Eigentlich sollte der Teil länger werden, aber ich hatte einfach zu wenig Zeit, wollte euch aber dich aber nicht noch länger hinhalten. LG Gretchen
Teil 125
"Wer oder was hat dich denn aus der Hölle gelassen?", Tom waren die Worte einfach so vom Gehirn auf die Zunge gepurzelt. Habe ich das wirklich eben gesagt? Oh, nein. Scham machte sich in seinem Körper breit und er senkte den Blick denzent auf den Boden. Es war einfach nicht der Typ, der sich auf diesem Niveau dem verbalen Kampfsport widmete. Doch in diesem Fall waren wohl seine Emotionen in Worte übergegangen. Sonst hatte er dieses Bedürfnis immer noch rechtzeitig unterdrückt, doch heute waren seine Hemmer wirklich schon im Schlafmodus oder war es Carla? "Oh, danke Schatz für die nette Begrüßung. Ich hab dich auch vermisst", sagte Carla lächelnd ehe sie hinter ihrem Rücken eine Champagnerflasche hervorzog. Gott, in der Einfältigkeit hast du wirklich deine Heimat gefunden. Was erwartet sie eigentlich jetzt von mir? Das ich mit ihr feiere? mit ihr in Bett gehe? Was? Zu fragen wagte er aber irgendwie doch nicht. Es waren alles nur stumme Fragen die ohne Antwort zu Bett gehen mussten. Ehe Tom sich versah, setzte sich das Fließband der Gewohnheit in Bewegung. Carla trat getragen von ihren Bleistiftabsätzen auf ihn zu, nahm ihm mit ausdrucksvollem Augenaufschlag den Schlüssel aus der Hand und sperrte die Türe auf. Wüsste er es nicht besser, wäre er geneigt gewesen zu glauben, das sie hier wohnte, während er mit dem Gesichtsausdruck eines Hundefladens daneben stand, unfähig sie zu hindern. Tom fühlte sich, als hätte ihm jemand auf den Kopf geschlagen. Die Müdigkeit und die Enttäuschung mal ausgenommen. Carla musterte ihn einen Moment. "Schatz, ich hab dir doch schon sooft gesagt. Arbeite nicht immr so viel, das tut dir nicht gut" Sie fläzte sich ungeniert und in für sie typischer Pose auf das Sofa. "Bringt du bitte zwei Gläser", rief sie schließlich. Was will sie hier? Ich muss sie nach Hause schicken und zwar schnell. Toms Augen kippten immer wieder zu, da ihm der Schlaf schon so schwer auf den Liedern lastete. Verdammt, er entriss sich ein weiteres Mal den verführerischen Reizen der ganzheitlichen Entspannung. Langsam schritt er in Richtung Sofa.
Anna stieg mit laut pochendem Herzen die Stufen zu Toms Wohnung hinauf, nach dem sie eingehüllt in den Schleier der Nacht, der kurz davor war dem Morgen zu weichen, durch Berlin gegangen war. Ist es richtig hier aufzukreuzen in aller Hergottsfrüh? Gestern Abend, war ihr die Stunde der Dunkelheit doch schon zu fortgeschritten gewesen. Ist es nicht überhaupt eine Schnapsidee hier aufzutauchen? Jetzt bist du schon da und jetzt wirst du auch läuten. Anna wischte sich mit ihrer rechten stark zitternden Hand den Angstschweiß von der Stirn. Schüchtern blickte sie auf das Türschild mit dem Namen "Lanford". Einige Minuten stand sie davor und musterte das Schild, ehe sie sich zur Entscheidungsfindung auf die Treppenstufen niederließ. Es schien so, als wäre die Feigheit mit ihr hergekommen. Was ist plötzlich nur mit mir los? Ist mein Selbstvertrauen wiedermal im Wannsee baden gegangen? Mensch, die Phase hab ich doch längst hinter mir, wo ich vor Türen stehe und den Mund nicht aufbekomme...unverzüglich schlich sich eine Erinnerung ein. Wie ich damals die Häppchen zu Broda und Broda bringen sollte und Jonas mir die Tür öffnete. Ich wollte ihm meine Bewerbungsmappe geben, aber bekam den Mund einfach nicht auf. Traurig lachte Anna in sich hinein, während ihre Augen langsam glasig wurde. Wieso nur musstest du sterben, Jonas?, schluchzte sie schließlich und mich auf dieser gottverlassenen Welt mit den ganzen Problemen alleine lassen. Nach einer Weile entschloss sie sich doch zu klingeln.
"Guten Morgen, mein Schatz, hast du gut geschlafen?", sagte Carla mit unglaublich säuseliger Stimme. Es war direkt eklig, wie sie sich anbiederte. Ihre Stimme klang als hätte jemand ihre Stimmbänder mit Gülle eingerieben. Tom erschrak als diese ihm vertraute Stimme in seinen Gehörgang kroch. Ich wollte sie doch nach Hause schicken, wieso ist sie also in meinem Bett. Was ist passiert? Er fischte in seinem Gehirn nach einer Erinnerung, doch er fand nichts. Das Letzte woran er sich erinnerte war, wie er auf das Sofa mit Carla zu ging. Was war danach gewesen und wie zum 13 heiligen war er seiner Klamotten entsprungen? Lauter Fragen, die sich wohl ohne Antworten wieder verabschieden mussten. Carla, die aussah wie ein äußerst schlechterhaltenes Geisterschiff, rückte noch näher an ihn heran, obwohl er ihren Schweiß auch so schon deutlich genug roch um ihn einer Bestandteilanalyse unterziehen zu können, und strich ihm zart über seine linke Wange. Er wusste nicht wieso, aber plötzlich erwachte ein Gefühl des Ekels in seinem Inneren. Er hatte so viele Stunden mit Carla verbracht, darunter auch mehr als genug intime, aber es hatte ihn nie etwas gestört. Doch nun schien sie nur noch aus negativen Argumenten zu bestehen. So wand er sich unter ihrer Berührung hervor, er musste weg, einfach irgendwohin, hauptsache weg aus Carlas Umgebung. Aus diesem Grund begrüßte er das klingeln an seiner Wohnungstüre, so konnte er zusätzlich Carlas Fragen und ihren Launen über seinen Rückzug entgehen, wenigstens für ein paar Minuten. Er hatte nach dem gestrigen Abend einfach keinen Nerv für eine Eifersuchtszene. Die Energie brauche ich momentan für wichtigeres, als zum löschen der Carla Sätze von meiner Festplatte. Leider gehöre ich nämlich nicht zu den glücklichen Menschen, die einfach ihr Gehirn, falls sie überhaupt eines besitzen, auf Durchzug stellen und nichts was sie nicht auch wirklich mitbekommen wollen, in ihren Schädel lassen. Tom streifte sich seine neben dem Bett befindliche Unterhose über und versuchte nicht an das zu denken, das möglichweise im Schatten der Nacht in diesen Räumen passiert war, während er auf die Türe zu ging.
Anna wollte schon wieder gehen, als sie schließlich doch Schritte in Richtung der Türe vernahm. Hab ich ihn etwa aufgeweckt? Ich hätte doch nicht so früh kommen sollen, andererseits später ist er sicher schon in der Firma. Scheiße die Entwürfe...was soll ich denn jetzt nur machen...Mist, Anna du alte Schusseltante...Anna war so vertieft in ihre Gedanken, dass sie nicht bemerkte wie Tom die Türe öffnete. Erst der Lichtkegel der durch die diese in den Flur fiel, beförderte sie zurück in die Realität. Er stand vor ihr, nur mit Shorts bekleidert und sah sie etwas verschlafen aber lächelnd an. Seine Haare standen wirr vom Kopf ab und er unterdrückte gerade den Wunsch zu gähnen. Anna blieb fast der Atem stecken. Sie schluckte hart um sich wieder zu fassen. Du wolltest doch mit ihm reden und ihn nicht noch mit den Augen seines letzten Kleidungsstückes berauben. Los, Anna reiß dich zusammen. Das ist doch nicht der erste Mann, der dir so gegenübersteht...aber auch nicht irgendeiner...das ist Tom...Anna reiß dich zusammen, du bist ja schlimmer als ein Teenie in der Hochblüte seiner Pubertät. "Tom, ich wollte mit dir reden" "Ja, klar was gibts?" Tom zog dezent die Türe hinter seinem Rücken zu, trat in den Flur heraus und ein freudiges Lächeln umzuckte seine Lippen, dass schließlich auch seine Augen erreichte. "Das gibt es doch nicht, was will diese kleine Schlampe denn hier?", fauchte Carla und stieg aus dem Bett. "Na, warte. Dir werde ich es zeigen!" "Was war das?", fragte Anna, denn Carla war bis vor die Türe hörbar. Unschlüssig blickte sie Tom an. "Nichts, das heißt lediglich ein sprechender Semmelknödel", antwortete Tom, doch seine Miene war versteinert. "Entschuldige mich einen Moment. Ich bin gleich wieder da", sagte er in Annas Richtung gewandt und im nächsten Augenblick war er verschwunden. Sprechender Semmelknödel, ich wusste gar nicht das Tom Humor hat. Anna lachte leise,denn sie hatte gerade wieder ein Stück weit den Insel Tom erkannt, ehe ihr dieses Lächeln erstarb. War das eben nicht gerade Carlas Stimme? Was macht sie hier? "Was will denn die hier?", drang erneut Carlas fauchende Stimme an Annas Ohr. Jetzt weiß ich endlich woran mich Carla erinnert, an eine Katze die schon lange das zeitliche gesegnet hat, aber irgendwie nicht einmal in der Hölle Einlass findet und so immer noch unter uns weilt, dachte Anna, ehe ihr die Situation bewusst wurde. Carla war hier bei Tom. Das konnte nur eines Bedeuten. Ich bin so eine blöde Kuh. "Carla, ich hab es dir schon sooft gesagt, wann begreifst du das endlich? Ich liebe dich..." Toms Stimme war eindringlich. Anna glaubte sich verhört zu haben. Ich doofe Kuh. Hab ich doch ernsthaft gedacht, er meint es ehrlich. Aber nein, wenn ich ihm die Türe weiße, reaktiviert er Carla. Wie mies ist das denn? Weinend lief Anna die Treppen hinunter und stob hinaus ins Frei ohne die Unterhaltung zu Ende angehört zu haben. "...nicht! Wann kapierst du das endlich? Ein uns gibt es nicht mehr, nie wieder und wenn ich ehrlich bin hat es das auch nie wirklich gegeben. Also pack deine Sachen und verschwinde!" Toms Worte trafen Carla tief, tiefer als es ihr lieb war. Schließlich hatte sie ansonsten die Position inne. Noch nie wurde sie von einem Mann abserviert, immer war sie es, die verlassen hatte, wenn ihr der Spaß erstorben war. "Das wirst du bereuen", keifte sie noch, ehe sie seine Wohnung verließ. Zurück blieb ein ratloser Tom.
Hey, so jetzt geht es hier auch endlich weiter. Sorry, für die Wartezeit
LG Gretchen
Teil 127
Anna, fuhr es ihm plötzlich in sein Gedankenchaos. Oh, mann die hab ich ja ganz vergessen. Nervös raufte Tom sich die Haare und ärgerte sich über seinen schnelleren Herzschlag. Im nächsten Moment war er schon zur Türe gehastet um enttäuscht festzustellen, dass Anna nicht mehr da war. Hoffend rief er ihren Namen in den stummen Gang hinaus, doch es empfing ihn nur beißende Stille. Wieso nur bist du gegangen?, Tom ärgerte sich über sich selbst. Wieso habe ich sie auch alleine gelassen?...alles nur wegen Carla. Tom würde sich am liebsten selbst ohrfeigen. Hätte ich sie bloß gestern Abend noch aus meiner Wohnung entfernt, dann wäre das alles nicht passiert. Aber nein, ich muss ja...was war eigentlich gestern Abend? Erneut versuchte Tom sich zu erinnnern, doch zum wiederholten Male eröffnete sich nichts als ein Meer gespeißt mit nüchterner Leere. Was zum neunten Krieger Gottes war nur passiert und wieso lag ich mit Carla im Bett? Okay, ja da gibt es eine Möglichkeit, aber freiwillig würde ich die nicht wählen, aber gibt es denn eine Andere?...Egal, den Kopf zerbrechen kann ich mir auch später. Ich muss jetzt Anna finden, das ist viel wichtiger. Ich muss ihr sagen das, das alles ein riesiges Missverständis war, auch wenn ich nicht wirklich weiß, was. Schnell streifte er sich ein T-Shirt über, das er zuvor achtlos aus dem Schrank gezogen hatte, ergriff seine Wohnungsschlüssel und hastete auf den Gang hinaus.
Anna lief mit Tränen überstömtem Gesicht durch Berlin. Wieso falle ich blöde Kuh immer wieder auf ihn herein? Er verletzt mich doch sowieso nur? Gestern steht er mit Engelsmimik mitten in der Nacht vor meiner Tür und will plötzlich reden, nachdem...Vergrämt wischte sich Anna die Tränen von den Wangen und betrachtete wütend ihre nasse Hand. So viel Flüssigkeit hat dieses A.loch doch überhaupt nicht verdient. Was habe ich mir eigentlich erwartet, dass er mir freudestrahlend um den Hals fällt und mit seine ewige Liebe und Treue gesteht sowie ein Carla Rhonstedt freies Leben zusichert? Wie naiv bin ich eigentlich?...Anscheinend fällt der Grad meiner Naivität schon unter die rezeptpflichtige Dosis. Ich sollte zur Sicherheit mal bei der Behörde nachfragen, nicht das ich noch mal Strafte zahlen muss, deshalb, wo ich doch eh so kanpp bei Kasse bin und auch noch Katjas Schulden zahlen muss. Gott, wie soll ich das nur hinbiegen. Anna versuchte sich krampfhaft auf die Geldsorgen zu konzentrieren, doch irgendwie fand ihr Gehirn Tom interessanter - kein Wunder er sah ja auch viel besser aus. Anna behersch dich, er liebt dich nicht sondern vögelt sich lieber verpflichtungslos mit diesem Stadtlaken Carla durch das Jahr. Tom Lanford, wieso musst du dich benehmen wie ein Zuhälter auf Personalsuche, wo du doch so eine einfühlsame, treue Seite hast. In ihren Gedanken hatte sie ganz vergessen, wie schnell sie eigentlich gelaufen war, denn plötzlich stand sie vor der Goldelse. Keuchend blickte sie auf ihre Uhr. Huch, nur 10 Minuten. Ärger ist also ein guter Ansporn, sollte ich mir merken. Wenn ich mal verschlafe und trotzdem pünktlich sein muss, sollte ich einfach Tom Lanford und seinen nicht jugendfreien Schatten besuchen, dann schaffe ich es sicherlich noch. Erschöpft ging Anna langsam die Treppen hinauf. Puh, ich bin ja ganz schon außer Puste, Kondition wo bist du nur geblieben? Hast du dich etwa auch in Tom verguckt? Also wirklich, musst du mir denn immer alles nachmachen? "Mama, Mama, bist du da?", rief Anna in die Wohnung, die still vor ihr lag. Sie versuchte es noch drei Mal doch niemand antwortete, die Ruhe blieb ihre einzige Gesellschaft. Na ja, vielleicht hat Mama mit Felix einen Ausflug gemacht, dachte Anna und ging in ihr Zimmer. Sofort sah sie den weißen Zettel, der einsam auf ihrem Schreibtisch lag.Ah, wahrscheinlich hat Mama mir da eine Nachricht hinterlassen. Schnellen Schrittes trat sie ein, doch plötzlich spürte sie eine feste Hand um ihren Bauch und eine zweite überdeckte im nächsten Moment auch ihren Mund. Anna schluckte hart. Was ist das? Was soll das? Hilfe, sie wollte schreien, doch die Hand über ihrem Mund lag wie ein schalldichter Riegel. Keine Chance. Erst glaubte Anna an einen schlechten Scherz von einem ihrer Freunde, auch wenn diese Idee nur einen verzweifelten Versuch der Selbstberuhigung darstellte. In Wahrheit schrillten in ihrem Inneren sämtliche Alarmglocken, denn irgendetwas lief hier gar nicht korrekt. Klar, jemand hielt sie im Klammergriff und bedeckte mit seiner fleischigen schweißnassen Pranke ihren Mund, während um ihre Nase ein beißender Nikotingeruch kreiste. Kettenraucher, seine Lunge hat vermutlich eine dickere Teerschicht als zehn Autobahnen. In Annas Hals rollte ein Würgereiz auf und ab, dessen Ausbruch sie krampfhaft verhindern wollte. Wer weiß, was dieser Typ dann machen würde? Anna brauch der kalte Schweiß aus. Was soll ich tun und was zum Henker will diese atmende Zigarettenfabrik von mir. Plötzlich trat ein weiterer in ihr Sehfeld. Er baute sich vor ihr auf. Er brachte es auf gute 190 cm wenn nicht noch mehr, seine muskulösen Oberarme wie auch sein Gesicht waren mit Drachen sowie Flammen furchterregend verziehrt. Seine dunkelblonden Haare mündeten am Hinterkopf in einen Zopf, seitlich waren sie wegrasiert, vermutlich damit die Tätowierungen besser zur Geltung kamen. Elender Typ, dachte Anna und erneut löste sich ein Würgereiz in ihrem Rachen, während diese Kreatur ein Messer aus seiner Tasche zog. Durch das Fenster fiel ein Sonnenstrahl und die lange spitze Klinge leuchtete bedrohlich auf. "So, du kleine Schlampe jetzt ist Zahltag", seine Stimme war tief und hohl. Seine Augen funkelten bedrohlich und über sein Gesicht zog sich eine gehässige Fratze. Langsam trat er näher, das Messer warnend vor sich schwingend. Ganz knapp vor ihrem Gesicht blieb er schließlich stehen, hob das Messer und setzte es an Annas Hals an. "Wollen wir dich mal verziehren" Er lachte ein hohles, hartes und völlig künstliches Lachen. Anna hielt die Luft an. Was hat der vor? Will er mich umbringen oder was? Dann kriegt er sein Geld aber nie, das müsste ihm doch klar sein. Scheiße, dachte Anna und bemerkte wie ihr langsam Tränen in die Augen stiegen. Wieso ist hier eigentlich niemand? Felix, nein, Gott sei Dank ist Mama mit ihm spazieren gegangen, ich darf gar nicht dran denken, wenn er hier wäre. "Kevin, lass das mit dem Messer lieber. Wir wollen doch nicht, das sie uns noch draufgeht", sagte der Typ, der Anna festhielt plötzlich. Verärgert verzog Kevin das Gescht, steckte nach kurzem zögern, dass Messer aber weg. "Wenn du meinst", knurrte er schließlich "Der Chef hat audrücklich gesagt, wir sollen ihr nur einen Denkzettel verpassen, damit sie endlcih zahlt. Sie hat ja immer gute Arbeit gemacht, beovr sie abgehauen ist" "Okay, dann machen wir es eben wie der Chef. Sie kennt ja die Regeln", erneut trat dieses hässliche Grinsen in sein Gesicht. Moment, was für ein Chef und welche Regeln. Ich kenne überhaupt nichts, denn ich bin nicht Katja. Bei Anna brach der Angstschweiß nun so richtig aus. Sie hatte keine Ahnung mit was für windigen Typen Katja sich da eingelassen hatte, aber eines war klar. Gutes, führten die sicherlich nicht im Schilde, das war klar. Gott, wie komme ich da nur wieder heil raus. Alle Vorsätze nicht zu weinen, verloren ihre Wirkung, denn die Verzweiflung brach unbestühm über sie herein und sie begann zu schluchzen. Anna konnte einfach nicht anders. Sie zitterte am ganzen Körper, in ihrem Magen erwachte die Übelkeit. Plötzlich spürte sie einen Ruck, der Typ hatte sie aufs Bett geworfen und...Aua, was war das? Er hatte sich mit seinem Knien auf ihre Arme gesetzt. Der Schmerz schrillte durch Annas gesamten Körper. Der hat sie doch nicht mehr alle!...Was hat der überhaupt vor? Annas Blick flog panisch durch den Raum, ehe er schließlich an diesem Kevin haften blieb. Er stand in voller Größe zu ihren Beinen und grinste hämisch auf sie herab,während er...moment Mal was macht der da...der wird doch nicht...nein...hilfe, wieso ist denn niemand da? Anna würgte es bei dem Gedanken, denn sie wusste, dass ihr niemand zu Hilfe eilen würde, da niemand hier ist. Angewiedert und mit vor Furcht weit aufgerissenen Augen blickte sie erneut auf Kevin wie er an seiner Gürtelschnalle zu gange war und schließlich seinen Hosenschlitz öffnete. Anna jagte erneut ein Würgen durch den Rachenraum, während sie schreien wollte und doch keinen Laut heraus bekam. Mit immer noch dem selben Grinsen beugte er sich über sie, sein Mundgeruch hätte eine Elefantenherde ausrotten können. Komisch, zuvor hatte sie ihn gar nicht wahrgenommen...Seine Hand schob grob ihren Rock beiseite...Anna zitterte am ganzen Körper und ihre vor Angst klappernden Zähne komponierten bereits die dritte Sonate...seine rauen Hände fasten unter ihren Slip und im nächsten Moment rissen sie ihn schon herunter. "Hab dich nicht so, meine Kleine. Warst ja sonst auch nicht so zaghaft", sagte der Typ hinter ihr. Seine wulstigen Lippen glitten feucht ihren Hals hinab, Anna wollte den Kopf wegwinden, doch sie konnte sich nicht rühren. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes starr vor Schreck...ein lautes Scheppern riss sie aus ihren Schreckensfantasien, es war wohl der Gürtel und die nietenbesetze Hose mit den Metallketten dran, die auf den Holzboden gescheppert waren. Nein, bitte nicht...nein, brüllte Anna innerlich, während der Typ sich nun endgültig mit seinem gesamten Körper auf sie senkte.
Ihr ganzer Leib zitterte wie Espenlaub, die Panik schoss in jeden Winkel ihres Körpers, war er noch so klein. Erneut überzog sein heißer, stark Geruch absondernder Atem ihr Gesicht, in dem jedes einzelne Häarchen . Ihr Magen würde sich umdrehen, wenn er beweglich wäre. Anna schloss die Augen, es reichte ihr wenn sie ihn spürte, da wollte sie ihn nicht auch noch ansehen. Dieser Typ ist der Inbegriff allen Ekels. "Weißt du was ich an unserem Job soliebe, Pascal?", fragte Kevin schließlich und unterbrach das Zungenspiel auf Annas Wangen für einen Moment. "Nein", antwortete dieser schließlich und untermalte die Worte mit einem tiefkehligen Raucherlachen. "Das betrifft jetzt nur die Weiber, nicht das du denkst ich bin ein Frontlader. Man kann gratis f..... so oft wie es geht und braucht dafür nicht mal Weiber aufreißen. Das andauernde weggehen abends geht ja doch ins Geld, man muss ihnen ja auch noch ein Getränk zahlen oder sogar noch mehr...und stell dir vor manchmal wollen die Tussis gar nicht. Die Weiber von heute sind auch nicht mehr das was sie mal waren, schließlich bin ich ein Prachtexemplar. Nicht war Schatz. Ein besseren wie mich findest in ganz Deutschland nicht" Anna versuchte nicht hinzuhören und doch glitten immer wieder die einzlnen Worte in ihren Gehörgang. Wie kann man nur so groß und noch so dumm sein? Egal ob du der beste ... von ganz Deutschland bist oder der letzte Mensch auf Erden. Dich könnten sie mir auf den Bauch schweißen, doch ich würde mich davon rosten, dachte Anna und fühlte sich wenigstens einen Moment lang abgelenkt. "Mach nicht so ein Gesicht, Pascal. Ich kann nichts dafür, dass du immer nur die unwichtigen Körperteile halten darfst" Gehts eigentlich noch, dachte Anna. Ich weiß zwar, dass die Dummheit die größte Waffe des Teufels ist, doch wieso lässt der Liebe Gott zu, dass er sie so üppig an die unteren Bevölkerungschichten verteilt. Das gehirnzellenverarmte Geschwätz nervte Anna zwar tierisch, doch solange sie sich im Müllabfuhrjargon verständigten, ließ dieser Typ wenigstens von ihr ab. Allerdings wusste sie auch nicht so richtig, ob sie das freuen sollte, denn mit jeder verstrichenen Sekunde stieg ihre Angst vor dem was danach passieren würde und es würde passieren, denn die Chance, dass jemand diese Typen aufhalten würde war eher verschwindend gering. Wer auch? Mama, niemals. "Schau da drüben ist eine Schnur", rief Kevin plötzlich. "Wo?", antwortete Pasal und die Dummheit sprühte aus jedem einzelnen Buchstaben wie ein Geysir aus der Erde. Schnur, moment mal, was haben die vor. In Anna stieg die Panik noch weiter an, obwohl sie bisher dachte, das dies gar nicht mehr möglich sei. Erschrocken riss sie die Augen auf und blickte direkt in die braunen Augen des Teufelstypen. Frech grinste er ihr entgegen und in seinen Augen funkelte etwas, das ihr überhaupt nicht behagte. Vorsichtig blickte sie an ihm vorbei, konnte jedoch nichts erkennen. "Mensch, muss man denn alles selber machen", schrie er schließlich, was Anna zusammen fahren ließ und erhob sich von ihrem Körper. Gott sei Dank. Eine Welle der Erleichterung bahnte sich ihren Weg durch Annas Körper und sie schnaufte mal ordentlich durch, während ein ziehender Schmerz durch ihren Bauch fuhr. Eindeutig die Angst die sich jetzt im Körper niedergelassen hatte, ihr Herzchlag dröhnte in ihren Ohren und der kalte Schweiß hatte sie mittlerweile vollends eingeseift. Vorsichtig blickte sie Kevin hinterher, der sich seiner Hose nun komplett entledigt hatte und ihr so einen uneingeschränkten Blick auf sein entblößtes Hinterteil ermöglichte. Annas Hals wurde erneut zum Schausplatz eines Würgeanfalls, denn von der rechten Pobacke grinste sie selbstsicher ein fettes Aß (riesiger Eiterpickel) an. Doch ehe sie sich weitere Gedanken machen konnte, drehten sich die beiden wieder um und kamen breit grinsend auf sie zu. Kevin schlenderte lässig voran, während Pascal ein violettes Satinband in Händen hielt, mit dem Anna eigentlich ein Abendkleid verzieren wollte. Was haben die mit mir vor? Pansich folgten ihre Augen Pascal der neben das Bett trat und unsanft ihren Arm packte, was heißt packen, er riss ihn unter burtaler Gewaltanwendung nach hinten. Ein greller Schmerz jagte durch ihren ganzen Körper, während sie versuchte die Herrschaft über ihren Arm zurückzuerobern, was von Kevin mit einem harten Schlag in ihr Gesicht beantwortet wurde. Seine Hand brannte auf ihrem Gesicht und Anna verzog selbiges. "Das hättest du dir früher überlegen müssen, du blöde Tusse. Mein Chef hat auch Schmerzen wegen dir und Chef hat Schmerzallergie" Wieso bin ich eigentlich nicht aufgestanden und davon gelaufen, als die Typen mir den Rücken zugedreht haben, fragte sich Anna plötzlich. Sie war so angeekelt von dem Aß auf seinem Hinterteil, das sie ihre Chance überhaupt nicht erkannt hatte. Aber wie weit wäre ich gekommen...im Restaurant wären bestimmt Leute gewesen. Plötzlich jagte erneut ein Schmerz durch Annas Arm und endlich erkannte sie seine Absichten. Er hatte ihre Arme hinten an das Eisengestell gebunden und schon kam er an die Fußseite des Bettes. Nun standen sie beide vor ihr mit lüsternden Augen. Ihr schwante schreckliches doch, sie war zu gegeiselt von der Angst um einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn irgendetwas zu tun. Auch Pascal begann jetzt an seinem Gürtel zu werken und Anna stieg der Ekel die Kehle hoch. "Wir machen jetzt einen schönen Dreier, damit der Kollege auch mal seinen Spaß hat", sagte Kevin mit einem teuflischen Grinsen im Gesicht. Anna wusste das es kein entrinnen aus dieser Situation gab und so schien ihr als einzige Möglichkeit das wegträumen. Es wird vorrüber gehen, irgendwie, dachte sie panisch. Allein der Gedanke daran, das sie beiden jetzt...nein...Denk einfach an irgendetwas schönes, Anna. Denk an deine Hochzeit, wie glücklich du warst in deinem schönen weißen Kleid und...nein, das geht nicht, schrie Anna innerlich laut auf, denn wenn sie an Jonas dachte sah sie sein Grab, nicht direkt, aber die Gedanken schweiften dorthin...es wahr ihr einfach nicht möglich sich an ihn zu erinnern ohne das sie die Erkenntnis übermannte, dass er tot ist. Okay, ich brauch jetzt irgendetwas aufbauendes. Es muss doch in meinem Leben etwas schönes geben, ohne das Jonas dabei war. Erneut spürte sie die feuche Zunge an ihrer Wange, während sich eine Hand langsam aber bestimmt ihren Oberschenkel herauf tastete. Anna begann zu strampeln, versuchte zu treten, doch blitzschnell umklammerten Pascals Hände ihre Beine. Er hielt sie festumklammert, während Kevin mit der Faust ausholte und ihr mitten ins Gesicht schlug und auf einmal kam sie, die Fluchtmöglichkeit. Vielleicht etwas anders, als sie sich das vorstelle, aber besser als diesen Horror bewusst mitzuerleben war es auf jeden Fall, denn plötzlich begann es in ihren Ohren zu rauschen. Mit jeder fortschreitenden Sekunde wurde das Rauschen heftiger und kurze Zeit später fiel auch schon ein schwarzer Vorhang über ihre Augen, der sie in den Tiefen der Bewusstlosigkeit versinken ließ.
"Anna, Anna, Anna, bitte wach auf...Anna, hörst du mich?", tönte es immer wieder an ihre Ohren. Anna kam diese Stimme bekannt vor, doch sie wusste nicht so recht wem sie gehört. Sie klang auf jeden Fall panisch und war nur äußerst leise zu vernehmen, fast so als ob ihr Besitzer ziemlich weit entfernt von ihr stehen würde. Jonas, schoss es ihr durch den Kopf, doch schnell kam die Ernüchterung. Jonas gehörte diese Stimme auf keinen Fall, aber wer soll mich sonst mit so einer liebevollen und besorgten Art von Panik in der Stimme rufen? Tom, erhellte sich plötzlichihr Geist. Es war eindeutig seine Stimme. Ach, wenn er nur nicht so ein A.rschloch wäre, wäre er ja ein ganz lieber Kerl. "Was findet er bloß an Carla, dieser Stofffetzendesignerin. Die treibts doch mit jedem, aber anscheinend steht der sonst so menschenfeindliche Tom Lanford auf Bäder in der Menge - zumindest in dieser Hinsicht.", schoss es Anna durch den Kopf. "Anna, hörst du mich...Gott sei Dank", erneut erklang Toms Stimme in ihren Ohren. Nun war Anna endgültig der Verwirrung bester Gast. Woher kam seine Stimme. Sie klang nicht so wie aus ihrer Vorstellung. Nein, sie hatte einen vollkommen aufgelösten und besorgten Unterton, der überhaupt nicht zu dem Tom passte, der hier in Berlin seine Arbeit als Menschenschreck verrichtete. Zu dem Tom von der Insel passte es jedoch perfekt, aber wie konnte das sein. Schließlich war das ja die Jubiläumsausgabe, die nur höchstens einmal im Jahr aus dem Eisschrank durfte. Plötzlich spürte sie eine schweißnasse, warme Hand an ihrer Wange und da viel es ihr wieder ein. Sie befand sich keinesfalls im Himmelreich der Träume sondern in der Hölle der Realität, wo sich gerade zwei abartig stinkende, asoziale Schuldeneintreiber an ihr vergingen um sich etwaige finazielle Aufwendungen auf dem Weg zum gratis Sex zu ersparen, denn was Professionelles war schon gar nicht drin. Igitt, dachte Anna. Der Angstschweiß spritze erneut aus all ihren Poren und bildete einen feuchten Film über ihrer Haut und Ekel machte sich erneut in ihrem Inneren breit. Ihr Gesicht war in einen Schleier aus Schmerz gehüllt, der wohl von den Schlägen her rührte, deren Erinnerung sich so langsam in ihr Gehirn zurückstahlen, während ihr Mund sich anfühlte wie der erste Regentropfen in der Sahara nach 200 Jahren 50° im Schatten. Und ich dachte schon, ich hätte das überstanden,denn irgendwie trug sie die Erkenntnis in sich, dass sie ein Weilchen weg gewesen sein musste. Hatte er am lecken und schlagen noch nicht genug, muss er jetzt auch noch auf meine Wange klatschen dachte sie zornig, während ihr das asoziale Subjekt erneut vor ihrem geistigen Auge erschien und sich sein Gesicht in einen riesigen, leuchtenden Eiterfleck verwandelte. Aus dem Reflex der Erinnerung heraus setze sie ihre Arme und Beine ein um sich dieser Typen zu entledigen, auch wenn sie wusste, dass dies nur mit erneuten Faustschlägen ins Gesicht beahndet werden würde. Es war ihr in gewisser Weise egal, denn die Wut, die sie gegen diese beiden Fieslinge hegte, würde sie ohnehin auf kurz oder lang und damit waren keinesfalls Stunden gemeint, zum Platzen bringen. Also wenn schon sterben, dann wenigstens mit etwas Radau. "Aua", brüllte plötzlich jemand der seltsamer Weise Toms Stimme hatte. Erschrocken zuckte Anna zusammen. Allmählich wusste sie überaupt nichts mehr und öffnete endlich ihre Augen "Gott sei Dank, Anna, du lebst", seine Stimme klang zittrig und es schwang eindeutig Erleichterung in seinen Worten. Verdattert blickte sie ihr Gegenüber an. Vor ihr stand niemand geringerer als Tom, dessen Gesicht sich nicht entscheiden konnte, ob es lachen sollte, weil Anna wieder bei Bewusstsein war, oder ob es ob der Schmerzen weinen sollte, denn sie hatte ausgerechnet dorthin gezielt wo es am meisten weh tat. Peinlich berührt und vollkommen verwirrt musterte sie ihn mit ihrem Blick und blieb schließlich an seinen Augen haften, die sie glasig und angsterfüllt anblickten. Anna spürte direkt einen Stich in ihrem Herzen, denn es tat ihr unendlich weh, ihn so zu sehen, denn der Schmerz, der in seinen Augen stand, war keineswegs Ausdruck seiner körperlichen Qual, glaubte sie zumindest zu erkennen. Nein, da war so viel mehr, so viel, dass er sonst immer so wehhemment unter Verschluss hielt. Man konnte auch sagen: Die Seele hat sich ihren Platz an der Sonne erfolgreich zurückerobert oder einfach nur mit zwei wesentlichen Worten! Die Jubiläumsausgabe ist zurück. Anna selbst jedoch fühlte sich nicht fähig für jenen Augenblick Freude zu empfinden, denn zu groß war die Angst der letzten Stunde(n) gewesen. Stumm hielt sie für einen Augenblick den Atm an. Über seinem rechten Auge klaffte hässlich und fordernd eine blutige, langliche Wunde. Immer noch Toms angstvollen Blick im Gedächtnis bahnte sich endlich die Frage, was Tom überhaupt hier tat, in ihr Gehirn. Er hatte sie anscheinend vor diesen Ausgeburten aus Neuköln bewahrt. ( wie ihr sicherlich wisst bin ich eine waschechte Österreicherin und habe keine Ahnung von Berliner Arbeiterbezirken. Neuköln kenn ich lediglich aus der Tn Eine wie keine) Schön, aber das erklärte so gut wie übrhaupt nichts. Eigentlich noch viel weniger als nichts, aber es schwirrten ihr momentan zu viele Fragezeichen zwischen den Gehirnzellen herum, als dass sie aus einem eine Frage formen hätte können. "Im Fußball würdest du eine strahlende Karriere machen", sagte Tom etwas atemlos mit dem Entwurf eines Lächelns im Gesicht. Anna starrte ihn nur gedankenverloren an. Sie fasste die Sitation einfach noch nicht. Einerseits verspürte sie Erleichterung weil die Ghettofraktion abgerückt war, doch andererseits verwirrte sie Toms Anwesenheit. Wieso war er hier? Wie ist er die Typen losgeworden? Was haben sie mit mir gemacht? Haben Sie...? Anna schaffte es nicht einmal weiter zu denken, so sehr graute ihr vor der Vorstellung. Ein stummer Schmerz kämpfte sich ihre Kehle herauf. Ihr ganzer Körper begann zu beben und ihre Augen füllten sich bald darauf gegen ihren Willen mit Tränen, die stumm aus ihren Augenwinkeln auf die Bettdecke tropften. Sie versuchte sie zu stoppen, denn sie schämte sich vor Tom zu weinen, sie wolllte unbedingt ihre nicht vorhandene Stärke zur Schau tragen, doch keine Chance. Die seelischen Schmerzen waren größer und vor allem stärker als Annas beugsamer Wille und so schluchzte sie letzlich einfach drauf los. Beschähmt verdeckte sie ihre Augen mit ihren Händen, denn trotzallem war die Scham groß und so bemerkte sie nicht, das sich Tom neben sie aufs Bett setze. Erst als er sie behutsam in seine Arme zog, riss sie erschrocken ihre Hände von ihren Augen und blickte ihn erstarrt an. Irgendwie war sie überfordert mit der Situation, denn eigentlich war sie stocksauer auf Tom und wollte sich in Zukunft von ihm fernhalten, doch sie war einfach zu schwach um ihren Standpunkt klar zu machen und so kam es, wie es kommen sollte. Wiederstandslos ließ sie sich von Tom in seine Arme ziehen, lehnte ihren Kopf an seine Brust und verfiel unter der Flagge ihrer Verzweiflung in einen Heulkrampf. Plötzlich war ihr egal was er dachte, denn sie spürte seine Wärme und da war die alte Vertrautheit von der Insel auf einmal wieder voll entflammt und so genoss sie es unendlich wie er ihr behutsam zur Beruhigung über ihren Rücken strich. Es schien als würde eine tonnenschwere Last von ihren Schultern brechen, in seinen Armen fühlte sie sich so unheimlich geborgen, wie als ganz kleines Mädchen in den schützenden Armen ihres Vaters. Seine Nahe war einfach wie der Alkohol für den Süchtigen, wenn er ihn hatte ging es ihm gut.
Eine Weile saßen sie einfach nur auf Annas Bett, eingehüllt in einen Mantel aus absoluter Gräuschlosigkeit, die nur ab und an von einem Schluchzer aus Annas Kehle durchschnitten wurde., denn es brauchte lange bis Anna sich wieder einigermaßen beruhigt hatte und ihr Brustkorb nicht mehr unkontrolliert und heftig bebte, während regelmäßig keuchende Laute aus ihrem Hals drangen. Was ja auch durchaus verständlich war, bei dem eben erlebten. Fast panisch hatte sie sich in den Stoff von Toms weißem Hemd gekrallt, so als wollte sie ihn durch ihren Körper bitten, sie nie wieder los zu lassen. Nachdem die Uhr einen weiteren Kreishalbmarathon bestritten hatte, wagte sie einen schüchternen Blick nach oben, in das Gesicht ihres Lieblingströsters. Liebevoll lächelte er ihr entgegen und bei diesem Anblick erwärmte sich Annas Herz und es führte, wie konnte es auch anders sein, natürlich nicht zu einer Normalisierung ihres Herzrythmuses. Im Gegenteil es schlug fast noch wilder als zuvor und so lebte Anna mit der Angst es könnte wegen über Lastung zu einer Betriebsstörung kommen. Seine Augen waren in einen samtweichen, lieblichen Ausdruck gehüllt und ganz hinten konnte man noch einen winzigen Anteil der Panik von vorhin aufblitzen sehen. Anna war so glücklich, dass er bei ihr war, dass sie ihn einfach nur ansah. Es brannten ihr unendlich viele Fragen in ihrem Kopf, doch sie wollte die Magie des Moments nicht mit einer Frage zerstören und unterschwellig hielt wohl auch die Angst vor einer erneuten Flucht Toms ihre Lippen versiegelt. Diese Situation war einfach so irrwitzig, dass Anna jeden Moment fürchtete aus ihrem Traum gerissen zu werden. Es war für sie irgendwie nicht fassbar, dass er nach dem heutigen Morgen nun hier mit ihr im Arm saß. Welchen Grund hatte er eigentlich gehabt mir zu folgen, nach dem er Carla seine uneingeschränkte Liebe versichert hatte. Sie fürchtete die Wahrheit ebenso, wie sie, sie anbetete. Ungewissheit war einfach eines der schrecklichsten Dinge in diesem Paradis der Grausamkeit, Optimisten nannten sie auch Welt. Zögernd blickte sie an sich hinab, ihr T-Shirt befand sich immer noch etwas über dem Bauchnabel, beschämt und mit zittrigen FIngern zog sie es bis über den Bund ihres Rockes hinab und hielt es einen Moment zu lange zwischen ihren Fingern ehe ihr Blick weiter glitt und ihre entblößten, abgewinkelten Beine erfasste, die ruhig auf Toms in dunkelblauen Jeans verhüllten Oberschenkeln lagen. "Wie geht es dir?", durchbrach seine Stimme plötzlich die vorherrschende Ruhe. Im ersten Moment zuckte sie ob seiner Stimme zusammen. Sein verbaler Vorstoß überraschte sie und so machte sie sich erst einmal dran den Buchstabensalat in ihrem Kopf zu ordnen. Wie gehts mir, fragte sie sich nun in Gedanken noch einmal selbst. Wenn ich ehrlich bin, ich habe keinen blassen Schimmer, wie es mir geht. Ich fühle einfach nur einen riesigen Haufen gar nichts. "Ich fühle mich leer, fast so als ob mich jemand innerlich ausgesaugt hätte", seufzte sie traurig vor sich hin, während sie ihre Finger waghalsig ineinander verhakte. Schweigend beobachtete Tom, Anna und strich ihr behutsam übers Haar. Es zerriss ihm fast das Herz sie so zu sehen, aber was sollte er tun. Was passiert war, konnte er nicht mehr ungeschehen machen , sondern lediglich jetzt für sie da sein und das wollte er auch, doch ein Gedanke ließ ihn trotzallem nicht los. Er wusste nicht, ob dies der geeignete Moment war, jedoch konnte er es auch nicht mehr länger an sich halten. "Anna, wer waren diese Typen?" fragte er zaghaft und etwas unsicher ob ihrer Reaktion. Erneut schoss ihm der Anblick vor Augen, der sich ihm geboten hatte, als er das Zimmer betrat. Erst glaubte er zu phantasieren bzw. im falschen Zimmer angelangt zu sein. Doch als ihre schmutzigen Gedanken an seine Ohren drangen und er schließlich Annas blonde Haare erkannte, schrillten bei ihm endgültig die Alarmglocken. Verlegen brannte sich Annas Blick in ihre Oberschenkel. Verdammt, schimpfte sie innerlich. Was soll ich ihm sagen? Ich kann doch nicht... "Ich weiß nicht", antwortete sie ohne den Blick von ihren Beinen zu erheben. Hart stieß Tom die Luft aus, die dann über Annas Scheitel hinwegzog. Ein paar einzlene Haare fühlten sie von der Luft angezogen und stellten sich selbstbewusst der Länge nach in die Höhe. Derweilen bohrte sich Annas Blick so hart in ihre Haut, dass man fürchten musste, das selbige Feuer fangen würde. "Anna", seine Stimme lag etwas über der normalen Gesprächslautstärke. "Willst du mich eigentlich für dumm verkaufen? Glaubst du im Ernst, dass ich dir glaube, dass ein paar wildfremde Schmalspurgängster zufällig in deine Wohnung einfallen wie die Hunnen? ich bin vielleicht emotional zurückgeblieben und etwas verkorkst auch noch, aber diesen Blödsinn kannst du nicht mal einem Blinden mit Alzheimer erzählen. Ich hab sie gesehen und vor allem gehört. Das sind ganz üble Typen, Anna, also sag mir endlich was du mit ihnen zu tun hast. Für heute habe ich dich gerettet, ja, aber sie werden wieder kommen und immer bin ich nicht da." Stimmt, Carla baucht ja einen Pfleger, denn alleine würde sie nicht mal eine Flasche Wasser im Supermarkt finden, dachte Anna wütend, doch schnell kehrten ihre Gedanken zum eigentlichen Problem zurück. Mist, wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus. Ich kann ihm doch nicht sagen, dass meine bekloppte Schwester...Nein, das geht nicht, aber was soll ich ihm dann sagen. Irgendetwas muss ich ihm sagen und glaubhaft sollte es auch noch sein, vorher gibt der sicherlich keinen Frieden. Momentan hat er was von einem Hund der sich in irgendetwas verbissen hat, freiwillig lässt der nämlich auch nicht mehr von seiner "Beute" ab. Was mache ich nur? Da kam ihr plötzlich eine Idee. Intensiv dachte sie an die beiden Typen zurück, als ihr deren niedrige Absichten dämmerten und da kam sie wie von selbst, die erwünschte Panik. Fehlten nur noch die Tränen, doch die folgten willig wenig später, denn es ging ihr wirklich verdammt dreckig. So krallte sie sich wieder an Toms Hemd fest und ließ ihrem Seelenschmerz freien Lauf. Annas zierlicher Körper schüttelte sich unter dem Weinkrampf, während sie Toms beruhigende Berührungen genoss. "Haben Sie mich...ich meine, weißt du, ob...ich kann nicht...", mehr brachte sie nicht mehr heraus. Zu viel Angst hatte sie vor seiner Antwort. Ihre Panik, dass er ihre Frage bejahen könnte, war schier unermesslich. Was wenn er trotzallem zu spät gekommen ist, wenn sie mich schon...Anna brach ab und erneut rollte eine Welle der flüssigen Verzweiflung aus ihren Augen. Sie sollte sie damit umgehen? Tom hatte sie auch so verstanden und schalte sich einen Narren, dass er sie in ihrem Zustand mit seiner Frage belastet hatte. Er konnte sich zwar nicht vorstellen, wie sie sich fühlte, doch er ahnte, dass es schrecklich sein musste. Aber was sollte er ihr sagen? Die Wahrheit? Das würde ihren Zustand wohl kaum verbessern, also was soll ich tun? Traurig blickte er auf ihren Scheitel hinab und drückte ihr einen zarten Kuss aufs Haar. Tom war vollkommen ratlos.
Anna verkroch sich noch tiefer in ihr Tränenmeer, als sie bemerkte das Toms Reaktion lediglich aus Schweigen bestand, denn normalerweise hätte er doch fragen müssen, was sie meinte bzw. nicht konnte. Doch nichts, nur eisernes Schweigen. Er hatte sie also verstanden. Nein, bitte lass das nicht wahr sein. Währenddessen rang Tom noch immer mit sich. Sollte er es ihr sagen? Was würde die Aussage in ihr auslösen? Erneut rollte eine Welle, von Grübeleien betrieben durch seinen Kopf. Wie würde ich mich fühlen, wenn mir das jemand sagen würde? Tom strengte sich wirklich an, sich in diese Situation zu versetzen, doch er konnte sich nicht so recht mit der Vorstellung anfreunden, dass eine Frau einen Mann vergewaltigt. Frauen zeichnete sein Gehirn als feinfädrige Stoffe, die bei der geringsten Kraftausübung zerreißen, einfach filigran, egal was irgendeine Frauenbesessene, besser bekannt als Alice Schwarzer auch sagte. Emanzipation schön und gut, aber das ginge ja rein körperlich schon mal nicht. Eine Frau besitzt niemals die Kraft eines Mannes, da hatte die Evolution Gott Lob den Riegel vorgeschoben. Nicht das er etwas gegen berufstätige Frauen hatte, nein, aber was zu viel war, war zu viel, da ist er eindeutig altmodisch und Stolz drauf. Diese Erkenntnis half ihm in der jetztigen Situation jedoch leider wenig, denn Fakt ist, dass er immer noch ratlos war. "Anna", begann er vorsichtig. Seine Stimmlautstärke befand sich auf einer der niedrigsten Stufen und die Worte schleiften sich fast zaghaft über seine Lippen, denn irgendetwas in ihm sträubte sich immer noch tatkräftig gegen seine Entscheidung, Anna reinen Wein einzuschenken. Tom fürchtete verständlicherweise Annas Reaktion, denn er konnte es einfach nicht ertragen, wenn es ihr schlecht ging. Man könnte auch sagen, wenn aus Annas Augen Regen fiel, tränte auch sein Herz. Jetzt hab dich nicht so. Anna geht es schlecht, da führt kein Weg dran vorbei und wenn du sie im ungewissen lässt, wird es ihr davon nicht besser gehen. Sie wird lediglich glauben, dass ich sie schonen willst, schonen vor der Wahrheit. So stellte er fest, auch wenn es ihm missfiel, dass dies der einzig richtige Weg war. "Als ich gekommen bin", Tom schluckte den Ekel hinunter, bevor er weitersprach. Er wusste nicht, wie er das am besten sagen sollte, den wenn er ehrlich war, fand er es unaussprechlich. Anna vernahm ihren Herzschlag in der Gegend ihres Kehlkopfes, ihr rechtes Bein wippte nervös auf und ab. Seine gesenkte Stimme, seine Pausen, es machte ihr unendliche Angst. Was wollte er ihr sagen? War es wirklich so schlimm? Der Atem kräuselte sich in ihren Lungenflügeln, instinktiv verkrampfte sie ihre Zehen und begann mit den Fingern ihrer rechten Hand nervös auf ihrem rechten, wippenden Fuß Klavier zu spielen. "Was willst du mir sagen? Rede einfach und hör endlich auf, dich zu benehmen wie eine alte Oma mit Harndrang und der Feigheit es auszusprechen. Das macht mich nämlich wahnsinnig", platzte es schließlich aus ihr heraus. Ihre Nerven waren einfach mit ihr durchgegangen und so klangen die Worte schroffer, als beabsichtigt. Anna wollte Tom eigentlich nicht anschreien, aber er machte es ihr aber auch nicht einfach, nett zu sein, fuhr es ihr durch den Kopf, als sie ein betretenes Schlucken hinter sich vernahm. "Ich weiß es nicht, Anna. Ich würde dir gerne etwas anderes sagen, aber das kann ich nicht ohne zu lügen." Nun war es Anna die schluckte, während ihr erneut Tränen in die Augen schossen. Die Vorstellung, dass diese Typen sie vergewaltigt hatten, brachte ihr Herz zum bersten. Ihr Atem ging viel zu schnell, ihre Beine zappelten nun richtig und ihre Arme schlang sie hilfesuchend um Toms Körper und verschränkte an seinem Rücken ihre FInger ineinander. "Nein...Nein...Nein...Nein", brüllte sie immer und immer wieder, während die Pausen von ihrem Schluchzen überbrückt wurden. Wie gerne würde er ihr sagen, dass alles gut wäre, dass sie sich wieder beruhigen soll, da alles nur ein böser Traum gewesen war. Doch das konnte er nicht, denn dieser Alptraum war Realtiät und da mussten sie jetzt durch, egal wie hart es war. Es war der einzige Weg. "Vielleicht haben sie es auch nicht getan", weiter kam er nicht, denn seine Zunge erstarrte, als er in Annas funkelnde Augen blickte. Sie lagen zwar in einem Schleier, verursacht durch die Tränen, doch er konnte es genau erkennen. Der Vulkan stand kurz vor seinem Ausbruch und er war der Forscher, der gerade dabei war den Kratar zu inspizieren. Absolut tödlich, ging es ihm noch durch den Kopf, während schon erste Gesprächsbrocken gegen seine Frontansicht prallten. "Vielleicht. Von einem vielleicht kann ich mir aber nichts kaufen. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass dich das wenig interessiert. Schließlich bist es ja nicht du, der vergewaltigt wurde sondern ich. In deinen Körper haben keine aßbestückten, asozialen, stinkenden Mistviecher ihren Schwanz gesteckt sondern in meinen, also lass deine lauwarmen Beruhigungsversuche in dem Loch, in dem sie, die letzten 300 Jahre gegammelt haben, denn die habe ich so notwendig, wie einen Haufen geqirlte Schei.e zum Frühstück." Annas Stimme bebte heftig während sie sprach, denn sie musste wohl immer wieder die heraufsteigenden Tränen hinunterschlucken, was der imposanten Lautstärke in der die Wörter ihre warme Sprachhöhle verließen, jedoch keinesfalls eine Linderung einbrachte. Annas Wangen waren in Röte gegossen, ihre Arme fuchtelten wie unter Starkstromeinwirkung, als sie sich mit einem Satz von seinem Schoß erhob und unter lauten Schritten, obwohl sie keine Schuhe an den Füßen trug, zum Fenster stapfte, wo sie mit vor der Brust verschränkten Armen verharrte und beharrlich auf die stark befahrene Straße hinab blickte. Zumindest tat sie so als ob, während Tom nun die endgültige Bestätigung hatte, das er als Tröster ein Totalausfall ist. Sch.eiße, dachte er. Ich habe doch nur versucht, ihr zu erklären, dass ich es nicht weiß. Tief in seinem Inneren wusste er, dass dies keine Entschuldigung war, denn vergewaltigt zu werden, war sicherlich kein sommerlicher Abendspaziergang. So viel er wusste war es die Hölle, es veränderte den Menschen bis ans Ende seiner Tage. Es gibt kein zurück, sondern nur ein Leben davor und eines danach. Tom würde die Worte wieder einsaugen, wenn er könnte. Seine Formulierung war nun wirklich nicht äußerst glücklich gewesen, aber er hatte es doch nur gut gemeint. Gut gemeint ist noch lange nicht gut, schoss ihm die Stimme seiner Mutter durch den Kopf. Wie hatte er ihre Genauigkeit im Bezug auf die Bedeutung von Wörtern immer gehasst, doch jetzt fast 20 Jahre nach ihrem Tod hatte er es endlich begriffen. Sie hatte schon recht gehabt, es machte einen Unterschied ob man auf die Bank geht oder zur Bank. Super, diese Erkenntnis ist zwar schön, aber helfen tut sie mir nicht so wirklich. Was glaubt er eigentlich? Anna brauchte für ihre Wut allmählich einen Waffenschein. Er tröstet mich ein wenig, streicht mir ein bisserl lieb über den Rücken und dann steig ich mit ihm ins Bett, weil ich sonst nicht weiß, was mit der ganzen Freizeit anzufangen. Der hat sie doch nicht mehr alle, denn nur weil ihn seine Brötchentrulla nicht mehr ranlässt, braucht er seine Bedürnisse noch lange nicht bei mir stillen. Anna war so in ihre Gedanken vertieft gewesen, dass sie nicht bemerkte wie Tom hinter sie getreten war. "Anna", sagte er schließlich, denn wie er so stumm hinter ihr stand, fühlte er sich so deplatziert wie eine Pestsäule in einem Pornomuseum. Erschrocken fuhr sie herum. In ihren Augen blitze die Wut bedrohlich auf. "Verschwinde...RAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUUUUUUUUUUUSSSSSSSSSSSS", zuerst hatte sie die Buchstaben nur so verhalten zwischen ihren Zähnen und den nahezu geschlossenen Lippen hervorgepresst, doch als sie erkannte, dass er keine Anstalten machte aufzubrechen, platze ihr endgültig der Kragen. Anna brüllte einfach aus voller Kehle drauflos. Wenn ihn das nicht vertreibt, weiß ich wirklich nicht. Doch falsch, gedacht. Tom blieb vor ihr stehen wie festgefroren. Was glaubt der Typ eigentlich, wer er ist, fluchte Anna in Gedanken. Gut, du wolltest es nicht anders. "Was willst du hier? Wieso haust du nicht einfach ab zu deiner saudoofen Gespielin." Anna hatte es extra vermieden das Wort Freundin zu benutzen, denn dieses Wort war für Carla eindeutig zu schade. "Mit ihr kannst du gerne so reden, denn die hat weniger Gehirnzellen als ein Laib Brot.Traurig, wenn man bedenkt, dass der Anteil der Gehirnzellen im Brot bei 0.0 % liegt. In diesem Fall gut für sie, denn so kann sie nicht merken, welch ungehobelter Klotz du eigentlich bist. Ach ja und falls du unter Sexentzug leidest, was mir als einzige Erklärung für die vergangene Stunde dient, denn welchen Grund hättest du sonst dich so nett um mich zu kümmern, wo ich dich doch nicht interessiere und du nur Carla liebst, kann ich dir gerne die Telefonnummer von diesen verreckten Hundskrüppeln (in meiner Heimat sowie im bayrischen sehr beliebter Ausdruck, klingt allerdings hochgedeutscht, nicht so toll. Sorry) geben, damit sie Holy Carla auch mal vergewaltigen. Obwohl, so dumm und s.exbesessen wie die ist, findet sie das sicherlich noch toll. Na ja, das ist nicht mein Problem, auf jeden Fall kannst du sie dann mit deinem vollkommen deplatzierten Holzfellerscharm trösten und fi..en. Mir egal, hauptsache du lässt mich zu frieden und jetzt HAU AB", brüllte Anna, während sie langsam das brennen, dass von der Stimmüberbelastung herrührte, in ihrem Rachen spürte. Verdammter Mist, das auch noch, als hätte ich nicht schon genug Probleme, doch andererseits war sie froh mal ihrem Groll Luft machen zu können. Immer alles hinunterschlucken ist ja bekanntlicherweise nicht das wahre
Vollig verdattert blickte Tom Anna an. Er konnte und wollte einfach nicht fassen, was ihm seine Ohren da gerade zugetragen hatten. Welch tiefe Meinung hatte Anna eigentlich von ihm? Das konnte sie doch nicht ernst gemeint haben? Seine Liebe gehörte noch ihr? "Anna, das war nicht so wie du denkst, heute Morgen. Bitte lass es dir erklären", versuchte Tom Anna mit samtweicher Stimme begreiflich zu machen, während in seinen Augen ein bitterliches Fehlen lag. Doch Anna wäre nicht Anna würde sie nicht in ihrer Sturheit Wurzeln schlagen. Sofort begann sie erneut zu schimpfen. "Was geht es eine Angestellte auch an, was ihr Chef mit seiner Freundin treibt. Sie haben ganz recht, Herr Lanford. Gar nichts, nichts geht es mich an und deshalb geht sie mein Leben ebenso einen Dreck an." Ihre Stimme sollte wohl entschlossen klingen, doch in Wahrheit war sie nicht mehr als ein wehmütiges, verletztes Wimmern. "Anna, Anna, Anna....ANNA STOP", brüllte Tom schließlich nachdem sich seine Stimme mit jedem Anna etwas gesteigert hatte. "Schrei mich nicht so an", protestierte Anna, während sie verzweifelt versuchte ihre Tränen im Innenbereich ihres Auges zu behalten. "Anna, wieso bist du so zu mir?" Tom wusste, dass er sich kaum noch tiefer beugen konnte, als er es gerade tat. Er kam sich vor wie eine kleines ungezogenes Kind, dass vor seinem Vater steht und ihn anbettelt, ihm doch das Spielzeug wieder zu geben. "Was ist denn hier los?", durchschnitt plötzlich Susanne, dass Stimmengewirr, den Tom und Anna hatten kurz zuvor beschlossen sich gegenseitig gleichzeitig anzubrüllen. Erschrocken stoben sie auseinander, Tom lehnte sich mit vor Beschämung gesenktem Blick an die Wand von Annas Zimmer und Anna selbst floh auf die Fensterbank, wo sie mit angewinkelten Beinen und vor der Brust verschränkten Armen eine gewisse Kampfhaltung einnahm. Verdutzt blickte Susanne zwischen den Beiden hin und her, ehe sie die Augenbrauen hoch zog und sich ihre Stirn in Falten legte. Einen Moment später blickte sie auf den kleinen Felix im Maxicosi, der sie stumm angrinste. Irgendetwas stimmte hier nicht, so viel war klar, denn normalerweise, wäre Anna sofort auf Felix losgestürmt. Doch diesmal tat sich nichts und Toms Pose verfehlte ihre Wirkung ebenso wenig. "Ich glaube, wir beide lassen die Mama und den Herrn Lanford mal alleine. Die haben allem Anschein nach etwas viel zu besprechen." Susannes Blick war zwar auf Felix gerichtet, die Worte jedoch an Anna, denn sie waren mit diesem einen speziellen Unterton gesegnet, den Susanne nur zu besonderen Anlässen aus der Schublade befreite. "Nein, du kannst ihn ruhig da lassen, Mama. Herr Lanford", während sie seinen Namen aussprach, funkelten ihre Augen bedrohlich in Toms Richtung " wollte sowieso gerade gehen!" Endlich löste sich auch Tom aus seiner Statuenhaltung. Seine Augen funkelten ebenfalls, doch verständlicherweise in die andere Richtung, man könnte auch sagen, er sandte den Killerblick an den Absender retour. "Nein, Herr Lanford wollte noch nicht gehen. Deine Mutter hat ganz recht, Frau Broda wir haben noch einiges zu besprechen.", entsprangen schließlich die Worte zwischen seinen Lippen. An seinem Hals waren ein paar sich von der Haut abhebende Bahnen gut ersichtlich, offensichtlich kostete es ihm einige Mühe so gesittet zu reden und nicht im Primatenjargon von vorhin zu komunizieren. Irgendwie verständlich bei Annas Verhalten. In Annas Gesicht konnte man lesen wie in einem offenen Buch, denn ihr Antlitz war von einem siegessicheren Grinsen überschattet bis ihr Toms Worte bewusst wurden. Man konnte beinahe äußerlich ihren Gedankenlauf erkennen bis sich schließlich ihre Augen weiteten und das Grinsen allmählich zu einer Miene, gegosssen aus Enttäuschung und Entsetzen, verkam. Das hat mir gerade noch gefehlt, fluchte sie innerlich, bevor sie sich mit aggressionsgeschminktem Gesicht fordernd erhob und mit immer noch tödlich funkelnden Augen in die Mitte es Raumes trat. "Was wilst du, Herr Lanford, mir denn sagen?", sagte sie frotzelnd, seinen grammatikalischen Fehler von vorhin, genüsslich dehnend. Eigentlich war ihr glasklar, dass sie ihm etwas sagen müsste, nämlich "Entschuldigung". Sie hatte ihn vollkommen ungerechtfertigt angepflaumt, wo er doch sie nur trösten wollte. Ich war einfach so wütend auf diese Typen und Tom war eben der einzige der gerade da war. Ich wollte das ja nicht, aber als er...ach, mensch er wollte doch nur nett sein. Wieso? Das mindeste was ich tun müsste, wäre mich entschuldigen, aber das mit Carla heute Morgen war ja wirklich nicht sehr freundlich. Am besten ich hör ihm jetzt einfach mal zu und dann kann ich ja immer noch entscheiden.
Ja, verdammt, was wollte ich ihr eigentlich sagen, dachte Tom panisch, während er seine wirren Gedanken zu sortieren versuchte. Er wurde immer ganz hibbelig, wenn er reden sollte, das eigentliche Thema aber nicht kannte und so ähnlich erging es ihm eben auch in diesem Augenblick, der für sein Ermessen schon etwas zu lange andauerte. Es gab da eine Menge, die er Anna sagen wollte, doch was davon würde sie dazu bringen ihm zu zuhören. Nervös schweifte sein Blick zu ihr hinüber. Na, super, dachte er. Der Countdown läuft also schon im Endspurt. Anna stand mit wippendenden Beinen und in einander verschlungenen Armen vor ihm. Ihre Augen blitzten bedrohlich auf und ihre Zähne maltretierten ihre Lippen. Wenn sie so weiter macht, sind sie bald blutig. Ein Wunder das sie es nicht sowieso schon sind, sooft wie sie in letzter Zeit diese Pose ausübte. Plötzlich wandte Tom seinen Blick ab und kniff seine Augen fest zusammen, so dass sich rund um viele kleine Fältchen bildeten, als hätte ihn jemand geblendet. Er konnte einfach nicht anderes, denn sonst wäre er in ihren wunderschönen Augen versunken, wiedermal, doch der Ort und die Zeit waren äußerst ungünstig für die Berücksichtigung seiner Gefühle. Sein Puls begann zu rasen und sein Herzschlag war sowieso nicht mehr messbar, mit Sicherheit würde er jedes EKG-Gerät sprengen. Tom sag irgendetwas, bevor sie dich rauswirft, versuchte er seine Gedanken wieder einzufangen. Annas Anblick war für einen klaren Gedanken seines Gehirns einfach wie Tollkirschen. Absolut tödlich. "Anna, ich möchte dir soviel sagen, aber ich...", begann er vorsichtig. "Aber was...du kannst jetzt leider nicht weil deine nuttige Freundin sich sonst ein anderes Objekt ihrer Begierde sucht. ja, lauf nur. Von innen stehen dir die Türen in diesem Haus schon seit langem offen, ausschließlich von innen." Ihr Blick durchbohrte sein vor Entsetzen erstarrtes Gesicht und ihre Worte spritzten wie tausend Dornen zwischen ihren Lippen, die zu einem schmalen Strich verformt waren, hindurch. Tom war einen Augenblick lang einfach zu baff um zu reagieren, denn er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit dem. Okay, dass Anna ein achtbares Temperament besaß war wirklich nichts neues für ihn, aber dass sie so derartig auszuckte, überraschte ihn schließlich doch und plötzlich erinnerte er sich zurück. Als sie heute so regungslos dalag, brüllte sie doch auch irgendetwas über Carla. Erneut kniff er die Augen zusammen, legte den Kopf ein wenig schräg, damit das Hirn zusammenrinnen konnte. Stofffetzendesignerin, Bäder in der Menge, lichtete sich der Schleier des Vergessens in seinem Kopf. Was hat sie da bloß gemeint? Anna und Carla, das ist wie Feuer und Dynamit, aber ich hätte Anna nie so einen tiefgründigen Hass zugetraut, wie er jetzt aus ihren Augen spritzt. Was habe ich da verpasst?, grübelte Tom, der sich sicher war, dass irgendein eine Weiche falsch gestellt war. Eine mächtige Wut durchflütete seinen Leib, doch er bemühte sich redlichst ihr nicht zu viel Raum zu gewähren. Er hatte Franziska schließlich versprochen mit Anna endlich reinen Tisch zu machen und sie nicht weiter in einem Entenschwimmbad dümpeln zu lassen bis auch ihre letzte Nervenzelle zerstört war. Mensch, sei kein Feigling, red mit ihr. Sag es ihr, komm schon...Anna hat die Wahrheit verdient. Bedeutungschwanger seufzte er in den bis auf Anna menschenleeren Raum und beobachtete angespannt die Sonnenstrahlen, die auf seinen Unterarmen fangen spielten. Tom schluckte ein letztes Mal, atmete tief ein und fühlte sich schließlich stark genug um mit Anna Klartext zu reden. "Du wolltest doch wissen wo ich die letzten acht Wochen war, oder?", tastete er sich vorsichtig an das Thema heran. Anna schickte ihm zur Antwort nur einen finsteren Blick und ein unverständliches, aber keineswegs freundliches Gemurmel. "Ich war bei meiner..." Toms Stimme senkte sich ab und er stockte einen Moment. "Franziska, sie ist meine, ich meine..." Erneut geriet er ins stammeln. Er fand und fand einfach nicht die richtigen Worte und die Angst vor Annas Reaktion erschwerten es ihm zusätzlich. "Sag mal hälst du dir eigentlich ein Harem? Carla, Franziska" äffte sie schließlich, während sie die Namen aussprach, als hätte ihr gerade jemand aufgetragen Hundekot zu essen. Toms Nerven waren nun wirklich kurz vorm zerreisen und er stand einer Explosion ebenfalls äußerst nahe. Wieso um Himmels willen konnte diese Frau einen nicht einfach nur mal zuhören und erst schimpfen wenn man fertig ist. Gut, er wusste nicht so recht, wie sie dann reagieren würde, vermutlich würde sie ihm aus lauter Zorn eine schmieren. Wieso tue ich mir das eigentlich an? Wieso bin ich nicht einfach gleich bei Franziska geblieben, so wie ich es vor hatte? Ach ja, weil die ja auch so ein Gutmensch ist und meinte ich müsste vorher reinen Tisch machen sonst würde sie mich nicht aufnehmen. Gott, wieso sind Frauen nur immer so kompliziert?, fluchte er leise in sich hinein, ehe er sich besann, die Situation hier erst zu verlassen, wenn das Risiko einer Detonation gebannt war. Allerdings war es zum jetztigen Zeitpunkt wahrscheinlicher, dass sie beide samt dem Haus in die Luft flogen, denn wie sollte er das nur schaffen mit Anna vernünftig zu reden. Das war momentan nämlich so einfach wie einem hungrigen Sibirischen Tiger in der Wildnis zu erklären, dass er eigentlich Vegetarier ist. "Anna, lass uns vernünftig miteinander reden, bitte", seine Stimme war lediglich ein flehen. Anna wäre nicht Anna, wenn sie in der Zwischenzeit untätig gewesen wäre und so hatte sie sich zur Tür bewegt an deren Schnalle sie jetzt klebte wie eine Biene am Honig. Ihre Augen blitzten immer noch gefährlich, wenn nicht noch gefährlicher als zuvor. Ihre Absicht war deutlich, doch Tom dachte nicht daran, darauf einzugehen. Den Gefallen wollte er ihr nicht tun, dieses eine Mal nicht. "Reden" Anna runzelte die Stirn und ihre Stimme war sarkastisch. " Welche Erleuchtung hat dich denn bekehrt, dass du erkannt hast, das reden manchmal nützlich ist....Schön, es ehrt dich, aber ich habe gerade keine Lust zu reden, also verschwinde." "Nein, das werde ich nicht. Gut, du willst nicht reden. Soll mir recht sein, musst du auch nicht, denn ich werde reden und du hörst mir zu." Tom hielt einen Moment inne, ehe ein Lächeln in seinem bisher äußerst verzweifelten Gesicht aufblitzte. "Das wirst du wohl schaffen. Umfallen kannst du ja nicht, denn die Türe ist ein zuverlässiger Halt. Wie du vielleicht weist kann sie nicht davon rennen." Erneut wagte er einen Blick in Annas wild funkelnde Augen. Man konnte ihr direkt ansehen, dass sie ihm am liebsten mit ihrem vier Buchstaben voran ins Gesicht springen könnte, vor lauter Wut, während auf Toms Antlitz ein siegessicheres Lächeln lag. Er hatte es endlich geschafft. Er hatte gegen Anna, aber vor allem seine Angst gewonnen, ein Sieg auf ganzer Linie sozusagen. Jetzt musste er nur noch das ihm bevorstehende, einem Lauf über glühende Kohlen gleichende, Gespräch hinter sich bringen und er war ein freier Mann. Eine Vorstellung die ihn vollkommen mit Glück ausfüllte.