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Dieses Thema hat 169 Antworten
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schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

26.05.2010 15:30
#51 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen :)
es geht endlich weiter
ich danke euch für eure kommentare :) und jetzt viel spaß mit dem neuen teil


Die OP an sich verläuft ziemlich gut. Den Umständen entsprechend eben. Aber das Mädchen wird ohne bleibende Schäden durchkommen. Jetzt müssen wir nur noch ihre Eltern finden.
Mit einem tiefen Seufzer reiße ich mir im Waschraum die Haube vom Kopf und sehe Marc an, der gerade dabei ist, sich seines OP-Kittels und des Mundschutzes zu entledigen.
Marc sieht aus wie nach jeder OP. Ihm scheint das ganze wirklich gar nichts auszumachen, was mich doch ein bisschen wundert. Ich meine, selbst wenn man keine Kinder mag, kann man doch hier nicht einfach herzlos zusehen. Wie macht Marc das nur immer nichts an sich ran zu lassen?
Ich jedenfalls im völlig fertig und brauche jetzt erst mal einen Kaffee und ein bisschen Schokolade.
„Ich bin kurz in der Cafeteria wenn du mich suchst.“ rufe ich Marc noch zu, ehe ich den Waschraum verlasse und mich in die Cafeteria begebe.
Dort angekommen hole ich mir ein großes Stück Schokokuchen und eine Tasse Kaffee.
Schlapp lasse ich mich in den Stuhl fallen und schließe für einen Moment die Augen um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Dann widme ich mich meinem Kuchen. Hmmm... Genau das was ich jetzt brauche. Und heute schmeckt er wirklich doppelt so gut wie sonst.
Neugierig lasse ich meinen Blick durch die Cafeteria schweifen. Egal zu welcher Tageszeit, irgendjemand ist immer hier. Sogar nachts lockt die Cafeteria mit frischem Kaffee.
Auch jetzt ist der Raum gefüllt mit den verschiedensten Menschen. Nur ein paar Tische weiter sitzt beispielsweise der Knechtelsdorfer, der sich angeregt mit diesem Miststück von Gabi unterhält. Worüber, kann ich leider nicht verstehen. Aber sie wird eh nicht viel Zeit das Gespräch fortzusetzen, denn die Wut über ihr kleines Spielchen steigt erneut in mir auf. Gepaart mit der schlechten Laune die ich eh schon wegen diesem armen kleinen Mädchen habe, gibt das einen explosiven Cocktail vor dem sich Gabi lieber in Acht nehmen sollte. Schließlich habe ich noch eine Rechnung mit ihr offen.
Kurzentschlossen erhebe ich mich von meinem Stuhl und gehe auf die beiden zu. Als ich an ihrem Tisch angekommen bin, werde ich von zwei erstaunten und verwirrten Augenpaaren beobachtet.
Ich blicke von Knechtelsdorfer zu Gabi und stemme die Hände in die Hüften.
„Ist irgendwas?“ fragt mich Gabi auch noch rotzfrech und blickt mich herausfordernd an.
Das ist ja wohl die Höhe, dass die jetzt auch noch so blöd nachfragt.
„Ob irgendwas ist? Hmmm... Mal überlegen!“ werfe ich sarkastisch ein und lege einen Finger an meine Lippen.
„Eigentlich bin ich nur rüber gekommen um ihnen zu sagen, dass ihr kleiner Plan nach hinten losgegangen ist. Weil Marc nämlich jetzt um mich kämpfen wird, weil er endlich verstanden hat, was er an mir hat. Und das Dank ihnen.“
Ich sehe wie Gabis Augen sich immer mehr weiten und plötzlich habe ich großen Spaß daran, die Sache noch ein bisschen weiter zu treiben.
„Sie dachten doch nicht wirklich wenn sie mir ein paar Märchen erzählen, würden sie ihn wieder zurück bekommen, oder? Sie sind weit unter seinem Niveau, das sollten sie doch langsam auch mal gemerkt haben. Und selbst wenn Marc und ich nicht zusammen sind, werden sie ihn ganz sicher nicht mehr für sich beanspruchen können. Es sei denn natürlich um mal ein Rezept zu unterschreiben oder Ähnliches. Sachen für die sie nunmal keine Erlaubnis haben.“
Ich werfe Gabi ein gehässiges Lächeln zu und drehe mich zufrieden wieder um und gehe an meinen Tisch zurück. In aller Ruhe esse ich mein Stück Kuchen auf und nehme noch einen Schluck Kaffee.
Gabi beachte ich nicht weiter. Man muss ja auch kein Genie sein um zu erkennen wie sprachlos sie ist. Damit hatte sie vermutlich nicht gerechnet. Und Knechtelsdorfer sitzt daneben und glotzt wie ein Auto.
Ich genieße noch ein bisschen diesen Moment der Rache und meine momentane Überlegenheit(ja, ganz schön gemein, ich weiß. Aber im Bezug auf Gabi hab ich das doch auch wenigstens ein Mal verdient), und trinke noch meinen Kaffee aus, ehe ich wieder aufstehe und den Gang entlang zum Aufzug gehe.
Marc wartet mit Sicherheit schon auf mich.
Als ich aus dem Aufzug trete und den Gang der Chirurgie entlang gehe, kommt mir auf einmal Schwester Sabine entgegen.
„Sabine, haben sie den Doktor Meier gesehen?“
Sabine scheint kurz nachzudenken, dann erwidert sie mit einem Lächeln, dass Marc noch einmal die Werte des kleinen Mädchens überprüfen wollte.
Ich nicke Sabine zu.
„Danke, dann werde ich ihn mal suchen.“
Welches Zimmer war das jetzt noch mal? Langsam tappse ich den Gang entlang und versuche mich zu erinnern in welches Zimmer wir das Mädchen gebracht haben.
Doch die Frage erübrigt sich nach ein paar Schritten denn ich komme an einer halb geöffneten Tür vorbei und sehe sie dort im Bett liegen und schlafen. Ich will grade die Tür weiter aufstoßen und in das Zimmer treten, als ich sehe, dass neben ihrem Bett jemand sitzt und ihre kleine Hand hält.
Ich halte einen Moment inne und drücke die Tür so leise es geht noch ein bisschen weiter auf. Und tatsächlich. Ich weiß zwar nicht, ob ich meinen Augen trauen kann, aber wenn doch, dann sitzt dort tatsächlich Marc an ihrem Bett und streicht sanft über ihre kleine Hand. Ein Lächeln huscht mir ins Gesicht. Verzückt sehe ich den beiden zu.
„Es wird alles gut, wir haben deine Eltern bald gefunden.“ sagt Marc so leise, dass ich es fast nicht verstanden hätte und streicht dem Mädchen dabei über die Stirn.
Soso. Es lässt ihn also kalt und er mag keine Kinder, ja? Interessant!
Mit einem Lächeln und einem wohlig warmen Gefühl im Bauch schließe ich die Tür leise und gehe zurück zum Schwesternzimmer um dort auf Marc zu warten. Er muss ja nicht wissen, dass ich seinen kleinen (unglaublich süßen) Gefühlsausbruch mitbekommen habe.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

26.05.2010 15:40
#52 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

edit: irgendwas komisches hab ich grad gemacht, sorry^^

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

27.05.2010 18:10
#53 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben :)
auch an dieser stelle mal wieder ein großes dankeschön an alle kommischreiber und auch an die stillen leser
ich hoffe der nächste teil gefällt euch :) viel spaß beim lesen.
glg


Im Schwesternzimmer angekommen lasse ich mich auf einen Stuhl fallen und werfe einen Blick nach draußen aus dem Fenster. Eigentlich ist ja relativ schönes Wetter heute. Genau richtig um einen Spaziergang zu machen.Oder um etwas mit seinen Kindern zu unternehmen. Gut, ich hab ja keine Kinder. Also... noch nicht. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Irgendwann zumindest.
Immerhin weiß ich ja jetzt, dass Marc Kinder wohl doch nicht so schlimm zu finden scheint wie er immer behauptet. Das sah nämlich eben noch ganz anders aus.
Und wenn Marc und ich mal Kinder hätten, wäre Marc bestimmt ein ganz toller Vater. Also, nicht dass ich daran denken würde mit Marc Kinder zu haben... Wir sind ja nur Kollegen. Aber mal so ganz rein hypothetisch gesehen, würde Marc sicher einen guten Vater abgeben.
Bestimmt würde er sich auch herzzerreißend um unser Kind kümmern wenn es mal krank wird. Schließlich ist er Arzt, da muss ich mir keine Sorgen machen. Also, ich bin ja auch Ärztin. Also... fast.
Man stelle sich mal vor wie wir zusammen durch den Park schlendern während er mit einer Hand den Kinderwagen schiebt und den anderen Arm um mich gelegt hat. Und zwischendrin bleibt er stehen und küsst mich und sagt mir, dass er mich liebt und dass ich die Einzige für ihn bin und dass er nur mit mir eine Familie gründen möchte und dass er für immer mit mir zusammen sein will und....
„Hasenzahn?“
Ich schrecke auf und sehe gradewegs in Marcs grüne Augen.
„Was?“
„Alles ok bei dir? Du sieht irgendwie wieder so unheilvoll verträumt aus.“
Marc blickt mich fragend an und hat sich leicht zu mir herunter gebeugt.
„Ja alles... bestens. Ich war nur ein bisschen in Gedanken vertieft. Also... absurde Gedanken. Aber... ach ist ja auch egal.“ winke ich ab und hoffe mal, dass Marc weder genauer nachfragt, noch irgendeine konkrete Ahnung hat worum es gehen könnte.
„Sag mal Hasenzahn hast du Lust auf nen Kaffee? Ich wollte grade...“
Plötzlich stürmt Sabine ins Zimmer. Sie hatte wohl ein bisschen zu viel Schwung den sie kommt erst kurz vor Marc zum Stehen und strauchelt noch ein wenig als sie aufgeregt beginnt zu sprechen.
„Frau Doktor. Die Eltern!!“ Sabine ringt nach Luft.
„Was? Was ist mit meinen Eltern? Ist irgendwas passiert?“ Ich stehe auf und mache einen Schritt auf Sabine zu. „Ist irgendwas passiert? Jetzt sagen sie schon!“
Kopfschüttelnd ringt Sabine immer noch nach Luft, während sie die Hände in die Hüften gestemmt hat und immer noch unfähig ist weiter zu sprechen.
„Ähh Hasenzahn, ich glaube nicht dass...“
Ich werfe einen Blick zu Marc rüber, lasse ihn jedoch nicht ausreden, schließlich will ich wissen was Sabine mir über meine Eltern sagen will.
„Marc jetzt sei doch mal ruhig!“
Ich drehe mich wieder zu Sabine um die langsam wieder zu Atem kommt und sehe sie erwartungsvoll an.
„Und? Was ist denn jetzt?“ frage ich ungeduldig.
Und Sabine will auch grade antworten, als Marc sich auf einmal wieder einmischt.
„Hasenzahn sie redet nicht von deinen Eltern, sondern von denen des Mädchens.“
Ein bisschen verwirrt aber auch leicht peinlich berührt sehe ich wieder zu Sabine die bestätigend mit dem Kopf nickt und dann auch endlich mit der Sprache rausrückt.
„Die Schwester Melanie hat das Mädchen kurz nach der OP kontrolliert und wie es der Zufall wollte, wohnt das Mädchen nur ein paar Häuser weiter und sie kennt die Eltern. Die übrigens jetzt auf dem Weg hier hin sind.“ schnaufend beendet Sabine ihren Satz und blickt stolz von mir zu Marc.
„Schön, dann können ja alle gleich wieder auf happy family machen. Ich geh jetzt in die Cafeteria. Kommst du mit Hasenzahn?“
„Äh... Was? Ja, von mir aus.“
natürlich freue ich mich für das kleine Mädchen. Dann ist es auch nicht alleine wenn es aufwacht. Und ich wette, dass Marc sich auch freut. Und wenn auch nur ein kleines bisschen. Aber er zeigt er natürlich nicht. Warum sollte er auch, er ist ja Marc.
Im Aufzug angekommen, drückt Marc die Eins und lehnt sich lässig an die kühle Metallwand.
„Sag mal Marc, freust du dich denn gar nicht darüber, dass wir die Eltern des Mädchens finden konnten?“
Marc schnaubt einmal auf und sieht mich gelangweilt an.
„Ach Hasenzahn, das ist mir doch egal. Hab ich dir doch schon gesagt!“
Achso ist das also. Der feine Herr leugnet es also mal wieder.
Ich zucke nur mit den Schultern und wir beide warten darauf, dass der Aufzug anhält und die Türen sich öffnen.
In der Cafeteria angekommen, holt Marc zwei Kaffee und wir setzen uns an einen freien Tisch ziemlich in der Mitte. Eine Weile hängt jeder seinen Gedanken nach (gut, ich muss gestehen ich denke immer noch daran wie Marc unser Kind durch den Park schiebt und mich im Arm hält), bis wir auf einmal von einer Person unterbrochen werden, die sich zu uns an den Tisch setzt.
„Na ihr Zwei?!“

schleumel Offline

Mitglied


Beiträge: 2.683

28.05.2010 20:41
#54 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so es geht weiter.
sorry, bin heute ein bisschen spät dran, hoffe ihr habt trotzdem spaß mit dem neuen teil :)
glg und danke für die kommis


Gleichzeitig blicken Marc und ich in Mehdis Augen, woraufhin Mehdi mit einer Hand auf den freien Stuhl neben Marc deutet und uns weiter ansieht.
„Darf ich?“
„Sicher.“ antwortet Marc und Mehdi zieht den Stuhl zurück und setzt sich. Anschließend stellt er sein reich beladenes Tablett vor sich auf den Tisch und atmet schwer aus.
„Was für ein Tag. Ich habe heute schon 3 Kaiserschnitte zur Welt gebracht. Alles Jungs. Man könnte meinen, Jungs machen es sich von Anfang an schon selber schwer wenn man das so sieht.“
Kopfschüttelnd nimmt Mehdi eine Gabel von dem undefinierbaren Reisgericht welches heute in der Cafeteria der Tagestipp ist und schiebt sie sich in den Mund.
Ich hingegen werfe einen vielsagenden Blick zu Marc rüber, der daraufhin kurz die Augenbrauen zusammen zieht und noch einen Schluck von seinem Kaffee nimmt, ehe er sich Mehdi zuwendet.
„Sag mal was schaufelst du schon wieder alles in dich hinein? Hast du den Anker immer noch nicht gefunden?“
„Anker?“ frage ich ein bisschen verwirrt und vor allem neugierig, aber Marc winkt nur ab.
„Das ist ein... Männerding, das verstehst du nicht.“
„Ahhh jaaa...“ Ungläubig ziehe ich eine Augenbraue hoch und lege die Hände um meine Kaffeetasse.
Mehdi nickt eifrig, vielleicht ein bisschen zu eifrig, aber wer weiß schon für was der 'Anker' in der Männersprache das eigentliche Codewort ist. Wer kann schon ahnen was Männer denken?!
„Guck mal da hinten die Schwester Katharina. Die ist so dumm dass man schon fast weinen möchte!“ fängt Mehdi auf einmal an zu lästern und ich hätte wirklich nicht erwartet, dass Mehdi jemand ist der lästert. Aber anscheinend kann er das doch ganz gut. Und Marc hält sich natürlich auch nicht zurück. Er dreht sich kurz nach hinten um und wirft einen Blick zu Schwester Katharina.
„Jaaaa! Ich hatte sie auch mal ganz kurz als OP-Schwester. Beim ersten Mal ist die einfach in den OP ohne sich steril zu waschen. Dann hab ich sie natürlich erst mal zur Sau gemacht. Geht ja auch nicht sowas.“
Marc schüttelt verständnislos den Kopf und nimmt einen weiteren Schluck Kaffee. Mehdi nickt.
„Mhm. Erst gestern hab ich sie gebeten mir einen Behälter für Samenspenden zu geben und was macht die? Nimmt den letzten Schluck aus ihrem Wasserglas und hält es mir dann ernsthaft hin. Ich hab mich schon gefragt ob das hier versteckte Kamera ist aber die meinte das wirklich ernst.“ Mehdi bricht in lautes Gelächter aus und Marc tut es ihm gleich, während beide noch einen Blick rüber zu Katharina werfen. Die Arme hat sicher schon bemerkt, dass man über sie lacht.
Um größeres Übel abzuwenden stupse ich Marc leicht in die Seite, damit er endlich aufhört zu lachen, aber irgendwie bewirke ich nur das Gegenteil von dem was ich eigentlich erreichen wollte. Ich blicke eindringlich in Marcs Augen, doch den interessiert das irgendwie nicht.
Und auf einmal bemerke ich, wie ich Marc ein bisschen beim Lachen beobachte. Ich bekomme eine leichte Gänsehaut als ich sehe wie seine grünen Augen strahlen und seine Grübchen! Ach, die Grübchen. Am liebsten würde ich einmal ganz kurz mit dem Finger drüber aaaaaber ich beherrsche mich. Obwohl, wenn ich nur einmal ganz kurz... NEIN! Ich bleibe stark. Zwischen Marc und mir ist schließlich immer noch nichts geklärt, auch wenn ich das gerne hätte.
Aber wie er lacht...
Er würde sicher auch so lächeln wenn ich auf ihn zugelaufen komme. Auf einer Blumenwiese. Und mein Kleid weht hinter mir und die Haare wehen im Wind. Und er streckt seine Arme nach mir aus (natürlich alles in Slowmotion, ist ja klar) und dann küsst er mich. So als würde es kein Morgen mehr geben. Und dann sagt er, dass er mich liebt, und dass es ihm unendlich Leid tut was er getan hat.
Ähh... Ja... aber bis es soweit ist, vergehen sicher noch Jahrtausende. Und dazwischen kommen bestimmt drei Eiszeiten. Mindestens!
Ach, ich wünschte ich könnte die letzten 2 Tage ungeschehen machen. Dann würde ich mir von Gabi nicht so einen Mist einreden lassen, müsste mich nicht von Alexis trösten lassen und würde Marc auch nicht mit dieser... Frau erwischen. Jaaa.. das wär schön. Eine Zeitmaschine müsste man haben. Aber ich hab ja leider keine, also muss ich auch irgendwie so damit klar kommen.
„Gretchen?“ höre ich auf einmal Mehdi wie aus der Ferne rufen.
Huch. Ich sollte vielleicht wirklich besser darauf achten wann und vor allem was ich träume.
„Alles ok?“
Ich will grade antworten dass es mir gut geht, doch Marc muss sich ja mal wieder einmischen.
„Ich wette sie träumt wieder. Hat sie eben auch schon im Schwesternzimmer gemacht.“ Ein fieses Grinsen breitet sich auf Marcs Gesicht aus. „War ich gut?“
Also... Das geht jetzt aber wirklich... Ich meine, hallo? Darüber reden wir aber noch mein Freund!

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

30.05.2010 15:24
#55 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so ihr lieben :)
es geht weiter. sorry dass gestern nichts kam, aber ich war so müde, dass ich es nicht an den pc geschafft habe
vielen lieben dank für eure tollen kommentare
und jetzt viel spaß mit dem neuen teil


Ich schnaube verächtlich auf und verdrehe genervt die Augen. Was Marc sich immer einbildet. Als ob ich nur von ihm träumen würde, also echt. Ja guuut, eigentlich… träume ich ja auch von keinem andern Mann als Marc. Außer vielleicht vom Weihnachtsmann der mir verspricht, dass ich alle Schokomänner dieser Welt aufessen darf. Aber sonst…
Aber ist ja auch egal, so langsam müssten wir nämlich auch mal wieder an die Arbeit.
„Sag mal Marc, sollten wir nicht eigentlich nach dem kleinen Mädchen sehen?“
Marc wendet sich von Mehdi ab und blickt mich fragend an.
„Marc, das kleine Mädchen mit dem gebrochenen Arm, dem gebrochenen Bein und den gebrochenen Rippen?“
Marc kratzt sich kurz am Kopf, dann nickt er mir zu und steht auf.
„Die Arbeit ruft!“ sagt er noch zu Mehdi, ehe wir zusammen die Cafeteria verlassen und uns auf den Weg zu dem kleinen Mädchen machen. Übrigens heißt die kleine Julia. Das weiß ich übrigens auch alles von Sabine, und die hat es natürlich von Schwester Melanie.
Als Marc und ich das Zimmer betreten ist die kleine zwar schon wach, aber trotzdem noch ziemlich von der Narkose benommen.
Marc und ich treten vor ihr Bett und Marc nimmt sich die Mappe mit den Werten zur Hand und studiert sie für einen Moment eingehend.
„Also Julia, das hier ist Gretchen Haase und ich bin der Dr. Meier. Wir haben uns um dich gekümmert nachdem der Krankenwagen dich hier hin gebracht hat. Deine Eltern sind schon auf dem Weg.“
Marc schenkt der Kleinen ein schiefes Lächeln und schaut dann noch einmal in die Mappe. Dann nickt er kaum merklich und greift nach seinem Stethoskop.
Er geht ums Bett herum und setzt sich zu Julia ans Bett. Dann hält er das Stethoskop hoch und sieht die kleine beruhigend an.
„Du musst keine Angst haben, ok? Mit dem Ding hier gucke ich nur nach ob deine Lunge in Ordnung ist, damit du auch genug Luft bekommst, ok?“
Die kleine nickt zögerlich und Marc legt das Stethoskop auf ihren Brustkorb und lässt sie immer wieder tief ein- und ausatmen.
Als er das Stethoskop schließlich wieder wegnimmt, dreht er sich zu mir um und sieht mich an.
„Ist alles in Ordnung.“
Marc will grade wieder aufstehen, als die kleine Julia ihn auf einmal nachdenklich ansieht und den Finger an den Mund legt.
„Ich kenne dich.“
Marc schaut sie ein bisschen verwirrt an und kratzt sich überrascht am Kopf.
„Das kann nicht sein. Sicher meinst du irgendeinen anderen Arzt. Mit den weißen Kitteln sehen wir ja auch ziemlich ähnlich aus.“
Etwas unsicher wie mir scheint steht Marc schließlich wieder vom Bett auf und stellt sich wieder neben mich. Doch die kleine Julia will anscheinend nicht locker lassen und gibt sich auch nicht mit Marcs Erklärung zufrieden.
„Aber du warst hier und hast gesagt dass…“
Tatsächlich lässt Marc die kleine nicht ausreden. Muss ihm wohl ganz schön peinlich sein die Sache. Wenn er nur wüsste, dass ich eh schon lange weiß was er der kleinen gesagt hat. Aber ich schau mir das Schauspiel lieber noch ein bisschen an.
„Du musst mich wirklich verwechseln. Ich war nicht in deinem Zimmer. Und gesagt habe ich auch nichts! Hasenzahn, wir gehen!“
Etwas unsanft packt Marc mich am Arm und will mich aus dem Zimmer rausziehen was ihm leider auch gelingt. Ich sollte wirklich mal mit Training anfangen. Irgendwas was mich stärker macht. Vielleicht Gewichtheben oder so.
Draußen vor der Tür funkle ich Marc wütend an.
„Sag mal! Was soll denn das schon wieder?!“
„Wir… müssen noch… Sabine! Die wollte irgendwas eben.“
Kopfschüttelnd blicke ich Marc in die Augen. Ist ja wohl unfassbar. Jetzt stammelt er hier wieder rum anstatt einfach zuzugeben, dass er sich um das kleine Mädchen Sorgen gemacht hat. Aber bloß keine Gefühle zeigen, passt ja nicht zum Machoimage! Argh!
Marc hat sich schon wieder umgedreht und will in Richtung Schwesternzimmer verschwinden, aber so einfach mach ich es ihm sicher nicht.
„Ach Marc, mach dir mal um Sabine keine Sorgen. Ich bin sicher es wird alles wieder gut, hm?“ Provozierend verschränke ich die Arme vor meiner Brust und ziehe die rechte Augenbraue hoch.
Mit einem Ruck dreht Marc sich wieder zu mir um und zupft nervös an seinem Hemdkragen rum. Mit einem Finger deutet er auf die Zimmertür neben der ich immer noch stehe.
„Ähm.. Woher weißt du…?“
„Ich hab halt meine Quellen!“ rufe ich souverän und drücke mich an Marc vorbei, der mich wie ein Auto anschaut, und gehe zum Schwesternzimmer.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

31.05.2010 16:00
#56 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

salut!
ich dachte ich lass euch mal den nächsten teil da :)
ich hoffe er gefällt euch
ganz liebe grüße und danke für die kommis




Dort angekommen lasse ich mich erst mal auf einen Stuhl fallen und seufze laut auf. Blöd nur, dass ich Sabine gar nicht gesehen habe, die jetzt auf mich zu kommt und mich besorgt ansieht.
„Ist alles in Ordnung bei ihnen Frau Doktor? Sie sehen so… geschafft aus.“
Ich schaue Sabine an und versuche sowas wie ein Lächeln auf die Reihe zu bekommen.
„Ach es ist nichts. Ich bin sicher einfach nur müde.“
Wohlwissend, dass ich lüge, zieht Sabine eine Augenbraue hoch und wendet sich wieder ihrem Buch zu, welches sie grade aus ihrem Spint geholt hat.
„Natürlich Frau Doktor…“
Es scheint, als würde Sabine sich nun vollständig auf ihr Buch konzentrieren, denn für ein paar Minute ist es tatsächlich still im Schwesternzimmer, was ich dazu nutze um kurz die Augen zu schließen und ein bisschen zu verschnaufen. Plötzlich höre ich Sabines Stimme jedoch wieder, wie sie monoton zu mir dringt.
„Sie sollten reden!“
„Hm? Was?“
Verwirrt sehe ich sie an, doch sie hat immer noch nur Augen für ihr Buch und redet weiter ohne davon aufzusehen.
„In ihrem Horoskop steht, dass sie sich heute alles von der Seele reden sollen. Weil ihr Glücksstern im Uranus steht und…“ plötzlich sieht sie mich doch an und lächelt mich verträumt an. „Das ist einfach die beste Gelegenheit, wissen sie?!“
Dann senkt sie ihren Blick wieder und schaut wieder auf die Zeilen in ihrem Buch. Wieder herrscht Stille. Das einzige Geräusch, das ich vernehme ist das Umschlagen der Buchseiten, jedesmal wenn Sabine zwei Seiten zu Ende gelesen hat.
Irgendwie ganz schön unangenehm diese Situation… Ob ich Sabine wirklich von der Sache erzählen soll? Ich meine ich muss ihr ja nicht alles erzählen. Und mit wem sollte ich sonst schon reden? Versuchen könnte ich es ja…
Sabine räuspert sich plötzlich extra laut und lange und wirft einen kurzen Blick zu mir rüber.
„Jaaaa gut, okay! Vielleicht bin ich doch nicht nur einfach müde!“ gebe ich zu und zucke kurz mit den Schultern, nur um sie dann gleich wieder sinken zu lassen.
Mit einem Lächeln klappt Sabine ihr Buch zu und legt es auf den Schreibtisch neben sich. Dann dreht sie sich zu mir um und sieht mich ernst an.
„Es hat doch nicht wieder etwas mit dem Doktor Meier zu tun, oder?“
Zweifelnd sehe ich sie an.
„Vielleicht doch?“
„Ich wusste es!“ antwortet sie verheißungsvoll und sieht mich erwartend an.
„Naja, es… ist schwierig im Moment. Er hat… etwas getan was mich wirklich enttäuscht hat. Gut, ich bin auch nicht fehlerfrei. Aber jetzt, da… möchte ich bei ihm sein und kann einfach nicht, verstehen sie?“
Sabine nickt eifrig.
„Das ist fast so wie bei Dr. Rogelt Band 23 ‚Entscheidung des Schicksals‘ wo Dr. Rogelt und Monique…“
„Sabine, sie… schweifen ab?!“
Sabine streicht sich eine Strähne hinters Ohr und drückt die Schultern nach hinten.
„Sie sollten reden!“
„Was? Aber? Mache ich das nicht grade?!“ verwirrt sehe ich Sabine an, doch die scheint das ganz anders gemeint zu haben.
„Ich meine natürlich mit dem Dr. Meier. Sieht doch ein Blinder, dass sie ihn noch lieben und dass sie ihn vermissen.“
Mit diesen Worten und einem Lächeln auf den Lippen verlässt Sabine das Schwesternzimmer.
Ich sitze noch eine Weile da und denke über das nach, was sie gesagt hat. Ist das wirklich so offensichtlich? Hatte doch eigentlich versucht mir Mühe zu geben, damit es eben nicht so ist.
Irgendwann schnappe ich mir meine Tasche und fahre nach Hause in den wohlverdienten Feierabend.
Zu Hause komme ich allerdings auch nicht zur Ruhe. Ich liege auf meinem Bett, beobachte die Regentropfen die gegen mein Fenster schlagen und natürlich drehen sich meine Gedanken mal wieder nur um Marc.

http://www.youtube.com/watch?v=9fOtvZSGmXE

Warum kann ich diesen Idioten nicht einfach vergessen? Warum muss ich jede verdammte Sekunde an ihn denken? Und warum vermisse ich ihn jetzt schon wieder so sehr, dass es mir fast das Herz zerreißt? Und das alles obwohl er mir so weh getan hat, ich versteh das einfach nicht. Es muss auf dieser Welt doch auch noch andere Männer für mich geben als Marc Meier!
Ob Sabine wirklich Recht hatte und ich noch mal mit ihm über alles reden sollte? Ob er vielleicht endlich mal den Mund aufbekommt? Ach, was soll’s mehr verlieren kann ich eh nicht. Also werde ich ihn jetzt zur Rede stellen.


Zur selben Zeit saß Marc Meier mit einem Bier bewaffnet auf dem Sofa und starrte die Wand vor sich an. Mal wieder konnte er an nichts anderes denken als an Hasenzahn. Die Frau musste ihn verhext haben. Sowas hatte vorher noch keine bei ihm geschafft. Aber Hasenzahn war ja auch nicht wie alle anderen, das hatte er spätestens dann erkennen müssen, als sie ihn einfach nicht mehr hatte sehen wollen und sich lieber mit Alexis vergnügt hatte. Da war es mit dem jungen Chirurgen einfach durchgegangen. Er hatte so ein tiefes Stechen in seinem Herzen gespürt, was er bis jetzt noch nicht gekannt hatte. Er hatte zwar versucht, das Stechen mit Alkohol und einer anderen Frau zu betäuben, doch er musste sich eingestehen, dass es immer noch weh tat sie jeden Tag zu sehen und sie doch nicht berühren zu dürfen. Ihr nicht nah sein zu dürfen weil er einen großen Fehler gemacht hatte. Wenn er doch nur die Zeit zurück drehen könnte, er hätte Einiges anders gemacht, das stand fest. Aber dazu war es jetzt zu spät. Er hatte es versaut, wahrscheinlich für immer. Und dabei vermisste er sie doch so sehr…

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

01.06.2010 11:12
#57 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

aloha :)
weil ihr schon soooo lange auf zuckerentzug seid, dachte ich, ich lass euch die paar körnchen jetzt schon mal da. ich hoffe ihr habt freude daran.
übrigens möchte ich mich auch diesmal wieder für eure kommis bedanken, da freu ich mich wirklich jedes mal wenn ich sie lesen darf
ganz liebe grüße


Im Regen laufe ich durch halb Berlin, so kommt es mir jedenfalls vor, bis ich schließlich vor Marcs Haustüre stehe und eifrig und entschlossen seine Klingel mehrmals drücke. Ein genervtes „Ja ja, ich komm ja schon!“ dringt mir durch die geschlossene Tür entgegen, ehe Marc die Türe aufreißt.
„Mein Gott was soll – Gretchen?“ Marc blickt mich ziemlich überrascht an.
Und bevor ich es mir anders überlegt habe und mich der Mut verlässt rede ich einfach drauf los.
„Marc, wir müssen reden! Und ich meine wirklich reden! Nicht dein ewiges Rumgestammel aus dem eh keiner schlau wird. Wahrscheinlich nicht mal du selber.“
Marc sieht irgendwie ein bisschen überrumpelt aus, aber da hat er jetzt einfach mal Pech gehabt. Reicht ja auch wenn er mir jetzt erst mal zuhört.
„Immerhin steht mein Glücksstern im Uranus oder Jupiter oder was weiß ich und… ja…Ich meine du weißt genau wie sehr ich… wie sehr ich dich brauche und dass ich nur dich will und wahrscheinlich bist du auch der einzige Mann der mir jemals dieses Gefühl geben kann und doch muss ich jeden Tag versuchen dieses Gefühl zu bekämpfen. Weil das mit uns wohl einfach nichts werden soll. Und ich kann das Gefühl einfach nicht bekämpfen. Immerzu muss ich an dich denken, bekomme dich weder Tags noch Nachts aus meinem Kopf raus. Du bist da wenn ich aufstehe, wenn ich zum Krankenhaus fahre, wenn ich wieder nach Hause fahre, wenn ich ins Bett gehe, ja sogar wenn ich schlafe.“
Unbewusst spüre ich wie Marc meinen Arm nimmt und ich ein paar Schritte nach vorne mache. Doch ich achte nicht weiter darauf und versuche lieber meine Gedanken zu ordnen damit ich weiter reden kann.
„Und du weißt ganz genau, dass ich einfach nicht von dir los kommen kann und dann spielst du auch noch mit meinen Gefühlen, schon mein Leben lang!“
Marc schließt die Tür hinter mir und hebt verteidigend seine Hände.
„Gretchen ich wollte doch nicht…“
Doch ich bin überhaupt nicht in meinem Redefluss zu bremsen.
„Ich habs wirklich satt, dass du ständig mit mir machen kannst was du willst ohne daran zu denken wie es mir dabei geht. Eigentlich wollte ich auch gar nicht hier her kommen um mit dir zu reden aber ich konnte mal wieder nicht anders!“
Für einen Moment hole ich tief Luft und blicke mich um.
„Ja… Wie bin ich denn eigentlich in deine Wohnung…?“
Ich sehe wie Marc kurz auflächelt.
„Ich dachte du wolltest vielleicht nicht die ganze Zeit über im Regen stehen, bist ja auch schon ziemlich… nass.“
Marc mustert mich von oben bis unten und erst jetzt fällt mir auf, wie durchnässt ich wirklich bin. Auf dem Boden unter mir hat sich bereits eine kleine Pfütze gebildet und die Haare kleben mir in dicken, nassen Strähnen im Gesicht.
Ich schiebe ein paar der Strähnen weg und sehe Marc an.
„Danke, das ist… nett.“
Wieder lächelt Marc mich an und sein Lächeln lässt mich schon fast wieder vergessen, dass ich eigentlich noch mehr zu sagen habe. Bevor mein Hirn endgültig abdriftet, habe ich mich aber wieder gefangen. Marc sieht mich weiter an und hält mir ein Tuch entgegen mit dem ich mir jetzt das Gesicht abtrockne.
Anschließend lasse ich meine Hände samt Handtuch wieder sinken uns sehe Marc fest in die Augen.

http://www.youtube.com/watch?v=kRDJK2VAdTw&feature=related

„Weißt du Marc, du hast gesagt du kannst dich ändern und willst mir beweisen, dass du dich auch wirklich geändert hast. Dass du nicht mehr der bist der den Frauen die Herzen bricht weil er sie nach einer Nacht wieder wegwirft. Du hast gesagt du willst mir zeigen, dass ich dir was bedeute und dass ich was Besonderes für dich bin, aber dann beweise es mir auch verdammt noch mal!“
Aufgebracht sehe ich Marc immer noch an, der meinen ernsten Blick erwidert und versuche meinen Atem wieder in geregelte Bahnen zu bekommen. Die Tatsache, dass Marc auf einmal immer näher kommt, hindert mich aber irgendwie daran.
Marcs Gesicht kommt immer näher. Seine Augen sind immer noch starr auf mich gerichtet. Ich fühle wie mein Herz anfängt wie wild zu klopfen und ein leichter Schauer sich in mir ausbreitet. Und so sehr ich mich auch dagegen wehren will, ich kann einfach nicht. Ich lasse zu, dass Marcs Lippen immer näher kommen. Bald ist er so nah, dass ich seinen Atem, der mich sanft kitzelt, auf meiner Haut spüren kann. Das Handtuch entgleitet meinen Händen und fällt zu Boden. Genau wie mein Widerstand. Marcs Lippen sind nur noch wenige Millimeter von meinen entfernt, als er beide Hände um mein Gesicht legt und mich mit seinen grünen Augen so ansieht.
„Marc?“ versuche ich ihn noch davon abzuhalten, obwohl ich genau weiß, dass ich es selber auch will.
Von Marc kommt nur ein raues „Hm?“ ehe er seine Lippen ganz sachte auf meine drückt. Ein Kribbeln durchzieht meinen Körper und ganz automatisch schließe ich die Augen und höre auf mich dagegen zu stemmen. Sanft fahren Marcs Lippen über meine und ich habe das Gefühl gleich explodieren zu müssen, so groß ist die Spannung die durch meinen Körper läuft. Mit seinen weichen Lippen beginnt Marc ein Spiel, dass mich fast von den Beinen haut weil es so unglaublich schön ist.
Nach einer Weile lässt Marc wieder von mir ab und sieht mir sanft in die Augen.
„So etwa?“ fragt er mich schließlich und irgendwie berührt mich das so sehr, dass ich unfähig bin zu antworten. Stattdessen spüre ich, wie die erste Träne sich den Weg über meine Wangen sucht. Marc sieht mich schwach lächelnd an und wischt die Träne mit seinem Daumen weg.
„Komm schon, so schlimm war der Kuss doch gar nicht.“ versucht er zu scherzen, doch mir ist jetzt nicht nach Witzchen zumute.
Ich wische die restlichen Tränen weg und sehe Marc nun wieder aus klaren Augen an.
„Nein im Gegenteil, und das ist ja grade das Schlimme.“ Sage ich leise und drehe mich wieder zur Türe um.

schleumel Offline

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02.06.2010 10:34
#58 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

guten morgen allerseits :)
es geht auch schon weiter mit den beiden
danke für eure kommis und viel spaß beim lesen


„Gretchen warte!“
Ich spüre wie Marc mich an der Schulter packt um mich am Gehen zu hindern.
Wartend sehe ich ihn an.
„Gretchen, bitte geh jetzt nicht.“ Fast schon flehend sieht Marc mich an während er langsam wieder die Hand von meiner Schulter nimmt.
Warme Tränen tropfen meine Wangen hinab und hinterlassen winzige Pfützchen auf Marcs Laminatboden.
„Und warum bitteschön sollte ich jetzt nicht gehen? Sag mir einen einzigen Grund warum ich jetzt nicht durch diese Tür gehen sollte um dich endlich zu vergessen?“
Ich habe den Eindruck in Marcs Blick auf einmal so etwas wie Sehnsucht oder Hoffnung zu erkennen als er langsam seinen Mund öffnet um etwas zu sagen.
„Weil du mich liebst?“
Eine Weile lang sehen wir uns einfach nur an, denn ich bin unfähig zu widersprechen. Nach einem kurzen Moment umfasst Marc mit einer Hand mein Handgelenk und zieht mich wieder ein Stück von der Tür weg.
„Na komm, ich geb dir erst mal was Trockenes zum Anziehen bevor du dich erkältest. Wartest du kurz und rennst nicht gleich wieder weg?“
Ich nicke leicht und sehe wie Marc ins Schlafzimmer geht.
Während er wohl in seinem Schrank nach trockenen Sachen für mich sucht, sehe ich mich ein wenig um. Auf dem Wohnzimmertisch steht eine leere Bierflasche und gleich daneben die neuste Ausgabe des deutschen Ärzteblattes, aber alles in allem ist es ziemlich aufgeräumt und sauber. Ich will meine Aufmerksamkeit grade den Büchern im Regal widmen, als Marc mit einem Stapel Klamotten wieder aus dem Schlafzimmer kommt.
Vor mir bleibt er stehen und hält sie mir entgegen.
„Danke.“ Nuschle ich leise und senke meinen Blick auf die Klamotten in seiner Hand. Dann nehme ich sie entgegen und schaue wieder auf und sehe, wie Marc die Hände in die Hüften stemmt und mich weiter anschaut. Etwas nervös streiche ich mir mit der freien Hand eine nasse Strähne hinter die Ohren und erwidere Marcs Blick.
„Gut! Also…Dann kannst du dich ja jetzt...umziehen?“ Marc räuspert sich kurz und zieht fragend die Augenbrauen hoch.
Ich nicke und lasse meinen Blick in Richtung Schlafzimmertür gleiten.
„Schlafzimmer?“
Auf einmal sieht Marc geschockt aus. Nervös nestelt er an seinem Hemdkragen herum und sieht mich mit fragendem Blick und weit aufgerissenen Augen an.
„Was?“
„Umziehen. Also, darf ich ins…-?“
Marc atmet laut aus und fährt sich mit einer Hand durch seine Haare woraufhin ihm ein paar wenige Strähnen in die Stirn fallen.
„Oh! Äh, ja natürlich, bitte!“ Mit einer Hand deutet er auf sein Schlafzimmer und verzieht seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln. Ich versuche sein Lächeln zu erwidern, klappen tut es allerdings nicht wirklich, deswegen setze ich meinen Weg ins Schlafzimmer schnell fort und schließe die Tür hinter mir.
Ich atme einmal tief ein und bemerke gleich, dass es hier drin nach Marc riecht. Nach seinem Aftershave und frisch gewaschenem Bettbezügen.
Nachdem ich mich von Schuhen und Socken befreit habe, lasse ich langsam die nasse Hose zu Boden gleiten, zu der sich bald auch meine Bluse und mein BH gesellt.
Ich will grade auch die Unterhose ausziehen, als ich auf einmal ein Geräusch hinter mir höre, und die Tür sich öffnet.
„Hasenzahn ich wollte dir nur eben..oh.. ähm.. Handtuch… zum… Abtrocknen?“
Hektisch schnappe ich mir die Bettdecke und versuche meinen nackten Oberkörper so gut es geht damit zu bedecken. Funkelnd sehe ich Marc über meine Schulter hinweg an.
„Marc! Würdest du bitte wieder rausgehen?!“
Marc lächelt einen Moment sanft, dann kratzt er sich am Kopf und dreht sich wieder um. Bevor er die Tür jedoch hinter sich schließt, schmunzelt er noch einmal merklich.
„Hasenzahn, da ist wirklich nichts, was ich nicht schon gesehen habe wie du weißt. Du kannst die Decke also…“
„Raus!“
Kurz darauf höre ich wie die Türe wieder ins Schloss fällt.
So schnell ich kann, streife ich mir die nasse Unterhose vom Körper, trockne mich notdürftig ab und husche in Marcs Klamotten. Anschließend öffne ich die Schlafzimmertüre wieder, gehe kurz ins Bad um meine nassen Sachen über den Badewannenrand zu legen und gehe anschließend ins Wohnzimmer, wo Marc es sich mittlerweile aus dem Sofa bequem gemacht hat.

schleumel Offline

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03.06.2010 14:54
#59 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

es geht weiiiiter
ich wünsche euch viel spaß damit und hoffe, dass ihr die sonne genau so genießt wie ich :)
lg


Unschlüssig was ich jetzt machen soll, setze ich mich zu ihm aufs Sofa und zusammen starren wir stumm auf den Fernseher. Nur wenige Zentimeter trennen meinen Arm von seinem Arm und obwohl es so banal ist und wir nur nebeneinander sitzen, bringt diese Nähe zu Marc mein Herz bereits jetzt schon dazu, wilder zu schlagen als es sollte.
Trotzdem fühle ich, wie die Kälte langsam durch meine Knochen schleicht und sich in meinem Körper breit macht. Meine Haare sind schließlich immer noch nass und gegessen hab ich ja auch noch nichts. Ich versuche das Zittern zu unterdrücken, damit Marc nichts bemerkt, doch nach einer Weile ist mir so kalt, dass ich schon fast Schüttelfrost bekomme und jetzt bleibt auch Marc nicht mehr verborgen, dass ich friere.
„Ist dir kalt?“
Kaum merklich nicke ich Marc zu, woraufhin er Anstalten macht seinen Arm um mich zu legen. Bevor sein Arm jedoch meine Schultern berührt sehe ich ihn warnend an.
„Marc?!“
Ruckartig zieht Marc seinen Arm wieder weg und kratzt sich ein wenig verlegen an der rechten Wange.
„Ähh.. ja… willst du vielleicht… Tee?“
„Hast du denn überhaupt welchen da?“
Marc verzieht seinen Mund zu einem leichten Grinsen und erhebt sich vom Sofa. Auf dem Weg zur Küche dreht er sich noch einmal um und richtet seinen Blick auf mich.
„Ja gut… Wasser bekommt ja bekanntlich aus dem Hahn und so ein bisschen Kräuterzeugs hab ich sicher irgendwo.“
Schmunzelnd begibt er sich in die Küche und kommt nach wenigen Minuten tatsächlich mit einer dampfenden Tasse in der Hand wieder.
Marc hält mir die Tasse entgegen und setzt sich wieder neben mich, während ich vorsichtig einen Schluck vom Tee nehme. Meine Frage nach Honig behalte ich lieber für mich.
„Und? Ok?“
„Mhm.“ Antworte ich eifrig nickend und nehme zur Bestätigung meiner Worte noch einen Schluck von dem Gebräu.
Nachdem ich den Tee ausgetrunken habe, fühle ich mich schon ein wenig besser, auch wenn ich lieber nicht wissen will, in welchen Tiefen seines Küchenschrankes Marc den Teebeutel gefunden hat.
Für eine Weile starre ich noch zusammen mit Marc auf den Fernseher, bis ich merke wie mir langsam immer wieder die Augen zufallen. Erst will ich noch gegen die Müdigkeit ankämpfen, doch irgendwann gebe ich es auf und falle in einen tiefen Schlaf.

Als Marc nach einer Weile ein lautes Atmen neben sich hörte, legte er seinen Kopf zur Seite und betrachtete die blonde Frau neben sich ein wenig genauer. Sie hatte sich zusammengekauert und ihr Atem war ruhig und gleichmäßig. Zweifelsohne war sie eingeschlafen. Er sah sie einen Moment lang an und als er merkte, dass sie leise schnarchte, stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen und er musste unwillkürlich schmunzeln.
Jede andere Frau die bis jetzt bei ihm eingeschlafen war und dann auch noch geschnarcht hatte, hatte er schleunigst wieder wach gemacht und sie achtkantig aus seiner Wohnung geworfen. Aber nicht Hasenzahn.
Er konnte einfach nicht den Blick von dieser wunderschönen Frau abwenden. Er wusste, wenn er nicht bald die richtigen Worte finden würde, dann hätte er seine Chance schnell verspielt. Er musste ihr unbedingt beweisen, dass er sich ändern könnte. Nur wie sollte er das anstellen?
Auch wenn er Gretchen zweifelsfrei liebte, so wollte er doch nicht eins von diesen Weicheiern werden, die in die Knie gingen und ihrer Angebeteten mit Kerzen und Rosen ihre Liebe gestanden. Das war er einfach nicht, und es passte auch nicht zu ihm.
Nein, für Hasenzahn musste er sich etwas Besonderes einfallen lassen, so viel war sicher. Und vor allen Dingen musste er endlich mal seine verdammte Schnauze aufbekommen.
Seufzend erhob Marc sich vom Sofa und schon mit einem Schmunzeln die Arme unter Gretchens Körper. Sachte hob er sie an und ging mit ihr auf seinem Arm durchs Wohnzimmer. Mit einem gekonnten Tritt öffnete er die Tür zum Schlafzimmer, die nur angelehnt gewesen war, und betrat mit Gretchen im Arm den Raum.
Sanft legte er sie auf dem Bett ab und schlug sorgsam die Decke über ihren Körper. Anschließend beugte er sich über sie, strich ein paar Strähnen aus ihrem Gesicht und hauchte sehr vorsichtig einen Kuss auf ihre Wange.
Er bliebt noch eine Weile stehen und betrachtete das schlafende Gretchen in seinem Bett, bis er sich letztendlich auch dazu entschloss schlafen zu gehen und das Schlafzimmer wieder verließ, um sein Nachtquartier auf dem Sofa aufzuschlagen.

schleumel Offline

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04.06.2010 19:15
#60 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

ihr lieben!
es geht weiter :) mal gucken ob marc vllt dieses mal seinen schnabel aufbekommt
ähh... naja zumindest... auf seine art... irgendwie
danke für die kommis und viel spaß mit dem neuen teil



Ich stehe an einem Treppengeländer und beuge mich nach unten. Irgendwie bin ich in dieses heruntergekommene Haus geraten, wie weiß ich nicht. Ich kralle mich mit den Händen am Geländer fest und atme tief ein und aus. Ich riskiere einen weiteren Blick nach unten und in mir breitet sich sofort ein Schwindelgefühl aus. Mein Herz beginnt wie wild an zu pochen. Hinter mir höre ich eine Stimme rufen, die immer näher kommt. Ich weiß ich muss schleunigst hier weg, doch ich bin unfähig mich zu bewegen. Meine Beine fühlen sich an wie zwei Betonblöcke die im Boden verankert sind. Ich will um Hilfe rufen, doch ich bringe keinen Ton heraus. Es ist, als hätte ich auf einmal keine Stimme mehr. Verzweifelt werfe ich einen Blick über meine Schulter. Ich kann schon erkennen, dass jemand auf mich zugelaufen kommt und der Drang endlich hier weg zu kommen, wird immer stärker. Ich umfasse das Geländer mit meinen Händen so verkrampft, dass meine Knöchel bereits weiß hervortreten und auch mein Atem beschleunigt sich von Sekunde zu Sekunde.
Auf einmal sehe ich wie die Stufen unter mir verschwinden und dann falle ich. Ich falle einfach immer weiter ins nichts hinein und jetzt endlich kann ich schreien!

„Ahhhhhhhh!“
Völlig außer Atem richte ich mich auf und blinzle durch die Gegend. Ich sehe, wie Der Regen in dicken Tropfen ans Fenster tropft und der Wind einige lose Blätter gegen die Scheibe peitscht. Ich versuche zu erkennen wo ich bin und blicke verwirrt in der Gegend herum.
Nicht mal eine Millisekunde später springt die Türe auf und das Licht geht an.
Plötzlich steht Marc in einer schwarzen Boxershorts vor mir und kommt besorgt auf mich zu.
„Was ist denn los?“ höre ich ihn rufen und dabei hat er mich so sehr erschreckt, dass ich mit einem lauten Rumps aus dem Bett falle. Murrend richte ich mich wieder auf, setze mich auf die Bettkante und sehe Marc verärgert an.
„Marc, RAUS aus meinen Schlafzimmer!“
Marc starrt mich mit weit aufgerissenen Augen an und scheint einen Moment zu brauchen ehe er mir antworten kann. Dann schaut er jedoch ein wenig verärgert drein und kommt einen Schritt auf mich zu.
„Du also erstens ist das hier MEIN Schlafzimmer und zweitens was erwartest du denn bitte von mir wenn du hier so laut rumschreist, dass ich vor lauter Schreck vom Sofa falle?!Dass ich vielleicht nicht nachsehe was mit dir ist?!“
Sein Schlafzimmer? Upps…. Das erklärt, warum es hier nicht rosa ist.
„Du hättest ja wenigstens anklopfen können.“ Murmle ich leise und richte meinen Blick auf die Bettdecke vor mir.
Marc zieht die Augenbrauen hoch.
„Anklopfen.“ Erwidert er trocken und stemmt eine Hand in die Hüfte.
„Ja, das… macht man doch so.“ erwidere ich verlegen und sehe wieder auf zu Marc.
„Und dann hättest du weniger geschrien oder was?“ ungläubig blickt Marc auf mich herab.
„Ja, vielleicht.“ Gebe ich ein wenig trotzig zurück und ziehe mir die Bettdecke wieder über die Beine.
„Natürlich! Als ob du mir dann mal zuhören würdest.“
„So ein Quatsch, natürlich würde ich dir…“
„Was? Zuhören? Also DU kommst hier her und hast das Gefühl, dass du mir dein ganzes Herz ausschütten musst, aber ich habe nicht das Recht, auch nur einen Ton über mein Gefühlsleben zu sagen oder wie?!"
Marc sieht ganz schön aufgebracht aus.
„Wie jetzt einen Ton, der Kuss war…“
Doch Marc lässt mich nicht ausreden, harsch fällt er mir ins Wort.
„War nur eine… ein Versuch dir zu zeigen was… Sache ist.“
Wieder senke ich den Blick und starre verhalten auf die Bettdecke. Mehr als ein scheues „Achso.“ bekomme ich nicht raus und es vergeht eine Weile ehe ich mich traue weiter zu sprechen.
„Und sonst?“
„Ansonsten hättest du mir wenigstens die Chance geben sollen mich für den Scheiß den ich gemacht habe zu entschuldigen, in Ordnung? Aber nein, du kommst hier an und quasselst mir die Ohren voll!“
Marc atmet ein paar Mal tief ein und aus und fährt sich mit einer Hand durch die Haare während ich immer noch auf die Bettdecke starre.
„Es tut mir leid, ok?“ sagt Marc schließlich. Zwar immerhin noch sehr vehement aber ich glaube ihm doch, dass er es ernst meint.
Für einen Moment sagt keiner von uns beiden etwas, bis Marc sich schließlich wieder umdreht und zur Tür geht.
„Und jetzt schlaf endlich, wir haben morgen Frühschicht!“
Anschließend löscht Marc das Licht und ich höre wie die Türe wieder ins Schloss fällt.

schleumel Offline

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06.06.2010 12:50
#61 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu :)
danke für eure kommis :) sorry dass gestern kein teil mehr kam aber ich habs nicht geschafft. dafür aber jetzt viel spaß mit dem neuen :)
kommis zu euren story mach ich heut abend, muss nämlich jetzt auch schon wieder weg.
wünsche euch noch einen schönen sonntag
ganz liebe grüße


Als ich am nächsten morgen vom Piepen meines Handyweckers, den ich mir Gott sei Dank gestern Abend noch gestellt habe, geweckt werde, brauche ich einen kleinen Moment bis mir wieder einfällt wo ich bin. Ich blinzle ein paar Mal verschlafen durchs Zimmer und reibe mir verschlafen die Augen. Mit dem rechten Arm greife ich auf die Kommode neben dem Bett und schalte meinen Handywecker aus. Anschließend setze ich mich auf und muss direkt wieder daran denken, was Marc gestern Abend gesagt hat. Nämlich dass es ihm leid tut. Gut, ein „Ich werde mein Leben lang bereuen was ich getan habe weil ich dich nämlich von ganzen Herzen liebe“ hätte ich schon ein bisschen besser gefunden, aber man darf auch nicht vergessen, dass Marc einfach Marc ist. Wahrscheinlich hat es ihn schon einiges an Überwindung gekostet überhaupt eine Entschuldigung herauszubringen und ich glaube ihm ja auch wirklich dass es ihm leid tut.
Und wenn das mit uns noch mal was werden soll, dann sollte ich doch eigentlich auch so ehrlich sein und ihm endlich sagen, dass ich an dem Abend Alexis geküsst habe oder? Nicht, dass er das nachher noch von irgendwem anders erfahren muss oder es mir irgendwann mal zufällig rausrutscht es dann deswegen einen riesen Zoff gibt.
Wenn das mit uns klappen soll, dann müssen wir beide ehrlich sein. Und deswegen muss ich Marc beichten, dass ich Alexis geküsst habe, und zwar jetzt!
Langsam hebe ich die Arme nach oben und strecke mich einmal gründlich, bevor ich die Bettdecke zur Seite schlage und die Beine aus dem Bett schwinge.
Langsam taste ich mich im dunklen zur Schlafzimmertür vor, natürlich nicht ohne mir vorher noch den kleinen Zeh an der Bettkante anzustoßen, und öffne vorsichtig die Türe. Im Wohnzimmer und in der Küche brennt Licht, also ist Marc wohl schon wach.
Langsam schlurfe ich in die Küche und stocke kurz, als ich sehe, dass Marc nur in schwarzen Boxershorts bekleidet am Tisch sitzt, Kaffee trinkt und im deutschen Ärzteblatt blättert.
„Ist das jetzt in?“
Schmunzelnd setze ich mich ihm gegenüber an den Tisch, woraufhin er von seiner Zeitschrift aufsieht und mich mit hochgezogener Augenbraue ansieht.
„Was meinst du?“
„Na die Boxershorts… Du bist ja quasi… nackt… Also… fast.“
Marc verzieht die Lippen zu einem einseitigen Grinsen und klappt seine Zeitschrift zu.
„Hasenzahn. Ich kann mich ja schlecht anziehen wenn du in meinem Bett liegst, hm?“ Ich merke wie meine Wangen ein leichtes rosa annehmen.
„Upps, ja stimmt. Da hab ich gar nicht dran gedacht.“ Ich zwinge mich zu einem Lächeln.
„Willst du auch einen?“ Marc hält mir seine Tasse entgegen.
„Was?“
„Na Kaffee. Willste auch einen?“
Ich nicke Marc zu, woraufhin er aufsteht und zu seiner italienischen Designerkaffeemaschine geht um mir auch einen Kaffee zu machen. Gott sei Dank muss ich ihn mir nicht selber machen, da wär ich bestimmt gleich wieder völlig überfordert gewesen bei den vielen Knöpfen die das Ding hat.
Wenig später stellt Marc die dampfende Tasse vor mir ab.
„Milch? Zucker?“
„Beides.“ Antworte ich woraufhin mir Marc beides auf den Tisch stellt und sich anschließend vom Tisch wegbewegt um ins Schlafzimmer zu gehen.
„Marc warte mal.“
Er dreht sich zu mir um und sieht mich erwartungsvoll an.
„Ich muss dir noch was sagen.“
Abwartend zieht Marc eine Augenbraue hoch und kommt die paar Schritte die er bereits gegangen war wieder zum Tisch zurück.
„Jaaa?“
„An dem Abend als… also du weißt welchen Abend ich meine?“
Marc nickt neugierig.
„Also da hab ich… du weißt ja dass Alexis da war und… er und ich… also er hat… wir haben uns geküsst an dem Abend.“
Ich sehe Marc ins Gesicht und versuche irgendeine Reaktion in seinem Gesicht auszumachen, doch nichts. Er bleibt völlig Ausdruckslos.
„Und warum erzählst du mir das jetzt?“
Ich schaue ein wenig verlegen zu Boden und spiele nervös mit meinen Fingern rum.
„Na weil gestern als wir auf dem Sofa saßen und… dein Arm… und ich dachte du wolltest mich vielleicht… küssen?“
Marc schnaubt auf und schnappt sich seine Kaffeetasse.
„Also erstens wollte ich dich gar nicht küssen und zweitens wenn ich darauf Rücksicht nehmen würde, dann würde ich nicht mal mehr in deiner Nähe sein wollen Hasenzahn!“
Also der ist doch echt….
„Ja verdrängen kannst du besonders gut, hm? Bloß nichts zugeben und ja keinen Schritt nach vorne machen, endlich mal den Mund aufzureißen würde ja weh tun!"
Wütend stehe ich vom Stuhl auf und gehe energisch auf die Tür zu. Aus den Augenwinkeln kann ich noch erkennen wie Marc sich am Kopf kratzt und mich skeptisch beäugt aber das ist mir egal. Ich gehe jetzt!
Mit Schwung reiße ich die Haustüre auf und muss im nächsten Moment wohl ziemlich blöd geguckt haben.
„Ähm, Hasenzahn, das ist die Abstellkammer!“
Upps. Peiiiiinlich!
„Ja, das weiß ich Marc! Ich… ich bin ja nicht bescheuert!“
Wütend drehe ich mich wieder um und stürme in Richtung Badezimmer.
„Und du hast auch noch meine Sachen an.“
„Ja!“ rufe ich noch, ehe ich die Badezimmertür hinter mir zuschlage und vorsichtshalber abschließe, bevor Marc wieder mit einem Handtuch ankommt.

schleumel Offline

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07.06.2010 13:41
#62 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so ihr lieben, es geht weiter :)
vielen lieben dank für eure kommis
mal gucken wie euch der nächste teil gefällt
ganz liebe grüße und einen guten start in die woche


Im Badezimmer schnappe ich mir meine Klamotten, die über Nacht sogar so einigermaßen trocken geworden sind und ziehe mich schnell um.
Wie gut, dass ich im Krankenhaus noch frische Klamotten habe, denke ich noch so bei mir ehe ich die Badezimmertüre wieder aufreiße und schnellen Schrittes durchs Wohnzimmer an Marc vorbei zur Haustüre gehe.
„Hasenzahn, die Haustüre wäre dann…“
„Ich WEISS Marc!“
Ich höre wie Marc hinter mir leise aufseufzt und mir dann zu seinem Auto folgt.
Die Fahrt zum Krankenhaus verbringen wir schweigend und ich starre stoisch aus dem Fenster zu meiner Rechten. Im Krankenhaus angekommen gehe ich gleich ins Schwesternzimmer um mich umzuziehen, wohingegen Marc schnurstracks in sein Büro marschiert.
Da es den ganzen Morgen ziemlich ruhig ist, kann ich Marc den ganzen Morgen über aus dem Weg gehen. Erst gegen Mittag muss ich dann doch in die Höhle des Löwen um ein paar Dokumente von ihm unterschreiben zu lassen. Eigentlich hätte ich ja auch lieber Sabine geschickt, aber die ist mal wieder unauffindbar.
Alles muss man hier selber machen.
Energisch reiße ich Marcs Bürotür auf ohne anzuklopfen und knalle ihm wortlos die Dokumente auf den Schreibtisch, woraufhin er mich fragend ansieht und die Augen weit aufreißt.
„Du musst da unterschreiben.“
Marc nickt und will anscheinend etwas sagen doch ich drehe mich schnell wieder um stapfe zur Tür.
„Gretchen jetzt warte doch mal.“
Ich drehe mich wieder um und sehe wie Marc hinter seinen Schreibtisch hervor kommt und sich dann dagegen lehnt.
„Hör zu Hasenzahn, die Sache von heute Morgen, die…“
Gereizt stemme ich die Hände in die Hüften und wippe mit einem Fuß.
„Och Marc, jetzt mach doch bitte nicht schon wieder blöde Sprüche über die Sache heute Morgen, ja?“
„Ähm, ich wollte eigentlich nur anmerken dass ich versuche… darüber hinwegzusehen.“
„Darüber hinwegzusehen.“ Erwidere ich trocken, ziehe eine Augenbraue hoch und sehe Marc skeptisch an.
„Ja… du weißt schon… also ich… ich kann ja verstehen wenn du dich…. gefühlsmäßig irgendwie… naja… ähm… sagen wir… auffangen musstest und den Kuss deswegen zugelassen hast.“
Der hat ja wohl… Also… Dass er Recht hat binde ich ihm sicher nicht auf die Nase!
„Sag mal, deine Selbstüberzeugung ist wohl größer als der Indische Ozean, oder?!“
Wütend funkle ich Marc an verziehe die Lippen zu einem leichten Schmollen. Marc guckt mich ein bisschen entgeistert an.
„Äh…“
"Schon mal drüber nachgedacht, wie es wäre, wenn ich das mit dir machen würde? Wenn ich mich so benehmen würde wie du?"
"Ja gut, das-"
"Entweder du willst mich oder nicht, das kann doch nicht so schwer sein, wirklich!"
Ich sehe wie Marc den Mund öffnet um etwas zu erwidern, doch kurz darauf schließt er seinen Mund wieder, schluckt einmal und sieht mich schon wieder mit diesem Blick an.
Seufzend drehe ich mich wieder in Richtung Türe und sage noch leise „Jeder andere Mensch kann es doch auch." verlasse Marcs Büro wieder und schließe die Tür von außen.
Nur Sekunden später packt mich eine Hand an der Schulter und ich werde von Marc in ein leeres Patientenzimmer gezogen. Mit einem Ruck schließt er die Türe hinter uns wieder und drückt mich mit seinem Körper dagegen. Seine funkelnd grünen Augen strahlen mich an und behutsam nimmt er meine rechte Hand und verschränkt seine Finger mit meinen. Während seine Lippen immer näher kommen, sieht er mich die ganze Zeit weiterhin an. Ich merke wie mir langsam wärmer wird und mein Herzschlag sich verschnellert. Mein Blutdruck ist sicher auch schon in ungesunde Zonen gewandert und meine Beine fühlen sich an wie Wackelpudding der nicht richtig fest geworden ist. Ich spüre wie Marc die andere Hand auf meine Hüfte legt und seine Lippen den meinen immer näher kommen. Ich fühle seinen warmen Atem auf meiner Haut und kurze Zeit später legt er seine Lippen sanft auf meine. Mit der Hand die auf meiner Hüfte ruht, zieht er mich noch ein Stück näher an sich ran und intensiviert den Kuss ein wenig. Mir wird heiß und kalt und ich weiß schon nach kurzer Zeit nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich spüre seine weichen Lippen auf meinen und für einen kurzen Moment lasse ich los und vergesse alle Probleme dieser Welt. Zärtlich streifen Marcs Lippen über meine und ein Schauer durchzieht mich, dicht gefolgt von einem leichten Kribbeln und einer Gänsehaut.
Als Marc nach einer Weile von mir ablässt sieht er mich eindringlich an und seine Stimme ist leise und rau als er sagt: „Ist das nicht Antwort genug?“

schleumel Offline

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08.06.2010 13:48
#63 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey lieben :)
vielen dank für die tollen kommis
und hier kommt auch schon especially für euch der nächste teil
viel freude damit :)
glg


Für einen Moment bin ich sprachlos und weiß nicht was ich machen soll. Ich sehe Marc einfach nur in die Augen und habe das Gefühl, dass er es endlich einmal ernst meint.
Erwartungsvoll sieht Marc mich an während er mit den Fingerspitzen unter mein T-Shirt fährt und dort ganz sachte und sanft über die Haut an meiner Hüfte streicht.
Vorsichtig beugt er seinen Kopf nach vorne und lehnt seine Stirn an meine an, woraufhin ich die Augen schließe und leise seufze.
Warum kann es nicht immer so schön sein zwischen uns? Warum kann Marc nicht einfach mal sagen was Sache ist? Muss ich mich jetzt daran gewöhnen, dass er Probleme anscheinend lieber wegküsst als darüber zu reden?
„Marc?“
Marc löst seinen Kopf von meiner Stirn und beugt seinen Kopf leicht nach vorne, so dass seine Lippen genau neben meinem Ohr sind.
„Hm?“
Seine Stimme ist rau und ich kann seinen warmen Atem an meinem Ohr fühlen, was mir gleich wieder die nächste Gänsehaut verschafft.
Zärtlich legt Marc seine Lippen auf meinen Hals und ganz langsam lässt er sie über meine Haut gleiten. Die Hand die eben noch sanft über meine Hüfte gestrichen hat, lässt er nun ein Stückchen höher wandern. Seine andere Hand löst er aus meiner und fährt damit an der Seite meines Körpers entlang.
„Ich will dich, Hasenzahn.“ Haucht er mir zu, während seine Lippen meine Haut weiter mit kleinen zärtlichen Küssen benetzen.
„MARC!“
Ich drücke Marc leicht von mir weg und sehe ihn ernst an.
„Was ist denn jetzt schon wieder!? Du wolltest doch wissen ob ich.. dich will. Da hast du’s.“
"Och Marc das ist jetzt wirklich nicht der richtige Zeitpunkt!"
Marc macht einen Schritt nach hinten und sieht mich überrascht an.
"Bitte?"
"Ja du kannst doch nicht immer gleich mit deinem...mh mh hm..du weisst schon, denken"
Marc stemmt eine Hand in die Hüfte und verformt seinen Mund zu einem amüsierten Lächeln.
„Hasenzahn ich hab doch gar nicht-“
„Also man kann doch nicht alle Probleme mit Küssen oder du weißt schon was lösen. Wenn das mit uns klappen soll, dann… muss da mehr sein, verstehst du.“
Wortlos nickt Marc mit dem Kopf.
"Und...was jetzt? ich glaube das ist dann nicht der richtige Zeitpunkt um in meinem Büro aufzutauchen und mich zu verführen so wie damals als-"
"Marc! genau das meine ich. Es geht nicht nur...alles immer um küssen und... Sex und all das... Reden sollte halt auch funktionieren!"
"Ja und...was machen wir jetzt genau, das ist doch-"
"Hach du bist manchmal echt schwer von Begriff!"
Energisch drehe ich mich um und will die Türe vom Zimmer wieder öffnen um hier weg zu kommen doch Marc schiebt sich schnell zwischen mich und die Tür.
Er sieht mich an, hebt beide Hände und zuckt kurz mit den Schultern.
"Okay. Gut, was wenn wir...so was wie eine..Sex..freie…Dings da, führen?"
Skeptisch sehe ich Marc in die Augen.
„Und das soll funktionieren? Du denkst doch immer nur an-“
Marc rollt genervt mit den Augen.
„Ja was ist jetzt?! Willst du es versuchen oder nicht?!“
Ich senke meinen Blick und schaue auf meine Fingernägel.
„Jaa..“ sage ich leise und fast ein bisschen schüchtern.
„Gut, dann hole ich dich heute um sieben zu Hause ab. Und wehe du bist dann nicht fertig!“
Marc lächelt mich noch einmal kurz an, dann schiebt er sich an mir vorbei und verlässt das Zimmer.

Schnellen Schrittes eilte Marc Meier in sein Büro und hechtete, dort angekommen, zu seinem Schreibtisch und nahm den Hörer des Telefons in die Hand. Aus seinem Portemonnaie holte er eine kleine Karte raus und wählte anschließend eine Nummer.
„Hallo, Meier hier. Sagen sie haben sie für heute Abend so gegen halb acht noch einen Tisch frei?.... Ja, ich warte. …. Ja, ich bin noch dran. Mhm. Okay. Dann also um halb acht. Ach und könnten sie vielleicht einen Tisch am Fenster reservieren? …. Ja gut. Dann bis heute Abend und Danke.“
Zufrieden und mit einem Lächeln auf den Lippen legte Marc auf und machte sich dann wieder an die liegengebliebenen Akten.

schleumel Offline

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09.06.2010 12:48
#64 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Um Punkt sieben Uhr klingelt es an unserer Haustüre. Eilig hechte ich durch den Flur, ziehe mir im Laufen die neuen schwarzen Pumps an und stürme zur Tür, ehe meine Mutter noch auf die Idee kommt aufzumachen.
„Ich bin jetzt weeeeg!“ rufe ich meinen Eltern noch zu, die im Wohnzimmer sitzen und anschließend öffne ich dir Tür. Marc sieht einfach umwerfend aus in seiner grauen Hose und dem dunkelblauen Hemd und ganz kurz huscht mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich dieses Kuss-verbot vielleicht doch wieder aufheben sollte, aber dann fange ich mich wieder und lächle Marc an.
„Hi!“
„Hallo Hasenzahn! Können wir?“
Ich nicke Marc zu und folge ihm zu seinem Auto.
Ich halte schon einmal Aussicht nach dem weißen Volvo, aber ich kann ihn nirgendwo sehen und Marc geht auch irgendwie auf einen silbernen Sportwagen zu.
"Äh was...ist denn das?"
"Äh ein… Auto?"
Verwundert bleibe ich vor dem glänzenden Ding stehen und betrachte es ein wenig genauer.
"Ja das sehe ich auch Marc. Aber...woher?"
"Garage. hab den Volvo verkauft und ein Ersatzauto gemietet"
"Ah...schön"
Hmm silbriger, schnittiger...ja Audi würd ich meinen. Sieht ja eigentlich auch so aus wie der BMW den er mal hatte.
"sieht fast so schnittig aus wie er..." Upps. Hab ich das grade laut gedacht?“
Ich drehe mich zu Marc um der den Kopf anhebt und mich mit hochgezogenen Augenbrauen ansieht.
"Bitte?"
Muss mich schleunigst rausreden! Und zwar jetzt!
"Äh...schleimig. ja also.. so diese ganze Angeberei mit wer hat den Größten und...also Auto, wer hat das...ja. Äh..wollen wir?"
Marc kann sich ein Lachen nicht verkneifen ehe er das Auto mit einem Klick aufschließt und sich reinsetzt. Ich setze mich auf den Beifahrersitz und sehe mich um. So viele Knöpfe und Schalter, da bin ich froh, dass Marc fährt. Gut, er würde mich sicher eh nicht fahren lassen, davon mal ganz abgesehen.
Marc startet den Wagen und fährt mit quietschenden Reifen davon.
„Fahr bloß vorsichtig, ich will den heutigen Abend nämlich lebend überstehen!“ warne ich Marc, woraufhin er leicht schmunzelt und das Tempo ein wenig verringert.
Während der Fahrt beobachte ich Marc ein wenig und vor allem unauffällig von der Seite. Konzentriert hat er seinen Blick auf die Straße gerichtet, seine linke Hand hält das Lenkrad fest, die andere ruht auf dem Schaltknüppel. Und Marc macht wirklich keinerlei Anstalten seine Hände irgendwo anders hinzuschieben. Was mich wirklich wundert. Er scheint es ja tatsächlich ernst zu meinen.
„Was ist denn schon wieder Hasenzahn?“
Aus meinen Gedanken aufgeschreckt sehe ich Marc überrascht an.
„Was soll sein?“
Auf Marcs Lippen zeichnet sich ein einseitiges Lächeln ab während er immer noch auf die Straße vor ihm blickt.
„Ja du guckst mich doch schon die ganze Zeit von der Seite an.“
Ich verschränke die Arme vor der Brust und versuche noch mich rauszureden.
„Mache ich gar nicht. Kannst du ja auch gar nicht wissen du guckst doch die ganze Zeit auf die Straße.“
„Ja, und du eben nicht!“
Marcs Grinsen verbreitert sich, aber er sagt nichts weiter und hat seinen Blick immer noch auf die Straße gerichtet.
Eine Weile schweigen wir beiden und Marc grinst immer noch amüsiert vor sich her, bis ich irgendwann das Schweigen breche.
„Sag mal wo fahren wir eigentlich hin?“
Schon wieder schmunzelt Marc.
„Du bist ganz schön neugierig Hasenzahn, weißt du das?“
„Entschuldigung, man wird ja wohl mal fragen dürfen.“
Marc wirft mir einen kurzen Blick zu und konzentriert sich dann wieder auf die Straße.
„Du wirst schon nicht verhungern, ok?“
Aha, dann gehen wir also essen? Will ich zumindest mal hoffen. Ich hab nämlich wirklich Hunger und ein Restaurant ist doch wirklich kein schlechter Ort um sich mal richtig zu unterhalten.
Zufrieden gebe ich erst mal Ruhe und blicke in freudiger Erwartung auf diesen Abend aus dem Beifahrerfenster.

und wenn ihr schön brav seid, gibts heute abend noch ein teilchen

schleumel Offline

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09.06.2010 18:24
#65 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

So, wie versprochen kommt hier der nächste teil.
allerdings muss ich euch vorwarnen. ich hab ab hier nämlich nicht mehr aus gretchens sicht geschrieben weil es mir ehrlich gesagt zu einseitig war, immer nur auf sie einzugehen. außerdem fällt es mir irgendwie doch leichter aus der dritten person zu schreiben. ich hoffe wirklich, dass das niemanden von euch besonderst stört
ich hoffe ihr mögt es trotzdem
glg


Nachdem beide das Restaurant betreten hatten und der Kellner ihnen einen Tisch am Fenster zugewiesen hatte, setzten sie sich und Gretchen studierte erst einmal eingehend die Speisekarte. Wie sollte sie sich nur bei so viel Auswahl entscheiden können?
Als Gretchen wieder von der Karte aufsah, blickte sie direkt in Marcs Augen, die sie fragend musterten.
„Und? Hast du dir schon was ausgesucht?“
Gretchen hob die Schultern leicht an, nur um sie dann gleich wieder fallen zu lassen und antwortete Marc, während sie ihren Blick wieder auf die Karte gesenkt hatte.
„Also was die Vorspeise angeht, schon. Aber der Rest…“
Marc legte die Speisekarte zur Seite und schlug die Hände übereinander.
„Also ich bin fertig.“
Gretchen räusperte sich kurz, ehe sie ebenfalls die Karte zuklappte und zufrieden nickte.
„Sag mal würdest du dir mit mir einen Tomatensalat teilen? Als Vorspeise ist mir ein ganzer zu viel und…“
Auf Marcs Gesicht breitete sich ein Lächeln aus, als er feststellen musste, dass es außer der körperlichen Anziehungskraft die zwischen den beiden ganz offensichtlich herrschte, noch etwas gab, das sie zu teilen schienen.
„Den wollte ich sowieso vorweg bestellen.“
Kurze Zeit später kam der Kellner an ihren Tisch und nahm die Bestellungen auf und nur wenig später brachte er den beiden ihre Getränke.
Nachdem die beiden angestoßen hatten, nahm Gretchen einen Schluck von ihrem Wein und ließ ihn langsam die Kehle hinunterlaufen, wohingegen Marc einmal an seinem Wasser nippte, immerhin musste er noch fahren.
Die beiden schwiegen eine Weile, während der Gretchen leicht nervös an ihrer Serviette knibbelte und Marc immer wieder kleine Schlücke aus seinem Wasserglas nahm, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Stille peinlich wäre.
Nach ein paar Minuten brachte der Kellner den Tomatensalat und beide atmeten erleichtert aus, hatten sie doch endlich eine Beschäftigung gefunden.
Gretchen strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, ehe sie nach ihrer Gabel griff und damit eine Tomate aufspießte. Marc tat es ihr gleich.
Noch kauend schaute Marc auf und lächelte Gretchen an.
"Und?"
Da Gretchen zuerst nicht wusste was er von ihr wollte, schaute sie ihn ziemlich überrascht an, die Gabel immer noch in der linken Hand.
"Was?"
"Wie...schmeckts?"
"Oh..gut danke."
Nickend wandte Marc seinen Blick wieder auf den Tomatensalat und spießte ein weiteres Tomatenstück auf um es sich anschließend in den Mund zu schieben.
"Gut."
Eine Weile schwiegen die beiden wieder, was Gretchen zunehmend unangenehmer wurde, weswegen sie auch wieder vom Salat aufsah und Marc ansprach.
"Und bei dir?"
Marc nickte und schob sich eine weitere Gabel in den Mund.
"Gut! Gut ja..das..gute Tomaten"
Gretchen nickte und piekste mit ihrer Gabel ebenfalls noch ein paar Tomatenstückchen auf.
"Das ist…gut. Gute Tomaten sind...gesund"
Marc kratzte sich mit der freien Hand an der Schläfe und sah Gretchen mit zusammen gepressten Lippen an.
"Mhm."
Während er den letzten Rest Tomaten aß, überlegte er panisch, wie er endlich ein Gespräch in Gang bringen könnte. Schließlich wollte er Gretchen zeigen dass sie mehr verband als die pure körperliche Anziehungskraft. Und er wollte ihr auch zeigen, dass er sich auch für sie und nicht nur für ihren Körper interessierte.
Eine Weile überlegte er, was er jetzt wohl sagen könnte, bis er schließlich einen Einfall hatte und in seiner Hosentasche rumkramte.

schleumel Offline

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10.06.2010 12:00
#66 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

uuuund 100 gummipunkte gehen aaaaaaan: lorelei
und kate, die sich ja auch schon denken konnte was jetzt kommt
viel spaß mit dem neuen teil und danke an alle kommischreiber und leser


Bedacht unauffällig zu sein, holte Marc einen kleinen Zettel aus seiner Hosentasche, den er bedächtig auseinander faltete und einen kurzen Blick darauf warf. Dann räusperte er sich, klappte den Zettel wieder zusammen und sah zu Gretchen auf, die sich nach vorne gebeugt hatte und ihn ungläubig anstarrte.
„Marc sag..jetzt nicht dass das ein..?"
Gretchen begann zu kichern und hielt sich vor Lachen bereits jetzt schon die Hand vor den Mund.
"Ist es nicht!" entgegnete Marc ziemlich bestimmt und ließ den Zettel wieder in seiner Hosentasche verschwinden.
"Das ist ein...Fragebogen!"
Weil er sich ertappt fühlte, ließ Marc seine Gabel fallen und rieb sich mit der linken Hand den Hinterkopf.
"Was? mit Sicherheit nicht!"
Seine Worte schienen jedoch wenig Wirkung zu zeigen denn mit einem Mal fing Gretchen plötzlich laut an zu lachen. Ihr Oberkörper bebte und die Tränen liefen ihr bereits über ihre Wangen, so lustig schien sie das ganze zu finden.
„Gretchen?“ versuchte Marc die gackernde Frau gegenüber anzusprechen, doch erfolglos. Sie hörte einfach nicht auf zu lachen.
„Hasenzahn jetzt-“
Gretchen wischte sich mit der einen Hand die Tränen weg, mit der anderen griff sie nach ihrer Serviette, die sie sich nun vor den Mund hielt.
„Hörst du jetzt auf!“ fauchte der leicht angesäuerte Mann doch als er Gretchen so beobachtete, merkte er wie dumm die Situation eigentlich war, da hatte Gretchen wohl jedes Recht gehabt zu lachen. Und plötzlich löste die Verärgerung des jungen Chirurgen sich in Luft auf und er musste ebenfalls schmunzeln.
Als Gretchen sich dann auch wieder einigermaßen gefangen hatte, räusperte Marc sich kurz und sah sie gespielt ernst an.
„Und? Was ist nun deine Lieblingsfarbe?“
Gretchen musste schmunzeln. Zwar hatte sie etwas anderes im Sinn gehabt als sie gesagt hatte, dass sie reden wollte, aber Marc schien sich immer hin Gedanken über den Abend gemacht zu haben, das war ja auch schon mal was.
„Rosa natürlich, das solltest du doch langsam wissen.“ Gretchen konnte nicht umhin zu lächeln und als Marc ihr Lächeln erwiderte, musste sie erneut feststellen, wie gut er heute wieder aussah. Das Hemd saß wie angegossen und passte sehr gut zu seiner Hose. Er war frisch rasiert und auch die Haare saßen perfekt. „Wie macht er das nur immer so gut auszusehen?“
Zwischenzeitlich brachte er Kellner die Hauptspeise und Marc begann sogleich mit dem Essen.
„Guten Appetit Hasenzahn.“
„Mhm.“
Gretchen nahm eine Nudel auf ihre Gabel, konnte ihren Blick aber trotzdem nicht von Marc abwenden. „Ich sollte wirklich über dieses Kussverbot nachdenken.“ Dachte die junge Blonde sich während sie weiter mit der Gabel in den Nudeln rumstocherte.

http://www.youtube.com/watch?v=n-OTYRhzOlg

Plötzlich veränderte sich Marcs Gesichtsausdruck. Verlangend, sah er Gretchen an und mit einem Satz sprang Marc von seinem Stuhl auf und fasste sich an seinen Hemdkragen. Er konnte sehen, dass Gretchen es auch wollte. Mit einem Ruck hatte er sein Hemd aufgerissen und die Knöpfe flogen nach allen Seiten davon. Gretchen war ebenfalls aufgestanden und sah Marc anzüglich an. Verführerisch hob sie den Saum ihres Rockes hoch und zwinkerte ihm zu. Der junge Mann war nun nicht mehr zu halten. Schnell ließ er sein Hemd von seinen Schultern gleiten und mit einem Wisch hatte er den Tisch leer gefegt. Anschließend ging er um den Tisch herum und presste seine Lippen verlangend und leidenschaftlich auf Gretchens Lippen. Gretchen, deren Verstand sich schon lange verabschiedet hatte, warf ihren Kopf lustvoll in den Nacken was Marc dazu veranlasste mit seinen stürmischen Küssen Gretchens Hals zu bedecken. Vorsichtig drückte Marc Gretchen auf den leergefegten Tisch und beugte sich begierig über seine Angebetete. Langsam wanderten seine Lippen weiter hinunter zu ihrem Dekolleté und vorsichtig fuhren seine Hände über ihre Schenkel und schoben ihren Rock ein Stück hoch. Während Marc ihre Haut weiter mit Küssen benetzte, seufzte Gretchen leise auf.

„Gretchen?“
„Hmmm… Maaaaarc.“
Marc zog verdutzt eine Augenbraue hoch und sah die offenbar träumende Frau vor sich interessiert an.
„Hasenzahn? Gibst du mir das Salz?“
Plötzlich schrak Gretchen aus ihren Träumen hoch und fasste sich peinlich berührt an den Hinterkopf.
„Salz?“
Nickend lächelte Marc Gretchen an, deren Gesichtsfarbe sich in ein leichtes rosa gewandelt hatte.
„Äh, das Salz. Ja… natürlich.“

schleumel Offline

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11.06.2010 11:30
#67 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Eine Weile schwiegen beide und aßen bedächtig ihr Essen, bis Gretchen auf einmal aufschaute und lächelte.
„Weißt du Marc? Irgendwie genieße ich das hier wirklich.“
Überrascht schaute auch Marc von seinem Essen auf und mit einem einseitigen Lächeln erwiderte er Gretchens Blick. Er sagte jedoch nichts, sondern schaute sie einfach nur an.
Gretchen bemerkte, wie sie langsam rot wurde, deswegen senkte sie ihren Blick wieder und stocherte ein weiteres Mal mit der Gabel in ihren Nudeln rum.
„Jetzt guck nicht so.“
Verlegen strich Gretchen eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und schob sich eine Gabel mit Nudeln in den Mund.
Marc jedoch schüttelte den Kopf und legte sein Besteck zur Seite.
„Nein, nein… Schon gut.“
Marc musste schmunzeln. Gretchen Haase war so leicht zu verunsichern, er musste sie ja nur einmal länger als nötig ansehen und dabei nichts sagen.
„Ich kann auch zivilisiert sein wenn ich will.“
Gretchen schaute Marc daraufhin skeptisch an und zog eine Augenbraue hoch.
„Weißt du denn überhaupt wie man das buchstabiert?“
Marc schnaubte verächtlich auf, umfasste sein Wasserglas und hob es kurz an.
„Ich trinke Wasser Hasenzahn. Ganz zivilisiert. Siehst du?“
Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, nahm Marc einen großen Schluck und stellte das Glas anschließend wieder auf den Tisch zurück.
Gretchen musste grinsen. Aber trotzdem wollte sie endlich wissen, was Marc wirklich über diese ganze Sache zwischen ihnen dachte.
„Du nicht?“ fragte sie deswegen und sah Marc erwartungsvoll an, der offensichtlich nach einer passenden Antwort zu suchen schien und sich während er überlegte, immer wieder nervös an seinen Hemdkragen fasste.
Ein bisschen zu lange räusperte Marc sich, bevor er den Mund öffnete um etwas zu sagen. Gleich darauf presste er die Lippen allerdings wieder aufeinander und zog die Nase kraus. Wieder räusperte er sich und fuhr sich einmal mit der Hand durch die Haare, woraufhin ihm ein paar wenige Strähnen in die Stirn fielen.
"Jaa...sie haben gutes Wasser."
Gretchen warf Marc einen verärgerten Blick zu.
"Marc!"
Marc zuckte nur kurz mit den Schultern und erwiderte Gretchens Blick indem er sie genau so verärgert ansah, weil er sich bedrängt fühlte.
"Ja was! Du weißt genauso gut wie ich dass ich nicht...wirklich der Typ bin der...redet"
"Ja und darum versuchen wir das...hier ja gerade. Also… erzähl was. Irgendwas das ich noch nicht weiß."
Abwartend verschränkte Gretchen die Arme vor ihrer Brust. Marc hingegen kratze sich an der Wange und nahm sein Besteck wieder auf.
„Dass Elefanten nicht schwimmen können?“ versuchte er zu scherzen, doch Gretchen fand das alles andere als witzig.
„MARC!“
Beschwichtigend hob Marc beide Hände.
„Schon gut, schon gut.“
Ungeduldig trommelte Gretchen mit ihren Fingern auf dem Tisch herum und sah Marc dabei weiter abwartend an.
Für Marc schien das Eis immer dünner zu werden. Er konnte deutlich spüren, dass Gretchen jetzt endlich mal Klartext von ihm hören wollte. Er hatte dieses Date und die Sache ohne Sex ja immerhin vorgeschlagen, was hatte er denn erwartet? Ganz sicher nicht, dass Gretchen sich allein damit zufrieden geben würde.
Schnell öffnete Marc den obersten Knopf seines Hemdes und zog den Stoff ein Stück von seinem Hals weg.
„Jaa mein Gott. Ich… genieße den Abend ja auch. Und ich mag dich auch… irgendwie… Auch ohne Sex, okay?“
Gretchens Herz machte einen riesen Hüpfer als sie Marcs Worte halbwegs verarbeitet hatte. Am liebsten hätte sie den Mann vor sich direkt mit sich gezogen und ihn auf der Stelle vernascht, aber sie erinnerte sich an ihr eigens aufgestelltes Kussverbot und verdrängte den Gedanken ganz schnell wieder. Ein bisschen Strafe hatte er schließlich auch verdient. Und so beließ sie es bei einem zufriedenen Lächeln.
Marc betrachtete seine blonde Assistenzärztin mit Verwunderung.
"Ja äh... Kannst dich wieder einkriegen jetzt."
"Ich hätte fast die Hoffnung aufgegeben dass du das jemals sagen würdest"
Marc verzog seine Lippen zu einem Grinsen und drückte seine Schultern selbstbewusst nach hinten.
"Bin immer für Überraschungen gut."
Schmunzelnd nahm Marc einen weiteren Schluck Wasser und legte seine Hand anschließend flach auf den Tisch. Es dauerte keine Minute, da spürte er eine andere Hand über seiner und als er in Gretchens verträumtes Gesicht blickte, vermutete er, dass sie wahrscheinlich nicht einmal gemerkt hatte, wo sie ihre Hand abgelegt hatte.
Wahrscheinlich dachte sie bereits über Kindernamen nach, mutmaßte Marc und beschloss, die blonde Frau schnell wieder aus ihren Tagträumen zu holen.
„Hasenzahn?“

schleumel Offline

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12.06.2010 17:36
#68 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so, wollte nur kurz vorbei hüpfen und euch den nächsten teil reinsetzen.
kommis zu euren geschichten kann ich erst morgen machen. aber keine angst, ich hab euch nicht vergessen :)
viel spaß und danke für eure kommis


„Was?“
„Kannst du mir mal sagen an was du schon wieder denkst?“
So als hätte man sie grade bei etwas verbotenem erwischt, entließ Gretchen ein wenig Luft durch die zusammengepressten Lippen und ihr Gesicht nahm erneut eine leichte Röte an. Mit einem gezwungenen Lächeln schob sie sich den letzten Rest ihrer Nudeln in den Mund und legte anschließend ihr Besteck zur Seite. Marc tat es ihr schmunzelnd gleich, denn auch er hatte seine Mahlzeit beendet. Amüsiert sah er seiner blonden Begleitung dabei zu, wie sie ihr drittes Glas Wein leerte und es wieder zurück auf den Tisch stellte.
„Hast aber nen ordentlichen Zug drauf heute, Hasenzahn.“ Stellte der junge Chirurg erstaunt fest und wischte sich daraufhin mit seiner Serviette den Mund ab.
Gretchen wedelte daraufhin mit der rechten Hand in der Luft rum und schnaubte laut auf.
„Ach ich hatte irgendwie so einen Durst.“ Gestand sie und ließ die Hand wieder fallen.
Marc stützte die Ellbogen auf dem Tisch ab und kreuzte seine Hände.
„So ist das also.“
Gretchen nickte, und nachdem sie wieder eine Weile geschwiegen hatten, leerte auch Marc sein Wasserglas.
„Sag mal willst du eigentlich Nachtisch?“
Gretchen schüttelte den Kopf und lächelte. Eigentlich hätte sie schon gerne noch ein Eis gegessen, aber sie wollte auf keinen Fall riskieren, dass Marc sie für verfressen hielt.
„Nein danke.“
„Gut, dann… sollen wir dann?“
Gretchen nickte und drehte ihren Oberkörper so, dass sie ihre kleine schwarze Handtasche erreichen konnte, die sie zuvor über die Stuhllehne gehängt hatte. Ohne Marc zu beachten holte sie ihre kleine Geldbörse hervor und überlegte kurz was sie gegessen und getrunken hatte, um anschließend nach dem Schein in ihrem Portemonnaie zu greifen. Sie war so in Gedanken vertieft, dass sie Marc erst bemerkte, als er seinen Arm über den Tisch legte und mit seiner Hand nach ihrer langte. Bestimmt drückte dieser das Geld wieder in ihr Portemonnaie und lächelte ihr sanft zu.
„Du glaubst doch nicht, dass ich dich bei einem Date bezahlen lasse, oder? Wenn doch, würde ich dich doch gar nicht ins Bett kriegen.“
Gretchen hatte eigentlich lächeln wollen als sie feststellte, dass Marc offenbar heute mal den Gentleman raushängen ließ indem er die Rechnung bezahlte, aber für seinen anschließenden dummen Spruch fing er sich gleich eine auf seine Finger ein, weswegen er seine Hand wieder wegzog und mit der anderen darüber rieb.
„Aua! Mann Hasenzahn, das war ein Witz! Ein Scherz, ok? Ich hab ja verstanden, dass du mich nicht ranlassen willst.“ Grummelte Marc und fischte seine Geldbörse aus der Gesäßtasche, während er dem Kellner zuwinkte.
„Von nicht wollen kann gar nicht die Rede sein.“ Murmelte Gretchen, während sie sich umdrehte und ihre Geldbörse wieder in ihrer kleinen schwarzen Tasche verschwinden ließ.
Da Marc allerdings grade dabei war zu bezahlen, hatte er davon nichts mitbekommen.
Nachdem sie das Restaurant verlassen hatten und Marc den Wagen vor seiner Haustüre geparkt hatte, drehte er sich zu Gretchen um, während er den Schlüssel aus der Zündung zog.
„Lust auf nen Kaffee?“

Wenn ich den trinke, dann kann ich wieder nicht schlafen. Wenn ich den trinke, dann bleibe ich wohl die ganze Nacht wach und überlege, ob er mit Kaffee ehrlich Kaffee gemeint hat oder ob das so ein komisches Kosewort für Nachtisch ist. Und dann...wäre Nachtisch in diesem Sinne das Kosewort für-

"Oder wenn du doch noch einen Nachtisch willst, hätt ich noch was da." Lenkte Marc ein, als er merkte, dass die blonde Frau neben ihm mal wieder in ihren Gedanken versunken war.

Aha. Marc Meier, du Schlawiner...

"Alles in Ordnung?" fragte Marc schließlich schon leicht besorgt, weil Gretchen ihm immer noch keine Antwort gegeben hatte.
"Äh warum?"
"Du guckst mich an als hättest du soeben einen wichtigen Fall gelöst" spottete Marc, während er die Fahrertüre öffnete und den linken Fuß nach draußen setzte. Gretchen tat es ihm gleich und öffnete ebenfalls ihre Türe und stieg aus. Über das Dach des Autos rief sie ihm zu:
"Äh...nein...Marc? Und wenn dann hätte ich mich lediglich nur über...deine Fähigkeiten als Gentleman gewundert"
Mit einem Ruck hatte Marc die Fahrertür wieder zugeknallt und mit einem süffisanten Grinsen drehte er seinen Kopf und sah Gretchen über seine Schulter an.
"Mh, es geht auch außerhalb des Schlafzimmers, Hasenzahn"
Gretchen knallte ihre Türe ebenfalls zu.
"Ja das ist..immer wieder erstaunlich" erwiderte Gretchen sarkastisch woraufhin Marc mit den Augen rollte, den Weg zu seiner Wohnung einschlug und das Auto mit einem Wink seines Schlüssels über seine Schulter, abschloss.
"Also willst du nun Kaffee oder nicht!?“

schleumel Offline

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13.06.2010 13:13
#69 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

„Jaaaaa…“
Marc schloss die Türe auf und ließ Gretchen den Vortritt in seine Wohnung. Hinter ihr schloss er die Tür wieder, warf seinen Schlüssel auf die kleine Kommode neben seiner Garderobe und hängt seine Jacke auf. Während Gretchen die ungemütlichen Pumps abstreifte und ihre Jacke ebenfalls aufhängte, ging Marc schon in die Küche und stellte die Kaffeemaschine an.
Als Gretchen zu ihm stieß, drehte er sich zu ihr um und sah sie Fragend an.
„Kaffee oder Nachtisch?“

Was soll denn jetzt die Frage? Habe ja noch nicht mal herausgefunden, was Kaffee oder Nachtisch heißt! Okay. werde logisch denken. Kaffee ist eine Beilage, Nachtisch ein Gang. Beilage vermindert das Risiko von... was denk ich hier eigentlich? Ich mag Nachtisch. Will aber meine Linie halten. Und Kaffee macht ja eigentlich auch nicht dick...

"Kaffee, bitte."
"gut." Marc nickte kurz und drehte sich dann zum Küchenschrank um, wo e zwei Tassen raus holte und sie auf die Küchenarbeitsplatte vor ihm abstellte. Gretchen machte ein paar Schritte auf Marc zu, während sie sich in der Küche ein wenig umsah. Marc goss indessen den Kaffee in beide Tassen und hielt Gretchen schließlich eine davon hin.
„Vorsicht, heiß!“
Gretchen musste laut auflachen während sie nach der Tasse griff.
„Ach komm Marc. Bitte nicht so viel Selbstüberschätzung an einem Abend, ja?“
„Äh, ich meinte den…“
Marc schaute Gretchen mit kraus gezogener Nase an und genau in dem Moment als Gretchens Hand die Tasse berührte, schrie sie laut auf und hüpfte durch die Küche.
Immer wieder wedelte sie mit ihrer Hand durch die Gegend und pustete hin und wieder dagegen.
Marc schaute sich das Schauspiel für ein paar Sekunden lang an, eher er augenrollend Gretchens Hand ergriff und sie unter den Wasserhahn zog.
Sobald das kalte Wasser ihre Hand berührt hatte, wurde sie auch schon leiser und hörte auf zu zappeln. Marc ersparte ihr jeglichen besserwisserischen Kommentar und strich mit seinen Fingern leicht über die ihren.
Sein Gesicht war ganz nah an ihrem als sie sich zu ihm umdrehte und ihm direkt in die Augen sah.
„Alles gut?“ fragte Marc leise und hatte dabei immer noch ihre Hand in seiner.
Kaum merklich nickte Gretchen mit ihrem Kopf als sie merkte, wie ein leichtes Kribbeln in ihr aufstieg. Sie hatte eigentlich versucht es zu vermeiden aber jetzt konnte sie doch nicht anders als ihren Kopf leicht nach vorne zu beugen und ihre Lippen sachte auf die von Marc zu legen. Ganz sanft umspielten ihre Lippen die Seinen und ein Schauer breitete sich auf ihrem Rücken aus, während sie die Hand unter dem Wasserhahn hervorzog und das Wasser wieder abstellte. Sie spürte dass Marc den Kuss zunächst nicht erwiderte, also intensivierte sie ihn ein wenig und legte ihre noch nasse Hand auf seine Brust. Kurz danach spürte sie, wie Marc sich langsam ebenfalls auf dieses Spiel einzulassen schien und er seine Arme um sie legte und sie näher zu sich ran zog.
Mit der Hand die nicht auf seiner Brust lag, strich sie einen seiner muskulösen Arme entlang. An seiner Schulter angekommen führte sie beide Hände zur Mitte seines Hemdes um dort die Knöpfe zu öffnen. Als sie das Hemd endlich zur Seite geschoben hatte und sie endlich freien Blick auf seinen Oberkörper hatte, biss sie sich kurz auf die Lippe und beugte sich dann wieder nach vorne um Marc erneut einen zärtlichen Kuss zu geben. Sie setzte ein Bein weiter nach vorne um sich noch dichter an ihn zu pressen und bald darauf konnte sie seine Erregung deutlich spüren. Langsam glitten seine Hände ihren Rücken hinunter und legten sich auf ihren Po. Für einen Moment ließ Gretchen von Marc ab um ihm das Hemd von den Schultern streifen zu können. Sie sah Marc direkt in die Augen und konnte sehen, dass er das hier ebenso sehr wollte wie sie, und doch schien er innerlich einen Kampf mit sich auszutragen.
Noch bevor sie fragen konnte ob irgendetwas nicht stimmte, hatte der junge Mann sie von sich weggeschoben und sein Hemd vom Boden aufgehoben.
Noch immer erhitzt, waren beide zunächst nicht fähig etwas zu sagen, bis Gretchen schließlich die Stirn in Falten legte und Marc überrascht ansah. Doch noch bevor sie etwas sagen konnte, kam Marc ihr zuvor.
Aufgebracht fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare woraufhin ihm ein paar Strähnen in die Stirn fielen und er laut ausatmete.
„Hör mal Hasenzahn, das geht so nicht. Du kannst nicht zu mir kommen und sagen ich würde nur an Sex denken und dann willst du mich in meiner Küche flachlegen!“
Gretchen war inzwischen schon wieder rot angelaufen. Hastig lief sie zur Haustüre und zog ihre Schuhe wieder an und griff nach ihrer Jacke und der kleinen schwarzen Tasche. Marc hatte sie noch aufhalten wollen, doch er reagierte zu langsam und hörte nur noch wie sie ein „Entschuldigung, ich… es tut mir leid. Ich muss jetzt los!“ rief und daraufhin die Türe zuknallte.

schleumel Offline

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14.06.2010 14:07
#70 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hey!
vielen lieben dank für die tollen kommis ich freu mich immer sehr drüber
und jetzt gehts auch schon weiter :)
wünsche euch viel spaß und einen guten start in die woche
glg


Schlecht gelaunt betrat Marc Meier am nächsten Morgen das Schwesternzimmer. Als sie ihren Vorgesetzten bemerkte, klappte Sabine schnell das Buch zu, welches sie in der Hand hatte und nahm die Füße vom Schreibtisch.
„Guten Morgen Herr Doktor.“ Begrüßte sie Marc eher zurückhaltend und schaute neugierig dabei zu, wie Marc seine Sachen in seinem Spint ablegte und sich dann wieder zu Sabine umdrehte.
„Ist Hasenzahn schon da?“
„Ich hab die Frau Doktor heute noch nicht gesehen.“
Marc hatte sich grade seinen weißen Kittel übergezogen, als er noch einen Blick auf die Uhr warf und dann wieder Sabine anschaute.
„Gut, ich geh dann noch oben eine rauchen. Sie bereiten schon mal die Visite vor, klar?“
Sabine nickte eifrig, doch kaum hatte Marc das Schwesternzimmer verlassen, da hatte sie ihre Hände auch schon wieder auf das Buch gelegt.
Erschrocken zuckte sie zusammen als sie vom Flur aus Marcs Stimme hörte.
„Und das Buch bleibt zu!“
Für einen Moment dachte Sabine darüber nach, ob sie nicht doch noch schnell die nächsten paar Sätze lesen sollte, doch sie besann sich aufgrund der schlechten Laune die Marc heute hatte, eines besseren und suchte schon einmal die benötigten Akten raus.
Marc hingegen stand wartend vor dem Aufzug und als seine Türen sich öffneten, erkannte er darin Gretchen, die ganz offensichtlich auch nach oben wollte.
Marc räusperte sich, betrat den Aufzug und wollte grade die 7 drücken, als er erkannte, dass Gretchen diese offenbar schon gedrückt hatte.
„Morgen Hasenzahn.“
Gretchen schenkte Marc ein gequältes Lächeln und schaute dann wieder zu Boden.
„Morgen.“ Grummelte sie leise und zupfte am Saum ihres Kittels rum, während die Aufzugtüren sich schlossen.
Während Gretchen weiter auf den Boden starrte, verdrehte Marc auf einmal aufschnaubend die Augen und drückte plötzlich den Stop-Knopf. Dann drehte er sich zu Gretchen um, raufte sich die Haare und sah sie eindringlich an.
„Man Hasenzahn jetzt sei gefälligst nicht sauer auf mich. Diese ganze Sache ohne Sex und so war schließlich im Grunde genommen deine Idee und-“
Energisch blickte Gretchen wieder auf und hob die Hände.
„Man, Marc! Ich nicht sauer auf dich in Ordnung?“ gab sie leicht gereizt zurück und ließ die Hände wieder fallen.
Marc drehte seinen Kopf leicht zur Seite und zog eine Augenbraue nach oben.
„Ach… Nein?“
„Nein! Ich bin sauer auf mich selbst weil ich mal wieder gegen meine eigenen Regeln verstoßen habe. Da nehm ich mir einmal was vor, halt so richtig ernsthaft, und dann versemmel ichs mal wieder.“
Marc machte einen Schritt auf Gretchen zu und auf einmal zierte seine Lippen ein selbstbewusstes Grinsen.
„Ja gut, ich kann ja verstehen, dass du dich in meiner Gegenwart nicht wirklich beherrschen kannst aber-“
Gretchen ignorierte Marcs Kommentar jedoch und sprach unbeirrt weiter.
„Und dann benimmst du dich auch noch wie ein Gentleman wie er im Buche steht, weißt du eigentlich wie viel schwerer das die Sache macht?“
Verwundert schaute Marc die Blondine vor sich an, deren Wangen schon etwas gerötet waren weil sie sich mal wieder in Rage geredet hatte.
„Warte mal Hasenzahn! Du hast doch gesagt ich soll mich benehmen!“
„Und seit wann machst du was ich sage?!“ entgegnete sie ihm und stemmte dabei die Hände in die Hüften.
Marc rollte genervt mit den Augen ehe er sich umdrehte und den Stop-Knopf erneut drückte, damit der Aufzug sich stockend wieder in Bewegung setzte.
„Also das wird mir jetzt definitiv zu blöd hier! Ich wollte mich entschuldigen aber wenn du das nicht annehmen willst, bitte!“
Genervt lehnte Marc sich gegen die Metallwand des Aufzugs und fischte eine Zigarette aus seiner Kitteltasche, die er sich anschließend zwischen die Lippen schob.
Gretchen beobachtete für einen Moment die Anzeige im Fahrstuhl die ihr zeigte, dass sie erst im vierten Stock waren. Kurz entschlossen machte sie einen Satz nach vorne und drückte auf die Stop-Taste.
„Tut mir leid, du kannst ja nichts dafür das ich… dass es manchmal kompliziert ist.“
Gretchen ließ die Schultern hängen und drückte erneut den Stop-Knopf, woraufhin der Aufzug sich wieder in Bewegung setzte.
Marc registrierte Gretchens Aussage mit einem leichten Schmunzeln, doch bevor er etwas erwidern konnte, hatte der Fahrstuhl im fünften Stock gehalten und die Türen öffneten sich.
„Also diese scheiß Aufzüge sind die wieder kaputt oder warum brauchen die wieder so la… Marc? Gretchen?“
Verwundert schaute Mehdi zwischen Marc und Gretchen hin und her und nachdem die Türen sich wieder geschlossen hatten, bemerkte der Gynäkologe auch die seltsame Stimmung die hier herrschte.
Etwas zögerlich lehnte er sich neben Gretchen an der Wand an und zupfte an seinem Hemdkragen herum.
Unsicher hob Mehdi eine Hand und zeigte mit einem Finger von Marc zu Gretchen.
„Habt ihr etwa hier drin-“
Eilig hob Gretchen die Hände und warf sie in die Luft.
„Was? Nein! Um Gottes willen.“
„Na so abwegig ist das doch gar nicht. Ich meine gestern wolltest du noch-“ nuschelte Marc, woraufhin er sich von Gretchen einen bitterbösen Blick einfing, der ihn zum Schweigen brachte.
Mehdi spürte wie die Eifersucht langsam in ihm aufstieg und überrascht wandte er seinen Blick wieder Gretchen zu.
„Soll das etwa heißen, du wolltest…?
Gretchen ballte ihre Hände zu Fäusten und stampfte mit den Füßen auf dem Boden auf.
„Nein! Und jetzt Schluss mit dem Thema!“
Sie schaute zu Marc auf, der sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte, trotzdem aber nichts sagte. Mehdi schien immer noch verwundert zu sein, denn auch er sagte nichts mehr.
Und so herrschte Stille bis der Aufzug endlich im siebten Stock halt machte und Gretchen zielstrebig den Aufzug verließ. Marc und Mehdi schauten ihr für einen Moment nach, ehe Mehdi sich Marc zuwandte.
„Ihr habt aber…. nicht wirklich… oder?“
Marcs nahm für einen Moment die Zigarette zwischen seinen Lippen hervor und grinste selbstgefällig.
„Wenn du das jetzt nur wüsstest, hm?“
Anschließend steckte er sich die Zigarette wieder zwischen die Lippen und verließ ebenfalls den Aufzug. Mehdi schaute ihm noch einen Moment verdutzt hinterher, eher auch er den Aufzug verließ.

schleumel Offline

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15.06.2010 12:08
#71 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallo ihr lieben :)
freut mich, dass euch die szene im aufzug gefallen hat :) dankeschön für die lieben kommis
wollen wir mal gucken wie es weiter geht, hm?


Nachdem sie die Visite mehr schlecht als recht hinter sich gebracht hatten, hatte Gretchen sich ins Schwesternzimmer zurückgezogen, wo sie grade ein paar Medikamente einsortierte, weil Schwester Sabine mal wieder unauffindbar war.
Gretchen überprüfte grade das Ablaufdatum vom Paracetamol, als sie auf einmal einen Atemzug an ihrem Hals spürte und nur Sekunden später sich zwei Arme um ihre Hüfte legten und sie den Duft von Marcs Aftershave in der Nase hatte.
Sie konnte spüren wie Marc sich leicht nach vorne beugte und seine Lippen direkt neben ihrem Ohr platzierte.
„Ich nehm deine Entschuldigung an, Hasenzahn!“ raunte er ihr heiser zu während seine rechte Hand über ihren Bauch strich und die linke auf ihrer Hüfte ruhte.
Gretchen wollte grade etwas erwidern, als Marc sie ziemlich schnell herumwirbelte und sie mit dem Rücken gegen den Wandschrank presste.
Fordernd drückte er seine Lippen auf ihre und gierig schob er seine rechte Hand hinauf zu ihrer Brust, welche er kurz darauf mit seinen Fingern fest umschloss.
Gretchen spürte wie ihr der Atem kurz wegblieb, als Marc sich ganz nah an sie drückte und sein rechtes Bein zwischen ihre Schenkel schob.
Marc ließ kurz von Gretchen ab, um sich zu vergewissern, dass sie immer noch alleine waren. Als er zu seiner Zufriedenheit festgestellt hatte, dass weit und breit niemand zu sehen war, ließ er seine linke Hand unter Gretchens Oberteil gleiten während seine Lippen sich wieder auf ihren Hals legten und dann langsam hinunter zu ihrem Dekolleté wanderten.
Für einen Moment genoss Gretchen Marcs Berührungen, auch wenn sie mehr fordernd als zärtlich waren, doch schließlich kehrte ihr Verstand zurück.
„Marc!“ hauchte sie und schob den jungen Mann ein Stück von sich weg.
Marc ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und presste sich wieder an Gretchens Körper heran.
„Lass mich doch einfach mal machen Hasenzahn!“ stieß er rau hervor und legte die rechte Hand auf ihren Hintern um ihr Becken dem seinen entgegen zu drücken.
Gretchen jedoch stemmte ihren Arm gegen Marcs Brust und schob ihn so bestimmt von sich weg.
„Kannst du mir mal sagen was das soll?“ fragte Gretchen ihr Gegenüber wütend und verschränkte die Arme vor der Brust.
Marc wollte wieder einen Schritt auf sie zu machen, doch Gretchens Arm schnellte nach oben und hielt ihn so auf Abstand.
Marc machte einen Schritt nach hinten und musterte Gretchen verwirrt.
"Was? Was zum Teufel... Hasenzahn es wäre endlich mal an der Zeit, dass du dich entscheiden würdest!"
Trotzig verschränkte Gretchen die Arme vor der Brust und sah Marc schmollend an.
"Hab ich ja auch!" erwiderte sie während sie die Stirn in Falten legte.
„Aber du weißt genau dass ich mir das alles anders vorgestellt hab mit dir. Nicht hier im Schwesternzimmer nachdem du mich so hintergangen hast und… Ich will einfach dass unser zweites erstes Mal besonders wird, ok? Nicht so eine schnelle Nummer zwischen Medikamenten und Verbänden. Ich will endlich Klarheit zwischen uns. Außerdem wollte ich, dass wir es dieses Mal langsam angehen. Oder was meinst du warum ich nicht wollte dass wir gleich wieder miteinander… hm hm du weißt schon. Weißt du gestern Abend fand ich wirklich schön, zumindest bis ich es vermasselt habe. Und jetzt lass mich durch, ich will noch nach der Patientin in der 4 sehen!“
Energisch schob Gretchen sich an Marc vorbei, der ihr noch erstaunt hinterher schaute, sich dann allerdings mit der Hand durch die Haare fuhr, einen Blick nach unten warf, seine Hose wieder richtete und sich anschließend in sein Büro verzog.

schleumel Offline

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16.06.2010 12:19
#72 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

Verärgert darüber wie Marc sich ihr gegenüber verhalten hatte, stapfte Gretchen gedankenverloren zum Schokoautomaten, holte ein Eurostück aus ihrer Kitteltasche und zog sich eine Tafel Schokolade. Mit einem kleinen Seufzer riss sie das Papier und die Silberfolie auf und wollte grade genüsslich reinbeißen, als auf einmal ihr Handy klingelte. Als sie den Namen des Anrufers auf dem Display sehen konnte, überlegte sie kurz, ob sie den Anruf überhaupt annehmen sollte, sie entschied sich letztlich aber doch dafür.
„Hallo Alexis!“

Eilig schritt Bärbel Haase durch den Keller des Elisabethkrankenhauses. Ihr Weg führte sie gradewegs zu der kleinen Holztür, vor der sie kurz stehen blieb und noch einmal tief durchatmete. Mit einer hektischen Bewegung strich sie sich die Haare hinter die Ohren, zog ihren Kittel glatt und öffnete die Holztür mit einem Ruck.
Die beiden jungen Männer im Inneren des Raumes schauten erschrocken hoch, atmeten jedoch erleichtert aus, als sie die Frau des Professors erkannten.
Gordon legte den rauchenden Joint in den Aschenbecher, der vor ihm stand und entließ den Qualm nach ein paar Sekunden aus seinen Lungen, bevor er Bärbel ansprach.
„Ah, Frau Haase. Ich nehme an sie wollen sich ihr Geld für die Woche abholen?“
Seufzend ließ die ältere Frau sich auf einem Stuhl neben den beiden Männern nieder und nickte.
„Was für ein Tag!“ stöhnte sie, während sie das Bündel Geld an sich nahm. Dabei fiel ihr Blick auf Knechtelsdorfer, der mit zwei Fingern nach dem Joint griff und einen tiefen Zug nahm. Bärbel stutzte.
„Sagen sie mal! Sie rauchen doch nicht etwa wieder während ihres Dienstes?“ empört legte Bärbel eine Hand auf ihre Brust und sah die beiden jungen Männer erwartungsvoll an.
Kichernd hob Knechtelsdorfer die Hände und wedelte damit eine Weile in der Luft rum, bis er den Joint an Gordon weiter gab und sich dann wieder an Bärbel wandte.
„Naaa. Mir müssn moagen erst wieder ran, machen’s sich amol keine Sorgn.“
Gordon nickte seinem Kollegen beipflichtend zu und reichte ihm den Joint anschließend wieder rüber.
Erleichert lehnte Bärbel sich in ihrem Stuhl ein Stückchen zurück und verschränkte die Hände vor ihrem Bauch. Erschöpft entließ sie einen Schwall von Luft aus ihrer Nase und blickte anschließend in Gordons Gesicht.
„Anstrengender Tag heute?
„Schwester Stefanie ist mal wieder in Bestform heute.“
Gordon presste die Lippen zusammen und nickte. Dann griff er erneut nach dem Joint und hielt ihn Bärbel vor die Nase.
„Wollen sie auch mal ziehen? Ihre Schicht ist doch auch in 5 Minuten vorbei.“

Zur selben Zeit saß Franz Haase in seinem Büro über ein paar Akten. Er gönnte sich grade einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, als die Tür zu seinem Büro auf einmal aufgerissen wurde und Elke panisch den Raum betrat.
„Franz! Gott sei Dank bist du da!“
Theatralisch knallte Elke die Türe hinter sich wieder zu und ließ sich mit einem lauten Seufzer auf den Stuhl vor dem Schreibtisch fallen. Für einen Moment ließ sie den Kopf und die Arme Schlaff nach hinten und vom Stuhl runter hängen, dann richtete sie sich aber wieder auf und sah Franz ernst an.
„Diese Sache zwischen uns!“ fing sie an und presste dabei ihre kleine Handtasche näher an ihren Körper. „Wir müssen sie weiter führen.“
Ungläubig starrte Franz die braunhaarige Frau vor seinem Schreibtisch an und mit einem Mal erhob er sich, ging um den Schreibtisch herum, lehnte sich mit dem Rücken an den Schrank der hinter ihm stand und beäugte Elke argwöhnisch.
„Aber ich dachte wir…“
„Du brauchst nicht zu denken. Seit wir es nicht mehr miteinander treiben kann ich kein vernünftiges Wort mehr schreiben.“
Mit einem Ruck schob Elke den Stuhl nach hinten, stand auf und ging auf Franz Haase zu. Bevor dieser jedoch reagieren konnte, hatte die Autorin ihn bereits gegen den Schrank gepresst und seine Lippen mit ihren verschlossen.

schleumel Offline

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17.06.2010 10:17
#73 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

so, den nächsten teil gibts heute schon was früher weil ich wahrscheinlich den ganzen tag unterwegs sein werde.
ich danke euch für eure kommis und wünsche euch viel spaß


„Hallo Gretchen!“
Wehmütig schaute Gretchen die Schokolade in ihrer Hand an und machte einen gequälten Gesichtsausdruck als sie das Papier wieder darum wickelte und die Tafel in ihre Kitteltasche gleiten ließ.
Sie ging ein paar Schritte und ließ sich schließlich auch einen Stuhl fallen, der in der Nähe des Schokoautomaten stand.
„Warum rufst du an?“
Sie hörte wie Alexis sich am anderen Ende der Leitung räusperte.
„Ich war grade auf einer Konferenz mit den Leuten von meiner Stahlfirma. Du weißt schon. Da musste ich an dich denken. Außerdem wollte ich deine Stimme hören.“
Gretchen merkte wie sie leicht rot anlief und zur Sicherheit schaute sie sich noch einmal im gang um ob sie auch wirklich nicht beobachtet oder belauscht wurde.
„Erinner mich bitte nicht an die Stahlfirma.“ Entgegnete Gretchen peinlich berührt und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
„Weißt du ich hab mich gefragt ob wir nicht vielleicht nochmal zusammen Essen gehen könnten. Ich bin jetzt wieder in der Stadt und hätte Zeit, wenn du Lust hast.“
Gretchen musste schmunzeln. Auch wenn sie nach der Pleite mit Marc schon die Versuchung verspürte ‚ja‘ zu sagen, schüttelte sie doch kaum merklich den Kopf.
„Ich glaube nicht dass das eine gute Idee wäre, Alexis. Es ist im Moment viel los hier und-“
Sie bemerkte, dass sie Stimme des jungen Mannes am Telefon ein wenig enttäuscht klang.
„Es ist immer noch wegen diesem Oberarzt, dem Meier. Oder?“
Gretchen stand wieder vom Stuhl auf und streckte ihren Rücken durch.
„Es wäre einfach nicht fair mit dir Essen zu gehen, Alexis.“ Versuchte sie zu erklären, was ihr auch offensichtlich gelang, denn Alexis von Buren hakte nicht weiter nach.
Seine Stimme wurde plötzlich unerwartet hart.
„Na gut du kannst dich ja melden wenn du es dir anders überlegst.“ Und schon hatte er aufgelegt.
Erleichtert atmete Gretchen aus und griff ein weiteres Mal nach der Schokolade in ihrer Kitteltasche. Sorgsam faltete sie das Papier nun wieder auseinander und endlich hatte sie Zeit hinein zu beißen. Nur eine Sekunde später spürte sie allerdings eine Hand auf ihrer Schulter, was sie herumfahren ließ.
„Mehdi!“ erschrocken fuhr Gretchen sich mit dem Handrücken über die Lippen um sicher zu gehen, dass sie auch keine Schokolade im Mundwinkel hängen hatte.
Energisch hob Mehdi einen Arm und steckte ebenfalls einen Euro in den Süßautomaten, und kurze Zeit später hielt er ein Snickers in den Händen.
„Sag mal, hast du jetzt eigentlich neuerdings zwei Eisen im Feuer? Also sowas hätte ich ja wirklich nicht von dir erwartet.“
Nichtsahnend worauf Mehdi hinaus wollte, schaute Gretchen ihn skeptisch an, währen die die Schokolade lieber wieder in ihr Papier einwickelte und sie wieder in ihrer Kitteltasche verschwinden ließ.
„Zwei Eisen? Was… Was meinst du?“
Leicht angesäuert wickelte Mehdi sein Snickers aus und biss hinein.
„Ich bitte dich Gretchen. Erst Marc im Aufzug und jetzt telefonierst du mit Alexis?“
Mehdi sah sie auf eine Antwort wartend an, verlagerte sein Gewicht auf ein Bein und stemmte die freie Hand in die Hüfte.
„Also Marc und ich haben… Und das mit Alexis war nur… Was geht dich das denn überhaupt an?“
Ein wenig gereizt stemmte Gretchen ebenfalls die Hände in die Hüften und wippte mit einem Fuß auf und ab.
Plötzlich hob Mehdi die Hand, die an seiner Hüfte gelegen hatte hoch und kratzte sich am Hinterkopf.
„Ich… also.. ich wollte… eigentlich nur wissen mit wem du zum Geburtstag von deinem Vater gehst. Also ob jetzt Marc oder Alexis oder…. Vielleicht mit…. Mir?“
„Geburtstag?“
„Jaaaaaa? Er wird 60 und hat einen Saal gemietet und das halbe Krankenhaus eingeladen? Jetzt sag bloß du weißt nicht wann dein Vater Geburtstag hat?“ Verwundert schaute Mehdi Gretchen an, die seinen Blick verwirrt erwiderte.
„Natürlich weiß ich das. Aber was denn für ein Fest? Davon weiß ich ja noch gar nichts.“
Gretchen bemerkte wie sie langsam ein bisschen sauer wurde, dass ihre Eltern anscheinend mal wieder jeden informiert hatten, nur sie selbst nicht. Mehdi zuckte nur mit den Schultern.
Gretchens Augen formten sich zu kleinen Schlitzen als sie plötzlich wie vom Blitz getroffen zum Büro ihres Vaters stürmte.
„Würdest du mich bitte entschuldigen? Ich muss da was klären!“

schleumel Offline

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18.06.2010 19:45
#74 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

huhu :)
es geht weiter vielen lieben dank für die kommis
morgen wirds leider keinen teil geben, bin unterwegs.
jetzt aber erst mal viel spaß mit diesem hier :)
glg


Ohne anzuklopfen riss Gretchen die Türe zum Büro ihres Vaters auf und wollte grade drauf lospoltern, als ihr auf einmal der Atem stockte und sie geschockt geradeaus starrte.
„Papa?!“
Erschrocken fuhren der Professor und die Autorin auseinander und blickten peinlich berührt in Gretchens Richtung.
„Kälbchen!“
So schnell sie konnte, sammelte Elke Fischer ihre Sachen zusammen und schob sich anschließend mit einem künstlichen Lächeln an Gretchen vorbei aus dem Büro raus.
Nachdem die Tür zugeschlagen war, richtete Gretchen ihren Blick wieder auf ihren Vater und sah ihm erzürnt in die Augen.
„Kannst du mir mal sagen was das soll? Ich dachte es wäre aus mit dir und dieser… dieser Möchtegernautorin!“
Während Franz Haase sein Hemd wieder zuknöpfte und seinen Kittel wieder überzog, setzte er sich mit beschämtem Blick wieder auf seinen Stuhl und schaute zu Boden.
„Kälbchen! Ich weiß es auch nicht, sie kam auf einmal rein gestürzt und-“
„Ach, Papa jetzt erzähl mir bitte nicht, dass du sie nicht mehr wegschicken konntest weil du ihr hilflos ausgeliefert warst. Ich dachte du und Mama ihr wolltet euch wieder vertragen und von vorne anfangen?!“
„Wollten wir ja auch.“ Gab Franz Haase kleinlaut zu und traute sich dabei nicht, Gretchen in die Augen zu sehen.
„Und was hat dich dann bitte geritten wieder mit Marcs Mutter…?“
„Ich weiß es nicht Kälbchen. Aber ich bin nunmal ein Mann und-“
Wütend stemmte Gretchen die Hände in die Hüften.
„Och Papa, verschon mich bitte damit.“
Kaum merklich nickte Franz Haase und für eine Weile herrschte Schweigen zwischen Vater und Tochter. Bis Gretchen einfiel, warum sie eigentlich gekommen war. In die Sache mit ihren Eltern würde sie sich nicht weiter einmischen, die beiden waren alt genug das selber zu klären.
„Du sag mal, warum ist jeder zu deiner großen Geburtstagsfeier eingeladen nur ich nicht?“
Endlich traute der Professor sich wieder seine Tochter anzusehen, musste aber gleich feststellen, dass sie immer noch ziemlich aufgeregt war, auch wenn es jetzt um die Einladung ging.
„Warum? Ich dachte deine Mutter hätte dir-“
„Hat sie nicht.“ erwiderte Gretchen ein bisschen sauer und sah ihren Vater dabei unentwegt weiter an. „Ich hab es eben von Mehdi erfahren. Mann Papa, warum weiß das ganze Krankenhaus mal wieder bescheid und mir hat keiner irgendwas gesagt?“
Franz Haase räusperte sich und schob die Akten auf seinem Schreibtisch ein Stück zu Seite.
„Weißt du, deine Mutter hat sich beim Zählen der Gäste vertan und wir hatten eine Einladung zu wenig, deswegen hast du keine bekommen. Aber deine Mutter wollte dir bescheid sagen.“
„Hat sie aber nicht!“ gab Gretchen trotzig zur Antwort und ließ sich ihrem Vater gegenüber auf den Stuhl fallen.
„Dann hat sie es wohl einfach vergessen, bei dem ganzen Stress den sie in letzter Zeit hatte. Sie hat ja viel gearbeitet.“
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem Schmollen und sah ihren Vater zerknirscht an.
„Und wann und wo ist das Fest?“
Auf Franz Haases Lippen bildete sich ein kleines Lächeln.
„Am Samstag um 20.00. In denselben Räumlichkeiten in denen wir auch schon unsere Leinenhochzeit gefeiert haben. Du erinnerst dich doch noch?“

Wie könnte ich das jemals vergessen? Diesen Tanz mit Marc.

„Kälbchen?“
Energisch wedelte der Professor mit seiner Hand vor Gretchens Gesicht herum, die sich anscheinend mal wieder mit ihren Gedanken irgendwo anders befand, bis sie schließlich doch irgendwann aufschreckte.
„Was?!“
„Ob du noch weißt wo das war hab ich gefragt.“
Während Gretchen aufstand, fühlte sie noch einmal nach der Schokolade in ihrer Kitteltasche. Es wurde Zeit, dass sie die endlich mal in Ruhe würde genießen können.
„Jaja, ich weiß noch wo das ist. Ich muss jetzt wieder an die Arbeit.“ Die Hand bereits auf der Türklinke drehte Gretchen sich noch einmal zu ihrem Vater um. „Und klär das mit Elke. Ich will nicht nochmal in den Büro kommen und sehen wie ihr-“
„Schon gut, schon gut, ich hab es ja verstanden!“ rief Franz Haase seiner Tochter noch zu, ehe sie sein Büro verlies, und sich auf den Weg zurück ins Schwesternzimmer machte.

schleumel Offline

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Beiträge: 2.683

20.06.2010 16:51
#75 RE: 2. Story von Schleumel Zitat · antworten

hallöchen :)
es geht wieder weiter. ich danke euch für eure kommentare (kommis zu euren geschichten werd ich heut abend schreiben, ich muss mich grad noch ein bisschen von gestern abend erholen )
auf jeden fall wünsche ich euch viel spaß mit dem neuen teil und noch einen schönen sonntag :)


Bärbel Haase zögerte einen Moment, ehe sie nach dem Joint griff und einen kräftigen Zug tat. Während sie den Rauch aus ihren Lungen entließ, erinnerte sie sich daran wie das früher gewesen war, wenn sie mit Franz auf Demos gewesen war oder wenn sie einfach nur auf einer Wiese gelegen hatten und von ihrer Zukunft träumten.
Nicht selten hatten sie dabei den ein oder anderen Joint geraucht.
Erneut nahm Bärbel einen kräftigen Zug und behielt den Qualm für einen Moment in sich, ehe sie ihn wieder hinaus blies.
Langsam merkte sie, wie das THC zu wirken begann. Entspannt lehnte sie sich zurück und starrte eine Weile an die Decke ehe sie die Hand hob und den Joint an Knechtelsdorfer weiter reichte.
Immer noch vor sich her starrend und an die alten Zeiten denkend, richtete sie sich wieder ein bisschen auf und sah von Gordon zu Knechtelsdorfer.
„Wissen sie mein Mann und ich waren früher auch mal wild. Damals in den 70ern.“
Gordon und Knechtelsdorfer rissen die Augen auf und sahen Bärbel Haase amüsiert an. Beide konnten das dicke Grinsen in ihrem Gesicht nicht mehr verbergen aber Bärbel sprach unbeirrt weiter.
„Damals haben wir auch die ein oder andere Tüte geraucht, wie man heute so schön sagt. Das waren noch Zeiten…“
Knechtelsdorfers Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen und er presste eine Hand vor seinen Mund, doch nur Sekunden später brach er in schallendes Gelächter aus und auch Gordon konnte sich nicht mehr zurück halten und lachte laut los.
Da Bärbel anscheinend nicht zu begreifen schien, dass die beiden jungen Männer keineswegs einfach nur wegen des THCs lachten, sondern vor allem wegen ihr selber, stimmte Bärbel Haase gelöst mit in das Gelächter ein. So ging das eine Weile bis Gordon sich vor Lachen den Bauch hielt und Knechtelsdorfer sich bereits die Tränen vom Gesicht wischen musste.
Irgendwann hörten die drei auf zu lachen und ohne dass einer auch nur ein Wort sagte, schlossen alle drei die Augen und hingen ihren Gedanken nach.
Gordon und Knechtelsdorfer wurden erst wieder aus ihren Gedanken aufgeschreckt, als sie auf einmal ein lautes Schnarchen vernahmen.

Eiligen Schrittes stapfte Gretchen in Richtung Schwesternzimmer, immer noch erzürnt darüber, dass ihr Vater wohl anscheinend mal wieder sein Hirn ausgeschaltet hatte und ihre Eltern dann auch noch vergessen hatten, sie zur großen Geburtstagsfeier einzuladen.
Schwer seufzend ließ Gretchen sich auf einen Stuhl fallen und griff nach den Keksen die auf dem Tisch standen. Während sie ein Stück vom Keks abbiss, ließ sie die Schultern hängen und atmete erneut ziemlich laut aus, was Marc, der sich grade einen Kaffee eingegossen hatte, aufhorchen ließ.
Mit skeptischem Blick drehte er sich zu Gretchen um und deutete mit der Kaffeetasse auf ihren Keks.
„Jetzt mach dich doch nicht noch dicker als du schon bist.“
Empört schnaufte Gretchen auf, warf Marc einen bitterbösen Blick zu und nahm demonstrativ einen weiteren Keks aus der Schale vor ihr.
„Jetzt tu doch nicht so als hättest du das nicht gewusst!?“ rief Gretchen verärgert und stemmte die freie Hand in ihre Hüfte. Ihre Augen hatten sich zu kleinen Schlitzen gewandelt und auf eine Antwort wartend, schaute sie Marc aufgebracht an.
„Dass du dick bist? Also das-“
Mit einem Satz war Gretchen vom Stuhl aufgesprungen und hatte nun beide Hände auf ihren Hüften abgestützt. Sie machte einen Schritt auf Marc zu und schaute ihn immer noch bitterböse an, woraufhin Marc seine Kaffeetasse abstellte, und das blöde Grinsen, dass sich zuvor auf seinem Gesicht ausgebreitet hatte, verschwand.
„Ich rede von dem Geburtstag meines Vaters. Konntest du das nicht vielleicht mal erwähnen?“
Fragend blickte Marc zwischen ihren Augen hin und her.
„Warum soll ich denn-?“
Wütend stampfte Gretchen leicht mit einem Fuß auf.
„Weil meine Eltern vergessen haben mich einzuladen und jetzt stehe ich da wie der letzte Depp!“
Das Grinsen kehrte in Marcs Gesicht zurück als er Gretchen schmunzelnd ansah und wieder nach seiner Tasse griff.
„Ja gut, das liegt vielleicht weniger daran dass dich keiner eingeladen hat, aber…“
„MARC!“
Langsam hob Marc die Tasse an, führte sie zu seinen Lippen und nahm einen genüsslichen Schluck aus seiner Kaffeetasse, eher sie wieder zurück auf den Tisch stellte und Gretchen wieder ansah.
„Übrigens habe ich den Geburtstag nicht für erwähnenswert gehalten, weil ich eh nicht hingehen werde. Du weißt ja wie mich solche Veranstaltungen langweilen und ich kann mir wirklich schöneres vorstellen als den Samstagabend mit einem Haufen Leute zu verbringen die doppelt so alt sind wie ich.“
Marc Lippen verzogen sich noch zu einem leichten Grinsen, ehe er den letzten Schluck aus seiner Tasse nahm, die in die Spüle stellte und den Raum verließ.

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