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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

19.06.2010 17:53
#251 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Und während Marc sich noch fragte, was gerade in Gretchens Träumen passierte, war diese schon längst wieder in ihr Traumreich verschwunden.

Gekitzelt von den einfallenden Sonnenstrahlen streckte sich Gretchen glücklich in dem warmen Bett. Ihr Blick fiel zur Seite und sie stellte fest, dass diese leer war. Dabei war Marc gestern hier noch neben ihr eingeschlafen. Vermutlich hatte er heute Frühschicht. Dabei hätte sie so gerne noch mit ihrem Mann gekuschelt, aber so musste sie sich darauf beschränken, den goldenen Ring an ihrem Finger zu bewundern, der nun schon ein knappes Jahr ihr liebstes Schmuckstück war. Am liebsten wäre sie hier liegengeblieben und hätte gewartet, bis Marc sich wieder zu ihr liegen wurde, doch in diesem Moment spürte sie einen starken Tritt gegen ihre Bauchdecke. Sie stöhnte kurz geschmerzt auf und schlug die Bettdecke zur Seite. Zum Vorschein kam ihr gewölbter Babybauch, der nur teilweise von einem Hemd von Marc verdeckt wurde, dessen unterste Knöpfe sie aber nicht einmal mit größten Anstrengungen schließen konnte. Es war schon unglaublich, wie schnell das kleine Kind in ihrem Bauch heranwuchs. Glücklich streichelte sie ihren Bauch, doch als Meier Junior einen weiteren Tritt wagte, entschied sie sich doch aufzustehen, da sie ganz genau wusste, dass an Schlaf erstmal nicht zu denken war, solange auch ihr Baby nicht friedlich schlummerte. Sie ging Richtung Küche und staunte nicht schlecht, als dort Marc stand und einige Leckereien auf ein Tablett packte und dieses liebevoll zurechtmachte. Als sein Blick auf seine Frau fiel, war er sichtlich überrascht und legte erstmal alles aus seiner Hand.
„Du bist schon wach?“, fragte er überflüssigerweise und mit einem Lächeln kam Gretchen weiter auf ihn zu.
„Bedank dich bei deinem Sohn. Der wollte unbedingt schon aufstehen!“, erklärte sie und auch auf Marcs Gesicht breitete sich nun ein Lächeln aus. Er ging leicht in die Knie und legte seine Hände auf Gretchens Nackten Bauch und legte seine Lippen sanft über ihren Bauchnabel.
„Dann will ich dir das mal verzeihen!“, meinte Marc grinsend mit einem Blick nach oben und richtete sich anschließend wieder auf, wobei seine Hände allerdings nach wie vor auf Gretchens Bauch klebten.
„Na, vielen Dank auch!“, meinte sie halblachend und stütze ihre Hände auf seinen Schultern ab, ehe sie ihn verführerisch anlächelte. „Und wann werde ich hier jetzt endlich richtig begrüßt?“ Marc tat kurz so, als müsste er überlegen, bevor er dann recht schnell zur Tat schritt und nun auch Gretchens Lippen mit einem Kuss verschloss.
„So in etwa?“
„Ja, so hab ich mir das vorgestellt. Sollte das eigentlich Frühstück ans Bett werden?“, fragte sie mit einem Blick an Marc vorbei und lenkte das Gespräch wieder auf die Überraschung, die Marc vorbereiten wollte.
„Sollte es eigentlich. Aber jetzt bist du ja eh wach!“, stellte Marc fest und zuckte nur mit den Schultern.
„Dann legen wir uns eben nochmal hin!“, schlug sie mit einem verführerischen Augenschlag vor und entnahm Marcs Gesichtsausdruck, dass er dem ganz und gar nicht abgeneigt war.


Mit einem glücklichen Lächeln wachte Gretchen am nächsten Morgen auf und streckte sich erstmal ausgiebig. Zwar glänzte weder ein Ring an ihrem Finger, noch trug sie ein Kind in sich aus, aber ihr Traummann lag neben ihr und das allein beschwerte ihr schon ein unglaubliches Glücksgefühl. Alles andere konnte ja noch kommen. Hieß es nicht auch, dass der erste Traum im neuen Zuhause wahr wird? Gut, man konnte natürlich mit dem Argument kommen, dass das weder ihr neues Zuhause war, noch der erste Traum in dieser Wohnung, aber das kam natürlich auf die Sichtweise an. Es war ja immerhin die erste Nacht, in der sie einen Schlüssel zur Wohnung hatte und jederzeit kommen und gehen konnte. Was aber noch viel wichtiger war: Dieser Mann liebte sie und sie liebte ihn. Und das war eine ganz besondere und starke Liebe. Warum sollte es also nicht eines Tages so kommen?

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

20.06.2010 01:57
#252 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sie legte sich auf die Seite und betrachtete ihren Geliebten eine Weile einfach so. Sie erinnerte sich zwar nicht daran, wie sie hier ins Bett gekommen war, aber sie ging davon aus, dass Marc sie getragen haben musste. Und dafür war sie ihm auch dankbar, denn sie schlief an keinem Ort besser als an seiner Seite. Ihm schien es da ja nicht anders zu gehen.
„Starr mich nicht so an!“, murmelte Marc dann auf einmal und Gretchen setzte sich ertappt auf. Woher wusste er das nur, wenn er die Augen zu hatte? Vielleicht war es auch nur geraten, hoffte sie.
„Äh… tu ich doch gar nicht!“, versuchte sie abzustreiten und nun öffnete auch Marc seine Augen und blickte auf Gretchen, die möglichst unschuldig im Raum umherblickte. Dabei sah er ihr doch an der Nasenspitze an, dass sie hier log.
„Tust du wohl!“
„Nein! Außerdem kannst du das gar nicht gesehen haben!“
„Glaubst du wirklich, du kannst mir was vormachen?“, fragte Marc sie halb lächelnd, halb ernst und brachte seine Freundin damit auch wirklich ins Nachdenken. Kannte er sie wirklich so gut, dass er genau einschätzen und fühlen konnte, was sie tat? Der Marc Meier, der früher einfach sein Bild von ihr hatte und gar kein Interesse daran, sie besser kennenzulernen? Liebte und kannte er sie so nun wirklich so gut, dass er wusste, was in ihr vorging? „Ja, ich kenn dich schon ein wenig. Und ich spür das doch, wenn du mich anstarrst!“ Okay, Frage beantwortet…
„Naja, du siehst nur so s…“
„Sexy aus, wenn ich schlafe?“, vollendete er ihren Satz, bevor sie noch auf die Idee kam, das in seinen Augen böse S-Wort zu verwenden. Nur hatte sie dennoch das Glück, dass er sie nicht gleich wieder rausschmeißen würde, falls sie ihn so betiteln sollte. Da würde er sich eher eine andere Strafe für sie einfallen lassen.
„Ja, das auch!“, stimmte ihm Gretchen grinsend zu und legte sich wieder gemütlich auf die Seite, um ihn in aller Ruhe weiter anzusehen. Selbiges tat auch Marc, der sich nun ebenfalls so drehte, dass er seiner Freundin direkt ins Gesicht sehen konnte.
„Und würdest du dann gerne was Bestimmtes mit mir machen?“, fragte er sie anzüglich und mit einem verschmitzten Lächeln, während seine Hand verborgen von der Decke sich immer mehr auf den Weg zu ihr machte. Er legte sie auf ihrer Hüfte ab und krabbelte langsam unter ihr T-Shirt, das er ihr mit Vergnügen weiter nach oben zog. So ließ Marc natürlich keinen Zweifel daran, woran er gerade dachte und Gretchen musste eingestehen, dass sie der Sache auch nicht abgeneigt war, auch wenn sie nicht sofort an Sex gedacht hatte. Nur spürte sie momentan auch ein anderes Gefühl in sich aufsteigen.
„Eventuell!“ Marc interpretierte ihre Antwort auf die ihm einzig logisch erscheinende Weise und beugte sich zu ihr vor, um sie zu küssen. Bevor seine Lippen jedoch auf ihre treffen konnten, öffnete sie ihren Mund erneut, um zu sprechen. „Ich würde mit diesem unglaublichen sexy Typen jetzt wirklich gerne frühstücken!“ Erstaunt wich Marc durch ihre Zurückweisung zurück und Gretchen amüsierte sich köstlich über sein Gesicht.
„Du denkst jetzt ans Essen?“
„Und an die Nachspeise denk ich auch schon!“, hauchte sie ihm noch zu, gab ihm einen flüchtigen Kuss und stand dann ohne weiteres Wort aus dem Bett auf.
„Erst Hoffnungen machen und dann so was…“, nuschelte Marc noch, ehe er etwas widerwillig seiner Freundin folgte.

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Verena1991 Offline

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20.06.2010 13:57
#253 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nachdem Marc dann doch auch noch zu seinem ursprünglich geplanten Vergnügen gekommen war, lag er höchstzufrieden im Bett und sah Gretchen dabei zu, wie sie sich langsam aufrichtete und sich auf den Bettrand setzte.
„Ich geh dann mal duschen!“ Bei dieser Aussage von ihr wurde Marc natürlich sofort wieder hellhörig und setzte sich nun ebenfalls auf.
„Ich komm mit!“
„Marc, bitte! Ich muss bald ins Krankenhaus und wenn du jetzt mit in die Dusche kommst, komm ich da bestimmt über ne halbe Stunde zu spät an!“
„Danke, dass du mir das zutraust!“, antwortete Marc ihr grinsend. „Aber für dich würde ich auch schnell machen!“ Das gibt’s doch echt nicht… Ich bin mit einem Sexmonster zusammen!
„Du hast auch gesagt, dass wir nur rummachen, als du mich unterm Frühstück auf deinen Schoß gezogen hast! Das Ende vom Lied kennst du wohl noch…“ Und ob Marc das noch wusste. Sein ohnehin schon schmutziges Grinsen wurde noch größer, als er sich an diese Aktion vor einer Stunde zurückerinnerte und sie natürlich auf darauf angesprungen war. Sie konnte ihm nun mal ebenso wenig widerstehen wie er ihr. So oft wie mit ihr hatte er noch mit keiner Frau in so kurzer Zeit Sex und so schlich sie sich auf der Rangliste, mit welcher Frau er wie oft Sex hatte, immer weiter nach oben und der Chirurg war sich mehr als sicher, dass sie eines Tages die Erste wäre und ihren Vorsprung immer weiter ausbauen würde.
„Die Idee mit dem Frühstück war wirklich gut gewesen! Und die mit dem Duschen auch!“
„Nein, Marc, vergiss es! Ich muss in die Klinik und du solltest deine Kräfte auch für deine Schicht aufsparen!“
„Mach dir mal keine Sorgen um meine Kräfte. Ich brauche nur Motivation und da gibst du mir immer noch die beste!“ Gretchen hatte genug von den Überzeugungsversuchen ihres Freundes und huschte daher schnell ins Bad, wo sie sich auch gleich einschloss. Bei aller Liebe und Zuneigung, aber jemand musste diesen Mann auch mal im Zaum halten. Sie spürte schon genau, wie seine Sexlust immer mehr auf sie übersprang und sie konnte ja nicht zulassen, dass sie genauso werden würde wie er.

Auch zwischen Elke und ihrem Freund und Ex-Mann lief es sehr gut und sie verbrachten viel Zeit zusammen im Bett, wenn Elke ihre neue Inspiration nicht gerade für ihren Roman verwendete. Dennoch war sie besorgt. Der neue Doktor Rogelt würde hervorragende Kritiken bekommen und sich auch dementsprechend verkaufen, da war sie sich sicher, aber oft dachte sie auch an ihren Sohn, der ein Problem mit ihrer neuen Beziehung zu haben schien. Dabei war ihr neuer Freund doch sein Vater. Sollte er sich da nicht eigentlich freuen?
„Olivier, wir müssen mal reden!“ Aufgrund ihrer Sorge kam Elke an diesem Tag zu ihrem Lover, der gerade in ein Medizinbuch vertieft war und nun wegen ihr aufsah.
„Ja?“
„Marc geht nie an sein Handy, wenn ich ihn anrufe!“, beklagte sie sich und ließ sich neben Oliver aufs Sofa fallen, während sie sich theatralisch die Hand aufs Herz legte.
„Vielleicht hat er zu tun?“
„Ja, mit diesen dicken Frau!“ Über diese Beziehung konnte sie auch nur den Kopf schütteln. Ihrer Meinung nach konnte diese Ärztin ihrem Sohn nicht das geben, was er brauchte. Und noch schlimmer, wahrscheinlich sorgte sie noch dafür, dass sich Mutter und Sohn entfremdeten.
„Elke, nun reg dich mal nicht so über diese Beziehung auf! Marc ist erwachsen und außerdem scheinen sich die beiden wirklich zu lieben!“
„Aber er muss sich doch dennoch bei mir melden! Ich bin seine Mutter!“
„Gib ihm etwas Zeit. Er muss sich wahrscheinlich auch erstmal an die neue Situation gewöhnen… Dann können wir ja nochmal mit ihm reden!“, schlug Oliver vor, schaffte es aber nicht wirklich, Elke zu beruhigen. Sie wollte doch nur ihren Sohn wiederhaben.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

20.06.2010 19:15
#254 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Als Marc abends in seinem Büro saß und den OP-Plan der nächsten Tage noch einmal durchging, wurde ohne Vorwarnung seine Bürotür aufgerissen und er setzte schon zu einer Standpauke an, als Mehdi jedoch schon eingetreten war und seinem Freund zuvorkam.
„Ich brauch deine Hilfe!“
„Einfach mit der Faust gegen die Tür schlagen und warten, bis man dich hereinbittet! So geht das in der Regel. Sonst noch was?“, fragte Marc und hoffte, dass Mehdi merken würde, dass er nicht willkommen war und schnell wieder verschwand. Doch den Gefallen würde ihm der Halbperser nicht tun.
„Ich geh heute mit Maria aus!“ Aufgeregt setzte sich Mehdi auf den Stuhl vor dem Schreibtisch und wartete nun darauf, was Marc dazu zu sagen hatte und ob er ihm vielleicht irgendwelche Tipps geben konnte. Da es nun auch interessant für Marc wurde, legte er seine Unterlagen zur Seite. Es konnte ja auch für ihn nur von Vorteil sein, wenn Mehdi Interesse an einer anderen Frau zeigte. Zwar liebte Gretchen nur ihren Freund, aber der ging lieber sicher, dass es auch wirklich dabei lieb.
„Mit der Hassmann?“
„Jepp!“
„Dieses alleinerziehende, verbiestere Karrierebiest?“
„Naja, so würde ich das jetzt nicht sagen, aber… Glaubst du, das ist ne schlechte Idee?“ Der Meinung war Marc ganz und gar nicht. Wie gesagt, Mehdi sollte lieber woanders geparkt sein und Gretchen damit in Sicherheit gebracht werden. Außerdem hatte Mehdi wirklich mal wieder eine Frau nötig.
„Natürlich nicht! Glaub mir, diese Karrierebiester haben’s echt drauf!“
„Du musst es ja wissen… Ich hab nur keine Ahnung, was ich mit ihr reden soll…“
„Und da soll ich dir Tipps geben?“, mutmaßte Marc anhand von Mehdis Auftauchen und seinem unsicheren Verhalten. Mehdi nickte nur leicht und Marc stützte sich mit seinen Ellbogen auf dem Schreibtisch ab. „Mach ihr auf alle Fälle Komplimente, schmier ihr etwas Honig ums Maul und dann fragst du sie, ob sie mit zu dir will!“
„Ich will doch nicht gleich mit ihr ins Bett!“, warf Mehdi schockiert ein, doch in dieser Hinsicht war Marc anderer Meinung als der Gynäkologe.
„Doch, das willst du! Wann hattest du das letzte Mal Sex? Im Mittelalter?“
„Das letzte Mal war mit Gretchen…“ Prompt bereute Marc seine gestellte Frage, als ihm Bilder von Gretchen und Mehdi in intimen Situationen in den Kopf kamen. Dieses Kopfkino wollte er garantiert nicht haben, doch erinnerte es ihn auch wieder daran, dass Mehdi dringend wieder unter die Haube musste, runter vom Markt.
„Danke, reicht schon! Aber da kannst du mal wieder sehen, dass du dringend wieder ne Frau brauchst! Also schnapp dir die Hassmann!“, ermutigte Marc seinen Kumpel weiter, als in diesem Moment auch dessen Handy klingelte. Mehdi entschuldigte sich kurz und hielt sich dann das Handy ans Ohr.
„Anna? … Wie, du kommst mit Lilly vorbei? … Anna, das geht nicht, ich hab heute keine Zeit! … Ja, weil das eben so ist! … Ist ja gut, dann bring sie eben vorbei…“ Schließlich gab sich Mehdi seiner Noch-Frau geschlagen und legte übel gelaunt auf. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt.
„Also wenn du heute Sex willst, solltest du Lilly vielleicht besser nicht mitnehmen?“, war Marcs sehr sinnvoller Tipp. Zwar war das nicht Mehdis Hauptintention, aber dennoch hatte er sich schon sehr auf den Abend mit Maria gefreut. Und so gern er Lilly auch bei sich hatte, heute Abend hätte er sie lieber woanders.
„Ja, aber was soll ich denn machen? Annas Mutter ist sehr krank und da will sie Lilly nicht mitnehmen. Und meine Eltern stellen so viele Fragen, wenn ich Lilly bei ihnen abliefere.“, überlegte Mehdi, was er tun könnte. Absagen wollte er seine Verabredung nicht, aber er musste sich um seine Tochter kümmern. Oder er würde sie jemand anderem anvertrauen. Und da fiel ihm auch jemand ein. „Marc?“ Erwartungsvoll sah Mehdi seinen Freund an, doch dieser verstand anfangs nicht, was Mehdi wollte. Doch mit der Zeit dämmerte ihm, worauf das hinauslaufen sollte.
„Was? Nein! Mehdi, vergiss es!“

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

21.06.2010 14:45
#255 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Marc, bitte! Du hast mir doch selbst gesagt, dass ich wieder eine Frau brauche. Und vielleicht kann dieser Abend ja der Anfang sein! Und da du heute ja auch keine OPs mehr hast… Marc, bitte!“, bat Mehdi den Chirurgen, doch der war nicht begeistert von der Konstellation, dass er heute auf ein Kind aufpassen sollte.
„Ich spiel hier doch nicht deinen Babysitter! Ich passe nicht auf dieses Kind auf!“
„Nur diesen einen Abend!“
„Mehdi, es wäre total unverantwortungsvoll von dir, wenn du mir hier dein Kind überlässt!“
„Ach, so schlimm wird es schon nicht werden! Sie ist ja auch schon sieben und ein ganz braves Mädchen. Außerdem konntest du vor ein paar Wochen noch nicht einmal vernünftig auf eine Frau aufpassen und jetzt kümmerst du dich ja für deine Verhältnisse ganz gut um Gretchen.“, musste Mehdi eingestehen, auch wenn es ihm nicht ganz so leicht fiel. Aber dafür war ja der Abend da, dass er endlich wieder in der Liebe vorankommen würde.
„Aber… wenn ein Notfall reinkommt… Dann kann ich mich nicht um Lilly kümmern!“
„Sie wird bestimmt sowieso gleich einschlafen! Und dann kann auch eine Schwester auf sie aufpassen. Nur solange sie wach ist, sollte jemand bei ihr sein, den sie kennt!“
„Mich kennt sie doch gar nicht!“, warf Marc sofort ein. Er hatte die Kleine doch höchstens ein paar Mal getroffen, als er Mehdi einen kurzen Besucht abgestattet hatte. Aber wirklich hatte er dabei mit dem Mädchen nie etwas zu tun gehabt.
„Zumindest ein bisschen. Und Gretchen kann dir ja auch helfen. Bitte, Marc!“ Marc lehnte sich zurück und dachte ein wenig nach. Er könnte jetzt einen Abend auf Mehdis Tochter aufpassen und somit seinen Freund mehr in Richtung einer anderen Frau schubsen. Das wäre doch immerhin auch ein Vorteil für ihn. Und auf ein Kind aufpassen sollte er doch noch hinbekommen. Das schafften andere doch auch.
„Okay! Aber nur einen Abend!“, stimmte Marc schließlich zu und Mehdi war seinem Freund in dem Moment wirklich dankbar. Er wollte ja auch mal wieder in die Zukunft sehen und sich eine neue Beziehung aufbauen.
„Danke, Marc! In die steckt doch ein echter Freund! Ich bring sie dir gleich ins Büro, ja?“
„Jaja, passt schon! Und jetzt hau ab und mach dich für dein Date fertig!“, wies Marc ihn an und schnappte sich anschließend wieder seine Arbeitsunterlagen, während Mehdi sein Büro verließ. Im selben Moment wollte die Tür auch von außen geöffnet werden und erstaunt wäre Mehdi beinahe in Gretchen gelaufen. Sie warfen sich einen kurzen Blick und ein kleines Lächeln zu, bevor sie aneinander vorbeigingen und nun Gretchen in Marcs Büro ging.
„Hey!“, begrüßte sie ihn und kam Schritt für Schritt näher auf ihn zu. Sie hatte zwar eigentlich noch etwas zu erledigen, doch sie wollte ihrem Freund zumindest einen kleinen Besuch abstatten.
„Na, hast du mich vermisst?“, fragte er sie schelmisch und lehnte sich ganz in seinen Sessel zurück. „Hättest wohl doch gerne die Dusche heute Morgen gehabt!“
„Ich wollte einfach mal nach meinem Freund sehen. Und das mit der Dusche können wir ja vielleicht später noch nachholen?“, fragte sie ihn anzüglich, während sie sich gegen seinen Schreibtisch lehnte, und war selbst erstaunt von ihren Worten. Seit wann machte sie denn solche Vorschläge? Marc Meier übte eindeutig einen seltsamen und schädlichen Einfluss auf sie aus.
„Eigentlich gerne, aber ich hab Mehdi versprochen, auf Lilly aufzupassen!“, erklärte Marc seufzend und erstaunte Gretchen so noch mehr. Marc und auf Kinder aufpassen? So richtig konnte sie sich das nicht vorstellen.
„Du passt auf Lilly auf?“
„Naja, ich dachte, dass das vielleicht wir zusammen machen könnten.“, bat Marc sie und sie war auch sofort begeistert von dem Vorschlag. So konnte sie mal richtig miterleben, wie Marcs Umgang mit Kindern war. Als seine Freundin wäre das ja nicht schlecht zu wissen.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

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21.06.2010 22:48
#256 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Nachdem Gretchen Marcs Büro mit dem Versprechen, so bald wie möglich wiederzukommen, verlassen hatte, dauerte es auch gar nicht so lange bis die Tür auch schon wieder aufging und Mehdi mit seiner kleinen Tochter an der Hand eintrat. Da Marc nicht genau wusste, wie er sich dem Kind gegenüber verhalten sollte, blieb er einfach stumm hinter seinem Schreibtisch sitzen und sah nur kurz auf, als die beiden hereinspazierten.
„So, Marc, da wären wir!“, ergriff Mehdi zuerst das Wort, während sich Lilly schüchtern gut an der Hand ihres Vaters festhielt. Zwar hatte sie Marc schon das ein oder andere Mal im Krankenhaus oder zu Besuch bei ihrem Vater gesehen, aber stets war das kleine Mädchen von ihm ignoriert worden. Aber nun konnte sie Marc wohl nicht mehr von dem Kontakt zu dem Kind verstecken.
„Ja, das seh ich!“ Umsonst rechnete Mehdi mit einer anderen Begrüßung, aber von Marc kam kein weiteres Wort. Stattdessen konzentrierte er sich scheinbar weiter auf seine Arbeit, ließ sein Augenmerk jedoch immer wieder zu Mehdi schweifen, der sich nun zu Lilly runterbeugte.
„Marc passt jetzt ein bisschen auf dich auch, okay? Der Papa muss nämlich gleich noch weg.“ Schüchtern nickte Lilly und Mehdi richtete sich wieder auf, um nun noch einmal mit Marc zu reden, der dafür sogar auch mal ganz von seinen Akten aufsah. „Lass sie am besten einfach irgendetwas malen und wenn sie Hunger hat, geht ihr einfach schnell die Cafeteria. Wenn irgendetwas ist, mein Handy ist die ganze Zeit an.“
„Mach dich mal locker! Ist doch auch nur ein Kind!“, versuchte Marc die Tatsache herunterzuspielen, dass er keinen blassen Schimmer hatte, wie er die Stunden mit Kind verbringen konnte.
„Ich hab dir auch noch den Kindersitz hingestellt, falls es länger dauert und du sie mit nach Hause nehmen kannst!“ Bei diesen Worten war Marcs Blick aufmerksamer als jemals zuvor in dieser Unterhaltung. Jetzt sollte er Lilly schon mit zu sich nehmen? So ein paar Stunden waren ja eine Sache, aber eine ganze Nacht schon wieder etwas anderes.
„Bitte? Ich nehm die doch nicht mit! Meine Wohnung ist kinderfreie Zone!“
„Nun komm schon, Marc! Lange bleibt sie eh nicht mehr wach. Wenn du mir nicht hilfst, muss ich mich wohl von Gretchen trösten lassen, dass das mit dem Date nicht geklappt hat…“, provozierte Mehdi Marc und wie geplant, begann dessen Kopf schon vor Eifersucht zu dampfen. In dieser Hinsicht war der Chirurg einfach so durchschaubar und das wusste Mehdi für sich zu nutzen.
„Das wagst du nicht!“
„Da wär ich mir mal nicht zu sicher. Weißt du, ich wollte ja wirklich wieder nach vorne sehen…“
„Ist ja gut! Nehm ich das Kind eben mit. Und jetzt mach nen Abflug und besorg’s deiner Hassmann!“
„Marc! Musst du so vor meiner Tochter sprechen?“, ermahnte Mehdi seinen Kollegen mit der lockeren Zunge und blickte kurz zu Lilly, die noch immer unschlüssig in dem Büro stand und nicht wusste, was sie jetzt genau hier sollte. Da konnte Mehdi nur hoffen, dass sich Marc nun mehr zurückhalten würde und Lilly bestimmte Ausdrücke nicht aufschnappen würde.
„Ist mir einfach rausgerutscht. Und jetzt hau schon ab!“ Diesmal kam Mehdi der Aufforderung seines Freundes auch nach und verabschiedete sich noch kurz von seiner Tochter, bevor er das Büro verließ. So ganz wohl war ihm zwar noch nicht bei dem Gedanken, dass Marc auf Lilly aufpassen würde, aber Gretchen würde ihm dabei bestimmt auch helfen, sobald sie Zeit hatte. Und einen Abend lang sollte sogar ein Marc Meier auf ein Kind Acht geben können. Mit diesem Gedanken machte sich Mehdi dann endgültig auf, um sich für seine Verabredung zurecht zu machen.
Lilly ging, nachdem ihr Vater nun ja weg war, ein paar Schritte auf Marcs Schreibtisch zu und setzte sich auf den Stuhl ihm gegenüber.
„Was soll Papa besorgen?“

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Verena1991 Offline

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22.06.2010 13:56
#257 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Geschockt sah Marc zu dem kleinen Mädchen, das so unschuldig auf dem Stuhl ihm gegenüber saß und dem die Neugier ins Gesicht geschrieben stand. Jetzt wusste Marc auch, warum er so etwas besser nicht in Anwesenheit eines Kindes sagen sollte. Aber jetzt hatte er es schon gesagt und scheinbar wollte Lilly nun auch eine Erklärung. Also hieß es jetzt improvisieren.
„Äh… so eine Sache, die… ganz viel Spaß macht!“, antwortete Marc und hoffte, dass Lilly mit dieser vagen Antwort zufrieden war.
„Was für eine Sache?“ Wäre auch zu schön gewesen, wenn er einfach so aus der Sache wieder herausgekommen wäre.
„Das erfährst du schon noch früh genug. Am besten fragst du einfach deinen Papa.“ Die Verantwortung dieser unangenehmen Aufgabe weiterzuschieben erschien ihm die bequemste Lösung. Er sollte immerhin nur auf das Kind aufpassen und es nicht aufklären. Nein, das sollte schon Mehdi selbst machen.
„Hast du das auch schon mal jemandem besorgt?“, bohrte Lilly weiter neugierig nach und Marc verfluchte seine Worte immer mehr. Er konnte ja schlecht mit einer 7-Jährigen über Sex reden. Auch wenn diese nicht wusste, dass es darum ging.
„Ja, schon sehr oft! Aber jetzt muss ich wirklich arbeiten!“, stellte Marc klar und beugte sich wieder über seine Arbeit. Wirklich konzentrieren konnte er sich dabei aber nicht, als er noch immer Lillys Blick auf sich spürte. Also blickte er wieder auf und sah wieder das Mädchen an, das noch immer auf dem Stuhl saß. „Willst du nicht… malen oder so etwas?“ Zu seiner eigenen Erleichterung nickte das kleine Mädchen und sprang vom Stuhl auf und lief zu dem kleinen Rucksack, den Mehdi ihr mitgebracht hatte und in dem auch ihre Malsachen waren. Doch zu Marcs Erstaunen kam sie damit wieder auf ihn zu und setzte sich wieder zu Marc an den Schreibtisch. Aber solange sie ruhig war, konnte Marc sie hier dulden. Er konnte weiter seinen Kram erledigen und sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wäre doch gelacht gewesen, wenn er diese Aufgabe nicht geschafft hätte. Aber bis jetzt war doch alles ganz glatt gelaufen mit dem Kind, wenn man mal von ihrer Frage absah. Aber Marcs Meinung nach hatte er auch diese Situation gut gelöst. Wenn Gretchen davon nicht begeistert sein würde und ihn nicht richtig belohnte, wusste er auch nicht weiter. Bei dem Gedanken schlich sich doch glatt ein dreckiges Grinsen auf das Gesicht des Oberarztes, das er sich aber lieber schnell wieder abgewöhnte, bevor er Lilly wieder etwas erklären musste.
„Duuuhuuu, Marc?“, unterbrach Lilly wieder die so angenehme Stille und Marc befürchtete schon wieder unangenehme Fragen bezüglich einer gewissen Sache. Wenn möglich, würde er das einfach wieder auf Mehdi weiterschieben.
„Ja?“
„Kommt Gretchen heute auch noch?“
„Wenn ich’s ihr heute noch besorge, dann schon!“, antwortete Marc vorschnell, der mit den Gedanken zu diesem Zeitpunkt eher woanders gewesen war und Lillys Frage so anders gesehen hatte als von dieser beabsichtigt. Dabei war das Thema anscheinend doch schon durch.
„Das, was Papa heute auch noch Frau Hassmann besorgt?“
„Wenn’s gut läuft… Aber Gretchen kommt heute bestimmt so auch. Also hier her… Auch wenn ich es ihr nicht… Vergiss es einfach!“
„Warum?“
„Weil’s unwichtig ist!“
„Warum?“
„Weil du noch zu klein dafür bist!“
„Warum?“
„Weil deine Eltern…“ Marc wusste, dass dieses Spiel je nach Lust des Fragenstellers ewig dauern könnte. Umso erleichterter war er in dem Moment, als sein Pieper losging und ihm einen Grund zur Flucht gab. „Das kannst du auch deinen Papa fragen! Ich muss los. Wenn’s länger dauert, schick ich ne Schwester vorbei, die sich um dich kümmert!“

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Verena1991 Offline

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22.06.2010 19:29
#258 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Und so hatte es Marc eiliger denn je zu dem Einsatz zu kommen. Wenn man von dem einen Mal absah, als Gretchen ihn angerufen hatte und er sie in de Umkleide auffand. Noch nie hatte er so viel Angst um jemanden gehabt als in diesem Moment. Das war auch der Moment gewesen, in dem er eindeutig gemerkt hatte, dass da mehr zwischen ihnen war. Wenn er nur schon damals um diese Beziehung gekämpft hätte, wäre vieles ganz anders gelaufen. Aber sie hatten es ja dennoch geschafft.
Als Marc angekommen war, untersuchte er den Patienten schnell, konnte aber feststellen, dass nicht operiert werden musste. Dabei hätte ihm das einen so schönen Abstand zu Lilly gegeben. Aber er hatte ja versprochen auf das Kind aufzupassen und dieses Versprechen würde er auch halten. Also machte er sich, nachdem er den Patient soweit versorgt und behandelt hatte, schnell wieder auf den Weg zurück in sein Büro und hoffte, dass Lilly ihr ‚Warum’-Spiel vergessen hatte und wieder ruhig über ihren Malsachen hockte. Bevor er sich davon jedoch ein Bild machen konnte, lief er in Gretchen hinein, die gerade aus dem Schwesternzimmer kam.
„Na, wie läuft’s bis jetzt mit Lilly?“, fragte Gretchen interessiert, nachdem sie erstmal einen anständigen Kuss ihres Freundes bekommen hatte. Ehrlich gesagt konnte sie sich nicht richtig vorstellen, dass er es wirklich gut mit einem Kind aushalten könnte. Wobei er natürlich auch für Überraschungen gut sein konnte.
„Soweit ganz gut… Kinder eben!“ Was auch immer das genau heißen soll… Ich mach mir am besten gleich selbst ein Bild davon.
„Ich komm dann auch gleich nach. Ich geh nur noch schnell auf die Toilette und dann bin ich gleich bei euch, okay?“ Für sie war der Plan so gut, aber Marcs anzüglicher Blick zeigte ihr, dass er dem gerne noch etwas hinzufügen wollte. Und sie kannte ihn wirklich gut genug, um zu wissen, was er wollte.
„Ich kann ja noch schnell mitkommen!“, schlug er vor und wollte sich schon wieder vorbeugen und sie erneut küssen, doch wurde dabei von ihr vehement zurückgestoßen. Da war er aber auf der ganz falschen Spur, wenn er dachte, dass das mit einer kleinen Nummer auf der Toilette enden könnte.
„Nein, Marc! Du musst hier auf ein kleines Mädchen aufpassen und da kommt es gar nicht in Frage, dass wir beide hier zusammen… Du weißt, was ich meine!“
„Die malt doch in Ruhe ihre Bilder. Die paar Minuten kann sie jetzt auch noch alleine bleiben!“ Beharrlich verteidigte Marc seinen Vorschlag und stand auch weiterhin so nah wie möglich an Gretchen. Doch die war genauso fest überzeugt davon, dass sie jetzt nicht mit Marc schlafen würde. Und erst recht nicht im Krankenhaus. Das Getuschel hatte sich nun schon einmal gehabt und ein zweites Mal war nicht unbedingt in ihrem Sinn.
„Marc, du wirst jetzt sofort wieder in dein Büro zu Lilly gehen!“
„Und wenn nicht?“
„Dann, mein lieber Marc…“, hauchte sie in sein Ohr, als sie ihr Gesicht ganz nah an seine Wange legte und ihre Lippen direkt in sein Ohr flüstern konnten. Wenn Marc etwas Versautes dahinter vermutete, lag er aber komplett falsch. „werde ich dich hier im Krankenhaus zukünftig nur noch ‚Marci Schatz’ nennen!“ Als sie ihr Gesicht wieder zurückzog, konnte sie vergnügt in Marcs entsetztes Gesicht sehen. Sie wusste nur zu genau, dass er niemals das Image eines verweichlichten Typen haben wollte, das ihm mit diesem Namen gesichert war.
„Das wagst du nicht!“
„Willst du es drauf ankommen lassen?“, fragte Gretchen mit einem süffisanten Lächeln, das Marc nur als weitere Drohung ansah. Sämtliche gute Laune war aus seinem Gesicht verschwunden und deshalb machte er ohne ein weiteres Wort kehrt und ging wieder Richtung seines Büros. Gretchen sah ihm noch eine Weile nach und hätte sich am liebsten selbst auf die Schulter geklopft, dass sie Marc so im Griff hatte. Welche Frau konnte das schon von sich behaupten?

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

23.06.2010 13:28
#259 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc machte sich also wie ihm geheißen auf den Weg in sein Büro und öffnete dann die Tür, hinter der noch immer das kleine Mädchen in Ruhe malen sollte. Und dieses Bild war auch das erste, das er hatte, als er den Raum betrat. Lilly saß noch immer mit Stiften rings um sich vor dem Schreibtisch und kritzelte rum. Doch als er näher an seinen Schreibtisch herankam, bemerkte er, dass sie nicht mehr auf ihrem Papier malte, sondern auf seinem. Genauer gesagt auf seinen Unterlagen über seine Forschung. Und das konnte Marc nun nicht locker sehen. Aber sie war Mehdis Tochter und deshalb musste er sich zusammenreißen. Sie war nur ein Kind. Aber eben ein Kind, das auf seinen Unterlagen herumkritzelte.
„Sag mal, geht’s noch? Du kannst doch nicht einfach so meine Unterlagen beschmieren!“ Er hatte es wirklich nicht so beschuldigend sagen wollen, aber scheinbar kamen ihm solche Worte über die Lippen, bevor er richtig darüber nachdenken konnte. Dabei zog er ihr schnell das Blatt weg und legte es weg, nachdem er noch einmal einen flüchtigen Blick auf das Papier, auf dem eben noch fein säuberlich seine handschriftlichen Ausführungen standen, die nun aber mehr von Lillys Landschaftsmalerei überdeckt war. „Mann, das sind wichtige Unterlagen! Und die sind auch um einiges wichtiger als deine Kinderkritzeleien!“ Mit dem Blatt in seiner Hand ging er weiter um seinen Schreibtisch herum und brachte vorsichtshalber seine Sachen außerhalb von Lillys Reichweite ohne das Mädchen eines weiteren Blickes zu würdigen, das nur stumm und mit gesenktem Blick auf dem Stuhl saß. Beide sahen erst wieder auf, als die Tür geöffnet wurde und Gretchen nun ebenfalls dazustieß. Sofort stand Lilly von ihrem Platz auf und lief zu Gretchen, die sogleich von zwei kurzen Armen umklammert wurde. Überrascht von der plötzlichen Umarmung, strich Gretchen dem kleinen Mädchen kurz über die Haare, bevor sich diese löste und die Ärztin mit großen, schimmernden Augen anblickte. Fragend blickte Gretchen zu Marc, der noch immer leichte Wut in den Augen hatte und so konnte sich Gretchen schon denken, womit Lillys traurige und schuldbewusste Mimik zusammenhing. Sie ging in die Knie und nahm Lillys Hände in ihre.
„Hallo, Lillymaus. Warum guckst du denn so traurig? Hat der Marc irgendetwas gemacht?“, fragte Gretchen freundlich und mit einem ermutigendem Lächeln nach.
„Ich hab mir Papier genommen und jetzt ist er böse auf mich…“, gab Lilly niedergeschlagen zu und blickte wieder zu Boden. Verständnislos sah Gretchen zu ihrem Freund und schüttelte leicht mit dem Kopf. Er sollte doch nur ein paar Stunden auf Lilly aufpassen und nicht einmal das schaffte er ohne Zwischenfälle.
„Das hat er doch gar nicht so gemeint. Er war halt nur etwas… überrascht im ersten Moment. Aber er ist dir nicht böse! Oder, Marc?“ Den letzten Satz unterlegte sie mit einem harten, auffordernden Ton, der klarmachte, dass er ihr gefälligst zustimmen sollte. Doch das sah Marc anders.
„Wenn die mir einfach auf meine Unterlagen zeichnet…“, verteidigte Marc seine Reaktion und nun stand Gretchen auf und ging auf Marc zu.
„Hör mir mal gut zu!“, zischte sie ihm so leise, aber gleichzeitig so wütend wie möglich ins Ohr. „Du entschuldigst dich bei ihr und machst ihr klar, dass du nicht wütend auf sie bist!“
„Das sind Unterlagen über meine Forschung! Die sind verdammt wichtig!“ Um Lillys Werk zu zeigen, hielt er ihr das Papier hin, das Gretchen auch gründlich prüfte. Wenn er jetzt aber auf Verständnis hoffte, tat er das umsonst.
„Sie ist ein Kind! Außerdem kann man dein Gekritzel doch noch immer lesen!“
„Mein Gekritzel? Schau dir mal ihres an!“
„Das ist mir so was von egal! Du entschuldigst dich! Aber sofort!“

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Verena1991 Offline

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23.06.2010 22:59
#260 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Gar nichts werde ich hier tun!“, blieb Marc stur und so langsam beschlich Gretchen das Gefühl, dass sie es hier mit zwei Kindern zu tun hatte. Nur dass das größere der beiden liebend gerne mit Sachen spielte, die unmittelbar mit ihr zu tun hatten.
„Marci… Schatz! Dann nehme ich an, dass du die nächsten… sagen wir… zwei Wochen… keine kleinen, schmutzigen Spielchen mit mir spielen willst?“, fragte sie ihn mit einem provozierendem Blick und zog sich ihren Kittel weiter nach unten, um Marc einen besseren Einblick darauf zu geben, was er verpassen würde, wenn er nicht sofort ihrer Aufforderung nachkommen würde. Entgeistert sah Marc die Frau an, die ihm gerade so etwas Ähnliches wie die Todesstrafe angedroht hatte. Nur noch grausamer.
„Du bist so ein… erpresserisches Miststück!“, zischte er ihr darauf nur zu, was sie mit einem Hochziehen der Augenbrauen kommentierte.
„Sagt der Mann, der mal fast zu einer Hochzeit erpresst wurde? Ich sage dir nur, dass du dich entschuldigen sollst!“
„Ist ja gut!“ Da Gretchen ihn weiterhin mit einem strengen, stechenden Blick musterte, lenkte Marc letzten Endes doch ein. Vielleicht hatte sie ja sogar Recht. Nur hatte er einfach so gerne Unrecht und das wollte er auch einem Kind nicht so gerne eingestehen. Aber bevor ihn wirklich die Höchststrafe für sein Verhalten erwartete, beugte er sich einfach seinem Schicksal und gab nach. Er ging also auf Lilly zu, die das Gespräch so gut wie möglich verfolgt hatte und unsicher dastand.
„Tut mir Leid.“, murmelte Marc schnell und streckte Lilly seine Hand hin, während er noch immer stand und sie zu ihm aufsehen musste. Aber der Tag, an dem er vor jemandem in die Knie gehen würde, musste erst noch kommen. Lilly nahm seine Hand an und lächelte ihn schüchtern, aber glücklich an. Und bei diesem Anblick kam auch Marc, sehr zu seinem eigenen Verwundern, nicht um ein Lächeln umhin.
Da sieht man doch mal, wer hier in der Beziehung die Hosen anhat. Nur metaphorisch gesehen natürlich. Marc im Rock wäre dann doch eine zu abstruse Vorstellung. Bloß nicht vorstellen. Bei einem lauten Lachanfall würde Marc nur nachfragen. Denk lieber daran, dass er doch auch nett zu Kindern sein kann.
„Ja, gut… dann… arbeite ich mal weiter!“, meinte der Chirurg dann, bevor er seine Hand von Lilly löste und wieder zu Gretchen zurückging. „Jetzt zufrieden?“
„Könnte man so sagen, ja!“, gab ihm Gretchen zufrieden zur Antwort und packte ihn dann am Kragen seines Kitteln, um ihn zu sich zu ziehen und ihm einen Kuss zu geben. Den hatte er sich auch redlich verdient, nachdem er über seinen Schatten gesprungen war, wenn auch nur unter Drohung. Und anhand seines Tonfalls hatte sie ja auch leicht erkennen können, dass er ihr das doch etwas übel nahm. Doch so ein Kuss wirkte doch manchmal Wunder und als Marc bei dem Lippenspiel mitmachte, wusste sie, dass sie ihn wieder auf ihrer Seite hatte. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte, obwohl es gar nicht so abwegig war, war, dass Marc den Kuss immer mehr intensivierte und sich mit seiner Zunge Einlass in ihren Mund erbitten wollte. Aber so ein leidenschaftlicher Zungenkuss, während Lilly noch immer ohne Beschäftigung mit im Raum war, erschien ihr doch nicht das Beste. Als Marc seine Hand nun auch noch unter ihrem Kittel auf ihre Hüfte legte, griff Gretchen nach dieser und gab sie ihrem Freund zurück, bevor sie auch den Kuss wieder löste.
„Was denn jetzt los?“
„Nicht jetzt vor Lilly, okay? Heb’s dir für später auf!“

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Verena1991 Offline

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24.06.2010 15:26
#261 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Etwa eine Stunde später schlief Lilly seelenruhig auf der Couch in Marcs Büro und verarbeitete ihre Eindrücke des Tages. Gretchen saß neben ihr und hatte den Kopf des Mädchens auf ihren Schoß gebettet und strich ihr immer wieder über die Haare, während sie darauf wartete, dass Marc endlich fertig wurde. Als das der Fall wurde, blickte Marc von seiner Arbeit auf und musste erneut dank Lilly lächeln, als er sah, wie diese so friedlich auf Gretchen schlief und wie fürsorglich seine Freundin mit Mehdis Tochter umging. Sie würde definitiv eines Tages eine gute Mutter werden. Vielleicht würde sie ja wirklich mal die Mutter seiner Kinder werden. Das würde die Zukunft alles noch zeigen, aber wenn er Kinder haben würde, dann nur mit Gretchen. Heute hatte sie ihn ja auch wieder zur Ruhe bringen können, was sonst wohl keiner gelungen wäre. Und genau deshalb war sie auch die Erste, bei der er sich wirklich ernsthaft Gedanken über die Zukunft machte. Zwar plante er noch nichts konkret, aber er bezog Gretchen auf alle Fälle in seine Zukunft mit ein. Als Gretchen von Lilly aufblickte, bemerkte sie auch für einen kurzen Moment Marcs verträumten Blick auf ihr, der ihr ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Als Marc sich dessen richtig bewusst wurde, schüttelte er sich seinen verliebten Gesichtsausdruck ab und räusperte sich verlegen.
„Äh… Wollen wir dann?“
„Ja… Nimmst du Lilly?“
„Warum?“, fragte Marc nur ratlos und innerlich stöhnte Gretchen auf, dass ihr Freund manche Dinge wohl einfach nicht verstehen wollte. Aber dazu hatte er ja sie.
„Weil sie den Weg zum Auto nicht mehr schafft und du stärker bist als ich!“, erklärte sie ihm so, dass auch bei Marc der Groschen fallen musste. Nur hatte Marc gerade nicht wirklich Lust dazu, eine Siebenjährige zu seinem Auto zu tragen. Doch in letzter Zeit hatte er einfach einsehen müssen, dass seine Assistenzärztin manchmal einfach die überzeugenderen Argumente hatte. Und er konnte nur hoffen, dass sie sich im Anschluss unanständig bei ihm bedanken würde.
„Wenn’s denn unbedingt sein muss… Ich nehm das Kind und du dafür diesen ganzen Krimskrams, den sie dabei hat!“, forderte Marc im Gegenzug, um wenigstens den Schein von Gleichberechtigung aufrecht zu erhalten. Und er hatte Mehdi damals immer verhöhnt, als sich dieser von Anna zu allem hatte überreden lassen. Oder hatte die ihm einfach genauso gedroht wie es jetzt auch Gretchen tat? Aber solange diese ihn nicht zur Hochzeit zwang, konnte er ja noch leben. Er stand also auf und ging zu den beiden Frauen hin und musste sich erstmal überlegen, wie er das Kind überhaupt halten sollte. Das war immerhin etwas, das er in seiner gesamten Lebenszeit noch nicht hatte machen müssen. Als Gretchen ihn nur abwartend anblickte, schob er also einfach die Arme unter den Körper der Kleinen und hob sie vorsichtig hoch, dass sie auch weiterschlafen konnte, was sie nach einem kurzen Seufzen auch gleich tat.
Vergiss Lacoste und Armani. Am besten stehen Marc Meier immer noch Kinder. Wie sollte Frau bei diesem Anblick keinen Kinderwunsch bekommen? Ich hätte es zwar anfangs nicht für möglich halten, aber Marc würde doch einen guten Vater darstellen. Vielleicht…
„Hasenzahn? Nicht träumen! Packen!“, riss Marc sie aus ihren Gedanken und Gretchen brauchte eine Weile bis sie wieder in ihr kinderloses Leben zurückkam.
„Äh… klar!“ Vielleicht kann ich ja wirklich drei Kinder mit ihm bekommen. Aber zuerst heiraten. Will ja auch ein stabiles…
„Hasenzahn!“
„Ist ja gut!“, murmelte Gretchen und sammelte dann auch wirklich Lillys Sachen zusammen, um wirklich verschwinden zu können.

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Verena1991 Offline

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25.06.2010 11:09
#262 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Wesentlich leichter wäre ihnen das Abhauen jedoch gefallen, wenn sie alleine im Krankenhaus gewesen wären. Da das jedoch eher nie der Fall war und sich meistens einer fand, der stören konnte, verzögerte sich die Abreise auch dieses Mal. Denn als sie den Lift betraten, war dieser nicht leer, sondern schon besetzt durch Franz Haase. Den hatte Marc seit dem gemeinsamen Abendessen glücklicherweise nicht mehr gesehen und auch Gretchen war um irgendwelche Gespräche herumgekommen. Doch nun ließ sich das nicht mehr vermeiden.
„Meier, Sie mit Kind?“, fragte Franz dann auch gleich verwundert und nickte auf Lilly, die noch immer friedlich in Marcs Armen schlummerte.
„Ja… Mehdi hat mich gebeten, heute auf… Lilly aufzupassen!“, erklärte Marc kurz und hoffte, dass er kein längeres Gespräch mit dem Professor führen müsste. Zwar hatte er sich mit diesem doch immer gut verstanden als es ein rein berufliches Verhältnis war, doch seit er mit Franz auf gewisse Weise um Gretchens Gunst buhlte, war das doch etwas anderes. Ein Verhältnis unter Kollegen konnte schon schwierig sein, aber eine Beziehung zu einer Kollegin, die noch dazu Tochter des Chefs war, war dann noch eine Stufe komplizierter.
„Mhm… Dann üben Sie auch schon mal für eigene Kinder?“
„Papa!“ Nun ging doch lieber mal Gretchen dazwischen. Klar machte sie sich auf eher mehr als weniger Gedanken über das Thema, aber ihr Vater sollte sich da besser heraushalten. Vor allem in Marcs Gegenwart. Ein Blick auf diesen genügte auch schon, um zu sehen, dass auch er kein Fan dieser Frage war. Ihm hatte es schon gereicht, dass er sich erst neulich eine diplomatische Antwort zu diesem Thema hatte überlegen müssen.
„War nur eine Frage!“, winkte Franz nun auch mit einem eher gezwungenen Lächeln ab. So richtig leicht fiel es ihm auch nicht, sich Marc gegenüber zusammenzureißen, aber er tat es Gretchen zuliebe. Bärbel hatte ja Recht damit, dass die beiden doch glücklich verliebt schienen. „Und du schläfst heute auch wieder bei dem Meier?“
„Ja! Ich helf ihm ja auch mit Lilly…“ Das junge Paar war mehr als froh, als der Fahrstuhl endlich unten ankam und sie aussteigen konnten. So kamen sie dem Auto immer näher und entfernten sich immer weiter von unangenehmen fragen. „Tja, dann, Papa…“ Gretchen wollte schon zur Verabschiedung ansetzen, doch da kam Franz ihr doch noch einmal zuvor.
„Ich begleite euch noch zum Auto!“
„Du, Papa, das ist nicht…“
„Dann wollen wir mal!“
„…nötig…“, vollendete Gretchen pro forma ihren Satz, als Franz auch schon aus dem Fahrstuhl getreten war und darauf wartete, dass die beiden jungen Ärzte ihm mit dem Kind folgen würden. Das Paar war sich noch einen vielsagenden Blick zu, ehe beide aufstöhnten und dem Professor folgten.
„Und wann schaust du wieder mal zu Hause vorbei, Kälbchen?“, fragte Franz unbeirrt der Tatsache weiter, dass er nicht wirklich willkommen war und die beiden eigentlich nur schnell und in Ruhe nach Hause wollten.
„Och, mal sehen… Hab ja momentan auch viel im Krankenhaus zu tun!“
„Und mit dem Meier…“, fügte Franz zähneknirschend hinzu und Marc und Gretchen lachten verlegen auf. Umso erleichterter waren sie dann, als sie endlich an dem weißen Volvo ankamen und Franz sie nicht weiter aufhalten konnte. Es sei denn, er würde mitfahren und das war doch mehr als unwahrscheinlich.
„Dann jetzt aber wirklich Tschüß!“, stellte Gretchen klar und zu ihrem Glück verabschiedete sich nun ihr Vater wirklich endgültig. Jetzt mussten sie sich nur noch um Lilly kümmern.

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Verena1991 Offline

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26.06.2010 17:59
#263 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Einige Minuten später kamen sie dann auch endlich bei Marcs Wohnung an und Gretchen konnte Lillys Sachen endlich abladen, wohingegen Marc das Kind noch immer halten musste. Nun war es ihm nämlich auch ein Rätsel, wie die Schlafsituation heute geklärt werden sollte.
„Soll sie auf dem Sofa schlafen?“ Hilfesuchend wandte sich Marc deshalb nun an Gretchen, die in der Regel besser wusste, was mit Kindern zu tun sei. Nachdem sie alle Sachen abgestellt hatte, widmete sie sich nun Marc, der nun etwas unsicher in seiner eigenen Wohnung stand.
„Weiß nicht so recht… So ganz allein in einer fremden Wohnung? Mir wär’s eigentlich lieber, wenn ich mit ihr heute im Bett schlafen würde…“, schlug Gretchen vor und strich Lilly nun vorsichtig über den Arm, als sie direkt neben Marc und dem Kind stand. „Sie soll nicht aufwachen und dann gar nicht wissen, wo sie ist.“
„Ist ja alles schön und gut, aber ich lass mich nicht aus meinem Bett vertreiben!“ Diese Sache stand für Marc klipp und klar fest. Und noch wichtiger war für ihn, dass er nicht alleine auf dem Sofa schlafen würde. Ohne wirklichen Grund würde er nicht ohne Gretchen schlafen.
„Leg sie erstmal hin, dann schauen wir weiter, okay?“ Dieser Idee folgte Marc nur bereitwillig, da Lilly auch langsam etwas schwerer wurde und seine Muskeln das auf Dauer auch nicht mehr tragen konnten. Vorsichtig legte er mit dem Kind auf dem Arm die letzten Meter zum Schlafzimmer zurück und breitete ihren Körper dort auf dem Bett aus. Anschließend setzte er selbst sich auf den Fuß des Bettes und hob seinen Blick hoch zu Gretchen, die sich vor ihn stellte.
„So, jetzt liegt sie! Und jetzt?“
„Jetzt lassen wir und was einfallen. Ist das Bett groß genug für drei?“ So konnte sie immerhin gut auf Lilly aufpassen und Marc konnte auch Gretchen aufpassen. War doch im Grunde keine so schlechte Idee.
„Sogar schon getestet!“, verkündete Marc stolz mit einem dreckigen Grinsen im Gesicht, das nur eines bedeuten konnte und das dazu führte, dass Gretchen die Kinnlade glatt herunterklappte. Wie kam ein Mann nur auf die Idee, seine ehemaligen Sexgeschichten vor seiner eigenen Freundin auszubreiten? Details hatte er ihr zwar gütigerweise erspart, aber allein das Anschneiden dieses Thema war für sie mehr als ein Schritt zu weit. Es verletzte sie doch immer wieder und löste in ihr eine Angst aus, dass er sein altes Leben doch vermissen könnte.
„Du bist so widerlich!“, zischte sie ihm leise, aber aufgebracht zu und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Was denn? War noch vor dir!“, rechtfertigte sich Marc und hob entschuldigend die Hände kurz hoch. Er hatte ihr ja auch nur auf ihre Frage geantwortet und dabei sogar noch Beweise vorgelegt.
„Und ich will’s trotzdem nicht wissen! Und meinetwegen darfst du auch gerne auf der Couch schlafen!“
„Du willst mich aus meinem Schlafzimmer werfen?“ Stimmt ja, ist ja sein Schlafzimmer… Noch wohne ich nicht hier. Aber trotzdem…
„Ja!“ Bevor er sich nicht bei ihr entschuldigte, würde sie hart bleiben. War doch auch ihr gutes Recht. Sie erzählte ihm immerhin auch nichts von ihren vergangenen Bettgeschichten. Auch wenn das nur drei Stück waren und allesamt auch noch richtige Beziehungen. Trotzdem erzählte sie ihm nicht mehr als nötig. Wobei sie das vielleicht doch mal tun sollte. Nur mal so zur Provokation.
„Das kannst du ja mal ganz gepflegt vergessen!“, empörte sich Marc und stand nun auch auf. Er tat sich das ganze Chaos hier doch nicht an, um auf dem Sofa zu schlafen. Lilly schlief hier nur einmalig und Gretchen war auch nur ein Dauergast. Ein Dauergast mit dem Recht und der Pflicht, stets neben ihm einzuschlafen. Neben ihnen hörten sie ein lauteres Murren und sofort huschten die Blicke der beiden zu Lilly. Diese streckte sich zwar nicht, aber schien dennoch nicht mehr in einem ganz so festen Schlaf zu sein.
„Vielleicht sollten wir und hier besser nicht streiten… Ich geh jetzt ins Bad und du kannst dir schon mal das Sofa herrichten!“

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Verena1991 Offline

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26.06.2010 22:49
#264 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Wortlos rauschte Gretchen wieder aus dem Bad heraus und ebenso stumm wurde dieses nun von Marc betreten. Er würde sich doch nicht entschuldigen, nur weil sie hier wieder eifersüchtig sein musste. Sie wusste ja auch, dass er nie ein Kind von Traurigkeit war, also musste sie doch damit klar kommen. Für ihn stand klipp und klar fest, dass er sich nicht enzschuldigen würde und für Gretchen stand ebenso fest, dass sie nicht wieder mit ihm reden würde, ehe er seinen Fehler nicht eingesehen hätte. Sie wusste von seiner Vergangenheit, aber dennoch tat es ihr immer wieder weh, wenn sie daran erinnert wurde. Wenn er das nicht einsah, war das nicht ihr Problem. Das Bild einer schmollenden Gretchen bot sich Marc auch, als er wieder aus dem Bad kam und Gretchen ihn keines Blickes würdigte. Mittlerweile wollte Marc sogar bereitwillig auf der Couch schlafen, hatte er sich doch erfolgreich eingeredet, dass er ihm Recht war und sie auf ihn zukommen musste. So legten sich beide also getrennt voneinander hin und wähnten sich im Recht. Schlafen konnten sie dennoch nicht…

Mittlerweile war es ein Uhr nachts und Mehdi stand zusammen mit Maria vor der Tür ihres Hauses. Zweifelsohne hatten sie einen schönen Abend verbracht, sonst wäre es auch niemals so spät geworden. Zu Beginn war es vielleicht etwas verhalten gewesen, aber nach und nach waren sie immer mehr aufgetaut und hatten sich über Gott und die Welt unterhalten und festgestellt, dass sie auf einer Wellenlinie waren. Sie konnten miteinander reden und lachen. Sie mussten sich eingestehen, dass sie schon lange nicht mehr so viel Spaß hatten. Ganz offensichtlich waren es nicht nur ihre Kinder, die sich gut verstanden.
„Willst du noch auf einen Kaffee mit reinkommen?“, fragte Maria ihr Date, während sie nervös ein wenig mit den Schlüsseln spielte. Auch wenn sie einen tollen Abend verbracht hatten, wusste sie eben doch nicht, wie Mehdi ihr gegenüber stand oder was er für sie empfand. Und auch wenn der Name ‚Gretchen’ nicht einmal gefallen war, war sie sich nicht sicher, ob diese nicht doch noch im Kopf des Halbpersers herumspukte.
„Äh…“ Auch Mehdi war sich über seine Gefühle nicht klar. Natürlich mochte er die Neurochirurgin, aber was er auch wirklich bereit für eine neue Beziehung? Und stand der Kaffee auch wirklich für Kaffee oder doch für etwas anderes? „Vielleicht sollte ich doch lieber nach Hause. Muss ja dann auch früh raus und noch Lilly abholen.“, lehnte Mehdi ihr Angebot dann möglichst diplomatisch ab und hoffte, dass sie ihm einfach abkaufen würde, dass es wirklich in keiner Weise wegen ihr war. Dass sie jedoch enttäuscht war, konnte man Maria ganz genau ablesen, auch wenn sie es zu überspielen versuchte.
„Ja, ist klar… Dann Danke für den Abend!“ Auch wenn Maria diese Verabschiedung ursprünglich hierbei belassen wollte, entschied sie sich dann doch um. Sie wollte nun einfach mal auf die Vollen gehen. Sonst wurde sie aus diesem Mann einfach nicht schlau. Dabei musste sie einfach wissen, ob es auch nur den Hauch einer Chance für sie gab. Sie schritt also näher auf ihn zu und ehe Mehdi reagieren und zurückweichen konnte, legte sie schon ihre Lippen auf die seinen. Es durchfuhr sie wie ein Blitz, als sie seine weichen Lippen berühren durfte. Und als der perplexe Mehdi den Kuss auch noch erwiderte, wähnte sie sich im Himmel. Vielleicht empfand der Gynäkologe ja doch auch mehr für sie. Umso bitterer war die Enttäuschung, als sie doch von ihm zurückgestoßen wurde und sie ihre Lippen wieder von ihm nehmen musste.
„Maria, du bist wirklich eine tolle Frau…“ Schon zu Beginn von Mehdis Ausführungen ahnte die brünette Frau, dass da gleich noch ein großes ‚Aber’ kommen würde. Und damit sollte sie auch Recht behalten. „…aber das mit uns… Ich glaube nicht, dass das funktioniert!“, erklärte Mehdi, dem bei dem Kuss klargeworden war, dass er sie einfach nicht wirklich liebte. Es war schön gewesen, aber es war nicht so wie damals bei Gretchen als es ihn schlicht weg umgehauen hatte.
„Meine Güte, Mehdi! Das war ein Kuss! Wir sind beide 35 und uns sollte doch wohl klar sein, dass Liebe auf den ersten Blick auch eher ein Einzelfall ist! Hat dir der Kuss gefallen oder nicht?“
„Schon, aber… es ist nicht so wie bei…“
„Wehe, du sagst jetzt ihren Namen! Aber wenn du dir nach einem Kuss so sicher bist, dass daraus nicht mehr werden kann, dann ist wohl alles gesagt! Und jetzt Tschüß!“ Wütend vor Enttäuschung wandte sich Maria nun ihrer Tür zu und schloss diese so schnell wie möglich auf. Sie wollte sich nicht länger als nötig mit einer unglücklichen Liebe beschäftigen. Trotzdem hoffte sie doch, dass Mehdi noch etwas sagen würde. Doch alles, was sie noch hörte, waren seine Schritte, die immer leiser wurden.

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Verena1991 Offline

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27.06.2010 15:14
#265 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=83I2bAjNK2s

Gretchen wälzte sich noch immer im Bett und bemühte sich vergeblich um Schlaf. Vielleicht hatte sie ja doch etwas überreagiert, als sie ihn aus wohlgemerkt seinem eigenen Bett vertrieben hatte. Immerhin lag sie ja nun auch in diesem Pfuhl der Sünde und es hatte ihr sonst ja auch nichts ausgemacht, als sie hier mit ihm geschlafen hatte. Immerhin hatte er nach seinen ganzen Sexabenteuern ja die Bettwäsche gewechselt. Sie wusste ja von seinem früheren Leben, aber sein dreckiges Grinsen, als er das gesagt hatte, hatte sie einfach so fertig gemacht. Wie konnte er nur so stolz auf sein altes Leben sein? Das hätte er sich wirklich sparen können und deshalb würde sie nicht nachgeben. Auch Marc konnte noch nicht schlafen. Immerhin stand nur wenige Meter entfernt sein Bett, in dem seine Freundin schlief. Und dass er nicht bei ihr lag, lag daran, dass er einfach nicht seinen Mund halten konnte, wenn es gesünder wäre. Es war zwar Vergangenheit und eigentlich hatte Gretchen auch wirklich keinen Grund zur Eifersucht, weil es für ihn nur noch die Eine gab. Nur musste er sich auch eingestehen, dass er ja auch nicht unbedingt etwas von ihren ehemaligen Partnern wissen wollte und was sie sonst so vor ihm getrieben hatte. Am besten redeten sie ab sofort nur noch über die Gegenwart oder die gemeinsame Vergangenheit und Zukunft. Und auch wenn es ihm eigentlich nicht passte, stand er doch langsam auf und trabte durch die Dunkelheit Richtung Schlafzimmer, dessen Tür Gretchen vorsorglich geschlossen hatte. So bekam er auch nicht mit, dass sich hinter der Tür ebenfalls etwas regte. Gretchen hatte inzwischen doch genug von der Einsamkeit und den wirren Gedanken in ihrem Kopf. Es war doch egal, wer im Recht war und wer nicht. Sie sollten nur zusammen sein und sich nicht wegen einer solch blöden Bemerkung so streiten. Gleichzeitig öffneten beide die Tür und staunten nicht schlecht, als sie feststellten, dass sie da offenbar dieselbe Idee gehabt hatten. Schüchtern lächelten sie sich kurz an und keiner wagte es, so schnell die Stille zu durchbrechen. Da diese mit der Zeit jedoch zunehmend peinlich wurde, ergriff Gretchen dann doch lieber das Wort.
„Kannst du auch nicht schlafen?“
„Ne… Ist einfach… zu unbequem… die Couch…“, druckste Marc herum, doch Gretchen erkannte doch genau, dass es nicht nur an dem Schlafkomfort lag, dass Marc ebenfalls nicht schlafen konnte. „Darf ich vielleicht… bei dir?“
„Ist ja immer noch dein Bett, oder?“ Marc nickte leicht und stand ebenso wie Gretchen noch unsicher in der Wohnung. War das zwischen ihnen nun schon geklärt oder sollten sie es doch noch einmal ansprechen? Denn sie mussten sich eingestehen, dass die Lage noch alles andere als entspannt war. „Könnten wir vorher aber nochmal kurz reden?“
„Klar! Ich… hab das vorher auch nicht so gemeint…“ Nur zögerlich begann Marc mit seiner Entschuldigung. Denn trotz aller Liebe zu Gretchen war das noch immer etwas, was er so nicht gerne von sich gab. „Also nicht, dass es gelogen war, aber… ich hätte es vielleicht nicht so sagen sollen.“
„Und ich hätte nicht so heftig drauf reagieren sollen.“, gestand auch Gretchen ein und war froh, dass Marc den Streit wohl auch beilegen wollte. „Ich will mich ja auch nicht wieder mit dir streiten. Ich weiß auch nicht, warum das immer wieder so abläuft.“
„Vielleicht müssen wir uns einfach noch bisschen mehr aneinander gewöhnen?“ Es konnte bestimmt nicht von jetzt auf gleich komplikationsfrei ablaufen, wenn zwei so unterschiedliche Menschen zusammenkamen und dann auch noch rund um die Uhr zusammen waren. Sie hatten sich schon etwas mehr angenähert, aber noch nicht genug, um gleich in vollkommener Harmonie zusammenzuleben.
„Ja, vielleicht. Sind wir jetzt wieder gut?“ Noch etwas ängstlich stellte Gretchen diese Frage, doch als Marc zur Antwort ihre Hand nahm und sie aufmunternd anlächelte, fiel ihr auch der letzte Stein vom Herzen und sie ließ sich nur bereitwillig von ihm zum Bett ziehen. Gemeinsam legten sie sich unter die Decke und die beiden lagen auch so eng umschlungen beieinander, dass Platzmangel noch das geringste Problem war. Und so ließ es sich dann auch gleich viel angenehmer einschlafen.

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Verena1991 Offline

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27.06.2010 23:43
#266 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen war Gretchen als Erste aufgewacht und ein unglaubliches schönes Gefühl beschlich sie. Neben ihr lag ihr absoluter Traummann, der liebevoll den Arm um ihren Bauch gelegt hatte und auf der anderen Seite lag ein kleines, süßes Mädchen. Erst einmal war sie zwischen Freund und Kind aufgewacht, aber damals war die Situation doch unangenehm für sie gewesen. Vielleicht hatte sie damals schon gewusst, dass Mehdi eigentlich niemals der Mann sein könnte, mit dem sie wirklich eine Familie haben wollte. Aber mit Marc war das etwas anderes. Etwas mühselig drehte sie sich so, dass sie mit dem Gesicht zu Marc sehen konnte. Sie musste schmunzeln, als sie eine kleine, braune Strähne entdeckte, die in sein schönes Gesicht fiel. Vorsichtig strich sie ihm diese nach hinten und erschrak leicht, als ein Murren von dem Mann zu hören war. Doch er schmatzte nur kurz und schien dann wieder ganz in seinen Schlaf zu fallen. Dabei sah er so süß aus, dass sie beschloss, ihn noch nicht zu wecken. Sie robbte möglichst unauffällig und ohne großes Wackeln auszulösen unter seinem Arm hinweg zum Fußende des Bettes. Sie stand auf und drehte sich noch einmal um, um den schlafenden Mann und das ebenso schlummernde Kind zu betrachten. Beide sahen einfach nur unglaublich süß aus und Gretchen seufzte glücklich aus, bevor sie dann für kurze Zeit ins Bad verschwand.
Als sie daraus bald wieder herauskam, hatte sich das Bild, das sich ihr bot, jedoch leicht verändert. Lilly lag nicht mehr auf der anderen Seite des Bettes als Marc, sondern hatte sich mittlerweile auf seine Seite gelegt und den Kopf auf seine Schulter gebettet, während ihre Beine jedoch noch weit herausragten und weit von sich gestreckt waren. Marc schien nichts davon bemerkt zu haben, zumindest schlief er noch genauso friedlich wie vorhin. Und erneut konnte Gretchen feststellen, dass Marc und Kinder doch eine hervorragende Kombination waren. Ihm schien es gutzugehen und auch Lilly war ihrem Aufpasser wohl positiv zugetan, so wie sie sich an ihn kuschelte. Es wurde immer wahrscheinlicher, dass Marc Meier vielleicht doch eines Tages ein Familienvater sein konnte. Alle Ängste, die Gretchen anfangs noch bei einer Beziehung mit diesem Mann gehabt hatte, schienen sich nach und nach in Lust aufzulösen. Perfekt war er natürlich nicht. Das hatte man ja schon an dem unnötigen Streit des vorausgegangenen Abends gemerkt, aber sie waren immer mehr dabei, sich einander anzunähern und gemeinsame Pläne und Wünsche zu haben. Heute würde wohl niemand mehr vermuten, dass dieser Mann sie einst zu seinem persönlichen Opfer auserkoren hatte, das er quälte, wann immer er wollte. Manchmal schaffte er das noch immer, aber doch behandelte er sie immer öfter mit einer unglaublichen Zärtlichkeit und Liebe, die sie so noch nie erfahren hatte. Und nun schlummerte Marc wirklich mit einem siebenjährigen Mädchen in seinem Bett, das sich an seine beschützende Schulter lehnte. Bei dem Anblick konnte Gretchen gar nicht anders, als glücklich zu lächeln. Gespannt lehnte sie sich mit einem Arm gegen die Wand, als sie beobachtete, wie Marcs Augenlider zu zucken begannen und er langsam die Augen aufschlug. Etwas orientierungslos blickte er sich erst einmal um und sah dann sehr erstaunt aus, als er Gretchen vor sich stehen saß. Fragend, was wohl dann auf ihm gebettet war, blickte er zur Seite und staunte wieder nicht schlecht, als er dort Lilly ausmachte. Und auch in ihm breitete sich ein ungewohntes warmes Gefühl aus, als ihm klar wurde, dass dieses Kind sich so an ihn kuschelte und Geborgenheit suchte. Und diese gab er ihr gerne. Dennoch schlüpfte er vorsichtig unter Lilly hinweg und setzte sich auf den Rand des Bettes. Nur ungern wollte er zugeben, dass dieses Mädchen ihm in dieser kurzen Zeit doch ans Herz gewachsen war.
„Sag jetzt einfach nichts!“, wies er Gretchen deshalb auch an und stand dann auf, um nun ebenfalls ins Bad zu gehen.
„Was sollte ich denn sagen?“, fragte diese ihn nur mit einem frechen Grinsen zurück, doch Marc verschwand schon ohne ein weiteres Wort. Aber sie wusste genau, dass er früher oder später auch zugeben würde, dass Kinder doch nicht so schrecklich waren wie er immer behauptet hatte.

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Verena1991 Offline

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28.06.2010 17:28
#267 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Kaum hatte Gretchen eine gute halbe Stunde später die kleine Lilly fertig für den Tag gemacht, als es auch schon an der Tür klingelte und ein müde erscheinender Mehdi vor der Tür der Wohnung stand.
„Mann, siehst du scheiße aus!“, begrüßte Marc seinen Freund und spielte damit auf die Augenringe an, die Mehdis Gesicht zierten. Es war auch tatsächlich so, dass der Gynäkologe kaum hatte schlafen können. Das Ende seines gestrigen Dates hatte ihn noch bis tief in die frühsten Morgenstunden beschäftigt. Er hätte sich ja auch gewünscht, dass er einfach eine Zukunft mit Maria haben könnte, aber er hatte vergeblich auf den großen Boom gewartet. Bei Anna und auch bei Gretchen war er sofort mehr als angetan von den beiden Frauen gewesen. Nur bei Maria hatte sich das Kribbeln einfach nicht einstellen wollen.
„Schlecht geschlafen.“, erklärte Mehdi und rieb sich noch einmal kurz die Müdigkeit aus den Augen.
„Hat sie dich so richtig rangenommen?“ Verschmitzt grinste Marc Mehdi an und feierte auch innerlich. Es wäre auch zu herrlich, wenn Mehdi endgültig mit Gretchen angeschlossen hätte. Doch diese Hoffnung wurde dann doch bitterlich enttäuscht.
„Nein…“
„Du sie?“, fragte der Chirurg nur hoffnungsvoll, doch er sah Mehdi schon an, dass da gar nichts gelaufen war. Dann müsste er wohl weiterhin darauf achten, dass niemand seinem Mädchen zu nahe kam.
„Wie ist es denn mit Lilly gelaufen?“ Mehdi, dem das Thema durchaus unangenehm geworden war, entschied sich für einen schnellen Themenwechsel, bevor Marc ihn weiter irgendwie zu seinem Date löchern würde oder ihm im schlimmsten Fall sogar vorschreiben würde, dass er dringend wieder Sex haben müsste. Denn das war so ziemlich das Letzte, das Mehdi nun hören wollte.
„Gut soweit. Paar kleinere Zwischenfälle, aber sie lebt noch. Und gut müsste es ihr auch gehen.“
„Zwischenfälle?“ Mehdi hatte kurz überlegt, ob er das wirklich wissen wollte, hatte sich dann aber doch dafür entschieden. Bei Marc konnte man nie so genau wissen, was er angestellt hatte. Und er musste schließlich wissen, wie es seiner Tochter ergangen war.
„Ihre Stifte auf meinen Unterlagen!“ Die unangenehme Fragestunde zu Beginn ließ Marc lieber mal weg. Das war bestimmt das Beste für alle Beteiligten. Mehdi guckte zwar noch etwas skeptisch drein, aber beließ es dann doch dabei. Marc würde ihm schon die Wahrheit gesagt haben.
„Kinder eben. War aber doch nicht zu schlimm?“
„Ging.“, antwortete Marc nur noch knapp und war ganz froh, als Gretchen jetzt auch endlich mit Lilly herkam. Das Mädchen löste ihre Hand sofort von ihrer großen Freundin und lief fröhlich zu ihrem Vater.
„Papa!“
„Hey, meine Maus!“ Ebenso glücklich war Mehdi, als seine Tochter tatsächlich unbeschadet zu sein schien und schloss sie erst einmal kurz in die Arme. Anschließend nahm er von Gretchen noch Lillys Sachen entgegen und verabschiedete sich von den Babysittern. „Wir müssen dann auch mal wieder! Danke fürs Aufpassen und bis später dann!“ Er drehte sich mit Lilly zum Gehen um und Marc war stolz auf sich. Da hatte er es doch tatsächlich geschafft, auf ein Kind aufzupassen und bekam jetzt nicht einmal eine Standpauke von dem Vater, dass er alles falsch gemacht hätte. Doch gerade als sich Marc in Sicherheit wähnte, machte ihm Lilly einen Strich durch die Rechnung.
„Papa, hast du es der Frau Hassmann besorgen können?“ Entsetzt drehte sich Mehdi noch einmal um und blickte in das schockierte Gesicht von Marc Meier. Vielleicht würde die Strafpredigt ja doch noch kommen. Aber nicht jetzt. Denn bevor Mehdi irgendetwas sagen oder tun konnte, knallte Marc auch schon die Tür zu. Mehdi sollte lieber etwas Zeit zum Beruhigen bekommen. Und sich Erklärungen für Lilly ausdenken.

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Verena1991 Offline

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29.06.2010 14:04
#268 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Will ich es wissen?“, mischte sich nun Gretchen ein, die nur mit fragendem Blick neben Marc stand. Doch der hatte nun endgültig genug von dem Gerede und kam deshalb einen Schritt auf Gretchen zu und legte seine Hände auf ihre Hüfte.
„Glaube nicht. Und wir beide haben jetzt aber was aufzuholen, nachdem das letzte Nacht ja eher nicht geklappt hat.“, raunte er und kam mit seinem Gesicht ihrem immer näher, dass beide den warmen Atem des anderen spüren konnten. Doch so leicht wollte Gretchen es ihrem Freund nicht machen. Sie sann auf Rache. Bitterböse Rache. Nicht nur für gestern, sondern für all seine selbstdarstellerischen Sprüche. So einen kleinen Dämpfer hatte er einfach mal verdient.
„Das fand ich auch sehr schade. Ich hätte ja auch sehr gerne etwas unternommen…“, hauchte sie ihm verführerisch zu, als ihre Lippen sich schon vorsichtig berührten, aber noch nicht zu einem Kuss zusammengefunden hatten. Marc war scharf wie noch was, aber das würde sie ihm wohl gleich austreiben. „aber ich wollte einfach auch kein zweites Mal von Lilly erwischt werden!“ Marc fragte sich, wer gerade eine Bratpfanne gegen seinen Kopf geknallt wurde, bis ihm bewusst wurde, dass er gerade von Gretchen so richtig verbal abgewatscht wurde und daher dieses seltsame Ohnmachtsgefühl bei ihm kam. Wenn Gretchen schon einmal von Lilly erwischt wurde, dann doch bestimmt, als sie mit Mehdi zugange war, der im Übrigen noch immer nicht wirklich in ein Leben nach Gretchen gestartet war. Rasch ließ Marc von Gretchen ab und wich lieber einige Meter von ihr. Es konnte doch nicht wirklich ihr Ernst sein, dass sie nun mit diesem Thema anfing.
„Das ist nicht dein Ernst, oder?“
„Doch, doch! War nur gut, dass wir da schon im Bett lagen und nicht mehr auf dem Küchentisch.“ Gretchen hatte ihren regen Spaß an Marcs eifersüchtigem Funkeln in den Augen und ging zur Provokation dann auch noch Richtung Marcs Tisch und stützte sich mit den Handflächen darauf an, während sie sich um einen möglichst verruchten Blick bemühte. Diese Bemühungen fielen ihr auch deutlich leichter als Marcs Bemühungen um Contenance. In ihm brodelte ein gewaltiger Vulkan, dessen Lava Mehdi am liebsten in den Tod gerissen hätte. Es hätte ihm erheblich besser gefallen, wenn der Halbperser seine Griffel von Gretchen gelassen hätte. Und die hätte besser daran getan, einfach den Mund zu halten.
„Halt die Klappe, ja? Ich will das wirklich nicht hören!“
„So wie ich gestern deine Geschichten?“, fragte Gretchen nun provokant und Marc erkannte, dass sie sich hatte rächen wollen und dieses Biest ihn deshalb in die Eifersucht getrieben hatte. Dabei hatte er ja schon eingesehen gehabt, dass man in einer Beziehung eben nicht alles ansprechen musste. Er würde solche Themen nicht mehr ansprechen und ihr musste er das auch unbedingt noch austreiben.
„Ich fang nicht wieder damit an, wenn du es auch nicht tust!“ Jetzt war Gretchen da, wo sie ihn haben wollte. Nie wieder würde er mit seinen Frauengeschichten anfangen, wenn er nicht riskieren wollte, dass auch sie in ihrer Vergangenheit kramte. Also konnte sie diese Unterhaltung auch getrost in eine andere Richtung lenken.
„Okay. Die Gegenwart gefällt mir ohnehin viel besser!“ Gretchen stieß sich wieder von dem Tisch weg und lächelte Marc nun glücklich an. Doch nun war dieser am Zug. Und als dieser mit gierigem auf sie zustürmte, ahnte sie schon, was auf sie zukommen würde.
„Ich zeig dir gleich, wie gut die Gegenwart ist!“
Er drückte sie wieder auf den Tisch und zwang sie dazu, dass sie sich wieder abstützen musste. Marc griff mit seinen Armen an ihr vorbei und fegte schwungvoll den ganzen Inhalt vom Tisch. Er drückte Gretchens Oberkörper nach hinten und legte sie so auf den Tisch.
„Marc, das Geschirr!“, wollte Gretchen noch meckern, doch davon ließ sich Marc am wenigstens beirren. Stattdessen positionierte er seine Zunge auf ihrem Dekollete und befeuchtete ihre Haut bis zu ihrem Hals hinauf. Schnell waren das Geschirr und alles andere vergessen und Gretchen versank vollends in diesem Augenblick.

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Verena1991 Offline

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29.06.2010 22:04
#269 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Hey, das kann doch jedem mal passieren…“, versuchte Gretchen Marc aufzumuntern, als beide etwas bedröppelt nebeneinander auf dem Sofa saßen und die letzten Minuten irgendwie aufarbeiten wollten. Denn im entscheidenden Moment war es dann doch nicht so reizvoll gewesen und das Liebesspiel hatte ein jähes Ende gefunden und zu dieser unangenehmen Stille geführt. Und während Gretchen gar nicht wusste, was sie tun sollte, versuchte sich Marc mit einer Zigarette zu beruhigen.
„Mir nicht!“, stellte Marc sofort klar und stand rapide von dem Sofa auf, während er sich mit der freien Hand aufgebracht durch die Haare fuhr. Das war ihm wirklich noch nie passiert und ausgerechnet bei der Frau, die er über alles liebte und attraktiver fand als alle anderen Damen, denen er bisher begegnet war, hatte sich bei ihm nichts getan. „Mir passiert das nicht! Das ist mir noch nie passiert!“
Aber warum…? Findet er mich nicht attraktiv? Nein, das hat bestimmt nichts mit mir zu tun… Das muss… Er findet mich fett! Fett und hässlich und unattraktiv!
Erschüttert über diese Erkenntnis begann Gretchens Körper langsam, aber sicher zu beben und Tränen standen ihr in den Augen, die nun auch hemmungslos über ihre Wangen liefen. Marc hatte ihr zwar seinen Rücken zugedreht, aber als er das Schluchzen hinter sich vernahm, drehte er sein Gesicht mit der Zigarette im Mund seiner Freundin zu und ließ die Schultern fallen, als er die weinende Frau vor sich sah.
„Und warum genau heulst du jetzt?“
„Du… du… findest mich nicht mehr… attraktiv!“, schluchzte Gretchen erbarmungslos und steigerte sich immer weiter in ihre These hinein. Marc wollte zwar gerade wirklich nicht den großen Tröster spielen, aber den Anblick von diesem blonden Häufchen Elend konnte er noch weniger ertragen.
„Das ist doch Schwachsinn!“ Er nahm einen weiteren Zug von seiner Zigarette und hoffte, dass seine wenigen Worte dennoch Anklang fanden und sie zu beruhigen wussten. Momentan war ihm wirklich nicht danach, sie tröstend in den Arm zu nehmen. Jeder körperliche Kontakt wäre jetzt doch eine Erniedrigung für ihn, die ihn an sein Versagen erinnerte. Das war wirklich nicht das, was er jetzt brauchte. Doch so ein paar mal eben gesagte Worte waren nicht das, was Gretchen jetzt brauchte.
„A…aber es muss doch an mir liegen!“
„Glaub mir, es liegt nicht an dir! Zumindest nicht so wie du denkst…“ Die letzten Worte waren nur noch genuschelt, als sich der Chirurg schon erneut die Zigarette in den Mund steckte. Dennoch waren sie nicht undeutlich genug, um nicht von Gretchen verstanden zu werden.
„Wie denn dann?“
„Ist doch egal!“
„Nein, ist es nicht!“ Nun wurde Gretchen lauter und stand ebenfalls von dem Sofa auf, um näher an Marc heranzutreten. „Du kannst nicht sagen, dass es an mir liegt und dann nicht sagen, inwiefern!“
„Ich muss dann ins Krankenhaus!“ Marc drückte schnell seine Zigarette aus und hoffte, der Situation so entgehen zu können. Doch Gretchen stellte sich vor ihn und machte ihm so ein Verschwinden schwieriger.
„Nein, musst du noch nicht! Ich kenne deinen Dienstplan zufälligerweise so gut wie meinen! Also komm mir jetzt nicht mit deinen Ausreden und sag mir endlich, was los ist!“
„Lass es doch einfach mal gut sein!“
„Das werde ich nicht! Ich mach dir ja auch gar keine Vorwürfe, aber wenn du ein Problem hast, dann musst du mir das doch sagen! Oder liebst du mich einfach nicht mehr?“ Schon allein der Gedanke daran, trieb Gretchen die Tränen in die Augen. Auch Marc war erschüttert, wie sie überhaupt so etwas denken konnte. Er liebte sie mehr als sein Leben und das war ihm doch ziemlich heilig.
„Natürlich tu ich das noch!“ Zwar erleichterte diese Aussage Gretchen, doch sie wusste noch immer nicht, was genau mit ihm los war und wie sie ihm helfen konnte.
„Was ist dann dein Problem?“

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Verena1991 Offline

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30.06.2010 13:18
#270 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

„Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich offenbar nicht so toll bin wie dein Mehdi!“
Oh Gott, er ist eifersüchtig. Nur, weil ich ihn provoziert habe. Aber ich wollte ihn doch niemals so verletzen. Sonst lässt er sich doch auch nichts von mir einreden. Super gemacht, Gretchen Haase…
„Marc? Es tut mir Leid, was ich gesagt habe… Ich wollte dir doch nur zeigen, wie verletzend es sein kann, wenn man so etwas hört. Wenn du etwas aus früheren Zeiten erzählst, hab ich einfach immer Angst, dass du dieses Leben vermissen könntest und ich alleine dir nicht reiche…“ Sie griff nach seiner Hand und stellte schon einmal erleichtert fest, dass er sie nicht abschüttelte. Was ihn jedoch innerlich schüttelte, waren ihre Gedanken, mit denen sie so falsch lag.
„Wann wirst du endlich kapieren, dass du alles bist, was ich brauche?“, fragte er sie mit einer Offenheit, die sie immer wieder zu überraschen wusste. Und auch sein aufrichtiger Blick machte unmissverständlich klar, wie ehrlich er es meinte.
„Vielleicht dann, wenn es nicht mehr so absurd erscheint. Aber ich liebe dich auch! Über alles. Und du kannst mir glauben, dass Mehdi mir nichts mehr bedeutet. Nicht so wie du!“
„Kann ich mir auch gar nicht vorstellen, dass der jemandem wichtiger sein kann, als ich!“ In diesem Moment bemerkte Gretchen, wie viel ihr sogar Marcs selbstverliebte Witze bedeuteten. Und sie erkannte auch, dass sie wohl auf dem besten Weg war, ihren Macho zurückzubekommen, den sie so sehr liebte, auch wenn sie ihn manchmal verfluchte. „Nur irgendwie… seh ich ihn einfach immer an dir kleben!“ Was Gretchen nicht wissen konnte, war, dass Marc jedes Wort genau so gemeint hatte. Seit einigen Minuten sah er wirklich lauter kleine Mehdis auf Gretchen sitzen. Sie saßen auf ihrer Schulter, kletterten in ihren Haaren oder hielten sich an ihrer Kleidung fest und waren einfach überall. Und alle hatten das gemeine, fiese Grinsen auf Marc gemeinsam. Und wie sollte man sich da noch auf Zärtlichkeiten konzentrieren können?
„Mach dir bitte nicht so viele Gedanken darüber. Das ist alles Vergangenheit und jetzt gehöre ich ganz dir. Mensch, Marc, du musst mich nur ganz gut berühren und es erfüllt mich mehr als alles, was ich jemals zuvor erlebt habe! Dieses Gefühl wie bei dir habe ich noch niemals erlebt!“ Nun musste Marc innerlich stark grinsen, als ein dutzend kleiner Mehdis sich vergeblich an Gretchen festhalten wollten, doch allesamt mit einem leisen Schrei den Halt verloren und in die Tiefe fielen. „Und in meinem Kopf bist sowieso nur du! Ich denke doch immer nur an dich! Mit dir versinke ich in eine ganz andere Welt, in der es niemanden außer uns beide gibt!“ Marc wusste genau, was sie meinte und schöner hätte er es nicht sagen können. Nur für weitere Mehdis bedeutete das ihr Todesurteil, die sich an ihren Haaren nicht mehr festklammern konnten und von ihr abfielen. „Und weißt du, was das Wichtigste ist?“, fragte Gretchen ihn nun mit einem liebevollen Lächeln und griff nun auch nach seiner zweiten Hand. Sie versuchte seinen Blick aufzufangen, doch der war auf den letzten Besetzer seiner Gretchen gerichtet, der noch genüsslich auf ihrer Brust lag, unter der ihr Herz schlug. „Ich liebe nur dich! Dich und keinen anderen!“ Widerwillig verabschiedete sich auch der letzte Mehdi von Gretchen und so war Marc auch wieder in der Laune, nun mal auf seine Freundin zuzugehen und ihr einen flüchtigen, aber intensiven Kuss aufzuhauchen, der wirklich nicht offenließ, ob sie wieder versöhnt waren.
„Weißt du, dass du die Erste bist, die ich wirklich liebe?“
„Und weißt du, dass du der Einzige bist, den ich jemals wirklich geliebt habe?“ Nach dieser Aussprache war es dann auch nicht mehr sonderlich verwunderlich, dass wenig später doch lautes Aufstöhnen durch die Wohnung drang. Denn diesmal gab es keine wachsamen Augen von kleinen Gynäkologen.

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Verena1991 Offline

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01.07.2010 14:22
#271 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

So, die nächsten Teile möchte ich vor allem der Fränzi widmen Und zwar deswegen, weil ich es nie geschrieben hätte, wenn ich es dir nicht einmal im Eifer des Gefechts versprochen hätte Aber manchmal erfülle ja sogar ich hier gerne mal Wünsche, wenn es sich einrichten lässt. Zwar hatte ich keine richtigen Ideen, aber ich hoffe, dass dennoch etwas Erträgliches herausgekommen ist


Keuchend lag das Paar zusammen im Bett und ließ die vergangenen Minuten Revue passieren. Es war eine einzigartige Nähe und Verbundenheit zwischen den beiden gewesen, die sie so in dieser Form und Intensität noch nie gespürt hatten. Emotional kamen sie sich immer näher und waren offener zueinander gewesen als jemals zuvor. Sie konnten sich ihre Ängste anvertrauen und sich nicht nur ihre körperliche Vertrautheit bewusst machen. Marc Meier war immer mehr fasziniert von der Frau zu seiner Linken, die ihm Geständnisse entlockte, die ihm sonst im Leben nicht über die Lippen gekommen wären. Und dass er seinen persönlichen Engel an der Seite haben durfte, sollte doch auch für die Ewigkeit festgehalten werden. Vorsichtig zog er seinen Arm unter Gretchens Kopf weg, was diese aus ihrer unendlichen Glücksseligkeit holte und sich wie Marc verwundert aufrichtete.
„Müssen wir etwa schon los?“
„Nein!“
„Aber warum…?“ Weiter stellte sie ihre Frage gar nicht mehr, da sie sich nun viel lieber auf den Anblick Marcs begnügte, der noch immer im Adamskostüm aufstand und so fröhlich durch die Wohnung ins Wohnzimmer trabte. Die Zeit, die er weg war, blieb Gretchen ratlos im Bett liegen und wartete darauf, dass ihr Prinz zurückkommen würde. Sie hörte, wie er Schubladen öffnete und wieder schloss und fragte sich, was er denn zu suchen schien. Sie schwang ihre Beine schon vom Bett und war im Begriff, die Decke fest um sich zu wickeln, um nach ihm zu sehen, als sie auch schon wieder das Schließen einer Schublade hörte und kurz darauf seine Schritte wiederzukommen schienen.
„Darum!“, erklärte er kurz, als er das Schlafzimmer wieder betrat und hielt eine kleine, silberne Digitalkamera in die Luft. Ein glückliches Strahlen erhellte Gretchens Gesicht, als sie erkannte, dass Marc seine Worte vor ein paar Tagen nicht einfach nur so gesagt hatte, sondern sein Versprechen auch wirklich halten wollte. Und während die Ärztin noch vor sich hin träumte, nutzte Marc diesen Moment, um auf sie zuzukommen und mit einem schnellen Handgriff die Decke von ihr zu ziehen und zur Seite zu werfen.
„Was…?“ Sofort wollte sich die Blondine über dieses Verhalten empören, als sie schon zwei warme Lippen auf den ihren spürte und wieder zurück aufs Bett gedrängt wurde, sodass nun ein stark gebauter, gutaussehender Mann auf ihr lag und mit einer Hand die Kamera auf ein paar Büchern auf dem Nachttisch platzierte.
„Du wolltest doch schöne Fotos!“ Verschmitzt grinste er sie an, nachdem er den Kuss wieder gelöst hatte und den überraschten Blick seiner Freundin wahrnahm.
„Aber keine pornographischen!“
„Ach, nein?“ Nun warf er ihr einen überraschten Blick zu, was sie auch nur mit Entsetzen wahrnehmen konnte. Nie im Leben würde sie sich nackt auf Fotos präsentieren. Und so gut sollte Marc sie nun doch auch kennen. Dass er jedoch genau das doch tat, zeigte sich, als er nun kurz loslachte und ihr beruhigend ein paar Strähnen nach hinten strich. „War doch nur ein Scherz. Ich weiß doch, dass du dazu zu prüde bist!“
„Ich bin nicht prüde!“, empörte sie sich sofort und das Strahlen in ihren Augen war momentan mehr einen wütendem Blitzen gewichen. „Ich bin nur nicht billig!“
„Komm, das war nicht so gemeint! Ich bin ja auch froh, dass es Regionen an dir gibt, die nur ich sehen darf! Da bleibt schon alles bedeckt, was bedeckt sein will. Auch wenn man da eigentlich nichts verstecken muss!“ Oh mein Gott, war das gerade ein Kompliment? Ein nettes, liebes Kompliment von „The Body“ Marc Meier für meinen zugegebenermaßen nicht einwandfreien Körper? Diesem Idioten kann man aber echt nicht böse bleiben… „Und jetzt guck nicht so. Ich meine das durchaus ernst!“, sagte er, betätigte den Selbstauslöser und drückte seiner Liebsten einen zärtlichen Kuss auf die Lippen.

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Verena1991 Offline

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01.07.2010 19:59
#272 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Ich glaube, da muss ich noch etwas mal klarstellen. Natürlich war es so, dass die Fränzi hier nach dem pornographischen Fotos geschrien hat. Ich bin doch viel zu brav und lieb dazu und überhaupt... Ne, Schmarrn, sämtliche Details sind auf meinem Mist gewachsen. Macht doch hoffentlich nichts?
Und auf besonderen Wunsch von Kate eine kleine, wenn auch nicht besonders gut gewordene Fotomontage, wie in etwa das aussehen könnte:




„Marc, ich bin noch nicht einmal geschminkt!“, fiel ihr nach dem Kuss ein, als das Foto schon längst geknipst wurde und Marc nach der Kamera griff, um sich das Werk anzusehen.
„Ja, und?“
„Ich seh doch schrecklich aus! So kann ich doch nicht auf Fotos aussehen!“
„Fotos, auf denen wir beide nackt im Bett liegen, wird außer uns sowieso niemand jemals zu sehen bekommen! Außerdem siehst du so auch echt scharf aus!“ Als Beweis dafür drehte Marc die Kamera so zu Gretchen, dass sie das erste gemeinsame Bild der beiden sehen konnte. Und Gretchen musste Marc zustimmen, dass sie gar nicht so schlecht darauf aussah. Sie musste sich selbst auch eine gewisse Ausstrahlung zusprechen, die von ihr ausging. Und ausgelöst wurde diese zweifellos durch den Mann, der auf ihr lag und sie küsste und somit ein unglaubliches Glücksgefühl in ihr auslöste. Man sah auf dem Foto wirklich, wie sehr sich die beiden liebten. Ihr Arm lag über seinem Nacken und zog sein Gesicht noch näher zu sich herunter. Und entgegen ihrer anfänglichen Befürchtungen konnte sie daran auch wirklich nichts Billiges entdecken. Dennoch war auch sie dafür, dass dieses Foto lieber unter ihnen bleiben sollte. Denn es strahlte doch eine gewisse Erotik aus, die einfach das ganz private Glück der beiden war. „Und wenn ich dein Gesicht jetzt richtig deute, gefällt es dir auch?“
„Und wie! Dann können wir ja jetzt weitermachen!“ Euphorie machte sich in Gretchens Gesicht breit, als sie an weiter Fotos dachte. Sie brauchten ja unbedingt auch noch herzeigbare Fotos. Fotos, die sie ihren Eltern zeigen konnten und die sie in ihren Spind kleben konnten.
„Reicht das eine nicht?“, fragte Marc hoffnungsvoll, doch schon allein Gretchens Lachen daraufhin machte ihm klar, dass es nicht reichte. Vielmehr lief die Blondine jetzt erst richtig warm.
„Manchmal bist du echt lustig! Und jetzt runter von mir, ich muss mich fertig machen!“ Um das alles zu beschleunigen, stieß sie Marc sogar noch eigenständig von sich runter, schnappte sich die Decke und flitzte so schnell wie möglich ins Bad.
„Na, das kann ja was werden…“ Stöhnend stand auch Marc auf und zog sich langsam seine Sachen an, während er darauf wartete, dass auch Gretchen fertig wurde. Nach gefühlten drei Stunden, die er vor dem Fernseher verbrachte und sich irgendwelchen Schwachsinn ansah, kam seine Freundin dann auch endlich wieder und Marc musste sich wirklich fragen, was sie so lange gebraucht hatte. Natürlich sah sie bezaubernd aus, wie sie es in seinen Augen immer tat, aber sie war einfach ganz leger in Jeans und T-Shirt gekleidet und die Haare hingen ihr locker über die Schultern.
„Stimmt was damit nicht?“, fragte sie unsicher, als sie seinen skeptischen Blick auf ihr sah und blickte nun selbst noch einmal an sich herunter. „Ich hätte doch das Kleid anbehalten sollen! Ich zieh mich nur schnell um!“ Nun schrillten bei Marc die Alarmglocken. Wenn sie jetzt gehen würde, würde sie frühestens zu Beginn ihrer Schicht wiederkommen. Also stand er schnell auf und packte sie am Arm, um sie zu sich herzudrehen und sie vom Gehen abzuhalten.
„Nein, das geht so wirklich! Glaub mir, du siehst… toll aus! Ich hab mir nur etwas gewundert, warum du hier so lange gebraucht hast!“
„Ich will vielleicht nicht aussehen wie irgendeine dahergelaufene… Ich will eben gut aussehen!“
„Hast du geschafft, also können wir’s dann ja mal hinter uns bringen!“
„Marc! Etwas mehr Begeisterung bitte, ja? Das werden unsere Fotos!“ Euphorisch schnappte sich Gretchen nun die Hand ihres Freundes und zog ihn hinter sich her zur Couch. „Auf geht’s!“

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Verena1991 Offline

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02.07.2010 20:26
#273 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Sie platzierte Marc gemäß ihren Vorstellungen auf dem Sofa und setzte sich selbst dann auf seinen Schoß, wobei sie die Kamera in ihre Hand nahm. Marc beschloss, sich einfach ihrem Willen zu beugen. Aus der Sache herauskommen würde er ohnehin nicht mehr.
„Und jetzt lach mal!“, wies sie ihn an und hielt die Kamera hoch, während sie fröhlich grinste. Doch Marc wusste nichts mit einem gekünstelten Lächeln in die Kamera anzufangen. Also blieb seine Miene stur und die Kamera blitze in dem Moment auf, als er seinen Blick gerade Gretchen zuwandte. Voller Vorfreude und Erwartung wollte sie sich das Bild ansehen, doch leider war sie auf dem Foto die einzige, die von ganzem Herzen strahlte und ihre Zähne zeigte. „Marc, ich hab doch gesagt, du sollst lächeln!“
„Ich lächle doch nicht auf Kommando in so eine blöde Kamera! Wer bin ich denn?“, fragte er und schnaubte verächtlich auf, um klarzumachen, dass er hier ja nicht ihr Schoßhündchen war.
„Ein Mann, der seine Freundin glücklich machen will?“, fragte sie ihr männliches Model und lächelte ihn so lieb wie möglich an, um ihm zu verstehen zu geben, dass es auf diese Frage doch nur eine Antwort geben konnte. Und die lautete nicht ‚Nein’. Doch während Gretchen dachte, dass es nur zwei Antworten auf diese Frage geben konnte, fand Marc doch glatt auch noch eine. Und diese war nicht verbal, sondern vielmehr körperlicher Natur. Da sie noch immer auf Marcs Schoß saß, war es ein leichtes für ihn, seine Arme ganz eng um sie zu schlingen und an sich zu drücken. Um zu zeigen, wie glücklich er sie machen konnte, fuhr er mit einem Arm ihren Körper nach oben bis zu ihrem Nacken, um ihren Kopf zu sich herunterzuziehen. Besonnen wie Gretchen zu diesem Zeitpunkt noch war, brachte sie die Kamera wieder auf Startposition und drückte auf den Auslöser.
„Moment mal… Ich küsse dich und du denkst nur an ein Foto?“, fragte Marc entsetzt, als er nach dem Aufblitzen den Kuss wieder gelöst hatte. So viel zu dem Thema, dass er sie in eine andere Welt versetzen konnte.
„Was sein muss, muss sein! Und wenn du hier schon nicht lachen willst, muss ich eben anders schöne Fotos bekommen!“ Für Gretchen war dieses Argument eindeutig. Marc wollte ihr ja wirklich keine andere Wahl lassen.
„Fotos, auf denen ich drauf bin, sind prinzipiell immer schön!“
„Ein halb so großes Ego wäre immer noch mehr als ausreichend.“
„Besser zu viel als zu wenig!“ Frech grinste Marc seine Freundin an, was diese zu der Frage verleitete, warum er nur auf Fotos auf seine strenge Miene bestand.
„Du kannst doch lachen! Warum dann nicht auf Fotos? Stell dir vor, wir machen mal Hochzeitsfotos!“ Skeptisch zog Marc die Augenbrauen nach oben, was Gretchen dazu verleitete rot zu werden und sich verlegen zu räuspern. Vielleicht war es noch zu früh, um das auch nur mal ansatzweise in Erwägung zu ziehen. „Also eventuell vielleicht… unter Umständen… eines fernen Tages…“
„Hasenzahn, komm zum Punkt!“, wies Marc sie schroff an, was die Situation für Gretchen nun doch noch unangenehmer machte. „Und stotter hier mal nicht so rum. Ist ja noch nichts gesagt, ob es so kommt oder nicht!“ Na, eine klare Absage klingt anders. Aber gut, nicht das Träumen anfangen! „Und komm ja nicht auf die Idee, hier jetzt das Träumen anzufangen!“
„Tu ich doch gar nicht! Also, was ich sagen wollte… Du kannst nicht auf allen Fotos immer so ne Miene verziehen! Komm, nur ein klitzekleines Lächeln!“ Mit Schmollmund und Dackelblick blickte Gretchen ihn aus ihren blauen Augen an und zwang Marc so schon fast dazu, dass er zustimmte, was er schließlich auch tat. So bekam Gretchen dann doch noch die Fotos, die sie gerne haben wollte und Marcs Mundwinkel gingen zumindest schon mal ansatzweise nach oben. Doch damit allein war sie noch nicht zufrieden.
„So, und jetzt noch umziehen!“ Gretchen stand schon auf, um sich wieder zurechtzumachen, als ihr Handgelenk von Marc umfasst wurde und das Gehen ihr erheblich erschwert wurde.
„Umziehen?“
„Ja? Dann sieht es so aus, als hätten wir nicht nur einmal Fotos gemacht.“
„Haben wir aber! Also so ein richtiges Fotoshooting kannst du vergessen! Außerdem müssen wir jetzt mal langsam ins Krankenhaus.“ Bei diesem Thema würde Marc nun wirklich standhaft bleiben. Er war immerhin nicht ihr persönliches Fotomodel. Und auch Gretchen sah ein, dass ihr letzter Vorschlag vielleicht doch ein wenig zu übertrieben war. Und das war ja hoffentlich auch nicht die letzte Gelegenheit, um gemeinsame Fotos zu machen.

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Verena1991 Offline

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03.07.2010 12:09
#274 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Liebes Tagebuch,
seit Hamburg ist jetzt genau 1 Monat vergangen. 1 Monat, den Marc und ich nun schon ohne größere Streitereien zusammen sind. Kleine Reibereien gibt es natürlich mal, aber ich muss ja auch zugeben, dass Marc und ich ziemlich unterschiedlich sind. Aber wir lieben uns wirklich und ich genieße jede Stunde, Minute und Sekunde, die ich bei ihm sein darf. Deswegen habe ich das Tagebuchschreiben vielleicht etwas vernachlässigt, aber ich bin einfach wunschlos glücklich im Moment. Gut, wäre schön, wenn Marc jetzt im Moment auch hier wäre, aber der Herr muss natürlich auch mal arbeiten. Aber so kann ich dir ja mal wieder alles berichten.
Meine Einzugsmission schreitet gut voran. Marc weiß noch immer nichts davon, aber er fragt mittlerweile auch nicht mehr nach, ob ich mir nicht langsam mal eine Wohnung suchen möchte. Ich halte ihn damit hin, dass sich das ja nicht lohnen würde, wenn ich sowieso zwischen Krankenhaus, seiner Wohnung und gelegentlich noch meinem Elternhaus umherpendle. Wäre außerdem viel zu teuer. Eigentlich könnte ich hier schon richtig leben. Ich bin eigentlich nur noch in meinem offiziellen Zuhause, wenn ich mal wieder ein paar Sachen hole, um diese in Marcs Wohnung zu schaffen. Kann deshalb auch erfolgreich vermelden, dass ich auf ganze 3 Schubladen expandiert habe. Im Badezimmerschrank habe ich es geschafft, ein ganzes Brett zu erobern und dauerhaft zu besetzen. Bin stolz auf mich. Marc sagt eigentlich auch nichts dazu. Nur letztens hatte er sich ein wenig gewundert, als er Tampons in seinem Badezimmer gefunden hatte. Ich hab gerade ein frisch aus meinem Kinderzimmer mitgebrachtes T-Shirt eingeräumt, als er mit der Packung aus dem Bad kam. War dann doch ein ziemlich interessanter Wortwechsel.
„Was ist das?“, hat er gefragt und ich hatte schon befürchtet, dass er gleich ziemlich sauer werden würde. Entschied mich dann aber einfach, die Unschuldige zu spielen.
„Tampons.“
„Das weiß ich. Aber warum sind die in meinem Badezimmer?“
„Ich muss dir doch hoffentlich nicht erklären, wozu man oder eher Frau das braucht.“
„Vielleicht habe ich das falsch formuliert. Warum sind die in MEINEM Badezimmer?“
„Vielleicht weil ich oft in deinem Badezimmer bin und ich die Dinger einmal im Monat brauche?“ Ich hatte ja gehofft, dass er nicht weiter nachfragen würde, doch scheinbar hatten zu diesem Zeitpunkt schon Überlegungen und Kombinationen in seinem Gehirn angefangen.
„Hasenzahn, du hast im Bad mehr Sachen als ich und schleppst hier von Tag zu Tag neue Sachen an. Kann es sein, dass du bei mit einziehst?“ Ich muss zugeben, dass mir bei dieser Frage doch etwas mulmig zumute war. Immerhin sah er dabei auch nicht sehr erfreut aus. Da er aber Wochen gebraucht hatte, um überhaupt auf die Idee zu kommen, dass ich hier einziehe, entschied ich mich dazu, weiterhin ganz unschuldig zu tun und auf seine Beschränktheit in diesem Punkt zu hoffen.
„Also Marc! Glaubst du wirklich, du würdest es nicht mitbekommen, wenn ich hier einziehe? Das ist doch nichts, was man einfach mal so nebenbei macht!“ Zur Unterstreichung meiner kleinen Notlüge lachte ich noch kurz auf. Skeptisch war er zwar noch immer ein wenig, aber ich bezweifle, dass er so schnell die Wahrheit wissen wird. Und bevor ich ihm die Wahrheit sage, muss ich erst einmal 100%ig wissen, ob er nicht gleich Panik bekommt und mich rausschmeißt. Bin mir aber ziemlich sicher, dass er meine Anwesenheit genießt und langsam einsieht, dass man ganz gut in einer Partnerschaft zusammenleben kann. So viel zu den neuesten Entwicklungen.
Bis dann,
Gretchen

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Verena1991 Offline

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03.07.2010 21:53
#275 RE: 2. Story von Verena Zitat · Antworten

Marc war währenddessen unheimlich froh, als er endlich eine kleine Pause hatte. Den ganzen Tag hatte er sich schon mit einem unfähigen Aushilfsassistenten rumplagen müssen, da es der Professor noch immer nicht geschafft hatte, einen guten Arzt aufzutreiben. Doch vor kurzem hatten endlich auch einige angehende Mediziner ihr Studium beendet und Marc hoffte sehr, dass nun ein guter Chirurg zu finden sei. Doch erst einmal stand Marc, verbotenerweise mit Zigarette in der Hand, im Krankenhausflur und betete, dass Gretchens Schicht bald beginnen würde und er wieder fähige Hände an seiner Seite hätte.
„MEIER!“ Als die Stimme seines Chefs hinter ihm ertönte, drehte sich Marc schnell um und versteckte eiligst die Zigarette hinter seinem Rücken.
„Ja, Herr Professor?“, versuchte Marc noch zu schleimen, doch seit er mit der Tochter seines Chefs angebändelt hatte, funktionierte das auch nicht mehr so gut wie es einst sollte.
„Das Rauchverbot in diesem Krankenhaus gilt nicht nur für die Patienten!“
„Ja, ich… äh…“
„Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie endlich mal lernen würden, sich an Regeln zu halten! Sie stehen noch immer auf meiner Liste!“
„Welche Liste?“
„Die rote!“ Zwar wusste Marc nicht ganz genau, was Franz meinte, aber er vermutete ganz stark, dass es sich um keine Liste für eine Gehaltserhöhung oder ähnliches handelte.
„Ja, tut mir Leid!“, wehrte Marc sich ab und warf die Zigarette zu Boden, um sie auszudrücken.
„Ich hoffe mal, dass ich Sie bei so etwas nicht noch einmal erwischen werde!“
„Ja, das hoffe ich auch…“, murmelte Marc, der ungeduldig darauf wartete, dass er sich endlich entspannen konnte und dafür am besten in sein Büro verschwinden konnte. Aber noch machte der Professor nicht den Anschein, dass er gleich wieder gehen würde.
„Aber eigentlich habe ich Sie auch aus einem anderen Grund gesucht…“ Gespannt spitzte Marc die Ohren und wartete darauf, was Franz ihm zu sagen hatte. „Ich habe endlich eine neue Assistenz für sie!“
„Wurde aber auch Zeit. Diesmal hoffentlich einen fähigen?“
„Sie war die Beste ihres Jahrgangs.“
„Sie?“ Wirklich freuen konnte sich Marc darüber nicht seit er nicht mehr stets auf der Suche nach neuen weiblichen Bekanntschaften war. Und Frauen hatte er schon genug um sich. Um Gretchen war er ja froh, aber Sabine allein redete für ihn schon mehr als gesund war. Es war einfach Tatsache für Marc, dass es mit Männern in der Chirurgie wesentlich leichter ging.
„Ja, sie.“, wiederholte der Professor noch einmal, ehe sich sein Blick stark verfinsterte und er drohend näherkam. „Und eins will ich Ihnen geraten haben, Meier! Sie werden nur auf ihre Hände sehen. Wenn ich Ihren Blick irgendwo sonst an ihr kleben sehe, sind Sie dran!“ Marc, der gar nicht wusste, wie ihm geschah, wich lieber etwas zurück. Da hatte er noch nicht einmal daran gedacht, irgendetwas in diese Richtung zu tun und schon bekam er eine Drohung ausgesprochen.
„Also, ich habe nicht vor…“
„Das will ich auch hoffen, dass sie nichts vorhaben! Und noch einmal zum Mitschreiben: Wenn ich Sie frage, wie Ihre neue Kollegin aussehe, erwarte ich, dass Sie darauf keine Antwort geben können!“
„Okay…“ Mehr als zustimmen konnte Marc im Moment auch gar nicht, wenn er nicht sofort aus dem Fenster geworfen werden wollte. Mit einem zufriedenen Lächeln wandte sich Franz schon zum Gehen ab, blieb aber doch stehen, als ihm jemand ins Auge fiel.
„Ah, da ist sie ja auch schon!“ Neugierig folgte Marc dem Blick des Professors und blieb schließlich selbst an der neuen Kollegin hängen, die mit einem Lächeln auf die beiden Herren zuschritt. Unweigerlich musste sich Marc an den Kragen seines Hemdes fassen, als ihm auf einmal doch etwas heißer wurde. Denn das waren diese blonden 90-60-90, die auf ihn zugingen, auf jeden Fall. Jetzt konnte Marc verstehen, warum der Professor ihn so eindringlich gewarnt hatte.

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