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Dieses Thema hat 30 Antworten
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Dr.Ryina Offline

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Beiträge: 279

24.05.2011 20:16
#26 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 25

Nach weiteren Tagen zuhause kehrte Marc planmäßig zur Arbeit zurück, wobei Gretchen direkt aufstand als sie ihn sah und den Raum verließ. Auch Schwester Sabine schenkte ihm nur einen bösen Blick und knallte ihm die Akten hin. Marc nickte leicht und nahm sich dann seinen Kaffee mit dem er schweigend im Büro verschwand. Erst zur Visite ließ er sich wieder auf der Station sehen. Schließlich hatte er sich zuvor in genug Patientenakten einlesen müssen und zusätzlich hatte er heute auch direkt eine große Operation. Zwar hatte er keine unheimlich großen Schmerzen mehr, aber wohl fühlte er sich nach wie vor auch nicht. Marc brachte die Visite routiniert hinter sich, wobei Gretchen ihm noch immer großzügig aus dem Weg ging.


Marc zuckte zusammen als ihn plötzlich eine Hand am Arm packte und dabei genau auf seine Nähte fasste. Gretchen hatte dies mitbekommen und musterte Marc sofort, wobei sie sich selber sofort für die Sorgen in ihrer Magengegend hasste. Sie ging schon einmal zum OP herüber um sich steril zu waschen, wobei sie gespannt war wie Marc alles verkraften würde. Er musste so oder so seinen Arm bei der OP entblößen und auch desinfizieren. Marc betrat wenige Sekunden später den Waschraum und sah Gretchen kurz an.
„Es verheilt gut.“, sagte er und deutete dabei auf seinen Arm, während Gretchen ebenfalls einen kurzen Blick darauf warf.
„Sei froh, dass du morgen die Fäden ziehen kannst. Irgendwer wird dich so oder so bei meinem Vater verpetzen. Ich hoffe für dich, dass du in der Lage bis das Skalpell ruhig zu halten, denn ich werde dir keinen, aber auch absolut gar keinen Gefallen tun.“, stellte Gretchen klar, bevor sie die Tür auftrat und in den OP herein ging. Marc atmete tief durch und folgte dann ebenfalls. Schwester Sabine hielt bereits seine Handschuhe bereit, während sie ihm sofort ins Gesicht blickte als sie die Wunde an seinem Arm sah.
„Dürfen Sie denn operieren Doktor Meier?“
„Hat Sie irgendwer nach Ihrer unqualifizierten Meinung gefragt?“, schnauzte Marc zurück und ging dann zum OP Tisch herüber.
„Skalpell.“, bat er und begann dann die Operation. Gretchen hatte nichts anderes von Marc erwartet, als dass er die Operation glänzend hinter sich brachte, was natürlich der Fall war.
Sie hatte nicht einmal auch nur ein leichtes Zittern im Operationsbesteck feststellen können und das obwohl sie mehr als penibel darauf geachtet hatte.


Marc war derweil froh als sie den Patienten endlich wieder zumachen konnten. Nicht nur weil sein Arm verkrampft war, sondern auch weil er die unheimliche Stille die von Hasenzahn ausging, kaum aushalten konnte.
„Aufwachstation und dann auf die normale, nach der OP braucht er keine Intensiv.“, sagte Marc und verließ dann dicht gefolgt von Gretchen den OP Saal, wobei er erst einmal seinen Arm ausschüttelte und versuchte seine Schultern zu lockern. Unter normalen Umständen hätte Gretchen jetzt seine Schultern massiert, hätte etwas getan, damit er sich besser fühlte. So befreite sie sich nur stumm von der Kleidung und wusch sich dann ihre Arme.
„Wie war es in den letzten Tagen auf Station?“, fragte Marc um die Stille zu durchbrechen und Gretchens Stimme vielleicht etwas zu hören.
„Du hast doch die Krankenakten.“, blaffte Gretchen zurück und verließ dann den Raum, während Marc sich am Waschbecken abstützte und sich kurz selbst im Spiegel betrachtete. Womit hatte er dieses grauenvolle Leben überhaupt verdient?


Als Marc am Abend das Krankenhaus verließ sah er sich gleich mehrere Male um bevor er ins Auto stieg. Seit dem Angriff in seiner Wohnung hatte er weder etwas von seinem Vater gehört, noch gesehen. Das Ganze war besorgniserregend.
Marc sah sich noch einmal um, wobei er sehen konnte wie Gretchen das Gebäude ebenfalls verließ und zu ihrem Fahrrad herüber ging. Wie gerne wäre er nun mit ihr in sein Auto gestiegen und nach Hause gefahren, doch er musste sie schützen. Marc zwang sich die Gedanken beiseite zu schieben und stieg dann in sein Auto ein um in seine einsame und ruhige Wohnung zu fahren. Marc konnte nicht ahnen, dass die Polizei am heutigen Abend Gretchen aufsuchte um mit ihr ebenfalls zu sprechen, so dass er erschrak als es Stunden später an der Tür schellte.

Marc war auf dem Sofa eingeschlafen und sofort hellwach. Er nahm den Baseballschläger, den er momentan immer in seiner unmittelbaren Nähe hatte.
„Wer ist da?“, rief Marc.
„Ich bin’s Gretchen.“, erklang Gretchens Stimme, während Marc direkt die Tür öffnete. Gretchens Blick fiel sofort auf den Baseballschläger in Marcs Hand, wobei sie sich fragte, wie viel Angst und Unruhe er Tag für Tag und Nacht für Nacht durchstehen musste. „Hasenzahn.“, sagte Marc sichtlich überrascht und verwirrt.
„Kann ich reinkommen?“
„Ja klar, aber natürlich.“ Gretchen schob sich an Marc vorbei, während dieser die Tür hinter sich schloss und dann den Baseballschläger zur Seite stellte.
„Die Polizei war gerade bei mir.“
„Die Polizei?“
„Ja, die Polizei, wegen deinem Vater. Mir ist einiges klar geworden.“
„Was meinst du?“
„Du hast der Polizei erzählt, dass er es vermutlich auch auf mich abgesehen haben könnte.“, sagte Gretchen, während Marc seinen Blick senkte.
„Ist das der Grund warum du mich weggestoßen hast Marc? Weil du glaubst mich so beschützen zu können.“
„Gretchen es geht nicht anders! Er wird auf nichts Rücksicht nehmen und vor nichts halt machen.“
„Gott Marc, dass ist die schönste Liebeserklärung die du mir je machen konntest.“


„Sag mal, geht’s noch? Was hat das bitte mit einer verdammten Liebeserklärung zu tun? Das alles hier ist kein scheiß Märchen Gretchen, du musst aufhören….“
„Stopp! Marc, du hast mich verlassen um mich vor deinem Vater zu schützen.“
„Ja und glaub mir, es ist besser so.“ Gretchen machte einen Schritt auf Marc zu, wobei sie sich der Gefahr bewusst war, dass Marc einfach zurückweichen würde, was allerdings nicht passierte, so dass Gretchen einen weiteren Schritt vortrat und Marc dann einen Kuss gab. „Hör auf damit!“, sagte Marc und trat einen Schritt zurück.
„Ich werde nicht aufhören Marc, weil ich dich liebe. Es ist mir egal was dein Vater vorhat, denn zusammen werden wir das schon hinkriegen. Wir passen einfach gegenseitig auf uns auf.“
„Du bringst dich wirklich in große Gefahr und ich weiß nicht, wie ich das zulassen kann.“ „Marc ich bin erwachsen, ich treffe meine eigenen Entscheidungen.“ Marc fuhr sich mit seinen Händen durchs Gesicht und sah Gretchen dann an.
„Wenn er dir etwas antut, dann….“
„Es ist okay, wir brauchen jetzt nicht über so etwas nachdenken. Ich werde gut auf dich aufpassen und ich weiß, dass du das gleiche bei mir tun wirst.“, sagte Gretchen und schmiegte sich dann wieder an Marc, wobei beide in einen zärtlichen und intensiven Kuss verfielen.
„Ich habe dich vermisst.“, flüsterte Gretchen, während Marc sie anlächelte und kurz nickte, was Gretchen als Zustimmung auffasste. Sie strich Marc durch sein Haar und begann dann langsam die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen, während Marc mit seinen Händen unter Gretchens T-Shirt wanderte. In dieser Nacht gelang es Gretchen Marc wenigstens für ein paar Stunden von all seinen trüben Gedanken und den Sorgen zu befreien und auch als beide am nächsten Morgen erwachten war keine Panik oder Unwohlsein in Marcs Gesicht zu erkennen, so wie Gretchen es beim gemeinsamen Aufwachen eigentlich von ihm erwartet hatte. Auch Marc hatte dieses Gefühl erwartet, doch stattdessen musste er unwillkürlich grinsen und beugte sich zu Gretchen herüber um ihr einen Kuss zu geben.



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Dr.Ryina Offline

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Beiträge: 279

27.05.2011 14:52
#27 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 26

„Ich habe hervorragend geschlafen.“, sagte Marc und Gretchen wusste, dass er damit sein Glück ausdrücken wollte.
„Möchtest du etwas frühstücken?“, fragte Gretchen nachdem sie aufgestanden waren und sah Marc dabei an.
„Ich frühstücke nie, außer ich habe eine große OP, aber dann frühstücke ich im Krankenhaus. Das bedeutet soviel wie, selbst wenn du jetzt frühstücken möchtest, wovon ich stark ausgehe, es gibt nichts.“
„Was? Oh Marc!“
„Aber es gibt eine hervorragende Bäckerei auf dem Weg zum Krankenhaus, wo ich dir Frühstück besorgen könnte.“
„Gut, dann nehme ich ein Schokocroissant und ein Schokobrötchen.“
„Natürlich tust du das!“, sagte Marc amüsiert grinsend.
„Marc!“
„Hach ist das herrlich mit dem angeschnauzt werden nicht warten zu müssen bis das man auf der Arbeit ist.“

Gretchen und Marc fuhren heute beide mit dem jeweils eigenen Auto zum Krankenhaus, wobei Marc einen Abstecher zum Bäcker machte und auch für sich selbst etwas zum frühstücken mitnahm. Schlussendlich hatte er Hunger und nach einem Blick auf seine Hose konnte er durchaus etwas mehr auf den Rippen vertragen, was ihm auch Gretchen am gestrigen Abend bestätigt hatte. Durch die Sorgen und den ganzen Stress hatte Marc fast vier Kilo abgenommen, was für ihn wirklich viel war. Marc streifte sich in seinem Büro nur kurz den Kittel über und ging dann zum Schwesternzimmer herüber. Normalerweise zog er sich morgens immer in sein Büro zurück, aber er wusste, dass Gretchen sich gerne im Schwesternzimmer aufhielt und schon immer dort ihren Morgen startete.

„Guten Morgen.“, sagte Marc als er den Raum betrat, wobei Sabine ihn schon beinah fragend ansah.
„Hier Hasenzahn, Schokocroissant und Schokobrötchen XXL.“, sagte Marc und übergab Gretchen dann ihre Brötchentüte, während er sich ebenfalls hinsetzte.
„Sabine Kaffee.“, befahl er Sabine, die Gretchen und Marc noch immer verwirrt ansah. Sie würde Dr. Haase gleich fragen, wenn sie alleine waren, denn sonst war der Anschiss von Dr. Meier bereits wieder vorprogrammiert.
„Was gucken Sie denn so? Noch nie einen Oberarzt und seinen Assi beim Frühstücken gesehen?“, fragte Marc und lächelte Gretchen dabei an.
„Ich hasse es.“, bemerkte Gretchen bei dem Wort Assi.
„Ja, aber hier ist es nun mal Tatsache.“, sagte Marc und biss dann ebenfalls in sein Brötchen.

„Dr. Meier, Notfall!“, hörte er es bereits über den Flur brüllen, während er frustriert sein gerade angefangenes Brötchen auf die Tüte zurück schmiss.
„Ich weiß schon warum ich das normalerweise nicht mache.“, sagte er und erhob sich dann, dicht gefolgt von Gretchen, die ihr Schokocroissant allerdings nicht aus der Hand gelegt hatte, sondern fröhlich kauend hinter Marc herging.
„So, was ist so wichtig, dass ich hier nicht mal in Ruhe frühstücken kann?“, fragte Marc und sah dann auf den Arm einer Frau in deren Hand gleich zwei Messer steckten.
„Gut, das ist ein Grund.“, sagte Marc und sah dann Hasenzahn an, die gerade dabei war ihr Croissant in den Mülleimer zu werfen.

„Marc, wir müssen dir erst die Fäden ziehen vor der OP, sie wird zu lange dauern.“
„Hasenzahn siehst du dir mal die Hand an? Die gute Frau kann glaube ich wirklich nicht mehr warten, es sei denn du willst zukünftigt bei ihr vorbeischauen um ihr die Ketchupflasche aufzuschrauben.“, sagte Marc, was auch Gretchen so erkennen musste.
„Na hopp hopp, oder macht sich die OP Vorbereitung heute von alleine?“, fragte Marc anstachelnd, während Gretchen zu arbeiten begann.
„Das muss doch weh tun!“, sagte Gretchen als sie dabei zusehen musste, wie Marc seinen Arm wieder ohne Rücksicht auf seine Wunde wusch und desinfizierte.
„Ausnahmsweise einmal ein Punkt indem ich dir Recht geben muss.“, pflichtete Marc Gretchen bei und stieß dann die Tür zum OP auf.

Die OP dauerte mehrere Stunden und Marc war froh als sie endlich fertig waren, denn der feinchirurgische Eingriff war mit seiner eigenen Armverletzung wirklich hart genug gewesen und zum Ende hin hatte er es kaum geschafft seine Hand ruhig zu halten, was auch Gretchen aufgefallen war.
„So und jetzt sofort Fäden ziehen.“, sagte Marc, wobei er sich mit Gretchen in ein Behandlungszimmer begab.
„Gehen wir dann jetzt wenigstens Mittagessen? Ich bekomme gleich noch schlechte Laune. Weißt du wie wenig ich bis jetzt gegessen habe?“
„Oh mein Gott, dann aber schnell in die Kantine, bevor uns die Frau Doktor noch vom Fleisch fällt, was?“, fragte Marc und kniff Gretchen dabei scherzhaft in die Wange. Wenigstens das Mittagessen konnten sie in Ruhe zu Ende bringen bevor beide Piepser wieder losschrillten.
„Und was ist mit meinem Nachtisch?“, fragte Gretchen, während Marc die Schale mit dem Schokoladenpudding kurzerhand für Gretchen mitnahm.
„Du bist mein Held.“
„Und du solltest mal irgendwann deine Cholesterinwerte überprüfen lassen. Bei dem Fettgehalt den du dir den ganzen Tag über so reinschaufelst sind die Ergebnisse bestimmt so richtig sehenswert.“, gab Marc zurück.

Marc und Gretchen fuhren kurz bei Gretchen vorbei, wo Gretchen ihr Auto abstellte und ein paar frische Anziehsachen einpackte, bevor sie zu Marc ins Auto stieg, so dass beide gemeinsam nach Hause fahren konnten.
Bevor sie zu Marc fuhren gingen sie erst einmal einkaufen, damit Gretchen am nächsten Morgen auch in Ruhe frühstücken konnte.
„Essen wir kein Abendbrot?“, fragte Gretchen, da Marc eifrig dabei war alle Einkäufe im Schrank zu verstauen.
„Schon wieder essen?“
„Marc, du kannst es momentan auch gebrauchen.“
„Du hast ja recht.“, willigte Marc ein und deckte dann den Tisch, Gretchen kannte sich schließlich noch nicht so gut aus in seiner Küche.
„Ich kann nicht glauben was du jetzt schon aus mir machst.“, sagte Marc, während Gretchen, die am Tresen in seiner Küche lehnte Marc amüsiert anblickte.
„Ich auch nicht, dabei habe ich gar nichts gesagt.“

Mitten beim Abendessen zuckte Gretchen zusammen, da Marcs Messer mit einem lauten Knall auf dem Tisch aufschlug. Gretchen blickte gerade auf als es erneut einen Knall gab.
„Gut, dass du so nicht mit dem Skalpell umgehst.“, sagte sie, während Marc schockiert auf das Messer blickte.
„Hey, alles in Ordnung?“
„Was? Äh ja klar, ich….ich muss nur mal….“, stammelte Marc und stand dann abrupt vom Tisch auf um im Badezimmer zu verschwinden, wo er seine Hände ausstreckte. Sie zitterten leicht und jeder Versuch sie zu einer festen Faust zu ballen scheiterte kläglich, da sie sich anfühlten als würden sie gar nicht zu seinem Körper gehören. Marc versuchte seine Hände gegenseitig zu kneten, hatte allerdings wenig Erfolg.
„Alles in Ordnung bei dir?“, fragte Gretchen, die Marcs Verhalten nicht einordnen konnte.
„Klar.“, versuchte er so neutral wie möglich zu sagen, doch sein Versuch musste fehlgeschlagen sein, denn Gretchen öffnete Sekunden später bereits die Badezimmertür



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Dr.Ryina Offline

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05.06.2011 15:27
#28 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 27

„Okay, was ist los? Ist es dir zuviel, dass ich schon wieder hier bin? Ich meine Marc, du musst auch endlich mal….“, redete Gretchen, während Marc quasi durch sie durchsah und sich klammheimlich nur auf seine Hände konzentrierte. Auch Gretchen bekam nun mit, dass Marc ihr keinerlei Aufmerksamkeit schenkte.
„Hallo?“, fragte Gretchen nun schon zum zweiten Mal, während Marc sie nun anblickte.
„Was?“
„Was ist los mit dir?“
„Ich…ich kann meine Hände nicht bewegen.“
„Was?“, fragte Gretchen nun. Sie hatte mit so vielem gerechnet, aber nicht damit.
„Sie sind wie taub, ich kann sie nicht bewegen.“, sagte Marc erneut, während Gretchen mit zwei Schritten bei ihm angekommen war und seine Hände nahm.
„Drück meine Hände.“, sagte Gretchen, während Marc ihre Hände sanft berührte.
„So feste du kannst.“
„Das ist so feste ich kann.“, sagte Marc, was Gretchens Blick nach oben schnell ließ. Sie ließ Marcs Hände los und spreizte mit ihren Fingern seine Augenlider.

„Fühlst du dich unwohl? Ist dir schlecht oder schwindelig, irgendetwas?“, fragte Gretchen, was Marc mit einem Kopfschütteln beantwortete.
„Setz dich hin, ich hole dir ein Glas Wasser.“, sagte Gretchen und ging dann schnellen Schrittes aus dem Badezimmer um mit einem Glas Wasser zurück zu kommen. Marc nahm vorsichtig ein paar Schlücke und sah Gretchen dann an.
„Es wird langsam besser.“
„Hattest du das vorher schon mal?“, fragte Gretchen besorgt.
„Natürlich nicht.“
„Wir sollten Dr. Hassmann konsultieren.“
„Das brauchen wir nicht Hasenzahn.“
„Marc, du kannst deine Hände plötzlich kaum noch spüren, ich glaube nicht, dass man so etwas einfach so mir nichts dir nichts auf die leichte Schulter nehmen kann.“
„Glaub mir ich weiß woran es liegt.“
„Was?“
„Mein Vater.“, brachte Marc hervor, während ihn Gretchen nun noch fragender anblickte. „Was um alles in der Welt hat denn dein Vater damit zu tun?“
„Das weiß ich noch nicht, aber ich schwöre dir, er hat etwas damit zu tun. Er hat mir geschworen, dass ich nie wieder operieren werde und hat dabei deutlich auf meine Hände abgezielt.“
„Aber wie sollte er das denn hinkriegen Marc, bei aller Ehre?“
„Irgendwelche Medikamente. Gezielter Einsatz von Psychopharmaka oder Medikamente für Parkinson vielleicht.“
„Ich kann das nicht glauben.“
„Gretchen er ist Arzt und er hatte viele Jahre Zeit sich Racheaktionen zu überlegen. Egal wie er es macht, er wird dahinter stecken.“
„Trotzdem finde ich wir sollten Dr. Hassmann informieren.“
„Lass uns abwarten.“


Am nächsten Morgen war Marc froh als er alles so vorfand wie er es gewohnt war. Na ja, zumindest seine Hände fühlten sich wieder so an wie er es gewohnt war. Sonst war eigentlich gar nichts so wie er es gewohnt war. Spätestens die Tatsache, dass er durch das Kitzeln einer Frauenhaarsträhne in seinem Gesicht geweckt worden war überstieg alles was er gewohnt war.
Im Krankenhaus angekommen nahm Marc seinen üblichen Kaffee zu sich und setzte sich dann wieder neben Gretchen, die ihr Frühstück von zuhause mitgenommen hatte. Keiner von ihnen hatte berücksichtigt, dass sie früher aufstehen mussten, wenn sie vor der Arbeit erst frühstücken wollten. Marc hatte dankend abgelehnt. Er hatte lange nicht mehr so viel gegessen wie am gestrigen Tag und hatte deshalb heute getrost auf Frühstück verzichten können, schließlich war er noch immer satt.
„Alles wieder gut für die OP gleich?“, fragte Gretchen bevor sie zum OP herüber gingen, was Marc mit einem Nicken beantwortete.

Währenddessen schellte Olivier Meiers Handy, wobei er sofort die Nummer auf dem Display erkannte.
„Ja bitte.“
„Ich brauche mehr von den Tabletten.“, erklärte die weibliche Stimme am anderen Ende, während Olivier Meier die Augen weitete.
„Wie viele Tabletten haben Sie denn noch?“
„Drei.“
„Wieso nur noch drei? Nach meinen Berechnungen müssten sie noch mindestens vier weitere Tabletten haben.“
„Nun ja, sagen wir es einmal so, ihr Sohn hat nicht auf die Medikation reagiert.“
„Ja natürlich nicht, es braucht ja auch seine Zeit um zu wirken.“
„Dafür werde ich schon sorgen.“
„Sie werden jetzt vor allen Dingen damit aufhören ihm weiter zu viele von den Tabletten unterzuschieben! Herr Gott noch mal, er soll leiden, aber nicht gleich sterben. Wie haben Sie die Tabletten den aufgeteilt?“
„Immer jeweils eine, gestern drei und heute Morgen auch zwei in seinen Kaffee.“
„Gestern drei und heute Zwei? Auf einmal? Sind Sie wahnsinnig? Hören Sie, ich muss mich besser auf Sie verlassen können.“
„Sonst was?“
„Es hilft uns doch beiden nicht, wenn er einfach umfällt. Ich dachte wir wären uns einig mit dem Leid zufügen.“
„Ja, ja. Ist ja schon gut. Ab jetzt nur noch eine Tablette täglich für den armen Dr. Meier. Trotzdem brauche ich jetzt neue Tabletten!“
„Wir treffen uns um 18 Uhr wie bekannt“
„In Ordnung.“


Marc wusch sich derweil mit Gretchen steril und ging dann in den OP herein. Etwa nach einer Stunde im OP merkte Marc, dass es ihm plötzlich schlechter ging. Er sah Gretchen an, die ihn ebenfalls ansah. Gott sei dank waren sie mit der Operation schon so weit durch und der Patient musste eigentlich nur noch zugemacht werden.
„Hasenzahn.“, nuschelte Marc, allerdings kam es eher verwaschen aus seinem Mund.
„Was?“, fragte Gretchen und sah auf das OP Besteck, welches Marc langsam entglitt.
„Marc? Ist alles in Ordnung?“, fragte Gretchen, allerdings fiel Marc bereits nach hinten über. „Marc!“, entfuhr es Gretchen sofort.
„Dr. Meier! Oh mein Gott!“, rief Schwester Sabine erschrocken, während Gretchen noch am OP Tisch verblieben war.
„Dr. Haase ein Krampfanfall!“
„Was?“, rief Gretchen schockiert und lief direkt zu Marc, wobei sein Anblick sie erstarren ließ. Sie hatte schon viele krampfende Patienten gesehen, doch das waren nun mal Patienten. „Piepen Sie meinen Vater und Dr. Hassmann an. Absoluter Notfall.“, rief Gretchen und kniete sich dann hinter Marc. Sie musste seine Atemwege frei bekommen, weshalb sie seinen Kopf nach hinten überstreckte.


„Schwester Sabine 2 Milligramm Diazepam und Sauerstoff, schnell.“, rief Gretchen und versuchte dabei Marcs Mund zu öffnen. Sie war so froh, dass er sich nicht auf die Zunge gebissen hatte. Sabine reichte Gretchen das Diazepam und musste Marc dann zusammen mit Gretchen zu Boden drücken um das Mittel verabreichen zu können.
„Meine Güte Frau Dr. Haase, ich war gerade dabei mein…“, begann Dr. Hassmann verstummte allerdings sofort als sie Dr. Meier am Boden sah.
„Was ist passiert?“
„Er hat verwaschen gesprochen und ist umgefallen. Gestern Abend hatte er motorische Störungen in den Händen. Ich habe zwei Milligramm Diazepam verabreicht.“, erklärte Gretchen, während Dr. Hassmann ihre Taschenlampe aus dem Kittel holt um die Pupillen zu kontrollieren.
„Und?“
„Ohne Befund.“, sagte Dr. Hassmann, während Marc sich langsam wieder entspannte. „Kälbchen?“, fragte Franz direkt und weitete dann ebenfalls die Augen als er Marx erkannte. „Papa, du muss die OP zu Ende führen. Nur noch Kontrolle und zumachen.“


„Was ist denn passiert? Was ist mit Meier?“, fragte Franz, den es genug besorgte, dass Dr. Hassmann dort war.
„Krampfanfall, wir wissen noch nichts.“, erklärte Dr. Hassmann dann.
„Haase bereiten Sie das CT vor. Ich werde ihn weiter stabilisieren und dann hoffen wir mal, dass uns nichts in seinem Gehirn begegnet außer einem überdimensionalen Egoistenzentrum.“, sagte Dr. Hassmann, während Gretchen sich nur schwer von Marc trennen konnte, dann allerdings loslief um alles vorzubereiten.

„Was ist denn jetzt schon wieder?“, fragte Olivier Meier genervt als er die Nummer auf dem Display erneut sah.
„Wir haben ein Problem.“
„Und welches?“
„Ihr Sohn ist mit einem Krampfanfall zusammengebrochen.“
„Das haben Sie jetzt davon, dass Sie sich nicht an meine Anweisungen gehalten haben.“
„Und jetzt?
„Es läuft nicht optimal, aber schlecht ist das auch nicht. Nach der Geschichte wird er wochenlang keinen OP mehr von innen sehen. Die werden niemals ein großes Blutbild machen, warum auch?“, sagte Olivier und lachte dabei auf. Gut, dann musste er sich jetzt etwas Neues einfallen lassen.
„Soll ich ihm die Tabletten weiter untermischen?“
„Momentan nicht, aber ich werde mir etwas Neues ausdenken. Ich melde mich wieder.“



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Dr.Ryina Offline

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12.06.2011 18:10
#29 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 28

Gretchen traute sich kaum auf das CT zu gucken, welches sich langsam auf dem Bildschirm aufbaute. Umso erleichterter war sie, als schlussendlich kein Befund ausgemacht werden konnte.
„Gott sei dank.“
„Freuen Sie sich nicht zu sehr. Es ist gut, dass wir keinen Befund im Gehirn haben, aber irgendwoher muss der Anfall und die motorischen Ausfälle gekommen sein. Nur woher ist jetzt die große Frage.“
„Dr. Hassmann, könnte ich Sie bitte kurz sprechen? Alleine?“, fragte Gretchen, während Dr. Hassmann nickte. Gretchen holte nicht sehr weit aus, sondern erzählte Dr. Hassmann nur die wichtigen Fragmente.
„Das würde Sinn machen. Es ist zumindest nicht das Abwegigste was ich je gehört habe. Zumal es gerade keinen greifbaren Befund gibt. Aber wie zum Teufel kommt Meier auf so was? Wir werden ein großes Blutbild anordnen.“, sagte Dr. Hassmann und atmete dann tief durch.


„Stimmt das jetzt eigentlich mit Ihnen und Meier?“
„Stimmt was?“
„Na ja, dass sie jetzt Germanys next Horrocouple sind.“
„Nur kein Neid Dr. Hassmann.“
„Neid. Pf…worauf denn? Auf die überschüssigen Kilos oder die Orangenhaut? Glauben Sie mir Haase, Neid ist das Letzte was eine Frau empfindet, wenn Sie sie ansieht. Mitleid, dass würde es vielleicht noch treffen.“
„Ja, ja, ja. Da sprechen Sie als alleinerziehende Mutter über vierzig bestimmt aus Erfahrung.“
„Ich bin nicht über vierzig. Ach nun, was ich eigentlich sagen wollte ist, gehen Sie zu ihm, ich mache alles Weitere.“, sagte Dr. Hassmann, während Gretchen sie dankbar ansah und dann direkt zu Marc ging. Er war auf die Intensivstation verlegt worden und Gretchen setzte sich nur zögerlich neben sein Bett. Hoffentlich hatte niemand seine Mutter informiert, dass war etwas, dass keiner von Ihnen momentan gebrauchen konnte. Es dauerte noch lange bis Marc sich endlich wieder regte und dann die Augen aufschlug.


„Marc? Kannst du mich hören?“, fragte Gretchen sofort.
„Marc? Red mit mir. Weißt du wer ich bin?“
„Hasenzahn, was soll die blöde Frage?“, fragte Marc zwar noch reichlich müde und kraftlos, aber schon mit bissigem Unterton.
„Oh Gott sei dank.“, sagte Gretchen zutiefst erleichtert und gab Marc dann einen sanften Kuss.
„Wo bin ich überhaupt.“
„An was kannst du dich zuletzt erinnern?“
„Wir waren im OP, die Sauer OP, du hattest gerade gespült, danach weiß ich nichts mehr.“ „Du bist zusammengebrochen und hattest einen Krampfanfall.“
„Was?“, fragte Marc schockiert und wollte sich aufrichten, während Gretchen ihn ganz sanft im Bett zurück drückte.
„Dr. Hassmann hat ein CT gemacht, alles ohne Befund. Eine Blutuntersuchung ist angeordnet. Kannst du alles spüren und alles bewegen?“ Marc hielt kurz inne und nickte dann.


„Dieser Mistkerl. Wetten, dass mir irgendwas untergemischt worden ist?“
„Ja aber wie denn Marc, er war doch nie wieder hier im Krankenhaus und auch zuhause wird er das nicht geschafft haben.“
„Keinen Ahnung. Es ist nicht so schwer Menschen zu finden, die ihm helfen würden seinen Plan umzusetzen.“, sagte Marc, wobei ihm allerdings die Augen zufielen. Gretchen beschloss ihn nicht mehr anzusprechen, so dass Marc wieder in einen sanften Schlaf abdriftete. „Kälbchen, was ist hier los?“, fragte Franz als er den Raum betrat, wobei er leise sprach um Marc nicht zu wecken.
„Wo soll ich denn anfangen Papa?“, fragte Gretchen und holte dann tief Luft.
„Wann wird mit den Ergebnissen gerechnet?, hinterfragte Franz nach Gretchens Schilderung.
„Ich denke Dr. Hassmann wird ordentlich Dampf im Labor gemacht haben.“
„Das wird nicht reichen. Ich werde gleich hingehen. Ich denke im Laufe der nächsten Stunden dürften wir ein Ergebnis haben.“
„Danke Papa.“
„Ich will doch selber wissen was hier los ist Kälbchen. Mein talentiertester Oberarzt bricht mit einem Krampfanfall im OP zusammen. Weißt du was es bedeutet, wenn wir nicht rausbekommen was Meier fehlt?“, fragte Franz, während Gretchen ihn fragend anblickte.

„Sollte die Blutuntersuchung kein klares Ergebnis zutage bringen, dann werde ich Meier für mehrere Wochen von OPs ausschließen müssen bis klar ist ob es sich um ein Anfallsleiden handelt.“, erläuterte Franz, während Gretchens Blick auf Marc fiel, der friedlich schlafend dort in seinem Bett lag.
„Das kann doch alles nicht wahr sein.“, sagte Gretchen, während ihr Vater sich nun verabschiedete und sich sofort auf den Weg zum Labor machte. Gretchen wachte die gesamte Zeit über bei Marc am Bett, der erst nach drei weiteren Stunden wieder wach wurde.


„Hallo.“
„Hallo Dornröschen.“
„Wie lange habe ich geschlafen?“
„Drei Stunden, mach dir keine Gedanken.“, sagte Gretchen und strich Marc dabei sanft die Haare aus der Stirn.
„Wie lange muss ich denn hier bleiben?“
„Zumindest bis die Werte der Blutuntersuchung da sind. Marc je nachdem wie es aussieht….“ „Ich weiß Gretchen, du musst nicht weiterreden, aber ich hatte bis jetzt noch nie neurologische Ausfälle und ich denke nach all den Jahren tauchen keine Spätfolgen der großartigen und sehr gesundheitsfördernden Kindheit mehr auf. Das CT war O.B., also was soll sein?“ Gretchen nickte und lächelte Marc dabei aufbauend an.
„Mein Vater persönlich ist zum Labor gegangen und hat ihnen eingeheizt. Ich denke also nicht, dass wir bis morgen früh auf die Ergebnisse warten müssen.“
„Das ist gut.“
„Und was machen wir, wenn es wirklich dein Vater war?“
„Das Schlimme ist, wir können nichts machen und jetzt komm mir nicht wieder mit deiner Polizei Hasenzahn. Wir können nicht im Geringsten nachweisen, dass mein Vater für die Blutwerte verantwortlich ist.“
„Ich weiß, aber erzählen können wir es ihnen trotzdem.“
„Wenn dem so ist, dann können wir das, ja.“
„So Meier, die Laborergebnisse sind da.“, erklang Dr. Hassmanns Stimme, die dicht gefolgt von Franz das Zimmer betrat.


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Dr.Ryina Offline

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Beiträge: 279

19.06.2011 16:59
#30 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 29

„Wir haben Spuren eines Parkinsonmittels nachweisen können.“
„Wie ich gesagt habe!“, entfuhr es Marc sofort.
„Ich werde Sie trotzdem zur Beobachtung mehrere Tage hier behalten.“
„Was? Blödsinn! Ich bin Arzt, ich kann auf mich selber aufpassen.“, protestierte Marc direkt gegen Dr. Hassmanns Worte.
„Das glaube ich Ihnen sogar gerne, aber die Menge die sich noch in Ihrem Blut befindet kann jederzeit zu einem erneuten Krampfanfall führen und ich möchte mal gerne sehen, wie sie sich mitten in einem Krampfanfall selbst Diazepam verabreichen um nicht zu ersticken.“
„Wunderbar.“
„Eben. Und ich denke wir beide wissen, dass Sie mit diesem Risiko besser hier aufgehoben sind.“
„Und wie lange?“
„Mit gehörig Infusionen? Zwei bis drei Tage.“ Marc nickte stumm, protestieren hatte in dieser Runde so oder so keinen Sinn, da die Augen des Professors auf ihm ruhten, diesen Kampf würde er gleich mit Gretchen alleine ausfechten.

„Hasenzahn, wie wär’s mit ein paar Tagen Urlaub?“, fragte Marc, wobei Gretchen ihn fragend ansah.
„Also ich finde den Vorschlag ja hervorragend und als dein Vorgesetzter würde ich dir auch sofort Urlaub geben.“
„Wovon redest du Marc?“
„Ich will nicht hierbleiben Hasenzahn. Im Ernst, es reicht, dass ich schon zum zweiten Mal in so kurzer Zeit medizinische Probleme habe.“
„Du konntest aber zu beidem nichts. Gut, gegen den Schockzustand könntest du jetzt im Nachhinein etwas tun, aber das hier ist vollkommen unverschuldet.“
„Hasenzahn, weißt du wie viele meiner Mitarbeiter mich gerade so gesehen haben? Ich werde maximal bis morgen auf dieser Station bleiben und ich werde mit Sicherheit nicht auf meiner eigenen Station liegen, niemals!“
„Aber Marc, dass Risiko ist zu hoch.“
„Du bist doch da.“
„Ja und was soll ich dann bitte machen?“
„Zwei Milligramm Diazepam reinhauen und abwarten.“
„Ich fühle mich nicht gut bei dem Gedanken.“
„Ich werde mich so oder so entlassen am morgigen Tag.“
„Und was ist mit den Infusionen?“


„Seit wann kann ich mir nicht mehr alleine einen Zugang legen und Infusionen anhängen?“
„Marc du bist so verdammt dickköpfig und unvernünftig!“
„Ich weiß!“
„Gut, ich werde Bescheid geben, dass ich mir Urlaub nehme. Ich lasse meinen Urlaubsschein dann von meinem Vater unterschreiben und werde ihm auch sagen warum.“
„Das ist fies Gretchen.“
„Ich weiß.“, sagte Gretchen lachend und beugte sich dann zu Marc herunter um ihm einen Kuss zu geben.
„Tu mir so was nie wieder an.“, sagte sie und verließ dann den Raum, während Marc noch einmal erschöpft die Augen schloss. Er musste dringend die Möglichkeiten durchgehen wie sein Vater das geschafft hatte.

„Meier.“
„Ich glaube wir können unser kleines Treffen heute Abend ausfallen lassen.“
„Was?“
„Dr. Meier hat es herausgefunden. Es gab eine große Blutuntersuchung.“
„Was? Verdammt noch mal, er ist besser als gedacht.“, schimpfte Olivier und fuhr sich dann mit der Hand durch sein Gesicht.
„Sie haben alles versaut verdammt noch mal!“
„Mein Gott, woher sollte ich denn wissen was passiert?“
„Sie hätten sich an meine Anweisungen halten sollen. Der ganze Plan ist jetzt kaputt, wirklich wunderbar!“, schrie Olivier ins Telefon.
„Dr. Meier will sich morgen entlassen.“
„Was?“
„Ja auf eigene Verantwortung.“
„Oh, sehr schön. Dann würde ich sagen soll er sich die letzten Tabletten doch noch gut schmecken lassen, oder?“
„Aber ich dachte das bringt ihn um.“
„Blödsinn! Alle werden es auf die noch vorhandene Menge im Blut zurückführen. Ja, dass ist gut. Rein mit der Dosis, dann haben wir die Tabletten wenigstens nicht ganz verschwendet.“
„In Ordnung.“
„Ach, sagen Sie, wie wichtig ist ihm denn eigentlich diese dicke blonde Ärztin?“
„Dr. Haase? Wieso?“
„Ich melde mich wieder bei ihnen.“, sagte Olivier und legte dann auf. Er brauchte dringend einen neuen Plan.


Gretchen und Marc fuhren am nächsten Morgen nichts ahnend nach Hause, ohne zu wissen, dass sich Marcs Medikamentenspiegel im Blut wieder deutlich erhöht hatte, den Tabletten sei dank.
„Du wirst durchgehen ins Bett. Es ist wirklich ein Wunder, dass überhaupt ein Oberarzt der Entlassung zugestimmt hat.“, stellte Gretchen fest, während sie Marcs schelmisches Grinsen sehen konnte.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst!“
„Oberarzt ist Oberarzt. Ach und Hasenzahn, leg de Spritze endlich aus der Hand, dass macht mich nervös.“, sagte Marc und deutete dabei auf die Spritze, die sich seit dem Krankenhaus in Gretchens Hand befand.
„Wenn wir sie brauchen habe ich sie greifbar.“
„Wenn wir sie brauchen hast du auch immer noch genug Zeit sie zu holen.“ Gretchen nickte etwas und legte sie dann auf die Anrichte in der Küche.
„Okay.“
„Ich hätte übrigens eine gute Idee wie wir etwas Zeit herumkriegen könnten.“
„Essen?“
„Hasenzahn!“
„Was?“
„Na gut, vielleicht könnte ich dir erlauben Schlagsahne zu essen.“, scherzte Marc, während er sich das T-Shirt überzog.
„Oh, dass kannst du gleich vergessen. Keine körperliche Anstrengung.“
„Wer sagt denn, dass ich mich anstrengen möchte?“
„Keine Aufregung und Erregung gehört bekannter Weise dazu.“ Marc verdrehte die Augen und schnappte sich dann sein T-Shirt wieder um es mürrisch über seinen Kopf zu ziehen.
„Toll, dann können wir ja ein paar Fachbücher lesen. Denk aber dran, dass du den Keuschheitsgürtel noch ordentlich verschließt Magarete.“


„Oh ist der kleine Marci jetzt beleidigt?“
„Hasenzahn treib es nicht auf die Spitze.“
„Ich weiß, mit dir ist nicht zu spaßen wenn du etwas haben willst und es nicht bekommst.“
„Ich darf mich ja auch nicht aufregen.“, stellte Marc jetzt klar und legte sich dann im Bett zurück. Nachdem sie die meiste Zeit des Tages rein platonisch im Bett verbracht hatten stand Gretchen am Abend auf um Marc und sich etwas zu essen zuzubereiten.



Kommentare zur 3.Story von Dr. Ryina (8)

Dr.Ryina Offline

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05.07.2011 18:02
#31 RE: 3.Story von Dr.Ryina Zitat · antworten

Kapitel 30

„Marc, du hast keine einzige Pfanne!“, rief Gretchen und schüttelte dabei fassungslos den Kopf. Als sie zum ersten Mal hier gewesen war verfügte Marcs top modische Küche noch nicht einmal über Geschirr, wie hatte sie da auch eine Pfanne erwarten können?
„Im Ernst Marc, wie kannst du eigentlich mit mir einkaufen gehen und dann keine Pfanne hier haben. Das ist eine Katastrophe. Wir können doch nicht immer den Lieferservice kommen lassen! Hast du wenigstens eine Auflaufform, dann brauchen wir das Fleisch vielleicht nicht wegschmeißen. Obwohl, besitzt man wohl eine Auflaufform, wenn man keine Pfanne hat?“, redete Gretchen weiter und öffnete dann den nächsten Schrank, nur um auch in diesem wieder nichts anderes vorzufinden als gähnende Leere.
„Hast du wenigstens einen Topf?“, fragte Gretchen, erhielt allerdings keine Antwort. „Marc?“, rief sie erneut, wieder keine Reaktion. Gretchen ging grinsend zum Schlafzimmer herüber und erwartete, dass Marc sich die Ohren zuhielt, oder sie anderweitig entnervt ansah, was sie stattdessen allerdings zu sehen bekam versetzte ihr einen Stoß. Marc hatte ohne jegliche Anstrengung erneut einen Krampfanfall bekommen, vollkommen lautlos im Bett, wobei Gretchen nicht die geringste Ahnung hatte wie dieser zustande gekommen sein konnte oder wie lange er schon andauerte. Sie rannte zur Küche herüber und holte die Spritze, wobei sie allergrößte Mühe hatte Marc so zu fixieren, dass sie ihm die Spritze auch verabreichen konnte. Marc krampfte noch immer stark, wobei Gretchen seinen Arm mit voller Wucht ins Gesicht bekam. Sie konzentrierte sich nicht auf den Schmerz, sondern nur auf Marc, denn ihm musste schnellstens geholfen werden. Erst nach kostbaren Minuten gelang es ihr, die Spritze tatsächlich zu verabreichen. Gretchens Blick fiel auf das Blut in Marcs Gesicht und sie erschrak sich beinah zu Tode, da sie im ersten Moment annahm, dass er sich auf die Zunge gebissen habe, doch auch bei der zweiten Kontrolle seines Mundraumes war alles in Ordnung. Erst als wieder ein neuer Tropfen auf Marcs Gesicht landete merkte Gretchen, dass es ihre eigene Nase war die blutete, doch sie hatte keine Zeit sich nun darum zu kümmern. Gretchen kontrollierte Marcs Vitalzeichen und drehte ihn dann in die stabile Seitenlage. Keiner von ihnen hatte damit gerechnet, dass Marc überhaupt noch einen Krampfanfall erleiden würde und erst recht hatte niemand damit gerechnet, dass ihm dies still zuhause im Bett passieren konnte. Gretchen stand langsam vom Bett auf und holte sich erst einmal ein Taschentuch, welches sie unter ihre Nase presste, bevor sie die Nummer von Dr. Hassmann wählte, allerdings war niemand zu erreichen.
„Schwester Sabine!“, unterbrach Gretchen Sabine direkt als diese sich am Telefon meldete. „Frau Doktor?“
„Ja, Schwester Sabine piepen Sie Dr. Hassmann an und richten Sie ihr aus, dass sie mich umgehend zurückrufen soll.“
„Oh weija, ist wieder etwas mit dem Doktor Meier?“
„Schwester Sabine, tun Sie es einfach.“, sagte Gretchen und legte dann auf, während Sabine kurz den Hörer betrachtete.
„Wohl schon zuviel Zeit mit Dr. Meier.“, murmelte sie leise und piepte dann wie befohlen Dr. Hassmann an.
„Dr. Hassmann?“, fragte Gretchen sofort als ihr Handy wenige Minuten später zu schellen begann.
„Nein, der Weihnachtsmann in Strumpfhosen.“
„Dr. Hassmann, Marc, also Dr. Meier hatte wieder einen Anfall. Er hat still im Bett gelegen, es ist nichts vorgefallen. Keine körperliche Anstrengung nichts.“
„Mit Ihnen ist alles anstrengend.“
„Dr. Hassmann!“
„Gut, Sie haben recht, dass ist ungewöhnlich, in der Tat.
„Wie lange hat der Anfall gedauert?“
„Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung wann er angefangen hat, ich war gerade in der Küche. Ich konnte doch nicht ahnen, dass es jetzt hier losgeht.“
„Werte?“
„Stabil, obwohl mir der Blutdruck leichte Sorgen bereitet.“
„Haben Sie die Pupillen kontrolliert?“
„Ja, ja, alles in Ordnung.“
„Ach was soll’s Haase, bringen Sie ihn wieder her. Es war so oder so keine gute Idee. Ich werde hier warten.“, sagte Dr. Hassmann, während Gretchen auflegte und einen Krankenwagen anrief. Marc war noch immer in tiefer Bewusstlosigkeit gefangen als sie im Krankenhaus ankamen.
„Haase, was ist denn mit Ihrer Nase passiert?“
„Na was wohl? Er hatte einen Krampfanfall und ich war Mutterseelenalleine, wenn ich Sie erinnern darf.“
„Ist sie gebrochen?“, fragte Dr. Hassmann, wobei Gretchen kurz nickte. Die Schmerzen hatten nun eingesetzt.
„Haase zum röntgen, Meier zum CT und noch mal ein großes Blutbild.“, orderte Dr. Hassmann.
Als Marc seine Augen wieder öffnete fiel sein erster Blick auf die weiße Wand in deren Richtung sein Kopf gedreht war. Weiße Wand? Seine Wand war niemals so weiß und…oh nein. Marc schaute sich weiter um, wobei er direkt Gretchen erblickte.
„Hasenzahn!“, sagte er erschrocken.
„Pscht, alles ist in Ordnung. Ich musste dich leider wieder ins Krankenhaus bringen, es ist wieder passiert.“, sagte Gretchen, doch das alles interessierte Marc nicht im geringsten.
„Was ist mit deiner Nase passiert?“, fragte er schockiert.
„Nichts worüber du dir Gedanken machen müsstest.“
„Oh nein!“; sagte Marc direkt. Gretchen hatte schon damit gerechnet, dass er das extrem schwer nehmen würde. Bei seiner Vorgeschichte steckte er das nicht einfach so weg, obwohl er im Enddefekt nichts für ihre Verletzung konnte.
„Ich…ich habe…ich wollte das nicht….ich….!“
„Marc, hey Marc! Reg dich nicht auf, bitte. Du darfst dich jetzt nicht aufregen!“, sagte Gretchen sofort und fasste Marc dabei beruhigend auf die Schulter.
„Ich habe dir die Nase gebrochen.“, sagte Marc noch einmal, wobei Gretchen sein Gesicht nun in beide Hände nahm.
„Du hattest einen schlimmen Krampfanfall. Es gibt nichts, aber auch wirklich gar nichts, was du dagegen hättest tun können!“, stellte Gretchen noch einmal klar, doch es war einer dieser Momente in denen Marc sich noch nicht hinter seiner Maske verstecken konnte. Sie sah die Trauer, den Schmerz und die Wut in seinen Augen und sein Blick erschrak sie zutiefst. Er war voll von Selbsthass in diesem Moment der Schwäche.
„Du kannst nichts dazu.“, sagte Gretchen noch einmal und gab Marc dann einen Kuss, der von ihm nur zögerlich erwidert wurde.
„Hat Dr. Hassmann noch Untersuchungen durchgeführt?“
„Ja, Blutbild und CT. Das CT war Gott sei dank wieder unauffällig, die anderen Werte kommen noch.“
„Ich verstehe das nicht. Wieso um alles in der Welt hatte ich wieder einen Anfall? Ich habe still dort gelegen. Du warst gerade in die Küche gegangen, danach ist alles schwarz.“
„Ich kann es mir auch nicht erklären. Ich hoffe das Blutbild wird Aufschluss geben.“ „Blutbild ist ein gutes Stichwort.“, sagte Dr. Hassmann, die im selben Moment den Raum betrat.
„Meier, die Werte in Ihrem Blut sind jetzt um ein beträchtliches Maß höher als bei Ihrer Entlassung.“
„Höher?“, fragte Gretchen, während Marc den Kopf schüttelte.
„Aber das macht keinen Sinn.“
„Ich denke schon, dass es Sinn macht.“, entgegnete Dr. Hassmann, während Gretchen und Marc sie nun beide anblickten.
„Mein Gott, Meier, wie viel Gehirnzellen haben Sie denn verloren? Ihnen sind die Medikamente hier im Krankenhaus verabreicht worden.“
„Großartig.“
„Ja, aber wie kann das sein?“, fragte Gretchen nun nach.
„Keine Ahnung. Entweder direkt verabreicht, oder im Essen, trinken etc.“, fuhr Dr. Hassmann fort.
„Aber das ist Wahnsinn!“
„Nein Gretchen, dass ist mein Vater. Das ist genau das was ich immer gesagt habe.“, erklärte Marc und fuhr sich dabei mit der Hand durchs Gesicht. Sein Vater hatte also irgendjemanden vom Krankenhauspersonal in seine perfiden Pläne einspannen können.



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