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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

20.02.2010 00:02
#51 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Ähm, Gretchen… Vielleicht hast du’s noch nicht mitbekommen, aber das ist ernst!“
„Ich will das aber nicht wissen! Also nenn mich bitte nicht so!“ Da soll er mich einmal Hasenzahn nennen und tut es nicht! Muss er sich das ausgerechnet jetzt abgewöhnen?
„Na gut… Also, Hasenzahn…“ Wenn es ihr so wichtig war, dann würde er ihr diesen Gefallen eben tun. Durch seine leicht geöffneten Augen sah er, wie sich ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen ausbreitete. Das bezauberndste Lächeln, das er je gesehen hatte… Er liebte es zu sehen, wie ihre Mundwinkel leicht nach oben zuckten und sich kleine Lachfältchen um ihre Augen bildeten. „Es tut mir Leid, aber ich kann dir das…“
„Hör auf! Sag lieber nichts und lass mir einfach meine Hoffnung…“ Manchmal ist es einfach schöner, mit der unwahrscheinlichen Hoffnung zu leben, als mit der Wahrheit konfrontiert zu werden… Denn diese könnte ich gerade einfach nicht verkraften.
„Wie du meinst…“ Es herrschte einige Zeit Schweigen zwischen den beiden und er wurde sich ihrer Aufmerksamkeit nur durch ihre leisen Atemzüge bewusst, die er ab und zu an seiner Haut zu spüren glaubte. Gerne hätte er sie ganz gespürt, aber das ging nicht. Er konnte sie nicht in Gefahr bringen. Gerne hätte er sie angesehen und ihre Schönheit bewundert, aber er konnte seine Augen einfach nicht mehr offen halten, dabei wollte er doch eigentlich nichts mehr. Doch das gab es noch etwas, das er loswerden musste… Etwas, das er ihr einfach sagen musste, bevor er vielleicht für immer ging… „Gretchen…“
„MARC!“
„Mein Fehler… Hasenzahn, darf ich dir bitte noch was sagen?“ Was wollte er denn jetzt schon wieder? Er klang wieder so ernst und sie ahnte, dass das nichts Gutes verhieß… „Ich weiß, dass ich viel Scheiße gebaut habe… Ich hab dir dein Leben echt nicht immer leicht gemacht… Und ich weiß, dass das jetzt spät kommt und es viel früher hätte kommen sollen, aber es tut m…“
„HÖR AUF!“ Für einen kurzen Moment sah sie sein Erstaunen in den Augen und er richtete seinen Kopf leicht in seinem Kissen auf, bevor er sich dadurch schon erschöpft wieder in das Kissen zurückfallen ließ und die Augen schloss. Sie wusste, dass er sich entschuldigen wollte und es schien ihm wirklich wichtig zu sein, aber sie konnte das nicht hören. Alles, was untypisch für ihn war, klang nach einem Abschied und den würde sie nicht verkraften. „Hör bitte auf, so was zu sagen! Das kannst du später machen! Wenn du wieder gesund bist! Aber bitte nicht jetzt und nicht so!“
„Und wenn es kein Später gibt?“ Ihm fiel es auch nicht leicht, aber sie musste sich mit der Realität auseinandersetzen. Wie sollte sie das denn schaffen, wenn er den Virus nicht überlebte?
„Es muss ein Später geben! Du kannst nicht sagen, du wärst Gott und dann einfach sterben! Da gibt’s nämlich nen großen Denkfehler!“ Es tat ihm so unendlich Leid, sie so unglücklich zu sehen. Wie sie sich verzweifelt an ihr Stückchen Hoffnung klammerte… Er wollte doch auch nicht sterben! Im Himmel gab es bestimmt keinen schöneren und liebevolleren Engel als Gretchen… Wenn er da überhaupt hinkam.
„Aber Gott verweilt eben auch nicht ewig auf der Erde…“

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Verena1991 Offline

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Beiträge: 4.598

20.02.2010 13:43
#52 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Na, ihr? Marc ist in der Tat gerade etwas pessimistisch eingestellt, aber ist ja auch ne schwere Situation. Aber vielleicht kann ihn da Gretchen ja wieder aufbauen?
Erstmal wünsche ich aber viel Spaß mit dem neuen Teil



„Marc! Hör auf so was zu sagen!“, flehte sie ihn an und spürte schon im nächsten Moment wie bei ihr alle Dämme brachen und sich eine Träne den Weg über meine Wange suchte. Sie hatte das um jeden Preis verhindern wollen, aber es ging nicht länger. Und dadurch wurde ihr wieder klar, wie viel er ihr doch noch bedeutete. Zu viel, als dass sie ihn einfach gehen lassen und vergessen könnte oder mit seinem Tod umgehen könnte.
„Hasenzahn, ich will dich nicht verletzen!“
„Das tust du doch andauernd… Schon mein ganzes Leben lang…“
„Schon, aber da wusste ich immer, dass ich es wieder gutmachen kann…“
„Ja, das konntest du… weil ich dich immer geliebt habe…“ Sie hatte ihn geliebt? Marc ließ sich ihre Wortwahl ganz genau durch den Kopf gehen Sie sprach im Perfekt… Vergangenheit… Er hatte endgültig bei ihr verloren, das wurde doch dadurch nur wieder umso deutlicher. Aber wieso saß sie dann hier und weinte? „Kannst du es bitte versuchen, alles wieder gutzumachen?“
„Wenn ich die Zeit dafür habe…“ Zeit, die er aber wohl nicht hatte. Er hatte keine Zeit, um herauszufinden, was da noch zwischen ihnen war und ob sich das Kämpfen um sie lohnte. Doch seine Zeit vielleicht lief ab. Er musste sich darauf einstellen, dass es bald vorbei sein könnte. Auch wenn er weiterleben wollte. Schon allein für Gretchen.
„Das musst du, ja?“
„Du hast mir schon mal gar nichts zu sagen, der Chef bin noch immer ich!“ Selbst jetzt war er noch eingebildet wie immer und riss seine Sprüche. Doch momentan gab es für Gretchen wirklich nichts Schöneres, was er sagen könnte.
„Ab und zu kann sich der Chef aber auch was von seiner Assistentin sagen lassen!“
„Kommt ja gar nicht in Frage, Hasenzahn! Und von einer Frau lass ich mir erst recht nichts sagen!“ Beide lächelten so gut es ging, aber so richtig wollte ihnen das nicht gelingen. Nicht in Anbetracht dieser Lage. Sie sah den schwachen und todkranken Marc vor sich liegen und Marc wusste, dass sie unheimlich unter dieser Situation litt. Sie wusste genauso gut wie er, dass das hier ihr letztes Treffen sein könnte… Aber daran wollte keiner der beiden denken. So konnte es doch nicht zwischen ihnen zu Ende gehen. Aber vielleicht war es schon zu Ende, als sie Alexis geheiratet hatte… Aber keiner der beiden Ärzte wollte jetzt an Alexis denken. Es gab nur die beiden in diesem Raum und auch wenn sie körperlich getrennt waren, waren sie im Geiste doch vereint und erlitten dieselben Qualen. Den Schmerz, einen geliebten Menschen womöglich nie wieder zu sehen.
„Du weißt doch gerade gar nicht, was du da sagst! Ohne mich bist du doch aufgeschmissen!“, versuchte Gretchen scherzend zu erwidern, aber wieder war ihr Lachen mehr erzwungen. Manche Situationen konnte man eben nur schlecht zu lustigen machen, weil man einfach zu genau wusste, wie ernst sie waren. Und das gerade war eine dieser Situationen. Sie sah, wie schlecht es ihm ging und wie sehr er sich abmühte, um diese Situation erträglich zu machen. Aber das konnte momentan nicht mal er schaffen… Das angedeutete Lächeln schwand von seinem Gesicht und er sah ihr wieder ernst in die Augen. Ein wenig zu ernst für ihren Geschmack… „Marc, mach die Augen zu! Ich seh doch, wie sehr dich das schafft!“
„Ich schaff das schon! Aber ich muss dich was fragen…“ Ohoh, das klingt nicht sehr gut… Wenn er schon wieder mit der Nummer kommt…
„Ja? Dann schieß mal los!“
„Gretchen, bist du glücklich?“

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Verena1991 Offline

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20.02.2010 19:24
#53 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Na, ob sie wohl glücklich ist? Ihr habt euch ja anscheinend schon eine Traumantwort zurechtgelegt, nur ob ich die auch so geschrieben habe? Viel Spaß beim Lesen und Danke für eure lieben Kommis


Was? Ob ich glücklich bin? Wie kann er das jetzt fragen? Und seit wann fragt er so was eigentlich? Sonst ist ihm das doch auch herzlichst egal…
„Warum fragst du das?“
„Weil ich es wissen muss…“
„Wozu musst du es wissen? Und inwiefern sollte ich glücklich sein? Darüber, dass du hier liegst und so einen beschissenen Virus hast? Nein, verdammt, ich bin nicht glücklich!“
„Ich weiß… Ich meinte aber eher deinen Teeaktienfutzi… Macht er dich glücklich?“
„Ich… Was?“ Gretchen wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Was sollte sie da sagen? Machte Alexis sie überhaupt glücklich? Liebte sie ihn so sehr, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen konnte, als mit ihm verheiratet zu sein? „Also… warum fragst du denn jetzt? Dir ist doch sonst auch egal, wie es mir geht!“
„Ist es nicht… Ich weiß, dass ich immer ein Arschloch war, vor allem dir gegenüber. Aber…“ Aber nun wusste er, dass er sie liebte. Etwas in ihm wollte ihr genau das sagen, aber er konnte ihr nicht sagen, dass er sie liebte. Liebte sie ihn überhaupt noch? Würde das also etwas ändern, wenn er es ihr sagte oder wäre es umsonst? Ohne eine Antwort darüber zu haben, konnte er es nicht sagen…
„Was aber? Hat sich daran etwas geändert?“
„Ja, hat es!“
„Und was?“
„Ich weiß jetzt, was richtig und was falsch ist… Und jemanden scheiße zu behandeln, obwohl man ihn gar nicht kennt, ist falsch… Erst recht, wenn dieser Jemand das Gegenteil verdient hat!“
„Was hab ich denn verdient?“
„Dass man dich gut behandelt und du glücklich bist… Und du hast mir noch immer nicht geantwortet!“ Gretchen nahm sich eine Weile Zeit für ihre Antwort. Sie überlegte sich genau, ob sie wirklich glücklich mit Alexis war. Marcs Worte eben verwirrten sie noch mehr. Hätte er das früher gesagt, wäre sie jetzt vielleicht nicht verheiratet. Sie hätte weiter auf ihn gewartet bis er zu einer Beziehung bereit gewesen wäre. Wenn er das jemals wäre…
„Er gibt mir das, was ich immer wollte…“
„Und das macht dich glücklich?“
„Ja! Ich kann ihm vertrauen und er liebt mich!“
„Und du liebst ihn?“
„Marc, hör bitte auf mit diesen Fragen!“
„Das ist die letzte. Und es ist doch eine einfache Frage. Entweder du liebst ihn oder nicht!“
„Nein, das ist so einfach! Ich meine… natürlich liebe ich ihn! Sonst hätte ich ihn nicht geheiratet! Es ist eine vertraute Liebe… mit Herz und Verstand! Dich habe ich immer nur von ganzem Herzen geliebt ohne irgendwelche Kompromisse… Aber das hat mich nicht glücklich gemacht! Und ich will endlich glücklich werden!“
„Und diese Liebe kann dich dauerhaft glücklich machen?“
„Ja, das kann sie! Wenn aus uns jemals etwas geworden wäre, hätte mich das wohl zum glücklichsten Menschen auf dieser Welt gemacht! Wenn du mich küsst, dann ist das immer so… so als würde ich schweben! Alles erscheint so einfach und problemlos! Aber danach ist alles nur noch schwer und kompliziert! Ich falle wieder in mein Loch und du trampelst auf mir rum! Und Alexis holt mich aus diesem Loch! Er wird mich nicht enttäuschen und fallen lassen! Und wir wissen beide, dass du mich früher oder später doch nur wieder verletzt hättest…“ Nachdem Gretchen zu Ende geredet hatte, herrschte eine Zeit lang Schweigen zwischen den beiden. Sie hatte alles gesagt, was sie fühlte und er versuchte es zu begreifen. Vielleicht stimmte das alles, was sie sagte. Er könnte sie nur für kurze Zeit glücklich machen, bevor sie nachher wieder unglücklich wäre. Auch wenn Alexis sie nicht vollkommen glücklich machen konnte, konnte er es besser als Marc. Sollte er sich also ganz aus dieser Ehe heraushalten, damit sie endlich glücklich wurde? Oder sollte er doch lieber kämpfen und ihr beweisen, dass er sie noch viel glücklicher machen konnte?

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Verena1991 Offline

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20.02.2010 22:59
#54 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Gretchen, ich…“ Gerade als er etwas erwidern wollte, wurde er jedoch schon durch das Öffnen der Tür unterbrochen und keine Geringere als Elke Fisher gab sich die Ehre ihren Sohn erneut zu besuchen.
„Marc Olivier, ich… Was macht DIE hier?“ Sichtlich überrascht über den Anblick der jungen Ärztin weiteten sich ihre Augen und sah erwartungsvoll zu ihrem Sohn.
„Mutter, sie hat auch einen Namen!“
„Was noch lange nicht ihren Besuch erklärt!“
„Sie hat mich eben einfach besucht! Wie du auch!“
„Und woher weiß sie, dass du hier bist? Ich dachte, du hättest es keinem gesagt?“
„Ist das nicht scheißegal?“
„Äh… Ich wollte sowieso gerade gehen!“, meinte dann Gretchen und wollte schon aufstehen, wurde dann aber wieder am Ärmel zurückgehalten.
„Bleib bitte doch kurz! Mutter, könntest du nochmal ganz kurz rausgehen?“
„Aber Olivier, ich…“
„Danke! Und Tschüß!“ Die verdutzte Elke schluckte ihren Stolz und ihre Eitelkeit kurz herunter und ging dann doch wieder vor die Tür. So blieben Marc und Gretchen wieder allein in dem Raum zurück.
„Was gibt’s denn noch?“
„Ich wollte dich nur bitten, dass du nicht wiederkommst!“ Marcs Worte waren für Gretchen wie ein Schlag ins Gesicht. Er wollte, dass sie ihn alleine ließ und möglicherweise nie wieder sah? Das konnte er doch nicht wirklich wollen!
„Was? Aber… ich kann doch nicht einfach so tun, als wäre nichts und als wüsste ich nicht, dass du hier bist!“
„Doch, das kannst du! Du hast gesagt, ich mache dich unglücklich! Und das will ich nicht! Es soll dir gut gehen und das tut es bestimmt nicht, wenn du siehst, wie ich hier schwach im sterben liege, Blut spucke und sonst irgendwelche Symptome zeige!“
„Aber Marc, das ist mir egal! Also nicht egal, aber ich halte das aus! Wenn es dir schlecht geht, dann bleib ich bei dir!“
„Das will ich aber nicht! Behalt mich einfach als ein Riesenarschloch in Erinnerung!“
„Sag bitte nicht dauernd so was! Du wirst nicht sterben!“
„Dann kannst du doch einfach normal weiterarbeiten und nicht mehr vorbeischauen!“
„Marc, ich will hier aber bei dir bleiben!“
„Gretchen…“
„Fang nicht schon wieder damit an!“
„Womit? Achso! Hasenzahn, es ist besser für uns beide, wenn du nicht mehr kommst! Glaub mir!“
„Ich kann schon selbst entscheiden, was besser für mich ist! Also ich komm morgen wieder vorbei!“
„Das tust du nicht! Sonst muss ich die Schwestern anweisen, dass sie ja keine Blondinen zu mir reinlassen sollen, es sei denn, sie sehen wie Stripperinnen aus!“
„Marc!“
„Ja, was denn? Gegen Ablenkung hab ich ja nichts. Ich will nur nicht, dass du mich hier so sehen musst!“
„Naja, ich geh dann besser mal… Aber ob ich wiederkomme, werden wir noch sehen! Tschüß Marc!“
„Tschau, Hasenzahn!“ Gretchen stand auf und ging mit langsamen Schritten zur Tür. Ein letztes Mal sah sie zu Marc, bevor sie die Klinke in die Hand nahm und die Tür öffnete. Das würde nicht das letzte Mal sein, dass sie sich gesehen hatten, das schwor sie sich.
„Na, endlich!“, meinte Elke nur, als Gretchen auf den Gang kam, trat nun an deren Stelle zu ihrem Sohn in den Raum und schloss wieder die Tür hinter sich. „Was hat das denn noch so lange gedauert?“
„Ach, wir haben nur die Songliste für die Beerdigung besprochen. Was hältst du von ‚Highway to Hell’?“

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Verena1991 Offline

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21.02.2010 03:43
#55 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mit bedrücktem Herzen kam Gretchen vor der Villa von Buren an und betrat ihr Zuhause. Sie hoffte nur, dass sie hier niemanden antreffen würde, denn sie wollte einfach nur alleine sein. Als gesellschaftliches Wesen war sie momentan nicht zu gebrauchen, sie brauchte einfach Zeit für sich zum Nachdenken über das, was Marc gesagt hatte. Was bedeutete das in Hinsicht auf seine Gefühle? Und auf ihre Gefühle?
Achtlos ließ sie ihre Tasche auf den Boden fallen und ging dann erstmal auf der Suche nach Nervennahrung in die Küche. Die Schokolade war schnell gefunden, aber nach den ersten Bissen musste die junge Ärztin doch feststellen, dass auch ihre Lieblingssüßigkeit ihr nicht den entscheidenden Denkanstoß für ihre Gehirnzellen geben konnte. Sie blieb ratlos und kam bei ihren Überlegungen nicht weiter. Wenn Marc sie lieben würde, könnte er es doch sagen. Oder was hinderte ihn daran?
Und was war mit ihren Gefühlen? War ihre Liebe zu Alexis wirklich stark genug, um Marc ein für alle Mal zu vergessen? Oder war ihre Liebe zu Marc groß genug, um auf ihn warten zu können, auch wenn sie dabei alleine wäre?
„Sternchen, ich hab dich ja gar nicht reinkommen hören!“ Alexis Stimme riss sie aus ihrer Gedankenwelt und sie sah ihn erschrocken an. Sie sah ihm intensiv in seine Augen und hoffte darin lesen zu können, was die richtige Entscheidung war. Der fürsorgliche Ehemann oder der aufregende Machoarsch? Aber sie wurde einfach nicht schlauer.
„Tja, dann… Überraschung!“
„Und dann gleich so eine angenehme!“ Er kam auf seine Ehefrau zu und schlang seine Arme um ihre Taille, um sie nah an seinen Körper zu ziehen. Gretchen ging nicht darauf ein, aber sie wehrte sich auch nicht. Sie wusste nicht, ob sie das wollte. Ob sie Alexis wollte. Er küsste sie auf die Wange und flüsterte ihr zärtlich ein „Ich liebe dich!“ ins Ohr. Er fuhr mit der Hand unter ihr T-Shirt und machte ihr immer deutlich, wohin das führen sollte. Aber konnte sie das in der jetzigen Situation wirklich tun? „Komm, wir gehen ins Schlafzimmer!“ Seine Hand fand wieder den Weg in die Freiheit und nahm nun ihre in die Hand. Er wollte sie mit sich ziehen, doch Gretchen bewegte sich nicht vom Fleck.
„Nein!“
„Wie nein?“
„Ich will nicht mit dir schlafen!“
„Aber warum nicht?“
„Weil… Du hast keine Ahnung, was heute im Krankenhaus los war! Glaub mir, da hättest du auch keine Lust!“
„Hör mal, Sternchen… Ich hatte auch einen harten Tag. Wie wäre es also, wenn wir uns zusammen erholen?“
„Alexis, ich will wirklich nicht! Ich wär überhaupt nicht bei der Sache!“
„Aber Sternchen…“
„UND NENN MICH NICHT IMMER STERNCHEN!“ Sie hielt das nicht mehr aus und stürmte an ihrem Mann vorbei Richtung Treppe. Alexis konnte das nicht verstehen und das konnte sie ihm nicht verübeln. Aber sie musste sich erst über einige Dinge klar werden, bevor sie weitermachen konnte.
Alexis sah ihr noch einige Zeit hinterher. Seit der Hochzeit lief ihre Beziehung nicht mehr so wie sie sollte. Und ihn beschlich der Verdacht, dass das etwas mit einem gewissen Marc Meier zu tun haben könnte. Sie musste ihn vergessen. Alexis konnte nicht zulassen, dass sie ihn verlassen würde.

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Verena1991 Offline

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21.02.2010 13:28
#56 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach Feierabend lag Mehdi wach in seinem Bett im Schwesternwohnheim, ein Bild seiner Tochter Lilly in der Hand. In den letzten Tagen war er mal wieder schmerzlichst daran erinnert worden, wie hart das Leben war und wie schnell es vorbei sein konnte. Und er wollte nun jeden Tag nutzen und ihn genießen. Aber das konnte er erst, wenn er Lilly wieder bei sich hätte. Er würde womöglich seinen besten Freund verlieren, nachdem nun schon seine Tochter weg war. Doch Lilly musste nicht für immer verloren sein. Kurzentschlossen stand der Gynäkologe auf und holte sich sein Handy. Er würde einen Privatdetektiv einschalten, der Lilly finden sollte. Bevor er jedoch zur Tat schreiten konnte, wurde er durch das Öffnen der Tür unterbrochen und Gabi trat ins Zimmer.
„Doktor Kaan, ich bin dann mal im Krankenhaus. Soll ich Sie anpiepen, wenn was ist?“
„Hab heut keine Bereitschaft.“
„Also nicht. Gut, dann bin ich weg!“
„Gabi, warten Sie mal!“, stoppte er sie dann beim Anblick ihrer Handtasche. „Ist die von Dolce?“
„Äh… Ja!“ Nervös und ertappt sah Gabi vorsichtig zu ihrem Chef. Sie konnte ja nicht damit rechnen, dass ausgerechnet dieser darauf achten würde. „Ich wusste ja gar nicht, dass Sie sich so damit auskennen!“
„Naja, ich war lange verheiratet. Außerdem lernt man in meinem Beruf viel über Frauen. Haben Sie denn so viel Geld für eine teure Handtasche übrig?“
„Ich… äh… hab geerbt!“, log sie schnell und hoffte so, unangenehmen Fragen ausweichen zu können.
„Geerbt? Wer ist denn gestorben?“
„Mein Onkel!“
„Oh, mein Beileid!“
„So nahe standen wir uns nicht. Er war sowieso nur angeheiratet!“
„Aber er hat Ihnen ja trotzdem einiges vererbt?“
„Jaaa! Er hatte ja auch einiges zu vererben! Mein Anteil war da eigentlich total klein!“ Mit einem gekünstelten Lachen versuchte sie die Situation aufzuheitern und ihre Nervosität zu überspielen, was ihr aber nur mäßig gelingen wollte. Das blieb auch Mehdi nicht verborgen, der aber fürs erste nicht weiter darauf eingehen wollte. Schließlich hatte er noch eigene Probleme zu klären.
„Dann noch viel Spaß beim Geld ausgeben! Für Handtaschen oder vielleicht auch ein paar Schuhe zwischendurch!“
„Werde ich haben! Also ich bin dann weg! Bis morgen oder so!“
„Tschüß!“ Gabi drehte sich um und war erleichtert, dass sie endlich das Zimmer verlassen konnte. Im Lügen war sie nicht so gut wie im Erpressen. Aber Hauptsache, sie war damit durchgekommen.
Nachdem die Krankenschwester endlich weg war, konnte sich Mehdi wieder seinem Vorhaben widmen. Nichts könnte ihn jetzt noch davon abhalten seine Tochter zu finden.

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Verena1991 Offline

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21.02.2010 14:07
#57 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Früh am nächsten Morgen war Gretchen wieder in der Charitè. Aber Marc konnte nicht wirklich erwarten, dass sie ihn einfach so alleine ließ. Sie klopfte an die Tür seines Krankenzimmers, wartete aber auch keine Antwort von innen, sondern trat gleich ein. Wieder einmal tat es ihr im Herzen weh, ihn so zu sehen. Besser schien es ihm nicht zu gehen, denn er sah noch immer hundeelend aus. Aber er war wach und sah sie schwach aus seinen Augenwinkeln an.
„Hasenzahn, erinnerst du dich daran, was ich gestern gesagt habe?“
„Ja, das tue ich! Und erinnerst du dich an mein ganzes Leben? Wann habe ich dich jemals alleine gelassen, wenn es dir schlecht ging?“
„Okay, der Punkt geht an dich. Aber ich freu mich, dich zu sehen.“ Er freut sich, mich zu sehen? Juhu! Wieso kann er so was nicht öfter sagen? Aber zurück zum Wesentlichen…
„Ich freu mich auch! Und ich hab dir sogar was mitgebracht!“, sagte sie und setzte sich wieder auf den Stuhl neben ihm.
„Ach ja? Viel Zeit wirst du aber nicht haben, meine Eltern schauen bestimmt bald wieder vorbei.“
„Deine Eltern? Sag bloß, dein Vater ist auch hier?“
„Ja. Was hast du mir denn jetzt mitgebracht?“ Gretchen war etwas enttäuscht, dass er ihr nicht mehr über seinen Vater erzählen wollte, schließlich interessierte sie das sehr. Wie alles, was Marc betraf. Aber es ging hier darum, was er wollte und er wollte scheinbar jetzt keine Familiengeschichten erzählen.
„Was zum Lesen!“
„Aha?“
„Tja, da staunst du, was? Ich habe im Angebot: Grimms Märchen und diverse Pixi Bücher!“, verkündete sie stolz und mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Nur Marc schien sich noch nicht so ganz über die Überraschung für ihn zu freuen.
„Was? Seh ich so aus, als würde ich so was lesen?“
„Jetzt zeig dich mal ein wenig erkenntlich! Ich hab die eben aus dem Schwesternzimmer hier mitgehen lassen! Die hatten leider nur Kinderbücher im Angebot, aber ich hab trotzdem mal zugegriffen!“
„Du bist mir ja mal ne Marke. Kommt da deine böse Seite zum Vorschein?“ Auch Marc konnte seine ernste Miene nicht beibehalten und seine Mundwinkel zogen sich nach oben. Seit Gretchen da war, ging es ihm schon entschieden besser. Es hatte eben doch seine guten Seiten, dass sie so ein Sturkopf war.
„Da kannste mal sehen! Also, was darf’s denn sein? Märchen oder Pixi?“
„Kannst du entscheiden. Pixi ist aber blöd ohne die Bilder dazu.“
„Dann lieber Märchen?“
„Hab ich nicht gesagt!“
„Okay, dann mach mal bisschen Platz!“, forderte sie daraufhin, holte eines der kleinen Büchlein aus ihrer Tasche und stand auf. Mit ihrem Blick forderte sie ihn weiter auf, ihr ein wenig Platz von seinem Bett zur Verfügung zu stellen, was Marc jedoch nicht beeindruckte.
„Vergiss es, Hasenzahn! Glaubst du wirklich, ich bring dich so in Gefahr?“
„Ich kann schon auf mich aufpassen!“
„Nein!“
„Dann eben nicht!“, lenkte sie ein und setzte sich wieder brav auf ihren Stuhl zurück. Dabei positionierte sie sich jedoch so, dass er auch noch ins Buch sehen konnte. Doch auf die achtete er nicht wirklich. Vielmehr konzentrierte er sich auf seine Vorleserin.

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Verena1991 Offline

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21.02.2010 18:55
#58 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Erstmal Danke für eure lieben Kommis Dafür kriegt ihr jetzt für heute noch einen Teil
An meine Schreiberkollegen, deren Storys ich lese: Tut mir Leid, wenn heute kein Kommi mehr von mir kommt. Hab gerade Ferienend-Depressionen Ich hol das morgen nach, wenn ich nicht von akuten Schulanfangsdepressionen heimgesucht werde
Aber erstmal etwas Zucker für euch alle



Ihre sanfte Stimme klang leise im Hintergrund, aber hauptsächlich nahm er sie gerade mit einem anderen Sinnesorgan wahr, seinen Augen. Die blonden Locken fielen über ihre Schultern und umrahmten ihr Gesicht. Er wusste, dass sie sich Sorgen machte, aber solange sie nicht darüber sprachen, wirkte sie für diesen Moment fröhlich und unbeschwert. Ihre Augen funkelten wie zwei blaue Diamanten, nur dass sie so viel wertvoller waren. Sie waren einfach unbezahlbar. Das wollte er nicht verlieren. Schon allein ihretwegen musste er gesund werden. Er liebte sie einfach zu sehr. Sonst würde er sich kaum von ihr aus einem Kinderbuch vorlesen lassen. Sie blickte für einen Moment von dem Buch auf und warf Marc ein Lächeln zu, welches dieser wie in Trance erwiderte. Er hatte keinen Einfluss darauf, es passierte einfach von alleine. Er fühlte sich befreit und glücklich.
„Ist irgendwas?“ Gretchen war aufgefallen, dass Marc nicht ganz bei der Sache war. Und dieses leicht debile Grinsen war auch nicht normal für ihn. „Sag bloß, dir gefällt die Geschichte nicht!“
„Weiß nicht, hab nicht so richtig zugehört.“
„Warum?“
„Bin in Gedanken woanders.“
„Wo denn?“
„Bei dir!“, sagte er unverblümt und trieb damit ein gesundes Rot auf Gretchens Wangen. Noch nie hatte er ihr so etwas gesagt. Sie hätte auch nie gedacht, dass er an so etwas dachte. Aber es fühlte sich toll an und sie spürte ein angenehmes Kribbeln in ihrer Magengegend. Genau wie Marc. Er hatte nicht groß darüber nachgedacht, was er sagen sollte, aber die Wahrheit erschien ihm einfach richtig zu sein. Sie war die Frau, die er liebte und er dachte ständig an sie. Warum sollte er ihr nicht sagen, dass sie ihm wichtig war?
„Bei mir? Ich… äh… Warum denn?“
„Weil du wunderschön aussiehst.“
„Wie? Echt jetzt?“ So unangenehm ihr das irgendwie auch war, so sehr freute sie sich auch darüber und ein breites Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, das sie aber bald zu verstecken versuchte. „Ich meine… du bist doch verrückt!“
„Nach dir, ja!“
„Marc, fang bitte nicht wieder so an! Wenn du mir wieder sagen willst, wie ernst es ist und was du noch gutzumachen hast, dann lass es bitte!“
„Das hat nichts damit zu tun. Ich dachte nur, dass ich dir das sagen sollte.“
„Marc, ich… Soll ich weiterlesen?“ Gretchen versuchte das Thema zu wechseln und hoffte sehr, dass Marc dem Themenwechseln folgen würde. Aber den Gefallen würde er ihr nicht tun.
„Weißt du, wie gerne ich dich jetzt küssen würde?“
„Äh… was? Du weißt ja gar nicht, was du sagst! Wie viel Schmerzmittel kriegst du hier denn?“
„Keine Ahnung, ist aber auch egal. Das hängt nicht damit zusammen. Es sei denn, ich stehe ständig unter hochdosierten Schmerzmitteln. Ich will dich nämlich immer küssen!“

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Verena1991 Offline

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22.02.2010 12:29
#59 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hach, ich liebe es, wenn die Hälfte meines Schultages ausfällt Nur ob ich deswegen auch so gut gelaunt bin, dass es mit noch mehr Zucker weitergeht? Seht selbst


Gretchen sah Marc mit großen Augen an. Das hatte er nicht wirklich gesagt? Denn sollte das wirklich wahr sein, konnte man es in der Tat nicht immer auf die Schmerzmittel schieben. Dann schon eher auf sein Testosteron. Oder doch seine Gefühle?
„Marc, wieso tust du das?“
„Was tu ich denn?“
„Du bringst mich total durcheinander! Da denke ich einmal, dass ich glücklich bin und dann sagst du so was und plötzlich ist alles anders!“
„Dann kannst du ja nicht so glücklich gewesen sein…“
„Nein… Also doch! Ach, ich weiß nicht… Das ist mir nur gerade alles zu viel!“ Das Buch hatte sie mittlerweile weggelegt und stützte nun ihre Ellbogen auf dem Bett ab und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen, als ob sie sich damit von den Problemen abschirmen konnte. Doch sie musste feststellen, dass dem nicht so war. Vor seinen Gefühlen konnte man nicht davonlaufen.
„Gretchen, sieh mich mal an!“
„Warum? Damit du mich noch mehr durcheinander bringst?“
„Das war nie meine Absicht. Aber wir sollten wirklich weiter darüber reden.“ Seit wann wollten Männer, allen voran Marc, über ihre Gefühle reden? Natürlich hatte sie sich das oft von ihm gewünscht, aber musste er das ausgerechnet jetzt tun?
„Ich weiß aber nicht, was ich dazu noch sagen soll…“ Sie blickte wieder auf und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, bevor sie weitersprach. „Ich will Alexis nicht verletzen! Und dich will ich auch nicht verlieren! Marc, ich weiß im Moment einfach gar nichts… Ich weiß nicht, was du mir noch bedeutest… Und Alexis… Er bedeutet mir viel und er liebt mich. Wenigstens das weiß ich. Ich kann diese Ehe nicht wegwerfen, bevor ich mir nicht ganz sicher bin, was das zwischen uns ist und ob ich dir wirklich vertrauen kann!“
„Und wenn du es kannst?“
„Das werden wir dann sehen… Aber ich weiß wie gesagt noch nicht, was genau ich noch für dich empfinde…“ Bevor sie das herausfinden konnte, musste Marc jedoch erst einmal wieder gesund werden. Dessen war sich auch der Chirurg bewusst. Und das weckte erneut seinen Kämpferinstinkt. Er würde nicht nur diesen Virus besiegen, sondern auch Alexis von Buren. Gretchen konnte den doch nicht wirklich lieben. Davon würde Marc sie schon überzeugen. Gretchen gehörte zu ihm und sonst zu keinem!
„Dann heißt es wohl abwarten?“
„Ja, scheint so…“ Aber will er das auch wirklich? Kann es tatsächlich sein, dass er mich liebt und eine Beziehung will? War es auch das, was er mir im Fahrstuhl sagen wollte? Die 3 Worte? Aber das passt doch eigentlich gar nicht zu ihm… Andererseits macht er gerade so einen ehrlichen Eindruck auf mich… Und er scheint eine Chance zu wollen, sonst würden wir hier nicht so darüber reden…
„Halt mich auf dem Laufenden, ja?“
„Aber klar doch!“ Gretchen lächelte ihn leicht an und er tat es ihr gleich. Keiner wusste so recht, was er jetzt noch sagen sollte. Gab es überhaupt noch etwas zu sagen, bevor die Situation noch nicht ganz geklärt war? „Ja, dann… werde ich auch mal wieder gehen! Muss ja noch arbeiten!“
„Okay.“ Gretchen wartete kurz ab, ob Marc noch mehr sagen würde, aber stattdessen hatte er nun wieder die Augen geschlossen und schien sich wieder zum Schlafen bereit zu machen. Sie erhob sich von ihrem Stuhl und begab sich zur Tür. Sie hielt die Klinke schon in der Hand, als sie doch noch einmal Marcs Stimme vernahm:
„Kommst du wieder?“ Sie drehte sich um und sah, dass Marc die Augen wieder geöffnet hatte und sein Blick auf ihr lag.
„Natürlich!“ Wieder schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht und auch sie kam nicht umhin, ebenfalls zu lächeln. Sie verließ den Raum mit dem Wissen, dass sie nicht zum letzten Mal durch diese Tür gegangen war.

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Verena1991 Offline

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22.02.2010 21:33
#60 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach einem langen Tag kam dann auch endlich Gretchen nach Hause kam und pfefferte ihre Tasche nur schnell in die nächste Ecke. Nach der Arbeit war sie schon ziemlich fertig gewesen, hatte es sich aber dennoch nicht nehmen lassen, kurz nach Marc zu sehen. Es ging ihm nach wie vor schlecht, was sie wirklich sehr bedrückte. Sie hatten nicht viele Worte gewechselt, Gretchen wollte auch nur sichergehen, dass Marc den Kampf noch nicht verloren hatte…
Und nun war sie mit ihrem Körper zwar wieder zu Hause, mit ihren Gedanken jedoch noch immer im Krankenhaus bei Marc. Wie sollte sie da Alexis gegenübertreten? So leise wie möglich versuchte sie sich nach oben zu schleichen und hoffte, dass sie einer Begegnung so entkommen konnte.
„Stern… äh… Gretchen?“ Sie wollte gerade auf die erste Stufe der Treppe steigen, als sie Alexis hörte, der aus dem Wohnzimmer in den Flur gekommen war.
„Ja?“
„Was schleichst du denn so? Versteckst du dich etwa von mir?“ Argwöhnisch sah er sie an und es fiel ihr schwer, seinem Blick standzuhalten. Sie wich wirklich ihrem Ehemann aus…
„Ich… Nein! Ich bin nur müde und wollte schnell ins Bett! Sei mir bitte nicht böse, ich weiß momentan echt nicht, wo mit der Kopf steht! Es tut mir übrigens auch Leid, dass ich dich da gestern so angeschrien habe!“, entschuldigte sie sich für ihren Ausraster am Tag zuvor. Er sollte nicht dafür büßen müssen, wenn sie im Gefühlschaos war.
„Schon vergessen! Soll ich gleich mit ins Bett kommen?“
„Alexis, sei mir bitte nicht böse… aber ich will einfach nur noch schlafen!“
„Ich bin dir doch nicht böse! Du hast eben einen anstrengenden Beruf, da ist es doch verständlich, wenn du nach der Arbeit fertig bist!“
„Danke! Ich mach’s wieder gut!“ Zumindest, wenn sie erkannte, dass er der Richtige für sie war, fügte sie noch in Gedanken dazu…
„Das will ich doch hoffen!“ Er kam auf sie zu und lächelte sie dabei freundlich an. Sie ahnte nicht, wie schwer ihm diese glückliche Fassade fiel. Denn ihm war einmal mehr klar geworden, dass Gretchens Gefühle ihm gegenüber immer mehr abschwächten. Aber das wollte er nicht zulassen. „Darf ich meiner Frau wenigstens noch einen Gutenachtkuss geben?“
„Natürlich!“ Aber so klar war das für Gretchen gar nicht. Sie hatte Angst vor dem Kuss. Nicht wegen Alexis, sondern wegen ihren Gefühlen. Was, wenn sie erkannte, dass sie ihn nicht mehr liebte? Wie sollte es dann weitergehen? Als Kind war sie immer fest entschlossen, dass wenn sie einmal heiraten würde, dann eine Scheidung niemals in Frage käme. Doch früher hatte sie sich auch immer Marc als Ehemann vorgestellt… Man konnte eben nicht alle Kindheitswünsche wirklich erfüllen.
Alexis kam ihrem Gesicht immer näher und setzte seine Lippen schließlich auf die ihre. Es war ein schöner Kuss, aber steckte wirklich Liebe dahinter? Sie löste den Kuss recht schnell wieder und sah ihm in die Augen und sie erkannte wieder einmal, dass er sie liebte. Wenn sie nur sicher sein könnte, dass sie dasselbe empfand… Ohne ein weiteres Wort ging sie die Treppen weiter nach oben und legte sich ins Bett. Doch einschlafen konnte sie noch lange nicht…

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Verena1991 Offline

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23.02.2010 12:23
#61 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen stand der nächste Besuch für Marc an. Es war jedoch nicht seine Lieblingsassistenz, die vor seiner Tür stand, sonder seine Lieblings-, da einzige, Mutter. Doch sehr zu deren Leidwesen war sie nicht die einzige, die in Sorge um ihren Sohn war.
„Elke, du auch hier?“, sprach Oliver seine Exfrau an, bevor sie die Tür zu Marcs Zimmer betreten konnte.
„Natürlich! Wobei es mir lieber wäre, wenn ich die Einzige wäre, die Marc besucht!“
„Nur zu blöd, dass er auch einen Vater hat, oder?“
„Du hast es erfasst! Warum bist du überhaupt schon hier? Wir hatten uns doch abgesprochen, dass ich ihn heute zuerst besuchen werde!“, fragte Elke den Mann, dem sie bis heute noch nicht verziehen hatte. Und deshalb hatten sie eigentlich getrennte Besuchszeiten vereinbart. So wäre Marc nie unbeobachtet, beide könnten sich Auszeiten nehmen und müssten einander nicht begegnen.
„Das hast du gesagt! Ich war von Anfang an gegen diese Besuchszeiten! Wenn ich mir Sorgen um meinen Sohn mache, dann komme ich her! Außerdem will ich Zeit mit ihm verbringen. So viel Kontakt hatten wir in letzter Zeit leider nicht…“
„Das hattet ihr nicht mehr seit du mich betrogen hast!“
„Ich hab dich nicht betrogen! Glaub mir das bitte! Es ist einfach schwer, so über den Atlantik hinweg eine gute Beziehung zu haben. Aber ich hab mich immer so gut gekümmert wie es mir nur möglich war!“
„Wenn du das hättest, wärst du nicht gegangen!“ Elke versuchte stark zu klingen, aber ihre Stimme zitterte doch leicht, als sie versuchte, die Trauer runterzuschlucken. Sie wollte es nicht zugeben, aber sie war noch immer sehr verletzt. Dabei liebte sie ihn nicht mehr. Das sagte sie sich zumindest seit über 20 Jahren immer wieder.
„Ich weiß… Aber ich hab es damals für das Richtige gehalten! Heutzutage hätte ich es vielleicht anders gemacht…“
„Du hättest jederzeit wiederkommen können!“ Fast schon flehend klang Elkes Stimme und auch ihr Blick sprach Bände. Eine Zeit lang hatte sie oftmals am Fenster gestanden und gehofft, dass er wieder auftauchen würde, um ihr zu sagen, dass er sie nicht verlassen würde. Sie hätte sich ändern und weniger an ihre Arbeit denken können. Aber er kam nicht zurück und sie baute weiter eine Mauer um sich…
„Hätte ich… Bin ich aber nicht! Dieses ‚Was wäre, wenn’ bringt doch nichts mehr. Es ist eben so wie es ist.“
„Wie dem auch sei… Wollen wir jetzt zusammen rein?“
„Gerne!“ Ein Lächeln huschte über seine Lippen und auch Elke ließ sich zu einem solchen hinreißen. Sie hatte es nicht beabsichtigt und war nun selbst erstaunt, wie es dazu kommen konnte. Und deswegen bemühte sie sich schnell wieder um ihre ernste Miene. „Ach, und Elke?“, hielt sie Oliver dann noch zurück, bevor sie die Türklinke heruntergedrückt hatte.
„Ja, was denn noch?“
„Marc hat erzählt, dass du ihn noch immer Olivier nennst. Warum?“ Er hoffte, dass es etwas mit ihm zu tun hatte. Irgendetwas in ihm sehnte sich noch immer nach ihrer Liebe. Und er hatte Recht. Elke bewahrte sich so die letzte Erinnerung an Oliver und ihre schöne gemeinsame Zeit als Familie. Doch sagen konnte sie ihm das nicht…
„Ich hatte schon immer eine Vorliebe für das Französische, das weißt du doch! Deswegen nenne ich ihn so!“ Und noch bevor Oliver etwas erwidern konnte, hatte Elke schon die Tür geöffnet und trat an die Seite ihres Sohnes.

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Verena1991 Offline

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24.02.2010 14:14
#62 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Vielen Dank für eure lieben Kommis Image and video hosting by TinyPic Ich weiß gar nicht, womit ich das alles verdient habe
Hier für euch der nächste Teil. Inhaltlich vielleicht nicht so schön, aber ich komm darauf nochmal zurück



Marc Meier bemerkte jedoch nichts vom Besuch seiner Eltern, denn er schlief tief und fest und war voll und ganz in seiner Traumwelt gefangen. Hauptperson in seinem Traum war eine gewisse blonde Ärztin…

Es war der Tag ihrer Hochzeit. Doch es war nicht seine Hochzeit und das schmerzte ihn sehr. Wieso konnte nicht er derjenige sein, der da am Altar stand? Wieso musste Gigi sein Glück zerstören, bevor es angefangen hatte? Und Gretchens noch dazu… Doch Gina Amsel stand einfach da vorne und tat so, als wäre nichts gewesen. Das machte ihn einfach nur wütend. Der Pfarrer wandte sich an Gretchen und fragte sie ob sie Alexis heiraten möchte. Marc wusste, dass das der alles entscheidende Moment war. Er würde sie gewinnen oder für immer verlieren. Er musste diese Hochzeit verhindern! Die Entscheidung war doch so klar! Mutig und selbstbewusst schritt auf den Altar zu und zog dabei die Blicke der gesamten Hochzeitsgesellschaft auf sich, inklusive Gretchen. Hoffnungsvoll sah sie ihn an und er wusste, was sie hören wollte. Er konnte erkennen, dass sie hier mit ihm zusammen aus der Kirche rennen würde, wenn er ihr nur die richtigen Worte sagte. Die 3 Worte, die er schon im Aufzug hätte sagen sollen.
„Gretchen, ich…“, begann er seinen Satz, verlor dann aber an seinem Mut und stand wie ein schüchterner und ängstlicher Junge vor ihr, der eine Strafpredigt erwartete.
„Marc, was ist los? Wenn es nicht wichtig ist, möchte ich jetzt gerne heiraten!“ Enttäuschung darüber, dass er nicht weitersprach, schwang in ihrer Stimme mit und war auch in ihrem Blick erkennbar. Er musste ihr sagen, wie sehr er sie liebte, wenn er sie nicht verlieren wollte. Er öffnete seinen Mund, um es ihr zu sagen, aber es kam kein Laut daraus. Er konnte sich noch so sehr anstrengen, aber er konnte es ihr nicht sagen. Dabei wollte er nichts mehr. Wusste er doch, dass er sie andernfalls verlieren würde. Doch es ging einfach nicht…
„Nichts, Marc? Bist du gekommen, um mir das zu sagen?“ Er wollte es verneinen, ihr sagen, dass sie alles für ihn war, aber noch immer konnte er es nicht. Als hätte man ihn mit einem Fluch belegt. Hilfesuchend sah er sich in der Kirche um und sein Blick blieb an Gigi hingen, die ihn böse ansah. Und er wusste, dass sie die böse Hexe war, die ihn hinderte. Sie machte alles kaputt! Doch das sah Gretchen einfach nicht… Er wandte sich wieder an Gretchen, doch die schüttelte nur enttäuscht und verständnislos den Kopf und widmete sich wieder dem Pfarrer.
„Und ich frage Sie noch einmal. Wollen Sie den hier anwesenden Alexis von Buren heiraten?“ Wieder öffnete Marc seinen Mund, doch es war noch immer zwecklos. Er konnte nichts dagegen tun, dass sie ein „Ja, ich will!“ von sich gab und Alexis den Hochzeitskuss gab. Marc hingegen wurde von einer unsichtbaren Kraft aus der Kirche herausgezogen. Er wollte schreien, auf Gretchen zurennen, doch sein Blick auf sie wurde immer verschwommener und als er außerhalb der Kirche war, schloss sich dir Tür. Gretchen war verloren…

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Verena1991 Offline

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24.02.2010 18:27
#63 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Schweißgebadet schreckte Marc aus seinem Traum auf und lag mit weit geöffneten Augen in seinem Bett. Der Schock saß ihm noch immer tief in den Knochen und er schnaufte tief ein und aus.
„Marc? Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte seine besorgte Mutter sofort, doch Marc konnte ihr nicht antworten. Zu sehr war er in Gedanken noch bei seinem Traum. Wieder hatte er mitansehen müssen, wie Gretchen Alexis geheiratet hatte. Und er war machtlos dagegen. Gigi hatte einen Bann über ihn gelegt, der ihn für immer von Gretchen trennen würde. Aber es konnte doch nicht sein, dass diese Schlange einen solchen Einfluss hatte! Sie konnte damit doch nicht wirklich durchkommen! Den Kampf konnte sie nicht gewinnen! Oder etwa doch?
„Marc, was ist denn los?“
„Sie… ich konnte nichts tun… verflucht… sie… ihn… geheiratet!“, stammelte Marc, der so langsam wieder zur Besinnung kam, jedoch noch immer mit leichten Orientierungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Bilder wollten ihm einfach nicht aus seinem Kopf verschwinden, sondern wiederholten sich immer und immer wieder.
„Also ich versteh kein Wort! Wer hat wen geheiratet? Naja, auch egal! Kein Wunder, dass er so fertig mit den Nerven ist!“, meinte Elke nur und warf ihrem Ex-Mann dabei einen giftigen Blick zu. Wenn ihrer Meinung nach jemand Schuld hatte, dann immer er.
„Ja, wir haben’s verstanden!“, erwiderte Oliver, der die Seitenhiebe seitens Elke mittlerweile gewohnt war. Doch dass Marc von irgendwelchen Hochzeiten träumte, war nicht normal. Hatte das irgendeinen Hintergrund? Gab es eine Frau im Leben seines Sohnes? Hatte damit auch der Brief zu tun? „Marc, wer hat geheiratet?“
„Nicht so wichtig…“ Der junge Chirurg hatte sich wieder einigermaßen gefangen und seine Gedanken wurden klarer. Und eines wurde ihm bewusst: Die Sache mit Gigi würde immer zwischen ihm und Gretchen stehen. Aber er wollte Gretchen! Und deswegen musste diese Angelegenheit klargestellt werden. Und das würde er schaffen, auch wenn er dem Singvogel erst alle Federn ausrupfen musste!

Gretchen war schon währenddessen auch wieder auf dem Weg zur Charitè. Klammheimlich hatte sie sich aus dem Haus geschlichen, damit niemand etwas davon mitbekam. Es war ihr auch nicht besonders wichtig, wenn ihre Ehe darunter litt. Manchmal befürchtete sie, dass ihre Entscheidung schon längst gefallen war… Sie fühlte sich meist unwohl in Alexis’ Gegenwart und wünschte sich an Marcs Seite. Deshalb saß sie ja nun wieder auf ihrem Fahrrad, um zu ihm zu kommen. Ein wohliges Gefühl überkam sie, als sie an die bevorstehende Begegnung dachte. Und auch wenn ihr sein schwacher Anblick wieder das Herz brechen würde, wusste sie, dass sie für ihn da war und alles für ihn tat. Ob er sie nun liebte oder nicht, sie erkannte, dass er ihre Anwesenheit genoss. Und sie war gerne in seiner Nähe…

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Verena1991 Offline

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25.02.2010 13:59
#64 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach einigen Minuten kam sie dann endlich an und marschierte zielstrebig zu seinem Zimmer. Den Weg konnte sie mittlerweile im Schlaf abklappern und so dauerte es nicht lange, bis sie vor seiner Tür stand. Sie klopfte kurz an, wartete aber keine Reaktion von innen ab, sondern drückte die Türklinke sogleich nach unten und betrat vorfreudig das Zimmer. Dabei war sie jedoch so auf Marc konzentriert, dass sie seinen anderen besucht zuerst nicht wahrnahm.
„Hallo, Marc! Na, hast du heimlich schon weitergelesen? Verrat mir aber bitte nicht, ob der Tiger doch noch alle Streifen zusammenbekommt!“ Sie schloss die Tür wieder und erst als sie erneut aufblickte, stachen ihr auch Marcs Eltern in ihr Blickfeld. „Oh, du… hast Besuch?“ Ihre Wangen wurden sichtbar rosig, was ein Lächeln auf Marcs Lippen trieb. So war sein Hasenzahn und genau so liebte er sie.
„Wie Sie sehen! Sie können also wieder gehen!“, forderte Elke forsch. Die junge Ärztin war ihr schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Immerhin war Gretchen die Tochter ihres ehemaligen Liebhabers und übte ihrer Meinung nach auch eine schädlichen Einfluss auf ihren Sohn aus.
„Ja, ich denke auch… ich… Entschuldigen Sie die Störung!“ Gretchen wollte schon wieder die eben erst geschlossene Tür erneut öffnen, als sie von Marc jedoch unerwartet Rückendeckung bekam.
„Du störst nicht! Komm her!“, wies Marc sie an und unsicher leistete Gretchen seinem Befehl Folge. Da kein Stuhl mehr frei war ging sie um sein Bett herum auf die andere Seite und lehnte sich dort neben dem Fenster an die Wand. Eine peinliche Stille lag in dem Raum, die keiner so recht unterbrechen wollte, bis Marc erneute das Wort ergriff: „Du musst dich nicht da hinstellen, auf dem Bett ist noch genug Platz!“ Normalerweise hätte sie eine solche Aussage entrüstet, aber in seinem momentanen Zustand wusste sie, dass er es auf eine unverfängliche Art meinte. Und so kam sie näher auf ihn zu und setzte sich auf das Fußende des Bettes.
„Willst du uns die Dame nicht mal vorstellen?“, fragte Oliver dann, der sehr interessiert daran war. Hatte sie etwas mit Marcs seltsamem Traum zu tun? Er war ihr ja schon kurz im EKH begegnet, aber er hatte sich ja nicht denken können, dass sie eine engere Bindung zu Marc hatte…
„Das ist Gretchen! Und Gretchen, meine Mutter kennst du ja schon und der alte Mann da ist mein Vater!“, stellte Marc die Parteien knapp vor, womit die Sache für ihn schon erledigt war. Aber nicht für alle…
„Freut mich, Sie mal richtig kennenzulernen, Gretchen! Was haben Sie denn mit meinem Sohn zu schaffen? Ich dachte eigentlich, er hätte keinem gesagt, was mit ihm ist?“
„Ich bin…“ Was bin ich eigentlich? Seine Freundin bin ich ja schon mal nicht! Nur befreundet sind wir jedoch auch nicht… Und Kollegen? Das verschweigt die halbe Wahrheit. Wir sind Kollegen, die sich gerne küssen und zwischen denen eine gewisse Anziehungskraft herrscht, der wir uns nicht entziehen können. Erscheint mir als Antwort doch etwas unangebracht… „seine Kollegin!“ Schlussendlich entschied sich Gretchen doch für die halbe Wahrheit. Das war die passendste Erklärung…
„Dann sind Sie auch Ärztin? Welches Fachgebiet denn?“
„Chirurgie! Ich arbeite mit Marc zusammen!“
„Ah, also eine Chirurgin. Damit würden Sie super in die Familie passen!“
„Äh… Danke!“, meinte Gretchen nur verlegen. Sie hatte sich im Grunde immer gewünscht, Teil dieser Familie zu sein… Und das konnte sie schlecht verbergen…

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Verena1991 Offline

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28.02.2010 19:56
#65 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hey,
erstmal Entschuldigung, dass in letzter Zeit eher weniger bis nix kam. Aber ich hatte einfach keinen Kopf dafür frei Aber ich versuche wirklich, mich zu bessern Und jetzt viel Spaß mit dem neuen Teil, ich hoffe, er gefällt euch



Sie redeten noch eine Weile über belanglose Dinge, bevor Gretchen zur Arbeit aufbrechen musste. Denn die durfte sie trotz ihrer Sorge um Marc nicht vernachlässigen. Sie stelle ihr Fahrrad vor dem EKH ab und ging durch die Eingangstüre in ihre Arbeitsstätte. Wie gewohnt fuhr sie mit dem Aufzug in den dritten Stock, war in Gedanken jedoch noch im anderen Krankenhaus. So kam es dann auch, dass sie ihr Umfeld eher vage wahrnahm und prompt in jemanden hineinlief.
„Oh, Entschuldigung, ich hab nicht… Papa?“ Überrascht musste sie feststellen, dass ihr Vater dieser Jemand war. „Was machst du denn hier?“
„Ich bin hier noch immer Chefarzt! Aber was machst du denn hier? Du bist doch völlig durch den Wind!“
„Was? Nein, alles in Ordnung! Aber bist du nicht noch krankgeschrieben?“
„Doch, doch, im Grunde schon! Ich hab auch nur kurz ein paar Sachen geholt und meinen Urlaub abgeklärt! Deine Mutter und ich fahren ja weg. Das hat sie dir doch gesagt, oder?“ Gretchen erinnerte sich dunkel an dieses Gespräch. Vorgestern hatte ihre Mutter angerufen und erklärt, dass sie wegfahren würden. Aber angesichts der momentanen Geschehnisse hatte sich Gretchen damit weniger beschäftigt und es war mehr in den Hintergrund geraten.
„Sie hat es mal erwähnt. So ein Urlaub tut euch bestimmt gut!“
„Würde dir wohl auch mal ganz gut tun! Fit siehst du mir ja nun nicht gerade aus. Bist du krank?“ Franz legte seiner Tochter die Hand auf die Stirn, um zu fühlen, ob sie Fieber hatte. Gretchen trat daraufhin einen Schritt zurück, um dem zu entgehen. Sie war höchstens krank vor Sorge, aber körperlich war alles okay mit ihr.
„Mir geht’s gut! Bin nur etwas gestresst zurzeit…“
„Das kann ich mir vorstellen! Ich hab gehört, der Meier hat sich auch Urlaub genommen. Da kommt jetzt natürlich mehr Arbeit auf die anderen Chirurgen zu. Aber du schaffst das schon, Kälbchen!“ Beim Erwähnen von Marcs Namen zog sich Gretchens Magen zusammen. Offiziell hatte er ja nur Urlaub, nur wenige wussten, was wirklich mit ihm los war. Und so sehr es sie auch belastete, sie musste es für sich behalten. Marc wollte immerhin nicht, dass es publik wurde…
„Muss ja… Wann fahrt ihr denn? Dann kann ich mich vorher noch verabschieden!“
„Da würde ich mich sehr freuen! Und Bärbel natürlich auch! Wir wollen morgen früh fahren, dann sind wir umso früher an der Ostsee. Du kannst dann ja noch zum Frühstück kommen! Dein Alexis natürlich auch!“
„Ach, der… der muss bestimmt arbeiten!“, winkte Gretchen den letzten Vorschlag schnell ab. Ein Familienessen mit Alexis war so ziemlich das letzte, was sie jetzt wollte. Am Ende würde ihre Mutter noch mit dem Thema Kinder ankommen. Und vor Alexis wollte sie bestimmt nicht darüber reden! „Aber wir haben doch auch so Spaß!“
„Natürlich werden wir das! Und ich freu mich auch, wenn ich mein Mädchen mal wieder für mich habe!“ Franz schenkte seiner Tochter ein warmes Lächeln und wollte sich dann Richtung Fahrstuhl gehen, als ihm noch eine Kleinigkeit einfiel, die er mit Gretchen klären wollte. „Ach, und Kälbchen? Wenn du irgendetwas vom Meier hörst, dann sag ihm doch bitte, dass er bald mal wieder arbeiten sollte! Kann doch nicht sein, dass mein bester Oberarzt sich nen faulen Lenz macht, während wir hier unterbesetzt sind!“
„Ich richte es ihm aus, sobald ich ihn wiedersehe!“ Und das wäre bestimmt schon sehr, sehr bald.

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Verena1991 Offline

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01.03.2010 14:26
#66 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Von der Minute an, in der Gretchen gegangen war, stellte sich Marc schlafen. Er wusste, dass seinem Vater viele Fragen und seiner Mutter viele Vorwürfe auf der Zunge lagen und genau dem wollte er entgehen. Und so befand er schlafen als die beste und einzige Möglichkeit, um einfach seine Ruhe zu haben. Auch wenn es ihm doch unangenehm war zu wissen, dass zwei Augenpaare nur auf ihn gerichtet waren und ihn beim ‚Schlafen’ beobachteten.
„Du, Elke…“, durchbrach Oliver das Schweigen im Raum und glaubte, dass Marc davon nichts mitbekam. „Kennst du diese Gretchen?“
„Flüchtig. Vom Sehen.“
„Dann ist sie nicht Marcs Freundin?“
„Bitte? Nun mal den Teufel doch nun nicht gleich an die Wand! Sie ist höchstens eine seiner vielen Affären, aber mehr bestimmt nicht!“ Wenn die nur wüsste, dachte sich Marc, aber er blieb weiter stumm liegen. Seine Eltern mussten ja nicht unbedingt etwas von seinen wahren Gefühlen wissen. Noch nicht… Aber wenn er Gretchen eines Tages als seine Freundin bezeichnen durfte, würden sie es schon noch erfahren. Und er hoffte stark, dass es einmal dazu kommen würde.
„Meinst du wirklich? Aber so wie er sie angesehen hat… So voller Bewunderung und Liebe! Und keiner kann mir weismachen, dass die nur Kollegen sind!“
„Ach, was! Marc hatte seit fast 10 Jahren keine Freundin mehr!“
„Dann wird’s mal wieder Zeit! Vielleicht will er ja auch noch eine Familie gründen?“
„Familie?“, fragte Elke geschockt nach. Sie war immer froh gewesen, dass Marc niemals Ambitionen in diese Richtung hatte und sie somit vom Titel ‚Oma’ noch meilenweit entfernt war. Auch Marc zuckte bei dem Wort Familie erstmal innerlich zusammen. Aber so abwegig wie bisher immer erschien es ihm gar nicht mehr. Natürlich wollte er noch nicht gleich Kinder. Erst einmal wollte er mit Gretchen etwas Zweisamkeit genießen, bevor er über weiteres nachdachte. Aber eigentlich sollte er erstmal überhaupt mit Gretchen zusammenkommen… Und er hoffte wirklich, dass er noch weiter die Chance haben würde, um sich Gedanken über seine Zukunft zu machen…
„Im richtigen Alter wäre er ja immerhin schon. Und Gretchen scheint mir eine sehr nette Frau zu sein.“
„Sie ist mit Sicherheit nicht die richtige Frau für Marc! Du kennst ja nicht einmal ihre Familie!“
„Vielleicht lerne ich sie ja noch kennen. Dass du sie nicht magst, muss ja nichts heißen.“
„Was willst du denn damit schon wieder sagen?“
„Du magst doch sowieso niemanden.“
„Also, nun hör aber mal auf! Du tust hier ja so, als wäre ich eine alte Hexe!“
„Bist du ja auch!“
„Oliver Meier, nun hör aber mal auf! So schlimm bin ich nun wirklich nicht!“
„Du kannst zumindest auch anders. Nach Marcs Geburt hattest du wirklich sehr viel Liebe zu geben.“ Elke dachte zurück an die Vergangenheit. Marc hatte ihr Glück damals wirklich komplettiert. Sie war Mutter aus Leidenschaft gewesen. Und nun lag ihr Junge so krank vor ihr und kämpfte noch immer um sein Leben. Auch wenn es so aussah, als würde er ganz friedlich schlafen, fand in ihm doch ein Kampf gegen den Virus statt.
„Meinst du, er wird wieder gesund?“, fragte Elke dann mit schwächerer Stimme uns sah Oliver dabei so tief und intensiv in die Augen wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Man konnte ihrem Blick deutlich die Sorge und Angst um ihren Sohn ansehen, die sie sonst nicht so gut zum Ausdruck bringen konnte. Vorsichtig griff Meier senior nach ihrer Hand und zu seiner Überraschung wies sie ihn nicht zurück, sondern ließ die Berührung zu.
„Ich glaube ganz fest daran! Er ist unser Junge…“

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Verena1991 Offline

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01.03.2010 20:53
#67 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Wie auch schon an den letzten Abenden ließ es sich Gretchen nicht nehmen, nach Marc zu sehen. Zwar war ihr noch die Nachtschicht reingedrückt worden, aber vorher wollte sie ihre kleine Pause noch für einen Besuch nutzen. Sie klopfte wieder mit der Faust gegen die Tür und hoffte, dass seine Eltern nicht da wären. Zwar machte zumindest sein Vater einen sympathischen Eindruck auf sie, aber nichts ging über die ungestörte Zweisamkeit mit Marc. Da sie keine Antwort von innen erhielt, erteilte sie sich selbst die Erlaubnis einzutreten und so befand sie sich wenig später in dem ihr mittlerweile gut bekannten Zimmer. Doch es fehlte ein entscheidendes Detail… Marc fehlte. Das Bett war leer, was zu einer sofortigen Panik von Gretchen führte. Was ist passiert? Ist er… Nein, das kann nicht sein! Aber er ist doch zu schwach, um aufzustehen… Und wo sollte er überhaupt hin? Ist er doch…? Meine erste und möglicherweise auch letzte große Liebe? Ich hätte Alexis nicht heiraten dürfen! Dann wäre das alles nie passiert… Das war ein riesengroßer Fehler! Die Liebe zu Alexis war doch niemals groß genug, um Marc dafür in den Wind zu schießen. Und jetzt soll es zu spät für diese Erkenntnis sein? Das kann nicht sein! Das darf nicht sein!
Bevor Gretchen vollends in Panik und Trauer verfallen konnte, ertönte die Klospülung und verwirrt blickte sie zu der Tür des angrenzenden kleinen Badezimmers. Ein monströser Stein fiel von ihrem bedrückten Herzen, als ein deutlich munterer aussehender Marc Meier zum Vorschein kam. Seelenruhig blickte er sie an und ein Lächeln erschien auf seinen Lippen. Doch nach der anfänglichen Erleichterung war Gretchen nun nicht zu lachen zumute.
„Du verdammtes Arschloch!“ Sie stampfte wütend einige Schritte auf ihn zu und schlug ihm dann leicht gegen die Brust, wodurch Marc einige Schritte nach hinten taumelte und er sich mit der Hand an der Wand abstützen musste. So fit war er nun doch noch nicht…
„Sag mal, spinnst du? Womit hab ich das denn verdient?“
„Du spinnst! Ich komme hier rein und sehe ein leeres Bett, während du seelenruhig auf dem Klo bist! Ich hab gedacht, du wärst tot!“ Mit lauter Stimme schrie Gretchen den verdutzten Marc an. Tränen stauten sich hinter ihren Augen an und liefen über ihre Wangen. So musste sie die ganze Verzweiflung, die sie in den wenigen Sekunden verspürt hatte, rauslassen. Und auch, wenn es nicht lange gewesen war, es hatte sie fertig gemacht.
„Gretchen, ich bin nicht tot!“
„Ja, das weiß ich jetzt auch! Warum bist du denn im Bad? Musst du nicht eigentlich im Bett liegen?“ Gretchen fand langsam ihre innere Ruhe wieder, was sich auch im Tonfall ihrer Stimme widerspiegelte. Bevor Marc ihr jedoch antwortete, schlenderte er zu seinem Bett zurück, was von Gretchens kritischen Augen beobachtet wurde. Dabei blieb ihr auch nicht verborgen, dass Marc lediglich ein Patientenhemd trug und sonst absolut nichts, wodurch ihr ein Blick auf seinen doch recht ansehnlichen und knackigen Hintern gewährt wurde. Sie wollte wegsehen, doch ihr Blick blieb einfach auf Marcs Hinterteil hängen. Sobald er sich dann wieder auf sein Bett gesetzt hatte, sah er wieder zu Gretchen und ihm war sofort klar, was sie alles gesehen hatte.
„Na, Hasenzahn? Konntest wohl nicht die Augen von meinem Hintern lassen?“ Für ihn war das nicht unangenehm und so grinste er Gretchen frech an. Die aber fühlte sich ertappt und die rote Farbe fand sogleich wieder den Weg auf ihre Wangen.
„Ich hab gar nicht hingesehen!“, versuchte sie sich rauszureden, ihre Glaubwürdigkeit war dabei jedoch anzuzweifeln. Deshalb wollte Gretchen schnell einen Themenwechsel… „Also, was ist jetzt? Warum warst du nicht im Bett?“
„Ach, weißt du… Ich hab da so ein paar Antikörper gebildet!“

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02.03.2010 16:53
#68 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Was?“ Nachdem sie die gute Nachricht realisiert hatte, zogen sich ihre Mundwinkel sogleich nach oben und ihr glücklichstes Lächeln erschien auf ihren Lippen. Das war mit riesen Abstand die beste Nachricht, die man ihr heute hätte sagen können. Erleichterung durchströmte ihren Körper und die Welt schien ihr entgegenzulachen und alles erschien viel heller und freundlicher. Alle Probleme schienen gelöst und Gretchen fühlte sich so leicht wie schon lange nicht mehr.
„Du wirst in deinem Studium doch wohl gelernt haben, was Antikörper sind! Du weißt schon, die Dinger im Körper, die die Krankheitserreger aus dem Körper rausbringen!“
„Ich weiß, was Antikörper sind! Seit wann weißt du das?“
„Och, haben wir ja schon in der Schule durchgenommen!“
„Marc! Ich meine, seit wann du weißt, dass du Antikörper gebildet hast?“
„Paar Stunden… Die Ärzte meinten zwar, dass ich noch nicht aufstehen soll, aber das wird mich ja nicht gleich umbringen!“
„Wenn die Ärzte das sagen, dann solltest du dich auch daran halten! Du willst doch bestimmt wieder ganz gesund werden, oder? Und warum hast du mich eigentlich nicht angerufen? Ich wär doch gleich vorbeigekommen, wenn ich gewusst hätte, dass es dir besser geht!“ Sie war ein paar Schritte weiter auf Marc zugekommen, der sich nun wieder in sein Bett gelegt hatte und seinen Blick dabei stets auf Gretchen gerichtet hielt.
„Ich wusste ja, dass du noch vorbeikommen würdest!“
„Aber du hättest mir viele Sorgen erspart!“
„Tut mir Leid, daran hab ich nicht gedacht…“ Es passierte nicht oft, dass Marc sich so ehrlich entschuldigte. Und deshalb war Gretchen auch sofort milde gestimmt und setzte sich auf den Stuhl vor dem Bett.
„Ist ja jetzt auch nicht mehr so wichtig! Hauptsache, du wirst wieder gesund. Da sollten wir uns jetzt nicht streiten oder Vorwürfe machen!“ Sie wollte nach seiner Hand greifen, doch Marc zog diese abrupt zurück. Erstaunt sah Gretchen ihn an und auch Enttäuschung schwang in ihrem Blick mit. So lange hatte sie darauf verzichten müssen und jetzt sollte sie das weiterhin tun?
„Hasenzahn, solange noch die Möglichkeit besteht, dass du dich anstecken könntest, lassen wir das mal lieber! Aber eins verspreche ich dir… Wenn wir das alles restlos ausgestanden haben und ich wirklich wieder ganz gesund bin, darfst du so viel meine Hand halten wie du willst! Und wenn du willst, darfst du sogar noch viel mehr von mir anfassen! Auch meinen knackigen Hintern!“
„MARC!“ Entrüstet blickte Gretchen auf den grinsenden Marc, der sich einen rechten Spaß daraus machte. „Du bist unmöglich!“ Sie bemühte sich zwar weiter um eine ernste Miene, aber dann konnte auch sie ein Lachen nicht weiter zurückhalten. Vor allem war es jedoch ein erleichtertes und befreites Lachen wie sie es schon lange nicht mehr hatte. So konnte sie all den Schmerz, alle Verzweiflung, Wut und Trauer abschütteln, die sie in letzter Zeit immer bedrückt hatten und jetzt war sie frei und unbeschwert. Auch Marc bemerkte das und das freche Grinsen wich aus seinem Gesicht. Stattdessen zierte nun ein verträumtes Lächeln seine Lippen. Da war es endlich wieder. Das Lachen, welches er so an ihr liebte. Und er war unheimlich froh zu sehen, dass sie dieses trotz der schweren Zeit nicht verloren hatte.

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02.03.2010 22:02
#69 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Auch Gretchen fiel die Veränderung in Marcs Gesicht auf und hörte dadurch verunsichert auf zu lachen.
„Ist irgendetwas? Hab ich was im Gesicht?“
„Nein… Es ist nichts! Ich seh dich nur gerne an und… ich hab dein Lachen vermisst!“
„Fängst du schon wieder damit an?“, meinte die schon wieder leicht errötete Gretchen. An Marcs Komplimente musste sie sich erst noch gewöhnen.
„Aber natürlich!“
„Wieso tust du das?“
„Weil auch ich ab und an gerne die Wahrheit sage! Gut, jetzt nicht besonders oft, aber manchmal eben schon! Und mir ist vor allem in den letzten Tagen klar geworden, dass man einfach mal sagen muss, was einem auf dem Herzen liegt. Ich hab mich so lange dagegen gewehrt, aber glücklich bin ich damit nicht wirklich geworden…“, gestand Marc kleinlaut. Noch nie hatte er so ehrlich über seine Gefühle geredet und auch mal Schwächen preisgegeben. Doch Gretchen gab ihm das Gefühl, dass er ihr alles sagen konnte.
„Ich dachte immer, dein Leben wäre für dich perfekt… Warst du nicht glücklich?“, fragte Gretchen weiter nach. Das passte alles nicht so recht in das Bild, welches sie von Marc hatte. Für sie war er immer der obercoole Oberarzt, den nichts aus der Bahn werfen konnte und dessen Leben genau nach Plan verlief.
„Doch, das war ich… Weil ich auch nicht besser wusste, was das Leben alles bereithält…“
„Und was hält es bereit?“
„Dich zum Beispiel!“
„Marc, ich… weiß wirklich nicht, was du jetzt genau von mir willst! Du weißt, dass ich nur für eine Beziehung zu haben bin? Und eigentlich habe ich ja schon eine Beziehung… Und eigentlich war ich auch glücklich! Aber dann kommst du wieder und ich merke, dass ich dich auch noch liebe!“ Geschockt von ihrem eigenen Worten hielt sich Gretchen die Hand vor den Mund. Ein Teil von ihr hatte sich noch immer vor der Liebe zu Marc gewehrt. Der Teil, der noch immer an seiner Aufrichtigkeit zweifelte. Aber jetzt, da sie es wirklich gesagt hatte, war ihr endgültig klar geworden, dass es nur den einen für sie gab. Nach nur rund einer Woche war ihre Ehe gescheitert. Rein rechtlich war sie zwar nun schon seit 3 Monaten, eben seit Las Vegas, mit ihm verheiratet, doch erst seit der kirchlichen Trauung hatte sie sich auch als Ehefrau gefühlt. Und die wollte sie auch ursprünglich auch bleiben. Doch gegen ihre Gefühle war sie einfach machtlos… Dann bekam sie auch noch Angst vor Marcs Reaktion. Was, wenn ihm jetzt bewusst wurde, wie ernst es ihr war und er doch nicht dafür bereit war? Sie wollte nicht wieder alleine sein… „Tut mir Leid, ich hätte das nicht sagen sollen! Also, ich meine… ich will dich nicht bedrängen!“
Während Gretchen sich solche Gedanken machte, umspielte Marcs Lippen ein dickes Grinsen. Normalerweise lief er schreiend davon, wenn ihm ein solches Geständnis gemacht wurde, aber normalerweise empfand er auch nicht dasselbe. Doch er liebte Gretchen auch und so gab es für ihn nichts Schöneres als zu hören, dass sie ihn ebenso liebte. Er hatte doch von Anfang an gewusst, dass Alexis sie nicht glücklich machen konnte.
„Gretchen, du bedrängst mich nicht… Ich…“
„Bitte sag mir jetzt nicht, dass du mich auch liebst! Ich will erst absolut sicher sein, dass ich dir das auch wirklich glauben kann! Ich will nicht, dass du es einfach nur so sagst!“
„Okay, ich werde dir zeigen, dass du mir vertrauen kannst!“

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Verena1991 Offline

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03.03.2010 14:34
#70 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Im Elisabethkrankenhaus hatte Mehdi Kaan derweil ein ganz anderes Problem. Er hatte keine Ahnung, wo sich die Akte von Frau Schmidt befand. Nachdem er schon seinen ganzen Schreibtisch durchforstet hatte und noch immer nicht fündig geworden war, beschloss er Schwester Gabi zu suchen. Denn die wusste glücklicherweise meistens, wo sich was befand. Dummerweise war Gabi genauso unauffindbar wie die Akte. Deshalb hatte er die Gynäkologie mittlerweile verlassen und sein Suchgebiet auf die Cafeteria erweitert. Und dort konnte er sie dann auf der angrenzenden Dachterrasse ausfindig machen, wo sie mit dem Rücken zu ihm stand. Er ging durch die Glastür ebenfalls auf die Terrasse und stellte dann erst fest, dass sie telefonierte. Gerade wollte er wieder reingehen und sie das Telefonat beenden lassen, als er einige Wortfetzen mitbekam.
„Herr von Buren, ich warne Sie!“ Was hatte Gabi mit Alexis zu tun? Es gehörte sich nicht zu lauschen, aber diese Sache interessierte Mehdi nun doch sehr. Besonders, da das Gespräch ja nun nicht von freundlicher Natur zu sein schien. „Ja, ich weiß, dass ich mein Geld für diese Woche schon bekommen habe! … Das ist mir egal! Ich will aus dem Schwesternwohnheim sofort raus und Sie werden mir das Geld für eine Wohnung geben! … Ich hab hier die Fäden in der Hand! Sie tanzen nach meiner Pfeife! … Ach, Sie zahlen mir nichts mehr? Dann würde ich mir mal genau überlegen, was Ihre Frau dazu sagen wird! Ich weiß ja nicht, ob die mit nem andren Familiennamen einverstanden wäre. Was meinen Sie? Wenn die erfahren würde, dass Sie gar nicht Alexis von Buren sind… Ich glaube, das würde sie Ihnen nie verzeihen! Aber das ist nur meine Meinung, Sie kennen Gretchen natürlich besser! … Ach, schon morgen? Ja, da hätte ich Zeit. … Ach, so 3000 Euro sollten es schon sein. Ich brauch ja auch noch Möbel und das ganze Zeugs. … 3000 Euro und keinen Cent weniger! … Gut, also 3000 Euro bar auf die Kralle! Und wehe, Sie bescheißen mich! … Schön, dass wir uns da so gut verstehen! Auf Wiedersehen!“ Während Gabi noch auflegte, schlich sich Mehdi zurück in die Cafeteria und dachte über das eben Gehörte nach. Was genau lief da zwischen Gabi und Alexis? Sie erpresste ihn offensichtlich um Geld. Und das, weil er nicht Alexis von Buren war. Aber was sollte das heißen? Gab er sich als jemand aus, der er gar nicht war? Was auch immer da vor sich ging, Gretchen wurde von ihrem Mann belogen und hintergangen. Mit wem war sie verheiratet? Was, wenn dieser Alexis eine Gefahr war? Er musste das Gretchen sagen! Aber was, wenn sie ihm nicht glauben würde? Immerhin hatte er keinerlei Beweise. Und Gabi würde wohl auch nicht auspacken, höchstens gegen Geld. Aber Mehdi konnte kaum so viel zahlen wie der Millionär… Aber er würde nicht tatenlos dabei zusehen, wie Gretchen in ihr Unglück lief!

Und während sich Mehdi sich um einen unbefangenen Umgang mit Gabi bemühte, war Gretchen noch vollkommen ahnungslos, was das Geheimnis ihres Ehemannes anbelangte. Sie wusste nicht, dass sie jedoch schon bald hinter ein schmutziges Geheimnis des angeblichen Alexis von Buren kommen sollte…

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Verena1991 Offline

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03.03.2010 22:34
#71 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nach ihrem Besuch bei Marc war sie jedoch erst zu ihrer Nachtschicht aufgebrochen. Es dauerte nicht lange, da kam auch schon der erste Notfall rein, der nach einem Autounfall unbedingt sofort operiert werden musste. Voll konzentriert stand Doktor Rössels Team um den Patienten und versuchte zu retten, was zu retten war.
„Die Milz ist total beschädigt, die müssen wir entfernen!“, stellte der ältere Oberarzt fest und Gretchen signalisierte mit einem Nicken, dass sie es verstanden hatte und dem zustimmte. „Doktor von Buren, wollen Sie es versuchen?“
„Ich? Ja, gerne!“ Bei Marc kommt es ja nicht so oft vor, dass ich mal richtig was machen darf außer Absaugen und die Haken halten. Insofern tut mir die Zeit beim Rössel ganz gut. Aber wenn Marc wieder da ist, werde ich wieder mit ihm zusammenarbeiten. Mein Platz ist einfach an seiner Seite.
Gretchen setzte mit dem Skalpell zum Schnitt an, als sie ein Schwindelgefühl überkam, das sie mit einem Schütteln ihres Kopfes zu vertreiben versuchte. Doch gelingen wollte ihr das nicht wirklich und stattdessen gesellte sich ein flaues Gefühl im Magen dazu. Sie schloss die Augen und atmete tief durch, was aber nur kurzzeitig zu einer Verbesserung ihres Zustandes führte.
„Geht es Ihnen nicht gut?“, fragte Doktor Rössel nach, der besorgt Gretchens Verhalten registrierte. In dem Zustand konnte sie wohl kaum operieren…
„Geht schon!“
„Ist doch nicht zu übersehen, dass es Ihnen nicht gut geht! Ich glaube, Sie gehen jetzt lieber nach Hause und legen sich hin. Wir schaffen das schon ohne Sie!“
„Aber… ich muss doch OP-Erfahrung sammeln…“
„Dazu haben Sie später noch genug Zeit, so können Sie ohnehin nicht operieren!“ Gretchen sah ein, dass der Arzt Recht hatte und gab das Skalpell an ihn weiter, bevor sie den Raum verließ. Sie zog die Latexhandschuhe aus und stützte sich dann am Waschbecken ab.
Das war wohl alles ein bisschen viel in letzter Zeit… Erst die Hochzeitsvorbereitungen, dann die Katastrophenhochzeit, Papa war sterbenskrank und dann auch noch Marc… Wann habe ich das letzte Mal so richtig schön tief und fest geschlafen ohne Albträume und ohne dass mein Wecker mich dann nach wenigen Stunden, wenn es überhaupt Stunden waren, wachklingelt? Bald kommt bestimmt wieder Ruhe rein und dann kann ich auch wieder richtig operieren!
Sie ging aus dem Waschraum und steuerte die Umkleide an. Sie machte sich fertig für den Heimweg und verschwand dann in ihren vorzeitigen Feierabend. Zwar fühlte sie sich schon wieder deutlich besser, aber die frische Luft würde ihr unter Garantie gut tun. Ihrer Ankunft zu Hause blickte sie jedoch nicht optimistisch entgegen. Da wartete immerhin der Mann, mit dem sie eine Beziehungspause einlegen wollte. Oder würde sie ihn doch gleich ganz verlassen? Was auch immer sie tun würde, ihr graute schon vor dem Moment, in dem sie ihn verletzten musste…

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Verena1991 Offline

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04.03.2010 19:21
#72 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Mit einem schweren Herzen betrat sie die Villa von Buren. Doch lange würde sie nicht bleiben, wenn sie nun gleich mit Alexis reden würde. Aber sie konnte nicht bleiben und Alexis weiter etwas vormachen. Sie hing ihre Tasche und ihre Jacke an der Garderobe auf und ging dann einige Schritte weiter den Gang entlang. Als sie neben der Treppe ankam, blieb sie jedoch stehen, als sie eindeutige Geräusche von oben hörte.
Ist das Mechthild, die da so stöhnt? Nein, Gretchen, stell dir das nicht bildlich vor! Bitte lass sie nur Trampolin hüpfen! Geht das überhaupt, wenn man blind ist? Und seit wann hat die eigentlich einen Freund? Oder hat doch Alexis eine andere?
Das musste sie nun unbedingt herausfinden. Auch wenn sie sich trennen wollte, sie hätte Alexis nicht betrogen! Es wäre bestimmt ein schreckliches Bild, das sich ihr bieten würde, doch sie brauchte Klarheit und so traute sie sich, die Stufen der Treppe eine nach der anderen zu erklimmen. Je höher sie kam, desto deutlicher hörte sie auch das Gestöhne. Und schon bald stand sie vor der Tür ihres Schlafzimmers und sie wusste nun ganz sicher, dass dahinter wohl die Wurzel des Übels lag. Also musste es doch Alexis sein, der sie betrog! In ihrem eigenen Ehebett! Welches Bild würde sich ihr gleich bieten? Ihr kam wieder in den Sinn, wie sie so etwas schon einmal beobachten musste. Damals hatte sie Peter auch erwischt… Noch immer wurde ihr schlecht, wenn sie daran dachte. Und Marc hatte sie während ihrer Beziehung auch beim Fremdgehen erwischt, mit Gabi. Das war eigentlich keine richtige Beziehung gewesen, aber dennoch hatte sie sich betrogen gefühlt. Und jetzt sollte sich ihr erneut ein solches Bild bieten? Zögerlich nahm sie die Türklinke in die Hand und versuchte sich seelisch auf den bevorstehenden Anblick vorzubereiten. Vorsichtig öffnete sie dann die Tür und richtete ihre Augen instinktiv auf das Bett. Und der Anblick, der sich ihr bot, übertraf alle schlechten Erwartungen. Das, was sie sah, war schlimmer als alles, was sie sich vorgestellt hatte. Denn Alexis betrog sie wirklich. Und auch Mechthild hatte Sex. Ihr Mann war nackt über seine ebenfalls unbekleidete Mutter gebeugt und diese hatte die Beine um ihn geschlungen und stöhnte immer wieder lustvoll auf. Die beiden hatten Gretchen nicht bemerkt und gaben sich weiter dem Liebesspiel hin. Erneut überkam Gretchen eine Übelkeit. Diese wurde verursacht durch den Ekel, den sie in diesem Moment verspürte. Das konnte doch nicht wahr sein.
„Oh mein Gott!“, brachte die Betrogene dann nach einiger Zeit heraus und hielt sich vor Ekel die Hand vor den Mund. Sie konnte das Bild nicht länger ertragen und sie musste sich stark bemühen, um den Brechreiz zu unterdrücken. Nun schnellten auch die Blicke von Mechthild und Alexis zu der jungen Blonden und vor allem in Alexis’ Gesicht zeichnete Entsetzen ab.
„Sternchen, was machst du hier?“ Er befreite sich von der alten Frau und nackt wie er war kam er einige Schritte auf Gretchen zu.
„Was ich hier mache? Die Frage ist wohl eher, was du hier machst!“ Obwohl sie einen großen Kloß im Hals hatte, schrie Gretchen mit all ihrer Kraft ihren Noch-Ehemann an. Sie wollte ihn niemals wiedersehen, sie ekelte sich nur noch vor ihm. Wen hatte sie da geheiratet?
„Es ist nicht so wie es aussieht!“, versuchte sich Alexis zu verteidigen und wollte Gretchen beruhigend seine Hand auf die Schulter legen. Diese entwand sich aber schnell seinem Griff und trat einige Schritte zurück.
„Fass mich nicht an! Nie wieder! Du schläfst mit deiner Mutter! Genau so sieht es aus und sag mir nicht, dass es nicht so ist! Spar dir die Lügen!“

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Verena1991 Offline

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04.03.2010 20:55
#73 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Den folgenden Teil widme ich einer ganz bestimmten Person. Zumindest das Ende hiervon. Ich persönlich wollte es eigentlich anders machen, aber weil sie so lieb "Büdde" gesagt hat und ich einfach nicht Nein sagen konnte, ist es jetzt doch so geworden. Also hier nochmal extra für dich, mein Schätzchen Und für alle anderen meiner lieben Leser natürlich auch


„Nein, das ist… Ich kann dir das erklären!“
„Spar’s dir, Alexis! Du bist so krank! Ihr seid doch beide so krank!“ Nun warf Gretchen auch einen vorwurfsvollen und angeekelten Blick zu Mechthild, die sich mittlerweile wieder ihren dünnen Morgenmantel übergezogen hatte und relativ gelassen das Spektakel betrachtete. Ihr war es ja relativ egal, wie es mit der Ehe der beiden weiterging, Alexis hatte sie nach wie vor in der Hand.
„Aber Gretchen, ich liebe dich!“
„Das sehe ich, wie sehr du mich liebst!“
„Das tue ich wirklich! Ich mach das alles doch nur für dich!“
„Mir zuliebe schläfst du mit deiner Mutter? Erzähl das jemandem, den es interessiert! Ich will mit dir und deiner kranken Familie nichts, absolut gar nichts mehr zu tun haben!“ Sie drehte sich von ihm weg und wollte wieder die Treppe runter rennen, als sie erneut Alexis Hand auf ihrem Arm spürte. Sie wirbelte herum, wodurch Alexis seine Hand wegziehen musste und sie sah ihn mit Hass in ihren Augen an. So hatte Alexis seine Frau noch nie gesehen und so wollte er sie auch nie sehen. Und nun hatte er sie dazu gebracht…
„Fass mich noch einmal an und ich vergess mich!“ Alexis wagte es nicht, nochmal vorzupreschen und so beobachtete er stumm und mit gebrochenem Herzen wie Gretchen sich weiter von ihm entfernte. Er hatte sie verloren… Die Frau, die er über alles liebte… Er ging zurück ins Schlafzimmer und setzte sich aufs Bett. Das Gesicht vergrub er in seinen Händen. Was hatte er nur getan? Wie konnte er in all das hineingeraten? Er konnte ihr nicht verübeln, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Er hasste sich doch selbst.
Erste Tränen liefen Gretchen über die Wangen, während sie weiter die Treppen nach unten lief. Wie konnte sie nur auf diesen Mann reinfallen und ihn sogar heiraten? Sie ekelte sich, wenn sie daran dachte, wie er sie angefasst hatte. Genau so berührte er auch seine Mutter… Hatte er sie die ganze Zeit betrogen? Mit tausend Fragen und Gedanken schnappte sie sich schnell Tasche und Jacke und öffnete die Haustüre. Sie rannte einfach weiter durch die Dunkelheit ohne festes Ziel. Wo sollte sie auch hin? Niemand würde sie verstehen. Sie konnte auch nicht darüber reden. Sie wollte einfach nur hier weg. Weg von diesem Mann. Sie hatte ihm vertraut und er hatte sie betrogen. Sie nahm nichts um sich herum wahr, sie verließ sich einfach darauf, dass ihre Beine sie irgendwohin trugen. Immer wieder tauchten die Bilder vor ihren Augen auf und ihr wurde wieder schlecht bei dem Gedanken daran. Verzweifelt ließ sie sich auf die Knie in den Rasen fallen und konnte nicht mehr verhindern, dass sie sich erbrechen musste. Sie verharrte nicht lange so, sie musste einfach weiter. Auch wenn ihr noch schwindlig war und ihr Körper zitterte, lief sie weiter. Jegliches Gefühl für Raum und Zeit hatte sie verloren bis sie irgendwann zum Stehen kam. Sie konnte nicht mehr. Sie registrierte langsam ihr Umfeld und erkannte nun, wo sie war. Ihre Beine hatten sie zur Charitè geführt, zu Marc. Sollte das ein Zeichen sein? Ohne großartig darüber nachzudenken ging sie zum Eingang und fuhr in den Stock, in dem Marc noch immer lag. Sie registrierte nicht die neugierigen Blicke, die auf ihr lagen. Sie interessierte sich nur dafür, dass sie ungehindert zu Marc konnte. Sie betrat sein Krankenzimmer und sah ihn dort in seinem Bett liegen. Augenscheinlich schlief er. Sie schlug seine Warnung vom Nachmittag in den Wind und kam näher auf ihn zu. Sie wollte jetzt nur nicht alleine sein. Vorsichtig setzte sie sich zu ihm aufs Bett und legte sich dann schließlich neben ihn. Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust und horchte seinem regelmäßigem Herzschlag. Dadurch wurde auch sie langsam ruhiger und sie spürte nun die Müdigkeit, die ihren Körper befiel. Und so schlief sie schließlich ein…

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Verena1991 Offline

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05.03.2010 19:47
#74 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Von der Anstrengung des letzten Tages gezeichnet, schlief Gretchen noch bis weit in die Morgenstunden und machte auch keinerlei Anstalten, ihren Schlaf so früh zu unterbrechen. Marc hingegen wurde durch das Kitzeln der Morgenstrahlen geweckt und blinzelte verschlafen ein paar Mal mit den Augen. Erst dann spürte er einen kleinen Druck auf seiner Brust und als er nach unten blickte, sah er eine blonde Lockenmähne, die sich querbeet über ihn verteilt hatte. Diese Haare konnten nur zu einer Frau gehören, das wusste er sofort. Und er wusste auch, dass diese Frau bestimmt nicht die Nacht bei ihm verbracht hatte. „Schon wieder so ein Traum…“, dachte er und beschloss diesen einfach zu genießen. Er legte seine Hand auf ihren Kopf und strich sanft darüber. Es konnte nichts Schöneres geben als den Menschen, der einem alles bedeutete, in den Armen zu halten und neben ihm aufzuwachen. Auch wenn es vielleicht nur ein Traum war, so war es doch wunderschön und fühlte sich auch sehr real an. Er blickte sich im Raum um und musste dann feststellen, dass er sich offenbar in der Charitè befand. Normalerweise hatten seine Träume doch andere Kulissen… Oder war es doch kein Traum? Er bewegte nun auch seine andere Hand und zwickte sich damit in den Arm.
„Okay, doch kein Traum…“, stellte er fest und war zugleich froh und verwirrt darüber. Was machte Gretchen dann hier? Er hatte ihr doch gesagt, dass sie noch Abstand bewahren sollte! Er robbte sich ein wenig zur Seite und hob sachte ihren Kopf von seiner Brust und schob stattdessen das Kissen darunter. Marc schob sich noch ein paar weitere Zentimeter nach hinten und war dabei wohl ein wenig zu sehr um Abstand bemüht. Denn ehe er sich versah, plumpste er schon vom Bett und fand sich auf dem harten Boden wieder.
„So ein verdammter Mist aber auch!“, schimpfte er über seine eigene Dummheit und vergaß für einen Moment die schlafende Gretchen in seinem Bett. Sie wurde durch sein Fluchen geweckt und öffnete langsam die Augen. Es dauerte eine Weile bis sie die Orientierung wiederfand und sich erinnerte, warum sie in der Charitè war. Sofort schossen ihr wieder die Bilder von letzter Nacht in den Kopf und sie konnte ein Aufschluchzen nicht unterdrücken. Dieses blieb auch Marc nicht verborgen, der sich wieder erhob und besorgt auf das Häufchen Elend sah, das da auf seinem Bett lag. Ihre Wimperntusche war vollkommen verschmiert und dicke Augenringe zierten ihr Gesicht.
„Gretchen, was ist denn los? Hat er dir was getan?“ Bei dem Gedanken daran, dass Alexis ihr etwas getan haben könnte, wurde Marc wütend und ballte seine Faust zusammen. Wollte sie sich trennen und er wollte sie nicht gehen lassen? Was immer passiert war, Marc würde diesen Millionär fertig machen! Als Gretchen nicht antwortete, sondern nur weiter leise vor sich hinweinte, entspannte Marc seine Hände wieder und legte sie ihr behutsam auf die Schulter. Die Blondine zuckte kurz zusammen, wehrte ihn aber nicht weiter ab.
„Was ist passiert?“, fragte er dann mit bemüht ruhiger Stimme, nachdem sie sich weitere Zeit in Schweigen gehüllt hatte. Aber er würde nicht locker lassen und herausfinden, was sie so aus der Bahn geworfen hatte.
„Er… er hat mich betrogen…“, brachte Gretchen schließlich stammelnd hervor, nachdem sie sich einigermaßen gefangen hatte. Dabei fiel es ihr wirklich nicht leicht, darüber zu reden…

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06.03.2010 11:37
#75 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc brauchte einige Zeit bis er realisierte, was Gretchen da gesagt hatte. Wie konnte dieser Mistkerl Gretchen nur betrügen? Sie war die wundervollste, liebste und perfekteste Frau, die es auf dieser Welt gab. Wie konnte er ihr nur diesen Schmerz zufügen? Marc selbst hatte sie zwar schon oft genug verletzt, doch er bereute es und würde es nie wieder tun. Wenn er Gretchen bei sich wüsste, bräuchte er keine andere Frau und würde ihr die Welt zu Fußen legen. Niemals würde er dieses Glück aufs Spiel setzen.
„Er hat was?“
„Er hat mich betrogen… mit… mit seiner Mutter!“
„WAS? Der Typ fickt seine Mutter? Ich wusste ja, dass der nicht ganz sauber ist, aber dass der ein Oedipus ist…“ Bei seinen Worten fing Gretchen nur noch heftiger an zu schluchzen und sofort bereute Marc seine Worte. In Zukunft sollte er wohl feinfühliger bei seiner Wortwahl sein… „Hey, Gretchen, es tut mir Leid! Komm mal her!“ Er legte sich wieder neben sie aufs Bett und zog ihren Körper nah an sich heran. Sie wehrte sich nicht, doch ihr Körper bebte und zitterte gewaltig. Er nahm sie immer fester in den Arm und versuchte ihr ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit zu geben. Er wusste nicht, was er genau für sie tun konnte, wie er handeln sollte oder was zu sagen war. Aber sie einfach nur zu halten war das Mindeste, was er nun tun konnte. Behutsam und beschützend streichelte er ihr über den Rücken und flüsterte ihr immer wieder ein „Ich bin für dich da“ zu.
Einige Zeit lagen sie nur so eng umschlungen da und tatsächlich wurde Gretchen wieder ruhiger und ihr Atem normalisierte sich. Sie wich ein wenig zurück, so dass sie Marc ins Gesicht sehen konnte.
„Danke!“, kam leise über ihre Lippen und sie zwang sich zu einem kleinen Lächeln. Ihre Augen jedoch verrieten ihm, dass ihr überhaupt nicht zum Lachen war und sie innerlich zerbrochen war. Das mussten schreckliche Bilder sein, die da in ihrem Kopf rumgeisterten.
„Du brauchst dich nicht zu bedanken… Dir geht es schlecht, da ist es doch klar, dass ich für dich da bin!“
„Nein, ist es nicht… Ich dachte, er wäre auch für mich da… Das ist nicht selbstverständlich!“
„Für mich schon! Du hast das nicht verdient, was er dir angetan hat!“
„Vielleicht bin ich ja selbst schuld? Ich hab ihn immer wieder zurückgestoßen… ich wollte mich von ihm trennen…“
„So darfst du nicht denken! Du hast daran am allerwenigsten Schuld! Wenn er mit seiner Mutter… du weißt schon… dann stimmt bei ihm irgendwas nicht! Du hast nichts getan, du bist nicht Schuld!“ Marc versuchte ihr diese Gedanken sofort auszureden. Wenn sie sich noch die Schuld daran gab, wäre die ganze Angelegenheit nur noch schwerer für sich und sie könnte kaum wieder so schnell in ein normales Leben starten…
„Glaubst du wirklich? Warum fühl ich mich dann so schlecht?“
„Weil er dich hintergangen hat! Aber egal, was du vorhattest und ob du dich trennen wolltest, das gibt ihm nicht das Recht, dich zu betrügen! Erst recht nicht mit der! Du hast nichts falsch gemacht!“ Gretchen nickte leicht und schloss dann wieder ihre Augen. Sie wollte einfach diesem Albtraum entkommen. Die Bilder konnte sie nicht abschütteln, einzig Marcs Nähe konnte ihr etwas Ruhe bringen…

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