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Dieses Thema hat 77 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

16.05.2010 17:49
Story by SoulSister Zitat · Antworten

Hallo meine Lieben. :)
Ich bin schon etwas länger als Undercover Agentin unterwegs, weil ich schon vor etwas längerer Zeit angefangen habe, eine eigene Geschichte zu schreiben. Warum? Eigentlich nur aus dem Grund, weil ich es liebe zu schreiben und das Ende der letzte Staffel natürlich nicht ganz okay war.
Deshalb habe ich eigene Geschichte geschrieben, die sich eigentlich anhört wie viele andere hier, sie setzt nämlich am Ende der zweiten Staffel ein. Allerdings habe ich mich daran versucht, alles einzubringen, was wir schon von der dritten Staffel wissen. Sprich: z.B. auch die allseits beliebte Mitzi Knechtelsdorfer wird mit dabei sein, also wer Lust hat kann sich ja gerne mal rein lesen.
Ich habe den einzelnen Kapiteln meiner Geschichte allerdings keine Namen gegeben, sondern jede trägt eigentlich nur den Titel, den sie als jew. Folge hätte, so hat z.B. das erste Kapitel den sinnvollen Titel 3 (Staffel 3) x 01 (Folge 1), also 3x01. Das habe ich so gemacht, um in diesem ersten Beitrag hier später eine kleine Übersicht über alle Kapitel zu geben, die ich geschrieben habe.
Da ich nebenbei auch jemand bin, der nicht gerne planlos arbeitet (Aber leider zu oft tut), habe ich schon eine ganze Menge vorbereitet und die Geschichte steht schon, also ich hoffe zumindest, über 60 DIN A 4 Seiten sind genug vorgearbeitet. ;)
So recht traue ich mich ja eigentlich nicht, dass ganze reinzustellen. Ich bin zwar sonst kein Angsthase, aber wenn es um meine eigene Arbeit geht bin ich immer etwas zurückhaltend, ich bin nämlich sehr oft (Wie auch jetzt) der Überzeugung, dass meine Arbeiten nicht wirklich gut ist, aber ich hoffe euch gefällt sie. Um was ich euch, wo wir gerade dabei sind, bitten möchte sind also Kommentare, sehr sehr gerne auch Kritik. Nur weil ich schon vorgetippt habe, bedeutet das ja nicht, dass ich an meiner Geschichte nichts mehr verbessern kann, also hinterlasst mir ruhig jegliche Form von Kommentar, wie gesagt nehme ich auch Kritik an, mit der kann ich oft sogar besser als mit Lob umgehen, weil sie mich sehr anspornt (Gut, ihr dürft natürlich auch loben!).
Wie schon gesagt beginnt meine Geschichte in der Kirche. Nebenbei gesagt hafte ich für Fehler nicht. Habe die Folgen länger nicht gesehen (Rund um Ostern das letzte mal) und ich kann mich dank frühzeitiger Alzheimererkrankung (Bin 14 *g*) nicht mehr an alles erinnern, wenn ihr also etwas bemerkt sagt mir gerne bescheid, werde das sofort umändern.
Einige Sachen habe ich aber auch mutwillig weggelassen (Bis jetzt), Kalle vom Schrotplatz bzw. den Ludolfs (Sorry Kalle!) taucht nicht mehr auf.
Und noch was möchte ich euch gerne jetzt schon sage: Es kann sein, dass ich vielleicht nicht immer dazu komme, einen neuen Teil reinzustellen, sollte euch die Geschichte gefallen. Ich habe sehr viel in der Schule zu tun und verbringe auch eigentlich lieber mehr Zeit mit Freunden als vor dem PC und wenn ich an der Story schreibe, brauche ich schon viel Zeit. Sollte ich viel mit der Schule zu tun haben, werde ich manchmal keinen Teil reinstellen können, aber ich versuche mein Bestes, jeden Tag meiner Pflicht nachzukommen.
Genug geredet, viel Spaß mit dem ersten Teil 3x01 der im nächsten Post folgen wird.
Ganz Liebe Grüße,
Annabelle.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

16.05.2010 17:50
#2 RE: Happily ever after ending? - Story by SoulSister Zitat · Antworten

Wie gesagt, los gehts. Viel Spaß beim lesen, solltet ihr es denn vorhaben. :)

3x01

„Margarethe, dein Vater!“
Für einen Moment wusste ich nicht recht, wie ich reagieren sollte. Ich stand gegenüber meinem Ehemann, in einer Traumhaften Kirche (Okay, soeben beschlossen: Dieser Tag ist besser als Schokolade!) und er lächelt mich mit diesem typischen Millionärs Lächeln an, mit dem er mir immer wieder den Atem raubt, soweit das möglich ist (Nicht, dass Millionäre ihr eigenes Lächeln hätten, aber dieser, nein, mein Millionär hatte es).
Moment – Warum dachte ich bitte gerade über das Lächeln meines Mannes, das aber zugegeben aber auch zu süß war, nach, wenn meine Mutter in völliger Panik nach mir rief? Wollte Papa ein Foto von mir machen? Wollte er mehr als meinen Hintern in die Linse bekommen und ich sollte mich umdrehen? Oder sah ich von hinten… - Stopp! Gedankengang beenden. Könnte in emotionalem Desaster enden, obwohl es gerade so schön ist.
Binnen weniger Sekunden drehte ich mich. Meine Mutter kniete auf dem Boden, neben ihr mein Vater, der mit geschlossenen Augen und Nasenbluten auf dem Boden lag. Verzweifelte Blicke der Gäste, ein plötzliches Meer an Geräuschen, die mir bekannt vorkamen – Piepser. Im nächsten Moment hörte ich hinter mir jemanden „Sternchen!“ rufen, doch schon hatte ich mich über meinen Vater gebeugt und ihn begutachtet, soweit man mehr als Leblos, Leichenblass und anscheinend Ohnmächtig feststellen konnte. Im ersten Moment versagten meine Hände, doch danach hatte ich mich zusammen gerissen. Meine Mutter schluchzte undefinierbare Worte, mein Ehemann rief nach mir, die Leute liefen quer durch die Kirche, einige hatten sich ebenfalls neben meinen Vater gehockt. Im ersten Moment dachte ich, sie würden ihn nur anstarren, doch dann wurde mir bewusst, dass sie im Krankenhaus anriefen und seinen Puls fühlten. „Margarethe, so tu doch auch etwas, nun mach schon!“ Meine Mutter sah mich apathisch an und wedelte mit ihrem Finger in meiner Richtung herum.
Langsam robbte ich zu seinem Gesicht, öffnete seine Augen und erkannte, wie klein seine Pupillen waren. „Der Krankenwagen kommt gleich Frau Dr. Haase.“, murmelte mir irgendjemand zu, doch ich achtete nicht darauf. „Sie heißt jetzt von Buren, sie Vogel!“, hörte ich Alexis die Person anherrschen, doch ich achtete nicht weiter darauf, auch wenn mich mein neuer Namen stolz machte. Gretchen von Buren, wie schön das klang, wenn ich es mir so überlegte, sogar-… Ich musste unbedingt aufhören, in solchen Situationen über so was nachzudenken.
Vorsichtig fühlte ich ebenfalls seinen Puls. Er lebte noch (Wie konnte ich auch etwas anderes erwarten? Mein Vater starb so schnell nicht. Also, hoffentlich doch nicht…), auch wenn sein Puls sehr schwach war. „Er braucht eine schnelle Erstversorgung, ich brauche-„ Stopp: Hatte ganz vergessen, dass wir nicht im Krankenhaus waren. „Ist Dr. Meier hier?“, rief ich deshalb panisch in den Raum. Wenn ich diesen Mann einmal brauchte, dann jetzt. Jedoch konnte ihn keiner entdecken.
Im nächsten Moment war die Kirche fast leer, alle schienen sich auf den Weg zum Krankenhaus zu machen oder draußen auf den Krankenwagen zu warten.
Gut, war ja nicht schwer, dass hier alleine zu schaffen. An meiner Hochzeit. Mit einem Millionär. Der schönste Tag meines Lebens. Mir stiegen Tränen die Augen, weil ich jetzt am liebsten in meinen Bett gelegen hätte, eine Tafel Schokolade in der Hand, vielleicht Alexis bei mir… Stattdessen lag mein Vater fast tot neben mir und starb vor meinen Augen, wenn ich nicht Jetzt, ja Gretchen, wenn du nicht jetzt sofort…- Okay, konnte mich selber überreden, ihn wiederzubeleben. Hatte Mut gefasst. Zumindest reichte es, um die Tränen zu unterdrücken, die wieder aufstiegen.
Etwas unsicher, auch wenn ich es schon so oft getan hatte, legte ich meine Lippen auf seine und begann ihn schnell wieder zu beleben. Sein Puls war so schwach, dass auch meiner fast in die Kellerregion sank, doch es schien, als hätte ich ihn unter Kontrolle, Ich, meinen Vater. Klang wohl ziemlich abwegig.
Doch nur wenige Sekunden, nachdem ich begonnen hatte, wurden die Stimmen der Leute wieder lauter und mein Vater wurde von zwei starken Armen aufgerichtet, auf eine Trage gezogen und sein Nasenbluten, auf das ich nicht weiter geachtet hatte, gestillt. „Franz, warte!“, rief meine Mutter und lief den Sanitätern hinterher.
Im ersten Moment hätte ich lachen können, doch die Situation war definitiv nicht komisch. Steckte hier in einem blutverschmierten Brautkleid (Hatte ich gerade bemerkt, jetzt würde es wahrscheinlich so aussehen, als hätte es ein Blutbad in der Kirch gegeben.) und mein Vater war dabei, zu sterben. Gut, klang nett zusammengefasst, ich hatte ja bis jetzt alles geschafft, es würde schon alles wieder werden. Diesmal war ich mir nur wirklich nicht sicher…
Noch bevor ich meine Gedanken, die übrigens vernichtend waren, beenden konnte, zerrte mich jemand zu sich. „Sternchen, du musst atmen!“, erklärte mir mein Ehemann, während er mich schützend in den Arm nahm. „Danke für den Hinweis…“, schluchzte ich und lehnte meinen Kopf gegen seine Brust. Es herrschte einen Moment Stille zwischen uns, in denen er mir ein wenig die Verzweiflung nahm, die in mir hochgekommen war. Dann unterbrach Alexis die Stille, indem er sich kurz räusperte. „Sternchen.. Schmierst du gerade meinen teuren Anzug mit Blut voll?“ „Jaaaa…“, schluchzte ich und brach in Tränen aus. Ich brauchte jetzt so viel Schokolade, wie sie im Jahr hergestellt wurde, einen Ehemann, der sich mal nicht um seinen Anzug sorgte und einen Vater, der lebte. Mehr oder weniger.
„Lass uns fahren, ja? Nebenbei kannst du mich loslassen, damit es nicht so aussieht, als hätten wir die ganzen Leute hier umgebracht, okay?“ Er sprach so ruhig, dass ich am liebsten geschrieen hätte, aber ich nickte nur und krallte mich an seiner Hand fest, während wir die Kirche verließen.

Vor dem Krankenhaus herrschte Hochbetrieb, alle Parkplätze waren voll, die Leute rannten quer herum. Wir hielten etwas weiter weg, weil es für den Jeep, den Alexis plötzlich vor der Kirche stehen gehabt hatte, sonst kein Platz mehr war. Ich wollte aus dem Auto und zu meinem Vater, fragen, was überhaupt los war (Außer einer Massenpanik, plötzlichen Alarmfällen im Krankenhaus und der Tatsache, dass heute wirklich der schlimmste Tag überhaupt war!), aber mein Ehemann (Der Gedanke fühlt sich immer noch super an, auch wenn ich ihn jetzt immer in Verbindung mit dem schlimmsten Tag meines Lebens bringen würde, was ja gar nicht schlimm war, musste ja nur noch mein ganzes Leben, wenn Alexis keine Leiche im Keller hatte, mit dem Ehemann anbandeln) hielt mich zurück. „Wollen wir nicht lieber heimfahren Wir könnten es uns bequem machen und du würdest mal kurz vergessen-…“ „Na hör mal, mein Vater, also der-..“ „Gretchen, bist du sicher, dass du da jetzt rein willst? Nach hause wäre doch wirklich eine Idee, ich singe auch was für dich und wenn du willst -…“ „Also hör mal, der einzigste, der hier dringend nach hause muss bist du! Echt mal, ein Lied für mich singen..“ Ich drehte ihm den Rücken zu und wollte die Tür öffnen, diese jedoch ging nicht auf. „Sag bloß du hast-.?!“ „Sternchen, bitte! Mach dir doch keinen unnötigen Stress, die werden sich doch hier gut um ihn kümmern, vielleicht wird er ja morgen wieder-..“ „Mach die verdammte Kindersicherung raus, Alexis!“, blaffte ich ihn an und er schaute mich für einen kurzen Moment erschrocken an. Dann drückte er einen kleinen Knopf, schon lies sich die Tür öffnen. „Also nur weil wir jetzt verheiratet sind, musst du mir nicht... Vergiss es.“ Ich knallte die Tür zu und lies ihn sitzen. Sollte er doch… Ja, sollte er doch.. Hm. Mir viel gerade nichts ein, weshalb ich einfach bei dem Gedanken blieb, dass mir nachher noch was einfallen würde, dass passend wäre.
Jedoch schien Alexis noch nicht ganz zufrieden, denn hinter mir hörte ich, wie er die Autotür öffnete und mir nachlief. „Warte doch mal! Ich habe es doch nur gut gemeint, also, die Kindersicherung war auch nur da, damit du dich nicht aus dem Auto stürzt, weißt schon.“ „Alexis, bitte! Geh heim, sing deine Lieder, aber erspar mir jetzt bitte deine... Erklärungen, warum du meinst ich bräuchte eine Kindersicherung. Einen Kindersitz brauche ich übrigens nicht..“ Schon hatte ich mein Kleid gefasst und rannte los. „Gretchen?!“, hörte ich ihn hinter mir rufen, doch ich ignorierte ihn, auch wenn es mir schwer viel. So leicht war also der erste Ehestreit gekommen. Und ich hatte doch damit gerechnet, dass wir und erst streiten würden, wenn es um die Anzahl der Kinder gehen würde, wobei ich mit meinen Sieg gerechnet hatte… Aber jetzt war sowieso alles anders gekommen.
Schnell öffnete ich die Tür des Krankenhauses und sah mich um.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

17.05.2010 20:20
#3 RE: Happily ever after ending? - Story by SoulSister Zitat · Antworten

Ihr werdet mir nicht glauben, was heute los war. Eigentlich sollte Internet auf meinem neuen PC installiert werden (An dem ich jetzt auch sitze), hat auch geklappt, leider habe ich jetzt keins mehr an meinem alten PC und musste deshalb den gesamten Teil, den ich euch heute reinstelle, Wort für Wort abtippen (Sind genau 1311 Wörter), weil der USB - Stick kaputt war. Hat mich eine ganze Mege Arbeit gekostet, ich war wirklich am Ende und dafür ist eine Mege Zeit verloren gegangen. Außerdem habe ich mich extra beeilt, um euch den neuen Teil heute noch reinstellen zu können, weshalb ich leider Mitzis Akzent weggelassen habe und sie jetzt eigentlich perfektes Deutsch spricht, tut mir wirklich sehr Leid. Mich macht sowas echt fertig, weil ich noch unzufriedener mit meiner Arbeit bin. ;)
Aber ich möchte mich natürlich auch bei allen bedanken, die mir einen Kommentar hinterlassen haben, fand ich wirklich ganz toll & habe mich sehr gefreut! Ich werde mich noch mal dransetzten und auf jeden Kommentar genau eingehen (Nur so viel: Alexis werden wir erst mal nicht los...), heute wird das aber leider nichts mehr, weil ich keine Zeit mehr habe. Trozdem vielen Dank und ich würde mich auch jetzt wieder sehr freuen & hoffe das abtippen hat sich gelohnt.
Viel Spaß und Liebe Grüße,
Annabelle


3x02

Alle rannten durcheinander, hier drinnen herrschte ein Chaos wie sonst nie. Hilflos lief ich zum Schwesternzimmer, das verlassen war.
„Hasenzahn!“, hörte ich hinter mir eine Stimme tönen und drehte mich langsam um. Marc stand vor mir, mit einem mehr oder weniger besorgten und verwirrten Gesichtsausdruck mit einer Mappe in der Hand. „Marc, was ist hier los?“ „Hasenzahn, wie viele mussten sterben damit sie auf deiner Hochzeit bleiben?“ , hörte ich ihn sagen, hindurch einen Schwall von Tränen, die mir plötzlich an meiner Wange hinunterliefen. „Entschuldige mal, aber du siehst wirklich-…“, versuchte er sich zu rechtferigen, als er meine Tränen bemerkte. „Vergiss es, sag mir lieber was los ist oder… Du gehst.“ „Äh, also…“ Er herrschte einen Moment Stille, in dem er anscheinend zu überlegen schien, wie er nun reagieren sollte, er entschied sich aber, einmal freundlich zu sein. Danke Meiersch’es Gehirn, du hast heute anscheinend einer deiner aktiveren Tage!
„Irgendjemand, wahrscheinlich so eine Tussi aus Afrika, die hier ihr Kind bekommen hat, hat einen Virus eingeschleppt, der gerade alle K.o. setzt.“ „Wie viele sind es?“ „Das halbe Krankenhaus ist lahm gelegt. Der Gynäkologe hat hier jetzt das sagen.“ „Mehdi?“, fragte ich überflüssigerweise und bekam von Marc nur einen genervten Blick geschenkt. Irgendwie kam er mir verändert vor. Seine Art war anders, er schien gereizter, aber auch sonst. Wenn ich ihn so von der Seite ansah… Stopp! War ja jetzt verheiratet und durfte nicht mehr über sowas nachdenken. Auch wenn es nur die Wahrheit war. Die hübsche Wahrheit. War aber auch egal, mein Vater war viel wichtiger.
Ich betrat den Raum, in dem er lag, leise. Das Zimmer war verlassen, mein Vater lag mit geschlossenen Augen in seinem Bett. Die Rollos waren runter gezogen, obwohl ich mir ein bisschen Sonne gewünscht hätte. Langsam setzte ich mich auf das Bett meines Vaters und sah ihn an.
„Es wird es schaffen.“, hörte ich Marc sagen, der mir anscheinend gefolgt war. Achtlos warf er die Mappe mit den Werten meines Vaters in meine Richtung. „Ich frage mich Hasenzahn, warum-…“, begann er, ich jedoch hatte den Blick auf die Mappe gerichtet und begann leise zu reden. „Die Werte sind wirklich gut. Ich bin so erleichtert, weißt du? Ich hatte schon gedacht, er würde… Marc?“ Ich hatte es nicht bemerkt, aber anscheinend war er wieder verschwunden.
Im nächsten Moment kam mir die Frage, wo meine Mutter steckte. Langsam richtete ich mich auf, der Platz auf dem Bett war wirklich ungemütlich. Wie es wohl war, wenn man wegen einer Krankheit die ganze Zeit liegen musste? Konnte man auch wegen zu vielen schlechten Erlebnissen an einem Tag im Krankenhaus landen? Im selben Moment sprang die Tür auf und meine Mutter betrat den Raum mit der neuen ‚Gala‘. „Franz, sie nur, ich habe eine gefunden. Jetzt lese ich dir erst mal-… Margarethe!“ Sie schien mich erst jetzt zu entdecken, schenkte mir ein Lächeln und nahm meinen Platz auf dem Bett ein. Nun sah sie Mich wieder an und legte die Gala auf das Bett meines Vaters. „Du siehst so unglücklich aus. Lach doch mal, Kind. Du weißt doch, du siehst immer etwas fülliger aus wenn du so böse guckst.“ „Mama, bitte! Ich habe gerade den schlimmsten Tag überhaupt hinter mir. Sei froh, dass ich überhaupt noch hier stehe.“ „Ach Kind, nun übertreib doch nicht gleich wieder, hm? Es ist doch alles wieder gut.“ Sie schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln, da ich aber anscheinend immer noch aussah wie nach einer Woche Schokoladenentzug, stand sie auf und nahm mich in den Arm. „Sag mal, schmierst du mich gerade mit dem Blut deines Vaters voll?“ Oh bitte, lass diesen Tag enden, wer auch immer dafür zuständig ist, bitte lass diesen Tag enden! „Mama!“, fuhr ich sie an und löste mich aus Umarmung. In der Stimmung mir von ihr anzuhören zu müssen, mit welcher Technik man die Flecken aus dem Kleid bekommen könnte, war ich nun wirklich nicht. „Margarethe, jetzt bleich doch stehen!“ Nein. Ich hatte wirklich genug.
Auf dem Gang kam mir Mehdi entgegen, der anscheinend mächtig im Stress stecke und den mit Schokolade zu bekämpfen schien, ja, er hatte die wahren Werte der Schokolade entdeckt zu haben. „Oh Mehdi, du bist mein Lebensretter…“, rief ich ihm zu und rannte samt blutverschmiertem Brautkleid und noch immer etwas Tränen in den Augen auf ihn zu. Dieser blieb im selben Moment stehen und starrte mich an. Die Schokolade, die er in der rechten Hand gehabt hatte, ließ er wie erstarrt in der Luft hängen, seine linke Hand ließ er regungslos hängen. Ohne die merkwürdige Art zu bemerken, riss ich die Tafel aus seiner Hand und biss ein großes Stück ab. Hatte ich mir aber auch wirklich verdient! „Ich habe schon gehört, dass du hier für Ordnung sorgst, hm? Hast du denn alles unter Kontrolle, kann ich irgendwo helfen? Kann mir ziemlich gut vorstellen, dass es ziemlich anstrengend ist, ich meine-…“ Er unterbrach mich barsch, indem er einfach weiterlief, mit einem etwas abweisenden Blick, der mich daran erinnerte, wie ich früher immer geschaut hatte, wenn ich an Marc gedacht hatte (War ja heute nicht mehr so, jetzt guckte ich nur noch so, wenn ich an Alexis dachte. War ja klar, also… Der war ja schließlich mein Ehemann). Hatte meine Mutter zu mindestens immer gesagt.
„Mehdi, was ist denn?“, rief ich ihm verwirrt nach. Heute hatte ich alle stehen gelassen, aber mich sollte keiner einfach so ignorieren. Nicht heute. Heute war ja eh schon der Tag, an dem alles schief ging, aber ignoriert zu werden fehlte noch.
„Hier, nehm die Patientenmappe, ruf die Angehörige an und sag ihr Bescheid das ihr Bruder hier liegt. Mehr kannst du nicht mehr für mich tun.“ Es hörte sich merkwürdig an, als er mir die Mappe in die Hand drückte und mich komisch ansah (Fast wie ein kleiner süßer Dackel!) und dann endgültig verschwand. „Hm…“
Noch etwas verwirrt klappte ich die Mappe auf. Der Name des Patienten war Maurice Knechtelsdorfer. Knechtelsdorfer? Den hatte es also auch erwischt? Waren also nicht mal die Österreicher immun gegen den Virus. Ich nahm den kleinen Zettel, den Mehdi vorne an die Mappe geklemmt hatte hinaus, lief zum Schwesternzimmer und wählte die Nummer, die anscheinend der Schwester von Knechtelsdorfer gehörte.
„Ja, Knechtelsdorfer hier?“, tönte mir die Stimme einer jungen Frau entgegen, die jedoch nur in einen schwachen österreichischen Akzent sprach. „Hallo Frau Knechtelsdorfer, hier Haase (Ich war noch nicht dabei, meinen neuen Namen zu realisieren), ich melde mich aus dem EKH. Ihr Bruder liegt bei uns, er-…“ „Was, ich dachte er nimmt keine Drogen mehr?“ „Was, nein… Nein Frau Knechtelsdorfer, er hat sich einen schweren Virus eingefangen, der gerade hier bei uns im Krankenhaus umgeht.“ Es herrschte einen Moment Stille. „Na toll. Dann werde ich wohl vorbeikommen müssen, bin gleich da.“ „Sehr gut. Ich bin sicher, ihr Bruder wird sich freuen, seine Werte sind soweit übrigens stabil.“ Es war ein erleichtertes Seufzen zu hören, dann ein leises Knacken in der Leitung. „Frau Knechtelsdorfer?“ Stille. Ah. Schien sie wohl aufgelegt zu haben. Nette Person. Seufzend legte ich das Telefon zur Seite und stand auf, um Mehdi die Mappe zu bringen.
Plötzlich rannte mir jemand entgegen, der es anscheinend eilig hatte. „Frau Doktor!“ „Sabine!“ Ich schien gleichermaßen überrascht wie sie, die mich besorgt ansah(Mist. Hatte eigentlich nicht mehr daran denken wollen, zu mindestens nicht für die nächsten paar Stunden, war aber praktisch gesehen unmöglich.). „Oh Frau Doktor, ich dachte schon es wäre wie in Dr. Rogelt Band 21, als er-…“ „Nein, ich denke es wird nicht… so kommen.“, unterbrach ich sie und Schwester Sabine schenkte mir einen verwirrten Blick. „Sicher Frau Doktor.“ Ihr Blick viel auf mein Kleid, das ich immer noch anhatte. „Mist!“, fluchte ich und lies die Blonde alleine stehen, während ich, die Mappe immer noch in der Hand, mir meinen Kittel schnappte und ihn überzog.
Wieder im Schwesternzimmer hatte sich Sabine aus dem Staub gemacht, weshalb ich mich auf den Weg zu Mehdi machte.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

18.05.2010 18:41
#4 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Mal wieder alles abgetippt.
Ich habe keine Ahnung ob euch der Teil gefallen wird, weil es hier zum ersten Auftritt von Mitzi Knechtelsdorfer kommt und nicht gerade harmlos bleibt. *g*
Lest am besten selbst! :)


3x03

In Mehdis Zimmer angekommen, sah ich niemanden. Auf dem Gang herrschte immer noch eine gewisse Panik, aber die Situation schien wieder unter Kontrolle zu sein, auch wenn es immer neue Fälle gab, die erkrankten.
Langsam schritt ich zum Tisch, um die Mappe darauf zu legen. Nebenbei viel mir auf, dass hier immer noch eine Pflanze fehlte. Also wirklich, Männer hatten keinen Geschmack was die Zimmereinrichtung betraf, obwohl bei Alexis, nein, bei uns, sah es mittlerweile ganz schön aus, hatte er aber eigentlich auch nur mir zu verdanken, ich war schließlich geborene Innenausstatterin. Eines meiner vielen Talente, mal ganz abgesehen vom Unfälle bauen und immer in Fettnäpfchen treten und sich immer in den falschen zu verlieben und die schlimmsten Tage immer an den eigentlich schönsten zu erleben. War ja gut, so viele nützliche Talente zu haben.
Meine Gedanken wurden von Schwester Gabi unterbrochen, die mit einigen Reagenzgläsern den Raum betrat und als sie mich bemerkte, ein verstohlenes Lächeln in meine Richtung warf. „Der Raum ist nicht da, um hier drinen einen Baum zu imitieren, oder was auch immer sie da machen…“, herrschte sie mich an und stellre die Gläser auf den Schreibtisch. „Nein, ich… Imitiere gerade keinen Baum, ich suche Mehdi, also Doktor Kaan.“, kommentierre ich ihre Aussage so freundlich wie möglich, obwohl gerade in mir ungeahnte Kräfte zum Vorschein kamen, die ich zu gerne an Gabi angwandt hätte.
„Der macht gerade einen Rundgang bei Patienten. Müssen sie sich wohl später bei jemandem ausheulen, weil ihre Märchenhochzeit den Bach runter gelaufen ist.“ Sie warf mir einen merkwürdigen Blick zu, dass ich dachte, sie würde mir gleich an den Hals springen. Wortlos verließ sie den Raum und ich stand wieder alleine da. Gut, musste ich eben jetzt Kuchen essen. Ja, dass war eine gute Idee. An meiner Hochzeit in der Cafeteria im Krankenhaus einen Kuchen essen.
Auf dem Weg zur Cafeteria kam mir Marc entgegen, der seinen Kopf hinter einer Mappe versteckt hatte, einen Apfel am essen war und nach seinem Tempo anscheinend gerade einen Marathon veranstaltete. „Marc, wo bist du eben hin?“ Er blieb langsam stehen, senkte die Mappe und sah mich an. „Ich wollte nur nicht hören, wie du deinem Varer von deiner Hochzeit vorheulst. So was interessiert eben nicht jeden.“ Die Betonung lag hierbei wohl auf ‚So was‘. Dieser-… „Entschuldigung?“ Wir wurden von einer Frau unterbrochen, die etwas hilflos den Gang hinunter kam. Sie hatte dunkles Haar, das ihr bis zu den Schultern reichte und hatte dieses wunderschöne Oberteil an, in dass ich nicht hineingepasst hatte… Sowieso war sie schlank und ziemlich gut aussehend. Schnell drehte ich mich zu Marc um, der mir einen kurzen Blick zu warf, dann wieder zu der Fremden schaute und schließlich freundlich zu lächeln begann, mit diesem Lächeln, mit dem er wirklich jeden um den Finger wickeln konnte, mich natürlich nicht, also auf keinen Fall,aber er sollte sie nicht so anlächeln! Auf keinen Fall. „Wo wollen sie denn hin, Frau…?“ „Knechtelsdorfer. Mitzi Knechtelsdorfer.“ „Ach.“, sagte er amüsiert und warf ihr ein weiteres freundliches Lächeln zu. Dieser… Dieser… Aufgeblasene Hans! Am liebsten hätte ich laut aufgestampft, diese Mitzi, die mir jetzt schon unsympathisch war, aus dem Krankenhaus gejagt und Marc die Meinung gesagt – Hätte ich keinen Ehemann zuhause sitzen. Erwas erschrocken über meine scheinbare Eifersucht drehte ich mich um, den Blick der beiden im Rücken. Ich hörte Marc noch sagen, er würde ihr gerne das Zimmer ihres Bruders zeigen, dann war ich um die nächste Ecke verschwunden.
In der Cafeteria war nicht viel los. Gott sei Dank, also wenn ich meinen Kuchen jetzt auch noch nicht bekommen hätte, wäre es wahrscheinlich Zeit für den dritten Weltkrieg gewesen.
Mit einem großen Stück Schokoladenkuchen setzte ich mich an einen leeren Tisch am Fenster und beobachtete einen Baum. War eine gelungene Entspannung hingegen der letzten Stunden. Ich vermisste Alexis in diesem Moment schrecklich, eigentlich wollte ich mich auch bei ihm entschuldigen (Aber nur, wenn er keine Kindersicherungen an den Steckdosen zuhause angebracht hatte…). Mein Vater wurde sicher von meiner Mutter gerade mit den neusten Neuigkeiten der Stars versorgt, also war auch er in besten Händen (Wenn ihn die Anzahl der Kinder von Heidi Klum interessierte in jedem Fall), nur Mehdi machte mir noch Sorgen. Was hatte er gehabt? Und die Sache mit Marc… War mit mittlerweile auch eigentlich egal. War ja nur so ein kurzer Effekt gewesen. War noch nicht ganz daran gewöhnt, kein Interesse mehr an ihm zu haben. War also einfach ohne Bedeutung gewesen. Ich war verheiratet. Und hatte ein Blutverschmiertes Kleid an. Tief durchatmen.
Ich schaufelte schließlich vier Stücke Schokoladenkuchen in mich hinein (War auch nötig!), als sich plötzlich jemand neben mich setzte. „Hallo Frau Doktor Haase.“ Ich sah auf, während ich mir gerade ein großes Stück Kuchen in den Mund schob. Mist. Mist. Mist. „Ach, Hallo Frau Knechtelsdorfer.“, murmelte ich leise und versuchte, die leeren, schokoladenbeschmierten Teller, die sich angesammelt hatten, zu verbergen und den letzten Rest Kuchen so gut es ging nicht gierig zu essen. „Nenn‘ sie mich doch einfach Mitzi.“, sagte sie freundlich und stellte die Schüssel Salat vor sich. Klar, sie aß natürlich gesund. Ganz klarer Fall von puren Provokation, also sowas durchschaue ich ja sofort.
„Ich wollte mich bedanken, dass se‘ mich wegen meinem Bruder angerufen haben, wissen sie, er ist schon früher immer oft im Krankenhaus gewesen und ein ziemlicher Hirnschüssler, wissen se‘?“ Ich sah sie aus großen Augen an, dann nahm ich einen letzten Bissen vom Kuchen und lächelte. „Ja, so was habe ich mir bei ihm auch gleich gedacht… Also dass er ein Hirnschüssler ist sieht man ja.“ (Unbedingt nachschlagen: Was ist ein Hirnschüssler?) Sie lächelte mir wieder freundlich zu , was sie nebenbei noch hübscher machte, während meine Mutter behauptete, ich würde mit meinem Lächeln immer etwas aussehen wie ein kleines Kind. Na Toll.
Es herrschte einen Moment Stille, bis sie ihren Salat leer gegessen hatte. „Kann ich sie noch was fragen, Frau Doktor?“ „Natürlich.“, antwortete ich so gut es ging freundlich, angesichts der Tatsache, dass sie ihren Salat anscheinend gerne gegessen hatte, während ich ihn nur essen konnte wenn ich Diät halten musste. „Dieser Dr. Meier… Ich meine Marc-…“ Was bitte? Er hatte ihr schon seinen Vornamen gesagt? „Ist der Single?“ Stopp. Also, was bildete sie sich überhaupt ein? Kommt hier her und provoziert mich, dann macht sie auch noch an Marc ran? Bin zwar verheiratet, habe aber trozdem Recht auf anspruchnahme vom beziehungsgestörten Marc Meier.
„Der.. Schon, aber ist sowieso eine… Niete im Bett, also wirklich, ganz schlecht.“ Ich machte mit der Hand eine abwertende Handbewegung und lachte nervös, während mich Mitzi nur anschaute. „Wirklich? Ich finde, dass sieht man ihm gar nicht an.“ Ja, dass stimmt allerdings. „Echt? Also ich finde, wenn man ihm nur in die Augen sieht-…“ „Wem?“ Marc Meier setzte sich soeben zu uns an den Tisch, ein freundliches Lächeln aufgesetzt, allerdings starrte er dabei wie hypnotisiert auf Miss Universum, die verlegen zurücklächelte. „Also dir schon mal auf keinen Fall.“, antwortet ich schnell, nahm meine Teller und verschwand. Ich musste mir ja wirklich nicht ansehen, wie die beiden jetzt da sahsen und um die Wette lächelten.
Der Tag war wirklich der schlimmste überhaupt. Musste dringen zu Alexis. Wofür hatte ich sonst einen Ehemann?

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

19.05.2010 18:37
#5 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, hier wäre dann ein etwas längerer Teil, habe die beiden nächsten Kapitel zu einem gemacht, weil ich es so einfach besser fand. Wenn man alles noch mal abtippen muss, kommen einem so Ideen.
Und es kam die Frage, was ein Hirnschüssler ist...
Besagtes Wort kommt aus dem Österreichischen und bedeutet Wahnsinnige/-r.
Viel Spaß mit dem neuen Teil, hoffe er gefällt euch & ich habe eine gute Auswahl bei dem Lied etwas weiter unten getroffen, war echt schwierig, aber das Lied fand ich passend & es kam auch schon in einer Folge.
Sollten euch die zweit Kapiel übrigens zu viel auf einmal sein sagt was, ich fand es nur so besser. ;)
Habe mich wieder sehr über eure Kommentare gefreut & würde es mich auch diesmal wieder.


3x04

Leider kam auch jetzt wieder alles anders, aber viel mehr hatte ich auch nicht zu erwarten. Hätte ich heute morgen daran geglaubt, jetzt wieder im Krankenhaus zu stehen? Ich hustet leise, während ich versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Wollte ich einfach nur nachhause oder hier bleiben um dafür zu sorgen, dass Mitzi sich nicht an Marc ranwarf? Okay, war mir ja egal. Hatte ich nur wieder vergessen… Ich war einfach nur vergesslich. Trozdem musste ich mich auch noch um Mehdi kümmern, der sich so komisch verhalten hatte.
Aprubt klingelte mein Handy. Verwirrt nahm ich es aus meiner Kitteltasche – Alexis. Da ich jetzt Lust hatte, mir die Entschuldigungsversuche eines Mannes anzuhören, der mich nicht ignorierte oder mit einer anderen Tussi rummachte, nahm ich ab. „Ja?“ „Sternchen, endlich gehst du ran, ich dachte schon, du würdest mich ignorieren.“ „Nein, hatte nur übersehen, dass du angerufen hast. Was willst du?“ Beleidigt zu tun kommt immer super an, besonders bei frischgepackenen Verheirateten. „Dich zum Essen einladen. Heute Abend. In unserer Hochzeitsnacht.“ Ich schluckte schwer. Die gabs ja auch noch! Aber ich wollte den letzten Rest meiner Hochzeit, der mir geblieben war, nicht mehr hergebenm, weshalb ich zustimmte. Hatte ja wohl auch ein Recht darauf, mir den Tag noch etwas zu versüßen (Leider hatte ich kein Recht mehr auf Schokoladen, es war wohl wieder Zeit für eine kleine Diät, ich spürte nämlich förmlich schon, wie mein Kleid enger wurde. Würde morgen mit der Diät anfangen. Oder übermorgen.).
„Kommst du heute Abend um acht um mich zu hohlen?“ „Klar. Mach dir keine Sorgen mehr, ja? Ich würde dich sogar fahren lassen.“ Es herrschte kurze Stille. „Erntsthaft?“ „Nein Sternchen, aber ich lasse die Kindersicherung weg.“ Ich musste kurz lächeln, als er weiter sprach. „Ach Schatz?“ „Hm?“, murmelte ich etwas vertraut, während ich mir ausmalte, dass der Tag vielleicht doch noch schön werden konnte. „Du hast doch heute noch nicht so viel gefressen, du weißt schon, wegen dem ganzen Frust? Dass wollte ich nur wissen weil-…“ „Alexis!“ Ich herrschte ihn etwas erschrocken an und legte schnell auf. Gut, ich durfte ihm nicht wieder böse sein, sonst wurde das heute Abend nichts. Plötzlich hörte ich vertraute Stimmen und steckte das Handy wieder ein. Als ich Mitzi mit Marc erkannte, hohlte ich es schnell wieder raus und hielt es mir ans Ohr. „Ja Schatz, ich freue mich schon auf heute Abend, Ich liebe dich auch!“ Ich schrie die Worte fast in den Höhrer, aber die beiden ignorierten mich königlich. Nur Marc warf mir ein kurzes Grinsen zu, während Mitzi sich bei ihm eingehakt hatte und er ihr alles zu zeigen schien. Zog die jetzt hier ein?
Musste ganz unbedingt diese Gedanken einstellen, was allerdings nicht wirklich einfach war. Auch wenn man Marc Meier wahrscheinlich als Vorzeigeexemplar für einen beziehungsgestörten Mensch nehmen konnte und ich ja nur eine gute Freundin war die sich um ihn sorgte, machte es mir doch etwas Sorgen, wenn er mit so einer hergelaufenen Frau rummachte. Außerdem hatte er doch keine Ahnung von Frauen, wie sollte das klappen? Er brauchte meine Hilfe. Und mein dringender Rat war, sich diese Mitzi vom Hals zu schaffen.
Ich lief schnell zum Aufzug, ja, die Flucht nach vorne war immer eine gute Idee und fuhr mit diesem hinunter. Etwas unsicher ging ich nach draußen und setzte mich auf eine Bank. Heute gab es für mich wirklich nicht viel zu tun, Mehdi schien keine Hilfe zu brauchen, zumindestens nicht von mir. Seit unserer letzten Begegnung hatte ich ihn nicht mehr gesehen, bestimmt ging er mir absichtlich aus dem Weg. Was hatte ich schon wieder falsch gemacht? Waren schon komisch, diese Männer. Ich würde sagen, sie hatten ihre Phasen. Entweder sie waren mal wieder Schwanzgesteuert und behandelten jeden wie Dreck, oder sie taten so, als währen sie der Mann fürs Leben und Frau hat schnell das Gefühl, sie sind Perfekt. Heute ist wohl einer der „Alle-sind-Schwanzgesteuert-und-ihr-Gehirn-wirklich-schwer-beschädigt“ – Tage. Leider schien es kein Mittel zu geben – Oder doch, nämlich sich schnell eine Frau zu schnappen, die sich um solche Phasen nicht kümmerte und damit Gretchen Haase in den Wahnsinn treiben. Zu meiner noch größeren Verzweiflung musste ich feststellen, dass ich wieder an Marc dachte. Dabei hatte er es nicht mal verdient.
Es war mittlerweile schon dunkler geworden, was ich erst jetzt bemerkte. Wie viel Zeit war vergangen? Die große Uhr an der Wand des Krankenhauses sagte mir, dass es halb Acht war. Gestern um die Zeit hatten Alexis und ich zusammen im Wohnzimmer gesessen und Kavier gegessen… War gestern lange her.
Schnell stand ich auf, um meinen Vater noch zu besuchen. Im Krankenhaus hatte sich die Lage mittlerweile so beruhigt, dass auf den Gängen nur noch mäßiges Treiben herrschte und auch sonst nicht mehr viel los war.
Vor dem Zimmer meines Vaters angekommen schaute ich durch die Glasscheibe und sah, wie meine Mutter seine Hand genommen hatte, mit ihm redete, obwohl dieser abwesend war, und noch immer an der gleichen Stelle auf seinem Bett sahs. Hatte gerade entschieden, die beiden nicht stören zu wollen. Meine Mutter wurde sowieso wissen wollen, wo ich hinwollte. Und wenn sie hörte, dass ich zu Alexis ging, wollte sie sicher wieder eine Ladung Kaviar haben, den ich für sie immer heimlich aus der Küche mitgehen lassen musste.
Im Schwesternzimmer angekommen begegnete ich Sabine, die in einem Dr. Rogelt Roman versunken war und mich nicht beachtete. „Ich gehe jetzt, Schwester Sabine.“ Nun richtete sie ihren Blick auf mich. „Heute steht der Mond im Zeichen des Raben, also lassen sie überstürzte Handlungen, sie wissen doch, Frau Doktor.“ Ich öffnete den Mund verwirrt und sah sie fast etwas erschrocken an. „Sabine, was ist bitte das Zeichen des Raben, also ich meine-…“ „Aber Frau Doktor!“ Die Blondhaarige Schwester sprang erschrocken auf und legte den Roman zur Seite. „Habe sie in solchen Nächten wie dieser nie das Gefühl verspürt, eine Gruft aufsuchen zu müssen und-…“ „Definitiv nicht.“, beendete ich Sabine und drehte mich schnell um. Dass einzigsten Bedürfnisse die ich hatte, waren ein gemütlicher Abend mit meinem Ehemann und etwas Ruhe. Eine Gruft war es sicher nicht…

(3x05)

Der Porsche parte schon vor dem Krankenhaus und ein gewisser Stolz (Ich hatte noch nie jemanden mit einem Porsche vor diesem Krankenhaus gesehen und hoffte deshalb inständig, dass besonders Marc und Mitzi zusahen, wie ich einstieg. Und schon wieder ein gedanke an den Chefarsch. Super.) überfiel mich.
„Hallo.“, gegrüßte ich Alexis, der einen Anzug trug (Ohne Blut, versteht sich.) und seinen Blick auf mich gerichtet hatte, wobei ich seine Alkokohlfahne roch. Tja, er versuchte es mit Alkohol, ich mit Schokoladenkuchen. Zur Begrüßung brauchte er anscheinend keine Worte, denn er gab mir einen langen Kuss, bei dem ich wieder hoffte das halbe Krankenhaus im Rücken zu haben, jeder sollte sehen, welcher Millionär hier mir gehörte. Ich begann nervös zu kichern und setzte mich hin. Da ich mein Brautkleid eben immernoch angehabt hatte, hatte ich dringen etwas Neues gebraucht und mir deshalb einen alten Jogginganzug angezogen, dern ich immer in meinem Spind hatte (Ich betete inständig, dass ich darin nicht dick aussah. Obwohl: Wenn ich so darüber nachdachte war ich verheiratet, also konnte ich fett werden und Alexis musste zu mir stehen!). Zwar hatte ich dafür komische Blicke von einigen Krankenschwestern geerntet (Ich komme mit einem blutverschmierten Brautkleid und gehe wieder in einem überweiten Jogginganzug, hm…), aber es war mir egal gewesen, mich konnte heute nichts mehr schocken (Trozdem war ich froh, Marc nicht mehr über den Weg gelaufen zu sein…).
Alexis fuhr schnell zur Villa, dabei schwiegen wir, aber ich war sowieso in meinen Gedanken wieder bei meinem Idealgewicht. Als wir aus dem Auto ausstiegen, fiel mir etwas ein. „Ist deine Mutter eigentlich gerade da?“ „Meine… Meine Mutter. Ja, ich habe eine Mutter, und diese.. Also meine Mutter… Schläft.“ Er lächelte mir etwas merkwürdig zu und drehte sich schnell zur Haustür um, vor der wir nun standen. „Deine Mutter geht um acht ins Bett?“ „Ja, dass soll helfen, ihre… Sehkraft wiedeherzustellen. Außerdem ist sie eine alte Oma.“ „Also ich glaube, da liegt eine Falschinformation vor-…“ „Ach komm schon, lass sie schlafen wenn sie will, sie redet sich eben viel ein, lass sie doch in dem Glauben. Sie ist eben eine alte Oma.“ Ich schnaubte kurz auf, dann gab ich mich geschlagen, musste schön ruhig bleiben. „Und Lissi?“ „Weg, macht irgendwo Party.“ Wow, das Interesse an seiner Schwester war schon immer sehr groß gewesen.
Wir betraten eines der Wohnzimmer, in dessen Mitte ein großer Tisch stand, auf dem ein Kerzenleuchter und ein festlich hergerichtetes Essen stand. Ich klatschte begeistert in die Hände. Mein Ehemann wusste wie er mich wieder aufzubauen hatte. Ich gab ihm einen langen Kuss, während ich auf einem der Stühle Platz nahm. „Ich hatte gehofft es würde dir gefallen, Sternchen.“ Er säuselte nun wieder leicht und mir viel die Alkoholfahne ein, allerdings lächelte er mich im nächsten Moment so umwerfend an, dass es mich fast vom Hocker riss. Zuckersüßes Millionärslächeln… (Weitere Notiz an mich: Kamera mitnehmen und sein Lächeln fotografieren um es hundertfach zu kopieren und jedem zu zeigen.)
Nun setzte er sich gegenüber von mir und machte keine Anstalten, zu essen. „Wartest du jetzt darauf, dass du die Einleuchtung bekommst oder warum isst du nicht?“ „Weil mir gerade klar geworden ist, dass ich kein Essen brauche, nur dich.“ Ich hatte mir, während er gesprochen hatte, Salat auf meinen Teller gehäuft, jetzt drohte jedoch die nächste Ladung daneben zu gehen. „Was?“ Alexis begann leise zu lachen, wobei ich immer nervöser & verwirrter wurde. „Kann es sein, dass du vorher zu viel getrunken hast?“ Nach einer solchen Hochzeit konnte man nie wissen…

http://www.youtube.com/watch?v=ktCjodqYI0w

Völlig unerwartet sprang Alexis auf, lief um den Tisch herum, kniete sich vor mir nieder… Und riss sich das Jackett und sein Hemd vom Körper, sodass er oben ohne dastand. Wenn ich jetzt verwirrt war, war das berechtigt?
Er riss mich vom Stuhl, schlang seinen Arm um meine Hüfte, mit der anderen griff er meine Hand und wirbelte mich dann durch den Raum. Von irgendwo tönte Musik her, (War das versteckte Kamera? Kurz: Tanzte hier mit halbnacktem, angetrunkenen Millionär, selber im Jogginganzug durch unser Wohnzimmer.) die Alexis nur noch mehr dazu beflügeln zu schien, richtig loszulegen. „Was machen wir hier?“, rief ich ihm zu und versuchte, nicht zu verwirrt zu klingen. „Sowas machen wir jetzt jeden Abend!“, rief er gegen die Musik und blieb plötzlich stehen, um seine Hose auszuziehen. „Ich bin Superman!“, brüllte mein scheinbar doch sehr betrunkener Ehemann und zog sich nun auch seine Hose aus, als ich bemerkte das die Musik verstummt war. War ‚Ich bin Superman‘ irgendein Codeword oder so? Musste ich unbedingt mal ausprobieren.
Tatsache war jedoch, dass er jetzt in niedlicher Unterhose vor mir stand, irgendwelche Lieder sang und dazu einen Tanz aufführte – Hätte ich eine Kamera gehabt, hätte ich alles gefilmt.
„Und jetzt los Sternchen, tanz mit mir!“, rief Alexis und nahm mich wieder bei der Hand. Wir wirbelten (Er nackt, Ich verwirrt) durch unser Haus, bis wir nicht mehr konnten. Es war schon komisch, zu was mein Ehemann alles im Stande war (Musste mir unbedingt merken, dass nackt zu tanzen eines seiner Talente war!) und wie sehr er mich wieder zum lachen bringen konnte und mir ganz nebenbei noch den Atem raubte.
Als wir wieder im Wohnzimmer waren, gab er mir einen langen, ausgiebigen Kuss, während wir auf der Couch Platz nahmen. „Wie habe ich getanzt?“, fragte er mit ernster Stimme und sah mich zwischen zwei Küssen an. „Wunder.. Wunderbar.“, nuschelte ich und schloss die Augen. „Sehr gut. Wenn wir das nächste Mal tanzen, musst du aber auch mal.. Hier ausziehen und so.“ Ich war verwundert, wie deutlich er noch sprechen konnte und angetrunken zugleich er war. „Aber egal,können wir ja auch jetzt schon machen.“ Er begann langsam, seine Hand an meinen Rücken zu legen, als ein notorisches Piepsen die Stille zerbrach. „Häh?“, murmelte Alexis verwirrt und richtete sich auf. „Ich dachte ich hätte-…“ „Das ist mein Piepser.“, erklärte ich ihm ebenso verwirrt und zog eben diesen Piepser aus meiner Hosentasche. „Es gibt einen Notfall… Im Zimmer meines Vaters!“ Ich sprang auf, wobei ich mit Alexis zusammenknallte, der vor Schmerz vom Sofa fiehl. „Oh oh…“, schrie ich erschrocken und stand auf. „Gretchen, warte, ich liege hier nackt auf’m Boden, du musst mich retten!“ Ich stand einen Moment regungslos im Wohnzimmer, dann drehte ich mich zur Tür. „Du bist doch Superman also mach schon… Rette dich!“
Schon war ich aus der Tür, jedoch musste ich mir noch schnell einen Schlüssel schnappen (Hatte ich den vom Ferrari oder den vom Porsche?). Auch wenn das Talent ein Auto zu fahren, nicht ganz in meinen Genen lag, musste es heute einfach klappen.
In höchster Geschwindigkeit warf ich mich in den Porsche, zu dem der Schlüssel gehört hatte und fuhr so schnell zum Krankenhaus, dass ich beim zweiten Blitzer nur noch genervt in die Kamera schaute.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

20.05.2010 18:21
#6 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, der nächste Teil, der den Anti - Mitzi Leuten unter euch vielleicht nicht direkt gefallen wird. ;)
Trozdem viel Spaß!


3x06

Als ich am Krankenhaus ankam, parkte ich den Porsche achtlos auf dem großen Parkplatz und egal wie unmöglich es war mitten auf dem Weg zu parken, die ganzen mitgenommenen roten Ampel sollten sich gelohnt haben.
Schnell sprang ich aus dem Auto und rannte ins Krankenhaus. „Frau Doktor, wo kommen sie denn her?“, rief mir jemand zu. „Sabine?“ Abrupt blieb ich stehen. „Ja Frau Doktor, hier bin ich. Waren sie etwa doch in einer Gruft?“ Die blonde Krankenschwester trat einen Schritt näher und warf verschwörerische Blicke durch den leeren Gang. „Nein Sabine, und wenn ich ehrlich bin, würde ich jetzt auch gerne meinen Vater retten.“ Schon war ich um die Ecke gestürmt, wobei Sabine noch irgendetwas rief, was ich aber nicht mehr verstand.
Den Piepser fest in der Hand rannte ich die Stockwerke hoch, weil es mir zu stressig war auf einen Aufzug zu warten, außerdem konnte ich dabei die Kalorien loswerden, die mal wieder zu viel waren. Warum wurde ich auch immer wieder rückfällig? War ja nicht so, dass ich meinen Willen nicht durschsetzten kann, Essen war nur einfach genial.
Endlich vor dem Zimmer meines Vaters angekommen, kam ich atemlos zum stehen und riss die Tür auf – Und musste feststellen, dass außer dem Schnarchen meiner Mutter nichts zu hören war (Doch, auch mein Vater war am schnarchen, aber er hielt sich vornehmen zurück und überließ meiner Mutter den lauten Teil). „Papa?“, murmelte ich mit brüchiger Stimme und setzte mich auf sein Bett, meine schnarchende Mutter neben mir. „Ich dachte, ich wäre hier in Zimmer Nummer 304…“, murmelte ich (Und begann ein Selbstgesprächm hatte aber irgendwo mal gelesen, dass man dadurch seine Intelligenz steigern konnte) und stand langsam auf. Oder war ich einfach nur zu spät gekommen, hatte man sich schon um meinen Vater gekümmert?
Etwas wütend verließ ich den Raum und sah mich auf dem Gang um. Mein Blick wanderte zur Tür des Zimmers, in dem mein Vater lag, an der ein Schildchen hing, auf dem 303 stand. „Oh nein.“ Meine Schritte hallten laut im Gang, während ich zum nächsten Zimmer eilte – Und wie erstarrt stehen blieb, als ich vor der Tür zum stehen kam. Hatte ich gerade richtig gesehen? In Windeseile ging ich auf alle Vier und kniete mich vor den Türspalt, durch den man einen Blick in den Raum erhaschen konnte.
Dort drinnen sah man Mitzi Knechtelsdorfer, die gerade von mir zum… Miststück des Krankenhauses gewählt wurde, mit Marc Meier auf dem Bett sitzen, wobei beide sich leise unterhielten und Marc der Ziege ganz begeistert in die Augen sah. In meiner Hochzeitsnacht, am Tag meiner Hochzeit?! Übrigens: Mein Ehemann lag gerade nackt auf dem Boden in unserem Wohnzimmer und konnte sich nicht rührend. So hatte sich den heutigen Tag wohl keiner gedacht.
„Und, wie lange wirst du noch bleiben?“, fragte Marc nun etwas lauter, während Mitzi schon die ganze Zeit verlegen lächelte. Ich riss den Mund erschrocken auf, bekam nahezu einen epileptischen Anfall. Dieser Blödmann, baggerte hier vor meinen Augen (Gut, die beiden hatten keine Ahnung das ich hier auf dem Boden hockte und keine Luft mehr bekam, aber es war trozdem ziemlich unverschämt, oder?) diese komische Grünzeugesserin an, die er erst seit heute kannte. Mich kannte er allerdings schon seit unserer Kindheit und mich hatte er nie angebafferr?! Hier hörte ja wirklich alles auf. Empört (Unterzuckert und in Atemnot) wollte ich gerade aufstehen und in den Raum stürmen, als ich Schritte hörte, die immer näher kamen.

„Oh mein Gott, ich muss sterben, alles ist zu Ende…“ Alexis von Buren lag mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden neben der Couch, von der er ungefähr einen halben Meter tief gefallen war, nachdem er mit seiner Frau zusammengestoßen war. Jetzt lag er mit Schmerzen zu Boden, wobei die Schmerzen anscheinend nur von ein paar Flaschen zu viel kamen. „Hilfe, ich muss sterben, wer rettet mich?“, rief er durch die Villa, doch es kam nur sein Echo zurück. „Hey du, ich höre dich doch, antworte mir!“, bellte Alexis sein Echo an und startete einen Versuch sich wieder aufzurichten. „Was bist’n du für einer? Stell dich mir wie ein Mann!“ Mit letzten Kraftreserven richtete sich der ‚Schwerverletzte‘ auf und rannte durch das rießige Wohnzimmer, immer seinem Echo hinterher. „Man, du bist echt ein ganz schöner Feigling, aber wenn du so weiter machst schlag ich dich zusammen, dann hast du nichts mehr zu lachen! Warum redest du mir eigentlich die ganze Zeit nach?“ Seine Stimme wurde immer leiser, während er durch den Raum schlich und sich immer kleiner machte. „Mir mein Freund, kannst du nicht entkommen…“ Als er leise Schritte auf der Treppe hörte, drehte Alexis von Buren sich schnell um und versteckte sich hinter dem Türrahmen, hinter dem er die Luft anhielt. Als die Person den Raum betrat, sprang er mit einem großen Satz auf sie und begann triumphierend ‚I am the Champion‘ zu singen. „Was soll das bitte?“, herrschte die Stimme einer Frau ihn gebieterisch an. „Oh… Äh, dass tut mir natürlich Leid.“ Die Frau lachte laut auf und nahm ihre Sonnenbrille ab. „Ich hätte nie gedacht, dass du es mir so schwer machst… Sohn.“ Wieder lachte sie laut auf und sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Denk daran: Ich benötige eine Umsorgung, die du zu erfüllen hast. Wir wollen ja nicht, dass ich mich bei deiner Frau ausversehen verplappere, oder?“ Alexis schluckte schwer, während er die Verwirrtheit von eben runtergeschluckt hatte. „Frau von Buren, hören sie mir zu, sie-…“ „Nein, sie hören mir zu, Bürschlein. Was ich hier sage wird Gesetz, verstanden?“ Der Millionär warf ihr einen angeekelten Blick zu, mit dem er das Wohnzimmer verließ. Es musste dringend neues Bier her.

„Mehdi, hast du mich erschreckt!“ Leise sprang ich auf, im Hinterkopf den Gedanken, es Mitzi & Marc nicht so einfach zu machen. Wenn ich die beiden schon stören würde, dann aber richtig mit Standpauke, aber nicht wenn sie mich hier durch Mehdi vor der Tür entdeckten.
Schnell zog ich ihn zu mir hinunter, bis wir beide schließlich nebeneinander auf allen Vieren vor der Zimmertür hockten, ich mehr, er weniger, interessiert beobachteten, was im Zimmer geschah. „… Wie es meinem Bruder hier gehen wird.“, beendete Mitzi einen Satz und tat ganz schüchtern. Dabei hatte sie es auf Marc abgesehen, ich konnte es genau sehen. Diese miese Grünzeugfanatikerin! Wahrscheinlich hasste sie sogar Salat, sie hatte ihn nur gegessen, um mich in den Wahnsinn zu treiben. Aber… Ja, also ich konnte viel mehr. War schließlich Ärztin. Wir hatten was in der Birne (Ausgenommen die Männer unter uns, da gab es nicht mal hier Ausnahmen wie man gerade so schön sehen konnte…), wobei sie nur eine dahergelaufene, gut aussehende, sich Marc gerade um den Finger wickelnde… Frau war. Grung genug jetzt einzuschreiten.
Wieder wurde ich abgehalten, diesmal durch Mehdi der laut zu Schmatzen begonnen hatte. „Was machen wir hier eigentlich? Ich will Meier nicht zugucken, wie er eine Frau vögelt.“, begann er plötzlich zwischen zwei Bissen Schokolade heraus. „Also gevögelt wird hier schon mal keiner.“, beantwortet ich seine Frage trozig und drehte mich wieder zur Tür. Er wollte etwas sagen, doch ich gab ihm zu verstehen, dass er jetzt besser still war, sonst würde ich hier gleich das ganze Krankenhaus zerstampfen.
Durch einen weiteren Blick in den Raum sah ich, wie Mitzi sich aufrichtete. „Ich denke, ich gehe jetz besser.“ Gute Idee. Marc richtete sich ebenfalls auf, was in mir irgendwas auslöste, wobei es sich natürlich nicht um Eifersucht oder Sehnuchts nach Marc Meier, Arsch vom Dienst handelte… Okay, vielleicht ein bisschen, aber mein Ehemann schlug ihn um Längen, also jetzt in jeder Hinsicht. Glaube ich.
Als die beiden langsam, immernoch in ein Gespräch vertieft, in dem Marc sie versuchte zu überreden, noch hier zu bleiben, der Tür näherten, schubste ich Mehdi schnell zur Seite und versuchte, in das nächstbeste Versteck zu robben. Er setzte sich gleich in Bewegung, nachdem er sich ein Stück Schokolade aus der Manteltasche gehhohlt hatte und es schnell verschlungen hatte. Wir krochen lautlos um die Ecke in einen anderen Gang – Leider zu spät. Marc und die doofe Kuh hatten und eigehohlt und schienen uns nun bemerkt zu haben (Wir waren zugegegeben schwer zu übersehen…). „Äh, Hasenzahn, was wird das?“ Langsam drehte ich mich um, während Mehdi nur gedankenverloren Schokolade aß und die beiden nicht mal ansah. Marc schaute mich nun gleichzeitig verwirrt und amüsiert an, Mitzi grinste nur (Hätte sie sich sparen können, sie hatte nämlich was zwischen den Zähnen, ich hoffte Marc würde es entdecken & flüchten). „Also wir.. Machen Sport.“ Nun drehte sich auch Mehdi um, der sich gerade ein weiteres Stück Schokolade in den Mund geschoben hatte und warf mir irritierte Blicke zu. Ja danke Herr Gynäkologe, ich dachte, sie verstehen Frauen so super, dann jetzt bitte Erde an Gynäkologen, Frau braucht dringend Mann der so tut als wäre durch das Krankenhaus krabbeln eine Sportart! „Habt ihr beiden auch nötig… Dünner wird man ja auch nicht von heute auf morgen.“, kommentierte Marc das ganze, worauf ich ihm ein Lächeln zuwarf. „Danke Marc, dass du uns so unterstützt. Komm Mehdi, wir… Gehen.“ „Ja, den Weg zur Cafeteria wollt ihr dann doch lieber schnell laufen.“, sagte Marc in einem gefälligen Ton und sah zu Mitzi. Wütend sprang ich auf und riss Mehdi am Arm hoch, vielleicht etwas zu fest, denn er schrie leise auf. „Ich würde doch gerne hier bleiben…“, sagte Mitzi mit einem Seitenblick auf mich.
Mein Oberarzt hingegen warf ihr nur ein zufriedenes Lächeln zu und die beiden verschwanden.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

21.05.2010 19:08
#7 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, heute nur ein kurzer Teil, weil ich zu viel zu tun habe (Wegen dem guten Wetter leider zu sehr beschäftigt *g*), morgen gibt es aber dafür wieder einen längeren Teil.
Bedanken möchte ich mich wieder für die tollen Kommentare ob öffentlich oder privat, wirklich, ich freue mich sehr darüber! :)
Und wegen der Sache mit Alexis: Ich umgehe unnötige Gedanken an nackten Millionär auch immer!
Viel Spaß mit dem siebten Teil!


3x07

Mit einer Tafel Schokolade startete ich meinen Amoklauf durch die Gänge. Mir wären eben fast die Tränen gekommen, es war einfach alles zu viel gewesen. Meine Hochzeit war in einem Desaster geendet, mein Vater wäre fast gestorben, ich hatte den ersten Ehestreit gleich nach der Hochzeit wegen einer Kindersicherung gehabt, das Versöhnungsessen und ganz besonders die Hochzeitsnacht waren geplatzt und Marc Meier warf sich voller Begeisterung einer dahergelaufenen an den Hals.
Mehdi hatte sich vortlos von mir getrennt, nachdem Mitzi & Marc verschwunden waren, er verhielt sich immer noch komisch, was mir noch mehr Sorgen machte.
Und wenn ich es mir recht überlegte: Wo war eigentlich Gigi? Sie war Trauzeugin gewesen, aber seit ich die Hochzeit verlassen hatte war sie nicht mehr aufgetaucht. Ich musste sie anrufen, fragen, wo sie war.
Mittlerweile war es kurz vor Elf, aber ich hatte keine Lust, wieder heim zu fahren, weil Alexis sicher wieder sauer auf mich war.
Wütend (Und der zweiten Tafel Schokolade) machte ich mich auf den Weg zum Schwesternzimmer, wo Sabine gerade dabei war ihre Sachen zu packen. „Hallo Sabine…“, begrüßte ich die Blonde leise, wofür ich einen besorgten Blick von ihr erntete. „Was haben sie denn, Frau Doktor?“ „Ach.. Sie wissen doch, die normalen Probleme eben. Meine Hochzeit ist durch einen Virus geplatzt, hatte schon meinen ersten Ehestreit-…“ Den Rest wollte ich ihr ersparen, der war aber auch angesichts der Tatsache, dass mir Marc Meier sowieso egal war, unwichtig erschien.
„Frau Doktor, dass werden sie wieder hinbekommen. Ihr Wochenhoroskop sagt mir, sie werden jede Chance nutzen, um das Glück wieder auf ihre Seite zu bringen und es wird ihnen gelingen. Und falls nicht-…“ Schwester Sabine trat näher, „Bringe ich ihnen eine spezielle Salbe mit.“ „Danke Sabine…“, flüsterte ich leise und drehte mich um. „Ach Frau Doktor?“ „Ja?“ Ich drehte mich um, gefasst, jetzt hören zu müssen, wie schlecht es laut Horoskop nächste Woche für mich stand. „Tun sie etwas, sonst verliert der Doktor Meier sein Herz noch ganz, wir wissen ja, dass er seinen Verstand schon verloren hat…“ Die Schwester sprach immer leiser, bis sie schließlich mit einem verschwörrerischen Blick zu ihrer Tasche griff und mich verdutzt stehen ließ. Erwarteten alle von mir, dass ich Marc vor dieser Mitzi beschützte? Das war ja wohl der Gipfel. War ja schließlich sehr, sehr… Sehr glücklich verheiratet.
Und plötzlich kamen mir die Tränen. Ich hatte heute wirklich viel durchgemacht, jetzt hatte ich nicht mal mehr eine Tafel Schokolade, war nämlich schon leer gegessen.
Ich weinte ja nicht oft (Es hilft immer, die Situation runterzuspielen, eine Lektion, die jede Frau lernen muss), aber heute musste es seinm wie sollte ich sonst mit all dem klarkommen? Ich hatte nicht direkt das Gefühl, mein angetrunkener Ehemann wäre eine bessere Stütze. Gedankenverlorenen schaltete ichg das Radio vor mir auf dem Tisch an, das hier im Schwesternzimmer zwar nie lief, aber ganz nett anzusehen war.
Der Moderator kündigte gerade einen Sing an, der zugleich startete. Schniefend schloss ich die Augen und brach in einen erneuten Schwall Tränen aus.

http://www.youtube.com/watch?v=VvGYYg40Ijw

„Ach, jetzt wein doch nicht, es wird alles wieder gut.“ „Sagst du so einfach.“ Ich sah trozig zu meinem Ehemann, der mir die Tränen von der Wange wischte. Plötzlich schubste ihn jemand zur Seite, der mir eine Tafel Schokolade in die Hand drückte. Doch auch Mehdi verschwand wieder, als Marc den Raum betrat. „Was wird das hier?“, bellte er die beiden anderen an, kniete vor mir nieder und hielt mir ein Bild unter die Nase. „Siehst du? So sehen Traumfrauen aus. Also kannst du noch hundert Diäten machen Hasezahn, dass wird nichts.“ Ich starrte wütend auf das Bild von Mitzi Knechtelsdorfer, während mir erneut Tränen an den Wangen hinunterliefen, die sich bald in wahre Sturzbäche verwandelten. „Sieh es ein. Du bist verheiratet, aber die Hochzeit war ja schon mal nichts.“, sagte Mehdi, der sich gerade ein Stück Schokolade in den Mund schob. „Liebe ist vergänglich…“, sagte Alexis und grinste.

Ich schreckte auf und bemerkte, dass ich kurz eingeschlafen sein musste. Mein Gesicht war Tränennass und ich hatte meinen Kopf wohl auf den Tisch gelegt, denn dieser war ebenfalls nass. Wie lange hatte ich hier gelegen? Ich wusste es nicht und wollte es nicht wissen. Alles was ich wusste war die Tatsache, dass mein Gefühlszustand momentan mit einem Wort zu definieren war: Schrecklich.
Langsam richtete ich mich, vollkommen am Boden, mal wieder auf und zog mir meine Jacke an, um nach Hause zu fahren.
Ich beschloss, für heute ein letztes Mal bei meinem Vater vorbei zu sehen, der schlief jedoch, was mich nur noch mehr in Tränen ausbrechen ließ, weil ich mir umso mehr wünschte, diesen Tag rückgängig machen zu können und nicht immer dieses verdammte Pech zu haben.
Es sollte aber noch besser kommen. Als ich gerade das Krankenhaus verließ, kam mir eine stahlende Mitzi Knechtelsdorfer entgegen, die sich leise mit Marc unterhielt. Ich verstand nichts, aber manchmal wusste Frau einfach was los war. Und ich hatte gerade ein ziemlich komisches Gefühl, wenn ich die beiden so sah.
Super. Danke Schicksal, dass du mir diesen Tag zum schlimmsten machen musstest. Aber wenn es jemanden gibt, der trozdem nie aufgibt, dann MUSS ich es sein, man lässt mir ja praktisch keine andere Wahl. Es wird eben von mir erwartet, dass ich wieder Lächeln kann, wenn ich gerade weinen könnte. Ja, wie immer eben.
Ich rannte über den dunklen Parkplatz zum Porsche und setzte mich weinend auf den Sitz. Wie viele Ampeln ich jetzt übersehen würde, konnte ich nicht sagen.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 863

22.05.2010 20:09
#8 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Weiter gehts im Text - Übrigens wird es bald richtig toll für alle die was gegen Alexis haben. Mehr verrate ich aber nicht, werdet ihr bald lesen. :)

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„Lass mich, ich will schlafen.“ „Sternchen, nun sei doch nicht so.“ Ich hätte nicht erwartet, dass Alexis anscheinend ganz vergessen hatte, wütend auf mich zu sein, weil ich heute Abend so schnell geflüchtet war. „Wir können doch über alles reden. Wenn du willst, können wir auch morgen schon in die Flitterwochen nach London fliegen, ich mache alles, was du willst, nur schau doch nicht die ganze Zeit so…“ „Ach ja, wie schau ich denn, hm?“ „Das willst du jetzt eher nicht wissen, nachmachen kann ich es auch schlecht…“ „Was soll das denn bedeuten, du kannst mich nicht nachmachen?“ Ich brach wieder in Tränen aus, wobei Alexis mir schon beinahe automatisch ein Taschentuch in die Hand drückte, um die Fkuten zu stoppen.
Als er nichts weiter erwiederte, sah ich ihn an. „Ich würde jetzt wirklich gerne allein sein.“ Er warf mir einen besorgten Blick zu. „Bitte…?“ Seufzend stand Alexis auf und schaltete das Licht aus. „Schlaf gut Sternchen.“ Er schloss die Tür und ich war zum ersten Mal froh darüber, dass er mich alleine gelassen hatte.

Am nächsten Morgen wachte ich auf und ein einziger Blick in den Spiegel genügte um festzustellen, dass nicht nur mein inneres einem Schlachtfeld glich. Meine Augen waren angeschwollen, mein Make – Up verwischt und der Jogginganzug, mit dem ich gestern zu allem Überfluss durch die Gegend gerannt war machte mich doch fett. Alexis lief mir den ganzen Morgen nicht über den Weg, was wahrscheinlich auch besser für ihn war.
Da ich mich gestern wieder für den Dienst eingetragen hatte, weil Arbeit eigentlich das beste Mittel war, um sich von Problemen abzulenken, musste ich mich beeilen, um noch pünktlich zu erscheinen (Und noch schnell an der Bäckerei um die Ecke vorbei zu fahren - Die hatten wirklich leckere Croissants!).

„Ich verschwinde!“, rief ich leise, wobei ich keine Ahnung hatte, wem ich das jetzt eigentlich gesagt hatte. Das Haus war verlassen (Ich hoffte, es gab keine Mäuse, die zählte ich nämlich nicht mit), weshalb das Echo meiner Stimme auch das einzigste Geräusch war, das ich hörte.
Im Krankenhaus herrschte wieder Hochbetrieb, denn es war zu neuen Krankheitsfällen gekommen, wie mir eine Schwester erzählte. Die Krankheit übertrug sich so schnell, ein bisschen Kontakt mit einer kranken Person reichte und man hatte sich den Virus mit großer Sicherheit selber eingefangen. Nachdem mir die Schwester davon erzählt hatte wurde mir speiübel, als mir bewusst wurde, dass ich meinen Vater Mund zu Mund beatmet hatte als wir in der Kirche gewesen waren – Und ich nicht geimpft war.
„Sabine?“ Ich schrie förmlich nach ihr, als ich das Schwesternzimmer betrat. Zum Glück war gerade keine OP für mich angesetzt, also hatte ich Zeit. „Sabine, sind sie hier?“ Wie aus dem Nichts schoss die Blonde hinter dem Tisch hervor, auf dem ich noch Spuren meiner Tränen von gestern Abend zu erkennen meinte und schenkte mir ein freundliches Lächeln. „Hallo Frau Doktor. Alles im Griff?“ Sabine hielt einen Dr. Rogelt Roman in der Hand, was wahrscheinlich zu bedeuten hatte, sie war (Wie auch sonst öfter üblich) nicht wirklich ganz klar im Kopf. „Ja klar… Alles im Griff. Können sie mir vielleicht trozdem sagen, wo ich den Impfstoff gegen den Virus finde?“ „Aber Frau Doktor, sind sie etwa…?“ Es herrschte einen Moment Stille, dann begann ich nervös zu lachen, half immer, um Situationen runterzuspielen. „Ach Quatsch, ich doch nicht! Nur so… Für den Notfall, sie wisschen schon.“ Ich presste die Lippen aufeinander, doch Sabine war schon an mir vorbei gerauscht. Wortlos folgte ich ihr, was sie erst nicht zu bemerken schien. „Hier…“, flüsterte sie leise und winkte mich zu sich. „Ein marokkanisches Heilmittel, dass alte Frauen in armen Dörfern herstellen. Die Wirkung ist allerdings phänomenal, Frau Doktor.“ Sie schob mir das kleine Fläschen zu, in dem sich eine milchig weiße, trübe Flüssigkeit befand. Mir fehlten die Worte. Was sollte ich schon sagen? Danke für das Mittelchen hier, dass alte Frauen in armen Dörfern herstellen? „Die Inhaltsstoffe sind-…“ „Danke Sabine, ich denke die will ich lieber gar nicht wissen. Ich werde es irgendwann einfach mal testen. Wenn ich mal sterbenskrank bin oder jemandem das Leben retten muss, ja?“ Ich hielt das Fläschen lächelnd hoch und schob es dann in die Tasche meines Kittels. Wie konnte ich es am schnellsten loswerden?
Da mir Sabine keine große Hilfe gewesen war machte ich mich auf zu Mehdi, der mit einer Schachtel Keksen und einigen Tabletten vor sich in seinem Arbeitsstuhl sahs und gedankenverloren die Wand beobachtete.
„Hallo Mehdi.“, begrüßte ich ihn leise als ich sein Zimmer betrat, erntete aber nur verwirrte Blicke. „Und, wie geht’s dir so?“ „Beschissen und dir?“ Seine Antwort überraschte mich, aber die Augenringe, die ganzen Tabletten und Fressattacken hätten möglicherweiße Hinweiß genug sein können. „Mir geht’s… Gut. Willst du vielleicht drüber reden?“ Er sah mich für einen Moment sehnsüchtig an und ich hätte ihn am liebsten in den Arm genommen, aber im selben Moment stürmte Schwester Gabi herein. „In Zimmer 234 gibt es einen Notfall. Sie müssen dringend-…“ Jetzt schien sie mich zu entdecken, weshalb sie eine Pause machte und dieses Grinsend aufsetzte. „… kommen.“, beendere sie ihren Satz und drehte sich um, womit sie den Raum verließ. „Ja, dann will ich mal zu Notfall… Krabbeln.“ Mehdi stand schnell auf, nahm sich noch eine Tablette und ließ mich sitzen, natürlich warf er mir vorher noch ein Lächeln zu, um mich ja nicht in Aggressionen versinken zu lassen, aber es war zu spät, am liebsten hätte ich mir das Plastikmodel des weiblichen Unterkörperes neben mir genschnappt und gegen die Wand geworfen.
Ich verließ den Raum ohne zu wissen, wo ich ein Gegenmittel finden könnte und was mich noch mehr beschäftigte, mit einer Menge Wut im Bauch.
Mit gesenktem Kopf trat ich in den Aufzug. Mir fiel ein, dass ich gleich eine OP mit Marc hatte, den ich heute den ganzen Tag noch nicht gesehen hatte. Er würde doch nicht mit dieser Mitzi-…? Meine Frage wurde nur wenige Minuten später beantwortet, als ich ihn mit ihr entdecke, genau vor unserem OP Raum. „Es war wirklich wunderschön.“, sagte sie und flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf er grinste und sie leise kicherte. Dann verabschiedete sie sich und stakste an mir vorbei.
Ohne Worte ging ich an Marc vorbei und wollte mich für die OP vorbereiten (Noch ein Stückchen wütender, also bitte… Es war schön?! Also das überstieg mein Vorstellungsvermögen, weil Marc Meier doch Beziehungsgestört war, wie kann Frau da anscheinend alles an ihm schön und toll finden? Will nicht wissen, was die beiden alles gemacht haben, in meiner Hochzeitsnacht…), als Marc mir folgte und mich kurz ansah. „Ich mache die kleine OP alleine, Hasenzahn, du kannt wieder essen gehen. Oder du betreibst einfach wieder in bisschen Sport mit dem Gynäkologen…“ „Was?“ Ich drehte mich etwas verwirrt zu ihm um. „Ja Hasenzahn, so läuft das eben. Es soll vorkommen, dass nicht jeder auf deine fachliche Meinung baut.“ Er lächelte mir spöttisch zu,dann öffnete er die Tür zum OP und ließ mich alleine zurück. Womit hatte ich das verdient? Besser gesagt: Womit hatte sie ihm den Kopf verdrehte, was hatte sie ihm gegeben? Er hatte doch keine Gründe mehr unfreundlich zu mir zu sein, schließlich hatte er jetzt seine Mitzi, also allen Grund fröhlich zu sein, mit seiner Flamme, dieser… Tussi.

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23.05.2010 19:41
#9 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Guten Abend. :)
Heute ein etwas kurzer Teil, dafür morgen ein Doppelteil der euch sicher sehr gut gefallen wird... Danke für die Kommentare & macht weiter so. ;)
Viel Spaß beim Lesen!


3x09

Mehr als wütend verschwand ich. Jetzt hatte er es wirklich zu weit getrieben. Erst ignorierte er mich fast vollkommen, flirtete mit Mitzi herum und dann spielte er sich noch als Besserwisser auf? Aufgrund der Ereignise und verwirrenden Gedanken war es wirklich Zeit für einen Besuch bei Mehdi, den ich nebenbei noch nach dem Impfstoff fragen wollte.
Warum musste gerade jetzt alles so ungerecht sein? Ich machte mich ja eigentlich nichts aus Marc Meier, und wenn ich in den letzten Stunden wegen ihm oder Mitzi ausgerastet war, dann lag es nur an Übermüdung oder irgendwas in der Richtung… Wenn ich es mir so überlegte war ich sogar froh, dass ich endlich mal eine fand, die sich auf ihn einließ. Und das er sich für die Nr. 1 auf diesem Planeten hielt war ja auch nicht direkt was neues. Trozdem, stand sein Hirn ständig auf Standbye? Oder hatte ihm diese Tussi auch noch den letzten Rest Hirn geklaut, der noch da gewesen war? Da ich von Marc Meier, von mir gerade in einigen Hinsichten als Hirnlos abgestempelt, wohl nie eine Antwort bekommen würde weil er mir wahrscheinlich weiter ignorieren würde, gab ich mich mit dem Gedanken zufrieden, dass es noch genug Schokolade für mich gab um solche Fälle zu überstehen.
„Gretchen, wie lange willst du jetzt noch die Tür blockieren?“ Die Stimme riss mich vollkommen aus meinen Gedanken. Verwirrt sah ich zu Mehdis braune Augen, die mich fragend ansahen. „Was? Welche-… Oh.“ Erst jetzt bemerkte ich, dass ich anscheinend die ganze Zeit in der Tür zu Mehdis Behandlungszimmer gestanden hatte, meinen Blick finster auf den Boden gerichtet hatte und wenn es Hart auf Hart kam, hatte ich noch Selbstgespräche geführt.
Schnell löste ich mich aus meiner Pose und sah entschuldigend zu Mehdi. „Ich wollte eigentlich zu dir, aber-…“ Musste mal wieder an Marc denken? „… Da war ein Fleck auf dem Boden.“ Oh Gott. „Echt? Konntest du ihn mit deinem Blick verschwinden lassen?“, erwiederte Mehdi und warf mir einen mitfühlenden Blick zu. Also bitte, der hatte gar nicht so zu gucken! Er sollte sich lieber glücklich schätzen, jemanden wie mich zu haben, der hier für Ordnung sorgte. Rein im übertragenen Sinne, Flecken mit Blicken vernichten konnte ich ja dann irgendwie doch nicht.
Schweigen quetschte (Hier zeigte sich mal wieder wie sich zu viel Schokolade bezahlt machte, er war allerdings auch nicht ganz unbeteiligt) und stellte mich vor seinen Arbeitstisch. „Mehdi?“ „Hm?“ Er hatte die Tür hinter sich geschlossen und sich jetzt auf seinen Stuhl gesetzt, mir den Rücken zugedreht und einen Keks verschlungen. „Kannst du mir sagen wo-…“ „Nein Gretchen, dass werde ich dir nicht verraten, ich brauche selber noch was davon.“ „Was?“ Nun drehte er sich wieder zu mir um. „Dass muss unser Geheimnis bleiben, aber ich komme schon gar nicht mehr ohne aus und wenn du jetzt ankommst und was für dich haben willst habe ich einfach nicht mehr genug.“ War Mehdi jetzt abhängig von dem Impfstoff, vertickte er den heimlich oder warum erzählte er mir das jetzt? „Also Mehdi, mal unter uns gesagt: Wir wissen ja beide, dass es dir im Moment nicht gut geht, aber sowas ist doch kein Grund sich so gehen zu lassen. Wo sowas hinführen kann…“ Ich schüttelte mitleidig den Kopf und sah an ihm hinunter. Er sah wirklich nicht gut aus und ich fragte mich mal wieder, was ihn belastete. „Willst du mir jetzt noch vorschreiben, wie viel ich am Tag haben darf? Also du bist jetzt auch nicht das beste Beispiel Gretchen.“ Fast schon empört stand er von seinem Schreibtischstuhl auf und setzte sich nun in seinen Patientenstuhl, in dem er die Augen schloss und Meditationsgeräusche von sich gab. „Bitte was?“ Ich folgte ihm und stellte mich neben den Stuhl, doch er ignorierte mich, scheinbar war er gerade in irgendeine andere Welt verschwunden. „Mehdi, jetzt hör auf vor meinen Augen zu meditieren!“ Ich zerrte an seinem Arm, doch er blinzelte nur kurz und schloss die Augen dann wieder. „Mehdi, komm jetzt von diesem Stuhl und stell dich deinen Problemen. Dass mit der Sucht bekommen wir schon wieder hin.“ „Du bist doch selber nicht gerade gegen Schokolade!“ Verwirrt zerrte ich an seinem Arm, als mir klar wurde, dass ich den Impfstoff gemeint hatte und er Schokolade. Plötzlich rasten mir seine Worte wieder durch den Kopf. „So? Ich bin also ein gutes Beispiel…?“ Mit einem letzten, heftigen Ruck, mit dem er anscheinend nicht gerechnet hatte, riss ich ihn aus seiner Position.
Leider hatte ich nicht ganz mitgedacht, was Fallwinkel, Proportionalität des Rucks und so weiter bewirkten (Bezweifelte sowieso, dass es die Proportionalität eines Rucks gab), denn im selben Moment krachte Mehdi mit seinem vollen Gewicht auf mich runter, worauf wir nun neben seinem Patientenstuhl auf dem Boden lagen, ich vor Schmerzen quietschte, er dafür aber mit seinen Meditationsübungen aufgehört hatte (Also wenn er die jetzt auf mir weitergemacht hätte…). „Mehdi, würdest du die Freundlichkeit besitzen mir nicht alle Knochen zu brechen, sonst-…“ Der Gynäkologe begann zu kichern, was mich noch mehr verwirrte. „Sag mal, wie viel hast du eigentlich intus?“ Die Frage bezog sich sowohl auf Tabletten als auch Schokolade. „Hm…“, antworte er und sah mich an, wobei er sein Gewicht noch stärker auf mich verlagerte, was mir komische Töne abrung, die ihn noch lauter Lachen ließen. „Du bist so bequem wie eine große Hüpfburg…“, nuschelte er plötzlich und sah mich grinsend an. „Also Mehdi, jetzt werd nicht frech, ja? Und ich dachte eben die ganze Zeit wir reden von dem Impfstoff gegen den Virus…“ Einen Moment Stille, dann begann er gekünstelt zu lachen. „Ach so, ich dachte du hast Fressattacken und suchst Rat bei einem Gleichgesinnten.“ „Du!“ Mit voller Kraft zog ich meinen Arm unter seinen Beinen hervor und schlug mit den Fäusten auf seinen Rücken ein. Just in diesem Moment wurde die Tür geöffnet und Marc betrat den Raum. Stille. „Äh…?“, begann er und warf verwirrte Blicke in unsere Richtung. Ich schlug ein letztes Mal auf Mehdis Rücken (Konnte ich mir nicht verkneifen), dann sah ich zu Marc. „Was ist?“, fragte ich scheinbar so, als wäre auf dem Boden liegen, komische Töne von sich geben und eventuell noch auf den anderen einschlagen ganz normal.
Nun meldete sich Mehdi zu Wort: „Tja Meier, wir beide sind einfach ein unschlagbares Team.“ Er lächelte mir zufrieden zu, wobei er meinem Gesicht noch näher kam und durch das erneute Bewegen stöhnte ich vor Schmerzen leise auf. Als Mehdi versuchte aufzustehen, schrie ich vor Schmerzen auf, doch im nächsten Moment war er schon auf den Beinen und an Marc vorbei , hinaus. „Also Hasenzahn, von dir erwarte ich ja so einiges, aber das du so schnell Abwechslung zum Eheleben suchst…“ Er war etwas näher getreten, jetzt blieb er direkt vor mir stehen, schaute mich kurz an – Und verließ dann wortlos den Raum. Da ich immernoch auf dem (ungemütlichen) Boden lag, trommelte ich nun mit den Fäusten auf dem Boden herum. Einfach nur so, um ein paar Schlaglöcher reinzubringen.

SoulSister Offline

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24.05.2010 18:27
#10 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Der Teil heute ist kürzer & ich hatte auch schon den nächsten Teil abgetippt um ihn noch anzufügen, so gefällt es mir aber irgendwie besser.
Hoffe ihr könnt damit leben, dass eine bestimmte Person wieder auftaucht?
Viel Spaß beim lesen & liebe Grüße,
Annabelle


3x10

Was hatte der Besuch mir also gebracht? Außer ein paar blauen Flecken sichtlich wenig. Oder doch, wenn man bedachte, dass Marc jetzt was zu lachen hatte, wenn er dieser Mitzi erzählte, was geschehen war.
Um doch nicht mit leeren Händen zu gehen war ich Mehdi gefolgt, der mir wieder Willen verraten hat, wo der Impfstoff war (Abgesehen davon hatte er mich noch gefragt ob ich wüsste, wie viel Kalorien eine Tafel Schokolade haben, ich sei schließlich die Expertin dafür. Hab ihn darauf einfach stehen gelassen, versteht sich).
Zum Labor, in dem der Impfstoff lagerte, musste ich mit dem Aufzug fahren, weil Treppen jetzt gerade gar nicht passten. Wahrscheinlich hatte ich wegen der ganzen Aktion so viele Knochenbrüche, dass ich nie mehr laufen können wurde – Hatte ich geglaubt, irgendwie konnte ich schließlich doch durch die Gegend laufen. Trozdem, den Aufzug ließ ich mir nicht entgehen.
Schnell hatte ich den Impfstoff gefunden, der in großen Mengen gelagert wurde. Unsicher nahm ich mir ein Fläschen mit dem Stoff und eine Spritze. Es blieb mir nur zu hoffen, dass ich mir selber nicht weh tun würde, sonst könnte es zu einem phänomenalen Ausbruch meiner Gefühle kommen. Es benötigte nur noch wenig dazu…
Gerade hatte ich den Stoff in die Spritze gefüllt, als mein Piepser losging. Jemand rief mich ins Schwesternzimmer, es schien jedoch sehr eilig.
Länger wollte ich aber nicht auf eine Impfung warten, deshalb spritze ich mir den Stoff eilig und machte mich auf den Weg nach oben (Hätte es keinen Notfall gegeben, hätte ich wahrscheinlich noch einige Stunden hier unten verbracht und überlegt, ob ich gleich sterben würde wenn ich mir den Stoff spritze, weil ich mich mit der Spritze ja schwer verletzen konnte).
„Was ist los Sabine?“ Etwas außer Atem, weil ich die Treppe hatten nehmen müssen, kam ich im Schwesternzimmer an. „Frau Doktor, da sind sie ja! Sie haben Besuch.“ Die Blonde rauschte im selben Moment aus dem Raum und ich bemerkte die andere Person. „Gigi?“ Verwirrt nahm ich meine Freundin in den Arm, die gestern spurlos verschwunden war. „Wo warst du plötzlich?“ Sie schaute mich nur durch ihre Brillengläser nur kurz an, dann zog sie mich am Arm hinaus, was wohl bedeutete, es gab etwas dringendes zu besprechen.
Draußen angekommen setzten wir uns auf eine Bank, sie hatte bis hier her immernoch geschwiegen. „Also, wo warst du gestern, hm?“ Nun sah sie mich endlich wieder an. „Ach, ich habe kurz einen Abstecher nach Berlin gemacht, ich brauchte etwas Abstand. Und du hattest ja genug um die Ohren, nicht?“ Sie lächelte mir fröhlich zu, was mich noch mehr irritierte. Sie war gleich nach meiner Hochzeit nach Berlin, ohne sich Sorgen um alles andere zu machen? Gut, sollte mir egal sein, hatte genug Probleme für eine Person.
„Und, wie geht’s dir so?“, fragte sie schließlich, nachdem wir beide verlegen geschwiegen hatten. Seit dem ‚Vorfall‘ mit Marc war ich ihr gegenüber immernoch etwas misstrauisch. Schlimm genug, dass sowas passiert war… Wir standen beide plötzlich zeitgleich von der Bank auf und Gigi begann nervös zu kichern. Ich schwieg weiter, weil ich erst eine Entschuldigung wegen der Sache mit Marc haben wollte, vorher sagte ich nichts. Auf sie zukommen wollte ich auch nicht, hatte sie davon, wenn sie mit ihm schlief.
„Wie es einem eben geht…“, murmelte ich leise, nachdem sie weiter schwieg. Und weil wir Frauen so waren, begann ich alle Probleme die ich im Moment hatte zu erzählen – Abgesehen von der Sache mit Marc. „Du hast einfach nur Pech.“, kommentierte sie meinen Vortrag und sah mich mitfühlend an. Wir waren mittlerweile zum zehnten Mal die gleiche Runde gegangen und mir war immer schlechter geworden, als mir meine ganzen Probleme bewusst wurden. Außerdem war Gigi nicht gerade die Person, die mir in den letzten Tagen als beste Freundin erschienen war, obwohl sie es eigentlich immer gewesen war.
„Aber Gretchen? Eigentlich wollte ich dir was ganz anderes sagen.“ Ich warf ihr einen kurzen Seitenblick zu. War sie schwanger von Marc? Wollte sie wissen, ob er solo war? Gut, eine mögliche Freundin war kein Hindernis, der nahm sich doch was er bekommen konnte. „Also, dass mit Marc und mir war-…“ Sie brach mitten im Satz ab, als ich mir die Hand schnell auf den Bauch presste und zu schwanken begann. Erde an Gretchen, Erde an Gretchen, stehen bleiben! Doch mein Körper spielte nicht mir. Vor meinen Augen verschwamm Gigis Gesicht und um mich herum wurder es dunkel, während ich den harten Boden spürte, auf dem ich landete.

SoulSister Offline

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25.05.2010 19:36
#11 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, heute gibts was zu feiern, habe nämlich endlich einen funktionierenden USB Stick, den ich auch gleich mal benutzt habe und jetzt nicht mehr alle Teile abtippen muss. Zur Feier des Tages gibt es gleich 2 Teile, die euch hoffentlich gefallen. :)
Übrigens: Da ich irgendwie kaum Zucker eingebaut habe, habe ich gestern Abend einen Teil geschrieben, der was für Zuckerarme sein wird - Nur wer da Gretchen küsst verrate ich nicht. ;)


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„Hasenzahn? Hasenzahn!“ Marcs Stimme rüttelte mich von irgendwo her wach. Noch immer war meine Welt ganz verschwommen, aber ich konnte die Augen wenigstens wieder öffnen.
„Hm…?“, murmelte ich benommen und versuchte, mich gerade hinzusetzen. Jedoch wurde ich gleich wieder in das gemütliche Bett, in dem ich lag, gepresst und musste den Mund halten. „Werte stabil, anscheinend nur kurzer Ohnmachtsanfall.“ Marc machte sich kurz Notizen auf einem Blatt, dann wanderte sein Blick zu Gigi und er murmelte irgendwas von ‚Da wär’ ich auch umgekippt’. „Gretchen!“ Meine Freundin stürmte auf mich zu und setzte sich neben mir auf mein Bett. „Was war denn mit dir los?“ Ich verstand noch nicht ganz, wo sie plötzlich herkam, deshalb warf ich verwirrte Blicke zu Marc, der sich in die hintere Ecke des Raums gesetzt hatte und über einer Mappe hockte, die er eingehend studierte.
Plötzlich viel es mir wieder ein. Gigi und ich hatten draußen zusammen gesprochen, als ich umgekippt war. Gerade hatte sie mir etwas über die Sache sagen wollen… „Marc, kannst du mal kurz gehen?“ Sein Blick richtete sich langsam zu mir auf, es war ein fragender, verwirrter Blick, doch dann verlies er Wortlos den Raum, nicht ohne Gigi vorher einen angeekelten Blick zugeworfen zu haben.
„Du wolltest mir was über dich und Marc erzählen?“, begann ich, worauf Gigi ausweichend zu Boden sah. „Du könntest mir erstmal danken. Ich habe dich schließlich hertragen müssen, was nicht gerade einfach war. Zum Glück wurde mir schnell geholfen, wir wollen ja nicht wissen, was gewesen wäre wenn-…“ „Gigi!“ Ich unterbrach sie schnell und lies meinen Kopf nur noch tiefer im Kissen versinken. Gut, dass Marc nicht hier war.
„Was wolltest du mir sagen?“ Nun sah sie mich wieder an. „Also, was auch immer ich dir jetzt sage, ich habe es nur zu deinem besten getan, klar?“ Verwirrt sah ich sie an. „Was?“, fragte ich leise und sank so tief in mein Kissen, dass ich am liebsten gleich ganz weg gewesen wäre. „Du hattest es in deinem Leben immer so schwer, bist immer den härteren Weg gegangen. Ich wollte dir nur ein Mal das Glück gönnen, dass du verdient hast. Also das mit Marc-…“ Wir wurden wieder unterbrochen, diesmal durch meine Mutter mit Alexis im Schlepptau, die eilig in den Raum gestürmt kamen. Gigi sprang erschrocken auf und auch ich war durch die erneute Unterbrechung verwirrt. „Sternchen!“ Alexis setzte sich dort auf mein Bett, wo eben noch Gigi gesessen hatte und meine Mutter nahm meine Hand, um sie eingehend zu tätscheln. „Was machst du denn für Sachen, Margarethe?“ Zu allem Überfluss kam nun auch Marc wieder in den Raum. Seine Blicke sprachen mehr als tausend Worte, denn er warf sowohl Gigi als auch Alexis keine freundlichen Blicke zu. „Ich gehe dann besser. Ruf.. Ruf mich an Gretchen.“ Toll. Erfuhr ich also erst mal nicht, was nun wirklich los war. Überhaupt, warum war ich eigentlich zusammen gebrochen?
„Du kommst jetzt erst mal mit nach Hause, Sternchen. Da kannst du dich schön entspannen.“ Doch statt meinem Ehemann gleich zuzustimmen, sah ich zu Marc, der eingehend die Spritze betrachtete, die ich in meine Manteltasche gesteckt hatte, bevor ich hoch zum Schwesternzimmer gegangen war. Durfte ich überhaupt gehen? Alexis, erst recht nicht meine Mutter sollten hören, warum ich umgekippt war. Wenn es nämlich an dem gespritzten Stoff lag, würde meine Mutter gleich wieder in Panik ausbrechen und Alexis wäre sicher auch nicht begeistert. Ich sah die beiden kurz an, dann Marc. „Könnt ihr mal kurz gehen?“ Alle sahen mich an und warfen mir gleichzeitig verwirrte Blicke zu. „Ihr beide.“ Ich deutete genervt auf meine Mutter und Alexis. „Aber was hast du denn, Margarethe?“, fragte meine Mutter verwirrt und richtete sich nur widerwillig auf. „Dein Vater wartet doch auf dich…“ Mist. Denn hatte ich ganz vergessen. Alexis hingegen bewegte sich erst gar nicht. „Ich lasse dich nicht mit diesem… Typen alleine.“ Nun schaute Marc ihn an und warf ihm einen ungläubigen Blick zu. „Ey, sie passen jetzt mal auf was sie sagen, sie neureiches Schwein. Solche wie sie-…“ „Marc, Alexis!“ Beide schauten nun zu mir. „Du gehst jetzt raus, sofort!“ „Wer?“, fragten beiden im Chor und sahen mich fragend an. „Na immer noch du, Alexis. Bitte?“ Ich sah ihn flehend an. „Ich komme doch auch gleich nach.“ Er seufzte schwer, feuerte Marc gehässige Blicke zu und schnappte sich dann meine verwirrte Mutter, sodass Marc und ich alleine waren. „Warum bin ich zusammengebrochen?“ Sein Blick wanderte zu mir und er blieb einen Moment Still. „Zu viel psychischer Stress.“ Wieder einen Moment Stille. Und jetzt hätte ich am liebsten wieder geweint. Und tatsächlich, mir lief eine Träne an der Wange hinunter, weil wie sooft in den letzten Stunden der Punkt gekommen war, an dem ich weinen musste. „Hasenzahn, bitte…“, nuschelte Marc genervt und trat einen Schritt näher an mein Bett heran. Ich begann nur noch mehr zu weinen, was meinen Oberarzt anscheinend an die Grenzen seiner Nerven brachte. „Hasenz-… Gretchen.” Er setzte sich langsam auf mein Bett, während ich wieder im Kissen versank. „Marc, du bist wirklich nicht die Person, die mich trösten kann.“ Er warf mir einen Blick zu, der mich nur noch mehr weinen lies. Zeigte Marc Meier gerade ehrliches Mitgefühl und Verständnis, oder war er in Gedanken bei seiner Mitzi? Egal welche der beiden Tatsache es war, jede der beiden brachte mich zum weinen. „Nein, der bin ich wohl wirklich nicht.“ Marc richtete sich langsam wieder auf und ging zur Tür. „Deine Werte sind stabil, du kannst ruhig wieder gehen. Spritz dir in Zukunft aber lieber keine Überdosis mehr, die war nämlich auch nicht gerade ganz ohne.“ Mit diesen Worten wollte er den Raum verlassen, als er sich plötzlich wieder umdrehte. „Ich hoffe, du weißt was du tust, Gretchen.“

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Nachdem er den Raum verlassen hatte, war mir die Idee gekommen, dass es nicht nur Zeit für sehr viel Schokolade, sonder auch für mein neues Ich, dass Starke Ich sein würde. Seine Worte hatten mich nicht nur aufgewühlt, sondern auch verwirrt. Was war denn los mit ihm? Im ersten Moment war er so abweisend wie immer zu mir, im nächsten zeigte er mir, dass er nicht nur hart sein konnte? Dieser Mann trieb mich in den Wahnsinn, aber ich war ihm auch dankbar dafür. Jetzt hatte ich wenigstens einen Ansporn gefunden, nicht ständig rumzuheulen. Ich wollte ja nicht als die Krankenhaus Heulsuse enden, war schon schlimm genug, dass ich als Schokoladensüchtig durchging (Entsprach der Wahrheit, aber musste ja nicht jeder wissen…). Und natürlich musste ich, was ich tat. Ich war schließlich mit einem Plan in die Sache gestartet, auch wenn der Plan von der perfekten Hochzeit geplatzt war. Trotzdem verunsicherten mich seine Worte (Hätte nie gedacht, dass Marc Meier etwas so tiefgründiges sagen konnte).
Obwohl mein Kopf immer noch dröhnte, richtete ich mich auf und verlies das Zimmer etwas planlos. Zum Glück fing mich Alexis vor der Tür ab, er warf mir jedoch keine begeisterten Blicke zu. „Nein Alexis, wir sind nicht übereinander hergefallen und hatten wilden Sex, während du vor der Tür gewartet hast.“ Er schnaubte nur kurz auf und folgte mir dann. „Deine Mutter hat gesagt, du sollst noch mal bei deinem Vater vorbeischauen.“ Stimmt immer noch, den hatte ich ganz vergessen. „Wartest du auf mich?“ Ich blieb stehen und drehte mich zu ihm um. Er nahm meine Hände und schaute mir einen Moment in die Augen. „Selbstverständlich.“ Dann gab er mir einen Kuss, der mir zum ersten Mal heute das Gefühl gab, das die Welt sich wieder drehte, dann ließen wir voneinander und ich ging, um meinen Vater zu besuchen.

Während allgemeine Hektik ausbrach, weil gerade ein neuer Patient eingeliefert wurde, sahs Sabine Vögler mit einem Dr. Rogelt Roman an ihrem Platz im Schwesternzimmer und studierte die Seiten eingehend, darauf bedacht, sich kein Wort entgehen zu lassen. Als sie an der Stelle angelangt war, in der Doktor Rogelt sich das Bein amputieren musste, wenn nicht gleich Hilfe kam, hielt sie die Luft an und ihre Hände begannen zu zittern.
„Haben sie wieder einen Anfall oder was?“ Schwester Gabi unterbrach die atemlose Spannung im verlassenen Schwesternzimmer. Sabine schreckte hoch und sah die Braunhaarige Schwester entsetzt an. „Aber… Doktor Rogelt darf nicht…“ Gabi kniff die Augen zusammen und gab ein genervtes Stöhnen von sich. „Ich hoffe, irgendwann krepiert dieser Doktor Rogelt.“ Wieder warf Sabine der anderen Krankenschwester entesetzte Blicke zu. „Aber Schwester Gabi, sie haben doch keine Ahnung. Ein solcher Mann wie der Doktor Rogelt, mit einer solch geballten Männlichkeit-…“ „Ist ja gut Sabine!“, herrschte die Braunhaarige Sabine an und warf ihr einen zornigen Blick zu. „Ich hoffe für sie, irgendwann wird in ihrem Kopf mal wieder ein bisschen Klarheit herrschen, sie Irre.“
Sabine senkte den Blick gekränkt und richtete ihren Blick wieder auf das Buch. Schwester Gabi verlies den Raum im selben Moment, was bei der Blonden Krankenschwester für Erleichterung sorgte.
Im nächsten Moment jedoch wurde sie wieder unterbrochen, diesmal von Frau Doktor Hassmann, die mit einem Apfel in der Hand das Schwesternzimmer stürmte und es sich auf einem Stuhl am Tisch bequem machte. „Na, lesen sie wieder einen dieser Schundromane?“ Sabines Blick richtete sich wieder auf. „Nein Frau Doktor, ich lese keinen dieser Schundromane, sondern Band 28 der Dr. Rogelt Reihe. In diesem Band muss der Doktor Rogelt sich-…“ Frau Dr. Hassmann warf der Krankenschwester einen irritierten Blick zu und machte dieser klar, dass es jetzt besser war zu schweigen. „Sie sollten sich besser mit realen Männern beschäftigen. Haben sie schon von dem neuen Mann gehört, der unser Team bald bereichern wird? Er soll richtig gut aussehen. Günther oder so war sein Name.“

„Papa?“ Ich öffnete die Zimmertür langsam und trat ein. „Kälbchen!“ Mein Vater begrüßte mich mit etwas brüchiger Stimme, aber in guter Verfassung. Wir begannen darüber zu reden, was alles geschehen war, während er hier gelegen hatte, dann musste ich mir eine Strafpredigt anhören, weil ich wahrscheinlich mal wieder so viel gegessen hatte, dass mein Körper nicht mehr mitkam und ich deshalb zusammengebrochen war (Was er auch meiner Mutter als Grund genannt hatte. Jetzt durfte ich bestimmt nur noch Salat essen…). Die wahren Gründe verschwieg ich, wollte schließlich nicht, dass man mich in die Klapse einlieferte.
Dann verabschiedeten wir uns wieder und ich musste ihm versprechen, in den nächsten Tagen keine Schokolade mehr anzurühren, obwohl ich mir nicht ganz sicher war, dieses Versprechen einhalten zu können, Schokolade war nämlich mein Grundnahrungsmittel und ohne das kann ja bekanntlich keiner überleben.
Vor dem Zimmer wartete Alexis auf mich, der mir sogleich einen langen Kuss gab (Der nach Kaviar schmeckte, Köstlich!) und mich dann fast zum Auto trug, weil ich in seinen Augen zu schwach war, mich überhaupt bewegen zu können. Meine Mutter war nicht mehr aufgetaucht, wahrscheinlich hatte sie vor sich wieder um meinen Vater zu kümmern.

Gang im Gegenteil, Bärbel Haase zog es vor, sich um etwas anderes zu kümmern: Um ihre wohlverdiente Rente.
Die Hanfplantage war in den letzten Tagen nicht gut umsorgt worden, weil alle im Stress gewesen waren und jetzt war auch noch einer ihrer Chefs, der Herr Knechtelsdorfer, an dem Virus erkrankt.
Um sich trotzdem nicht nachsagen zu lassen, sie würde nicht gut arbeiten, suchte Bärbel Haase die Hanfplantage wieder auf, beruhigt darüber, dass ihr Mann seelenruhig schlief.
Es war ja nicht so, dass sie es ihm verschweigen wollte, irgendwann, wenn die beiden uralt waren, würde sie damit rausrücken.
„Mamma Mia, here I go again!” Ihre Stimme hallte durch den großen Raum, in dem Hanfpflanzen in ihrer vollen Blüte wuchsen, jedoch wussten nur drei Leute von ihnen.
Jedoch sollte dies sich bald ändern…

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26.05.2010 19:23
#12 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Da ich wenig Zeit habe, fasse ich mich kurz: Ich werde natürlich nicht verraten, wer die Hanfplantage entdeckt oder ob da was zwischen Marc und Mitzi war, erst recht nicht, ob und wann es mal was zwischen Martchen läuft, ihr müsst euch einfach überraschen lassen, es wird alles noch geklärt. ;)
Heute geht es mit einem ganz anderen Geheimnis weiter, dem Gretchen auf die Schliche kommt...
Viel Spaß & vielen lieben Dank für die Kommentare!


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„Und du bist sicher, dass du dich nur hinlegen willst?“ „Ja, dass habe ich dir doch jetzt schon ein paar mal gesagt, oder?“ Mein Ehemann half mir vorsichtig aus dem Auto. Wollte er verhindern, dass ich gleich tot umkippte? „Es geht mir wirklich wieder besser.“ „Du siehst aber eher aus, als-…“ „Gut Alexis, da müssen wir jetzt nicht weiter drauf eingehen, ja?“ Ich wusste wie ich aussah: Schrecklich. Ich hatte immer noch den Jogginganzug an, der mich so unglaublich fett erscheinen ließ und im Gesicht war ich kreidebleich.
Er schnaubte nur und murmelte irgendwas von ‚Frauen..’, als seine Schwester uns entgegen kam. „Hallo Lissy..“, begrüßte ich sie leise, jedoch warf die uns beiden nur einen verwirrten Blick zu. „Machst du jetzt mit meinem Bruder Wetttrinken oder warum siehst du genau so scheiße aus wie er nach acht Flaschen Wodka?“ Ihre Art nahm ich ihr schon lange nicht mehr übel, sie hatte was von ihrem Bruder, also musste ich mich wohl damit abfinden.
„Nein Lissy, sie hat kein Wetttrinken mit mir gemacht, würde sie sowieso verlieren.“ Während seine Schwester genervt in ihr Auto stiegt, schnaubte ich empört. „Na hör mal, ich kann.. Also wenn ich will, kann ich so einiges.“ Ich drehte mich zu ihm um und warf ihr selbstsichere Blicke zu. Jetzt war der erste Zeitpunkt, mein total sicheres Ich zu zeigen. „Sicher. Du bist ja schon nach einer Halben Flasche Bier besoffen, du verträgst nicht viel.“ „Also bitte Alexis, jetzt werd bitte nicht frech, wir wissen doch beide, dass ich mehr vertrage, also auf jeden Fall vertrage ich es besser als du.“ „Man sieht ja, wo es hinführt, wenn du zu viel trinkst..“ „Ich habe nichts getrunken!“, beteuerte ich meine Unschuld und stampfte mit dem Fuß auf. Der war doch echt zu gut! Ich und besoffen? Also bitte. War nur auf Schokoladenentzug, mehr nicht.
„Jetzt leg dich erst mal hin und schlaf deinen… Rausch aus.“, sagte er provozierend und grinste mich unverschämt süß an. „Ja, wir werden sehen was passiert, wenn ich erst mal wieder fit bin, dann hast du aber nichts mehr zu lachen.“ Während der Drohung begannen wir beide zu kichern, was dafür sorgte, dass er mich auf den Arm nahm und auf die Wohnzimmercouch, von der er gestern Abend gefallen war, legte.
„Ruh du dich aus, ich werde dir so lange-…“ „Sohn, hoch mit dir!“ Die strenge Stimme seiner Mutter hallte durch die ganze Wohnung. Fast schon entsetzt richtete Alexis sich auf und schien einen Moment nachzudenken. „Ja… Mutter. Ich komme!“ Ich sah ihn mitfühlend an. „Es ist sicher nicht leicht, eine solche Mutter zu haben, oder?“ Er sah mich kurz erschrocken an, dann entspannte er sich. „Nein, es ist wirklich nicht leicht, so eine Mutter zu haben.“
Er verabschiedete sich von mir mit einem Kuss, dann eilte er die Treppen nach oben. Es war sicher anstrengend sich jeden Tag um sie kümmern zu müssen, da seine Mutter eine Menge Pflege benötigte…

Wieder erwarten fand Alexis von Buren seine Mutter nicht in ihrem Schlafzimmer, sondern im Badezimmer vor, wo sie mit einem Bademantel bekleidet auf ihn wartete. In der Badewanne war ein heißes Bad eingelassen, überall lagen Rosenblätter und es standen Kerzen auf dem Boden. Im Hintergrund dudelte Musik aus den späten 30’ern, die die Situation wie einen einzigen, schlechten Scherz wirken ließen.
„Na endlich. Deine Frau kommt mir auch ständig in den Weg, aber wenn sie jetzt schläft, soll es mir nur recht sein.“ Die alte Dame sah zu ihrem vermeintlichen Sohn und begann zu lachen. „So entsetzt? Die Bedingungen waren doch klar, oder?“ „Ja nun hören sie mal, sie können hier doch nicht…“ Alexis deutete mit zitternder Hand auf die Rosenblätter, die Kerzen und das eingelassene Schaumbad in der Wanne. „Ich stelle ihnen die Frage noch einmal: Was wollen sie denn?“ Er sah sie fast flehend an. Denn was jetzt folgen würde, hatte er sich nicht mal in seinen wildesten Träumen vorgestellt. „Nun komm Bursche, stell dich nicht so an. Wenn du mein Sohn sein willst, dann musst du deinen Job auch gut machen.“ Sie lief auf die Badewanne zu, doch genau in diesem Moment wollte Alexis die Flucht ergreifen. Einfach nur… Weg. Doch Frau von Buren war schneller, denn sie schloss die Tür ab, genau in dem Moment, als Alexis sie öffnen wollte. „Du wirst mir schön hier bleiben, verstanden?“ Er warf ihr einen sichtlich geschockten Blick zu. Wen hatte er da nur am Hals?

Nur ein Stockwerk tiefer lag ich auf der Couch, aber ich konnte einfach nicht einschlafen. War es der Heißhunger auf Schokolade, meinen Ehemann, den ich vermisste (Ja, stand unter Liebesentzug. Konnte dringen ein paar Küsse mehr gebrauchen) oder einfach nur die Ruhe nach dem Sturm? Schließlich war ich zusammengebrochen, war ja nur verständlich, dass ich mich komisch fühlte. Glaube ich.
Trotzdem, was zu trinken durfte es noch sein, bevor ich schlafen ging, auch wenn ich nicht damit rechnete, Schlaf zu finden.
Langsam richtete ich mich auf, was sich gleich mit einem stechenden Schmerz im Kopf bezahlt machte. Auch meine Beine fühlten sich wie abgehakt an, jetzt machte sich der Kampf mit Mehdi nur noch stärker bezahlt.
Vorsichtig lief ich in die Küche, um mir ein Glas Wasser einzuschenken, allerdings fand ich nur Champagner. Musste hier auch alles auf Luxus getrimmt sein? Ein bisschen einfaches Wasser würde dem Herrn Millionär auch nicht schaden (Aber jetzt, wo ich Frau Millionär war, machte es mir herzlich wenig aus, ich war ja schließlich jetzt auch dafür da, um das Geld auszugeben. Okay, natürlich wollte ich unser Geld nicht einfach so ausgeben. Ich hatte geplant, dass wir uns erst eine Villa auf Mallorca kaufen würden, natürlich mit genügend Zimmern für alle unsere vielen Kinder.).
Also nahm ich mir ein Glas und füllte es mit Leitungswasser. Wenn Alexis raus bekam, dass ich was von dem Champagner getrunken hätte, würde er mich doch für betrunken erklären, also lies ich lieber die Finger davon. Sowieso war jetzt nicht gerade der Zeitpunkt, um sich zu betrinken.
Vorsichtig lief ich mit dem Glas wieder rüber zum Wohnzimmer, in der Eingangshalle, die ich durchqueren musste, wollte ich zurück, stolperte ich jedoch, wie sooft (Es liegt nicht an mir! Der Teppich hat was gegen mich. Basta.) über den teuren Kaschmirteppich, den Alexis so sehr liebte und den ich deshalb nicht auch verbrennen konnte, was ich eigentlich zu gerne tun würde.
Ich schrie leise auf und suchte nach Halt – Gott sein Dank stand da noch diese alte Statue, die ich eigentlich ziemlich hässlich fand, von der Alexis sicher aber nicht trennen wollte.
Obwohl fast das ganze Wasser verschüttet war, war ich erleichtert nicht hingefallen zu sein, denn ansonsten wäre es wahrscheinlich zu meinem nächsten Nervlichen Zusammenbruch gekommen. Wie hätte es ausgesehen, wenn ich da auf dem Boden gelegen hätte und mich wahrscheinlich nie einer gefunden hätte (Okay, die Eingangshalle ist jetzt nicht gerade der Ort, an dem mich keiner finden dürfte, aber ein bisschen ausmalen darf man sich die Situation doch, oder?), abgesehen von meinem Retter… Bleibt nur offen, wer das sein sollte. Warum dachte ich nicht sofort an Alexis…?
Schon wollte ich mich wieder auf die Couch legen, als mir auffiel, dass sich etwas verändert hatte. Und tatsächlich, es hatte sich hinter mir eine Tür geöffnet. Was? Hinter mir hatte sich eine Tür geöffnet? Ich begann verwirrt zu lachen. Mal wieder Erde an Gretchen, jetzt kommen auch noch Halluzinationen dazu! Etwas verwirrt und unsicher ging ich auf den neuen Gang zu, der sich scheinbar vor meiner Nase geöffnet hatte, auch wenn ich fest damit rechnete, gleich gegen eine Wand zu laufen, weil ich mich den Gang nur einbildete.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


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27.05.2010 19:36
#13 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, weil ich heute die schrecklichste Physikarbeit meines Lebens geschrieben habe kommen jetzt einfach mal zwei Teile - Und weil sie zu kurz waren, was ich eigentlich immer verhindern will. Egal, weiter gehts, ich hoffe euch gefällts & ganz lieben Dank für die Kommentare! Ich muss euch nicht mehr sagen, wie sehr ich mich über welche freue? :)

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Nein, ich lief gegen keine Wand, auch wenn ich darüber mehr als überrascht war. In dem kleinen, engen Gang, in den ich kam war alles voller Spinnweben und es war ziemlich dunkel. Seit wann hatten wir einen zweiten Keller (Neben dem ersten, der so groß war wie ein halbes Fußballfeld)? Unsicher betrat ich den Gang und tastete mich mit den Händen an der Wand nach vorne. Nach nur wenigen Meter, die ich in de Gang gelaufen war, viel hinter mir plötzlich die Tür zu. Erschrocken drehte ich mich zu dieser um (Und ja, ich war nicht so dick, dass ich mich in dem Gang nicht hätte bewegen können…) und trommelte gegen die kühle Wand. Steckte ich gerade im geheimen Keller meines Mannes fest, der voller Spinnweben war? Ich konnte es kaum glauben.
Hilflos schrie ich nach ihm, aber mich würde keiner hören, dass wusste ich schon vorher. So war es nämlich auch immer in den ganzen Krimis. Das Opfer kam nicht mehr raus, egal wie laut es schrie. Gut, jetzt musste ich eben Ruhe bewahren (Puls ungefähr bei 120, Atem unkontrolliert, panische Angst vor möglicher Spinnenattacke – Hilfe!). War leichter gesagt als getan, denn als ich dem Gang etwas weiter folge, in der Hoffnung, vielleicht irgendwo eine Tür zu finden, durch die ich wieder raus kam, entdeckte ich, - Kaum zu glauben, so geschrieen habe ich noch nie-, ein Skelett! Es lehnte an der Wand und sah täuschend echt aus. Im selben Moment hatte ich ungefähr zehn Schreikrämpfe hintereinander und hoffte, mich würde noch jemand, abgesehen von Skelett und Spinnen, hören. War dann auch so, leider handelte es sich dabei um aufgeschreckte Mäuse, die um meine Füße herum liefen.
Okay, jetzt hatte ich allen Grund zu schreien, gegebenenfalls auch, um zu weinen, sollten noch mehr Mäuse auftauchen. Frauen hatten diese Veranlagung, zu weinen, wenn es nichts brachte, also hatte ich ja wohl volles Recht darauf.
Da mir kein besserer Plan mehr einfiel als zu schreien & zu weinen, sah ich mich genauer um (Hatte bis jetzt die Augen zusammengekniffen, um mögliche Spinnen vor meinen Augen nicht sehen zu müssen). Schräg neben mir, an der gegenüberliegenden Wand waren zwei Schlitze in der Wand. Vorsichtig stellte ich mich vor diese – Und hatte einen perfekten Blick in unser Wohnzimmer (Da lag eine Tafel Schokolade auf dem Tisch!). Hing nicht genau an der Stelle ein Bild? Für einen Moment hielt ich die Luft an. Das hier war besser als in jedem Tatort Film! Leider war ich das Opfer und im Normalfall bedeutete das, dass ich sterben musste. Na ja.
Unsicher griff ich in meine Hosentasche und griff nicht ganz ins Leere – Mein Handy. Ich war richtig froh, dieses Teil bei mir zu haben, das ich von Alexis bekommen hatte. Wenn ich die ganzen blinkenden Anzeigen richtig verstand, war der Empfang zwar schlecht, aber ich könnte es versuchen. Gut, fragt sich nur, wen ich anrufen sollte. Alexis hatte sein Handy fast nie dabei, nur ein Geschäftshandy, aber die Nummer hatte ich nicht. Wenn ich hier zuhause anrief, würde es wohl das Beste sein.

Das Telefon klingelte laut, doch Alexis von Buren konnte nicht abnehmen, denn er wurde gerade von seiner vermeintlichen Mutter im Bad eingesperrt. „Es ist noch schön warm, also beeil dich.“, sagte Frau von Buren und deutete auf die Badewanne. „Wie heißt du eigentlich wirklich?“ „Ich werde schweigen.“, kommentierte Alexis ihre Frage und stellte sich stur. Er würde hier ganz sicher nicht mit einer alten Oma in die Badewanne hüpfen.
„Stell dich nicht so an!“ Schon kam sie auf ihn zugelaufen, noch während sie ihren Bademantel langsam aufknüpfte. „Oh nein, sie-…“ Er brach ab, während er schnell nach seinem Deo griff, dass gerade in der Nähe stand. „Ich warne sie, ich habe Männerdeo!“

Toll. Was war denn los? Hatte er nicht eigentlich nur nach seiner Mutter sehen wollen? Gut, wenn es so nicht klappte, hatte ich nicht mehr viel Auswahl. Es gab also nur eine Person, die jetzt noch Retter spielen konnte, auch wenn ich mir selber sagte, dass er wohl der schlechteste Retter war, den es gab: Marc Meier.

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Aufgeregt wählte ich seine Nummer. Er nahm sofort ab und ich war so erleichtert seine Stimme zu hören wie selten zuvor. „Meier?“ „Oh Gott Marc, du kannst dir nicht vorstellen wie froh ich bin, dich zu hören!“, seufzte ich zufrieden.

Marc Meier sahs gerade in seinem Büro, hockte über langweiligen Akten und aß einen Apel, als sein Handy klingelte. Wenn seine Mutter dran war, war er gerade nicht da. Jetzt hatte er nicht wirklich Lust, mit ihr über den neuen Doktor Rogelt zu reden.
Ganz im Gegenteil war es Gretchen, die anrief. „Oh Gott… Kannst dir nicht vorstellen…“ Gretchen stöhnte fast in den Hörer, so hörte es sich zumindest an und bei Dr. Meier sorgte es für Verwunderung. „Äh, Hasenzahn, warum stöhnst du gerade ins Telefon?“

Ich schaute die Wand verwirrt an. „Ich stöhne doch nicht ins Telefon, Marc!? Aber ich treibe mich hier gerade in einem geheimen Keller im Haus von Alexis rum. Das ist echt unglaublich… Ich muss hier wirklich schnell raus, ich komme alleine nicht mehr weg. Kannst du vorbeikommen?“

„Ich stöhne… Marc! … Ich treibe.. in einem geheimen Keller.. Alexis. Unglaublich… Schnell raus.. Ich komme.. Kannst du… Kommen?“ Fast hätte er sich an seinem Apfel verschluckt. Was war das gerade? Er hustete verwirrt und musste erst zweimal darüber nachdenken, was sie gerade gesagt hatte.
„Hasenzahn, was soll das? Muss ich mir jetzt anhören wie-…“ Er brach angewidert ab.

„Marc, bitte! Hier sind überall Ratten, ganz große, ich bräuchte dich wirklich…“ Ich schrie fast in mein Handy, da ich keine Ahnung hatte, was Marc hatte. Verstand er nicht, dass ich jetzt ganz dringen Hilfe brauchte, weil ich sonst wahrscheinlich hier unten sterben musste? Männer konnten mal mehr Einsatz zeigen, besonders wenn es um Frauenleben ging.

„Marc-…“ Der Oberarzt legte irritiert und auch etwas geschockt auf, aß seinen Apfel zu Ende und verlies dann sein Büro. Natürlich nicht, ohne vorher den Beschluss zu fassen, diesen Alexis umso mehr zu hassen.

Plötzlich war nichts mehr zu hören und egal wie laut ich Marcs Namen in mein Handy brüllte, er schien aufgelegt zu haben. Was sollte das? Nahm er mich nicht ernst? Also wenn ich hier lebend rauskommen sollte, würde ich ihm erst mal die Meinung sagen. Er konnte mich ja nicht einfach alleine hier sterben lassen, während Ratten um meine Füße herum liefen und ich hunderte Spinnen im Haar sitzen hatte.
Um das ganze noch auf die Spitze zu treiben, schaltete sich nun auch mein Handy aus. Konnte ja nicht wahr sein, der Akku war leer! Am liebsten hätte ich es diesem komischen Skelett an den Kopf gepfeffert, aber ich wollte die Toten ruhen lassen, auch wenn es nur ein unechtes Skelett war (Davon ging ich aus. Klar, wieso sollte mein Mann auch ein echtes Skelett im Keller haben? Warum er überhaupt eins hatte, interessierte mich jedoch viel mehr…).
Da der Gang an der Stelle, an der das Skelett lag zu enden schien, drehte ich mich langsam wieder um und warf einen weiteren Blick durch das Bild im Wohnzimmer. Es sah alles noch aus wie eben, Alexis schien noch oben zu sein.
Also tastete ich mich weiter an der Wand entlang, was meine Rettung wurde: Irgendwo an der Wand musste es einen Schalter geben, den ich soeben betätigt hatte. Mit einem lauten Knarren öffnete sich die Tür vor meinen Augen und ich sprang aus dem Gang als gäbe es nichts schöneres, als schreiend durch unsere Eingangshalle zu hüpfen.

Zeitgleich hatte Alexis von Buren einen harten Kampf auszuführen. Frau von Buren lies sich anscheinend nicht von Männerdeo beirren und kam ihm gefährlich nahe, egal wie viel er ihr ins Gesicht sprühte. Auch der Gedanke, dass sie nachher riechen würde wie eine Horde männlicher Unterwäschemodels aus der Werbung, schien ihr nicht viel auszumachen.
„Jetzt… Lassen sie mich!“ „Ich kann Karate, mein Freund!“ Frau von Buren schien trotz ihres
Alters nicht daran zu denken, sich geschlagen zu geben.
„Ich aber auch, also wenn ich will… Könnte ich jetzt… Alle ihre Knochen brechen, wissen sie das?“ Die alte Frau begann zu lachen und die erneute Deo Attacke, die sie ins Gesicht bekam, ignorierte sie. „Lass doch das Theater!“ „Okay, jetzt reichts!“ Alexis lief an der verwunderten alten Frau vorbei, stellte sich neben die Badewanne, die direkt gegenüber der Tür war und rannte los. Mit seinem vollen Gewicht stieß er gegen die Tür, die mit viel Krach in die Brüche ging.

Erschrocken sah ich auf. Was war da oben los? Im selben Moment kam Alexis die Treppe hinunter, dessen Anzug voller Holzstücke war. Unbemerkt drückte ich den Kopf der Statue hinunter, damit sich die Tür wieder schloss und ging auf meinen Ehemann zu. „Was ist passiert? Du siehst aus als…“ Ich verkniff mir die Worte, die mir auf der Zunge lagen und sah zu Alexis hoch. Der schnaubte nur wütend auf und lief in die Küche. „Hallo? Ich würde gerne ein Gespräch mit dir beginnen, renn nicht weg!“ „Wie lange hast du geschlafen?“, fragte er ganz nebensächlich und nahm sich die Flasche Champagner in der Küche, um sie zu öffnen und mit großen Zügen zu leeren. „Könnte ich dich auch fragen, ich war-…“ Sollte ich ihm vom Keller erzählen? Lieber nicht. Ich musste erst mal drüber nachdenken, warum mein Mann mir unseren Horrorkeller verschwiegen hatte. „Wenn ich es mir so überlege, muss ich doch eine Weile geschlafen haben.“ Er gab sich damit zufrieden und verließ die Küche wieder. Unsicher lief ich ihm nach. Was hatte er denn schon wieder? „Was ist mit deiner Mutter? Hat sie irgendwas kaputt gemacht? Du weißt doch, es kann mal passieren, dass sie ausersehen-…“ Eine Tür? „… was kaputt macht.“ Alexis drehte sich nur zu mir um, trank den letzten Schluck Champagner und schüttelte den Kopf. „Diese Frau ist irre, diese Frau ist nicht mal meine-…“ Das Laute Geräusch der Klingel lies ihn stoppen.

SoulSister Offline

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28.05.2010 20:04
#14 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Es freut mich sehr, dass euch das Telefonat im Geheimgang gefallen hat.
Weiter geht's, ich hoffe mal, ihr seit nicht zu enttäuscht...


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„Sie ist nicht mal deine…?“ Ich wollte endlich mal wissen, was mir alle zu sagen hatten. Erst hatte ich nicht hören können, was Gigi mit Marc gehabt oder nicht gehabt hatte, jetzt war Frau von Buren nicht mal… Was auch immer.
Alexis hingegen lief angetrunken zur Tür und machte keine Anstalten, weiter auf die Frage einzugehen. Als er die Tür öffnete, trat eine besorgte Sabine ein. „Schwester Sabine? Was machen sie denn hier?“ Ich stieß Alexis vielleicht etwas unsanft zur Seite, er resignierte es jedoch nicht und taumelte, wahrscheinlich auf der Suche nach mehr Alkohol ins Wohnzimmer.
„Hallo Frau Doktor…“, begrüßte mich die blonde Krankenschwester und sah sich in der Eingangshalle um. „Es sieht aus wie ein altes Gemäuer voller dunkler Geheimnisse…“, murmelte sie verschwörerisch und drehte sich zu mir um. „Ich wollte ganz dringen wegen dem Herr Doktor Meier mit ihnen reden.“ Etwas überrascht wies ich ihr den Weg in ein anderes Wohnzimmer (Sabine war zu gesprächig, sie durfte nicht in einen Raum mit meinem angetrunkenen Ehemann, könnte dazu führen, dass sie es im Krankenhaus jedem von seinem jetzigen Zustand erzählt, was dazu führen könnte, dass ich neben dem Titel der schokoladensüchtigen Heulsuse auch den Titel der Frau mit dem betrunkensten Ehemann erlangen könnte), wo wir uns auf die Couch setzten. Da sie behauptete, vorher schon genügend eigens hergestellten Tee getrunken zu haben (Mist, mir viel auf, dass ich das Fläschen mit der mysteriösen Flüssigkeit, das sie mir gegeben hatte, immer noch besaß), musste ich nicht in die Küche laufen. Gut so, wahrscheinlich würde ich dort auf Alexis treffen, der nach Bier suchte.
„Also, was ist mit Dr. Meier?“ Vor Neugierde wäre ich fast geplatzt. Was war geschehen, dass Sabine extra zu mir kam (Woher wusste sie eigentlich, wo ich wohnte? Habe schlimmen Verdacht: Sabine ist Geheimagentin!)? „Frau Doktor, es geschehen unglaubliche Dinge. Er steht die ganze Zeit da, raucht eine Zigarette nach der anderen, sagt kein Wort und wirkt ganz verwirrt. Was haben sie mit dem Armen gemacht?“ Etwas verwirrt sah ich Sabine an. „Ich?“ Was hatte ich damit zutun, wenn Marc am Boden war? Wahrscheinlich hatte ihn diese Mitzi sitzen lassen, sollte mir aber auch nur recht sein.
„Eine Schwester behauptet sie hat gehört, wie sie beide miteinander telefoniert haben.“ Er starrte ich den Boden, dann Sabine und schließlich die Wand ungläubig an. Hatte ich bei unserem kurzen Gespräch irgendwas gesagt, dass Marc dazu veranlassen könnte, Kettenraucher zu werden? „Sabine, was soll ich da jetzt bitte machen? Warum ich?“ Die blonde Krankenschwester machte eine kurze Pause, sah betreten zu Boden und sagte dann: „Na weil sie den Doktor Meier doch lieben.“ Für einen Moment wollte ich ihr zustimmen, es war nur ein ganz kurzer. Gab es irgendwo drin in mir doch noch einen Rest, der sich danach sehnte, Marc Meier zu küssen? Ihn endlich da zu haben, wo ich ihn seit meiner Kindheit wollte… An meiner Seite? Doch schon in nächsten Moment war das Gefühl verflogen und ich würde wütend. „Sabine, jetzt aber sofort raus hier, aber ganz schnell!“ Ich sprang auf, Sabine tat es mir gleich und starrte mich entsetzt an. „Aber Frau Doktor, sie-…“ „Nein Sabine, sie verschwinden jetzt. Stellen sie sich doch vor, mein Mann wäre dabei gewesen!“ Ich sprach immer leiser, aber mir war trotzdem unwohl. Am liebsten hätte ich Sabine sofort raus hier. Wer wusste schon, ob sie mir nicht gleich noch erzählte, dass sie Welt morgen unter gehen wird oder Mehdi mir einen Heiratsantrag machen will? Bei ihr konnte man nie wissen.
Ich schob sie schnell durch die Eingangshalle und hinaus, wo ihr Auto parkte. „Sabine, wirklich. Sagen sie so was nie wieder, verstanden?“ Ich kratzte mich nervös an der Stirn und sah die Krankenschwester drohend an. „Aber es ist doch die Wahrheit…“ „Nein meine Liebe, die Wahrheit ist die, dass ich Alexis so sehr liebe, dass Marc Meier für mich gestorben ist, also tschüss.“
Wütend stapfte ich zurück. Es tat mir Leid, mit Sabine so umgehen zu müssen, aber was zu weit ging, ging zu weit.
Trotzdem, ich hatte nie gerne gelogen und hatte es auch heute nicht gerne getan, aber ich fühlte nichts mehr für Marc. Da war ich mir sicher. Sogar sehr. Okay, ich war mir sicher… Ein bisschen sicher. Denn immer wenn ich über diesen Mann nachdachte, fühlte ich etwas, und dabei handelte es sich eindeutig nicht um Hass oder Wut…

... Dass es nicht Marc war, der geklingelt hat! :)
Schönes Wochenende Mädels!

SoulSister Offline

Krankenschwester:


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31.05.2010 18:33
#15 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Endlich gehts wieder weiter! Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber mein Word lässt sich nicht mehr benutzen, ich kann also auch nicht mehr weiterschreiben. Muss jetzt sehen wie ich das mache, bis dahin habe ich mir mal alle mittlerweile 69 Seiten per E-Mail selber zugeschickt.
Viel Spaß beim nächsten Teil!


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Heute hatte ich Nachtdienst, weshalb ich mich schnell fertig machen musste. Ich hoffte nur, weder Sabine noch Marc würden ebenfalls im Krankenhaus sein. Mit Marc musste ich aber trotzdem reden, schien ja das ganze Krankenhaus von mir zu erwarten.
Alexis konnte in diesem Zustand zwar nicht alleine gelassen werden, allerdings war Lissy vor wenigen Minuten wortlos wiedergekommen und sie hatte mehr oder weniger gesagt, sie wollte sich um ihren Bruder kümmern (‚Wenn er nicht anfängt zu sabbern oder so, kann er wegen mir auf meiner Couch seinen Rausch ausschlafen…’).
Ich setzte mich wieder in den Porsche (Den hatte ich mittlerweile sogar ganz lieb gewonnen.) und fuhr zum Krankenhaus.
Leider stand der Wagen von Marc immer noch auf seinem Parkplatz, weshalb ich wohl nicht um ein Gespräch herum kam. Sollte mir aber auch recht sein.

Mitzi Knechtelsdorfer stand langsam vom Bett ihres Bruders auf. „Wie lange liegst du noch hier?“ Er gab ihr still zu verstehen, dass er noch bis morgen hier liegen würde und sie dann nach hause fahren konnte. Da er schon im Halbschlaf war, viel im das Sprechen scheinbar schwer.
„Ich gehe wieder, ja? Wenn du morgen wieder fit bist, ruf mich an, dann können wir fahren. Sag aber ruhig früher bescheid, ich muss mich nämlich vor meinem Abschied noch um jemanden kümmern, ja?“ Ihr Bruder nickte scheinbar müde und schloss dann die Augen. Er war schon immer ein schlechter Schauspieler gewesen. So wieso ging es ich schon seit Tagen wieder besser, aber er nutzte die allgemeine Panik um sich ein paar Tage Urlaub nehmen zu können. Typisch.

„Ja, ich bin hier neu.“ „Name?“ „Gummersbach. Ich bin hier als neuer Pathologe.“ Die Schwester nickte und führte den jungen, gut aussehenden Mann zu seinem neuen Arbeitsplatz. „So, hier wäre ihr Arbeitsplatz. Wenn sie morgen noch kurz im Schwesternzimmer vorbeisehen, bekommen sie einen Plan, einige Daten für erste Obduktionen und einige andere Informationen, ja? Schwester Sabine wird sich dann sicher nett um sie kümmern.“
Mit diesen Worten verabschiedete sich die Schwestern von dem jungen Mann, der das Krankenhaus ebenfalls verließ.

Im Schwesternzimmer war keiner, als ich ankam. Gut, musste ich mich wenigstens nicht vor Sabine verstecken.
Nachdem ich mir schnell meinen Kittel angezogen hatte, stand die erste Operation an, ein Mann hatte heute Nachmittag einen Unfall gehabt und musste dringend behandelt werden. Von mir und Marc.
Etwas schwerfällig machte ich mich auf den Weg zum OP. Marc war bereits fertig und betrachtete den Patienten so eingehend, dass es fast den Anschein hatte, es ging um sein eigenes Leben, außerdem schien er mit der Operation schon begonnen zu haben.
„Hallo Marc.“, begrüßte ich ihn leise. „Die Blutung der Wunde muss gestillt werden, sonst ist der Patient stabil. Wir müssen allerdings die rechte Niere rausnehmen, sonst kann er das reiten bald vergessen.“ „Er hatte einen Reitunfall?“ Marc sah mich nur an und nickte.
Wir begannen schweigend zu operieren, wobei ich immer wieder zu ihm sehen musste. Er würdigte mir keine Blicke und kümmerte sich fast alleine um den Patienten. Gut, ich konnte ja… Auch anders.
„Du, Marc, was ist mit dir los?“ Abrupt hielt er in seiner Bewegung inne und sah mich an. „Hasenzahn, was wird das?“ „Ach komm schon Marc, ich weiß doch, dass irgendwas nicht mit dir stimmt.“ Er beugte sich langsam zu mir rüber und für einen Moment dachte ich, er wollte mich küssen. Oder hoffte ich es? Auf keinen Fall. Wenn überhaupt, dachte ich in Sachen Küsse nur an Alexis.
„Hör mir mal zu, Hasenzahn. Wenn ich Probleme hätte, wärst du sicher die Letzte, die etwas davon erfahren würde.“ Dann lehnte er sich wieder zurück, begann weiter zu operieren und nur die Musik aus dem Radio war noch zur hören. Wir schwiegen beide, wobei ich beleidigt die Blutung stillte und er die Niere entfernte.
„Ach komm schon Marc, dass hat so keinen Sinn.“, begann ich erneut. Aufgeben wollte ich nicht, ich hatte mir nämlich ein Stück Schokokuchen versprochen, sollte ich Doktor Meier dazu bringen können mir zu sagen, was er hatte.
„Wie jetzt? Soll ich die Niere drin lassen oder was?“ Er schwenkte die Niere vor meinen Augen hin und her und ich folgte der Bewegung genervt. „Nein Marc, ich meine, du kannst doch darüber reden, was du hast. Wo wir doch jetzt nur... Freunde sind.“ Fast schon zu fest ließ er die Niere in das kleine Schälchen, das die Schwestern bereitgestellt hatten, fallen und sah mich an. „Hasenzahn, wir sind sicher-… Keine Freunde.“ Marc riss seinen Mundschutz hinunter und sah mich an. „Wir sind keine sicher Freunde Hasenzahn.“
Er drehte sich zu einer Schwester um, dann zu mir, befahl, zu nähen und verschwand. Dieser Mann war doch wirklich die verworrenste Person überhaupt! Seine Aussage hatte mich etwas verletzt, weil ich gehofft hatte, er würde anders reagieren, und mir erst recht nicht unter die Nase reiben, dass wir nicht mal mehr Freunde waren, sollten wir es je gewesen sein.
Geknickt verließ ich den OP, um gleich die nächsten tolle Überraschung zu erleben. Mitzi Knechtelsdorfer lehnte an der Wand und sprach mit Marc, der anscheinend schon wieder sichtlich bessere Laune hatte als noch vorhin im OP. Wütend biss ich mir auf die Lippe. Also die beiden hatten ja wirklich keinen Grund, sich hier so offensichtlich in den Gang zu stellen und… Sich so anzugucken. Da wurde mir ganz schlecht, also ehrlich.
Fast schon etwas zu schnell lief ich an den beiden vorbei und war mir sicher zu sehen, wie Mitzi mir zugrinste, als ich an den beiden vorbeikam. Ich hoffte, irgendwann würde ihr das Grinsen vergehen. Oder sie würde verschwinden, was sie ja irgendwann musste, wenn es Knechtelsdorfer wieder besser ging, oder?
Also nahm ich nicht den Weg zur Cafeteria sondern suchte das Patientenzimmer von Knechtelsdorfer auf, das ich schnell fand.
Die Mappe mit seinen Werten lag auf dem Tisch, auch das Entlassungsdatum stand dabei: Morgen. Vor Freude begann ich durch den Raum zu hüpfen, was mich eine Menge Schmerz kostete, denn meine immer noch von blauen Flecken übersäten Beine schmerzten.
Über die frohe Nachricht glücklich setzte ich mich in die Cafeteria, wo sich Frau Doktor Hassman ebenfalls aufhielt.
„Na, wie geht’s?“ Sie verschlang gerade ein Stückchen Lasagne, als ich mich zu ihr setzte. „Perfekt.“, antworte ich schnell und begann, die ersten Stücke des Schokoladenkuchens zu essen. „Liegt das jetzt an dem Kuchen oder haben sie andere Gründe?“ Ich überging ihren Kommentar und strahlte sie an. „Nein, andere Gründe.“ Sie warf mir verwirrte Blicke zu und aß ein weiteres Stückchen Lasagne. „Sie sind jetzt aber nicht auf Drogen oder so?“ „Nein Frau Doktor Hassman, es soll Leute geben, die auch einfach mal ohne Grund glücklich sein können, ganz im Gegensatz zu ihnen.“ Sie lächelte mich gekünstelt an und stand auf, um ihren leeren Teller weg zu bringen.
Tja, es war eben von Vorteil, keine verbissene, allein stehende Frau zu sein, die nur lachen konnte, wenn es um Männer oder Geld ging.
Mehr als zufrieden fuhr ich am Ende meiner Schicht nach hause und sang so laut bei „I’ve been looking for Freedom“ mit, dass ich von Lissy doch für betrunken erklärt wurde.

SoulSister Offline

Krankenschwester:


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01.06.2010 18:47
#16 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Ihr wisst ja wie sehr ich mich freue, wenn die Teile euch gefallen, also vielen Dank! :)
Der nächste Teil dürfte euch wohl sehr gefallen, wenn ihr wollt das Mitzi Knechtelsdorfer mal so behandelt wird, wie sie es verdient - Außerdem erfahrt ihr, was da wirklich zwischen Marc & Mitzi war, also viel Spaß beim lesen!


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Am nächsten morgen war ich so glücklich, denn heute hatte ich Mitzi Knechtelsdorfer endlich vom Hals (Alexis und ich hatten die ganze Nacht damit verbracht, uns Schimpfwörter auszudenken, weil ich gesagt hatte, morgen würde endlich eine verhasste Patientin verschwinden. Das hatte mein besoffener Ehemann als Grund genug gesehen mir Schimpfwörter beizubringen, die ich ihr dann nachrufen konnte. War über den Vorschlag ganz begeistert und wusste jetzt sogar, was ein Gesichtsopfer war).
„Warum hast du nur drei Brötchen gegessen, geht es dir nicht gut?“, fragte mich mein Mann ohne eine Spur von Ironie und sah zu mir auf, als wir beim Frühstück sahsen. Man merkte, dass gestern nicht direkt sein Tag gewesen war, abgesehen dass es mal wieder Zeit für Alkohol gewesen war.
„Die müssen heute schicken.“ „Bist du wieder auf Diät?“ „Warum? Nur weil ich keinen Hunger habe? Also bitte.“ „Fände ich aber an sich keine schlechte Idee, du könntest ja mal wieder-…“ Ich stierte Alexis aus großen Augen an und hätte ihm am liebsten den Diätkakao, den er mir aufgeschwatzt hatte, über den Kopf geschüttet. „Also jetzt gehe ich wirklich besser…“ Schnell stand ich auf und suchte den Schlüssel für meinen Porsche (Hatte beschlossen, ihn zu meinem zu machen), den ich prompt in meiner Jackentasche fand. „Ach komm schon, es war doch gar nicht so gemeint Sternchen.“ „Genau wie die Sache mit der Kindersicherung oder was?“ Alexis seufzte nur genervt auf. „Ich bin doch immer ehrlich zu dir, also komm schon Sternchen, verzeih mir, ja?“ Er gab mir einen Kuss auf den ich mich widerwillig einließ. Was war dann aber mit dem Horrorkeller? Ich musste dringend mehr darüber erfahren.

Im Krankenhaus angekommen sprintete ich schnell ins Schwesternzimmer, wo Marc am Tisch sahs, Zeitung las und sich von Sabine einen Kaffee machen lies. „Aber denken sie dran, mit Zucker, klar? Wenn sie den wieder vergessen können sie ihre Brühe alleine trinken.“ Schwester Sabine schaute ihn kurz an, nickte dann und eilte zur Kaffeemaschine.
„Hallo Marc, ein wunderschöner Tag heute, oder?“ Er hob seinen Blick von der Zeitung hoch zu mir und blieb stumm. Ob er sehr traurig darüber war, dass Mitzi heute gehen würde? Also wenn ich Urlaub machte, würde er mich sicher viel mehr vermissen.
„Ich freue mich schon auf die OP nachher. Du auch?“ Wieder richtete Marc seinen Blick auf mich, diesmal begann er leise zu lachen. „Ja Hasenzahn, sicher.“ Sein Lachen war so künstlich, dass ich fast mitgelacht hätte, nur um die Situation runterzuspielen. Er sollte wenigstens so tun als würde er sich auch freuen, dass Mitzi verschwand.
Weil ich so anscheinend nicht weiterkam wollte ich gerade aufstehen, als Schwester Sabine mit dem Kaffee kam und mir verschwörerische Blicke zuwarf. Ich presste die Lippen aufeinander und versuchte ihr so gut wie möglich klar zu machen, dass sie gefälligst den Mund halten sollte, vor Marc brauchte ich mir nicht anhören zu müssen, was sie mir jetzt wieder sagen wollte, weil es sich dabei wahrscheinlich um eine Abnormalität handelte. Sie hingegen riss die Augen weit auf und schüttelte den Kopf. Marc schien das ganze aufgefallen zu sein, denn er richtete den Blick abwechselnd auf Sabine & mich. „Was macht ihr beiden Irren da?“, fragte er spottend und legte die Zeitung auf den Tisch. Ich hielt diesen Moment für den richtigen, um eines der neu erlernten Schimpfwörter anzuwenden, als Mitzi Knechtelsdorfer das Zimmer betrat, in einem wunderschönen Kleid, für das ich wahrscheinlich zehn Diäten machen müsste. Marc war sofort Feuer und Flamme, stand auf und lies den Kaffee unberührt. Die beiden sprachen leise miteinander, ich verstand kein Wort, aber mir genügte, was ich sah. Ich presste die Lippen wütend aufeinander und stampfte mit dem Fuß auf. Hatte nun die Möglichkeit, mich wieder heulend in eine Ecke zu verkriechen oder die Möglichkeit zu nutzen, überschüssige Wut rauszulassen. Diese Ziege!
„So, jetzt reichts…“, flüsterte ich Sabine leise zu und musste mich beherrschen um nicht... Okay, beherrschen konnte ich mich jetzt eh nicht,also nahm ich den Kaffee, ging auf die beiden zu und schüttete ihn dieser Ziege über den Kopf. Einen Moment Stille. So, jetzt fehlt nur noch ein guter Spruch und ich hatte mein bestes getan. „Hier sie… Sie Hirnschüsslerin, der ist mit Zucker!“ Mist. Genau in diesem Moment viel mir keins von den unzähligen neuen Schimpfwörtern mehr ein. Der Anblick von Mitzi Knechtelsdorfer in diesem Moment ersetzte jedoch das beste Schimpfwort. Sie schnappte kreischend nach Luft, während Marc sich zu mir umdrehte. „Spinnst du Hasenzahn?“ Mitzis Haare klebten ihr klatschnass an der Wange, was für mich Anlass genug war, fröhlich zu grinsen. „Ach Marc, sei doch nicht so. Du hast mir doch schon gestern gesagt das du froh bist, wenn sie weg ist, hm?“ Mitzi drehte sich zu Marc um, der ihr einen verwirrten Blick zuwarf. Ich grinste den verdutzten Marc Meier fröhlich an, lief an der fasziniert dreinblickenden Sabine vorbei und machte mich Schnurstracks auf den Weg zum Automaten, bei dem ich mir gleich eine Tafel Schokolade gönnte. Die hatte ich mir ja wohl mehr als verdient.
„Des war meine Schwester, was soll denn des?“ Knechtelsdorfer kam wieder in bester Verfassung auf mich zu und fuchtelte wie wild mit dem Finger vor meiner Nase herum. „Ach komm, vergiss es.“ Die Stimme von Mitzi klang niedergeschlagen und für den Bruchteil einer Sekunde tat mir das nasse Wesen leid, das hinter seinem Bruder hervortrat, aber im nächsten Moment hatte ich das Mitleid wieder an die ganzen armen Kinder in der Welt verteilt (Und an die hirnlosen Männer), sodass mir keins mehr für sie übrig blieb.
„Des werden se noch bereuen, des is ihnen klar?“ Ich schaute Knechtelsdorfer verwirrt an und biss ein Stückchen von der Schokolade ab. „Also sobald i kann werd i mir einen Tee kochen und denn bekommen sie dann über den Kopf, Frau Doktor.“ Seine Worte ließen mich nur verwirrt den Kopf schütteln. Drohte mir Knechtelsdorfer gerade mit einer ordentlichen Portion Tee? Mitzi schmollte nur und schaute mich zwischendurch böse an, wenigstens schwieg sie lieber. Wahrscheinlich hatte auch sie eingesehen, dass es besser war den Rand zu halten. „Ja, dann vielen Dank für den Hinweis Knechtelsdorfer. Ich werde aufpassen, dass ich ihnen nicht mehr begegne, um ihrer Rache zu entkommen.“ Ja, mein selbstsicheres Ich hatte diesen beiden Hirnschüsslern (Dieses Wort, dessen Bedeutung ich nicht kannte, umschrieb die beiden einfach perfekt) gezeigt, dass man mit Gretchen Haase (oder von Buren, wobei mir der Name am zweiten Tag nach meiner Hochzeit immer noch suspekt war) nicht Spaßen sollte.
Wenn ich so darüber nachdachte, war ich sogar mächtig stolz auf mich. Auf meinem Weg zum Schwesternzimmer kam mir Marc entgegen, der genervt zur Decke sah, als er mich entdeckte. „Hasenzahn, herkommen.“ Ich folgte seiner Anweisung unsicher und biss schnell ein Stückchen Schokolade ab, um sie dann in meiner Manteltasche verschwinden zu lassen, in der sich immer noch das Fläschen mit der Flüssigkeit von Sabine befand.
„Was sollte das eben?“, fragte er leise und sah sich um. Es war niemand zu sehen. „Ich wollte einfach nicht, dass diese Ziege noch länger bleibt.“ Er kniff die Augen zusammen und nahm eine Zigarette aus der Schachtel, um sie sich nachdenklich in den Mund zu stecken. „Warum?“ Ich dachte einen Moment darüber nach, was ich als verheiratete Frau noch sagen durfte, und was als Fremdgehen (Es gab sogar verbales Fremdgehen!) durchging. „Ich wollte einfach nicht… Ach Marc, es war einfach nicht… Es hat mir nicht gefallen, dass du was mit ihr hattest, so kurz nach meiner Hochzeit…“ Ich hatte immer leiser gesprochen. Darauf sollte er sich jetzt aber nichts einbilden, ich meine, so was rein Freundschaftlich gemeint.
Nun sah er mich wieder an und grinste. „Bist du eifersüchtig, Hasenzahn?“ „Also Marc, jetzt werd bitte nicht albern. Ich? Eifersüchtig?“ Ich begann laut aufzulachen, weshalb sich einige vorbeikommende Krankenschwestern nach uns umdrehten. „Ich hatte nichts mit ihr.“, sagte er nach einer längeren Pause und schob die unangezündete Zigarette in seinem Mund hin und her. „Wirklich?“ Die Frage klang vielleicht etwas zu schwungvoll, denn im nächsten Moment sah er mich wieder fragend an. „Hasenzahn, geb’s zu, du bist doch eifersüchtig.“ „Vielleicht ein bisschen…“, nuschelte ich leise und machte mich absichtlich etwas kleiner. Marc jedoch ließ keinen fiesen Spruch los, sondern starrte nur vor sich her.
„Gretchen?“ Etwas überrascht, dass er plötzlich meinen Namen verwendete und viel sanfter sprach, sah ich ihn an. „Hm?“ „Bist… Bist du glücklich mit diesem Arschloch?“ „Marc, das Arschloch hat einen Namen. Kannst du ihn nicht einmal Alexis nennen?“ Ich machte eine theatralische Pause, um im nächsten Moment leise weiter zu sprechen: „Ja, ich bin glücklich.“ Marc zeigte für den Bruchteil einer Sekunde keine Regung, doch dann richtete er sich auf. „Gut.“ Und somit war Marc Meier mir ein noch größeres Rätsel geworden, denn im selben Moment drehte er sich um und verschwand.

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02.06.2010 19:53
#17 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

So, weiter gehts mit einem kleinen Zwischenkapitel, ich hoffe es gefällt euch (Nicht wieder weinen! ).
Muss auch schnell wieder weg, würde mich aber trozdem über Kommentare freuen. :)


ZWISCHENKAPITEL (3x19)

http://www.youtube.com/watch?v=uNF2cbW37mo&feature=related

Ich hatte nie eine solche Angst vor einer Operation mit Marc Meier gehabt wie vor dieser. Während wir arbeiteten, warfen wir uns immer wieder Blicke zu. Ich wusste nicht was es war, aber es war plötzlich da und es brachte mich dazu, keine ruhige Minute mehr zu finden, ohne an Marc zu denken. Früher hätte ich gesagt es wäre Liebe, aber heute sagte ich mir, es war nur die Verwunderung über unsere letzte Unterhaltung.
Erzählten sich Menschen manchmal absichtlich die falschen Dinge, um innerlich nicht noch aufgewühlter zu werden? Erkämpften sich Leute ihren Frieden manchmal, um den Schein eines Glücklichen, geordneten Lebens zu waren?

Alexis von Buren lief aufgeregt in das Zimmer seiner Schwester und hielt aufgeregt eine Kette hoch, die seiner Frau gehörte. Erst verstand seine Schwester nicht recht, doch als er im nächsten Moment erklärte, wo er sie gefunden hatte, sah sie ihn nur erschrocken an. Im Bruchteil einer Sekunde hatte sie ihren Koffer in der Hand und warf ihre Klamotten hinein.

Sabine Vögler war überrascht, wie gut der Mann aussah, der das Schwesternzimmer betrat und sich fragend umsah. Er stellte sich mit dem Namen Gummersbach vor, doch seinen Vornamen verriet er nicht, weshalb sich die blonde Krankenschwester die wildesten Dinge ausdachte. War er Geheimagent oder hatte er einen Vornamen, den er einfach nicht nennen konnte?
Nett war er jedenfalls, denn Dr. Gummersbach, Doktor der Pathologie, war ein wahrhafter Gentleman wie er im Dr. Rogelt Roman stand.

Bärbel Haase hatte ihren Mann zuhause abgesetzt, um ihrer Arbeitsstelle einen Besuch abzustatten. Als sie abends fertig war, stattet sie ihrer Zweitstelle einen Besuch ab. Seit ihr Chef wieder wohlauf war, hatte sie wieder viel zu tun. Es gab eben eine Menge zu tun, denn durch seine Abwesenheit war eine Menge auf der Strecke geblieben.
Als Bärbel Haase an diesem Tag die Hanfplantage betrat, sollte sie dabei jedoch nicht unbeobachtet bleiben.

Mitzi Knechtelsdorfer stieg nur widerwillig in das Auto ihres Bruders, dass er ihr geliehen hatte. Warum hatte diese Doktor Haase auch dazwischen funken müssen? Es war so schön gewesen. Ihr Bruder war dabei eher Nebensache gewesen. Nur Marc hatte gezählt, und er war ein Mann gewesen, der sich von seiner besten Seite gezeigt hatte, sie hätte sich gewünscht, es hätte immer so weitergehen können. Aber sie hatte es gleich gespürt. Marc Meier hatte die ganze Zeit an jemand anderen gedacht, wenn er ihr in die Augen gesehen hatte, wenn sie sich zufällig berührt hatten. Und Mitzi Knechtelsdorfer war sich sicher, dass es sich dabei um Doktor Gretchen Haase handelte.
Seufzend startete sie den Motor des alten Autos und verließ das Gelände des Krankenhauses, während ihr die Tränen kamen.

Schwester Gabi sahs mit Mehdi Kaan in seinem Behandlungszimmer. Die beiden schwiegen, jeder auf seine Weise vor sich her und griffen automatisch zu der Packung Kekse, die auf dem Tisch stand, nahmen einen Keks und begannen zu essen.
Plötzlich begann Mehdi Kaan in Tränen auszubrechen, worauf er von Schwester Gabi in den Arm genommen wurde und sie ihm eine Tafel Schokolade in die Hand drückte, die er mit einer Dosis Tabletten aß.

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SoulSister Offline

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03.06.2010 20:28
#18 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Heute ist wirklich nicht mein Tag... Ich verschwinde gleich wieder, es gibt eine Menge Stress. Hoffe ihr entschuldigt, dass ich den neuen Teil erst jetzt reinstelle. Ich versuche, morgen auch einen reinzustellen, kann aber nichts versprechen.
Trozdem viel Spaß beim neuen Teil. ;)


3x20

Als ich daheim ankam, herrschte helle Panik. Die Szene wirkte einfach nur falsch. Mein Ehemann hatte einen Koffer in der Hand, rannte wie in Zeitlupe mit seiner Schwester die Treppe hinunter, die ebenfalls schwer bepackt war.
Als mich die beiden entdeckten, lies Alexis alle Koffer fallen und drehte sich hilflos zu seiner Schwester um. Seine Mutter stand am Geländer der Treppe und schien das Geschehen zu beobachten. „Alexis, was ist hier los?“, fragte ich mit piepsiger Stimme. Noch eben war meine Laune einigermaßen gut gewesen, jetzt wusste ich nicht mehr, was ich tun sollte, weshalb meine Stimmung sank. Ich kam mir falsch vor, als gehörte ich hier nicht her, als gehörte ich nicht zu ihm.
„Gretchen, es tut mir alles so schrecklich Leid, ich wollte es dir irgendwann erzählen, wirklich!“ „Frank, dass bringt doch nichts!“, rief seine Schwester und folgte ihm die Treppe hinunter.
„Wa-… Frank?“ Meine Stimme bebte und ich begann nervös zu lächeln. „Seit ihr beide betrunken?“ Seine Mutter stieß ein Seufzen aus und begann leise zu klatschen.
„Dass hast du wirklich toll gemacht, Frank.“ Alexis (Oder Frank? WAS war hier los?!) sah wütend zu ihr hinauf und sah mich dann wieder an. „Gretchen, ich weiß was du gesehen hast, aber es ist alles so schwer, ich möchte es dir erklären, ja?“ Er sah mich flehend an und nahm sanft meine Hand. Ich entriss sie ihm und ging langsam rückwärts zur Tür.
Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, worüber er sprach. „Redest du von diesem Keller?“ Alexis sah mich an, als müsste er gleich weinen, nickte aber dann. „Der mit dem Skelett… Dem.. Plastikskelett?“ Meine Stimme schien mir auf halber Strecke zu versagen, mir blieb der Satz im Hals stecken. Ich sah zu Frau von Buren, die mir einen mitleidigen Blick zuwarf, zu Lissy, die am Treppengeländer lehnte und anscheinend nur darauf wartete, dass ich zu weinen begann und zu Alexis, der mich aus so ehrlichen Augen anschaute, dass ich ihm am liebsten um den Hals gefallen wäre.
„Was ist das für ein Keller?“, fragte ich leise und sah zu Alexis. „Das ist das Grab vom echten Alexis, was sonst?“, antwortete seine Mutter von oben.
Plötzlich begann sich alles vor mir zu drehen. Die drei verschwammen vor meinen Augen, seine Worte gingen in einem Rauschen unter, das plötzlich aufkam, schlimmer und lauter als ein Wirbelsturm. Es raubte mir die Sinne und meine Stimme war verschwunden. Wo war ich hier gelandet? Wer war der Mann, der vor mir stand? Was hatte ich für einen Fehler gemacht, als ich ihn geheiratet hatte? Bitte, ich will nur in meinem Bett liegen und das hier träumen, egal wie lange Augenringe ich nach dem Traum habe. Ich kniff die Augen fest zusammen, doch als ich sie wieder öffnete, stand Alexis nur näher an mir und streckte mir seine Hand hin.
„Gretchen, bitte. Lass es mich dir erklären.“ Der Satz, der in jeder Schnulze mindestens einmal gesagt wurde, war für mich Grund genug, dieses Haus zu verlassen und mich nicht mehr umzudrehen, wenn ich davonrannte.
„Bleib stehen!“ Ich hatte nur einen Schritt getan, als Alexis schon meinen Arm ergriff. „Bitte, bleib hier.“ Wieder sahen mich seine ehrlichen, blauen Augen so eindringlich an, dass ich ihm am liebsten jeden Gefallen getan hätte. „Fass mich nicht an… Frank.“ Sein Gesicht versteinerte und er lies seine Arme kraftlos fallen.

http://www.youtube.com/watch?v=421t-I6amGI&feature=related

Mit hastigen Schritten rannte ich zu meinem Auto. Ich hörte die Schritte von Alexis (Oder Frank…) hinter mir, doch ich ignorierte sie. Nie wieder wollte ich ihn sehen, selbst wenn er die schönsten Augen hatte, die mich so ehrlich angesehen hatte, dass ich zu weinen begann, wenn ich daran dachte.
Der Porsche heulte laut auf, als ich ihn startete und zum ersten Mal in meinem Leben war ich glücklich darüber, schlecht Auto zu fahren. Ich wollte jede rote Ampel mitnehmen, die mir in den Weg kam, ich wollte geblitzt werden, ich wollte… Ich wollte einfach nur glücklich werden. Als ich am Steuer sahs, lehnte ich meinen Kopf gegen das lederne Lenkrad und begann zu weinen. Dieser Moment übertraf alles, was mir in den letzten Tagen geschehen war. Er spiegelte all meine Verzweiflung wieder. In was war ich da geraten, dass mein Ehemann scheinbar ein Mörder war, dass es hatte so enden müssen? Oder war es nicht das Ende? Würde ich doch mein Happy End finden?

Planlos fuhr ich durch die Gegend, bis ich vor dem Krankenhaus anhielt, ohne zu wissen, warum es mich hier her geführt hatte.
Mit aufgequollenen Augen und roten Wangen lief ich durch die Gänge, bis ich vor Marcs Büro stand. Warum? Ich wusste es nicht. Ich hatte meinen Prinzen sterben sehen, aber ein alter Prinz, der immer an meiner Seite gewesen war, auch wenn ich ihn von mir gewiesen hatte und er mir zahllose Male das Herz gebrochen hatte, lebte noch für mich. Doch als ich an der Tür rüttelte, war sie verschlossen. Bedeutete es also, dass mir auch das Märchen mit diesem Prinzen verwehrt blieb? Dass der Prinz den Kampf um die Prinzessin aufgegeben hatte, weil sie eine falsche Entscheidung getroffen hatte?
Ich brach weinend vor seiner Tür zusammen und als mich warmen, starken Arme umschlossen, konnte ich nicht mehr weinen, denn meine Tränen waren alle vergossen, und wieder war Marc Meier nicht unbeteiligt.

SoulSister Offline

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04.06.2010 19:40
#19 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Hey, danke für die Kommentare, freut mich das ihr euch freut das Alexis nicht mehr Alexis ist.
Bitte nicht schlagen wenn ich euch sagen muss, dass er noch nicht ganz verschwinden wird, ganz im Gegenteil... Naja, lest am besten einfach mal weiter, wenn ihr nicht gerade das Wetter genießt. Wünsche euch natürlich bei beidem viel Spaß. :)


3x21

Hatte mich mein Prinz doch gerettet? Oder war alles nur ein böser Traum gewesen, denn wenn ich jetzt die Augen öffnete, würde ich in meinem Bett liegen und-… „Frau Doktor!“ Sabines Stimme riss mich aus meinen Träumen. Etwas schläfrig öffnete ich meine Augen und versuchte zu erkennen, wer sich da um mich versammelt hatte. „Oh Gretchen, endlich…“ Wieder umschlossen mich starke Arme, die mich nun auf ein weiches Bett legten. „Marc?“ Meine Stimme klang schrill und ich sprach sehr leise, aber alle im Raum schienen mich verstanden zu haben. „Du bist verwirrt Gretchen.“ Nun klang die Stimme weniger begeistert und die Arme ließen von mir los. Erst jetzt erkannte ich Mehdi, der mich anscheinend hier her getragen hatte. Und da war noch eine Person, die sich aber im Hintergrund hielt. Sabine schien meinen Blick zu bemerken und begann plötzlich zu lächeln. „Dass ist Doktor Gummersbach.“ Der Mann lächelte mir kurz zu, dann räusperte er sich. „Ich habe sie vor der Tür zu Dr. Meiers Büro gefunden und schnell ins Schwesternzimmer getragen.“ Er machte eine kurze Pause, dann fuhr er fort: „Jetzt müsste ich aber auch wieder gehen.“ Dr. Gummersbach lächelte mir wieder kurz zu, sah zu Mehdi, schließlich zu Sabine, die er förmlich angrinste und verließ somit den Raum.
Schwester Sabine kam zu mir, setzte sich neben mich auf mein Bett und begann plötzlich zu kichern. „Ist er nicht ein wahrer Mann?“ Fast währe ich vor Schreck vom Bett gefallen (Musste aufpassen, Mehdi stand noch in Reichweite!), denn wollte Schwester Sabine hier ernsthaft ein Gespräch über Männer mit mir führen? Konnte es kaum glauben.
Ich ließ mich seufzend zurück in mein Kissen fallen und schaute zu Mehdi, der mit verschränkten Armen neben meinem Bett stand und nachzudenken schien.
„Ich gehe besser…“, murmelte Sabine leise, nickte mir aufmunternd zu und verließ den Raum ebenfalls.
Mehdi setzte sich nun auf mein Bett und nahm meine Hand. Auch wenn ich nicht wusste, ob es richtig oder falsch war, es beruhigte mich. Zufrieden schloss ich die Augen, doch was hatte ich schon erwartet? Natürlich würde Mehdi Kaan, der Frauenkenner schlechthin, mich befragen warum ich weinend vor der Zimmertür von Dr. Meier gesessen hatte.
„Was war los?“ Mehdi sah mir direkt in die Augen. Konnte ich lügen? Sollte ich jetzt wirklich erzählen, dass mein Mann ein Mörder war? Kam wahrscheinlich schlecht an.
„Ich…-“ „Warum hast du vor Meiers Tür gesessen?“ Ich seufzte genervt auf. Die Frage hatte kommen müssen. „Also-…“ „Hat er dich wieder verletzt Gretchen?“ „Nein Mehdi. Er hat mich nicht verletzt. Er hat eigentlich gar nichts getan.“ Wieder kamen mir die Tränen. Konnten die Prinzen nicht dann zur Stelle sein, wenn man sie brauchte?
„Gretchen…“ Er lehnte sich zu mir hinüber, ließ meine Hand aber nicht los. Sanft strich er mir mit der Hand über die Wange und wischte so meine Tränen weg. Doch ich begann nur noch mehr zu weinen, denn ich hatte das Gefühl, meine Welt würde nur noch mehr zusammenbrechen, wenn ich jetzt von Mehdi getröstet wurde, der selber nicht mehr ganz bei Sinnen war.
„Was ist dir passiert, Gretchen?“, fragte er ein weiteres Mal, diesmal bestimmter, aber nicht fordernd. „Alexis…“, begann ich zu schluchzen und nun liefen die Tränen wirklich. Sofort ließ Mehdi meine Hand los und hörte auf, mein Gesicht zu berühren. Es tat mir fast weh, ihn plötzlich so gekränkt zu sehen.
„Mehdi, was-…?“ Er war urplötzlich aufgestanden und hatte mir den Rücken zugedreht. „Ich fürchte, bei dem Problem kann ich dir nicht helfen.“ „Mehdi, bitte, bleib bei mir!“ Ich flehte ihn förmlich an, als er zur Tür ging und diese öffnete.
„Ich kann nicht, Gretchen.“ Seit wann konnte er nicht mehr mein bester Freund sein? Seit wann war er so abweißend?
Als sich die Tür hinter ihm schloss, weinte ich wieder so lange, bis mir keine Tränen mehr kamen und ich eingeschlafen war.

„… und haben sie vor ihrer Tür gefunden.“ Die Stimme von Schwester Sabine riss mich aus dem Schlaf, wie schon gestern Abend.
„Hm…“, murmelte eine andere Stimme und Sabine verschwand aus dem Zimmer. „Marc?“ Nun setzte sich Marc Meier, der um einiges zu spät gekommen war, an mein Bett und sah mich an. „Hasenzahn?“ „Hm?“ Oh Gott. Meine Stimme hörte sich noch schlimmer an als gestern und ich sah bestimmt aus, als hätte ich die ganze Nacht geweint. Hatte ich ja auch.
Marc biss sich auf die Unterlippe, fuhr sich mit den Händen über sein Gesicht und dann durch die Haare. „Warum machst du es mir so schwer?“ Es war tatsächlich der Zeitpunkt gekommen, wieder mal zu weinen, allerdings konnte ich nicht mehr. Wie viele Liter ich wohl seit gestern Abend verweint hatte?
„Hm…?“, nuschelte ich nur fragend und sah ihn an. „Du-…“ Er stand auf und warf die Arme hoch, um sie sich dann in die Hüfte zu stemmen. „Was Hasenzahn, was willst du?“
Marc setzte sich wieder auf mein Bett, sah mir aber nicht in die Augen, sondern fixierte den Boden.
„Was ich will Marc? Vielleicht mal ein bisschen Glück, ein bisschen mehr Liebe, nicht immer dieses Pech. Kurz vor meiner Hochzeit, da habe ich wirklich überlegt, ob das die richtige Entscheidung ist. Ich meine, auf meinem Polterabend… Was sollte dass? Und am nächsten morgen erfahre ich, dass du mit Gigi geschlafen hast. Und jetzt-…“ „Was?“ Nun sah mich Marc wieder an. „Hat dir diese hässliche Brillenschlange-…“ Jetzt stand er auf und sah zur Tür. „Wo ist diese hirnlose-…“ „Marc!“ „Was?“ Nun sah er mich wieder an. „Könntest du mal mehr Mitgefühl zeigen? Ich sahs gestern schließlich gestern Abend weinend vor deiner Tür.“ Nun schwieg er wieder. „Warum eigentlich?“ „Weil… Weil du doch… Mein Prinz bist.“ Marc Meier sah mich für einen Moment geschockt an, dann zeigte er mit dem Finger auf mich.
„Ja, der Prinz zweiter Wahl bin ich! Wenn der erste mal wieder Scheiße gebaut hat, kann ich einspringen.“ Nun war er wirklich wütend. „Was glaubst du, wie man sich fühlt, wenn man immer erst dann nützlich ist, wenn gerade alle anderen Mist gebaut haben, häh? Es ist kein schöner Job, dein Prinz zu sein, also lass dich lieber schnell von einem anderen wach küssen, Hasenzahn. Es gibt weitaus schönere Märchen, mit besseren Prinzen, also vergiss es, okay?“
Mir verschlug es die Sprache. Mein Prinz Doktor Marc Meier durfte nicht sterben, er musste immer weiter an meiner Seite kämpfen, bis das Märchen erzählt war…
Doch anscheinend hatte er aufgegeben, denn wieder fuhr er sich durch die Haare, sah mich an und schüttelte den Kopf. „Es gibt wirklich bessere Prinzen für dich… Gretchen.“
Und schon war er wieder weg. Oder gestorben. Mein Prinz, mein Held, hatte aufgegeben. Aber wie sollte das Märchen dann enden? Welcher Prinz würde weiter kämpfen, wenn es um die Prinzessin ging, die ihr Herz doch scheinbar niemandem schenken konnte?
Diesmal kamen mir wieder Tränen. Die Prinzessin musste aufpassen, dass sie nicht ebenfalls alles aufgab.

SoulSister Offline

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05.06.2010 19:10
#20 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Nicht schlagen wenn ihr den Teil gelesen habt!
Mehr will ich auch nicht sagen, viel Spaß beim lesen! :)


3x22

Irgendwie schien ich es immer wieder zu schaffen, einzuschlafen, auch wenn in meinem Kopf eine solche Unordnung herrschte, dass ich sogar auf den Gedanken kam, dass nicht mal mehr Schokolade hier helfen konnte.
Als ich wieder wach wurde, war ich alleine. Jetzt musste ich unbedingt über die ganze Sache nachdenken. Einfach mal wieder ganz ruhig bleiben und noch mal alles durchgehen. Ich halte somit fest:
Mein Mann hat einen Horrorkeller, in dem sich ein echtes (!) Skelett befindet, er heißt gar nicht Alexis, sondern Frank und wahrscheinlich hat er sogar Kontaktlinsen an, die seine Augen so blau machen. Stand dadurch kurz vorm erneuten Tränenausbruch.
Weitere Tatsache war, dass ich gestern Abend in meiner völligen Verzweiflung auf Doktor Meier gewartet hatte und ihm als meinen Prinz bezeichnete, was ich ihm auch gesagt hatte. Somit waren womöglich alle Chancen auf einen normalen Umgang verloren gegangen, jetzt durfte ich wahrscheinlich nur noch bei einfachen OPs mithelfen.
Und Mehdi? Der hatte mich auch verwirrt. Hing er etwa immer noch an mir? Konnte kaum sein. Was war eigentlich mit Anna und Lilly? Hatte die beiden ewig nicht gesehen.
Und da war noch die Sache mit Gigi. Musste sie unbedingt anrufen.
Leider war mein Handy noch bei Alexis - Korrigiere, Frank, so wie ziemlich alle meine Sachen. Irgendwann musste ich wohl noch mal hin.
Nur wenige Minuten später wurde mir die Entscheidung allerdings abgenommen, denn mein Zimmer wurde von keinem anderen mit einem Strauß roter Rosen gestürmt, als von meinem Ehemann.
„Gretchen?“ Sein Gesicht war hinter dem Strauß nicht zu sehen, wahrscheinlich sah er nichts, weshalb er sich auch vor das Fenster im Zimmer stellte und meinen Namen rief. Sollte ich ihn jetzt so da stehen lassen? Sah eigentlich ganz lustig aus und verdient hatte er es ja.
Trotzdem meldete ich mich leise zu Wort. „Ich bin hier.“ Er senkte den Strauß Blumen und drehte sich zu mir um. „Gretchen…“ Langsam ging er auf mich zu, kniete sich vor mir nieder und wedelte mit den Rosen vor meinen Augen herum. „Egal was du denkst, egal wer ich bin, meine Liebe für dich wächst durch jeden Streit mehr.“ Er herrschte einen Moment Stille, nachdem ich unwillkürlich lachen musste. „Wo liest du das denn ab?“ Schuldbewusst legte er die Rosen auf mein Bett und seufzte, während er eine kleine Karte schnell verschwinden ließ, die er scheinbar in der Hand gehalten hatte. „Keine Ahnung wovon du redest.“ Er sah mich mit einem zaghaften Lächeln an, weshalb ich unwillkürlich wieder lächeln musste. „Gretchen, alles was du gesehen und gehört hast, dass war ein riesiges Missverständnis.“ Ich sah ihn fragend an. Was war an einem Skelett im Keller ein Missverständnis? Musste unbedingt mehr erfahren (Und ganz nebenbei auf Toilette). Da er keine Anstalten machte, weiter zu sprechen und eher darauf zu warten schien, dass ich ihm gleich um den Hals fiel, warf ich ihm weitere fragende Blicke zu. „Du müsstest schon mal genauer erklären, was da jetzt alles ein Missverständnis war, also von alleine komm ich jetzt auch nicht auf alles.“ „Oh, ja, stimmt. Also Lissy und ich hatten nur die Koffer gepackt, weil wir doch noch nach London fliegen wollten, auf die Hochzeitsreise. Um es zu einer Überraschung zu machen, wollten wir schon mal alles vorbereiten, aber du bist so ungünstig reingeplatzt, Sternchen. Und meine Mutter, die ist einfach nur verwirrt, du kennst die alten Omas doch.“ Nun sah Alexis mich aus großen Augen an und schien endgültig zu erwarten, dass ich ihm vor Erleichterung um den Hals fiel. „Und was war das für ein Keller? Woher wusstest du eigentlich, dass ich den gefunden habe?“ Ich musste wieder an die Spinnen denken und bekam eine erneute Panikattacke, die von meinem Ehemann verwirrt beobachtet wurde. „Da waren so große Spinnen, da sollte wirklich mal jemand sauber machen und wenn du mich fragst, müsste auch mal was gegen die Mäuse getan werden, also wenn ich es mir so überlege, -…“ Da er mich immer verwirrter anschaute, stoppte ich und ließ ihn meine Frage beantworten. „Also, warum der Horrorkeller?“ Alexis seufzte kurz und stand auf. „Der war schon in dem Haus, als wir es gekauft haben. Der vorherige Besitzer muss wohl eine vorliebe für… Skelette gehabt haben, also so muss es gewesen sein. Und ich habe den Keller jetzt auch durch Zufall entdeckt und da drinnen lag deine Kette.“ Er zog sie aus seiner Hosentasche und gab sie mir wieder.
Einen Moment musste ich darüber nachdenken, ob ich ihm die Geschichte glauben sollte. Konnte es so viele Zufälle geben, dass es wirklich so erschienen war, als wäre er ein Mörder, hätte eine Leiche im Keller und eine andere Identität, womit nebenbei meine Hochzeit ungültig gewesen wäre?
Ich entschied mich dafür, dass einem das Schicksal eben manchmal einen Streich spielte. Das Leben bestand ja praktisch aus zu Zufällen, also musste ja so sein. Mein Mann konnte eh keinen umbringen, also das schloss ich jetzt auch mal aus.
„Nimmst du meine Entschuldigung an, Sternchen?“ Alexis schien bemerkt zu haben, dass ich mit mir zu kämpfen hatte, was seine Entschuldigung betraf.
„Wenn du keine Kontaktlinsen benutzt, die deine Augen so blau machen, verzeihe ich dir.“ „Äh, nein, natürlich nicht.“ Er grinste mich an, gab mir einen Kuss. Es lag wohl einfach in der Natur der Frau, gutgläubig zu sein. Und vielleicht wollten Frauen auch einfach nur ein bisschen Vertrauen in ihre Männer haben, auch wenn sie wussten, dass es wirklich Merkwürdige Zufälle gab, wenn alles stimmte, was man jeden Tag gesagt bekommt. Aber die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge ist oft nur ganz schmal, denn wer verzweifelt an etwas feshält, der sieht sogar die Lüge als Wahrheit. Und ich wollte nicht wieder alleine dastehen... Nur weil alles ein dummer Zufall gewesen war. Ein Zufall mehr nicht.
wir begannen darüber zu sprechen, was es wohl für Schokolade in London gab (Ich war übrigens auf das Thema gekommen) und wann wir hinfliegen wollten. „Frank ist übrigens ein ziemlich hässlicher Name.“, verkündete ich noch, bevor er wegen einen Termin wieder verschwinden musste. „Jetzt werd mal nicht frech, mein Opa hieß so.“, antwortete Alexis und gab mir währenddessen einen Kuss.
„Ich hohle dich morgen früh ab Sternchen, ja?“ Ich nickte ihm zu und bemerkte erst jetzt, dass Schwester Gabi anscheinend die ganze Zeit vor der Zimmertür gesessen haben musste, denn als Alexis die Tür öffnete, ergriff sie schnell die Flucht.

SoulSister Offline

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06.06.2010 19:52
#21 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Ich wusste es würde euch nicht gefallen, wenn Doktor Gretchen Haase wieder zu ihrem Millionär zurückkehrt. Aber mal sehen was passiert, muss ja nicht für immer sein, aber mehr sag ich nicht. :)
Trozdem danke für die vielen Kommentare, ich hab ja schon gesagt wie sehr ich mich freue, wenn ich lese das ihr... Mir droht.
Den nächsten Teil habe ich mir immer in der Serie gewünscht, leider wurden meine Wünsche nie erhört, deshalb jetzt hier für euch, viel Spaß beim lesen!


3x23

Da mein Bett irgendwie den Anschein machte, immer unbequemer zu werden und da mein Verlangen nach Schokolade fast unerträglich wurde, verließ ich mein Bett wagemutig und machte mich auf den Weg zum Automaten, der aber gerade von Schwester Gabi in Anspruch genommen wurde. Gut, konnte ich die eben gleich fragen, warum sie vor meiner Zimmertür gehockt hatte (Nur ich konnte Flecken mit Blicken vor Zimmertüren verschwinden lassen, sie brauchte das also schon mal nicht als Ausrede verwenden).
„Gabi?“ Erschrocken drehte sich die Schwester um und hätte fast ihren Müsliriegel fallen gelassen, den sie sich soeben gekauft hatte. „Musst du mich so erschrecken? Es gibt ja noch Schokolade für dich…“, zischte sie und schon den Riegel in ihre Manteltasche. Da musste ich jetzt nicht mehr drauf eingehen. Ich war ja jetzt stark und ließ mich von einer eifersüchtigen Schlange nicht runterziehen, die sowieso einen schlechten Geschmack hatte. Erdbeerschokoriegel schmeckten nämlich fürchterlich.
„Ich nehme du hast nicht zufällig vor meinem Zimmer gewartet, um mir eine gute Besserung zu wünschen?“ Etwas überrascht von meiner Frage blieb Gabi stehen. Sie hatte sich gerade zum Gehen umgedreht, jetzt schien sie zu überlegen, was sie klügste Antwort war. Innerlich machte ich gerade Luftsprünge, als Gabi mir die Laune wieder verdarb. Danke auch.
„Es war nur ein kleiner Kontrollbesuch. Ich wollte nur sehen, ob dein Mann sich auch so verhält, wie er vorgibt sich zu verhalten.“ Häh? Schwester Gabi, eine durch und durch verdorbene Person, faselte irgendwas von falschem Verhalten. Na da kannte sie sich sicher blenden aus.
Als sie sich umdrehte, um zu gehen, lief ich ihr hinterher. Obwohl keine Zeit mehr gewesen war, eine Tafel Schokolade zu kaufen, nahm ich das hier gerne in kauf. Die konnte doch unmöglich mehr über Alexis wissen als ich, oder?
Gabi bemerkte jedoch relativ schnell, dass ich ihr folgte und legte einen Gang zu. Also wenn sie im Glauben war, da würde ich nicht mitkommen, hatte sie sich geirrt.
Leider legte sie noch einen… und noch einen… Und noch einen Gang zu, sodass wir am Ende durch die Gänge rannten. „Ich werde von einer dicken Irren verfolgt, Hilfe bitte!“ Bitte!? Ich, eine Irre? Der ging es ja auch zu gut. Und dick? Also ich sicher nicht.
„Schwester Gabi, stehen bleiben!“, rief ich ihr nach, aber sie schien mich nicht hören zu wollen und rannte einfach weiter, bis wir vor Mehdis Zimmer ankamen (Sie mit großem Vorsprung…).
„Gabi, im Namen der Vernunft, bleib stehen!“, schrie ich ihr hinterher, ohne zu wissen, was ‚Im Namen der Vernunft’ bedeutete, mein Gehirn setzte wohl kurzzeitig aus, wenn ich rannte. Na ja, Hauptsache, ich verbrannte nebenbei auch noch ein paar Kalorien.
„Du… Etwas, lassen mich in ruhe!“, zischte sie mich an und rannte schnell in Mehdis Behandlungszimmer, wo sie von innen die Tür zuhielt. „Nun werden mal erwachsen, du… Dings!“, rief ich ihr zu, worauf sie nur genervt aufstöhnte und die Tür nur noch fester zuhielt.
Klar sah ich es gar nicht ein, jetzt aufzugeben. Entschlossen stemmte ich den Türgriff hinunter, während sie ihn erbittert hoch drückte. Gut, sie war stärker als gedacht, aber am Ende siegte das Gute sowieso, also machte ich mir da keine Sorgen.
Und tatsächlich, nach gefühlten 10 Minuten gab sie nach und ich öffnete die Tür. Schwester Gabi lies ihre Arme kraftlos runterhängen, doch als sie mich erblickte, schien sie neue Kraft zu schöpfen. „Verschwinde endlich, Klops!“, schrie Gabi und rannte in zum Behandlungsstuhl. Was aber am besten war: Mehdi sahs seelenruhig in seinem Stuhl, aß einen Keks und beobachtete das ganze. „Sag mal Mehdi, kannst du ihr vielleicht mal sagen, sie soll mich hier nicht-…“ Plötzlich flog das Modell des weiblichen Unterkörpers in meine Richtung. Gott sei Dank war Gabi genau so schlecht im werfen wie ich, weshalb das Teil gegen die Tür flog. Die einzelnen Teile sprangen durch die Gegend und ich wurde von der Harnblase am Hinterkopf getroffen. „Hey, dass war-…“, begann Mehdi, er wurde jedoch unterbrochen, als ich das Päcken mit Hygienehandschuhen, dass auf dem Tisch stand in Gabis Richtung warf. Gut, ich war wirklich noch schlechter im werfen, denn das Päckchen traf eine Sammlung Reagenzgläser. „Das waren die Spermien von einigen Männern drin, die eigentlich-…“ „Ha!“, schrie ich in Gabis Richtung, die angeekelt an sich hinunter sah. Die Reagenzgläser hatten direkt neben ihr gestanden und jetzt war sie voller Sperma von fremden Männern.
Ich begann zu grinsen, wurde aber fast von Stethoskop getroffen, dass Gabi nun wieder in meine Richtung warf. Mehdi kratzte sich nachdenklich am Kinn und beobachtete, wie nun auch andere Arbeitsutensilien, die gerade in Reichweite von Schwester Gabi oder mir lagen, gegen die Wand gepfeffert wurden.
Irgendwann schienen uns beiden die Wurfgeschosse auszugehen, sodass wir auf die verbale Schiene umstiegen. „Du fetter Klops, jetzt hör endlich auf Spritzen nach mir zu werfen!“ „Dann hör du doch auf, hier mit den einzelnen Knochenteilen des menschlichen Skeletts nach mir zu werfen!“ Tatsächlich hatte Gabi das nette Skelett von den Beinen bis zu den Rippen auseinander genommen (Wurde vom Unterschenkelknochen getroffen). Gabi presste die Lippen aufeinander und als ich ihr näher kam, um ein paar Wurfgeschosse vom Boden aufzuheben, sah sie das als Kampfansage und rannte auf mich zu. Ich schrie laut auf, als sich die Krankenschwester auf mich stürzte und mir an den Haaren zog. Gut, also da ich ja richtig gut kämpfen konnte, begannen wir einen erbitterten Kampf zu führen. „Geh von mir runter, du fette Kuh!“ Plötzlich mischte sich auch Mehdi ein: „Mädels, ich will ja nichts sagen, aber ihr-…“ „Still!“, herrschten Gabi & Ich ihn im Chor an und begannen weiter, zu kratzen, ziehen und schlagen.
Der Kampf dauerte irgendwas zwischen gefühlten Minuten und Stunden, als Gabi endlich aufgab und unter mir hervor krabbelte. Fast hätte ich vergessen, warum wir uns eigentlich vor Mehdi zu Affen gemacht hatten. Völlig außer Atem sah ich zu ihr. „Gabi, jetzt sag mir verdammt noch mal, was du vorhin gemeint hast.“ Sie kniff die Augen zusammen, sah mich an und schnappte nach Luft. „Kann mich nicht mehr daran erinnern, irgendwas gesagt zu haben.“ Gut, jetzt war’s genug. Ich bückte mich, griff nach der Harnblase, die mich eben getroffen hatte und warf sie in Gabis Richtung – Und traf. Ich sprang kurz hoch und jubelte, allerdings hatte ich keine wirkliche Ahnung warum. Machte mich die Tatsache, einmal getroffen zu haben so glücklich? Gabi jedenfalls schrie erschrocken auf und sah mich wütend an. „Vergiss es…“, zischte sie nun und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Wenn ich mich einmischen dürfte-…“ „Nein!“, fuhren wir Mehdi beide an. Auch ich verschränkte die Arme nun und setzte mein Pokerface, das ich seit eben diesem Moment besaß, auf. „Du wirst mir jetzt sagen, was du über-…“ Wir wurden von Marc unterbrochen, der mit einer Mappe das Zimmer betrat uns das Chaos, das herrschte, sichtlich verwirrt betrachtete. „Raus!“, schrieen wir drei (Mehdi schrie begeistert mit) ihn an, worauf er entschuldigend die Arme hob und sich mit einem leisen ‚Ist ja gut…’ aus dem Raum machte.
„Ich werde schweigen du dicker… Knödel.“ Entsetzt sah ich sie an. „Ich bin kein Knödel, du… dumme Ziege!“ Es folgten einige weitere Ausdrücke, die nicht wirklich viel brachten, allerdings verschaffte man sich so eine innere Zufriedenheit. Konnte jetzt etwas besser verstehen, warum die Jugend heute nur noch solche Wörter benutzt.
Da wir nun mit dem verbalen auch nicht mehr weiter kamen, schnappte sich jeder wieder Wurfgeschossen, doch als wir gerade den Erbitterten Kampf zwischen Gut & Böse weiterführen wollten, stellte sich Mehdi dazwischen. „Jetzt reichts ihr beiden Streit-...“ Wir hatten beide gleichzeitig geworden, womit Mehdi nicht nur von einer Packung Gleitgel, sondern auch von einem riesigen Pack Abstrichstäbchen getroffen wurde und im selben Moment zu Boden viel, wo er regungslos liegen blieb.
Erschrocken sahen wir uns an. „Ups…“

SoulSister Offline

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07.06.2010 20:16
#22 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Sorry das der Teil heute erst zu spät kommt, schreibe morgen eine letzte Arbeit für die ich noch üben musste.
Bedanken möchte ich mich bei euch für die Kommentare, es freut mich sehr das euch der letzte Teil gefallen hat, aber was kann man schon gegen eine Schlacht in der Gynäkologie sagen?
Auch viel Spaß mit dem nächsten Teil! :)


3x24

Ich hatte Marc schnell angepiepst, nachdem Mehdi umgekippt war. Zu dritt hatten wir ihn rüber in die Chirurgie gebracht, wo Marc und Ich seine Wunde schnell nähten, die er wahrscheinlich durch das Gleitgel (Hatte Gabi übrigens geworfen!) auf der Stirn bekommen hatte.
Während der OP schwiegen wir uns nicht wirklich lange an, sogar Marc ließ sich seine Neugierde ausnahmsweise mal anmerken. „Hasenzahn, was war da eigentlich los?“ Seine Stimme klang desinteressiert, aber ich konnte mir vorstellen, dass es sogar meinen Oberarzt brennend interessierte, warum Mehdi von einer Tube Gleitgel außer Gefecht gesetzt worden war.
„Och, nur eine... kleine Auseinandersetzung zwischen Gabi und mir.“, versuchte ich die Sache runterzuspielen. Er musste ja nicht wissen, was da alles geflogen war.
„Und warum siehst du dann aus, als hättest du dich mit einer Herde Footballspieler geschlagen?“ Oh nein. Ich hatte keine Zeit gehabt in den Spiegel zu sehen und ich war auch nicht auf die Idee gekommen, aber jetzt, wo er es erwähnte, wurde ich nervös. „Weil da war… Mehdi hatte seinen Ventilator an.“ „Er hat einen Ventilator?“ „Ja, hast du denn keinen? Also Marc, ich bitte dich…“ Er warf mir einen verwirrten Blick zu, dann setzte er zum letzten Stich an.
„Dir geht es wieder besser?“ Die Frage überraschte mich. Sorgte er sich etwa um mich? „Ja, sonst würde ich ja nicht hier stehen.“ Es herrschte eine kurze Pause, dann schien der alte Marc wieder da. „Wie viel Schokolade hast du gegessen, um wieder fit zu werden?“
Zum Glück waren wir gerade fertig geworden, womit ich auch keine Antwort mehr geben musste, war wahrscheinlich auch besser so, war ja auch nicht gerade die schlagfertigste Person hier.
Vor dem OP wartete Doktor Hassmann, anscheinend mit einer dringenden Neuigkeit auf mich. „Was macht eigentlich ihre Mutter so?“ „Ja, schönen guten Tag auch, Frau Doktor Hassmann. Ja, mir geht es gut, vielen dank für die Frage. Das Wetter ist wirklich schrecklich, da haben sie recht.“ Mehdi wurde gerade von den Schwestern in ein Zimmer geschoben, während ich mir die OP Klamotten auszog. „Ja, nun sagen sie schon.“, antwortete sie genervt und sah mich fordernd an. „Sie arbeitet hier als Krankenschwester.“ Erst schaute mich Dr. Hassmann entsetzt und verwirrt an, schließlich nickte sie. „Und sie betreut auch Patienten in Teilen des Krankenhauses, in dem es gar keine gibt?“

„Also ich finde dass jetzt ganz schön weit hergeholt.“ Während ich Frau Doktor Hassmann unsicher folgte, bestand sie darauf, meine Mutter dabei beobachtet zu haben, wie sie sich nach ihrer Arbeit im Krankenhaus noch etwas länger aufhielt. „Wenn ich es ihnen doch sage.“, beteuerte sie nun schon zum hundertsten Mal ihre Ehrlichkeit. „Und was soll sie bitte machen?“ „Ja, keine Ahnung, wahrscheinlich ist sie ne’ geheime undercover Nutte oder so was.“ „Jetzt sind sie besser still, Frau Hassmann. Meine Mutter ist sicher keine… Undercover Nutte.“
Wir hatten vorher präzise darauf geachtet, dass meine Mutter gleich Schichtende hatte. Wir hockten hier also, hinter einem Busch, warteten darauf, dass meine Mutter kam um eventuellen Tätigkeiten als Undercover Nutte nachzugehen, jedoch tauchte sie nicht auf.
„Das finde ich jetzt nicht lustig…“ „Ich sage es ihnen, sonst kommt sie immer her und geht da unten rein!“ Doktor Hassmann sprach leise, aber um einiges energischer. „Das bringt doch nichts, lassen sie uns lieber wieder gehen, bevor uns hier noch jemand sieht. Ist wirklich ganz schön peinlich… Sieht aus als würden wir hier hinter einem Busch hocken und dem Gras beim wachsen zusehen.“ Sie sah mich böse an, stand aber dann auf. „Irgendwann werde ich da unten reingehen und herausfinden, was ihre Mutter da macht, dass kann ich ihnen aber sagen.“ Ich sah sie nur mitfühlend an und schüttelte den Kopf. „Sie arme, arme Person. Müssen sie den Leuten denn das Leben zur Hölle machen, nur weil sie keinen Mann finden?“ Frau Doktor Hassmann legte den Kopf schief, lächelte mich an, als währe ich ein Alien und seufzte. „Haha. Sie mich auch.“ Dann stakste sie mit eiligen Schritten davon.

Gerade heute musste ihr Mann sie unbedingt zu einem Essen eingeladen haben. Dabei brauchte die Plantage dringen wieder mal eine rundum Umsorgung.
Eilig verließ Bärbel Haase das Krankenhaus.
Musste sie eben morgen eine Doppelschicht schieben.

Nachdem ich mir eine Tafel Schokolade gekauft hatte, hatte ich Mehdi einen Besuch abgestattet, der jedoch stand noch immer unter Narkose und schlief.
„Na Hasenzahn, willst ihm wohl einen Schrecken einjagen, wenn er wieder aufwacht, hm? Setzt dich nicht zu nah an ihn heran, sonst fällt der Arme in Ohnmacht wenn er dich gleich nach dem Aufwachen sieht.“ Marc betrat den Raum mit einer Mappe und studierte schnell die Werte.
Hastig aß ich meine Schokolade leer. Sollte Marc doch sagen was er wollte, aber mehr Sprüche über mein Gewicht konnte ich heute wirklich nicht gebrauchen, besonders nicht die von Marc.
„Hast du eigentlich mit der Brillenschlange geredet?“ Oh, heute so gesprächig? „Nein, noch nicht. Und kannst du sie vielleicht ein Mal Gigi nennen?“ Marc sah mich genervt an. „Warum sagst du mir nicht einfach, was los ist?“ Er machte eine kurze Pause und schien darüber nachzudenken, was er nun sagen sollte. Was war es, dass Gigi es mir unbedingt sagen wollte, was war es, dass Marc es anscheinend nicht aussprechen konnte?
„Was wäre, wenn ich dir sagen würde, ich habe diese Gigi nicht gevögelt?“ „Dann würde ich dir nicht glauben, Marc. Sie hat es doch gesagt, Gigi lügt nicht.“ „Bingo.“
Er warf die Mappe auf den Nachttisch neben dem Bett und verließ den Raum, schien in letzter Zeit so seine Art, Interesse an mir zu verlieren, wenn das Gespräch zwischen uns gerade interessant wurde.
Mein Verstand sagte mir, dass ich Marc nicht glauben sollte, was er versuchte mir auf umständliche Weiße zu erklären. Die beiden sollten nicht miteinander geschlafen haben? Dann musste Gigi gelogen haben.
Aber mein Herz sagte mir, dass ich Marc Meier dieses eine Mal wirklich vertrauen musste, auch wenn es bedeutete, dass meine Freundin gelogen hatte und das die drei Worte, die er hatte sagen wollen, drei ganz andere gewesen waren.

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08.06.2010 19:47
#23 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Ich bin gerade richtig im Stress, aber jetzt habe ich ab morgen endlich nichts mehr zu lernen, also viel Spaß mit dem nächsten Teil & Kommis nicht vergessen!

3x25

http://www.youtube.com/watch?v=Vbg7YoXiKn0

Es war im Winter gewesen, als meine Eltern abends Essen gefahren waren und ich das ganze Haus für mich alleine gehabt hatte.
Während ich es mir vor unserem Ofen bequem gemacht hatte, waren meine Gedanken mal wieder ganz bei Marc Meier gewesen und ich hatte mir ausgemalt, wie er mir bei Kerzenschein die drei Wörter sagen würde, die jede Frau gerne hörte.
„Gretchen, ich muss dir etwas sagen!“ „Was ist es Marc? Sprich es aus!“ Er kniete vor mir nieder, nahm meine Hand und sagte: „Ich liebe dich.“ Und dann küssten wir uns so lange, biss wir nicht mehr konnten (Was ja irgendwie praktisch unmöglich war).
Und schließlich würden Marc und ich im Kerzenschein romantisch Walzer tanzen, er würde mir immer wieder sagen, wie sehr er mich liebte, das ich seine Traumfrau war und alle würden neidisch werden, weil Ich Marc Meier erobert hatte.
Leider war es dazu nie gekommen, stattdessen sagte er immer wieder die drei Worte, „Du bist fett!“ zu mir. Und dabei beteuerte meine Mutter immer, jeder würde bekommen, was er verdiente. Na danke!


Bis heute war es nicht dazu gekommen, dass Marc Meier diese drei Worte zu mir sagte, doch wenn ich so darüber nachdachte, was in der letzten Zeit geschehen war, fühlte es sich gut an zu wissen, dass es anscheinend etwas gab, dass ihm auf dem Herzen lag. Dieses Etwas bestand aus drei Worten und er hatte es mir sagen wollen, bevor ich verheiratet gewesen war. Natürlich nur, wenn er die Wahrheit sagte. Und selbst wenn: Er hätte alles Mögliche zu mir sagen können.
Trotzdem blieb ich noch eine halbe Ewigkeit bei Mehdi sitzen und redete mit mir oder ihm, wobei er zwischendurch zu sabbern begann und es mir zu bunt wurde, als er anfing, laut zu schnarchen.
Als Alexis mich am nächsten morgen abholte, ließ ich mir nicht anmerken, dass ich kurz davor stand herauszufinden, was wirklich Sache war. Ich war froh darüber es bald zu wissen, aber auch aufgeregt. Sollte Gigi mich wirklich angelogen haben? Dabei hatte ich das Gefühl gehabt, wir waren immer beste Freunde gewesen. Und dann fragte ich mich, ob es schlimmer wäre, dass sie mit Marc schlafen würde, oder dass sie mich angelogen hat.
Ich konnte mich nur schwer entscheiden, entschied mich aber dafür, dass beides nicht dem Bild entsprach, unter dem ich mir eine gute Freundin vorstellte.
Als wir endlich angekommen waren (Hatte Alexis auf der Fahrt her dazu angespornt, sich mal so richtig gehen zu lassen und blitzen zu lassen, er war allerdings der festen Meinung, ich hätte wieder getrunken, weil ich sonst selber Polizistin spielen würde und jetzt einen auf Rowdy machte, er meinte sogar, ich wäre so prüde, dass ich mir wahrscheinlich nicht mal einen Krimi anschauen konnte, weil ich so strickt gegen Verbrechen wäre. Habe daraufhin alle gesehen Tatort Filme aufgezählt, er war nicht ganz überzeugt.), sprang ich aus dem Auto und durchwühlte aufgeregt meine Sachen, biss ich endlich mein Handy fand. Glücklicherweise konnte man während dem Telefonieren auch aufladen. Ich bestellte Gigi für heute Abend hier her, erwähnte aber nicht, dass ich wissen wollte, was los war, wahrscheinlich würde sie sonst wieder einen Rückzieher machen, wie sie es immer tat, wenn es wirklich um etwas ging. Sowieso hatte ich die Befürchtung, sie hatte sich nur ganz spontan dazu durchgerungen, mir die Wahrheit zu sagen. Gut, heute würde ich es aus ihr heraus bekommen, koste es, was es wolle.

Alexis hatte ich aus dem Haus gejagt, und ihm geraten, wenn er keinen Frauenabend miterleben wolle, ganz weit weg zu flüchten. Er war mir so dankbar für die Warnung gewesen, dass es erst mal eine gute halbe Stunde dauerte, bis er sich wirklich verabschiedete, weil wir noch zu beschäftigt gewesen waren, er war nebenbei bemerkt einfach ein wunderbarer Küsser.
Als Gigi kam, wäre ich vor Aufregung fast an die Decke gesprungen. Meine Strategie, um alles aus ihr heraus zu bekommen, war eine ganz einfache (Hatte ich von Alexis): Alkohol. Der half immer und Gigi vertrug nicht viel. Hoffte ich zumindest.
„Da bist du ja endlich!“, begrüßte ich sie strahlend, obwohl sie nicht eine Minute zu spät war. Allerdings war es mir so vorgekommen, im warten war ich schlecht. „Und, wie geht es dir? Ist alles wieder okay? Ich hatte mir ja solche Sorgen gemacht.“ Sie lächelte mir aufmunternd zu, aber ich war mir nicht sicher, ob das Lächeln echt war, ob sie die Wahrheit sagte. Was, wenn sie nicht mal Gigi hieß? Okay, muss unbedingt aufhören, zu fantasieren, sonst zweifle ich gleich an meiner eigenen Identität.
Wir sprachen ewig lange über alles Mögliche, wobei ich dem Gespräch nicht wirklich folgte, Gigi führte sogar fast ein Selbstgespräch. Konnten wir nicht endlich mal zu den wirklich wichtigen Dingen kommen?
Und tatsächlich, nach einer weiteren Ewigkeit kam der Punkt, an dem ich die Frage perfekt stellen konnte. „… Und ich war mir nicht sicher, ob ich ihn anlügen sollte, weißt du? Er war so ein netter Typ, aber wenn er erfuhr, dass ich Ärztin war, da war ich mir echt sicher, würde er gleich weglaufen.“ „Und, warst du ehrlich?“ „Nein, ich habe ihm gesagt, ich wäre Sekretärin in einer Firma. Klug, oder? So konnte ich ihn perfekt um den Finger wickeln.“ „Hm… Gigi?“ Sie sah zu mir auf, während sie sich noch eins von den Häppchen in den Mund schob, die ich extra für diesen Anlass gemacht hatte. Mittlerweile trank sie sogar ihr fünftes Glas Champagner, aber ich war mir nicht sicher, ob es etwas brachte. Zur Sicherheit hatte ich auch noch etwas von dem Mittel, dass Sabine mir gegeben hatte, dazugemischt. Die Wirkung war mir unbekannt, allerdings lief meine Freundin bald zu Höchstleistungen auf, denn sie redete nicht nur wie ein Wasserfall (Hah! Konnte ich sogar, wenn ich nicht betrunken war!), sondern schnitt auch die merkwürdigsten Grimassen.
„Was?“ „Du wolltest mir noch was erzählen… Wegen Marc und dir?“ Es herrschte eine kurze Pause, in der sie urplötzlich wieder nüchtern zu werden schien. „Äh.. Echt?“ Ich hatte es geahnt. Sie machte einen Rückzieher.
„Ja, echt.“, sagte ich langsam und sah sie an. „Du wolltest mir gerade sagen, dass du und Marc-… Was auch immer. Könntest du den Satz vielleicht auch noch beenden?“ Gigi räusperte sich kurz und legte das Häppchen, das sie gerade genommen hatte, wieder auf den Teller zurück. „Du hast mir doch am Tag vor der Hochzeit erzählt, du hast die ganze Nacht überlegt, ob du das richtige tust, oder?“ Ich nickte. Ja, die Nacht war der Horror gewesen. Ständig war ich die Hochzeit in Gedanken durchgegangen, doch immer wenn ich mich zu meinem Ehemann umdrehte, stand Marc vor mir und strahlte mich an. Das schlimmste war jedoch gewesen, dass mir der Gedanke gefallen hatte, Marc zu heiraten. Und das einen Tag vor meiner Hochzeit.
„Ich wollte wirklich nur dein bestes, Gretchen. Als dieser… Stinkstiefel, dieser Jerome zwei dann in den Aufzug kam und diese drei Worte sagen wollte, ich… Musste dich einfach retten, Gretchen.“
Etwas entsetzt griff ich zu meinem Champagnerglas, das ich bis jetzt unberührt gelassen hatte, um Gigi das trinken zu überlassen, jetzt jedoch war ein Schluck nötig.
„Aber-…“ „Gretchen, der Mann ist einfach nicht gut für dich. Er spielt doch nur mit dir. Vor dem musste ich dich einfach beschützen. Du weißt doch, mit Männern kenne ich mich aus. Ich werde dich vor solchen Typen wie Jerome beschützen, du brauchst wirklich gar keine Angst haben.“ Häh? Machte mir meine ehemalige beste Freundin gerade das Versprechen, mich vor Männern beschützen zu wollen?
„Nur, um es jetzt noch mal hören zu wollen: Marc hat nicht mir dir geschlafen?“ „Nein, er wollte… Aber er hat es nicht gebracht.“ Erst schwieg sie eine Weile, dann sah sie mich wieder an. „Er wollte es machen, um dich eifersüchtig zu machen.“ „Was?“ Ich sah Gigi aus großen Augen an. Sie presste die Lippen aufeinander und nickte. „Typisch Mann. Echt, so was un-…“ Ich jedoch unterbrach sie, als ich die Flasche Champagner nahm und mit großen Schlücken leer trank. Marc Meier hatte also tatsächlich nicht mit Gigi geschlafen, es kam sogar noch besser, selbst wenn er es getan hätte, nur um mich eifersüchtig zu machen. Konnte er nicht einfach zu seinen Gefühlen stehen? Anscheinend… Doch! Die drei Worte, waren sie etwa wirklich die drei Worte gewesen, auf die ich so lange gehofft hatte?
Der Gedanke bereitete mir noch mehr Glück, auch wenn ich mir nicht ganz sicher war. Marc und ein solches Liebesgeständnis? Wohl eher nicht. Sowieso wurde ich im nächsten Moment ganz Schuldbewusst, weil Alexis mein (Einziger, wohlgemerkt) Mann war, den ich aber immer wieder hinterging, indem ich ständig an Marc dachte.
Der Abend jedoch wurde noch richtig lustig. Gigi schien froh darüber, es endlich gesagt zu haben und wir beiden veranstalteten ein Champagnerwetttrinken nach dem anderen, wobei ich die Nase ganz klar vorne hatte. Jedoch musste sie früh wieder gehen, weil sie heute Nacht noch einen Flug nach London hatte und danach fuhr sie wieder nach hause, also würde ich sie lange nicht mehr wieder sehen. Schade, sie war die beste Champagnerwetttrinkern, die ich kenne.

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14.06.2010 19:57
#24 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Nachdem einige gefragt haben, warum ich keinen neuen Teil mehr reingestellt habe, muss ich erst mal sagen, dass es mir Leid tut! Aber jetzt habe ich echt alles hinter mir und ihr bekommt wieder neue Teile, tut mir Leid das ich die Sache schleifen hab lassen, kommt nicht mehr vor!
Der nächste Teil dürfte euch gefallen, wenn ihr was für Martchen übrigen habt, also ganz viel Spaß!


3x26

„… Und schließlich hat sie alles gestanden!“, erzählte ich Schwester Sabine gerade die neusten Nachrichten in Sachen Meier. Leider wurden wir unterbrochen, als ebendieser das Schwesternzimmer betrat. Gestern Nacht hatte ich mal wieder kaum schlafen können, weil ich mir ausgemalt hatte, wie froh er sein würde, wenn ich jetzt alles wusste, was er mir nicht hatte sagen können.
„Morgen.“, begrüßte er uns beide schnell und machte es sich dann am Tisch bequem. „Das ist ja wie in Doktor Rogelt Band 11, als alle in eine riesige Intrige verstrickt sind, nur-…“ „Ja Sabine, ist gut.“ Ich lächelte ihr kurz zu, woraufhin sie sich wieder hinsetzte und mir zusah, wie ich mich zu Marc an den Tisch setzte.
„Kann ich kurz mit dir reden?“ Er sah zu mir auf, zuckte dann nur mit der Schulter und sah wieder auf die Zeitung, die er gelesen hatte. "Hm..."
Oh. Seine Begeisterung schien sich irgendwo in der Polargegend aufzuhalten, weshalb ich sah ihn auffordernd an. „Was denn?“, fuhr er mich leise an, als er meinen Blick bemerkte. „Ich weiß jetzt alles.“, verkündete ich zufrieden und grinste ihn an. Na Marc, jetzt kannst du dich sicher kaum noch vor Erleichterung zurückhalten, hm? Okay, das hatte ich sagen wollen, es blieb mir allerdings im Hals stecken.
„Super. Dann weißt du ja jetzt, dass ich keine hässlichen Brillenträgerinnen flachlege.“ Er sah wieder auf seine Zeitung und wir schwiegen. Moment… Wo blieb bitte die Erleichterung? Warum sah er nicht mal erleichtert aus? Es musste ihn doch freuen, wenn jetzt zwischen uns endlich wieder-… Okay, dass wurde zu bunt. Durfte in dieser Richtung nur an Alexis denken.
Er schien meinen verwirrten Blick zu bemerken und legte die Zeitung auf den Tisch. „Ja was? Hast du gedacht, du bekommst jetzt ne’ Tafel Schokolade von mir, weil du so super Detektiv gespielt hast?“ Marc schüttelte nur den Kopf und stand auf. „Denk dran, in einer halben Stunde OP.“ Schon war er wieder verschwunden. „Na Frau Doktor, dass hat aber geklappt.“ Schwester Sabine lief zwinkernd an mir vorbei und wollte mir aufmunternd auf die Schulter klopfen, als ich aufstand. Also bitte! Wenn ich mir schon den ganzen letzten Arbeit langweilige Geschichten von Gigi anhören musste, sollte es sich wenigstens etwas gelohnt haben!
„Marc!“ Ich rief nach ihm, doch er schien außer Hörweite zu sein, weshalb ich ihm hinterher lief, ohne zu wissen wo er hin gelaufen war (Musste auf meine unbestechliche weibliche Intuition bauen).
Als ich in der Cafeteria ankam, fand ich ihn endlich. Er sahs an einem Tisch, aß einen Salat und las hier die Tageszeitung weiter. Gut, passte perfekt, hatte sowieso gerade Hunger bekommen, ich passte aber auf, nur einen kleinen Salat zu nehmen und als ich mich neben ihn setzte, starrte er erst verwirrt auf mein Essen, dann auf mich. „Seit wann-…“ „Ach Marc, komm.“ Ich nahm mit voller Begeisterung den ersten Happen Salat, meine Begeisterung wurde jedoch gedämpft, denn Salat war nicht gerade mein Lieblingsessen.
Da er wieder in Schweigen verfallen war, musste ich es wohl anders versuchen. „Weißt du wie erleichtert ich war, dass du nicht mit ihr geschlafen hast?“ Nun sah Marc wieder auf und grinste mich an. „Ach ja?“ „Ich meine ja nur wegen Gigi, ist ja schon doof, wenn die eigene Freundin mit dem Oberarzt so… Weißt schon.“ Er nickte und musste sich anscheinend ein Lachen verkneife. Ja, was war so lustig? War doch die Wahrheit, also fast. Den Teil, das ich nicht wollte, dass er so etwas tat (Hörte sich ja fast an wie seine Mutter), lies ich lieber weg. „Marc, ich bin wirklich froh, okay?“ „Hm…“, murmelte er nur und gähnte leise. „Weißt du was, Hasenzahn?“, begann er plötzlich. „Was?“ „Ich glaube, wir-…“ „Hm?“ Ich platzte fast vor Neugierde, weil es sich so vielversprechend anhörte, wenn Marc einen Satz mit 'Wir' begann. „… Sollten jetzt besser zum OP gehen, meinst du nicht auch?“ Marc stand auf, klopfte mir mit der Zeitung spöttisch auf den Rücken und brachte sein Tablett weg.

Es klingelte, und da Alexis von Buren alleine war, öffnete er die Tür. Die Person, die nun vor ihm stand, kam ihm bekannt vor, doch wirklich zuordnen konnte er sie nicht.
„Tag Frau…“ „Kragenow.“ Langsam drängte sich die Braunhaarige Fremde an ihm vorbei und sah sich in der Villa um, doch sie war nicht zum ersten Mal hier.
„Was kann ich für sie tun, Frau Kragenow?“ Mit einem freundlichen Lächeln drehte sich Gabi zu ihm um. „Ich hätte gerne eine ganz kleine Information von ihnen, Herr von Buren.“ Sie ging einige Schritte nach Link, bis sie schließlich vor einer Statue stand, gegen die sie sich nun lehnte. Urplötzlich öffnete sich eine Tür, die in einen Gang führte, was den vermeidlichen Millionär für einen Moment sprachlos machte. „Ups, ich Dummerchen.“, sagte Gabi und hielt sich gespielt entsetzt die Hand vor den Mund.
„Was wollen sie?“ Nun klang Alexis von Buren weniger freundlich, sogar eher drohend. „Wie ich ihnen schon gesagt habe, ich möchte nichts von ihnen, außer ein paar Informationen." Es herrschte einen Moment Stille, in dem sich beide ansahen und Gabi Kragenow wusste, sie würde auch diesmal bekommen, was sie wollte. „Wer sind sie wirklich?“

Die Operation war schnell vorbei gewesen und mit Marc hatte ich mich eigentlich ganz gut unterhalten. Gut, in unserem Gespräch war es um Blinddärme gegangen, aber er hatte mich wenigstens nicht ständig Hasenzahn genannt.
Nach der OP fragte er mich dann sogar ob ich Lust hätte, morgen die OP zu leiten. Ich stimmte begeistert zu, es stellte sich allerdings nur als Scherz heraus, woraufhin ich ihm erst mal sagte, dass ich das auf jeden Fall könnte. Wollte er mir aus unbekannten Gründen nicht glauben.
Danach sahen wir noch bei Mehdi vorbei, der gerade schlief, aber morgen wieder auf die Beine kommen würde. „Der arme Mehdi…“, murmelte ich und fuhr mit den Fingern über seine genähte Wunde. „Wer hat ihn denn bitte erschlagen?“ Marc drehte sich zu um und grinste mich spöttisch an, schrieb aber währenddessen weiter in die Mappe.
„War ja nicht absichtlich gewesen, sowieso war es Gabi, die das Gleitgel-…“ „Gleitgel?“ Er begann zu grinsen und sah zu Mehdi. „Kann mir gut vorstellen, dass er da freiwillig aufgegeben hat.“ „Oh Marc!“ „Was Hasenzahn? Meinst du nicht auch?“ Gut, er hatte es so gewollt. Ich griff schnell nach dem Kissen, das zu Mehdis Füßen gelegen hatte, für den Fall, dass es ihm zu unbequem wurde und warf es nach Marc, der jedoch wich ohne große Mühe aus. „Hasenzahn, würdest du vielleicht einmal-..." Schon hatte ich das Kissen wieder in der Hand und warf es wieder in seine Richtung. So fühlte sich moderner Aggressionsabbau an Marc Meier also an. „Hey, dass bekommst du zurück!“ Er legte die Mappe schnell auf den Tisch und schnappte sich das Kissen, das vor ihm auf dem Boden lag und warf es nach mir. Er traf mich gut, sogar ziemlich gut, weshalb ich durch den Raum taumelte (Ich sah bestimmt besoffen aus, oh Gott, ich hoffe er hat es nicht bemerkt!) und schließlich vor ihm zum stehen kam. „Gibst du auf?“, nuschelte ich überflüssigerweise, da ich gegen ihn nicht den Hauch einer Chance hatte, sollte es mal Hart auf Hart kommen. Er jedoch ging darauf ein und hielt mich an meinen Schultern fest, um mich gegen die Wand zu drückten. „Na, wer gibt jetzt auf?“ „Also ich nicht!“ Schnell löste ich mich aus seinem Griff, schnappte mir das Kissen und – Traf! Ich traf Marc Meier am Kopf (Mein Rachegefühl an ihm war fürs erste gestillt), worauf er schnell auf mich zukam. „Na warte…“ Wieder griff er meine Schultern, grinste mich an und sah mir in die Augen. In diesem Moment konnte ich nicht mehr atmen, nicht mehr denken, nichts mehr, mein Herz sackte in die Beine und dort schlug es so heftig weiter, dass Marc es sicher hören konnte. Ich spürte seinen Atem auf meiner Wange, er ging schnell, wurde aber von meinem Sicher überholt.

http://www.myvideo.de/watch/4648781/Jord...Now_You_tell_Me

Plötzlich jedoch ließ er mich los und schloss die Augen. „Es tut mir Leid…“, murmelte er und kratzte sich nervös am Kopf. Erst jetzt realisierte ich, was gerade geschehen war und wurde wütend und gleichzeitig verzweifelt. „Ja, dass sollte es dir auch.“ Ich war verheiratet und er hatte nichts Besseres zu tun, als mir in einem schwachen Moment mein… Mein Herz zu stehlen? Mir kamen plötzlich die Tränen. Warum musste es mir plötzlich wieder alles so schwer fallen? Er sollte mich nur in Ruhe lassen, aus meinen Gedanken verschwinden und wieder Platz für Alexis machen, aber ich bekam ihn nicht mehr raus, der Gedanke, wie sehr ich mir wünschte, ihn zu küssen, ließ mich nicht mehr los. Ich küsste Alexis und es war wunderschön, aber ich wollte, dass mich Marc küsste, alleine, um nicht ständig das Gefühl haben zu müssen, er würde mich ignorieren.
„Ach komm… Hasenzahn.“ Er räusperte sich laut und sah mich kurz an. „Ich gehe besser…“, fügte Marc leise hinzu und drehte sich um, um mich jetzt alleine hier stehen zu lassen. Es war genau so, als würde man mich im Regen stehen lassen. Ich stand da, an der Wand gelehnt und hoffte nur, ich wünschte mir, ich würde hören, wie er mir die drei Worte sagt, wie er mir einen Kuss gibt und alles für einen Moment wieder gut wäre, aber dann wanderten meine Gedanken zu Alexis und mir wurde so unwohl bei dem Gedanken, dass ich gerade dabei gewesen war, Marc Meier wieder etwas mehr in mein Herz zu schließen, dass mir übel wurde.
Da ich mein Handy dabei hatte, rief ich Alexis schluchzend an. Er ging nicht gleich ran, doch als er abnahm, hauchte ich leise in den Hörer: „Ich liebe dich, ja?“ Dann legte ich auf. Er würde mich heute noch einige Male anrufen, doch ich würde die abheben, weil ich daran denken musste, was Marc gerade tat.
Niemand von uns beiden schien bemerkt zu haben, dass Mehdi das ganze Geschehen beobachtet hatte und mit geballter Faust wieder eingeschlafen war, als auch ich das Zimmer verlassen hatte.

SoulSister Offline

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15.06.2010 20:18
#25 RE: Story by SoulSister Zitat · Antworten

Weiter gehts, danke für die Kommentare! :)
Dieser Teil ist wieder ein kurzer Zwischenteil, die nächsten Teile werden euch aber gefallen dürfen, sagt mir trotzdem was ihr denkt. :)
(Übrigens wer dieser Mann ist, den Gretchen liebt, lasse ich mal offen, interpretiert ihr es wie ihr wollt...)



ZWISCHENKAPITEL (3x27)

Alleine der Gedanke, dass Prinz und Prinzessin sich nicht immer sofort finden, macht ein Märchen spannend. Doch was ist, wenn die Prinzessin nur noch Angst vor der Liebe hat, wenn sie den Weg nicht erkennt, den sie gehen muss, um Glücklich zu werden?
Was, wenn alle ihre Arme weit geöffnet haben, doch die Gefühle unterdrückt werden müssen?
Was, wenn die holden Prinzen am Ende alle dieselbe Prinzessin lieben, die ihr Herz keinem der Prinzen schenken kann? Müssen sie ihre Gefühle verstecken, sie weiter unterdrücken, nur um der Prinzessin das Herz nur noch mehr zu brechen.
Dabei liebten sie doch alle.

Gretchen Haase streifte verzweifelt durch die Gänge des Krankenhauses. Wo sollte sie hingehen, wie sollte sie sich weiter verhalten, ohne sich zu verraten?
Sie konnte keinem mehr in die Augen sehen, ohne an einen anderen zu denken, egal wem sie in die Augen sah.
Das Märchen schien noch lange kein Ende zu nehmen, denn welche Prinzessin gab es schon, die ohne Zweifel ihr Leben lebte? Ein Märchen lebte von Zweifeln, doch die Prinzessin war nicht sicher, ob sie mit den Zweifeln leben konnte. Musste sie sich bald entscheiden, wo es doch schon immer nur einen gegeben hatte? Oder war aus dem einen ein anderer geworden? Dabei liebte sie ihn doch.

http://www.youtube.com/watch?v=EJZBOPwSI8U

Alexis von Buren sahs in einem seiner Wohnzimmer, starrte das Bild an der Wand an, das eine junge Frau zeigte und dachte darüber nach, wie es weiter gehen sollte.
Gretchen hatte fast erfahren was los war und diese Gabi Kragenow wusste schon bescheit. Wie lange konnte man etwas verbergen, dass jede Minute entdeck werden konnte, dass fast ein offenes Geheimnis war, obwohl er immer sein bestes gegeben hatte, um es zu verbergen? Aber noch mehr quälte ihn die Frage, was er Gretchen erzählen sollte. Denn er musste es ihr sagen, bevor sie es früher oder später anders erfuhr. Wenn sie nicht so gutgläubig währe, hätte sie ihn wahrscheinlich schon lange verlassen, als sie dem ganzen auf die Schliche gekommen war. Und es würde alles zerstören, wenn sie ihm nicht verzeihen würde, was er getan hatte, besonders, wenn sie es anders erfuhr, nicht von ihm.
Dabei liebte er sie doch.

Marc Meier sahs in seinem Büro und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Warum, verdammt, hatte er sich nicht zurückhalten können? Warum hatte er nicht einfach verschwinden können, wie er es in letzter Zeit immer tat? Er wollte keinen dieser Momente mehr erleben, in denen es ihm schwer viel, nicht daran zu denken, es ihr sagen zu müssen, diesen Millionär nicht dafür zu hassen, dass er Gretchen geheiratet hatte und endlich da zu sein, wo er sein wollte, bei ihr.
Aber wenn es darauf ankam, konnte er seine Gefühle unterdrücken. Er war sich sicher, irgendwann würden sie enden, die Gedanken an Gretchen Haase und sie würde wieder unwichtig für ihn erscheinen.
Dabei liebte er sie doch.

Als Mehdi Kaan aufwachte, spürte er, dass sich seine Hände zu Fäusten geballt hatten. Ja, er hatte wohl mitbekommen, was im Zimmer vorgefallen war, als Meier und Gretchen sich unbeobachtet gefühlt hatten.
Warum musste es ihm nur so schwer fallen, seiner Traumfrau in die Augen zu sehen? Es konnte nicht daran liegen, dass sie verheiratet war, denn selbst jetzt waren seine Gefühle für sie noch da. Doch immer wenn sie an ihm vorbei lief, sah er nur die Gretchen Haase, die ihn immer noch als besten Freund wollte, die nicht mehr in ihm sah und ständig dafür sorgte, dass er seine Gefühle für sie in Frage stellte.
Dabei liebte er sie doch.

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