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Dieses Thema hat 253 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

01.05.2010 19:16
#51 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Freut mich das die Stelle mit Mehdi euch gefallen hat Als nächstes ein Versuch von Marc sich zu, äh...erklären.


„Alles klar Herr Kommissar… da bin ich aber froh, konnten Sie den Verbrecher schnappen und die üblen Nachspiele verhindern…natürlich werde ich das ausrichten…ich bin ja sozusagen der erste Freund und Helfer…“
Es war bereits später Abend, als Gretchen ein Taschentuch in den Mülleimer warf, während sie das Schwesternzimmer betrat und Sabine sah, die am Telefon sass. Sie winkte eifrig und schien aufzuhüpfen, was Gretchen etwas irritierte.
„Aber selbstverständlich…auf Wiederhören und alles Gute.“ Sie drückte auf den roten Knopf und behielt das Telefon zwischen ihren Händen, als sie mit grossen Augen zu Gretchen aufschaute. „Sie haben ihn geschnappt Frau Doktor…“
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem halben Lächeln. „Super.“
„Jetzt kann er niemandem mehr etwas Böses antun…die Ganoven sitzen hinter Gitter…“ Sie legte das Telefon auf die Station und seufzte.
Gretchen lief währenddessen zu der Garderobe, wo sie ihren Spint aufmachte. Die Tatsache dass Frank gefasst war, beruhigte sie – gab ihr aber zeitgleich ein komisches Gefühl. Sie bückte sich und suchte nach einem neuen T-Shirt. Als sie nach einer Weile ein rosafarbenes gefunden hatte, zog sie das blaue aus und hielt es darauf noch in Händen um es anzuschauen. Sie strich über das grosse ‚M’ und seufzte schwer. Nach einem kurzen Moment warf sie einen Blick auf die Uhr. Die Zeiger zeigten auf viertel nach Zehn.
„Sabine?“ Gretchen holte ihre Jacke und Schal hervor und schloss den Spint.
„Ja Frau Doktor?“
„Ich gehe kurz raus, bin aber auf meinem Pieper erreichbar. Sie haben ja meine Nummer falls es einen Notfall gibt.“ Gretchen zog die Jacke an und warf ihren Schal um den Hals.
„Natürlich.“, sagte Sabine und nickte, „der Doktor Meier hat dasselbe gesagt.“
„Ach?“
Sabine nickte wiederum und schaute dann auf einen Punkt in die Luft. „Er hat gemeint, falls…irgendwer am abkratzen wäre oder es einen Notfall gäbe, den ein Haufen talentierter Krankenschwestern nicht lösen könnte, dann wäre er zu stören…“
„Das…hat er gesagt?“, fragte Gretchen und schaute Schwester Sabine, welche lächelnd mit den Schultern zuckte, überrascht an.
„Naja…also eigentlich…hat er die Krankenschwestern eher als…nutzlos und unqualifiziert bezeichnet…“
„Ja das hört sich schon eher nach Marc an.“, sagte Gretchen leise, drehte sich um und griff nach dem blauen T-Shirt welches auf der Bank lag. „Also…dann bis später.“
Sabine nickte und Gretchen verliess den Raum.

Eine halbe Stunde später strich Gretchen mit ihren Fingern über das T-Shirt in ihren Händen. Durch das kleine Fenster neben der Türe konnte sie erkennen, dass er zuhause sein musste.
Sie schluckte und schaute auf. Sie strich sich ihre Haare nochmals nach hinten und schloss für einen Moment die Augen um ihre Gefühle zu sortieren und zu verschliessen.
Nach ein paar Sekunden hob sie ihre Hand um zu klopfen, nahm diese jedoch wieder hinunter. Wieder schaute sie auf das blaue T-Shirt in ihren Händen. Sie biss sich auf die Lippe, bewegte unschlüssig den Kopf und erhob die Hand wieder. Dieses mal berührte sie die Türe – klopfte jedoch nicht. Sie schluckte, schüttelte den Kopf und wandte sich um.
Plötzlich hörte sie, wie die Türe hinter ihr aufging. Sie blieb stehen und holte tief Luft.
„Gretchen?“
Sie presste die Lippen aufeinander und wandte sich um. „Ja!“
„Was…machst du denn hier?“, fragte Marc und schaute sie irritiert an, bis sein Blick auf sein T-Shirt fiel.
Gretchen trat näher heran und hob dieses hoch. „Ich…wollte dir eigentlich nur das hier…zurückgeben. Vielleicht…brauchst du es ja. Weiss ja nie.“ Sie versuchte ein Lächeln zustande zu bringen und gab es ihm in die Hand.
Mark nickte fast nicht merklich und blieb im Türrahmen stehen.
„Also ich…muss dann auch wieder. Meine Mutter wartet eigentlich schon und ich…ja. Sollte dann.“ Sie zeigte mit dem Finger nach hinten, warf ihm einen letzten Blick zu und wandte sich um.
Marc schaute auf das T-Shirt und dann wieder auf. „Warte einen Moment.“
Wiederum blieb sie stehen und schloss die Augen.
„Willst du…vielleicht hineinkommen?“
Gretchen öffnete die Augen und blieb unschlüssig stehen. „Wieso?“
Marc schwieg für einen Moment. „Ich…habe Tee.“ Er verdrehte idiotisch die Augen, stutzte jedoch als Gretchen sich umwandte.
Sie zuckte mit den Schultern und machte dann ein paar Schritte. Marc machte einen zur Seite sodass sie eintreten konnte und schloss die Türe hinter ihr.
Gretchen legte ihre Jacke über einen Stuhl und wusste nicht recht, wo sie darauf mit ihren Händen hinsollte. Marc lief am Schlafzimmer vorbei, warf das T-Shirt unachtsam hinein und lief in die Küche. Gretchen sah sich kurz um und merkte wie der Fernseher ausgeschaltet war und ein Buch auf dem Tisch davor lag.
Nach einem kurzen Moment kam er mit einer Tasse in der Hand zurück, welche Gretchen entgegennahm. Sie bedankte sich und versuchte ihren Puls zu beruhigen. Obwohl er sie nicht berührt oder etwas Spezielles gesagt hatte, merkte sie, wie nervös sie in seiner Gegenwart wurde.
Marc stand etwas unschlüssig vor ihr und sie selber hatte ihren Blick auf den Tee gerichtet. Sie atmete tief ein und biss sich auf die Lippe bevor sie aufschaute. „Du warst so schnell weg da…dachte ich, ich bring dir’s schnell vorbei.“
„Ja…danke.“, sagte er und nickte.
Sie schwiegen beide für einen Moment und als sie ihn kurz anschaute, merkte sie, wie er mit sich zu ringen schien. Gretchen räusperte sich und strich eine Strähne nach hinten als sie bemerkte, wie er etwas sagen wollte.
„Gretchen ich ähm…die Sache vorhin in der Klinik…ich kann das erklären.“
Gretchen hob beide Augenbrauen und zuckte fast lächelnd mit den Schultern. „So?“
„Die Sache ist die…“, sagte er und nickte unkontrolliert, „du bist geschädigt.“
„Wow das…gehört dann wohl zu deinen netteren Komplimenten.“, meinte Gretchen etwas irritiert und drehte den Tee in ihrer Hand.
„Nein ich…Ich…schädige dich.“, sagte er stammelnd und zeigte auf sie. Gretchen schaute wieder hoch und schien nicht ganz zu verstehen. „Also das…du nicht gerade von der Heilsarmee kommst ist mir auch klar, aber…?“
„Ich kann es nicht besser erklären und es gibt Sachen die…die sind so wie sie sind und du bist halt so…irreparabel und-“, als er ihren Gesichtsausdruck bemerkte, seufzte er auf und liess die Schultern hängen, „und es tut mir leid.“

Was? Hat Marc Meier gerade gesagt, dass es ihm leid tut? Oh Mein Gott. Habe ja doch menschliche Gefühle in ihm geweckt. These welche besagt dass Männer nicht von unserem Planeten abstammen, muss dringest überarbeitet werden.

Nachtrag: Wikipediaeintrag nicht vergessen. Überleben der Frauen muss gesichert werden!

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

02.05.2010 19:23
#52 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

„Was?“, fragte Gretchen etwas perplex und schaute ihn mit offenem Mund an.
„Ja du hast es schön gehört Hasenzahn.“, erwiderte dieser etwas verstimmt und stützte beide Hände in die Seiten.
„Also…ja aber ich…bin…irreparabel?“, fragte sie stockend und legte die Stirn in Falten.
„Was weiss ich, ich hab mit Mehdi gesprochen.“, antwortete er und schaute sie wieder an, „ich versteh ja auch nicht alle Fremdwörter von diesem Frauenkram, aber ich…will halt keinen…keinen Systemabsturz bei dir…riskieren.“
„Einen….?“
„Oh verdammt Gretchen, kapier es einfach!“, sagte er, warf die Hände in die Luft und drehte sich um.

Oh Gott wie süss…hat gerade zugegeben, dass er einige Fremdwörter nicht versteht…und Frauen mit einem Computer verglichen. Hm.

„Du selber hast mit meinem Vater gesprochen.“, sagte Marc und drehte sich wieder um, „du solltest schon…wissen was hier los ist.“
„Ich mit deinem…also woher weißt denn du das jetzt?“, fragte Gretchen verwundert und verwirrt.
„Das Aufnahmegerät Hasenzahn.“, sagte Marc, lief zum Tisch zu ihrer Rechten und hob es hoch, „soll schon Leute geben die es gebrauchen um etwas damit aufzunehmen.“
„Ja also…danke Marc, ich weiss sehr wohl…was das ist.“, sagte sie, lächelte kurz und griff nach dem Gerät um die Schalter anzuschauen.

Verdammt. Gerät musste also noch in Betrieb gewesen sein. Ach Mensch, hätte ich doch mehr aufgepasst als Jochen mir diese elektrischen Sachen erklären wollte. Obwohl, wer braucht schon zu wissen wie man ein Steckdose repariert.

„Also…eigentlich dachte ich ja dass du das Gespräch von deinen Eltern anhören würdest.“, meinte Gretchen und schaute wieder hoch, worauf er sie etwas irritiert anschaute. „Meinen Eltern?“
„Ja…kann ja sein dass du sie nicht als Eltern bezeichnest, aber ich hab halt…gehört wie sie über dich gesprochen haben.“ Sie schluckte und räusperte sich, worauf er auf das Gerät zeigte. „Kann es sein dass du…spioniert hast?“
„Also ich bitte dich!“, sagte sie, „ich kann ja auch nichts dafür wenn die Knöpfe so kompliziert beschrieben sind, und wenn ich halt per Zufall auf einen gekommen bin!“
„Hm…“ Er trat einen Schritt an sie näher heran und schaute auf das Gerät, „also Hasenzahn, normalerweise ist der Knopf auf dem ‚Stop’ steht schon mal ein guter-“
„Oh Marc um das geht es hier doch nicht!“, sagte sie und warf das Gerät rüber auf den Tisch, „ich bin ja nicht so…bescheuert.“

Doch Gretchen. Ansonsten wärst du gleich wieder umgekehrt und hättest auf den Tee verzichtet.

„Also sowieso ich…muss dann auch wieder. Wollte dir ja nur das T-Shirt bringen.“, sagte Gretchen, stellte die Tasse auf den Tisch und griff nach ihrer Jacke.
„Äh, Hasenzahn?“ Marc legte eine Hand auf die ihre, was sie aufzucken liess. Sie hob ihren Kopf und versuchte ihn fragend und keck anzuschauen.
„Ich…hab mir gerade die grösste Mühe gegeben mich hier zu erklären und du…haust jetzt einfach so ab?“
„Ja was, willst du jetzt einen Ehrenpreis oder wie?“, fragte Gretchen und zog an ihrer Jacke, worauf er losliess.
„Nein ich glaube wir wissen beide dass die meisten sowieso nicht echt sind…“, meinte er mit einem Grinsen und schaute kurz zur Seite.
Gretchen zog ihre Jacke an und nickte schwer. „Ja, klar. Machen wir uns jetzt auch noch über die nicht existierenden Fachkompetenz lustig oder wie.“
„Bitte?“
„Ach komm schon Marc. Entweder du machst dich über meine Arbeit lustig, über meine Zukunftswünsche und Vorstellungen oder…über mich als Person.“ Sie wickelte sich den Schal um den Hals, worauf Marc die Hand ausstreckte um diesen lockerer zu ziehen, doch Gretchen klatschte seine Hand weg. „Und das mein Lieber, das habe ich ja mal gar nicht nötig, ja!“
„Äh…Hasenzahn, kann es sein, dass du dich hier in etwas total falsches hineinsteigerst?“
„Ja. Wahrscheinlich. Wie immer, oder?“ Sie schaute ihn kopfschüttelnd an, „wirklich, du solltest mal einen Kurs in…Gefühlen nehmen oder so.“ Gretchen wandte sich um, bis Marc sie am Arm festhielt und sie zu sich zog. „Was soll das-!“
Marc presste seine Lippen auf die ihren und legte die andere Hand in ihren Nacken.

Gehirn an Gretchen, melde mich in weniger als drei Sekunden ab und werde für längere Zeit ins Exil gehen.

Gretchen merkte wie sich ihr Körper relaxte und wie er sie wiederum küsste. Nach zwei rettenden Sekunden löste er den Kuss, hielt einen Abstand zwischen ihr und ihm und schaute sie ernst an. „Ich habe Gefühle, in Ordnung? Und ich brauche keinen beschissenen Kurs von wegen…Selbstfindung und…Heilung und…wieso lachst du jetzt?“
Gretchen versuchte ein Lachen zu verkneifen, was ihr jedoch misslang. Sie schaute ihn ungläubig und grinsend an. „Heilung, ja.“
„Boah du weißt was ich meine.“, sagte er und schaute kurz weg.
„Ja ich…glaube das ist jedem klar.“, meinte Gretchen und nickte. Als sie Marcs verwirrten Gesichtsausdruck bemerkte, fuhr sie fort, „also dass du dringend irgendwie eine Art Heilung benötigst, ne.“
Er schaute sie fast genervt an, doch Gretchen konnte ihr Grinsen nicht unterdrücken. „Ist ja nicht so schlimm, Selbsterkenntnis ist auch der beste Weg zur…Heilung.“
Marc verdrehte die Augen und liess von ihr ab, doch Gretchen fasste nach seinem T-Shirt worauf er etwas überrascht nach unten schaute bevor er sich ihr zuwandte. „Ja was, sag jetzt bloss du willst was mit einem Gefühlsgestörten anfangen?“
Gretchen zuckte fast nicht merklich mit den Schultern. „Ich hab schon was mit dir angefangen, da wusstest du noch gar nicht dass ich existiere.“
„Das ist jetzt fast schon ein bisschen pervers Hasenzahn…“
„Boah Marc, jetzt konzentrier dich mal.“, sagte Gretchen und verdrehte die Augen, „ich war immer da, ich wollte dich immer und du hast es vorgezogen mich an Land zu ziehen um mich dann wie ein Stück…Fleisch auf die Seite zu werfen.“
Marc versuchte ein Grinsen zu unterdrücken. „Also das mit dem Fleisch warst du jetzt.“
„Marc!“
„Ja was!“
„Entweder du willst mich, mit…allem was ich habe und wie ich bin, oder du…lässt es bleiben. Aber dann für immer.“, schloss sie leise und schluckte.
Marc schluckte und seufzte. „Hasenzahn ich…hab mir wirklich überlegt was-“
Plötzlich spürte Gretchen wie es in ihrer Tasche vibrierte. Marc stockte und schaute ebenfalls nach unten, worauf sie ihren Piepser hochhielt. „Notfall. Entschuldige.“
„Äh…und was ist mit meinem?“ Marc drehte sich um und langte in die Tasche seiner Jacke, welche hinter ihm über einem Stuhl lag. Er zog ihn heraus, sah jedoch keine Nachricht. „Werden jetzt nur noch mittelmässige Ärzte angepiept oder wie?“
„Marc.“, seufzte Gretchen schwer und genervt, „genau das mein ich.“
„Ich bin immerhin Oberarzt Hasenzahn, die Frage war mehr als in Ordnung.“ Er warf den Piepser auf den Tisch und stützte die Arme in die Hüfte, worauf er zur Tür nickte. „Ja hopp, dann verschwinde schon.“
Sie zog den Reissverschluss ihrer Jacke hoch und warf ihm einen seufzenden Blick zu. „Ich sehe dich dann später.“
Marc nickte und hielt ihr die Türe auf.

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

03.05.2010 20:09
#53 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

@Kate - Gretchen hat gewusst, was Marc für ein...Eimer ist, bitte was? Ich dachte immer es heisst "im Eimer sein" aber du öffnest mir hier ja ganz neue Perspektiven du...
Ja die zwei sehen sich definitiv wieder... Vorerst noch jemand anderen:


„Margharethe, Margharethe, kannst du mich hören? Hallo?“
„Jaa Mama, ich bin ja dran!“, erwiderte Gretchen und rollte mit den Augen, „was ist denn los?“
„Also, weißt du, dein Papa und ich, wir wollten es ja gerne feiern dass er wieder zuhause ist, und da dachten wir, wir könnten halt mal richtig wieder….du weißt schon, als wir jung waren, da haben wir es get-“
„Mama! Bitte, aufhören!“, sagte Gretchen schnell und schloss die Augen für einen Moment, bevor sie die Türe zum Krankenhaus aufstiess.
„Ja und da dachten wir es wäre eigentlich ganz schön, dass Haus für uns zu haben.“ Bärbel fing an zu kichern, was Gretchen für einen Moment irritierte, „du weißt schon, wir wollen dich ja nicht beim Schönheitsschlaf belästigen, es könnte ja auch ziemlich laut werden!“
„Guter Gott.“, sagte Gretchen leise und schaute sich gleichzeitig im Raum nach einem Notfall um, „ihr habt das Haus für euch alleine, ich bin sowieso im Krankenhaus. Wir unterhalten uns dann morgen…oder dann wenn ihr fertig seid, ja.“ Sie lächelte schwach und drückte auf den roten Hörer um das Gespräch zu beenden.
„Schwester Sabine?“ Gretchen wickelte den Schal von ihrem Hals und lief in das Schwesterzimmer, worauf diese ihr eilig und nervös wirkend entgegenkam. „Frau Doktor, da sind Sie ja endlich.“
„Ja ich hab mich ja beeilt, wo ist denn der Notfall?“, fragte sie und schaute sich um, worauf Sabine sich ihr in den Weg stellte, sodass sie nicht in die Garderobe laufen konnte, „äh, alles in…Ordnung?“
„Frau Doktor…Sie müssen jetzt ganz stark sein.“
„Oh nein…wer ist denn jetzt wieder eingeliefert worden?“, fragte sie seufzend und malte sich in ihren Gedanken schon einige Personen und Fälle aus.
„Niemand…es ist nur…jemand abgegeben worden.“, sagte sie und trat einen Schritt zur Seite.
Gretchen schaute sie verwirrt an und trat einen Schritt nach vorne, worauf sie jemanden auf einem Stuhl beim Tisch sitzen sah. „Das gibt’s ja nicht…“
„Gretchen!“
„Äh…“ Gretchen umschloss das Mädchen überraschend mit ihren Armen und schaute verwirrt zu Sabine, die nur mit den Schultern zuckte. „Lilly?“
Lilly hob ihren Kopf und schaute zu ihr hoch. „Mama hat gesagt ich soll nach einer Schwester fragen.“
„Nach…einer…Schwester.“, wiederholte Gretchen etwas überfordert und ging in die Knie, worauf sie ihr eine Strähne aus dem Gesicht strich, „wo ist denn die Mama jetzt?“
Lilly senkte ihr Gesicht und schaute traurig auf den Boden. „Sie hat gemeint, ich sollte besser zu Papa gehen.“
„Ah…“ Gretchen schaute wieder hoch zu Sabine, welche überrascht aufschaute und einen Schritt beiseite machte.
„So! Der Gedanke dass Frauen das Krankenhaus übernehmen ist ja nicht auszuhalten.“
Gretchen schaute hoch zu Marc, der irritiert zu Lilly und ihr schaute. „Äh…was ist hier los?“
„Ähm…Lillymaus, würdest du gerne etwas trinken?“, fragte Gretchen und schaute das Mädchen mit einem Lächeln an, worauf sie nickte, „ich glaube Schwester Sabine kann sicher mit dir einen Sirup holen gehen und ich sag dem Papa Bescheid, ja?“
Lilly nickte wiederum, worauf Sabine ihre Hand ergriff und die beiden das Zimmer verliessen.
Gretchen atmete schwer aus und verschränkte die Hände vor der Brust.
„War das nicht eben-?“
„Ja.“, antwortete Gretchen und nickte, „Mehdi wird ausflippen.“
„Naja, ich bin ja nicht so sicher ob ihm das gut tun würde.“ Marc lief an ihr vorbei in die Garderobe um die Jacke auszuziehen.
„Wieso denn, seine Tochter ist wieder da!“, meinte Gretchen überrascht und folgte ihm, worauf Marc den Kopf schüttelte. „Nicht seine Tochter. Kuckuckskind höchstens.“
„Also Marc, bitte!“, erwiderte Gretchen vorwurfsvoll und hängte ihre Jacke an einen Hacken neben ihr, „ich glaube das ist ja auch egal, er liebt sie doch wie seine eigene Tochter…“
„Überleg mal Hasenzahn.“, meinte Marc und hängte seine Jacke in den Spint, „der Mann ist voll von Beruhigungstabletten. Der fällt höchstens in Ohnmacht, wenn er die Kleine sieht.“
Gretchen seufzte und spielte mit einer Strähne ihres Haares. „Ist ja unglaublich hat sie sie einfach so hier abgegeben.“
„Mh.“, meinte Marc abschätzig und zog seinen Kittel an, „passt zu Anna. Sie rennt lieber weg als sich den Tatsachen zu stellen.“
„So wie du?“, fragte Gretchen, hätte die Frage aber sofort gerne wieder zurückgezogen.
„Ja was, ich bin ja jetzt hier oder nicht.“, meinte Marc und schob sich an ihr vorbei um die neuesten Akten anzuschauen.
Gretchen erwiderte nichts, sondern lief zum Telefon hinüber, um Mehdis Nummer zu wählen.
„Ich hoffe du weißt was du tust.“, sagte Marc und hob beide Augenbrauen, „du kannst ihn dann gerne vom Flur rollen.“
„Also Marc, bitte!“, zischte sie und verstummte, als es an der anderen Leitung klickte, „Mehdi?“
„Ist nicht da.“
Gretchen konnte die Stimme von Gaby erkennen und seufzte. „Wo ist er denn?“
„Woher soll ich das wissen?“, antwortete sie, „kann sein dass seine Kekse ausgegangen sind, keine Ahnung.“
„Ah…ja dann. In Ordnung. Danke.“
„Mhm.“, sagte sie gelangweilt und hängte das Telefon wieder ab.
„Ist nicht da.“, sagte Gretchen und biss sich auf die Lippe, worauf Marc einen Apfel schnappte, ihn kurz anschaute und sich ihr zuwandte. „Glück gehabt.“
„Ach jetzt sei nicht so.“, sagte sie und schaute auf die Uhr, „es ist ja auch schon spät, sie sollte bereits schon im Bett sein.“
„Dann nimm sie halt mit nach Hause.“, meinte Marc und blätterte durch die Akte, worauf er in den Apfel biss und Gretchen aufseufzte und sich am Tisch anlehnte. „Geht nicht, meine…Eltern haben das…also heute Nacht geht irgendwie nicht.“
„Aha.“ Marc schaute kauend hoch, sodass er ein paar Sekunden brauchte um zu antworten, „dann bist du also…obdachlos?“
Gretchen schaute ihn an und zuckte halbwegs mit den Schultern. „Halbwegs…irgendwie.“ Sie strich eine Strähne nach hinten und wurde dann von Sabine abgelenkt, welche mit Lilly in den Armen in den Raum lief. „Frau Doktor sie ist…sie ist eingeschlafen.“
„Oh.“ Gretchen übernahm Lilly von Sabine, welche schon einen roten Kopf hatte und sich erleichtert an den Schrank hinter ihr lehnte. Gretchen hob Lilly hoch und hielt sie in den Armen, worauf sie etwas hilflos zu Marc schaute, der nach ein paar Sekunden die Augen verdrehte. „Na gut, dann kannst du halt bei mir übernachten.“
Sabine, welche Marc nicht sehen konnte, da sie hinter dem Gestell stand, machte grosse Augen und klatschte leise die Hände zusammen, als sie das hörte.
„Sabine hören Sie auf zu hyperventilieren.“, sagte Marc trocken und biss ohne aufzuschauen in seinen Apfel.
Sabine dachte jedoch nicht daran und ignorierte dies. Sie hielt ihre Fäuste vor ihr Gesicht um sich nicht laut zu freuen.
Gretchen verdrehte die Augen. „Danke, Marc.“
„Also…eigentlich, dürften Sie ja auch jetzt gehen.“, meinte Sabine und trat nach vorne.
„Bitte?“, fragte Marc und schaute auf.
„Ja es gibt momentan nichts was wirklich brennt und…die Kleine sollte ja eigentlich auch ins Bett…“
Gretchen hob diese wiederum etwas hoch, doch Lilly schlief seelig weiter, das Gesicht auf ihrer Schulter platziert.
„Ich hab ja dann auch Ihre Nummer…“, meinte Sabine und schaute Gretchen an welche nickte. Marc klappte die Akte hinter ihnen zu. „Und meine. Also…ich bin ja immerhin der Chefarzt hier.“
„Das wäre nett Sabine.“, sagte Gretchen und stand auf, „wollen wir dann Marc?“
Sabine und Gretchen standen beide vor ihm, worauf er von links nach rechts schaute und dann genervt aufstöhnte. Er schob sich zwischen den beiden vorbei um sich seine Jacke zu holen.
„Frau Doktor…wenn ich mir den Kommentar erlauben darf…aber ein Kind steht Ihnen wirklich gut…“, sagte Sabine und lächelte sie breit und verträumt an.
„Äh…ja. Danke.“, sagte Gretchen und merkte langsam, wie schwer Lilly eigentlich war. Nach wenigen Sekunden hörten sie, wie Marc den Spint zustiess und mit dem Autoschlüssel in der Hand nach vorne kam.
„Marc, kannst du bitte mal Lilly eben nehmen.“, sagte Gretchen und reichte Marc Lilly ohne eine Antwort abzuwarten.
„Äh, was wie jetzt.“ Er übernahm das Kind etwas tollpatschig und hielt sie mit beiden Armen, sodass ihr Kopf fast über seine Schulter fiel.
„Sie müssen…das Kind nicht so hochheben Herr Doktor…“, meinte Sabine und wollte helfen, doch Marc hob einen Finger. „Sabine ich bin hier der Chefarzt, ich werde doch wohl noch wissen wie man ein Kind hält.“
Er räusperte sich und senkte seine Arme ein Stück, sodass ihr Kopf auf seiner Schulter lag und ihre Arme ihn umarmten.
Gretchen nahm ihre Jacke vom Hacken und kam mit der Jacke in der Hand nach vorne. Als sie sehen konnte, wie Marc Lilly hielt, blieb sie einen Moment stehen um ihn anzuschauen.

Oh Gott, möchte hundertfünf Kinder mit Marc Meier…

„Ah Frau Doktor.“ Sabine hielt ihre Handtasche hoch, worauf Gretchen nach vorne lief und diese ergriff. „Danke.“
„Ja dann…können wir endlich?“, fragte Marc und drehte sich ein bisschen, sodass er Gretchen sehen konnte, welche nickte. „Sicher.“
Marc hob Lilly noch einmal hoch und lief aus dem Zimmer. Gretchen seufzte und hängte ihre Tasche um.

Fran Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 644

04.05.2010 20:01
#54 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke für die Kommis Mal sehen wie das mit der Produktion der 105 Kinder aussieht...Geduld, Geduld, meine Lieben Das mit Lilly wird dann auch noch irgendwie aufgeklärt
Viel Spass


BTW - Wenn jemand von euch Bayerisch kann und so nett wäre mir ein paar Zeilen zu übersetzen...das wäre super lieb

„Warte ich…mach die Türe auf.“, sagte Gretchen leise und schob sich an Marc vorbei, der Lilly halbwegs über seine Schultern gelegt hatte. Sie nahm seinen dargebotenen Schlüssel und schloss die Türe auf. Marc betätigte mit einer Hand den Lichtschalter neben der Türe und lief direkt zum Schlafzimmer.
Gretchen schloss die Eingangstüre und folgte ihm leise. Marc legte Lilly auf das Bett und platzierte ihren Kopf sorgfältig auf dem Kissen, worauf sie etwas murmelte und sich auf die Seite legte.
Gretchen blieb im Türrahmen stehen und sah zu, wie er seine Hand vorsichtig hervorzog und dann die Decke ergriff.
„Warte Marc, die Schuhe!“, flüsterte Gretchen und kam ebenfalls in das Zimmer um Lilly die Schuhe aufzubinden.
Er seufzte und hielt inne bis sie ihre Schuhe auf den Boden gelegt hatte. Er griff nach der Decke und zog diese bis zu ihren Schultern hoch.
„Papa…“
Marc hielt inne und warf einen Seitenblick auf Gretchen, welche ihn ebenfalls überrascht anschaute. Er räusperte sich leise, strich über die Decke und wandte sich ab.
Gretchen strich über Lillys Haare und zog die Vorhänge zu. Sie lief leise aus dem Zimmer und lehnte die Türe leise gegen den Rahmen.
Marc warf den Autoschlüssel auf den Tisch neben dem Eingang und legte seine Jacke über einen Stuhl. Gretchen tat ihm dies gleich und zog ihre Stiefel ab.
„Bier?“
„Äh…nein du, ich glaube ich bin auch ziemlich erledigt.“, meinte Gretchen und schob die Stiefel an die Wand neben der Türe. Sie lief hinüber zum Sofa und liess sich darauf nieder. Sie konnte hören wie er eine Bierflasche öffnete und dann ebenfalls zum Sofa lief, wo er sich ächzend setzte. Er rutschte hinunter sodass sein Kopf auf der Lehne lag, nahm einen Schluck aus der Flasche und schaltete den Fernseher ein.
„Ist unglaublich, nicht…“, meinte Gretchen nach einer Weile und lehnte ihren Kopf ebenfalls auf die Lehne, „da war sie über die Monate weg und plötzlich liefert sie Lilly hier ab wie ein Stück Pizza.“
„Jep…“, meinte Marc und schaltete die Lautstärke leiser, „apropos. Hast du vielleicht Hunger?“ Er wandte den Kopf und schaute sie fragend an, worauf Gretchen ihren Kopf etwas nach oben schob, sodass sie ihn anschauen konnte. „Eigentlich nicht…wie kannst du jetzt ans Essen denken?“
„Ja irgendwer muss ja schauen dass du nicht von den Knochen fällst.“, meinte Marc, zuckte mit den Schultern und nahm einen weiteren Schluck.
„Sehr witzig…“, entgegnete Gretchen leise und schaute wieder nach vorne. Marc hatte den Sender auf Fussball eingestellt und die Füsse auf dem Tisch vor ihm abgestützt.
Nach einer Weile bemerkte sie, wie müde sie war. Obwohl sie versuchte ihre Augen offen zu behalten, fielen diese ihr nach wenigen Minuten zu. Das einzige was sie noch hören konnte, war der ferne Ton von Fussballfans, welche wohl gerade ein Tor ihres Teams feierten.
„Was für Nieten…“, murmelte Marc und schüttelte den Kopf, worauf er diesen nach rechts lehnte, um Gretchen anzuschauen. Diese hatte die Augen geschlossen und schien bereits schon zu schlafen.
Marc beobachtete sie für eine Weile, sah in ihr Gesicht, auf ihre Haare, auf die Weise wie sie da lag. Daraufhin streckte er die Hand aus und zog die weisse Decke die auf dem Sofa lag hervor und legte sie vorsichtig über sie. Gretchen bewegte sanft den Kopf und schmatzte ein paar Mal. Marc seufzte, schaute wieder nach vorne und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche.

Das Wohnzimmer wurde bereits von den ersten Sonnenstrahlen erhellt, als Lilly sich auf den kleinen Tisch vor dem Fernseher setzte und die beiden anschaute. In ihren Armen hielt sie einen grossen Paddington Bär. Marc hatte seinen Kopf auf Gretchen’s abgestützt und die Bierflasche lag lose in seiner Hand neben seinem Bein. Gretchen schmatzte und bewegte ihren Kopf einwenig, worauf Marc murrte.
Lilly streckte ihre Hand aus und rüttelte an Gretchens Bein. Diese brauchte ein paar Sekunden, biss sie tief durchatmete und blinzelnd die Augen öffnete.
„Bist du jetzt nicht mehr Papas Freundin?“
Gretchen öffnete die Augen und schaute auf Lilly, welche mit verstrubbelten Haaren vor ihnen sass. „Äh…Marc?“ Gretchen bewegte ihren Kopf mehr, sodass dieser aufbrummte und den Kopf hob.
„Wie lange bist denn du schon wach Lillymaus?“, fragte Gretchen und setzte sich aufrecht hin, „boah.“ Wiederum merkte sie, wie das Sofa ihren Rücken ruiniert hatte.
„Schon eine Weile.“, sagte sie und zuckte mit den Schultern, worauf sie Marc anschaute, „ist das jetzt dein neuer Freund?“
„Ähm…Marc ist…ein Freund.“, sagte sie und strich sich die Haare nach hinten, „Papa und ich sind immer noch Freunde, weißt du.“ Sie strich mit einem Finger über Lilly’s Wange, worauf sie lächelte.
„Komm, wir schauen mal, ob wir was zu essen finden. Du hast doch sicher Hunger?“
Lilly nickte, rutschte vom Tisch hinunter und lief voraus in die Küche. Gretchen warf die Decke beiseite und versuchte den Schmerz in ihrem Rücken zu ignorieren. Ihr Blick fiel auf Marc, wessen Haare in seine Stirn fielen und wohl gerade dabei war zu erwachen.
„Kann man das essen?“
Gretchen stiess sich vom Sofa ab und lief nach hinten in die Küche. Lilly hob einen silbernen Gegenstand hoch, den Gretchen auf den ersten Blick nicht erkennen konnte. „Was ist denn das?“ Lilly hielt ihr den Gegenstand hin, worauf Gretchen diesen verwundert anschaute. „Ist das-“
„-etwas das Kinder nicht…sehen sollten.“
Gretchen zuckte zusammen, als Marc ihr den Riegel plötzlich aus der Hand riss.
„Äh Marc, war das gerade ein Diätriegel?“, fragte Gretchen verwundert und drehte sich um, worauf es ihr die Sprache für einige Sekunden verschlug. Marc stand mit zerknittertem T-Shirt vor ihr, die Haare so verwuschelt, als hätte er sie gerade mit einem Handtuch nach einer Dusche getrocknet.
„Was? Nein.“ Marc warf den silbernen Gegenstand in den Abfalleimer neben ihm, worauf Gretchen ihn schief angrinste. „Natürlich war das einer, die hab ich doch auch selber…“
„Das ist jetzt total egal Hasenzahn.“, meinte Marc und zeigte auf Lilly, „das Kind sollte sowieso…etwas richtiges zu essen bekommen.“
„Ach, hast du denn…richtiges Essen?“, fragte Gretchen und lief zum Kühlschrank hin, welchen sie öffnete. Vor ihr waren drei Lagen von Bier, Aufschnitt, Gemüse, ein Apfel, zwei Tüten Milch und eine Fertigmahlzeit.
„Hast du auch Cornflakes?“, fragte Lilly Marc, worauf dieser nickte. „Klar, dort vorne.“
Gretchen nahm eine Tüte Milch heraus und zog die Packung Cornflakes neben dem Kühlschrank hervor.
„Sag mal, wie spät ist es eigentlich…“ Marc machte ein paar Schritte zur Seite und sah auf die Uhr an der Wand. Die Zeiger zeigten kurz nach Acht. „Hm, du schläfst aber auch nicht lange, was.“
Lilly schüttelte den Kopf und setzte sich auf einen Höker bei der Küche, während Gretchen nach einer kleinen Schüssel für die Cornflakes suchte. „Mama war meistens weg und ich kann nicht gut schlafen, wenn ich alleine bin.“
Gretchen tauschte einen kurzen Blick mit Marc, worauf sie mit der Schüssel neben Lilly trat und Milch über die Cornflakes schüttete. „Jetzt bist du dann bald wieder bei Papa. Dann brauchst du garantiert nicht mehr alleine zu schlafen, ne.“ Sie strich Lilly über den Kopf, welche nickte und begann die Cornflakes zu essen.
„Und wir sollten dann auch mal bald los.“, meinte Marc, streckte einen Arm und strich sich mit einer Hand durch die Haare, „ich geh kurz unter die Dusche.“
„Klar.“ Gretchen zog den zweiten Höcker nach vorne und setzte sich neben Lilly. „Du und…wo ward ihr denn die Mama und du?“
„In Hamburg.“, antwortete Lilly, „wir haben Oma und Opa besucht.“
„Aw, das ist ja schön.“, meinte Gretchen lächelnd, „da seid ihr die ganze Zeit geblieben?“
Lilly schüttelte den Kopf und kaute fertig. „Wir sind weitergereist. Aber die Mama war meistens beschäftigt und ich hab…Papa vermisst und wollte ihn wiedersehen.“ Sie schöpfte neue Flakes und ass weiter.
„Da wird sich der Papa freuen.“
Lilly schaute lächelnd auf und nickte. Gretchen erwiderte das Lachen und strich ihr über den Kopf.

Fran Offline

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05.05.2010 19:22
#55 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Ein grosses Danke an Verena1991, die mir meine paar Sätze super übersetzt hat Ganz nebenbei erwähnt, bin ich froh, dass Kate sich wieder unserem Klima angeschlossen hat und nicht mehr unter den Nachwirkungen von schleumels Story 'leidet' (Obwohl, leiden kann man da ja wirklich nicht sagen Image and video hosting by TinyPic)
Hier bekommt ihr mehr vom Trio :-)
Viel Spass und an alle lieeeben Dank für Kommis, da freue ich mich immer sehr drüber


„Bad ist frei!“, meinte Marc und war gerade dabei sein T-Shirt zu richten, als er aus dem Schlafzimmer trat. Gretchen schaute auf und kam nicht drum rum, einen Blick auf seinen Bauch zu erhaschen. Sogleich kamen ihr bekannte Erinnerungen hoch.

Wie er mir den Bauch gestreichelt hat…den Bauchnabel geküsst hat und sein Weg nach unten gesucht hat…und wie er mit seiner Zunge meinen ganzen Körper erfo-

„Hasenzahn, du bist dabei vom Stuhl zu rutschen.“
„Was?“, fragte Gretchen erschrocken und hielt sich gerade noch rechtzeitig am Tisch fest. Sie räusperte und stieg dann gewollt hinunter, worauf sie eine Strähne nach hinten strich und an Marc vorbeilief, der mit einem Handtuch um den Hals dabei war, seine Haare zu rubbeln. „Ist ja auch doof solche hohen Tische und Stühle zu haben.“, meinte sie und lief besserwisserisch an ihm vorbei.
„Barhocker Hasenzahn, Barhocker!“, korrigierte Marc sie und seufzte auf, „Frauen.“
„Ich bin fertig.“, meinte Lilly und legte den Löffel in den Teller.
Marc liess das Handtuch locker und nahm den Teller weg. „War’s gut?“
Lilly nickte und machte sich daran, vom Stuhl hinunterzurutschen.
„Hey, hey warte.“, meinte Marc, und drehte sich vom Waschbecken um, worauf er ihr eine helfende Hand hinhielt, „nicht dass du da noch runter fällst.“
„Dankeschön.“, sagte Lilly höflich und stand auf die Zehenspitzen um ihren Bären zu erwischen.
Marc, der das Geschirr in die Spüle gelegt hatte, griff nach dem Bären und schaute ihn einen Moment an. „Wie heisst denn der?“
„Billy.“, antwortete Lilly und schaute zu ihm hoch.
„Hm.“ Marc lächelte und schaute den Bären an, „ich hab früher auch mal Teddybären gesammelt.“
„Jaa wirklich?“
„Ich hatte so ungefähr…fünfzehn Stück.“, antwortete er und hob die Augenbrauen, als er den Teddy Lilly zurückgab, „aber sag das ja nicht Gretchen.“
„Wieso denn nicht?“
„Weil sie mir das dann das Leben lang nachtragen wird und die Hölle heiss machen wird.“, meinte Marc ruhig und schaute auf, als Gretchen aus dem Schlafzimmer kam. Marc räusperte sich, kratzte sich kurz an der Nase und warf das Handtuch weg. „Können wir dann endlich?“ Er lief zu einem kleinen Tisch hin und schob sich einen Kaugummi in den Mund.
„Klar.“, sagte Gretchen und griff nach Lilly’s Jacke, welche auf dem Stuhl neben ihrem lag. Sie hielt die Jacke auf und half Lilly diese anzuziehen.
Marc, der es aus den Augenwinkeln beobachtete, schaute zu, wie sie vor ihr in die Knie ging und den Reissverschluss hochzog. Er seufzte innerlich und driftete für ein paar Sekunden ab, bis Gretchen seine Jacke packte und ihm hinhielt. „Marc, deine Jacke.“
„Brauch ich nicht, ist warm draussen.“, sagte er Kaugummi kauend und griff nach seinem Autoschlüssel.
„Marc, bitte. Sonst erkältest du dich noch.“, meinte Gretchen seufzend und mahnend und hielt sie weiter hin.
„Ich will aber nicht!“, meinte Marc und schaute sie irritiert an, bis diese ihm einen ausdrücklichen Blick zuwarf und dann mit den Augen auf Lilly blinzelte, welche in ihren Rucksack schlüpfte.
Marc seufzte stöhnend auf, rollte mit den Augen und griff nach der Jacke.
Gretchen schenkte ihm ein Lächeln und öffnete die Türe. „Na dann, gehen wir mal Papa besuchen.“
Auf Lilly’s Gesicht erschien ein weites Lächeln und sie lief voran aus der Wohnung.

Marc lenkte den Wagen auf die Hauptstrasse, als Lilly in der Mitte auf dem Rücksitz sass und sich nach vorne lehnte. „Du Gretchen?“
„Ja Süsse?“
„Was heisst denn, jemandem die Hölle heiss machen?“
Marcs Blick huschte zu Gretchen hinüber, worauf er wieder konzentriert nach vorne auf die Strasse schaute.
„Äh…also…woher hast du denn das jetzt?“
Marc schaute in den Rückspiegel, doch Lilly schaute nur zu Gretchen, welche sich schräg hinsetzte und eine Strähne hinter ihr Ohr strich. „Also…grundsätzlich bedeutet es…äh…ja…Marc!“
„Was?“, fragte er ertappt und schaute nach rechts, worauf er sich räusperte und versuchte ihren Blick cool zu erwidern, „ja?“
Gretchen nickte ihm zu und zeigte auf Lilly, welche nun zu Marc schaute, welcher aufseufzte. „Eigentlich bedeutet es dass… jemand einem anderen Menschen das Leben unerträglich macht.“ Er lenkte das Auto in eine Seitenstrasse, schaltete einen Gang rauf und warf einen Blick in den Rückspiegel.
Lilly legte die Stirn in Falten und schaute auf einen Punkt vor ihr.
„Ja!“, bestätigte Gretchen und nickte schwer, „und es bedeutet auch dass…man das grundsätzlich nicht tun sollte. Also ist ja nicht so schön, ne. Man kann jemand anderem auch…den Himmel schön machen zum Beispiel.“
Marc wandte irritiert den Kopf und schaute Gretchen verstört an.
„Gut?“
„Mhm.“, nickte Lilly und liess sich wieder nach hinten auf den Sitz fallen.
Gretchen lächelte und setzte sich auch wieder gerade hin und schaute zu, dass Marc bereits schon die Strasse zum Krankenhaus einschlug.
„Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du jemandem das Leben unerträglich machst, Gretchen.“, meinte Lilly und setzte ihren Bären auf die Beine.
Gretchen schaute irritiert nach hinten um darauf Marc fragend anzuschauen. „Hast du…-?“
„Ja schau mich nicht so an, ist nicht mein Kind!“, sagte er und hob die Hände.
Gretchen seufzte und suchte automatisch nach Mehdi’s Auto, dass neben der Hauswand parkiert war. „Lilly schau, Papa ist hier!“ Gretchen löste den Gurt, worauf Marc das Auto parkte. Lilly rutschte mit einem grossen Lächeln hinüber zu der Türe und öffnete diese um aus dem Auto zu steigen.
Gretchen schloss die Türe und lief um das Auto herum, sodass sie Lilly bei der Hand nehmen konnte.
Marc war gerade dabei das Auto zu schliessen, als sein Blick auf die Rückbank fiel. „Lilly!“
Das kleine Mädchen wandte sich an der Hand von Gretchen um und schaute auf den weissen Volvo zurück, wo Marc sich gerade in den hinteren Teil des Autos bückte. Daraufhin gab er der Türe mit seinem Fuss einen Tritt, sodass diese einrastete. „Du hast Billy vergessen!“
Gretchen blieb stehen, als Lilly zu Marc rannte, um ihren Bären zu holen. „Danke!“, sagte sie freundlich und hielt in nahe an sich heran.

Korrigiere – möchte hundertzehn Kinder mit Marc Meier. Unglaublich wie süss er sein kann…möchte diesen Moment abonnieren und hundert Mal pro Tag vor geistigem Auge abspielen.

Lilly zog Gretchen weiter nach vorne, obwohl sie auf Marc warten wollte. Dieser lief zügigen Schrittes nach vorne und holte die beiden ein. Der Raum war bereits schon voller Leute und Marc schaute sich kurz um, worauf er sich an Gretchen wandte. „Du schaust für das Kind, ich gehe schon mal nach oben. Visite in einer Viertelstunde, alles klar?“
„Äh, willst du denn nicht mitkommen?“, fragte Gretchen und schaute ihn überrascht an, worauf dieser innehielt und sie ungerührt anschaute. „Ja sehe ich aus wie der Storch oder was.“
Gretchen seufzte und rollte mit den Augen.
„War doch immer schon Frauensache die Kinder zu liefern, also bitte.“ Er lief an ihr vorbei und zog die Jacke im gehen aus.

Ja da geht er hin. Der schöne, romantische, ich-will-sofort-zehn-Kinder-mit-ihm-Marc Meier.

„Wo ist denn Papa jetzt?“, fragte Lilly und schaute zu ihr hoch.
Gretchen lächelte. „Den gehen wir jetzt suchen, komm.“

Fran Offline

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06.05.2010 19:58
#56 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Abend und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von "Unsere kleine Familie" Oder so. Ja, bin heute relativ originell drauf.
Danke für alle Kommentare Viel Spass :-)


Mehdi öffnete die Türe zu seinem Büro und wollte gerade einen Schritt auf den Gang machen als seine Hand nach seiner Kitteltasche tastete. Er schaute hinunter und schaute hinein, blieb einen Moment stehen und wandte sich wieder um. Er lief zum Tisch hinüber, zog die oberste Schublade auf und holte die kleine, weisse Dose hervor. Mehdi lief zu der Türe hin und schüttelte ein paar Kapseln auf die offene Hand.
„Boah, das glaub ich jetzt aber nicht.“ Marc liess seinen Kopf in den Nacken fallen und lief mit grossen Schritten auf Mehdi zu, der innehielt und irritiert aufschaute.
„Jetzt reichts mir aber mit dieser Scheisse.“ Marc griff nach der Dose, worauf Mehdi seine Hände zurückzog. „Hey sag mal, nimm deine Hände weg!“
„Wohin soll denn das noch führen, hm?“, fragte Marc direkt und schaute ihn mit grossen Augen an, „am Ende sieht dich noch einer. Jetzt gib schon her!“ Er riss an der Dose, bis er diese in der Hand hatte. Mehdi atmete schnell und versuchte diese wieder zu erwischen, jedoch hielt Marc seine Hand so weg, dass es für ihn unmöglich war.
„Jetzt gib mir diese Tabletten wieder, Marc! Ich dreh ansonsten noch durch, also bitte!“
„Nein, du drehst durch wenn du die noch weiter schluckst, alles klar?“, fragte Marc und zeigte mit dem Finger auf ihn, „soweit kommt’s noch, dass meine Ärzte sich hier selber ins Aus manövrieren.“
Mehdi legte die Stirn in Falten. „Was soll jetzt das wieder heissen?“
Er schüttelte den Kopf. „Du solltest dich mal sehen.“, meinte Marc genervt und liess die Dose in seine Kitteltasche fallen, „man könnte dir erzählen dass du deinen Job verlierst und du würdest immer noch weitergrinsen.“
„Was?“, fragte Mehdi irritiert.
Marc öffnete den Mund um etwas zu erwidern, liess es dann aber bleiben und winkte gelangweilt ab.
„Ich…bring’s einfach nicht auf die Reihe, verstehst du?“, sagte Mehdi verzweifelnd und liess sich gegen den Türrahmen fallen, „seid Anna und Lilly weg sind, da ist einfach alles so…da ist kein Rahmen mehr.“
„Jep das ist…klar wenn man dich so anschaut.“
„Das einzige was mich wirklich noch…beim Lachen hält sind diese Pillen. Eigentlich ziemlich armselig, nicht?“, fragte Mehdi und schaute zu Marc, der die Augenbrauen hob und nickte. „Und das bei deinem Job…“
„Ich weiss gar nicht wie ich den Tag ansonsten anständig durchbringe.“, meinte er und zuckte verzweifelt mit den Schultern.
„Ja das…wüsste ich nicht mal wenn ich die Medikamente schlucken würde.“, erwiderte Marc mit einem Grinsen. Als Mehdi ihn fragend anschaute, schaute ihn Marc ernst an. „Ja also…dein Tag, anständig…so mit all deiner…Arbeit.“ Marc räusperte sich, doch Mehdi schien es nicht zu begreifen, sondern seufzte und stand wieder aufrecht hin. „Ich weiss einfach nicht was ich noch tun soll. Sogar Gretchen ist weg.“
Marc horchte auf und legte die Stirn in Falten. „Äh…wie jetzt, weg?“
„Naja, sie hat sich halt entschieden.“, erwiderte Mehdi und zuckte mit den Schultern, „ich mein…war ja eigentlich auch Zeit. Aber trotzdem…mit der Zeit fange ich sogar Sachen zu fantasieren.“ Er schüttelte den Kopf und schaute an seiner Schulter vorbei.
„Also…-“, begann Marc und legte die Stirn in Falten, „wenn du jetzt sagst, sie hätte sich entschieden, dann-“
„Ich mein, schau mich an. Gerade eben hatte ich das Gefühl, ich seh Lilly dort hinten.“ Mehdi strich sich mit einer Hand über das Gesicht und seufzte tief aus, „es ist nicht mehr normal.“
„-meinst du dann sie hätte sich für jemanden entschieden, oder war das eher wieder nur so eine-“
„Papa!“
Mehdi hielt inne und öffnete die Augen. Er nahm die Hand herunter und blinzelte. „Was…“
„Ja halt mehr so eine Redensart, weil ehrlich-“, Marc lachte auf, „-wenn sich Gretchen mal entscheiden würde, dann wäre das ja-“
„Lilly?“ Mehdi machte grossen Augen als er zusah, wie seine kleine Tochter auf ihn zu gerannt kam. Er setzte sich sofort in Bewegung, worauf Marc verstummte und sich umwandte. „Äh…ja…dann…reden wir später weiter.“
„Lilly!“ Mehdi fiel auf die Knie und öffnete seine Arme, worauf Lilly ihn mit einem grossen Lachen umarmte. Sie legte ihre Arme um seinen Nacken, als Mehdi eine Hand auf ihren Kopf und die andere auf ihren Rücken legte, um sie an sich zu drücken. „Oh Gott Lilly!“
„Papa.“ Lilly schloss die Augen und umarmte ihren Vater so fest sie konnte.
Gretchen schloss die Hände ineinander und hielt sie vor ihr Gesicht, als sie sah, wie sich die beiden freuten. Sie konnte erkennen, wie sich eine Träne aus Mehdis Augen löste und die Wange hinunterlief. Er wog Lilly in seinen Armen, drückte sie eng an sich, um sie wenige Momente danach etwas vor sich hin zu halten. Er lächelte breit, strich mit einer Hand über ihr Gesicht und strich ein paar Strähnen nach hinten. „Lillyschatz, wie bist du hier her gekommen? Und wie ist die Mama?“
„Sie hat…Lilly hier abgegeben.“, meinte Gretchen leise und trat näher, worauf Mehdi erstaunt und ernst den Kopf hob, „ich hab…also eigentlich, Marc und ich haben auf sie aufgepasst bis jetzt.“
Mehdi presste die Lippen für einen Moment zusammen, um diese wieder zu einem erleichterten Lächeln zu erweitern, als er Lilly wieder in den Arm schloss. „Ich bin so froh geht es dir gut meine Maus.“
„Ich hab dich vermisst Papa.“, sagte Lilly leise und legte ihren Kopf auf seine Schulter, worauf er ihren Rücken streichelte. „Ich hab dich auch vermisst Lilly. Du glaubst gar nicht wie sehr.“
Gretchen seufzte schwer und erleichtert.
„Du äh…Hasenzahn.“
Sie zuckte zusammen als Marc hinter ihr erschien und seinen Mund an ihr Ohr legte. „Kommst du mal eben?“
„Aber wir wollten doch gerade Visite machen?“, fragte Gretchen erstaunt und wandte sich um.
„Ich bin hier der Chef, ich bestimme was wir wann machen. Also komm.“ Er fasste nach ihrer Hand und wollte sie den Gang entlang ziehen, als plötzlich beide Pieper angingen. Gretchen fasste mit ihrer Hand in ihre Tasche und hielt ihn hoch. „Oh nein…gibt’s ja gar nicht.“
„Ja ich werde angepiept.“, sagte Marc verwundert und hielt ihn ebenfalls hoch, worauf seine Gesichtszüge entfielen. Er schaute Gretchen kurz an bevor sie beide den Gang hinunter rannten.

Fran Offline

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07.05.2010 19:54
#57 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Abend miteinander! :)
@Kate: Keine Panik, du brauchst noch keinen Gurt und...so. ähm.
@alle: Eigentlich war Marc ziemlich egoistisch, weil es ihm in dem Moment egal war ob jetzt Lilly wieder da war oder nicht. Das einzige was in dem Moment wichtig war, war dass sich Gretchen aaanscheinend entschieden hat. Meier halt.
Anyway, jetzt gehts weiter, viel Spass und schönen Abend :-) Ich weiss es ist kürzer als sonst...wird dann aber wieder gut gemacht, versprochen


Obwohl es niemand war, der mir speziell am Herzen lag, schlug meines bis zum Hals.

Marc rannte vor Gretchen den Gang entlang und fasste nach dem Türrahmen, als er den Raum vor ihr betrat. Er machte eine umfangreiche Bewegung mit seinem Arm, was den anderen Schwestern im Raum bedeutete, sich vom Bett zu entfernen. „Verschwinden Sie! ALLE RAUS!“
Gretchen konnte erkennen, wie die Schwestern zusammenzuckten und den Raum verliessen. Sie warfen besorgte Blicke auf den Mann im Bett, taten jedoch wie ihnen gehiessen.
Marc bückte sich zu seinem Vater, welcher mit geschlossenen Augen und offenem Mund auf dem Bett lag.
Die Linie auf dem Monitor neben dem Bett war gerade und Gretchen merkte, dass Marc, obwohl er seinen Vater anscheinend nicht mochte, besorgt war.
„Gretchen.“, sagte er ernst, worauf sie sofort verstand. Sie lief um das Bett herum und zog den Defribbilator auf die andere Seite und drückte eilig auf ein paar Knöpfe.
„Oh Gott…Marc Olivier!“
Gretchen bemerkte, wie seine Mutter aufgelöst in den Raum kam und sich an ihr Herz fasste, „was ist passiert, was hat er?“
„Mutter, raus, sofort!“, befahl Marc seiner Mutter und warf ihr einen kurzen Blick zu, worauf Gretchen ihm die Paddels reichte, „aufladen auf 200.“
Gretchen drückte einen Knopf und nickte. „Aufgeladen auf 200.“
Frau Fischer warf die Hand vor den Mund und zuckte zusammen, als der Körper ihres Exmannes durch Stromstösse aufsprang.
Marc warf einen Blick auf den Monitor. Die Linie zog sich weiter dahin.
Gretchen schluckte und merkte, wie ihr Puls schneller ging.
„250.“, sagte er knapp und Gretchen wandte sich wieder der Maschine zu, „Na LOS!“
„Aufgeladen auf 250.“
Wieder hielt er die Paddels auf die Brust seines Vaters und liess den Stromstoss durch seinen Körper jagen. „Na los…na los.“, murmelte er angestrengt und schaute verbissen auf die Linie.
Gretchen hielt den Atem an und merkte nur am Rand, wie seine Mutter näher trat und geschockt auf das Bett schaute. Olivier machte noch keine Regung, was Marc dazu veranlassen liess, die Paddels fluchend wegzuwerfen. „Ambobeutel.“
Er stützte sich mit seinen Händen auf seine Brust und begann das Herz zu massieren. Gretchen reagierte schnell und holte den Beutel von dem kleinen Tisch neben dem Bett, welchen sie nun auf seine Nase- und Mundpartie presste.
Gretchen holte tief Luft und behielt ihren Blick auf die Linie, welche sich piepsend dahin zog.
„Eins, zwei, drei, vier, fünf.“ Marc bückte sich über seinen Vater und massierte mit aller Kraft das Herz. Gretchen drückte den Beutel zusammen und füllte Luft in die Lunge.
„Eins, zwei, drei, vier, fünf. Jetzt komm schon verdammt!“, fluchte Marc und liess seine Hände kräftig auf die Brust seines Vaters nieder.
Wieder füllte sie Luft in seine Lungen.
Elke Fischer liess sich auf einem Stuhl vor dem Bett nieder und hielt sich erschrocken an die Brust, den Blick aufgelöst auf Olivier gerichtet.
„JETZT KOMM SCHON VERDAMMT!“ Marc warf einen Blick auf den Monitor und dann einen auf Gretchen, welche ihn unsicher anschaute, „eins, zwei, drei, vier, fünf!“
Wieder Luft.
„Ich…lass…dich hier…nicht…so verrecken du verdammter…Idiot!“, sagte Marc aufbrausend und schaute auf den Monitor neben ihm.
Wieder Luft.
Gretchen hielt die ihre an, als nach wenigen Sekunden, der lebensnotwendige Ausschlag der Linie kam. Zuerst klein und dann immer grösser werdend, liess Marc seine Schultern hängen und hielt beide Hände an seine Stirn. Oliviers Augen öffneten sich halbwegs und Gretchen hielt den Beutel weg, sodass dieser einmal frei atmen konnte. Daraufhin hielt er ihn wieder hin. „Immer schön weiter atmen…das machen Sie gut.“, sagte sie erledigt und schaute zu Marc, der die Hände in die Hüften stemmte und sich mit einem Arm über die Stirn wischte.
„Guter Gott…“ Frau Fischer sank auf ihrem Stuhl zusammen, „guter Gott.“
„Gut…gut.“, meinte Marc und schluckte. Er warf einen Blick auf den Monitor und nickte, „Hasenzahn, Werte überprüfen, eine Dosis Supra und ein Auge auf ihn behalten.“
„Das mache ich!“, sagte Elke und stand auf, „falls es ihm nochmals in den Sinn kommen sollte, dann bringe ich ihn eigenhändig um.“
„Alles klar…Mutter.“, meinte Marc ungläubig und versuchte ein künstliches Lächeln zustande zu bringen, „kannst ihm ja was vorlesen, dann geht es vielleicht von selber.“
„Marc!“, zischte sie und gab ihm mit ihrer Handtasche einen Klaps auf seinen Oberarm als er vorbeilief. Dieser bückte sich weg. „Ja was! Ist so…“
„Marc…“
Gretchen hob den Ambobeutel, als sie erkennen konnte, wie sein Vater eine Hand hob und seinen Blick auf ihn gerichtet hatte.
Marc blieb stehen und wandte sich um.
„Danke…mein Sohn…“, sagte Olivier heiser und brachte ein halbes Lächeln zustande.
Marc räusperte sich und nickte zuckend. „Kein Problem. Bin ja schliesslich für das da.“ Er lächelte knapp zurück und verliess den Raum.
„Sie sollten sich jetzt ausruhen.“, meinte Gretchen, legte den Beutel beiseite und zog die Decke hoch, „ich werde Ihnen noch etwas gegen den Blutdruck spritzen und dann können Sie hoffentlich schlafen.“
Olivier nickte und Gretchen sah, wie er tief einatmete und die Augen schloss.
„Ich werde solange hier bleiben.“, meinte Elke Fischer und schob den Stuhl neben das Bett, „das gibt mir gleich genügend Zeit um mich meinem neuen Kapitel zu widmen.“
Gretchen sah aus den Augenwinkeln, wie sie eine Locke aus ihrer Stirn strich. Sie lächelte zaghaft, spritzte ihm eine kleine Dosis und wandte sich danach an seine Exfrau. „Falls etwas ist, können Sie einfach auf den Knopf drücken.“
„Selbstverständlich.“, antwortete sie höflich jedoch kühl und schaute Gretchen kurz von oben nach unten an, „danke.“
Gretchen lächelte knapp und verliess den Raum. Bevor sie die Türe schloss, konnte sie erkennen, wie Frau Fischer ein Stück näher an das Bett heranrutschte und die Hand von ihrem Exmann ergriff.
Gretchen seufzte leise und liess die Türe sanft einschnappen.

Fran Offline

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08.05.2010 19:44
#58 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Einer meiner Lieblingskapitel Bin gespannt auf euer Feedback & Viel Spass


Gretchen seufzte und schaute den Gang hinauf und hinunter. „Marc?“
Sie reckte den Kopf und lief einige Schritte, als sie von hinten ein Rufen vernahm. „Gretchen?“
Gretchen wandte den Kopf und schaute überrascht auf die Frau, welche ihr von ein paar Metern zuwinkte. „Susanne?“
Susanne stand ein paar Meter vor ihr und war gerade dabei mit ihren Eltern ein Zimmer zu beziehen. Sabine hielt ihnen die Tür auf, worauf ihre Eltern eintraten und ein Blick über den Rücken zu ihrer Tochter warfen.
„Ich komm gleich.“, sagte Susanne leise und legte die Hand auf die Schulter ihrer Mutter, welche lächelnd nickte.
„Heyy.“, begrüsste Gretchen sie freundlich, worauf Susanne Gretchen umarmte. Gretchen, welche etwas überrascht von solch einer Begrüssung war, erwiderte diese fast zögerlich. „Na.“, meinte sie lächelnd als sie die Umarmung gelöst hatte, „konntest du jemanden finden für die Knochenmarkspende?“
Susanne nickte und hielt legte eine Hand auf ihre Perücke, welche immer noch die gleiche war wie zuvor. „Wir haben einen Test gemacht und mein Vater kommt in Frage.“
„Das freut mich für dich, wirklich Susanne.“, erwiderte Gretchen ehrlich und strich ihr über den Arm, „dann schlägt auch die Bestrahlung richtig an.“
„Ja.“, meinte Susanne seufzte und nickte tapfer.
„Mama, kommst du?“
Gretchen reckte den Kopf und sah wie die Tochter von Susanne auf die beiden zukam.
„Ja Schatz, die Mama kommt.“, erwiderte Susanne und legte beide Hände auf deren Schulter als sie vor ihr stand, „die Frau Doktor und ich haben uns nur gerade unterhalten.“
„Ja wie geht es dir denn, hm?“, fragte Gretchen lächelnd und ging in die Knie, worauf das Mädchen sie scheu anlächelte. „Gut.“
„Wen hast du denn da dabei?“ Gretchen zeigte auf die blonde Barbie in ihren Händen, die sie daraufhin hochhielt und die Haare zurück strich. „Das ist Yvette.“
„Oh.“, meinte Gretchen und nickte anerkennend, „das ist aber ein schöner Name.“
Das Mädchen lächelte und hielt die Barbie vor sich hin.
„Jetzt machen wir die Mama erst wieder mal gesund, und dann könnt ihr bald wieder so viel spielen wie ihr wollt.“
Das Lächeln wurde noch breiter und gab ein paar Löcher in den Zahnreihen preis. Gretchen lächelte, strich ihr kurz über die Wange und stand dann wieder auf.
„Also, wir sollten dann glaub ich.“, meinte Susanne und umarmte Gretchen nochmals. Diese, wieder total überrumpelt von solchen Aktionen klopfte ihr etwas tapsig den Rücken, hielt ihr Lächelnd aber gross aufrecht.
„Du also, man sieht sich ja in drei Wochen, ja?“
„Äh…also eigentlich musst du nicht so lange hier auf dieser Station bleiben Susanne.“, meinte Gretchen etwas irritiert, und Susanne, welche die Hand ihrer Tochter ergriffen und sich bereits auf den Weg zu ihrem Zimmer gemacht hatte, drehte sich noch einmal halb um und winkte lachend ab. „Nicht hier, beim Klassentreffen!“
„Klassen…treffen?“, wiederholte Gretchen stockend, worauf Susanne schusslig den Kopf schüttelte und bei der Tür stehen blieb „Brigitte hat die Einladungen doch schon seit mehr als einer Woche verschickt! Hast du die denn nicht bekommen?“
„Äh…-“
„Ach, wahrscheinlich haben sie dich wieder vergessen!“, lachte Susanne auf und legte eine Hand auf die Schulter ihrer Tochter, bevor sie in das Zimmer verschwand „dann können wir ja dort weiter tratschen, ja?“
„Mhm…“, meinte Gretchen und versuchte ein Lächeln zustande zu bringen.

Klassentreffen. Wer plant schon so etwas Grausames? Da werden doch nur alte Geschichten und Gerüchte aufgerollt, jeder mit jedem verglichen und…oh Gott. Bin völlig geliefert.

Gretchen machte auf dem Absatz kehrt und lief den Gang hinauf. Als sie in den Gang einbog, welcher zwei Abschnitte des Krankenhauses verband, sah sie seinen Rücken und wie er wohl gerade dabei war, eine Zigarette anzuzünden.

(Anmerkung – es handelt sich hierbei um den Gang, wo Susanne ein Foto von ihnen machen wollte und daraufhin von einer Eisenstange umgehauen wurde. Konnte den Gang nicht besser beschreiben *lol*)

„Marc?“
Dieser wandte sich halbwegs, mit der Zigarette im Mund ihr zu. „Hm?“
Gretchen seufzte und rollte mit den Augen bevor sie nach der Zigarette griff. „Ich hab dir doch schon hundertmal gesagt dass-“
„Dein Beschützerinstinkt in Ehren Hasenzahn, aber du bist nicht meine Mutter.“, sagte er und machte mit seinem Kopf eine schnelle Bewegung, sodass sie die Zigarette nicht erwischte. Er lief ein paar Schritte, machte dann das Fenster auf und zündete sie an, bevor er sie mit hochgezogenen Augenbrauen anschaute. „Besser?“
Gretchen seufzte als sie zu ihm hin lief. „Ja vielleicht, hätte deine Lunge auch ein Lüftungssystem oder so.“
Marc nahm einen Zug und schaute sie dann mit gekrauster Stirn an. „Wüsste ich nicht dass du Assistenzärztin bist, würde ich dich glatt Hausfriedensbruchs bezichtigen.“

Oh Oh. Woher weiss der jetzt dass ich seine Wohnung durchsucht habe?

Gretchen machte für einen Moment grosse Augen und räusperte sich. „Äh…wieso….jetzt?“
Er blies den Rauch durch die Lippen aus und schaute sie mit schmalen Augen an. „Die Lunge ein – ach vergiss es.“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung, bückte sich, und stützte seine Arme auf dem Fensterbrett ab.
Sie schaute ihn für einen Moment an und sah zu, wie er an der Zigarette schnippte, sodass die Asche aus dem Fenster fiel. „Wie geht es dir?“
„Was soll sein?“
„Ja…dein Vater wäre beinahe-“
„Ist er aber nicht?“, fragte er wiederum, hob beide Augenbrauen und schaute sie mit einem schiefen Lächeln an, „zum Glück hat einer in der Familie die Begnadung Dinge richtig zu machen.“
Gretchen presste die Lippen zusammen. Sie wusste dass es das Beste war dies nicht zu kommentieren – er würde sie höchstwahrscheinlich sowieso abblocken.
„Ich hab Susanne gesehen.“, sagte sie stattdessen und lächelte, „scheint als hätte sie jemanden für die Spende gefunden.“
„Ich weiss. Hab’s gesehen.“, meinte Marc knapp bevor er einen neuen Zug nahm.
„Ach ja?“, fragte sie überrascht und legte die Stirn in Falten.
Er schaute sie fast amüsiert an. „Du könntest auch gleich jedes Kind adoptieren, hm?“
Gretchen lachte leise auf. „Wie kommst du denn jetzt darauf? Ich hab doch nur mit der Kleinen geredet.“
„Gott sei Dank bist du nicht mit Mehdi zusammen.“ Er nahm einen weiteren Zug und schaute aus dem Fenster, „Die Babystation wäre ja wie leer gefegt wenn man dich einen Tag lang wüten lässt.“ Wiederum liess er die Asche aus dem Fenster schnippen, bevor er sich wegduckte.
„So ein-“, sie holte aus um ihm lachend eine auf den Arm zu schlagen, „-Blödsinn!“
„War nur ein Scherz Hasenzahn!“, verteidigte er sich und hielt eine Hand hoch, „Herrgott…“
„Oh ich weiss.“, meinte sie und bückte sich näher an ihn heran, sodass sie ihm etwas ins Ohr flüstern könnte, „weil wenn ich mit Mehdi zusammen wäre, würde ich wohl eher zehn Babies mit ihm machen wollen, als sie von jemandem zu klauen.“
Marc entfielen die Gesichtszüge und er wandte den Kopf, sodass sein Gesicht nahe vor ihrem war. „Und mit mir nicht, oder wie?“
Gretchen verzog die Lippen und schien zu überlegen. „Ich weiss nicht.“ Sie zuckte mit den Schultern, „irgendwie sehe ich dich nicht als Vater.“
Er hob die Augenbrauen und zeigte mit dem Finger auf sie. „Ich wäre ein…grossartiger Vater du.“
„Ja?“ Gretchen verzog ihre Lippen zu einem Lächeln, worauf er versuchte möglichst überzeugend zu nicken. An seinem Gesichtsausdruck konnte sie jedoch erkennen, dass es ihm selber widersprach und er selber von sich überrascht war. „Naja. Gucken wir mal, ne?“
Gretchen gab ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen, richtete sich auf und lief an ihm vorbei.
Sie merkte, wie er sich hinter ihr umdrehte und sich aufrecht beim Fenster hinstellte.

3, 2, 1…

„Ich wäre ein grossartiger Vater Hasenzahn!“, rief er durch den Gang, worauf zwei entgegenkommende Schwestern ihn grinsend anschauten und sich etwas zuflüsterten. Marc räusperte sich, schaute sich um und richtete seinen Kragen. „Hatte immerhin mal einen Goldfisch.“, sagte er leise zu sich selber, schnippte die Zigarette aus dem Fenster und lief in die andere Richtung.

Hach. Liebe Marc Meier.

Fran Offline

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09.05.2010 19:30
#59 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Freut mich, dass euch das Kapitel gefallen hat Marc eifersüchtig zu machen ist ziemlich amüsant, muss ich zugeben...
@ddfreak: Lieben Dank für deinen Kommi! Und für das Kompliment Das freut mich sehr :)
Danke an alle und viel Spass weiterhin. Ich habe das Gefühl, ihr werdet es mögen



http://www.youtube.com/watch?v=87XQKCXfFjQ

Als Gretchen sich langsam von der Sonne wecken liess und sie sich wohlig in ihrem Bett ausstreckte, öffnete sie blinzelnd die Augen. Die weissen Wände und die hellen, hölzernen Holzbalken machten das Schlafzimmer zu einem einzigen, grossen Himmelbett. Das grosse Fenster weiter vorne neben dem Bett war nur noch halbwegs von braunen Vorhängen verborgen.
Gretchen lächelte und wandte den Kopf. Marc, mit einem weissen T-Shirt und Briefs bekleidet, sass aufrecht im Bett und hatte ihre kleine Tochter auf dem Schoss. Er hielt sie an den Seiten und lächelte ihr gross zu, während sie ihn aus grossen Augen anschaute.
Gretchens Lächeln wurde breiter und sie hob ihren Arm um die Hand ihrer Tochter zu ergreifen. „Ja hallo..!“
„Morgen.“, meinte Marc, bückte sich nach vorne und spitzte die Lippen. Gretchen hob den Kopf und gab ihm einen Kuss, worauf er zufrieden auf das Baby zu seiner Hand schaute.
Gretchen richtete sich auf und kribbelte der Kleinen über den Bauch. „Wie lange sind wir denn schon wach?“
Die kleine schaute zuerst mit grossen Augen zu Gretchen, worauf sie lächelte. „Mama.“
„Aw, komm her.“ Gretchen griff nach ihr, worauf Marc ihr das kleine Mädchen hinüber gab, „ja guten Morgen…ja guten Morgen!“, sagte Gretchen leise mit grossem Lächeln und gab der Kleinen einen Kuss auf die Nase. Diese winkte mit den Armen und lachte.
Marc seufzte schwer und glücklich, worauf er die Bettdecke zurückschlug und sich einmal streckte. „Ich schaue dann nach den anderen, ja?“
Gretchens schaute verwirrt auf. „Nach den…anderen?“
Marc lächelte ein ziemlich kitschiges Lächeln, bückte sich über das Bett ganz nah zu ihr hin und stupste mit einem Finger gegen ihre Nase. „Du bist so süss wenn du verwirrt bist und unsere anderen zehn Kinder vergisst.“
Er gab ihr einen Kuss auf die Nase, worauf Gretchen die Gesichtszüge entfielen. „Die…anderen…Zehn?“
Marc lächelte verschmust. „Mhm…ich mach mich dann mal auf den Weg mein Honigpferd.“ Er gab ihr einen weiteren Kuss, stiess sich von der Decke ab und machte sich mit einem perfekten Gang aus dem Zimmer. Gretchen, welche ihm immer noch sprachlos hinterher schaute, sah zu, wie er an der Türe stehen blieb und ihr einen Handkuss zuwarf. Er zwinkerte, und verliess das Zimmer.
Gretchens Blick fiel auf das Kind zu ihrer Hand, welches gerade dabei war, seine eigene Faust zu essen.

„Oh mein Gott.“ Gretchen schoss hoch und hielt die Hände sofort auf den Tisch vor ihr. Sie schaute sich kurz um und atmete dann tief durch.

Okay. Nur ein Traum. Das war nur…ein Traum. Oh Mein Gott.

„Alles klar bei Ihnen?“
„Was?“ Gretchen zuckte zusammen als sie aufschaute und Frau Hassmann sah, welche gerade dabei war, einen Kaffee einzuschenken.
„Sie sehen so aus als hätten Sie gerade ein paar ziemlich obszöne Gedanken gehabt.“, meinte sie mit einem schiefen Lächeln und Gretchen begriff nicht mal, dass sie etwas total anderes meinte.
„Äh…nein alles…alles klar.“ Gretchen räusperte sich, stand auf und strich einmal über ihren Kittel. Ihr Blick fiel auf die Uhr an der Wand, welche auf halb eins zeigte.
„Hmhm.“, meinte Frau Hassmann und schaute sie ungläubig aber nickend an.
„Knechtelsdorfer!“
Gretchen zuckte zusammen als Marc laut rufend das Schwesternzimmer betrat und eine Akte auf den Tisch warf.
„Knechtels…wo ist dieser verdammte Idiot.“ Er zog die kleine Schublade der Briefkorbablage auf dem Gestell in der Mitte des Raumes auf und warf einen Seitenblick auf Gretchen. „Alles klar? Siehst aus als hätte dich ein Bus gerammt.“

Nein kein Bus, nur du.
Oh mein Gott. Muss schleunigst hier raus.


„Ich…äh…ja, muss auch.“ Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, schob die Hände in die Kitteltaschen und ging ohne einen weiteren Blick auf Marc zu werfen, schnurstracks aus dem Zimmer.
Marc schob die Schublade zu und schaute ihr einen Moment hinterher, bis Frau Hassmann in sein Blickfeld geriet.
„Da muss ja einiges abgehen zwischen Ihnen beiden.“, sagte sie mit hochgezogenen Augenbrauen und hielt die Kaffeetasse nahe an ihre Lippen.
„Bitte?“, fragte er eine halbe Oktave höher.
„Ist doch klar dass Frau Assistenz die halbe Männerschaft in diesem Haus verrückt macht.“ Sie hob abschätzend eine Augenbraue und nahm einen weiteren Schluck, „ist ja fast nicht auszuhalten.“
„Äh, kümmern Sie sich bitte um Ihre…Angelegenheiten?“, meinte Marc und zeigte zuckend mit der Hand auf sie, bevor er etwas irritiert an ihr vorbei lief und zum Lift marschierte.

Gretchen schob ihr Tablett in der Cafeteria vorwärts und legte ein Stück Schokokuchen darauf. Sie schob weiter, griff sich einen Orangensaft und stellte ihn zum Kuchen und zu den Spaghetti.
„Schau mal Lilly, Kuchen!“
Gretchen wandte den Kopf und lächelte, als Mehdi mit Lilly sich hinten anstellte.
„Hey.“, begrüsste er sie lächelnd, was sie erwiderte. „Na ihr. Alles gut bei euch?“
„Es könnte nicht besser sein.“, sagte Mehdi und strich Lilly über den Kopf, welche ebenfalls einen Orangensaft ergriff und diesen zu den Spaghetti legte, „ich bin dir unsagbar dankbar Gretchen.“
„Ach.“, sagte sie lächelnd und winkte ab, „ist doch selbstverständlich.“
Sie zog einen Euroschein nach vorne und reichte diesen der Kassiererin, worauf sie das Tablett ergriff und zusammen mit Mehdi und Lilly zu einem Vierertisch hinlief.
„Und Lilly?“, meinte Gretchen als sie sich gesetzt haben, „hattet ihr euch schon viel zu erzählen der Papa und du?“
Lilly nickte, währenddessen sie damit beschäftigt war, die Spaghetti mit beiden Händen aufzudrehen. „Sie hat mir davon erzählt, wie sie bei euch übernachten konnte.“, antwortete Mehdi und lehnte sich etwas über den Tisch zu Gretchen, „und dass sie ein neues Wort gelernt hat?“
„Ein neues…oh, ein…ja.“, erwiderte Gretchen peinlich berührt und lachte, worauf sie den Kopf schüttelte, „aber ist ja auch nicht so wichtig, also, war sowieso ein doofes…Wort.“ Gretchen presste die Lippen zusammen und suchte die Cafeteria automatisch nach Marc ab.
„Es ist ja nicht so, dass ich etwas anderes erwarten würde.“, meinte Mehdi leiser, worauf sie ihn wieder anschaute, „aber er sollte doch etwas schauen welche Wörter er in Anwesenheit von Kindern gebraucht.“
„Ich fand das süss!“, meinte Lilly als sie fertig gekaut hatte.
„Was denn Lillymaus?“, fragte Mehdi und strich ihr über den Arm.
„Er hat gemeint, er hätte auch mal Bären ge…oh.“ Sie schrumpfte in sich zusammen und legte eine Hand auf ihren Mund.
Gretchen legte die Stirn in Falten und wechselte einen kurzen Blick mit Mehdi. „Ja?“
„Das hätte ich gar nicht sagen dürfen.“, erwiderte Lilly leiser und schaute zwischen den beiden hin und her.
„Dass er auch mal…Bären ge…

…foltert.

…sammelt hat, vielleicht?“, fragte Gretchen und schaute sie überrascht an.
Lilly presste die Lippen zusammen und schaute auf den Teller, worauf sie rot wurde. „Er hat gemeint, ich darf das nicht sagen…wird mir jetzt die Hölle heiss gemacht?“
„Was?“, fragte Mehdi laut und schüttelte schnell den Kopf, „natürlich nicht Schatz!“ Er strich ihr über den Kopf, „so ein Quatsch darfst du gar nicht denken. Ist auch nicht weiter schlimm.“
„Nein Maus, wirklich nicht.“, bestätigte dies auch Gretchen und schüttelte den Kopf.

Oh Gott wie süss…! Er hat mal Bären gesammelt! Das Profil von Marc Meier ist komplexer als je angenommen!

Mehdi schaute Gretchen seufzend an und rollte mit den Augen, worauf Gretchen grinste. Als Lilly die Gabel in den leeren Teller gelegt und sich den Mund abgewischt hatte, schaute sie zu Mehdi. „Papa, meinst du, ich darf auch ein Stück Kuchen haben?“
„Natürlich, komm.“ Er nickte zur der Essensausgabe und reichte Lilly die Hand, worauf sie aufstanden, „auch noch ein Stück?“
„Oh nein danke.“, meinte Gretchen und hob ihres hoch, „ein halber Kuchen pro Tag muss reichen.“
Mehdi lächelte und ging mit Lilly zum Essen. Gretchen schaute ihnen nach, als sie plötzlich Marc entdecken konnte, der mit suchendem Blick die Cafeteria betreten hatte.

Fran Offline

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10.05.2010 20:03
#60 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

So mit ein bisschen Verspätung gehts weiter :-)
Ja der Traum war süss, ne? So richtig...beängstigend. Mal sehen was jetzt noch mit Marc in der Cafeteria abgeht...


Gretchen schrumpfte in sich zusammen und drehte sich ab, sodass er sie nicht sehen konnte. Sie hob eine Hand neben ihr Gesicht und schob den Löffel mit einem Stück Kuchen in den Mund.
„Hasenzahn!“
Gretchen zuckte zusammen, zog den Löffel aus dem Mund und sah zu, wie er einen Salzstreuer zur Seite wischte und sich neben sie setzte. Gretchens Blick huschte hinüber zu Mehdi und Lilly, welche sich an einer Schlange anstehen mussten.
Ihr Blick fiel auf Marc, der sie ernst anschaute und welchem eine Strähne in die Stirn fiel.

Oh Gott. Darf ihn nicht direkt anschauen. Chance zu sabbern, komische Dinge zu denken und Kontrolle zu verlieren liegen bei 90%. Wieso muss er auch so endlos sexy sein…

„Rennst du jetzt neuerdings von mir weg oder wie?“
„Hm?“ Gretchen hob beide Augenbrauen und sah kauend zu, wie sie ein weiteres Stück Kuchen auf den Löffel ladete.
Marc legte die Stirn in Falten. „Kannst mich jetzt nicht mal mehr anschauen?“
Gretchen schnaubte lächelnd. „Sicher kann ich…das.“ Ein weiteres Stück Kuchen fand den Weg in ihren Mund.
„Schau mich an?“, sagte er ruhig und verschränkte die Arme auf dem Tisch.
Gretchen holte tief Luft, schaute auf den Schokoladenkuchen und dann langsam auf ihn.
Er hob beide Augenbrauen und schaute sie halblächelnd an, was ihr hunderte von Schmetterlingen durch den ganzen Körper rauschen liess.

Oh Gott, Frühlingsgefühle in Kombination mit Schokolade sollten dringenst vermieden werden.

Gretchen schluckte und merkte, wie sie sich in seinem Blick verlor. Sie hob staksig den Löffel und wollte weiter essen, als sie nervös auflachte und ihren Blick abwenden konnte. „Sehe ja nicht mal den Kuchen so.“
Marc räusperte sich und rutschte ein Stück näher zu ihr, worauf ihr Bein zuckte, als er ihres berührte. „Hör mal zu Hasenzahn, es gibt da einige Dinge die ich klarstellen muss.“
Gretchen hob beide Augenbrauen, schaute aber weiterhin auf ihren Kuchen. „Ach ja?“
„Erstens warst du es, die mit diesem ganzen Kinderkram angefangen hat.“, meinte er leiser und zeigte mit dem Finger auf sie, „zweitens, weiss ich nicht was in deinem verwirrten Kopf vorgeht, dass du denkst ich…wäre nicht mal fähig…ein Kind aufzuziehen.“ Er räusperte sich, worauf Gretchen einen Blick riskierte. Wiederum war in seinem Gesicht abzulesen, dass es ihm selber etwas zuwider war.

Oh Gretchen wie süss, er bemüht sich…!

„Maharc, du bist beziehungsgestört…!“, meinte Gretchen halb singend zwischen Schokolade und Löffel, worauf dieser sie genervt anschaute. „Das einzige was hier gestört ist, sind diese ständigen Unterhaltungen die du immer beginnst!“
„Diese-? Also halt mal jetzt.“ Gretchen legte den Löffel hin und wandte sich ihm zu, worauf sie einen Moment stutzte, da er so nahe bei ihr war. Gretchen räusperte und fokussierte sich. „Ist ja nicht mein Fehler wenn dich deine Familie belastet und du dir zu stolz bist, um darüber reden zu können!“
„Zu…ich bin nicht zu stolz!“
„Doch, bist du!“, zischte sie, seufzte dann aber auf, „ich glaube ja wirklich, dass reden dir mal gut tun würde…“, sagte sie sanfter.
„Sehe ich aus als ob ich einen Therapeuten brauchte?“, fragte er angriffslustig und zeigte auf sich.
„Also wenn du so fragst…“
„Boah Gretchen, echt.“ Er liess sich in seinem Stuhl zurückfallen, worauf Gretchen einen Blick hinüber zu Mehdi und Lilly warf. Mehdi hatte seinen Blick auf sie gerichtet und schaute sie mit gekrauster Stirn an.
Gretchen zuckte mit den Schultern und schüttelte fast nicht merklich mit dem Kopf worauf sie sich wieder Marc zuwandte. „Ganz davon abgesehen gibt es auch ein paar Punkte die ich klarzustellen habe.“
„Ach ja?“ Er liess die Hände auf den Schoss fallen und schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen und seufzend an, „Hasenzahn, auch wenn du mir jetzt sagen willst, dass das nicht dein erstes Stück heute ist, würde ich es dir nicht glauben.“
„Gott!“, sagte sie genervt, lehnte sich über den Tischecken und griff nach seinem Kittel, worauf sie ihn nach vorne zog. Marc war zu überrascht um zu agieren und schaute sie irritiert an.
„Erstens, will ich keine zehn oder elf Kinder.“, sagte sie schnell und ernst, währenddessen sie immer noch seinen Kittel hielt und seinen noch irritierenden Blick ignorierte, „zweitens, ziehe ich ein kleines Haus einer Villa vor. Es geht einfach nicht, dass du mal eben was nachschauen willst, und dann erst in einer Stunde wieder zurückkommst!“
„Äh…Bitte?“
„Drittens, ich-“
„Hasenzahn, du fantasierst…“, meinte Marc und nickte langsam, worauf er eine Hand an ihre Stirn legen wollte, „hast du vielleicht-“
„Jetzt, Marc, bitte!“, sagte sie fast quengelig und schlug die Hand weg, worauf er diese fast erschrocken zurückzog. Nur wenige Sekunden später verzogen sich seine Lippen zu einem Grinsen. „Du bist ja richtig in Rage hier.“
„Ja es ist mir halt wichtig!“, sagte sie ein bisschen beleidigt, liess seinen Kittel los und schob ein weiteres Stück Kuchen in den Mund.
Marc lehnte sich wieder nach vorne und schaute sie durch die Stirnfransen an. „Hasenzahn…nie im Leben würde ich zehn Kinder mit dir wollen.“, sagte er ruhig, hob die Augenbrauen und nickte, „du machst mich bereits schon für zehn verrückt, man sollte meinen das sollte reichen.“
Gretchen hielt während dem Kauen inne, und schluckte dann hinunter. „Äh…wie jetzt…?“
Marc seufzte leise, schaute auf die Tischplatte und dann auf Mehdi.
Gretchen folgte seinem Blick und schrumpfte zusammen. „Bist du eifersüchtig?“
„Was?“ Er schaute sie wieder an, worauf er die Stirn in Falten legte und sie todernst anschaute, „also hör mal, du bist meine Assistenzärztin ja, meine…Schülerin und du bist meine…mein…Gretchen.“
Gretchen’s Löffel rutschte ihr aus der Hand und fiel leise auf den Teller.

Hat er gerade…hat er gerade…

Marc räusperte sich und kratzte sich hinter dem Ohr. Gretchen meinte zu erkennen, wie sich eine Röte auf seinem Gesicht breit machte.
Gretchen konnte nicht anders als ein schwärmerisches Lächeln aufzusetzen und vergass dadurch die ganze Cafeteria um sich rum.
Marc schaute sich mit den Augen um, worauf sein Blick auf sie fiel. „Jetzt schau mich nicht so an als ob ich ein Kuchen wäre.“
Sie sah zu, wie seine Augen etwas hinter ihr fokussierten, woraufhin er sich räusperte und auf den Tisch klopfte. „Also ich…muss…dann auch wieder.“ Er stiess sich mit den Händen ab und schob sich an ihr vorbei.
„Alles klar?“
Gretchen zuckte zusammen und schaute auf Mehdi, der mit Lilly zusammen an den Tisch zurückgekommen war und der sie beunruhigt anschaute.
„Äh…ja!“, erwiderte sie und griff wieder nach ihrem Löffel, „der…Kuchen ist nur so gut.“
Sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, schob ein weiteres Stück in ihren Mund und bemerkte Mehdi’s unsicheren und beunruhigten Blick nicht.

Den überhaupt besten Kuchen den es gibt…

Fran Offline

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11.05.2010 19:41
#61 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben!
Ich würde euch liebend gerne sagen, wo es diesen Kuchen zu kaufen gibt...Berlin/Münchenumgebung, glaub ich Zwar nicht zu kaufen...aber, anyway, wir machen einen klitzekleinen Zeitsprung von, mindestens, 1-3 Tagen. Hoffe es gefällt euch trotzdem


Im Leben einer Frau gibt es gewisse Regeln. Regel Nummer Eins: Glaube nicht alles, was sie dir im Fernsehen erzählen. Regel Nummer Zwei: Glaube nicht, dass ein zwei Grössen kleiner geschnittenes Kleid dich schlanker macht und Regel Nummer Drei: Steigere dich nicht in Sachen hinein.

Da ich alle Diäten im Fernsehen schon probiert hatte, wurde ich eines besseren belehrt und als ich eine Party einmal liegend verlassen musste, war mir auch klar, das Regel Nummer Zwei nur Schwachsinn war. Was Regel Nummer drei anging…nun ja. Sogar die besten ignorieren diese Regel. Egal ob es nun darum geht, eine alte Familie wieder zusammen zu bekommen…


„Olivier, wie oft muss ich es dir noch sagen!“, sagte Elke aufgebracht und hielt sich am Geländer des Bettes fest, „ich wünsche nicht, dass du wieder derartig in unser Leben eintrittst!“
„Das ist nicht deine alleinige Entscheidung, Elke!“, gab dieser zurück, der sich im Bett aufgerichtet hatte und mit einem Finger auf seine Exfrau zeigte, „Marc hat auch noch ein Wort mitzureden!“
„Würdest du ihn auch nur eine Spur besser kennen, so würdest du wissen dass er nicht gerne redet aber Sachen einfach nur tut!“, sagte sie laut und hielt das Geländer so fest, dass ihre Knöchel weiss herausstanden.
Olivier schnaubte und wandte seinen Blick ab. „Das will ich selber von ihm hören.“

…sich Recht zuzusprechen…

„Aha. Und wo ist sie jetzt?“, fragte Mehdi in den Telefonhörer und schaute angestrengt auf einen Punkt vor ihm, „mhm. Ich muss sie aber dringendst erreichen, also wenn Sie ihr sagen könnten das – genau. Danke.“ Er drückte auf den roten Hörer und sank den Arm mit seinem Telefon.
„Wo ist Mama?“, fragte Lilly und schaute auf, worauf Mehdi versuchte ein Lächeln zustande zu bringen. „Arbeiten.“

…oder sich in einer „Beziehung“ so weit gehen zu lassen, dass man früher oder später auf dem Boden der Tatsachen landet.

„Marc? Die Milch ist alle.“ Gretchen streckte den Kopf in den Kühlschrank und versuchte inmitten von Bierflaschen eine Tüte Milch zu erkennen.
Marc erschien neben ihr. „Hm. Ja dann musst du deine Cornflakes halt ohne essen.“
Er zog eine Flasche Bier hinaus und öffnete diese. Gretchen seufzte und rollte mit den Augen. „Also wenn du wirklich das Gefühl hast, dass du ein Kind erziehen kannst, brauchst du Milch.“
„Wieso, deine Brüste werden so viel hergeben, da hast du selber auch noch was davon.“
„Boah Marc, du bist so eklig!“ Sie griff nach ihrer Cornflakesschale und lief um die Ablage herum um sich neben ihn zu setzen. Sie schob die Ärmel des Hemdes das sie von Marc angezogen hatte hinauf und begann die Cornflakes ohne Milch zu essen.
Marc blätterte durch die Zeitung, während Gretchen ab und zu einen Blick auf diese warf. Als sie nach vorne schaute, erkannte sie einen ganzen Stapel von Zeitungen und Magazinen die zum Teil noch ungeöffnet dort lagen.
„Ach was mir gerade in den Sinn kommt.“, meinte sie und zeigte mit dem Löffel nach vorne, „diese ganzen Sendungen…schaust du dir die nie an?“
„Natürlich.“, meinte er und stellte die Flasche vor sich hin, worauf er blätterte.
„Dann…hast du sicher auch die Einladung gesehen?“
„Welche Einladung?“, fragte er und schaute irritiert auf, worauf er auf den Stapel schaute, „ich schau mir die Sachen an wenn ich Zeit habe. Also…jetzt…?“
Gretchen seufzte und rutschte vom Stuhl hinunter, worauf sie ins Schlafzimmer ging. Selbstverständlich waren die Briefe immer noch ungeöffnet und ungerührt auf der Kommode, die so leicht umkippte. Gretchen war darauf bedacht diese nicht zu berühren, und hoffte, dass der Indiana Jones-Effekt nicht eintreten würde.
Sie schob einen Brief hinter den anderen während sie wieder nach vorne lief. „Ein Wunder dass du noch nicht rausgeschmissen wurdest…“, sagte sie und hob einen Brief hoch, „du hast schon eine Mahnung wegen der Miete bekommen.“
Marc nahm den Brief entgegen, schaute ihn kurz an und warf ihn dann nach vorne. „Mh, mein Vermieter weiss dass ich zahle. Kommt daher, wenn man ein vielbeschäftigter Mann ist.“, sagte er und schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, „was er auch weiss, oder eher…hört?“
Gretchen rollte mit den Augen. „Du hast echt ein Überschuss an Testosteron mein Lieber.“
„Und auch wenn glaube ich nicht, dass dich das stört Hasenzahn…“ Er griff nach der Bierflasche und nahm einen weiteren Schluck. Gretchen hindessen sortierte die Briefe und fand dann einen, der keinerlei Absender drauf hatte. „Mach den mal auf.“
Marc warf einen Blick auf den Brief. „Warum?“
„Weil das so üblich ist mit Post?“, fragte Gretchen und winkte mit dem Brief vor seiner Nase, „da ist wahrscheinlich was Wichtiges drin, also komm.“
Marc seufzte genervt, legte die Zeitung hin und riss den Umschlag auf. Er öffnete den Brief und zog die Nase kraus. „Hier. Weiberkram.“
Sie legte die Stirn in Falten und griff nach dem pinken Brief. Sie liess ihren Blick darüber schweifen und erkannte viele Herzen, viel Pink und was noch schlimmer war, dass die Sache mit dem Treff kein Witz war. Die Einladung war für das Klassentreffen welches in ein paar Tagen in der alten Turnhalle der Schule stattfand.
„Brigitte wollte doch Grafikdesign studieren…“, meinte Gretchen und schaute über den Brief, „ging wohl deftig nach hinten los.“
„Brigitte?“, fragte er und blätterte um.
„Ludwig. Die beste Freundin von Susanne, weißt du nicht mehr?“
Er schaute von der Zeitung hoch und schien nachzudenken. Nach ein paar Sekunden nickte er. „Ah, ja. Kann mich erinnern.“
Gretchen hob die Augenbrauen und nahm einen weiteren Löffel Cornflakes. „Hätte ich dir ja gar nicht zugetraut.“, sagte sie lächelnd, „ich hätte eher erwartet, dass dich niemand sonderlich interessiert hat.“
„Hat es mich auch nicht…“, erwiderte er und war gerade dabei einen Artikel zu lesen, „ich hab sie mal bei einem Fest getroffen und hochgenommen.“
„Hochgenommen?“, fragte Gretchen irritiert und schaute ihn an.
„So wie ich dich heute Nacht?“ Er schaute kurz zu ihr auf und zuckte kurz mit den Augenbrauen.
„Boah Marc.“ Sie liess den Löffel fallen und schob die Schüssel von sich weg.
„Ja dann frag nicht! Hättest es dir ja auch denken können.“
Gretchen seufzte und schaute ihn an. „Tut mir leid wenn ich doch noch die Hoffnung hege irgendeinen normal funktionierenden Teil deines Hirnes zu finden.“
„Mh.“ Marc verzog seine Lippen zu einem einseitigen Lächeln und schloss die Zeitung, „ich will dir nicht dein Leben versauen Hasenzahn.“
Gretchen presste die Lippen zusammen und wollte an ihm vorbeilaufen, als er mit seiner Hand nach ihrem Arm fasste. „Na komm.“
„Was?“
Er drehte sich ein bisschen um, sodass sie zwischen seinen Beinen stand und nicht mehr weg laufen konnte. Er legte beide Hände auf ihren Rücken und schaute sie an. „Besser wenn ich dir sage, ich hätte die ganze Zeit nur an dich gedacht?“
„Hast du eh nicht…“
„Doch, ab und zu.“, meinte er und ernst und nickte, „ich bin gut Gretchen, aber nicht wirklich spontan. Diese ganzen…Hänseleien…da steckte eine ganze Menge Planung dahinter.“
„Ach, und jetzt soll ich mich besser fühlen?“, fragte Gretchen und hob beide Augenbrauen.
„Also…das heisst eigentlich, dass ich eigentlich ziemlich viel an dich gedacht habe…?“
„Marc.“ Gretchen schloss für einen Moment die Augen, „du musst noch sehr viel lernen.“ Sie gab ihm einen kurzen Kuss, befreite sich aus seiner Umarmung und liess ihn irritiert dort sitzen.
„Muss ich nicht!“, rief er ihr hinter her, doch Gretchen lief zum Badezimmer und schenkte ihm keinerlei Reaktion. Marc’s Blick fiel auf die Einladung, die sie auf dem Tisch gelassen hatte. Er hob sie hoch und krauste wiederum die Nase, als er die Verzierungen sah. „Muss ich garantiert nicht.“

Fran Offline

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12.05.2010 19:39
#62 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Guten Abend Mädels :)
Mein Kommentar zu den Kommentaren findet ihr bei den Kommentaren. (Was für ein Schenkelklopfer) Jetzt gehts weiter, und es sei versprochen, im hier und jetzt und nicht übermorgen Hoffe der Teil gefällt euch


„So! Tag der Entlassung.“ Marc schrieb etwas auf das Klemmbrett zu seiner Hand, während Gretchen die Schläuche von seinem Vater trennte und vorsichtig die Infusion entfernte.
„Oder Tag der Abrechnung.“, meinte Elke kühl und stützte ihren Kopf mit einem Finger ab, währenddessen sie auf dem Stuhl vor dem Bett sass.
„Äh Mutter, wenn du ihn umbringen willst, dann bitte draussen aber nicht hier. Ja?“, meinte Marc und schrieb weiterhin auf das Brett, worauf er schlussendlich mit dem Stift drauf klopfte. „Fertig?“
„Alles klar.“, meinte Gretchen und stellte den Monitor ab, „Sie fühlen sich gut?“
Herr Meier nickte und strich sich mit einer Hand über die Stellen wo die Infusionen waren. „Ich wollte noch etwas besprechen.“
„Das kannst du gerne mit der Frau hinter mir machen, ich habe jetzt Visite.“, meinte Marc und nickte nach hinten, bevor er das Klemmbrett unter den Arm schob, „eine Schwester wird dir mit deinen Sachen helfen und dann…ja.“, er grinste, „dann bis zum nächsten Anfall. Oder so.“
Marc setzte sich in Bewegung, was ihm Gretchen gleichtat.
„Nein Marc, bitte!“, sagte Olivier und hob eine Hand, „ich habe bereits schon mit deiner Mutter besprochen, aber ich will das noch kurz mit dir anschauen.“
Marc wandte sich um und schaute von seiner Mutter zu seinem Vater. „Und was?“
„Ich wollte…“, begann Olivier, worauf sein Blick zu Elke schweifte, welche aufschnaubte. „Schau nicht mich an Olivier. Du kennst meine Meinung.“
Oliver räusperte sich und wandte sich wieder seinem Sohn zu. „Ich wollte wissen, was du davon hältst wenn…ich eine Zeit lang hier bleiben würde. In der Stadt, meine ich.“
„Hm.“, meinte Marc und hob beide Augenbrauen.
Gretchen schaute ihn klammheimlich an und begann sich zurückzuziehen. Marc jedoch streckte eine Hand aus und hielt sie am Arm fest. Er warf ihr einen kurzen Blick zu, worauf sie stehenblieb. Sie beachtete den überraschten und kalten Blick von Frau Fischer nicht.
„Naja es…gibt sicher noch Teile von Berlin die du nicht kennst…hm?“, meinte Marc mit aufgesetztem Lächeln und wollte sich wieder umdrehen, wurde jedoch zurückgehalten.
„Marc, bitte!“
„Ja bitte was?“
„Ich wollte nur…ich habe eine Menge verpasst und will versuchen wieder einen Schritt in deine…oder eure Richtung zu machen.“
„Du kannst so viele Schritte machen wie du willst Olivier, aber keiner von denen führt dich über meine Türschwelle.“, sagte Elke kühl und hob eine Augenbraue.
„Ich will dich besser kennenlernen!“, fuhr Olivier hitziger fort, „wieder…ein Teil von…deinem Leben werden. Wieder mit dir reden!“
„Der redet doch sowieso nichts, ich bitte dich.“, sagte Elke kalt und legte ein Bein über das andere, „kommt nur vorbei wenn er das Gefühl hat, er müsse wieder mal an seine jung gebliebene Mutter denken.“
„Äh, Mutter-?“
„Was soll das bedeuten?“, fragte Olivier und schaute sie an.
„Du hast nicht ernsthaft das Gefühl, dass dein Sohn jeden Abend nach Hause kommt und von seinem Leben erzählt, oder?“, fragte sie zurück und zeigte auf Marc, der seinen Mund immer noch offen hatte um etwas zu sagen, jedoch nicht dazu kam, „versuch dein Glück, du wirst aber nicht viel mehr erfahren, als dass ich es tue. Und ich habe ein gutes Verhältnis zu ihm.“ Sie reckte ihr Kinn und stützte es wiederum auf einem Finger ab.
„Also DAS ist jetzt übertrieben Mutter, wir haben-“
„Das bestürzt mich.“, sagte Olivier und schaute wieder auf Marc, der irritiert zu seinem Vater schaute, „sie hat mir ja gewisse Dinge erzählt, aber ich dachte es wäre nicht so schlimm!“
„Ja willst du jetzt vielleicht eine Familientherapie machen oder was.“, meinte Marc trocken und hielt das Klemmbrett vor seinem Schoss mit beiden Händen.
Oliver schaute zu Elke, welche beide Augenbrauen erhob.
Marc schaute zwischen den beiden hin und her und schnaubte auf. „Soweit kommt’s noch, Hasenzahn, hopp, wir können noch andere rausschmeissen.“ Er pfiff und nickte nach hinten, worauf Gretchen einen letzten Blick auf Olivier und Elke warf, bevor sie Marc folgte.

„…nein, nein jetzt hörst DU mir zu!“, zischte Mehdi in das Telefon, schaute sich kurz um dass ihn niemand hörte und lief weiter zu seinem Auto hinüber, „es war überhaupt ein Wunder dass du mich noch angerufen hast! Plötzlich warst du mit Lilly verschwunden, hast mich einfach so zurückgelassen!...Ach und das soll mich jetzt beruhigen?“
Er blieb stehen und stützte eine Hand in die Seite als er die Lippen zusammenpresste und den Kopf schüttelte. „Du weißt dass es das nicht besser macht. … Ja ihr geht es gut. Ja. Nein, sie schläft heute bei meinen Eltern.“
Er hielt wieder eine Sekunde inne bevor er weiter sprach. „Das wird nichts ändern Anna. Ich werde einen Vaterschaftstest machen und dir beweisen, dass sie meine Tochter ist. Und wenn du das Gefühl hast, dass du sie einfach so zurückholen kannst, dann werde ich das Sorgerecht beantragen. Alles klar?“ Er schien einen Moment zuzuhören, bis sein Blick auf Lilly fiel, die von der Toilette zurückkam, „ich muss jetzt aufhören, Lilly kommt.“ Er drückte auf den roten Hörer und setzte ein Lächeln auf, worauf er sie an der Hand nahm. „Schau mal wer da ist Lillymaus.“ Er zeigte nach vorne, worauf Lilly der Mund aufsprang und sie mit grossen Augen nach vorne schaute. „Oma!“ Sie rannte über den Parkplatz zu Mehdis Mutter, welche in die Hocke gegangen war und freudig die Arme ausgebreitet hatte. „Mein Schatz, komm her!“
Lilly rannte in die Arme ihrer Grossmutter und umarmte sie herzlich, während Mehdi mit dem Teddybären und dem Rucksack dazu stiess.
„Mehdi.“, begrüsste ihn sein Vater nickend und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Mehdi nickte und verzog seine Mundwinkel ebenfalls zu einem, eher einseitigen, Lächeln.
„Geht’s dir gut, ja?“, fragte seine Mutter Lilly mit einem grossen Lächeln und hielt sie vor sich hin. Diese lächelte und nickte.
„Das ist gut.“, meinte sie und hob sie hoch.
„Hast du mit Anna gesprochen?“, fragte sein Vater etwas leiser, worauf Mehdi schwer seufzend und wiederum nickte. „Sie plant vorbei zu kommen um zu reden.“
„Mhm.“ Sein Vater legte die Stirn in Falten und nickte ihm dann fast aufmunternd zu, „vielleicht werdet ihr euch irgendwie einig.“
„Solange sie Lilly wieder zurückholen will, mit Sicherheit nicht.“ Mehdi presste die Zähne aufeinander und schaute zu seiner Tochter, welche mit seiner Mutter im Gespräch war, „ich kann ihr viel mehr bieten als Anna.“
„Das mag so sein, aber schau zu, dass du wieder ein Dach über dem Kopf hast.“, meinte sein Vater und presste die Lippen zusammen, „bis dahin kann sie selbstverständlich bei uns übernachten.“
„Danke Pa.“, erwiderte Mehdi und legte ihm ebenfalls eine Hand auf die Schulter, „ich bring es schon irgendwie auf die Reihe.“
„Sag mal Mehdi, was ist denn eigentlich mit Gretchen?“, fragte seine Mutter und trat mit Lilly auf dem Arm näher heran, „besteht keine Chance mehr für euch?“
„Die heiratet jetzt den Meier.“, sagte Lilly und nickte, worauf Mehdi den Mund auffiel und auf seiner Eltern Blicke etwas verwirrt reagierte und peinlich berührt auflachte. „Äh, nein, sie heiratet…garantiert nicht…Meier.“
„Dann besteht ja vielleicht doch noch ein bisschen Hoffnung, ne?“, erwiderte seine Mutter freundlich und lächelte, „sie war ja auch zu entzückend, nicht wahr?“
„Ja Mutter ich…weiss.“, sagte Mehdi und presste die Lippen zusammen, „mal schauen.“
„Also! Dann gehen wir nach Hause. Du kommst heute Abend?“, fragte sein Vater und schob seine Hände in die Hosentaschen.
„Wenn ich nicht viel zu tun habe, schaue ich sicher vorbei.“, erwiderte Mehdi und brachte ein Lächeln zustande. Er machte einen Schritt nach vorne und gab Lilly einen Kuss auf die Stirn. „Ich seh dich dann später, ja?“
Lilly nickte und nahm den Bären entgegen. „Tschüss Papa.“
Mehdis Vater entnahm Mehdi den Rucksack, drückte ihm zum Abschied noch einmal die Schulter und stieg dann ins Auto. Mehdi machte ein paar Schritte beiseite und winkte kurz, bis das Auto dann um die Ecke bog.
Er seufzte und schaute in die Ferne.

Fran Offline

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13.05.2010 19:47
#63 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Und weiter gehts! Und zwar mit einer Prise Zucker...oder so.
Viel Spass!


„Sabine, Blut abnehmen, Werte kontrollieren und wenn alles in Ordnung ist dann…kann Frau Friedrich nach Hause.“ Marc unterschrieb wiederum etwas auf dem Klemmbrett und schaute zu der Patientin auf, „alles klar?“
Die bereits schon ältere Dame nickte und lächelte ihn an. „Danke, Herr Doktor.“
„Gut!“, meinte er und drückte das Klemmbrett Sabine in die Hand, „und das nächste Mal, wenn Sie über die Strasse gehen, dann nehmen Sie die ganze Umwelt wahr und nicht nur ihren Bettvorleger, ja?“ Er nickte ihr zu, was sie etwas verwirrt erwiderte. Marc schob seinen Stift in die Brusttasche seines Kittels und bemerkte Gretchen, welche am Fenster stand und herausschaute. „Hasenzahn?“
„Ja ich…komme.“, sagte sie und riss ihren Blick vom Parkplatz. Sie wandte sich um, lächelte der Frau zu und verliess hinter Marc das Zimmer, „ich glaube Mehdi hat Probleme.“, meinte sie leiser zu Marc, währenddessen sie zum nächsten Patienten liefen.
„Jap, ich weiss.“, antwortete Marc knapp, worauf Gretchen ihn irritiert anschaute. „Wieso das denn?“
„Ich bitte dich, er ist Mehdi… Äh, Sabine!“, schrie er nach hinten und blieb stehen.
Gretchen rollte mit den Augen und schaute danach zu Sabine, welche aus dem Krankenzimmer geschlittert kam. „Ja was denn Herr Doktor?“
„Wenn Sie fertig sind bei der…da die Gullitante, dann-au!“
„Marc!“, zischte Gretchen und schlug ihm mit der Mappe auf den Arm.
„Was denn!“, erwiderte dieser eine Spur genervt und rieb sich die Stelle am Arm, die Gretchen mit der Mappe geschlagen hatte. Sie warf ihm einen eindeutigen, warnenden Blick zu.
„Ja was, soll sie halt hinsehen wo sie hingeht und landet.“, erwiderte er trocken und schaute wieder nach vorne. „Dann kommen sie weiter zu Zimmer 502!“
Sabine nickte und ging wieder zurück ins Zimmer.
„Du solltest echt mal an deinem Umgangston arbeiten.“, bemerkte Gretchen und drückte auf den Knopf neben dem Lift.
„Wieso, du bist doch freundlich genug für uns beide.“, sagte Marc monoton und stützte eine Hand an der Wand ab, während sie auf den Lift warteten.
Gretchen, die ihre Arme vor der Brust verschränkt hatte, wandte sich ihm zu. „Was soll denn das jetzt wieder heissen?“
„Ach komm, ist doch klar dass du nicht wirklich unfreundlich sein kannst.“, sagte er, stiess sich von der Wand ab und manövrierte Gretchen, welche etwas erwidern wollte, in den Lift.

http://www.youtube.com/watch?v=PFDfLdGUAWo

„Also das stimmt mal so gar nicht, ja?“, sagte Gretchen, hob beide Augenbrauen und sah zu wie er den Knopf für die 5 drückte, „ich kann sehr wohl unfreundlich sein, wenn es die Situation verlangt.“
„Mhm…“, meinte er, schaute sie lächelnd aber ungläubig an und lehnte sich mit verschränkten Armen an die Wand.
„Ich bin nur freundlich und will helfen, das ist alles.“, sagte sie, reckte ihr Kinn, wandte sich ab und schaute auf die geschlossenen Türen vor ihr.
„Vergiss es Hasenzahn, du kannst nicht jeder und jedem helfen.“
„Ja das…wird mir bei dir eigentlich jeden Tag mehr bewusst, danke.“
Marc schaute sie einen Moment ab, bis er sich mit dem Fuss von der Wand abstiess und sich hinter ihr stellte. Gretchen räusperte sich, konzentrierte sich auf die Musik und versuchte ihn nicht zu beachten.
„Bist du dir eigentlich bewusst dass ich…mich schon ziemlich verändert habe? Hm?“
Gretchen schluckte, reckte ihren Kopf und versuchte cool zu bleiben. „Ehrlich gesagt wüsste ich nicht…in wiefern.“
„Hm…“
Sie merkte wie er näher an sie heran kam, was ihr Herz automatisch auf das Doppelte beschleunigte. Als sie seinen Atem an ihrem Nacken spürte, fuhr ihr Blutpegel Achterbahn und als seine Lippen ihre Haut berührten, war sie kurz davor zu stöhnen.
„Ich mach jetzt viel mehr von diesem Quatsch hier…“ Er fing an ihren Nacken zu küssen und führte die andere Hand zu ihrem Bauch, wo er sie näher an sie herandrückte.
„Das ist kein Quatsch.“, seufzte sie und verlor allmählich die Kontrolle, „und wenn dann ist es wohl die dümmste Dummheit...“, sie legte ihre Hand auf die seine, während er immer noch ihren Hals küsste und ihren Kittel beiseite schob, sodass er an ihren Schultern weitermachen konnte, „…weil wir hier in einem Lift sind…Marc.“ Gretchen schluckte, öffnete die Augen und nahm sich zusammen. Sie wollte seine Hand von ihrem Bauch lösen, doch Marc buxierte sie so an die Wand und stellte sich vor sie hin, dass sie gar nichts mehr unternehmen konnte. Er streckte die rechte Hand aus und betätigte den Schalter, der den Lift ruckelnd zum Stillstand brachte. Das Licht flackerte einen Moment, blieb jedoch bestehen.
„Mh…das hat doch was romantisches, nicht?“, fragte er leise und strich lächelnd mit seinen Lippen über die ihren.

Nein…Gretchen…Nein! Reiss dich zusammen!

„Marc…bitte…!“
„Bitte gerne.“, er presste seine Lippen auf die ihren und legte seine Hand auf ihren Rücken um sie näher an sich heran zu drücken.
Gretchen spürte seinen Körper und merkte, wie sich der ihrer verabschiedete. Marc löste den Kuss, fuhr aber weiter zu ihrem Nacken und schob wiederum den Kittel von ihrer Schulter. Seine Hand strich über ihre nackte Haut, unter ihren BH-Träger und schob diesen zur Seite.
Tausende von wohligen Schauern durchfuhren ihren Körper und sie konnte nicht anders als die Augen zu schliessen. Seine Hand auf ihrem Rücken schob sich langsam unter ihren Kittel, fand den Weg unter ihr Shirt und strich ihr den Seiten entlang nach hinten.

Muss jeglichen Eintrag bezüglich Marc Meier und schnellen Nummern korrigieren…kann also, auch an eher unpassenden Orten, romantisch und gefühlsvoll sein. Habe mich wohl oder übel bezüglich dessen in ihm getäuscht.

Marc fuhr mit der anderen Hand unter ihr Oberteil, strich ebenfalls über ihren Rücken um diese dann langsam in ihre Hose zu schieben.
Gretchen biss sich auf die Lippen und hielt seinen Nacken, als er die einzelnen Küsse löste und sie bemerkte, wie erregt er schien. „Mh…ich wollte es schon immer mal in einem Lift treiben.“

Halt. Stopp. Was?

Gretchen öffnete die Augen und legte die Stirn in Falten. „Äh, was? Was hast du gerade gesagt?“
Er hob seinen Kopf und grinste sie mit verwuschelten Haaren an. „Dass du ein kleines Luder bist und es mit deinem Chefarzt treiben willst?“ Er schnappte nach ihren Lippen, doch Gretchen legte beide Hände auf seine Brust und verzog das Gesicht. „Boah Marc, weißt du was du eigentlich gerade gesagt hast?“
Dieser stöhnte genervt auf und liess sich ein paar Zentimeter zurückschieben. „Was denn jetzt?“
Gretchen rollte mit den Augen, zog ihren Kittel mit der einen Hand zurrecht und betätigte mit den anderen den Schalter für den Lift, der sich ruckelnd wieder in Bewegung setzte. „Mein…Vater ist der Chefarzt du Egomane…“ Sie warf ihm einen irritierten Blick zu, worauf dieser die Augen hob und dann das Gesicht verzog. „Das…ist in der Tat ein Gedanke der…nun ja.“ Er räusperte sich, strich sich über die Nase und bemerkte eine Sekunde zu spät, dass der Lift zum Stillstand kam und sich die Türen dabei waren zu öffnen.
Gretchen stiess ihn beim „Pling“ hastig von sich, worauf er zurückstrauchelte und somit noch verwirrter aussah. Gretchen strich sich eilig eine Strähne hinter die Ohren, und versuchte einen möglichst professionellen Gesichtsausdruck aufzulegen, bis sie erkannte, wer vor dem Lift stand.

Fran Offline

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14.05.2010 19:08
#64 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen! :) Ein paar haben schon richtig getippt... Vor dem Lift steht-

http://www.youtube.com/watch?v=PFDfLdGUAWo

„Papa!“, sagte sie und bemerkte, dass ihre Stimme mehr ertappt als freudig überrascht klang.
Marc räusperte sich, strich sich über die Brust und nickte ihm zu. „Herr Professor.“
„Guten…Tag.“, meinte dieser suspekt, schaute zwischen den beiden kurz hin und her und trat dann langsam in den Lift.
„Mensch!“, sagte Gretchen und setzte ein Lächeln auf, „das ist aber schön dass du wieder da bist. Dir geht es also wieder besser?“
„Ja…deine Mutter hat mich…gut versorgt.“, antwortete er langsam und schaute wieder zu Marc, der gerade dabei war, seinen Kittel zu richten und etwas peinlich berührt auf die Türen vor ihm starrte.
Franz drückte den Mantel den er über einen Arm gelegt hatte, näher an sich und umfasste den Aktenkoffer in der anderen neu.
„Das ist gut.“, meinte Gretchen und lächelte ihn an, welches er nicht sehr überzeugend erwiderte. „Dir geht es dann also auch…gut?“
„Mir? Perfekt, du, alles…perfekt.“, erwiderte sie und nickte überzeugend. Ihr Blick kreuzte kurz Marc’s, der sie mit einem Ausdruck anschaute, der ihr sagte, dass es ihr kein Mensch abkaufen würde, „wir äh…haben sogar gerade von dir gesprochen!“
Marc’s Augen weiteten sich ein bisschen und er versuchte ein aufkommendes Lachen zu vertuschen, indem er sich an der Backe kratzte.
„Ach ja?“, fragte Franz und schaute zu Marc, der ihn kurz, gespielt anlächelte.
„Ja von…wegen Chefarzt und so.“, sagte Gretchen und schluckte, als sie merkte, wie rot sie wurde, „dass es halt…wichtig ist einen…Chefarzt zu haben.“
„Ah ja…“, meinte Franz und schaute sie ungläubig, aber nickend an.
„Ja ist ja…so wie ein Schiff ohne Captain, ne. Kann ja nicht gut gehen.“
„Ich habe eigentlich gehofft, dass Doktor Meier das Schiff nicht untergehen lässt.“, erwiderte Franz, dieses Mal etwas steifer und wandte den Kopf zu ihm, der Gretchen gerade einen „Halt-die-Klappe-Blick“ zuwarf, diesen aber schnell zu einem kompetenten Lächeln umwandte. „Mit Sicherheit Herr Professor. Natürlich ging alles glatt.“
„Das will ich auch für Sie hoffen Meier.“, sagte Franz steif und wartete ein paar Sekunden, bis sich die Türen öffneten, „ich erwarte einen vollständigen Bericht in meinem Büro, heute Abend.“
„Natürlich Herr Professor.“, antwortete Marc und nickte, worauf Franz Gretchen und Marc anschaute, aufseufzte, den Kopf schüttelte und den Fahrstuhl verliess.
Gretchen hatte die Lippen zusammengepresst und die Augenbrauen gehoben.
„Ja kommst du jetzt oder willst du noch einen Versuch starten?“
Gretchen hob den Kopf und merkte plötzlich, dass sie immer noch im Lift stand, obwohl sie im fünften angekommen waren. Sie strich sich wiederum kurz hastig über die Haare und folgte Marc den anderen Gang hinunter, als ihr Vater.
„Das war knapp.“, meinte sie, schaute sich um und wich einer Schwester aus, die gerade mit einem rollendem Tischchen entgegenkam.
„Ach komm, ich weiss genau du fandest es genauso heiss wie ich.“, erwiderte Marc leise und bückte sich ein bisschen, sodass er ihr das ins Ohr sagen konnte.
„Gott, Marc.“ Gretchen rollte mit den Augen und stiess ihn von sich weg, was ihn aber nur amüsierte.
Am anderen Ende des Ganges konnte Gretchen Mehdi erkennen, der gerade in sein Büro ging und die Türe hinter sich schloss.
„Du äh, Marc…würde es dir etwas ausmachen, wenn ich kurz nach Mehdi schaue?“ Sie blieb stehen und zeigte mit dem Finger den Gang hinunter.
Marc blieb ebenfalls ein paar Schritte vor ihr stehen und wandte sich halb um. „Wir haben Visite Hasenzahn?“
„Ja ich weiss aber…kann nicht Sabine…?“
Marc stöhnte genervt auf und machte dann eine winkende Handbewegung von sich weg. „Na los…verschwinde schon Mutter Theresa.“
Sie lächelte ihn kurz an, was er halbwegs, jedoch nur gespielt, erwiderte und lief den Gang hinunter.

„Darf ich?“
Mehdi drehte sich vom Fenster um und erkannte Gretchen, welche ihren Kopf durch die Tür gestreckt hatte. „Klar, komm rein.“ Er lief mit den Händen in den Seiten gestützt nach vorne und lächelte Gretchen freundlich an, welche die Türe hinter sich schloss und auf ihn zu lief. „Na? Wie geht’s?“
Mehdi presste die Lippen zusammen und nickte, immer noch freundlich. „Gut. Alles in Ordnung.“
„Sicher?“, fragte Gretchen vorsichtig und stützte sich mit beiden Händen am Stuhl vor seinem Tisch ab, „ich hab dich vorhin draussen gesehen auf dem Parkplatz…du hast irgendwie so…verloren ausgesehen.“ Sie versuchte ein Lächeln zustande zu bringen, worauf er den Kopf etwas senkte. „Anna hat angerufen.“
„Oh…und?“
Mehdi seufzte und liess sich auf seinem Stuhl nieder. Er legte beide Arme auf den Tisch und schaute hinüber auf das Familienfoto, welches wieder an Ort und Stelle stand. „Sie ist immer noch der Überzeugung dass Lilly nicht von mir ist.“
Gretchen schaute ihn für ein paar Sekunden ab, bis sie sich ebenfalls hinsetzte. „Und…glaubst du das auch?“
„Nein.“, sagte er bestimmt und schaute zu ihr auf, „das werde ich niemals glauben. Und auch falls es so sein sollte…trotzdem ist sie meine Tochter.“ Er griff nach dem Foto und hielt es vor sich hin.
Gretchen seufzte, lehnte sich nach vorne und griff nach seiner Hand. Er schaute auf und ergriff diese ebenfalls langsam, worauf er Gretchens aufmunterndes Lächeln bemerkte. „Wird schon wieder…hm?“
Mehdi versuchte ein Lächeln zustande zu bringen und nickte.
„Und auch wenn…du hast einen festen Job und ein festes Einkommen. Du kannst Lilly viel mehr bieten als das sie es kann.“
„Ja…“, meinte er und nickte, bevor er kaum merklich mit den Schultern zuckte, „nur bin ich kein Mutterersatz.“
„Ach in der…heutigen Zeit, da ist ja auch alles möglich. Marc ist ja auch nur von seiner Mutter grossgezogen worden und er ist trotzdem Chefarzt heute.“
Mehdi hob beide Augenbrauen und schaute sie nicht sonderlich überzeugt an.
„Okay…“, gab sie nach und verdrehte seufzend die Augen, „der Rest ging irgendwie nach hinten los, aber…du bist ein guter Vater Mehdi. Lilly kann stolz auf dich sein.“
Mehdi seufzte wiederum schwer, nickte dann jedoch und brachte ein Lächeln zustande. Gretchen lächelte zurück und strich unbemerkt weiterhin über seine Hand.
„Apropos missglückte Erziehung, geht da jetzt was zwischen dir und Marc?“
„Äh…“ Gretchen hob beide Augenbrauen, „das…kommt jetzt glaub ich irgendwie auf die…Sichtweise drauf an.“
Mehdi legte die Stirn in Falten und schaute sie interessiert an. „Wie meinst du das?“
„Also ich, ich bin ja schon seid der Grundschule mit ihm zusammen, ja.“, lachte sie, machte eine schwungvolle Handbewegung und schaute dann auf einen Punkt in der Luft, „sein Vater hin dessen hat glaube ich die feste Überzeugung, dass wir zusammen gehören, während seine Mutter…hofft dass meine Kleider…drei Grössen zu gross sind.“ Sie liess die Schultern hängen und schaute auf den Tisch vor ihr. „Hm.“
„Lass dir ja nichts einreden Gretchen.“, sagte Mehdi und senkte den Kopf, sodass sie ihn anschaute, „du bist gut so wie du bist. Wenn du dich für jemanden verstellen musst, ist es nicht mehr echt.“
„Nein also…keine Panik.“, sagte sie und winkte ab, „ich mag mich ja so wie ich bin.“

Wie ich bin mit fünf Kilo weniger auf den Rippen.

„Gut.“, meinte Mehdi lächelnd, drückte ihre Hand und liess dann los.
„Ich glaube sogar…er hat sich ein bisschen zum…Guten verändert.“
Mehdi hob beide Augenbrauen und schaute sie nicht sonderlich überzeugt an.
„Wirklich.“, meinte Gretchen und liess sich im Stuhl zurückfallen, „ich glaube der wird sogar noch richtig freundlich.“

„Mhm…aber natürlich.“, kicherte Gaby ins Telefon und biss sich auf die Lippe, während sie sich zum Fenster hinwandte und sich mit der freien Hand an der Fensterbank abstützte. Wiederum kicherte sie und senkte ihre Stimme. „Das hättest du wohl gerne.“
Marc schaute von einer Akte auf als er mit grossen Schritten durch den Gang lief und Sabine folgte. Als er Gaby passierte, streckte er während dem Lesen eine Hand aus und packte kurzerhand ihr Telefon. „Danke!“
Gaby zuckte überrascht zusammen und wandte sich dann wütend um. „Hey sag mal, geht’s noch?“ Sie setzte sich in Bewegung und holte zu Marc auf, der das Handy kurzerhand in seine Kitteltasche gleiten liess, „gib mir mein verdammtes Handy zurück du Vollidiot!“ Sie packte seinen Arm, worauf er wohl oder übel stehen blieb und sie vorwurfsvoll anschaute. „So jetzt sag mal, lass mich los, du zerknitterst mir noch meinen Kittel!“
„Dein Kittel ist mir scheissegal, jetzt gib mir mein Telefon zurück!“, sagte sie bissig und wollte danach greifen, doch Marc fasste nach ihrem Handgelenk und schaute sie tadelnd an. „Ah!“
Gaby presste die Lippen zusammen und verengte ihre Augen zu Schlitzen. „Rauchen auf den Gängen ist ebenfalls untersagt, Marc. Ganz geschwiegen von verbalen Verletzungen, Provokationen und…hast du das genannt? Patientenverlust?“
Marc’s Gesichtzüge entfielen ihm für eine Sekunde, was nun Gaby zum lächeln brachte. „Ups.“
Es dauerte keine fünf Sekunden, bis Marc sich wieder gefasst hatte, ein Lächeln aufsetzte und seinen Kopf ein Stück nach vorne in ihre Richtung schob. „Wenn ich mich recht erinnern kann, liebe Gaby, dann hattest du an diesem Abend Schicht. Was ganz nebenbei auch auf den Akten vermerkt ist.“
Das Lächeln stahl sich von ihrem Gesicht und sie schaute ihn wieder wütend an.
„Und schau mich nicht so an, du weißt ganz genau, dass telefonieren während dem Dienst untersagt ist.“
„Ach komm schon Marc.“, schnaubte sie verachtend auf, „nur weil du hier vorübergängig den Chefarzt markieren kannst, heisst das noch lange nicht dass du rum befehlen kannst. Wenn der alte Vollidiot wieder zurück ist, dann könnt ihr euch ja zu-“
„Gibt es hier ein Problem?“
Gaby zuckte zusammen und schaute zu ihrer rechten. Der Chefarzt stand im Türrahmen seines Büros und schaute mit ernstem Gesicht auf die beiden. Marc, der immer noch Gaby’s Armgelenk hielt, legte den Kopf etwas schief und lächelte Gaby an. „Ups.“

Fran Offline

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15.05.2010 18:26
#65 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Jetzt gibts Haue *den Kopf einzieh*
Schönen Abend allen :)


„Ein vermisster Patient, Verdacht auf Mithilfe zur Flucht und Missachtung von Hausregeln.“ Der Professor schloss die Mappe schwungvoll und schaute von seinem Tisch auf, „Haben Sie dazu irgendetwas zu sagen Meier?“
Gaby warf ihm einen Blick aus den Augenwinkeln zu und verschränkte die Hände vor dem Schoss.
Marc holte Luft und presste kurz die Lippen zusammen um abzuwägen, was er antworten sollte.
„Ja wird’s heute noch was?“, fragte der Professor forscher und schaute zwischen ihnen hin und her, worauf Gaby ein hinterhältiges Grinsen über das Gesicht schlich.
„Sie war’s.“
Gaby stockte und bemerkte, wie er mit den Schultern zuckte und auf sie zeigte. „Was?“
Franz legte die Stirn in Falten und schaute zu Gaby. „Wie?“
„Sie hatte Nachtdienst und an diesem Tag war ich…hm.“ Er presste die Lippen zusammen, legte die Stirn kraus und schaute Gaby an, „Ich weiss nicht…wann genau hast du ihm denn geholfen Gaby? Vor der Sache mit meinem Vater oder danach?“
Gaby presste die Lippen zusammen und atmete durch die Nase. Marc bemerkte wie sie etwas an Farbe verlor, dann jedoch die Arme vor der Brust verschränkte und sich an den Professor wandte. „Das ist kompletter Blödsinn. Ich habe gar niemandem geholfen! Ich hätte das im Übrigen auch gar nicht nötig.“, sagte sie bissig und warf Marc einen Seitenblick zu.
„Nötig hättest du noch vieles, glaub mir…“, meinte Marc leise und wandte den Kopf schräg lächelnd ab, bis er zusammenzuckte. Der Professor schlug mit seiner Faust auf den Tisch und zeigte dann mit einem Stift zwischen den beiden hin und her. „Das hier ist kein Kindergeburtstag, und ich glaube Sie beide wissen das!“
„Natürlich.“, antwortete Marc und richtete langsam seinen Kragen.
„Der Fall von Buren ist immer noch offen. Sofern Sie beide mir nicht erklären können, was in dieser Nacht passiert ist, sind Sie beide dienstlich freigestellt!“
Marc entfielen die Gesichtszüge, worauf er leise auflachte. „Äh, Herr Professor, ich verstehe nicht so ganz wieso ich-“
„Weil Sie die Verantwortung hatten, Meier!“, erwiderte der Professor wütend, erhob sich und stützte sich auf der Tischplatte ab, worauf Marc zurückzuckte, „Ihre Station, Ihr Krankenhaus, Ihre Verantwortung! Und was Sie angeht Schwester Gaby-“
Gaby zuckte ebenfalls zusammen und schaute ihn mit möglichst grossen Augen an.
„-Sie können sich Meier grad anschliessen. Verstanden?“
„Aber-“
„VERSTANDEN?“
Gaby und Marc nickten stockend, fast nicht merklich.
„Gut.“ Franz atmete tief ein, setzte sich wieder hin und richtete die Krawatte, „Sie finden schon alleine raus.“
Marc presste die Lippen zusammen, wandte sich um und verliess das Büro. Gaby, die ihm gefolgt war, schloss die Türe hinter sich, worauf sie kurz aufschrie, als Marc ihren Arm gepackt hatte und sie in einen Nebengang zog.

„Elke jetzt…ich kann das beim besten Willen auch selber tragen!“ Oliver griff nach der Tasche, welche Ekle ihm abnehmen wollte. Diese schnaubte auf und hob beide Hände. „Bitte! Aber bitte klage nicht über jegliche Schmerzen. Die letzten paar Stunden waren mir definitiv genug.“ Sie machte eine galante Handbewegung und strich somit ihre Haare nach hinten.
Olivier seufzte, rollte mit den Augen und griff nach dem Henkel der Tasche.
„Und. Wohin gehst du jetzt?“, fragte Elke kühl, setzte ihre Sonnenbrille auf und lief an seiner Seite den Gang hinunter.
„Ich weiss nicht.“, gab Olivier zu und legte seine Lederjacke über seinen Arm, „ich werde mir wahrscheinlich ein Hotel hier in der Gegend suchen.“
„Olivier bitte.“, meinte Elke, blieb stehen und zog die Sonnenbrille wieder ab, „man könnte meinen dass Marc’s Reaktion eindeutig genug war!“
Olivier blieb ebenfalls stehen und nickte. „Ich weiss. Aber ich…gebe die Hoffnung nicht auf Elke. Das solltest du wissen.“
„Hm.“ Sie hob eine Augenbraue und schaute ihn provokant an, „stur wie eh und je. Ich hätte dich gleich weg schicken sollen.“ Sie begann wieder den Gang hinunter zu gehen und bog in einen Seitengang, der zum Hauptempfang führte, „anstatt dessen kommst du mit der schwachsinnigen Idee eine Familientherapie wäre das richtige.“
„Diese Idee ist nicht von mir, Elke!“, sagte Olivier leiser und eher zischend. Er räusperte sich, und strich sich über seine Brust.
„Ach ich bitte dich, das meiste was der Junge am Tag raus lässt, sollte man zensieren.“
Oliver räusperte sich wiederum und verzog sein Gesicht.
Elke blieb stehen und drehte sich um. „Was?“
„Ich…weiss nicht.“ Er stützte sich mit einer Hand an der Hand ab, worauf die Lederjacke zu Boden rutschte.
Elke schaute ihn perplex an und sah zu, wie er im nächsten Moment zu Boden fiel. „Olivier, unterlass diese Scherze.“
Dieser jedoch lag auf dem Boden und presste eine Hand gegen die Brust und verzog sein Gesicht schmerzvoll.
„Guter Gott…“ Elke lief einige Schritte bis sie in der Haupthalle war und schaute sich aufgelöst um, „einen Arzt! Ich brauche einen Arzt!“
Gretchen, welche gerade aus dem Lift kam, hielt inne und reckte den Kopf. Elke Fischer schaute sich hektisch im Saal um und rief wiederum.
Sie lief mit grossen Schritten zu ihr hinüber. „Was ist denn los Frau Fischer?“
„Ich brauche einen Arzt Kind, keine mittelmässige Schwester, ich bitte Sie!“, erwiderte sie und fächerte sich mit der kleinen Handtasche Luft zu, worauf sie wieder umherschaute.
Gretchen seufzte genervt auf, ignorierte ihren Spruch und schob sich an ihr vorbei. Sie schaute suchend den Gang hinab und als sie hinauf schaute, fand sie Herr Meier auf dem Boden liegend vor.

„Du tust mir weh verdammt!“, sagte sie zornig und versuchte verbissen seine Hand von ihrem Arm zu bekommen, jedoch erfolglos. Marc öffnete eine Türe zu einem Raum der leer war und buxierte sie kurzerhand hinein. Nachdem er die Türe hinter sich zugezogen hatte, stützte er die Hände in die Hüfte und schaute sie wütend an. „Was glaubst du ist mir das Wichtigste im Leben, Gaby?“
„Dein Auto?“, fragte sie genervt und rieb sich den Arm.
„Mein Job!“, gab er wütend zurück, machte einen Schritt auf sie zu und zeigte nach hinten, „und wenn du nicht sofort da rein marschierst und ihm die Wahrheit sagst, dann-“
„Ja?“, fragte Gaby und schaute ihn provokant an, „was machst du dann Marc?“
Marc schnaubte und schaute zwischen ihren Augen hin und her. „Ich mach dich so fertig Gaby.“, meinte er halb lächelnd und leise, worauf sie ihre Lippen ebenfalls zu einem Lächeln verzog. „Da hab ich jetzt aber Angst.“
„Du willst mich wirklich nicht wütend erleben.“
„Hm.“ Gaby hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust, „angenommen ich gehe zurück und erzähle alles was passiert ist. Dann kannst du die Tatsache dass du nicht zur Stelle warst gleich unter Todfahrt schreiben.“
Marc verengte seine Augen und blitzte sie wütend an. „Das war nicht meine Schuld, und das weißt du. Ich habe-“ Marc wurde vom Piepsen seines Piepers unterbrochen und schaute nach unten. Er atmete genervt aus, drehte sich um und war dabei den Raum zu verlassen bevor er sich nochmals zu ihr umwandte und mit dem Finger warnend auf sie zeigte. „Du stellst das klar, verstanden?“
Gaby schnaubte auf und sah zu, wie er den Gang hinuntereilte.

Fran Offline

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16.05.2010 17:10
#66 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Sooo, ich stell jetzt mal den ersten Teil vom Kapitel jetzt schon rein, ist ansonsten etwas lang

„Margharethe? Margha…wo ist denn das Kind…“ Bärbel lief halb gebückt durch die Gänge und schaute in jedes Zimmer, ob sie Gretchen irgendwo finden konnte, „also…das gibt es doch nicht…“
Nach einem kurzen Moment betrat sie den Empfangsraum und sah zu, wie einige Leute nach hinten rannten. „Margharethe?“ Bärbel lief weiter und sah plötzlich ihre Tochter, wie sie über eine Person, die am Boden lag, gebückt war. „Ah Gott sei Dank da bist du ja! Ich habe dich schon die ganze Zeit gesucht…“
„Äh, ja Mama aber ich hab jetzt auch grad keine Zeit, also könnten wir vielleicht später…?“
„Oh ich wollte nur etwas kurzes besprechen.“, meinte sie, winkte ab und ging neben ihr in die Knie. Gretchen schaute sie kurz irritiert an, schüttelte aber nur den Kopf und streckte die Hand nach Sabine aus. „Ambobeutel Sabine!“
Diese nickte, wandte sich um und drückte ihn in Gretchens Hand.
„Also ich wollte eigentlich mit deinem Vater sprechen, es geht um diese ganze Ruhestand-Geschichte, du weißt schon. Und…ich wollte halt...-“ Bärbel sah plötzlich auf und erkannte, das Elke neben ihr erschienen war und mit einem verachtenden Blick auf sie hinabschaute, „Gretchen was…macht denn diese Person schon wieder da?“, fragte Bärbel aufgelöst und stand etwas stolpernd wieder auf die Füsse.
„Sabine, haben Sie Meier schon angepiept?“, fragte Gretchen stattdessen, worauf die Schwester nickte. „Ich werde dann auch gleich…eine Trage holen.“
„Kommt er durch?“, fragte Elke fast besorgt und reckte den Kopf, sodass sie ihn sehen konnte.
„Ich-“
„Ach, der gehört zu Ihnen?“, fragte Bärbel mit hochgezogenen Augenbrauen und winkte auf den Mann auf dem Boden, „einer Ihrer Affären, nehme ich an?“
„Also ich darf doch bitten!“, meinte Elke und schaute sie empört an, „das ist mein Mann!“
„Ihr…Mann?“, fragte Bärbel zurück und schaute wieder auf den Boden, „ja aber…hat’s den wohl auch grad umgeschmissen als er von ihnen gehört hat, was?“
„Wieso ‚auch’?“, fragte Elke und schaute sie irritiert an, „ist irgendetwas mit Franz?“
Bärbel drückte ihre Handtasche vor ihren Bauch und schüttelte verstört den Kopf. „Also, das geht Sie ja wohl gar nichts an, Sie…Sie Betrügerin, Sie!“
„Mutter?“
Währenddessen dass Sabine die Trage heranschaffte, streckte Elke ihren Arm aus und lief auf ihren Sohn zu, der mit grossen Schritten auf die Gruppe zu gelaufen kam.
„Marc Olivier!“
„Ja Mutter, ich…würde dich jetzt gerne mal schlagen, aber ich sehe grad etwas wichtigeres…“, meinte Marc halb abwesend und bückte sich zu Gretchen, die immer noch dabei war, seinen Vater zu beatmen.
„Rückfall. Ist nicht allzu schlimm, aber vielleicht weitere Beobachtung?“, schlug sie vor und schaute zu ihm auf, der schluckte und nickte. „Na gut dann…halt auf die Trage mit ihm.“
Gretchen und Marc hievten Olivier auf die Trage, worauf dieser wenige Sekunden später die Augen öffnete und blinzelte.
„Vater?“, sagte Marc lauter, holte eine kleine Taschenlampe hervor und leuchtete ihm abwechslungsweise in die Augen.
Gretchen warf ihm einen Blick zu, erkannte jedoch nur einen professionellen Arzt, der seinen Job machte.
„Kannst du mich hören?“
Olivier begann zu nicken, schloss kurz die Augen und griff dann nach dem Beutel, der ihm immer noch auf Mund und Nase gepresst wurde.
„Geh mal weg Hasenzahn.“, meinte Marc konzentriert, worauf Gretchen den Beutel wegnahm.
Olivier holte tief Luft und griff nach dem Handgelenk von Marc. Dieser räusperte sich kurz und schaute kurz nach hinten. Elke, Bärbel, Gretchen und Sabine standen um sie herum. „Was äh…ist denn?“
„Eine…neue Chance?“
Marc öffnete den Mund um etwas zu erwidern, schloss ihn dann aber wieder.
„Marc…bitte…“
„Mh.“, meinte Marc mit einem aufgesetzten Lächeln und hochgezogenen Augenbrauen und griff nach dem Ambobeutel in Gretchens Hand, „schauen wir weiter wenn du nicht mehr im Delirium liegst, ja? Hasenzahn, kannst du hier mal…?“ Er hielt ihr den Beutel hin, welchen sie ergriff. Ihre Blicke kreuzten sich für einen Moment, bis ihre Aufmerksamkeit von jemand anderem auf sich gerissen wurde.
„In Herrgott’s Namen! Meier!“
„Oh, Franz, da bist du ja!“, sagte Bärbel erleichtert und machte ein paar kleine, schnelle Schritte auf ihren Mann zu. Franz, irritiert von der ganzen Situation schaute von Bärbel zu Elke, von Elke zu Gretchen, von Gretchen zu Marc. „Äh, Bärbel was machst du denn…Elke…Meier, was zum Teufel tun Sie da?“
„Ich rette gerade meinem Vater das Leben? Herr Professor?“, antwortete dieser ruhig und pfiff nach vorne, „Sabine, fahren Sie mal eben ab, wir kommen gleich nach.“
„Jawohl Herr Doktor…“, sagte sie pflichtbewusst, griff nach der Trage und stiess diese in Richtung Lift.
„Franz, ich muss mal eben ganz dringend mit dir sprechen…!“, sagte Bärbel drängend und legte eine Hand auf seinen Arm. Dieser jedoch winkte kurz ab und machte, mit verbissener Miene, ein paar Schritte auf Marc zu. „Meier. Ich dachte ich hätte mich deutlich ausgedrückt als ich Sie freigestellt habe!“
„Was?“ Gretchen schaute geschockt von ihrem Vater zu Marc, während Elke sich an die Brust langte. „Freigestellt? Um Himmels willen!“
„Äh, ich würde mich eigentlich gerne um meinen Vater kümmern?“, erwiderte Marc und zeigte nach hinten, bevor er seine Augenbrauen hochzog und ein knappes Lächeln aufsetzte, „und mit allem nötigen Respekt Herr Professor, aber in solchen Momenten ist es mir egal ob ich noch angestellt bin oder nicht.“
Franz presste die Lippen zusammen und atmete durch die Nase aus.
„Also…ich versteh jetzt das irgendwie nicht so ganz.“, meinte Gretchen und schaute zwischen den beiden hin und her, „wieso denn…überhaupt freigestellt…Papa?“
„Das ist eine Sache zwischen Meier und mir.“, antwortete dieser verbissen, „oder besser gesagt, zwischen Meier und dem ganzen Krankenhaus, dessen Leitung er nicht fähig ist, zu übernehmen!“
Marc schnaubte auf und wandte seinen Blick ab.
„Nicht fähig?“, wiederholte Elke und schaute mit schmalen Lippen zu Franz, „wie kannst du…Banause es wagen, meinen Sohn als unfähig zu bezeichnen!“
„Also hören Sie mal!“, meinte Bärbel und gab ihr mit ihrer Handtasche einen Klaps auf den Arm, worauf Elke mit geschocktem Gesichtsausdruck an sie wandte, „wie reden Sie denn hier mit meinem Mann!“
Marc hob einen Finger und zeigte nach hinten zum Lift. „Also ich…geh dann mal?“
„Ach ich bitte Sie.“, erwiderte Elke kühl, „er ist noch ganz andere Töne gewöhnt.“
„Meier, Sie bleiben gefälligst hier, bis wir diese Sache geklärt haben!“
„Jetzt…haltet alle mal die Klappe!“
Bärbel, Elke und Franz schauten Gretchen an die beide Hände erhoben hatte, und sich genervt die Haare aus dem Gesicht strich. „Ihr benehmt euch wie im Kindergarten, wirklich.“ Sie schaute in die Runde und schüttelte den Kopf, „im Moment ist es ganz egal ob Marc angestellt ist oder nicht, aber sein Vater braucht ihn jetzt. Und nebenbei bemerkt, ist sein Vater nicht der einzige, der ihn braucht!“
„Aber…aber Margharethe, was meinst du denn jetzt damit?“, fragte Bärbel aufgelöst und schaute zu Marc, der seinen Blick etwas unsicher auf Gretchen gerichtet hatte.
„Gretchen.“, meinte Franz und ballte die Hände zu Fäusten, „deine persönliche Liebelei mit Meier spielt hier keine Rolle! Hier geht es um-“
„Äh, wie bitte?“, fragte Gretchen und schaute verwirrt umher, „ich…meinte eigentlich…alle Patienten in diesem Krankenhaus?“ Sie hob beide Augenbrauen und schaute ihren Vater perplex an.
Marc räusperte sich und verschränkte die Arme vor der Brust.

Fran Offline

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16.05.2010 19:28
#67 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

...und weiter gehts mit dem Chaos Und ob Meier wieder eingestellt wird oder nicht...
Danke für die Kommentare


„Und auch wenn.“, meinte Franz und schaute mit verbissenem Gesicht zu Marc, „ich brauche jemanden, der dieses Krankenhaus leiten kann! Und kein…Möchtegernbanause, der alles aus dem Ruder laufen lässt!“ Er machte eine Handbewegung zu Marc, und löste mit der anderen den obersten Knopf seines Hemdes.
„Also…Franz jetzt…beruhig dich doch mal.“, sagte Bärbel beschwichtigend, und strich mit einer Hand über seinen Arm, „über das wollte ich ja sowieso noch mal mit dir reden.“
„Bitte was?“, fragte er und schaute mit rotem Kopf zu ihr hinunter.
Bärbel zupfte ein paar Fussel von seinem Kittel und nickte. „Ja diese ganze Sache von wegen Ruhestand…ich sehe doch, dass du nur in deinem Job glücklich bist, dann brauchst du den auch noch gar nicht aufzugeben.“
„Ach so…ist das.“, meinte Marc und verzog seine Lippen zu einem halben Grinsen, „das war so was wie ein Testlauf.“
Franz presste die Lippen zusammen und schnaubte auf.
„Tja…wie dumm nur dass ich freigestellt bin.“, fuhr Marc fort und schüttelte langsam den Kopf, „da müssen Sie wohl oder übel einen besseren Oberarzt finden.“ Er presste die Lippen zusammen, zuckte mit den Schultern, wandte sich um und lief zum Lift hinüber.
„Papa, jetzt sag schon was!“, zischte Gretchen und gab ihm einen Schubs, „das wäre wohl das dümmste was du jetzt machen würdest, wenn du ihn gehen lässt!“
„Ich hatte meine Gründe!“, zischte dieser zurück und nickte auf Marc, „der hat sie doch auch nicht mehr alle. Kaum ist man mal für ein paar Tage weg, geht alles schon drunter und drüber unter seiner Leitung!“
„Also das kannst du ihm nicht anrechnen.“, meinte Gretchen schon etwas ruhiger, zeigte aber vehement auf Marc’s Rücken, „dass Frank abgehauen ist, ist ja wohl nicht sein Fehler, ja. Und dass er mal nicht da war, ist auch nur weil der mal nach Hause wollte um zu schlafen.“
„Ah.“, meinte Franz und schaute sie Stirn runzelnd an, „und woher willst du das jetzt wissen? Dich haben wir ja auch schon lange nicht mehr gesehen! Kein einziges Mal bist du nach Hause gekommen.“
„Ja und jetzt rate mal warum, hm?“, meinte Gretchen und hob beide Augenbrauen.
„Ich glaube, aus demselben Grund warum sich die Nachbarn gemeldet haben. Weißt du noch Franz?“, meinte Bärbel und warf einen kecken Seitenblick auf Elke, welche aufschnaubte und ihr Haar langsam nach hinten warf.
Franz wollte etwas erwidern und schien mit sich zu kämpfen.
„Jetzt komm schon Papa. Gib ihm noch eine Chance.“, ermutigte ihn Gretchen und nickte auf Marc zu, der dabei war, in den Lift einzusteigen.
„Einen besseren gibt es in der Tat wohl nicht.“, fügte Elke hinzu und hob eine Augenbraue.
Franz schaute zu Gretchen und wiegte seinen Kopf unschlüssig hin und her, bis er genervt aufstöhnte und einen Arm aufwarf. „Meier!“
Marc, der eine Zigarette zwischen die Lippen geschoben hatte, wandte sich um und schaute ihn fragend an.
Franz, der ihn zwar immer noch finster anschaute, machte eine verwerfliche Handbewegung. „Dann sind Sie halt wieder eingestellt.“
Marc zog seine Zigarette zwischen seinen Lippen hervor, lächelte freundlich und deutete eine Verbeugung an. „Besten Dank Herr Professor.“
Franz brummte und zog seinen Kittel zurrecht. „Ja und stehen Sie nicht da so rum, arbeiten Sie endlich!“ Sein Blick fiel auf die anderen Ärzten und Patienten im Raum, „und Sie alle auch, weitermachen!“
Franz wandte sich um und lief an Bärbel vorbei, welche ihm etwas aufgelöst folgte. „Äh, Franz, so warte doch schnell!“
Gretchen seufzte und strich sich mit beiden Händen über ihr Gesicht.
„Hm.“
Ihre Aufmerksamkeit wurde von Elke auf sich gerissen.
„Für eine Schwester sind Sie nicht mal so schlecht.“
„Frau Fischer.“, erwiderte Gretchen und hielt ihre Hände vor ihrem Körper aneinander und schaute sie eindringlich an, „ich bin keine Schwester, ich bin Ärztin. Und das habe ich nicht für Sie gemacht. Sondern für jemand anderen.“ Gretchen wollte sich umdrehen, als Elke hinter ihr auf schnaubte. „So lassen Sie doch endlich meinen Sohn in Ruhe.“
„Ich habe garantiert nicht von Ihrem Sohn gesprochen Frau Fischer.“, antwortete Gretchen, drehte sich auf dem Absatz um und schaute sie übertrieben freundlich an, „es dreht sich nämlich nicht nur alles um ihn.“
„Ach?“
„Ja. Man muss auch mal an die restliche Bevölkerung unseres Planeten denken. Ne?“ Sie schenkte ihr ein Lächeln, wandte sich dann um und verdrehte die Augen.

Fran Offline

Krankenschwester:


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17.05.2010 19:05
#68 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke Danke für all die lieben Kommentare, da freuts mich jedes Mal Zucker wirds auch wieder geben, fest versprochen :) Jetzt gehts erstmal, unter anderem, mit einer grossen Portion meierschen Intellekt weiter

„So, die Werte sind nur in den Keller gefallen, weitere Schäden sollten ausbleiben…“, meinte Marc und liess seine Augen kurz über die Ergebnisse aus dem Labor wandern, worauf er aufschaute und ein Lächeln aufsetzte, „also…von den bereits bestehenden mal abgesehen.“
Elke seufzte und schaute etwas missbilligend zu, wie Gretchen die Kabel von Olivier trennte. „Und das soll heissen?“
„Das soll heissen Mutter, dass du deine nie gelebten Mutterpflichten an…ihm-“, er zeigte grinsend auf seinen Vater, „-ausleben kannst.“
Gretchen schaute kurz hoch, und sah wie seine Mutter die Lippen zusammenpresste und den Griff um ihre Handtasche verengte.
Olivier begann sein Hemd zuzuknöpfen und warf einen Blick auf Elke. „Ich bin schneller weg als du denkst.“
„Ja das will ich auch hoffen!“, erwiderte diese kühl und reckte ihren Kopf.
Marc legte die Stirn in Falten und schaute zweifelnd hoch. „Vor ein paar Stunden habt ihr noch um eine Familientherapie gequatscht und jetzt könnt ihr euch nicht schnell genug los werden?“
„Das verstehst du nicht Marc.“, sagte seine Mutter und hob eine Augenbraue, „hier geht es um die Nachwirkungen einer kurzlebigen Beziehung.“
„Sag doch gleich ‚Beziehungen’, wenn ihr schon ehrlich sein wollt.“, meinte Marc trocken und unterschrieb die Werte, bevor er sie nach hinten über seine Schulter hielt.
Sabine machte einen Schritt nach vorne und griff nach der Mappe.
„Marc, bitte.“, meldete sich Olivier zu Wort und setzte sich auf die Bettkante, „immerhin sind wir deine Eltern, ein bisschen Respekt dürfte man schon erwarten.“
„Ach ja richtig…stimmt.“ Er seufzte auf und stemmte die Hände in die Seiten und schüttelte den Kopf, „diese Tatsache vergesse ich ständig.“
„Marc Olivier-!“
„Ja was erwartest du Mutter!“, erwiderte Marc schon etwas aufgebrachter und machte eine flüchtige Handbewegung, „dass ich hier auf glückliche Familie mache oder was?“
„Du könntest dich wenigstens ein bisschen bemühen.“, sagte Olivier etwas forscher und räusperte sich darauf.
„Ja, holt euch zuerst eine Bedienungsanleitung, dann könnt ihr wieder kommen.“, meinte dieser trocken und wandte sich halb ab um sich an Gretchen zu wenden, „alles in Ordnung?“
„Äh ja…Sie sollten sich aber wirklich noch eine Weile schonen, ja?“, sagte sie zu Olivier und lächelte ihn fast zögerlich an. Dieser nickte jedoch, räusperte sich und erwiderte das Lächeln. „Natürlich.“
„Ja das werden wir noch sehen.“, bemerkte Elke und schob die Handtasche unter ihren Arm, „du bleibst keinen Tag länger als dass es notwendig ist, in Ordnung?“
Olivier atmete durch die Nase aus und griff nach seiner Tasche.
Marc rollte aufseufzend mit den Augen und winkte Gretchen mit einem Finger flüchtig zu sich um ihr zu signalisieren den Raum zu verlassen.
Gretchen wandte sich nach ein paar Schritten um, um sicherzustellen, dass seine Eltern sie nicht hören konnte und griff darauf nach Marc’s Arm. Dieser schaute etwas irritiert auf ihre Hand. „Äh, was soll das?“
„Wir reden jetzt.“, sagte sie stur und zog ihn in ein Zimmer.

„Ja hallo? Spreche ich mit Kommissar Wagner?“
„Am Apparat, mit wem spreche ich?“
„Ja hier ist…Gaby Kragenow, wir haben uns vor ein paar Tagen bezüglich des Falles von Alexis…ach was, Frank sowieso unterhalten.“ Gaby schaute kurz nach hinten, jedoch war sie alleine im Schwesternzimmer. Sie setzte sich auf den Stuhl vor dem Computer und rutschte an den Tisch.
Sie wartete auf eine Antwort, bis es sich am anderen Ende räusperte. „Frau Kragenow. Was kann ich für Sie tun?“
Gaby lächelte kurz, bevor sie seufzte und auf den Tisch vor ihr schaute. „Sie haben ja gemeint man soll sich melden…falls einem noch was in den Sinn kommt.“
Der Polizist schwieg am anderen Ende, was Gaby als Aufforderung zum weiterreden verstand. „Ich…ich wollte es zunächst nicht sagen…es war alles noch so frisch, Sie verstehen das sicher?“
„Was ist denn los Frau Kragenow?“
Gaby presste die Lippen zusammen, ehe sie weiter sprach und versuchte, einen weinerlichen Unterton beizufügen. „Dieser Mann…ich wusste in der Tat, dass er abhauen würde.“
Sie vernahm ein Geraschel am anderen Ende und vermutete, dass Herr Wagner seinen Notizblock gezückt hatte. „Ja?“
Gaby nickte und schniefte. „Er hat gesagt, wenn ich nicht…wenn ich nicht den Mund halte, dann…werde ich es bereuen.“ Sie fügte einen theatralischen Schluchzer bei und stützte ihren Kopf auf dem Tisch ab, „er hat mir…Schweigegeld gegeben, sodass ich ja nichts sage.“
„Und wieso rufen Sie jetzt an?“
„Ich konnte nicht früher, es ging einfach nicht. Da wird meine beste Freundin…einfach so…betrogen und da war dieser Druck…“ Sie liess ihren Arm kräftig auf den Tisch fallen, um ihre Misere noch mehr zu unterstreichen, „ich konnte einfach nicht.“ Wieder fing sie kräftig an zu schluchzen und legte den Kopf zwischen ihre Arme.
„Frau Kragenow, bitte beruhigen Sie sich!“, meinte der Kommissar beschwichtigend, „es wird alles wieder gut.“
„Meinen Sie?“, fragte Gaby und schniefte, „dann…dann komme ich nicht ins Gefängnis, weil ich so lange nichts gesagt habe?“
„Sie haben richtig gehandelt, indem Sie uns jetzt angerufen haben. Diese Informationen sind sehr hilfreich, glauben Sie mir. Sie haben das richtige getan.“
Gaby verzog ihre Lippen zu einem hinterhältigen Lächeln.
„Da wir jedoch die Beweismittel sicherstellen müssen, benötigen wir das Geld, welches er Ihnen gegeben hat. Ich nehme an, Sie haben es noch?“
„Ja.“, meinte Gaby und versuchte ihre Stimme belegt klingen zu lassen, „die ganzen Fünftausend, die er mir gegeben hat.“
„In Ordnung. Dann holen wir das Geld bei Ihnen im Krankenhaus ab?“
„Oh…ja…bitte.“, sagte Gaby schniefend, „vielleicht so gegen Abend…? Dann ist meine Schicht zu Ende.“
Wiederum hörte sie etwas rascheln, was höchstwahrscheinlich eine Seite des Notizblockes war. „Natürlich. Dann holen wir das Geld heute Abend, ca. 18.00 Uhr.“
Gaby nickte schniefend. „Das ist sehr nett von Ihnen. Ich werde da sein.“
„In Ordnung. Besten Dank Frau Kragenow, Sie haben uns sehr geholfen.“
Gaby verzog ihre Lippen zu einem Grinsen. „Immer gerne.“

„Kannst du mich mal aufklären?“
„Also für das ist es auch ein bisschen zu spät, meinst du nicht?“, fragte Marc amüsiert, worauf Gretchen etwas genervt aufseufzte. „Was deine Freistellung angeht?“
Das Grinsen verschwand aus seinem Gesicht und er lehnte sich an der Wand hinter ihm an. Er verschränkte die Arme vor der Brust und schaute auf den Boden. „Dein Vater hatte das Gefühl, dass ich meinen Job nicht richtig gemacht habe.“, meinte er plausibel und schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Du meinst wegen…Frank und der ganzen Geschichte?“
„Ja was weiss ich, höchstwahrscheinlich ja.“, meinte Marc genervt und wandte seinen Blick ab, „das Thema ist mittlerweile ja sowieso wieder gegessen.“
Gretchen schaute ihn fragend an, worauf dieser sie mit einem Grinsen anschaute. „Auf mich kann man einfach nicht verzichten.“
„Ja wem sagst du das...“, meinte Gretchen leise und schaute ebenfalls kurz auf den Boden, worauf sie mit gekrauster Stirn aufsah, „ich versteh das einfach nicht, warum das jetzt dein Fehler sein sollte. Wenn dann…schon meiner, ich mein, ich hab den Typen ja fast geheiratet.“
„Ja das…hat auch niemand verstanden.“
„Wenn, dann müsste er ja auf mich wütend sein.“, fuhr sie fort und schaute nachdenklich in die Luft, „und die Sache nicht an dir auslassen.“
„Und Gaby.“
„Wieso jetzt Gaby?“, fragte sie verwundert und hörte auf eine Strähne zwischen ihren Fingern zu drehen.
„Der einzig positive Aspekt der ganzen Geschichte ist, dass Gaby ebenfalls freigestellt wurde.“, erwiderte Marc und konnte ein Grinsen fast nicht unterdrücken.
„Oh ne, wirklich?“ Gretchen liess die Schultern hängen und blies die Strähne aus dem Gesicht.
„Ja jetzt nur nicht so euphorisch Hasenzahn…“, sagte Marc vorwurfsvoll und schaute sie zugleich fragend an.
„Wenn Gaby nicht mehr arbeitet, dann hat sie ja noch mehr Zeit uns das Leben zu erschweren.“, erwiderte Gretchen etwas aufgebracht und liess ihre Hand das ganze noch unterstreichen.
„Ach was.“, erwiderte Marc und warf den Kopf zur Seite, „soll sie es versuchen, die fällt ja sowieso nur wieder auf ihren eigenen Hintern.“
Gretchen seufzte. „Naja...“
„Mh.“ Marc stiess sich von der Wand ab und schaute sie abwartend an, „das wars dann?“
„Hm?“
„Ja mit dem ganzen Therapiegequatsche, war’s das?“
Gretchen verdrehte die Augen und wollte dies bejahen, als ihr etwas anderes in den Sinn kommt. „Nein ich…wollte dich eigentlich noch etwas fragen.“
Marc hob die Augenbrauen und schaute sich unsicher an. „Und was?“
„Willst du…willst du mit mir gehen oder nicht?“, fragte Gretchen überzeugt und schaute ihn auffordernd an.
Marc öffnete den Mund, worauf er dann die Stirn in Falten legte und sie irritiert anschaute. „Äh…gehen…wohin?“
„Boah Marc, bitte.“ Gretchen liess die Schultern hängen und legte den Kopf kurz in den Nacken.
„Ja was!“

Fran Offline

Krankenschwester:


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18.05.2010 19:31
#69 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Haha, leider kommt es zu keinen kleinen Zettel
Danke an alle Kommis, und weiter gehts


„Also gut.“ Gretchen seufzte tief und schaute wiederum in sein Gesicht, dass darüber Auskunft gab, dass er mehr als nur verwirrt war, „die Einladung zum Klassentreffen?“
„Oh Gretchen bitte nicht.“, erwiderte Marc aufstöhnend und schaute mit verzogenem Gesicht zur Decke.
„Ja doch, also…willst du mit mir dort hin…oder nicht.“, fragte Gretchen schlussendlich ruhiger, verschränkte die Arme vor der Brust und schaute auf den Boden.
Sie hörte wie er aufseufzte und merkte wie er sich über sein Gesicht strich. Gretchen schaute ihn von unten an und hob die Augenbrauen.
Er seufzte wiederum und stützte die Hände in die Seiten, worauf er aufschnaubend den Kopf schüttelte. „Jetzt schau mich nicht so an.“
„Mach ich doch gar nicht...“ Gretchen legte den Kopf schief und machte grosse Augen, worauf er ausatmete. „Solche Treffen sind beschissen Hasenzahn. Da gafft doch nur jeder jeden an um rauszufinden, wer sitzen geblieben ist.“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung worauf Gretchen ihren Kopf hob und nach seinem Kittel griff. Marc schaute kurz überrascht nach unten, bevor er sie anschaute.
„Ja eben, und ich will halt zeigen, dass ich es zu was gebracht habe.“
„Hasenzahn?“ Marc hob beide Augenbrauen und schaute sie schief lächelnd an, „in deinem Alter war ich schon Oberarzt, wenn es also jemand von uns zwei zu was gebracht hat, dann bin das wohl ich.“
„Boah, dein Egoismus sprengt bald die deutsche Grenze, echt.“ Sie liess los und schaute genervt zur Seite.
„Ah na komm.“, meinte er und griff nach ihr, doch Gretchen wandte sich um und schaute ihn auffordernd an. „Geht es dir um das Klassentreffen an sich oder dass ich dich frage?“
„Äh…ich würde auch nein sagen wenn unsere ehemalige Klassenlehrerin fragt ob ich noch mal nachsitzen möchte.“
Gretchen öffnete den Mund um etwas zu erwidern, worauf nach einigen Sekunden der Groschen fiel. Sie liess die Arme hängen und schloss die Augen. „Marc du bist…echt unglaublich.“
„Ja das hat sie auch gemeint.“, antwortete er amüsiert, und schob die Hände in die Taschen.
Gretchen presste die Lippen zusammen und legte den Kopf schief. „Gut. Dann…wäre das halt auch gegessen.“
Als sie sich an ihm vorbeischieben wollte, stöhnte dieser genervt auf und streckte seinen Arm aus, sodass er diesen um ihre Mitte legen konnte.
„Was?“, fragte sie und schaute ihn auffordernd an.
Er schaute sie fast ausdruckslos an. „Du willst da wirklich hin?“
Gretchen verzog ihre Lippen und schaute auf den Boden. „Solange du mir keine Einzelheiten über unsere Lehrerin erzählst, ja.“
„Da gibt’s nicht mal Einzelheiten, ging ja nur 5 Minuten.“
„Ey-!“ Sie schaute ihn sprachlos an, schob seinen Arm beiseite und verliess das Zimmer.

„Bärbel ich weiss wirklich nicht, was so dringend sein sollte.“, meinte Franz immer noch eher aufgeregt und aufgelöst, als er zu seinem Tisch schritt, „wie du siehst fällt mir hier die Decke auf den Kopf!“
Bärbel huschte nach vorne und stand mit grossen Augen vor seinen Tisch. „Aber…was meinst du denn jetzt damit Franz?“
Dieser setzte sich auf seinen schwarzen Lederstuhl und schaute sie etwas verdrossen an. „Mein bester Oberarzt macht was er will und meine Krankenschwestern sind auch nicht mehr so kompetent wie sie es früher mal waren.“
Bärbel entspannte ihre Haltung und schaute ihn rührend lächelnd an. „Oh das hast du jetzt aber schön gesagt.“
„Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.“, fuhr er widerwillig fort, faltete die Hände auf dem Tisch und wandte seinen Blick ab, „wenn das so weiter geht, dann bringen die mich noch ins Grab.“
„Franz, jetzt sag doch nicht so was!“, meinte Bärbel beschwichtigend und zog den Stuhl, der vor seinem Tisch stand näher und setzte sich. Sie stellte ihre rötliche Handtasche auf die Beine und hielt sie mit beiden Händen, „du musst doch…positiv denken!“
Franz schaute auf und legte die Stirn unsicher in Falten. „Ja?“
„Natürlich! Tschaka Franz!“ Sie hob euphorisch die Faust und bückte sich dann nach vorne, als Franz zuckte und sie irritiert anschaute, „du musst nur wissen, was das Ziel ist!“
Er liess die Schultern hängen und schien einen Moment unschlüssig, bevor er ebenfalls nach vorne lehnte. „Ich weiss was das Ziel ist. Das Ziel bist…ist unsere Beziehung.“
„Aber wir führen doch schon eine Franz…!“
„Bärbel.“, erwiderte dieser und schaute ihr in die Augen, „diese…Sache von wegen Ruhestand. Ich habe darüber nachgedacht und…ich ziehe das in Erwägung.“
Auf Bärbel’s Gesicht erschien ein hoffnungsvolles und seeliges Lächeln. „Ja wirklich…?“
Franz nickte widerwillig. „Wie gesagt, meine Ärzte machen ja auch nur noch was sie wollen. Ich kann diesen Meier nicht ausstehen aber wenn er die Truppe wenigstens beisammen halten kann, dann gibt’s vielleicht doch noch Hoffnung.“
„Oh Franz…“, seufzte Bärbel lächelnd, worauf dieser ihre Hände ergriff und schwerfällig nickte. „Ich weiss nicht ob du immer noch nach Florida willst aber…wir haben ja das Geld.“ Nun erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht, als er ihre Hände drückte.
„Ja…das…ja…“, antwortete Bärbel, als ihr Lächeln einfror und zusah, wie Franz ihre Hände drückte und sich dann zurücklehnte. „Also, spielst du immer noch mit dem Gedanken oder nicht?“
„Den…welchen Gedanken?“, fragte sie etwas aufgelöst und legte ihre Hände wieder auf die Tasche.
„Na mit Florida.“, antwortete Franz selbstverständlich, bevor er sie aber verschmitzt anschaute, „oder hast du irgend eine andere Idee?“
„Äh…also wenn du so fragst…nicht die Geringste.“, erwiderte Bärbel und lachte peinlich gerührt, worauf sie aufstand, die Handtasche auf seinem Tisch abstützte und mit einer Hand die Haare hinter die Schulter warf, „aber…aber mir kommt da jetzt eigentlich gerade spontan ein…Gedanke.“
„Und was?“, fragte Franz lächelnd und legte seine Arme wieder auf den Tisch.
„Also…ich hab meine Meinung eigentlich geändert.“
Franz schaute sie sprachlos an und legte die Stirn in Falten. „Wie jetzt?“
„Ja dass du…dass du halt doch noch bleibst. Und ich hab mich in meinem Beruf jetzt wieder so gut eingearbeitet, ich will da eigentlich noch gar nicht raus, verstehst du?“
„Ja und…wie lange willst du noch arbeiten?“, fragte Franz etwas verstört und schaute sie perplex an.
Bärbel legte die Stirn in Falten, schaute auf den Tisch und schien etwas an ihren Fingern abzuzählen. „Ja also…so Hand mal P, etwa…noch zehn Jahre, mindestens.“
Franz’ Gesichtszüge verabschiedeten sich und er schaute sie sprachlos an. „Zehn Jahre…?“
„Plus Minus, ist schwer zu sagen.“, antwortete Bärbel bestimmt, hob die Augenbrauen und zuckte mit den Schultern, „es sei denn du gibst mir eine Gehaltserhöhung, dann könnte ich es vielleicht auf acht Jahre reduzieren.“
„Acht Jahre…aber Bärbel…wieso geht es dir denn ums Geld?“, fragte Franz, „wir haben doch genügend auf der Seite!“
„Ja aber…“ Bärbel senkte den Blick und suchte eifrig nach einer Ausrede, „aber ich…ich hab doch ein Auge auf die Fidschi Inseln geworfen.“ Ihr Gesicht entspannte sich und sie schaute ihn erwartend an.
„Fidschi Inseln?“, wiederholte dieser etwas erstaunt und krauste die Stirn, „also Bärbel, Ferien dort sind ja auch nicht so teuer.“
„Nicht Ferien, Franz.“, antwortete sie und nickte mit einem breiten, erwartenden Lächeln, „lass sie uns doch kaufen!“
„Bitte was…?“ Wiederum schaute er sie perplex an.
„Ja heutzutage macht man das ja!“, rechtfertigte sie sich, winkte mit einer Hand und hängte ihre Tasche um, „da die Reichen kaufen heute Inseln, eine nach dem anderen! In Dubai versuchen ja jetzt alle zum Beispiel eine Palme zu kaufen.“
Franz schaute zu, wie sie sich gegen die Stirn tippte. „Also da ist doch das Geld auf einer Insel viel besser investiert, nicht?“
Franz erwiderte nichts, sondern nickte nur irritiert und aufgelöst.
„Aber du, ich muss auch wieder.“, meinte sie und lächelte ihn an, „Schwester Bärbel wird ja bald wieder gebraucht und ich hab noch einen Haufen Wäsche zuhause, die muss ich vorher noch machen.“ Sie lief mit kleinen Schritten auf die Tür zu, machte diese auf und winkte ihm noch einmal. „Tschö!“
Franz versuchte ein Lächeln zustande und hob zögerlich seine Hand um ihr Winken zu erwidern.

Fran Offline

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19.05.2010 11:44
#70 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben :-) Jetzt werde ich schon zum zweiten Mal als Schlingel bezeichnet, dabei bin ich doch ganz lieb (Sags ihnen schleumel!!! ) Ich bin nämlich so lieb, dass ich den ersten Teil jetzt schon reinstelle. Für alle die sich fragen, was Elke und Olivier zwischenzeitlich anstellen.
Guten Appetit


„Monique ergriff schreckenserfüllt an ihre Brust – der Schock sass ihr in den Gliedern, als sie…das erschütternde und zutiefst schockierende Bild vor ihr sah. Alastair, der Mann, der ihr Trost gespendet hatte und der für sie da war, kehrte ihr seinen nackten, schweissperlenbesetzten Rücken zu.“ Elke reckte ihr Kinn und richtete ihren Blick auf das Gartengrundstück vor dem Haus, „Alastair, der sich der Anwesenheit Moniques nicht bewusst war, liess seine Hand langsam entlang des nackten Körpers der Frau unter ihm wandern, bis Monique, wessen Frust sich nicht mehr zurückhalten liess, ihn ansprach.“
„Wie konntest du.“
Elke zuckte zusammen und wandte leicht ihren Kopf um zu erkennen, wie Olivier hinter ihr stand. Sie holte tief Luft und stützte ihren Ellbogen auf dem Tisch ab, bevor sie wieder gerade aus schaute, „Monique…antwortete er in Schrecken.“
„Sie rannte hinaus…und das einzige was er noch hören konnte, war die Tür, die ins Schloss fiel.“ Olivier trat langsam an sie heran und schaute auf sie hinab.
Elke schluckte, streckte ihre Schultern durch und streckte ihre Finger.
„Scheint als würdest du gut leben.“, meinte er und schaute sich im Wohnzimmer umher.
„Nun ja…so eine Scheidung bringt viel Geld mit sich.“, sagte sie mit einem kühlen Lächeln und drehte sich mit dem Stuhl um, um in anzuschauen, „aber das weißt du natürlich.“
Olivier schnaubte auf und begutachtete eine kleine Marmorstatue, bevor er nach draussen schaut. „Wenigstens hat dein Talent Früchte getragen.“
„Hm.“ Sie hob eine Augenbraue und begutachtete ihn.
„Oder soll ich sagen…unsere Beziehung?“ Er warf ihr einen fragenden Blick zu, worauf diese schnaubend auflächelte. „In mehr als in einer Weise, würde ich meinen.“ Sie stand auf und lief hinüber zu einem Gestell, wo ein Bild von Marc in jüngeren Jahre aufgestellt war. „Marc Olivier und-“
„58 Bände tiefster Romantik, Betrug und Verleumdung.“
Elke wandte sich auf dem Absatz um und schaute ihn mit erhobenen Augenbrauen an.
„Hast du gedacht, ich hätte deine Kariere nicht verfolgt, Elke?“, fuhr dieser fort und schaute sie fast amüsiert an, „du warst nie wirklich aus meinem Leben verschwunden.“
„Nun ja…das ist ja auch fast unmöglich, wenn man in fast jedem Schaufenster Deutschlands ausgestellt ist, nicht wahr?“ Sie strich sich vorsichtig über die Haare und reckte, so wie sie es oft tat, ihr Kinn.
„Sei froh drum.“, antwortete er und tippte gegen die Statue vor ihm, „ansonsten hättest du nie solchen Erfolg gehabt.“
„Erwartest du ein Dankeschön, oder wie?“, fragte sie kühl und stützte eine Hand in ihre Seite.
„Mit Sicherheit nicht.“, antwortete er, schaute wieder auf und lief langsam zu ihr hinüber, „aber vielleicht…war diese Pause nötig.“
„Eine Pause?“, wiederholte sie ungläubig, „ich bitte dich Olivier…das war keine Pause, das war der Sprung in ein neues Leben.“
„Ein gutes Leben…für dich. Und Marc.“ Er schaute sich noch einmal um und seufzte.
Elke begutachtete ihn aus den Augenwinkeln und bemerkte den etwas traurigen Ausdruck in seinen Augen.
„Erzähl mir nicht du wärst untätig gewesen, Olivier.“, sagte Elke und lief Richtung Küche.
Olivier rieb sich langsam die Hände und folgte ihr. „Ich habe gearbeitet…bin viel gereist. Ich habe ein kleines Apartment in Spanien, welches ich aber nicht viel benutze.“
„Spanien…so.“, meinte Elke langsam und holte eine Flasche Wein aus dem Schrank, „interessant.“
„Ich hatte diese Schmerzen schon seid längerem…und da ich wusste, dass mein eigener Sohn zu den Topleuten in den Ärztenkreisen gehört, dachte ich, das wäre ein guter Zeitpunkt.“ Er verzog seine Lippen zu einem schwachen Lächeln, als er seine Hände auf der Theke in der Mitte der Küche abstützte.
„Wein?“
„Einwenig…danke.“ Er liess sich auf einem Hocker nieder und verschränkte die Hände auf der Theke. Elke schenkte ihm ein wenig ein, worauf sie ihr Glas füllte. Sie stellte die Flasche beiseite und hob das Glas. „Auf…gute Genesung deinerseits.“
Olivier lächelte schwach und stiess an. „Auf gute Genesung…unsererseits.“

Fran Offline

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19.05.2010 19:39
#71 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Hallo zusammen Ob und was Gretchen zum Klassentreffen verspricht und meint, seht ihr jetzt. Ah btw - ich war mir nicht mehr sicher, ob Susanne von der Hochzeit mit Alexis wusste oder nicht..:

Gretchen drückte die Türfalle hinunter um ihren Kopf in das Zimmer zu strecken. „Darf ich?“
Susanne schaute auf und lächelte. „Aber natürlich, komm rein!“ Sie lag gerade im Bett, die Perücke auf dem Nachttisch und die Decke bis über die Brust gezogen.
Gretchen schloss die Türe leise hinter sich und lief lächelnd zu ihr hinüber. „Na? Wie fühlst du dich?“
„Als ob mich ein Bus übersehen hätte…“, gab diese zurück und machte Andeutungen mit den Schultern zu zucken.
„Es dauert halt jetzt ne Weile bis dich dein Körper dran gewöhnt hat.“, antwortete Gretchen, stand vor ihr Bett und schob die Hände in die Kitteltaschen, „aber wird schon.“
Susanne erwiderte ihr Lächeln und schloss für einen Moment die Augen, bis sie Gretchen interessiert anschaute. „Und…kommst du jetzt?“
„Äh…wohin?“
„Das Klassentreffen.“, antwortete sie und hob die Augenbrauen, „ich hab Brigitte extra noch ne’ SMS gemacht, dass sie dir die Einladung auch noch schickt!“
„Oh…ja. Also…du mal schauen, ne.“, antwortete Gretchen und presste die Lippen aufeinander.
„Bist du jetzt eigentlich mit jemandem zusammen?“
Gretchen hob die Augenbrauen, öffnete den Mund und überlegte einen Moment. „Äh…“

Tja als ob ich das jetzt…wüsste.

„Ach du.“, sie winkte achselzuckend ab, „ich bin momentan eh nicht so auf…Beziehung und das ganze. Ich zieh es ja lieber vor…so lockere Bekanntschaften zu pflegen.“
„Oh…das ist interessant.“, erwiderte sie etwas leiser, worauf sich ihre Lippen zu einem Lachen verzogen, „da hab ich nämlich letzthin gehört, du hättest geheiratet!“
„Ah ja?“, antwortete Gretchen, streckte den Kopf nach vorne und lachte etwas nervös auf.
„Ja aber…ich hab mir gedacht, das war doch sowieso nur ein Scherz.“, fuhr Susanne fort und schüttelte amüsiert den Kopf, „ich meine, letztes Mal war’s ja auch nur ein guter Witz, ja!“
„Jaa…genau.“, lachte Gretchen gekünstelt und schlug mit einer Hand auf dein kleinen Tisch vor dem Bett.

Es wäre mir ja auch gar nicht zuzutrauen.

„Doktor Gretchen Haase…“, seufzte Susanne und schaute kopfschüttelnd an die Decke, „das hätte ich dir als Kind ja so gar nie zugetraut.“
Gretchen merkte wie sie stolz den Kopf hob und grinsend mit den Schultern zuckte. „Ach du…ist ja nur ne Fleisssache, ne.“
„Und dünn bist du auch noch geworden.“, fuhr Susanne fort und schaute zu Gretchen, welche sie etwas überrascht anschaute aber dann die Lippen zusammenpresste und nickte.
„Obwohl…die ganze Masse verteilt sich ja auch wenn man grösser wird, ne.“, sagte Susanne, seufzte und schaute Gretchen mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Äh…ja.“, antwortete Gretchen und schloss ihren Mund wieder.
„Jetzt brauchst du nur noch einen Mann an deiner Seite. Aber das ist ja auch so ne ewige Sache…da denkst du, du hättest den richtigen gefunden aber dann stellt sich heraus, dass du dich komplett in ihm getäuscht hast.“
Gretchen hob die Augenbrauen, nickte und seufzte. „Ja das ist wahr…“
„Gut bist du nicht mit dem Meier zusammen.“
Gretchen schaute auf und sah sie etwas verwundert an. „Äh…wieso?“
„Du weißt doch sicher noch, dass ich euer Foto rumgeschickt habe?“
„Das Foto, das Foto, das…Foto!“, begann sie leise und schaute sie dann wissend an, „ja das…Foto.“
Sie schluckte wenn sie an den Moment zurückdachte, an den Kuss, seine Berührungen, die Art wie er sie an die Wand gedrückt hatte und nicht mehr losliess, die stürmische Art seiner-
„…ja und die wollen den natürlich alle sehen, alle.“, fuhr Susanne fort und machte eine schwache Handbewegung, „aber ist ja kein Wunder, der ist ja wirklich nicht von schlechten Eltern.“
„Naja also du kennst ja seine Eltern nicht…“, meinte Gretchen leicht auflachend.
„Und wenn du mit ihm zusammen wärst, ja…also ich weiss nicht.“ Sie presste die Lippen aufeinander und schüttelte mitfühlend den Kopf, „ob du das aushalten könntest? Ich würd ja glatt vor Eifersucht überschäumen.“
Gretchen schnaubte aus und setzte ein gespieltes Lächeln ab. „Du und auch wenn du, das wär’ mir ja so egal.“

Was für eine fette Lüge.

„Und sowieso wir sind also nur…Kollegen, so…gute Kollegen halt. Man sollte ja generell nichts mit seinem Vorgesetzten anfangen.“
„Hm.“ Susanne schaute sie immer noch auf eine mitfühlende Weise an, die Gretchen langsam begann zu nerven, bis sie aufseufzte und mit beiden Händen auf den Tisch klopfte. „Also du ich…müsste dann auch wieder, hab noch ne Menge Patienten und ich muss auch zu Marc, also…Meier, Doktor…Meier, Oberarzt der…wartet nämlich…draussen.“ Gretchen setzte ein Lächeln auf, zeigte nach draussen und verschwand, Augen rollend und ohne einen weiteren Blick auf Susanne zu werfen, aus dem Zimmer.

Fran Offline

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20.05.2010 19:40
#72 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Lieben Dank für die Kommis Ob die beiden wirklich zusammen zum Klassentreffen gehen, sei noch dahingestellt. Vorerst geht es weiter mit dem Gesetz, ich hoffe es gefällt euch aber trotzdem...da Marc in Topform ist, würd ich meinen

Es war bereits gegen Abend, als Gretchen ihren Zopf enger zog, bevor sie eine Türe zum Behandlungszimmer aufstiess. Marc hatte sich an der Wand angelehnt, den einen Fuss über den anderen gelegt und schaute auf den Notfallbericht in seiner Hand. Gretchens Blick fiel auf den Mann, der aufrecht auf der Trage sass und schaute ihn überrascht an. „Kommissar…Wagner? Was tun Sie denn hier?“`
„Er kommt um dich abzuholen, Hasenzahn!“, antwortete Marc aufmüpfig, worauf er grinsend aufschaute und Gretchens irritierenden Blick bemerkte, „ja tut mir leid, wollte ich schon immer einmal zu dir sagen.“
„Mmh, wie lustig.“, erwiderte diese trocken und widmete sich wieder der Wunde an seinem Oberschenkel, „was ist denn passiert?“
Der Polizist seufzte und hob die Augenbrauen. „Ich war auf dem Weg zum Krankenhaus, eigentlich zu Ihnen.“
„Wie…zu ihm?“, fragte Gretchen und zeigte nach hinten zu Marc, der wieder aufmerksam aufschaute, „also wenn sie ihn mitnehmen wollen, dann nur zu.“
„Mhm, wie lustig.“, wiederholte Marc trocken und schaute kopfschüttelnd auf das Formular zu seiner Hand.
Gretchen schaute über die Schulter zurück, als die Türe aufging und ihr Vater mit seiner Aktentasche in der Hand vor ihr stand. Er warf einen nicht allzu glücklichen Blick auf Marc, bevor er sich an sie wandte. „Kälbchen ich mach dann Feierabend, ja? Ich sehe dich dann zuhause?“
Gretchen hob die Augenbrauen und schaute zu Marc, der von den Akten aufschaute und einen Blick auf sie warf. Sie nickte und lächelte. „Klar, ich werde da sein.“
„Gut.“, meinte Franz und nickte glücklich, „dann bis später.“
Gretchen lächelte zum Abschied, schaute hinüber zu Marc, der mit hochgezogenen Augenbrauen und zusammengepressten Lippen auf das Formular schaute und nichts sagte.
Sie richtete ihren Blick wieder auf das Bein des Polizisten und hob vorsichtig die roten, Blutdurchtränkten Tücher um sich die Verletzung genauer anzuschauen. „Ja das sieht aber auch nicht angenehm aus…“
„Ist es auch nicht.“, meinte Kommissar Wagner und presste die Lippen aufeinander, „meine erste Schussverletzung überhaupt.“
„Wer hat denn überhaupt geschossen?“, fragte Gretchen neugierig und legte die Stirn in Falten.
„Normalerweise der mit der Kanone Hasenzahn.“
Gretchen verzog ihre Lippen zu einem Lächeln und schloss die Augen, bevor sie den Polizisten anschaute. „Ignorieren hilft meistens.“
„Boah wo ist Sabine eigentlich.“ Marc stiess sich von der Wand ab, öffnete die Türe und stand auf den Gang.
Gretchen wandte den Kopf, als Marc gerade die Arme in die Seiten stützte und nach vorne durch den Gang rief. „Ey, kommen die Werte bald?“
Gretchen seufzte und rollte mit den Augen, bevor sie die Tücher sorgfältig von der Wunde abzog. „Das müssen wir zuerst mal reinigen…sieht aber nur nach einer Streifwunde aus, da hatten Sie also noch Glück.“
Sie hörte wie Marc genervt aufseufzte und dann mit der Mappe in der Hand zu ihr hinlief. Gretchen wandte sich ein bisschen seitwärts ab. „Jetzt nimm dich hier mal zusammen!“, flüsterte sie zu ihm worauf er sie mit der Mappe versuchte wegzuschieben. „Geh mal eben weg hier, du stehst im Halteverbot.“
„Was-!“ Gretchen stolperte zur Seite und versuchte sich nicht aufzuregen.
„Sonst gibt’s noch einen Strafzettel.“, meinte Marc und zwinkerte ihr frech zu, worauf sie die Lippen zusammenpresste und die Fäuste ballte.

Nein. Werde mich zivilisiert verhalten. Werde mich beruhigen und nicht auf die dummen Sprüche Marcs eingehen.

„Wie werden die eigentlich verrechnet?“, fragte Marc den Kommissar etwas abwesend, als er die Wunde anschaute, „gehen die mehr nach…Zeit oder nach...Quadratmeter?“
„Boah, Marc!“, zischte Gretchen und war kurz davor mit dem Fuss aufzustampfen. Aus den Augenwinkeln sah sie den fast zweifelnden Blick des Polizisten, wobei sich Marc schon fast prächtig amüsieren zu schien.
„Jap, das können wir nähen…“, meinte Marc nach ein paar Sekunden und bedeckte die Wunde darauf wieder mit einem frischen, weissen Tuch, „auf jeden Fall Gratulation, ein Stück höher und…naja…Durchsuchungsbefehle wären dann wohl ausgefallen.“ Er schaute halb grinsend hoch, legte die Stirn aber zeitgleich in Falten und lief wieder zu der Tür hinüber.
„Glauben Sie mir wenn ich sage, dass er der kompetenteste Oberarzt ist, den wir hier haben.“, versuchte Gretchen die Situation zu beschwichtigen und schaute den Kommissaren mit einem ruhigen Lächeln an.
Dieser nickte nur. „Solange Sie das schnell beheben können.“
„Selbstverständlich.“, antwortete Gretchen und zog die Handschuhe aus, worauf die Türe aufging und Gaby eine Mappe hineinstreckte. „Werte?“
„Was machst du denn noch hier, ich dachte die haben dich rausgeschmissen?“, fragte Gretchen perplex und schmiss die Handschuhe in den grossen, gelben Abfallbehälter zu ihrer rechten.
Gaby’s Blick fiel auf Gretchen der den ihren nervtötend erwiderte. „Das gleiche frage ich mich wenn ich dich sehe und an die Menschen in den weissen Jacken denken muss.“
„So jetzt benimm dich!“, schalt Marc Gaby und zog ihr kurzerhand die Mappe aus der Hand, worauf er mit dieser auf den Kommissar zeigte, „wir könnten dich jeden Moment anzeigen.“
„Frau Kragenow?“
Gaby zuckte zusammen und schaute nach vorne. Sie schaute den Polizisten etwas irritierend an. „Kommissar Wagner…was tun Sie denn hier?“, fragte sie etwas unsicher und nervös, als ihr Blick kurz zu Gretchen huschte.
„Ich war auf dem Weg zu Ihnen, als ich in eine Schiesserei kam.“, antwortete diese und zeigte mit der Hand auf seinen Oberschenkel.
„Ach so ist das…“, meinte Marc weise und schaute zu Gaby, „der wollte dich mitnehmen!“
„Was?“
„Da hätte ich auch früher draufkommen sollen.“, fuhr er fort, schüttelte den Kopf und schaute sich die Werte an.
„Das einzige was ich mitnehmen will ist das Geld.“, sagte Kommissar Wagner und nickte Gaby zu.
Gretchen seufzte leise und schüttelte mit tragischem Gesichtsausdruck den Kopf. „Also das du jetzt sogar noch die Polizei bestechen musst Gaby.“
Marc, der sich wieder gegen die Wand gelehnt hatte und die Werte begutachtete, fing an zu kichern, was Gretchen ebenfalls nicht unterdrücken wollte.
„Hören Sie nicht auf die.“, sagte Gaby aus zusammengepressten Lippen, und wandte sich wieder dem Polizisten zu, „ich werde Ihnen…das Geld noch geben. Sieht so aus als würden Sie eine Weile bleiben.“
„Hm aber auch nicht zulange.“, mischte sich Marc wieder ein und tippte mit dem Finger gegen das Blatt zu seiner Hand, „sieht doch alles relativ anständig aus! Gretchen, bitte desinfiziere die Wunde deines Freundes und spül sie durch…der Schuss hat nicht allzu viele Muskelnfasern verletzt, aber ich möchte kein Risiko eingehen. Anschliessend nähen und verbinden, in Ordnung?“ Er reichte ihr die Mappe rüber, welche sie nickend entgegennahm.
„Dann kann ich heute wieder gehen?“, fragte der Kommissar, worauf er ein Stück nach hinten rutschte, sodass Gretchen besser an die Wunde kam.
Marc machte die Türe auf und zeigte auf Gaby. „Klar, sofern sie die gleich mitnehmen.“
„Marc!“, zischte Gaby und schaute ihn wütend an. Dieser jedoch setzte ein Grinsen auf, richtete seinen Kragen und machte sich daran aus dem Zimmer zu verschwinden, als Gaby einen Schritt nach vorne machte, „du Vollidiot hast immer noch mein Handy!“
Marc blieb stehen und streckte seine Hand in seinen Kittel. „Ach ja stimmt…hat die ganze Zeit auch vibriert wie wahnsinnig.“ Er schaute auf das Display und legte die Stirn in Falten, „nimmt mich ja Wunder welches Opfer du-“
„Jetzt…gib schon her!“ Gaby machte einen weiteren Schritt und schnappte ihm das Handy aus seiner Hand, „das geht dich ja mal gar nichts an!“
„Opfer?“, fragte Kommissar Wagner mit gerunzelter Stirn, während Gretchen die Wunde reinigte.
„Ihre Mitmenschen, keine Sorge.“, antwortete Marc, worauf Gaby ihn wütend und mit schmalen Lippen anschaute.
Marc grinste sie an und verliess das Zimmer.
„Nun dann.“, meinte Gaby, wandte sich wieder um und schaute zu dem Kommissar, der sie ein wenig unsicher anschaute, „ich…sehe Sie dann später.“ Gaby warf einen letzten Blick auf Gretchen, welche aber beschäftigt war, seine Wunde abzutupfen.
„Interessante Frau.“, meinte der Kommissar seufzend und schüttelte den Kopf.
„Ach…“, erwiderte Gretchen konzentriert, „liegt an den Medikamenten…“
„Immer noch?“
Gretchen schaute in das fragende, überraschende Gesicht des Polizisten.

Hm Könnte nett sein. Könnte mich erwachsen benehmen und ihr einen Gefallen tun. Könnte mich meinem Alter entsprechend benehmen.

„Aber natürlich…also und wie.“, meinte Gretchen seufzend und rollte gespielt mit den Augen, „aber ist ja auch schwer von weg zu kommen.“
„Trotzdem…es ist echt stark wie sie sich um Sie kümmert.“
Gretchen legte die Stirn in Falten und schaute auf. „Sie…kümmert sich?“
„Natürlich.“, erwiderte dieser selbstverständlich, worauf er kurz schmerzhaft zusammenzuckte, als Gretchen begann die Wunde zu nähen, „sie konnte uns sehr viele Beweise liefern.“
Sie hob die Augenbrauen und nickte langsam. „Jaa…das…ist Schwester Gaby…immer da wenn man sie-

nicht

-braucht.“ Gretchen lächelte den Polizisten kurz und gespielt an, bevor sie mit der Wunde fortfuhr.

Fran Offline

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21.05.2010 19:13
#73 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

Danke an alle Kommischreiber und stille Leser und einen schönen Abend :-)

Bärbel summte eine Melodie als sie die Stufen zu ihrem Haus hinauf schritt. Als sie die oberste Stufe erreicht hatte, blieb sie stehen und schob die Sonnenbrille hinunter. „Was ist denn…das…?“ Sie bückte sich ein wenig um das grosse Paket näher zu begutachten. Es war in hellbraunes Packpapier eingewickelt, ca. zweieinhalb auf einen Meter, und lehnte an ihre Haustüre.
Bärbel nahm die Brille nun ganz ab und schaute sich, mit dem Schlüssel in der Hand, suchend um, konnte aber niemand erkennen. Die einzige Person die sie sah, war ihre Nachbarin, die den Gehweg wischte und ab und an ein paar misstrauische Blicke hinüber warf.
Bärbel legte die Stirn in Falten und bemerkte, dass das Paket nur wenige Zentimeter dick war – und dass ein Brief an der unteren Ecke befestigt war. Sie bückte sich und riss den Brief weg, worauf ein Stück des Packpapiers ebenfalls mitkam. „Was…“
Sie bückte sich näher heran und erkannte, dass es sich um ein Bild handeln musste. Das Stück welches entblösst wurde, liess ihre Augen gross und rund werden. „Nein das…das gibt es ja nicht…!“ Schnell riss sie den Brief auf und zog die weisse Karte hinaus, auf wessen nur wenige Worte geschrieben waren.

Princessa,

Du warst und bist meine grösste Inspiration. Grazie.

Amore, Eric


„Oh Gott…!“, meinte Bärbel aufgelöst und liess die Karte mit zitternden Händen sinken. Schnell schloss sie die Türe auf und warf einen Blick hinter die Schulter. Ihre Nachbarin hatte zwischenzeitlich aufgehört die Strasse zu fegen, sondern begann diese eher zu streicheln. Ihr Blick war interessiert auf Bärbel gerichtet, die nun nervös auflachte und rüberwinkte. „Hallo…“
Sie griff den Rahmen des Bildes, hob diesen an und buxierte das Bild in den Gang des Hauses. Sie lehnte es an die Wand und schloss die Türe hinter sich, warf die Tasche weg und schritt zum Bild hinüber. „Oh Gott…das kann ja…nicht wahr sein!“, sagte sie aufgelöst zu sich selber und riss einen Teil des Papiers quer über das Gemälde ab.
Sie warf ihre Hände vor den Mund, als sie sich selber auf dem Bild erkannte.

Lilly begleitete ihre Grossmutter in das Krankenhaus und fuhr gerade mit dem Lift in den zweiten Stock, als dieser kurz darauf die Türen öffnete. Ihre Schritte führten sie zielstrebig zu Mehdis Büro, als Lilly jemanden erkannte, der den Gang in ihre Richtung schritt.
„Marc!“ Lilly lief nach vorne und umarmte kurzerhand Marc, der stehenblieb und mit dem Apfel in der Hand konfus nach unten schaute. „Äh…“
Lilly grinste, worauf Marc etwas hilflos hoch schaute. „Äh…da hängt ein Kind an meinem Bein.“
„Lillymaus!“, rief ihre Grossmutter, worauf Lilly abliess und nach hinten schaute. Sie winkte sie zu sich, worauf Lilly nochmals hoch schaute. „Ich wollte mich nur für die Übernachtung bedanken.“
„Ja äh…bitte.“, antwortete Marc etwas irritiert und sah zu wie sie ihn anlächelte und zurück zu ihrer Grossmutter lief.
Marc blieb noch einen Moment stehen, schaute nochmals hinunter, schüttelte dann die Beine und den Kopf, bevor er sich wieder in Bewegung setzte.
Gretchen, welche den Kommissar mittlerweile verarztet hatte, lief zu Mehdis Büro, als sie Marc sah, der ihren Gang kreuzte. Sie blieb stehen und schaute ihn mit gekrauster Stirn an. „Was ist denn mit dir los?“
„Ich…wurde gerade umarmt.“, meinte er und schaute von links nach rechts, als ob er es nicht wirklich glauben sollte.
„Ja das…überrascht mich jetzt auch ein bisschen.“, erwiderte Gretchen, „soll ja tatsächlich Leute geben die das tun.“
„Mh.“ Er hob die Augenbrauen, schüttelte nochmals den Kopf und setzte sich wieder in Bewegung. Gretchen, die über seine Reaktion grinsen musste, klopfte an Mehdis Türe und drückte die Türfalle hinunter. „Mehdi ich wollte…nicht stören.“ Sie blieb im Türrahmen stehen und schaute überrascht und etwas peinlich berührt auf seine Mutter, welche vor dem Tisch stand und womöglich gerade dabei war, ihm etwas einzureden. Mehdi sass etwas zusammengeschrumpft in seinem Stuhl und schaute zu seiner Mutter hoch.
„Hallo Gretchen.“ Lilly winkte, worauf Gretchen ebenfalls lächelte und zurückwinkte.
„Ah Frau Haase! Schön Sie auch wiedermal zu sehen.“, meinte Mehdis Mutter und schaute sie mit einem grossen Lachen an, „wollten Sie vielleicht zu Mehdi?“ Sie zeigte nach hinten, worauf Gretchen aufschnaubend und lachend abwinkte. „Ach, das kann auch noch…warten.“
Ihr Blick fiel auf Mehdi, der sie mit grossen Augen anstarrte und vehement mit dem Kopf nickte. Sie schaute ihn fragend an, änderte ihren Ausdruck aber schnell wieder zu einem Lächeln, als seine Mutter sich wieder an sie wandte. „Oh nein ist schon in Ordnung, wirklich!“ Sie schulterte ihre Handtasche und streckte ihre Hand aus, welche Lilly ergriff, „ich wollte meinem Sohn nur etwas mitteilen, und das habe ich auch getan.“
„Oh…na gut.“, meinte Gretchen und machte einen Schritt beiseite, sodass seine Mutter an ihr vorbeilaufen konnte, jedoch nicht ohne ihre Hand zu drücken. „Passen Sie auf sich auf Kind, ja!“
„Natürlich.“, entgegnete Gretchen und winkte Lilly wiederum, welche sie lächelnd anschaute. Die Türe schloss sich hinter ihnen und sie drehte sich auf dem Absatz zu Mehdi um, welcher noch mehr in seinem Sessel zusammenrutschte. „Alles in…Ordnung?“, fragte sie und trat näher.
Mehdi legte eine Hand vor sein Gesicht und drehte sich von links nach rechts. „Sie will dass ich mich mit Anna ausspreche. Mich mit ihr vertrage.“
„Ne, nicht wirklich oder?“, fragte Gretchen zurück und lehnte sich an die Kante des Tisches zu seiner rechten.
„Lilly braucht eine Mutter.“, sagte er nüchtern und verschränkte die Hände auf dem Bauch, „was ganz klar ist, aber bei allem Respekt, Anna ist nicht die…die…du weißt schon.“ Er warf ihr einen Blick zu, um zu sehen, dass sie den Mund verzogen hatte, aufseufzte und nickte. „Natürlich…Aber hat sie sich denn gemeldet oder wieso kommt sie jetzt mit dieser Bitte?“
„Sie ist in Berlin.“, gab er etwas gepresst zur Antwort, „will sich aussprechen. Vielleicht sogar Lilly zurückholen. Ich weiss nicht.“ Er bückte sich nach vorne und zog die Schublade zu seiner rechten auf. Gretchen schaute zu, wie er eine kleine, weisse Dose herausholte und gerade dabei war, diese zu öffnen um den Inhalt auf seine Hand zu kippen.
„Mehdi…“, meinte sie langatmig, stiess sich von der Kante des Tisches ab und entnahm ihm die Dose, „du solltest mit diesem Zeug echt mal aufhören.“ Sie warf einen Blick auf die Etikette und schaute ihn seufzend an.
„Ich habe das Gefühl ich könnte sie anspringen Gretchen.“, meinte er ausdruckslos und schaute auf, „und das nicht in dem Sinne wie ein Mann seine Frau anspringen sollte.“
„Naja das…ist auch…verständlich.“
„Diese Tabletten sind doch noch das einzige was mich auf dem Boden behält.“, fuhr er fort und schaute etwas verloren auf die Dose in Gretchens Hand.
„Na komm, das ist nicht wahr.“ Sie näherte sich ihm, indem sie gegen den Tisch neben seinem Stuhl lehnte und lächelte ihn aufmunternd an, „du hast Lilly, du wirst das schon hinkriegen. Und auch wenn sie jetzt zurück ist, dann…dann musst du sie halt davon überzeugen dass du auch fähig bist, deine Tochter aufzuziehen.“
„Und wie.“, fragte er und schaute auf die Tischplatte, „ich hab ja noch nicht mal eine Wohnung.“
„Na und? Um die kannst du dich kümmern. Solange bleibt Lilly bei deinen Eltern und du kümmerst dich um alles andere.“
Mehdi seufzend und nickte dann langsam.
„Also komm…“, meinte Gretchen und strich ihm über die Wange, worauf er aufschaute, „das kriegst du ja wohl gebacken. Und wenn etwas ist, dann bin ja ich auch noch da. Hm?“
Mehdi lächelte und nickte einmal. „Danke Gretchen…“

Fran Offline

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22.05.2010 18:14
#74 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

@Miriam: Jetzt Ich hab noch Besuch, daher jetzt der nächste Teil. Ich hoffe er gefällt euch. Mir bereitete er beim Schreiben viel Spass haha
Grüsse


Marc lief die letzten paar Schritte zum Lift, und warf während dem gehen den Rest seines Apfels in den Abfalleimer neben dem Lift. Er schlüpfte durch die Türen und richtete seinen Kittel, als er auf die 1 drückte.

http://www.youtube.com/watch?v=1EHEcY2UI1M

Der Lift hielt bei der nächsten Station an und öffnete seine Türen, als Gretchen, welche gerade dabei war, ihren Schal um ihren Hals zu wickeln, den Lift betrat.
„Äh, was wird das?“, fragte Marc und legte die Stirn in Falten.
Gretchen schaute auf und hielt inne. „Ja ich gehe nach Hause Marc.“
„Ist doch noch gar nicht Feierabend.“
Sie setzte ein Lächeln auf und warf den Schal um den Nacken. „Nur weil es in deinem Universum keine Richtlinien gibt, heisst das ja nicht, dass der Rest der Menschheit auch dran glauben muss, hm?“
Marc liess die Schultern genervt hängen und seufzte auf. „Sag jetzt bloss nicht, du bist immer noch wegen diesem Scheissklassentreffen beleidigt.“
„Ich bin nicht beleidigt.“, erwiderte sie und drückte auf die 0.
„Natürlich…“, meinte dieser leise und hob die Augenbrauen.
Gretchen zog es vor nicht zu antworten und schulterte ihre Tasche neu.

Soll er doch machen was er will. Bin ja auch nicht auf ihn angewiesen. Könnte auch alleine dort aufkreuzen. Oder vielleicht dann lieber gar nicht. Oder könnte auch Mehdi fragen…hm.

„Wie geht’s deinem Freund?“, fragte Marc, lehnte an der Wand an und verschränkte die Hände vor der Brust.
Gretchen seufzte. „Ach ich weiss nicht so recht… Frau weg, Kind wieder da, Frau plötzlich wieder da…geht alles ganz schön drunter und drüber.“
Marc schaute sie etwas ungläubig an. „Na da seid ihr aber euch ziemlich nahe gekommen.“
„Wieso?“, fragte Gretchen verwundert und wandte sich zu ihm um, „kommt ja nicht von gestern auf heute.“
„Du kleines Luder…“
„Sag mal…“ Sie hob die Hand und winkte vor ihrem Gesicht, „du hast sie jetzt aber auch nicht mehr alle, oder? Nur weil ich mal mit Mehdi zusammen war, bin ich noch lange kein Luder.“
„Mehdi?“ Marc rümpfte die Nase und rollte mit den Augen, „äh eigentlich meinte-“
„Und sowieso, wenn hier jemand ein Luder ist, dann bist das wohl du.“, meinte Gretchen leise und schaute wieder auf die geschlossenen Türen. Der Lift wurde langsamer und war kurz vor dem anhalten, als Marc einen Schritt nach vorne machte und den roten Schalter betätigte, damit dieser stehenblieb.
„Erstens habe ich von deinem Polizisten geredet.“, sagte er und hob eine Hand, „zweitens bin ich mit Sicherheit kein Luder, wüsste auch nicht…wieso.“ Er presste die Lippen zusammen, hob die Augenbrauen und hob den Zeigefinger vor sich.
Gretchen blinzelte und schaute etwas irritiert auf den Finger und ihn.
„Drittens, würde ich es sehr schätzen würdest du…nicht…da mit Mehdi…hier.“ Er nickte einmal ausdrücklich und machte ein paar zuckende Handbewegungen, worauf Gretchen den Mund öffnete und ihn einen Moment lang still anschaute. „Sag mal…ich weiss es ist abwegig, aber bist du vielleicht…eifersüchtig? Ich mein…schon wieder?“
Er schnaubte auf, liess die Hand sinken und wandte sich um. „Wüsste nicht auf was.“ Er stützte die Hände in die Seiten und lief an das Ende des Lifts.
Gretchen wandte sich ein bisschen um, um ihn anzusehen und fing an zu grinsen. „Du bist eifersüchtig.“
„Ich bin überhaupt nicht eifersüchtig hier, ja!“, sagte er mit Nachdruck und wandte sich ihr wieder zu.
Gretchen nickte und schaute auf ihren Schal, an dem sie anfing rumzuzupfen. „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich ihn fragen könnte ob er mich zum Klassentreffen begleitet.“ Aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, wie sein Kopf hochschoss. „Da du ja nicht willst…und überhaupt würde es ihm gut tun, er muss ja auch mal raus aus diesem ganzen Schlamassel mit Anna.“ Sie zuckte mit den Schultern und schaute seufzend auf, „ich glaube sogar, es könnte Spass machen.“
„Spass.“, schnaubte Marc lachend auf, worauf sein Gesicht wieder ernst wurde und er sie mit offenen Mund anschaute, „du…ernsthaft?“
„Ja also…Freunde sind ja füreinander da, weißt du?“, fragte sie, lächelte und betätigte den roten Schalter um den Lift wieder in Gang zu bringen, „und dann bist du auch frei aus dem Schneider.“
Der Lift stoppte und die Türen öffneten sich. „Also…man sieht sich, ne?“, lächelte Gretchen und drehte Marc den Rücken zu, welcher sie immer noch sprachlos anschaute.

„Bärbel?“ Franz schloss die Türe hinter sich und zog seine Jacke aus.
„Äh…jaha!“
Franz reckte den Kopf, worauf er den Schal über den Hacken hängte um darauf seine Aktentasche zu ergreifen. „Wo bist du?“
„Hier!“, rief Bärbel und kam gerade aus dem Salon, worauf sie die Schiebetüren eilig hinter sich zu zog, „du bist ja aber schon früh zuhause Franz!“
„Bin nur ein bisschen früher gegangen.“, erwiderte dieser und schaute sie lächelnd an, bevor er seinen Blick über ihr Gesicht schweifen lies, „alles in Ordnung? Du bist so rot.“
„Hm?“, fragte Bärbel und stellte sich in vor die Salontüren, worauf sie lächelnd nickte, „ja, ja ist alles in Ordnung. Ich hab nur grad…grad ein wenig aufgeräumt.“
„Ah…“, erwiderte Franz und nickte etwas ungläubig, „na gut. Ich muss noch ein paar Berichte fertigmachen Butterböhnchen, dürfte ich also kurz…?“ Er machte einen Schritt auf die Türe zu, worauf Bärbel ihn mit grossen Augen anschaute und den Kopf schüttelte. „Äh nein…nein das geht jetzt gerade gar nicht.“
„Wieso? Hast du umgestellt?“, fragte er und schaute sie schaltend an, „Bärbel, ich habe dir schon einmal gesagt, dass wir in unserem Alter nicht mehr die Wohnungsmöbel herum schieben sollten.“
„Hab ich doch auch gar nicht…“, erwiderte diese fast beleidigt und strich sich eine Strähne ihres Haares hinter ihr Ohr, „ich habe nur…nur eine Überraschung für dich da drin!“
Franz schaute sie überrascht an. „Eine Überraschung? Zu welchem Grund denn?“
„Ach du…“, meinte Bärbel lächelnd, machte einen Schritt auf ihn zu und strich sein Hemd glatt, „es muss ja nicht immer einen Grund geben.“
„Was für eine Überraschung?“
Bärbel und Franz schauten auf die Treppe, als Jochen, der mit einem Biscuit in der Hand kauend die Treppe hinunter sprang.
„Äh…nur etwas…Kleines für deinen Vater.“, erwiderte Bärbel etwas nervös, als Jochen die unterste Stufe erreicht hatte und nickte. „Ach so…ja dann darf ich sicherlich kurz rein, ich hab mein Referat drin vergessen.“ Jochen machte ein paar schnelle Schritte auf die Türe zu und bis Bärbel ihre Hand ausgestreckt hatte und „Nein, warte!“ rief, hatte dieser eine Tür schon aufgeschoben und war im Innern des Raumes verschwunden.
Franz reckte den Kopf um etwas zu sehen, doch Bärbel hielt ihre Hand vor seine Augen und versuchte zeitgleich Jochen zu erkennen.
„Also Butterböhnchen, du machst es aber ganz spannend.“, amüsierte sich Franz und blieb ruhig stehen, „wann krieg ich denn die Überraschung?“
„Äh…ja das…das schauen wir dann noch. Jochen?“
Nach ein paar Sekunden erschien Jochen in der Türspalte, das Biskuit immer noch in seiner Hand, jedoch zog er es vor, nicht mehr zu kauen.
„Hast du es gefunden Schatz?“, fragte Bärbel nervös nickend und zog eilig die Tür hinter ihm zu. Franz blinzelte und schien zermürbt über die geschlossenen Türen zu sein.
„Ja…ja das…war nicht drin.“, erwiderte Jochen und warf einen Seitenblick auf seine Mutter.
„Was ist es denn, hm?“, fragte Franz mit einem breiten Lächeln und boxte Jochen in die Seite, „mag es der Papa?“
Jochen verzog seine Lippen zu einem Lächeln und nickte zaghaft.
„Also komm…geh jetzt auf dein Zimmer Jochen, ja?“ Bärbel griff nach seinen Armen und buxierte ihn zu der Treppe hin, die er etwas apathisch erklimmte.
Franz, der sich schon darum bemühte einen Einblick hinter die Glasstüren zu bekommen, wurde von Bärbel je zurückgehalten. „Franz bitte, es ist ja auch eine…Überraschung.“
Die zwei hörten wie die Türe aufging und sahen zu wie Gretchen den Flur betrat. „Hallo!“
„Ja aber…was machst denn du schon wieder zuhause?“, fragte Bärbel irritiert.
„Ach ich hab mir quasi…selber frei genommen. Also, die letzte Viertelstunde noch.“, erklärte Gretchen und hängte den Schal neben den ihres Vaters, „ist übrigens Post für mich gekommen?“ Sie lief zu ihren Eltern hinüber, worauf ihre Mutter von ihrem Vater abliess und auf die andere Seite des Ganges lief. „Ja schau, hier ist so ein Brief für dich gekommen…gehst du hin Margarethe, ja?“
Gretchen schaute zu, wie sie mit dem Brief und einem breiten Lächeln auf sie zukam. „Äh, hast du den gelesen oder wie?“ Sie nahm den Umschlag entgegen und sah, wie er hinten offen war.
„Ja ich wusste ja nicht ob du überhaupt hier bist, du bist ja nur so selten hier.“, entschuldigte sie sich und strich sich eine Strähne hinter die Ohren.
„Mama-!“, begann Gretchen, doch sie wurde jäh von der Türklinge unterbrochen. Gretchen seufzte auf und wollte sich auf den Weg zur Treppe hin machen, als Bärbel die Türe öffnete. „Äh…ja bitte?“
Gretchen schaute zu, wie ihr Vater einen kurzen Blick auf den Rücken seiner Frau warf, um dann die Salontüre leise zu öffnen.
„Ist Has- also Gretchen, ist sie da?“
Gretchen hielt auf der ersten Stufe inne, als sie Marc’s Stimme erkannte. Sie wandte sich überrascht um und sah zu, wie er sie bemerkte und die Augenbrauen hob. „Ah.“ Er lief unangefordert an Bärbel vorbei, welche ihn mit offenem Mund anschaute. „Ja also…jetzt hören Sie mal-!“
„Äh, was willst du hier?“, fragte Gretchen irritiert, doch Marc wurde jäh unterbrochen, als Bärbel aufschrie. „Nein, Franz! Komm da raus!“ Sie lief mit erhobenen Armen an Marc vorbei, der einen Schritt beiseite machte und die Szene mit erhobenen Augenbrauen begutachtete.
Bärbel legte eine Hand an ihre Brust, währenddessen sie sich mit der anderen am Türrahmen festhielt und geschlagen aufseufzte.
Nach ein paar Sekunden kam Franz zum Vorschein, ein riesiges Bild vor sich hintragend. „Was…?“
„Oh mein Gott.“, flüsterte Gretchen und warf einen Blick auf Marc, der schluckte und aufgelöst nach vorne schaute. „Oh Grundgütiger ich bin seegestört."
Gretchen haderte nicht lange und schlug schnell eine Hand vor seine Augen.

Fran Offline

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23.05.2010 16:47
#75 RE: Story von Fran Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=oOdLQp0JWQ0

„MEIER! Was zum Teufel machen Sie in meinem Haus?“, polterte Franz warf einen Blick auf das Bild in seiner Hand und schob dies eilig wieder hinter die Tür.
„Äh, Herr Professor, ich wollte nur-“, begann dieser etwas stockend, immer noch Gretchens Hand vor Augen und zeigte mit dem Finger auf sie.
„Unterstehen Sie sich!“, fuhr Franz fort und ging, mit erhobenem Zeigefinger auf ihn zu, „unterstehen Sie sich dieses Bild in Ihrem Gedächtnis zu behalten und auch nur ein Wort darüber zu verlieren, haben wir uns verstanden?“
Marc zuckte zusammen und nickte.
„Franz jetzt…bitte komm…!“, sagte Bärbel aufgelöst und griff nach seinem Arm.
„Mama, was-?“, fragte Gretchen, zeigte auf das Bild und schaute sie mit grossen Augen an. Bärbel wirkte völlig aufgelöst, zuckte mit den Schultern und schaute wieder zu ihrem Mann. „Ich wollte ja nicht dass er es so findet…!“
„Bärbel.“, sagte Franz leise, warf einen weiteren Blick auf Marc und zog seine Frau ein Stück beiseite, „was hast du dir denn nur dabei gedacht?“
„Ich…ich weiss nicht, ich hab nur…gedacht es würde dir gefallen?“, fragte sie gespielt lächelnd und nervös zurück, worauf Gretchen laut und genervt aufschnaubte. „Mama jetzt sag es ihm endlich! Das ist wirklich peinlich hier!“
„Und für mich erst.“, bemerkte Marc, worauf Gretchen ihre zweite Hand vor seinen Mund warf.
„So kann es echt nicht weiter gehen!“, wandte sie sich wieder an ihre Eltern, „jetzt macht mal reinen Tisch hier!“
Franz schaute zu seiner Tochter und zu seiner Frau. „Was meint sie damit Bärbel?“
„Ja ich…ich hab…“, begann sie hadernd, zuckte wieder mit ihren Schultern und suchte nach Worten.
„Butterböhnchen, das kann doch nicht so schlimm sein!“
Sie hörten wie Marc lachend aufschnaubte, worauf Gretchen die Hand vor seinem Mund wegnahm und ihn nach vorne zur Türe drückte. „So jetzt!“
Marc stolperte nach vorne. „Äh Hasenzahn ich kann nichts- Au!“ Gretchen hatte ihn unabsichtlich und mit vollem Garacho gegen den Schirmständer geführt.
„’Tschuldige…!“, murmelte sie, öffnete die Türe und gab Marc einen heftigen Stoss, sodass dieser nach draussen stolperte. Sie warf einen letzten, eindringlichen Blick auf ihre Mutter. „Jetzt sag es ihm!“
Diese nickte aufgelöst und strich sich die Haare zurrecht.
Gretchen zog die Türe laut hinter sich zu und wandte sich zu Marc, der sich mit zwei Fingern die Augen rieb. „Scheisse ich bin blind.“
„Ich warne dich Marc, wenn du nur daran denkst, dann-!“
„Also bitte!“, schnaubte dieser fast lachend auf, schaute sie aber entgeistert an, „wenn, dann weil das Bild in mein Gehirn gebrannt wurde!“
Gretchen seufzte tief auf, schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Was wolltest du eigentlich hier?“
Marc warf beide Hände vor sein Gesicht. „Oh Gott ich werde das Bild für mein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf kriegen.“
„Marc!“
„Ja ich wollte halt nochmals wegen diesem…Klassenscheisstreffen mit dir reden.“, meinte er und machte eine wegwerfliche Handbewegung.
„Ja und wieso?“, fragte Gretchen mit gekrauster Stirn, doch bevor Marc antworten konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit von einem dumpfen Aufschlag innerhalb des Hauses abgelenkt. Gretchen wandte sich schnell um und öffnete die Türe, worauf sie ihren Vater am Boden liegen sah. „Marc wir sehen uns morgen, ja?“
Dieser hob den Finger um etwas zu sagen, konnte jedoch nur noch die geschlossene Türe vor sich sehen, die beinahe seine Nase getroffen hätte. „Gut dann…reden wir halt morgen.“

„Papa! Oh Mama was ist denn jetzt wieder passiert.“, fragte Gretchen seufzend und ging neben ihrem Vater auf die Knie. Bärbel, die ebenfalls neben ihm kniete, hatte ihre Hände auf seine Brust gelegt. „Ja ich habe es ihm gesagt, so wie du gesagt hast…dann ist er einfach umgekippt!“
Gretchen seufzte genervt auf und klopfte ein paar Mal gegen die Wangen ihres Vaters, bis dieser wieder die Augen öffnete. „Papa? Hörst du mich?“
Ihr Vater blinzelte ein paar Mal, bis er sie anschaute. „Kälbchen?“
Gretchen beruhigte sich ein wenig und nickte. „Ja ich bin hier.“
Franz nickte. „Könntest du uns für einen Moment alleine lassen bitte?“, fragte er und warf einen Blick auf Bärbel, „wir müssen uns unterhalten.“
Gretchen schaute ihre Mutter an, welche etwas beunruhigt und nervös auf Franz schaute. „Klar…ich bin oben wenn ihr mich braucht, ja?“
Franz stützte sich auf die Ellbogen ab und nickte. „Danke.“
Gretchen schenkte beiden ein knappes Lächeln, bevor sie die Treppe zu ihrem Zimmer empor stieg.

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