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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

18.05.2010 18:44
#201 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Elke Fisher spazierte relativ gut gelaunt durch den Bioladen ihres Vertrauens. Seit Tagen hatte sie nichts mehr von ihrem Exmann gehört und ihr neues Kapitel stand kurz vor Vollendung. Endlich schien ihr Leben wieder bergauf zu gehen und wieder zur Normalität zu kommen. Was sie nicht wusste, war, dass Oliver Meier noch lange nicht aufgegeben hatte. Nur hatte er eingesehen, dass Elke seine Anrufe nicht entgegennehmen würde, selbst wenn er es tausendmal versuchen würde. Und die Tür würde sie ihm bestimmt ebenfalls nicht öffnen. Deshalb war er an diesem Tag ‚zufällig’ in demselben Laden wie Elke. Die Autorin betrachtete gerade die verschiedensten Gemüsesorten und Oliver wartete einen guten Augenblick ab, um auf sie zuzukommen.
„Elke? Was für ein Zufall!“ Die eben noch konzentrierte Miene der Elke Fisher versteinerte sich, als sie neben sich die Stimme des Mannes hörte, von dem sie glaubte, dass sie ihn so schnell nicht wiedersehen musste.
„Manchmal scheint es das Schicksal nicht gut mit mir zu meinen.“
„Tja, die Welt ist eben klein.“
„Aber nicht so klein, dass du in meinen Bioladen kommen musst!“
„Tut mir Leid, ich wusste nicht, dass das Sperrgebiet für mich ist.“
„Du wusstest doch ganz genau, dass ich hier einkaufe! Wie soll ich mich denn auf meine Arbeit konzentrieren, während ein Stalker hinter mich her ist?“
„Ach, Elke… Ich will doch nur, dass wir das alles klären. Wir sind doch erwachsene Menschen.“
„Und wie stellst du dir das vor?“
„Ich weiß was, wo man hier ganz gut essen kann. Wie wär’s damit?“, bat Oliver sie mit einem freundlichen Blick und etwas in Elke schrie danach, ihm eine Chance zu geben. Richtig überzeugt von ihrer Entscheidung war sie zwar selbst nicht, aber sie gab den Rufen nach.
„Also gut. Du lässt mich ja sonst sowieso nicht in Ruhe!“ Stolz stöckelte Elke an ihrem Ex vorbei und mit einem triumphalen Lächeln folgte Oliver ihr.

Franz saß in der Zwischenzeit schon in seinem Büro hinter seinem Schreibtisch und schaute die beiden jungen Ärzte an, die vor ihm standen. Beide warteten gespannt darauf, was der Professor ihnen mitteilen wollte.
„Meier, Sie sind mein bester Oberarzt und du, mein Kälbchen, hast natürlich meine Hände und bist eine hervorragende Chirurgin. Und da man ein solches Talent natürlich fördern muss, habe ich euch beide für einen Platz für eine Ärztefortbildung in Hamburg organisiert. Und das Beste ist, dass es schon übermorgen los geht!“, verkündete der Professor strahlend und erwartete die freudeerfüllten Gesichter seiner Nachwuchsärzte. Und zumindest von Marc erhielt er die gewünschte Reaktion, der grinsend zu Gretchen blickte.
„Ach, dann sind wir ja mal schön zusammen unterwegs! Kann man ja auch schön reden und so.“ Mit zusammengepressten Lippen lachte Gretchen gekünstelt auf und wandte ihren Blick dann wieder von Marc auf ihren Vater. Denn eins stand für die junge Frau fest. Mit Marc Meier würde sie nie zusammen verreisen, das wäre bestimmt ihr Untergang.
„Papa, das klingt ja ganz… toll, aber wir haben doch gar keine Zeit! Wie lange soll das überhaupt sein?“
„Drei Tage. Und die kann ich euch schon entbehren. Mach dir mal keine Sorgen, Kälbchen, ich habe das alles genau durchgedacht.“ Drei Tage mit Marc? Wie soll ich das denn durchstehen? Das kann doch echt nur ein schlechter Scherz sein. Oder versteckte Kamera.
Suchend sah sich Gretchen in dem Büro um, konnte aber nichts Verdächtiges erkennen. Franz sah das sprachlose Gesicht seiner Tochter und deutete es positiv für sich.
„Ich wusste, dass es dir gefallen würde. Ich werde in der Zwischenzeit auch für einen neuen Assistenzarzt sorgen. Knechtelsdorfer ist ja nun in Wien. Darüber wollte ich mit dir übrigens auch noch kurz sprechen, Kälbchen. Meier?“
„Ja?“
„Hier sind noch alle Unterlagen. Hotel und alles steht auch darin. Bereiten Sie sich schon mal etwas vor, damit Sie mich nicht blamieren, hm?“ Fröhlich überreichte Franz Marc noch die Unterlagen, die dieser entgegennahm und mit einem „Das wird ein Spaß, meinst du nicht auch?“ zu Gretchen das Büro als Erster wieder verließ.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

19.05.2010 14:40
#202 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Was ist denn noch, Papa?“
„Es geht um deine Mutter. Du weißt ja, was vorgefallen ist.“
„Ja, ich weiß… Vielleicht sollte ich deswegen auch lieber hierbleiben. Marc kann ja auch alleine fahren.“ Hoffnungsvoll klammerte sich Gretchen an diesen letzten ihr bekannten Ausweg, der sie von drei gemeinsamen Tagen mit Marc retten würde. Drei Tage Ruhe vor Marc wären bestimmt angenehmer für sie als drei Tage ständig von ihm umgeben zu sein ohne richtige Fluchtmöglichkeiten. Zur Not könnte sie Marc nur in die Elbe schmeißen, aber diese Möglichkeit erschien ihr dann doch etwas zu radikal.
„Mach dir da mal keine Sorgen. Ich denke, dass es ganz gut ist, wenn du dich nicht um diese Sache sorgen musst. Das müssen deine Mutter und ich schon alleine klären. Wie geht es ihr denn?“, fragte Franz besorgt nach. Auch wenn er erstmal Zeit zum Nachdenken brauchte, ließen sich so viele gemeinsame Jahre nicht einfach so wegwerfen.
„Nicht besonders. Sie hat ja auch alles nur für eure Ehe getan und letztendlich hat sie damit alles kaputt gemacht.“ Der Professor dachte ausgiebig über die Worte nach, aber noch konnte er nicht richtig einschätzen, was das Richtige zu tun war. Konnte er ihr wirklich alles verzeihen und so an dem gemeinsamen Leben festhalten?
„Wenn du sie siehst, sag ihr bitte, dass ich später ein paar Sachen von mir holen werde!“
„Mach ich!“, erklärte sich Gretchen etwas bedrückt bereit. „Ist sonst noch etwas?“
„Nur noch die Unterlagen für das Seminar.“ Franz nahm wieder einen Stapel Papiere von seinem Schreibtisch und hielt sie seiner Tochter hin, die sie jedoch nur zögerlich entgegennahm. „Ich freu mich, wenn es wenigstens dir gut geht. Und diese Fortbildung ist wirklich eine sehr gute Chance für dich!“
„Ja, schon, aber…“
„Sehr schön! Wenigstens dir kann ich eine Freude machen!“, freute sich Franz unbeirrt weiter und Gretchen lächelte gequält. Nur ungern hätte sie ihrem Vater nun diese Freude genommen. Lieber verbrachte sie notgedrungen ein paar Tage mit Marc. Was konnte der auch schon großartig tun? So schlimm konnte es nicht werden. Also winkte sie ihrem Vater noch einmal mit den Unterlagen zu und ging dann zur Tür des Büros. Bevor sie es jedoch verließ, wandte sie sich noch einmal ihrem Vater zu, um ein paar Worte zu sagen.
„Papa? Mama hat wirklich Mist gebaut, aber du warst auch nie ein Heiliger und sie hat dir trotzdem alles verziehen. Vielleicht solltest du das auch mal beachten!“

„Das ist nicht dein Ernst! Bitte sag mir, dass das ein grausamer Scherz ist!“, flehte Elke ihren Ex an, als sie auf den Imbiss blickte, zu dem Oliver sie geführt hatte. Als dieser von einem schönen Ort zu essen geredet hatte, hatte sie mit einem exquisiten Lokal gerechnet, aber bestimmt nicht mit einer Pommesbude. Wie sah das denn aus? Elke Fisher, erfolgreiche Autorin, speiste lieber hier als bei einem Sternekoch. Ihr Ruf wäre ruiniert, wenn sie irgendwer hier sehen würde.
„Das ist sogar mein bitterer Ernst. Früher hast du Pommes geliebt, falls du es vergessen haben solltest. Während deiner Schwangerschaft hast du mich nachts ständig rausgeschickt, um dir ein paar zu machen.“, erinnerte sich Oliver mit einem Lächeln und auch bei Elke kamen alte Erinnerungen hoch. Damals hatte sie sich um einiges ungesünder ernährt als heute, aber sie hatte ihr Leben wirklich genossen. Sie hatte einen Mann gehabt, ein Kind und schrieb nebenbei mit Leidenschaft an kleinen, unbekannten Romanen. Jetzt war sie zwar erfolgreich, hatte aber keinen Mann und das Verhältnis zu ihrem Sohn könnte auch um einiges besser sein. Aber wer war sie, dass sie das so zugeben würde?
„Ja und ich war viel zu dick dadurch! So einen Körper wie ich ihn jetzt habe, erreicht man nicht mit Pommes!“
„Ich hatte nie etwas gegen deine Figur! Und gegen eine Portion kannst du wirklich nichts sagen!“
„Gut, aber wirklich nur diese eine Portion! Ich will gar nicht wissen, wie lange ich dafür laufen muss!“ Schlussendlich gab sich Elke doch geschlagen. Sie wusste nicht genau, was sie an diesem Ort hielt und erst recht wollte sie sich nicht eingestehen, dass das wohlige, warme Gefühl in ihrem Körper womöglich von dem Mann neben ihr hervorgerufen wurde. Aber sie blieb und zu ihrer großen Überraschung tat sie das mit Freude.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

19.05.2010 21:48
#203 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

In Elkes Augen war die Portion Pommes, die Oliver ihr an den kleinen Stehtisch gebracht hatte, viel zu groß und überhaupt viel zu fettig, zu kalorienhaltig und einfach gar nicht nach ihrem Geschmack und so stocherte sie mit der kleinen Holzgabel in dem Essen herum, als hätte sie so etwas noch nie gesehen. Oliver hingegen brauchte nichts mehr als seine Finger, um sich die Pommes in den Mund zu stopfen, was Elke nur mit einem abschätzigem Blick kommentierte.
„Keine Angst, es sind nur Pommes!“
„Total fettige Pommes! Und zudem ist auch noch viel zu viel Ketchup drauf! Das kann auch nur so ein Prolet wie du essen. Und dann auch noch mit den Fingern! Manieren hast du aber auch keine.“
„Iss doch einfach! Um was wollen wir wetten, dass du am Ende noch eine zweite Portion bestellst?“
„Das werde ich keinesfalls tun. Ich will nicht wissen, wie viele Kalorien das sind!“ Vorsichtig spießte sie ein Pommesstäbchen auf und führte es sich vorsichtig zum Mund. Sie biss hinein und plötzlich war es unvorstellbar für sie, wie sie so lange darauf verzichten konnte. Kavier schön und gut, aber leider Gottes schienen ihre Geschmacksnerven doch auf Pommes ausgerichtet zu sein.
„Na, schmeckt’s?“
„Man kann es jedenfalls essen.“, spielte Elke den Geschmack nüchtern herunter. Sie konnte ja nicht einfach die Fassung verlieren und zeigen, dass Oliver Recht gehabt hatte. Nicht nur, dass Elke Fisher niemals im Unrecht war, konnte ihr Ex keinesfalls richtig getippt haben.
„Können wir dann mal reden? Also über uns?“
„Es gibt kein ‚Uns’, Oliver!“
„Aber es gab mal eins. Und eigentlich dachte ich auch, es würde wieder eines geben, aber du gehst mir ja nur noch aus dem Weg.“
„Kein Wunder! Nachdem du meine hormonelle Verwirrung so schamlos ausgenutzt hast!“
„Ich hab dich nicht ausgenutzt, Elke! Alles, was ich gesagt habe, habe ich auch so gemeint! Du hast doch eher mich ausgenutzt!“, drehte Oliver nun den Spieß um und setzte Elke auf die Anklagebank. Denn es war doch die Autorin gewesen, die ihn nach ihren gemeinsamen Stunden abserviert hatte.
„Nun machst du dich aber lächerlich!“
„Warum? Ich sage dir, was ich empfinde, du schläfst mit mir und lässt mich danach einfach hängen! Ich bin der, der verletzt wurde!“, verteidigte der ältere Arzt seinen Standpunkt fest und wurde langsam mehr und mehr aufbrausend. Alles, was er wollte, war mit Elke wieder zusammenzukommen, doch diese schien zu verbittert, um ihre Augen endlich öffnen zu wollen.
„Wieso soll ich dich denn jetzt verletzt haben?“
„Weil ich dich liebe, verdammt! Und weil du das einfach nicht einsehen willst!“, gestand Oliver ihr offen und ehrlich, wodurch Elke fast an einer Pommes erstickt wäre und einige Male schwer hustete. So direkt hatte er es ihr noch nicht gesagt und sie hätte es auch nicht wirklich für möglich gehalten.
„Du meinst das wirklich ernst?“
„Ja! Oder warum glaubst du, veranstalte ich das ganze Theater hier?“ Vorsichtig legte er seine Hand auf Elkes und war froh, dass diese auch ruhig liegen blieb und seine Berührung zuließ. „Ich hab dich niemals vergessen!“
„Aber Olivier…“ Erschrocken resignierte die Autorin, dass sie ihren Ex das erste Mal seit vielen, vielen Jahren wieder so angesprochen hatte. Ganz unbewusst war es ihr über die Lippen gekommen und verwirrte sie selbst zunehmend. Oliver huschte dabei ein Lächeln über die Lippen und es ermutigte ihn, den Griff um Elkes Hand zu verstärken.
„Wollen wir vielleicht das Essen einfach mitnehmen und woanders weiterreden?“
„Gerne!“, antwortete Elke und war erstaunt, als Olivers Hand nun ihrem Gesicht näher kam und ihr vorsichtig über die Haut ihrer Mundwinkel strich.
„Du hattest da noch Ketchup.“, erklärte er ihr mit einem Lächeln und auch Elke kam nicht umhin, dass sich ihre Miene ebenfalls erhellte. Vielleicht wäre das ja wirklich der Weg zu einem neuen Glück.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

19.05.2010 23:52
#204 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Am Morgen, an dem die Fortbildung losgehen sollte, trafen sich Marc und Gretchen am Bahnhof und der Chirurg staunte nicht schlecht, als seine Begleitung mit ganzen zwei Koffern erschien. Es waren immerhin nur drei Tage. Zwar Tage, die intensiv genutzt werden wollten, aber die dadurch dennoch nicht länger wurden und so viel Gepäck benötigten. Aber das war wohl einfach eine Frauenlogik, die Mann nicht verstehen konnte.
„Willst du gleich nach Hamburg ziehen oder warum hast du deinen ganzen Hausrat mitgenommen?“, fragte er sie deshalb frech und begrüßte sie mit einem breiten Grinsen.
„Ich hab mich wirklich auf das Nötigste beschränkt!“, verteidigte sie sich prompt. Auch wenn sie eingestehen musste, dass sie für drei Tage doch mehr als gut ausgerüstet war. Aber besser zu viel als zu wenig.
„Ah ja?“ Marc kramte in seiner Jackentasche nach seiner Zigarettenschachtel und holte sich einen Glimmstängel heraus, den er gleich auch anzündete. Er nahm einen ersten Zug und atmete den Dunst wieder aus. „Bist spät dran.“
„Der Bahnhof ist ja auch ein einziges Labyrinth.“
„Wie hast du es denn so lange durchs Leben geschafft?“, fragte er sie anhand ihrer offensichtlichen Orientierungslosigkeit. Aber genau das fand er doch auch süß an ihr und er nahm sich vor, dass er sie zukünftig an die Hand nehmen würde. Zu seinem und ihrem Glück.
„Ich bin ja jetzt da, Mensch! Reg dich ab!“ Gretchen stellte ihre Koffer ab und setzte sich mit dem Rücken zu Marc auf einen. Mit verschränkten Armen wartete sie auf den Zug und hoffte, dass sie ohne ein weiteres Wort von Marc durch den Tag kommen würde. Doch da hatte sie weit gefehlt.
„Du, Hasenzahn?“
„Hm?“, murrte sie und hielt ihren Blick streng auf einen Punkt gerichtet, der nicht Marc war. Auch wenn sie sich doch gerne umgedreht hätte, um ihn zumindest kurz anzusehen. Aber sie würde nicht nachgeben. Sie musste Marc einfach vergessen und es durfte sich nicht ständig alles nur um ihn drehen.
„Warum hat dein Vater eigentlich uns beide zu dem Seminar geschickt? Ich meine, wenn er weiß, dass wir getrennt sind, würde er dir das wohl nicht antun?“, hinterfragte Marc die Entscheidung des Professors. Es hatte ihn sowieso schon gewundert, dass Franz Haase noch nicht mit einem Skalpell auf ihn losgegangen war. Also ging er nun davon aus, dass dieser nicht ganz informiert war und Gretchens beschämter Blick zu Boden war für ihn auch die Bestätigung dieser These.
„Naja, er hat ja genug zu tun… Da wollte ich ihn damit nicht belasten…“, redete sich Gretchen stotternd raus. Stimmte ja auch zum Teil, aber vor allem wusste er nichts, weil sie sich das Ende der Beziehung auch selbst nicht so ganz eingestehen wollte.
„Mhm… Dann sind wir offiziell also noch irgendwie zusammen?“ Ein fröhliches Grinsen breitete sich auf Marcs Lippen aus. Wenn diese Frau nicht noch etwas für ihn empfand, dann wusste er auch nicht weiter. Und das mit dem fehlenden Vertrauen, das sie momentan plagte, würde er schon noch ändern können.
„Äh… Höchstens für meinen Vater!“
„Ist doch immerhin schon etwas!“
„Und mehr wird es auch bestimmt nicht mehr werden! Das mit meinem Vater werd ich auch so bald wie möglich klären.“
„Und wenn ich dich umstimmen kann?“
„Marc, du solltest langsam mal akzeptieren, dass es vorbei ist!“, stellte Gretchen klar in dem Moment, in dem auch schon der Zug Richtung Hamburg im Berliner Hauptbahnhof eintraf. Marc schnippte die Zigarette weg und stand wie Gretchen auf. Während die junge Ärztin jedoch etwas länger brauchte, um die Koffer wieder zu packen, konnte Marc schneller an ihr vorbeigehen und ihr noch eine Bemerkung zuflüstern.
„Das werde ich, wenn es wirklich vorbei ist!“ Mit offenem Mund sah Gretchen ihm kurz nach, bevor sie mit eiligen Schritten folgte und aufholte, bis sie neben ihm herlief.
„Es IST vorbei!“
„Ist es nicht! Weil du mich nämlich noch liebst und das weißt du ganz genau!“

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

20.05.2010 20:30
#205 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

In dem ICE verstaute Marc schnell seinen Koffer auf der Gepäckablage und setzte sich anschließend auf den am Gang liegenden Sitz. Gretchen mühte sich mit ihren zwei großen, ja fast schon monströsen, Koffern jedoch sehr ab und diese nun auch noch zu verstauen schien fast unmöglich. Sie konnte den Koffer ja schon kaum nur einen Meter hochheben.
„Kannst du mir vielleicht mal helfen?“, fragte sie Marc genervt, der das Schauspiel belustigt beobachtet hatte.
„Dafür bin ich dir also schon noch gut genug?“
„Ich schaff’s eben nicht alleine!“
„Ist ja gut, ich helf dir schon!“ Gemächlich stand Marc auf und drängte Gretchen etwas in den Gang zurück. Er nahm ihren ersten Koffer und hob ihn hoch, wobei er erstaunt war, wie schwer dieser war. „Hasenzahn, du wirst doch wohl kein Elefantenbaby schmuggeln?“
„Bitte lad ihn einfach nur da oben ab!“, forderte Gretchen und Marc tat wie ihm geheißen. Erst verstaute er sicher den ersten und dann auch den zweiten Koffer.
„Was würdest du nur ohne mich machen?“ Er grinste sie an und setzte sich anschließend wieder auf seinen Sitz am Gang, wobei er sich auf noch extra weit nach vorne setzte. Gretchen, die den Platz neben ihm am Fenster hatte sah ihn erwartend an, dass er ihr den Weg freimachen oder weiterrutschen würde, doch davon ließ sich Marc nicht beeindrucken und er gab sich ahnungslos. „Ist was?“
„Würdest du mich bitte durchlassen?“
„Du, ich hab gerade zwei tonnenschwere Koffer verstaut, ich glaube nicht, dass ich jetzt noch aufstehen kann!“, redete er sich geschickt raus und hatte seinen Spaß an ihrem genervten Gesichtsausdruck. Aber die Freude würde er ihr nicht nehmen, dass sie sich an ihm vorbeidrängen musste.
„Marc Meier, du wirst mich da jetzt durchlassen! Ich weiß doch ganz genau, was du willst!“
„Was denn? Steig doch einfach drüber oder hast du ein Problem damit?“ Gretchen schnaubte auf und hatte starke Mühe, sich hier zusammenzureißen. Sie hatte mit drei anstrengenden Tagen gerechnet, doch das schon die Zugfahrt zur Nervenprobe wurde, damit hatte sie nicht gerechnet.
Nicht hier, Gretchen! Nicht vor Zeugen! Später kann ich ihn noch immer töten!
Da mittlerweile auch zwei weitere Personen auf dem Gang darauf warteten, dass sie an Gretchen vorbeikonnten und sie doch sehr ungern im Weg stand, hob Gretchen ein Bein und stieg damit auf die andere Seite von Marcs Beinen. Sie geriet kurz ins Schwanken und fiel leicht nach vorne, bis sie sich mit den Händen auf Marcs Schultern abstützte. Dabei gewährte sie ihm unfreiwillig einen Blick in ihren Ausschnitt und sofort richteten sich Marcs Augen auf die neue Aussicht, was auch Gretchen nicht verborgen blieb und ihn wütend ansah. Schnell richtete sie sich wieder auf und schwang auch ihr zweites Bein auf ihre Seite, sodass sie etwas unsanft auf ihrem Sitz landete. Ihr Blick fiel auf das Pärchen auf der anderen Seite des Gangs, das sich ein Lachen nicht verkneifen konnte. Aber sie konnte sich schon selbst vorstellen, wie das ausgesehen haben musste.
„Musste das jetzt wirklich sein?“, zischte Gretchen ihm mit hochrotem Kopf zu und vergrub sich soweit im Sitz wie möglich.
„Du hast es doch geschafft, also beschwer dich nicht!“ Gretchen biss sich auf die Zunge, um ihn nicht anzuschreien und zog dann lieber einfach ihre Schlafmaske hervor, die sie sich schnell über die Augen zog. Momentan könnte sie wohl nur Schlafen von einem Wutausbruch abhalten, doch auch das wusste Marc mit einem lauten Auflachen gekonnt zu verhindern. „Was ist das denn, Hasenzahn?“, machte er sich über die pinke, mit Augen bemalene Maske lustig.
„Das ist meine Möglichkeit, dich nicht ansehen zu müssen! Und jetzt lass mich bitte einfach schlafen!“ Es fiel Marc zwar nicht leicht, aber er schluckte sich jeden weiteren Kommentar runter und so konnte Gretchen kurz nachdem der Zug aus dem Bahnhof gefahren war, schon einschlafen. Marc hatte sich gerade ein Buch herausgeholt und aufgeschlagen, als er spürte, wie auf einmal ein Kopf auf seine Schulter fiel. Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus und eine angenehme Wärme durchströmte seinen gesamten Körper von Kopf bis Fuß. Er nahm sich umso fester vor, dass er die nächsten Tage nutzen würde, um sie wieder auf seine Seite zu ziehen. Er liebte sie zu sehr, um sie einfach gehen zu lassen.

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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

21.05.2010 13:42
#206 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Aufwachen!“ Leise rauschte Gretchen Marcs Stimme durchs Ohr und brachte sie langsam wieder in die Wirklichkeit zurück. Ihr Nacken fühlte sich zwar etwas steif an, aber das Spüren von Marcs Schulter unter ihrem Kopf war mehr als angenehm. Zumindest bis sich wieder die Stimme meldete, die ihr immer wieder zuflüsterte, dass es falsch war und er mit seiner Sicht der Welt niemals der Mann ihres Lebens sein konnte. Deshalb richtete sie sich schnell auf und streifte sich die Schlafmaske von den Augen. Sie musste ein paar Mal stark blinzeln, als das Sonnenlicht auf ihre Pupillen traf, doch als sie sich an die Helligkeit gewöhnt hatte, konnte sie gut Marcs Gesicht ausmachen, das mit einem freundlichen Lächeln verziert war.
„Auch endlich wach? Wir müssen dann mal aussteigen, wenn du nicht weiter nach Bremen oder was weiß ich wohin fahren willst.“ Marc erhob sich von seinem Sitz und streckte sich, um die Koffer von der Gepäckablage zu holen. Dabei rutschte sein blaues Poloshirt etwas weiter nach oben und gab Gretchen einen Blick auf etwas Haut frei.
Können die Koffer nicht noch weiter oben liegen? Nein, ganz falscher Gedanke! Schau weg! Andrerseits ist Schauen erlaubt.
Und das tat Gretchen dann auch. Konzentriert wie bei einem äußerst spannenden Film versuchte sie jedes Detail mit ihren Augen einzufangen und sich einzuprägen. Ihr kam in die Sinne, wie sie jeden Zentimeter seines Körpers berühren durfte, wie sie ihn mit ihren Finger leicht gekitzelt hatte oder seine Haut mit ihren Küssen zum Brennen gebracht hatte.
„Noch mehr Koffer kann ich nicht runterholen!“, teilte Marc ihr grinsend mit, der ihre Blicke auf seinen Bauch genau gespürt hatte. Eine leichte Schamesröte fand urplötzlich den Weg auf Gretchens Gesicht und sie lachte verlegen auf, bevor auch sie aufstand und auf den Gang trat. Sie wollte gar nicht wissen, was Marc jetzt von ihr denken musste. Andrerseits würde es sie doch irgendwie interessieren. Vermutlich bildete er sich nun mehr als ihm gut tat darauf ein und würde nun noch mehr versuchen, sie zurückzugewinnen. Aber sie würde standhaft bleiben. Hoffte sie zumindest.
„Ja, dann können wir ja auch endlich mal!“ Sie schnappten sich ihre Koffer und verließen den Zug. Marc ging voran über den Hamburger Hauptbahnhof und strebte zielsicher den Taxistand an. Die beiden teilten sich ein Taxi und Marc teilte dem Fahrer den Namen des Hotels mit. Gute 10 Minuten später kamen sie auch schon an, holten noch schnell ihr Gepäck aus dem Kofferraum und betraten das luxuriöse Gebäude. Ihre Schritte halten auf dem Boden des großen Foyers, während sie langsam auf die Rezeption zugingen. Marc drängte sich als erster vor und stützte sich mit den Ellbogen auf dem Holztisch ab.
„Doktor Marc Meier. Machen Sie bitte schnell, ich hab ja nicht ewig Zeit!“, wies Marc den Rezeptionisten unfreundlich an und während dieser eiligst den Namen in seinem Computer eingab, widmete sich der Chirurg seiner attraktiven Kollegin. „In einer Stunde gibt’s Mittagessen. Was machen wir bis dahin?“
„Wir machen schon mal gar nichts! Du kannst machen, was du willst und ich werde machen, was ich will!“
„Bleib mal locker, Hasenzahn! War doch nur ne Frage.“
„Ihr Schlüssel, Doktor Meier.“, unterbrach der junge Mann an der Rezeption das kurze Gespräch der beiden Ärzte und hielt Marc einen kleinen Schlüssel hin, den sich dieser auch gleich schnappte. „Zweiter Stock, gleich links.“
„Bis später dann!“, sagte Marc Gretchen noch, nahm dann seinen Koffer und ging schon Richtung Aufzug. Nun stellte sich Gretchen vor die Rezeption und versuchte es im Gegensatz zu Marc mit einem freundlichen Lächeln.
„Gretchen Haase.“ Der Rezeptionist nickte und gab auch ihren Namen in seinen Computer ein.
„Tut mir Leid, aber Sie stehen nicht im Computer!“

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Verena1991 Offline

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21.05.2010 23:29
#207 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Bitte was? Das kann doch gar nicht sein!“, wandte Gretchen nur geschockt ein. Was sollte sie denn bitte ohne ein Hotelzimmer machen?
„Ich kann Ihnen nur sagen, was im Computer steht. Und da ist niemand auf den Namen ‚Haase’ verzeichnet.“, erklärte der Rezeptionist, der selbst doch ein bisschen Mitleid mit der jungen Frau hatte. Immerhin war sie auch um einiges freundlicher als der andere Arzt gewesen. Dem hätte er lieber mitgeteilt, dass wohl etwas bei der Buchung nicht nach Plan abgelaufen war.
„Auch keine Margarethe Haase? Oder läuft es auf Franz Haase?“
„Tut mir Leid, nichts.“, teilte der junge Mann mit und auch Marc hatte mittlerweile mitbekommen, dass bei Gretchen nicht alles nach Plan zu laufen schien und beobachtete die Szene nun aus einigem Abstand. Immerhin musste er auch wissen, wie es mit seinem Hasenzahn weiterging. Und falls sie Hilfe bräuchte, wäre er auch gerne der Retter in der Not. Ein bisschen Dankbarkeit konnte ja nicht schaden.
„Ja, dann… geben Sie mir ein anderes Zimmer!“
„Das ist leider nicht möglich, wir sind restlos ausgebucht wegen der Ärztetagung und der Messe.“
„Und was soll ich dann jetzt bitte machen?“, fragte sie hilflos und auch schon eine Spur verzweifelt. Scheinbar hatte das Schicksal immer etwas gegen sie.
„Sie könnten sich ein anderes Hotel suchen, aber momentan dürften recht wenige Zimmer freistehen.“ Niedergeschlagen setzte sich Gretchen auf ihren Koffer und ließ den Kopf hängen. Was sollte sie denn jetzt machen? Die nächsten Tage konnte sie ja kaum unter der Brücke schlafen. Natürlich hatte nur Marc ein Zimmer bekommen und bei ihr war etwas schief gegangen. Das war nicht fair. Marc sollte ohne Zimmer dastehen und nicht sie. Den Triumph würde sie ihm nicht überlassen. Das Zimmer stand eindeutig ihr zu. Wütend, wie sie mittlerweile war, stand sie auf und packte wieder ihre Koffer. Sie bemerkte Marc, dessen Blick starr auf sie gerichtet war, und schritt schnell auf ihn zu.
„Ich hab kein Zimmer!“
„Und?“
„Jetzt gibt’s du mir deinen Schlüssel!“, forderte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Versuch, damit autoritärer zu werden, scheiterte aber kläglich, als Marc anfing zu lachen.
„Sonst noch was? Ist doch nicht meine Schuld, wenn du zu blöd bist, dein Zimmer richtig zu buchen!“
„Bin ich nicht!“, verteidigte sie sich mit forschem Ton, doch dann stand ihr die Verwirrung ins Gesicht geschrieben. „Wie meinst du das? Ich dachte, mein Vater organisiert das alles?“
„Tja, falsch gedacht!“ So ein Mist! Marc muss ja jetzt auch denken, ich bin zu blöd für alles. Fängt ja alles schon super an.
„Ja, und jetzt?“
„Jetzt hast du wohl ein Problem.“, stellte Marc nüchtern fest und in Gretchens Hirn begann es hart zu arbeiten. Sie hatte kein Zimmer, Marc dafür aber schon. In der Not fraß der Teufel Fliegen und Gretchen war gerade in Not. Deshalb musste sie etwas tun, was ihr eigentlich überhaupt nicht gefiel.
„Marc, ich frag dich das wirklich nicht gerne und es wird auch überhaupt nichts zwischen uns ändern, aber… kann ich bei dir im Zimmer schlafen?“, fragte sie ihn und verlagerte ihr Gewicht unsicher von einem Bein auf das andere. Erst richtete sie ihren Blick zu Boden, doch als von Marc keine Reaktion kam, wagte sie es, ihren Kopf wieder zu heben. Marc hatte ein Grinsen im Gesicht, das von einem Ohr zum anderen reichte. Ihm gefiel der Gedanke wirklich, dass Gretchen wieder bei ihm schlafen würde und diese Nähe konnte bei seinem Zurückeroberungsplan ja nur von Vorteil sein.
„Wie heißt das Zauberwort mit Doppel-T?“, triezte er sie weiter und brachte sie innerlich noch etwas mehr zur Weißglut. Er wusste doch, dass es ihr nicht leicht fiel, ihn um diesen Gefallen zu bitten und er nutzte das für seine Späße aus.
„Rück den Schlüssel raus, aber FLOTT!“
„Ich meinte eher das andere.“
„Bitte!“, zischte sie mit zusammengepressten Lippen und Marc beschloss, dass Gretchen genug gelitten hatte. Immerhin würde es ihr zumindest erstmal auch nicht gefallen, dass sie sich ein Zimmer und wohl auch das Bett teilen mussten.
„Okay, du darfst mit in meinem Zimmer schlafen. Aber nur weil du’s bist!“


Hier gehts in ein paar Tagen weiter, ich bin dann mal weg

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

25.05.2010 21:25
#208 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

So, und da bin ich auch schon wieder und ihr habt mich wieder an der Backe Ich hoffe, ihr hattet wie ich ein paar wunderschöne Tage und jetzt auch ein wenig Spaß mit dem neuen Teil



Sie machten sich auf den Weg in den zweiten Stock und Marc sperrte extra langsam die Türe auf, wobei Gretchen dicht hinter ihm stand und schon ungeduldig darauf wartete, dass ihr Begleiter endlich mal vorankommen würde. Doch der nutzte die Nähe zu Gretchen so lange aus wie es ihm möglich war. Als es jedoch begann zu auffällig zu werden, drehte er den Schlüssel soweit bis es knackte und sich die Tür öffnen ließ. Er streckte seinen Arm seitlich aus und wies ihn das Zimmer hinein, um Gretchen den Vortritt zu geben. Diese Einladung ließ sie sich nicht zweimal geben und trat in das Hotelzimmer. Sie scannte den Raum zügig und erkannte einen kleinen, aber feinen Tisch mit zwei Stühlen, einen edlen Kleiderschrank, wie der Rest der Zimmermöbel hölzern und ein Bett. Ein großzügiges Doppelbett zwar, aber eben doch für zwei. Diese Tatsache erfreute sie nicht wirklich, doch sie hatte schon damit gerechnet. Deshalb hatte sie sich für diese Situation auch einen Plan ausgedacht.
„Ich nehm das Bett, du schläfst auf dem Boden!“
„Bitte?“
„Und geraucht wird nur auf dem Balkon!“ Streng stellte sie weitere Regeln auf und zeigte mit dem Finger auf die Glastür, die auf einen kleinen, gemütlichen Balkon führte. „Ins Bad geh ich morgens zuerst. Du brauchst ja eh nicht so lange.“
„Meinetwegen. Aber das mit dem Boden kannst du vergessen!“
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich mir mit dir noch das Bett teilen werde?“
„Genaugenommen teil ich das Bett eher mit dir! Oder hast du schon vergessen, wem das Zimmer gehört?“, verteidigte Marc sein Gegenargument. Er hatte auch nicht im Geringsten etwas dagegen, wenn er sich mit dieser wunderschönen Frau ein Bett teilen würde. In den letzten Tagen hatte er erst gemerkt, wie leer ein Bett überhaupt sein konnte. Es war kalt und einsam. An Schlaf war für den jungen Mediziner überhaupt nicht mehr zu denken. So sehr verzehrte er sich tags wie nachts nach dieser Frau. Ihr Geruch, der noch immer an den Laken des Bettes hing, war der einzige Trost für ihn, doch zugleich war es die Hölle zu wissen, dass sie selbst nicht da war und es vielleicht nie wieder sein würde.
„Nein, natürlich nicht… Aber ich kann ja auch nichts dafür, dass… ja, dass das mit der Buchung nicht so ganz geklappt hat…“, versuchte sich Gretchen stotternd aus der Affäre zu ziehen, auch wenn sie wusste, dass sie mehr im Unrecht lag.
„Kannst du nicht? Wer dann?“
„Na… wer anders eben! Ist doch jetzt auch vollkommen egal! Fakt ist nur, dass ich mit dir nicht mit dir auf einer Matratze schlafen werde!“
„Ich werde aber nicht auf dem Boden schlafen! So kann ich bestimmt nicht an dem Seminar teilnehmen. Geht ja auf den Rücken.“, fügte er noch dieses Argument an, das ihm aber nicht so wichtig war wie die Tatsache, dass er einfach neben ihr liegen wollte.
„Theoretisch hast du da schon Recht…“, gestand Gretchen sich und ihm ein und tippelte nervös von einem Fuß auf den anderen. Der Gedanke, Marc nachts so nah zu sein, ihn bei sich zu sehen, zu riechen und zu hören, machte sie unheimlich aufgeregt. Bestimmt möchten dann auch ihre anderen beiden Sinne etwas von Marc haben, ihn fühlen und auch schmecken. Und das durfte sie nicht zulassen.
„Nur theoretisch?“
„Ich weiß doch auch nicht… Aber eins sag ich dir, Marc Meier! Wenn du mich auch nur mit der Fingerspitze berühren solltest, zieh ich dir echt eins über!“, drohte sie ihm noch mit erhobenem Zeigefinger und drehte sich anschließend um, um in das kleine Badezimmer zu verschwinden. Marc hingegen sah ihr nur grinsend hinterher. Das würden sie ja noch sehen, ob seine Hände nicht doch irgendwie einen Weg zu ihr finden würden.

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Verena1991 Offline

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26.05.2010 15:52
#209 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hab mich spontan dazu entschieden, nen Doppelteil reinzustellen, nachdem ich die letzten Tage ja nicht da war und ihr bestimmt wollt, dass es schnell mit Martchen vorangeht Viel Spaß beim Lesen


Gabi Kragenow hatte an diesem Tag mal wieder eine Verabredung mit Kalle. Die beiden trafen sich in einem gemütlichen Cafè am Alexanderplatz, direkt unter dem Fernsehturm. Da die Sonne voller Freude über die Hauptstadt Deutschlands schien, saßen sie im Freien und hatten sich jeweils ein großes Eis bestellt. Kalle war momentan der einzig wirkliche Freund, den Gabi hatte. Von allen anderen fühlte sie sich im Stich gelassen, nicht in ihrer Trauer verstanden. Auch wenn sie sehr wohl merkte, dass er ihr manchmal eine Spur zu lange in die Augen sah, konnte sie diese Bindung nicht aufgeben, auch wenn sie Gefahr liefen, dass sie ihn früher oder später vor den Kopf stoßen musste. Kalle war ihr doch zu wichtig. Wenn auch nicht so wichtig, wie sie es wohl für ihn war.
„Und was machst du so am Wochenende? Also hast du schon irgendwelche Pläne?“, fragte der Schrottplatzhändler und stocherte mit seinem Löffel nervös in seinem Eisbecher herum. Zwar gehörten Gespräche mit der brünetten Krankenschwester für ihn mittlerweile zum Alltag, doch dieses Mal hatte ein großes Anliegen und er wusste nicht, wie sie darauf reagieren würde.
„Nö, noch nicht. Ich wollte vielleicht in diesen neuen Club, aber ich weiß es noch nicht genau. Warum fragst du?“
„Meine Eltern feiern Hochzeitstag und geben eine kleine Familienfeier. Ich dachte, vielleicht willst du mit?“, fragte er sie unsicher und schüchtern, aber auch erwartungsvoll und mit Hoffnung. Doch Gabis Blick war erstmal geschockt. Kalle wollte sie seiner Familie vorstellen. Waren sie in seinen Augen also irgendwie zusammen?
„Familien…feier? Da pass ich wohl nicht wirklich rein…“
„Meine Eltern haben nichts dagegen. Sie würden dich sogar sehr gerne mal kennenlernen!“
„Du hast deinen Eltern nicht wirklich von mir erzählt?“, fragte Gabi mit großen Augen und einem leichten Kopfschütteln. Die Sache schien für Kalle doch wichtiger zu sein als sie es ihr jemals war.
„Doch, natürlich! Sie wären ja immerhin Großeltern geworden.“
„Du hast ihnen auch von meinem Baby erzählt?“ Aufgeregt sprang Gabi von ihrem Stuhl auf und stützte ihre zu Fäusten geballten Hände auf den Tisch. Ihr war vollkommen unklar, wie Kalle einfach so über dieses sensible Thema reden konnte. Es war ihr Kind gewesen und es schmerzte sie sehr, dass Kalle damit offenbar so hausieren ging. Je mehr von ihrem Verlust wussten, desto mehr mitleidige Blicke bekam sie zugeworfen. Und solche konnte sie gar nicht leiden.
„Unser Baby! Gabi, wir wären doch eine Familie gewesen…“
„Ein Scheißdreck wären wir gewesen und sind es auch nicht! Halt dich da doch einfach raus!“ Verfolgt von dem Blicken der neugierigen anderen Gäste klemmte sich Gabi ihre Tasche unter die Arme und schritt mit eiligen Schritten davon.
„Gabi, jetzt warte doch mal!“, rief Kalle ihr noch hinterher und war schon im Inbegriff ihr zu folgen, doch sie hob lediglich noch ihre Faust und streckte ihren Mittelfinger aus. Genau vor dieser Reaktion hatte er Angst gehabt. Er wollte ihr doch nur zeigen, dass sie nicht allein war mit ihrer Trauer und es Menschen gab, die sich für sie interessierten, doch sie schien wie so oft nur ihren eigenen Schmerz zu sehen. Er hoffte nur, dass sie es sich noch überlegen und erkennen würde, dass er es doch nur gut mit ihr meinte. Immerhin liebte er sie wirklich. Von ihrer ersten Begegnung an hatte er sie geliebt, er war glücklich gewesen, als er von dem Kind gehört hatte, auch wenn Gabi ihn so gut wie möglich auf Abstand gehalten hatte. Doch in den letzten Tagen hatte er eine junge Frau kennengelernt, die liebenswürdig war und im Grunde nur ihr Glück finden wollte. Und er wollte ihr dieses geben.

Gretchen machte sich extra lange im Bad zurecht, damit sie Marc vor dem Essen auch ja nicht mehr sehen musste. Mehrere Minuten lang war sie sogar einfach nur rumgesessen und hatte Däumchen gedreht und nachgedacht. Natürlich kreisten all ihre Gedanken um sich und Marc. Und immer wieder kam sie zu einer Erkenntnis. Sie liebte ihn, aber noch mehr hatte sie Angst. Was wäre zum Beispiel, wenn sie tatsächlich einmal schwanger werden würde? Würde er dann auch einfach gehen und sie mit ‚ihren’ Problemen alleine lassen? Sie wollte nicht darüber nachdenken, sie wollte nach vorne sehen. Doch daran hinderte sie ihre unendlich große Liebe zu Marc. Und jetzt sollte sie mit diesem Mann auch noch das Zimmer teilen müssen.
Sie schreckte erst aus ihren Gedanken auf, als sie hörte, wie eine Tür zugeknallt wurde. Sie kombinierte, dass das Marc gewesen sein musste, der soeben wohl zum Mittagessen verschwunden war. In dem Glauben, dass sie jetzt ihre Ruhe haben würde, stand sie von dem kalten Boden auf, warf noch einen flüchtigen Blick in den Spiegel und sperrte anschließend die Tür zum Badezimmer auf. Sehr zu ihrem Erstaunen fand sie jedoch kein leeres Hotelzimmer vor, sondern eines, auf dessen Bett es sich ein talentierter, junger Chirurg gemütlich gemacht hatte.
„Was machst du denn noch hier? Da hat doch grad die Tür…“
„Ich dachte, vorher kommst du nicht raus.“, erklärte Marc nur gelassen und stand dann von dem Bett auf und sah auf seine Uhr. „Wir müssen dann aber wirklich mal los!“
„Hast du die Tür etwa von Innen zugeschlagen?“
„Ja! Und wie ich sehe, hat mein Plan ja auch geklappt!“, erklärte er grinsend und musterte Gretchen, die ihn empört ansah und die Arme vor der Brust verschränkte.
„Du hast das mit Absicht gemacht, um mich rauszulocken? Wie kindisch ist das denn?“
„Vermutlich genauso kindisch wie sich beleidigt im Bad zu verstecken. Und jetzt komm mit, du hast doch bestimmt Hunger!“
„Hab ich nicht!“, versuchte Gretchen abzustreiten, doch leider haperte es manchmal an dem Zusammenspiel und Körper und Gehirn und genau in diesem Moment begann ihr Magen laut zu knurren. Sie versuchte krampfhaft, das zu unterdrückten und schlang ihre Arme fest um ihren Bauch, doch Marcs Grinsen war nur noch breiter geworden.
„Ja, das hört man! Jetzt stell dich nicht so an. Ist doch nur ein Essen!“, ermutigte Marc sie und seine Lippen verzogen sich immer mehr zu einem freundlichen Lächeln. Dazu gesellte sich ein liebevoller Blick, der Gretchen einen großen Teil ihrer Selbstdisziplin nahm und auch sie zu einer hellen Miene zwang. „So gefällst du mir schon viel besser!“ Er kam auf sie zu und legte vorsichtig eine Hand auf ihre Wange. Ein Wärmegefühl durchströmte augenblicklich ihren Körper, das sich jedoch einen bitteren Kampf mit dem Gefühl der Angst lieferte. Und verletzt wurde dabei vor allem ihr Herz.
„Marc, bitte…“, hauchte sie flehend und Marc erkannte, dass er für sie einen Schritt zu weit gegangen war und brach den Körperkontakt wieder ab. Aber er war mehr entschlossen denn je, dass er kämpfen würde.

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Verena1991 Offline

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26.05.2010 21:49
#210 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Zusammen kamen sie in dem großen Speisesaal an, der schon recht dicht besiedelt war. Gretchen ließ ihren Blick über die Tische gleiten und konnte schließlich einen freien am anderen Ende des Raumes ausmachen. Zielstrebig steuerte sie darauf zu und hatte dabei auch die ganze Zeit Marc auf ihren Fersen, der sich am Tisch angekommen natürlich auf den Stuhl ihr gegenüber setzte, sodass es ein Ding der Unmöglichkeit für Gretchen war, ihn das Essen über zu ignorieren, was ursprünglich ihr Plan gewesen war. Doch nun kam es ihr geradezu töricht und naiv vor, dass sie auch nur im Entferntesten daran denken konnte, dass er ihr diesen Gefallen tun würde.
„Marc, kannst du dich nicht woanders hinsetzen?“, bat sie ihn auch prompt, nachdem er es sich schon auf dem Stuhl bequem gemacht hatte und seine Augen auf sie fixiert waren, was ihr ein unbehagliches Gefühl bescherte. Sie hasste diese Faszination und Liebe, die sich in seinen Augen spiegelte, wenn er sie ansah. Sie konnte das einfach nicht ertragen, wenn sie nicht zusammen waren und sie ihn doch im Grunde nur vergessen wollte.
„Mir gefällt’s hier!“
„Ja, und da hinten gefällt’s dir bestimmt auch!“, versuchte Gretchen ihn weiterhin loszuwerden, doch er sah nur kurz über seine Schultern und zuckte anschließend mit diesen. „Nö, glaub ich nicht!“
„Marc, wir sind nicht mehr zusammen! Da kann es nur bessere Gesellschaft geben!“ Oft genug hatte sie ihm zwar gesagt, dass die Beziehung vorbei war, doch noch immer waren diese Worte wie ein Dolch, der ihm tief ins Herz gebohrt wurde. Sie verletzte das Herz, das doch nur ausschließlich für sie schlug. Warum nur also verletzte sie es immer wieder anstatt ihm einfach nur zu glauben, dass er sie wirklich aufrichtig liebte und nur noch mit ihr sein wollte?
„Ach, jetzt stell dich mal nicht so an. Ist doch nur ein kleines Essen zwischen… Kollegen! Wie in alten Zeiten.“, brachte er zwischen seinen Lippen hervor, was ihm jedoch sehr schwer fiel. Für ein kollegiales Verhältnis war die Anziehungskraft zwischen den beiden einfach zu groß. Das war sie schon immer gewesen und hatte sie doch nur noch gesteigert. Und inzwischen war es tiefe, aufrichtige Liebe, die sie füreinander empfanden.
„Wir waren doch niemals nur Kollegen…“
„Kann sein… Aber wir konnten uns trotzdem mal einen Tisch teilen!“
„Das war aber bevor du mich sitzengelassen hast!“, zischte sie ihm zu und sah sich wohlbedacht um, dass ihr privates Gespräch auch unter den beiden blieb. Es war nicht gerade ihr Anliegen, dass schon bald Gerüchte herumgingen, was zwischen den beiden Berliner Ärzten vorgefallen war.
„Ich dich? Du hast hier doch Schluss gemacht!“
„Ja, aber nur weil du… Vergiss es einfach! Ich will da auch gar nicht mehr darüber reden…“ Und damit war das Thema für sie abgehakt. Zu oft hatte sie schon darüber sprechen müssen, obwohl es ihr nach wie vor schwerfiel zu akzeptieren, dass Marc nicht ihr Prinz sein konnte. Marc kam ihrem Wunsch nach und ersparte ihr weitere Worte darüber. Das war wohl auch der falsche Ort, um darüber zu diskutieren. Aber dauerhaft würde es das Thema nicht unter den Tisch kehren können. Und sie konnte das ebenso wenig, solange sie ihn noch liebte. Er wusste nur noch nicht, wann, wo und wie er mit ihr genau darüber reden sollte. Zwar verloren sie das ganze Essen kein einziges Wort, doch war das Schweigen nicht gerade angenehmer, spürte man doch so nur noch deutlicher die Anspannung zwischen ihnen. Vor allem Gretchen tat sich schwer damit, ihren Blick richtig zu positionieren. Wenn sie zufälligerweise einmal Marcs traf, wandte sie ihr Augenmerk schnell wieder woanders hin, zumeist genau auf ihr Essen. Dem Chirurgen huschte bei ihren sturen Abblockversuchen gelegentlich auch ein Lächeln über die Lippen, das bestimmt noch größer werden würde, wenn sie endlich einsehen würde, dass sie doch zusammengehörten.

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Verena1991 Offline

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27.05.2010 13:04
#211 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Die folgenden Vorträge an sich waren eher unspektakulär. Doch auch hier ließ es sich Marc nicht nehmen, neben seiner Assistenzärztin Platz zu nehmen. Da die Stühle auch miteinander verhakt waren, konnte sie mit ihrem, sehr zu ihrem Leidwesen, nicht weiter wegrutschen. Wobei Marc ihr selbst in diesem Fall wohl gefolgt wäre. Die Konzentration konnte sie nur schwer bei dem Vortrag halten und sah aus den Augenwinkeln immer wieder verstohlen zu ihrem Chef rüber, der seinen Blick jedoch geradewegs auf den Redner hielt und jedes Wort aufzusaugen schien. Gretchen ärgerte sich selbst, dass sie ihren Sitznachbarn nicht einfach genauso ausblenden konnte. Dass Marc das jedoch auch nicht tat, wurde ihr schon bald klar, als er seine Arme verdächtig streckte und einen auf der Lehne ihres Stuhles, genau hinter ihrem Rücken ausbreitete. Und als wäre das noch nicht genug, konnte sie schon bald spüren, wie seine Finger langsam über ihren Oberarm fuhren und sie sanft kitzelten. Sie zuckte daraufhin mit eben jenem Oberarm und versuchte seine Hand, die sich mittlerweile wie ein Parasit an ihr festgesaugt hatte, so loszuwerden. Doch wie das bei Parasiten so war, ließen sie erst ab, wenn sie satt waren. Und Marc Meier war noch lange nicht satt und würde es vermutlich auch niemals sein. Böse blickte sie zu ihm zur Seite, doch das bekam Marc nur halb zu sehen, da er es vorzog, weiter nach vorne zu sehen. Dabei hatte er mittlerweile jedoch ein dreckiges Grinsen im Gesicht, was Gretchen nicht unbedingt milder stimmen konnte. Eher bekam sie dabei große Lust, ihm gegen das Schienbein zu treten, doch diese Methode schien ihr doch etwas zu brutal und vor allem auffällig. Also fasste sie den Plan an seine Menschlichkeit zu plädieren.
„Marc, lass das bitte!“, zischte sie ihm so leise wie möglich zu und kam dabei mit ihrem Gesicht auch näher an seines heran. Marc spürte ihren warmen Atem an seiner Haut und drehte sein Gesicht nun ruckartig in ihre Richtung. Nur noch wenige Zentimeter trennten kurzzeitig ihre Gesichter und für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Tief blickten sie in die Augen des anderen und eine tiefe Sehnsucht überkam sie. Als der jungen Ärztin jedoch bewusst wurde, was hier gerade geschah und wie nah sie Marc war, zog sie erschrocken ihr Gesicht zurück und richtete ihren Blick stur nach vorne. Enttäuscht wandte auch Marc seinen Blick wieder ab und beobachtete wieder das Geschehen auf der kleinen Bühne, wobei seine Hand noch immer ihren Arm streifte. Wieder schüttelte sie diesen und langsam zog sich Marc zurück. Zuerst bewegte er jedoch nur seinen Unterarm und so wanderten seine Finger noch über ihren Rücken hoch bis zu ihrem Nacken, der zärtlich gekitzelt wurde. Gretchen spannte ihren Körper an und hoffte, dass die Hand bald weg wäre. Doch als Marc seinen Arm wieder hob und wieder zu sich zog, durchströmte sie ein Gefühl der Enttäuschung und auch von Kälte und Einsamkeit. Ein Gefühl, das sie nicht haben sollte, nicht haben wollte, aber das nicht wegzuwünschen war. Sie wollte weinen, ihre ganze Verzweiflung herausschreien, doch das konnte sie in dieser Umgebung nicht. Sie wollte fliehen und gleichzeitig bleiben, bei Marc. Sie war innerlich zerrissen und im Moment konnte sie sich nicht vorstellen, dass sie jemals diesem Gefühl entkommen konnte. Sie hatte Marc doch auch damals erst vergessen können, als sie nach ihrem Abitur zum Studieren nach Köln gegangen war. Vielleicht war das auch diesmal der einzige Weg für sie. Die Flucht vor Marc und ihren Gefühlen. Denn so wie es momentan war, konnte es nicht weitergehen.

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Verena1991 Offline

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27.05.2010 19:49
#212 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Franz Haase stand vor der Tür seines Hauses. Das Haus, das er sich mit Bärbel kurz nach Geburt ihrer gemeinsamen Tochter gekauft hatte. Gute 30 Jahre hatten sie hier zusammen gelebt und zwei wunderbare Kinder hatten sie hier zusammen großgezogen. Wobei Bärbel den Großteil an der Erziehung geleistet hatte. Er war nicht immer für sie und die Kinder da gewesen. Dass er arbeiten musste war klar, immerhin hatte er eine vierköpfige Familie zu versorgen. Aber dass er manchen Abend lieber mit seinen Affären als mit seiner Familie verbracht hatte, war ein Fehler gewesen, der nicht so leicht zu entschuldigen war. Und dennoch hatte Bärbel ihm wieder und wieder verziehen. Sie hatte einen riesigen Fehler gemacht, aber er noch viel mehr. Seit dem Feuer hatte er viel nachgedacht, auch wie es mit seiner Ehe weitergehen sollte. Er liebte sein Butterböhnchen und wusste, dass sie alles für ihn und ihre Kinder tun würde. Er wünschte nur, dass sie ihm mehr Vertrauen geschenkt hätte und ihm alles gebeichtet hätte, anstatt durch so ein dubioses Geschäft an Geld zu kommen. Aber dafür war es zu spät. Jetzt konnte er nur noch verzeihen oder es sein lassen. Und verlieren wollte er Bärbel nicht. Ohne die Lebensversicherung konnte er leben, aber nicht ohne seine Frau, die immer für ihn da war. Er drückte den Klingelknopf neben der Tür und wartete nervös, bis diese geöffnet wurde. Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, als Bärbel vor ihm stand und ihn fragend ansah.
„Franz? Was willst du denn hier?“
„Hallo, Butterböhnchen! Ich wollte nochmal mit dir reden. Kann ich reinkommen?“
„Natürlich!“ Bärbel öffnete die Tür weiter und Franz trat ein. Sie sah ihm nach, wie er ins Wohnzimmer verschwand und strich sich noch eine Haarsträhne hinters Ohr, bevor sie die Tür schloss und ihm folgte.

Gretchen hielt momentan eher weniger vom Reden. Viel lieber hielt sie sich von Marc fern und ging ihm aus dem Weg. Nach dem letzten Vortrag des Tages gegen 20 Uhr war sie blitzschnell in der Menschenmenge verschwunden und saß nun alleine, nur in Begleitung einer Tafel Schokolade, auf einer Treppe des Hotels. Sie hoffte, dass hier nicht viele Leute vorbeikommen würden und sich über die blonde Frau wunderten, die frustriert unzählige Kalorien in sich hineinstopfte. Viel war zwar nicht mehr auf den Gängen des Hotels los, doch dann sah sie jemanden von unten die Treppen hinaufkommen. Sie stellte sich schnell auf die Beine und versteckte die Schokolade hinter ihrem Rücken. Der ihr unbekannte Mann war schon fast an ihr vorbeigegangen, als er sich nochmal zu Gretchen umdrehte und sie ansprach.
„Sind Sie nicht auch bei dem Ärzteseminar?“
„Äh, ja? Wieso?“
„Sie waren doch die Frau, die von diesem braunhaarigen Kerl da angegraben wurde.“, stellte er fest und Gretchen wurde augenblicklich rot im Gesicht. Wäre auch zu schön gewesen, wenn sich keiner daran erinnern würde. Aber besonders dezent hatte sich Marc ja nun nicht verhalten, sodass es kein Wunder war, dass man das mitbekommen hatte. Und Gretchen war wohl augenblicklich zum Gesprächsthema hier geworden.
„Sozusagen…“
„Schien Ihnen ja doch irgendwie unangenehm zu sein. Ich bin übrigens Paul Jäger.“, stellte sich der junge Arzt vor und reichte Gretchen die Hand, die sie auch ergriff und schüttelte.
„Ja, und ich bin…“
„HASENZAHN!“, ertönte nun von oben eine Stimme, die sofort alle Augen auf sich zog. Wütend wie er war, stampfte Marc mit enormer Eifersucht im Blick, die Treppen runter und ergriff Gretchen am Arm und zog sie einige Meter von dem anderen Mann weg. Danach bemühte er sich um ein Lächeln und sah Gretchen milder an. „Ich hab dich schon gesucht! Du weißt, dass wir nur einen Schlüssel haben, Schatz!“ Das letzte Wort betonte er ganz besonders und warf dem anderen Arzt einen vernichtenden Blick zu. Der sollte ja nicht denken, dass Gretchen noch zu haben war. Sie war Marcs Hasenzahn und fertig.
„Marc, was…?“
„Ja, wir müssen dann auch mal!“ Bevor Gretchen irgendwas sagen konnte, unterbrach Marc sie und zog sie mit sich mit. Anscheinend konnte er diese Frau hier nirgends alleine rumlaufen lassen. Er wusste schon, warum er sie lieber gesucht hatte. Keiner sollte in sein Revier eindringen. Nachdem sie aus dem Blickfeld des dritten Arztes waren, konnte sich Gretchen schließlich aus Marcs Griff befreien.
„Was soll denn das?“
„Ich verhindere nur, dass du hier mit irgendwelchen dahergelaufenen Typen anbändelst!“
„Jetzt bist du also wieder eifersüchtig?“
„Ich bin nicht…“, wollte sie Marc verteidigen, doch diesmal fiel ihm Gretchen ins Wort.
„Doch, bist du! Aber ich sag dir mal was! Ich hab nicht vor, mich gleich in eine neue Beziehung zu stürzen!“, sagte sie ihm noch etwas lauter und ging dann weiter den Gang entlang. Nach einigen Schritten, in denen Marc ihr nicht folgte, drehte sie sich jedoch noch einmal zu ihm um. „Kommst du jetzt? Wie gesagt, wir haben nur einen Schlüssel!“

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Verena1991 Offline

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28.05.2010 13:08
#213 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Naja, und dann hab ich eben von diesem Geschäft gehört und dachte, dass das doch eine Möglichkeit wäre, um wieder an das Geld zu kommen. Ich wollte doch unser neues Glück nicht zerstören! Wir haben uns das ja auch so schön vorgestellt mit dem Ruhestand. Ich wollte ja keinem etwas Böses.“, vollendete Bärbel ihre Erzählungen über den Tatbestand des Dogengeschäftes, in das sie geraten war. Franz hatte ihr aufmerksam zugehört und vor allem hatte er auch ihre Verzweiflung herausgehört, dass sonst alles in die Brüche gegangen wäre. „Wie geht es denn jetzt weiter?“
„Ich habe soweit alles regeln können, dass dir auch keine Strafe droht und du aus der Sache herausgehalten wirst.“, erklärte Franz seiner Frau und legte dann lächelnd seine Hand auf ihre. „Butterböhnchen, ich hab auch viele Fehler gemacht. Ich hoffe, dass du mir auch verzeihen kannst!“
„Auch?“
„Ich liebe dich und ich will bis an mein Lebensende mit dir zusammen sein!“ Franz’ Strahlen wurde immer größer und auch Bärbel schien nun rundum glücklich über die Worte ihres Mannes.
„Franz, ich habe dir doch schon verziehen! Lass uns einfach noch einmal neu anfangen!“

Gretchen und Marc wussten noch nichts davon, dass sich die Eltern der beiden wieder versöhnt hatten, als sie sich zum Bettgehen fertig machten. Gretchen hatte darauf bestanden, dass sie sich zuerst fertig machen durfte und lag schon zum Schlafen bereit im Bett, als auch Marc aus dem Bad kam. Sie öffnete noch einmal die Augen und konnte so sehen, dass Marc wie gewohnt nichts von einem Schlafanzug hielt und nur in seinen Boxers schlafen wollte. Sie rutschte noch etwas mehr an den äußeren Rand ihrer Matratze, als Marc seine Decke zur Seite schlug und sich ebenfalls ins Bett legte. Er schaltete noch das Licht aus und danach herrschte eisernes Schweigen zwischen den beiden, nur noch die Spannung lag in der Luft. Und die war zum Zerreißen. Da lagen zwei sich liebende Menschen zusammen so nah in einem Bett und waren sich doch so fern. Gretchen hielt diese Stille einfach nicht aus und beschloss etwas dagegen zu unternehmen.
„Marc? Wehe, du kommst auf meine Seite des Bettes!“, ermahnte Gretchen den vollkommen ahnungslosen Marc, der daraufhin nur ein erstauntes „Bitte?“ von sich gab.
„Ich mein ja nur… Nicht, dass du auf irgendwelche Ideen kommst…“
„Ich hab gar nichts gemacht!“
„Ja… Noch nicht!“
„Du bist jetzt aber schon ein bisschen paranoid!“, murmelte er nur müde und widmete sich wieder seinen Einschlafversuchen.
Kann sein, dass er da Recht hat. Aber man muss mich ja auch mal verstehen. Ich liege hier mit meinem Ex, den ich vielleicht auch noch ein klein wenig oder eher ganz doll liebe, in einem Bett und trotzdem können wir nicht zusammen sein. Das muss er mir nicht auch noch unnötig schwer machen…
„Marc, ich halte das alles nur nicht mehr aus… Wir sehen uns jeden Tag und jetzt müssen wir und auch noch das Hotelzimmer teilen und sitzen wieder 24 Stunden am Tag aufeinander!“
„Mhm…“
„Vielleicht wäre es besser, wenn ich einfach wieder verschwinde…“, sinnierte Gretchen weiter und mit einem Schlag saß der eben noch todmüde Marc senkrecht im Bett und sah auf die Frau neben ihm herab.
„Wie weg?“
„Naja, weg halt… Weg aus Berlin, weg von dir…“, beantwortete Gretchen seine Frage und drehte sich auf den Rücken, sodass sie sich gegenseitig in die Augen sehen konnten. Es war zwar dunkel, aber dank des Mondscheins, der durch die Fenster fiel, konnten sie genug erkennen. Er meinte in ihren Augen Unsicherheit lesen zu können, aber auch Verzweiflung und dass sie einfach nicht mehr weiter wusste. Aber das konnte nicht ihr Ernst sein. Er wollte sie doch nicht verlieren. Und sie sah, dass er verzweifelt war, weil er sie bei sich haben wollte. Doch sie hatte genug von diesem Blick und drehte sich wieder auf die Seite, um ihn nicht weiter ansehen zu müssen.
„Das ist nicht dein Ernst, oder? Du kannst doch nicht einfach abhauen!“
„Warum nicht? Vielleicht ist es besser so…“
„Hm…“ Mehr gab Marc nicht mehr von sich und legte sich wieder auf seinen Rücken und starrte auf die Decke über ihm. Es wurde Zeit, dass er endlich handelte. Wenn sie ging, würde auch ein Teil von ihm gehen. Er wäre doch nie mehr derselbe ohne sie. Sie würde bleiben. Und nicht nur das. Sie würde auch zu ihm zurückkommen. Dafür würde er alles tun.

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Verena1991 Offline

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29.05.2010 14:12
#214 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Am zweiten der drei Seminartage wachte Marc in einem leeren Bett auf, Gretchen war ganz offensichtlich schon aufgestanden. Sehnsüchtig strich er über die freie Seite neben ihm und seufzte auf. Als ihm bewusst wurde, wie wehmütig er sich verhielt, schüttelte er nur den Kopf und richtete sich auf. Er war ein Weichei geworden, stellte er fest. Die Art von Mann, über die er sich früher gerne lustig gemacht hatte. Ein Mann, der frühmorgens aufwachte und sich fragte, wo die Frau seines Herzens war. Ein Mann, der nachts von dieser Frau träumte und nur gut schlafen konnte, wenn sie in seinen Armen lag. So ein Mann war er und es machte ihm nichts aus. Besser gesagt würde es ihm nichts ausmachen, wenn diese Liebe nicht umsonst war. Doch momentan war es eine unglückliche Liebe. Doch vielleicht war heute ein Tag, um das zu ändern. Mit diesem Vorsatz stand er schließlich aus dem Bett auf und machte sich für den Tag fertig.
Als er später zum Frühstück in den Speisesaal des Hotels kam, ließ er seinen Blick über den Raum gleiten und blieb schließlich an einer blonden Frau hängen, die zusammen mit zwei Männern an einem Vierertisch saß und auch noch lachte. Einen der Männer kannte er von gestern und es gefiel ihm überhaupt nicht, dass Gretchen nun schon das zweite Gespräch mit diesem Arzt zu führen schien. Für ihn war also sofort klar, dass er sich dieser Gesellschaft anschließen würde und stampfte mit Wut im Bauch auf den Tisch zu.
„Darf ich?“, fragte er und ohne eine Antwort abzuwarten setzte er sich schon auf den Tisch gegenüber von Gretchen.
„Äh…Setzen Sie sich doch!“, meinte der ihm bekannte Arzt unnötigerweise, doch den beachtete Marc gar nicht. Viel lieber widmete er sich Gretchen und lenkte auch deren Aufmerksamkeit ganz auf sich. Eben dahin, wo sie auch hingehörte.
„Was warst du denn heute früh so schnell weg?“
„Ich wollte frühstücken. Und außerdem hab ich mir an der Rezeption nen eigenen Schlüssel geholt!“, antwortete Gretchen ihm mit einem unechten Lächeln und hatte sich gerade ihr nächstes Nutellabrötchen fertig geschmiert. Bevor sie jedoch da hineinbeißen konnte, hatte Marc es schon mit seiner Hand gepackt und ihr entrissen.
„Danke!“, meinte er nur kurz zu ihr und biss unter ihrem überraschten Blick hinein.
„Kannst du dir nicht selber was holen?“
„Ich dachte, das wäre für mich!“, redete er sich raus. Er konnte ja schlecht vor den anderen sagen, dass er sie niemals im Leben nur eine Sekunde länger mit den zwei Männern alleine am Tisch sitzen lassen würde. Gretchen würde es als Eifersucht bezeichnen, doch er sah es einfach nur als ein Aufpassen, dass sie keine zu tief gehenden Bekanntschaften knüpfte.
„War es aber nicht!“
„Nun komm schon, war doch bestimmt nicht dein erstes heute!“ Toll, jetzt glaubt er wieder, dass ich morgens aufstehen und das Erste, was ich mache, ist, mir ein paar Nutellabrötchen zu machen und eins nach dem anderen gierig aufzuessen… Gut, vielleicht stimmt das so halb.
„Sie hätten sich trotzdem einfach was Eigenes holen können.“, wandte Marcs Dorn im Auge ein und fing sich einen tötenden Blick ein.
„Halten Sie sich aus Sachen raus, die Sie nichts angehen!“, pflaumte Marc ihn nur an und biss sauer in das Brötchen. Dass dieser Schmierlappen ihm gleich den Morgen verderben musste, passte dem Chirurgen so gar nicht.
„Marc, bitte! Spar dir deine Eifersucht einfach! Mir ist jetzt aber auch echt der Appetit vergangen! Tschüß!“, sagte Gretchen, bevor sie von ihrem Stuhl aufstand und wieder ging. Marc musste endlich verstehen, dass sie nicht sein Eigentum war.

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Verena1991 Offline

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29.05.2010 19:10
#215 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Hasenzahn, jetzt warte bitte!“ Sie wollte schon wieder die Treppen zu ihrem Hotelzimmer hoch, als Marcs Stimme sie noch einmal zurückhielt.
„Was ist denn noch?“
„Können wir vielleicht… reden?“, fragte Marc unsicher und Gretchen konnte ihm ansehen, wie unwohl er sich dabei fühlte. Jeder, der ihn einigermaßen kannte, wusste, dass Worte nicht unbedingt seine Waffen waren. Er ging die Dinge lieber aktiver an und handelte gleich. Oder aber er floh und ließ es ungeklärt im Raum stehen.
„Jetzt willst du also reden?“
„Ja? Mann, Gretchen, es ist wichtig!“
„Dann wirst du’s später ja auch noch wissen!“, sagte sie abblockend und wollte schon eine Stufe weiter nach oben steigen, als sie plötzlich Marc Hand um ihren Arm spürte. Flehentlich blickte er zu ihr hoch in die Augen und versetzte ihr somit einen Stich ins Herz. Sie würde ihm so gerne glauben und ihm die Chance geben, sich zu erklären, aber sie hatte Angst vor dem, was kommen würde.
„Bitte!“
„Marc, das geht nicht alles so, wie du es dir vielleicht vorstellst! Wir reden und alles ist gut? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas gibt, dass du sagen könntest!“, wies sie ihn ab und entzog ihm ihren Arm. Doch dennoch hielt sie etwas oder eher jemand hier, nur mit seiner bloßen Anwesenheit.
„Würdest du mir bitte erstmal ne Chance geben?“
„Du hattest echt schon genug Chancen… Und davon hast du noch keine richtig genutzt.“, stellte Gretchen traurig fest und senkte ihren Blick zu Boden. Dabei bekam sie auch gar nicht mehr wirklich mit, wie Marcs Augen ebenfalls von Sekunde zu Sekunde getroffener wurden. Alles, was er wollte, war sich zu erklären und ihr klarzumachen, dass sie ihm alles bedeutete und er sie nie wieder alleine lassen würde, vollkommen egal, was auf sie zukommen würde. Warum nur wollte sie ihm nicht einmal die Gelegenheit dazu geben? Er sah doch ganz genau, wie schlecht es ihr ohne ihn ging. Nur schwer konnte er ihr trauriges Gesicht sehen. Ihre Stimmung übertrug sich auch unmittelbar auf ihn. Als sie zusammen waren, war sie so glücklich gewesen, dass ihr Lachen ihn immer angesteckt hatte und sein Herz immer von einer gewissen Wärme umhüllt war. Er war glücklich, wenn sie es war und traurig, wenn sie es war. Wenn er sich also wünschte, dass sie ihr Glück fand, steckte darin auch ein Hauch von Egoismus, damit es ihm auch besser ging. Und er wollte derjenige sein, der sie glücklich machte. Er wusste, dass niemand sie mehr lieben konnte als er es tat.
„Glaub mir, ich will das wirklich!“
„Und ich will glücklich sein!“
„Und ich will dich glücklich machen, kapier das doch endlich mal!“ Beide redeten mittlerweile schon ziemlich laut, sodass es nicht mehr zwingend ein privates Gespräch war. Einige Leute bekamen den Dialog der beiden mit, die inzwischen schon das Gesprächsthema Nummer Eins waren.
„Und sieh du bitte mal ein, dass wir einfach verschiedene Definitionen von Glück haben! Und jetzt lass mich bitte in Ruhe.“, bat Gretchen ihn noch, bevor sie sich weiter daran machte, die Treppen zu erklimmen. Marc folgte ihr dabei nicht. Er sah ein, dass Gretchen nicht so leicht dazu zu bringen war, dass sie ihm zuhörte. Und selbst wenn, müsste er ganz besondere Worte haben, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Vielleicht müsste er dabei auch mehr sagen und mehr Gefühle von sich preisgeben, als ihm eigentlich lieb war. Er wollte das zwar, aber er wusste nicht, ob er es letztendlich auch wirklich umsetzen könnte.

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Verena1991 Offline

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30.05.2010 00:40
#216 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Dank Lena Image and video hosting by TinyPic bin ich sooooooooo supergut drauf, dass ihr jetzt ganz viel auf einmal zu lesen bekommt
Ich hoffe, ihr habt nix dagegen



Den restlichen Tag versuchte Gretchen weiterhin ihrem Oberarzt aus dem Weg zu gehen, was sich auch als gar kein so schweres Unterfangen heraus. Denn Marc hatte sich, wenn auch nur vorläufig, zum Rückzug entschieden und befand sich in der freien Zeit, die sie hatten, zumeist auf der Raucherterrasse und dachte darüber nach, was er Gretchen gegenüber alles sagen könnte, um sie zurückzugewinnen. Er stand etwas abseits der anderen Raucher und hatte gerade seine Zigarette weggeschnippt, als er Gesprächsfetzen mithörte, die ihn aufhorchen ließen. Es waren die Stimmen der beiden Männer aus dem Frühstücksraum und Thema war offenbar Gretchen.
„Also diese blonde Ärztin ist schon ein Schuss! Über die würde ich schon auf gerne mal rüberrutschen!“, meinte dieser Paul Jäger und trieb ein wütendes Rot in Marcs Gesicht. Und das Schlimmste für ihn war, dass er selbst früher genauso war. Aber jetzt war er anders und es gab für ihn eine Frau, die zu kostbar war, um nur mal eben über sie ‚rüberzurutschen’. Gretchen Haase brauchte Liebe und nicht solche notgeilen Männer, die sie nur als Sexobjekt betrachteten. Marc ballte seine Hände zu Fäusten und hatte größte Mühe, nicht auf diesen Kerl loszugehen.
„Da würde ich aber aufpassen bei dem eifersüchtigen Gorilla, der immer um sie herumtanzt!“
„Vor dem hab ich keine Angst! Der macht sich doch auch nur größer als er ist.“
„Das kann aber auch alles ganz schnell nach hinten losgehen. Wär ja nicht das erste Mal, dass du eins aufs Maul bekommst, weil du deine Griffel nicht bei dir behalten kannst!“
„Man muss abwägen, ob sich die Sache lohnt. Und bei dieser Gretchen… Die tut zwar so zurückhalten, aber ich wette, die kann ihre Krallen ganz schön ausfahren!“, philosophierte der Arzt weiter und als er dabei auch noch dreckig lachte, brannten bei Marc alle Sicherungen durch. Voller Zorn schritt er auf die beiden Männer zu und ehe diese ihren Besuch bemerkten, wurden Paul schon gegen die Wand gestoßen und am Kragen seines Hemdes gepackt.
„Halt deine Fresse oder ich polier sie dir mal richtig!“
„Jetzt halt du mal den Ball flach! Wir haben uns doch nur ein bisschen unterhalten.“, spielte der an die Wand gedrückte Mann die Sache herunter und reizte den ohnehin schon wütenden Chirurgen noch mehr.
„Niemand unterhält sich so über Gretchen, ist das klar? Sie hat es bestimmt nicht verdient, dass sie irgendwer so ausnutzt!“
„Jetzt komm mal wieder runter! Ich mach bestimmt nichts, was sie nicht auch will!“
„Sie will schon mal gar nichts von dir, also lass sie einfach in Ruhe!“, mahnte Marc ihn, drückte ihn noch einmal mit aller Gewalt gegen die Wand und ließ ihn dann los, sah ihn aber noch mit einem vernichtenden Blick an. „Wage es ja nicht, sie auch nur anzufassen! Sieh sie noch nicht einmal an, haben wir uns da verstanden?“
„In dem Punkt bin ich mir noch nicht ganz sicher!“, gab Paul weiterhin unbeeindruckt von sich und richtete sein Hemd. Marc wollte sich zwar schon wieder umdrehen, aber nun entschied er sich doch seine Hand zu einer Faust zu ballen, seinen Arm zu heben, einen großen Bogen damit zu machen und direkt auf die Nase seines Rivalen zu zielen. Zufrieden stellte er fest, dass dieser sich nach dem erfolgreichen Angriff die lädierte Nase hielt und auch Marc musste seine schmerzende Hand schütteln, hatte dabei aber dennoch ein triumphales Lächeln im Gesicht. Immerhin hatte er Gretchen ja irgendwie vor der gefährlichen Männerwelt gerettet. Dabei hatte es sich doch nur wieder gezeigt, dass er sie unmöglich alleine lassen konnte.

Nach diesem Vorfall hielt Marc zwar weiterhin einen Sicherheitsabstand zu Gretchen, doch er hatte sie stets im Blick, genauso wie er alle anderen Männer genau beobachtete, ob einer von denen gefährlich für seinen Hasenzahn werden könnte. Als abends noch ein paar Ärzte zusammenstanden und Gretchen auch unter ihnen waren, war er besonders aufmerksam. Ein weiteres Mal musste er jedoch nicht einschreiten und erregte somit nicht noch mehr Aufsehen. Jedoch war er wieder kurz davor, als er mitansehen musste, wie sein momentan schlimmster Feind sich zu Gretchen stellte und diese besorgt seine Nase musterte, auf der ein großes Pflaster war. Es folgten ein paar Worte zwischen den beiden und schließlich zeigte Paul auf Marc. Dieser versuchte daraufhin noch in Deckung zu gehen, doch da hatte Gretchen ihn schon gesichtet und schüttelte leicht den Kopf, die Enttäuschung war ihren Augen stets abzulesen. Danach trat sie zum Rückzug an und ging Richtung Treppenhaus. Marc kämpfte sich ebenfalls durch die Menge und folgte ihr. Er schaffte es nicht, sie einzuholen und zu schnell war sie aus seinem Blickfeld verschwunden, aber er ahnte, dass sie sich wohl ins Hotelzimmer zurückziehen würde. Er nahm mehrere Treppenstufen auf einmal, um nur umso schneller zu ihr zu kommen. Schließlich war er vor der Zimmertür angekommen und sperrte sie auf. Und tatsächlich fand er darin Gretchen vor, die jedoch mit dem Rücken zu ihm gekehrt war.
„Gretchen…“, wollte er mit seiner Erklärung anfangen, als die Angesprochene herumwirbelte und ihm direkt in die Augen sah. Er stockte, als er die Tränen in ihren Augen sah. Niemals hatte er sie zum Weinen bringen wollen, aber scheinbar schaffte er das doch immer wieder. Es tat ihm in der Seele weh, sie so zu sehen und er wollte sie einfach nur in den Arm nehmen und trösten, doch als er einen Schritt auf sie zuging, gab sie ihm mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er stehenbleiben sollte.
„Warum tust du das immer wieder? Du kannst nicht immer gleich zuschlagen, wenn dir etwas nicht passt!“
„Der Typ da hat es echt nicht anders verdient!“, verteidigte sich Marc prompt. „Du hättest den mal reden hören sollen. Der wollte dich nur irgendwie ins Bett kriegen! Sollte ich da ruhig danebenstehen und anhören, wie er dich unglücklich machen will?“
„Ja, verdammt, das hättest du! Weil es nämlich mein Leben ist! Und ich hatte auch überhaupt nicht vor, etwas mit ihm anzufangen!“
„Ich wollte dich nur beschützen!“, erklärte Marc weiterhin und Gretchen ließ nur ihren Blick zu Boden sinken. Es fiel ihr doch alles schon schwer genug. Ihre Liebe zu Marc und die Liebe von Marc war momentan nur ein großes Durcheinander, in das sie einfach keine Ordnung bringen konnte. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass er so um sie kämpfte. So könnte sie die Beziehung und ihre Liebe doch niemals vergessen.
„Warum kannst du mich nicht einfach loslassen?“, fragte sie leise, wagte es dabei aber nicht, ihm in die Augen zu sehen.
„Na, weil… Mann, Gretchen, du weißt, was du mir bedeutest!“
„Ich kann so nicht weitermachen. Kannst du es nicht einfach sein lassen?“
„Nein, das kann ich nicht!“, stellte Marc ruhig klar und kam wieder einen Schritt auf die weinende Frau zu, die ihn diesmal nicht abblockte. Er legte seinen Finger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf so an, dass sie ihm in die Augen sehen musste. „Ich kann dich nicht in Ruhe lassen.“
„Warum nicht?“
„Weil ich dich nicht vergessen kann!“ Marc legte seine Hände nun auf ihre Wangen und streichelte sie sanft mit seinen Daumen. Sie spürte, wie sich eine Gänsehaut über ihren ganzen Körper ausbreitete und ihre Knie weich wurden. Langsam, aber sicher, kam Marcs Gesicht ihrem gefährlich nahe und sie wusste, dass sie nicht die Kraft hätte, sich gegen diesen Kuss zu wehren. Marc bemerkte ihren flehentlichen Blick, ließ daraufhin seine Hände auf ihrem Rücken ruhen und legte seine Wange nun einfach nur gegen ihre. Weitere Tränen kamen ihr aus den Augen, während sie einfach nur so in Marcs Armen war.
Marc hielt Gretchen so lange in den Armen, bis ihr Puls wieder einigermaßen normal war und sie wieder ruhig atmete. Sein Hemd war teilweise nun doch sehr durchnässt, aber das war seine geringste Sorge. Gerne hätte er gleich mit der jungen Ärztin über ihre Beziehung gesprochen, doch dafür war sie zu erledigt und müde. Sie legte sich nur noch ins Bett und fiel auch schon bald in einen Schlaf. Lange saß Marc an ihrer Seite und strich vorsichtig immer wieder Haarsträhnen aus ihrem Gesicht, die sich von ihrer übrigen Haarpracht lösten. Er musste dringend mit ihr reden und sie wieder zum Lachen bringen. Sie hatte Recht, dass es so einfach nicht weitergehen konnte. Sie flehte ihn zwar an, dass er nicht weiter versuchen sollte, sie zurückzugewinnen, aber dennoch wollte er alles daran setzen. Morgen war der letzte Tag der Fortbildung und er hoffte, dass er diesen nutzen konnte. Auch wenn Gretchen der Meinung war, dass zu viel passiert war, um der Beziehung noch eine Chance zu geben, war doch auch zu viel passiert, um es einfach bleiben zu lassen.
„Marc…“ Leise flüsterte Gretchen im Schlaf seinen Namen und ihrem Gesichtsausdruck zufolge war es ein schöner Traum, der gerade durch ihren Kopf geisterte. Auf Marcs Gesicht schlich sich ebenfalls ein Lächeln und er stand auf, um sich schnell seine Alltagsklamotten auszuziehen. Er ging zu seiner Seite des Bettes und legte sich unter die Decke. Er wusste, dass Gretchen friedlich schlief und eigentlich wollte er diese Situation auch nicht ausnutzen, aber er konnte nicht anders als sich langsam an sie heranzurobben und vorsichtig den Arm um sie zu legen. Gretchen seufzte glücklich auf, was ihn ermutigte, noch näher an sie heranzukommen, sodass kaum noch ein Blatt zwischen die beiden passte. Es fühlte sich gut an, sie so zu halten und dicht neben ihr einzuschlafen.
„Ich liebe dich…“, war der nächste Satz, den sie im Schlaf laut aussprach und Marcs Lächeln wurde nur noch breiter. Genau so sollte es sein und nach Möglichkeit würde sie es auch bald wieder im wachen Zustand sagen.
„Ich dich auch!“ Erneut atmete Gretchen tief und zufrieden aus und Marc konnte so bald ebenfalls in einen ruhigen Schlaf fallen.

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Verena1991 Offline

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30.05.2010 20:35
#217 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Maria Hassmann saß über einem neu erschienenen Buch über Neurochirurgie und versuchte sich so fortzubilden. Die Kinder hatte sie mit einer DVD zufriedengestellt und sah nur ab und zu, wie es den beiden ging. Vor etwa einer Stunde hatte Mehdi seine Tochter vorbeigebracht, damit sie hier übernachten konnte. Eigentlich fand Felix Mädchen ja grundsätzlich doof, aber Lilly Kaan war da anders. Mit der konnte man richtig Spaß haben und rumalbern, hatte der kleine Junge festgestellt. Auch Maria war sehr froh über diese Freundschaft. Zum einen freute sie sich natürlich immer sehr, wenn ihr Sohn sich mit jemandem verstand und lachen konnte, und zum anderen sah sie darin auch einen Vorteil für sich. So hatte sie immer mehr mit dem attraktiven Vater der Kleinen zu tun. Mehdi Kaan war wirklich eine gute Partie und wenn der Gynäkologe vorhin nicht so schnell wieder zum Dienst gemusst hätte, hätte sie ihn gerne noch auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Aber wenn nicht heute, dann eben wann anders. Nach der Pleite mit ihrem Exmann wollte sie jetzt das große Glück finden. Mehdi würde sie bestimmt nicht so eiskalt für eine jüngere Frau verlassen. Mehdi war ein ehrlicher und gutherziger Mann, der gut für eine Familie sorgen konnte und wollte. Es war ein Glück für sie, dass Margarethe Haase inzwischen in anderen Gewässern fischte und Mehdi nicht mehr nur nach ihrer Angel Ausschau hielt. Mehdi wäre ihr Fang, das würde er schon auch noch merken.

Der nächste Morgen und somit der letzte Tag der Fortbildung brach an. Heute würden sie noch einen Vortrag anhören, bevor der Zug sie spät abends zurück nach Berlin bringen würde. Aber daran wollte Gretchen jetzt noch nicht denken. Sie genoss einfach nur, dass sie hier in Marcs Armen lag und seinen Körper direkt hinter ihrem spürte. Er strahlte eine so beruhigende Wärme aus und so wäre die am liebsten den ganzen Tag einfach nur im Bett gelegen. Es fühlte sich alles so leicht und so problemlos an. Dass es das nicht war, wurde ihr dann leider auch bald bewusst. Deshalb setzte sie sich dann ruckartig auf und schlug dabei, wenn auch versehentlich, mit ihrem Ellbogen brutal gegen Marcs Nase, woraufhin dieser auf schmerzhafte Weise aus seinem Schlaf gerissen wurde und laut aufschrie.
„Sag mal, spinnst du?“
„Ich glaube eher, du spinnst!“, konterte Gretchen, die in ihrem Inneren jedoch schon Schuldgefühle hatte. Ihr Ausschlagen war ja nun wirklich keine Absicht gewesen. „Ich meine… Warum legst du dich auch so hinter mich?“
„Also gestern schien’s dir noch gefallen zu haben!“, antwortete Marc trocken und nahm die Hand von der Nase, um darauf einige Blutspuren zu erkennen. „Wehe, wenn du mir jetzt die Nase gebrochen hast!“
„Äh… Wie genau meinst du das jetzt?“
„Du weißt doch wohl, was ein Nasenbruch ist.“
„Ich meinte das vorher! Wieso soll mir das gefallen haben?“
„Du ziehst mir eins über und interessierst dich nur für dafür?“, fragte Marc entrüstet und stand dann auf, um ins Bad zu verschwinden. Eigentlich wollte Gretchen ihm nicht nachgehen, aber letztendlich tat sie es doch. Eine gebrochene Nase hatte sie ihm dann doch nicht zufügen wollen. Als sie durch die Tür zum Badezimmer ging, erblickte sie Marc vor dem Spiegel, der seine Nase untersuchte. Besorgt schritt sie auf ihn zu und versuchte von Weitem ebenfalls eine Diagnose zu stellen, was ihr jedoch nicht gelingen konnte.
„Tut mir Leid, das wollte ich nicht…“
„Scheint nicht gebrochen zu sein.“, stellte der Chirurg fest und konnte Gretchen so doch ganz offensichtlich beruhigen. „Sonst hättest du nämlich echt ein großes Problem gehabt!“
„Ich hab mich nur erschrocken, dass du da lagst! Das ist gegen unsere Regeln!“
„Deine Regeln…“, korrigierte Marc sie nuschelnd und nahm nun ein Handtuch, um das Blut um seine Nase herum abzuwischen.
„Was?“
„Es sind deine Regeln! Du hast sie aufgestellt, also sind es deine Regeln!“
„Gut, sind’s eben meine Regeln! Du hast sie trotzdem gebrochen!“, beschuldigte ihn Gretchen erneut, nachdem sie nun sicher sein konnte, dass sie nicht ebenfalls für einen Bruch verantwortlich war.
„Im Schlaf hast du aber schon den Eindruck erweckt, dass es dir so ganz gut gefallen hat!“
„Hab ich nicht! Oder… Hab ich irgendwas gemacht?“, fragte sie ihn und hatte doch etwas Angst, dass sie etwas Peinliches gemacht haben könnte. Es wäre ihr zwar neu, dass sie im Schlaf unbewusst irgendetwas sagen oder tun würde, aber sicher konnte sie sich da auch nicht sein. Marc überlegte, ob er ihr sagen sollte, was sie von sich gegeben hatte, aber das würde wohl auch nichts daran ändern, dass sie nicht mehr an ihre Beziehung glaubte. Dieses Vertrauen musste er anders gewinnen.
„Nicht so wichtig… Was dagegen, wenn ich heute zuerst das Bad haben darf?“, fragte er lächelnd uns zeigte auf seine Nase. Auch Gretchen schmunzelte bei dem süßen Blick, den er ihr zuwarf und ließ ihn nach einem kurzen Nicken wieder allein. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass dieser Tag nur noch besser werden konnte und es auch würde.

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Verena1991 Offline

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31.05.2010 01:48
#218 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach dem letzten Vortrag hatte es Gretchen ziemlich eilig da wegzukommen. Sie liebte die Medizin ja wirklich, aber tagelang den klügsten Chirurgen zuzuhören wurde mit der Zeit auch für sie langweilig. Und seit dem ersten Tag lauerte sie nun darauf, dass sie endlich den Wellnessbereich des Hotels austesten konnte. Bis jetzt war sie davon immer abgehalten worden. Entweder weil sie nach den ganzen Vorträgen einfach so nur noch ins Bett wollte oder einfach wegen Marc. Aber der war sowieso meistens dafür verantwortlich, dass sie von irgendwas abgehalten wurde. Hauptsächlich davon, dass sie befreit eine tolle Beziehung mit einem anderen Mann eingehen konnte oder sie keine Nacht verbringen konnte, ohne sein Gesicht vor ihrem inneren Auge zu sehen. Früher hatte er sie zusätzlich daran gehindert, Selbstvertrauen aufzubauen. Aber all das hatte er ja für kurze Zeit wieder gutgemacht. Sie hatte gehofft, dass sie wenigstens jetzt niemand mehr daran hinderte, dass sie sich endlich entspannen konnte, als hinter ihr doch noch ein „Gretchen!“ ertönte. Mit einem möglichst freundlichen Lächeln drehte sich Gretchen um und sah Paul an, der sie aufgehalten hatte.
„Ja?“
„Hast du noch Lust, was mit mir trinken zu gehen?“, fragte er charmant, doch Gretchen erinnerte sich genau daran, was Marc ihr gestern gesagt hatte. Natürlich hätte sie sich sonst auch nicht auf einen neuen Mann eingelassen, aber dass sie jemand offenbar öffentlich als Trophäe ausstellen wollte, ging ihr dann doch sehr gegen den Strich.
„Ehrlich gesagt nicht! Ich kann’s nämlich echt nicht leiden, wenn man mich nur als Betthäschen sieht!“, erklärte sie kalt und abweisend und verschränkte dabei die Arme vor der Brust. Paul sah sie erstmal erstaunt an, bevor ihm dämmerte, wie sie davon erfahren hatte. Und er hatte es gar nicht gerne, wenn man in sein Revier eindrang und das war Gretchen momentan für ihn.
„Hat das dieser Meier gesagt oder wie der heißt? Der ist doch nur eifersüchtig!“, versuchte er Marc vor Gretchen schlechtzumachen und sich selbst dafür ins rechte Licht zu rücken. Doch davon ließ sich Gretchen wenig beeindrucken.
„Mhm, das ist er wirklich! Aber ich kenne ihn mittlerweile schon verdammt lange und ich glaube, ich kann ganz gut einschätzen, wann er lügt. Und ich glaube ihm auch, dass er mir die Wahrheit gesagt hat!“
„Ja, aber…“
„Marc war wenigstens in dem Punkt immer ehrlich und hat zumindest anfangs nie behauptet, dass es für ihn mehr als Sex wäre. Ich hätte ja nie gedacht, dass ich ihm das mal irgendwie anrechnen würde, aber wenn ich da an manch anderen denke, muss ich das wirklich mal tun!“, warf sie ihm noch an den Kopf, bevor sie sich, ohne ein weiteres Wort ihrerseits oder von ihm abzuwarten, umdrehte und weiter ihren Weg ging. Der Arzt sah ihr nur noch mit offenem Mund nach und bemerkte erst gar nicht, dass sein Berliner Kollege seine Abfuhr live und ungeschnitten mitbekommen hatte. Und nun konnte es dieser natürlich nicht unterlassen, das dem Abserviertem unter die Nase zu reiben.
„Ich hätte ja ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, dass mir das mal eine Frau anrechnen würde, aber… ich bin eben doch der Beste! Und ich schau dann jetzt mal, ob sich da nicht doch noch was richten lässt!“ Er klopfte seinem miesepetrigen Möchtegern-Konkurrenten auf die Schulter und folgte dann Gretchen Richtung Wellnessbereich.

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Verena1991 Offline

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31.05.2010 14:58
#219 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Gretchen stellte fest, wie himmlisch eine Massage sein konnte, als sie auf der Liege lag und die Hände des Masseurs über ihren Rücken glitten und ihre Verspannungen löste. Die ruhige Musik, die leise im Hintergrund spielte, tat ihr Übriges für das entspannte Ambiente. Es war eine kluge Entscheidung gewesen, morgens in aller Früh den Termin hier zu machen. Bald würde schon wieder der normale Alltagsstress im Krankenhaus ihr Leben beherrschen, was für sie Aktensortieren und ähnliche verantwortungsvolle Aufgaben bedeutete. Aber da würde sie drüberstehen, genauso wie über die Trennung von Marc. Obwohl sie sich in dem Punkt noch nicht ganz sicher war. Erstmal war sie jedoch so in der Massage versunken, dass sie nicht mitbekam, wie die Tür leise geöffnet wurde und Marc hinzukam. Etwas Eifersucht stieg schon in ihm auf, als er sah, wie fremde Männerhände Gretchens nackten Rücken massierten, aber er beruhigte sich damit, dass diese Hände das ja rein beruflich taten. Bevor der Masseur etwas sagen konnte, zückte Marc schon einen 50-Euroschein und signalisierte, dass er übernehmen würde. Der andere Mann verstand, nahm das Geld und verließ den Raum ebenso leise wie Marc ihn betreten hatte. Diesem wurde nun richtig heiß, als er auf Gretchens Rücken herabblickte. Die junge Ärztin wunderte sich etwas, als nach einer kurzen Pause nun zwei deutlich verschwitztere Hände auf ihrem Rücken lagen. Aber darüber wollte sie sich wahrlich nicht mehr beschweren, als diese sanfter und zärtlicher als zuvor ihren Körper mit Berührungen verwöhnten. Sie begannen in der Mitte ihres Rücken, wanderten nach oben zu ihrem Nacken und kneteten leicht ihre Schultern. Danach krabbelten die Hände wieder langsam ihren Rücken hinab, hinterließen überall eine Gänsehaut, machten aber Halt, bevor sie zu tief in ihre Intimsphäre eindrangen. Bis jetzt war sie nur einem Mann mit so dermaßen talentierten Händen begegnet, deren zärtlichen Berührungen sie sich einfach ohne Vorbehalt und voller Vertrauen hingeben konnte und die gleichzeitig immer eine gewisse Leidenschaft in ihr entfachten. Nicht im Traum hätte sie daran gedacht, dass es genau diese Hände waren, die sie auch jetzt wieder verwöhnten, doch unwillkürlich stellte sie sich vor, dass es Marc wäre und er ihr hier so nah war. Wie hypnotisiert blickte dieser auf die Frau vor sich hinab und hatte schwer mit einer regelmäßigen Atmung zu kämpfen, während er ihre nackte Haut spürte. Gerne wollte er sie überall spüren, ihren Bauch sanft kitzeln oder mit seinen Händen ihre Brüste umfassen, doch bis dahin war es noch ein schwerer Weg. Ein Weg, den er mit Worten bestreiten musste. Zweifelsohne würde sie ausrasten, wenn sie mitbekäme, dass Marc sie hier massierte, aber er konnte nicht anders. Er musste sie hier einfach anfassen. Es waren keine niederen Triebe, die ihn dazu verleiteten, sondern einfach ein Grundbedürfnis des Mediziners, diese Frau berühren zu dürfen, die er abgöttisch liebte. Er nahm die Hände von ihrem Rücken und stützte sie nun neben ihrem Körper auf der Liege ab. Mit dem Oberkörper beugte er sich nun nach unten, bis sein Kopf nur noch Zentimeter von ihrer Haut entfernt war. Sie spürte seinen warmen Atem und wie er einen extra Luftstoß auf ihren Rücken pustete. Dass das definitiv nicht zum Standartprogramm gehörte, war Gretchen sofort klar und sie riss in dem Moment die Augen auf, als sie zwei warme Lippen auf ihrer Wirbelsäule spürte. Ungeachtet dessen, dass sie praktisch unbekleidet war, drehte sie sich auf die Seite, dass Marc gezwungen war, sich wieder aufzurichten. Sein Blick blieb auf ihren entblößten Brüsten hängen, die Gretchen sofort panisch mit ihren Händen verdeckte.
„Sag mal, hast du sie noch alle?“

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Verena1991 Offline

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31.05.2010 18:49
#220 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Äh, ja, Danke, mir geht’s gut!“, antwortete Marc ihr mit einem frechen Grinsen, welches Gretchen nur noch mehr zur Weißglut trieb.
„Dreh dich jetzt sofort um!“, wies sie ihn schroff an und Marc folgte ihrer Aufforderung auch ohne Murren. Aber das Bild, das er soeben in seinem Kopf gespeichert hatte, konnte ihm niemand mehr nehmen. Während sich Gretchen anzog, warf sie Marc sicherheitshalber immer wieder kontrollierende, böse Blicke über die Schulter zu, stellte dabei aber fest, dass er brav mit dem Rücken zu ihr stand und er stur geradeaus sah. „So, bin fertig!“, teilte sie ihm schließlich mit und verschränkte nun abweisend die Arme vor sich, während er sich wieder zu ihr umdrehte.
„Schön, dann können wir ja jetzt endlich reden!“
„Reden ist gut! Erklär mir jetzt bitte mal, wie du auf die hirnrissige Idee kommst, mich hier einfach zu massieren!“
„Hat’s dir denn nicht gefallen?“, fragte er mit einem provokanten Lachen und sie sah ihn überrascht an. Wie konnte er solche Situationen nur immer wieder in so eine Richtung lenken? Ein ‚Talent’, das außer Marc nicht viele Leute hatten, denen sie bis jetzt begegnet war. Und natürlich hatte es ihr auch gefallen, aber das konnte sie so nicht zugeben. Nicht vor Marc und auch sich selbst wollte sie es eigentlich nicht eingestehen.
„Kannst du mir bitte auf meine Frage antworten?“
„Meine Güte, du läufst doch immer weg, wenn wir irgendwo alleine sind! Aber wir müssen hier echt mal reden!“
„Über was denn?“
„Über unsere Beziehung.“
„Marc, lass mich doch einfach! Das mit uns hat einfach keinen Sinn mehr!“
„Ach, und warum? Weil ich etwas Zeit zum Nachdenken wollte, nachdem du mir offenbart hast, dass du vielleicht von diesem Arschloch schwanger bist? Ich hab durchaus verstanden, dass das nicht einfach für dich war, aber denkst du, das war es für mich? Da will ich einmal eine normale, vernünftige Beziehung und dann so was! Für mich war das auch eine scheiß Situation! Vielleicht hätten wir in Ruhe darüber reden sollen, aber das konnte ich nicht! Ich bin nicht jemand, der gerne über alles redet! Ich klär manches lieber zuerst mit mir selbst, damit ich dafür eine vernünftige Lösung finden kann!“
„Ich hätte dich aber gebraucht!“, schrie Gretchen zurück und war mittlerweile schon den Tränen nahe. Auch wenn sie es sich gewünscht hätte, war das Thema noch lange nicht abgeschlossen. Dazu liebte sie Marc auch einfach noch zu sehr.
„Ich wäre auch für dich dagewesen! Wenn du mich denn gelassen hättest! Ich wollte doch nur eine Stunde zum Nachdenken, aber du wirfst gleich unsere ganze Beziehung weg! Und weißt du, was ich glaube?“ Mit strengem Blick kam er näher auf Gretchen zu, so dass sie ihm nicht in die Augen sehen konnte und den Blick zu Boden senkte. „Ich glaube, dass du mir nie zuhören wolltest, weil du ganz froh warst, einen Grund zu haben, unsere Beziehung zu beenden!“
„Bitte? Ich habe dich geliebt! Warum sollte ich mir so was wünschen?“ Überfahren von seiner These richtete Gretchen ihren Blick wieder auf und wartete nur auf Marcs Antwort.
„Vielleicht, weil du immer damit rechnest, dass die ganze Welt gegen dich ist! Und vor allem bei mir, weil ich dir schon so oft wehgetan habe. Aber ich habe mich dafür entschuldigt! Und du hast mich verändert! Ich bin auch kein Peter, Mehdi oder Alexis. Ich würde dich niemals betrügen! Seit wir zusammen sind, sind alle anderen Frauen für mich nur noch eine ebensogroße Option wie Alice Schwarzer! Ich hab auch keine Frau, die im Koma liegt und geb mich nicht als jemand aus, der ich nicht bin! Bei mir wusstest du von Anfang an, dass ich ein verdammtes Arschloch bin und ich hab dir auch nie etwas anderes gesagt. Ich gebe nicht viel auf die Gefühle anderer, aber es ist mir verdammt wichtig, dass du glücklich bist und dafür tue ich alles! Ich habe meine Fehler und das weißt du auch! Ich bin auch kein Mann, der sofort heiraten, Kinder kriegen und ein Haus bauen will! Aber seit dir halte ich solche Typen nicht mehr für absolut geisteskrank. Und ich kann mir echt vorstellen, dass wir vielleicht irgendwann eine richtige Familie sein werden! So weit hast du mich schon verändert, auch wenn du nie das Arschloch aus mir rausprügeln wirst, das in mir steckt! Es ist deine Entscheidung, ob du so mit mir zusammen sein willst. Vielleicht bleiben wir auch nicht immer zusammen. Aber dafür gibt es nie eine Garantie, es ist immer ein Risiko! Ich kann dir nur sagen, dass ich dich wirklich liebe und ich mit dir zusammen sein will! Ich glaube wirklich, dass wir eine Chance haben! Aber dafür musst du auch auf mich zukommen…“ Nachdem er mit seinem Vortrag fertig war, drehte er sich um und raufte sich durch die Haare. Er hatte alle gesagt und nun lag es an Gretchen, den letzten Schritt zu tun. Und es war ihm alles andere als leicht gefallen, das alles auszusprechen. Aber es war einfacher gewesen als er gedacht hatte. Am Ende waren die Worte geradezu aus ihm herausgesprudelt, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Aber das war das gewesen, was ihm auf dem Herzen lag.
Oh Mann, er hat ja Recht! Vielleicht denke ich wirklich immer, dass alles zwangsläufig schlecht endet und habe es deswegen beendet, bevor mir noch mehr wehgetan wird. Er hat mich verletzt, aber ich weiß, dass das alles für ihn auch nicht leicht war. Dabei liebt er mich wirklich, das habe ich jetzt wieder gemerkt. Er kann sich sogar vorstellen, dass wir eines Tages Kinder haben werden. Und ich liebe ihn auch über alles. Ich bin ohne ihn nicht glücklich. Vielleicht werde ich mit ihm nach einigen Jahren noch viel unglücklicher sein, aber ich muss es versuchen. Anders kann ich niemals glücklich werden…

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Verena1991 Offline

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31.05.2010 21:31
#221 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc registrierte ihr betretenes Schweigen und den Blick zu Boden und deutete es auf seine Weise. Er hatte alles versucht, aber es war nicht genug gewesen. Scheinbar wollte die einzige Frau, die er jemals wirklich geliebt hatte, kein Interesse an einer Beziehung mit ihm.
„Okay… Ich hoffe nur, dass du mal jemanden findest, der dir alles recht machen kann…“ Marc drehte sich um und öffnete die Tür des kleinen Raumes. Nur ungern wollte er gehen und so akzeptieren, dass es für immer vorbei war. Aber was blieb ihm schon anderes übrig, wenn sie ihn nicht mehr wollte?
„Marc, warte!“, rief sie aus und Marc wandte seinen Blick noch einmal hoffnungsvoll zu ihr. Er sah, wie eine Träne über ihre Wange rann und sie einen Schritt auf ihn zukam. „Bitte geh nicht!“
„Und warum nicht?“, fragte er mit einem traurigen Blick, der jedoch noch einen Funken Hoffnung in sich trug. Vielleicht hatten seine Worte ja doch Wirkung gezeigt und sie hatte es sich anders überlegt. Und das hatte sie wirklich. Dieser Mensch meinte es ehrlich mit ihr und er liebte sie und würde sie nicht wieder so enttäuschen.
„Ich liebe dich! Und ich will auch mit dir zusammen sein! Und vielleicht hast du ja auch Recht… Ich hab nur so Angst, dass ich wieder enttäuscht werde…“ Glücklich über ihre Worte ging Marc nun auf sie zu und nahm sie vorsichtig in seine Arme. Eine Hand ruhte auf ihrem Rücken und die andere vergrub er in ihren Haaren. Glücklich stellte er fest, dass Gretchen es zuließ und auch ihre Arme um seinen Bauch schlang und ihren Kopf auf seine Brust bettete. Sie wies ihn nicht von sich und er fühlte, wie sein Herz einen glücklichen Hüpfer machte. Die Belastung, die er die letzte Zeit gespürt hatte, war vergessen und verschwunden und er wusste, dass sie wieder zusammen waren. Und diesmal würden sie das auch bleiben und sich nicht von der ersten Hürde auseinanderbringen lassen. Manchmal musste man erst etwas verlieren, um zu erkennen, dass man nicht ohne es leben konnte.
„Ich weiß! Aber glaub mir, ich habe das nicht vor!“
„Ich war mir nur nie sicher, ob ich für dich das Wichtigste bin oder doch dein Job und deine Freiheit.“
„Glaub mir, das bist du!“ Er wich etwas von ihr zurück, damit sie ihm nun in die Augen sehen konnte. „Und ich hätte alles für dich aufgegeben. Ich hab sogar Gabi damals rausgeschmissen, weil ich endlich das Richtige tun wollte. Für dich und für mich!“
„Du hast Gabi rausgeschmissen? Wann?“, fragte Gretchen irritiert nach.
„Bevor du mir die verbrannten Liebesbriefe gezeigt hast. Es war mir total egal, ob ich meine Zulassung verliere oder was auch immer da auf mich zukommt. Ich wollte es dir die ganze Zeit sagen, aber irgendwas ist immer dazwischen gekommen! Und am Ende dachte ich, dass es sowieso zu spät ist und ich dich verloren habe. Also wollte ich zumindest meinen Job behalten und dann… hab ich wohl wieder das Falsche getan!“
„Du wolltest das alles für mich aufgeben und ich hab dich nicht ausreden lassen? Ich war so ein Idiot!“, weinte Gretchen weiter und konnte nur den Kopf darüber schütteln.
„Wir haben’s gemeinsam verbockt!“
„Marc Meier gesteht auch mal einen Fehler ein? Es geschehen also noch Zeichen und Wunder!“, meinte sie mit einem kleinen tränenersticktem Lachen. Mit einem Lächeln legte Marc seine Hände auf ihre Wangen und strich mit dem Daumen sanft darüber. Sie schloss die Augen und genoss die Zärtlichkeiten in vollen Zügen. So sehr hatte sie sich danach gesehnt. Sie gehörten zusammen. Das wurde ihr nun mehr als klar.
„Diesmal machen wir’s besser, okay?“
„Okay! Und jetzt küss mich endlich!“, forderte sie ihn auf, was er sich nicht zweimal sagen ließ. Er senkte seinen Kopf und verschloss ihre erwartenden Lippen mit einem Kuss.

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Verena1991 Offline

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01.06.2010 00:36
#222 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Und da ihr so lange auf Zuckerentzug wart, gibts jetzt mal die geballte Ladung. Aber nur für die Erwachsenen. Ist nämlich FSK 16 Also Kühlakkus bereitlegen
Besonders widmen möchte ich diesen Teil (und ich habs ja auch schon angedroht) der Naddl Einfach deswegen, weil du mich total dazu provoziert hast, dass dieser Teil so lang geworden ist und vielleicht auch heißer als ursprünglich geplant. Die halbe Nacht habe ich daran gesessen, nur damit du eine befriedigende... also zufriedenstellende Guten-Morgen-PM bekommst Kannst es auch nochmal als kleines Dankeschön für meinen All Inclusive Urlaub sehen. Hab dich lieb,
dein Schreihals
Und allen anderen wünsche ich natürlich auf viel Spaß bei dieser sehr ausführlichen Versöhnung



Erst küssten sie sich zärtlich und zeigten einander all die Liebe, die ihre Herzen zum Schlagen brachte und ihnen das Gefühl gab, wieder richtig zu leben. Dann wurde der Kuss leidenschaftlicher und sie offenbarten auch die sexuelle Zuneigung, die sie verband. In jeder Sekunde vermittelten sie das unbändige Verlangen nacheinander. Sie lösten sich nur, um sich gegenseitig in die Augen zu blicken und gaben sich so auch ohne Worte zu verstehen, welche Station sie als nächste ansteuern würden. Marc packte sie bei der Hand und zog sie mit sich. Sobald sie jedoch immer an einer Wand vorbeikamen, drückte Marc sie sanft dagegen und küsste sie stürmisch, während seine Hände schon immer unter ihr T-Shirt fuhren und er sie erst wieder von ihr nahm, um sie weiter mit sich zu ziehen. So steuerten sie etappenweise unter den neugierigen Blicken der anderen Gäste ihr Hotelzimmer an und Marc holte schnell seinen Schlüssel heraus. Er widmete sich dem Türschloss, war aber mittlerweile schon so aufgeregt, dass ihm das Aufsperren nicht gerade die leichteste Übung war. Vor allem, weil Gretchen hinter ihm stand und ihre Arme dicht um ihn geschlungen hatte. Sie scheute sich auch nicht, mit der einen Hand schon in seine Hose zu fahren und dem kleinen Doktor Meier klarzumachen, dass sie bald miteinander spielen würden. Als die Tür endlich aufgesperrt war, stürzten sich ihre Lippen wieder gierig aufeinander und mit einem Schlag schlossen sie die Tür wieder. Den Schlüssel warf Marc schnell und einfach zu Boden und drückte Gretchen gegen die Tür, wo er sie gleich wieder mit einem Kuss überfiel. Hastig schlüpften sie aus ihren Schuhen und fuhren dann unbeirrt mit ihrem Zungenspiel fort. Marc hob ihr Bein hoch und seine Hand fand den Weg über ihren Oberschenkel bis über ihren Po zu ihrer Taille. Wieder schlüpften seine Hände unter ihr Shirt und die beiden Liebenden lösten sich kurz voneinander, sodass Marc ihr das Kleidungsstück über den Kopf ziehen konnte. Gierig blieb sein Blick auf ihrem Dekollete hängen und langsam fuhr er mit dem Finger ihr Brustbein nach bis Gretchen ihre Hände gegen seine Brust stemmte und ihn weiterschob. Sie bugsierte ihn aufs Bett und setzte sich auf ihn. Marc ließ sich in die Matratze zurückfallen und genoss einen Moment einfach nur ihre Berührung. Sie zog sein Hemd aus der Hose und machte sich dann daran von oben nach unten jeden Knopf aufzuknöpfen und dabei immer wieder seine Haut zu berühren. Als sie mit ihrer Arbeit fertig war, richtete sich Marc auf und ließ das Hemd von seinen Schultern gleiten, um es daraufhin auf den Boden zu schmeißen. Er legte die Arme um Gretchen und zog sie so mit sich nach unten, als er sich wieder zurückfallen ließ. Sie rollten sich auf dem Bett und küssten sich gierig. Als Gretchen wieder auf ihm lag, übernahm sie die Oberhand und stand vom Bett auf. Marc robbte bis ans Bettende und setzte sich dort aufrecht hin. Sie stand unmittelbar vor ihm und er fingerte nun an dem Knopf ihres Rockes herum. Er verpasste keine Sekunde davon, wie das Kleidungsstück langsam an ihren Beinen entlang zu Boden glitt und immer mehr von ihrer Haut zeigte. Sie stieg aus dem Rock und pfefferte ihn mit einem Fuß auf eine willkürliche Stelle des Zimmers. Marc legte seine Hände auf die Hüften der halbnackten Frau vor ihm uns streichelte sanft ihre Kurven. Sie nahm seine Hände in ihre und ließ sich dann vor ihm auf die Knie fallen. Er stütze sich mit seinen Händen zusätzlich auf dem Bett ab und beugte seinen Oberkörper leicht nach hinten, wohingegen sie nun ihre Hände für das Öffnen seines Hosenknopfes benötigte. Er hob seinen Hintern kurz an, damit sie seine Hose samt Unterhose gleich von seinen Beinen streifen konnte. Nackt wie Gott ihn schuf, saß er nun vor ihr und sie fuhr mit den Händen seine Oberschenkel entlang und je näher sie dem kleinen Meier kam, desto erregter wurde er. Als sie schließlich beim entscheidenden Handschlag war, konnte er ein Aufstöhnen nicht mehr unterdrücken, packte sie an den Handgelenken und zog sie hoch zu sich. Sie sah ihn verführerisch an, als sie auf seinem Schoß saß und seine Erregung nur zu deutlich unter sich spüren könnte. Seine Hände fuhren ihren Rücken hinauf bis zu dem Verschluss ihres BHs, an dem er nun herumfriemelte bis er die Haken des rosa Stoffs öffnen konnte und die Träger nun über ihre Schultern streifte und ihre Brüste entblößte. Voller Gier bestaunte er ihre Weiblichkeit und so wurde sein Atem immer schneller während er mit den Händen über ihren Bauch nach oben fuhr und schließlich ihre Brüste umfasste. Lustvoll legte sie den Kopf in den Nacken, als er sie nun auch vorne zu massieren begann und mit seiner Fingerspitze ihre Brustwarze entlangfuhr.
„Nimm mich endlich!“, hauchte sie ihm zu und spürte daraufhin, wie seine Hände wieder nach unten wanderten und seine Finger in ihren Slip schlüpften. Er warf sie neben sich auf die Seite auf das Bett und zog ihr nun Stück für Stück das letzte Stück Stoff nach unten, das am Ende auch das Schicksal ereilte, dass es irgendwo auf dem Boden zum Liegen kam. Marc wollte sich schon aufstützen und sich auf Gretchen legen, als diese ihm ihre Hand auf die Brust legte und ihn zu verstehen gab, dass er auf dem Rücken bleiben sollte. Er ließ sie gewähren und beobachtete sie dabei, wie sie ein Bein über ihn schwang, um sich wieder auf ihn zu setzen und sie ihn in sich eindringen ließ, sodass sie eins waren. Splitterfasernackt saß seine Aphrodite auf ihm und begann sich langsam vor und zurück zu bewegen. Ihre Hände stützte sie auf seiner glatten Brust ab, während er sich an ihren Oberschenkeln festhielt und seine Finger in ihre Haut drückte. Ihre Körper waren erhitzt und die Raumtemperatur glich der einer gut beheizten Sauna. Die Luft war heiß und schwer zu atmen und schien ihnen auch die Sinne zu benebeln. Sie sahen, hörten und fühlten nichts mehr außen den anderen. Die beiden waren voll und ganz in ihrem Liebesspiel versunken und stöhnten immer wieder laut auf, wenn sich Gretchen auf ihm bewegte und ihre Becken aneinander gerieben wurden. Dabei nahmen sie keine Rücksicht, ob man sie hören konnte, es zählte nichts außer ihre leidenschaftliche Zweisamkeit. Gerne blieb sein Blick auch auf ihren Brüsten hängen, wie diese durch das Schaukeln immer wieder auf und ab wippten. Ihre Locken hingen ihr verschwitzt über die Schulterm und umrahmten ihr wunderschönes Gesicht, das ihn voller Lust, Leidenschaft und Liebe anblickte. Das war sein Gretchen, sein Hasenzahn. Womit hatte er das Glück verdient, dass sie ihn liebte? Aber sie tat es. Und sie vertraute ihm auch. Vertraute ihm, dass er sie so nahm wie sie war und so scheute sie sich bei Marc nicht, jetzt das Ruder zu übernehmen und ihm ihren Körper in all ihrer Pracht zu zeigen ohne etwas verstecken zu können. Äußere Schönheit lässt uns einen Menschen bewundern, aber nur innere Schönheit lässt uns einen Menschen lieben. Inzwischen wusste sie, dass Marc beides tat. Er verzehrte sich nach ihrem Körper, aber noch mehr nach ihrem Herzen, das er ohnehin schon seit 20 Jahren in seinem Besitz hatte ohne es wirklich zu wissen. Jetzt wusste er es und sie wusste, dass sie fest in seinem Herzen wohnte. Und so konnte sie sich ihm ganz offenbaren, ohne Angst und ohne Furcht. Sie blickte auf ihn herab und sah, wie ihm einige braune Haarsträhnen in die Stirn fielen. Seine grünen Augen öffnete er kurz und sah direkt in ihre. Sie konnten einander in die Seele blicken und waren nicht nur körperlich miteinander verbunden. Ihre Bewegungen wurden immer schneller und sie schaukelten ihre Lust immer weiter hoch bis sie zum Höhepunkt kamen. Ein befriedigtes und glückliches Gefühl durchströmte ihre Körper und sie wussten, dass sie einfach füreinander geschaffen waren und nichts und niemand sie mehr trennen konnte. Marc breitete seinen Arm seitlich aus und Gretchen legte sich nun neben ihn. Sie bettete ihren Kopf auf seine Brust und lauschte seinem Herzschlag, der sich langsam wieder beruhigte, ebenso wie ihrer. Ihre Herzen schlugen füreinander und denselben Takt. Für jetzt und für immer.

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Verena1991 Offline

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01.06.2010 19:47
#223 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Na, wieder abgekühlt? Aber keine Angst, jetzt wird erstmal paar Gänge zurückgeschaltet, aber Zucker hab ich trotzdem noch ganz viel auf Vorrat Viel Spaß dabei


Mit den Fingerspitzen fuhr Marc langsam den nackten Oberarm seiner Freundin entlang und dabei wurde ihm immer mehr klar und auch wirklich bewusst, dass er sie tatsächlich wiederhatte. Und er hätte es wohl auch schon früher erreichen können, wenn ihm Reden nicht so verdammt schwer fallen würde. Ein Hemmnis, das er schon immer gehabt hatte, aber das Gretchen zumindest schon ein Stück weit brechen konnte.
„Meinetwegen können wir uns gerne jeden Tag so versöhnen!“, unterbrach Marc die Stille mit einem Grinsen und Gretchen reckte ihren Kopf, damit sie ihm ins Gesicht sehen konnte. Sie lachte ebenfalls kurz, bevor ihre Miene jedoch ernster wurde und sie sich auch ein Stück mit ihrem Körper aufrichtete, damit sie noch besser in seine Augen sehen konnte.
„Ich will mich aber nie mehr so streiten.“ Schon allein bei dem Gedanken daran wurde sie traurig und bekam einen verdächtigen Schimmer in den Augen. Marc legte seine Hand auf ihre Wange und streichelte darüber. Er lächelte sie aufmunternd an und zog ihren Kopf zu sich herunter, um sie zu küssen. Aus einem geplanten kurzen Kuss wurde jedoch ein längerer und gefühlvoller, der eigentlich schon alles aussagte, was die beiden fühlten und dass sie sich von nichts mehr auseinanderbringen lassen wollten. Der Kuss wurde immer intensiver und fast hätte Marc vergessen, dass er noch etwas sagen wollte, bis er wieder einen bedachten Moment hatte und seine Lippen von ihren löste.
„Dann sollten wir es vielleicht einfach lassen.“
„Versprichst du’s mir?“
„Dass wir uns nie mehr streiten? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir das wirklich ganz durchhalten!“, antwortete er ihr mit einem leichten Lachen und auch Gretchen zog ihre Mundwinkel kurz nach oben.
„Versprich mir nur, dass du mich nie mehr alleine lassen wirst!“ Marc hasste es, wenn er irgendetwas versprechen musste. Vor allem, weil er eben wahrlich nicht der Zuverlässigste war und gerne einfach mal über seine Versprechungen hinwegsah. Etwas, das er Gretchen nicht antun wollte. Er sah ihr in ihre blauen Augen und sah, wie wichtig es ihr war. Und sie war ihm wichtig. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sein erster Gedanke nach dem Aufwachen nicht Gretchen gelten könnte und dass sein Herz aufhören könnte für sie zu schlagen. Und selbst wenn es doch eines Tages dazu kommen würde, war sie noch immer so ein liebenswerter, liebenswürdiger Mensch, der es nicht verdient hatte, verletzt oder im Stich gelassen zu werden.
„Versprochen!“
„Ich liebe dich!“
„Ich dich auch! Und weißt du was?“, fragte er mit einem anzüglichen Blick.
„Was denn?“
„Ich finde, das sollten wir nochmal richtig feiern!“ Mit einem Ruck hatte er sie auf den Rücken gelegt, dass er nun auf ihr war. Mit seinem Finger fuhr er ihre Halsschlagader entlang und fühlte so gut ihren immer schneller werdenden Puls. Gretchen wollte ihn auch und wäre am liebsten noch ewig hier liegengeblieben, aber irgendwann mussten sie auch wieder zurück nach Berlin.
„Sollten wir nicht lieber mal packen?“
„Willst du denn schon wieder los?“
„Wenn wir unseren Zug nicht verpassen wollen…“
„Theoretisch haben wir das Hotelzimmer ja noch bis morgen früh.“, erklärte er ihr und fuhr mit seiner Hand dabei unbeirrt weiter ihren Körper entlang. „Und Züge fahren dann auch noch!“
„Dann haben wir ja noch Zeit!“, hauchte Gretchen noch, bevor Marc ihre Lippen endgültig mit einem Kuss verschloss und sie ihn auch kurz darauf ein zweites Mal in sich spürte.

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Verena1991 Offline

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02.06.2010 00:27
#224 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Wütend und aufgebracht stampfte Franz Haase in sein Zuhause und stellte schnell seinen Aktenkoffer zur Seite, bevor er sich zu Bärbel stellte, die gerade in der Küche mit Kochen beschäftigt war. Ungeheuerliches hatte er in der Klinik gehört, was dringend Aufklärung bedurfte.
„Butterböhnchen? Stimmt es, dass der Meier unser Kälbchen wieder betrogen hat?“, fragte er mit harschem Ton und Bärbel sah erstaunt von der Pfanne auf. Viel wusste sie ja auch nicht, aber das wäre ihr neu.
„Was? Nein, das glaube ich nicht! Wie kommst du überhaupt darauf?“
„Im Krankenhaus erzählt man sich so Sachen. Warum sind sie denn dann nicht mehr zusammen? Der Meier kann was erleben, wenn der wiederkommt!“
„Im Krankenhaus erzählt man doch viel. Margarethe meinte, dass sie einfach nicht zusammenpassen.“
„Und du hast davon gewusst?“, fragte Franz überrascht. Hätte seine Tochter sich doch ihm anvertraut, hätte er sie beschützen können. Zum Beispiel hätte er sie ins Team vom Rössel stecken können. Oder den Meier töten. Irgendetwas wäre ihm schon eingefallen. „Warum hast du mir das denn nicht gesagt?“
„Franz, nun reg dich doch nicht so auf! Ich dachte, du wüsstest auch davon?“
„Dann hätte ich sie doch nicht zusammen noch weggeschickt! Ich ruf da jetzt sofort an!“

Gretchen lag mit geschlossenen Augen in dem großen Bett und genoss einfach den Moment. Vor wenigen Minuten war Marc unter die Decke getaucht und hatte noch nicht die Absicht, dass er so bald wieder ans Licht kommen wollte. Sie hatte die Beine gespreizt und ließ sich von seiner Zunge und seinen Lippen verwöhnen. Sie fühlte sich in eine andere Welt versetzt, aus der sie erst gerissen wurde, als ihr Handy zu klingeln begann. Als sie sich streckte, um draufzuschauen, kroch Marc wieder nach oben und lugte unter der Decke hervor.
„Lass es einfach klingeln!“, wies er sie an, bevor er seine Lippen auf ihren Hals legte und sie so leicht kitzelte.
„Und wenn’s wichtig ist?“ Marc antwortete nur mit einem unverständlichen Nuscheln, da seine Lippen noch immer an ihrem Hals klebten und sich von dort wieder langsam auf Wanderschaft nach unten machten. „Mein Vater.“, erklärte sie mit einem Blick aufs Display und Marc ließ sich enttäuscht neben sie ins Bett fallen.
„Deine Eltern wissen echt immer, wann sie stören!“
„Vielleicht fragen sie sich schon, wo wir bleiben. Ich halt mich kurz.“, versprach sie ihm und wusste noch nicht, dass ihr Vater einige Erklärungen von ihr erwartete, die durchaus etwas länger dauern könnten. Kaum hatte sie den Hörer an ihr Ohr gelegt, ertönte auch schon die aufgebrachte Stimme ihres Vaters.
„Kälbchen? Du kommst sofort nach Hause! Und sag dem Meier, dass ich ihn umbringen werde! Oder nein, du hältst dich von ihm fern, verstanden?“ Ohoh, scheinbar hat Papa da so einiges gehört. Nur sind die Informationen, die er hat, schon wieder veraltet. Und fernhalten werde ich mich von Marc ganz bestimmt nicht.
„Papa, ist schon gut! Marc und ich fahren gleich morgen zurück!“
„Morgen? Keine Minute länger wirst du in der Nähe dieses… Schwerenöters bleiben!“
„Ist schon okay! Marc und ich haben uns ausgesprochen.“, erklärte sie und drehte sich auf die Seite. Ein glückliches Lächeln schenkte sie dem Mann neben sich und strich mit ihrem Finger langsam über seine Brust. „Es ist wieder alles gut!“
„Wie? Es ist wieder alles gut?“, fragte Franz verwirrt nach. Da hatte er doch gerade erst heute diese Gerüchte gehört und jetzt sollte er sich nicht mehr aufregen? Aber irgendetwas hatte der Meier getan und so leicht würde er ihn nicht davonkommen lassen.
„Ja, ist es! Wir sind zusammen und werden es auch noch ganz lange bleiben! Das haben wir zumindest vor!“
„Aber Kälbchen…“
„Papa! Ich bin erwachsen, okay? Marc und ich können schon sehr gut alleine entscheiden, was wir machen. Ich hab ihm verziehen, also wirst du das wohl auch können!“ Zu Marcs Leidwesen hatte Gretchen ihre zarten Berührungen wieder beendet, was er so nicht einfach hinnehmen wollte. Also schnappte er kurzentschlossen Gretchens Handy und drückte den Professor weg. Anschließend schaltete er das Mobiltelefon ganz aus und legte es wieder auf den Nachttisch.
„So, wir beide haben jetzt weitaus Besseres zu tun als deinem Vater irgendetwas zu erklären!“, erklärte Marc mit einem anzüglichen Grinsen und rollte sich wieder auf seine Freundin, die ihn auch zugleich schon ihre Arme um seinen Nacken legte und ihn zu sich runter zog. Ihre gemeinsamen Stunden hier wollten und würden sie einfach noch optimal nutzen.

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Verena1991 Offline

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02.06.2010 20:00
#225 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Irgendwann, es war schon spät in der Nacht, als Gretchen und Marc das Bett auch für ihren richtigen Schlaf nutzten. So bekamen sie nicht viel Zeit, um sich auszuruhen, bis der Wecker sie auch schon wieder in den neuen Tag begrüßte. Mit einem groben Schlag schaltete Marc das nervtötende Geräusch ab und ließ seinen Blick auf die andre Seite des Bettes, wo er einen entzückenden Rücken ausmachte. Die Besitzerin vergrub murrend ihr Gesicht im Kissen und machte deutlich, dass ihr so gar nicht nach Aufstehen zumute war. Vorsichtig legte Marc einen Finger zwischen ihre Schultern und fuhr langsam ihre Wirbelsäule hinab. Fasziniert beobachtete er, wie sich unter seinen Berührungen eine Gänsehaut auf ihr bildete und er konnte sie zufrieden aufseufzen hören. Grinsend bückte er sich zu ihr runter und küsste sie auf die nackte Haut ihrer Schulter.
„So langsam sollten wir mal aufstehen.“, flüsterte er ihr zu und streichelte mit seiner Handfläche sachte über ihren Rücken. Gretchen wurde auch schon immer wacher, aber die Streicheleinheiten, von denen sie gerade verwöhnt wurde, gaben ihr keinen Anlass, dass sie ans Aufstehen denken sollte. Marc strich ihr einige Haarsträhnen aus dem Gesicht und öffnete den Vorhang, der ihr zufriedenes Lächeln verbarg. Wach war sie also zumindest schon mal. Eine Tatsache, die man in Marcs Augen unbedingt nutzen sollte. „Wir könnten vorher auch noch ein paar richtig schmutzige Sachen hier anstellen!“
Er will schon wieder? Dabei haben wir gestern ja schon oft genug. Wobei „oft genug“ in diesem Zusammenhang ganz falsch ist. Von manchen Dingen kann Frau eben doch nie genug bekommen. Und garantiert nicht von Marc Meier.
Deshalb drehte sich Gretchen nun auch auf den Rücken und schlang ihre Arme um Marc. Er legte sich mit dem ganzen Körper auf sie, dass sie sich gegenseitig nur zu gut spüren konnten. Es folgte ein Kuss, der den Morgen endgültig lebenswert machte und der ankündigte, dass dieser Tag wunderbar werden würde. Wenn sie zusammen waren, war einfach jede Sekunde wertvoll und unvergesslich. Zärtlich machten sie sich gegenseitig ihre Liebe wieder bewusst. Es war nun einfach schier unvorstellbar, wie sie die letzte Zeit ohneeinander leben konnten. Auch wenn es nur wenige Tage waren, war einfach jede Sekunde, die sie nicht zusammen verbracht hatten, vergeudet und unnütz gewesen. Den Fehler einer Trennung hatten sie ein Mal begangen, doch auf ein zweites Mal konnten beide nur zu gern verzichten. Gretchen hatte ohnehin schon immer von der großen Liebe geträumt und relativ früh war klargeworden, dass das nur Marc Meier sein konnte, aber auch dieser hatte sich in letzter Zeit regelrecht zu einem Beziehungsmenschen entwickelt. Zwar noch mit Fehlern und Unsicherheiten, aber auch er wollte nach Möglichkeit sein ganzes Leben mit dieser einen Frau verbringen. Das alles spürte sie in diesem einzigen Kuss und dafür liebte sie ihn nur noch mehr. Sie lösten den Kuss und sahen sich tief in die Augen.
„Ich liebe dich!“, hauchte sie ihm zu und hielt dabei stets den Blickkontakt aufrecht. Marc erwiderte zwar nichts, aber sie konnte seinen Augen ablesen, dass er sie ebenfalls von ganzem Herzen liebte. Aber manchmal konnten Worte ohnehin nicht aussagen, was man fühlte. Manchmal waren Worte einfach zu wenig. Manchmal genügte auch einfach ein tiefer Blick, um alles zu wissen, was man wissen musste. Und zum ersten Mal wagte Marc so einen Blick. Er erkannte, dass sie ihn von ganzem Herzen liebte und gewährte auch ihr Einblick in sein Innerstes. Er senkte seine Lippen wieder auf ihre, um sie erneut mit einem Kuss zu verschließen. Ein Kuss, der keine Fragen offenließ, dass sich diese beiden Menschen wirklich aufrichtig liebten.

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