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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

07.04.2010 15:48
#126 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ihr Sohn Marc hätte nun ebenfalls ein Schlückchen zur Beruhigung nicht abgelehnt. Schließlich hätte er jeden lieber behandelt als Alexis von Buren. Erst recht, nachdem er Gretchens Sorge um diesen bemerkt hatte. Doch er hatte sich stark zusammengerissen und ihn wie einen normalen Patienten behandelt. Glücklicherweise war der Millionär die ganze Zeit über nicht ansprechbar gewesen, so betrunken war er. Und nun befand sich Marc Meier auf der Suche nach Gretchen, die vermutlich doch über Alexis’ Zustand Bescheid wissen wollte. Und bevor sie diesen selbst aufsuchen würde, beschloss Marc, dass er mit ihr über das unliebsame Thema reden würde.
„Na, Hasenzahn!“, begrüßte er sie, nachdem er sie im Schwesternzimmer ausmachen konnte, wo sie sich nachdenklich eine Tafel Schokolade gönnte. Als sie ihn bemerkte, schreckte sie auf und sah Marc angespannt an.
„Wie geht es ihm?“
„Er musste nicht operiert werden. Ist soweit stabil und dank seines hohen Promillespiegels konnten wir uns auch die Schmerzmittel sparen. Der merkt gar nichts mehr!“
„Das kannst du doch nicht machen! Was, wenn er doch Schmerzen hatte? Oder wenn er wieder zur Besinnung kommt?“
„Dann hat er eben Schmerzen, ist mir egal! Oh, tut mir Leid! Ich hab ganz vergessen, dass wir ja Mitleid mit dem armen Typen haben müssen!“, fügte Marc sarkastisch hinzu und warf Gretchen dann einen verständnislosen Blick zu.
„Kannst du mich denn nicht verstehen?“ Die Blonde stand auf und stellte sich nun Marc gegenüber. Sie wollte das auf Augenhöhe besprechen.
„Nein!“
„Es ist vielleicht meine Schuld, dass er da liegt?“
„Deine Schuld? Was genau soll da deine Schuld sein, wenn der sich volllaufen lässt und dann hinfällt?“
„Aber, wenn er wegen mir so frustriert ist… Weil ich ihn verlassen habe?“
„Wenn du so ein schlechtes Gewissen hast, dann geh doch zu ihm zurück!“, schrie Marc sie an, so dass es bis auf die Gänge zu hören war. Gretchen schüttelte nur verletzt den Kopf, enttäuscht von seinen Worten. Vielleicht war ihre Sorge nicht berechtigt, aber Liebe könnte sie keinesfalls wieder für Alexis empfinden. Auch Sabine hatte das Geschrei gehört und lugte vorsichtig in das Schwesternzimmer.
„Kann ich helfen?“
„RAUS!“ Noch ein Stück lauter als zuvor wies Marc sie wieder aus dem Raum und eiligst verschwand Sabine dann auch schon wieder. Denn wenn ihr Chef mies gelaunt war, würde sie am Ende nur doch wieder weinen. Also ließ sie ihn lieber in Ruhe.
„Glaubst du wirklich, dass ich wieder zu ihm zurückkehren würde?“, fragte Gretchen, nachdem sie ihre Stimme wiedergefunden hatte. Sie musterte Marc ausgiebig und stellte fest, dass er deutlich unsicherer war als sonst.
„Woher soll ich das wissen? Ich hätte es nicht gedacht, aber so wie du dich gesorgt hast…“
„Gut, ich mache mir Sorgen und auch Vorwürfe… Aber nur aus Mitgefühl würde ich nie mit jemandem zusammen sein! Und wenn du das nicht verstehst, dann sollten wir das Date und einfach alles mit uns vielleicht einfach vergessen…“ Bevor sie hier noch in Tränen ausbrach, schmuggelte sie sich an ihm vorbei und hörte nur noch die Worte, die er ihr hinterherrief.
„Gut! Ich hatte sowieso was Besseres vor!“

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

07.04.2010 19:30
#127 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Danach gingen sie sich so gut wie möglich aus dem Weg. Das war aber gar nicht so einfach, wenn man bedachte, dass die beiden in einem Team arbeiteten. In den OPs zickten sie sich an und auch während der Visite kam es nicht auf die Patienten an. Deshalb waren beide mehr als froh, als sie endlich nach vielen Stunden eine Pause hatten und sich jeder zurückziehen konnte. Marc verbarrikadierte sich in seinem Büro und stellte sich dort neben das Fenster, um eine Zigarette zu rauchen. Doch bevor ihn das beruhigen konnte, wurde die Tür aufgerissen und ein „Marc Olivier“ schallte ihm entgegen. Marc stöhnte genervt auf und bemühte sich gar nicht erst um vorgetäuschtes Interesse.
„Keine Zeit!“
„Es ist wichtig!“
„Meine Zeit auch und die ist knapp bemessen!“
„Er bleibt!“ Ohne auf ihren Sohn zu hören, setzte sich Elke auf einen Stuhl und knallte ihre Handtasche theatralisch auf den anderen Sessel.
„Wer?“
„Na, wer wohl? Dein Vater!“
„Ja, und?“
„Das ist doch schrecklich! Ich habe eine Schreibblockade!“
„Na, Gott sei Dank!“, murmelte Marc vor sich hin und zog erneut an seiner Zigarette, der er seit der Sekunde, in der seine Mutter eingetreten war, eine noch größere Bedeutung zumaß.
„Was hast du gesagt?“
„Nichts, nichts!“
„Gut… Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es ist schrecklich! Seit 20 Jahren lebt er da in den Staaten und auf einmal will er wiederkommen? Das geht doch nicht!“
„Dagegen wirst du nichts machen können! Außerdem kannst du ihm doch aus dem Weg gehen!“
„Er wird mir aber nicht aus dem Weg gehen! Ich schwöre dir, der Mann verfolgt mich!“
„Er verfolgt dich? Nichts gegen dich, Mutter, aber du bist doch eher die Kategorie Mensch, vor der man wegläuft!“
„Olivier!“
„Für dich immer noch Marc! Und außerdem ist es wahr!“
„Willst du mir damit sagen, dass ich nerve?“
„Bingo!“
„Früher hattest du noch Respekt vor deiner Mutter!“
„Früher war doch sowieso alles besser! Aber seit der Trennung bist du nur noch verbiestert!“
„Olivier! Ich bin hergekommen, damit du mich unterstützt und nicht, damit du mich hier noch beleidigst!“
„Jeder bekommt eben das, was er verdient! Mutter, was willst du denn auch hören? Es ist sein gutes Recht, dass er hierher zieht! Ich bin ja immerhin auch sein Sohn! Wenn du noch nicht über ihn hinweg bist, dann ist das nicht mein Problem!“ Sichtlich überrascht von diesen Worten, stand Elke auf, nahm sich ihre Handtasche und strich sich ihr Kostüm glatt, bevor sie zur Tür ging. Die Klinke schon in der Hand drehte sie sich noch einmal um, um sich ein letztes Mal zu verteidigen.
„Ich bin über ihn hinweg!“ Doch das konnten beide nicht so recht glauben. Sie verließ den Raum und Marc drückte seine Zigarette aus. Seine Mutter hatte ihre große Liebe gehen lassen und hatte ihr restliches Leben darunter gelitten. Er hatte nicht viel von seiner Mutter gelernt, aber daraus konnte er eine Lehre ziehen. Denn noch war seine Liebe nicht verloren…

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

07.04.2010 21:52
#128 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Gretchen schlenderte währenddessen gedankenverloren durch die Korridore des Krankenhauses. Sie schreckte erst wieder auf, als sie durch ein Glasfenster in ein Krankenzimmer sah. Denn dort lag nicht nur irgendein Patient, sonder kein Geringerer als ihr Ehemann. Wieder schossen ihr Bilder in den Kopf, die sie am liebsten vergessen würde. Doch aktuell bot sie ihr ein anderes Bild. Alexis war nur noch ein Häufchen Elend. Und das Schlimmste war, dass sie sich daran die Schuld gab. Dabei hatte Marc Recht. Alexis musste sich das alleine zuschreiben. Er konnte ihr nicht so etwas antun und erwarten, dass sie ihm verzeihen würde. Ohne genau zu wissen, was sie tun sollte, nahm sie die Türklinke in ihre Hand und betrat leise das Zimmer. Doch entgegen ihren Erwartungen schlief er nicht, sondern sah schwach aus seinen Augen.
„Gretchen?“
„Mhm…“ Abweisend verschränkte sie die Arme vor der Brust. Zwar wollte sie wissen, wie es ihm ging, aber er sollte dennoch nicht glauben, dass es noch eine Chance für diese Ehe gab.
„Was machst du denn hier?“
„Ich wollte nur kurz nachsehen, wie es dir geht…“
„Das hab ich alles gar nicht verdient… Aber es tut mir alles so Leid…“
„Tja, davon kann ich mir jetzt auch nichts kaufen!“
„Kannst du mir nicht einfach glauben, dass das alles ganz anders war?“
„Nein, kann ich nicht! Und selbst wenn… Ich liebe dich nicht!“ Ihr kühler Tonfall machte Alexis klar, dass sie es wirklich so meinte. Es war, als würde sie ein Dolch in sein Herz bohren. Sein Herz schlug doch nur für sie, aber das zählte für sie nichts mehr. Er hatte ihre Liebe verspielt. Falls er sie denn jemals hatte…
„Es ist wegen diesem Meier, nicht?“
„Halt Marc da raus! Das ist eine Sache zwischen uns beiden. Und das hätte sowieso niemals funktioniert…“
„Aber…“
„Lass es einfach! Das einzige, was ich von dir noch will, ist die Scheidung! Und meine Sachen werde ich auch so bald wie möglich abholen! Aber danach wird uns gar nichts mehr verbinden!“
„Es sei denn, du…“ Alexis wollte Gretchen nicht gehen lassen und wollte weiter versuchen, sie dazu zu bewegen, dass sie ihm vergeben würde. Doch das war für Gretchen keine Option mehr. Und deshalb ließ sie ihn erst gar nicht mehr ausreden.
„Ich verzeihe dir? Ich kann dir versprechen, dass ich das nicht tun werde! Du wirst dich nicht mehr in mein Leben einmischen!“ Und doch tat er es. Doch das konnte er nur, weil sie es zuließ. Doch anstatt sich auf eine Zukunft mit Marc einzulassen, stand sie hier neben dem Mann, der sie zutiefst verletzt hatte. Dabei wollte sie das im Grunde gar nicht. Sie wollte bei Marc sein und sich nicht weiter von Alexis herunterziehen lassen. Diese Ehe war Geschichte und nichts mehr als ein grausamer Fehler, den sie begangen hatte. Und es wäre ein ebenso großer Fehler, wenn sie deswegen eine Zukunft mit Marc in Frage stellte, bevor sie überhaupt begonnen hatte. „Dir scheint es ja gutzugehen. Ich muss dann auch mal weiter… Schönes Leben noch!“

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

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08.04.2010 02:13
#129 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mit schnellen Schritten näherte sie sich Marcs Büro, wo sie diesen vermutete. Es wurde Zeit, dass sie positiv in die Zukunft blickte. Und es sollte erst recht nicht Alexis sein, der sie an ihrem Glück hindern würde. Doch bevor sie Marcs Büro erreicht hatte, sah sie ihn schon auf sich zulaufen.
„Marc, wir müssen mal reden!“ Als auch er sie erblickte, blieb er stehen und blickte sie kurz an. Da schienen sich ihre Pläne ja zu kreuzen.
„Das finde ich aber auch, also mitkommen!“ Mit einem Wink signalisierte er ihr, dass sie ihm folgen sollte und so machten sich beide auf den Weg zu seinem Büro. Kaum hatte auch Gretchen einen Schritt hinein gemacht, schloss Marc auch schon blitzschnell die Tür hinter ihr und drückte sie auf das kleine Sofa, das dort stand. Er drehte sich von ihr weg und ging ein paar Schritte, während er sich durch das Haar fuhr und nach den richtigen Worten suchte.
„Marc, ich…“
„Lass mich bitte zuerst reden!“ Er wandte sich wieder ihr zu und sah sie eindringlich an. Auch wenn er noch immer nicht sicher war, was er sagen sollte, musste er ihr zuerst alles erklären. Ob die Worte kommen würden, würde sich ja automatisch zeigen. „Du kannst wirklich nicht erwarten, dass ich es verstehen kann, dass du dir Sorgen um dieses Arschloch machst! Ich hab gesehen, wie fertig du warst, als er dich betrogen hat! Du hattest doch gar keinen wirklichen Lebenswillen mehr! Da war nichts von dem lebensfrohen Gretchen mehr übrig, das ich gekannt habe! Ich musste dich erst wieder aufbauen und ich akzeptiere es auch, wenn du noch Zeit brauchst! Aber ich kann es nicht akzeptieren, wenn du dich wegen dem wieder fertig machst und du wieder in irgendein Loch fällst!“ Nachdem er seinen Wortfluss beendet hatte, ging er vor sie in die Hocke und nahm ihre Hände in seine. Gerührt nahm Gretchen zur Kenntnis, dass er es wirklich ernst meinte. Er, Marc Meier, machte sich ernsthafte Sorgen um sie. Seine Augen waren ehrlich und ebenso seine Stimme, mit der er sanft weitersprach.
„Das lass ich nicht zu, Gretchen! Dazu bist du mir viel zu wichtig…“
„Marc, das… das ist mit Abstand das Schönste, was du jemals zu mir gesagt hast!“, antwortete Gretchen ihm überwältigt mit Tränen in den Augen. Und auch Marc hatte festgestellt, dass es gar nicht so sehr weh tat, wenn man mal ehrlich über seine Gefühle sprach. Da hatte sein Vater Recht behalten und nun war Marc sogar froh, dass er das ausgesprochen hatte. Wenn das der Preis war, um Gretchen für sich zu gewinnen, zahlte er ihn nur allzu gerne. Warum nur hatte er immer solche Angst davor gehabt?
„Und… ich werde mich auch nicht wieder von Alexis herunterziehen lassen! Das ist vorbei! Endgültig! Du musst auch nicht verstehen, dass ich mir Sorgen um ihn mache. Ich verstehe es ja selbst auch nicht so genau… Aber ich mach mir einfach immer um jeden Sorgen und wünsche keinen etwas Schlechtes. So bin ich eben…“
„Ich weiß… Und das schätze ich auch wirklich an dir! Ich hab nur einfach…“
„Angst?“, vervollständigte die blonde Ärztin seinen Satz. Marc wandte kurz beschämt seinen Kopf von ihr ab, um so weiter vor sich hinzustammeln.
„Ja… also… ich hätte es vielleicht etwas anders ausgedrückt, aber… da hast du im Prinzip schon Recht… und so…“
„Dass ich das mal von dir höre…“
„Also bleibt es bei heute Abend?“, fragte Marc dann nach. Mit einem Mal hatte er auch weniger Angst davor, ihr heute einen unvergesslichen Abend zu bereiten und ihr zu zeigen, dass er bereit für sie war und sie nicht an ihm zweifeln musste.
„Aber klar doch!“

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

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08.04.2010 21:23
#130 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach diesem klärenden Gespräch verlief der restliche Arbeitstag auch gleich viel angenehmer. Die Zickereien wurden erfolgreich eingestellt und Spannungen im OP gab es nur noch bei zufälligen Berührungen der beiden Ärzte, die wie Blitze ihre Körper durchfuhren. Noch immer war Gretchen deshalb auch nach Feierabend nur mit einem verliebten Lächeln anzutreffen.
„Dir scheint’s ja wieder ganz gut zu gehen!“ Beim Klang der Stimme ihrer Freundin Gina schreckte Gretchen aus ihren Tagträumen auf und setzte sich nun aufrecht auf die Wohnzimmercouch im Hause Haase.
„Wie kommst du denn darauf?“
„Du siehst nur so aus!“
„Kann schon sein!“
„Das hat nicht zufälligerweise etwas mit Marc Meier zu tun?“
„Gigi, sei mir nicht böse, aber du bist noch immer die Letzte, mit der ich darüber reden will!“, erklärte Gretchen und sie konnte die Enttäuschung in Gigis Gesicht lesen. Doch es war immerhin sie gewesen, die sich schon einmal zu oft in Gretchens Beziehung mit Marc eingemischt hatte.
„Klar, das… versteh ich doch… Was hältst du denn von einem DVD-Abend heute?“, bemühte sich Gigi weiter um den Erhalt ihrer Freundschaft.
„Heute geht nicht. Ich hab schon was vor!“ Das Strahlen auf Gretchens Lippen verriet natürlich sofort, was sie am Abend geplant hatte. Und Gigi versuchte wirklich ihre Zweifel zu vergessen und sich vollkommen für ihre Freundin zu freuen. Und auch wenn sie es noch nicht ganz schaffte, war sie doch auf einem guten Weg dorthin. Denn ihr oberster Wunsch war, dass Gretchen wieder glücklich sein konnte und wieder in ein normales Leben zurückfand.
„Tja, dann… Wenn ich heute eh nichts tun kann, könnte ich ja eventuell ein paar Sachen von dir aus der Villa holen. Was hältst du davon?“
„Das wollte ich ohnehin morgen machen. Alexis ist gerade eh im Krankenhaus. Hat sich ein Bein gebrochen.“
„Oh!“
„Naja, er wird’s überleben. Aber es wäre wirklich sehr nett von dir, wenn du mir meine Sachen holen würdest!“ Dankbar lächelte Gretchen ihre Freundin an, was auch diese glücklicher stimmte. Womöglich hatte ihre Freundschaft doch noch eine Chance.
In diesem Moment klingelte es an der Tür und Gretchen sprang aufgeregt vom Sofa auf.
„Das ist er!“, erklärte sie Gigi unnötigerweise und schon lief sie zur Tür. Vorfreudig lief sie zur Eingangstür und öffnete sie zügig. Grüne Augen funkelten sie an und sie kam nicht um ein Strahlen herum. In seinem weißen Hemd sah er zum Anbeißen aus und sie war einfach nur überglücklich, ihn hier vor sich zu sehen.
„Hi!“, begrüßte sie ihn schüchtern und auch auf Marcs Gesicht erschien ein Lächeln.
„Hi! Bist du fertig?“
„So gut wie. Aber wenn ich mich recht erinnere, wolltest du mir was zum Anziehen mitbringen!“
„Wollte ich das?“, fragte er ahnungslos und bei Gretchens erschrockenem Gesicht fing er an zu lachen. „Keine Angst, ich hab an alles gedacht!“ Er holte ein kleines Päckchen hinter seinem Rücken hervor und überreichte es der Frau, die er heute endgültig erobern wollte. Sie nahm es erstmal sicher entgegen und schlug ihm dann mit der Faust gegen seinen Oberarm.
„Mach mir hier keine Angst, ja? Ich geh mich dann mal schnell umziehen. Gib mir 5 Minuten!“

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Verena1991 Offline

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09.04.2010 02:20
#131 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Kaum war Gretchen nach oben verschwunden und Marc ihr glücklich hinterherlächelte, verging ihm dies auch schon, als nun Gina Amsel in der Tür erschien. Auch wenn sie Gretchen nun die Wahrheit gesagt hatte, könnte er sich dennoch nie mit dieser Frau anfreunden.
„Hallo, Marc!“
„Gibt’s dich auch noch? Schade, dass die Vogelgrippe vor Amseln anscheinend Halt gemacht hat.“
„Spar dir deine Sprüche! Mir ist schon klar, dass aus uns keine Freunde werden. Aber du bedeutest Gretchen sehr viel und das muss ich akzeptieren. Aber ich glaube, du hast mitbekommen, dass ich alles für ihr Glück tun würde. Also rate ich dir, ihr nicht wehzutun!“, beendete die Oberärztin ihren Vortrag und sah Marc bedrohlich an. Er sollte nicht denken, dass es ihr nicht ernst war. Das erkannte auch Marc und gleichzeitig wusste er, dass es ihm ebenso ernst mit Gretchen war und er sie nicht enttäuschen würde.
„Keine Angst, das habe ich nicht vor!“
„Das will ich wirklich hoffen! Also zeig ihr heute bitte, dass sie sich wirklich auf dich verlassen kann!“
„Das lass mal alles schön meine Sorge sein! Kauf du dir lieber mal ne bessere Brille!“ Da der Chirurg nun wirklich keine Lust auf weitere Belehrungen seitens Gigi hatte, ging er lieber wieder zu den Beleidigungen über. Gretchen war die einzige, der er Erklärungen über seine Gefühle schuldete.
„Das ist ein Designergestell!“
„Das macht sie auch nicht schöner!“
„Du bist wirklich ein Arschloch! Aber sei bitte eins, das Gretchen glücklich macht!“ Mit diesen Worten drehte sich Gigi wieder um und verschwand im Haus. Es war nun allein an Marc, für Gretchens Glück zu sorgen.

15 Minuten später war Gretchen dann endlich fertig. Marc saß inzwischen auf der Treppe und spielte ein wenig mit seinen Schlüsseln. Als er die Holztreppen wieder knarren hörte, erhob er sich wieder und wandte seinen Blick wieder um. Und was er sah, raubte ihm schlichtweg den Atem. Der lila Stoff des knielangen Kleides fiel leicht über ihren Körper und betonte wundervoll ihre weiblichen Kurven. Der V-Ausschnitt brachte ihr Dekolleté so gut zum Ausdruck, dass Doktor Meier vorsichtshalber lieber den obersten Knopf seines Hemdes öffnete, um seine Atemwege nicht zusätzlich zuzuschnüren. Das schaffte dieser Anblick alleine schon gut genug.
„Wow, du siehst… echt toll aus!“, schmeichelte er ihr dann, als sie schließlich vor ihm ankam. Noch immer war er ganz hin und weg. Nie hätte er gedacht, dass sie so umwerfend aussehen würde.
„Danke! Hast du echt gut ausgesucht. So viel Geschmack hätte ich dir ja gar nicht zugetraut! Wobei ich es schon etwas unschmeichelhaft finde, dass du genau meine Größe getroffen hast!“
„Ja, also was das angeht… Ich hab deinen Spind geknackt oder eher knacken lassen und hab dann bei deinen Klamotten nachgesehen!“, gestand er und handelte sich so den nächsten gespielten Faustschlag ein.
„Du weißt aber schon, dass man so was eigentlich nicht macht?“
„Aber so passt wenigstens alles! Und ich könnte mir keine schönere Begleitung vorstellen! Und jetzt komm mit. Wir haben ja schließlich noch viel vor!“
„Und was jetzt eigentlich?“
„Siehst du schon noch!“


So in etwa soll das Kleid aussehen. Nur anders eben Hab leider nix nach meiner genauen Vorstellung gefunden und dank meinem Dickschädel wollte ich nicht umschreiben Ich wollte euch nur mal nen ungefähren Einblick geben


http://www.baur.de/is-bin/INTERSHOP.enfi...eNo=278718&ls=0

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Verena1991 Offline

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09.04.2010 14:18
#132 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach einer kurzen Fahrt kamen sie am Ziel an. Sie stiegen aus dem Volvo aus und Gretchen sah sich in der Gegend um, die ihr ziemlich bekannt vorkam.
„Ist hier nicht irgendwo der Wannsee?“
„Richtig erkannt! Bleib, wo du bist, ich bin gleich wieder da!“ Ohne weitere Erklärungen war Marc auch schon verschwunden und eine verwirrte Gretchen blieb zurück. Sie lehnte sich gegen das Auto und wartete. Und wartete. Und wartete. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die in Wirklichkeit eher ein paar Minuten entsprach, kam Marc wieder zurück und lief auf Gretchen zu.
„So, jetzt kannst du mitkommen!“
„Was musstest du denn eben noch machen?“
„Die Überraschung fertig vorbereiten!“
„Wa…?“
„Du siehst gleich alles! Und jetzt komm mit!“ Marc ergriff ihre Hand und führte sie durch die mittlerweile schon recht dunkle Nacht. Erstaunt stellte Gretchen fest, dass seine Hand vor Aufregung nun schon leicht schwitzig war. Keiner der beiden verlor ein Wort, doch es war keine unangenehme Stille zwischen den beiden. Sie genossen in diesem Moment einfach nur die Nähe des anderen und freuten sich auf die bevorstehenden Stunden. Gretchen konnte sich zwar noch nicht so ganz vorstellen, dass Marc auch romantisch sein konnte, aber sie wollte sich einfach überraschen lassen. Die Hauptsache war für sie, dass sie einfach den Abend gemeinsam verbrachten.
„So, da wären wir!“, erklärte Marc, nachdem sie eine Weile gegangen waren und nun war es Gretchen, der der Atem wegblieb. Vor ihr erstreckte sich ein mittellanger Holzsteg, erleuchtet von rund einem Duzend Teelichtern. Ein Stück war bedeckt von einem großen weißen Tuch, auf dem einige Köstlichkeiten von Erdbeeren bis hin zu Weintrauben ausgebreitet waren. Sogar ein Stückchen Schokolade stand zum Verzehr bereit. Alle Erwartungen, die sie gehabt hatte, waren soeben um ein Vielfaches übertroffen worden.
„Marc, das ist… wow! Hast du das gemacht?“
„Nein, das war schon so!“, scherzte Marc und war erstmal sichtlich erleichtert, dass er wohl genau Gretchens Geschmack getroffen hatte. „Ein Bekannter hat mir etwas bei der Umsetzung geholfen, aber die Idee stammt tatsächlich von mir!“
„Das ist wirklich wunderschön! Ich wusste ja gar nicht, dass du auch eine romantische Ader hast!“
„Sag’s keinem weiter! Und nach dem einen Date einer besonderen und außergewöhnlichen Art, kommt jetzt mal was nach deinem Geschmack!“
„Glaub mir, Marc, das ist auch ganz besonders!“
„Das ist doch nur Romantik. Das kann jeder!“
„Nicht so. Das ist das Schönste, was jemals jemand für mich gemacht hat! Danke!“, gab Gretchen zu und schmiegte sich ein wenig näher an ihren Liebsten heran. Dieser nahm das freudig auf und das brachte sein Herz nur noch schneller zum Schlagen. Er festigte den Griff seiner Hand und ging einen Schritt weiter.
„Gern geschehen! Wollen wir dann?“ Gretchen nickte und mit einem strahlenden Lächeln folgte sie Marc weiter zu dem Steg. Und sie wusste schon jetzt, dass dieser Abend einfach unvergesslich werden würde.

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Verena1991 Offline

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09.04.2010 19:47
#133 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Gina Amsel hatte jedoch keinen schönen Abend vor sich. Sie würde die Zeit lediglich damit verbringen Gretchens Sachen zu holen. Dafür ging sie gerade am hohen Zaun der Villa entlang, hin zu den geschlossenen Toren. Doch sie war nicht die Einzige, die in das Innere des Anwesens wollte.
„Entschuldigen Sie, aber was tun Sie da?“, fragte sie den Mann, der sich gerade irgendwie über den Zaun stehlen wollte, aber kläglich scheiterte.
„Ich?“, fragte der Erstaunte, als er mit den Füßen wieder auf dem Boden stand und stützte nun seine Hand lässig und unschuldig an dem Gitter ab. „Gar nichts! Und Sie? Sie sind doch Gina Amsel, nicht?“
„Ja, die bin ich! Und Sie sind doch Mehdi?“
„Genau! Und was machen Sie nun hier?“
„Ich hab zwar eigentlich zuerst gefragt, aber ich hole Gretchens Sachen! Und Sie?“
„Ich… äh… geh nur ein wenig spazieren!“
„Und dabei klettern Sie an Zäunen hoch?“
„Ja? Weil… das verbrennt ja auch wahnsinnig viele Kalorien und so…“, versuchte sich Mehdi zu erklären, hatte dabei aber so seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit.
„Und das soll ich Ihnen glauben? Wenn Sie auch was für Gretchen tun wollen, sitzen wir im selben Boot!“
„Also gut…“, lenkte Mehdi ein, der sich eingestehen musste, dass Gina doch Recht hatte. Er war hier schließlich für Gretchen und wenn Gigi ihm helfen konnte, würde er das annehmen. Und wenn er Glück hatte, wäre Gretchen ihm dafür so dankbar, dass sie sich vielleicht doch für ihn entscheiden würde. „Es geht um diesen Alexis. Der hat ganz viel Dreck am Stecken und ich suche jetzt nach Beweisen. Irgendwie benehmen sich alle so komisch und ich komm da nicht ganz mit! Und deswegen bin ich jetzt hier!“
„Ich weiß zwar nicht, was genau Sie planen, aber wenn es für Gretchen ist, spiel ich mit. Also kommen Sie. Wir sagen, wir holen gemeinsam ihre Sachen!“

An solche Probleme wollten Gretchen und Marc gerade überhaupt nicht denken. Sie saßen auf der Decke und Marc schenkte ihnen beiden ein Glas Champagner ein. Gretchen nahm ihres dankbar an und hob ihr Glas.
„Dann auf uns und einen unvergesslichen Abend!“, sprach Marc und darauf ließen sie die Gläser klirren. Jeder nahm einen kleinen Schluck und sie sahen sich verliebt in die Augen.
„Ich glaube, dieser Abend ist jetzt schon unvergesslich! Immerhin hab ich ja nun schon eine ganz neue Seite von dir kennengelernt!“, stellte Gretchen erneut fest.
„Das wirst du mir ewig nachtragen, richtig?“
„Auf immer und ewig!“
„Dann hoffe ich wirklich, dass sich das alles auch lohnen wird!“
„Ich glaube, das wird es ganz bestimmt! Irgendwie tut es das alles jetzt schon!“ Immerhin sitze ich hier mit dem Mann, in den ich schon seit 20 Jahren verliebt bin bei einem romantischen Date. Er ist so lieb und aufmerksam wie ich es nie gedacht hätte. Ich genieße jede Sekunde, die ich hier mit ihm zusammen bin und ganz dabei ganz ich selbst und glücklich sein. Das ist mehr als ich jemals zu träumen gewagt hätte.

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Verena1991 Offline

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10.04.2010 16:09
#134 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mit einem zufriedenen Grinsen schob sich Marc eine Traube in den Mund, als er registrierte, dass sein Plan bis jetzt perfekt aufging. Gretchen war glücklich und auch er fühlte sich pudelwohl hier in ihrer Gegenwart. Es gab keinen Ort, an dem er jetzt lieber wäre. Das Wichtigste war jedoch, dass sie hier bei ihm war. Die Frau, die ihm den Kopf ganz gehörig verdreht hatte. Er wusste nicht genau, was der Abend noch bringen würde, aber er fühlte, dass heute alles möglich wäre.
„Erst Fitnessstudio und dann so etwas. Kaum zu glauben, dass sich das derselbe Typ ausgedacht hat!“, stellte Gretchen nach kurzer Zeit des Schweigens dann fest und beide mussten leicht lachen. Noch nie waren sie einfach so locker zusammengesessen und hatten sich einfach so unterhalten.
„Ist aber so. Und beide Dates sind ja wohl nicht alltäglich! Ich will mich ja nicht selber loben, aber…“
„Du tust es doch!“, vollendete Gretchen schmunzelnd seinen Satz. Ein Ego wie ein LKW. Aber in genau dieses Ego hab ich mich ja auch verliebt. Er hat sich zum Positiven gewandelt, aber er ist noch immer mein Marc Meier. Genau so will ich ihn haben.
„Ich weiß ja, dass ich der Beste bin! Aber du kriegst dein Lob erst, wenn ich hier unbeschadet wieder aus der Sache herauskomme!“
„Die kleine Abreibung gestern hat dir doch auch mal ganz gut getan!“
„Ey!“
„Was denn?“ Ganz unschuldig blickte Gretchen ihn an und trank wieder einen kleinen Schluck. Ihr Verhalten verstärkte Marcs Jagdinstinkt jedoch nur noch mehr. Er musste diese Frau einfach haben. Jetzt und für immer. Kaum hatte sie ihr Glas abgestellt, wurden ihre Handgelenke schon umschlossen und Marc kam näher an sie heran. Gretchen sank auf ihren Rücken und Marc beugte sich über sie. Sein warmer, schneller Atem streifte über ihre Haut und erhitzte sie auch innerlich.
„Ich glaube, da steht mir eine kleine Wiedergutmachung zu!“, hauchte er und kam ihrem Gesicht mit deinem Stück für Stück näher. Er wollte sie jetzt küssen. Nur um diesen Wunsch kreisten seine Gedanken im Moment. Er lockerte seinen Griff um ihre Arme und gab ihr wieder mehr Freiheit.
„Ist das so?“ Die blonde Frau befreite sich von dem Chirurgen und drehte sie so, dass sie nun oben saß und der überraschte Marc nun auf dem Rücken lag. „Davon musst du mich erst überzeugen!“ Sie nutzte schnell den Überraschungsmoment und stand auf. Nachdem sie ein paar Schritte gemacht hatte, erwachte auch Marc wieder aus seiner Trance und folgte ihr rasch.

Gina und Mehdi waren inzwischen schon beide in der Villa, nachdem Mechthild sie reingelassen hatte.
„Okay, Sie holen dann Gretchens Sachen von oben und ich sehe mich hier ein wenig um!“, erklärte der neue Hobbyschnüffler seiner Assistentin seinen Plan.
„Und wenn Mechthild etwas mitbekommt?“
„Was soll die schon mitbekommen? Die ist blind! Für die bin ich nur ein Freund von Gretchen, der ein paar Sachen von ihr sucht!“
„Dann mal viel Glück bei Ihrer Suche! Ich hoffe, Sie werden fündig!“
„Ja, das hoffe ich auch…“, nuschelte Mehdi, bevor er sich auf die Suche machte. Nach was auch immer…

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Verena1991 Offline

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10.04.2010 18:27
#135 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Noch bevor Gretchen wieder vom Steg aufs richtige Festland gelangen konnte, packten sie von hinten auch schon zwei starke Arme und zogen sie zurück. Marcs Kopf schmiegte sich an ihren, so dass sein Mund direkt neben ihrem Ohr lag.
„Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass du einfach so entkommen kannst?“, raunte er ihr ins Ohr und drehte sie dann um. Seine Arme hätte er gar nicht gebraucht, um sie zu halten, so fesselnd war sein Blick. Sie versank in seinen grünen Augen, die unmissverständlich klarmachten, dass er sie nicht gehen lassen würde. Doch sie wollte auch nicht weg. Ihr Platz war hier.
„Es kam auf den Versuch an!“, säuselte sie und konnte seinem Blick dabei nicht ausweichen. „Außerdem musstest du dich ja irgendwie verdient machen!“
„Ich dachte, das hätte ich schon?“ Er beugte seinen Kopf weiter vor, um seine ‚Beute’ zu küssen, doch bevor er ihre Lippen berühren konnte, konnte sie ihn zurückweisen.
„Noch nicht ganz. Ich kann ja nicht jedem einfach so eine Wiedergutmachung geben!“
„Jedem nicht, aber mir schon!“ Ein weiterer Kussangriff seitens des Oberarztes musste abgeblockt werden bis er schließlich einsah, dass er so nicht weiterzukommen schien. Anscheinend wollte Gretchen einfach anders erobert werden.
„Ich glaube, das ist immer noch meine Entscheidung!“
„Die kann man doch bestimmt irgendwie beeinflussen?“
„Vielleicht!“
„Und wie?“
„Denk dir was aus!“
„Okay! Wie wär’s mit Tanzen?“ Eine Hand wanderte ein wenig runter zu ihrer Hüfte, während die andere die ihre nahm und ganz fest umschloss. Noch etwas verdutzt ließ Gretchen es geschehen und genoss auch seine Berührungen sehr.
„So ganz ohne Musik?“
„Geht doch auch ohne!“ Gretchen sparte sich jeden weiteren Widerspruch und ließ sich ganz in seine Führung fallen. Sie taten gemeinsam ein paar Schritte und keiner misste die fehlende Musik. Sie brauchten nichts außer einander. Das war ihnen vollkommen genug. Diese Stille war nicht unangenehm, sie brachten die beiden nur noch näher zusammen. Denn es gab sonst nichts. Sie mussten auf nichts hören außer ihr eigenes Gefühl. Sie konnten sich einfach ganz diesem Moment widmen und ihn genießen. Sie spürten die Wärme des anderen und sogen den Duft des anderen auf. Marc fühlte sich ihr näher, als er es jemals mit einer Frau getan hatte. Wieder einmal bemerkte er, dass hier wahre Gefühle im Spiel waren. „Ja, ich liebe diese Frau wirklich! Sie und keine andere soll es sein! Sie ist mein Hasenzahn und wird es immer bleiben!“, dachte er für sich.
Mit der Zeit kamen sich ihre Körper immer näher und schließlich legte Gretchen ihren Kopf auf seine Brust. Ganz deutlich hörte sie seinen schnellen Herzschlag, der in etwa denselben Takt wie ihrer hatte. Aber bedeutete das auch, dass er dieselben Gefühle für sie hegte wie sie für ihn?
Immerhin ist er ja ganz offensichtlich eifersüchtig auf andere Männer. Auch wenn er es natürlich nie zugeben würde… Und er hat mir gesagt, dass ich ihm wichtig bin. Gezeigt hat er mir es auch… Aber ist das auch wirklich Liebe?
Sie hielt diese Frage einfach nicht mehr aus und gewann ein wenig Abstand von ihm. Tief blickte sie ihm in die Augen und Marc wusste nicht so recht, wie er das interpretieren sollte.
„Ist irgendwas?“
„Marc, liebst du mich?“

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Verena1991 Offline

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11.04.2010 03:21
#136 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Überfordert von dieser Frage löste sich Marc von Gretchen und wandte sich von ihr ab. Sofort zweifelte diese, ob es richtig war, ihm diese Frage zu stellen. Doch sie hatte einfach diesen Drang in sich, dass sie die Wahrheit wissen wollte und musste. Und genau deswegen war es vielleicht doch richtig gewesen. Wenn er sie liebte, musste er es doch auch sagen können.
Genau das dachte auch Marc. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und ging seinen Gedankengängen nach. Es konnte doch nicht so schwer sein, ihr einfach zu sagen, was er fühlte. Er wollte sie. Unbedingt. Mehr als alles andere auf der Welt wollte er sie in seinen Armen halten und wissen, dass sie zusammen waren. Dass sie zu ihm gehörte und er zu ihr. Mit nur 3 kleinen Worten konnte er dem so viel näher kommen oder es sogar erreichen. Es waren doch auch nur Worte, die Gefühle beschrieben, denen er sich nun schon seit einiger Zeit nur allzu gut bewusst war. Er fühlte sich schlecht, wenn sie nicht bei ihm war. Jede Sekunde ohne sie kam ihm vergeudet vor. Er liebte sie. Er wusste das, aber sie musste es auch tun, damit sie zusammen sei konnten. Damals im Fahrstuhl war er doch auch so weit gewesen. Und das, obwohl sie damals noch mit Alexis zusammen war und kurz vor ihrer Hochzeit stand. Jetzt stimmten doch auch die Umstände. Es konnte nicht so schwer sein, es ihr einfach zu gestehen.
Er fuhr sich mit den Händen durch das braune Haar, atmete noch einmal tief durch und drehte sich zu ihr um. Er sah in Gretchen erwartungsvolle Augen, in denen eine Spur Hoffnung mitschwang. Doch er sah auch die Angst vor seiner Antwort. Doch das wollte er nicht sehen. Er wollte, dass sie glücklich war.
„Ich… ich glaube schon…“, gestand er kleinlaut und sah dabei verlegen zu Boden. Gretchen konnte nicht ganz glauben, was sie da soeben gehört hatte. Sie konnte nicht fassen, dass Marc ihre Frage soeben bejaht hatte. Auf keine ganz klare Weise, aber doch schon.
„Was?“, fragte sie deshalb vorsichtshalber nach. Nun hob Marc wieder den Kopf und fand ihren Blick. Darin erkannte er einen glanzvollen, glücklichen Schimmer. Doch sie schien auch noch immer verunsichert zu sein.
„Verdammte Scheiße, ja! Ich liebe dich!“, rief er nun schon deutlich lauter aus, dass Gretchen es garantiert nicht falsch verstehen konnte. Und das tat sie auch nicht. Überglücklich lief sie auf Marc zu und schlang ihre Arme um seinen Hals.
„Ich liebe dich auch!“ Um ihre Aussage noch zu untermauern drückte sie, noch bevor Marc auf irgendeine Weise reagieren konnte, ihre Lippen auf seinen Mund und küsste ihn. Sie küsste ihn so, wie sie ihn noch nie geküsst hatte und er erwiderte es ebenso. Sie hatten keinerlei Ängste oder Bedenken im Hinterkopf. Sie liebten einander und nichts war mehr zwischen ihnen. Sie konnten einfach die Nähe des anderen genießen und sich um nichts sorgen. Noch vor ein paar Monaten hätte wohl keiner der beiden gedacht, dass es jemals so weit kommen könnte. Aber nun war es so und sie konnten sich nicht vorstellen, dass es auch anders sein könnte.
Lange standen sie einfach nur so da, bis Marc spürte, dass seine Wange leicht feucht wurde. Er brach den Kuss ab und öffnete wieder seine Augen. Gretchen tat das ebenfalls, so dass er ihren Tränenschleier sehen konnte. Zärtlich streich er mit dem Daumen über ihre Wange und wischte eine Träne weg.
„Was ist denn los?“, fragte er vorsichtig und hatte schon Bedenken, dass er etwas falsch gemacht haben konnte.
„Nichts… Ich bin nur so glücklich!“ Beide lächelten und um sie noch glücklicher zu machen, senkte Marc wieder seinen Kopf und verschloss ihre Lippen erneut mit einem Kuss.

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Verena1991 Offline

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11.04.2010 15:31
#137 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mehdi hingegen hatte an diesem Abend noch kein Glück gehabt. Seine Suche hatte noch keine Früchte getragen und er war ebenso schlau wie zuvor. Ebenso wenig hatte er bemerkt, dass Mechthild ihn dabei stets beobachtete. Doch sie hatte kein Interesse daran, Mehdi von irgendetwas abzuhalten. Seine Schnüffeleien waren bedeutend unterhaltsamer für sie als die sexuelle Unterhaltung durch Alexis. Denn der versank so sehr in Selbstmitleid, dass er für sie zu nichts zu gebrauchen war. In diesem Moment kam auch noch jemand in die Villa. Und das war Alexis von Buren alias Frank. Auf Krücken hampelte er auf den Geheimganz zu, wurde vorher aber von Mechthild überrascht.
„Alexis! Du schon wieder hier?“
„Ja, und? Hab mich selbst entlassen! Ich hau ab!“, teilte er seinen Entschluss mit. Inzwischen hatte auch Mehdi den Hauseigentümer gehört und beschloss, dem Gespräch versteckt zu folgen. Vielleicht konnte er so einen Schritt weiterkommen.
„Wie? Und was wird aus mir?“
„Das ist mir ehrlich gesagt scheißegal! Hauptsache, ich hab dich nicht mehr am Hals!“
„Wir haben eine Abmachung! Ich halte die Klappe und du besorgst es mir!“ Nun wurde Mehdi hellhörig. Da taten sich ja immer mehr Abgründe in der Familie von Buren auf.
„Darauf bin ich eingegangen, weil ich Gretchen nicht verlieren wollte! Aber jetzt ist sie weg. Für immer… Und das nur, weil sie gesehen hat wie wir… Das war von Anfang an ein scheiß Deal!“ Jetzt fiel es Mehdi wie Schuppen von den Augen. Weder Gretchen noch Marc hatten damals von der Erpressung seitens von Gabi gesprochen. Es ging ausschließlich um diesen Sexdeal. Sie wussten noch gar nicht, dass Alexis nicht der war, für den er sich ausgab. Was war das nur für ein blödes Missverständnis gewesen? Und warum hatte das keiner von ihnen aufklären können?
„Ich kann ganz einfach die Polizei anrufen!“
„Bis dahin bin ich schon über alle Berge!“
„Die werden dich suchen! Wenn die erstmal wissen, dass du meinen Sohn umgebracht hast…“
„Halt die Klappe, ja? Du hast keine Ahnung, was damals passiert ist!“ Wütend zischte Alexis sie an und humpelte weiter zu der weißen Statue, deren Arm als Hebel für den Geheimgang diente. „Du kannst das Haus und das Geld haben! Aber ich bleib garantiert nicht hier!“ Er betrat den dunklen Gang und kam kurz danach mit einer kleinen Kiste wieder zurück, die er mühsam unter seinem Arm balancierte. „Glücklicherweise hab ich ja immer ne andre Identität zur Verfügung!“ Gespannt verfolgte Mehdi das Schauspiel und eines wusste er. Dieser Betrüger war gefährlich, aber er musste ihn aufhalten. Dieser Mann musste bestraft werden. Schon alleine wegen Gretchen. Mehdi wollte sich gerade gar nicht ausmalen, was er ihr angetan hatte und wie sie sich fühlen musste.
„Schönes Leben noch!“
„Moment mal!“ Bevor Alexis ans Verschwinden denken konnte, wurde er von Mehdis Stimme davon abgehalten. Der Halbperser trat ins Licht und stellte sich möglichst bedrohlich hin. „Sie gehen bestimmt nirgendwo hin!“
„Jetzt wird’s doch interessant!“, bemerkte Mechthild gelassen, die amüsiert zwischen den beiden Männern hin- und herblickte.
„Was wollen Sie denn? Sie können mich jetzt auch nicht mehr aufhalten!“
„Das werden wir ja sehen!“

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Verena1991 Offline

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11.04.2010 20:46
#138 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Entschlossen kam Mehdi auf den Mann zu, der seiner großen Liebe das Herz gebrochen hatte und nun einfach abhauen wollte. Das würde Mehdi nicht zulassen. Durch seine Krücken war Alexis jedoch klar im Nachteil und so war es ein leichtes für den Gynäkologen ihn einfach umzustoßen.
„Glaubst du noch immer, dass du einfach so abhauen kannst?“ Überlegen stand Mehdi über dem Liegenden und war sich seinem Triumph schon sicher. Doch da hatte er die Rechnung ohne den Kampfgeist des Alexis von Buren gemacht.
„Ja!“, sagte dieser nur und rammte Mehdi eine Krücke so gegen die Beine, dass dieser ebenfalls zu Boden fiel. „Du machst mir das nicht kaputt!“
„Du wirst Gretchens Leben nicht einfach so zerstören und dich dann aus dem Staub machen!“ Bevor Alexis sich aufrichten konnte, wurde er schon am Kragen gepackt und wieder zurück auf den Boden gezogen. Der Millionär reagierte jedoch zügig und so hatte Mehdi auch schon eine Faust in seinem Gesicht. Der Schmerz durchfuhr Mehdi und er hielt sich die blutende Nase. Doch darauf konnte er im Moment nicht achten. Gretchen war für ihn wichtiger und für sie sollte all das aufgeklärt werden. Mit aller Kraft trat er Alexis gegen das gebrochene Bein und dieser schrie vor Schmerz kurz auf.
„Ey, spinnst du?“
„Ich? Du bist hier doch der Geisteskranke!“
„Ich mach dich fertig!“ Blitzschnell setzte sich Alexis auf Mehdi und schlug ihm mit den Fäusten immer wieder ins Gesicht. Dieser stöhnte immer wieder vor Schmerz auf und begann einzusehen, dass er diesen Kampf wohl verloren hatte.
„Meinst du nicht, dass es langsam mal genug ist?“, fragte Mechthild kurz und Alexis verlor so seine Konzentration. Diesen Moment nutzte Mehdi und drehte das Blatt um. Nun saß er auf Alexis und hob seine Faust, um ihm einen Schlag zu verpassen. Diesen konnte Alexis jedoch abfälschen und schmiss Mehdi wieder zu Boden. Diesmal schlang er seine Hände um Mehdis Hals und begann zuzudrücken. Der Arzt wollte sich wehren, war aber einfach nicht stark genug. Seine Kraft wurde weniger, doch Alexis ließ sich nach. Voller Wut drückte er zu und es war ihm egal, was aus Mehdi wurde.
„Du… lässt… mich… ja… sonst… nicht… ge… hen…“, rechtfertigte sich Alexis. Bevor Mehdi das Bewusstsein jedoch verlor, gab es einen dumpfen Aufschlag und Alexis ließ von ihm ab, um zu Boden zu fallen. Mehdi hustete auf und schnappte gierig nach Luft. Als er wieder aufsah, erkannte er Gigi, die eine kleine Statue in den Händen hielt, mit der sie Alexis niedergeschlagen hatte.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie besorgt und kniete sich neben Mehdi. Dieser nickte nur leicht und brachte ein gekrächztes „Danke“ heraus.
„Ist doch selbstverständlich!“, erklärte sie Mehdi freundlich und sah dann mit deutlich schärferem Blick zu Mechthild. „Was stehen Sie da eigentlich so blöd rum? Rufen Sie die Polizei und nen Arzt!“
„Tut mir Leid, aber ich bin blind!“, redete sich Mechthild raus, bequemte sich dann aber dennoch dazu, zum Telefon zu schlürfen und die Polizei zu rufen.
„Der schläft jetzt hoffentlich ein Weilchen…“, murmelte Gigi, hielt aber dennoch die Statue noch fest in ihren Händen. Sicher war sicher…

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Verena1991 Offline

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12.04.2010 14:22
#139 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Völlig frei von jeglichen Problemen ließen Gretchen und Marc ihre Füße in das angenehm kühle Wasser hängen. Er saß direkt hinter ihr und hatte ihren Körper mit seinen Armen ganz fest umschlossen. Gemütlich lag ihr Kopf an seiner Schulter und ihre Hände lagen auf seinen und kitzelten sie immer wieder leicht. Der Mond schien für die beiden extra hell und die Sterne funkelten klar. Mit einem Lächeln beobachtete die Nacht, die ebenso perfekt war wie ihr neues Glück mit Marc.
„Sterne sind schon irgendwie was Faszinierendes.“, stellte sie fest und durchbrach damit die Stille zwischen den beiden.
„Klar! Und warum jetzt genau?“
„Weil sie so weit weg sind und wir sie trotzdem sehen!“
„Dann kann ich ja froh sein, dass du kein Stern bist!“ Gretchen legte ihren Kopf schräg, so dass sie ihn sehen konnte und blickte ihn fragend an. „Ich meine, was nützt es mir, wenn ich dich zwar sehen kann, aber du nicht da bist?“
„Wär das so schlimm für dich?“, fragte sie ihn grinsend und richtete ihre Augen dann wieder nach oben zum Himmel. „Immerhin könntest du mich dann jede Nacht sehen! Oder wie war das? Ich könnte dich auch nicht mehr nerven!“
„Ja, das stimmt schon! Aber dann könnte ich auch nicht mehr das hier…“ Er verbarg sein Gesicht an ihrem Hals und begann sie so zu kitzeln. Nach einem kurzen Schreckmoment lachte Gretchen auf und versuchte den hartnäckigen Chirurgen abzuwehren.
„Hey! Hör auf, das kitzelt!“ Marc hingegen dachte nicht im Traum daran, von ihr abzulassen und bedeckte ihren Hals noch weiter mit den kitzelnden Küssen. Als Gretchen jedoch einfach nicht mehr aus dem Lachen herauszukommen schien, hörte er schließlich auf und sie konnte sich wieder entspannt zurücklehnen.
„Ich wusste ja gar nicht, dass du da so kitzelig bist!“
„Bin ich auch nicht!“
„Und was war dann das eben?“
„Das war nur, weil du mich hier so hinterhältig und ohne Vorwarnung angegriffen hast! Das ist dann eine ganz natürliche Reaktion!“
„Und was ist die natürliche Reaktion auf das?“ Er beugte sein Gesicht leicht nach unten und drückte ihr sanft einen Kuss auf ihre Wange. Um den Genuss voll auszukosten, schloss Gretchen ihre Augen und spürte den Moment so umso intensiver. Viel zu schnell für ihren Geschmack nahm er seine Lippen auch schon wieder weg. Erneut legte sie ihren Kopf zur Seite und sah ihn mit verträumten Augen an.
„Und?“ Als Antwort auf seine Frage streckte sie sich und legte nun ihre Lippen zärtlich auf seine. Glücklich erwiderte er den Kuss und beide fühlten sich in eine andre Welt versetzt. Voller Gefühl berührten sich ihre Lippen und wenn sie sich bis jetzt nicht der Liebe des anderen sicher gewesen wären, dann spätestens jetzt. Der Moment war so wunderbar, dass er niemals enden würde. Denn sie wollten einander niemals wieder loslassen.

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Verena1991 Offline

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12.04.2010 19:26
#140 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nur ungern lösten sie sich voneinander, doch irgendwann musste es sein. Marc gab ihr einen Kuss auf die Haare und senkte seinen Mund dann neben ihr Ohr.
„So langsam sollten wir dann mal gehen…“
„Muss das wirklich sein?“ Mit traurigem Blick sah Gretchen zu ihm hoch und er verstärkte den Griff seiner Arme um sie. Nur ungern wollte auch er sie wieder loslassen und am liebsten wäre er hier ewig mit ihr zusammengesessen.
„Ich befürchte Ja… Ich muss morgen oder wahrscheinlich inzwischen schon heute ganz früh zum Dienst!“
„Kannst du dich nicht einfach krankschreiben?“, suchte sie weiter nach Ausflüchten aus ihrem Schicksal.
„Ich befürchte nicht. In letzter Zeit war ich lange genug nicht da!“
„Schon, aber… ich hätte dich einfach viel lieber bei mir!“
„Frag mich mal! Aber was sein muss, muss sein!“
„Okay…“, lenkte Gretchen schließlich ein und schweren Herzens standen sie auf und packten die Sachen zusammen und verließen Arm in Arm den Wannsee.

Wenig später standen sie gemeinsam vor der Villa Haase und Gretchen hielt schon die Schlüssel bereit, wollte aber noch nicht aufsperren.
„Willst du… vielleicht noch mitreinkommen?“, fragte sie schüchtern und sah ihn hoffnungsvoll an. Sie waren doch eben erst zusammengekommen, da wollte sie sich nun noch nicht gleich wieder von ihm trennen. Und wenn es auch nur für wenige Stunden war.
„Wollen schon, aber dann würde ich dich unter Garantie flachlegen und ich will nicht, dass für dich alles zu überstürzt kommt!“, begründete Marc seinen Entschluss und sah ihr dabei ehrlich in die Augen. Gestern noch hatte seine Vorstellung vom Ende des Dates ganz anders ausgesehen, aber jetzt kam es ihm falsch vor, wenn er gleich mit ihr schlafen würde. Sie war einfach anders als die anderen Frauen. Das mit Gretchen wollte er richtig angehen. Sie war gerührt, dass er sich solche Gedanken um sie machte, aber dennoch wollte sie ihn partout nicht gehen lassen.
„Marc, ich liebe dich! Und das nicht nur seit heute, sondern seit 20 Jahren. Was soll daran jetzt überstürzt sein?“
„Ich will nicht, dass du es irgendwann einmal bereust. Wir haben doch alle Zeit der Welt!“ Will er also so lang mit mir zusammen sein? Ruuuhig, Gretchen! Genieß lieber das Hier und Jetzt! Und dass er nicht gleich mit mir ins Bett steigt, zeigt doch nur, dass ich für ihn wirklich nicht nur eine von vielen bin.
„Na gut… Aber ich denk an dich!“
„Das will ich auch hoffen, Hasenzahn!“
„Musst du mich eigentlich so nennen?“
„Ich muss nicht, aber ich will! Du bist eben mein Hasenzahn!“ Frech grinste er sie an und auch sie ließ sich zu einem kleinen Lächeln hinreißen. Sie wusste ja, dass er es nicht wie früher beleidigend meinte und auf gewisse Weise mochte sie ihren sehr speziellen Kosenamen auch.
„Und jetzt muss ich wirklich mal gehen!“ Er streichelte ihr liebevoll über die Wange und setzte anschließend seine Lippen auf ihren Mund. Es folgte ein ausgiebiger, zärtlicher Abschiedskuss, den beide noch einmal voll auskosteten. Schwerfällig trennten sie sich und Marc ließ ihr noch ein „Ich ruf dich an“ da, bevor sie sich wirklich verabschiedeten und er zurück zu seinem Wagen ging.

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Verena1991 Offline

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13.04.2010 14:57
#141 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sobald Gretchen das Haus und das Wohnzimmer betreten hatte, wartete schon die nächste Überraschung auf sie. Denn auf der Couch saß Gigi neben Mehdi, der ein dickes Pflaster über der Nase hatte und ziemlich lädiert im Gesicht aussah. Besorgt setzte sich Gretchen gleich ebenfalls neben ihren Freund und tausend Fragen spukten in ihrem Kopf herum.
„Was ist denn mit dir passiert? Und was machst du hier?“
„Gretchen, wir müssen dir da mal was erklären…“, begann Gigi zu erzählen und Gretchen erkannte schon an ihrem Tonfall, dass es unerfreuliche Neuigkeiten gab. „Ich weiß, dass du es im Moment schon alles andere als einfach hast wegen Alexis. Aber er hat noch ein Geheimnis…“
„Und das wäre? Ich kann mir nicht vorstellen, dass mich bei dem noch irgendetwas schocken könnte!“
„Warten wir mal ab… Es ist nämlich so, dass er dich nicht nur betrogen, sondern auch belogen hat…“, erklärte Gina möglichst schonend, doch Gretchen konnte noch nicht nachvollziehen, was sie meinte.
„Wie belogen? Jetzt sag doch einfach mal, was los ist!“
„Ich weiß nicht richtig, wie ich es dir sagen soll, aber Alexis ist gar nicht Alexis! Er ist ein Betrüger!“, meinte Gigi nun einfach klar heraus und Gretchens Blick versteinerte sich. Bis eben war noch alles mehr als in Ordnung gewesen und nun sollte sie so etwas erfahren? Sie hatte das Kapitel doch schon abgehakt und jetzt wurde sie dennoch wieder damit belastet. Sie hoffte nur, dass das ein schlechter Scherz war und lachte gekünstelt auf.
„Das ist nicht wahr, oder? Du willst mir jetzt nicht sagen, dass ich einen Betrüger geheiratet habe?“
„Doch, ich befürchte, das ist so! Die Polizei ermittelt noch, aber er sieht alles danach aus…“
„Das kann doch nicht sein! Ich hätte doch etwas bemerken müssen!“
„Hast du denn bemerkt, dass er mit dieser Mechthild Sex hat? Die ist übrigens nicht seine Mutter…“
„Und das soll die Sache jetzt besser machen, oder wie?“ Inzwischen war Gretchen aufgestanden und marschierte unruhig auf und ab.
„Besser macht es das bestimmt nicht, aber jetzt weißt du wenigstens die Wahrheit!“
„Wie kommt ihr überhaupt darauf?“ Diese Antwort beschloss Mehdi zu geben, der bis jetzt stumm dagesessen war, aber der Sache auf die Schliche gekommen war.
„Ich hab ein Gespräch zwischen Gabi und Alexis mitbekommen, in dem sie ihn erpresst hat. Das wollte ich dir auch in der… ja, der Besenkammer sagen! Dabei hab ich gehört, dass er nicht Alexis von Buren ist und eine Leiche soll er wohl auch versteckt haben…“
„Eine Leiche?“
„Vermutlich der echte Alexis. Man weiß es noch nicht so genau. Ich bin dann mit Gigi in die Villa und wollte mich nach beweisen umsehen. Dann kam Alexis, es gab einen Kampf und am Ende ist er zu Boden gegangen. Wir haben daraufhin erstmal die Polizei gerufen und von der wird er noch immer vernommen.“ Gretchen konnte noch immer nicht glauben, was sie da hörte. Alexis oder wer immer er auch war, sollte ein Betrüger gewesen sein? In ihrem Kopf drehte sich alles und es fiel ihr schwer, das alles zu glauben. Es war doch schon kompliziert genug.
„Gretchen, können wir irgendetwas für dich tun?“
„Ich… ich will jetzt einfach nur alleine sein!“ Ohne weitere Worte lief sie die Treppen nach oben in ihr Zimmer, um diese Nachrichten erstmal verdauen zu können.

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Verena1991 Offline

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13.04.2010 22:49
#142 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach einer kurzen Nacht mit schönen Träumen von Marc, die von einer gewissen blonden Ärztin handelten, kam das gesamte Krankenhauspersonal und sogar die Patienten in den Genuss eines äußerst gut gelaunten Oberarztes. Statt mit dem üblichen Anschnauzen führte er die OPs so ruhig durch, dass die Patienten schon alleine dadurch ohne Narkose eingeschlafen wären. Nach einer Operation, während er sich die Hände wusch, sprach ihn Sabine schließlich darauf an.
„Heute so gute Laune, Herr Doktor?“
„Stellen Sie sich vor, Sabine, so etwas soll es auch geben!“, erwiderte er ohne sie anzupampen, was Sabine zum Nachfragen ermutigte.
„Das hat nicht zufälligerweise etwas mit der Frau Doktor und Ihrer Verabredung gestern zu tun?“
„Äh… Woher wissen Sie davon?“
„Möglicherweise habe ich kurz an der Tür gelauscht, als Sie gestern mit der Frau Doktor in Ihrem Büro waren…“ Dabei wurde sogar ein Marc Meier verlegen. Denn diese Worte waren nur für Gretchen bestimmt gewesen und am allerwenigsten für das größte Tratschweib unter Gottes Sonne. Normalerweise hätte Marc sie nun angeschrien, was ihr einfiele, einfach an andrer Leute Türe zu lauschen. Doch nicht so heute. Heute wollte er den Tag genießen und nicht ausrasten.
„Sie denken sich doch sowieso Ihren Teil!“
„Heißt das, Sie sind jetzt mit der Frau Doktor zusammen?“
„Das lassen Sie mal meine Sorge sein!“ Auch wenn er mit Sabine nicht darüber reden wollte, verriet ihn doch sein breites Grinsen. Es war das Grinsen eines Siegers, der erreicht hatte, wonach er so lange gestrebt hatte. Auch wenn er all seine liebgewonnen Prinzipien verloren hatte, war die Beziehung mit Gretchen ein Hauptgewinn für ihn. Nachdem er seine Hände gewaschen hatte, marschierte er zur Tür. Bevor er jedoch wirklich ging, drehte er sich noch einmal zu der Krankenschwester um.
„Ach, und Sabine… Falls ich mitbekommen sollte, dass Sie mich irgendwie zum Tratschgespräch machen, dann… ja, dann werde ich Sie wohl umbringen!“, sagte er mit einem fast schon beunruhigend freundlichen Ton und verschwand mit einem dicken Lächeln im Gesicht aus dem Waschraum.
Sein erster Weg führte ihn direkt zu seinem Büro und schnappte sich sogleich sein Handy, um bei seiner Liebsten anzurufen. Ungeduldig wippte er hin und her, bis schließlich jemand abnahm.
„Haase?“ Verdutzt registrierte Marc, dass es Bärbel war, mit der er nun am Telefon sprach.
„Frau Haase? Ich dachte, Sie wären im Urlaub?“
„War ich auch. Aber seit heute bin ich wieder da. Tut mir auch sehr Leid, Herr Meier, aber wir haben gerade leider keine Zeit!“
„Ich wollte auch nur eben mit Ihrer Tochter reden!“
„Ich hab mir schon gedacht, dass Sie nicht meinetwegen anrufen! Gretchen geht’s jedoch gerade nicht so gut.“
„Wie? Was hat sie denn?“, fragte Marc besorgt. Immerhin war gestern noch alles in Ordnung gewesen mit ihr.
„Ich wüsste nicht, was Sie das anginge! Tschüß!“
„Aber…“ Doch seinen Einwand hörte sie schon gar nicht mehr. Marc legte ebenfalls schnell auf, schnappte sich seinen Schlüssel und ging wieder aus seinem Büro. Direkt vor der Tür lauerte schon Sabine auf ihn, worauf er jedoch gerade nicht viel gab.
„Sabine, ich bin nochmal kurz weg! Zur Gallenstein-OP bin ich wieder da!“

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14.04.2010 20:18
#143 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

So schnell es für ihn möglich war, fuhr er den mittlerweile nur allzu bekannten Weg zum Haus der Haases. Er klingelte und wartete ungeduldig vor der Haustür, bis ihm Bärbel schließlich öffnete. Sie freute sich wahrlich nicht den Herzensbrecher zu sehen und ließ daran auch keinen Zweifel.
„Herr Doktor Meier! Hab ich mich nicht klar ausgedrückt? Meine Tochter hat nun wirklich keine Zeit für Besuch!“
„Das soll sie mir dann bitte selbst sagen!“
„Sie will momentan mit niemandem reden!“
„Davon würde ich mir ganz gerne selbst ein Bild machen!“ Was auch immer Bärbel sagte, es würde Marc nicht davon anhalten in dieses Haus zu kommen. Je hartnäckiger sie ihn abwimmeln wollte, desto dringender wollte er sogar noch zu Gretchen.
„Sie wird Sie bestimmt zurückrufen, wenn sie mit Ihnen reden will.“
„Sie können mir sagen, was Sie wollen, aber Sie werden nicht erreichen, dass ich gehe! Ich würde jetzt gerne mit meiner… meiner Freundin reden!“
„Ihre Freundin?“, fragte Bärbel ungläubig nach. In den letzten Tagen hatte sie zugegebenermaßen nicht besonders viel mitbekommen, aber wenn ihre Tochter einen neuen Freund hätte, wüsste sie das doch wohl. Und dann sollte das noch Marc Meier sein, der sie seit ihrer Kindheit gequält hatte?
„Ja, meine Freundin! Also lassen Sie mich jetzt auf der Stelle zu ihr!“ Noch war Bärbel skeptisch und nicht überzeugt davon, dass es ihrer Tochter gut täte, wenn sie Marc reinließe, doch in diesem Moment kam Gigi auch zur Tür und legte Bärbel eine Hand auf die Schulter.
„Es ist okay! Vielleicht tut es ihr ganz gut, wenn sie ihn jetzt sieht!“ Bärbel zuckte nur leicht mit den Schultern, wich dann aber zur Seite und gewährte Marc Einlass in ihr Haus.
„Na bitte, geht doch! Ist sie in ihrem Zimmer?“
„Ja, ist sie! Aber ich bezweifle noch immer, dass sie ausgerechnet mit Ihnen reden möchte!“
„Das werden wir ja sehen!“ Er stürmte schon die Treppen hoch, als Gina ihm noch hinterherrief, welches Gretchens Zimmer war. Vorsichtig klopfte er an und ein „Ich will jetzt nicht reden“ hallte ihm entgegen. Dennoch beschloss er die Tür zu öffnen und lugte vorsichtig in den Raum. Auf den ersten Blick sah er nur rosa und erst auf den zweiten Blick machte er die blonde Frau aus, die sein Herz immer einen Hüpfer machen ließ. Sie lag auf ihrem Bett und war mit einem Stift über ihr Tagebuch gebeugt.
„Ich hab doch gesagt…“ Bevor sie ihre Worte wiederholte, blickte sie auf und sah Marc in der Tür stehen. Ein Lächeln fand den Weg auf ihr Gesicht, was Marc ermutigte, die Tür weiter zu öffnen. „Hey Marc!“
„Darf ich reinkommen?“
„Klar!“ Sie klappte ihr Tagebuch zusammen und legte es neben ihr Bett. Marc ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen und Gretchen richtete sich auf. Sie klopfte neben sich auf das Bett und deutete Marc, dass er sich setzen sollte. Bevor er das jedoch tat, beugte er sich zu ihr runter, nahm ihr Gesicht in die Hände und begrüßte sie mit einem zärtlichen Kuss.
„Ist alles in Ordnung mit dir? Deine Mutter meinte, es geht dir nicht gut.“, fragte er, nachdem er sich neben sie gesetzt hatte und ihre Hände in seinen barg. Gretchen seufzte auf und erzählte ihm dann die ganze Geschichte von Alexis.

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14.04.2010 22:48
#144 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc hörte ihren Worten genau zu und musste sich gelegentlich auf die Zunge beißen, um sie nicht mit in den Raum geworfenen Beleidigungen zu unterbrechen. Das hob er sich dafür auf, wenn sie zu Ende erzählt hatte.
„So ein verblödeter Wichser!“, konnte er sich seiner Wut endlich Luft machen und schüttelte ungläubig mit dem Kopf. „Wie krank muss man eigentlich sein?“
„Ich kann es auch nicht verstehen… Das ist doch alles so absurd und unrealistisch. Vor allem, dass ich davon rein gar nichts mitbekommen habe!“
„Der Arsch wusste wohl einfach, was er tut! Ich wusste doch von Anfang an, dass mit dem was nicht stimmt!“
„Ich hab das leider zu spät erkannt… Das hätte mir einiges an Ärger erspart!“
„Warum erzählst du mir das eigentlich alles? Ich dachte, du wolltest nicht darüber reden?“, sprach er sie nun darauf an. Ihre Aussage, als er das Zimmer betreten wollte, was noch ziemlich präsent.
„Ich will mit meiner Familie und Gigi nicht darüber reden… Ich weiß ja, dass sie sich nur Sorgen machen, aber diese mitleidigen Blicke kann ich einfach nicht gebrauchen. Okay, mein Vater würde Alexis oder wie auch immer er heißt gerne umbringen…“
„Da würde ich ihm sogar noch helfen!“
„Ich weiß! Aber das brauch ich nicht! Alle tun so, als würde sich mein ganzes Leben jetzt um 180 Grad drehen.“
„Tut es das denn nicht?“
„Nicht wirklich. Ich meine… natürlich ist es eine komische Situation und ich hab mir das auch garantiert nicht so gewünscht, aber das mit Alexis ist vorbei! Es tut schon weh, wenn man erfährt, dass man so lange belogen wurde. Und dann auch noch in diesem Ausmaß! Er hat mir die ganze Zeit etwas vorgemacht, das ist nicht lustig! Aber ich wusste ja auch schon, dass er nicht der war, für den ich ihn gehalten habe. Ich hab mir auch die ganze Nacht Gedanken darüber gemacht. Es lässt mich nicht kalt, aber ich werde mein Leben nicht davon beeinflussen lassen! Ich hab schon viel zu viel Zeit mit ihm vergeudet. Ich will das Kapitel endgültig hinter mir lassen! Ich will ein neues Leben! Mit dir!“ Zärtlich legte sie ihm ihre Hand auf die Wange und drehte sein Gesicht zu sich her. In ihren ehrlichen Augen konnte er erkennen, dass sie es genau so meinte. Und das machte ihn mehr als glücklich.
„Dann ändert sich also nichts zwischen uns?“
„Natürlich nicht, du Dummkopf!“, neckte sie ihn spielerisch. „Ich liebe dich!“
„Frag mich mal! Äh… Was hast du gesagt?“
„Ich liebe dich!“, antwortete sie mit einem dicken Grinsen, obwohl sie genau wusste, worauf er hinauswollte.
„Das davor meine ich!“ Gretchen erkannte, dass es nur einen Weg für sie gab, um unbeschadet aus der Sache herauszukommen und ging zum Angriff über. Noch bevor sich Marc weiter aufregen konnte, wurden seine Lippen auch schon von denen seiner Freundin verschlossen. So fiel es ihm deutlich leichter ihr die Beleidigung zu verzeihen und gierig nach ihr vergrub er seine Hände in ihrer Lockenmähne. Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher und Marc war kurz davor, seine Vorsätze von gestern über Bord zu werfen, als die Tür aufsprang und die beiden Turteltauben jäh gestört wurden.

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15.04.2010 17:18
#145 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„MEIER!“ Der laute Ruf von Franz Haase ließ die beiden auseinanderschnellen und als Marc sah, wie der Professor mit hochrotem Kopf wütend auf ihn zukam, wurde sogar ihm Angst und Bange. Unsanft packte Franz den unerwünschten Gast am Kragen und zerrte ihn vom Bett hoch. „Sie notgeiler Bock! Ihre Zunge hat nichts im Gesicht MEINER Tochter zu suchen!“
„A…a…aber…“, stotterte Marc nur, als auch Bärbel und Gina ins Zimmer stürmten und erstere auf ihren Mann einredete.
„Franz, denk doch an dein Herz!“
„Ich kümmere mich jetzt um das Herz meiner Tochter! Das werden Sie ihr nicht noch einmal brechen! Haben wir uns da verstanden?“
„Ja, also…“
„Franz, nun lass ihn doch los!“
„PAPA! Lass Marc in Ruhe! Er hat nichts getan!“, forderte nun auch Gretchen, die sich ebenfalls aufgestellt hatte und auch mit ihren Händen versuchte, Marc zu befreien. Tatsächlich hatte sie dabei teilweisen Erfolg. Denn Franz ließ tatsächlich von Marc ab, jedoch stieß er ihn dabei rücksichtslos aufs Bett. Darüber war Marc mehr als froh, konnte er doch neue Hoffnung schöpfen, lebend aus der Sache herauszukommen. Der Wut des Professors war jedoch kein Abbruch getan und so wandte er sich seiner Tochter zu.
„Nichts getan? Der nutzt deine momentane Lage doch aus, um dich rumzukriegen!“
„Papa! Marc und ich sind zusammen!“
„Mit niemandem bist du hier zusammen! Ich verbiete dir das! Du siehst doch, wohin das führt!“
„Du kannst mir doch nicht vorschreiben, was ich zu tun habe und was nicht!“
„Oh doch! Du, meine Liebe, tust ab sofort nur noch das, was ich dir sage!“
„Nein!“
„Franz, nun setz das Kind nicht so unter Druck…“ Bärbels Versuch des Schlichtens scheiterte kläglich. Stattdessen durfte auch sie sich nun etwas von ihrem Mann anhören.
„Das ist nur das Beste für mein Kind! Selber fällt sie ja immer wieder auf diese Männer rein!“
„Du willst das jetzt doch nicht vergleichen?“, fragte Gretchen verständnislos und hatte nur noch ein Kopfschütteln für ihren Vater übrig.
„Du wirst diese Entscheidung akzeptieren und fertig! Ich bin noch immer für dich verantwortlich!“
„Ich bin 30! Ich kann ja wohl selbst meine Entscheidungen treffen!“
„Nicht bei diesem Meier! Bei dem denkst du doch gar nicht mehr rational!“
„Aber du tust das? Du siehst doch nur das Schlechte! Es interessiert dich doch gar nicht, was wirklich zwischen Marc und mir ist!“
„Ich weiß doch genau, was da ist! Und den Meier kenne ich auch lange genug! Der wechselt seine Frauen doch wie Unterwäsche! Der spielt doch nur mit dir und nutzt deine momentane Verwirrtheit aus!“ Vorsichtig erhob sich auch Marc wieder und beschloss einzugreifen. Immerhin ging es hierbei ja auch um ihn.
„Dürfte ich vielleicht auch etwas dazu sagen?“
„NEIN!“

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Verena1991 Offline

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15.04.2010 22:14
#146 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Papa, es reicht jetzt mal!“, rief Gretchen nun aus, die den Tränen schon verdächtig nahe kam. Es konnte doch nicht sein, dass er ihr einfach nicht zuhören wollte. „Kannst du dich da nicht einfach raushalten? Alexis ist ein Scheißkerl! Er hat mich nur unglücklich gemacht! Und genau deswegen ist mir diese Beziehung mit Marc so wichtig! Er macht mich glücklich! Verstehst du das? Marc hat nichts mit Alexis zu tun!“
„Aber Kälbchen…“, sprach Franz nun deutlich ruhiger und überrascht von Gretchens Ansage.
„Nichts Aber! Marc hat dein Leben gerettet! Und meins auch! Hast du das schon vergessen?“
„Das nicht…“
„Siehst du! Dann dank es ihm doch mit ein wenig Vertrauen! Ich vertrau ihm immerhin auch! Obwohl er mir oft wehgetan hat…“
„Und wenn er es wieder tut? Ich weiß doch, wie die Männer sind…“
„Nur weil du Mama immer wieder betrogen hast, heißt das noch nicht, dass Marc das auch tun wird!“ Damit hatte sie einen wunden Punkt getroffen. Nicht nur Bärbel wurde an diese unschönen Erlebnisse erinnert und hüllte sich in eisernes Schweigen, auch Franz fühlte sich in seiner Ehre gekränkt.
„Das war doch etwas vollkommen anderes! Und außerdem ist das schon ewig her!“
„Stimmt, schon ein paar ganze Monate! Und warum ist das etwas anderes? Weil du mit Mama zwei Kinder hattest?“
„Das… verstehst du nicht!“
„Oh doch, ich verstehe sehr viel! Du kannst dich also ändern und Marc kann das nicht? Was ist das denn für eine Logik? Außerdem sehe ich gar nicht ein, dass ich mich hier für meine Beziehung rechtfertigen muss!“
„Also gut…“, lenkte der Professor ein, doch Marcs Vermutung, dass er jetzt aufatmen könnte, war falsch. „Meier! Mitkommen!“
„Äh… Warum?“, fragte er verunsichert nach und hoffte nur, dass die Villa Haase kein heimlicher Schlachthof wäre.
„Für ein Gespräch von Vater zu Wanze!“
„Wanze?“
„Ganz genau! Momentan stehen Sie auf meiner Skala nicht höher als eine kleine, dreckige Wanze!“
„Ich, äh… muss jetzt wieder ins Krankenhaus! Hab ja eigentlich noch Dienst!“
„Meine Tochter ist verdammt nochmal wichtiger als Ihre Karriere!“
„Schon, aber…“
„Das lässt sich doch bestimmt alles später klären, oder?“, wollte nun Gretchen ihren Freund retten. Denn auch sie hätte nicht darauf gewettet, dass dieser ohne äußere oder innere Schäden wieder herauskommen würde.
„Nein! Und das ist mein letztes Wort!“, stellte Franz klar und ließ keinen Zweifel daran, dass er es auch wirklich ernst meinte. Hilfesuchend blickte Marc, der sich als todgeweiht ansah, zu seiner Liebsten, doch diese sparte sie jegliche Widerworte. Sie wusste, dass auch sie ihren Vater nicht von diesem Gespräch abhalten konnte.

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Verena1991 Offline

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16.04.2010 14:20
#147 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mit einem mulmigen Gefühl folgte Marc Franz Haase aus Gretchens Zimmer. Er fürchtete im Grunde keine Standpauken. Doch diese kam von seinem Chef, der zudem noch Vater seiner Freundin war. Und vor beiden Rollen des Professors hatte Marc größten Respekt. Franz drängte Marc in sein Arbeitszimmer und wies ihn auf einen Stuhl.
„Jetzt hören Sie mir mal ganz genau zu, Meier! Ich schätze Sie als Arzt sehr! Sie sind ein brillanter Chirurg. Aber menschlich sind Sie nicht der Typ Mann, den ich mir für meine Tochter wünsche. Sie ist lieb, einfühlsam und äußerst sensibel. Sie sind arrogant, selbstverliebt und geben nichts auf die Gefühle anderer! Jahrelang habe ich mitbekommen, wie Sie eine Frau nach der anderen benutzt und weggeworfen haben. Auch in meinem Krankenhaus! Und ich habe es toleriert. Doch als Sie ihre dreckigen Griffel nicht einmal von meiner Tochter genommen haben, hat es mir gereicht. Sie hatten Ihre Chance bei ihr und haben es vermasselt! Meine Tochter hat gelitten und sich wegen Ihnen die Augen ausgeweint. Schon in ihrer Jugend. Ich will nicht, dass sie das noch einmal durchmachen muss! Und jetzt kann sie erst recht keine erneute Enttäuschung ertragen!“ Nachdem der Professor mit seiner Standpauke fertig war, galt es nun für Marc sich und seine Beziehung zu verteidigen.
„Herr Professor, ich habe Verständnis für Ihre Bedenken, aber ich kann Ihnen versichern, dass es nicht meine Absicht ist, Ihre Tochter in irgendeiner Weise zu verletzen!“
„Und was sind dann Ihre Absichten?“
„Ja, also…“, begann Marc zögerlich und versuchte konzentriert nach den richtigen Worten zu suchen. Denn Franz beobachtete ihn ganz genau mit strengem Blick und Marc wusste, dass ihm eine falsche Wortwahl zum Verhängnis werden konnte. „Ich will wirklich mit Gretchen zusammen sein! Sie ist etwas ganz Besonderes für mich und ich will sie nicht verlieren! Und selbst wenn Sie gegen diese Beziehung sind, würde das nichts zwischen Gretchen und mir ändern!“
„Und wie sähe das aus, wenn ich Sie rausschmeiße? Würden Sie dann noch immer an Ihrer Entscheidung festhalten?“, bohrte der Professor weiter nach, der nur zu genau wusste, dass die Karriere für Marc Meier immer an oberster Stelle stand. Doch Franz würde nicht zulassen, dass Gretchen bei ihrem Mann nur zweitrangig war.
„Einen Job finde ich überall, aber eine Frau wie Gretchen habe ich noch kein zweites Mal getroffen!“
„Und das soll heißen?“
„Dass Sie tun können, was Sie wollen und es würde mir am A…, mich nicht interessieren!“ Es imponierte dem Professor, dass Marc offenbar doch sehr an der Beziehung mit Gretchen hing. Er hatte Marc schon oft erlebt, aber noch nie hatte er sich so um eine Frau bemüht. Doch ganz so einfach machte er es seinem Oberarzt doch nicht.
„Sie wissen, dass mein Kälbchen eine Familie möchte?“ Marc musste schwer schlucken, als dieses Thema angesprochen wurde. Denn auch wenn er nun bereit für eine Beziehung war, über eine Familie wollte er sich noch keine Gedanken machen. „Sie braucht einen Mann, den sie heiraten und mit dem sie Kinder haben kann. Sind Sie so ein Mann, der ihr das erfüllen kann?“
„Also was das angeht… Ich denke, dass wird sich erst noch zeigen. Wir sind ja auch gerade erst zusammengekommen! Da sollte man ja noch nichts überstürzen. Wir haben ja noch genug Zeit für alles!“
„Dann noch eine letzte Frage. Was empfinden Sie für meine Tochter?“ Vor dieser Frage hatte sich Marc gefürchtet. Gretchen zu sagen, dass er sie liebte, war nötig gewesen und hatte sich auch als gar nicht so schwer herausgestellt. Aber musste er wirklich überall hausieren gehen, dass diese Frau ihn verrückt machte und sie ihm alles bedeutete? Doch der Blick von Franz Haase verriet ihm, dass er genau das tun musste.
„Nun, ich liebe sie!“, erklärte Marc ehrlich, sodass der Professor gar nicht anders konnte als ihm Glauben zu schenken. Auf der eben noch so strengen Miene breitete sich ein Lächeln aus und er reichte Marc die Hand.
„Dann herzlich willkommen in der Familie!“ Marc atmete schon erleichtert aus, als der Händedruck stärker wurde und Franz Augen bedrohlicher. „Aber eines rate ich Ihnen, Meier! Wenn Sie meiner Tochter wehtun, dann gnade Ihnen Gott! Ich werde Sie fertig machen, haben wir uns da verstanden?“ Marc konnte nur verängstigt nicken und war froh, als er sich endlich aus den Fängen des Professors befreien konnte und wieder ins Krankenhaus fahren konnte. Wenigstens dort hatte er alles unter Kontrolle.

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Verena1991 Offline

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17.04.2010 13:16
#148 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Noch in derselben Nacht hatte Gretchen einen seltsamen Traum. Zusammen mit Marc und ihrem Vater war sie in einem dunklen Keller in dem es nichts gab außer einem komischen Stuhl. Genaugenommen war es ein elektrischer Stuhl und auf ihm saß Marc. Mit irren Augen ging Franz um ihn herum und stellte ihm lauter Fragen, ob er es ernst mit Gretchen meinte. Wenn Marc nicht ganz zur Zufriedenheit des verrückten Professors oder zu langsam antwortete, ließ Franz kleine Stromstöße durch ihn laufen. Gretchen versuchte ihn abzuhalten, doch Franz war viel zu besessen. Dann kam auch noch Bärbel mit einem Tablett in der Hand durch die Tür hinein.
„Ist es jetzt Zeit für den Giftcocktail?“, fragte sie mit erschreckend freundlichem Ton und Gretchen war heilfroh, als sie endlich aufwachte.
Ich muss sofort zu Marc!
Um diesen Plan zu verwirklichen schlüpfte sie schnell in ein paar Sachen und schnappte sich ihr Fahrrad, um zu ihm zu fahren. Das Leben war wirklich um vieles einfacher, nun, da sie ihre Sachen wiederhatte.

Auch Mehdi war zu der späten Stunde noch wach und saß in seinem Büro im Krankenhaus, wo er darauf wartete, dass er wieder einigen Kindern auf die Welt helfen musste. Seine Gedanken drehten sich ausschließlich um Gretchen. Noch hatte er kein Gespräch mit ihr führen können, doch er hoffte, dass es bald dazu kam und sie ihm dankbar für seine Taten war. Vielleicht sogar dankbar genug, um ihre Liebe für ihn wiederzuentdecken. Diese Beziehung mit Marc konnte doch nicht gut gehen.
„Doktor Kaan?“ Mehdi war so sehr in Gedanken vertieft gewesen, dass er gar nicht mitbekommen hatte, wie Schwester Gabi in das Zimmer gekommen war.
„Ja?“, fragte er so abweisend wie immer, seit er wusste, was sie Gretchen angetan hatte.
„Wir haben eine neue Patientin, bei der die Wehen eingesetzt haben.“
„Ich komme gleich!“, gab er wieder knapp zur Antwort und Gabi drehte sich wieder um. Sie war es ja nicht anders gewohnt. Doch zu ihrer eigenen Überraschung sagte Mehdi dann doch noch etwas. „Ach, und Gabi? Ich rate Ihnen, dass sie sich zukünftig besonders Mühe geben. Jetzt, wo doch Ihr kleiner Nebenverdienst ausfällt…“ Überrascht wandte sich die Schwester wieder Mehdi zu, der möglichst gelassen in seinem Stuhl saß und sie genau ansah.
„Woher…?“
„Haben Sie wirklich gedacht, dass das niemals rauskommen wird? Wissen Sie eigentlich, was Sie Gretchen damit angetan haben?“ Betreten und beschämt blickte Gabi zu Boden. Sie hatte genau gewusst, was sie damit tat. Sie war einfach so von Hass zerfressen, dass es sie kein bisschen gestört hatte. Zu spät war ihr die Einsicht gekommen, dass auch das nicht über den Verlust ihres Kindes hinwegtrösten konnte.
„Ich wollte doch nur, dass sie nicht den Traumprinzen bekommt…“
„Und für Sie war es ja auch ein sehr lukratives Geschäft.“
„Werden Sie mich jetzt feuern?“
„Ich glaube, dass Sie mit dem Verlust Ihres Kindes genug bestraft sind. Aber werden Sie mal erwachsen und reden darüber anstatt andere auch in Ihr Unglück laufen zu lassen!“

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Verena1991 Offline

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17.04.2010 16:26
#149 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Murrend stand Marc auf, als es mitten in der Nacht an der Tür klingelte. Derjenige konnte was erleben, wenn er keinen besonderen Grund dafür hatte. Immerhin hatte er eine verdammt anstrengende Schicht hinter sich und auch die gestrigen Gespräche waren nicht alle aufbauend gewesen. Als er die Tür öffnete, stand jedoch der schönste Grund, um geweckt zu werden, in Form eines blonden Lockenkopfes vor ihm.
„Was verschafft mir denn die Ehre?“, fragte er mit einem noch verschlafenen Grinsen und Gretchen stand mit großen Augen vor der Tür, musste sie doch soeben feststellen, dass Marc Meier ohne T-Shirt und nur in Boxershorts schlief. „Hasenzahn? Bist du nur hergekommen, um mich anzustarren oder wolltest du auch etwas sagen?“
„Ich… äh… geh wohl besser wieder!“ Verlegen wollte sie schon wieder den Heimweg antreten, als sie von einer starken Hand gepackt und in die Wohnung gezogen wurde.
„Du gehst jetzt nirgendwo hin!“, stellte Marc klar und nahm ihr Gesicht in seine Hände, um sie zu küssen. Er hing an seinem Schlaf, aber noch mehr an Gretchen. Er sah also keinen Grund, warum er diesen unerwarteten Besuch nicht genießen sollte. „Und warum bist du jetzt hier?“
„Pass bitte auf, wenn mein Vater dir einen Stuhl anbietet!“, rutschte es aus ihr heraus, obwohl sie wusste, wie albern es klang. Genau so empfand es auch Marc, der keine Ahnung hatte, was seine Freundin von ihm wollte.
„Was?“
„Und pass auf, wenn meine Mutter dir was zum Trinken bringt!“
„Bist du jetzt vollkommen durchgeknallt?“, fragte er berechtigterweise und auch Gretchen beschloss, den Traum einfach Traum sein zu lassen.
„Ist egal jetzt… Ich weiß auch nicht, warum ich deshalb hergekommen bin…“
„Vielleicht weil du deinen Oberarzt so vermisst hast?“, half er ihr auf die Sprünge und zauberte so ein Lächeln auf ihr Gesicht.
„Hm, eigentlich hab ich ja meinen Freund vermisst!“
„Und ihn deswegen rausgeklingelt?“
„Ich darf das doch, oder?“
„Aber auch nur, wenn du mir jetzt Gesellschaft leistest!“, forderte er mit verführerischem Blick, der nur eine Antwort von ihr zuließ.
„Würde ich unheimlich gerne, aber ich hab keine Sachen dabei!“
„Ja, und?“
„Wer wollte denn lieber warten?“
„Das heißt ja nicht, dass ich dich nicht bei mir haben will. Und als Arzt kann ich es auch kaum verantworten, dass du da jetzt wieder raus gehst! Könntest dir ja ne Erkältung oder so holen…“
„Nur deswegen machst du dir also Sorgen?“, fragte sie mit einer Schnute, die genau verriet, dass sie ihm das nicht glauben konnte.
„Aber natürlich! Komm, du kriegst ein paar Sachen von mir!“, bot Marc ihr an, obwohl er nichts darauf verwetten würde, dass er der Versuchung standhalten könnte. Aber wenn er eines überhaupt nicht aushalten könnte, dann, dass sie jetzt wieder einfach so gehen würde.

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Verena1991 Offline

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17.04.2010 22:45
#150 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

So standen sie gemeinsam vor Marcs Kleiderschrank und der Eigentümer durchstöberte ihn nach ein paar Sachen, die er seiner Freundin geben konnte. Nachdem er fündig geworden war, gab er ihr eine Schlafanzughose und ein dazu passendes T-Shirt. Sie hielt die Sachen in den Händen, sagte aber nicht weiter dazu, sondern beschränkte sich auf einen erwartenden Blick auf Marc.
„Stimmt damit was nicht?“, fragte er, da er vollkommen ahnungslos war, was dieser Blick zu bedeuten hatte.
„Nein, die Sachen sind schon okay. Aber kann ich vielleicht ein anderes T-Shirt haben?“
„Klar, wenn du meinst!“ Er widmete sich wieder dem Kleiderschrank und zog willkürlich ein weißes Shirt heraus, welches er ihr reichte, sie aber nicht annehmen wollte. „Was ist denn damit nicht on Ordnung?“
„Ich hab da eigentlich an ein bestimmtes gedacht…“, gestand sie kleinlaut, aber Marc war noch ratloser als zu Beginn.
„Soll ich raten?“
„Kann ich das M-Shirt haben?“
„M-Shirt? Welches M-Shirt? Ach das!“ Letztendlich war bei ihm der Groschen gefallen und seinem Gesicht war ein dickes Grinsen abzulesen, als er sich daran erinnerte, wie sie es das letzte Mal getragen hatte. Sie hatte einfach zu süß ausgesehen, als sie so unbeholfen in der Dusche stand und zugleich sah sie so heiß aus.
„Ich mag’s eben irgendwie…“
„Das hab ich auch schon gemerkt!“ Er verschwand für kurz aus dem Schlafzimmer, nur um wenig später mit dem M-Shirt wiederzukommen und es ihr zu reichen. „Da hast du’s. Aber nicht gleich wieder in die Dusche damit, ja?“, mahnte er sie neckend und sie riss es ihm schmunzelnd aus der Hand, um damit im Bad zu verschwinden. Er gab ihr einen Klaps auf den Hintern mit auf den Weg, bevor er sich ins Bett warf und wartete darauf, dass die andere Hälfe auch bald belegt sein würde. Nach kurzer Zeit war Gretchen dann fertig umgezogen und huschte schnell zu Marc unter die warme Decke. Ein Ort, an den sie sich schon immer gewünscht hatte und fühlte gleich, dass sie jetzt nirgendwo besser aufgehoben wäre als in den Armen des Mannes neben ihr.
„Und es ist wirklich okay für dich, dass ich hier schlafe?“, fragte sie vorsichtshalber noch einmal nach, während sie halb aufrecht im Bett saß, und als Antwort drückte Marc sie runter auf die Matratze und rutschte näher an sie heran, um ihr einen Kuss auf die Wange zu drücken.
„Ich bestehe sogar darauf!“ Gretchen legte sich auf die Seite, damit sie ihm ins Gesicht blicken konnte. Liebevoll streichelte sie mit ihrer Hand darüber und küsste ihn auf den Mund, was sich Marc nur zu gerne gefallen ließ.
„Ich liebe dich!“, hauchte sie ihm ins Ohr, ehe sie sich umdrehte und sich mit dem Rücken an seinen Körper schmiegte. Hin- und hergerissen zwischen dem Verlangen nach ihr und einer vernünftigen, funktionierenden Beziehung, die nicht auf Sex basierte, schlang er seinen Arm um sie und ging sicher, dass sie auch garantiert nicht von ihm weg konnte.
„Ich liebe dich auch!“

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