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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 14
Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

30.01.2010 00:00
2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hallo, Servus und Grüß Gott! Anscheinend habt ihr soeben meine Story angeklickt. Meine zweite Story, um genau zu sein. Eigentlich wollte ich so schnell keine zweite anfangen, aber erstens bin ich sowieso total inkonsequent und zweitens habe ich festgestellt, dass Schreiben auch eine Sucht sein kann Und deshalb müsst ihr mich schon wieder ertragen
Wenn etwas Kursiv geschrieben ist, ist das übrigens aus Gretchens Sicht. Mal gucken, wie oft ich das anwenden werde Das aber nur mal so zur Info und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Ich hoffe, es gefällt euch. Sagt mir einfach eure Meinung auf meiner Kommiseite
LG Verena





Als Ärztin war ich schon oft dazu gezwungen, mich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Jeden Tag kämpfe ich um die Leben anderer, aber nicht immer gewinne ich diesen Kampf. Das wusste ich, als ich mich dazu entschieden habe, Medizin zu studieren. Ich habe gelernt, Distanz zu bewahren. Ich musste es lernen, um in dieser Welt bestehen zu können. Aber nie hatte ich gelernt, wie ich mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen soll. Und jetzt sehe ich mich dieser Situation gegenüber. Vor mir liegt mein Vater in den Armen meiner Mutter. Sein Puls ist schwach, er blutet aus der Nase. Er sieht schlecht aus und als Ärztin denke ich, dass er vielleicht seine letzten Atemzüge tätigt. Aber als Tochter hoffe ich, dass mein Vater wieder fit wird und mich schon bald wieder in die Arme nimmt. Er kann jetzt nicht gehen und mich alleine zurücklassen. Ich brauche ihn doch. Denn auch wenn ich nun verheiratet bin, fühle ich mich noch nicht in der Lage, mich dieser Welt alleine zu stellen. Oder sollte das nun, da ich verheiratet bin, Alexis übernehmen? Sollte nun er die starke Hand an meiner Seite sein? Nein! Das wollte ich nicht! Ich will nicht, dass mein Vater mich jetzt schon ins Leben entlässt und mein Ehemann mein Beschützer wird. Ohne meinen Vater kann ich in dieser Welt doch nicht bestehen! Ich spüre eine kalte Hand auf meiner Schulter und als ich mich umdrehe, seh ich in Alexis’ Gesicht. Er redet auf mich ein, aber ich nehme nicht wahr, was er sagt. Es interessiert mich auch nicht. Mir ist alles egal. Ich will nur, dass Papa wieder gesund wird. Das ist das einzige, was momentan zählt. Ich wende meinen Blick wieder zu meinem Vater und es bricht mir das Herz, ihn so zu sehen. Das kann doch nicht das letzte Bild sein, das ich von ihm haben werde. Er braucht schnell Hilfe. Wo bleiben nur die Krankenwagen? Es gibt so viele Ärzte hier, einer wird doch wohl einen Krankenwagen gerufen haben. Mein Vater kann doch nicht umgeben von einer größeren Menge an qualifizierten Ärzten einfach so von mir gehen. Es wird Hilfe kommen. Es muss! Noch immer spüre ich Alexis’ Hand auf meiner Schulter und will sie in diesem Moment einfach nur abschütteln. Ich will seine Nähe nicht spüren. Ich will nicht, dass er mich beruhigt. Denn das kann er nicht. Es bringt einfach nichts. Seine Hand gleitet von meiner Schulter und ich kann mich wieder ganz meinem Vater widmen. Meiner Konstante im Leben. Derjenige, der immer für mich da war. Der mich in den Arm genommen hat, wenn ich Kummer hatte. Und ich hatte oft Kummer! Er war da, wenn es mir schlecht ging und er hat mich stets aufgeheitert. Oder zumindest hat er versucht und das hat mir doch immer wieder gezeigt, wie sehr er mich liebt. Und ich liebe ihn auch, auch wenn ich ihm das nicht oft genug gesagt oder gezeigt habe. Aber ich habe es immer getan und tue es auch jetzt. Er ist doch der wichtigste Mann in meinem Leben. Er und Marc!

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

30.01.2010 13:17
#2 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hey Leute,
ich hab mich wirklich total über eure Kommis gefreut und dass euch zumindest der erste Teil gefallen hat
Ich hoffe, dieser Teil gefällt euch genauso
LG Verena



Moment! Marc? Was dachte sie da eigentlich? Marc war ihr doch egal! Alexis war der Mann, den sie liebte. Er war der wichtigste Mann neben ihrem Vater. Dieser Tag sollte eigentlich Alexis der Mittelpunkt in ihrem Leben sein, aber nun galt doch ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Vater. Sie musste ihm helfen. Das war das einzige, was im Moment zählte. Aber was konnte sie tun? Sie wusste nicht, was ihm fehlte. Sie war doch auch nicht Gott und wusste immer genau, was zu tun war. Gott? Das war vielleicht die Lösung! Marc musste helfen! Er wusste doch immer, was zu tun war.
Gretchen blickte sich eifrig in der Kirche um, aber von Marc war keine Spur. Dabei war er vorhin noch da, sie hatte ihn doch gesehen.
„Hat einer von euch Marc gesehen?“, fragte sie dann, nachdem sie ihr Umfeld immer genauer wahrnahm. Das verschwommene Bild, in dem nur ihr Vater hervorstach, wurde klarer und sie nahm auch den Rest wahr. Das Rauschen in ihren Ohren wandelte sich in ein Piepen, das von allen Richtungen kam. Aufgeregtes Getuschel kommt aus den Reihen. Gretchen nahm auch die Angst war, die in der Luft lag. Sie kam nicht nur von ihr. Keiner wusste, was hier vor sich ging.
„Der Doktor Meier? Aber Margarethe, was ist denn mit Alexander?“ Alexis, verbesserte Gretchen in Gedanken ihre Mutter. Aber sie hatte keine Zeit dafür.
„Mama, ich weiß! Aber es geht hier jetzt nicht um meine Ehe, verdammt nochmal!“
„Marc ist vorhin aus der Kirche!“, antwortete Gigi dann endlich und konnte Gretchen eine Auskunft geben.
„Wie? Er ist weg?“ Gretchen konnte das nicht verstehen. Warum war er denn abgehauen?
„Naja, schon! Ich weiß auch nicht warum, aber er ist definitiv nicht da!“
„Hast du ein Handy?“
„Wozu? Willst du ihn anrufen?“
„Ja! Wenn er nicht da ist, muss ich ihn eben herholen! Er muss Papa helfen!“
„Gretchen, es tut mir Leid, aber ich hab hier nur deinen Blumenstrauß!“ Entschuldigend sah Gina Amsel ihre beste Freundin an. Sie würde ihr wirklich gerne helfen, aber sie konnte nichts tun. Auch wenn sie Marc nicht mochte, wenn er helfen konnte, sollte er kommen.
„Frau Doktor!“ Gerade als Gretchens Hoffnung geschwunden war, hörte sie die aufgeregte Stimme von Schwester Sabine hinter sich. Sie blickte über den leblos erscheinenden Körper ihres Vaters hinweg und sah schon, wie die auf eine liebevolle Art verrückte Schwester sich durch die Menschenmenge drängte. „Ich habe ein Handy!“ Als sie endlich bei Gretchen angekommen war, reichte sie ihr sogleich das Handy, auf dessen Display auch gleich eine Abbildung der Milchstraße zu sehen war. Aber dafür konnte sich Gretchen gerade weniger begeistern und stattdessen tippte sie lieber blitzschnell Marcs Handynummer, die sie auswendig in ihrem Kopf gespeichert hatte. Sie hielt das Mobiltelefon an ihr Ohr und lauschte ungeduldig dem regelmäßigen Tuten. Mit jedem Mal wurde sie nervöser und ihre Anspannung stieg. Würde er rangehen? Würde er wieder herkommen? Diese Fragen schwirrten in ihrem Kopf umher, immer verknüpft mit der Sorge um ihren Vater.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

30.01.2010 16:31
#3 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Dann wollen wir doch mal sehen, wie es dem Doktor Meier so geht
Danke nochmal für eure Kommis



Marc fuhr währenddessen unruhig über eine Landstraße kurz hinter Berlin. Mit seinen Händen hatte er das Lenkrad fest umschlossen. Es war das einzige, was er momentan im Griff hatte. Seine Gefühle und Gedanken waren ihm entglitten. Nie wollte er so etwas erleben. Dieser Schmerz, den er verspürte, war unerträglich für den Oberarzt. Er hatte zusehen müssen, wie die einzige Frau, die er je wirklich geliebt hatte, einen anderen geheiratet hatte. Das Wissen, dass er sie für immer verloren hatte, drang in sein Herz und ließ es in tausend Teile zerspringen. Und es gab nur eine Medizin dagegen. Die Liebe von Gretchen Haase. Doch dieses lebensrettende Medikament hatte ein anderer. Alexis von Buren war nun ihr Mann. Dabei war dieser nicht gut für Gretchen, das spürte Marc ganz genau. Dennoch hatte dieser Millionär nun gewonnen. Er durfte mit Gretchen die Torte anschneiden, mit Champagner anstoßen und allen ihre Liebe so ganz offiziell zeigen. Das konnte sich Marc nicht mitansehen. Es schmerzte schon genug, dass er wusste, dass die beiden nun verheiratet waren. Vor Gott hatte Gretchen ihrem gerade angetrauten Ehemann die ewige Liebe versprochen. Sie war gläubig und dank ihrer katholischen Erziehung würde sie alles tun, um dieses Versprechen zu halten. Das war noch ein Grund mehr für den Chirurgen, warum er die Kirche nicht mochte. Erst hatte ihm einfach nur der Glaube gefehlt, aber jetzt hatte sie ihm womöglich seine große Liebe für immer genommen. Und auch wenn er nicht an Gott glaubte, glaubte er seit er Gretchen immer genauer kennenlernen durfte, an Engel. Nicht mit den Flügeln und dass sie über den Wolken umherflogen, aber er glaubte an Engel, die normal auf dieser Erde lebten und mit ihrem reinen Herzen Liebe unter die Menschen brachten und einen leicht mit ihrem fröhlichen Lächeln ein Gefühl der Wärme gaben und alles Schlechte für einen Moment vergessen ließen. Und so ein Mensch war Gretchen. Durch sie verstand er nun die Bedeutung von Liebe. Er wusste, wie sehr sie das Leben bereichern konnte.
Marc schüttelte den Kopf und wollte diese Gedanken schnellstmöglich loswerden. Liebe konnte nicht nur eine Bereicherung sein, vor allem tat sie weh. Er war glücklich bevor er dieses Gefühl zugelassen hatte. Am besten wäre es nie aufgekommen, aber das ließ sich nicht verhindern. Gretchen hatte ihn verzaubert. Sie hatte ihm Liebe eingehaucht und war dann gegangen, weil er sie zurückgestoßen hatte. Wenn er nur nicht so schnell aufgegeben hätte… Aber nun war es zu spät. Sie war nun verheiratet und das nicht mit ihm. Wenn es einen Moment gegeben hätte, aus denen etwas aus ihnen hätte werden können, dann war er spätestens jetzt vorbei. Das musste er einsehen und anerkennen, auch wenn es ihm schwerfiel. Als er wusste, dass sie ihn liebte, war es ihm egal. Aber nun, da sie ihn nicht mehr liebte, wünschte er sich nichts mehr. Alle Küsse, Berührungen oder magische Momente zwischen ihnen gehörten nun der Vergangenheit an. Aber dennoch konnte er nicht aufhören sie zu lieben und an sie zu denken.
Erst das Klingeln seines Handys riss ihn wieder aus seinen Gedanken. Er griff kurz an die Jackettasche, in der das Gerät lag, zog seine Hand dann aber doch wieder zurück und setzte sie wieder ans Lenkrad. Wer immer da anrief, konnte es bestimmt später nochmal versuchen. Er hatte keinen Kopf frei für irgendwelche Gespräche. Oder war es wichtig?

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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

31.01.2010 00:17
#4 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Warum rufst du ihn denn jetzt an? Hier sind doch genug Ärzte, die können doch bestimmt auch helfen!“, unterfragte Bärbel weiterhin die Motive ihrer Tochter. Diese versuchte es mittlerweile das dritte Mal, Marc anzurufen. Er ging nicht ran, aber sie brauchte ihn hier. Und deswegen konnte sie nicht aufgeben.
„WEIL ER DER BESTE ARZT IST, DEN ICH KENNE!“
„Danke, das weiß ich sehr zu schätzen!“, hörte sie Marc am anderen Ende der Leitung sagen, der nun endlich rangegangen war. Sie hatte nicht geplant, dass er das hören sollte, schließlich sollte er nicht mit einem erhöhten Ego hier ankommen. Das war ohnehin schon groß genug.
„Marc, du musst sofort in die Kirche kommen!“
„Wieso? Hast du es dir anders überlegt und ich soll dich zum Scheidungsrichter fahren?“
„Marc, für deine Witze haben wir jetzt keine Zeit! Es geht um Papa!“ Er merkte sofort an ihrer Stimmt, dass etwas Schlimmes mit dem Professor passiert sein musste. Zwar war er kein großes Gefühlsdeuter, aber er war schon im Ansatz dabei Gretchen einschätzen zu können.
„Was ist passiert?“
„Er… ich weiß nicht! Er ist zusammengebrochen und liegt jetzt bewusstlos in der Kirche! Er atmet kaum und er blutet aus der Nase!“ Die Fakten auszusprechen machte ihr die Lage noch mehr bewusst. Ihr Vater lag hier und sie konnte nichts tun. Sie hatte solche Angst ihn zu verlieren und sie spürte, wie ihr langsam eine kleine Träne über die Wange rann. Marc war ihre letzte Chance und ihre letzte Hoffnung. Eigentlich war er auch ihre einzige Hoffnung.
Marc überlegte, was er tun sollte. Könnte er den Anblick Gretchens noch ertragen? Wäre er eine große Hilfe, wenn seine Gedanken sowieso nur um eine gewisse blonde Ärztin kreisten? Aber er war bestimmt gar keine Hilfe, wenn er die Landstraße weiterfuhr und alles hinter sich ließ. Er war Arzt und er musste helfen. Es ging hier nicht um ihn, sondern um den Professor und letzten Endes auch um Gretchen. Sie hatte ihn um Hilfe gebeten und diese konnte er ihr nicht verwehren. Er konnte niemanden dafür bestrafen, dass ihre Liebe einem anderen galt.
„Bin in 10 Minuten da!“, sagte er dann ins Telefon und Gretchen fiel ein Stein vom Herzen. Das Wissen, dass Marc kommen würde, beruhigte sie enorm. Wie sie vorhin schon gesagt oder eher geschrien hatte, war er der beste Arzt, den sie kannte. Nicht ohne Grund war er der jüngste Oberarzt, den es gab. Mit seinem Geschleime allein konnte er das nicht erreichen, er hatte einfach das richtige Gespür, was zu tun war und konnte das auch meist erfolgreich umsetzten und Leben retten.
„Danke!“, flüsterte sie schon fast ins Telefon. Sie hörte, wie Marc zum Sprechen ansetzte, aber am Ende vernahm sie nur ein Tuten. Er hatte einfach aufgelegt. Sollte ihr das etwas sagen?
Marc schmiss sein Handy auf den Beifahrersitz und atmete dann erstmal aus. Es war nicht leicht der coole Obermacho zu sein, wenn man in Wahrheit verliebt war. Er blickte kurz in den Rückspiegel und sah, dass er die ganze Straße für sich hatte. Kurzerhand bremste er ab und wendete mitten auf der Landstraße. Aber er musste einfach so schnell wie möglich zu Gretchen.

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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

31.01.2010 17:01
#5 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Kommt er?“, fragte Bärbel nach und Gretchen bejahte das mit einem Nicken, bevor sie Sabine das Handy zurückgab und nach der Hand ihres Vaters griff. Sie wusste nicht, ob er das mitbekam, aber irgendwie musste sie ihm einfach zeigen, dass sie für ihn da war.
„Papa, du musst durchhalten! Marc kommt schon, er wird dir helfen! Es wird alles gut, du wirst schon sehen! Mit Marc wird alles gut!“
„Sternchen, was soll der schon machen können?“, meldete sich ihr Ehemann wieder zu Wort. Offenbar wollte keiner verstehen, warum sie Marc angerufen hatte. Aber sie wusste, dass es das Richtige gewesen war. Sie fühlte sich sicherer, seit sie wusste, dass er herkommen würde. Zusammen konnten sie das bestimmt schaffen.
„Marc kann ihm helfen! Ganz bestimmt!“
„Wir müssen nur auf den Krankenwagen warten, dann wird alles gut! Aber doch nicht mit dem!“
„DOCH! Ihr werdet schon noch sehen!“ Sie wollte Alexis nicht anschreien, aber in ihrer Verzweiflung konnte sie nicht anders. In diesem Moment war sie auf Marcs Seite. Das war vielleicht nicht das, was eine frisch gebackene Ehefrau denken sollte, aber sie konnte nicht anders.
„Gretchen, Alexis hat doch Recht! Ohne die notwendige Ausrüstung kann da auch Marc nichts machen.“, meinte nun auch Gigi, die auf der Seite von Bärbel und Alexis stand. Gretchen ging nicht weiter darauf ein, Marc musste es einfach schaffen. Auch wenn sie sich doch eingestehen musste, dass Marc ihren Vater wirklich nicht ohne Weiteres heilen konnte. Was sollte er denn auch machen? Ihm seine magischen Wunderhände auflegen? Marc hatte zwar talentierte Chirurgenhände, aber Wunder konnte er dann doch nicht bewirken. Aber es war auf alle Fälle nicht schlecht, wenn Marc hier wäre. Schlimmer würde die Situation dadurch kaum werden. Und sie gab die Hoffnung nicht auf, dass er doch eine Hilfe sein würde.
„Frau Doktor, ich glaube auch ganz fest, dass der Doktor Meier den Professor retten kann!“, stellte sich nun Sabine hinter Gretchen. Die Schwester erlebte die medizinischen Fähigkeiten des Arztes nun schon seit Jahren und sie hatte immer wieder erlebt, wie Marc Patienten rettete, die andere schon aufgegeben hatten. Und sie wusste auch, dass Marc sich bei dem Professor besonders anstrengen würde. Sie merkte doch, dass er Gretchen liebte. Er war immer ein Arsch gewesen und war es immer noch, aber seit Gretchen da war, war er doch anders.
Gretchen signalisierte ihr ihre Dankbarkeit mit einem kurzen Lächeln, sah dann aber doch lieber wieder zu meinem Vater herab. Ganz genau beobachtete sie, wie sich sein Brustkorb immer wieder auf und ab senkt. Automatisch passte sie sich seiner Atmung an, merkte dann aber, wie die Luft knapp wird und so atmete sie wieder nach ihrem eigenen Rhythmus. Wie sollte dann ihr Vater so genug Luft bekommen?


Vermutlich der letzte Teil bis Mittwoch
Vergesst mich bitte nicht

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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

03.02.2010 14:43
#6 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Naaaa, wer hat mich vermisst?
Keiner? Egal, bin trotzdem wieder da




Marc war währenddessen endlich an der Kirche angekommen und stellte schnell seinen Wagen ab, bevor er mit eiligen Schritten auf das Gebäude zuschritt. Er wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn er Gretchen jetzt wiedersehen würde. Er wusste auch nicht, was er tun konnte. Dennoch riss er die Tore auf und betrat die Kirche. Sofort stürmte ein Arzt auf ihn zu und versuchte ihn abzuhalten.
„Doktor Meier, Sie dürfen hier nicht rein! Wir wissen nicht, was los ist, aber der Professor ist zusammengebrochen und einigen andren ist auch schon schwindelig und sie fühlen sich unwohl!“
„Ja, Doktor Irgendwie, jetzt gehen Sie mal zur Seite! Bin sozusagen der persönliche Arzt der Braut, ich muss da durch!“ Marc ließ sich von den Worten seines Kollegen kein bisschen beeindrucken und drängte sich an ihm vorbei. Jetzt war er schon hier und nichts und niemand konnte ihn jetzt aufhalten. Er schlängelte sich durch die aufgewühlte Menschenmenge und dabei war es ihm auch egal, wenn er hier und da so ziemlich jeden anrempelte. Es war ihm ohnehin egal, was die von ihm dachten, er wollte nur Gretchen nicht im Stich lassen.
Als er endlich durch die Menge durchgekommen war, sah er Gretchen, wie sie neben ihrem Vater kniete. Sie hielt seine Hand und schien verzweifelt. Dennoch sah sie doch bezaubernd aus. Sie sah so wunderschön aus in ihrem Kleid. Leider war sie so nicht zu ihm vor den Traualtar getreten.
„Gretchen?“ Die Angesprochene hörte seine Stimme und sah sofort auf. Sie war unheimlich froh ihn zu sehen. Jetzt würde alles gut gehen. Er sah gut aus in seinem Anzug, das musste sie sich unweigerlich eingestehen. Schnell schüttelte sie diesen Gedanken aber ab. Es kam hier nicht auf irgendwelche Äußerlichkeiten an, es ging um das Leben ihres Vaters. Deshalb war er hergekommen und dafür war sie unglaublich dankbar.
„Marc!“ Mehr brachte sie einfach nicht aus dem Mund. Es ging einfach nicht. Aber sie hatte das Gefühl, dass er auch so verstand, was sie ihm sagen wollte. Worte waren nicht nötig dafür. Er konnte herauslesen, dass sie dankbar war, dass er hier war und helfen wolle. Er kniete sich neben die Braut und fühlt den Puls ihres Vaters. Das hatte sie selbst zwar auch schon gemacht, aber bei Marc strahlte dieses Vorgehen etwas aus. Als wüsste er genau, was er tat und wie er helfen konnte.
„Krankenwagen ist schon gerufen?“
„Ja, ist er! Sie können jetzt also gehen!“, sagte dann der Bräutigam. Aber Gretchen würde nicht zulassen, dass Marc gehen würde. Nicht, bevor ihr Vater wieder gesund war.
„Ich gehe nirgendwo hin! Von so einem ignoranten Arschloch wie Ihnen muss ich mir gar nichts sagen lassen!“
„Jetzt hören Sie aber mal, Sie sind hier doch das wahre Arschloch! Sie…“
„Haltet mal die Klappe! Steckt euch eure männliche Eitelkeit sonst wo hin, aber hier geht es um meinen Vater, verdammt noch mal!“, ging Gretchen dazwischen. Konnten sie sich ihre Machtkämpfe nicht einfach sparen? Dafür hatte sie Marc nicht gerufen.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

03.02.2010 20:51
#7 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Danke nochmal an meine Kommischreiber Image and video hosting by TinyPic
Ich hoffe, ihr bleibt mir treu, denn jetzt gehts erst richtig los




„Der hat doch angefangen!“, verteidigte sich Alexis. Langsam kam sich Gretchen vor wie im Kindergarten. Der kleine Alexis hat dem Marc was weggenommen und jetzt ist der Marc ganz traurig und sauer auf den Alexis und die Zickereien gehen los. Irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie selbst etwas damit zu tun hatte. Aber sie war doch kein Spielzeug! „Außerdem kann der doch eh nichts machen!“
„Steh ich hier so blöd rum oder du? Heul halt, wenn du’s nicht ertragen kannst, dass Gretchen mich um Hilfe gebeten hat!“ Reichte es nicht schon, dass Gretchen Alexis geheiratet hatte? Jetzt musste er sich nicht auch noch beleidigen lassen.
„Doktor Meier, nun halten Sie sich aber mal zurück! Mein Schwiegersohn hat Ihnen doch gar nichts getan!“ Bei dem Wort Schwiegersohn zog sich Marcs Magen wieder zusammen. Er konnte es nicht ertragen, dass Alexis nun zur Familie Haase gehörte. Er musste das nicht auch noch hören.
Auch für Gretchen klang das noch sehr ungewohnt. Sie war nun verheiratet, aber es fühlte sich noch nicht so an. Aber sie hatte ja auch noch keine Zeit gehabt, sich darauf einzustellen, schließlich war doch ihr Vater eben zusammengebrochen. Und genau um den ging es jetzt.
„Klappe jetzt, ja?“, wollte Marc die Streitereien abhaken, wofür Gretchen ihm dankbar war. Zwar war er kein Unschuldslamm, aber jetzt wollte er es scheinbar beenden.
„Marc, halt doch selbst die Klappe!“, griff Gigi den Streit wieder auf und kassierte einen strafenden Blick von Gretchen. Die hatte nun endgültig die Schnauze voll von den Zickereien.
„Wer hat dich denn gefragt? Aber du redest ja gerne ungefragt und mischt dich in Sachen ein, die sich gar nichts angehen, ne?“ Marc sah von Gretchens Vater auf und lächelt Gigi kurz gekünstelt an. Sie konnte sich schon denken, worum es hier ging. Um diese Sache im Fahrstuhl. Doch Gretchen war froh, dass sich Gigi eingemischt hatte und rechtzeitig die Wahrheit erzählt hatte und die Hochzeit nicht wegen Marc abgesagt wurde. Aber wenn sich Gretchen hier das Ergebnis meiner Hochzeit ansah, wäre es vielleicht doch besser gewesen…
„Wenigstens rede ich nicht so eine Scheiße wie du!“
„Ach Nein? Was war dann das letztens im Fahrstuhl? Da hast du doch den totalen Mist erzählt!“
„Worum geht’s hier denn jetzt eigentlich?“, fragte Alexis, der ja nun nicht wirklich in die Sache eingeweiht war. Und Gretchen fragte sich langsam auch, um was sich dieses Gespräch hier drehte. Sollte ja eigentlich um ihren Vater gehen, aber der Streit ging scheinbar mehr um sie. Aber wieso sollten sie? Oder zumindest Marc? Was interessierte er sich noch für sie?
„Scheiße, Gretchen, weg da!“, sagte oder eher schrie Marc neben ihr und schubste sie zur Seite. Gretchen landete auf ihrem Hinterteil und sah Marc dabei zu, warum er das getan hatte. Sie hoffte, dass er einen wirklich guten Grund hatte. Aber als sie sah, was er da tat, wurde ihr klar, wie wichtig dieser Grund war. Marc hatte trotz des aufkommenden Streits doch nicht das Wesentliche aus den Augen verloren. Und jetzt musste die Blonde mitansehen, wie er seine Hände auf den Brustkorb ihres Vaters legte und den Herzschlag ihres Vaters übernehmen wollte.

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Verena1991 Offline

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04.02.2010 14:03
#8 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Dann wollen wir mal sehen, wie es weitergeht


Nein, das durfte nicht sein! Das Herz ihres Vaters durfte doch nicht einfach so aufhören zu schlagen! Das ging nicht! Sein Herz war doch groß genug, wie konnte das einfach aufhören zu schlagen? Wenn sie ihr naives Tochterdenken ausschaltete, wusste sie natürlich, wie das passieren konnte und dass es nicht so überraschend war. Abwesend beobachtete sie, wie Marc mit seinen Armen immer wieder gegen den Brustkorb ihres Vaters drückte.
Bitte, Papa, stirb nicht! Marc hilft dir doch schon! Du musst es nur zulassen!, betete sie und hoffte, dass es alles gut werden würde.
„Was ist mit Franz?“, fragte ihre Mutter panisch und wollte sich wieder über ihren Mann beugen, aber Gigi hielt sie zurück. Ausnahmsweise giftete sie Marc nicht an, sondern ließ ihn in Ruhe seiner Arbeit nachgehen. Sie wusste schließlich auch, um was es ging. Und dieses gemeinsame Bangen um Franz Haase ließ sie alle Streitereien vergessen.
„Frau Haase, beruhigen Sie sich bitte! Marc tut alles, was er kann!“ Marc bekam nur am Rande mit, was sich da hinter ihm abspielte. Wichtiger war nun die Wiederbelebung des Professors. Dieser konnte Gretchen doch nicht alleine lassen. Sie war zu sensibel um das durchzustehen. Und Marc würde nicht zulassen, dass Gretchen mit dem Tod ihres Vaters umgehen müsste. Doch die Herzdruckmassage zeigte keine Wirkung. Das Herz wollte nicht so, wie Marc wollte. Er musste zu anderen Mitteln greifen.
Noch immer beobachtete Gretchen, wie sich Marc konzentriert der Wiederbelebung ihres Vaters widmete. Aber es schien einfach nicht zu klappen. Dann sah sie, wie Marc die Hände von der Brust meines Vaters nahm. Dabei konnte er doch nicht einfach aufgeben. Bald musste sie aber feststellen, dass das gar nicht Marcs Plan war. Stattdessen legte er den Kopf des scheinbar Sterbenden in den Nacken und öffnete leicht seinen Mund. Sofort schrillten die Alarmglocken in Gretchens Kopf. Marc konnte ihren Vater nicht beatmen. Was auch immer er hatte, der Chirurg könnte sich anstecken.
„NEIN!“ Gretchens Schrei klang durch die Kirche und alle Augen waren auf sie gerichtet. Auch Marc hob seinen Kopf und sah ihr tief in die Augen. Was er sah, war Angst. Angst um ihren Vater und vielleicht auch um ihn selbst. Aber darauf konnte er keine Rücksicht nehmen.
„Hasenzahn, jetzt lass mich meine Arbeit machen!“
„Marc, bitte! Das ist zu gefährlich! Lass mich…“
„NEIN!“ Fast schon wütend schrie Marc sie an. Sie konnte nicht verstehen, warum Marc hier einfach sein Leben riskierte. Es ging ihm doch nichts über sein eigenes Leben. Wieso sollte er das jetzt aufs Spiel setzen?
„Wieso denn nicht? Soll ich zulassen, dass du dein Leben riskierst?“
„Aber ich soll das? Ich will nicht, dass du das machst, klar? Wenn du am Ende draufgehst, dann… Ach, Scheiße, jetzt halt endlich die Klappe! Ich bin noch immer dein Chef, ich entscheide, was gemacht wird!“
„Marc…“ Bevor sie dazu, ihren Einwand vorzutragen, beugte sich Marc schon wieder über ihren Vater und setzte seinen Mund auf den des Professors. Das konnte er doch nicht machen! Sollte sie jetzt zwei geliebte Personen verlieren?

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Verena1991 Offline

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05.02.2010 13:21
#9 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Wie wärs mit einem kleinen schönen Moment zwischendurch? Interesse?
Viel Spaß, ich hoffe, es gefällt euch



Geschockt sah die junge Ärztin dabei zu, wie Marc immer wieder neue Luft in seinen Mund nahm und an ihren Vater weitergab. Erst einmal, dann zweimal, dreimal… Wieso hatte er es nicht sie machen lassen? So wichtig konnte ihm sein Job doch nicht sein, dass er das alles dafür riskierte. Aber jetzt war es zu spät… Warum tat er ihr das an? Musste sie jetzt auch noch um sein Leben fürchten? Viermal… Es war unerträglich für sie. Was auch immer ihr Vater hatte, Marc könnte sich anstecken. Sie hätte ihn nicht rufen dürfen. Fünfmal… Marc atmete erschöpft aus und machte sich dann wieder an die Herzmassage. Er konnte jetzt nicht aufgeben.
„Jetzt… mach… schon!“, presste Marc heraus, während er immer wieder den Druck seiner Arme verstärkte. Wie lange hielt er das noch durch? Er machte nicht den Anschein aufgeben zu wollen. Auch wenn es anstrengend war, das musste es wert sein. Er musste den Professor retten und Gretchen so glücklich machen. Das war das einzige, was er für sie tun konnte. Immer weiter drückte er auf Franz’ Brustkorb und versucht das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Wenn sie das alles überstanden hätte, würde er sich und Gretchen eine Tafel Schokolade gönnen, das versprach er sich.
Er nahm wieder den Kopf des Chefarztes in seine Hände und machte sich wieder ans Beatmen. Gretchen bangte noch immer und hoffte so sehr, dass das alles nicht umsonst wäre. Unerwartet hörte sie ein kurzes Aufhusten ihres Vaters, nachdem Marc ihm weiter Luft zugeführt hatte. Er war wieder da! Marc hatte es tatsächlich geschafft. Dieser ließ sich erschöpft nach hinten fallen und saß nun einfach nur da und holte tief Luft.
„Danke!“ In ihrem Ansturm von Erleichterung fiel Gretchen Marc spontan um den Hals. Es schien das einzig richtige im Moment. Was hätte sie nur ohne ihn getan? Wie konnte sie das jemals wieder gutmachen? Sie stand für immer in seiner Schuld. Er hatte ihren Vater gerettet. Marcs Arme schlossen sich hinter der angehenden Chirurgin und er drückte sie näher an sich. Das musste doch falsch sein, aber es fühlte sich nicht so an. Es fühlte sich richtig an, so nah an ihm zu sein. Sie atmete seinen Duft ein und genoss vollkommen diesen Augenblick. Aber sie musste ihn loslassen. Doch sie konnte es nicht…
Marc war noch immer ziemlich k.o. von der Wiederbelebung, aber dieser Moment entschädigte alles. Gretchen in seinen Armen, ganz nah an ihm. Er strich ihr sanft über den Rücken und schmiegte sich immer mehr an sie. Am liebsten würde er sie nie mehr loslassen. Aber er wusste auch, dass da irgendwo ihr Ehemann hinter ihnen stand. Nicht immer schreckten ihn Ehemänner ab, aber Gretchen konnte er nicht teilen. Wenn er sie wollte, dann ganz. Und da sie ihren Mann nicht verlassen würde, musste er sich von ihr lösen. Am besten sofort. Aber seine Hände wollten nicht von ihrem Rücken weichen. Es war, als würden sie an ihr festkleben. Dabei musste er sie loslassen. Wenigstens einmal war es an der Zeit Moral und Anstand zu zeigen. Gegenüber Gretchen konnte er nicht weiter so rücksichtslos sein. Sie war doch etwas Besonderes.

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Verena1991 Offline

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05.02.2010 18:07
#10 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sein Gesicht senkte sich stattdessen aber und lehnte sich an ihrer Schulter an. Ganz deutlich spürte sie seinen warmen Atem an ihrem Hals. Dieser Moment war einer der intimsten, den sie je erlebt hatte. Sie saßen einfach nur aneinandergelehnt da und hielten sich in den Armen. Es fühlte sich für Gretchen sogar inniger an als jeder Moment, den sie mit Alexis verbracht hatte. Das war so falsch, aber gleichzeitig fühlte es sich so richtig an.
„Jetzt reicht’s aber mal! Lass meine Frau los!“ Grob zog Alexis Gretchen zu sich hoch und erntete sich gleich mal einen bösen Blick von seiner Frau. Sie sollte nicht so fühlen, aber sie war sauer, dass dieser Augenblick, diese Umarmung unterbrochen wurde. Aber Alexis hatte Recht, Marc war der falsche Mann für diesen Moment. Sie sollte sich mit ihrem Ehemann über die erneuten Atemzüge ihres Vaters freuen. Ihr Blick fiel wieder auf den Mann, dessen Herz wieder zu schlagen begonnen hatte, und sie riss sich schnell wieder von Alexis los und ließ sich neben ihren Vater sinken, dessen Augen wieder geschlossen waren. Dafür atmete er aber wieder und das war die Hauptsache.
„Also deine Frau ist ja wohl eindeutig mir um den Hals gefallen, ich war das unschuldige Opfer!“, verteidigte sich Marc.
Opfer? Als ob er es nicht schön gefunden hätte…
„Betatscht hast aber eindeutig du sie!“
„Ja, und sie hat sich so gewehrt!“
„Alexis hat Recht, war ja nicht mehr schön anzusehen, wie du Gretchen begrabscht hast! Sie ist jetzt verheiratet!“, mischte sich auch Gigi wieder in die Unterhaltung mit ein. Gretchen fragte sich nur, ob sie hier unsichtbar war. Alle stritten sich hinter ihrem Rücken, aber was sie dazu zu sagen hatte, interessierte hier keinen. Und sie interessierte sich nicht für diese Streitereien, die wirklich fehl am Platz waren.
„Hab ich ‚Idiot’ auf der Stirn stehen? Weiß ich doch selbst! Und jetzt macht mal nicht so nen Aufstand, da war doch gar nichts!“ War da nichts? Für Gretchen fühlte es sich ein klein wenig so an, als hätte sie Alexis betrogen. Sie schüttelte diesen Gedanken aber schnell ab und widmete sich wieder ihrem Vater. Sie legte ihre Hand auf seine und spürte, wie diese leicht zusammenzuckte, dann aber wieder ruhig dalag.
„Papa, hörst du mich? Es wird alles wieder gut! Bald bist du im Krankenhaus!“ Sie würde ihre Hochzeit also tatsächlich im Krankenhaus verbringen. Und die ganzen Vorbereitungen, das Catering und das alles, waren nun total überflüssig. Ihre Traumhochzeit wandelte sich zu einer Albtraumhochzeit. Ihr Vater war zusammengebrochen und wäre fast gestorben, sie war ihrem Jugendschwarm, der sie immer wie Dreck behandelt hatte, näher gekommen als ihrem Ehemann und alle stritten sich. Ohne vorschnell urteilen zu wollen, aber unterm Strich schien dieser Tag doch ein Desaster zu sein. Und ihre Flitterwochen konnte sie auch vergessen. Sie und die Karibik hatten nie die Chance, sich kennenzulernen. Aber ihr Vater ging eben einfach vor. Deshalb wartete sie auch ungeduldig auf den Krankenwagen, auf den sie noch immer ungeduldig warten mussten.

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Verena1991 Offline

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05.02.2010 23:49
#11 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Doch nicht nur sie wartete auf die Ankunft des Krankenwagens. Alle Anwesenden hofften, dass bald Hilfe kommen würde. Auch Marc. Die Wiederbelebung sollte nicht umsonst gewesen sein und ein zweites Mal musste er das nicht erleben. Außerdem wollte er wissen, was der Professor nun hatte und ob er selbst es auch hatte. Und Gretchen… Immerhin hatte sie auch ihren Vater berührt und auch Marc. Wie konnte er nur so verantwortungslos sein und das zulassen? Er wusste doch, dass sich Gretchen bei dem engen Körperkontakt angesteckt haben könnte. Aber wenn sie bei ihm war, blendete er alles andere aus.
„Da kommt wer!“, rief Gigi dann und deutete zur Tür. Gretchen sah von ihrem Vater auf und tatsächlich standen nur wenig später zwei gelbe Aliens neben ihr und verschafften sich einen Überblick über die Lage. Es waren wohl normale Menschen, nur eben in diesen gelben Bienenschutzanzügen, so beschrieb es sich Gretchen. Zwar nicht ganz so bienig wie sie selbst damals in diesem Fallschirmsprungoutfit, aber doch etwas…
„Also wenn ich nichts wüsste, dass Sie gerade geheiratet hätten, würd ich mich glatt anbieten!“ Natürlich erkannte Gretchen sofort, wer da so mit ihr flirtete. Nur Gordon würde doch selbst in dieser Situation mit seinen Schmeicheleien anfangen. Aber konnte er das nicht wenigstens jetzt unterlassen? Franz Haase lag hier halbtot vor ihr und ihr Ehemann stand nur wenige Meter von ihr entfernt. Der sah auch nicht gerade erfreut aus, genauso wenig wie Marc.
„Ich hab keine Ahnung, was hier los ist, er ist einfach umgekippt!“, erklärte Gretchen schnell und hoffte, dass Gordon mehr Ahnung hatte als sie selbst.
„Im Krankenhaus haben wir auch einige solche Fälle. Da die erste Betroffene bis vor wenigen Tagen in Afrika war, testen wir gerade auf einige Viren. Verdacht auf Ebola.“, erklärte Gordon möglichst leise, um keine allgemeine Panik zu verbreiten.
Aber jetzt mal ganz ehrlich… Wenn hier zwei Bienen reinmarschieren, dann kommt die Panik auch ohne dass man den Verdacht ausspricht! Also ich hab verdammt nochmal Panik! Ich bin zu jung zum Sterben! Ich habe eben erst geheiratet, da kann man mir nicht einfach so den Sargdeckel schon auf den Kopf schlagen!
„Ebola? Ach du Scheiße…“, meinte Marc daraufhin nur schockiert. Was hätte er auch sagen sollen? Schließlich hatte er vielleicht ein Virus in sich, das in über 50% der Fälle tödlich endete. Das waren nicht gerade die besten Voraussetzungen für ihn und den Professor. Wer sollte sich denn dann noch um Gretchen kümmern? Diese Frage kam Marc auf, der nicht dachte, dass Alexis von Buren in der Lage wäre sich gut um Gretchen zu kümmern.
„Wir nehmen zuerst den Professor mit, dem scheint es am schlechtesten zu gehen. Der Rest wird später in Quarantäne geholt, sobald wir mehr Wagen zur Verfügung haben!“, klärte sie Gordon über das weitere Vorgehen auf und machte Gretchen dabei wirklich immer mehr Angst. Sie wollte nicht in Quarantäne! So hatte sie sich ihre Flitterwochen nicht vorgestellt!

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Verena1991 Offline

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06.02.2010 16:03
#12 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Na, worauf wartet ihr dann noch? Wenn wir dann mal los könnten…“, sagte Marc dann und stand dabei auf. Gretchen fragte sich, ob er überhaupt vorhin überhaupt richtig zugehört hatte. Sie kamen doch erst später in Quarantäne, nicht jetzt! Gordon und sein Kollege hievten ihren Vater derweil auf eine Trage und wollten sich zum Ausgang durchkämpfen. Ängstlich und verzweifelt sah Gretchen ihrem Vater nach und ihre Mutter musste sogar von Gigi zurückgehalten werden, um ihm nicht nachzurennen. Anschließend fiel Gretchens Blick auf Marc, der den Anschein machte, ebenfalls mitgehen zu wollen.
„Marc? Wir müssen jetzt aber erstmal hier bleiben!“
„Wenn du hier bleiben willst, kannst du das gerne machen! Ich fahre da jetzt mit!“
„WAS? Du willst mit einem vermutlich ebolainfizierten Mann mitfahren? Ohne Schutzanzug?“
„Ebola? Wer hat hier Ebola?“, hörte man dann aus einer der hinteren Reihen. So leicht löste Gretchen von Buren anscheinend eine Massenpanik aus, die vermieden werden sollte.
„KEINER! Es werden nur einige Tests gemacht! Noch ist gar nichts sicher und solange es Ihnen gut geht, sind Sie vermutlich eh kerngesund!“, versuchte Marc die Hochzeitsgesellschaft zu beruhigen, aber so ganz wollte ihm das nicht gelingen. Aber immerhin war besser als ihre Panikmache. „Man sieht sich! Hoffentlich…“ Diese Worte des Oberarztes waren nur an seine Assistenz gerichtet, wobei das letzte Wort mehr genuschelt war und er dabei schon einige Schritte von ihr entfernt war. Sie wusste nicht, ob er wollte, dass sie es hörte, aber sie hatte es getan. Und es machte ihr Angst. Wollte er ihr etwa sagen, dass sie sich vielleicht nie wieder sahen?
„Marc!“, rief sie ihm nach, und er blieb anschließend tatsächlich einige Meter von ihr entfernt stehen. Er drehte sich nochmal leicht um und sah mit seinem Gesicht über seine Schulter in ihre Richtung, direkt in ihre Augen. Er sagte nichts, aber sie sah so etwas wie Sehnsucht und Wehmut in seinem Blick. Er musste nichts sagen und sie verstand doch ganz genau, was er dachte. Aber er sollte nicht denken, dass sich ihre Blicke jetzt ein letztes Mal kreuzten. Sie wollte noch so oft in seine grünen Augen blicken und sie deuten. Und wenn es nur die Zufriedenheit über einen gemeinen Spruch über sie war, die sie darin lesen konnte, wollte sie es noch ganz oft tun. Und sie war sich sicher, dass auch er noch oft ihren bösen Blick sehen wollte, wenn sie sich wieder über ihn aufregte. Warum ging er dann, wenn er es nicht wollte? Er konnte doch nicht wirklich denken, dass er sterben würde! Sonst hielt er sich für Gott persönlich und jetzt sollte er ein Sterblicher sein? Das konnte er nicht tun. Er sollte einfach wieder den unverwundbaren Gott spielen, dem nichts etwas anhaben konnte.
„Sternchen?“ Als die in Gedanken versunkene Ärztin Alexis’ Stimme hörte, schreckte sie aus eben jenen auf und blicket kurz zu ihm. Ihrem Ehemann… Was wollte er jetzt? Aber es war wohl besser, wenn er diesen Moment unterbrochen hatte. Sie musste Marc vergessen! Nur konnte sie das einfach nicht. Sie fühlte sich leer, während sie in Alexis’ Augen sah und wandte ihren Blick wieder zu Marc. Aber der war weg. Er stand nicht mehr da, wo er vorher noch war. Er war weg… einfach weg. Und es war vielleicht das letzte Mal, dass sie ihn gesehen hatte…

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07.02.2010 00:29
#13 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ich weiß, dass es gerade etwas dramatisch ist und es das auch noch etwas bleiben wird (will da jetzt keinen genauen Zeitraum nennen ), aber ich hoffe, ihr haltet das durch und ich versuche auch, das immer wieder durch ein paar witzige oder romantische Momente zu durchbrechen
Ich wünsche weiterhin viel Spaß beim Lesen



Marc saß im Krankenwagen und überprüfte dabei unentwegt die Vitalfunktionen seines Chefs. Dabei wanderten seine Gedanken aber auch immer wieder zu einer gewissen jungen Frau. Was war das eben zwischen ihnen? Erst diese Umarmung und dann dieser Blick. Was hatte sie in diesem Moment gedacht? War es nur ein Streich seines Gehirns, dass er in ihrem Blick zu ihm mehr Liebe sah als in ihrem Blick zu ihrem Ehemann? War das nichts weiter als eine Wunschvorstellung? Er wusste es nicht. Er wusste nur, dass sie sich gerade wahnsinnige Sorgen um ihren Vater machte, der dringend ins Krankenhaus musste. Und das schnell. Nur fuhr der Krankenwagen seiner Meinung nach nicht schnell genug.
„Geht’s vielleicht noch langsamer? Die Oma da hinten hat uns noch nicht überholt!“, meckerte er deshalb dann den Fahrer an, der sich wirklich viel Zeit ließ. Wozu gab es Blaulicht? Doch wohl dafür, um Patienten so schnell wie möglich zu retten und nicht um gemütlich über die Straßen zu fahren.
„Ich denke, dass ich kein guter Zeitpunkt für ihre Scherze, Doktor Meier!“, maßregelte Gordon den ungeduldigen Oberarzt.
„Jetzt halten Sie mal ihre Klappe, Sie haben doch keine Ahnung!“
„Sagen Sie mal… Waren Sie auch bei der Hochzeit?“ Bei dem Gedanken an die Hochzeit sank Marcs Laune nur noch mehr. Ständig kam es ihm wieder in den Sinn und jetzt wurde er auch noch zusätzlich daran erinnert.
„Kurz… Wieso?“
„Ich frag mich nur, ob Sie mitbekommen haben, wie der Professor zusammengebrochen ist.“
„Nein, hab ich nicht! Ich hatte keinen Bock mehr auf die Veranstaltung, dann bin ich abgehauen!“
„Schon klar, ich verstehe!“
„Was verstehen Sie?“
„Sie sind doch ganz schön verschossen in Frau Doktor Haase!“, meinte Gordon nur, als wäre es das natürlichste dieser Welt. Aber für Marc war es widernatürlich. Er verliebte sich eigentlich nicht und das aus gutem Grund. Man wurde ja doch nur verletzt. Wer verliebt ist, ist verletzt. Und keiner sollte wissen, dass er verwundbar war.
„Wer hat Ihnen denn ins Hirn geschissen? Und jetzt kümmern Sie sich bitte weiter um den Professor! Der ist jetzt wichtiger als irgendwelche dicken Frauen!“
„Was sagen Sie denn immer, dass Doktor Haase dick ist? Hat doch ne tolle Figur!“
„Gehen Sie mal zum Augenarzt! Und vorher reden Sie bitte kein Wort mehr!“ Auch wenn Marc es nicht eingestehen würde, musste er zugeben, dass Gretchen es ihm samt ihrer Kurven einfach angetan hatte. Sie hatte vielleicht etwas mehr aus den Hüften, aber genau das liebte er irgendwie doch auch an ihr. So war eben sein Hasenzahn. Ihre Figur war nicht perfekt, aber genau das machte sie aus und auch wieder auf eine gewisse Weise perfekt. Gleichzeitig war Gretchen auch die einzige Frau, bei der er über Äußerlichkeiten hinwegsah. Sie war die liebste, netteste und gutherzigste Frau, die er kannte. Alles Eigenschaften, die ihn normalerweise nicht im Geringsten interessierten, aber die Gretchen einfach zu dem Menschen machten, der sie war. Zu dem Menschen, den er über alles liebte.

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Verena1991 Offline

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07.02.2010 13:53
#14 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Einige Zeit später war nun auch Gretchen im Krankenhaus angekommen und lag in ihrem Quarantänezimmer. Sie wusste nicht, wie viel Zeit seit dem Zusammenbruch ihres Vaters vergangen war, aber jetzt war sie endlich im Krankenhaus und ihr Vater auch. Jetzt konnte ihm hoffentlich geholfen werden. Und zwar so richtig, ohne dass Marc wieder seine Gesundheit und sein Leben riskieren musste. Aber nun waren alle bei der Hochzeit Anwesenden durch weitere Krankenwagen hergebracht worden und Gretchen lag mit Alexis, Gigi und ihrer Mutter in einem Zimmer. Dabei konnte sie hier nicht ihre Zeit fristen, während ihr Vater um sein Leben kämpfte. Sie musste zu ihm und sehen, wie es ihm ging. Und sie musste wissen, was mit Marc los war. Stattdessen wartete sie nun aber widerwillig und wütend in dem isolierten Raum. Sie wartete und wartete, aber so langsam glaubte sie nicht mehr, dass irgendwer kam und sie aufklärte, was los sei oder was passierte. Nun lag Gretchen einfach nur auf einem Bett und hoffte, dass alles gut würde. Zwar hörte sie die Stimmen ihrer ‚Mitinsassen’, aber sie realisierte nicht, was sie sagten. Aber es war ihr auch egal. Im Moment war ihr fast alles egal.
„Gretchen?“, vernahm sie die Stimme ihrer Mutter hinter sich.
„Gretchen!“ Da sie jegliche Reaktion verweigerte, sprach nun auch Alexis seine Ehefrau an, die langsam doch genervt war. „Sternchen!“
„Gretchen?“ Als sich nun auch die Letzte im Bunde einmischte, reichte es Gretchen und sie richtete sich nun auf und sah ihren Vertrauten in die Augen.
„Jaha! Ist ja gut! Was gibt es denn?“
„Sag mal, träumst du?“, fragte Gigi und sah ihre beste Freundin verwundert an.
„Nein, ich denke nur nach!“
„Worüber denn?“
„Über diese ganze Virussache… Ich hoffe nur, dass es Papa gut geht!“ Und Marc auch, fügte sie noch in Gedanken dazu.
„Margarethe, ich denke doch auch an nichts anderes! Aber Papa wird bestimmt wieder gesund und dann kannst du auch endlich dein Eheleben genießen!“ Das hoffte Gretchen auch. Aber dazu durfte sich Marc nicht mehr hinterhältig in ihr Herz schleichen. Wobei sie diesen wohl in nächster Zeit eher nicht sehen würde…
„Jaaa, ganz bestimmt!“, sagte sie dann nicht gerade überzeugt. Aber mehr war einfach nicht drin… „Was wolltet ihr eigentlich von mir?“
„Wir wollten nur wissen, wie es dir geht. Wir machen uns Sorgen, du bist so abwesend!“, erklärte Bärbel und setzte sich neben ihre Tochter, wobei sie ihr fürsorglich einen Arm um die Schulter legte.
„Ja, ich weiß… Die Sache ist eben so kompliziert!“ Kaum hatte Gretchen ihre Worte ausgesprochen, wurde die Tür geöffnet und sie bekamen wieder Besuch von den Menschen in Schutzanzügen. „Was gibt’s?“, fragte Gretchen möglichst gelassen, befürchtete aber schon Schlimmes.
„Kommen Sie bitte mit uns? Wir nehmen Ihnen nun Blut ab!“ NEIN! Blutabnehmen… Spritzen! Hilfe!

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Verena1991 Offline

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07.02.2010 18:41
#15 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Als Ärztin weiß ich natürlich, dass das nötig war. Aber Herr Gott nochmal, ich bin doch wohl mehr Mensch als Arzt! Und als Mensch hasse ich Spritzen! Ich hab Angst vor den Dingern, die pieksen so gemein in die Haut! Es bedarf schon einen großen Kraftaufwand der Menschen in den Schutzanzügen, um mich aus dem Zimmer zu ziehen. Ich mag nicht! Ich bin die Braut, heute ist MEIN Tag! Da bestimme ich, ob Blut abgenommen wird oder nicht! Und auf meiner Hochzeit wird kein Blut abgenommen! Zumindest nicht mir!
„Sternchen, jetzt geh bitte mit den Leuten mit und stell dich nicht so an!“, hörte sie Alexis sagen, der wie Bärbel und Gigi freiwillig mit den Menschen mitging. Sie hatte ja schon ein wenig mehr Rückendeckung erwartet, aber die blieb ihr wohl verwehrt.
„Jaha!“, antwortete sie deshalb nur genervt und gab den Widerstand tatsächlich kurz auf. Aber auch nur kurz. Denn je näher sie der bösen Spritze kam, desto panischer wurde sie und langsam legte sie den Rückwärtsgang ein. Natürlich blieb das nicht unbemerkt und schon wurde sie wieder weitergezogen. Letztendlich war aller Widerstand umsonst und sie wurde doch in einen kleinen Laborraum gedrängt, wo sie nun alleine mit einem einzigen Arzt im Schutzanzug war. Sie hoffte nur noch inständig, dass dieser sehr feinfühlig war, was Nadeln anging.
„Hasenzahn, du auch hier? Na, wie war die Hochzeit?“ Hasenzahn? Da wurde ihr doch gleich klar, wer sich da unter dem Anzug versteckte. Ganz toll… Sie befürchtete, dass ihr Gegenüber ganz besonders schmerzhaft zustechen würde. Aber irgendwie freute sie sich auch Marc wiederzusehen. Auch, wenn sie sein Gesicht nicht wirklich erkennen konnte.
„Marc? Was machst du hier? Wie geht’s meinem Vater?“
„Klappe, setzen!“ Freundlich wie immer wies er sie an Platz zu nehmen. Brav gab sie aber doch Ruhe uns setzte sich auf den Stuhl vor Marc, der prompt nach ihrem Arm griff und einen Puls suchte. „Ich helfe bei den Blutabnahmen und deinem Vater geht es den Umständen entsprechend gut. Die Ergebnisse der Blutwerte erhalten wir in einigen Stunden.“ Das klang aber nicht unbedingt gut… Aber mehr konnte sie wohl nicht erwarten. Aber eine Frage brannte ihr dann doch noch auf den Lippen.
„Und… wie geht’s dir?“
„Muss…“ Unter dem Schutzhelm vermutete sie ein trauriges Gesicht von Marc. Gerne hätte sie es richtig gesehen, aber das ging eher schlecht.
„Wurde dir auch schon Blut abgenommen?“ Marc war nicht gerade begeistert über den Verlauf des Gespräches. Er redete nicht gerne über seinen möglicherweise schlechten Gesundheitszustand. Weiterhin tastete er ihren Arm ab und suchte nach einem Puls. Bei ihrem Anblick fiel ihm die Konzentration aber zunehmend schwer. Sie sah einfach so schön aus.
„Jepp!“ Er schien einen Puls gefunden zu haben und nahm eine Spritze von dem kleinen Tisch neben ihm. Und was für ein Mordsteil! Da wurde ihr ja jetzt schon schlecht! Die war bestimmt länger als eine XXL Tafel Schokolade. Im Angesicht ihres schlimmsten Feindes musste Gretchen nun doch schwer schlucken. „Keine Angst, Hasenzahn! Der Doktor Meier macht das schon!“
„Ich habe keine Angst! Hey, ist doch nur eine kleine Spritze!“, versuchte sie die Sache herunterzuspielen, aber so leicht ließ sich Marc nicht täuschen. Er konnte ihren Augen doch ganz genau ablesen, welche Angst sie hatte. Er kannte seinen Hasenzahn doch.

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Verena1991 Offline

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07.02.2010 21:20
#16 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Danke für eure Kommis
Es kam einige Male der Wunsch auf, dass er es ganz gefühlvoll macht? Mal sehen, was sich machen lässt



„Genau! Und jetzt halt still, sonst steche ich daneben!“ Gretchen kniff die Augen ganz fest zusammen, um nicht sehen zu müssen, was gleich passierte. Sie musste ihren eigenen Untergang ja nicht noch direkt mitansehen müssen. Sie hoffte inständig, dass Marc in dieser Angelegenheit wie Mehdi wäre und es nicht weh tun würde. Tief im Inneren musste doch auch ein Marc Meier eine sanfte Seite haben.
„AUAAAA!“ Nein, Marc hatte keine sanfte Seite. Schmerzvoll musste sie feststellen, dass Marc die Spritzen in die Haut rammte wie manch einer ne Axt in einen Baum. Wieso musste ihr ausgerechnet Marc Blut abnehmen? Viel schmerzvoller konnte man das nicht machen!
„Schrei hier nicht so rum, ist doch schon vorbei!“, meinte Marc schließlich gefühlte Stunden später, in denen ihr sämtliches Blut aus den Adern gesaugt wurde. Zumindest fühlte sie sich jetzt so.
„Das hat aber wehgetan!“
„Ja, und?“
„Na, sanfter wär eben schöner gewesen!“
„Da biste hier aber an der falschen Adresse! Ich bin vieles, aber nicht sanft! Und das übrigens in jeglicher Hinsicht!“
„Marc?“, fragte sie nochmal vorsichtig und überging seinen Kommentar einfach. Sie hatte das Gefühl, dass es Wichtigeres zu klären gab.
„So heiße ich! Darfst mich aber auch gerne Gott nennen!“
„Lass die Scherze mal bitte! Marc, glaubst du, dass du… Naja, dass du dich angesteckt hast? Wie geht es denn dann weiter?“ Marc schwieg, weil er einfach nicht wusste, was er sagen sollte. Er wusste wirklich nicht, wie es weitergehen würde. Aber er hatte Angst. Aber dieses Schweigen sagte doch auch schon einiges, das erkannte auch Gretchen. Sonst konnte Marc nie seine Klappe halten. Das schien ihm wirklich nahe zu gehen. Wenn er doch nur mit ihr darüber reden würde… Vielleicht konnte sie ihm helfen! Zögerlich legte sie ihre Hand auf seinen von dem Schutzanzug bedeckten Arm, woraufhin er leicht zusammenzuckte, sich dann aber entspannte. Er hatte sich ziemlich erschrocken, aber irgendwie freute er sich über diesen Schreck. Auch wenn er sie durch den Anzug nicht wirklich spüren konnte, fühlte er doch die Nähe und Wärme, die von ihr ausging. Wann hatte er angefangen so zu denken? Er musste damit aufhören und schnellstens einsehen, dass es vorbei war und sie nun verheiratet war. Sie war nicht mehr als eine Kollegin.
„Marc, du kannst mit mir über alles reden!“ Konnte er das wirklich? Damit sie es nachher brühwarm ihrem feinen Gatten erzählen konnte? Die waren wahrscheinlich auch eines dieser ‚Wir lieben uns so sehr und sagen uns alles’-Pärchen…
„Hasenzahn, ich werde hier nicht fürs Quatschen bezahlt, also halt endlich den Rand!“, sagte Marc gereizt und Gretchen fühlte sich gerade ziemlich überfahren. Sie hatte ihm doch nichts getan! Aber das hatte ihn bekanntlich noch nie daran gehindert sie zu beleidigen. Schnell zog sie ihre Hand wieder von ihm weg, sah ihn aber dennoch noch intensiv an.
„Hast du Angst?“
„Nein! Warum sollte ich?“, meinte er daraufhin nur, wagte es aber nicht, ihr in die Augen zu sehen, in der Hoffnung, dass sie so die Wahrheit nicht erkennen würde. Aber sie sah trotzdem, dass er log. Es ging ihm schlecht, aber er ließ sich nicht helfen. Er beschriftete ihre Blutprobe und packte sie dann weg. Er wollte nicht darüber reden, aber Gretchen wollte wissen, was mit ihm los war.
„Vielleicht, weil mein Vater wahrscheinlich Ebola hat und du ihn zufällig wiederbelebt hast? Warum hast du das eigentlich getan? Warum hast du es nicht einfach mich machen lassen?“


Tja, das mit der sanften Blutabnahme hat wohl nicht so geklappt
Aber vielleicht kommt jetzt ja einiges auf den Tisch

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07.02.2010 22:05
#17 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Tja, da wüsstet ihr jetzt gerne die Antwort, nä Aber es gibt ja nicht nur Gretchen und Marc
Aber wenn ihr ganz, ganz lieb seid und nett Bitte Bitte sagt, lasse ich mich vielleicht erweichen und liefer euch später noch einen Teil
Aber jetzt erstmal viel Spaß mit diesem Teil



Schwester Gabi kam ebenfalls gerade vom Blutabnehmen und drückte das Pflaster nochmal gegen die Stelle, in der gerade noch eine lange Nadel steckte. Die dafür verantwortliche Schwester hatte wahrscheinlich erst gestern ihre Ausbildung abgeschlossen, so wie sie sich angestellt hatte. Gabi blickte wieder nach vorne und wollte zurück auf ihr ‚gemütliches’ Quarantänezimmer, als ihr Blick auf jemanden fiel, der ebenfalls gerade aus einem der Labore kam und dem offenbar auch gerade Blut abgenommen wurde. Jemand, der sich als jemand ausgab, der er nicht war. Und sie wusste davon. Wenn das mal kein Zeichen war… Das musste ihr doch irgendwie von Nutzen sein können!
„Herr von Buren!“, sagte Gabi freundlich und ging auf den Mann zu, der sich ebenfalls nochmal das Pflaster festdrückte.
„Frau… Äh… Hallo!“
„Gabi Kragenow!“ Sie streckte ihm die Hand hin, die er vorsichtig schüttelte.
„Ach ja… genau…“ In Wahrheit hatte er den Namen noch nie gehört…
„Sie müssen ja nicht wissen, wer ich bin!“, antwortete Gabi mit einem betont netten Lächeln, nachdem sich die Hände wieder gelöst hatten. Alexis lächelte sie gezwungen an und wollte wieder zurück auf sein Zimmer, aber dann hörte er Gabi weiterreden. „Ich weiß ja dafür, wer Sie sind. Oder eben, wer Sie nicht sind!“ Erschrocken drehte sich Alexis um und sah Gabi entsetzt an.
„Wie… meinen Sie das?“
„Ich habe da ganz zufällig ein kleines Gespräch zwischen Ihnen und Ihrer…“ Sie hob die Hände und zeichnete zwei Gänsefüßchen in die Luft. „Mutter belauscht!“ Alexis äffte ihre Bewegung nach und hoffte, dass sie nicht das meinte, was er dachte.
„Mutter?“
„Ja, Sie wissen schon! Die alte Schachtel, die Sie jetzt regelmäßig vögeln müssen!“ In Alexis Kopf flogen alle Gedanken durcheinander und es taten sich tausende Fragen auf. Woher wusste sie das? Was wollte sie? Würde sie es Gretchen sagen? Wie würde es weitergehen?
„Woher…“
„Sie haben da so einen schönen Geheimgang!“, sagte Gabi weiterhin mit ruhiger und gelassener Stimme, aber ihr Magen zog sich zusammen, als sie an ihre Entdeckung darin dachte. „Und Ihre… Wandbekleidung ist auch sehr… extravagant!“
„Sie wissen von allem?“ Ertappt sah Alexis zu Boden. Ausgerechnet sein Hochzeitstag endete in so einer Katastrophe…
„Sieht ganz so aus!“
„Was wollen Sie?“ Alexis sah wieder auf in die gierigen Augen von Gabi, die ihn süffisant anlächelte.
„Ich wüsste da schon was…“, meinte Gabi und blickte Alexis von unten aus ihren Augenwinkeln an.
„Wollen Sie etwa auch, dass ich es Ihnen besorge?“, fragte Alexis schockiert und löst damit ein Lachen von Gabi aus.
„Nein, sicher nicht! Nichts gegen Sie, aber ich werde es bestimmt nicht mit einem treiben, der es seiner angeblichen Mutter besorgt! Und mit dem dicken Haasen teile ich mir bestimmt auch keinen Mann mehr!“
„Was meinen Sie damit? Sie haben sich einen Mann mit Gretchen geteilt?“ Wenn es um seine Frau ging, horchte Alexis natürlich auf. Erst Recht nach dem Vorfall in der Kirche mit diesem Meier…
„Jetzt hören Sie mal auf mit Ihren Fragen! Ich gebe hier den Ton an, okay? Also, was will ich denn, was will ich denn?“ Gabi tat so, als würde sie grübeln und Alexis wartete ungeduldig auf ihre Forderung. „Wie wär’s mit 1000 Euro?“
„Was? Einmalig oder im Monat?“ Wieder lachte Gabi auf und schüttelte leicht den Kopf.
„Ihr Männer seid manchmal so dumm! In der Woche natürlich!“ Zuerst schaute Alexis schockiert die gierige Frau an, doch am Ende konnte diese tatsächlich mit dem Versprechen auf wöchentliche Schecks wieder auf ihr Zimmer gehen. Tausend Euro in der Woche waren nur Peanuts für Alexis, deren Verlust er leicht verkraften konnte. Gretchen zu verlieren, würde jedoch eine unheilbare Wunde in seinem Herzen hinterlassen…

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08.02.2010 10:11
#18 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Guten Morgen, meine Lieben
gestern kam ja kein Teil mehr, aber es war ja schon spät und ich zu müde zum Korrekturlesen
Aber da ich heute sage und schreibe 1 ganze Schulstunde hatte, gehts ja trotzdem recht schnell weiter



„Marc! Ich hab dich was gefragt!“, erinnerte Gretchen ihr Gegenüber, der lieber schweigend auf seine Unterlagen starrte als ihr zu antworten.
„Ich weiß, ich bin ja nicht taub!“
„Ja und?“, fragte sie nochmal nach, als Marc noch immer lieber schwieg.
„Was und? Wir sind jetzt sowieso fertig, du kannst also wieder gehen!“ Sie sollte jetzt gehen? Er konnte doch nicht wirklich glauben, dass sie seiner Aufforderung Folge leisten würde. Trotzig blieb sie auf ihrem Platz sitzen und hatte noch lange nicht mit diesem Gespräch abgeschlossen.
„Mit Sicherheit nicht! Ich habe dich was gefragt und erwarte eine Antwort!“
„Gretchen, lass es einfach gut sein! Das ist allein meine Sache!“ Noch immer suchte sie seinen Blick, aber er wich ihr einfach immer aus. Wieso konnte er nicht mit ihr reden?
„Marc, du kannst mir viel sagen, aber nicht, dass das mich nichts angeht! Ich hab jahrelang mein ganzes Leben nach dir ausgerichtet und alles für dich getan! Ich habe dich geradezu vergöttert, obwohl du mich wie Dreck behandelt hast! Und jetzt auf einmal war dir mein Leben nicht mehr scheißegal? Ich will verdammt nochmal wissen, warum!“ Marc überlegte, was er sagen sollte. Sollte er sagen, dass er es getan hatte, weil er sie liebte? Aber was nützte das, wenn sie ihn nicht liebte? Was nützte es, wenn er ihr sagte, dass ihm ihr Leben wichtiger war als seins? Würde sie ihren Mann verlassen und mit ihm zusammen sein, wenn er ihr all das sagte? Aber sie hatte ihn geheiratet, sie liebte den Millionär und nicht den Arzt. Er hatte das eingesehen und würde es akzeptieren! Aber dafür sollte sie ihn in Ruhe lassen und ihn nicht zusätzlich noch verletzen.
Während Marc nichts sagte, fühlte sich Gretchen wieder nackt und wehrlos. Sie offenbarte ihm, was sie fühlte und legte ihm ihre Gedanken dar und er verschloss sich vor ihr.
„Was glaubst du denn? Warum habe ich das wohl gemacht?“, sagte beziehungsweise fragte er dann endlich, nachdem sie schon die Hoffnung aufgegeben hatte, dass er noch etwas sagen würde. Aber was sollte sie jetzt sagen? Sie hatte schließlich ihn gefragt. Aber sie musste nichts sagen, denn Marc übernahm nun weiterhin das Reden. „Ich hab das gemacht, weil ich Arzt bin, okay? Ich habe einen Eid geleistet, dass ich Leben retten werde und genau das habe ich getan! Du denkst wahrscheinlich wieder irgendwie so einen sentimentalen Quatsch! Also nochmal zum Mitschreiben! Ich hab das auch rein beruflichen Gründen getan und mich NICHT von irgendwelchen Gefühle leiten lassen!“ Gretchen ließ die Worte auf sich wirken und musste schwer schlucken. Wie konnte sie auch nur anderes denken? Wie konnte sie immer denken, dass sie ihm vielleicht doch mehr bedeutete?
„Ja, ich weiß… Du hast nämlich gar keine Gefühle!“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie ihm diese Worte ins Gesicht sagte. Und diese Worte trafen ihn schwer. Sie sagte ihm, er hätte keine Gefühle. Dabei war sie es, die in ihm Gefühle auslöste, die er schon lange nicht mehr hatte. Und dann auch noch in einem Ausmaß, das er so noch nie empfunden hatte… Aber es war egal, was sie dachte. Wichtiger war, was sie fühlte. Und sie liebte nun ihren Mann. Da war die Wahrheit über seine Gefühle doch sinnlos.
Gretchen wartete vergeblich auf eine Reaktion seinerseits und sah ein, dass das Warten keinen Zweck hatte. Sie sollte lieber bei Alexis sein. Ihrem Ehemann, der sehr wohl Gefühle hatte und diese auch zeigen konnte. Ein Mann, wie sie ihn sich immer gewünscht hatte! Sie sollte nicht hier bei Marc sein… Langsam stand sie auf und ging zur Tür. Sie hielt die Klinke schon in der Hand, als sie sich nochmal umdrehte. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie gesagt, Marc hätte gerade eiligst seinen Blick von ihr abgewandt. Aber das konnte nicht sein… Und deswegen ging sie mit einem letzten sehnsüchtigen Blick aus dem kleinen Raum. Weg von dem Mann, der sie immer unglücklich gemacht hatte und sie auch niemals glücklich machen konnte.


Hasst mich ruhig, ich halte das aus

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08.02.2010 15:45
#19 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sie ging wieder auf das ihr zugewiesene Quarantänezimmer, wo sie von ihren Liebsten schon erwartet wurde.
„Margarethe, da bist du ja wieder! Warum hat das bei dir denn so lange gedauert? Und warum weinst du?“, fragte ihre Mutter sofort, kaum dass Gretchen einen Schritt ins Zimmer gewagt hatte. Es war der Ärztin unangenehm darauf angesprochen zu werden und am liebsten hätte sie gar nicht darüber gesprochen, sondern einfach in Ruhe nachgedacht.
„Ach, ähm…“ Marc und ich haben noch schön ne Runde gequatscht und dabei hat er mich natürlich wieder verletzt. Er ist mir noch immer irgendwie wichtig und ich kann es nicht ertragen, dass ich ihm egal bin. Genau so werde ich es natürlich sagen! Wenn man mir das Hirn amputiert hätte… „Da war so ein total untalentierter Arzt oder Pfleger oder was auch immer… Der hat sich so dilettantisch angestellt und das hat echt wehgetan!“ Das war nicht mal ganz gelogen, denn es hatte wirklich wehgetan. Sowohl körperlich als auch seelisch…
„Und deswegen weinst du?“ Skeptisch zog Bärbel die Augenbrauen zusammen und sah nicht so aus, als würde sie ihr glauben…
„Jaaa! Weißt du, wie weh so eine Spritze tut, wenn man bei so nem Anfänger landet?“
„Och, Margarethe! Ich seh doch, dass es nicht daran liegt!“ Was sollte Gretchen jetzt sagen? Alexis war ja auch noch hier im Raum… „Du kannst doch immer mit mir reden, wenn dich etwas bedrückt!“ Sie legte ihre Hände auf Gretchen Oberarme und suchte ihren Blick. Nun wich Gretchen ihr aber ebenso konsequent aus wie Marc es eben noch bei ihr getan hatte. Es würde doch niemand verstehen, was mit ihr los war. „Ich versteh dich doch!“ Gretchen verstand die Worte ihrer Mutter nicht ganz. Was verstand sie?
„Mama, ich…“ Gretchen wusste nicht, was sie sagen sollte, aber bevor sie sich etwas ausdenken musste, unterbrach Bärbel sie auch schon.
„Kind, ich mach mir doch auch Sorgen um Papa! Aber der schafft das schon! So leicht gibt der nicht auf!“ Erst jetzt realisierte Gretchen, dass Bärbel die ganze Zeit von Franz geredet hatte.
„Ja… schon…“
„Es ist okay, wenn du weinst! Aber sag mir dann auch, warum du weinst!“ Gretchen würde ja wirklich gerne darüber mit jemandem reden, aber wenn sie die Wahrheit sagte, würde sie es nicht verstehen! Gretchen verstand es ja nicht einmal selbst…
„Mach ich, Mama! Das nächste Mal rede ich mit dir darüber! Ich weiß nur einfach nicht, wie ich damit umgehen soll!“ Gretchen spielte das Spiel mit und redete nun auch über ihren Vater, über den sie sich ja auch Sorgen machte. Ihre Mutter nahm sie in ihre Arme und tätschelte ihr behutsam den Rücken. Dann spürte sie noch eine dritte Hand auf ihrer Schulter und als sie den Kopf hob, sah sie Alexis neben sich. Er machte sich auch Sorgen… Wie ein guter Ehemann das eben so tat. Und sie weinte hier wegen Marc… Das hatte Alexis nicht verdient!
„Sternchen, ich bin auch immer für dich da! In guten wie in schlechten Zeiten! Bei uns kommen leider die schlechten Zeiten zuerst, aber wir werden das zusammen schaffen!“ Er war so süß… Eigentlich genau so wie sie Marc immer wollte. Sie löste die Umarmung mit ihrer Mutter und ihr und Alexis’ Lächeln ermutigten sie seine Hand zu nehmen. Er drückte sie an sich und gemeinsam legten wir sich auf eines der Betten. Er gab ihr die Liebe und Geborgenheit, die sie brauchte. Und deswegen liebte sie ihn. Nur ihn! Oder?

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Verena1991 Offline

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08.02.2010 20:20
#20 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Es war mittlerweile schon später Nachmittag und Marc saß noch immer in diesem kleinen Laborraum und hatte nun auch schon allen Blut abgenommen. Er war ziemlich müde und erschöpft und würde am liebsten sofort einschlafen. Aber er musste noch die Ergebnisse abwarten. Die könnten sich echt langsam beeilen. Den unbequemen Schutzanzug hatte er ausgezogen und er wollte sich gerade etwas zurücklehnen, als die Tür aufgemacht wurde und eine Schwester mit einigen Akten vorsichtig eintrat. Die Ergebnisse waren da…
„Doktor Meier, ich hab hier…“
„Labern Sie nicht, geben Sie her!“, forderte Marc sogleich und erschreckte die unsichere Schwester. Zögerlich trat sie dann mehr ins Zimmer und legte die Akten auf den Tisch. „Ist noch was? Wenn nicht, können Sie ja aufhören, mich so anzustarren! Ich weiß, der Anblick ist toll, aber es reicht auch mal! Bin ja schließlich kein Ausstellungsstück im Museum…“ Seine nicht gerade nette Ansage zeigte Wirkung und die Schwester verließ daraufhin eiligst den Raum. Zögerlich griff Marc nach den Akten. Welche sollte er zuerst anschauen? H wie Haase… Glücklicherweise war sie noch nicht als von Buren eingetragen, sonst wäre er jetzt ziemlich aggressiv. Obwohl er das auch so war, wenn er nur daran dachte, dass sie diesen Typen geheiratet hatte. Wieso hatte er jetzt also ihre Akte in der Hand? Sie war verheiratet, nicht mit ihm, also war sie ihm egal! So einfach war das das! Also legte er Gretchens Akte und holte stattdessen seine hervor! Er war nämlich ein egoistisches, ichbezogenes, selbstverliebtes Arschloch. Ihn interessierte nur, ob er gesund war! Das dachten doch alle von ihm, also musste es auch so sein. Doch er musste einsehen, dass Mehdi Recht hatte, das war totaler Selbstbeschiss! Der funktionierte aber auch nicht mehr so wie er mal sollte. Erneut griff er nach Gretchens Akte und öffnete sie blitzschnell. Seine Hände zitterten, als er seinen Blick über das Blatt gleiten ließ. In seinem Kopf war alles durcheinander und es war, als würde er nicht mehr durch meine Augen sehen. Alles war verschwommen. Wo stand denn das Ergebnis? Konnten die nicht einfach groß ‚positiv’ oder ‚negativ’ reinschreiben? Dann fiel sein Blick endlich auf die entscheidende Zeile Ebola… negativ! Und auch sonst zeigte ihr Blutbild keine Abnormitäten. Gretchen war kerngesund! Sie würde weiterleben und alle noch weiter mit ihrem Glanz bereichern können. Marc hatte keine Ahnung, was er sonst gemacht hätte… Aber jetzt war ja alles gut! Naja, also noch nicht ganz… Da wäre ja noch seine Gesundheit, die auf dem Spiel stand… Und die des Professors… Marc nahm den Umschlag mit seinen Ergebnissen in die Hand, hielt aber noch inne. Er hatte wirklich große Angst vor dem, was da drin stehen könnte. Das könnte immerhin sein ganzes Leben verändern oder sogar beenden. Vielleicht sollte er doch lieber zuerst den Professor überprüfen. Er legte seine Ergebnisse wieder auf den Aktenstapel und suchte den zweiten Haasen. Immerhin wusste er jetzt schon, wo das Ergebnis stand. Und es war… positiv! Das war eher weniger verwunderlich, aber es traf den Oberarzt dennoch wie ein Schlag. Er ertappte sich dabei, wie er zuerst wieder an Gretchen dachte. Wie sollte sie denn damit fertig werden? Sie war doch viel zu sensibel! Erst dann dachte er an sich. Jetzt war es klar, was der Professor hatte. Er wusste jetzt, worum es hier ging und dass er tatsächlich Ebola haben konnte. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und saß erstmal eine Zeit so da, unschlüssig, ob er sein Ergebnis ansehen sollte. Er wollte es nicht wissen, aber er wollte es auch nicht nicht wissen… Aber diese Ungewissheit machte ihn wahnsinnig. Er schnappte sich wieder seine Akte und sah kurzentschlossen auf das Ergebnis. Sein Blick versteinerte sich, als er die Wahrheit sah. Positiv…


Also ich könnte mir vorstellen, dass mir jetzt einige Schläge androhen könnten
Aber solange keiner konkrete Angaben darüber hat, wo mein Haus wohnt, blicke ich dem entspannt gegenüber

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Verena1991 Offline

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09.02.2010 13:40
#21 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ich weiß, ihr hättet es lieber anders, aber ich meine schon wirklich, dass das Ergebnis positiv ist. Und das nicht für euch
Und genau deswegen bleibt mein Wohnort weiterhin geheim
Ich hoffe, ihr mögt mich trotzdem noch ein wenig



Noch immer lagen Alexis und Gretchen schweigend zusammen auf dem Bett und warteten auf das Ergebnis. Auch wenn sie noch immer Angst hatte, konnte Alexis sie doch etwas beruhigen, indem er ihr immer wieder sanft durch die Haare strich und ihr so zeigte, dass er für sie da war. Wenn sie ihn nicht hätte, würde sie vermutlich durchdrehen. Ihre Mutter und ihre beste Freundin hatten inzwischen ebenfalls auf ihren Betten Platz genommen und starrten Löcher in die Luft. Nach einigen Stunden war sogar ihnen der Gesprächsstoff ausgegangen, auch wenn Gretchen das nicht für möglich gehalten hätte. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging dann endlich die Tür auf und Marc trat ein. Sie war froh, dass er den Schutzanzug ausgezogen hatte und sie nun in sein Gesicht sehen konnte. Ihre Blicke trafen sich und wie so oft lief Gretchen Gefahr sich in seinen grünen Augen zu verlieren. Er sah sie direkt an und sie meinte direkt in sein Inneres sehen zu können. Als Marcs Blick auf Alexis und Gretchen fiel, versteinerte sich sein Gesicht und er schien verletzt zu sein. Lag es wirklich daran, dass die beiden so eng aneinandergekuschelt dalagen? Aber müsste ihm das nicht egal sein, wenn sie ihm nichts bedeute?
„Marc? Hast du die Ergebnisse?“, fragte Gigi sogleich und nahm den anderen so die Worte aus dem Mund. Gespannt richtete auch Gretchen sich auf und wartete darauf, was der Oberarzt zu sagen hatte.
„Ja!“
„Und? Nun sagen Sie schon!“, forderte nun auch Bärbel, die es ebenfalls kaum abwarten konnte. Immerhin ging es hier um die liebsten Menschen, die sie hatte.
„Sie sind alle kerngesund!“ Ein gigantischer Stein fiel von Gretchens Herzen, als sie diese Worte aus Marc Mund hörte. Sie waren gesund. Ihr Leben als Ehefrau war doch nicht vorbei, bevor es angefangen hatte. Auch ihre Zimmergenossen atmeten erleichtert aus, als sie die gute Nachricht vernahmen. Aber dann wurde ihnen bewusst, dass noch nicht alles geregelt war.
„Was ist mit Papa?“ Marc blickt Gretchen mitleidig an und sie ahnte, was jetzt kommen würde.
„Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass wir im Blut des Professors Ebolaviren feststellen konnten!“ In diesem Moment brach die Welt der jungen Ärztin kurz zusammen. Ihr geliebter Vater hatte also wirklich ein tödliches Virus in sich. Auch wenn sie gesund war, fühlte sie sich gerade nicht so. Es war, als hätte Marc ihr eben die gleiche Diagnose mitgeteilt, als wäre sie auch krank.
„Oh Nein!“ Auch Bärbel war der Verzweiflung nahe. So viele Jahre war sie mit Franz zusammen. Wie könnte sie ohne ihn weiterleben? Er musste wieder gesund werden.
„Doch, Frau Haase, es tut mir wahnsinnig Leid! Wir beginnen natürlich sofort mit der Behandlung und tun unser möglichstes, um Ihren Mann zu retten!“
„Kann ich zu ihm?“, fragte sie dann und Gretchen horchte ebenfalls auf. Auch sie musste schnellstmöglich zu ihrem Vater.
„Natürlich, aber nicht zu lange! Ich schick Ihnen gleich eine Schwester vorbei, die Sie zu Ihrem Mann bringt! Die wird Ihnen dann auch Ihre Entlassungspapiere bringen! Ich muss jetzt aber weiter!“ Marc drehte sich schon zum Gehen um, aber Gretchen hielt ihn nochmal auf. Auch wenn ihr die Diagnose ihres Vaters noch nachhing, musste sie wissen, was mit Marc war.
„MARC!“ Er wandte sich ihr zu und blickte ihr wieder direkt in die Augen. Wieder spürte sie diese Spannung zwischen ihnen, die sie sich so sehr wegwünschte, die aber immer wieder aufkam, wenn sie ihn sah. „Was ist mit dir?“ Sie erkannte eine Traurigkeit in seinen Augen, die sie so nicht oft bei ihm gesehen hatte.
„Was soll schon sein? Bei mir ist alles klar!“ Es bildeten sich kleine Fältchen um seine Augen, wie immer, wenn er grinste. Aber seine Augen selbst sprachen eine andere Sprache. Sie wirkten so bedrückt. Das bemerkte Gretchen genau und so blieb sie äußerst verwirrt zurück, als er ohne ein weiteres Wort gegangen war.

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Verena1991 Offline

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10.02.2010 14:00
#22 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Erstmal vielen Dank für eure lieben Kommis Image and video hosting by TinyPic
Hab auf meiner Kommiseite schonmal kurz was dazu gesagt, dass Marc keinen Schutzanzug mehr trägt, obwohl er ja krank ist. Aber jetzt nochmal sag ichs nochmal für alle
Also zuerst habe ich mich aus rein ästhetischen Gründen dazu entschieden den wegzulassen. Sieht einfach besser aus und man kann auch besser die Mimik beschreiben. Deswegen wollte ich es so haben, aber natürlich nicht, wenn es medizinisch nicht vertretbar ist. Also habe ich viel gegooglet und mehrfach gelesen, dass über die normale Atmung keine Ansteckung erfolgt. Aber natürlich läuft er nicht gänzlich ohne Schutz herum, dazu komm ich in einem späteren Teil nochmal drauf zurück.
Aber jetzt genug der Erklärungen und ich wünsche viel Spaß beim Lesen des neuen Teils



Was war das denn? Da stimmt doch etwas nicht! Das spüre ich genau! Ich habe Marc jahrelang genaustens studiert, ich erkenne, wenn etwas mit ihm nicht stimmt! Aber was soll das dann heißen? Hat er wirklich Ebola? Aber das kann nicht sein! Das ist doch Marc Meier! Nie im Leben hat der eine so gefährliche Krankheit! Marc Meier hat überhaupt gar keine Krankheit! Dafür haben die Krankheiten doch viel zu viel Respekt vor ihm! Er ist doch quasi der deutsche Chuck Norris. Das muss einfach einen anderen Hintergrund haben! Aber welchen?
„Ich bin so froh, dass es uns gut geht, Sternchen! Wäre doch schade, wenn wir so in unsre Ehe starten müssten!“
„Jaja, weil wir so ja einen so tollen Start in unsre Ehe haben!“, antwortete Gretchen nur sarkastisch und stand auf, um zum Fenster zu gehen. Weg von Alexis. Sie waren gesund, aber ihr Vater war es nicht. Und Marc hatte doch auch etwas zu verbergen. Konnte sie nicht einfach aus diesem Albtraum aufwachen? Kurz schloss sie ihre Augen und hoffte, dass sie sich so wieder nach Hause in mein Bett träumen konnte. Dass sie gemütlich unter der Decke lag, ihre Augen aufschlug und alles gut war. Aber das war auch nur eine Wunschvorstellung ihrerseits. Denn als sie ihre Augen wieder öffnete, war sie noch immer im Krankenhaus. Wieso musste dieser Tag beginnen? Konnte man ihn nicht einfach aus dem Kalender streichen, so dass der ganze Mist nie passiert war?
„Goldie, mach dir nicht so viele Gedanken! Dein Vater wird schon wieder gesund!“ Alexis war ebenfalls aufgestanden, stellte sich neben seine Frau und legte seinen Arm um ihre Schultern. Sie wusste, dass er es gut meinte, aber das half ihr leider auch nicht weiter. Er konnte sagen, was er wollte, aber es nützte nichts.
„Hoffentlich… Aber ich mache mir eben Sorgen um meinen Vater, das verstehst du doch?“ Tut er das eigentlich? Ich weiß ja nichts über seinen Vater. Was weiß ich eigentlich über Alexis? Es gibt so viel, dass ich nicht weiß… Habe ich ihn zu früh geheiratet? Alexis sieht mich an, als hätte ich ihn vor den Kopf gestoßen. Falsches Thema? Er kam mit seinem Gesicht ihrem Ohr ganz nah und flüsterte ihr etwas zu, damit nur sie es verstehen konnte.
„Ich weiß schon lange nicht mehr, wie es ist, sich um seinen Vater zu sorgen…“ Sofort wechselte Gretchens Blick von fragend und neugierig auf mitfühlend und auch schuldig. Sie hatte ihn auf dieses schwierige Thema gebracht und die ganze Situation dadurch doch nur noch schwerer gemacht.
Wie von Marc angekündigt kam eine Schwester in das Zimmer und brachte die Entlassungspapiere.
„Komm, Sternchen, wir gehen jetzt erstmal nach Hause!“, meinte Alexis dann gleich zu Gretchen. Aber das kam für sie nicht in Frage, solange es so schlecht um ihren Vater stand.
„Du, Alexis… Geh du meinetwegen nach Hause, aber ich bleibe hier! Ich muss bei meinem Vater bleiben!“ Er wirkte etwas enttäuscht, was Gretchen so nicht gewollt hatte. Aber sie musste das einfach tun.
„Gut, dann bleibe ich auch! Ich seh dann auch mal wie es meiner Schwester geht!“
„Und deiner Mutter?“
„Äh… ja! Der auch!“ Irgendwie schien er nicht sonderlich besorgt um sie… Aber vielleicht bildete sich Gretchen das auch nur ein.
„Und du, Gigi? Bleibst du auch oder gehst du lieber?“, fragte die angehende Chirurgin dann ihre beste Freundin. Wo sollte Gigi denn hin? Sie kannte hier doch eigentlich keinen.
„Hm, ich denke, ich bleibe! Wenn ich gesund bin, kann ich doch auch helfen!“

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Verena1991 Offline

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10.02.2010 19:18
#23 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mal eine kleine gute Nachricht für zwischendurch: Gigi wird keine große Rolle spielen. Hatte ich in meiner ersten Story genug, muss ich hier nicht auch noch haben Diesmal konzentriere ich mich lieber auf andre Sachen
Es sei denn, ihr wollt sie gerne richtig in die Story integriert haben, aber davon gehe ich jetzt nicht aus



Zuerst zog es die weiblichen Haasen natürlich zu Franz. Auf dem Weg dahin war ihnen Gabi über den Weg gelaufen, die offenbar auch kerngesund war. Jedenfalls sah sie überhaupt nicht bedrückt aus. Sie hatte Gretchen nur fies angegrinst, als ob sie irgendwas plante. Zumindest hatte sie bei Gretchen diesen Eindruck erweckt. Die Braut hatte jedoch keine Ahnung, was die Schwester planen könnte. Die Sache mit Marc war geklärt und jede von ihnen fischte nun doch in anderen Gewässern. Gretchen beschloss das als Unfug abzutun und konzentrierte sich nun lieber auf ihren Vater.
So betreten Mutter und Tochter das Zimmer, in dem Franz lag, und gleich fühlte sich Gretchen, als hätte man ihr einen Dolch ins Herz gerammt. Aber wie könnte es ihr gut gehen, wenn es ihm so schlecht ging? Sie setzten sich auf die Stühle, die neben seinem Bett standen und sahen ihn einfach nur schweigend an. Was sollten sie auch sagen? Das war doch ein einziger Albtraum… Eine Frau im Brautkleid saß neben ihrem möglicherweise im Sterben liegenden Vater und sorgte sich zudem um einen Mann, der nicht ihr Ehemann war…
Kann es sein, dass ich das Unheil irgendwie anziehe? Vielleicht hätten die anderen ein normales Leben ohne mich? Ich sollte mich bei Gelegenheit mal entschuldigen… Aber erst nachdem ich einen Test gemacht habe, ob ich irgendeine magnetische Kraft ausstrahle, die das Unglück anzieht. Geht so was überhaupt? Keine Ahnung, Physik war noch nie meine Stärke. Aber ich vermute, so etwas kann die moderne Wissenschaft dann doch noch nicht. Aber ich google zur Sicherheit mal. Später mal… Erstmal ist ja Papa wichtiger!
Es war wirklich zum Heulen, wie er da so schwach vor ihr lag. Aber sie konnte nicht weinen, sie durfte nicht! Sie musste stark sein für ihre Mutter. Sie und Franz hatten doch schon so viel zusammen durchgemacht und waren noch immer zusammen. Oder wieder… Aber sie liebten sich noch immer. Sie würde es doch nicht durchstehen, wenn er jetzt sterben würde. Solange Franz so schwach war, musste Gretchen jetzt stark sein. Wer sonst könnte ihrer Mutter jetzt Halt geben? Jochen war wieder irgendwo und tauchte auch immer nur dann auf, wenn es ihm passte… Dabei gehörte er auch zur Familie und als solche sollten sie jetzt zusammenhalten.
„Glaubst du, er schafft es?“, riss Bärbel ihre Tochter aus deren Gedanken. Gretchen wusste nicht, was sie sagen sollte. Was glaubte sie eigentlich? Wovon ging sie aus?
„Er ist doch ein Kämpfer! Und wenn er so stark ist wie immer, dann schafft er es auch!“
„Glaubst du, er ist stark genug?“
„Mama, ich…“
„Ich verstehe schon… Ich weiß es auch nicht. Ich habe nur gehofft, dass mir irgendwer sagt, dass alles gut wird!“
„Ich würde es dir so gerne sagen! Ich hoffe es so sehr, aber ich weiß nicht, ob ich es glauben kann… Ich weiß momentan eigentlich gar nichts außer, dass alles schief geht…“
„Und das an deinem Hochzeitstag… Wenn wir das alles gut überstanden haben, wirst du dafür umso glücklicher!“ Gretchen hoffte so sehr, dass ihre Mutter Recht hatte. Sie wollte endlich glücklich sein. Auch, wenn sie dafür ihre große Liebe aufgeben musste. Denn das war, so ungern sie es sich auch eingestand, Marc Meier.

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Verena1991 Offline

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10.02.2010 21:55
#24 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hey ihr Lieben,
ich kann mich gar nicht oft genug für eure lieben Kommis bedanken. Jeder einzelne zaubert ein kleines Lächeln auf mein Gesicht
Vielleicht revanchiere ich mich dafür ja bald mal



Alexis alias Frank hatte derweil auch nach seiner ‚Familie’ gesehen. Zuerst hatte er sich vergewissert, dass es Lissy gut ging. Neben Gretchen war sie immerhin der wichtigste Mensch für ihn. So viel hatten sie gemeinsam durchgemacht und seit jeher waren sie ein unschlagbares Team. Noch nie waren sie nur im Ansatz aufgeflogen. Bis seine ‚Mutter’ in sein Leben trat. Nach deren Wohl musste er sich wohl oder übel auch erkunden und mitnehmen musste er sie auch. Gretchen durfte nichts von der dunklen Seite seines Lebens wissen. Und während Mechthild noch eben auf der Toilette war, nutze Alexis die Chance, um sich mit seiner Schwester zu unterhalten.
„Ey, ich hab dir noch gesagt ‚Heirate die Dicke bloß nicht, das gibt nur Stress’! Und was ist jetzt? Ich hab Recht gehabt! Nur wegen der mussten wir stundenlang hier im Krankenhaus rumliegen und auf diese blöden Testergebnisse warten! Ey, sei bloß froh, dass wir nicht diesen beschissenen Virus da haben, auf so nen Scheiß hab ich nämlich echt keinen Bock!“
„Lissy, beruhig dich mal! Es ist doch nicht Gretchens Schuld, dass irgendwer das eingeschleppt hat!“
„Aber es ist ihre Schuld, dass wir damit fast in Berührung gekommen sind! Oder wer ist auf der Hochzeit zusammengekippt? IHR Vater!“
„Hör auf so über sie und ihre Familie zu reden! Ich habe Gretchen geheiratet und würde es jederzeit wieder tun!“
„Sie hat dich aber nicht geheiratet! Oder bist du Alexis von Buren?“
„Jetzt hör mir mal zu!“ Alexis wurde immer lauter, aber er ertrug es einfach nicht, wenn irgendjemand so über seine Frau sprach. Und das war Gretchen. „Für sie bin ich Alexis. Und für mich selbst auch mittlerweile! Weil ich als Alexis das erste Mal glücklich bin! So richtig glücklich! Und das lass ich mir nicht kaputt machen!“
„Dann kannst du ja nur hoffen, dass deine ‚Mutter’ niemals rausfindet, wer du wirklich bist!“
„Das weiß sie schon…“, gestand er dann. Eigentlich wollte er es für sich behalten, aber es belastete ihn einfach so sehr, dass es ihm einfach rausrutschte. Er konnte das nicht für sich behalten.
„Hä? Wie jetzt? Und die sagt nichts? Check ich nicht!“
„Ja, wir haben da so einen Deal…“
„Deal? Soll ich raten oder was? Ey, Frank, jetzt schieß los!“
„Nenn mich hier nicht Frank! Was, wenn das jemand mitkriegt? Ich kann’s ja nicht jedem besorgen, damit er die Klappe hält!“
„Was? Boah, du willst mir nicht sagen… Du mit der Alten? Ich muss kotzen! Warum erzählst du mir das auch noch? Die Bilder krieg ich doch nie mehr aus dem Kopf! Bäh!“
„Was soll ich denn machen? Meine Beziehung mit Gretchen riskieren?“
„Schieß die Dicke doch einfach ab! Ist sowieso zu gefährlich, wenn die bei uns wohnt! Scheiße, ich krieg diese Bilder nicht aus meinem Kopf!“
„Ich werde mich nicht von ihr trennen!“
„Von der Alten?“
„Von Gretchen! Und deswegen zieh ich das jetzt auch durch! Die geht doch sowieso schon auf die 100 zu!“
„Gretchen?“
„Nein! Mechthild!“
„Was ist mit mir?“ Neben ihnen ertönte die Stimmt von Mechthild von Buren, die nun auch zu ihnen auf den Flur getreten war.
„Ich muss hier weg!“, meinte Lissy nur und löste sich schnell von ihrer ‚Familie’. Nach dieser Info konnte sie da nicht bleiben. Das musste erstmal verdaut werden, falls das überhaupt ging.
„Was ist denn mit ihr? Aber egal, wo geht’s jetzt hin?“ Ohne Alexis’ Einverständnis hakte sie sich schon mit ihrer freien Hand an seinem Arm ein. Auch wenn sich Alexis noch so sehr ekelte, er konnte nicht riskieren, Mechthild irgendwie gegen sich aufzubringen und so ließ er sie gewähren. Aber er fühlte sich nicht gut dabei, Gretchen mit seiner ‚Geliebten’ gegenüberzutreten.

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Verena1991 Offline

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11.02.2010 14:24
#25 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nachdem sie lange genug an Franz’ Seite gesessen waren, verließen Bärbel und Gretchen den Raum wieder. Sie konnten eh nichts tun und ihn dauernd anzusehen, machte sie letztendlich doch nur verrückt. Kaum waren sie wieder im Krankenhausflur, kam ihnen auch schon Alexis entgegen, an dessen Arm sich Mechthild eingehakt hatte. Sie hatten sich gerade erst versöhnt und schon kümmerte er sich wieder so toll um sie. Diesen Eindruck erweckte das Bild in Gretchen und sie war froh einen solch guten Mann gefunden zu haben.
„Hallo, Alexander! Guck mal Margarethe, da ist dein Mann!“
„Ach ja, wo denn? Und er heißt Alexis, Mama!“
„Sag ich ja!“
„Hallo, Sternchen!“ Mittlerweile waren Alexis und seine Mutter bei ihnen angekommen und er ließ von der ältern Frau ab, um Gretchen in den Arm zu nehmen. Es tat ihr gut, diese Geborgenheit zu spüren. Das ist das, wovon sie immer geträumt hatte. Aber es war anders als die Umarmung mit Marc, die ihr wieder in den Sinn kam. Sie wusste nicht, was das mit Marc war, aber ihr war klar, dass dieser sie nur immer für einen kurzen Moment glücklich machen konnte. Mit Marc hatte sie immer eine aufregende Liebe verbunden, aber ihre Liebe zu Alexis war solide und wohltuend. Mit ihm konnte man alt werden. Und das war es, was sie wollte.
„Schön, dass du da bist!“, sagte Gretchen dann, während sie noch immer in seinen Armen lag. Sie war so froh, wenn das alles überstanden war und sie ein normales Eheleben mit Alexis haben konnte.
„Ist doch klar! Wie gesagt, in guten wie in schlechten Zeiten! Ich werde dich keinesfalls alleine lassen! Ich glaube fest daran, dass uns noch ganz viele gute Zeiten bevorstehen und die möchte ich unbedingt noch mit dir erleben!“ Was könnte sie mehr wollen? Sie hatte einen Mann, der zu ihr stand und ihr alles gab, was sie brauchte. Schlussendlich löste das Ehepaar die Umarmung, aber nicht bevor Alexis ihr noch einen Kuss auf die Lippen gehaucht hatte.
„Danke! Ich liebe dich!“
„Ich dich auch! Willst du noch bleiben oder gehen wir nun doch lieber nach Hause?“ Gretchen überlegte, was sie jetzt sagen sollte. Sie sehnte sich nach ihrem Zuhause und wollte diesem Stress gerne entgehen, aber das konnte sie nicht. Sie war auch Ärztin und wollte Leben retten. Deswegen blieb Gigi hier und Gretchen würde es ihr gleichtun.
„Geh du nur nach Hause! Mechthild und Lissy wollen bestimmt auch nicht hier bleiben!“
„Das stimmt!“, warf nun ihre Schwiegermutter ein und legte von den anderen unbemerkt ihre Hand auf Alexis’ Hintern. Diese erschreckte sich ziemlich und fühlte sich sehr unwohl in seiner Lage, aber er zwang sich zu einem normaler Umgang mit Gretchen.
„Also Lissy feiert jetzt bestimmt irgendwie, dass sie gesund ist oder so… Aber meine Mutter muss ich wohl nach Hause fahren. Aber danach kann ich wieder kommen, wenn du willst?“
„Ich ruf dich dann an, ja? Ich will hier den Leuten helfen und werde dann wohl kaum Zeit haben…“
„Du willst an deiner Hochzeit arbeiten?“
„Ist doch egal, was ich heute noch mache, den Tag kann sowieso nichts mehr retten… Ich will nur, dass nicht alles nur noch schlimmer wird!“ Wieder wirkte Alexis enttäuscht. Er hatte so sehr gehofft Gretchen den glücklichsten Tag ihres Lebens zu bereiten und nun war es ein Desaster geworden.
„Okay, dann ruf an, wenn ich dich holen soll oder so… Willst du dich vorher nicht noch umziehen? Du trägst ja noch immer dein Brautkleid!“

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