Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 347 Antworten
und wurde 93.521 mal aufgerufen
 Abgeschlossene Fortsetzungen!
Seiten 1 | ... 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

28.07.2010 22:59
#301 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ihr wollt, dass es da weitergeht? Sorry, aber diesmal dürft ihr eure Phantasie ein wenig anstrengen
Dafür kommen wir der Auflösung ja auch immer näher



Nach einigen nicht jugendfreien Szenen lag das Liebespaar eng aneinander in dem großen Bett und erholte sich von dem regen Treiben. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten, aber letztendlich landeten sie doch immer wieder in diesen Laken.
„Eigentlich wollte ich ja mit dir essen gehen, aber das eben war eigentlich sogar noch besser!“, raunte Marc ihr zu und beugte sich währenddessen zu ihr vor, um seine Lippen auf ihren Hals zu legen und diesen mit brennenden Küssen zu versehen. Doch nach Marcs Aussage reagierte Gretchens Körper vollkommen anders und ruckartig saß sie senkrecht im Bett und nur noch Marcs „Au!“ hallte durch den Raum, als er so urplötzlich von Gretchens Bewegung überrascht wurde. Aber Gretchens Gedanken schwirrten gerade um ganz andere Dinge als den ungeplanten, kleinen Zusammenprall mit ihrem Freund.
Er will mit mir essen gehen? Das kann doch wirklich nur eins bedeuten! Marc geht doch nie mit mir essen! Da muss es einen bestimmten Grund geben.
„Was? A…aber… Jetzt? Ich kann das nicht!“ Nicht ohne seelische Vorbereitung!
„Seit wann kannst du nicht essen?“, fragte Marc, nachdem er sich von der Attacke erholt hatte und sicher war, dass er keine bleibenden Schäden davontragen würde.
„Essen kann ich schon, aber… nicht so!“ Mit einer Hand deutete sie auf sich selbst, um Marc zu verstehen zu geben, dass sie überhaupt nicht zurecht gemacht war. Auf den Lippen des Chirurgen breitete sich jedoch nur ein verschmitztes Grinsen aus, als er die momentane Aufmachung seiner Freundin betrachtete.
„Gut, vielleicht solltest du dir vorher schon noch was anziehen!“
„Und was? Für so einen Anlass hab ich doch gar nichts anzuziehen!“
„Welchen Anlass? Ist doch nur ein Essen!“, wollte Marc seine Freundin beruhigen und zog dabei skeptisch die Augenbrauen zusammen. Das Verhalten, das sie manchmal in der letzten Zeit an den Tag legte, ließ ihn vermuten, dass sie vielleicht doch mehr wusste als sie sollte oder sie zumindest etwas ahnte. Dabei hatte sie ihm doch gesagt, dass sie nichts mitbekommen hatte und konnte es ihm auch glaubhaft verkaufen. Und niemals im Leben könnte sie sich bei einem Heiratsantrag so zurückhalten.
„Ja, aber trotzdem kann ich da nicht rumlaufen wie sonst was!“ Erst recht nicht an dem Tag, an den ich mich immer erinnern werde und über den ich haarklein genaustens Bericht erstatten werde! Du magst vielleicht so tun, als wenn nichts wäre, Marc Meier, aber ich hab meine Ohren eben doch überall! Auch da, wo sie nicht hingehören…
„Schon gut, dann mach dich jetzt eben noch schnell fertig! Ich will ja auch nicht, dass du die ganze Zeit rummeckerst!“
„Ich meckere nicht rum!“, verteidigte sie sich trotzig und beobachtete Marc dabei, wie er sich langsam auf den Bettrand setzte, um sich ebenfalls für den Abend vorzubereiten. Nach Möglichkeit sollten sie ja beide gut aussehen.
„Ach nein?“
„Nein! Ich… stelle höchstens fest! Außerdem willst du doch bestimmt auch, dass deine Begleitung Eindruck macht!“ Am Ende überlegt er es sich noch anders… Kann ich natürlich keinesfalls riskieren!
„Du machst doch immer einen gewaltigen Eindruck!“, gab Marc unbedacht zurück und hörte schon, wie Gretchen hinter ihm verdächtig aufschnaubte. Dabei war es mehr reflexartig über seine Lippen gekommen und im Grunde ohne böse Absicht. „Also… im positiven Sinn! Hab dir ja gezeigt, wie scharf ich dich finde!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

29.07.2010 16:56
#302 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Jetzt seid ihr also total verwirrt? Das war natürlich niemals meine Absicht... oder vielleicht doch
Falls es euch beruhigt... Die Auflösung gibts dann morgen



Gretchen hatte beschlossen, jeden unüberlegten Satz von Marc seiner eigenen Nervosität zuzuordnen und sich stattdessen lieber auf die wesentliche Dinge zu konzentrieren, wie beispielsweise Outfit und Haare. Sie hatte das lila Kleid angezogen, das Marc ihr damals für ihr Date am See geschenkt hatte, als sie zusammen gekommen waren. Sie wollte es nun als gutes Omen sehen, das sie nun auf die nächste Stufe der Beziehung mit Marc Meier brachte. Ihre Haare trug sie ganz einfach offen, wie Marc es bekanntlich am liebsten mochte. Und sie wollte natürlich so gut wie möglich für ihren Freund aussehen. Marc trug dezent ein schlichtes weißes Hemd zu seiner schwarzen Stoffhose. Dennoch sah er zum Anbeißen aus und steigerte den Hunger der jungen Ärztin, jedoch nicht unbedingt den auf Essen. Und auch Marc war mehr als angetan von seiner wunderschönen Begleitung. So konnte man sich auf alle Fälle mit ihr überall zeigen und wenn sie wieder irgendwie an sich zweifeln würde, würde er ihr diese Zweifel aber ganz schnell rausprügeln müssen. Oder vielmehr wegküssen. Seiner Ansicht nach konnte es keine schönere Frau geben. Deshalb nahm er sie voller Stolz an die Hand und führte sie in das teuer aussehende, edle Restaurant, vor dem sie den Wagen geparkt hatten. Sie fanden einen kleinen Zweiertisch am Fenster, der die passende Atmosphäre für einen romantischen Abend bot. Scheinbar gelassen studierten sie die Speisekarte, schweigend. Doch dieses Schweigen machte Gretchen nur noch nervöser, wusste sie doch nicht genau, wie es zuzuordnen war. Einfach weil er Marc Meier war, der kein Freund vieler Worte war, oder weil auch er einfach zu nervös war, um einen klaren Satz über die Lippen zu bekommen. Die einzigen Worte fielen, als sie ihre Bestellungen an den Kellner weitergaben, doch danach gab es leider keine Karten mehr, hinter denen sie sich verstecken konnten. Marc zappelte mit seinen Fingern herum und trommelte mit diesen die Musik von „We Will Rock You“ auf den Tisch, was Gretchen mit einem nervösen Lächeln erwiderte.
„Schön hier!“, durchbrach die junge Ärztin schließlich das Schweigen zwischen den beiden, welches sie nicht mehr ausgehalten hatte.
„Mhm… ganz nett.“ Marc stellte das Trommeln ein und stützte seine Arme nun auf dem Tisch ab, während er ungeduldig auf das Essen wartete.
„Ja… Kann ein schöner Abend werden! Wir gehen ja jetzt auch nicht jeden Abend miteinander aus!“Da muss es dann wohl wirklich schon ein ganz besonderer Anlass sein. Dabei hab ich gedacht, dass Marc mir – wenn überhaupt – ganz still und heimlich, nur in trauter Zweisamkeit einen Antrag machen wird. Aber kann der jetzt bitte bald machen? Ich will mich verloben! Jetzt! Ich seh die Hochzeit auch schon ganz genau vor mir…

Sie saß in einer weißen Kutsche, die von vier ebenfalls schneeweißen Schimmeln gezogen wurde. Natürlich trug auch sie ein reines, weißes und wunderschönes Kleid mit einem weiten Reifrock und kleinen Stickereien, die es edler wirken ließen. Vor ihr saß mit dem Rücken zu ihr gewandt ihr Kutscher, in einem schwarzen Anzug und einen hohen Zylinder. Sie fuhren auf einer kleinen Straße den Weg zur Kirche entlang, die man schon erkennen konnte. Sie war wunderschön draußen im Grünen gelegen und schuf ein romantisches und friedliches Ambiente. Die Kutsche hielt vor der Kirche und ihr Vater, der sich freiwillig als Kutscher gemeldet hatte, half ihr auf den Boden zu kommen. Glücklich lächelnd gingen sie den kleinen Weg vor der Kirche entlang bis sie das Gebäude schließlich betraten. Und dort stand er dann vor dem Altar. Ihr zukünftiger Ehemann Marc Meier. Sicher und voller Freude stand er da vorne und wartete darauf, dass seine Verlobte von ihrem Vater zu ihm geführt wurde. Zweifellos würde das der schönste Tag in ihrem Leben werden…

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

29.07.2010 20:54
#303 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Hasenzahn!“ Erst Marcs reale Stimme konnte sie aus ihrer Traumhochzeit reißen und erschrocken fuhr Gretchen hoch. Verständnislos sah Marc sie an und ahnte nicht, woran sie gerade gedacht hatte. „Träumst du wieder?“
„Äh…“
„Ja, schon klar!“, winkte Marc jegliche Erklärung ab und reichte Gretchen das Glas Champagner, das ihnen inzwischen an den Tisch gebracht wurde. Da Gretchens Synapsen seit geraumer Zeit jedoch immer denselben Weg zum Thema Heiratsantrag einschlugen, trank sie das prickelnde Gesöff nicht gleich, sondern musterte erst einmal ausgiebig den Glasinhalt und ob dort auf dem Boden nicht ein kleiner Gegenstand funkelte. Als sie jedoch nichts erkennen konnte, drehte sie das Glas in ihren Händen noch um dessen eigene Achse und sah lieber einmal mehr hin als zu wenig. Beobachtet wurde ihr auffälliges Verhalten dabei stets von Marc, dem das natürlich nicht entgehen konnte.
„Keine Angst, der ist nicht vergiftet!“ Mit Enttäuschung erkannte Gretchen, dass sich da wohl wirklich kein Ring in dem Glas befand. Aber noch war der Abend ja nicht zu Ende. Außerdem hatte sie so einen Antrag ja schon damals von Mehdi bekommen und das würde Marc ihm kaum nachmachen. Marc hatte den Ring ja lieber im Essen versteckt. Nur war der Antrag damals nicht wirklich ernst gemeint, sondern mehr als Reservierung. Glücklicherweise hatte Marc seine Meinung ja inzwischen geändert und konnte zu seinen Gefühlen stehen.
„Tja, dann… auf uns!“ Gretchen hob ihr Glas hoch und ließ es mit dem von Marc zusammenklirren, der seines ebenfalls emporhob. Vorsichtig nahm Gretchen einen kleinen Schluck und blickte dabei über das Glas hinweg, um ja keinen Ausdruck von Marcs Gesicht zu verpassen, der unter Umständen irgendetwas aussagen könnte. Aber da war rein gar nichts Verdächtiges oder Verräterisches und das ärgerte Gretchen ungemein. Es gab Situationen, in denen Geduld einfach ein absolut unmögliches Unterfangen war. Und diese hier zählte eindeutig dazu. Marc hingegen schien die Ruhe wegzuhaben und Gretchen musste ihrer Ansicht nach viel zu lange warten. Sie bekamen ihr Essen serviert und redeten dabei gelegentlich über unverfängliche Dinge. Trotz der Anspannung war es bis jetzt jedoch schon wunderschöner Abend. Das Essen schmeckte köstlich und Marc musste sich selber loben, dass er den Laden gefunden hatte. Wenn er aber an die Preise hier dachte, wusste er schon, warum er sich das nicht allzu oft leisten konnte. Aber für Gretchen durfte es dann auch mal etwas Exklusiveres sein. Mit der Zeit schaffte diese es auch, ihre Verkrampftheit auf irgendeine Weise, die selbst ihr unbekannt war, zu vergessen und einfach die gemeinsame Zeit mit Marc zu genießen. Ihre Ungeduld trieb den Antrag ja auch nicht schneller voran und zudem musste Gretchen befürchten, dass Marc sie umgehend einweisen würde, wenn sie sich weiter so benahm. Und das würde sowieso alles verzögern. Riskieren konnte man das keinesfalls. Sie wollte heute noch einen romantischen, herzerwärmenden Heiratsantrag von Marc bekommen. Den hatte sie sich auch so langsam mal verdient, nachdem sie so lange um ihre gemeinsame Liebe kämpfen musste und das alles andere als einfach war. Sie hatte niemals aufgegeben und heute Abend würde sie dafür eine wunderbare Belohnung bekommen. Nachdem sie beide fertig gegessen hatten, legten sie ihr Besteck beiseite. Marc war schließlich derjenige, der dann das Wort ergriff.
„Ähm, Hasenzahn, ich wollte dich dann auch noch etwas fragen…“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

29.07.2010 22:28
#304 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich bestechlich bin? Jedenfalls bin ich es und da Fran mir heute ein Angebot gemacht hat, das ich nicht ausschlagen kann, gehts doch schon heute weiter


Oh mein Gott, oh mein Gott! Er will mich wirklich fragen! Jetzt! Puls bestimmt bei 230. Aber ruhig Blut, Gretchen!
Natürlich blieben alle Versuche, sich selbst zur Ruhe zu ermahnen, erfolglos und ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Da war der Moment, auf den sie so lange gewartet hat. Alles um sie herum wurde leicht verschwommen und alles schien wie in einem Traum zu sein. Nur wusste sie, dass es kein Traum war. Das war die Realität. Nichts mehr als die wunderbare Wirklichkeit. Ihr Atem ging allmählich schwerer und sie musste sich sehr darauf konzentrieren, das Atmen nicht einfach zu vergessen. Es war fast unmöglich, aufrecht sitzenzubleiben und nicht auszuflippen oder loszuheulen. Sie wollte einfach nur noch die Worte aus seinem Mund hören und sich mit ihm verloben. Es war egal, ob sie erst seit Kurzem richtig zusammen waren. In diesem Moment fühlte sie einfach, dass sie bereit war und sich nichts sehnlicher wünschte als Marcs Frau zu werden und mit ihm eine Familie zu werden.
„Ich glaube, du hast auch schon etwas länger darauf gewartet, aber naja… ich wollte mir das Ganze erst noch ein wenig anschauen. Aber ich glaube, jetzt ist es mal Zeit dafür. Also, willst du m…“ Weiter kam Marc nicht mehr, da Gretchen nun endgültig keinen Nerv mehr für innere, als auch äußere Ruhe hatte. Die letzten Worte hatte sie nicht mehr abwarten können und schon fast reflexartig war sie mit einem überglücklichem laut ausgeschrienen „Ja, ich will!“ aufgesprungen und um den Tisch zu Marc gelaufen, auf dessen Schoß sie sich blitzartig hatte fallen lassen und drückte sich ganz nah an ihn und hatte die Arme um seinen Hals gelegt. Völlig perplex konnte Marc daraufhin erst einmal nicht reagieren. Er nahm nicht einmal richtig wahr, wie alle Leute in dem Raum sich, aufgeschreckt durch Gretchens lautem Aufschrei zu dem Paar umdrehten und begeistert Beifall klatschten und sich mit den beiden freuten. Er nahm nur wahr, wie Gretchen nun ihre Lippen auf die seinen drückte und ihm euphorisch einen Kuss aufdrückte. Normalerweise reagierte Marc auf so etwas natürlich damit, dass er das erwiderte, doch das schien ihm gerade unmöglich und nicht das Richtige zu sein. Vorsichtig drückte Marc seine Freundin deshalb ein wenig von sich weg und sah in ihren Augen das pure Glück. Genau dieses Glück wünschte er ihr auch von ganzem Herzen und keinesfalls wollte er es ihr gerne rauben. Aber ihm schien nichts Anderes übrig zu bleiben.
„Ähm… Sag mal… Kann es sein, dass du geglaubt hast, das hier wird ein… Heiratsantrag?“ Schlagartig zerbrach etwas in Gretchen. Ihr Herz hörte auf zu schlagen und sie fühlte sich vor den Kopf gestoßen. In seinem Blick erkannte sie Skepsis und auch eine Spur Entsetzen. Das war kein Antrag und es sollte auch niemals einer werden. Das war nicht mehr als eine Idee, ein Traum, in den sie sich verrannt hatte. Hätte sie ihn doch nur ausreden lassen… Dann hätte sie die Antwort nicht so herausgeschrien und sich nicht vor allen blamiert. Jetzt kannte Gretchen nur noch eine Lösung: Flucht! Blitzschnell sprang sie von Marcs Schoß auf und lief einfach schnell weg. Ihr Weg führte sie schnurstracks zu den Toiletten des Restaurants und Marc sah ihr nach. Es war mucksmäuschenstill geworden und keiner wagte, etwas zu sagen. Alle Augen waren auf Marc gerichtet und einige Leute schüttelten nur mit dem Kopf.
„Ich zahl dann!“, sagte Marc dann und bereute es, jemals hierher gekommen zu sein.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

30.07.2010 19:17
#305 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nicht böse sein! Im Grunde meines Herzens bin ich doch ein liebes Mädchen Ich mach auch alles wieder gut


„Wollen Sie ihr nicht nach?“, fragte ihn eine ältere Dame vom Nachbartisch und einige andere Frauen stimmten ihr nickend zu. Marc sah schon eine Verschwörung aller Frauen gegen ihn kommen. Dabei war es doch nicht sein Problem, wenn Gretchen gleich alles falsch verstehen musste.
„Wieso? Ich hab doch nie behauptet, dass ich ihr nen Antrag machen will! Ich meine, das ist ja jetzt schon… ihr Problem!“ Nun waren es einige Männer, die nickten, doch sobald sie von ihren Frauen angeschaut wurden, stellten sie das ein und schüttelten auch verständnislos den Kopf. Es wurde wieder einige Gespräche aufgenommen, doch Marc hörte einige Male genau heraus, dass es um ihn ging und spürte dabei die Blicke in seinem Nacken. Auch wenn ihm die Situation peinlich war, wusste es, dass ein Gespräch mit Gretchen noch viel unangenehmer werden würde. Dennoch fühlte er sich schäbig, hier zu sitzen, während die Frau, die er liebte, sich vermutlich auf der Toilette eingesperrt hatte und sich die Augen ausheulte. Eine gewisse Schuld daran konnte er sich nicht absprechen, auch wenn er wollte. Schließlich hielt er das nicht mehr aus, sprang von seinem Stuhl auf und knallte einige Scheine auf den Tisch.
„Na, geht doch!“, hörte er jemanden sagen, doch er achtete nicht weiter darauf und ging weiter in die Richtung, in der Gretchen vorhin so eilig verschwunden war. Er betrat die Damentoilette und wurde dabei schief angeschaut, als eine Frau dort gerade am Waschbecken stand.
„Das ist eine Damentoilette!“
„Ja, weiß ich selbst!“, antwortete Marc nur knapp und hatte überhaupt keine Lust, hier darüber zu diskutieren. Er musste das mit Gretchen klären und zwar schnell. Wie schon so oft an diesem Abend schenkte ihm auch diese Frau ein Kopfschütteln, bevor sie zur Tür hinausging. Schon konnte Marc ein Schluchzen hören und da nur eine Kabine zugesperrt war, war es nicht schwer auszumachen, woher das kam. Er lehnte sich seitlich gegen die Tür und klopfte vorsichtig dagegen.
„Geh weg!“, hörte er Gretchens verweinte Stimme von innen sagen und er fühlte sich hundeelend dabei. Scheinbar hatte er einfach ein gewisses Talent dafür, sie zu verletzen. Ob er nun wollte oder nicht.
„Gretchen, ich werde jetzt nicht gehen! Nicht, bevor du da nicht rausgekommen bist!“
„Kann dir doch egal sein, wo ich bleibe!“, gab sie pampig zurück, doch erneut wurde sie von den Tränen überrascht, die sich immer wieder bildeten. Sie war wirklich verletzt und enttäuscht. All ihre Hoffnungen und Träume waren mit einem Schlag zerstört. Die ganze Freude, die sie in den letzten Tagen verspürt hatte, empfand sie nur noch als lächerlich. Wie hatte sie nur wirklich denken, dass er sie heiraten wollte? Und dazu kam, dass sie sich gerade vor einem ganzen Restaurant blamiert hatte. Sie hatte gedacht, dass sie sich gerne hieran erinnern würde, aber sie schwor sich, ihr restliches Leben lang einen großen Bogen darum zu machen. Sie würde diesen Abend genauso wie ihren Heiratswunsch einfach vergessen.
„Du weißt, dass mir das nicht egal ist! Also lass mich bitte rein!“
„Nein!“
„Zwing mich nicht, dass ich zu dir da reinklettern muss!“ Denn genau das würde er ihm Notfall tun. Vielleicht wollte er sie nicht gleich heiraten, aber dennoch wollte er mit ihr zusammen sein. Jede Stunde und jede Minute lang. Keinesfalls würde er ohne sie gehen. Die Frage war nur, wie er sie freiwillig da rausbekommen konnte.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

31.07.2010 12:19
#306 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Ich zwing dich zu gar nichts, also lass es einfach bleiben! Ich komm hier nicht raus! Nie, nie wieder!“ Gretchen wusste natürlich sehr wohl, dass sie nicht ihren Lebtag lang einsam auf dieser Toilette verbringen konnte, aber den Gedanken an ein Leben außerhalb wollte sie erst einmal verdrängen. Hier drin war sie sicher. Sie ersparte sich die Schmach und konnte sich nicht weiter blamieren. Was hatte Marc damals zu Alexis gesagt? Sogar ein Knöllchen würde sie als Heiratsantrag interpretieren? Ganz so schlimm war es vielleicht nicht gewesen, aber dennoch hatte sie einen Heiratsantrag gesehen, wo es keinen gab. Zumindest nicht an sie. Verlobungsringe hatte es ja gegeben, das hatte sie genau gehört. Nur wozu in aller Welt die waren, konnte sie sich nicht erklären und momentan war ihr auch nicht nach Erklärungen zumute. Sie wollte sich einfach ganz ihrem Elend hingeben.
„Doch, du kommst da raus!“
„Du hast mir hier gar nichts zu sagen!“
„Oh, und wie ich das habe! Und jetzt komm da bitte raus! Das ist langsam echt nicht mehr lustig!“
„Jetzt findest du mich also auch noch lustig?“, empörte sich die junge Ärztin hinter verschlossener Tür und brachte die Nerven ihres Freundes damit doch sehr an ihre Grenzen. Zweifellos war das nun die Strafe dafür, dass er sie nicht heiraten wollte. Jetzt quälte sie ihn im Gegenzug dazu, dass er sie so enttäuscht hatte.
„Eher lächerlich…“, nuschelte er in seinen nicht existenten Bart, der aber mit Sicherheit noch sprießen würde, wenn sie hier Wurzeln schlagen würde und er warten müsste. Glücklicherweise hatte sie seine Worte jedoch nicht gehört und so war die Situation nicht noch schlimmer geworden. „Wir können gerne darüber reden, aber mach vorher bitte die Tür auf!“
„Wozu? Damit du mitansehen kannst, wie blöd ich mir gerade vorkomme? Wie konnte ich nur denken, dass du mich heiraten willst und die Ringe für uns sind?“
„Hast du das Telfongespräch doch mitbekommen?“ Gretchen nickte, was Marc aber natürlich nicht sehen konnte, aber dennoch wusste er, dass es so war. Vielleicht hätte er sie doch schon einweihen sollen, als er den Verdacht gehabt hatte. Hatte er etwa wirklich gedacht, sie würde ihm sagen, was sie gehört hatte, wenn sie wirklich davon ausging, dass er ihr einen Antrag machen wollte? Er hätte es ihr sagen müssen. Natürlich wäre sie enttäuscht gewesen, aber niemals so schlimm wie jetzt.
„Gretchen, ich weiß, dass das alles verdammt blöd gelaufen ist. Erst hörst du das mit den Ringen und dann lad ich dich hier zum Essen ein. Irgendwie kann ich da verstehen, dass du das alles missverstanden hast.“ Gretchen hörte ihm zwar zu, aber sie sagte weiter nichts dazu. So langsam verstand sie auch, dass er ihr wirklich nichts Böses wollte. Sie hatte sich zwar bis auf die Knochen blamiert, aber nicht, weil das sein Plan gewesen war. „Die Ringe waren oder sind für meine Eltern. Ich sollte sie für meinen Vater abholen, weil meine Mutter ihn kurzerhand mit auf irgendein Event oder so einen Kram genommen hat.“ Gretchen war schon fast dabei gewesen, ihm die Tür auf so zu öffnen, aber nun wollte sie doch erst hören, was er ihr zu sagen hatte.
„Und warum sind wir dann hier her?“
„Weil der Kühlschrank leer war.“ Gretchen hätte sich gerade dafür ohrfeigen können, was sie gedacht hatte. So simple Erklärungen konnte es in ihrem Kopf scheinbar nicht geben.
„Und was wolltest du mich vorhin fragen?“
„Eigentlich nur, ob du die OP morgen führen willst…“, beantwortete Marc auch ihre letzte Frage und hoffte, dass sie ihm jetzt aufmachen würde. Doch als sich immer noch nichts tat, beschloss er, zu härteren Mitteln zu greifen, wenn Worte scheinbar nichts nützten. „Okay, du hast es scheinbar nicht anders gewollt! Ich trete jetzt diese verdammte Tür ein!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

03.08.2010 02:40
#307 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sorry, dass es hier eine kleiner Pause gab Tut mir wirklich leid, aber ich hab ein paar Tage mal nur für mich gebraucht
Dafür gehts jetzt aber wieder regelmäßig weiter



Gretchens Gehirn ratterte jedoch nun schon einige Zeit auf Hochtouren und sie war zu dem Schluss gekommen, dass es hinter dieser Tür zwar angenehmer für sie sein konnte und sie sich mit der Peinlichkeit nicht weiter auseinandersetzen musste, aber die Sache dadurch eigentlich nicht besser wurde. Es würde bestimmt noch eine Zeit zwischen den beiden stehen, aber bis jetzt hatten sie doch auch alles wieder hinbekommen. Langsam stand sie auf und schloss die Tür auf. Das bekam Marc jedoch nicht wirklich mit, denn dieser war schon viel zu sehr damit beschäftigt, sich auf das Aufbrechen der Tür zu konzentrieren und steckte schon mitten im Anlauf. Genau in dem Moment kam es zum Aufprall zwischen ihm und der Tür, als Gretchen die Klinke in die Hand genommen und heruntergedrückt hatte. Da sich ihm nun kein Widerstand mehr bot, raste Marc mit seiner vollen Geschwindigkeit in die Kabine und knallte so mit seiner Freundin zusammen und gingen zu Boden. Genauer gesagt ging nur Marc zu Boden. Gretchen fiel gerade noch auf die geschlossene Kloschüssel, die ihr vorhin auch schon einen Sitzplatz geboten hatte. So kam es also, dass Marc an diesem Abend doch noch vor Gretchen auf die Knie ging, auch wenn nicht in dem Sinne, den sie erwartet hatte. Letztendlich war Marc aber froh, dass sie ihm die Tür geöffnet hatte. Der Erfolg seiner Aktion wäre zweifelhaft gewesen. Sie erholten sich kurz von dem kleinen Zusammenprall und Marc kniete sich nun in einer bequemeren Position vor Gretchen und griff nach ihren Händen. Zu seiner Freude schüttelte sie ihn nicht ab und ließ es zu.
„Marc, es tut mir leid, wie ich mich benommen hab… Ich hab nur so sehr davon geträumt, dich zu heiraten, dass ich scheinbar gar nichts anderes mehr sehen wollte…“, gestand Gretchen kleinlaut und spürte dabei auch schon wieder, wie ihr langsam die Tränen kamen.
„Schon gut. Ich weiß ja auch, wie sehr du auf diesen ganzen Kram abfährst. Aber warum willst du denn unbedingt sofort heiraten?“
„Weil… Ich liebe dich einfach so sehr! Und das wäre einfach ein Symbol für unsere Liebe. Etwas, das zeigt, dass wir beide einfach zusammengehören!“ Marc dachte über ihre Worte nach und musste ihr auch zustimmen, dass er auch gerne zeigte, dass sie zu ihm gehörte. Aber heiraten konnte und wollte er sie einfach noch nicht. Es wäre falsch, diesen Schritt zu gehen, bevor er bereit dazu war.
„Hör mal, Hasenzahn… ich werde dich nicht heiraten, nur weil du das gerne hättest…“
„Das will ich doch auch gar nicht! Ich will dich heiraten, ja, aber nur, wenn wir beide das wollen!“, stellte sie klar und brachte Marc so dazu, sie noch ein Stück mehr zu lieben. Weil sie ihn zu nichts zwang oder drängte. Vielleicht war er irgendwann zum Heiraten bereit, denn es lag mit Sicherheit nicht daran, dass er sie nicht genügend liebte.
„Gib uns und vor allem mir noch etwas Zeit, okay? Außerdem ist es doch auch schön so, wie es ist. Mein Leben ist eh schon vollkommen anders seit wir zusammen sind. Oder eben seit ich weiß, was du… mir bedeutest! Aber lass es uns nicht gleich überstürzen, okay?“ Gretchen nickte und fühlte sich auch gleich wieder besser. Enttäuscht war sie zwar dennoch noch etwas, aber sie wusste, dass er sie wirklich liebte und vielleicht irgendwann bereit dazu war. „Und was ein Symbol angeht…“ Er stütze sich an ihr auf, nahm ihr Gesicht in seine Hände und gab ihr einen Kuss auf die Lippen. „So eins kannst du dir jederzeit abholen.“ Er lächelte sie an und sie erwiderte es. Dieser Mann schaffte es auch nach der größten Enttäuschung, sie wieder zum Lachen zu bringen. Ganz egal, ob sie nun bald heiraten würden oder nicht. „Und jetzt fahren wir nach Hause!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

03.08.2010 20:06
#308 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc packte Gretchen bei der Hand und zog sie zu sich hoch. Sie gingen gemeinsam ein paar Schritte, doch bevor sie die Damentoilette verlassen konnten, blieb Gretchen abrupt wie versteinert stehen und dachte nicht im Traum daran, noch weiterzugehen.
„Was ist denn los?“, fragte Marc besorgt nach, der schon davon ausgegangen war, dass alles geregelt war.
„Ich geh da nicht raus! Die lachen mich doch alle aus!“
„Da lacht schon keiner! Und selbst wenn… Wir haben mit den Leuten nie wieder was zu tun! Also komm mit!“, wollte Marc Gretchen beruhigen, doch so leicht war das nicht. Gretchen hatte da immerhin auch noch eine Alternative anzubieten.
„Wir können doch auch durchs Fenster rausklettern!“, schlug Gretchen vor. Das war auf jeden Fall besser als da jetzt wieder rauszugehen.
„Hasenzahn, dann werden sie erst recht lachen, wenn du da im Fenster stecken bleibst!“
„Boah, Marc, du bist so…“
„Fies, ich weiß!“, vollendete Marc ihren Satz und nahm ihr so die verantwortungsvolle Aufgabe ab, ihn zu beleidigen. Dabei meinte er es ja gar nicht so böse, wie es immer rüberkam. Bei ganz freundlicher Auslegung könnte man es auch als gut gemeinten Rat sehen. „Aber jetzt komm mit und scheiß einfach auf die Leute!“
„Wenn du bei mir bleibst…“, bat sie ihn schüchtern lächelnd und fühlte sich gleich eine Spur sicherer, als eine den Druck um ihre Hand verstärkte, um ihr zu verdeutlichen, dass er ihr auf keinen Fall von der Seite weichen würde. Er gab ihr die Kraft und Zustimmung, die sie brauchte, um erhobenen Hauptes das Lokal wieder zu verlassen. Er hatte sie schon 2 Jahre früher als von ihr ursprünglich veranschlagt aus der Toilette herauslocken können. Jetzt würde sie sich auch allen anderen stellen können. Sie hatte an ihrer Seite den Mann, der sie aufrichtig liebte. Wenn er auch noch nicht ans Heiraten dachte, war er bei dem Thema ja doch nicht weggelaufen, sondern hatte sie in ihrer Enttäuschung liebevoll aufgefangen und ihr den Funken Hoffnung gegeben, dass er irgendwann seine Meinung ändern könnte. Und bis dahin wären sie auch so glücklich zusammen. Und das war doch die Hauptsache.
„Ich liebe dich, Marc!“ Bevor sie sich gemeinsam den neugierigen Blicken der anderen stellten, war es Gretchen ein großes Anliegen, ihm das noch einmal zu sagen. Auch, um ihm zu zeigen, dass das eben Passierte nichts an ihren Gefühlen ändern würde.
„Ich weiß!“, antwortete Marc mit einem schelmischen Grinsen und zog Gretchen ganz fest in seine Arme und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen, der dabei auch ohne Worte verdeutlichte, dass er sie genauso liebte. Sie war die einzige Frau, bei der er eine spätere Heirat nicht kategorisch ausschloss und ihr allein für den Wunsch oder Gedanken den Vogel zeigte. „Ich dich übrigens auch!“, raunte er ihr nach dem Kuss noch leise ins Ohr und öffnete dann endlich die Tür zurück. Wie erwartet richteten sich auch gleich einige Augenpaare auf die beiden und eine sanfte Röte zierte prompt Gretchens Gesicht. Diese blieb von Marc selbstverständlich nicht unbemerkt und er wusste, dass sie wieder etwas mehr Beistand brauchen könnte. Er legte den Arm um ihre Schulter und so eng aneinandergeschlungen konnte sogar Gretchen mit etwas mehr Selbstbewusstsein das Restaurant unter den Blicken der anderen verlassen.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

05.08.2010 03:45
#309 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ganz so spurlos ging der Abend aber nicht an den beiden vorbei und das Thema spukte auch noch nachts in den Köpfen der beiden.

Es versprach ein ganz normaler Arbeitstag zu werden. Zumindest war bis jetzt alles ganz normal für Gretchen verlaufen. Alles schien genau so wie immer. Und wie immer wollte Gretchen auch nun ihre Pause mit Marc verbringen. Voller Vorfreude machte sie sich auf den Weg zu seinem Büro, bis sie jedoch ein komisches Gefühl beschlich. Etwas sagte ihr, dass sie nicht zu dieser Tür gehen sollte, um sie zu öffnen. Aber wie automatisch trugen ihre Füße sie immer weiter. Sie wollte nicht weiter, aber stoppen konnte sie nicht, so sehr sie es auch wollte. Die Tür öffnete sich und was sie da sah, trieb ihr den Schrecken und die Tränen in die Augen. Denn Marc saß dort nicht alleine auf seinem Schreibtischstuhl, sondern Natalie direkt auf ihm und wohl vertieft in ein Liebesspiel. Gretchen konnte sich nicht bewegen, nichts sagen, noch nicht einmal weinen. Sie konnte nur ihren Blick nicht abwenden und war gezwungen, zuzusehen. Marc drehte seinen Kopf ruhig zur Seite und sah Gretchen mit einem gleichgültigen Blick an.
„Ja, was?“, sprach er sie ebenso gelassen an, als wäre es das Normalste von dieser Welt. „Nur weil du heiraten wolltest, heißt das noch nicht, dass ich nicht meinen Spaß haben darf! Du hast mich einfach zu sehr eingeschränkt, Hasenzahn!“


Schwer atmend schreckte Gretchen aus ihrem Traum auf und saß mit einem Schlag kerzengerade im Bett. Noch immer spukten die Bilder von ihrem Freund und einer anderen Frau in ihrem Kopf herum. Dabei war es nur ein Traum. Ein böser Albtraum. Sie sah zur Seite, wo Marc ganz friedlich schlief. Vereinzelt fiel ihm eine Haarsträhne ins Gesicht und er wirkte so, als könnte er kein Wässerchen trüben. Langsam legte sie sich wieder hin und drehte sich mit dem Gesicht zu Marc gewandt.
„Du würdest mir das nicht antun, oder? Es war nur ein Traum…“ Sie redete mehr mit sich selbst als mit dem Mann an ihrer Seite und schloss wieder die Augen, um in einen hoffentlich ruhigeren Traum zu fallen. Und auch Marcs Nacht blieb nicht traumlos.

Marc saß gemütlich auf seiner Couch und trank genüsslich ein kaltes Bier. Lange währte dieser Frieden jedoch nicht und schon wurde ihm die Flasche aus der Hand gerissen. Er blickte auf und sah Gretchen, die mittlerweile eine riesige Kugel vor sich herschob.
„Marc, wir sind schwanger! Alkohol ist tabu!“, wies sie ihn forsch und streng an und stemmte dabei eine Hand gegen die Hüfte.
„Also soweit ich weiß, bist nur du schwanger!“
„WIR sind verheiratet und WIR bekommen auch zusammen dieses Kind! Wir machen das alles gemeinsam durch, verstanden?“
„Ist ja gut!“, lenkte Marc ein, der keine Lust auf eine weitere Diskussion hatte.
„Dann mal auf! Wir müssen noch zur Geburtsvorbereitung und danach müssen wir noch die Kinder von meinen Altern abholen!“
„Welche Kinder?“
„Na, unsere anderen vier Kinder? Also jetzt auf!“


Auch Marc wachte in dieser Nacht vor Schreck auf. Sollte er wirklich einmal so unter dem Pantoffel von Gretchen stehen, wenn sie verheiratet waren? Das war doch nicht mehr er. Er war doch nicht der Mann, der sich herumbefehlen ließ, seine Frau zum Hecheln begleitete und einen Haufen Kinder in die Welt setzte. Er blickte zur Seite, wo inzwischen Gretchen wieder ruhig schlief. Die Frau, die er liebte. Wegen so einem blöden Traum würde er sich doch keine Panik einreden lassen. Das hieß doch noch lange nicht, dass ein späteres Familienleben wirklich so ablaufen musste. Er legte sich wieder nah neben seine Freundin und spürte, wie er wieder ruhiger wurde.
„Keine fünf Kinder, okay?“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

05.08.2010 13:57
#310 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sowohl Gretchen, als auch Marc bemühten sich in nächster Zeit um einen normalen und vertrauensvollen Umgang miteinander, was jedoch nicht immer leicht fiel. Über jenen Abend wurde nicht mehr gesprochen. Weder untereinander, noch mit anderen. Und sollte das Thema doch irgendwie im Raum stehen, bekämpften sie es einfach mit körperlicher Beschäftigung, die sehr gut ablenken konnte. Bei der Arbeit hatte Gretchen jedoch stark mit erhöhter Eifersucht zu kämpfen, die sie seit ihrem Traum hatte. Zu groß war einfach die Angst, dass das wirklich wahr werden könnte und Marc sie betrügen könnte. Er hatte ihr seine Liebe natürlich versichert, aber die Zweifel ließen sich einfach nicht abschütteln. Vielleicht wurde ihm doch alles zu eng. Woher sollte sie das denn so genau wissen? An der Beziehung festhalten wollte sie aber natürlich unbedingt. Und zum Pflegen dieser Beziehung machte sie sich auch an diesem Arbeitstag wieder auf den Weg in sein Büro. Doch irgendwie hatte sie auch jetzt ein komisches Gefühl dabei. Dabei träumte sie definitiv nicht.
Ich bin doch paranoid! Marc liebt mich und wird unsere Beziehung garantiert nicht einfach so aufs Spiel setzen. Nein, das wird er nicht tun. Er war vielleicht früher mal so, dass ihm alles und jeder egal war, aber heute nicht mehr.
Gretchen schoss ihre Zweifel in den Wind und öffnete die Tür zum Büro. Das, was sie dort zu sehen bekam, brachte ihr Unbehagen jedoch gleich wieder zurück. Marc saß zurückgelehnt hinter seinem Schreibtisch und dahinter lugten zwei Beine hervor, doch der passende Kopf dazu, war vom Tisch verdeckt. Dennoch konnte Gretchen gut erkennen, wie sich der Körper immer wieder vor und zurück bewegte und irgendetwas in Marcs Leistengegend zu veranstalten schien.
„Vielleicht bisschen fester? Dann haben wir’s auch schneller hinter uns!“ Marcs dabei gelangweilten Unterton überhörte Gretchen hierbei wohlwollend und sie sah nur das, was sie in diesem Moment sehen wollte. Schlagartig schien ihr klar zu sein, dass Marc von ihrem Heiratswunsch doch zu überfordert war und wieder sein altes Leben aufnehmen wollte.
„Was genau wird das hier?“, fragte Gretchen mit zittriger Stimme und verschränkte die Arme vor ihrem Körper. Erst jetzt sah Marc wirklich auf in die schockierten Augen seiner Freundin, blickte anschließend vor sich hinunter auf die Frau zu seinen Füßen und kombinierte, was Gretchen hier denken musste.
„Also, es ist bestimmt nicht das, was du hier jetzt gerade denkst!“, rechtfertigte Marc und rutschte mit seinem Stuhl nach hinten, sodass er keinen Halt mehr geben konnte und sich die Frau vor ihm aufrichte musste. Gretchens Gesichtsausdruck wurde jedoch nicht begeisterter, als sich die Frau als ihre Kollegin Natalie entpuppte und sofort erinnerte sich Gretchen an ihren Traum.
„Vielleicht sollte ich besser gehen… Entschuldigung nochmal…“, murmelte Natalie noch und huschte mit gesenktem Blick an Gretchen vorbei. Die Sache sollten die beiden unter sich klären. Sie wollte sich aus dieser Beziehung lieber heraushalten. Auch Gretchen war froh, dass sie mit Marc nun alleine war und ihre Konkurrentin nicht mehr sehen musste.
„Ich warte!“
„Glaubst du, ich vögle die heimlich in meinem Büro?“
„Ich weiß es nicht! Sag du’s mir!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

05.08.2010 16:46
#311 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Also jetzt machst du dich hier wirklich lächerlich!“
„Würdest du mir bitte mal antworten? Habt ihr hier oder habt ihr nicht?“ Dass Marc offensichtlich schockiert war, dass sie so etwas Absurdes denken konnte, missachtete sie. Aber die Enttäuschung über die nicht stattgefundene Verlobung saß einfach tiefer als sie sich selbst zugestehen wollte. Sie fühlte sich nicht gut mit diesem Misstrauen, aber sie konnte die Angst nicht bekämpfen, die sich in ihr eingenistet hatte.
„Sie ist vorbeigekommen, weil sie mich etwas über die OP heute Nachmittag fragen wollte. Dummerweise hat sie dann ihr Getränk über mir verschüttet und dann wollte sie das irgendwie mit einem Taschentuch wieder in Ordnung bringen. Ich hab ihr gesagt, dass ich das schon selber kann, aber sie wollte irgendwie nicht hören. Mehr war da nicht! Aber du solltest hier dringend an deinen Paranoia arbeiten!“ Marc stand auf und demonstrierte Gretchen so auch mit seiner geschlossenen Hose, dass da nichts gelaufen sein konnte und präsentierte ihr dabei auch den etwas dunkleren Fleck, der Beweis seiner These war. Zwar war Gretchen froh, dass Marc ihr wohl doch treu war, aber nun schämte sie sich für ihr Misstrauen und dass sie ihm so etwas unterstellen konnte. So langsam kam sie sich wirklich paranoid vor. Und das alles nur wegen eines blöden Missverständnisses, das noch nicht ganz aus der Welt geräumt war.
„Gut, ich hab überreagiert! Aber versetz dich doch bitte mal in meine Lage! Ich muss dir ja wohl nicht sagen, wie du immer warst! Und muss ich dich auch daran erinnern, wer hier ausgeflippt ist, weil ich vor dir Beziehungen hatte? Und die kann man wenigstens an einer Hand abzählen!“
„Ach komm, das war doch etwas vollkommen anderes!“
„Warum? Weil ich eine Frau bin, oder was?“
„Weil da bei dir verdammt nochmal immer Gefühle dabei waren!“, erwiderte Marc laut und kam um den Schreibtisch herum auf Gretchen zu, die noch immer ihre Arme verschränkt hielt. „Und ja, ich weiß, wie ich früher war! Ich WAR so! Aber ich dachte wirklich, dass du langsam mal gecheckt hast, dass ich hier nicht mehr einer von dieser Rumfickern bin! Wegen dir, okay? Was soll ich bitte noch tun, um dir das zu beweisen?“
„Heiraten willst du mich ja ganz offensichtlich nicht…“, schnitt Gretchen nun das eigentliche Problem an, das sie quälte. Seine Zurückweisung. Daraufhin konnte Marc nur genervt aufstöhnen und drehte sich kurz von seiner Freundin weg, um sich passende Worte zurechtzulegen und zu überdenken, was das bedeutete. Er hatte gedacht oder viel mehr gehofft, dass das Thema geklärt wäre. Er strich sich noch einmal seine Haare nach hinten, die ihm nur Sekunden darauf wieder in die Stirn fielen, und drehte sich wieder um.
„Darum geht’s also? Dass ich dich nicht heiraten will? Ich dachte, wir wären so auch glücklich zusammen!“
„Ja, schon, aber…“ Verunsichert wollte sich Gretchen rechfertigen und die Sache noch irgendwie herunterspielen und zu einem guten Ende bringen, aber Marc fiel ihr ins Wort, bevor sie dazu kam.
„Hasenzahn, die Welt dreht sich nicht nur um so ein blödes Versprechen, das sowieso von der Hälfte gebrochen wird! Wenn bei dir eine Beziehung so aussieht, dann hab ich echt keinen Bock auf den Scheiß!“ Marc wusste nicht, welche große Bedeutung seine Aussage für Gretchen hatte. Jegliche Hoffnung auf ein zukünftiges Familienleben war wie eine Seifenblase zerplatzt und noch viel schlimmer war, dass er wohl doch nicht so sehr an der Beziehung hing, wie sie gedacht hatte. Sie spürte, wie sich ein ganzer Wasserfall in ihren Augen zu bilden schien und sie wollte nur noch eines: weg!
„Wenn das so ist, dann geh ich wohl mal besser!“, warf sie ihm noch an den Kopf, ehe sie fluchtartig sein Büro verließ.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

06.08.2010 04:27
#312 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Aufgebracht, wie sie noch immer war, führte sie ihr erster Weg zum Schokoladenautomaten. Nervennahrung war das, was sie jetzt am dringendsten brauchte. Viel Kalorien und Zucker in Form von reinster Zartbitterschokolade. Schokolade war immer da und immer bereit. Und vor allem machte sie keine Vorwürfe und zweifelte nicht. Schokolade war der beste Freund der Frau. Daher kaufte sich Gretchen auch gleich mehrere Tafeln der Süßigkeit und machte sich mit diesen auch gleich auf die Flucht aus dem Krankenhaus. Zumindest aus dem Gebäude an sich. Noch war ihre Schicht ja nicht zu Ende und Ärger wollte sie keinen riskieren. Sie setzte sich im Krankenhauspark auf die Bank und holte die erste Schokolade aus ihrer Verpackung. Doch genießen konnte sie ihr Essen nicht. Marcs Worte hallten ihr ständig durch den Kopf. Sie hatte gedacht, dass sie das Thema ‚Heiraten’ wirklich vergessen könnte und die Beziehung auch so genießen könnte. Doch der heutige Tag hatte wieder mit aller Gewalt unter Beweis stellen müssen, dass sie es nicht konnte und scheinbar noch nicht genug Tränen vergossen wurden. Ihr Verstand sagte ihr, dass man nach knapp 2 Monaten Beziehung noch nicht heiraten musste und vielleicht auch nicht einmal sollte, aber ihr Herz war da anderer Meinung. Sie spürte doch ganz genau, dass diese Liebe etwas Besonderes und Einzigartiges war. Sie hatte keinerlei Bedenken, was die Beziehung anging. Sie war für alles bereit. Nur war er es offenbar noch nicht. Sie wollte es ihm nicht übel nehmen, aber auf eine gewisse Weise tat sie es. Wenn sie nur in ihn hineinsehen könnte. Wissen, was er fühlte und dachte. Sie wollte nur genau wissen, woran sie bei ihm war.
„Doktor Haase!“ Maria Hassmanns Stimme riss die grübelnde Chirurgin aus ihren Gedanken, die ihre Umgebung komplett vergessen hatte und so nicht mehr in der Lage war, rechtzeitig vor ihrer Kollegin zu flüchten. Schon saß die Neurologin ebenfalls auf der Parkbank und wandte sich Gretchen zu.
„Frau Doktor Hassmann, ich bin beschäftigt!“ Niemals war Gretchen weniger in der Laune gewesen, ein Gespräch mit Maria zu führen. Sie hatte immerhin Streit in ihrer Beziehung, die möglicherweise schon ganz gewaltig auf der Kippe stand.
„Ja, das sehe ich!“, erwiderte Maria mit einem abschätzigen Blick auf die Schokolade, die Gretchen in den Händen hielt. „Ich brauche Ihre Hilfe!“ Darauf hatte Gretchen nun wirklich keine Lust. Eher brauchte sie selbst Hilfe als dass sie jemandem als unterstützende Kraft zur Seite stehen konnte.
„Ich kann jetzt wirklich nicht! Kann das nicht warten?“
„Was sind Sie denn heute so schlecht drauf? Ärger im Paradies?“ Damit traf Maria voll ins Schwarze. Gretchen ließ ihren Blick betrübt zu Boden sinken und gab so auch wortlos eine Antwort auf Marias Frage. „Verstehe. Dann komm ich ja auch gar nicht so ungelegen mit meiner Frage. Heute Abend findet ein Speed Dating statt. Ursprünglich wollte ich da mit einer Freundin hin, aber die kann jetzt nicht mehr. Aber ich will da nicht alleine hin.“ Gretchen erhob wieder ihren Blick und sah Maria entsetzt an, als sie erkannte, worauf das hinauslaufen sollte.
„Frau Hassmann! Ich werde mit Ihnen garantiert nicht zum Speed Dating gehen! Ich bin zufälligerweise in einer Beziehung.“
„Ich dachte, es läuft nicht so gut?“
„Ja, mag sein, aber… Ich werde mir nur wegen so ein paar… größeren… Reibereien nicht gleich einen Neuen suchen! Immerhin liebe ich Marc trotz allem!“
„Dann kommen Sie eben einfach so mit! Jetzt stellen Sie sich mal nicht so an! Ist doch nur ein Abend, an dem Sie ein paar Gespräche führen! Lassen Sie mich bitte nicht hängen!“ Gretchen stöhnte auf und merkte, wie sie langsam innerlich einlenkte. Sie konnte eine Bitte einfach schlecht ausschlagen. Es war nur ein Abend und sie hatte ja nicht die Absicht, Marc zu betrügen oder gar auszutauschen. Sie unterstützte nur eine Art Freundin.
„Ist ja gut! Das ist aber das letzte Mal, dass ich Ihnen bei so etwas helfen werde!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

06.08.2010 22:54
#313 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Gretchen hatte ihren Feierabend kaum abwarten können und war froh, dass ihr Pieper nie nach ihr gerufen hatte und sie so Marc nicht mehr begegnen musste. Vermutlich war er momentan auch nicht in Stimmung, sie zu sehen. Jeder brauchte erst einmal etwas Abstand, bevor sie wieder miteinander reden wollten. Gretchen hatte mit Maria noch ausgemacht, dass diese sie von Marcs Wohnung aus abholen würde. Da Marc sowieso noch einiges zu erledigen hatte, sollte das auch klappen. In ihrem Elternhaus würde Gretchen nie und nimmer etwas zum Anziehen finden. Aufbrezeln wollte sie sich zwar nicht, aber in ihren ältesten Lumpen wollte sie dennoch nicht aufkreuzen. Eine Jeans und eine schlichte Bluse empfand sie als genug. Maria hingegen hatte sie für den Abend viel aufreizender gekleidet und zeigte viel Ausschnitt und viel Bein. Gretchen stieg zu ihr ins Auto, aber war noch immer unsicher, was genau sie hier eigentlich machte. Solange sie nichts machte und auch nicht plante, etwas zu tun, war es zwar kein Betrug, aber sie fühlte sich doch nicht wohl dabei und musste nur an Marc denken. Doch auch Maria redete ihr immer wieder gut zu und Gretchen wollte den Abend einfach auf sich zukommen lassen.

Im Elisabethkrankenhaus schlenderte Mehdi währenddessen durch die Gänge und war auf dem Weg zu seinem Büro. Auf dem Weg dorthin kam er jedoch an Schwester Sabine und Schwester Ingeborg vorbei, die in einem kleinen Nebengang beisammen standen und den neuesten Tratsch austauschten.
„Mensch, Sabine, wenn ich es doch die ganze Zeit sage! Die beiden gehen zum Speed Dating! Und bei der Hassmann ist das doch auch kein Wunder. Seit der Kaan sie abserviert hat, war bei der doch auch nichts mehr los. Und dass die sexuell etwas frustriert ist, hat doch auch schon jeder mitbekommen!“ Unauffällig versteckte sich Mehdi hinter der Wand und lauschte dem Gespräch der beiden gut informierten Frauen. Es interessierte ihn zu hören, was Maria tat und es schmerzte ihn zu wissen, was sie tat. Offenbar hatte sie mit ihm abgeschlossen und war schon wieder auf der Suche. Sein Herz verkrampfte sich ähnlich wie damals, als er merkte, dass Gretchen in Wahrheit doch Marc liebte. Dabei wollte er derjenige sein, der geliebt wurde. Wie ein Blitz überkam ihm die Erkenntnis, dass Maria schon lange mehr war als nur eine Kollegin oder auch eine gute Freundin. Er sah sie nun richtig als die Frau, die sie war. Eine attraktive, hübsche und intelligente Frau, mit der er zusammen sein wollte. Er liebte sie. Er hatte sich wirklich mit ganzem Herzen in Maria verliebt. Und wenn er Glück hatte, war sie vielleicht doch noch nicht verloren…
„Ja, aber die Frau Doktor… Sie und der Doktor Meier sind doch so ein schönes Paar…“ Als das Thema auf Gretchen gelenkt wurde, blieb Mehdi noch hellhörig. Denn hier ging es um die Beziehung seines besten Freundes und auch für Gretchen wollte er nur das Beste.
„Aber seit diese neue Ärztin hier arbeitet, läuft es bei denen ja auch nicht mehr so. Das sieht doch ein Blinder, dass sie sich nicht mehr so verstehen. Ich konnte es zwar nicht so ganz glauben, dass das vorbei sein soll, aber ich weiß ganz genau, dass sie mit der Hassmann mitgeht. Wir Schwestern wissen alles. Das weißt du doch!“ Mehdi entschied, dass er genug gehört hatte. Maria und Gretchen gingen tatsächlich zusammen zum Speed Dating. Das musste unbedingt verhindert werden. Schnell änderte Mehdi seinen Plan und suchte nun nicht mehr sein, sondern Marcs Büro auf.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

07.08.2010 03:46
#314 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

In Anbetracht der akuten Notlage, in der er steckte, empfand es Mehdi nur als unnötige Zeitverschwendung, an der Tür zu Marcs Büro zu klopfen und zog es stattdessen vor, direkt einzutreten. Da es um Marcs Laune aber nicht gerade zum Besten stand, reagierte dieser alles andere als begeistert.
„Sag mal, hast du den Arsch offen? Noch nie was von Anklopfen gehört? Und jetzt raus!“, wies Marc an und schien sich dann augenscheinlich wieder auf einige Unterlagen vor ihm zu konzentrieren. Doch der strenge Rauchgeruch und der prall gefüllte Aschenbecher auf dem Schreibtisch verrieten, dass es mit dem Arbeiten gerade nicht so für Marc klappen wollte. Zu sehr hingen seine Gedanken an Gretchen. Seit ihrem Streit hatte er sie nicht gesehen und er wusste auch nicht, wie er ihr gegenübertreten sollte. Deswegen saß er auch lieber unnütz und rauchend in seinem Büro als nach Hause zu fahren, wo Gretchen auf ihn warten könnte.
„Marc, wir haben ein Problem!“ Mehdi, der natürlich nicht im Traum daran dachte, wirklich zu gehen, schloss stattdessen die Tür von innen und trat näher an Marcs Schreibtisch heran. Marc würde schon noch erkennen, dass es besser so war.
„Ja, das haben wir wirklich gleich, wenn du hier nicht sofort abhaust!“
„Maria und Gretchen gehen heute zum Speed Dating!“, platzte Mehdi mit seinem Anliegen heraus und konnte auch gleich erkennen, wie sich Marcs Augen sichtlich weiteten. Es dauerte nicht lang, bis der Chirurg die Dringlichkeit der Lage erkannte und urplötzlich aufsprang und nach seinen Schlüsseln griff.
„Meine Fresse, warum sagst du das denn nicht gleich? Die kann was erleben!“ Aufgebracht hechtete Marc zur Tür und öffnete diese blitzschnell. Bevor er sein Büro jedoch verließ, bemerkte er, dass Mehdi ihm nicht folgte, sondern stattdessen bewegungslos im Raum stand. „Kommst du jetzt, oder was?“
„Vielleicht sollten wir erst nachsehen, wo das heute stattfindet?“, schlug Mehdi besonnen vor. Im Gegensatz zu Marc hatte er schon mehr nachgedacht und wollte nicht einfach mal auf gut Glück losziehen. Doch hatte der Gynäkologe auch Verständnis, dass Marc das Denken gerade schwerer fiel. Auch er hatte die neusten Spannungen zwischen den beiden bemerkt, aber auch wenn er nicht wusste, was die Ursache dafür war, war er sich doch sehr sicher, dass Marc Gretchen noch immer abgöttisch liebte und es deshalb niemals zulassen würde, dass sie sich einen neuen Mann suchte. Warum Gretchen sich aber auch diese Veranstaltung überhaupt eingelassen hatte, konnte auch Mehdi nicht ganz nachvollziehen. Dabei dachte er, in all den Jahren als Gynäkologe genug über Frauen gelernt zu haben.
„Äh…“ Auch Marc konnte sich der Logik von Mehdis Vorschlag nicht entziehen. Natürlich konnten sie nicht einfach so losfahren. Aber es musste so schnell wie möglich gehen. Keinesfalls wollte Marc auch nur eine Sekunde an Zeit verlieren. Er musste zu Gretchen und herausfinden, was sie dort tat, wenn sie doch noch in einer Beziehung steckten. Falls sie noch in einer Beziehung steckten. Einfach so stumm abservieren lassen würde er sich bestimmt nicht. „Siehst du dann bitte mal schnell nach? Ich fahr dann schon mal den Wagen vor!“
„Sollte nicht lieber ich fahren? Du scheinst mir gerade etwas zu… nervös zu sein?“
„Bin ich überhaupt nicht! Außerdem würde ich da gerne heute noch ankommen und wir wissen ja beide, wie du fährst!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

07.08.2010 16:17
#315 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Das Speed Dating war währenddessen schon im vollen Gange und es schienen sich fast alle zu amüsieren und angeregt zu unterhalten. Nur eine leger gekleidete, blonde Frau saß an ihrem Tisch und schien sich in ihrer Haut nicht so wohl zu fühlen. Eher statisch beantwortete sie die Fragen der Männer, die sich nacheinander ihr gegenüber setzten. Sie gab sich abweisend und das merkten die Männer natürlich auch. Doch das kam Gretchen auch gelegen. Sie hatte kein Interesse und war doch sowieso nur hier, weil sie es nicht übers Herz gebracht hatte, Maria abzusagen. Wenn es bei ihr selbst schon nicht so rund in der Liebe lief, konnte sie vielleicht wenigstens andere dabei unterstützen. Und vielleicht würde sich das Liebesglück ja auch irgendwie auf sie wieder übertragen. Vielleicht erkannte Amor ja, dass sie auch etwas Glück in der Liebe verdient hatte. Oder war es wirklich unmöglich eine normale Beziehung mit Marc Meier zu führen, bei der nicht alles sofort in einen riesigen Streit ausartete? Vielleicht war es wirklich besser, wenn sie nicht sofort heirateten und vielleicht war es sogar so, dass sie im Grunde beide nicht bereit dafür waren. Und sie wollte auch keine Ehe führen, in der Streit die einzige Art der Kommunikation war. Denn noch würde es wohl auf so etwas hinauslaufen.
„Gretchen? Hören Sie mir überhaupt noch zu?“, fragte sie ihr ‚Date’, ein Mann Ende Dreißig, mit schwarzem Haar und braunen Augen. Nur war das nicht der Mann, mit dem sie jetzt reden sollte. Egal, ob Marc sie nun sehen wollte oder nicht, das alles musste jetzt geklärt werden. Ihre Kollegin neben ihr schien sich hier ja prächtig zu amüsieren und machte nicht den Eindruck, dass sie hier Unterstützung brauchte.
„Tut mir Leid, aber ich…“ Bevor sich Gretchen flüchtig verabschieden konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit von einer ihr sehr gut bekannten Stimme abgelenkt.
„Ist mir scheißegal, ob da noch Plätze frei sind oder nicht! Sie lassen mich da sofort durch!“, pöbelte Marc herum und drängte sich an allem vorbei. Schnell fiel ihm Gretchen ins Auge und mit einem ziemlich wütenden Blick stürmte er auf sie zu. Etwas weniger auffällig stahl sich auch Mehdi hinter Marc rein und steuerte Marias Tisch an, der direkt neben Gretchen stand. Doch das Wort ergriff Marc, der seine Sache nun unbedingt klären wollte.
„Was zur Hölle machst du hier? Speed Dating? Bei dir hakt’s wohl!“ Sauer bäumte sich Marc vor seiner Freundin auf und machte ihr mit seinem Blick und seiner Körperhaltung klar, dass er eine Antwort forderte. Doch bevor sich Gretchen rechtfertigen konnte, dachte Mehdi, es wäre nun der richtige Zeitpunkt, dass er seine Sache klären konnte.
„Und was machst du hier?“, fragte er Maria, die sich genervt und mit verschränkten Armen zurücklehnte. Sie sah es ja gar nicht ein, dass sie sich vor ihm rechtfertigen sollte.
„Mehdi, jetzt halt die Klappe! Ich bin hier jetzt mal zuerst dran!“ Jedes andere Gespräch im Raum war inzwischen schon eingestellt wurde und alle Ohren lauschten der Auseinandersetzung, die dort an den zwei Tischen anfing. Genauso waren alle Augenpaare auf dieselbe Szene ausgerichtet, wovon sich Marc jedoch nicht im Geringsten beeindrucken ließ. Wenn er mit Gretchen reden wollte, konnte ihn davon keiner abhalten. „Also, Hasenzahn, lass mal hören. Was hast du dir hierbei gedacht?“
„Marc, ich…“
„Entschuldigen Sie, aber ich glaube nicht, dass die Dame gerade mit Ihnen reden will.“, mischte sich der Mann gegenüber von Gretchen ein, der wohl gerade am wenigsten wusste, wie ihm gerade geschah. Zu spät hatte er erkannt, dass man sich aus manchen Angelegenheiten besser heraushielt. Denn Marc war gerade alles andere als milde gestimmt und dachte nicht daran, das auch zu verbergen.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

08.08.2010 04:03
#316 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Breaking News - Vor wenigen Minuten hab ich endlich diese Story fertig geschrieben Mit diesem sind es noch 33 Teile. So lange müsst ihr es noch mit mir aushalten


„Du Lackaffe hältst dich hier aber mal ganz schnell raus! Also mach nen Abflug, sonst kriegst du gleich ein paar aufs Maul! Von so Flachpfeifen wie dir will Gretchen ohnehin nichts!“ Sie hätte niemals hierhin kommen dürfen, dachte sich Gretchen nur die ganze Zeit. Und dieser Mann, dessen Namen sie nicht einmal mitbekommen hatte, war auch noch unschuldig in diese Sache hineingezogen worden. Höchste Zeit für ein klärendes Gespräch.
„Marc, bitte! Lass uns das später klären!“
„Später? Soll ich dich jetzt auch noch mit diesem Schleimer hier alleine lassen? Solange ich hier nichts anderes behaupte, bist du noch immer MEINE Freundin!“ Gretchen konnte nicht anders als sich innerlich über seine Worte zu freuen. Trotz ihrer Differenzen verteidigte er sie noch immer so lautstark als seine Freundin und ließ dabei keinen Widerspruch zu. „Und das wirst du gefälligst auch noch sehr lange bleiben! Und wenn du dafür heiraten musst…“
„Wie? Sie wollen schon heiraten?“, fragte Maria halb amüsiert über die Szenerie in die Runde und erntete dafür von allen Seiten einen Blick, der sie zum Schweigen aufforderte. Denn keiner der Gäste konnte sich der Spannung entziehen und wollte erfahren, wie diese Diskussion weiterging.
„Also… Wenn du nur mit mir zusammen sein kannst, wenn wir verheiratet sind, dann… dann machen wir das eben!“ Gretchen wollte diese Worte nicht so recht glauben, die sie da zu hören bekam. Ihr zuliebe würde Marc sie wirklich heiraten? Aber so eine Ehe wollte sie keinesfalls. Damit würde Marc nicht glücklich werden und auch sie selbst nicht. Sie wollte erst heiraten, wenn sie beide es wollten und bereit dazu waren und nicht, weil es keinen anderen Weg gab. Denn es gab auch sonst so viele Wege, die das Paar gemeinsam gehen konnte und mit denen sie glücklich sein konnten.
„Aber das will ich doch gar nicht!“, platzte Gretchen heraus und überraschte nun Marc mit dieser Aussage, der dabei seine Augen weitete. Seit wann wollte Gretchen nicht mehr heiraten? Im besten Fall hatte sie eingesehen, dass es zu früh war und im schlimmsten Fall hatte sie die Nase ganz von ihm voll.
„Wie… Du willst nicht?“
„Nein, will ich nicht!“, wiederholte sich Gretchen und stand auf, um auf Marc zuzugehen. Kurz vor ihm kam sie zum Stehen und legte vorsichtig ihre Handflächen auf seine Brust. Eine gewisse körperliche Nähe zu ihm wollte sie aufbauen. Nicht, dass er am Ende noch dachte, dass sie nicht dennoch an der Beziehung hing. „Noch nicht. Du hast ja Recht, dass wir noch nicht so weit sind. Außerdem haben wir ja noch jede Menge Zeit…“
„Seit wann gibst du zu, wenn ich Recht habe?“, hakte Marc schon beruhigter nach und ließ sich sogar zu einem kleinen Lächeln hinreißen. Eben hatte er noch Angst um seine Beziehung mit seiner großen Liebe gemacht, aber nun war er sich sicher, dass sie so schnell nichts auseinanderbringen würde. Zumindest schien auch das Heiraten nicht mehr zwischen ihnen zu stehen.
„Wenn du wirklich Recht hast… Wir arbeiten einfach noch weiter an uns. An der Sache mit dem Vertrauen und der Eifersucht…“
„Dann muss ich Natalie also nicht feuern? Ich meine, ich würde es tun, wenn’s sein muss, aber…“
„Sie ist gut und verdient hat sie es auch nicht… Ich reiß mich auch zusammen!“, versprach Gretchen und fühlte eine angenehme Wärme in sich aufsteigen, als Marc sie zu sich heranzog und seine Arme um sie schloss. „Ist dann alles wieder gut?“
„Also, so wie ich das sehe, schon!“ Obwohl Gretchens Frage mehr geflüstert war, war es nicht Marc, sondern Mehdi, der darauf antwortete. Er hatte lange genug danebengestanden und gewartet, bis die beiden fertig waren.
„Ist ja gut, Alter! Jetzt darfst du gerne dein Zeugs klären!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

08.08.2010 15:44
#317 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc wollte Gretchen schon mit sich aus dem kleinen Lokal ziehen, doch diese war auch gespannt, was das Gespräch zwischen Maria und Mehdi nun ergeben würde. Marc jedoch plante die Versöhnung fortzuführen und das natürlich auf eine ganz bestimmt Art und Weise.
„Was gibt es da denn noch zu klären? Zwischen uns ist doch alles geklärt?“ Noch immer gab sich Maria abweisend und hielt auch die Arme vor der Brust verschränkt. Sie versuchte die Hoffnung zu unterdrücken, dass das letzte Wort doch noch nicht gesprochen war. Denn sie hatte die Nase endgültig voll von irgendwelchen Enttäuschungen.
„Komm, Hasenzahn, wir gehen.“, forderte Marc und zog wieder an der Hand seiner Freundin, doch die wollte partout nicht mitkommen. Sie wollte doch wissen, was zwischen den beiden ablief. Gönnen tat sie es den beiden jedenfalls von ganzem Herzen.
„Mensch, Marc, jetzt warte doch noch ein bisschen!“ Der Chirurg erkannte, dass er Gretchen hier so schnell nicht wegbekommen würde und fügte sich mit einem Stöhnen seinem Schicksal. Die paar Minuten würde er schon irgendwie durchstehen. Danach würde er sich aber holen, was ihm zustand.
„Maria, ich weiß, was ich damals gesagt habe… Und ich hätte auch eigentlich nicht gedacht, dass sich daran etwas ändern würde, aber…“
„Was aber? Willst du mir jetzt sagen, du hast Gefühle für mich entwickelt?“ Spöttisch lachte die Neurologin auf, als hätte Mehdi einen Scherz gemacht. Doch dessen Miene blieb ernst. Denn er machte hier keine Scherze.
„Ja, das will ich!“, antwortete er klipp und klar und augenblicklich verschwand auf das Lachen der brünetten Frau. Sie erkannte, dass Mehdi es ganz offensichtlich ernst meinte. Er meinte es ernst mit ihr. Endlich gab es einen erwachsenen, verantwortungsbewussten Mann, der es ernst mit ihr meinen sollte?
„Du… du machst hier keine Scherze?“
„Nein!“, wiederholte Mehdi seine ehrlichen Absichten. „Ich wollte es mir vielleicht nicht eingestehen, aber du bist schon länger mehr als nur eine Kollegin oder Freundin für mich. Als ich heute gehört habe, dass du hier beim Speed Dating bist…“
„Da müssen wir auch noch drüber reden, warum du überhaupt hier bist, Hasenzahn!“, fiel Marc seinem Kumpel einfach ins Wort und wartete darauf, dass Gretchen ihm eine Antwort gab. Doch diese deutete ihm nur mit einem Blick, dass sie ihm das gleich erklären würde und sie doch erst einmal Mehdi und Maria die Chance geben sollten, ihre Beziehung zueinander zu klären. Mehdi nahm ebenfalls seinen bösen Blick von Marc weg und wandte sich mit einem Räuspern wieder Maria zu.
„Ja, also… ich hab gemerkt, dass es mich stört und… und dass ich gerne derjenige wäre, mit dem du den Abend verbringst. Ich war ein Idiot, aber ich hoffe, dass du mir verzeihen kannst. Manchmal braucht man eben länger, um etwas zu begreifen, aber… ich habe mich wirklich in dich verliebt!“ Marias Kinnlade fiel fast herunter, als Mehdi ihr so unverblümt seine Gefühle offenbarte. Sie hatte schon mit dieser Liebe abschließen wollen, doch es war ihr nicht gelungen. Ihr Herz schlug noch immer für Mehdi Kaan und nun beruhte dies auf Gegenseitigkeit.
„Ich dachte schon, das wird nichts mehr!“, antwortete Maria knapp, bevor sie aufstand und Mehdi auch schon in die Arme fiel. Gekrönt wurde dieses Zusammenkommen natürlich von einem Kuss, der dieses Mal auch wirklich von beiden ausging. Glücklich seufzte auch Gretchen auf, die sich aufrichtig für die beiden freute. Sie lehnte ihren Kopf an Marcs Schulter an und freute sich einfach, dass der Abend so ein schönes Ende gefunden hatte. Doch nach Marcs Empfinden hat er eben erst angefangen.
„Jetzt gehen wir aber wirklich!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

08.08.2010 21:03
#318 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nachdem Gretchen Marc in aller Ausführlichkeit versichert hatte, dass sie sich keinen Ersatz für ihn suchen wollte und nur zur moralischen Unterstützung mitgekommen war, ließ sich dieser besänftigen und hatte es gar nicht eilig genug, um nach Hause zu kommen. So frisch versöhnt suchten und fanden die beiden recht schnell den Weg ins Schlafzimmer. Auf so mancher Ebene mussten sie erst noch zusammenfinden, aber dieses Zusammenspiel beherrschten sie perfekt. Die ersten Kleidungsstücke waren schon gefallen und das wilde Knutschen in vollem Gang, als das störende Klingeln von Marcs Handy ertönte und das Paar gewaltsam aus ihrer eigenen kleinen Welt holte.
„Lass es klingeln!“, forderte Gretchen und strich mit ihrer Hand zärtlich Marcs Wange entlang. Sie wollte Marc jetzt ganz für sich haben und ihn nicht teilen müssen. Schon länger hatte sie sich ihm nicht mehr so nah gefühlt, nun, da nichts mehr zwischen ihnen stand. Sie wollte diesen Moment vollkommen auskosten.
„Hab Bereitschaft.“, entschuldigte Marc sich mit einem flüchtigen Lächeln, bevor er nach in seiner Hosentasche nach seinem Handy kramte und es sich ans Ohr hielt. „Meier?“
„Marc Olivier!“ Eben dieser hielt sein Handy eine Spur weiter von sich weg, als ihm die schrille, laute Stimme seiner Mutter entgegenhallte. Hätte er das früher gewusst, wäre er niemals rangegangen.
„Du sollst mich nicht so nennen, Mutter!“ Als nun auch Gretchen mitbekam, wer dort angerufen hatte, ließ sie sich enttäuscht zurückfallen. Diese Frau hatte wirklich ein ganz schlechtes Timing.
„Stell dir vor, was passiert ist!“ In gewohnter Manier überging Elke ihren Sohn einfach und sprach mit aufgeregter Stimme weiter. Marc konnte sich schon denken, was seine Mutter ihm mitteilen wollte, doch bevor er seinen Vorschlag abgeben konnte, ergriff Elke auch schon wieder das Wort. „Dein Vater hat mir einen Heiratsantrag gemacht!“
„Ach, ne! Wirklich?“ Gelangweilt versuchte Marc den Ahnungslosen zu spielen, doch überrascht war er keineswegs. Zwar hatte er nicht gewusst, wann genau sein Vater diesen Schritt gehen wollte, aber er hatte gewusst, dass es nicht mehr lange dauern würde, seit seine Eltern nach der kleinen Lesetour von Elke wieder in Berlin waren.
„Ja, ich konnte es anfangs selbst kaum glauben! Wer hatte das schon ahnen können? Da sieht man sich nach so langer Zeit wieder und schon bekommt man einen Heiratsantrag!“
„Wirklich unglaublich…“
„Selbstverständlich habe ich angenommen! Das muss gefeiert werden!“
„Aber nicht jetzt! Ich hab hier wirklich noch etwas ganz Wichtiges zu tun!“, meinte Marc mit einem anzüglichen Blick auf seine halbnackte Freundin, die unter ihm lag und ganz dringend eine neue Beschäftigung zu brauchen schien. Und da auch Marc nicht wirklich an einem guten und langen Gespräch mit seiner Mutter interessiert war, würde er sich der Unterhaltung seiner Liebsten widmen.
„Aber Olivier!“
„Tschüß, Mutter!“ Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen beendete Marc das Telefonat und legte sein Handy weg. Anschließend sah er wieder auf Gretchen hinab und zog sie in Gedanken schon vollständig aus. Und nun würde er das auch wirklich tun. „Und wo waren wir beiden jetzt stehengeblieben?“
„Hier, glaube ich!“ Da Gretchen gerade auch keine große Lust zum Reden hatte, fragte sie nicht nach und zog ihren Freund stattdessen lieber zu sich herunter und ließ ihre Lippen wieder zu einem Kuss verschmelzen.


– 1 Jahr später –

Gretchen saß auf dem Bett in Marcs Wohnung und tat etwas, was sie nie wieder tun wollte. Sie weinte. Sie weinte aus Verzweiflung. Verzweiflung, weil sie nicht wusste, wie ihre Beziehung mit Marc weitergehen würde. Sie waren glücklich gewesen und alles schien zwischen ihnen geklärt zu sein. Doch nun war alles anders. Seit sie gerade diese Entdeckung gemacht hatte… Sie erinnerte sich zurück, wie das alles so weit hatte kommen können…

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

09.08.2010 00:00
#319 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Es war vor sechs Wochen gewesen. Das Elisabethkrankenhaus hatte mal wieder einen Ärzteball veranstaltet. Natürlich waren Gretchen und Marc zusammen hingegangen. Immerhin waren sie nun schon so lange zusammen, dass sie selbstverständlich zu jeder Veranstaltung gemeinsam gingen. Und in all den Monaten hatten sie es sogar geschafft, einander immer näher zu kommen und mehr und mehr Vertrauen zueinander aufzubauen. Natürlich stritten sie sich noch, aber es war nichts wirklich Schlimmes, nur noch kleinere Reibereien. Inzwischen waren sogar schon Familie Haase und Familie Meier beim ‚Du’. Für die Liebe ihrer Kinder hatten sie sich zusammengerissen und das Kriegsbeil begraben. Vollkommen unbeschwert konnten Marc und Gretchen also den Ball genießen und ausgelassen miteinander tanzen. Doch je später der Abend, desto ungenierter wurden Marcs Hände, die sich nicht unauffällig auf Gretchens Hintern platzierten. Dabei war Marc noch extra nüchtern geblieben, damit er später noch fahren konnte. Doch auch ein nüchterner Marc Meier war sich der genauen Definition von Anstand und Zurückhaltung nicht bewusst.
„Nicht hier, Marc!“, ermahnte Gretchen ihren Freund möglichst leise und packte ihn an seinen Handgelenken, um seine Finger an einem weniger verfänglichem Ort zu platzieren.
„Dann gehen wir mal lieber!“, schlug Marc im Gegenzug vor und er sah sich schon einmal um, wo der Ausgang war. Die To-Do-Liste des Abends war ohnehin schon abgehakt. Ein wenig Smalltalk und ein wenig Tanzen. Jetzt konnte der restliche Abend auch noch sinnvoller genutzt werden und die beste Beschäftigung hatte Marc schon im Sinn.
„Vielleicht würde ich aber auch einfach gerne mal einen schönen Abend in Gesellschaft verbringen?“
„Hasenzahn, die Leute siehst du jeden Tag im Krankenhaus.“
„Und? Dich sehe ich auch jeden Tag!“
„Aber wenn wir jetzt nach Hause gehen, dann…“ Marc beugte sich näher zu Gretchen vor, dass seine Lippen direkt neben ihrem Ohr lagen. Er flüsterte ihr einige Sätze zu, die Gretchens Gesicht erst erröten und anschließend verlegen kichern ließen. Siegesbewusst sah Marc seine Freundin an und erwartete gespannt ihre Antwort.
„Das klingt ja so, als würde es ziemlich viel Zeit brauchen. Dann sollten wir am besten gleich mal los!“ Marc hatte ein verschmitztes Grinsen aufgesetzt, während er Gretchen jetzt widerstandslos an der Hand packen und mit sich mitziehen konnte. Hatte er sich doch gedacht, dass er sie irgendwie überzeugen konnte. Bevor sie jedoch durch die erlösende Tür nach draußen konnten, stellten sich Franz und Bärbel dem Paar in den Weg.
„Ihr beide wollt doch wohl nicht schon gehen?“, fragte Franz die Flüchtigen und wusste nicht, wie ungewünscht dieses Aufhalten war. Immerhin hatten die beiden noch etwas Wichtiges zu erledigen.
„Äh… Doch! Wir wollen morgen ja fit zum Dienst erscheinen! Du kennst das ja!“, rechtfertigte sich Marc vor seinem Chef und Schwiegervater in spe, verschwieg dabei aber wohlwollend, dass sie sich erst noch richtig auspowern wollten, bevor sie sich ihren Schlaf gönnten.
„Meine besten Ärzte und dann auch noch so vernünftig. Ich bin stolz auf euch Kinder!“ Fröhlich lächelte Franz in die Runde und strotze wirklich vor Stolz auf seine Tochter und deren Freund. Dass die beiden aber gar nicht so vernünftig waren wie sie vorgaben, wollte er dabei gar nicht sehen.
„Ja… Wir sehen uns dann morgen im Krankenhaus, Papa!“, verabschiedete sich nun auch Gretchen von ihrem Vater und hoffte sehr auf ein baldiges Davonkommen ohne weitere Fragen.
„Wir wollen euch dann auch nicht weiter aufhalten. Viel Spaß noch!“ Mit einem wissenden Lächeln winkte Bärbel den beiden zu und zog Franz auch schnell weg. Sie hatte doch schon beobachten können, wie Marc schon den ganzen Abend lang auf bestimmte Weise an Gretchen hing. Und das junge Glück wollte sie nicht aufhalten.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

09.08.2010 12:19
#320 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Zügig suchten Gretchen und Marc seinen Wagen auf, um sich schnellstmöglich auf den Heimweg zu begeben. Doch dabei stellte sich ihnen ein gewaltiges Problem in den Weg. Das Auto wollte schlicht und ergreifend nicht anspringen. Immer und immer wieder drehte Marc den Schlüssel im Zündschloss um, aber es tat sich nichts.
„Stimmt was nicht?“, fragte Gretchen nach, obwohl das Problem offensichtlich war. Auf jeden Fall schien das mit einem schnellen Heimkommen erledigt zu sein.
„Die Karre springt nicht an.“ Mit einem Aufstöhnen ließ sich Marc genervt in den Fahrersitz zurückfallen. Das konnte er gerade wirklich nicht gebrauchen.
„Oh… Und jetzt?“
„Jetzt kann ich erstmal nicht fahren. Der Wagen geht mir langsam echt auf den Zeiger. Wird mal Zeit, dass ich mir was Neues zulege. Aber vorher muss ich die Karre wieder zum Laufen bringen…“
„Dann fällt das mit dem… du weißt schon… heute aus?“ Enttäuscht sah Gretchen Marc an, der nun ebenfalls seinen Blick zu seiner Freundin rüber und ließ sich zu einem kleinen Lächeln hinreißen, das Gretchen ihm ersten Moment irritierte. Sie wusste ja nicht, dass Marc einen Teufel tun würde, dieses anstehende Ereignis ihrer Zweisamkeit aufzuschieben. Da musste sich auch sein Auto hinten anstellen.
„Komm, steig aus!“, wies er sie an und öffnete im selben Moment schon seine Tür, um wieder an die frische Luft nach draußen zu gelangen. Etwas verwundert stieg Gretchen ebenfalls aus und lief um das Auto herum zu Marcs Seite. Sie fröstelte leicht in ihrem Kleid und schlang wärmend die Arme um ihren Körper.
„Und jetzt?“
„Jetzt laufen wir!“ Marc ließ Gretchen gar keine andere Wahl und schnappte nach ihrer Hand, um sie mit sich zu ziehen. Einen Widerspruch wollte er gar nicht zulassen, doch dennoch kam er.
„Was? Marc, mir ist kalt! Rufen wir doch lieber ein Taxi!“
„Bis wir auf das Taxi warten müssen, sind wir auch so zu Hause!“, winkte Marc diesen Vorschlag ab und kümmerte sich anschließend um ihr Problem. Er ließ ihre Hand wieder los, die sie blitzschnell wieder dazu verwendete, um sich zu wärmen. Damit das jedoch nicht mehr nötig war, zog Marc sein schwarzes Jackett aus und legte es um Gretchens nackte Schultern. Diese lächelte ihm dankbar zu, bevor sie richtig in das Jackett schlüpfte und es nun sie war, die Marc ihre Hand entgegenstreckte. Hand in Hand gingen die beiden durch die Nacht und Gretchen lehnte ihren Kopf gemütlich an Marcs Schulter an. In seiner Gegenwart fühlte sie sich einfach so geborgen. Sie war so mit Liebe erfüllt, dass alles andere vergessen war wie auch die Kälte der Nacht. Sie verloren kein Wort während ihres kleinen Spaziergangs, doch Worte waren ohnehin gerade unnötig. Jeder verlor sich in seinen eigenen Gedanken, die sich nur um die beiden als Paar drehten. Als Gretchen jedoch einen Regentropfen auf ihren Kopf tropfen fühlte, war es vorbei mit ihren Träumereien. Marc konnte sie vielleicht vor Kälte bewahren, aber bestimmt nicht vor dem Nasswerden.
„Marc, es regnet!“
„Was? Quatsch!“ Schnell wollte Marc die Sache abtun, doch in diesem Moment spürte auch er selbst einen Regentropfen auf sich. Und gleich folgte auch ein zweiter. Es kam zu einem richtigen Wolkenbruch und ein heftiger Niederschlag prasselte auf die beiden herab. „Boah, scheiße, ich glaub, du hast Recht!“, korrigierte sich Marc selbst und sah zum Himmel empor. Gretchen sah die Sache jedoch weniger entspannt und wollte nun erst recht schnellstmöglich nach Hause.
„Marc, können wir jetzt bitte nach Hause?“
„Hasenzahn, entspann dich mal, ist doch nur ein bisschen Regen!“ Da Gretchen sich aber nicht beruhigen wollte, entschlossen sich die beiden, lieber doch das letzte Stück schnell zu laufen. Ihr weiterer Weg führte sie durch einen Park, direkt durch das Gras. Doch da Gretchen in ihren hohen Schuhen nicht so schnell nachkam, wollte sich Marc etwas übermütig umdrehen, um sie unterm Laufen ansehen und anfeuern zu können. Dabei beachtete er nicht, wie nass das Gras war. Und hatte er eben noch Gretchen necken wollen, rutschte er nun auf dem nassen Rasen aus und legte sich der Länge nach hin.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

09.08.2010 23:23
#321 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Keine Angst, es kommt eine schnelle Auflösung. Äh... Wie war nochmal eure Definition von "schnell"?


Gretchen, die bis eben noch diejenige war, die miesepetrig guckte, brach nun in schallendes Gelächter aus, als sie Marc vor sich in dem nassen Grün liegen sah. Das hatte er nun davon, dass er sich eben noch über sie lustig machen wollte. Und urplötzlich war es auch Marc, der den Regen verfluchte und Gretchen, die es gar nicht mehr so schlimm fand. Ein Glück, dass sie noch schnell ihre Hand von ihm hatte zurückziehen können und sie nicht mit ihm gefallen war.
„Hasenzahn, hör auf zu lachen! Das ist nicht lustig!“ Griesgrämig setzte sich Marc auf und sah böse zu seiner noch immer lachenden Freundin empor. Doch diese dachte nicht daran, damit aufzuhören. Viel zu lustig war einfach dieser Anblick, der sich schon jetzt für immer in ihr Gedächtnis eingebrannt hatte.
„Doch! Ich stehe ja immerhin no…ooooooooch!“ Das letzte Wort schrie sie nur noch mehr zu Ende, da Marcs Rache in diesem Moment eingesetzt hatte und er blitzschnell nach ihrer Hand gegriffen und sie zu sich heruntergezogen hatte. Nun war es wiederum Marc, der dreckig auflachte und Gretchen, die sich erstmal von dem Schock erholen musste. Dass man hinfiel, war die eine Sache, aber dass man hinterhältig zum Fall gebracht wurde, schon eine ganz andere.
„Jetzt wohl nicht mehr!“
„Aber nur, weil du mich runtergezogen hast, du Arsch!“, empörte sich nun Gretchen, die sich langsam ebenfalls wieder aufsetzte. Sie wollte Marc einen bösen Blick zukommen lassen, doch als sie ihn so klitschnass und dreckig im Gras sitzen saß und sie wusste, dass sie wohl nicht besser aussah, fing sie unwillkürlich an zu lachen. Dieser Moment machte den ganzen Ärger um das schlechte Wetter vergessen. Den Regen bekamen sie nur jetzt ab, aber diese Erinnerung an diesen Spaß blieb.
„Ja, und ich würd’s wieder tun!“ Marc gab sich uneinsichtig und musste dabei selbst das Lachen anfangen. Den Abend hatte er sich definitiv anders vorgestellt, aber das Leben lief eben nicht immer genau nach dem Plan. Manchmal spielte es auch einfach besser. Alles andere ließ sich ja immer noch nachholen.
„Komm her, du Idiot!“ Gretchen legte ihre Hände auf Marcs Wangen und zog so seinen Kopf zu sich her, während sie ihm auch wiederkam. Es goss noch immer wie aus Strömen, aber der Regen war nur noch die Kulisse für den Spaß, den sie hier zusammen hatten. Ihre nassen Lippen trafen zu einem Kuss zusammen, der den Regen kurzzeitig sogar ganz ausblendete. Die sonst kalten Regentropfen schienen nun warm ihre Haut hinunterzurennen. Mit einem Ruck riss Marc seine blonde Freundin herum und legte sie auf den Rücken in das nasse Gras, wobei ihr Kuss immer weiter intensiviert wurde. Seine Hand wanderte an seinem Jackett nach unten und kam an ihrem Oberschenkel kurz zum Stehen. Dort ruhte er kurz auf ihrer weichen Haut, ehe seine Hand nun wieder den Weg zurück nach oben fand und dabei ihr Kleid ein Stück weit mitnahm. Erst als ein greller Blitz die Nacht erhellte, schreckten die beiden wieder auseinander und sie beschlossen, doch lieber gleich nach Hause zu gehen. Marc stand zuerst auf und reichte Gretchen anschließend seine Hand, um ihr aufzuhelfen. Doch auch das gerade aufziehende Gewitter konnte die gute Laune der beiden nicht trüben und lachend rannten sie das letzte Stück zur Wohnung, nur diesmal etwas vorsichtiger.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

10.08.2010 14:59
#322 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Von oben bis unten klatschnass kam das Paar nach einigen weiteren Minuten endlich in der warmen Wohnung an und sofort schlang Gretchen wieder ihre Arme um Marc, um ihn begierig zu küssen und auch Marcs Hände klebten prompt wieder an dem Körper seiner Liebsten.
„Dann mal raus aus den nassen Klamotten, ganz viel Körperwärme und gleich ins Bett!“, wies Marc mit einem schmutzigen Grinsen an, nachdem sie ihren Kuss kurz gelöst hatte, um sich als ersten von ihren Schuhen zu befreien.
„Will der Doktor etwa nicht, dass wir krank werden?“, fragte Gretchen anzüglich und ließ als nächstes Marcs Jackett von ihren Schultern gleiten, vor denen das Nass jedoch auch nicht ganz Halt gemacht hatte.
„Das wäre höchstens ein positiver Nebeneffekt!“, antwortete Marc und hatte den Schelm dabei in den Augen. Seine Arme hatte er schon schnell wieder um Gretchen gelegt und tastete ihren Rücken nach dem Reißverschluss ihres Kleides ab. Während er diesen langsam öffnete, legte Gretchen ihre Lippen auf seinen Hals und bedeckte diesen mit feurigen Küssen.
„Dann sollten wir aber wirklich ganz schnell ins Bett!“, raunte Gretchen ihm zu und brachte ein wenig Abstand zwischen sich und Marc, damit dieser nun die Träger ihres Cocktailkleides an ihren Schultern entlang nach unten schieben konnte. Das Kleid klebte durch die Nässe an Gretchens Haut und so bedurfte es Marcs Nachhilfe, dass es Stück für Stück weiter runter geschoben wurde. Zügig zogen sie sich schnell auch alle restlichen Kleidungsstücke aus und begaben sich auch blitzschnell in das warme Bett, wo sie gemeinsam unter die Decke huschten. Sofort wurde auch das Bettzeug durchnässt und bekam auch etwas Dreck ab, doch Interesse dafür zeigten momentan weder Gretchen, noch Marc. Jetzt stand für die beiden erst einmal das Pflichtprogramm an, um sich gegenseitig zu wärmen…

Als der Wecker das Paar Stunden später wachklingelte, fand es sich in einem Schlachtfeld wieder. Die Spuren der letzten Nacht waren nicht zu übersehen und auch die Folgen nicht zu leugnen. Denn als sie durch die Nase einatmen wollten, stellten sie fest, dass das gar kein so leichtes Unterfangen war. In ihrer gestrigen Sorglosigkeit hatten sie den Gedanken verdrängt, dass sie dabei leicht hatten krank werden können, doch im Nachhinein war man immer schlauer. Gretchen spürte auch schon bald ein unangenehmes Kitzeln in ihrer Nase, das in einem lauten Niesen endete.
„Hört sich an, als wäre da jemand krank?“, meinte Marc, aber auch er hörte sich sehr verschnupft an und konnte nur schwer reden.
„Kann ich nur zurück geben!“ Auf der Suche nach einen Taschentuch wickelte sich Gretchen die Decke um ihren nackten Körper und stand von Bett auf. Wären sie gestern erwachsener gewesen, könnte sie sich jetzt in Ruhe für die Arbeit fertig machen. Doch erkältet sollte man vielleicht eher nicht in einem Krankenhaus arbeiten und operieren.
„Red nicht so einen Mist! Ich war seit Jahren nicht mehr krank!“, verteidigte Marc sich und schlüpfte schnell in seine Boxershorts, um seiner Freundin zu folgen. Diesen Vorwurf konnte er nicht so einfach im Raum stehen lassen. Ein Marc Meier wurde doch nicht krank. Dass seine Nase jedoch zu war, ignorierte er wohlwollend.
„Und deswegen kannst du gar nicht mehr krank werden?“
„Genau!“, beharrte Marc weiterhin auf seine Gesundheit und beobachtete Gretchen dabei, wie sie alle Schränke und Schubladen in seiner Wohnung durchsuchte, dabei aber nicht wirklich fündig wurde. Angesichts von Marcs Sturheit konnte Gretchen jedoch nur mit den Augen rollen.
„Marc, hast du keine Ta-ha-ha-tschi! Taschentücher?“
„Ich hab doch gesagt, ich bin nie krank!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

10.08.2010 21:44
#323 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nur eine Stunde später hatte sich Marc dann doch damit abgefunden, dass er krank war. Und urplötzlich ging es ihm auch tausendmal schlechter als Gretchen. Zumindest erweckte es diesen Anschein. Gretchen hatte Taschentücher kaufen dürfen, die beiden bei der Arbeit krankmelden, eine Suppe kochen und schlussendlich auch das Bett neu beziehen, in dem Marc sich nun seiner Krankheit geschlagen gab. Gretchen hingegen war froh, wenn sie nur mal eine Minuten liegen durfte ohne dass sie Marc bemuttern durfte. Wie wehleidig Marc war, durfte Gretchen wieder erleben, als sie sich zur Abwechslung mal wieder hinlegen wollte. Denn Marc – natürlich eingebettet in gleich zwei Kissen und Decken – hielt ein Thermometer in seinen Händen, das er skeptisch musterte.
„Hasenzahn, das Ding ist kaputt!“, stellte Marc trocken fest, als wäre die Sache vollkommen klar. Gretchen konnte daraufhin natürlich nur aufstöhnen und setzte sich neben ihn aufs Bett. Hinlegen konnte sie sich nicht ohne Weiteres, da Marc natürlich auch ihr Bettzeug für sich verwendete.
„Warum soll das Thermometer denn jetzt kaputt sein?“
„Das zeigt 37 Grad an.“
„Was ja an sich nichts Ungewöhnliches ist…“
„Aber ich hab mindestens 39!“ Während Marc weiterhin fröhlich vor sich hin litt, konnte Gretchen erneut nur die Augen verdrehen. Erst war er uneinsichtig und jetzt war er eigenen Angaben nach wohl dem Sterben nahe.
„Sei doch froh, wenn du kein Fieber hast!“, gab Gretchen ihm genervt zurück und griff nach einem neuen Taschentuch, in das sie hineinschnäuzte. Die Tatsache, dass sie auch schon viel mehr Tempos verbraucht hatte, überging ihr leidender Freund ebenfalls gerne.
„Ich bin Arzt, ich weiß doch, wenn ich Fieber hab!“
„Aber du bist auch ein Mann! Und wir wissen doch, wie Männer sind, wenn sie krank sind!“ Unausstehlich, wehleidig und nervtötend!
„Weißt du eigentlich, wie viele Menschen an einer Grippe gestorben sind, die als harmlose Erkältung abgetan wurde?“
„Nein, wie viele denn?“ Gretchen bemühte sich gar nicht erst, Interesse in ihre Stimme zu legen. Marc hatte es nicht verdient zu denken, sie würde ihm den Todkranken abkaufen.
„Bald einer mehr! Du musst ein neues Thermometer besorgen!“
„Marc! Ich geh jetzt nicht los, um ein neues Thermometer zu besorgen, das dir auch nichts anderes sagen wird als das da!“ Sofort zerstörte Gretchen Marcs Illusion, dass sie seine persönliche Haussklavin spielen würde. Sie wollte jetzt einfach nur ein wenig schlafen. Unsanft riss sie ihm dafür ein Kissen unter dem Kopf weg, was ihm natürlich sofort neuen Grund zur Beschwerde gab.
„Was soll das? Willst du meine Genesung noch mehr in die Länge ziehen?“
„Ich dachte, bei dir wäre sowieso schon alles verloren bei deiner schweren, schweren Grippe?“
„Ja, vielleicht!“, pflichtete Marc der sarkastischen Prognose von Gretchen bei, die sich darüber nicht einmal wirklich wundern konnte. Sonst war ihm seine Männlichkeit das Wichtigste, aber diese starke Seite kam wohl gegen die leichteste Erkältung nicht an.
„Marc, bitte! Ich hab dich jetzt von vorne bis hinten bemuttert, weil ich im Gegensatz zu dir sehr wohl weiß, dass so eine Erkältung…“
„Grippe!“
„…Erkältung nicht tödlich ist! Aber ich bin jetzt wirklich kaputt und will mich hinlegen!“ Fest entschlossen legte sich Gretchen auf ihr Kissen und zog nun auch ihre Decke von Marc herunter, um sich gemütlich zuzudecken. Marc konnte rummaulen so viel sie wollte, sie würde jetzt nichts mehr machen.
„Ey!“ Anstatt sofort wieder für Marc zu springen, kuschelte sich Gretchen noch mehr in ihre Decke ein und hatte zudem ihm den Rücken zugekehrt. Mit dieser Taktik hatte sie zu ihrer Erleichterung auch Erfolg und sie konnte endlich ihre Ruhe genießen.

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

11.08.2010 13:38
#324 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Den restlichen Tag durfte Gretchen immer mal wieder für ihren so sehr leidenden Freund springen. Zwischendurch hatte sie ihm sogar die Angst ausreden müssen, dass er wieder Ebola habe. Das hatte sie jedoch auch zu der Frage gebracht, warum er damals den Starken gespielt hatte und jetzt bei einer kleinen Erkrankung dafür den Sterbenden spielte. Sie kam sogar zu der Vermutung, dass er es einfach genoss, so von ihr betüttelt zu werden. Und sie kam zu der Erkenntnis, dass alles nicht so schlimm sein konnte, solange er noch in der Lage war, sein Leid zu klagen. Doch schon am nächsten Morgen sah die Sache ganz anders aus. Ihr Kopf brummte, ihr Hals tat weh und sie hatte auch gleich das dringende Bedürfnis, sich zu schnäuzen, kaum, dass sie aufgewacht war. Doch zuerst fiel ihr Blick auf die andere Seite des Bettes, die sehr zu ihrem Erstaunen leer war. Da es für Marc nach seinem gestrigen Todeskampf unmöglich sein musste, wieder gesund zu sein, nahm sie an, dass er eben im Bad war. Das war immerhin schon gestern das Einzige gewesen, das er ohne ihre Hilfe hinbekommen hatte.
„Endlich bist du auch wach! Dann muss ich dich ja nicht mehr wecken. In einer Stunde müssen wir in der Klinik sein.“, teilte Marcs putzmuntere Stimme ihr mit und sie dachte schon, dass sie sich das eingebildet hatte. Wie konnte es auch sein, dass Marc von jetzt auf gleich sein Leiden vergessen hatte? Aber ein Blick zur Tür machte ihr klar, dass diese Stimme auch wirklich zu Marc gehörte. Tatsächlich stand ihr Oberarzt mit einer Tasse Kaffee und einen kleinen Lächeln im Gesicht im Türrahmen und sah zu ihr. Bevor Gretchen jedoch auf ihn einging, tastete sie den Nachttisch nach den Taschentüchern ab. „Also, Hasenzahn, was ist?“ Als Antwort trötete Gretchen in ihr Tempo, wodurch eigentlich klar sein sollte, dass sie noch nicht gleich wieder so fit war wie Marc. Ihr würde es aber wohl auch besser gehen, wenn sie gestern nichts hätte tun müssen außer sich von vorne bis hinten bedienen zu lassen und ein wenig rumzujammern.
„Irgendwie geht’s mir nicht so gut…“, entschuldigte sich Gretchen und ließ sich wieder in ihr Kissen zurückfallen, während sie sich ihren dröhnenden Kopf hielt. Sobald sie sich irgendwie bewegte, verschwamm das Bild vor ihren Augen und sie bezweifelte, dass sie so zur Arbeit gehen konnte.
„Bist du noch immer krank? Hat der gestrige Tag Ruhe nicht gereicht?“
„Ruhe?“, fragte Gretchen so spöttisch, wie es mit ihrer gedämpften Stimme nur möglich war. Sie hatte dafür gesorgt, dass Marc seine Ruhe hatte und sich selbst dabei hinten angestellt. Nur war das dem feinen Herrn in dieser Form wohl nicht so aufgefallen. „Davon hab ich gestern recht wenig abbekommen…“
„Aber wir waren doch den ganzen Tag im Bett.“ In deinen Träumen vielleicht! Du hattest gestern ja auch genug Zeit zum Träumen, während ICH hier mehr gerackert habe als ich es im Krankenhaus hätte!
„Ich weiß nicht, woran du dich erinnerst, aber ich hab dich gestern den ganzen Tag umsorgt!“, erinnerte Gretchen ihren ehemaligen Patienten, der zugleich der anstrengendste war, den sie je hatte. Und sie hatte immerhin auch schon einiges an Berufserfahrung.
„Komm, so schlimm war’s doch auch nicht!“, verharmloste Marc die Sache und setzte sich neben Gretchen auf den Rand des Bettes, wo Gretchen noch immer mit geschlossenen Augen dalag und sich ihre Kopfschmerzen wegwünschte.
„Nein, schlimmer!“, korrigierte Gretchen ihn nach oben, bevor sie erneut zum Taschentuch greifen musste.
„Hasenzahn, hör hier mal auf so zu übertreiben!“ Das reichte Gretchen. Sie war nicht diejenige, die alles ein wenig dramatischer sah als es eigentlich war.
„Marc! Geh jetzt einfach arbeiten! Gib mir noch einen Tag, okay?“
„Aber…“
„Marc, bitte! Nur noch heute!“
„Ich sag ja schon nichts mehr… Dann bis heute Abend!“

____________________________________________________________

Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

12.08.2010 04:28
#325 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Den ganzen Tag verbrachte Gretchen eingehüllt in ihre Decke im Bett und musste sich seit Neustem auch mit einem hartnäckigen Husten rumquälen. Doch das war auch schon das Einzige, das durch die Wohnung hallte. Nichts war zu hören, das mit dem Elend des Marc Meier von vorausgehenden Tages vergleichbar war. Sie lag einfach nur im Bett und schlief. Oder zumindest bemühte sie sich um Schlaf. So fand Marc sie auch vor, als er wieder nach Hause kam. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass es ihr am Abend wieder besser gehen würde, aber er musste doch bis ins Schlafzimmer, um seine Freundin aufzufinden.
„Hasenzahn, sag bloß, du liegst schon den ganzen Tag auf der faulen Haut?“ Das waren die Worte mit denen Marc Gretchen begrüßte und durch die sie aus ihrem Halbschlaf gerissen wurde. Anstatt ihm aber eine richtige Antwort darauf zu geben, brummte Gretchen nur kurz auf und zog sich anschließend die Decke ein wenig höher. Doch für diesen Fall hatte sich Marc auch etwas einfallen lassen, um seinen Hasenzahn aus der Reserve zu locken. Marc ging wieder aus dem Schlafzimmer raus und redete mit lauter Stimme weiter zu Gretchen, die ihm aber mehr halbherzig zuhörte. „Mein Wagen läuft übrigens wieder und dann bin ich auch noch schnell einkaufen gefahren. Und jetzt rate mal, was ich dir mitgebracht habe.“ Siegessicher und mit einer Tafel von Gretchens Lieblingsschokolade bewaffnet, kehrte Marc zu ihr zurück. Doch entgegen seiner Erwartung richtete sie sich nicht gleich auf, sondern blieb weiter unter ihrer Decke verschanzt.
„Ich mag nichts.“ Mit dieser unerwarteten Antwort konnte sich Marc natürlich nicht zufrieden geben. Am Ende musste er sich noch Sorgen machen.
„Komm schon, Hasenzahn! Ich hab hier 100 Gramm reinster Zartbitterschokolade für dich.“, pries er sein kleines Mitbringsel für sie an und wedelte damit vor ihrem halb von der Decke verhüllten Gesicht herum. Damit weckte er aber keineswegs Gretchens Interesse an der Schokolade, sondern nervte die kranke Frau damit nur.
„Marc, jetzt hör mal auf damit!“ Gretchen drehte sich auf den Rücken und schlug die Schokolade mit ihren Händen weg. „Ich hab gesagt, ich will nichts!“ Während Gretchen sich wieder auf die Seite legte und sich unter die Decke lümmelte, musste Marc das eben Passierte erstmal wirklich realisieren. Nun machte er sich wirklich Sorgen. Vorsichtig legte er seine Hand auf Gretchens Schulter und drehte sie wieder auf den Rücken. „Ich will schlafen!“, beschwerte sich Gretchen und wollte schon Widerstand leisten, doch hatte dabei gegen Marc keine Chance, der sie weiter beharrlich umdrehte.
„Nur ganz kurz.“ Fürsorglich legte Marc nun seine Hand auf ihre Stirn, um ihre Temperatur zu fühlen. „Meine Fresse, du glühst ja!“
„Tu ich gar nicht! Und jetzt lass mich schlafen!“, verteidigte Gretchen sich und ihre Gesundheit und war froh, als Marc von ihr abließ und sie tatsächlich in Ruhe zu lassen schien. Doch der Schein währte nicht lange. Nach nur kurzer Zeit kam Marc schon wieder und setzte sich wieder neben Gretchen an den Rand des Bettes.
„Jetzt umdrehen und Mund auf! Wir messen dein Fieber!“
„Mir fehlt doch gar nichts!“
„Hasenzahn, du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du spielst brav mit oder ich such mir andere Körperöffnungen von dir und zwing dich zu deinem Glück!“ Bevor er zu diesem Schritt greifen musste, drehte sich Gretchen doch lieber mit einem genervten Stöhnen auf den Rücken und öffnete brav ihren Mund, in den Marc augenblicklich das Fieberthermometer steckte. „38,8. Wir fahren jetzt ins Krankenhaus!“
„Nein! Dann hab ich eben mal ein bisschen Fieber, aber deswegen musst du hier nicht gleich so einen Aufstand machen!“
„Ich mach hier keinen Aufstand, ich mach mir nur…“
„Sorgen, ich weiß! Das weiß ich auch wirklich zu schätzen, aber ist nicht nötig. Ich brauch nur ein bisschen Ruhe und dann geht es schon wieder.“
„Zwingen kann ich dich ja schlecht.“, gab Marc klein bei, da er wusste, dass er Gretchen mit Argumenten nicht überzeugen konnte. Dennoch stellte er sie unter ärztliche Aufsicht, die selbstverständlich er selbst übernehmen würde. Und wenn es schlimmer werden sollte, würde er sich das mit dem Zwingen doch noch überlegen.

____________________________________________________________

Seiten 1 | ... 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14
 Sprung  
Weitere Links
| Sicher und kostenlos Bilder hochladen|9-1-1 FanSeite|
zum Impressum | 2008- © Doctor's Diary FanForum | Admins JackySunshine & Seppy | Moderatoren Lorelei & Mellow | Gründerin des Forums Flora
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz