich herum hätte. Noch nie hatte er so etwas für eine Frau empfunden, wie für Gretchen. Und dann fällt ihm nichts Besseres ein, als seine Liebe jedes Mal aufs Neue zu beleidigen und vor den anderen Mitarbeitern bloß zu stellen. Marc beschloss daraufhin etwas netter zu Gretchen zu sein und sie nicht dafür Büsen lassen, nur weil er zu feige ist seine Gefühle einzugestehen.

In der darauffolgenden Woche hatte sich das angespannte Klima zwischen Marc und Gretchen verändert. Gretchen, die bemerkt hatte das Marc sich Mühe gab sie nicht mehr so sehr zu ärgern, fragte sich was es für einen Grund gab das Marc plötzlich so anders zu ihr ist. „Vielleicht hat er es akzeptiert dass du in fast sechs Wochen einen anderen heiraten wirst!“ meinte Medhi nachdenklich als er und Gretchen zusammen in der Cafeteria einen Kaffee tranken. „Denkst du… ich glaube nicht dass es ihn jemals gestört hätte. Für ihn war und bin ich doch noch immer das hässliche Mädchen vom Schulhof!“ Was Gretchen eher traurig sagte. „Trauerst du ihm etwa nach?“ Fragte Medhi entsetzt. „Du heiratest, Gretchen. Eigentlich müsste dich das kalt lassen!“ – „Ach Medhi… das ist alles nicht so einfach. 15 Jahre bin ich ihm nachgerannt. Und mein Verstand sagt mir auch dass es so, wie es jetzt ist, gut ist. Ich bin glücklich mit Alexis und werde ihn heiraten. Aber mein Herz schlägt immer noch etwas für Marc. Auch wenn ich mich dagegen vehement weigere. Aber so einfach, wie ich dachte, ist es nicht!“ - „Ich versteh euch Frauen manchmal echt nicht mehr!“ Medhi trank den letzten Schluck Kaffee aus und verabschiedete sich von Gretchen mit einen „Bis Bald!“ Gretchen blieb noch ein Stück sitzen bis sie durch ihren Pieper wachgerüttelt wurde. Sofort eilte sie zur Notaufnahme wo sie auf Marc und Gordon traf. „Hallo hübsche Frau!“ begrüßte Gordon sie und lächelte sie dabei an. Marc der das ganze beobachtete dachte falsch zu hören. Er wagt es „sein“ Gretchen an zu flirten. Sofort setzte bei Marc der Verstand wieder ein und er fragte sich seit wann es ihn eigentlich stört wenn jemand Gretchen anmacht. Ist er etwa eifersüchtig?

„Marc, kommst du endlich wir müssen ihn sofort untersuchen!“ hörte er Gretchen sagen und schaute sie fragend an. „Über deine Frauen kannst du auch dann noch nachdenken!“ meinte Gretchen und schob den Patienten Richtung Untersuchungszimmer. „Höre ich da etwa ein klein bisschen Neid?“ folgte er Gretchen fragend und tastete den Patient vorsichtig ab. „Ha… wie kommst du denn darauf? Vielleicht eher Mitleid. Irgendwann wirst du mit 50 noch deine Frau fürs Leben suchen!“ – „Gretchen hör auf zu philosophieren und bereite lieber den OP vor!“

Kurze Zeit später standen Marc und sein OP- Team auch schon im OP. Diesmal rannte Gretchen nicht heulend aus den Saal. Sie hatte ja auch keinen Grund. Marc trug ab und zu einen seiner Sprüche bei, aber nicht so schlimm dass es Gretchen verletzte. Als sie fertig waren, war es schon relativ spät und Marc nutzte die Chance um Gretchen zu fragen ob er sie denn nicht nach Hause fahren sollte. „Ach weißt du Marc, das ist sehr lieb von dir, aber ich fahr lieber mit dem Rad. Ich weiß auch gar nicht was Alexis davon halten würde!“ – „Wenn du meinst…wollte nur nett sein!“ Gretchen wunderte es immer mehr, wie Marc sich in letzter Zeit, ihr gegenüber verhielt. Irgendwas führte er doch im Schilde.
Als sie sich verabschiedet hatten stieg Gretchen aufs Rad und fuhr Richtung Hauptstraße als Marc hupend an ihr vorbei fuhr und noch mal anhielt. „Und vergess nicht… ich hasse Unpünktlichkeit. 6.00 Uhr ist Arbeitsbeginn!“ – „Ja, Herr Dr. Meier!“ antwortete Gretchen und verdrehte dabei die Augen. Da kommt man einmal zu spät und wird gleich den ganzen Tag damit aufgezogen. Noch ganz in Gedanken versunken merkte Gretchen nicht das sie geradezu auf die große Kreuzung zu radelte und die Vorfahrt missachtete, als sie nur noch einen Aufprall wahrnahm.

„Hallo? Hören sie mich… Haben sie Schmerzen?“ Gretchen nahm eine leise Stimme wahr, die ihr weit weg erschien. Kurz darauf jedoch war sie schon wieder ohnmächtig geworden. Erst im Krankenhaus kam sie wieder zu Bewusstsein. „Fr. Doktor… was ist denn passiert?“ hörte sie Schwester Sabine fragen als sie vom Untersuchungszimmer, Richtung Station gebracht wurde. „Wo bin ich? Was ist passiert?“ fragte Gretchen, noch etwas benommen, ihr gegenüber. „Sie hatten einen Unfall. Als sie auf den Heimweg waren, sind sie mit einen Motorrad zusammengestoßen!“ – „Wo bringen sie mich denn jetzt hin? Ist es denn was Ernstes?“ – „Frau Dr. Haase…wir können sie beruhigen. Sie haben zum Glück nur zwei gebrochene Rippen davongetragen und eine kleine Platzwunde am Kopf!“ sagte Dr. Rössel der in dieser Nacht Bereitschaft hatte. „Was? Aber ich möchte doch in 6 Wochen heiraten!“ – „Oh… aber ich denke bis dahin haben wir sie schon wieder so gut wie möglich aufgepäppelt. Und sehen sie es mal so… das ist immer noch besser als mit zwei Krücken zum Altar zu humpeln!“ Dabei lächelte er sie aufmunternd an. Gretchen dagegen wusste nicht wie sie reagieren sollte. Ihre Gefühle fuhren Achterbahn. „Schwester Sabine? Könnten sie bitte meinen Verlobten verständigen. Die Telefonnummer ist in meiner Tasche!“ –„Mach ich sofort Fr. Doktor!“ Mit dem Zettel in der Hand machte sie sich gleich auf den Weg ins Stationszimmer, um Alexis zu informieren. Dieser war total geschockt und wollte sich gleich auf den Weg machen. „Ich denke es ist besser wenn sie Fr. Haase morgen Vormittag besuchen kommen. Sie braucht jetzt sehr viel Ruhe… Aber wenn sie möchten können sie, sie ja anrufen. Ich geb ihnen die Nummer!“ Dankend legte Alexis auf um kurze Zeit später gleich sein Sternchen anzurufen. Gretchen die noch etwas durcheinander war versuchte so gut wie möglich Alexis Fragen zu beantworten. „Ich komm morgen Vormittag vorbei mein Sternchen. Bis dahin Schlaf gut!“ verabschiedete sich Alexis und legte auf. Gretchen dagegen konnte in dieser Nacht fasst nicht schlafen. Die Schmerzen waren unerträglich und die Gedanken um ihre Hochzeit und ob bis dahin wieder alles in Ordnung ist ließen sie nicht los. Erst am frühen Morgen schlief sie erschöpft ein.

Fast zur gleichen Zeit kam Marc ins Krankenhaus. Er wollte vor Dienstbeginn noch ein paar Akten bearbeiten. Von dem Unfall wusste er noch nichts. Gretchen lag auf der Station von Dr. Rössel, der sie in der letzten Nacht aufgenommen hatte. Als es kurz nach 6.00 Uhr war, machte er sich auf den Weg zum Stationszimmer. „Morgen!“ murrte er Schwester Sabine an, die noch immer mit ihren Gedanken bei der Frau Doktor war. „Ist Hasenzahn noch gar nicht da!“ meinte Marc gereizt als er aus der Umkleide zurück kam und seinen Kittel zu Recht zupfte. „Ja Hr. Doktor… wissen sie denn noch gar nichts?“ meinte Sabine schüchtern und blickte von dem Schreibtisch hoch. „Was weiß ich noch nicht?“ In Marc trat eine Unruhe auf… die ihm völlig neu war. „Die Frau Doktor hatte gestern Abend einen Unfall. Sie ist mit einem Motorrad zusammen gestoßen!“ – „Was? Und warum sagt mir das keiner? Wie geht es ihr?“ – „Soweit ganz gut, wie ich gehört habe. Sie hat sich zwei Rippen gebrochen und eine kleine Platzwunde am Kopf!“ Marc wusste nicht wie er reagieren sollte. Schwester Sabine die das merkte, lächelte ruhig in sich hinein. Auch ihr fiel in der letzten Zeit das Verhalten von ihren Chef auf und hatte sich schon manchmal gefragt ob da nicht mehr als nur freundschaftliche Gefühle für die Frau Doktor waren, als er es zugeben wollte. „In welchem Zimmer liegt sie?“ – „Sie liegt bei dem Herrn Dr. Rössel auf Station!“ – „Was? Warum das denn?“ – „Na weil er sie hat aufgenommen gestern Nacht!“ – „Ich möchte sofort das sie hierher verlegt wird!“ – „Aber Herr. Doktor… sie wissen doch das das nicht machbar ist…!“ – „Das ist mir egal… dann lassen sie sich was einfallen!“ meinte er laut und verschwand in sein Büro. Daraufhin griff die nervöse Schwester zitternd zum Telefon und rief auf der Station von Dr. Rösseln an um zaghaft anzufragen ob es denn nicht möglich wäre die Fr. Doktor auf die Station von Marc zu verlegen. Auf die Frage wieso fiel ihr vor lauter Nervosität keine Antwort ein, und konnte somit nichts erreichen. „Hätte ich mir fast gedacht!“ meinte sie leise als sie Marc hinter sich stehen sah. „Und?“ fragte er. „Ohne Erfolg!“ – „Muss man hier denn alles alleine machen?“ fragte er wütend und ging Richtung Aufzug. Dort traf er auf Medhi der gerade seinen Dienst anfing. „Na? Heute nichts zutun weil du schon wieder auf anderen Stationen rumhängst?“ fragte er grinsend. „Sehr witzig… Gretchen hatte gestern einen Unfall und liegt nun bei dem Rössel auf Station… Und jetzt bin ich gerade dabei sie auf meine Station verlegen zu lassen!“- „Was? Wie geht es ihr?“- „Laut Sabine hat sie sich zwei Rippen gebrochen!“ – „Und denkst du das du Erfolg hast und sie auf deine Station verlegen kannst? Ich bin mir da gar nicht mal so sicher!“ – „ Mir egal. Irgendwie bekomm ich das schon hin!“ sagte Marc zielsicher als sich die Türen des Aufzuges öffneten. „Du kannst mir dann ja mal Bescheid sagen!“ rief ihm Medhi noch hinterher als Marc den Aufzug verließ.

„Ja guten Morgen Herr Kollege… was verschafft mir denn die Ehre? Heute gar keine Patienten!“ schaute Dr. Rössel von seiner Patientenakte hervor als er Marc sah. „Morgen… Patienten habe ich genug. Warum ich aber eigentlich hier bin… Meine Kollegin Fr. Dr. Haase liegt bei ihnen auf Station und jetzt wollte ich sie fragen ob sie bereit wären sie auf meine Station verlegen zu lassen!“ Dr. Rössel schaute Marc eindringlich an. „Wieso sollte ich?“ – „Lange Geschichte… sie haben auch was gut bei mir!“ Marc versuchte so höflich wie möglich zu sein, was ja eigentlich gar nicht seine Art war. „Ich weiß auch nicht… normalerweise mach ich ja sowas nicht!“- „Ach kommen sie schon. Nur einmal!“ bettelte Marc schon fast. „Gut… Ausnahmsweise. Aber nur wenn sie mir später bei einen Kaffee den Grund verraten!“- „Wenn das sein muss!“ gab Marc nach. Hauptsache Gretchen lag bei ihm auf Station. So konnte er sie immer mal besuchen wenn er Zeit hatte, ohne dass es so sehr auffiel. „Ich lass sie dann nach der Visite nach unten bringen!“ meinte Dr. Rössel bevor er sich wieder seiner Patientenakte widmete.

Mit einen großem Grinsen im Gesicht begab sich Marc wieder auf seine Station wo er ebenfalls mit der Visite begann. Als er fertig war meinte er noch zu Schwester Sabine dass sie doch ein Einzelzimmer für Gretchen zu Recht machen sollte.
Gretchen die noch nichts davon ahnte, war total in Gedanken versunken als das Team von Dr. Rössel in ihr Zimmer kam. „So Fr. Kollegin… wie geht es ihnen denn?“ fragte Dr. Rössel und lächelte sie aufmunternd an. „Geht schon… wie lang werd ich hier bleiben müssen!“ fragte sie zaghaft. „Schwer zusagen… kommt ganz drauf an wie sich ihre Rippenbrüche erholen… Aber das wird dann ihr Kollege entscheiden!“ Fragend schaute Gretchen Dr. Rössel an. „Wie meinen sie das?“ - „Ihr Kollege, der Herr. Dr. Meier war vorhin bei mir und hat sich ganz schön für sie eingesetzt, dass sie auf seine Station verlegt werden. Also wenn sie mich fragen, der muss sie ja ganz schön mögen!“ In jeden Gesichtern war ein kleines Lächeln zu erkennen. Warum tat Marc das? Das passt doch so gar nicht zu ihm, dachte Gretchen.

Wenig später wurde sie dann auch schon auf die andere Station gebracht wo sie ein Einzelzimmer bekam. „Fr. Doktor… wie geht es ihnen? Soll ich ihnen irgendetwas bringen? Was zu trinken oder was zu lesen!“ sorgte sich Sabine als sie Gretchen ins Zimmer gebracht hatte. „Danke Schwester Sabine…!“ begann Gretchen als sie unterbrochen wurde. „Sabine… ich kümmer mich darum. Könnten sie uns bitte kurz allein lassen?“ Plötzlich stand Marc im Raum und Gretchen erstarrte fast in ihrem Bett. Er sah besorgt aus. Als Sabine den Raum verlassen hatte begann er in der Akte zu blättern. „Also deine Werte sind alle Ok… und die Rippen werden auch bald wieder heil sein. Ich werde dir dann noch ein paar Schmerztropfen bringen lassen. Hast du Schmerzen zurzeit?“ erkundigte er sich und schaute Gretchen dabei intensiv an. Er vermied es regelrecht ihr ins Gesicht zusehen. „Warum hast du das gemacht?“ fragte sie ihn ohne auf das davor gesagte einzugehen. „Was meinst du?“ fragte er nach. Insgeheim wusste er genau was sie meinte und er hatte sich auch schon zuvor die ganze Zeit Gedanken darüber gemacht wie er ihr das erklären sollte. Er konnte ihr ja schlecht sagen dass er sie gern bei sich haben wollte und sich große Sorgen machte. „Ähm… ja. Du weißt ja genau so wie ich, das ich besser bin als Rössel und da wollte ich dich schon selber behandeln!“ redete er sich raus. „Ach so…!“ fand sich Gretchen mit der Antwort ab als sich die Tür erneut öffnete. Diesmal stand Alexis in der Tür. Gretchen die sich sehr darüber freute, verzehrte schmerzend ihr Gesicht als sie sich aufsetzten wollte. „Langsam!“ sorgte sich Marc. Dies fiel auch Alexis auf und er war wenig davon begeistert. „Sternchen… wie geht es dir? Ich dachte du liegst auf einer anderen Station?“ fragte er nach und schaute Marc misstrauisch an. „Ja gut… ich werd dann mal gehen. Die Schwester bringt dir dann noch was gegen die Schmerzen!“ meinte Marc und ging wiederwillig. Viel lieber wäre er noch etwas in dem Zimmer geblieben.

Alexis war sehr um seine Verlobte besorgt, merkte aber auch dass sie nicht ganz bei der Sache war. „Ist alles OK bei dir, Sternchen?“ fragte er als er ihre Hand streichelte. „Ja… ich hoffe doch dass unsere Hochzeit stattfinden kann!“- „Natürlich… und wenn ich dich hier in diesen vier Wänden heiraten muss!“ lächelte er. „Du bist so lieb!“ Nach einer halben Ewigkeit verließ Alexis dann das Krankenhaus als er am Eingang auf Marc traf. „Ich warne dich… lass die Finger von Gretchen!“ drohte Alexis ihm. „Bitte? Du denkst doch nicht ernsthaft das ich was von Gretchen will. Ich kann ganz andere haben!“ gab Marc zurück. Doch insgeheim wollte er nur Gretchen. Nur wusste er nicht wie er ihr das sagen sollte. Immerhin würde sie in weniger als sechs Wochen heiraten.

Es vergingen fast zwei Wochen bis Gretchen nach Hause durfte. Marc hatte sich, in der Zeit, rührend um Gretchen gekümmert, was bei ihr nicht ohne Folgen blieb. Sie hatte wieder Schmetterlinge im Bauch wenn sie Marc sah und vor allem wen er sie berührte, um zu sehen ob die Rippen gut verheilten. Marc genoss ebenfalls jeden Moment wo sie alleine waren. Doch tief im Inneren wusste er dass er versagt hatte indem er die vielen Chancen, die ihm Gretchen gab, nicht genutzt hatte. Stattdessen hatte er sie aufgezogen und beleidigt.
Als Gretchen entlassen wurde gab sie Marc ein kleines Briefkuvert. „Hier, für dich!“ lächelte sie und umarmte Marc. „Und danke… für die rührende Pflege!“- „Kein Problem… ist doch meine Arbeit!“- „Ach Marc… wir wissen doch beide das du nie so zu einen, für dich fremden Patienten, sein wirst!“- „Sagen wir mal so… nur bei besonderen Patienten bin ich so nett!“ Als sie sich aus der Umarmung lösten schaute Marc ihr tief in die Augen. Doch Gretchen weichte seinem Blick aus. „Ich werd dann auch mal… Alexis wollte unten warten!“
Als Marc am Abend bei sich zu Hause auf dem Sofa saß, erinnerte er sich an den Brief, den Gretchen ihm gegeben hatte. Sofort holte er ihn aus seiner Hose und öffnete das Kuvert als sei es was ganz besonderes. Darin fand er eine kleine Karte mit zwei Herzen.

Lieber Marc,

vielen lieben Dank für deine Fürsorge die letzten Wochen. Ich bin überrascht von deinen Umgang mit mir. Ich hoffe doch dass du dies für die nächste Zeit beibehalten wirst.
Zusätzlich wollte ich dich noch zu unseren Polterabend und zu unserer Hochzeit einladen. Es wäre schön wenn du kommen könntest, jetzt wo wir uns doch so gut verstehen.

Gretchen


Als er am nächsten Tag auf Medhi traf berichtete er von der Einladung. „Und? Gehst du hin?“ wollte er wissen. „Ach… ich weiß nicht. Eigentlich will ich mir das gar nicht anschauen. Aber auf der anderen Seite möchte ich auch nicht das Gretchen denkt das ich ein Arschloch bin. Das hat sie denk ich lang genug von mir gedacht. Willst du nicht mitkommen. Zumindest auf den Polterabend?“- „Mhm… also bis jetzt habe ich noch nichts vor!“ Und so kam es das sich die zwei Männer für den darauffolgenden Donnerstag verabredeten.
Als Gretchen die beiden Männer an ihren Polterabend kommen sah, freute sie sich, im Gegenteil zu Alexis. „Hast du die eingeladen?“ fragte er leise seine Verlobte. „Ja… ich hoffe doch dass das ok für dich ist!“ Alexis lächelte sie nur lieb an und gab ihr einen zärtlichen Kuss. Marc verzog angewidert das Gesicht als er das sah, behielt aber seine Stellung. Nachdem die beiden dem glücklichen Paar gratuliert hatten, fingen sie an zu poltern.

Der ganze Abend verlief ruhig bis Medhi auf Marc einredete. „Sag ihr doch endlich was du fühlst. Sie ahnt doch bestimmt schon was. Man verändert sich doch nicht von heute auf morgen!“- „Ich glaub das ist keine gute Idee. Ich habe mich mit dem Gedanken auseinander gesetzt dass ich sie an diesen Trottel verloren habe. Und irgendwann kommt auch mal die richtige für mich. Es ist nur eine Frage der Zeit!“- „Meier… du bist so ein Weichei. Warum bekommst du es nicht hin einer Frau deine Gefühle zugestehen!“- „Weil das totale Selbstaufgabe ist… deswegen!“- „Liebst du sie oder liebst du sie nicht!“ Seufzend ließ Marc sich zurück in den Korbsessel fallen. „Die Antwort kennst du doch… also frag mich nicht solches Zeug!“ Plötzlich kam Gretchen auf sie zu. „Na Jungs… alles OK?“ fragte sie lächelnd. „Ja klar…!“ meinte Medhi lächelnd. „Ich wollte euch nur mal meine Freundin Gina vorstellen. Sie ist ebenfalls Ärztin!“ Gina winkte schüchtern in die Richtung der beiden Männer. „Und in welchem Bereich!“ fragte Medhi gleich nach. „Kindermedizin!“ – „Aha… interessant. Ich bin Übrigends Medhi… und das ist Marc!“ Marc begutachtete Gina schon eine ganze Weile und fragte sich wie man als Frau nur so rumlaufen konnte. Aber auf der anderen Seite kam ihn eine Idee wie er Gretchen doch noch für sich gewinnen kann.

Als die zwei Frauen weitergegangen waren teilte er seine Idee Medhi mit. „Bist du blöd… warum willst du dich an ihre beste Freundin ranschmeißen. Was wenn sie gar nicht darauf eingeht?“ fragte er empört nach. „Sie wird darauf eingehen. Hast du sie dir mal angeschaut? Die hatte doch bestimmt schon lange keinen Spaß mehr. Und außerdem mach ich das nur für Gretchen!“- „Marc wenn das schief gehen sollte werde ich kein Mitleid mit dir haben!“ drohte Medhi bevor Marc seinen Plan in die Tat umsetzte.

Als Marc sah dass Gina allein am See stand atmete er noch einmal tief durch und ging auf sie zu. „Na ganz alleine hier? Wo hast du denn Gretchen gelassen!“ fragte er. „Die ist oben bei den anderen. Und du bist also ihr Chef. Habe schon viel von dir gehört!“- „Ich hoffe doch nur gutes!“- „Mehr oder weniger. Ich rate dir Gretchen ab sofort in Ruhe zu lassen!“- „Sonst?“ fragte er grinsend und fuhr mit seiner Hand über das Gesicht von Gina. Diese war total perplex und wusste gleich gar nicht was sie darauf antworten sollte. Lange hatte sie kein Mann mehr berührt. „Ähm… ja… dann… dann bekommst du es mit mir zu tun!“- „Tue ich das…!“ Er näherte sich immer mehr ihren Gesicht bis sich fast ihre Lippen berührten. „Du machst sie nur unglücklich!“ Marc den es wie einen Schauer durchfuhr ließ Gina los und räusperte sich. Plötzlich fragte er sich was er da tat. Er liebte Gretchen und machte sich, nur um sie eifersüchtig zumachen, an ihre beste Freundin ran. Schon wieder hätte er sich selber ohrfeigen können. Wenn das rauskommen würde, hätte er Gretchen für immer verloren. Wie es das Schicksal wollte kam in diesen Moment Gretchen auf die beiden zu. „Na ihr beiden? Ihr scheint euch ja gut zu verstehen!“ sagte sie strahlend. Doch in ihr drin sah es ganz anders aus. Hatte sie sich in Marc getäuscht? Sie hätte wetten können dass er mehr für sie fühlt. Aber wenn er schon wieder eine andere anmachen konnte, werden die Gefühle nicht so stark sein. Lieber hätte sie sich gewünscht dass Marc um sie kämpft. Wie ein Prinz um seine Prinzessin. „Gretchen kann ich mal kurz mit dir reden?“ fragte Marc und kam ein Schritt auf sie zu. „Ähm ja… setzten wir uns da vorn hin?“ fragte Gretchen und deute auf eine kleine Bank. Die beiden waren gerade im Begriff zu gehen als sich Gina zu Wort meldete. „Moment mal… gerade eben hast du noch gesagt das du mit mir schlafen möchtest und schon machst du dich an die nächste ran?“ Marc traute seinen Ohren nicht zuhören. Ebenso Gretchen, die perplex zwischen den beiden hin und her schaute. „Das ist nicht wahr. Das hab ich nie gesagt!“ redete sich Marc raus als er den traurigen Blick von Gretchen sah. „Gretchen… hör nicht auf sie… ich wollte nicht mit ihr schlafen… ich…!“ – „Marc halt einfach deinen Mund… wie konnte ich nur glauben das…!“ weiter sprach sie nicht und verschwand Richtung Villa. Marc drehte sich wütend zu Gina um, die grinsend hinter ihm stand. „Du miese Schlange… du…!“- „Ach Marc… weißt du Gretchen hat mir so viel von dir erzählt und 80 Prozent hat sie nur geheult. Denkst du, jetzt wo sie mit Alexis glücklich ist, lass ich zu das du sie wieder unglücklich machst!“- „Das wirst du bereuen!“ drohte er und schubste sie Richtung See. Wütend rannte er zu Medhi. „Komm wir gehen!“ meinte er und zog ihn an seiner Jacke Richtung Ausgang. „Wie… bist schon fertig. Ging ja schnell!“ grinste Medhi. Im Auto angekommen erzählte Marc die ganze Geschichte. Er war mit seinen Nerven am Ende. Jetzt schien er Gretchen erst recht verloren zu haben. Wenn Medhi nicht dabei gewesen wäre, hätte er bestimmt ein bis zwei Tränen her gedrückt.
Zu Hause dachte er noch lange darüber nach wie er es am besten Gretchen sagen kann, das Gina gelogen hatte. Ob sie ihm überhaupt zuhören würde? Beste Freundinnen halten ja bekanntlich fest zueinander. Da könnte nicht einmal ein Marc Meier etwas dagegen tun.

Gretchen dagegen war stink sauer auf Marc und verkroch sich in ihrem Zimmer. Wie konnte sie sich so täuschen in Marc. Die ganzen letzten Wochen war er so lieb zu ihr und verursachte in ihr ein Wechselbad der Gefühle. Und dann sowas. Als Alexis wenig später dazu kam merkte er sofort dass mit seinen Sternchen etwas nicht stimmt. Aber als er sie darauf ansprach wurde er sofort mit einen bösen Blick bestraft.

Als die beiden sich am nächsten Morgen unglücklicherweise im Aufzug begegneten sagte keiner von beiden ein Wort. Auch sonst schwiegen sie sich den ganzen Vormittag an. „Gretchen… kommst du bitte mal in mein Büro? Und bring die Patientenakte von Frau Kellermann mit!“ meinte Marc und verschwand auch so schnell wie er gekommen war. Gretchen passte das gar nicht, aber sie entschloss sich, sich nichts anmerken zu lassen.
Kurze Zeit später saßen die beiden sich gegenüber. „Warum ich mit dir reden wollte…!“ begann Marc und spielte nervös mit seinen Kugelschreiber. „Ich nehme mal stark an das es um Frau Kellermann geht!“ fuhr ihm Gretchen ins Wort. „Nein… ich wollte dir sagen was gestern wirklich am See passiert ist!“- „Brauchst du nicht, Marc. Gina hat mir alles erzählt und ehrlich gesagt interessiert es mich nicht. Ich werde morgen Alexis heiraten und da ist es mir egal mit wem du was machst!“- „Das glaub ich dir nicht!“- „Bitte? Denkst du etwa mich interessiert es was du gestern mit Gina vor hattest? Ich heirate morgen!“- „Gretchen… du machst dich doch unglücklich. Du kannst doch Alexis nicht heiraten…!“- „Moment mal… willst du mir gerade sagen das ich Alexis nicht liebe? Wie kannst du von was reden, was du nicht kennst!“- „Jetzt wirst du unfair. Ich weiß sehr wohl was Liebe ist!“- „Nein Marc. Das weißt du nicht!“ Gretchen die bei dem ganzen Streit schon nervöse in Marcs Büro auf und ab lief entschloss sich zu gehen. „Überleg es dir bitte gut ob du jemand heiraten willst den du nicht zu 100 Prozent liebst. Hör auf dein Herz!“ sagte Marc noch als sie schon fast zur Tür hinaus gegangen war.
Den restlichen Tag ging Gretchen Marc so gut wie möglich aus dem Weg. Sie wollte sich nicht ihre Hochzeit von ihm zerstören lassen.

Am nächsten Tag war Gretchen schon zeitig wach. Heute wird ein stressiger, aber auch der schönste Tag in ihrem Leben sein, dachte sich Gretchen und ging zum Ankleidezimmer wo schon Gina und die Frisöse auf sie warteten. „Ah… Gretchen. Heute ist dein großer Tag. Ich freu mich ja so!“ sprang ihr Gina entgegen und umarmte sie. Gretchen stand die Aufregung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. „Sie werden die schönste sein heute… versprochen!“ meinte die andere Frau und begann mit der Hochsteckfrisur. Es dauerte lang bis Gretchen endlich fertig war und endlich von ihrem Vater zur Kutsche bekleidet wurde. Alexis und die Hochzeitsgäste waren zu diesem Zeitpunkt schon in der Kirche eingetroffen, die überall mit rosa Rosen geschmückt war. Genauso wie sich Gretchen es sich gewünscht hatte. Nur einer war nicht erschienen. Und das war Marc. Er wollte es nicht sehen wie sie diesen Trottel ihr Ja- Wort gab. Lieber stürzte er sich in die Arbeit.
Als Gretchen nach einer halben Stunde Kutschfahrt ebenfalls an der Kirche ankam stieg ihre Aufregung ins unermessliche. Ihr war schon richtig schlecht und sie fing am ganzen Körper an zu zittern. In der letzten Nacht hatte sie entschlossen Marc für immer zu vergessen und eine gute Frau für Alexis zu sein. Gleich nach den Flitterwochen würde sie mit ihren Vater reden, das sie auf eine andere Station versetzt werden möchte oder wenn nicht sogar in ein anderes Krankenhaus. Da ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten Marc über den Weg zu laufen. Als Gretchen sich dabei erwischte wie sie schon wieder an ihn dachte, schüttelte sie schnell die Gedanken von sich ab und lief am Arm ihres Vaters Richtung Kirchentor. Als die Musik einsetzte atmete sie noch einmal tief durch, holte sich ein aufbauendes Lächeln von ihrem Vater ab und begann langsam einen Fuß vor den anderen zu setzen. In der Kirche waren alle aufgestanden und staunten wie hübsch Gretchen aussah. Ihr Blick geleitete durch die Mengen. Marc ist nicht gekommen, dachte sie und war etwas wehmütig darüber. Aber es war vielleicht auch besser so. Als sie einen kurzen Moment später vor Alexis stand wurde ihr bewusst was hier überhaupt passiert. Wie lange hatte sie von so einer tollen Hochzeit geträumt. Gut der Bräutigam war zwar nicht der gleiche, aber es war immerhin der Mann den sie liebte.

Nachdem der Pfarrer die Trauansprache gehalten hatte und niemand einen Einwand gegen diese Ehe hatte, begann er die zwei wichtigsten Fragen zu stellen. „Herr Alexis von Buren, wollen sie mit der hier anwesende Frau Gretchen Haase die Ehe eingehen so antworten sie bitte mit „Ja“!“ Und das tat Alexis auch. Nun stellte der Pfarrer die Frage an Gretchen. „Frau Haase, wollen sie mit dem hier anwesenden Herrn Alexis von Buren die Ehe eingehen so antworten sie bitte mit „Ja“!“ Gretchen wollte gerade antworten als sie ein lautes „Nein, möchte sie nicht!“ wahrnahm. Entsetzt ging ein raunen durch die Menge und alle drehte sich in die Richtung wo die Stimme herkam. „Bitte Gretchen tu es nicht. Du machst dich unglücklich!“ Mit diesen Worten kam Medhi auf Gretchen zu. „Medhi… spinnst du? Du versaust mir meine ganze Hochzeit!“ sagte Gretchen leise und dachte sie wäre in einen Alptraum. Jetzt würde auch noch Medhi versuchen ihre Hochzeit zu zerstören. Als ob es nicht schon reichen würde das Marc das tat. „Nein… wenn du ihn heiratest versaust du dir dein Leben!“- „Ähm entschuldigen sie aber ist es nicht der Braut selbst überlassen wen sie heiratet!“ mischte sich der Pfarrer ein. „Das denk ich auch… also verschwinden sie!“ meinte jetzt auch Alexis. Die Hochzeitsgäste begannen nun zu tuscheln und auch Gretchens Eltern waren entsetzt. „Gretchen bitte hör auf dein Herz. Marc… er ist am Ende mit seinen Nerven. Er weiß nicht was er noch tun soll!“- „Er könnte mich ja in Ruhe lassen. Das wäre mal ein Anfang. Muss er mir alles kaputt machen? Erst meine Schulzeit und Pubertät, dann meinen Polterabend, wo er nichts Besseres zu tun hat als mit meiner Freundin zu schlafen und dann auch noch meine Hochzeit?“- „Gretchen du weißt genau wie ich das du noch Gefühle für ihn hast. Also hör auf etwas anderes zu behaupten. Und das er mit Gina geschlafen hat, stimmt auch nicht. Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken ob sie wirklich deine Freundin ist, wenn sie solche Lügen erzählt!“ Medhi klang wütend. Eigentlich hätte er das hier gar nicht nötig, denn auch er hing an Gretchen. Aber lieber würde er sie an Marc verlieren als an diesen Trottel. „Komm bitte mit!“- „Warum sollte ich...?“ „Sternchen, du überlegst doch etwa nicht ernsthaft mit ihm mitzugehen!“ schaltete Alexis sich wieder ein „Halt die Klappe!“ fauchte Medhi ihn an und reichte Gretchen die Hand. „Alexis… bitte sei mir nicht böse aber ich muss das klären. Es tut mir leid!“ wehmütig sah sie zu Alexis und gab ihn zum Abschied einen kleinen Kuss auf die Wange. Dann folgte sie Medhi aus der Kirche.
Erst im Auto wurde ihr bewusst was sie da gerade getan hatte. Sie hatte ihren Bräutigam in der Kirche stehen gelassen. Für Marc. Bis jetzt kannte sie das nur aus Filmen. Die Gäste, der Pfarrer und Alexis waren wie erstarrt. „Scheiße…!“ war das Erste was man aus Alexis Mund hörte. „Ich mach den fertig!“ wütend rannte er zum Ausgang und trat gegen die Blumengestecke vor der Kirche.

In der Zwischenzeit war Medhi mit Gretchen im Krankenhaus angekommen. „Marc weiß von all dem nichts. Also fauch ihn bitte nicht gleich an. Es geht ihm nicht so gut!“ meinte Medhi noch als Gretchen an ihm vorbei lief Richtung Büro. Darin nahm sie eine laute Auseinandersetzung war zwischen Marc und einer Kollegin. „Wenn ich sage dass sie das zu machen haben, setzte ich voraus dass ich mich klar und deutlich ausgedrückt habe. Und jetzt machen sie sich raus aus meinen Büro und schließen die Tür von außen!“ Fertig mit den Nerven vergrub er sein Gesicht in seinen Händen. Er war mit seinen Gedanken bei Gretchen und was sie wohl gerade machen würde. Ob sie schon „Ja!“ gesagt hatte? Gretchen die noch immer vor der Tür stand schaute der Kollegin hinterher die mit einen „Arschloch!“ an ihr vorbei gerannt war. Er musste ja wirklich schlecht drauf sein, dachte sie und klopfte an. Sie nahm nur ein „Was!“ entgegen und öffnete schließlich die Tür. Da stand sie nun in ihrem Brautkleid und wusste nicht was sie so recht sagen sollte. „Hey Marc!“ meinte sie schüchtern und sah einen perplexen Marc ins Gesicht. „Was machst du denn hier!“ fragte er ruhig und wusste nicht wie er seine Gefühle einordnen sollte. „Solltest du nicht auf deiner Hochzeit sein?“- „Können wir kurz reden…? Draußen im Park bei einen Kaffee?“- „Ja klar… ich hol uns schnell einen!“ Marc sprang von seinen Stuhl auf und holte zwei Tassen Kaffee aus dem Stationszimmer um sich kurze Zeit später mit Gretchen auf den Weg in den Park zu machen. Als sie an der Bank ankamen setzten sie sich schweigen hin und nahmen einen Schluck vom Kaffee. „Denkst du nicht das es langsam mal Zeit ist mir den Grund zu verraten warum Medhi mich aus meiner Trauung herausgerissen hat!“ unterbrach Gretchen das Schweigen. „Medhi?“ fragte Marc nach und war dankbar und auch etwas sauer zugleich auf ihn. „Ja Medhi… er meinte du hättest Gefühle für mich. Und die hätte ich jetzt sehr gern gehört!“- „Ok…!“ Gretchen schaute ihn erwartungsvoll an. Jetzt oder nie, dachte Marc und nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Weißt du noch als du bei uns hier im Krankenhaus angefangen hattest? Da meintest du ich würde nichts fühlen. Aber das ist nicht so. Auch in habe ein Herz!“- „Und was fühlt dein Herz!“ unterbrach ihn Gretchen. „Das ich immer so gemein zu dir war tut mir leid. Ich wollte das eigentlich nicht. Es war wie eine Schutzmauer, um meine Gefühle für dich nicht zuzulassen. In Wirklichkeit mag ich dich sehr gern!“- „Was muss ich unter mögen verstehen?“ fragte Gretchen nach. Marc nahm ihre Hand und sprach weiter. „Es hört sich jetzt bestimmt komisch an aber ich dachte immer wenn ein Mann offen über seine Gefühle spricht ist das wie eine Selbstaufgabe. Aber jetzt weiß ich dass das nicht so ist. Es ist etwas ganz normales seinen Gegenüber, das man mag, zusagen das man es… mag!“- „Man kann vieles mögen Marc… Ich mag zum Beispiel Schokolade!“ Gretchen wusste genau was Marc meinte, doch sie wollte die lang ersehnten drei Worte aus seinen Mund hören. „Gretchen du machst es mir echt nicht leicht. Also gut. Ich hatte eine scheiß Angst dich an dieses Trottel…!“- „Marc!“- „Entschuldige… dich an Alexis zu verlieren!“- „Warum hattest du Angst!“- „Weil… ich… weil… ich in dich verliebt bin Gretchen!“ Endlich hatte er es gesagt und Marc fiel eine riesen Last vom Körper ab. Gretchen strahlte über das ganze Gesicht. „Das ist das schönste was du mir je sagen konntest… du weißt gar nicht wie lang ich auf diesen Moment gewartet habe!“- „Wahrscheinlich 15 Jahre?“ lächelte Marc. Nickend stimmte dem Gretchen zu. Marc streichelte sanft Gretchens Gesicht und näherte sich ihren Lippen. „Du siehst wunderschön aus… Hasenzahn!“- „Marc!“ ermahnte sie ihn bevor sie in einen langen und leidenschaftlichen Kuss versanken. Beiden hatte das Gefühl angekommen zu sein und vergaßen dabei ihr ganzes Umfeld. Medhi hatte alles von seinen Büro aus beobachtet und freute sich nun über die beiden und das es sich gelohnt hatte das er sich heute zum Deppen gemacht hatte. Denn wie heißt es so schön: Die Liebe ist ein Kampf, indem beide gewinnen wollen.

Ende

 Sprung  
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