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Dieses Thema hat 204 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

28.04.2010 09:55
#176 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Viel Spaß beim lesen!

Liebe Grüße
Frieda


Marc rauschte am Schwesternzimmer vorbei, worauf Sabine ihm im Blickwinkel bemerkt, blitzartig aufspringt und zur Tür rennt.
„Herr Doktor Meier, ich brauche noch…..“
„JETZT NICHT!“ war die kurze und knappe Antwort von Marc, der sich auf den Weg Richtung Balkon machte.

Er stellte sich an das Balkongeländer und steckte sich ein Zigarette an. Die hatte er sich ja jetzt wohl mehr als nur verdient.
Was fiel seinem Vater auch ein, einfach mir nichts dir nichts wieder in seinen Leben zu treten. Er hatte mit ihm abgeschlossen und hatte keineswegs die Lust dazu, weder die Vergangenheit aufblühen zu lassen, noch mit ihm einen auf Happy Vater und Sohn zu machen.
Genervt blies Marc die Rauch in die Luft.
Ewig konnte die Fortbildung für die Assis ja nicht andauern und dann ist er endlich wieder weg. Und vor allen dingen, weg aus seinem Leben.

„Hier steckst du also?!“ Gretchen stellte sich neben ihn an das Geländer.
Sie sah ihm sofort an, das etwas nicht stimmte. Vorsichtig versuchte sie an ihn ranzukommen.
Sabine hatte ihr kurz vorher gesagt, was passiert ist und konnte sich schon denken, das es nicht spurlos an Marc vorbei gegangen war.
„Möchtest du reden?“
Ohne sich zu seiner Freundin umzudrehen, nahm Marc einen tiefen Zug von seiner Zigarette.
„Laß mich einfach, okay?“
Gretchen fasste ihm an den Oberarm „Hey….“
„Bitte Hasenzahn! Jetzt nicht!“ sagte Marc mit Nachdruck.
Aber wie Gretchen nun mal war, ließ sie nicht locker…..
„Pass mal auf, wenn du vielleicht…..“
Marc drehte sich nun doch zu Gretchen um. Als sie ihm ins Gesicht blickte, erschrak sie kurz, denn in seinem Gesichtsaudruck widerspiegelte sich Inneres, welches in diesem Moment aus Wut, Enttäuschung und Schmerz bestand.
Er schnippte seine Zigarette über den Balkon und schaute ihr direkt in die Augen.
„Nein! Jetzt passt du mal auf!“ zischte Marc ihr entgegen „Misch dich nicht in Sachen ein, von denen du keine Ahnung hast, okay?“
„Aber….“
„Nichts aber! Du als verwöhntes Professorentöchterchen, hast noch nie erfahren, wie es ist, wenn man alleine ist. Deine Eltern waren immer für dich da. Du bist in einem behüteten Zuhause aufgewachsen.
ICH dagegen war alleine. Du glaubst gar nicht, was los war, als mein Vater die Biege gemacht hat. Meine Mutter hatte sich von dem Tag an verändert. Und letztendlich, hat sie mich auch für die Kariere verraten. Weißt du wie man sich da fühlt? Nein, natürlich weißt du das nicht. Woher denn auch!“ Marc schnaubte und schüttelte den Kopf. „Ich habe mit meinem Vater abgeschlossen.“
Gretchen merkte, wie sich ein dicker Kloß in ihrem Hals bildete. Wie konnte er nur denken, das sie keine Ahnung davon hatte, wovon er sprach? Ja sie ist in behüteten Verhältnissen aufgewachsen, dafür war sie auch sehr dankbar, aber was sie die ganzen Schuljahre durchmachen mußte, war für sie genauso schlimm gewesen. Zwar konnte man es nicht mit Marc´s Situation vergleichen, aber sie wusste, wie es sich anfühlte, wenn man nicht geliebt wurde und nur auf Ablehnung stößt.
Aber das er sie jetzt so ansiggte, konnte sie keinesfalls nachvollziehen. Sie wollte ihm doch nur helfen.

„Jetzt wirst du unfair Marc!“ flüsterte Gretchen und versuchte die Tränen wegzublinzeln, die sich in ihren Augen angesammelt hatten.
Für einen kurzen Augenblick behielt Marc diesen harten Gesichtsaudruck, aber als er registrierte, was er angerichtet hatte, wurden seine Züge plötzlich weich, ja wenn nicht sogar ein bisschen besorgt. Er wusste, das er sie gerade verletzt hatte. Aber es war einfach so aus ihm rausgeplatzt.
Schnell nahm er sie ihn den Arm.
„Es tut mir leid. Es war nicht so gemeint.“
„Doch Marc, es war schon so gemeint. Irgendwie hast du in dem Punkt ja auch recht, aber trotzdem, war es nicht fair alles an mir auszulassen.“
„Ja ich weiß“ er drückte sie noch fester an sich und legte seine Hand in ihren Nacken„ Es wird nicht wieder vorkommen.“
Gretchen löste sich aus seiner Umarmung und wischte sich die Tränen weg. „Du solltest aber trotzdem mit ihm reden.“
Marc trat einen Schritt zurück und plötzlich veränderte sich sein Gesichtsaudruck wieder. „ Du hast nichts verstanden oder?“
„Marc jetzt hör doch erst einmal zu. Ich habe mit deinem Vater geredet und glaub mir, er bereut es was er damals getan hat.“
Marc schnaubte verächtlich „Ach! Haste dich schon mit ihm angefreundet oder was?“
„Sagen wir es so. Wie der Zufall es so wollte, hatte ich zwei sehr gute Gespräche mit ihm und im Gegensatz zu dir, kann er sehr wohl über seine Gefühle reden.“
Marc deutete mit dem Zeigefinger auf sie.
„Wowowow Hasenzahn! Jetzt mach mal halblang. Wer hier jetzt wohl unfair wird.“
„Dann sind wir ja jetzt wohl quitt, hm?“ gab Gretchen bissig zurück und ging zur Balkontür.
„Hey wo willst du jetzt hin?“ überrascht darüber, das sie plötzlich gehen wollte, hielt er sie an den Arm fest.
„Ich habe noch einen Termin.“ schüttelte seine Hand weg und öffnete die Tür.
„Darf ich fragen, was für einen?“ rief Marc ihr hinterher.
„Nein, darfst du nicht.“
Angenervt drehte sich Marc um und nestelte an seiner Zigarettenschachtel rum.
„Frauen!“ murmelte er sich in den Bart, während er sich die Zigarette ansteckte.
„Sturer Esel!“ kam es nur als Antwort, bevor die Tür zugeknallt wurde.

Marc nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette, bevor er sie wegschnippte.
„Ach Scheiße!“
Schnell rannte Marc den Krankenhausflur entlang und versuchte Gretchen einzuholen.
Gerade noch rechtszeitig, bevor sie in den Fahrstuhl einsteigen konnte, erblickte er sie.
„Hasenzahn warte!“
Gretchen stieg in den Fahrstuhl ein und drückte auf das E. Seufzend und mit verschränkten Armen lehnte sie sich gegen die Fahrstuhlwand.
Schnell legte Marc einen Spurt hin und tatsächlich schaffte er es gerade noch rechtzeitig, bevor die Türen des Fahrstuhls schließten mit hineinzuhuschen. Ganz außer Atem stützte er sich mit einer Hand an der Fahrstuhlwand ab, die andere legte er an seine Taille.
„Boah Hasenzahn! °japs° Hast du etwa Buschbohnen in den Ohren? Ich habe dich gerufen!“
„Marc.“ stellte Gretchen im nüchternen Ton fest.
„Ja genau der °japs°“
„Du solltest echt mit dem Rauchen aufhören, dann würdest du auch nicht rumhecheln, wie so nen Kamel, das 30 Stunden durch die Wüste getigert ist.“ Gretchen drehte sich mit dem Rücken an die Wand, worauf Marc sich wieder aufrichtete und auf sie zuging.
„Ja vielleicht. Hör mal, es tut mir wirklich leid wegen gerade eben.“
„Sagtest du bereits.“ kam es nur tonlos von seiner Assistentin.
Marc seufzte und verdrehte seine Augen.
„Wer hier wohl der sture Esel ist, hm?!“

Gretchen wich eingeschnappt seinem Blick aus.
Sie sieht ja auch wirklich süß aus, wenn sie sauer ist, dachte sich Marc und ging noch näher an sie ran. So nahe, das er jetzt direkt vor ihr stand und seine Hände links und rechts neben ihrem Kopf an der Wand abstützte.
Obwohl sie seinen Atem sehr wohl an ihrem Hals spürte und in ihr ein prickeln auslöste, schaute sie weiter stur zur Seite.
Marc war sich sehr bewusst darüber, was er gerade tat und wie sie darauf reagierte, denn ihre Wangen röteten sich etwas und ihr Brustkorb hob und senkte sich schneller, als wie es für eine normale Fahrstuhlfahrt üblich war.
Er beugte sich mit seinem Gesicht noch ein Stückchen weiter vor und berührte ganz sachte mit seinen Lippen ihren Hals. Diese Berührung war kaum zu spüren, aber sie reichte aus, das sich Gretchens Körperhaare, explosionsartig aufrichteten. Von den Gefühlen übermannt, schloss sie ihre Augen. Dieser Schuft, wusste ganz genau, wo er sie packen musste. Auch wenn sie noch sauer auf ihn war, konnte sie sich nicht dagegen wehren. Mittlerweile wanderten Marc´s Lippen zu ihrem Ohrläppchen hoch.
Ein leises stöhnen entfuhr Gretchen. Diese Berührungen waren so zart und kaum wahrnehmbar und doch so intensiv, das sie das Gefühl hatte, das ihre Beine jeden Moment wegknickten.
„Marc!“ krächzte Gretchen, worauf Marc nur zwischen den Küssen nuschelte „Ja Hasenzahn?“
„Ich bin immer noch sauer auf dich.“ kam es nur mit schwacher und nicht wirklich überzeugender Stimme von Gretchen.
Blitzartig hob Marc seinen Kopf an und schaute sie direkt an. Ihr schneller Atem verriet ihm, das sie alles andere wollte, als das er aufhörte. Er kam ihr mit seinem Gesicht ganz nahe….
„Dann sag mir das ich aufhören soll!“ und grinste sie dabei an.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

28.04.2010 18:56
#177 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Mmmhh...was soll ich sagen?! Wer kann dem Meierlein schon wiederstehenImage and video hosting by TinyPic Oder wird Gretchen vielleicht die Erste sein die das kann? Vielleicht wird sie auch standhaft ihre Meinung °Ich bin sauer auf dich Marc° vertreten....aber lest selbst, denn ich habe mir überlegt heute noch nen Teilchen reinzustellen, einfach so, weil schönes Wetter ist uuuuund ich morgen keine Zeit haben werde einen reinzustellen. Uuuuuuuund (zum dritten) Kate so überzeugend °Büüüüüüüüütte° geschrieben hat

LG
Frieda

Wie schafft er es immer nur, das ich innerhalb von wenigen Sekunden, nicht mehr Herr meiner Lage bin?! Du darfst jetzt nicht schwach werden Gretchen. Aber wie?! Denk an was anderes. Darmspiegelung zum Beispiel.
Dieser Blick……Mist!


Gretchen steckte ihren Finger in sein Hosenbund und zog seinen Körper zu sich ran.
„Marc dafür wirst du noch büßen, das schwör ich dir!“ murmelte sie noch, bevor sie anfing, ihn voller Verlangen zu küssen.
Marc ließ sich das nur zu gerne gefallen und spürte wie sich ihre Hände langsam auf Wanderschaft begaben. Auch er konnte seine Hände nicht bei sich lassen. Mit einer Hand suchte er sich seinen Weg unter ihrer Bluse. Da sie zu eng war, knöpfte er kurzerhand auf. Was da zum Vorschein kam, brachte ihn erstmal zum schlucken. Er hielt abrupt in seiner Bewegung inne und konnte seinen Blick nicht von Gretchens Dekolete abwenden, das ihm in Form eines schwarzen Spitzen BH´s präsentiert und entgegengestreckt wurde. Mein Gott, wie hatte er diese Frau vermisst! Das Verlangen nach ihr, stieg in ihm plötzlich ins unermessliche. Marc fasste Gretchen unter ihrem Po und hob sie mit einem Ruck an. Gretchen schlang ihre Bein um Marc´s Taille. Für einen kurzen Moment dachte sie, das sie bei der Schwungvollen Bewegung vorne überfallen würde, aber Marc hatte sie fest im Griff und lehnte sie nun mit dem Rücken gegen die Fahrstuhlwand.
Während sie ihm mit der Hand durch die Nackenhaare fuhr, hatte er seine eine Hand fest an ihrem Po, während die Andere die Spitze ihres BH´s zur Seite schob und ihre Brustwarze freigab.
Marc beugte sich mit dem Kopf vor und liebkoste sie mit seiner Zunge. Gretchen warf ihren Kopf in den Nacken und stöhnte vor Lust auf, während sie sich an seinem Rücken festkrallte.

So bekamen die Beiden auch gar nicht mit, das sie ihr Fahrziel längst erreicht hatten und die monotone Fahrstuhlstimme ihnen mitteilte, das sie im Erdgeschoss angelangt waren und die Tür sich mit einem °Ping° öffnete.
Sie hatten aber Glück. Es stand kein Anderer vor der Fahrstuhltür als Sabine, die für einen kurzen Moment ziemlich verwirrt drein geschaut haben mußte, aber dann doch blitzschnell reagierte. Schnell schellte sie zwei Schritte nach vorn in den Fahrstuhl und drückte die Taste für das 6 Geschoß und betete, das sich die Türen wieder schnell schließten. Mit geröteten Wangen, drehte sich um und versuchte sich so groß und breit zu machen wie es nu ging. Schwer wurde es nur mit den Geräuschen, die aus dem Inneren des Fahrstuhls kamen und so spielte Sabine auch noch einen Hustenanfall vor, das wirklich alles übertönte. Besorgt kam sofort Pedro angelaufen, der ihr Husten ein paar Meter weiter an der Pforte des Krankenhauses gehört hatte. Hinter sich merkte Sabine, wie sich endlich die Türen des Fahrstuhls schlossen und atmete erleichtert auf.
Aber nur zu gerne, ließ sie sich von dem besorgten Spanier auf den Rücken klopfen.

Jetzt war Gretchen dran, ihm sein Hemd zu öffnen. Knopf für Knopf öffnete sie es, als es ihre aber nicht mehr schnell genug ging, riss sie es kurzerhand auf, worauf die restlichen Knöpfe mit einem leisem geklacker zu Boden fielen. Auch wenn es eines seiner besten Hemden war, welches sie gerade gesprengt hatte, war es ihm hier und jetzt völlig egal. Schwer atmend setzte er sie wieder auf den Boden ab und drückte die Stoptaste im Fahrstuhl. Lächelnd ging er wieder auf sie zu und streifte ihr die Bluse über ihre Schultern, so das sie zu Boden fiel. Gretchen öffnete seinen Gürtel und die Hose, worauf sie ebenfalls zu Boden rutschten. Marc Hand wandere unter ihren Rock und während sie sich weiter küssten, zog Marc mit einer geschickten Bewegung an ihrem Slip, was letztendlich auch als unnötig befunden wurde und kurzerhand auch zu Boden fiel. Mit einem Ruck, hatte er Gretchen wieder hochgenommen und stützte sie wieder gegen die Fahrstuhlwand ab. Gretchen gab quiekte kurz auf, als ihre Nackte Haut in Berührung mit der kalten Metallwand kam, was sie aber nicht davon abhielt, da weiter zu machen wo sie aufgehört hatte. Beide vergaßen in diesem Moment Raum und Zeit. Sie nahmen nicht mehr wirklich war, das sie in der 5 Etage im EKH mit ihrem Fahrstuhl stehen blieben und somit nahmen sie auch nicht die Stimmen war, die sich lautstark darüber wunderten, warum die Fahrstuhltür sich nicht öffnete. Nochmehr aber wunderten sie sich über die seltsamen Geräusche die aus dem Inneren des Fahrstuhls kamen und beschlossen doch Hilfe zu holen. Denn schließlich, da waren sie sich mittlerweile ziemlich sicher, konnte das den Geräuschen nach zu urteilen, nur jemand sein, der dringend Hilfe benötigte.
Marc hob sie noch mal etwas an und drang in sie ein, was sie lustvoll aufstöhnen ließ. Im gleichen Rhythmus bewegend und leidenschaftlich küssend, kamen Beide gleichzeitig zum Höhepunkt, was sie auch lautstark kund taten.

Die Leute vor dem Fahrstuhl schlugen vor Schreck die Hände vor ihren Mündern. Etwas panisch schauten sie sich um, ob endlich denn jemand kommen würde, um das Drama im Fahrstuhl zu beenden.

Keuchend klammerten sich Gretchen und Marc aneinander. Die kühle Fahrstuhlwand kam der erhitzen Gretchen in diesem Moment nur recht. Marc löste sich aus der Umarmung, legte eine Hand an ihrer Wange und blickte ihr in die Augen. Er kniff seine Augen ein wenig zusammen, als könnte er so besser in ihren Augen lesen, was sie jetzt wohl dachte. Das glückliche leuchten in ihre Augen, ließ sein Herz noch höher schlagen, als es ohnehin schon tat.
„Du bist einzigartig Gretchen!“ flüsterte er ihr zu und küsste sie darauf zärtlich.
Aber plötzlich wurden sie doch dann wieder in die Realität zurück katapultiert, nämlich dann, als eine lautes pochen gegen die Fahrstuhltür zu hören war.
„Halloooo? Ist da jemand drin? Geht es ihnen gut?“ vernahmen sie die besorgte Stimme eines Herren auf der anderen Seite der Tür. „Wir holen sie da jetzt raus. Keine Panik bitte!“
Keine Panik war gut! Verdutzt schauten sie Marc und Gretchen an. Sie hatte wirklich alles um sich herum vergessen. Blitzschnell sammelten sie ihre Sachen vom Boden auf und zogen sich wieder an. Gerade noch rechtzeitig, denn die Fahrstuhltür öffnete sich und 4 fragende Köpfe schauten in das Innere des Fahrstuhls.
Schnell versuchte sich Gretchen noch ihr Haar glatt zu streichen, das in alles Himmelrichtungen abstand. Was natürlich erfolglos blieb.
Peinlich berührt, suchte sie nach Marc´s Hand. Der sie auch so gleich mit sich zog und an den verdutzen °Helfern° vorbei schob.
„Guten Taaag!“ sagte Marc nur grinsen in die Runde und ging mit Gretchen schnellen Schrittes den Flur entlang.
„Sag mal Marc! Ist dir eigentlich gar nichts peinlich?“ mit roten Kopf versuchte Gretchen Schritt zu halten.
Marc aber konnte schon wieder grinsen.
„Ich bin Oberarzt! Ich darf das. Ausserdem…..“ er bliebt stehen und drückte sie sanft an die Wand, während er seinen Körper an ihrem schmiegte „….war das gerade einer der heißesten Speedboatouren, die ich je erlebt habe Hasenzahn! Und glaub mir ich habe schon einige Touren hinter mir.“
Gretchen schaute ihn verlegen an und merkte wie sie rot anlief. Sie zweifelte keinen Moment an Marc Erfahrung in der Hinsicht.
„Maaaarc!“ kicherte sie darauf, aber erschrak dann plötzlich, als ihr Blick auf die große Uhr fiel, die an der gegenüberliegenden Wand hing.
„Oh Mist!“ und schob Marc beiseite „Ich komme zu spät.“
Irririert schaute er sie an.
„Wo willst du denn jetzt hin?“
„Ich hab nen Termin beim Arzt.“ schnell band sich Gretchen ihre Haare neu, die immer noch wild von ihrem Kopf abstanden.
Marc steckte sich die Hände in die Hosentasche und grinste über beide Ohren.
„Soweit ich mich daran erinnern kann, hast du denn doch gerade wahrgenommen.“
Jetzt konnte sie sich das grinsen auch nicht mehr verkneifen und schlang ihre Arme um seine Taille.
„Mmmmhhh….“ schnurrte Gretchen „Und die Behandlung war auch sehr gut. Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, wenn ich von einer Weiterempfehlung dieses mal absehe.“
„ Ganz und gar nicht!“ Marc legte seine Arme und Gretchen und küsste sie.

Kurz darauf löste sich Gretchen wieder aus seiner Umarmung.
„So! Jetzt muß ich aber wirklich los.“
„Und zu welchem Arzt gehst du jetzt genau?“ versuchte es Marc noch mal.
„Ich muß zum Gynäkologen, wenn du es so genau wissen willst.“ antwortete Gretchen schon im gehen.
„Moment mal, wieso hast du denn mit Mehdi einen Termin?“ Stirn runzelnd blickte er ihr hinterher.
Die junge Blonde blieb stehen.
Männer!
Und drehte sich wieder zu ihm um. „Nein, ich will nicht zu Mehdi, sondern zum Dr. Bleifuß. Meinen Gynäkologen. Und wenn du es ganz genau wissen möchtest, ich brauche ein neues Rezept für die Pille, welches ich aber wiederum nur in Verbindung mit der Routineuntersuchung bekomme.“
„Oh! Okaaay! Dann…..“
„Dann werde ich jetzt auch mal“ vollendete Gretchen den Satz und ging weiter.
Marc der sich irgendwie nervös durch die Haare fuhr, stellte sich kurz auf die Zehenspitzen und rief ihr hinterher:
„Ääääh soll ich mitkommen?“ Denn ganz wohl war ihm bei dem Gedanken ja dann irgendwie doch nicht, das da ein wildfremder Mann…….äh Moment wie alt ist der Dr. Bleifuss überhaupt? Schnell versuchte Marc noch hinter Gretchen hinterher zu laufen, diese war aber schon außer Sichtweite. Wieder strich er sich unruhig durch die Haare. Jetzt brauchte er erstmal einen Kaffee und eine Zigarette. Schnell stieg er wieder in den Fahrstuhl ein und fuhr wieder runter.

Während Gretchen ganz außer Puste bei dem Dr. Bleifuß in der zweiten Etage eines Altbaus in der Mitte von Berlin ankam, stand Marc nach langer Zeit, endlich mal wieder im OP des EKH´s. Er hatte jüst die Bekanntschaft mit dem neuen Assistenzarzt gemacht, der für Knechtelsdorfer eingestellt worden war. Und genau dieser stand jetzt gerade Marc gegenüber im OP und labberte ihm ein Kotelette ans Ohr. Krampfhaft versuchte sich Marc auf den Patienten, der vor ihm auf den Operationstisch lag zu konzentrieren, was ihm aber nicht wirklich gelang, da seine Assi ihm immer und immer wieder Fragen stellte, so das Marc noch nicht mal dazu gekommen ist, den ersten Schnitt zu setzten.
Aber die Tatsache, das sein Hasenzahn jetzt auch gerade noch halbnackig bei diesem Dr. Bleifuss war, machte die ganze Situation nicht gerade entspannter.
„Herr Dr. Meier. Ich fühle mich ja so geehrt, das ich ihnen assistieren darf.“ Mit glänzenden Augen, schaute der junge Arzt Marc an. „ Ich weiß, das ich hier noch eine Menge von ihnen lernen werde!“ säuselte er weiter.
Marc schloss seine Augen und seufzte. „Also gut ähhh…..“
„Hannes! Ich heiße Hannes Hebel, Herr Dr. Meier!“
„Ok Hannes, machen wir es kurz. Du nervst!“ Marc öffnete wieder seine Augen und schaute den Assi bestimmend an. „Wenn du nicht möchtest, das ich jetzt einen deiner Kollegen darum bitte, an deinen Mund das nähen zu üben, dann solltest du jetzt wirklich mal in Erwägung ziehen, den selbigen bis zum Ende der OP geschlossen zu halten. Haben wir uns da verstanden?“
„O-okaaay!“ Hannes Augen wanderten nervös von Marc zu der Krankenschwester die neben ihm stand. Hätte die Krankenschwester keinen Mundschutz angehabt, hätte Hannes auch gesehen, das diese über beide Ohren grinste. „Willkommen in Team von Dr. Meier - Hannes!“ sagte die Krankenschwester kichernd.
Ungeduldig schaute Marc mit dem Skalpell in der Hand, den jungen Mann an „Also was ist Hannes!? Willst du nun zum Nähkursus oder hier was lernen?“
„L-lernen?!“ gab Hannes vorsichtig und auch mehr fragend zur Antwort. Er war sich über die richtige Antwort gar nicht mehr so sicher.
„Gut! Dann können wir ja jetzt anfangen, bevor der Mann hier wieder aus der Narkose aufwacht.“

Eine Stunde später verließ Gretchen wieder die Praxis von Dr. Bleifuss. Allerdings mit um einen Gegenstand bereichert, den sie nun Ratlos in ihren Händen hielt.
Völlig durch den Wind, setzte sich Gretchen auf die naheliegende Bank, schloss ihre Augen und versuchte tief durchzuatmen, damit sie sich wieder beruhigte.
Aber es gelang ihr nicht wirklich. Ihr Hände zitterten immer noch, als sie auf das kleine himmelblaue Heftchen in ihren Händen starrte.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

05.05.2010 13:29
#178 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hi Mädels! Ich weiß, ich habe einen Hang dazu mich zu wiederholen, aber tausend Dank für euren tollen Kommentare! Dann muß ich mich ja gleich noch ein bisschen tiefer ducken, weil ich schon so lange nichts mehr reingestellt habe Aber im Moment fehlt mir leider einfach die Zeit und die Ruhe zum schreiben, mal abgesehen von den Ideen. Aber heute hab ich wieder ein bisschen geschrieben und stell gleich auch schon ein Teil davon rein.
Jap! Dat Gretchen ist schwanger. Also ich freu mich darüberAber ob Marc das auch tuen wird? Mmmmh....das erfahrt ihr aber erst etwas später Jetzt hab ich aber genug gequatscht Hier der neue Teil!

Liebe Grüße
Frieda



Ihre Gedanken wanderten wieder zurück in die Praxis, wo sie noch vor wenigen Minuten untersucht worden war.

Gretchen saß dem, kurz vor seiner Pension stehend Dr. Bleifuss gegenüber an seinem Schreibtisch. Der sich nun mit gefalteten Händen etwas zu ihr rüberbeugte, denn er hatte die Befürchtung, das seine Patientin längst in eine andere Welt abgetaucht war und ihm nicht mehr wirklich zuhörte.
„Margarethe…“ Nachdem Gretchen nicht reagierte und nur gedankenverloren durch den Arzt hindurch sah, als wäre er aus Glas, räusperte er sich und versuchte noch mal mit ihr Kontakt auf zu nehmen.
„Margareeethe!“
Aus den Gedanken gerissen, nahm der verschwommene Farbklecks vor ihren Augen, wieder Gestalt an. Krampfhaft versuchte sie ihn anzulächeln, was ihr aber total misslang. Mit großen fragenden Augen schaute sie auf die vor ihr sitzende Person an. Sie wollte was sagen, aber sie konnte keinen Ton ihrer Kehle entlocken.
Beruhigend legte er eine Hand auf Gretchens.
„Margarethe….“ begann er zum dritten Mal. „…auch deine biologische Uhr tickt. Nun freu dich doch endlich mal, mh?!“
„Ja! Nein! Ach ich weiß nicht!“ Gretchen zog ihre Hand unter die von dem Gynäkologen weg und sprang von dem Stuhl auf. Völlig durch den Wind begann sie auf und ab zu tigern. „Wir sind doch gerade erst seit ein paar Wochen zusammen! Er ist doch noch gar nicht bereit für Kinder. Und zugegeben bin ich es auch nicht. Ich bin ja selbst noch eins. Mein Leben fängt gerade erst an Ordnung anzunehmen.“ Gretchen hielt sich ihre Hände vor dem Gesicht und versuchte die aufkommenden Tränen runterzuschlucken.
Dr. Bleifuss stand auf, ging um seinen Tisch herum und auf seine Patienten zu. Er kannte Gretchen schon lange. Sie war seit 15 Jahren seine Patientin und er hatte schon so einige Höhen und Tiefen mit ihr durchgemacht. Einschließlich ihrer pubertierenden Phase, die weiß Gott nicht immer einfach war. Deswegen kamen in dem Arzt auch so was wie Vatergefühle hoch.
Vorsichtig nahm er ihre Hände vom Gesicht.
„Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt Margarethe. Rede mit ihm. Vielleicht freut er sich ja doch, hm?!“
Gretchen zuckte verhalten mit ihren Schultern. Sie - Gretchen Haase sollte wirklich und leibhaftig eine Mama werden? Und Marc der treusorgende Papa? Die Vorstellung war in diesem Moment so absurd, das sie ihren Kopf schüttelte.
„Glaub mir, selbst die härtesten Männer werden plötzlich butterweich, wenn sie Vater werden. Kinder verändern Menschen.“
Aber anstatt darauf was zu antworten schluckte sie nur ihren Tränenkloß im Hals runter, hob das Kinn an und verabschiedete sich.
Gerade aus der Tür heraus, wurde sie auch schon von der Arzthelferin abgefangen, die Gretchen mit ins Labor nahm, um die ersten Untersuchungen an ihr vorzunehmen.
15 Minuten später verließ sie die Praxis.


Und nun saß sie an einem kalten Januartag auf der Bank und war wie es eigentlich nur sehr selten vor, kam einfach nur sprachlos.
Schwanger! Es war ein Gefühl, was in ihr hochstieg, welches kaum zu beschreiben war. Zu einem Teil bestand das Gefühl aus Freude. Freude über das neue Leben, was tatsächlich in ihr heranwuchs. Und zum anderen Teil, bestand das Gefühl aus Angst. Angst davor, was Marc wohl dazu sagen wird. Und auch Angst dafür, ob sie überhaupt in der Lage war ein Kind groß zu ziehen. Instinktiv legte sie ihre flache Hand auf den Bauch und versuchte in sich zu horchen. Da schlugen jetzt wirklich zwei Herzen in ihrem Körper. Unvorstellbar. Ein lächeln huschte über Gretchens Gesicht. Nach dem ersten Schock merkte sie, wie sich langsam aber sicher Freude in ihr breit machte. Sie trug wirklich ein Stück Marc ins sich und das war etwas, was sie sich noch nie zu erträumen gewagt hatte. Und es fühlte sich ehrlich gesagt richtig gut an, auch wenn sie noch keinen blassen Schimmer hatte, wie sie ihm das beibringen sollte.

Währendessen kam Marc aus dem OP und entledigte sich seiner OP-Kleidung.
„Können sie mir vielleicht einmal kurz helfen Herr Dr. Meier?“ Hannes versuchte krampfhaft die Schleifen seiner OP Kleidung zu öffnen.
Marc bekam es aber nicht wirklich mit. Gerade als er sich seine OP Haube abnehmen wollte, beschlich ihm ein Gefühl, das er nicht zuordnen konnte. Er konnte noch nicht einmal sagen, ob es ein gutes oder schlechtes war.
„Herr Dr. Meier? Alles okay bei ihnen?“ Hannes entging der paralysierten Blick von seinen Chef nicht und stupste ihn vorsichtig mit dem Zeigefinger in den Oberarm, worauf Marc erschrocken zusammenzuckte. Er nahm sich noch die Haube vom Kopf, schaute den verdutzen Hannes schief an und verließ den Waschraum.
Was war das den gerade eben? Seine Gedanken wanderte sofort zu Gretchen. Ihr war doch hoffentlich nichts passiert? Schnell nahm er sein Handy und suchte °Hasenzahn° aus seinem Adressbuch raus, um sie anzurufen.


Ein bisschen optimistischer, steckte Gretchen den Mutterpass in ihre Handtasche und ging zur Bushaltstelle, um auf den nächsten Bus zu warten, der sie zum EKH bringen sollte, als ihr Handy klingelte.
„Hi Marc!“ nervös strich Gretchen sich eine Haarsträhne hinter das Ohr.
„Hasenzahn! Ist alles okay bei dir?“ fragte Marc hastig.
„Ähm °räusper° jaaaa…..! Wieso fragst du?“
„Weil….“ Marc fuhr sich durch die Haare.
„Ja weiiiil…..?“
„Weil ich gerade so ein komisches…..ach ist ja auch egal, hauptsache dir geht es gut.“
Gretchen stutzte. Eigentlich sollte sie die Jenige sein, die im Moment verwirrt war und nicht er.
„Alles okay bei dir Marc?“
„Ähm, ja alles super. Bis später dann.“ Marc legte auf.

Hä? Marcs untypisches Verhalten muß sofort analysiert werden.
Prompt wählte Gretchen seine Nummer und ließ es durchklingeln.
Marc sah auf das Display und versuchte krampfhaft das Klingeln seines Handy zu ignorieren. Wenn er jetzt drangehen würde, das wusste er ganz genau, würde er ihr Frage und Antwort, zu seinem Telefonat, stehen müssen und darauf hatte er einfach keinen Bock, denn er selbst konnte sich dieses Gefühl von vorhin auch nicht erklären. Trotzdem hatte er keine Lust es zu analysieren.

Warum geht dieser Blödmann denn nicht dran? Gretchen verdrehte ihre Augen und steckte ihr Handy wieder weg. Männer! Versteh die einer.

20 Minuten später hielt auch schon der Bus vor dem EKH. Als Gretchen ausstieg, erblickte sie auch schon Marc, der mal wieder rauchend auf dem Balkon stand.
Jaja, mein Lieber, das wirst du dir in nächster Zeit auch wohl abgewöhnen müssen! Mit einem Lächeln auf den Lippen ging Gretchen ins Krankenhaus und stieg in den Fahrstuhl, worauf sie prompt auf Elke stieß. Ohne eines Wortes drehte Gretchen Marc´s Mutter den Rücken zu und drückte auf die 3.
Insgeheim hoffte sie, das der Fahrstuhl heute mal ein bisschen schneller fuhr, da sie definitiv keine Lust hatte, sich wieder dumme Sprüche von Elke anzuhören. Aber da hatte Gretchen die Rechnung wohl ohne die Erfolgsautorin gemacht.
Sie spürte Elkes Blicke in ihrem Rücken, die sie zu durchbohren schienen.
Und als die dunkle Stimme hinter ihr sich auch noch zu Wort meldete, zuckte Gretchen zusammen.
„Tzzz, ich hätte meinen Sohn als Baby, definitiv mehr Karotten zum essen geben sollen. Anscheinend hat er wirklich eine Sehschwäche, wenn ich sie mir so genauer betrachte. Von hinten sehen sie ja noch ähhh…größer aus….“

Ganz ruhig Gretchen. Laß dich bloß nicht von der verschrumpelten Kuh provozieren. Sie will dich nur herausfordern. Gaaaanz ruhig bleiben….

„Dabei hat er es doch gar nicht nötig, sich mit ihnen abzugeben.“ plapperte Elke weiter.

Gretchen! Du sagst jetzt gar nichts dazu….10, 9, 8.…

„Und wenn ich da an seine herausragenden Genen denke…“

7,6,5.…..

„…Gar nicht auszudenken, wenn er damals wirklich dieses billige Stück von Krankenschwester befruchtet hätte…..“ Elke fächelte sich mit ihrer Hand Luft zu.

4, 3, 2.…
Auch wenn Gretchen Gabi nicht aussehen konnte, platzte ihr genau in diesem Moment der Kragen. Was bildete sich diese blöde Pute eigentlich ein?
Vor 20 Jahren konnte Gretchen Marc das Wasser vielleicht noch nicht reichen. Aber jetzt definitiv schon.

„Aber mein Sohn wird auch noch zur Besinnung kommen und dann werden sie Geschichte sein Pummelchen“

1! Jetzt reicht´s!!!

Mit Schwung drehte sich Gretchen um und stemmte ihre Hände in die Hüften.
„Wofür halten sie sich überhaupt. Sie, sie.. Möchte gern Erfolgsautorin!“
Wow Gretchen, jetzt hast du es ihr aber gezeigt.

„Kindchen. Wer hier wohl mehr Erfolg von uns Beiden Erfolg in seinem Beruf hat, das brauch ich ja wohl nicht zu erwähnen. Mit erlaub, ich bin ja wohl nicht die Jenige, die immer noch mit einem Fahrrad zur Arbeit fährt und bei Mami und Papi wohnt.“
„Oh, das tut mir aber leid Frau Fisher. Anscheinend sind sie da noch nicht ganz auf den neuesten Stand. Ich wohne nämlich nicht mehr bei MAMI und PAPI!“
„Ach, wo wohnen sie denn jetzt? Haben sie vielleicht ne Mädchen WG mit dieser Sabine gegründet und stricken Abends in gemütlicher Runde rosa Socken?“ genervt schaute Elke zur Seite, worauf Gretchen aber noch einen Schritt auf sie zu kam.
„Nein. Ich wohne jetzt bei ihrem Sohn.“
Ruckartig riss Elke ihren Kopf wieder nach vorne und schaute Gretchen mit entsetzten Augen an.
„WAS?“
Zufrieden über Elkes Gesichtsaudruck, schaute Gretchen sie überlegen an.
„Und was seine tollen Gene anbelangt……“
Elke fasste sich an ihr Herz. Diese Person vor ihr, malte sich doch wohl keine Zukunft mit ihrem Sohn aus. Sie merkte wie ihr Atem schneller wurde und bekam auch nur noch ein krächzen raus.
„Was? Was ist mit seinen Genen?“
Ruhig schaute Gretchen Elke in die Augen und grinste.
„Er wird Vater!“ Ups, habe ich das jetzt wirklich gesagt?

Plötzlich ertönte eine 3 Stimme im Fahrstuhl.
„Wer wird Vater?“ Mit den Händen in der Hosentasche stand Marc grinsend hinter Gretchen. Die Beiden Frauen hatten gar nicht bemerkt, das sie mittlerweile in der 3 Etage angekommen waren uns sich just in dem Moment Marc eingestiegen war.
Abwechselnd schaute Marc von Gretchen zu seiner Mutter, die mit dem Finger auf ihren Sohn zeigte.
„MARC OLIVIER! Sag das das nicht wahr ist!“
Gretchen nahm die Gelegenheit war, das die Aufmerksamkeit von Elkes Seite nun auf Marc gerichtet war.
„Ja ähm….ich bin dann auch mal weg. Ihr habt ja noch sicher einiges zu bereden. Tschüssi!“ schnell versuchte Gretchen an Marc vorbei zu huschen, was ihr aber nicht gelang, weil er sie plötzlich am Arm zurückhielt.
„Mooooment mal Hasenzahn.“
Während er Gretchen festhielt, hielt er den Blick seiner Mutter stand, auch wenn er das Gefühl hatte, das sie ihm jeden Moment an der Gurgel hing.
„Was genau soll nicht wahr sein Mutter?“

Aber anscheinend gab es wohl doch noch einen Gott. Ausser Marc versteht sich. Denn genau in diesem Moment wurde Marc angepiepst. Mit einem Seufzer schaute er auf seinen Pieper.
„Hasenzahn? Mitkommen!“ Marc zog Gretchen am Arm mit aus dem Fahrstuhl.
„Marc Olivier! Du kannst jetzt nicht einfach so gehen!“
„Doch Mutter kann ich. Stell dir vor, es gibt noch Leute, die müssen arbeiten.“
Entsetzt schaute Elke ihrem Sohn aus dem Fahrstuhl hinter her, als sich ein neuer Fahrgast in den kleinen Raum hinzugesellte.
„Ooooh!“ krächzte Elke „ Der hat mir gerade noch gefehlt.“ schnell wollte Elke aussteigen, aber eine Hand hielt sie am Oberarm fest.
„Laß mich los Klaus!.“
„Elke, du kannst nicht immer vor mir weglaufen.“
„Doch das kann ich sehr wohl. Und jetzt habe bitte die Güte und laß meinen Arm los.“
„Nein, ich werde dich erst loslassen, wenn du mir zugehört hast!“
Die Tür vom Fahrstuhl schloss sich wieder. Blitzschnell drückte Klaus die Stoptaste und stellte sich mit dem Rücken vor den Tasten.
„Kannst du mir mal sagen was das soll? Du läßt mich hier sofort raus!“
„Nur wenn du mir zuhörst!“
„Nein!“
„Jetzt sei doch nicht so stur Elke!“
Elke seufzte und verdrehte die Augen. Anscheinend blieb ihr nichts anderes übrig als nachzugeben.
„Okay. Du hast 2 Minuten. Also fass dich kurz.“

„Maaarc! Du kannst mich jetzt loslassen!“
Abrupt blieb er stehen!
„Also ehrlich gesagt, will ich glaube ich gar nicht wissen, was ihr zwei Beide darin besprochen habt. Weil ich mir nur zu gut vorstellen kann, das es sich mal wieder um einen Zickenkrieg zwischen euch beiden handeln kann. Und auf solche Kinderreien habe ich Moment wirklich keinen Bock.“

Gut! Dachte sich Gretchen, denn schließlich hatte sie auch nicht vorgehabt Marc die frohe Botschaft zwischen Tür und Angel zu überbringen.
„Aaach!“ wiegelte Gretchen mit der Hand ab „ Du hast Recht Marc. Alles nur albernes Geschwätz. Nichts was dich interessieren würde!“
„Dachte ich es mir doch. Dann können wir ja jetzt zur Notaufnahme. Also hopp hopp - nach dir!“
„Jahaa!“
„Aber!“ Marc blieb wieder plötzlich stehen und kniff seine Augen ein wenig zusammen „Nicht, das ich mich für den Krankenhaustratsch interessiere…..aber wer hat jetzt genau, WEN befruchtet? Nur damit ich schon mal Beileid aussprechen kann.“
„Ähhhh……“
„Dr. Meier wo bleiben sie denn?“
Sabine stand mit fuchtelnden Armen am Ende des Ganges.
„Wir brauchen sie in der Notaufnahme. Ein Autounfall mit 3 Schwerverletzten.“
Ohne ein Wort rannten beide Ärzte los hinter Sabine her.

Frieda Offline

PJler:


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10.05.2010 14:20
#179 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Ich weiß, ich weiß...ich bin ein Wurm! Jetzt mußtet ihr schon wieder so lange auf nen neuen Teil warten. Aber es ging leider nicht eher, bei uns ist immer noch Halligalli jeden Tag und es nimmt keinen Abbruch. Deswegen gibt´s heute auch wieder einen längeren Teil. Hab heute etwas Zeit gefunden zum schreiben und Dank little Tina, die mich ja so gaaaaaaarnicht unter Druck gesetzt hat, ist sogar was dabei rumgekommen. Eure FF´s habe ich natürlich auch nicht vergessen und hab schon alles nachgelesen. Kommi´s schreibe ich nachher oder spätestens Morgen früh versprochen!!! Jetzt wollte ich eben noch die Zeit nutzen und ein wenig weiterschreiben, damit ihr nicht wieder soooo lange auf einen neuen Teil müßt!
Jetzt gibts aber erstmal was zu lesen für euch.

Liebe Grüße an alle die immer noch meine Geschichte lesen, auch wenn sich alles momentan ein wenig hiiiiinzieht. Und natürlich auch an meine fleißigen Kommentatoren. Ich glaube ohne euch alle, wäre meine Geschichte schon längst untergegangen!Danke!

Frieda



Während Marc und Gretchen zusammen mit ihren Kollegen, um das Leben der Verletzten kämpften, kämpfte Elke weiter mit sich, ob sie sich das wirklich antun sollte und ihrem Ex-Mann Gehör schenken sollte.
Auch wenn seine 2 Minuten schon längst abgelaufen waren, stand er immer noch vor ihr, wie ein kleiner Junge und wusste nicht, wie er es in Worte fassen sollte, was er Elke zu sagen hatte.
Ungeduldig stand sie mit verschränkten Armen und wippenden Fuß vor ihm. Da die großgewachsene Elke gut nen halben Kopf größer war, ließ ihn nicht an Selbstbewusstsein wachsen. Aber jetzt war er nun mal hier und er hatte es wirklich geschafft, das er ihr zuhören wollte. Gerade war er noch so voller Mut, aber jetzt wo er in das genervte Gesicht vor ihm blickte, fehlten ihm einfach die Worte. Also sagte er genau das, was ihm gerade just in diesem Moment durch den Kopf ging.
„Elke ich liebe dich immer noch!“
„Nicht das ich solche Wörter standardmäßig in meinem Wortschatz habe, aber willst du mich eigentlich verarschen? Du hältst mich hier in diesem Ding fest, wobei ich quasi schon zugucken kann, wie meine Haut, bei dieser schlechten Luft hier drin anfängt zu schrumpeln und DUUUUUU willst mir erzählen, das du mich noch liebst?“
Elke zeigte ihm einen Vogel. „Ich glaube deine 2 Minuten sind um Klaus.“
„Nein warte!“ Er fasste ihre Hand, die versuchen wollte an ihn vorbei, an die Stoptaste zu kommen, worauf Elke wieder ein Stöhnen entfuhr.
„Mach dich nicht lächerlich und jetzt lass mich an diese Taste, sonst schreie ich!“
„Du kannst soviel schreien wie du willst, solange du mir nur dabei zuhörst!“
Elke wollte gerade zu ihrem nicht lady liken Schrei ansetzten, als Klaus einen Schritt nach vorne trat und seinen Mund auf ihren presste, worauf es keine 2 Sekunden dauerte, bis sich ein perfekter Händeabdruck auf seiner Wange verewigte.
„Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank Klaus Meier?“
Betreten über seinem Gefühlsausbruch, rieb Klaus sich seine glühende Wange.
„Du weißt doch, das ich mich immer so schlecht ausdrücken kann.“
„Und deswegen wagst du es mich einfach zu küssen?“
„Elke!“ Klaus holte einmal tief Luft „Es tut mir leid!“
„Was? Der Kuss?“ schnaupte Elke verächtlich.
„Ja und das ich dich, nein euch damals verlassen habe. Es war einfach alles zuviel für mich geworden. Die ewigen Streitereien mit dir und dann das wir so jung Eltern geworden sind. Meine Arbeit ließ mich aus all dem Entfliehen. Aber ich wusste, schon nach kurzer Zeit, das es ein Fehler war, das ich euch verlassen habe.“ Klaus konnte Elke nicht in die Augen sehen, die abschätzend auf ihn gerichtet waren.
„Du hast es dir aber damals ganz schön einfach gemacht! Weißt du eigentlich was ich damals durchstehen mußte? Und glaub mir, alleine ein Kind groß zu ziehen, ist sicherlich nicht einfach, mal abgesehen davon, das du es ja noch nicht mal für nötig hieltest, dich ab und an mal bei deinem Sohn zu melden. Der Junge hat dich vermisst. Er hat immer wieder am Fenster gesessen. Stundenlang. Er hat gehofft, das du wieder zu uns zurück kommst.“
Klaus malte verlegen mit seiner Fußspitze imaginäre Linien am Fahrstuhlboden nach.
„Sei doch jetzt wenigstens mal Manns genug und schau mir in die Augen, wenn wir uns unterhalten.“
Klaus kniff kurz seine Augen zusammen, bevor er seine Augen hob und in die Augen seiner Exfrau blickte.
„Weißt du, das ich seit dem nie wieder richtig glücklich war?“
„Ha! Dann ist deine hübsche junge, schwangere Ehefrau wohl nur ein PR Gag oder was?“
„Nein, wir sind nicht mehr zusammen. Aber das ist eine andere lange Geschichte.“
„Aha!“
„Elke. Ja ich hatte noch andere Beziehungen nach dir. Klar. ABER tief in meinem Herzen, da warst immer noch du. Du und Marc. Ich konnte und wollte euch nicht vergessen. Ich habe immerzu an euch gedacht. Aber ich wusste auch, das es zu spät war, um zu euch zurückzukehren.“
„Es war nicht zu spät! Du warst einfach nur zu feige!“
„Ja. Ich war zu feige.“
Für einen kurzen Moment sahen die Beiden sich einfach nur an. Keiner sagte etwas, wobei Elke sich in diesem Moment selber eingestand, das immer noch, obwohl sie ihm eigentlich nie verziehen hat, Gefühle für den Mann da waren, der jetzt vor ihr stand und ihr seine Liebe gestand. Anders konnte sie sich auch nicht erklären, ihre Gedanken all die Jahre über, immer wieder zu ihm wanderte und sie auch keinen anderen Mann so nahe an sich ran ließ, wie ihren Exmann.
Klaus ging einen Schritt zur Seite und gab die Fahrstuhltasten frei.
Elke hob schon ihren Arm und wollte drücken, ließ aber ihn dann aber im letzten Moment doch wieder sinken. „Wie war das noch mit der langen Geschichte? Ich glaube ich habe doch ein bisschen Zeit!“ Die Autorin lächelte Klaus zaghaft zu, der darauf verlegen zurücklächelte.

Später am Nachmittag in der Cafeteria…..

Gretchen stocherte gedankenverloren in ihrem Essen rum, während Marc ihr gegenüber saß und akribisch die Erbsen an den Tellerrand schob, die es gewagt hatten, sich in seinem Nudelauflauf zu verirren.
„Marc?“
„Mhhh?“
„Glaubst du eigentlich, das wir für immer zusammen bleiben werden?“
„Mmmmh!“
„War das jetzt ein ja oder ein nein?!“
Mit höchster Konzentration war Marc immer noch dabei sein Essen zu sezieren.
„Marc!“
Wie sollte ihm sagen, das sie schwanger war, ohne das sie wusste, das er wirklich mit ihr zusammen bleiben wollte. Aber mal abgesehen davon, hatte sie immer noch keine Idee, wie sie ihm das schonend beibringen sollte, ohne das er gleich schreiend davon lief. Aber vielleicht hatte Dr. Bleifuss ja recht und Marc freut sich wirklich über das Baby. So oder so, erst einmal mußte sie sich, bei dem Erbsenzähler, der vor ihr saß, Gehör verschaffen. Da dieser anscheinend aber noch nicht bereit dazu war, mußte sie anders vorgehen und klatschte ihre Hand laut auf den Tisch, so das die Erbsen, die Marc schon in Reih und Glied am Tellerrand angeordnet hatte, wieder ins Essen kullerten.
„Boah Hasenzahn! Was soll das, ich war fast fertig.“
„Hast du mir eigentlich zugehört Marc?“
Krampfhaft versuchte Marc sich daran zu erinnern, was Gretchen ihm wohl gesagt haben könnte, aber es wollte ihm nicht so wirklich einfallen.
„Ähhh….“
Gretchen seufzte…
„Ja hab ich mir schon gedacht, das du mir nicht zugehört hast. Ich möchte von dir wissen, ob du denkst, das wir beide eine Zukunft miteinander haben!?“
Marc zog seine Stirn kraus und fing wieder an die Erbsen aus seinem Essen zu pulen. „Was ist das denn jetzt für ne komische Frage Hasenzahn?“
Gretchen haute ihm auf die Finger.
„Aua!“
„Jetzt laß doch mal die blöden Erbsen!“
„Die sind nicht blöd, sondern ekelig.“
Gretchen zog ihm den Teller unter der Nase weg „Marc bitte….das ist mir jetzt wichtig, das du mir die Frage beantwortest.“
Marc ließ seinen Kopf sinken und seufzte. Er hatte die letzten Stunden damit zugebracht im OP zu stehen und die Leute vom Autounfall wieder zusammen zuflicken und jetzt hatte er verdammt noch mal Hunger!!
„Mein Essen!“ sagte Marc darauf nur und zog den Teller wieder zu sich ran, worauf Gretchen ihn wieder auf die Finger klopfte.
„Na! Laß das!“
„Gut. Dann nehme ich eben deinen Schokopudding!“ und langte auch schon in die Richtung der braunen Masse.
„Unterstehe dich Marc!“
„Also gut!“ Marc faltete seine Hände zusammen und schaute Gretchen an. Wenn er wirklich schnell sein Essen wieder haben wollte, musste er jetzt wohl da durch. „Du willst wissen, ob wir eine Zukunft zusammen haben werden?“
„Ja, das will ich. Ich möchte wissen wie du darüber denkst.“
„Hasenzahn…..“ Marc legte seine Hand auf ihre „…ich bin glücklich mit dir. Und ja ich möchte mit dir für immer zusammen sein, denn du bist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Aber niemand kann uns sagen, das wir auch zusammen bleiben werden. Und das weißt du. Es ist schön, wie es jetzt gerade zwischen uns Beiden ist. Lass es uns die Zeit doch einfach genießen und sehen was die Zukunft bringt, hm?“ Marc zog seine Hand wieder weg und grabscht gierig nach seinem Teller.
„Mooooment. Was heißt hier, es ist schön, wie es jetzt ist? Heißt das du willst keine Kinder? Und was ist mit heiraten?“ Gretchens Augen fingen an verdächtig zu schimmern.
Wehmütig schaute Marc auf seinen Auflauf, den er seufzend wieder weg schob. Anschließend nahm er wieder ihre Hand.
„Was ist denn los Hasenzahn? Du weißt wie ich darüber denke. Hey jetzt laß es uns doch langsam angehen.“
„Jaa und du weißt wie ich darüber denke. Für mich gehört das einfach dazu.“
„Aber wir sind doch erst am Anfang unserer Beziehung.“
Die erste Träne suchte sich ihren Weg und rollte Gretchens Wange runter.
„Hey!“ Marc beugte sich vor und wischte ihr sanft die Träne weg. „Sag mir bitte was los ist.“
„Nichts!“ Gretchen schüttelte den Kopf „Nichts Marc!“ stand auf und verließ die Cafeteria.
„Hasenzahn! Warte!„
Marc lehnte sich zurück und fuhr sich ratlos durch die Haare. Was hatte er denn jetzt schon wieder falsch gemacht?


Marc zuckte erschrocken zusammen, als er plötzlich von hinten an den Schultern gepackt wurde.
„Na! Auch wieder im Lande Meier?“ ertönte eine männliche Stimme neben sein Ohr.
„Boah! Sag mal hast du sie noch alle beisammen Mehdi, mich so zu erschrecken?“
„Haha! Na da hat wohl einer ein schlechtes Gewissen was? Was hast denn jetzt schon wieder für nen Mist gebaut, hm?!“
Marc gab aber nur ein grunzendes Geräusch von sich und widmete sich wieder seinen Auflauf, der aber mittlerweile schon kalt war.
Angenervt stocherte er darin herum und zog ne Flunsch, während Mehdi immer noch neben ihm stand und ihn beobachtete.
„Was ist?“ fragte der Oberarzt ohne aufzusehen.
„Nichts, nichts.“ Mehdi schaute grinsend zu Marc herunter „Ist hier noch ein Platz für mich und Mia frei?“
Mia? Mit hochgezogener Braue schaute Marc den Gynäkologen von der Seite an und bemerkte jetzt erst, wenn Mehdi da am anderen Ende seiner Hand im Schlepptau hatte.
„Hassmann!“ stellte Marc nur nüchtern fest und stierte wieder auf seinen Teller. Peinlich berührt, das Mehdi sie mittlerweile nur noch Mia nannte, und das auch schon vor ihren Kollegen, ließ sie sich von ihm mit an den Tisch ziehen.
„Äh….ich dachte…“ Marc deutete abwechselnd mit der Gabel auf die Beiden „….ihr habt nur unverbindlichen Sex. Aber das hier sieht ja zweifelsohne nach….“
„…ner Beziehung aus?!“ vollendete Mehdi glücklich lächelnd den Satz, worauf Maria
nur zaghaft lächelte. Seit die Beiden bemerkt hatten, das hinter dem prickelnden Gefühl einer °nur Affäre° mehr steckte und sich die Beiden eingestanden hatten, das wohl mehr Gefühle im Spiel waren als die blanke Lust, hingen Mehdi und Maria wie Kletten aneinander und genossen das Gefühl, endlich jemanden gefunden zu haben, der die Gefühle erwiderte, obwohl Beide schon gar nicht mehr daran geglaubt hatten, jemanden zu finden, der genau so fühlte wie sie. Dennoch war Maria von Mehdi Kundtuung ihrer Beziehung doch ein wenig überfordert. Mehdi dagegen hatte den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als jedem zu erzählen, wie glücklich er jetzt doch mit seiner °Mia° ist. Obwohl etwas stolz machte sie es schon, das sie mit dem dem Halbperser zusammen war. Sie wusste, das Mehdi ein Mann war, auf den man sich verlassen konnte. Sie vertraute ihm voll und ganz. Nicht nur, das er sich auch super gut mit ihrer Tochter verstand, nein, er las ihr auch jeden Wunsch von den Lippen ab. Eigentlich verstand sie selbst gar nicht, warum sie sich so schwer damit tat, ihre Beziehung offiziell zu machen. Stimmt! Mehdi hatte recht! Warum sollte nicht jeder wissen, das sie glücklich waren. Sollten die sich doch im KH das Maul darüber zerreisen.
„Ja Meier! Wie sie sehen sind nicht nur sie und der Haase imstande eine Beziehung zu führen.“ lächelnd legte Maria ihre Hand auf Mehdi´s Oberschenkel, worauf er sie sofort ergriff und ihr einen Kuß auf die Hand gab.
„Äh ja…schön für euch. Ich muss dann jetzt auch mal.“ Marc nahm sein Tablett und stand auf.
„Hey warte! Was war den gerade mit Gretchen los?“
„Ja genau das werde ich jetzt versuchen rauszufinden. Sag mal, ist dir in letzter Zeit was aufgefallen? Ich mein, war irgendwas?“
Mehdi schüttelte den Kopf „Nicht das ich wüßte. Das einzige was mir aufgefallen ist, das ich sie öfters mit deine Vater zusammen gesehen habe.“ Marc schaute zu Maria, die aber nur mit den Schultern zuckte.
„Aber sag mal Marc, ist das nicht komisch, das dein Vater so urplötzlich wieder auftaucht? Und dann auch noch hier im EKH?“
„Ja Urkomisch!“ erwiderte Marc darauf nur sarkastisch.
Mehdi entging der Unterton in Marc Stimme nicht und versuchte es erneut.
„Willst du ihm nicht noch ne Chance geben Marc? Ich glaube er leidet wirklich.“
„Aha. Das ist ja auch wohl das mindeste, für das was er uns angetan hat. Und ehrlich gesagt…..ja herr gott nochmal Mehdi, hörst du mal mit dem zucken auf….“ Mehdi der die ganze Zeit, Marc zu verstehen geben wollte, das sie nicht mehr alleine waren blickte Maria ratlos an.
„…was ich jedenfalls sagen wollte….“ fing Marc wieder an, der das Thema jetzt beenden wollte „…ist mir das auch egal, er soll wieder schleunigst dahin verschwinden wo er hergekommen ist. Punkt um. Thema beendet. Ich gehe jetzt Hasenzahn suchen!“ Marc drehte sich um und lief prompt in die 2 Personen rein, die schon ein Weilchen die ganze Zeit hinter ihm gestanden hatten. Mit einem klirren rutschte sein Teller auf den Boden und zerbrach in 1000 Teilchen.
„Verfluchte Scheiße, können sie…..“ Aber erst jetzt sah Marc, wer diese Personen waren. Wenn man vom Teufel spricht. Es waren seine Eltern.
Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen und atmete tief ein. Dieses Bild von den Beiden zusammen, war Marc in diesem Moment einfach zu unrealistisch, als das er es verstehen konnte. Hatte dieser Mann es wirklich geschafft seine Mutter einzulullern und sie auf seine Seite zu lotsen? Anders konnte er sich diesen Anblick nicht erklären.
„Marc Olivier. Dein Vater und ich möchten mit dir reden.“
Marc pfefferte das Tablett auf den Tisch, so das Maria und Mehdi erschrocken zurückwichen.
Mit einer abfälligen Kopfbewegung zeigte Marc auf Klaus. „Ich aber nicht mit ihm!“ er guckte sich kurz um, bis sein Blick auf den Nachbartisch fiel, wo eine Krankenschwester von de Kinderstation saß und das ganze Spektakel zwischen der Familie Meier beobachtete. „Nicht gucken! Aufräumen!“ und kickte mit seiner Fußspitze einen Scherbenstücken in ihre Richtung. „Na wird’s bald?!“
Ohne zu zögern stand die Krankenschwester wie mechanisch auf und bückte sich zu Marcs Füßen, um die Überreste von seinem Teller zusammen zu suchen.
Marc warf seinen Eltern noch einen kurzen Blick zu und sah im letzten Moment, bevor er seinen Kopf wieder wegdrehte, das Elke ihre Hand auf den Oberarm seines Vaters legte. Mit enttäuschten Blick schauten sie ihrem Sprössling hinterher, wie er sich den Weg an den Tischen und Stühlen durch die Cafeteria bahnte, bis ihm sich erneut wieder jemand in den Weg stellte.
Ganz außer Atem und mit den Armen wild umherfuchtelnd stand Sabine vor ihm.
„Gretchen….“japste Sabine
Erschrocken sah Marc in das bleiche Gesicht von der Krankenschwester, die versuchte, ihre Atmung wieder in den Griff zu bekommen.
Marc packte Sabine an den Schultern. „Was?! Was ist mit Gretchen?“ und schüttelte diese dabei auch noch mal kräftig, als wenn er die Antwort so schneller bekommen würde.
„Gretchen ist…°japs°“
Ohne zu zögern schubste Marc Sabine zur Seite und rannte los.

Frieda Offline

PJler:


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11.05.2010 17:15
#180 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hi Zusammen! Bin gerade bei meinen Papa, deswegen auch nur ganz kurz und bin quasi auch schon wieder weg. Mein Internet funzt mal wieder nichtAber ich wollte wenigstens noch einen neuen Teil reinstellen, weil endlich mal wieder geschafft habe nen kleinen Vorrat zusammen zu schreiben °stolzaufdieschulterklopf°.
Wünsch euch noch viel Spaß beim lesen und vielen, vielen Dank für eure Kommi´s

Liebe Grüße
Frieda


Er hatte zwar noch keine Antwort, aber er wusste, das etwas passiert war. Schnell rannte er den langen Gang hinunter. Aber wo war sie? Und wo sollte er als erstes suchen. Er wusste ja noch nicht mal, was mit Gretchen war. Das EKH war ziemlich groß. Ohne Plan blieb Marc letztendlich stehen und fuhr sich hektisch in alle Richtungen guckend durch die Haare. Und jetzt? Ihm blieb wohl nicht anderes übrig, als zur Cafeteria zurückzulaufen und Sabine zu fragen. Aber genau das erübrigte sich gerade, denn die Krankenschwester kam schon auf ihn zugelaufen und blieb wieder mal japsend vor ihm stehen.
„Mein Gott Sabine, ein bisschen Sport würde ihnen auch mal ganz gut tun. Und jetzt raus mit der Sprache, wo steckt sie?“
Sabine die sich innerlich schwor, ab morgen mit dem joggen anzufangen und den leckeren Wein, den sie sich abends immer rein zog abzudanken, stützte sich mit beiden Händen auf ihren Knien ab und schaute zu ihrem Vorgesetzten hoch.
„Gretchen liegt auf der….“ schnaufte sie immer noch.
„Wie wäre es mal mit ganzen Sätzen Sabine. Jetzt reißen sie sich mal zusammen.“
„….Gynäkologie.“ Bevor Sabine sich auch nur aufrichten konnte, war Marc schon die zur Tür von den Treppen gelaufen und hechtete die 2 Stockwerke zu Fuß hoch.
Immer zwei Stufen gleichzeitig nehmend kam er auch schon in der 4 Etage an und öffnete die Tür von der Gynäkologie. Gleichzeitig öffnete sich auch die Fahrstuhltür neben ihm und heraus kamen Mehdi, Maria, Elke und Klaus, die sich sofort an Marc´s Fersen hefteten.
„Was wollt ihr den hier?“ schnaubte Marc, während er schnellen Schrittes den Flur entlang ging.
Mehdi holte seinen Freund ein und überholte ihn. „Schon vergessen?! Das ist meine Station!“
„Ha!“ Marc setzte zum Spurt an überholte Mehdi wieder, mußte sich dann aber doch dann widerwillig dem jungen Arzt anpassen, das er keinen Plan hatte, hinter welcher dieser vielen Türen seine Freundin lag. Und was wollte Gretchen überhaupt hier? Missmutig lief er hinter Mehdi her. Gefolgt von einem seltsam zusammen gewürfelten Haufen, der ihm jetzt auf Schritt und Tritt folgte. Mittlerweile hatte auch noch Sabine zu dem Trupp gefunden und rief von ganz hinten, das Gretchen auf der 410 liegt. Nach dieser Aussage, setzte Marc wieder zum Sprint an und lief vor, bis er vor dem Zimmer in dem Gretchen lag, stehen blieb. Doch bevor er die Tür öffnete blieb er stehen und drehte sich noch mal zu den Anderen um, die mittlerweile dazugestoßen waren.
„Ich gehe alleine rein!“
„Aber…“ wollte Mehdi protestieren, aber Marc hatte längst die Tür geöffnet und ging ins Zimmer, um anschließend die Tür vor Mehdi´s verdutztem Gesicht wieder zu verschließen. Sein Blick fiel sofort auf das Bett, das am Fenster stand. Leise schloss er die Tür hinter sich und ging auf Gretchen zu. Es versetzte ihm einen Stich ins Herz, als er sie dort so liegen sah. Er wusste nicht, wer im Moment weißer war. Das Laken oder die Frau, die vor ihm lag. Gretchen lag auf den Rücken und ihre Haare fielen rechts und links in sanften Wellen auf ihre Schultern.
Was war passiert? Marc nahm sich den Stuhl und setzte sich an ihr Bett. Er ergriff ihre Hand, in der ein Zugang steckte und Tropfen für Tropfen eine Flüssigkeit in ihren Körper leitete. Er sah in das zarte Gesicht, von der Frau die er über alles liebte. Liebevoll strich er ihr über die Wange. Aber er wusste immer noch nicht was geschehen war. Also stand er auf und ging wieder zur Tür, aber nur um seinen Kopf raus zu stecken. „Sabine! Reinkommen!“
Sabine sah kurz in die Fragenden Gesichter der Mitwartenden und folgte Marc dann ins Zimmer.
Als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat sie ebenfalls an das Bett, neben Marc, der mittlerweile schon wieder Gretchens Hand hielt.
„Was ist passiert Sabine?“ fragte er leise, ohne den Blick von Gretchens Gesicht zu nehmen.
„Dr. Huber hat sie vorhin verheult, vor der Säuglingsstation aufgefunden. Sie war mit den nerven am Ende und hatte einen Kreislaufzusammenbruch. Vielleicht war ihr das wieder einmal alles zuviel geworden in letzter Zeit.“ antwortete Sabine genauso leise. Sie verstand ebenfalls nicht, warum das passiert war und sie sah traurig zu ihrer Freundin runter. „Jetzt schläft sie.“
„Danke.“
„Bitte Herr Doktor!“ Sabine sah in das sorgenvolle Gesicht von Marc. Er machte sich wirklich Sorgen um Gretchen, das stand ihm ins Gesicht geschrieben. Aber irgendwie konnte sie ihren Blick nicht von ihm abwenden.
„Äh… sie können jetzt wieder nen Abflug machen Sabine!“ und deutete mit dem Kopf Richtung Tür.
„N-natürlich!“ wurde Sabine aus ihren Gedanken gerissen und ging sofort zur Tür, aber bevor sie die Klinke runterdrückte, drehte sie sich noch mal um.
„Herr Doktor?“
„Was?“ antwortete Marc schroff ohne sich umzudrehen.
„Ich weiß ja nicht was vorgefallen ist zwischen ihnen Beiden, aber biegen sie es gerade. Gretchen liebt sie über alles.“ und Sabine ließ Marc mit den eben gesagten Worten stehen und verließ das Zimmer.

Sabine Worte hallten in seinem Kopf nach.
Er würde auch nur zu gerne wissen, was er falsch gemacht hatte. Er hatte ihr doch nur gesagt, das er es langsam angehen lassen wollte. Mehr nicht. Was war daran schlimm? Aber Gretchen war sofort weinend aus der Cafeteria verschwunden. Marc konnte sich einfach keinen Reim darauf machen.
Er beugte sich zu Gretchen runter und gab ihr einen Kuss auf die kühle Stirn. Was geht bloß in deinem schönen Köpfchen vor, hm? Dachte er sich und gab ihr auch noch einen zarten Kuss auf den Mund. Er versuchte sich in Gedanken noch mal zusammen zu reißen und überlegte, was Gretchen wohl umgehauen haben könnte. Mehdi meinte, das sie wohl öfters jetzt mit seinem Vater zusammen war. Marc schnaubte kurz verächtlich auf. Das würde ihn auch umhauen, alleine schon die Gegenwart seines Vater widerte ihn an. Aber daran, wird es wohl realistisch gesehen nicht gelegen haben. Mit wem könnte es also dann zu tun haben. Mmmmhhh…er war einfach erst zu kurz wieder in Berlin, als das er sich ein Bild davon machen konnte, was in den letzten Tagen in ihrem Leben so los war. Obwohl….Marc fiel plötzlich wieder ein, das er sie ja vorhin zusammen mit seiner Mutter im Fahrstuhl gesehen hatte. Es war zwar sehr unwahrscheinlich, aber vielleicht wusste sie ja was. Kurz entschlossen ging Marc wieder zur Tür und bittete seine Mutter rein, die sofort Klaus seine Hand ergriff und ihn mitziehen wollte.
„Er…“ Marc zeigte auf Klaus „…bleibt draußen.“ Nun drängelte sich Mehdi auch vor und wollte in das Zimmer rein.
„Also wenn du mal erlauben würdest!?“ Der Gynäkologie versuchte sich an Marc vorbeizuquetschen, was ihm aber misslang, da der Oberarzt sich in den Türrahmen gestellt hatte und ihm den Weg mit seinem Arm versperrte.
„Äh Marc….was soll das?! Meine Station? Also auch meine Patientin.“ versuchte Mehdi in einem ruhigen Ton zu argumentieren.
„Stimmt! Sabine? Bringen sie Gretchen bitte auf meine Station. Und du Mutter, kommst mit mir.“ Marc erwartete schon einen Protesthagel von seiner Mutter, weil er wusste, das sie es hasste, wenn er in so einem Ton mit ihr redete. Aber nichts der gleichen geschah. Stattdessen folgte sie ihrem Sohn ohne Gezeter, selbst als sie im Fahrstuhl nebeneinander standen und runter zur Chirurgie fuhren, fiel kein einziges Wort über ihre Lippen. Im Marc´s Büro angekommen bot er seiner Mutter den Stuhl gegenüber von ihm am Schreibtisch an und setzte sich selbst anschließend hin. Mutter und Sohn sahen sich einen kurzen Moment einfach nur an, so als ob sie die Gedanken des jeweiligen anderen zu lesen versuchten.
Marc kam von seinen eigentlichen Gedanken ab und überlegte, was seine Mutter wohl dazu bewegt hatte, das sie sich anscheinend wieder mit seinem Vater abgab. Soweit er sich zurück erinnern konnte, hatte sie jeher immer Gift und Galle gespuckt, sobald der Name Klaus Meier auch nur ausgesprochen wurde.

Elkes Gedanken schwirrten nicht darüber, warum ihr Sohn sie um ein Gespräch gebeten hatte, sondern immer wieder kamen ihr die Worte von dieser jungen quirligen Ärztin im Sinn. Er wird Vater! Vielleicht war es ja wieder nur ein Finte und sie regte sich umsonst auf, das er sie zur Oma machte. Oma Elke! Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Aber komischerweise glaubte sie Gretchen. Sie wusste insgeheim, das Gretchen anders war, als die weiß Gott etlichen Frauen, die ihr Sohn vor ihr gehabt hatte. Anscheinend tat ihm das Mädel wirklich gut.
Allmählich machte sich in Elke ein beschämendes Gefühl breit. Sie hatte Gretchen vom ersten Tag an wie Dreck behandelt. Dabei war sie wirklich anders. Anders als wie zum Beispiel dieses Flittchen Gabi. Die wollte sich doch nur mit ihrem Sohn schmücken.
Elke nahm sich vor, sich sobald es ging bei der jungen Ärztin zu entschuldigen. Hmmm…jetzt stellte sich ihr nur die Frage, wenn ihr Sohn geschwängerte hatte. Wie lange waren die Zwei überhaupt zusammen?!
Das beschämende Gefühl breitete sich noch weiter in ihr aus. Was wusste sie eigentlich über ihren Sohn? Komischerweise, hoffte Elke nun, das Gretchen die Mutter des Kindes sein wird. Das Gretchen, das sie noch vor wenigen Stunden abfällig beleidigt hatte.
Nun gut. Elke setzte sich wieder gerade hin und streckte ihre Schultern zurück. Sie würde jetzt Oma werden und ihr Sohn ein Vater. Genau das wollte er ihr jetzt bestimmt sagen. Sie war bereit. „Also?! Was gibt es so wichtiges, das du mich hierher schleppen musstest?“
Marc beugte sich mit gefalteten Händen zu ihr nach vorne.
„Sag mal, du warst doch vorhin mit Gretchen im Aufzug. Über was genau habt ihr euch da so unterhalten?“
Elke die nicht wirklich wusste, worauf Marc hinauswollte, versuchte sich krampfhaft an das Gespräch zurück zu erinnern und zwar an genau den Teil, wo keine bösen Worte gefallen sind. Denn sie hatte sich vorgenommen, nie wieder ein böses oder abfälliges Wort über Margarethe Haase fallen zu lassen. Mmmmhhh…es sind aber nur böse Worte gefallen. Außer….
„Sie hat mir gesagt, das du V…..“
„Herr Dr. Meier!“ polterte Sabine ohne Vorwarnung in Marcs Büro, worauf Beide hochschrecken.
„Sabine! Raus!“ kommandierte Marc sofort los.
„Nein warten sie. Schauen sie mal, was ich entdeckt habe.“
Erst jetzt bemerkte Marc, das Sabine Gretchen´s rosa Handtasche bei sich trug und ihm die auf seinen Schreibtisch ablegte.
„Sabine was soll das? Was haben sie mit Gretchens Handtasche zu suchen?“
„Schauen sie doch mal rein.“ Mit über Beide Ohren grinsend schaute Sabine abwechselnd zu Elke und Marc. Der Oberarzt zögerte. „ Ich denke nicht, das ihr es gefallen würde, wenn sie wüsste, das sie in ihrer Handtasche rumschnüffeln.“
„Ich schnüffel nicht Herr Doktor.“ Sabine schob Marc die näher zu Marc „ Gretchen hatte lediglich vergessen, ihre Tasche wegzuschließen und als ihr Handy Sturm klingelte, wollte ich dran gehen und es anschließend ausschalten. Sie wissen doch, das Handys im Krankenhaus verboten sind. Jetzt gucken sie doch mal rein.“
Widerwillig zog Marc das rosane Etwas zu sich ran. Etwas sträubte sich in ihm, das er da nicht reingucken wollte. Aber anderer Seits, vielleicht lag darin auch des Rätsels Lösung. Elke bemerkte das zögern ihres Sohnes. Und da sie selber wissen wollte, warum ihr anscheinend größter Fan, so nen Geheimnis um den Inhalt dieser Tasche machte, pfiff sie nur im rauen Ton dazwischen: “Jetzt guck endlich in dieses blöde Ding rein, sonst mache ich es.“
„Das lässt du mal schön bleiben Mutter.“ und Marc zog die Tasche ganz zu sich ran. Immer noch zögern öffnete er den Reisverschluss der Tasche, so das sich die perfekte Unordnung von Gretchens Tascheninhalt ihm darbot.
In dieser Tasche herrscht genauso viel Chaos, wie in der Frau selber, dachte er sich und fing an darin herumzuwühlen. Haarbänder, Portemonnaie, Tampons, ein kleiner Kalender und und und…..! Kein Wunder, das die Frauen immer über Rückenprobleme klagten. Bei dem Gedöns, was sie auch mit sich herumschleppten!
Nach dem Marc nichts auffälliges in der Tasche gefunden hatte, schob er sie wieder zu Sabine.
„Und? Was soll da jetzt soo furchtbar spannendes drin sein?“
„Sie haben doch gar nicht richtig geguckt Dr. Meier. Schauen sie mal da in die Seitentasche rein.“
Genervt zog Marc die Tasche wieder zu sich ran.
„Warum sagen sie das denn nicht gleich Sabine.“
Viel Platz bot die Seitentasche nicht, deshalb brauchte er auch gar nicht lange darin herumwühlen und zog das kleine himmelblaue Heftchen raus und legte es vor sich auf den Tisch.
Freudig klatschte Sabine in die Hände.
„Was ist das Sabine?“ fragte Marc unwissend.
Elke beugte sich nach vorne und zog das Heft zu sich ran. Innerlich dankte sie jemanden da oben, das tatsächlich Gretchen die Mutter ihres zukünftigen Enkels sein wird.
„Das ist ein Mutterpass, mein Sohn. Ich dachte du hast Medizin studiert und kannst lesen?!“
„Mutterpass?“ echote Marc ungläubig, während Sabine aufgeregt von einem Bein auf das andere hüpfte. Er stand auf und nahm Elke den Pass wieder aus der Hand. Und tatsächlich. Mutterpass stand in großen Buchstaben auf dem Deckblatt und weiter darunter stand in fein säuberlicher Handschrift Margarethe Haase. Das hatte er zuerst gar nicht bemerkt.
Marc merkte wie in ihm ein nicht zu deutendes Gefühl hochstieg und ihn zu übermannen drohte. Mit mittlerweile zittrigen Händen und unter Beobachtung zweier weiblichen Augenpaare öffnete er das Heftchen.Ein paar Seiten weiter, hatte er es schwarz auf weiß. Gretchen war in der 4 Woche schwanger. In Marcs Kopf begann sich alles zu drehen. In seinem Geist kamen ihm Bilder in den Sinn, wie er mit einem Kinderwagen über den Golfplatz juckelte. Kleine Schweißtropfen bahnten sich den Weg über seine Stirn. Aber wie konnte das passieren? Gretchen nahm doch die Pille!
Marc wischte sich mit dem Handrücken über seine nasse Stirn. Selbst Sabine hatte das Grinsen eingestellt und schaute nun sorgevoll von ihrer Lieblingsautorin zu ihrem Chef. Der wird doch jetzt wohl nicht auch schlapp machen?! Schnell ging die Krankenschwester zum Waschbecken und holte für Marc einen Becher mit Wasser, den er dankend annahm und in einem Zug leerte.
Elke stand auf und ging um den Schreibtisch herum zu ihrem Sohn.
„Ist alles okay mit dir mein Junge? Du wusstest gar nichts davon, oder?“ Ganz Elke untypisch legte sie ihren Arm auf die Schultern ihres Sohnes. Genau in diesem Moment machte sie sich wirklich Sorgen um ihn, wie er da schweißgebadet und käseweiß in seinem Stuhl saß. Dieses Ereignis in seinem Leben konnte er nicht einfach mit lockeren Sprüchen überspielen.
Plötzlich stand Marc auf und schaute seine Mutter auf gleicher Höhe in die Augen.
„Das war es, worüber ihr im Fahrstuhl miteinander gesprochen habt, oder?“
„Ja, nein…nicht direkt“ haspelte Elke herum
„Wieso rennt sie als erstes zu dir? Ihr könnt euch doch gar nicht ausstehen?!“
Aber Marc wartete erst gar nicht eine Antwort ab sondern ging zur Tür. Er wollte jetzt nur noch eins: Zu Gretchen!
Bevor er aber ganz zur Tür raus war, richtete er noch ein paar Worte an Elke.
„Achja! Herzlichen Glückwünsch Oma Elke!“
Elke fasste sich an ihr Herz und krächzte:
„Oma Elke! Ausgesprochen hört sich das ja noch viel schlimmer an und macht mich gleich 20 Jahre älter!“ Theatralisch setzte sich Frau Fisher in Marcs Sessel. Schnell holte Sabine ihr auch ein Glas Wasser und freute sich nen Keks, das ausgerechnet sie der Erfolgsautorin in der °schwierigen Situation° zu Seite stehen konnte.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

14.05.2010 13:03
#181 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hi Ihr! Heute mal einen nicht ganz so langen Teil. Hab den Rest den ich vorgeschrieben habe vergessen abzuspeichernDeswegen nur ein bisel, muß erst wieder alles neu schreiben. Wünsche euch noch ein schönes sonniges Wochenende!

Liebe Grüße
Frieda


Marc war just um die Ecke gebogen und konnte schon die Zahlen von Gretchens Zimmer sehen, als er unwirsch zur Seite gezogen wurde.
„Sagen sie mal Meier, haben sie noch alle auf den Zaun? Ich habe sie gewarnt!“
„He-Herr Professor!“ erschrocken schaute Marc in das wutentbrannte Gesicht seines Vorgesetzten, der im am Schlafittchen hielt.
„Mein Kälbchen hat mir gerade alles erzählt. Ich dachte, sie wären erwachsen geworden, aber anstatt sich zu freuen, wollen sie gar keine Zukunft mit meiner Tochter. Ich hätte mir denken müssen, das ihr Gefasel von neulich nur leeres Geschwätz war. Das wird Konsequenzen für sie haben Meier, das schwöre ich ihnen!“ Mit einem Ruck ließ Franz Marc wieder los.
„Herr Professor, sie missverstehen da etwas. Ich habe doch gerade erst von der Schw…..“
„Ich glaube ich verstehe sehr gut. Ich musste meinem Kälbchen gerade eine Beruhigungsspritze geben. Und wissen sie warum? Sie haben ihr das Herz gebrochen. Mal wieder. Sie hat so bitterlich geweint.“ Plötzlich veränderte sich der Blick des Professors und sah Marc mit leeren Blick an.
„Wissen sie wie es sich anfühlt, wenn man als Vater daneben steht und sieht, wie es seine eigene Tochter einfach nicht schafft glücklich zu werden? Irgendwie sei es ihr nicht gegönnt.“
„ Nein ich weiß nicht wie es sich anfühlt. Aber ich möchte genauso wenig wie sie, das ihre Tochter unglücklich ist. Sie muss da etwas missverstanden haben.“
„Aha! Jetzt ist also mein Kälbchen wieder daran schuld, oder was?“
Marc hob abwehrend seine Hände, bevor der Professor ihn wieder am Kragen packen konnte.
„Nein! Ich habe ihr nur gesagt, das ich wir uns Zeit lassen sollen. Da wusste ich aber noch nicht das sie schwanger ist. Ich schwöre es ihnen Herr Professor!“
Mit skeptischen Blick schaute er seinen talentierten Oberarzt an und dachte für einen kurzen Moment nach. Anschließend legte er seine Hand auf Marc Schulter, worauf der junge Arzt im ersten Moment zusammenzuckte, weil er wirklich damit gerechnet hatte, das der Chefarzt ihn jetzt eine scheuern wollte, aber stattdessen sprach er jetzt in einem deutlich ruhigeren Ton zu Marc:
„Gehen sie zu ihr! Sie braucht sie jetzt mehr denn je. Für sie ist vorhin eine Welt zusammengebrochen.“
Marc nickte. „Danke Herr Professor!“
„Und versauen sie es nicht wieder Meier!“
„Ganz bestimmt nicht.“ Marc ging. Aber anstatt sofort den Kurs auf Gretchens Zimmer zu nehmen, machte er erstmal einen kurzen Abstecher auf den Balkon. Er musste sich jetzt erstmal eine rauchen und seine Gedanken ordnen.

Währendessen ging Sabine runter zur Pforte und hoffte, das sie dort ihren Pedro antreffen würde. Sie erblickte ihn sofort und sah ihn wie immer hinter seiner Glasfront sitzen. Als er sie kommen war, öffnete er sofort die Tür, das damit seine Freundin zu ihm reinkommen konnte.
„Hey- was macht dich so traurig meine Schöne!“ Pedro sah es sofort an ihrem Gesichtsaudruck, das Sabine etwas auf dem Herzen lag und sie traurig stimmte. Bereitwillig ließ sie sich von dem Spanier in den Arm nehmen und drücken. Sabine drückte sich an die Brust des Mannes, in den sie sich verliebt hatte.
„Ach Pedro! Warum machen sich es manche Leute auch nur so schwer. Dabei könnten sie doch einfach nur glücklich sein.“
„Ich weiß zwar nicht wovon du redest, aber es geht bestimmt mal wieder um unser Liebespaar auf der Chirurgie, stimmt´s“
„Mhm!“
„Warum nimmst du es dir denn immer so zu Herzen?“
„Ach ich weiß auch nicht. Ich mag Gretchen wirklich sehr und wenn ich so sehe, wie es zwischen ihr und dem Dr. Meier immer auf und ab geht, nimmt mich das immer irgendwie mit. Dabei stand doch heute in ihrem Horoskop, das sie einer der glücklichsten Momente in ihrem Leben haben wird.“
Pedro gab Sabine einen Kuß auf die Stirn. Er hatte sich auch mit Haut und Haaren in diese blonde, doch irgendwie verrückte Wesen verliebt. Sie ist ein Herzensguter Mensch und liebte er an ihr.
„Weißt du Gretchen ist schwanger!“ Sabine hob ihren Kopf an, um die Reaktion ihres Freundes zu sehen.
Pedro lächelte „Aber das ist doch ein Grund zur Freude oder nicht?“
„Ja schon, aber du kennst doch die Beiden. Auf ein Hoch folgt immer ein Tief bei den Zweien und ich weiß ja nicht, was der Dr. Meier jetzt schon wieder gesagt hat, aber Gretchen ist tieftraurig und hatte sogar einen Kreislaufzusammenbruch.“
„Ach meine Schöne, das renkt sich bestimmt wieder ein. Und weiß du was? Bei dir brauchst du dir keine Sorgen machen, ich wünsche mir einen ganze Fußballmannschaft an Kindern!“
Eine leichtes rot überzog Sabines Wangen und ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer. Auch wenn sie noch nicht so lange zusammen waren, aber mit Pedro hatte sie einen Glücksgriff gemacht, da war sie sich ganz sicher. Mit klopfendem Herzen zog sie den Mann zu sich runter und küsste ihn zärtlich.

Während Marc immer noch aufgewühlt an seiner Zigarette zog, kam ihm ein Einfall. Er wollte nicht, das Gretchen glaubte, das er keine Kinder wollte, bzw. er nicht zu dem Kind stehen würde. Marc drückte die Zigarette aus und ging Richtung Gretchens Zimmer. Er steckte leise den Kopf zur Tür rein, aber er sah, was er sich schon gedacht hatte. Madame schlief nach der Beruhigungsspritze tief und fest. Gut! Dann hatte er noch etwas Zeit. Schnellen Schrittes ging er zum Aufzug und fuhr runter zum Kiosk.

Ein paar Stunden später wurde Gretchen wieder wach. Das erste was sie fühlte waren der Presslufthammer, der sich in ihrem Kopf austobte.
Das kam bestimmt von der ganzen Heulerei, dachte sie sich und vergrub sich noch weiter unter die Decke. Mittlerweile war es schon am frühen Abend und es war fast dunkel draußen.
Sie erinnerte sich daran, wie sie weinend die Cafeteria verlassen hatte. Sie hatte das Gefühl als wäre ihr Herz zersprungen. Marc wollte es langsam angehen lassen. Pah! Da war wohl kein Platz mehr für spontane Änderungen.
Und wurde ihr plötzlich ganz schwarz vor den Augen und sie fiel zu Boden. Es war einfach zu viel passiert an diesem Tag.
Hätte sie ihm vielleicht geradeaus sagen sollen, das sie schwanger ist? Aber hätte das etwas an seiner Meinung geändert und er wäre ihr freudestrahlend um den Hals gefallen? Nein! Marc hatte sich zwar in der letzten Zeit geändert, aber so sehr nun auch wieder nicht. Dafür kannte sie ihn einfach zu gut.
Aber während Gretchen so nachdachte, beschlich sie auch ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Wenn sie es sich jetzt mal wirklich eingestehen würde, dann hatte sie, als der Dr. Bleifuss ihr gesagt hatte, auch keinen Freudetanz vollführt. Sie war zuerst auch total baff darüber, das sie wirklich eine Mama werden sollte. Wieder strich Gretchen sich über den Bauch, worauf ihr Herz einen kleinen Hüpfer machte. Ja vielleicht war es wirklich nicht fair so zu reagieren. Und eigentlich hatte Marc ja auch recht. Nach alle dem, was sie schon durchgemacht hatte, sollten sie es wirklich langsam angehen lassen und außerdem war es für Marc ja auch komplettes Neuland. Oh Man Gretchen. Manchmal bist du wirklich dumm wie Brot. Das musst du aber jetzt erstmal wieder gerade biegen. Der denkt doch, das du total hysterisch bist….und dann….ja und dann, werde ich es ihm sagen. Schnell schmiss Gretchen die Decke zur Seite und tastete nach dem Lichtschalter. Als das grelle Licht in ihren Augen schien, musste sie kurz ihre Augen schließen. Aber als sie sie wieder öffnete, traute sie diesen kaum. Vorsichtig nahm sie sich den Zugang aus der Hand, setzte sich auf das Bett und schaute auf das was vor ihr auf dem Nachttischchen stand.

Marc stand mittlerweile schon wieder im OP. Er konnte sich nicht wirklich konzentrieren und gab immer wieder kleine Aufgaben, zur Freude seines Assistenzarztes, an Hannes ab. Das Grinsen hinter dem Mundschutz der Krankenschwerstern entging ihm aber nicht. Es war doch ein Ding der Unmöglichkeit, das die was davon wussten. Obwohl hier im EKH verbreitet sich ja jede Neuigkeit in Lichtgeschwindigkeit, das er sich eigentlich nicht darüber zu wundern brauchte.
Endlich waren sie fertig mit der OP. Völlig k.o. zog Marc seine OP Kleidung aus und wusch sich anschließend ausgiebig.
Ob Gretchen wohl schon wach war? Wieder machte sich ein warmes Gefühl in ihm breit, als er an sie dachte. Er liebte diese Frau wirklich über alles. Oh man Hasenzahn! Lächelnd zog er sich wieder an. Er wusste, wenn er mit dieser Frau zusammen blieb, würde sein Puls mehrmals am Tag über 160 steigen, da war er sich ziemlich sicher. Denn mit dieser Frau, würde die Zukunft nie langweilig werden. Marc beschloss sich einen Kaffee zu holen und anschließend zu Gretchen zu gehen, um zu schauen, ob sie schon wach war. Vielleicht hatte sie ja auch schon seine kleine Überraschung entdeckt.


Auf dem Nachtischen, vor Gretchen, stand eine wunderschöne Sonnenblume in einer Vase. Vor der Vase war ein Briefumschlag angelehnt, auf dem °Hasenzahn° stand.
Neugierig öffnete Gretchen schnell das Kuvert und entfaltete den Brief.


Hasenzahn,

du weißt, das ich nicht gut in solchen Dingen bin, aber ich habe mich trotzdem dazu entschlossen, dir einen Brief zu schreiben, weil ich weiß, das du das magst und weil ich Sorge hatte, das du gleich wieder heulend wegrennst.
Als ich dich dort vorhin so liegen gesehen habe, ist mir wirklich das Herz in die Hose gerutscht. Okay okay, du hattest °nur° einen Zusammenbruch, das kann man bestimmt nicht damit vergleichen, als du damals den Herzstillstand hattest. Aber du kannst mir wirklich glauben, damals ist mein Herz wirklich auf Grundeis gegangen. Ich dachte ich hätte dich verloren. Verloren, obwohl ich die nie hatte. Und da begriff ich auch endlich, was ich für dich fühle Hasenzahn. Und an den Gefühlen zu dir hat sich bis heute nichts geändert. Außer das dieses Gefühl von Tag zu Tag stärker wird. Du hast mein Leben auf den Kopf gestellt. Jeden Tag erlebe ich eine neue Katastrophe mit dir. Und weißt du was? Ich möchte es nicht mehr missen.
Und was das Gespräch heute morgen in der Cafeteria anbelangt, ich meinte das schon so, wie ich es gesagt habe. Du weißt, das das alles noch neu für mich ist und ich auch nicht auf Hochzeit und so nen Gedöns stehe, aber weißt du was? Das Leben ist nun mal so. Es ändert jeden Tag die Richtung, ob man will oder nicht. Und nur weil ich gesagt habe, das es langsam angehen lassen möchte, heißt es doch noch lange nicht, das ich nicht in die ganze Sache hineinwachsen kann.
Aber wie das Schicksal nun mal so spielt, hat sich heute in unserem Leben die Richtung geändert. In eine Richtung, die für mich und dich neu ist. Ich werde Vater!
Ja genau Hasenzahn, du liest richtig. Ich weiß bescheid über dein kleines süßes Geheimnis. Aber du hast doch nicht allen ernstes geglaubt, das ich dich nicht mehr will, wenn du ein Baby bekommst, oder? Okay, ich gebe zu das ich zunächst nen Herzinfarkt ziemlich nahe war, aber ich brauchte nicht lange dafür, um zu begreifen was wirklich geschehen war. Wir bekommen ein Kind zusammen Hasenzahn und ich glaube einen schöneren Beweis unserer Liebe gibt es nicht. Denk jetzt aber nicht ich bin verweichlicht oder so!
Aber nichts desto trotz, werde ich immer für euch da sein und ich möchte auch das du weißt, das ich dieses Kind möchte, auch wenn es nicht geplant war.
Nur eins musst du mir versprechen Hasenzahn! Erst denken und wenn es dann wirklich einen Grund dazu gibt, kannst du meinetwegen auch heulen, aber renne nicht einfach wieder so weg. Nicht das sich das noch auf das Kind überträgt und genau die Eigenschaften von dir erbt. Ich glaube zwei von deiner Sorte, das würde mein armes Herz nicht mitmachen.
So! Wenn du den Brief hier liest, bin ich wahrscheinlich noch im OP, aber ich werde anschließend zu dir kommen und ich hoffe das du dann wieder aufgewacht bist. Hast ja jetzt auch genug geschlafen. Denn du kannst dich ruhig schon an die kurzen Nächte gewöhnen, die dich in naher Zukunft erwarten werden.

Bis gleich

Marc

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

18.05.2010 13:28
#182 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Ich mich richtig darüber, das euch der Brief so gefallen hat. Hatte ja erst so meine Bedenken, ob ich das so reinstellen kann. Hab es heute geschafft, ein bisschen von dem was ich gelöscht habe, wieder nachzuschreiben.
Zu Sabine: Ja, sie mag Gretchen sehr. Was aber auch daran liegt, das Gretchen fast die Einzige ist, die nett zu Sabine ist und den liebenswerten Kern in ihr sieht. Und deswegen ist es schon normal, das sie sich um °ihre° Frau Doktor Sorgen macht.
Zu Elki: Für einen kurzen Moment ist sie mal tief in sich gegangen und hat gemerkt, das Gretchen wohl doch garnicht so schlecht ist. Und wenn sie es sogar schafft, aus ihrem Sohn einen Menschen zu machen, der auch Gefühle zuläßt, warum sollte sie ihr dann keine 2 Chance geben?! Und die Sache mit Klaus.....sie hat ihn immer geliebt. Auch gehaßt klar. ABER im endeffekt hat sie all die Jahre nur darauf gewartet, das er zu ihr zurück kommt.
So! Genug gelabert. Aber ich wollte auch wenigstens kurz klarmachen, warum die Beiden sich auf einmal so verhalten.
Wünsch euch viel Spaß beim lesen.

Liebe Grüße
Frieda

P.S.: Der Teil ist wieder ein bisel länger geworden. Aber ich stelle lieber so nen langen rein, weil ich nicht weiß wann ich das nächste Mal wieder online bin und was reinstellen kann. Sonst müßt ihr ja wieder ewig und drei Tage auf die Auflösung warten Bin ja schon seit Wochen so schluffig. Ich weiß es ja-leider....SORRY!!!

Gretchen drückte den Brief fest an ihre Brust. Sie war zutiefst gerührt. Endlich hatte sie genau den Brief bekommen, auf den zu nun mehr als 20 Jahre in ihrem jungen Leben gewartet hatte. Auch wenn Marc Meier immer es immer vermied Gefühle zu bekennen, aber dieser Brief hier bewies, das er doch fühlen konnte. Und zwar genau das was sie immer erhofft hatte.
Marc liebt mich wirklich und das obwohl……°Oh mein Gott!!!!° er weiß schon, das ich schwanger bin.

Er hat nicht Reißaus genommen. Aber sie hätte ihm es auch gerne selber gesagt, schließlich war es auch ihre Aufgabe gewesen, auch wenn sie vorher Angst hatte, das Marc sie deswegen nicht mehr haben wollte. Aber so im nachhinein gesehen, warum sollte sie Marc nicht mehr wollen. Er hatte recht, mit dem was er geschrieben hatte. Es ist ein Zeichen ihrer Liebe. Und in ihren Ohren klang das kein bisschen kitschig. Es war eine Tatsache. Sie mußte endlich mal mit ihren Selbstzweifeln aufhören und auch diese ewige Flennerei unterbinden. Schließlich war definitiv jetzt der Zeitpunkt gekommen, an den sie erwachsen werden mußte und zeigen sollte, das sie Verantwortung übernehmen kann. Für sich und das Baby.
Ein Baby! Wieder überkam Gretchen ein warmes Gefühl. Vielleicht schwang jetzt sogar ein bisschen stolz mit bei. Sie spürte wie ihr Herz wieder schneller schlug.

Wieso war Marc eigentlich noch nicht da? Das dauerte ihr definitiv zu lange. Gretchen spürte das unendlich Verlangen, genau jetzt bei Marc zu sein. Schnell steckte sie den Brief wieder in den Umschlag, zog sich an und machte sich auf die suche nach dem jungen gutaussehenden Mann, der ihr schon vor vielen Jahren den Verstand geraubt hatte.


Marc hatte seine liebe Not, auch nur einen Becher Kaffee aus dem veralterten Automaten zu ziehen. Fluchend trat er mehrmals gegen diesen, wofür er sich gleich einen Vogel, von einer vorbeigehenden älteren Dame einhandelte, die ihn bei der Misshandlung des Getränkeautomaten beobachtete und auch gleich zurückschreckte, als Marc sie mit angesäuerte Miene anschaute.
„Wieso kann hier eigentlich…..“ Marc hielt inne, als er sah, wer ihn aus ein paar Meter Entfernung ebenfalls beobachtete. Er versuchte der Person keine weitere Beachtung zu schenken und drehte sich wieder zu dem Automaten. Er bückte sich und schaute in die Öffnung, wo eigentlich das braune Gold rausfliegen sollte, aber nichts tat sich, bis aber plötzlich ein lauter Rums, direkt über ihn zu hören war und der Automaten endlich den Kaffee in den Becher fühlte. Marc brauchte gar nicht aufzublicken, er wusste ganz genau, das die Person jetzt neben ihm stand. Aber als der Becher voll war blieb ihm ja wohl nichts anderes übrig, als sich doch aufzurichten. Schnell nahm Marc den Becher und versuchte zu flüchten. Ignorieren war eigentlich einer seiner Stärken, aber….

„Wie wäre es mal mit einem Danke, oder so?!“
Einfach ignorieren Marc, dachte er sich und ging weiter.
„MARC!“
Er blieb stehen und seufzte. Er hatte jetzt bestimmt keinen Bock, auf genau diese Person. Naja, eigentlich würde er nie wieder Bock auf diese Person haben. Langsam drehte er sich wieder um.
„Was willst du Gabi? Das ich dir jetzt um den Hals falle oder was?“
Mit einem grinsen ging Gabi auf Marc zu.
„Na! Hättest mal lieber ein bisschen aufgepasst, was Marcilein?“
„Wovon redest du?“ fragte Marc genervt.
Gabi machte noch einen Schritt auf Marc zu, so das sie ihm ziemlich nahe kam. Näher als ihm eigentlich lieb war und er machte sofort einen Schritt zurück.
„Ach komm schon. Das ganze Krankenhaus spricht doch über nichts anderes mehr. Oder willst du mir etwa sagen, das das dicke Hääschen nicht schwanger ist?“
„Ich wüßte nicht, was dich das angeht Gabi.“
Die Krankenschwester ignorierte ihn einfach.
„Und? Hast du ihr schon gesagt, das du sie verlassen wirst?“
„Du hast doch nen Vollknall!“ und zeigte ihre nen Vogel. Marc drehte sich wieder um und ging ein paar Schritte.
Aber Gabi ließ nicht locker und folgte ihm sofort.
„Ja was denn? Wenn es ernst wird, machst du doch immer sofort nen Rückzieher. Weil du doch gar nicht fähig dazu bist, auch mal Vera….“ weiter kam sie nicht, weil Marc probt stehen blieb und sie direkt in ihm rein lief.
Marc schloß seine Augen. Er mußte von dieser Person sauer aufstoßen, und genau das bekam Gabi jetzt auch zu sehen, als er sich wieder zu ihr umdrehte und ihr mit drohendem Zeigefinger, vor der Nase rumfuchtelte.
„Du! Bist jetzt mal ganz still! Du weißt ganz genauso wie ich, das das damals mit uns Beiden was ganz anderes war. Und wer sich hier wohl der Verantwortung entziehen wollte, das brauche ich dir ja wohl nicht zu sagen. Ich brauche dich ja wohl nicht mehr daran erinnern, wer diesen Typen damals einfach liegen und verrecken lassen wollte. Nur damit deine Weste rein bleibt.“
„Ja aber du hast ja gesehen, was es gebracht hat. Abgekackt ist er trotzdem.“
„Aber ich brauche mir wenigstens keine Vorwürfe zu machen, das ich nicht alles getan habe um ihm am Leben zu halten. Aber noch mal auf deine Frage zurück zu kommen. Nein! Ich werde Gretchen nicht verlassen. Und weißt du warum nicht? Weil sie mich zu einem bessern Menschen macht und weil ich sie li…“
„Boah Marc! Du solltest dich mal hören? Das bist doch nicht mehr du! Hat sie dir jetzt total das Gehirn vernebelt oder was?“
„Gabi! Überleg dir was du sagst!“ zischte Marc sie an.
„Marc….“ fing Gabi nun mit säuselnder Stimme an zu reden und fasste ihn mit Beiden Händen an seinem Kragen. „….du kannst gar nicht lieben. Das weiß ich und das weißt du! Denk ja nicht, das du dich nachher bei mir ausheulen kannst.“ und drehte sich anschließend um, um auf dem Absatz kehrt zu machen.
Marc formte seine Augen zu Schlitzen.
„Das hättest du wohl gerne was?“ brüllte er ihr hinterher, worauf Gabi ohne sich umzudrehen, ihre Hand auf den Rücken legte und ihm den Stinkefinger zeigte.
Gott! Wie konnte er sich damals nur so herablassen und was mit so einer anfangen. Aber komischerweise, hatten ihn genau solche Frauen früher immer gereizt. Jetzt im nachhinein konnte er sich selber nicht mehr verstehen, was er genau daran so toll fand.
Ha! Er und nicht lieben. Die hat doch nen Vollknall. Und was waren das dann für Gefühle, die alleine schon bei dem Gedanken an seinem Hasenzahn ihm die Luft zum atmen wegnahmen? Die ihn wirklich um den Verstand brachten und ihm keinen klaren Gedanken mehr fassen ließen? Sie war der erste Gedanke, wenn er morgens aufwachte und der letzte wenn er wieder schlafen ging. Also wenn das keine Liebe war, dann wusste er es auch nicht.
Marc zog in wenigen Schlücken den Kaffee leer, der mittlerweile nur noch laufwarm war und machte sich auf den Weg zu Gretchen.

Gretchen war mittlerweile vor dem OP angekommen und fragte die Schwester, die just raus kam, ob der Dr. Meier noch drin war. Natürlich war er das nicht mehr. Ratlos, wo er denn jetzt sein könnte, schaute Gretchen den Flur entlang, wo sie als nächstes hingehen könnte.
Mmmm…und wenn ich ihn jetzt verpasst habe, vielleicht war er doch schon auf den Weg zu mir?! Ach Unsinn, dann hätte ich ihn ja unterwegs treffen müssen. Vielleicht weiß Sabine ja auch wo er steckt.
Schnellen Schrittes ging Gretchen in das Schwesternzimmer, in der Hoffnung, das Sabine an ihrem gewohnten Platz war.
Und sie hatte Glück. Wie eigentlich fast immer, war Sabine hier anzufinden, wenn sie nicht gerade an Gretchens Seite klebte und sprang sofort auf, als sie die junge Ärztin reinkommen sah. Die Krankenschwester breitete ihre Arme aus und lief auf Gretchen zu, um sie fest ihn ihre Umarmung zu schließen.
„Oh Gretchen ich freue mich ja so für dich! Und natürlich auch für den Dr. Meier! Ist denn jetzt wieder alles gut zwischen euch?“
Gretchen erwiderte die Umarmung zunächst, aber als sie merkte, das Sabine gar nicht mehr locker lassen wollte, versuchte sie sich sanft aus der herzigen Umarmung zu schlängeln.
„°Ächz° Sabine, ich krieg ja keine Luft mehr!“
Sabine ließt sofort von ihr ab und trat nen Schritt zurück.
„Tschuldigung. Aber ich freue mich einfach nur so.“
Verdutzt schaute Gretchen die Krankenschwester an, während sie sich den Hals rieb, der gerade noch etwas unsanft umklammert worden war.
„Ähhh….worüber freust du dich genau?“ Gretchen ahnte schon Übles. Aber es war doch nen Ding der Unmöglichkeit, das das jetzt schon die Runde machte. Und woher wussten die das alle Überhaupt. Aber ihre Befürchtungen bewahrheiteten sich ziemlich schnell.
Verlegen schaute Sabine zu Boden. „Na das du jetzt schwanger bist!“
Gretchen stemmte ihre Hände in die Taille.
„Sabine! Sag mal, woher wisst ihr das denn alle. Ich hab es doch keinem gesagt.“
„Ich habe zufällig den Mutterpass in deine Tasche gefunden und da….“
„Und dann was? Hast du es sofort jedem erzählt? Was hast du eigentlich an meiner Tasche zu suchen?“ Gretchen merkte, wie sie langsam sauer wurde, weil die ganz Geschichte irgendwie einen Lauf nahm, den sie sich so gar nicht vorgestellt hatte.
„Nein!“ Sabine hob ihre Hände etwas an „ Es war wirklich nur ein Zufall. Als du zusammengebrochen warst, hat dein Handy in einer Tour geklingelt und da deine Tasche hier noch lag, wollte ich es nur abstellen. Naja, und da fiel mir der Pass in die Hände.“
Gretchen versuchte wieder runterzukommen. Sie konnte Sabine schlecht lange böse sein und wenn es wirklich nur ein Zufall war, dann war sie ja auch quasi irgendwie selber Schuld. Sie hätte ihre Tasche besser wegpacken müssen.
„Aber mußtest du es ihm gleich sagen?“ sagte Gretchen etwas milder „ Ich hätte es ihm gerne selber gesagt!“
Sabine knibbelte an ihren Fingernägeln.
„Ja ich weiß. Aber irgendwie…..“
„…sind wieder die Pferde mit dir durchgegangen!“ vollendete Gretchen den Satz „Ach Sabine.“
„Es tut mir wirklich leid. Das mußt du mir glauben.“
Gretchen ging auf Sabine zu und nahm sie in den Arm.
„Ja laß gut sein. Wir können es ja eh nicht mehr ändern.“
„Bist du mir noch böse?“
„Nein, aber misch dich bitte nicht mehr in solchen ganz persönlichen Sachen ein, versprochen?“
„Versprochen!“
Gretchen fing an zu lächeln und löste sich wieder von Sabine.
„Sag mir lieber was er gesagt hat!“
Die Krankenschwester lächelte zaghaft zurück.
„Er und Frau Fisher waren geschockt. Wobei Frau Fisher sich mehr darüber Sorgen machte, das sie nun bald ne Oma ist.“
„Wie Elke weiß es auch schon?“ entrüstet sah fasste sich Gretchen an die Stirn, worauf Sabine versuchte ein weitere entschuldigendes Lächeln rauszupressen.
„Ja egal „ wiegelte Gretchen mit der Hand ab „ Und wie hat Marc jetzt reagiert?“
„Wenn ich sagen würde, das er sich gefreut hat, dann würde ich lügen.“ sagte Sabine leise.
Aber das hatte er ja schon im Brief erwähnt, dachte sich Gretchen.
Aber jetzt freute er sich doch. Das hat er zumindest geschrieben.
„Ja und dann?“
„Ja und dann wollte er nur noch zu dir! Aber hast du denn jetzt gar nicht mit ihm gesprochen?“
„Nein. Irgendwie haben wir uns verpasst.“
Gretchen erzählte Sabine von dem Brief und der Blume.
„Oh nein wie schön! Das hätte ich dem Dr. Meier gar nicht zugetraut.“
Aber Gretchen war mit ihren Gedanken schon wieder weiter.
„Also wo finde ich ihn denn jetzt? Ich glaube ich gehe noch mal zurück ins Zimmer. Vielleicht wartet er da ja schon auf mich.“
„Ja dann beeile dich. Du weißt ja wie es um seine Geduld, wenn es ums warten geht bestellt ist.“
„Ja das werde ich.“ Schnell rannte Gretchen aus dem Schwesternzimmer raus.


Das gibt’s doch gar nicht. Wo ist sie denn hin?
Verwundert darüber, das sein Hasenzahn nicht in dem Bett lag, wo sie eigentlich angesichts ihres Zustandes liegen sollte, taperte er durch das Krankenzimmer. Er schaute sogar unter das Bett, als wenn es tatsächlich die Möglichkeit gegeben hätte, das sie sich darunter versteckt hielt, ohne das er es mitbekommen hätte.
Der Briefumschlag war verschwunden, also muss sie ihn gelesen haben. Und wenn sie jetzt immer noch sauer war? Wahrscheinlich, sonst hätte sie doch hier auf ihn gewartet, schließlich hatte er das ja auch geschrieben, das er nach der OP zu ihr kommen wollte.
Nervös fuhr er sich durch seine Haare. Marc war sich eigentlich ziemlich sicher gewesen, das er mit dem Brief genau richtig bei ihr lag. Mal abgesehen, das ihm das schreiben doch einfacher fiel, als die Dinge auszusprechen. Und jetzt? Vielleicht weiß Sabine wo sie steckt.


Gretchen nahm den Kurs Richtung Zimmer 410 auf.
Irgendwo mußte er ja stecken. Wo sollte er sich den schon rumtreiben. So groß war die Station doch auch wieder nicht.
„Kälbchen!“ ertönte es von hinten und der Professor hechtete zu seiner Tochter.
Seufzend blieb die junge Ärztin stehen.
„Papaaa, ich hab jetzt keine Zeit.“
„Nur kurz!“
„Nee jetzt echt nicht. Ich suche Marc. Hast du ihn irgendwo gesehen?“ Gretchen setzte schon wieder zum gehen an.
„Er war vorhin auf den Weg zu dir. Aber jetzt warte doch mal.“ Franz hielt seine Tochter an den Arm fest.
„Ich hab jetzt echt keine Zeit Papa!“
Der Chefarzt lächelte sanft die junge Frau an.
„Kälbchen! Geht man so mit einem zukünftigen Opa um?“
Na toll! Er wusste es auch schon? Wer noch? Bitte vortreten! Mein Gott, ich habe doch nur ein paar Stunden geschlafen, ich lag doch nicht zwei Wochen im Koma!
Aber dennoch war Gretchen gerührt über den Anblick ihres Vaters, der jetzt vor ihr stand und die Arme ausbreitete.
Lächelnd ließ sie sich in den Arm nehmen und schmiegte sich an die Brust ihres Vaters.
„Ich freu mich für dich Kälbchen! Freust du dich auch?“
„Ja.“
Franz schloss seine Arme noch ein wenig fester um seine Tochter.
„Papa, du weißt wer der Vater von dem Kind ist, oder?“
Franz löste die Umarmung auf und fasste Gretchen an die Schultern, so das er ihr in die Augen sehen konnte.
„Ja der Meier!“
„Und?“
„Was und? Ach Margarethe, seit du dich in den Meier verknallt hattest und er quasi deine rechte Gehirnhälfte übernommen hat, wusste ich das er und kein anderer Mann es schaffen würde, dein Herz vollkommen zu erobern. Und wenn das Kind von ihm ist und er auch dazu steht, ist das auch gut so. Auch wenn ich es bis heut noch nicht verstehen kann, was du an ihm findest. Aber wenn mein Kälbchen glücklich ist, bin ich es auch.“
„Ja ich liebe ihn wirklich. Und jetzt möchte ich zu ihm, wenn es okay ist.“ sagte Gretchen leise.
Franz nickte seiner Tochter zu und schaute ihr lächelnd hinterher, als sie sich weiter auf die Suche nach seinem besten Oberarzt machte.
Marc wollte gerade das Zimmer verlassen, als er merkte, das die Türklinke nach unten ging, aber leider zu spät. Mit Schwung knallte die Tür gegen seiner Nase, worauf er sich jaulend die selbige mit beiden Händen hielt und unter Tränen zurücktaumelte.
„Marc? Bist du hier?“ Gretchen brauchte 2-3 Sekunden bis sie registrierte, das der Rums, den sie gerade mit der Tür verursacht hatte, eventuell nicht von einem verkanteten Fussel unter Tür kam. Ein inneres Gefühl sagte ihr, das sie am Ende ihrer Suche angelangt war. Langsam schob Gretchen ihren Kopf zur Seite und lugte vorsichtig hinter die Tür.
Benommen lag Marc am Boden. Sein Kittel war mittlerweile über mit Blut, das ihm aus der Nase lief.
„MARC!“ Gretchen kniete sich zu ihrem Freund runter, der sie nur aus halbgeöffneten und glasigen Augen ansah.
Gretchen legte eine an Hand an seine Wange und strich mit ihrem Daumen drüber, worauf nur ein lautes Stöhnen von Marc kam.
„Haaaaasenzaaaaahn was maaaachst du bloß mit miiiir?“ sagte dieser mit leiser Stimme, bevor er seine Augen schloss.
„Scheiße, scheiße, scheiße!“ Fluchs stand Gretchen wieder auf und fasste sich an die Stirn.
Super! Warum mußte auch immer ihr so was passieren. Da schlug sie mal eben den Mann ihrer Träume k.o. Einfach so.
Da Gretchen ihn aus der Gefahrenzone bringen wollte, bevor noch jemand die Tür aufschlug, fasste sie Marc unter die Arme und schleifte ihn zu dem Bett.
Hat ja manchmal doch so ein paar Vorteile, wenn man nicht so ein Hungerhaken ist. Ha! Danke Schoki! Danke Pudding!
Am Bett angekommen, musste Gretchen allerdings feststellen, das Schoki und Pudding allein, wohl doch nicht dazu ausreichten, um einen 70kg schweren Schönling aufs hohe Krankenhausbett zu hieven. Schnaufend ließ Gretchen sich auf den Boden sinken und bettete Marcs Kopf in ihren Schoß.

Vorsichtig beugte sich Gretchen etwas nach vorne um seine Nase zu begutachten.
Oh! War die schon immer so dick? Nein Gretchen natürlich nicht. Oh Man! Der dreht mich doch durch den Fleischwolf, wenn seine Nase was abbekommen hat.
Sie zog ein Tempo aus ihrer Hosentasche und teilte es in zwei Hälften. Beide rollte sie jeweils auf und steckte sie Marc kurzerhand in die Nase. Kurzfristig konnte Gretchen ein Grinsen nicht unterdrücken. Es war auch mal wieder zu komisch, in was für eine Situation sie sich wieder gebracht hatte, mal abgesehen wie doof Marc mit den Dingern in der Nase aussah.
Verlegen schaute sie auf die Taschentücherzipfel die aus Marc Nase herausstanden und strich ihm sanft die Haarsträhnen aus den Augen.
Ach Marc, dabei wollte ich mich doch nur für den schönen Brief bedanken und dich endlich in den Arm nehmen. Aber nein!

Gedankenverloren streichelte sie ihm am Oberarm, bis endlich auch ein Marc Meier, wieder aus dem Land der Träume zurück gefunden hatte.
„Oh scheiße tat das weh!“ murmelte Marc feststellend und langte zu seiner Nase.
„Marc! E-e-es tut mir leid. Das war wirklich keine Absicht!“ versuchte sich Gretchen sofort zu entschuldigen.
„Mhhhmm!“
Gretchen half Marc, sich aufzurichten. Auch wenn es sich in seinen Kopf immer noch drehte, setzte er sich andersrum hin und saß nun im Schneidersitz vor Gretchen. Vorsichtig tastete er seine Nase ab, worauf Gretchen beschämend zu Boden blickte.
„Ist wohl nichts gebrochen, aber das tat echt weh.“ Als Marc sich anschließend die Taschentücher aus der Nase zupfte, fiel sein Blick auf Gretchen, die immer noch bedröppelt vor ihm saß.
Er legte seinen Zeigefinger unter ihr Kinn und hob ihren Kopf an, damit er ihr in die Augen schauen konnte.
„Hey.“ sagte er leise.
„Hey.“ kam es genau so leise zurück.
„Es ist alles gut. So langsam gewöhne ich mich ja daran, das du mich lieber folterst, als mir Streicheleinheiten zu gönnen.“ und strich ihr dabei eine Strähne hinter das Ohr.
Zaghaft lächelte Gretchen ihn an, worauf Marc das lächeln erwiderte. Plötzlich war die Stimmung wie umgeschlagen.
Sie saßen sich beide gegenüber im Schneidersitz, während Marc´s Hand immer noch auf ihrer Wange ruhte und sie sich in die Augen sahen.
Nach dem ganzen hin und her von heute, hatten sie sich endlich gefunden. Und nun saßen sie hier und keiner von den Beiden wusste, was er genau sagen sollte. Sie spürten wie langsam dieses kribbeln wieder in ihnen hochstieg. Marc, der dieses Gefühl genoss, merkte wie sein Herz schneller schlug und schluckte. Es war jedes Mal für ihn eine Faszination, was diese Frau in ihm auslöste. Aber jetzt war da noch mehr. Ihre Situation hatte sich geändert. Aus dem Spiel wurde ernst.
Marc kniete sich vor Gretchen und strich wieder ihre Wange, worauf sie ihre Augen schloss. Dann beugte er sich zu ihrem Bauch runter und gab ihr einen Kuss auf den Bauch. Anschließend richtete er sich wieder zu Gretchen auf und legte seine Hände an ihre Wange, während Gretchen immer noch ihre Augen geschlossen hielt. Aber mit einem kleinen Unterschied. Eine klitzekleine Träne lief ihr aus dem Augenwinkel und kullerte ihre Wange runter. Das Gefühl, als er gerade ihren Bauch geküsst hatte, überkam sie wie eine Welle und diese Geste alleine, sagten auch mehr als 1000 Worte.
Auch wenn Marc ihr gepredigt hatte, das sie nicht mehr weinen sollte, aber diese Träne ließ er ihr. Es war ja auch schließlich eine Freudenträne und zu wichtig war auch dieser Moment, als das er ihn jetzt mit irgendwelchen Sprüchen kaputt machen wollte.
Marc schaute äußerlich ruhig in das Gesicht der Frau, die er liebte. Aber innerlich brodelte ein Vulkan der Gefühle in ihm. In diesen Moment schwor er sich, alles, aber auch wirklich alles für Gretchen und das Baby zu tun, was in seiner Macht stand um sie glücklich zu machen. Er würde die Beiden mit seinen Leben beschützen und nichts und niemand würde sich jemals wieder in deren Weg stellen.
Sanft gab er ihr einen Kuß auf die Träne, die auf ihrer Wange zum stoppen gekommen war. Ein salziger Geschmack benetze seine Lippen.
Dann gab er ihr einen Kuß auf die Stirn und auf die Nasenspitze. Gretchen hatte ihre Augen immer noch geschlossen und genoss das Gefühl, Marc so nah zu sein. Sie spürte wie sein warmer Atem über ihr Gesicht hauchte und jedes einzelne Härchen an ihrem Körper richtete sich auf. Sie spürte es. Der Brief, der Blick, die Dinge die er in den letzten Wochen für sie getan hatte, die Bemühungen ihr alles Recht zu machen und die Worte, als er endlich gesagt hatte, was er für sie fühlt. All das zusammen, gaben ihr die Gewissheit, das er sie wirklich liebte. Sie zweifelte keinen Moment mehr daran. Und das kleine Wesen was sie jetzt in sich trug, war das Sahnehäubchen auf das, was sie gerade fühlte.
Sie fühlte Glück. Pures Glück. Auch Marc spürte es und endlich fanden seine Lippen die ihren und umschlossen sie zu einem langen zärtlichen Kuss.

Frieda Offline

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19.05.2010 17:59
#183 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Erstmal ein super dickes Dankeschön für die lieben Kommi´s zum letzten Teil Jaaa hat etwas gedauert, aber jetzt haben die Zwei sich ja endlich wieder und sind wie man unschwer erkennen kann, wie bolle in einander verliebt!Gönnen wir den Beiden es mal ne Weile auf ner rosa Wolke zu sitzen, oder?!
So jetzt geht´s aber erstmal weiter.

Liebe Grüße
Frieda


Etliche Stunden später, nachdem Gretchen auch endlich ihre Schicht im EKH hinter sich gebracht hatte, radelte sie im flotten Tempo zur Villa Haase. Marc hatte derweil noch Papierkram zu erledigen und sie wollten sich später dann bei ihm zu Hause treffen.
Gretchen wollte noch ein paar Sachen holen und in ihrem Zimmer gucken, was sie noch alles für Marc´s Wohnung gebrauchen konnte. Denn schließlich zog sie ja jetzt bei ihm ein.
Mit erhitztem Gesicht, stellte sie das Fahrrad ab und betrat anschließend das Haus.
„Mamaaa? Bist du zu Hause?“ Gretchen hängte ihre Jacke an die Garderobe.
„Ich bin in der Küche Margarethe.“
Ja wo auch sonst. Moment mal. Ihre Mutter kam nicht freudestrahlend auf sie zugerannt, sondern blieb seelenruhig in der Küche? Das konnte doch wohl nur bedeuten, das sie noch nichts wusste. Na, da haben die Buschtrommeln im EKH wohl doch nicht ganze Arbeit geleistet.

„Hey Mama.“ Gretchen lugte über die Schultern von Bärbel um einen kleinen Blick auf das zu erhaschen, was ihre Mutter wohl wieder für Leckereien zauberte. „Mmmm…das riecht aber lecker! Was machst du denn da schönes?“
„Das sind Windbeutel. Du weißt doch, dein Vater mag sie doch so gerne. Er kommt nämlich gleich nach Hause.“ Bärbel blickte kurz auf die Uhr und wischte sich ihre Hände an der Schürze ab. „Oh Gott, so spät schon. Komm Margarethe, sei so lieb und helfe mir mal eben, ja?“
„Gern.“ schnell band Gretchen sich ebenfalls eine Schürze um und ging Bärbel zur Hand. Während die beiden Frauen in der Küche rumhantierten, wuchs in Gretchen die Freude, es endlich auch mal jemanden selbst sagen zu können. Ihre Mutter wird bestimmt außer Häuschen sein, wenn sie erfährt, das sie Oma wird.
Gretchen lehnte sich an den Kühlschrank und schaute zu Bärbel zu, wie sie mit gekonnten Handgriffen den Windbeutel mit Sahne füllte. „Du Mamaaa!?“
„Ja Margarethe?„ Ohne aufzugucken zeigte Bärbel auf den Vorratschrank „Gib mir mal bitte ein Glas Kirschen.“

Gretchen nahm das Glas aus dem Schrank, tropfte die Kirschen ab und reichte sie Bärbel.
„Danke. Äh wolltest du was?“ fragte Bärbel und fing an die Beutel mit Kirschen zu befüllen.
„Ja, ich muß dir was sagen.“ Gretchen stützte sich neben Bärbel mit ihren Händen auf der Arbeitsplatte ab. „Ach Mama, komm jetzt lass doch mal. Es ist wichtig.“
„Nein, nein. Nichts kann jetzt so wichtig sein, wie das ich jetzt die Windbeutel fertig kriegen muss. Dein Vater kann jetzt jeden Moment nach Hause kommen. Und ich will ihn eine Freude machen. Du weißt doch, das wir im Moment….naja…es etwas schwierig haben.“
„Das ist einzige, was schwierig ist, bist du Mama. Hättest du dich nicht mit diesem….“
„Ach Margarethe! Jetzt laß mal gut sein. Ich weiß selber, das das ein Fehler war mich mit Eric einzulassen. Aber jetzt weiß ich ja, was ich an deinem Vater habe und es wird mir nicht noch einmal passieren.“
Gretchen hob ihre Hände „Sorry Mama, aber du bist damit angefangen.“
Mittlerweile war Bärbel auch fertig und fing an aufzuräumen.
„Und? Was wolltest du mir jetzt sagen?“ Fing Gretchens Mutter wieder das Thema auf.
„So! Das kann jetzt definitiv warten.“ Gretchen ging zu Bärbel und nahm ihre Hand, damit sie sie zum Sofa im Wohnzimmer führen konnte.
„Margaretheee!“ fragte Bärbel verwundert. „Was gibt’s denn?“
„Komm, jetzt setzt dich erstmal.“
Als die Beiden Frauen saßen und sie endlich mal die Aufmerksamkeit ihrer Mutter hatte, wusste Gretchen nicht wirklich wie sie anfangen sollte.
„Ist was passiert Kind?“ Bärbel legte ihre Hand auf die Brust. Allmählich wurde sie doch neugierig, was ihre Tochter ihr wohl zu sagen hatte. Hoffentlich war es nichts schlimmes. „Bist du krank?“
„Nein Mama. Es ist alles in Ordnung.“ Gretchen nahm die Hände von ihrer Mutter.“Du weißt ja, das ich jetzt schon seit ein paar Wochen mit Marc zusammen bin….“
„Ja, das ist mir nicht entgangen.“ entgegnete Bärbel plötzlich misstrauisch. „Ich hoffe er behandelt dich auch gut Margarethe.“
Gretchen lächelte. „Mach dir da mal keine Sorgen. Er trägt mich auf Händen. Aber es ist gibt trotzdem eine Neuigkeit.“ Jetzt konnte Gretchen sich das grinsen gar nicht mehr verkneifen und fing an zu strahlen.
Bärbel dachte ein paar Sekunden nach. „Jetzt sag nicht, er hat dir einen Antrag gemacht?“ fragte sie ungläubig.
„Nein Mama.“ Gretchen holte noch einmal tief Luft „ Du bekommst das was du dir schon so lange gewünscht hast.“
Bärbel braucht wieder ein paar Sekunden um zu begreifen, aber plötzlich zog sie ihre Hände zurück und fing an zu weinen.
„Mama? Was ist denn? Freust du dich denn gar nicht?“ entsetzt rückte Gretchen näher an Bärbel ran und legte ihren Arm um sie. Das hätte sie jetzt nicht erwartet. Okay das Kind war von Marc. Dem Marc, der nicht gerade ihr Traumschwiegersohn war, aber Bärbel würde in ein paar Monaten Oma sein. Das wollte sie doch immer.
„Doch, doch Margarethe! Ich freu mich nur so. Ich hab ja schon gar nicht mehr damit gerechnet.“ schniefte Bärbel.
„Hey! Ich bin doch erst 30. Ich hab doch noch alle Zeit der Welt Kinder zu kriegen!“
„Aber du kriegst es doch nicht auf die Reihe einen vernünftigen Mann an dich zu binden.“
„Marc ist vernünftig. Und er liebt mich.“
„Achja? Hat er dir das gesagt? Der ist doch gar nicht dazu fähig!“
„ Doch! Stell dir das mal vor. Selbst ein Marc Meier kann sich ändern.“ erwiderte Gretchen sarkastisch „Und weißt du was? Ich bin wirklich glücklich mit ihm.“
Für einen kurzen Moment schaute Bärbel ihre Tochter mit wässerigen Augen an, bis sie dann endlich ihre Arme ausbreitete und Gretchen in den Arm nahm.
„Okay. Wenn es der Meier sein soll. Dann bitte. Es wird wohl nie jemand schaffen, ihn dir auszureden. Aber die Hauptsache ist, du bist glücklich.“ endlich lächelte Bärbel „Ach ich freu mich wirklich so für euch. Endlich kommt hier bald mal wieder Leben in die Bude!“
„Ja! Ich freue mich auch so.“

„Na ihr Zwei! So wie es aussieht, ist die gute Nachricht auch schon bei dir angekommen Butterböhnchen!“ grinsend stand Franz vor seinen Beiden Frauen, die ihn jetzt lächelnd ansahen.
„Na du Opa!“ Bärbel stand auf und stellte sich vor ihren Mann, während sie sich die letzten Tränen aus dem Augenwinkel wegblinzelte. „Unsere Tochter ist endlich erwachsen geworden.“
„Ach Butterböhnchen….“liebevoll sah er zu seiner Frau runter und nahm sie in den Arm „….sie ist schon lange erwachsen. Du hast es nur nicht wahr haben wollen. Unsere Tochter kommt schon sehr lange ganz gut ohne uns klar.“

Gretchen die immer noch auf dem Sofa saß, schaute zu ihren Mutter rauf, die sich an die Brust ihres Vater schmiegte und zufrieden lächelte.
Jetzt konnte alles nur noch bergauf gehen. Endlich war auch mal die Sonne auf ihrer Seite. Sie hatte Glück gefunden, sozusagen den °Segen° ihrer Eltern für ihre Beziehung zu Marc, sie war schwanger…..da fehlte eigentlich gar nichts was sie hätte noch glücklicher machen können. Plötzlich kam ihr Marcs Vater in den Sinn. Schade eigentlich, das Marc so nen Sturkopf war und sich nicht wieder mit seinem Vater vertragen wollte. Aber vielleicht……wäre es ja doch noch einen Versuch wert, dachte sich Gretchen und stand auf um in ihr Zimmer zu gehen.



2 Wochen später……im Meierischen Schlafzimmer…..

„Ach man Hasenzahn! Ich habe jetzt keinen Bock mehr irgendwo hinzugehen!“ maulte Marc, der krampfhaft versuchte Gretchens Hand abzuschütteln. Aber ohne Erfolg. Er hatte das Gefühl, als hätte sie einen Eisenkralle um sein Hand gelegt. Woher hatte sie nur plötzlich all die Kraft her, dachte er sich und zog weiter an seinem Arm.
„Jetzt stell dich mal nicht so an Marc. Wir sind schon lange nicht mehr rausgegangen. Und außerdem wird es dir bestimmt mal ganz gut tun, mal etwas anderes zu sehen, als den OP Tisch.“
„Ich stehe aber gerne im OP.“ brachte Marc zwischen zusammengepressten Lippen hervor. Mein Gott! Hat die Frau nen ganzen Monatsvorrat Spinat gegessen?
Plötzlich ließ Gretchen los und Marc taumelte ein paar Schritte zurück und fiel rücklings auf´s Bett. „Jetzt reichts mir!“ Gretchen fing an im Kleiderschrank zu wühlen und als sie gefunden hatte was sie suchte, schmiss sie die Klamotten auf Marc, der sich seine schmerzende Hand rieb. Was war bloß in sie gefahren? So entschlossen sah man Gretchen Haase selten.
„Was soll ich damit?“ Marc richtete sich wieder auf und hielt die Sachen hoch.
„Anziehen.“
„Und wenn ich mich weigere?“
„Das wirst du dich nicht wagen Marc Meier!“ grinste Gretchen nun und ging auf Marc zu.
„Und wenn doch?“
„Na warte!“
Mit kurzem Anlauf lief Gretchen auf das Bett zu und wollte sich auf Marc schmeißen. Der aber reagierte früh genug, das er noch aufstehen konnte und zur Seite sprang.
„Ha! Nä nä nä nä nä nä!“ Marc steckte sich die Daumen in die Ohren, machte mit den Händen große Ohren und streckte Gretchen die Zunge raus, während er dazu noch mit dem Popo wackelte.“Na?! Haben wir wohl ein bisschen zuviel den Sportunterricht geschwänzt, was?“
Schnell rappelte sich Gretchen wieder auf und rannte Marc hinterher, der sich mittlerweile aus der Gefahrenzone gebracht hatte.
„Das schreit nach Liebesentzug. Hörst du? Mindestens für die nächsten 4 Wochen!“ schrie Gretchen durch die Wohnung während sie nach Marc Ausschau hielt.
Wo steckt der denn bloß? So groß war die Wohnung ja nun auch wieder nicht.
„Marc? Maaahaarc? Wo bist du?“ fragte sie nun mit melodischer Stimme in das Wohnzimmer rein.
Mmm…komisch! Es war mucksmäuschenstill in der Wohnung. Mit leisen Schritten ging Gretchen auf die Küche zu und war sich eigentlich schon fast sicher, das Marc sich dort hinter der Tür versteckte, als sie plötzlich von hinten, von zwei Händen um ihre Taille schlangen und sie fest hielt.
„Ha ha ha! Habe ich die Fräuleinchen!“
„Marc, lass mich los!“ quicke Gretchen vor Schreck und versuchte sich aus Marc Armen zu winden, aber das erwies sich als ziemlich schwierig, da es dieses mal er war, der sie ziemlich gut im Griff hatte.
„Nee nee nee. So! Wie war das noch mal mit dem Liebesentzug.“ Gretchen spürte wie sich Marcs linke Hand sich einen Weg unter ihrem T-Shirt bahnte und sie anfing zu kitzeln, während er sie mit der anderen immer noch fest im Griff hatte.
„Stopp! Stooooop! Aufhören!“ lachte Gretchen laut. Mittlerweile hatte Marc auch schon seine zweite Hand unter ihrem Shirt und kitzelte sie unermüdlich.
„Tut mir leid Hasenzahn. In einer Beziehung ist es ein Geben und ein Nehmen. Du nimmst mir meine Streicheleinheiten und ich quäle dich dafür. Logisch oder?“ Marc fiel in das Lachen seiner Freundin ein. Er konnte einfach nicht anders. Wenn Gretchen lachte, war es ansteckend und er konnte gar nicht genug davon hören. Deswegen dachte er auch gar nicht erst daran damit aufzuhören, sie durchzukitzeln.
Doch auf einmal verstummte ihr Lachen und Gretchen hielt sich nur noch die Hand vor dem Mund. Mit der anderen schlug sie Marc´s Hand zur Seite. Der Oberarzt wusste was das bedeutete und ließ sofort von ihr ab.
Seit Tagen ging es schon so, das Gretchen sich ein paar mal am Tag übergeben musste. Wie auch jetzt. Schnell lief sie ins Bad. Während Marc wieder mal in die Küche ging um ihr einen Apfeltee zu kochen. Mehr oder weniger durch Zufall, hatten die Beiden herausgefunden, das es ihr nach diesem Tee wieder etwas besser ging, wenn sie sich übergeben musste.
Ein paar Minuten später nahm Gretchen dankbar die dampfende Tasse entgegen.
Marc gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Geht’s wieder?“
Gretchen setzte sich auf den Stuhl und umfasste mit beiden Händen die Tasse, aus der sie in kleinen Schlücken trank. „Ja danke! Alles okay. So langsam gewöhnt man sich irgendwie daran.“ und brachte ein kleines lächeln hervor.
„Vielleicht solltest du doch noch mal deinen Arzt da fragen, ob das okay ist. Ich mein, schließlich geht das ja schon fast ne Woche so.“
„Ach Marc. Du weißt das das normal ist. Außerdem habe ich Mehdi schon gefragt und der sagt, das sich das bald wieder legt.“
Marc hielt in seiner Bewegung inne. „Mehdi? Wieso hast du ausgerechnet ihn gefragt?!“
Gretchen stellte ihre Tasse beiseite und schaute etwas genervt an, als wenn sie ihm das schon hunderte male erklärt hat.
„Mehdi ist ein Gynäkologe. Vergessen?“
„Und dein Exfreund!“
„Und?“
„Ja nichts und. Ich finde das sagt schon alles.“
„Marc. Du weißt aber auch, das er ein sehr guter Arzt ist. Ausserdem bin ich sowieso schon am überlegen, ob ich nicht, wenn der Dr. Bleifuss jetzt bald in Rente geht nicht zu Mehdi wechsle.“ Gretchen versuchte einen Blick aufzusetzen, als hätte sie über irgendetwas belangloses wie dem Wetterbericht gesprochen, weil sie wusste, das Marc darauf bestimmt allergisch reagierte.
Aber nicht dergleichen geschah. Ruhig zog Marc die letzten Reste seines Tee´s leer.
Irritiert schaute Gretchen ihm dabei zu. „Äh Marc?! Hast du eigentlich verstanden, was ich gerade gesagt habe?“
Marc reagierte aber erst gar nicht auf Gretchens Frage. Stattdessen schaute er sie nur ruhig an, stellte nebenbei seine Tasse ab und fragte sie nur:
„So ich wäre dann soweit. Können wir?“
Gretchen schüttelte ihren Kopf um die ihre Gedanken wieder zu ordnen. „Wohin genau?“
„Ja das wirst du mir ja sicherlich verraten. Das war ja schließlich deine Idee!“
„Achja….ja.“ fiel es Gretchen wieder ein.
„Ja ich geh mich dann mal umziehen.“
Sie blickte ihm hinterher, wie er ins Schlafzimmer verschwand.
Was war denn plötzlich mit ihm los? So ruhig kannte sie ihn gar nicht. Normalerweise wäre er doch explodiert! ? Seltsam….!
Selbst als sie im Auto waren und Gretchen hinter dem Lenkrad saß, war Marc immer noch wie ausgewechselt. Auch nachdem sie am Ziel angekommen waren und Gretchen unzählige Versuche brauchte um den Volvo rückwärts in die Parklücke einzuparken, kam kein böses Wort aus Marc´s Mund. Als Gretchen endlich das Auto eingeparkt hatte, stellte sie den Volvo ab und drehte sich zu Marc, der sich schon am abschnallen war.
„Marc?“
„Mhhhh?“
„Und du hast wirklich kein Problem damit, das Mehdi mein neuer Gynäkologe wird?“
Blöde Frage! Natürlich hatte er das, aber Marc versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
„Nein, hab ich nicht. Achja und er darf aber nur gucken! Nicht anfassen - hörst du?!“ erklärte Marc ruhig während er ausstieg.
„Äääähhh….“ Gretchen wollte ihm gerade erklären, das eine Untersuchung wohl kaum ohne Berührungen von statten ging, als Marc seinen Kopf wieder ins Auto steckte. „Schreib dir das vorsichtshalber hinter die Ohren. So! Kommst du jetzt?“ Marc knallte die Tür zu und ging ums Auto rum. Er sah, das seine Freundin wie doof nur nach vorne schaute, als müsse sie gerade etwas in ihrem Kopf verarbeiten und keine Anstalten machte aus dem Wagen auszusteigen. Seufzend öffnete er ihr die Tür. Das sie auch immer ne Extraeinladung brauchte.
Marc hielt ihr die Tür auf, während Gretchen ausstieg und ihn nicht außer Augen lies. „Und bei dir ist wirklich alles okay?“
„Alles bestens.“ Er ließ die Tür ins Schloss fallen und legte seinen Arm um Gretchen“ So und jetzt bin mal gespannt, wohin du mich entführt hast.

Frieda Offline

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23.05.2010 20:46
#184 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hi Ihr! Heute gibt es nur einen kurzen Teil. Habe leider nicht mehr geschafft!

Liebe Grüße
Frieda



Marc wusste bis er letztendlich das hohe Gebäude betrat nicht, wo Gretchen ihn letztendlich hingeschleppt hat. Es war schon dunkel und von Außen leuchtete in dicken neonpinken und gelben Buchstaben °Mount Everest°. Aber das sagte ihm rein gar nichts und so lief er still schweigend hinter seiner Freundin her. Als sie durch die Drehtür kamen, sah er es schon. Riesen hohe Klettertürme bauten sich vor ihm auf und er hatte das Gefühl, das sie ins unendliche ragten. Zumindest kam es ihm im ersten Moment so vor.
Wer klettert denn da schon freiwillig darauf? Und wofür? Nur damit man am Ende wie ein Affe bis ganz unter die Decke geklettert war?
Zielstrebig ging Gretchen zu der Anmeldung und lieh sich eine Kletterausrüstung aus. Verwundertet tippte Marc, der hinter Gretchen stand, ihr auf die Schulter. „Äh Hasenzahn, bist du etwa öfters hier?“ So ganz geheuer war ihm die ganze Sache noch nicht. Sie wollte ihn doch wohl nicht da hoch schicken, oder?
„Nein, öfter nicht. Aber gestern war ich hier und hab den nen Kurs gemacht. Ich bin heute deine Sicherungsperson.“
„WAS? Du willst mich wirklich da raufschicken?“ ungläubig schaute Marc wieder zu den Türmen hoch.“Und wenn ich mir was breche? Meine Hände sind gold wert, das weißt du doch oder?“
Gretchen fing an zu lachen „Oh Man Marc! Hast du etwa Schiss?“ Sie drückte ihm die Seile in die Hand und schob ihn weiter zu einer Bank. „Ach komm schon. Das wird dir bestimmt Spaß machen.“
„Haha! Ja ganz sicher doch. Und wozu das Ganze, wenn ich mich hier schon zum Affen mache?“
„Boah Marc, du machst dich nicht zum Affen. Tu es einfach. Für mich, okay? Und jetzt zieh das hier an.“
Stirn runzelnd legte der Oberarzt sich die Sicherheitsgurte an. Versteh einer die Frauen.
Nachdem ihm Gretchen geholfen hatte sich fertig zu machen, stellte er sich mit den Händen auf der Hüfte vor ihr hin.
„Und nu?“
„Wird geklettert. Komm!“
Immer noch nicht ganz wohl bei der Sache, stapfte er hinter ihr her, bis sie vor dem Anfängerturm stehen blieb. Gretchen bereitete alles vor und sicherte Marc. „So! Jetzt zeig mal was du kannst.“ Grinsend ging sie zur Seite und drückte ihm noch einen Kuß auf die Wange.
„Ich weiß zwar immer noch nicht, wozu das ganz gut sein soll. Aber bitte……!“
Vor sich her murmelnd ging Marc in Position. „Klettern kann doch wohl jeder…..“
„Aha! Dann mach mal. Und viel Spaß dabei.“ flötete Gretchen hinter ihm. „Ich passe dann von hier unten auf dich auf.“
„Haha!“
Marc stellte seine Füße auf die Vorsprünge und hielt sich mit den Händen fest.
Ist ja wohl doch schwieriger als er gedacht hatte. Als er mühevoll ein paar Meter nach oben hinter sich gebracht hatte, wagte er einen Blick nach unten. Grinsend winkte ihm Gretchen zu.
Klar hatte sie auch einen Grund zum grinsen. Wann bekam sie schon so ausführlich und so lange den Blick auf den süßesten Po von ganz Berlin zu sehen?! „Du machst das supiiiii!“ Gretchen hielt ihm den Daumen nach oben hin. Worauf sie nur ein miesepetriges Gesicht von ihrem Freund erntete, der mit geröteten Wangen an der Kletterwand klebte und versuchte nicht abzurutschen.
Aber ein Stückchen weiter, merkte er das das Klettern wohl doch nicht so unübel war und ihn packte der Ergeiz.
„Du musst das Seil fester ziehen Hasenzahn!“ schrie er von oben runter.
Aha! Ihm wird es wohl nicht doch etwas Spaß machen. Gretchen tat ihr wie befohlen.
Marc wurde immer sicherer und kam gut voran. Auch wenn er immer noch nicht wusste, wozu das Ganze gut war, aber zugeben musste er trotzdem, das die Idee hier her zukommen nicht schlecht war.
Von oben runter rief Marc dann wieder. „Boah Hasenzahn! Ich dachte du hättest nen Schein gemacht. Jetzt halt das Seil doch mal straffer!“ Man, man, man. Erst schickt sie mich hier hoch und dann so was.
„Haaaasenzahn! Hast du mich eigentlich nicht verstanden?“ Marc der mittlerweile schon ziemlich hoch war, wagte einen Blick nach unten.
Aber Hasenzahn war nicht mehr da. Zumindest nicht am anderen Ende des Seils.
„Hasenzahn?“ Als er aber sah, wer da unten stand und ihn sicherte, glaubte er seinen Augen kaum zu trauen.



Unterdessen im EKH.
Gabi tigerte im Säuglingszimmer auf und ab. Mein Gott, konnten diese Quälgeister nicht einmal ihren Babbel halten. Genervt beugte die Krankenschwester sich über klein Lynn-Maria und steckte ihr einen Schnuller in den Mund.
Für einen kurzen Moment blieb sie an dem Bettchen stehen.
Und genau so was brütet das dicke Hääschen jetzt auch aus, dachte sich Gabi und trommelte mit den Fingern auf das Gitter des Bettchens. Eine Woge der Eifersucht kroch in ihr hoch, während Lynn-Marie von all dem nichts mitbekam und langsam wieder zufrieden wegschlummerte.
Gabi umfasste die Gitterstäbe fest mit ihren Händen, bis die Knöchel weiß hervortraten. Die Erinnerungen kamen wieder in ihr hoch. Wie sie Marc nicht haben konnte und wie ihr das liebste, wenn auch noch ungeborene, genommen wurde.
Sie spürte wieder den Schmerz in sich, als sie damals kapiert hatte, das sie das Kind verloren hatte und umschloss die Stange noch fester. Gabi schloss ihre Augen.
Wenn ich nicht glücklich sein darf, dann wird sie es auch nicht. Dafür werde ich schon sorgen!

Frieda Offline

PJler:


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05.06.2010 11:01
#185 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hi Ihr!! Jaaaa, endlich geht es mal ein bisschen weiter! Sorry, aber mir fehlt im Moment die Zeit zum schreiben und für die Kommi´s mehr denn je. Ich hoffe, ihr habt Verständnis dafür und bleibt meiner Story weiterhin treu, auch wenn ihr irgendwie immer länger auf nen neuen Teil warten müßt

Mmmmhhh...ich weiß, ihr wollt kein Drama. Aber Gabi, wäre nicht Gabi wenn sie dem ganzen tatenlos zuggucken würdeUnd das sie kein Engel ist, wissen wir ja auch mittlerweile.Ich weiß, euch gefällt es nicht, was sie tut oder tun wird, aber jetzt habe ich es angefangen und muß es zu ende führen.
Ich glaube man sollte, wenn man schlecht drauf ist echt nicht schreiben, dann kommt man irgendwie auf so blöde düstere Gedanken. Sorry!


Wünsche euch trotzdem ein schönes sonniges Wochende!!!!!

Ganz liebe Grüße
Frieda


Marc schaute immer noch ungläubig auf die Person unter ihm. Was will der denn hier?
„Lass mich sofort runter!“ keifte der Oberarzt der ein paar Meter unter ihm stehenden Person zu, die jetzt etwas hilflos zu Gretchen rüberschaute.
Gretchen schüttelt aber mit dem Kopf.
„Das wird er nicht tun Maaarc!“
Marc stöhnte auf und versuchte sich in eine, soweit wie das möglich war, entspanntere Position zu stellen.
Das hätte ich mir doch denken können, das an der ganzen Sache irgendetwas faul war. Worum sollte sie mich auch sonst hierher schleppen. Und ich Depp mache mich auch noch hier zum Affen.
„Laßt mich runter!“
„Soll ich ihn vielleicht doch runter lassen?“ fragte Klaus etwas unsicher. Er war sichtlich eingeschüchtert von seinem Sohn, der jetzt wie ein Rohrspatz schimpfend an der Wand hing “Vielleicht war das doch keine so gute Idee.“
Gretchen wiegelte mit der Hand ab. „Ach Quatsch, lass ihn ruhig schimpfen. Das ist normal. Der beruhigt sich auch wieder!“
Gretchen blickte wieder zu dem mittlerweile puterroten Chirurgen hoch. „Er will doch nur mit dir reden!“
„Achja? Ein bisschen zu spät vielleicht, was? Schlimm genug, das er anscheinend meine Mutter wieder um den Finger gewickelt hat.“
„Deine Mutter hat ihm wenigstens zugehört, ganz im Gegensatz zu dir!“
„Ist das mein Problem? Was macht der eigentlich noch hier. Sollte er nicht schon längst wieder die Biege gemacht haben?“
„Ja vielleicht, aber erst wollte er noch was klären. Und zwar mit dir!“
„Pah! Da gibt es aber nichts zu klären.“
Klaus trat zögerlich einen Schritt vor und tippte Gretchen von hinten an die Schulter.
„Ähhhh…ich will euch ja nicht stören, aber darf ich vielleicht auch noch was dazu sagen?“
Mit einem verlegendem lächeln ging Gretchen zur Seite.
„Danke.“
Marc beobachtete die Beiden skeptisch von oben und sah, wie Gretchen eine Hand auf die Schulter des alten Mannes legte und ihm etwas sagte.
Was haben die Zwei den da unten zu tuscheln. Marc versuchte sich etwas runterzubeugen, um was zu hören, was natürlich unmöglich war. Aber durch die Aktion rutschte er mit seinem Fuß ab und verlor seinen Halt.
„Verfluchte Scheiße!“ schnell versuchte Marc wieder an die Wand zu kommen.
„Keine Angst mein Junge. Ich hab dich!“
„Ich habe keine Angst. Okay? Außerdem komme ich ganz gut alleine klar.“
„Ja das sehe ich.“
Marc bekam wieder Halt. „So jetzt reicht´s mir. Du lässt mich jetzt sofort wieder runter. Hast du mich verstanden?“
Klaus schaute wieder zu Gretchen, die sofort für ihn antworten wollte. „Nein, das wird er ni…..“ Klaus hob seine Hand und unterbrach sie. „Nein! Das werde ich nicht tun Marc. Ich möchte nur, das du mir jetzt einmal zuhörst, dann lasse ich dich auch wieder runter.“

Na super. Aber was blieb ihm auch anderes übrig, als zuzuhören?! Alleine kam er hier nicht wieder runter. Und wenn er danach endlich ruhe hatte, dann bitte.
„Ja mein Gott! Dann erzähl eben, was zu erzählen hast, damit ich hier endlich wieder runter komme.“

Gretchen tätschelte noch einmal Klaus seine Schulter und ging zur Bar um sich etwas zu trinken zu holen. Das war jetzt ein Ding zwischen Vater und Sohn. Ob der Plan wohl aufgehen wird? Naja zumindest wird Marc ihm jetzt zuhören. Zufrieden mit sich selbst bestellte Gretchen eine großes Glas Apfelsaftschorle und setzte sich anschließend hin, um die Beiden aus der Ferne zu beobachten.
Marc´s Gesicht nahm endlich wieder ne normale Farbe an. Trotzdem fuchtelte er immer noch mit der einen Hand rum und wetterte vor sich her, während Klaus ihn mit ruhiger Miene zuhörte. Gretchen wusste, das es kein Spaß war, wenn Marc mal wieder übellaunig war. Oft genug hatte sie es schon am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Ob Klaus auch so war? Oh Gott! Hauptsache Marc hatte die Gene für absolute Selbstüberschätzung und cholerische Anfälle, die ja absolut Marctypisch waren nicht weitervererbt. Auf den Schrecken nahm Gretchen erstmal einen großen Zug aus dem Glas und griff sich eine Zeitschrift die auf dem Tisch lag um sich abzulenken. Was ihr aber nicht wirklich gelang. Gretchen sah es schon genau vor sich, wie die 2jährige Kopie von Marc, vor ihr vor dem Hochstuhl sitzt und ihr die unzerkauten Erbsen wieder entgegenspuckt.
„Erbsen bah!“
Geduldig wischt Gretchen das Tischen wieder ab und schiebt eine weitere Ladung Erbsen auf den Löffel, der anschließend den Kurs auf Klein Marc´s Mund nahm.
„Mmmmhhh…schau mal was die Mami leckeres hier für dich hat…mmmhhhh!“
Aber wie ein Wunder öffnete der Kleine den Mund und schnell stopfte Gretchen das Essen in den Mund, bevor er es sich wieder anderes überlegen konnte. „Geht doch. Jetzt mußt du nur noch brav kauen mein Kleiner. Alles halb so schlimm.“ Aber da hatte sie die Rechnung ohne Marc gemacht. Er hatte den Mund nur zum nachladen geöffnet, um kurz darauf die Salve an Erbsen wieder abzufeuern, die alle in Gretchens Gesicht landeten.

Nein, nein. Marc hatte bestimmt nur die Besten Gene von sich weitervererbt. Denn er konnte ja schließlich auch ganz anders sein und das wusste sie. Ein lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie plötzlich an die Nacht in dem Hausboot dachte. Ja das war wirklich schön.
Aber was mache ich mir hier eigentlich Gedanken. Wird schon alles gut gehen. Obwohl und wenn es ein Mädchen wird? Und meine Eigenschaften erbt?!
Hab ich eigentlich schlechte? Nö eigentlich nicht…..obwohl….zählt Schokisucht zu ner schlechten Eigenschaft? Ups…nicht das das Kind schon Schokisüchtig zur Welt kommt! Ich mein, schließlich sagt man das doch auch wenn man raucht!
Das erste Wort wird dann nicht Mama sein, sondern Schoki!
Gretchen stellte sich gerade vor, wie sie ein Kleines Mädchen zur Welt brachte. Und anstatt, das es schrie, kamen nur die Worte „Schoooooki“ lauthals aus dem Mund und echoten im Kreissaal wieder.
Über so viel Blödsinn musste sie dann selbst lachen.
Ach Quatsch - was für die Mama gut ist, kann für das Baby nicht schlecht sein, oder?

Sie blickte noch einmal kurz auf, um sich dann ganz den Artikel in der Zeitschrift zu widmen. °Rund? Na und!° hieß die Überschrift von dem Bericht, der Gretchen kurzerhand an sich fesselte.
Hätte Gretchen einen zweiten Blick für die Beiden übrig gehabt, hätte sie sehen können, wie es Marc nun war, der stumm zuhörte, während Klaus auf ihn einredete.

Gretchen war so in den Artikel vertieft, das sie erschrocken zusammenzuckte und gerade noch ihr Glas zu packen bekam, als ihr plötzlich aus dem Nichts - zumindest kam es ihr so vor- eine Hand hingehalten wurde.
„Komm wir gehen.“
„Äh…“ Verdutzt schaute sich Gretchen um und legte ihre Hand in Marc und stand auf. „…und was ist mit deinem Vater?“
„Den….äh hab ich zum Essen eingeladen.„ Versuchte Marc so beiläufig wie möglich zu sagen „Und jetzt komm. Ich will nach Hause.“
Gretchen konnte sich ein grinsen nur schwer verkneifen, als sie an seiner Hand Richtung Ausgang gezogen wurde.



Am nächsten Morgen verspürte Gabi Krakenow nichts anderes, als das Gefühl, das sie sich übergeben mußte, bei dem Anblick von Marc und Gretchen.
Und wie er schon um sie herumschlawenzelt.
Gabi ballte ihre Hände zu Fäusten und ging einen Schritt zurück hinter die Wand, so das sie nicht von Marc und Gretchen im Schwesternzimmer, durch das Glas gesehen werden konnte.
Sie beobachtete wie Marc sich hinter der sitzenden Gretchen stellte und hier die Hände auf die Schulter legte, während er sich zu ihr runterbeugte, ihr einen Kuß auf den Hals gab und ihr anschließend was ins Ohr flüsterte, worauf Gretchen anfing zu kichern.
Wiederlich! Das steht eigentlich mir zu. Ich sollte da jetzt sitzen. Und wenn ich jetzt auch noch daran denke, das sie in aller Seelenruhe ein Balg von ihm ausbrütet…..irgendwie etwas muß ich mir einfallen lassen. Sie wird dieses Kind nicht kriegen. Das schwöre ich.
Schnell huschte die brünette Frau am Schwesternzimmer unbemerkt vorbei und ging schnellen Schrittes wieder zur Gynäkologie, wo sie letztendlich vor dem Medikamentenschrank stehen blieb.
Wollen wir doch mal sehen, wer hier am längeren Hebel sitzt.
Mit einem schon fast siegessicheren lächeln schloss die Krankenschwester den Schrank auf und wurde auch schon bald fündig.
Ah da seit ihr ja.
Schnell ließ sie die Tabletten unbemerkt in ihrer Kitteljacke verschwinden und schloss schnell wieder den Schrank zu. Sie spürte, wie ihr bei der Aktion das Herz bis zum Anschlag schlug. Sie blickte sich noch mal um. Aber es hatte sie keiner gesehen.
Hoffte sie zumindest.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

07.06.2010 16:27
#186 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Heeeey Ihr!!!! Ich freu mich total darüber, das ihr mich nicht vergessen habt Image and video hosting by TinyPicHatte echt schon Sorge, weil es so lange her ist, als ich den letzten Teil reingestellt hatte. Und auch ein dickes dankeschön für eure lieben Kommentareund natürlich auch an meine stillen Leser!

Ja Gabi ist ne Böse Aber ob sie mit ihrem Plan durchkommt, verrate ich noch nicht. Auch nicht, ob sie gesehen wurde. Aber jetzt geht es erstmal mit unseren werden Eltern weiter
Dieser Teil ist für little Tina meinen kleinem Suchti. Möchte doch nicht, das du an irgendwelche Suchterscheinungen leidest. Deswegen hab ich heut noch schnell nen Teil zusammen geschustert.
@Kate: Um mich in den Aasee plümsen zu lassen, mußt du mich erst fiiiihiiinden. Liegen Lorelei und Dornröschen eigentlich schon schon in der Elbe bzw. im Rhein? °vorsichtig umguck°


Wünsch euch viel Spaß beim lesen!

Liebe Grüße
eure Frieda



„Weißt du eigentlich, das du unmöglich bist Hasenzahn?“ Marc hielt in seiner Bewegung inne und schaute Gretchen mit intensiven Blick an, die genüsslich in ihr Marmeladenbrötchen hinein biss.
„Wiefo? If weif garnif waf du meinst!“ versuchte sie einen auf Unschuldslahm zu machen.
Marc beugte sich etwas weiter zu ihr vor. „Du weißt ganz genau was ich meine. Die Aktion von gestern mit meinem Vater.“
„Und?“ Gretchen schob sich sofort einen weiteres großes Stück von ihrem Brötchen hinterher.
„Nichts und. Du weißt wie ich zu ihm stehe und jetzt…..“
Gretchen spülte sich den Rest vom Brötchen mit Kaffee runter und seufzte. „…ja und jetzt triffst du dich mit ihm zum essen. Ja und? Was ist daran so schlimm Marc?“
„Du weißt es.“
„Nein, weiß ich nicht.“
„Hasenzahn?!“ Marc legte seine Hand auf ihren Unterarm, da sie gerade wieder zum Brötchen greifen wollte. „Gestern, da…..“ er ließ sie nicht aus den Augen und schaute sie weiter ruhig an „…habt ihr mir ja keine andere Wahl gelassen. Ja okay - ich werde mit ihm essen gehen und mir anhören was er zu sagen hat. ABER, wenn ich mich anschließend trotzdem nicht mit ihm vertragen will, müßt ihr das akzeptieren und die Sache ist gegessen. Okay?“
Ja natürlich war es okay. Sie war schon froh darüber, das er sich überhaupt auf ein Gespräch mit seinem Vater eingelassen hat. Und eigentlich war Gretchen auch ganz zuversichtlich, das wenn er Klaus einmal richtig zuhören würde und die Beiden sich aussprachen , bestimmt wieder alles in Ordnung war. Naja zumindest so in Ordnung, das sie wieder vernünftig miteinander umgehen würden, ohne das Marc immer gleich das Weite suchte, sobald Klaus in seiner Nähe war.
„Ja das ist okay.“ Gretchen legte ihre freie Hand auf seine, die immer noch auf ihrem Unterarm ruhte. „Bist du mir noch böse?“ und kam ein klein wenig näher mit ihrem Gesicht zu seinem.
Ein lächeln huschte über Marc Gesicht und auch eher näherte sich ihrem Gesicht.
Wieder schaute er sie mit intensiven Blick an, das Gretchen schlucken musste, denn dieser Blick ging ihr durch und durch. Sie hatte das Gefühl, als würde er in sie hineinblicken.
Marc Stimme wurde leiser „ Weißt du eigentlich, das du manchmal ganz schön nervst Hasenzahn? Ich mein deine Eigenschaft, dich in Sachen einmischen zu müssen, die dich eigentlich nichts angehen.“ Gretchen senkte ihren Kopf. Sie wusste, das er recht hatte. Aber eins musste man lassen. Meist hatte sie auch Erfolg, mit dem was sie tat. So wie jetzt bei Marc und Klaus. „Ja ich weiß!“ kam es nur leise von der jungen Ärztin.
„Seh mich bitte an.“ forderte Marc immer noch im flüsternden Ton, worauf Gretchen ihren Kopf wieder hob und sie wieder in seine ernsten grünen Augen blickte.
„Nein, ich bin dir nicht böse. Wie könnte ich auch?!“ Dieses mal huschte Gretchen ein lächeln über die Lippen, als er über ihre Wange strich. Er legte seinen Finger unter ihr Kinn und zog sie zu sich ran, um sie zu küssen. Es war sanfter vorsichtiger Kuss, dem aber nichts an Intensität fehlte.
Marc genoss jede Sekunde dieses Kusses. Er spürte wieder einmal, wie sehr er dieses Frau liebte.
Als die Lippenpaare wieder von einander lösten lehnte er zufrieden seine Stirn gegen ihre.
„Weißt du…..“ begann er seinen Satz, hielt jedoch kurz inne, als ob er das gedachte noch mal sortieren musste. „…auch wenn sich das vielleicht kitschig anhört…..aber ich bin glücklich mit dir.“
Gretchen spürte wie die Schmetterlinge in ihrem Bauch ne Polonaise tanzten. „Marc das ist nicht kitschig und…...“
„Ist es wohl und jetzt pschhhht. Ich möchte dir was sagen.“
„Ok bin schon still.“ Sie stellte sofort das kichern ein. Es war einer dieser rar gesäten Augenblicke zwischen ihnen Beiden. Gretchen liebte diese Momente. Diese Momente in denen es Marc wirklich mal schaffte über seine Gefühle zu reden. Sie konnte davon nie genug hören. Aber leider waren sie zu selten. Um so mehr genoss sie diesen Moment. Er schaute sie schon wieder so ernst an. Aber dennoch mit einer gewissen Sanftheit in seinem Blick.
„Eigentlich habe ich dir es ja schon in dem Brief geschrieben, aber ich möchte es dir noch mal so sagen. Es ist irgendwie seltsam, ich kann immer noch nicht so recht begreifen, was in letzter Zeit mit mir passiert ist. Besser gesagt, was du mit mir gemacht hast. Manchmal habe ich das Gefühl, das es wie ein Traum ist, aus dem ich nach ein paar Stunden wieder aufwachen werde. Aber dann, wache ich eines Morgens wirklich auf und du….ja du liegst neben mir. Und dann sehe ich, wie du friedlich schläfst. Und du siehst glücklich aus. Zufrieden und schön. Und da weiß ich, das das alles kein Traum ist. Es ist die Realität. Und jetzt, da wir auch noch ein Baby bekommen ist das ganze einfach unfassbar. Ich kann es kaum in Worte fassen. Weißt du eigentlich, das ich denn Rest meines Lebens mit dir verbringen möchte?“

Gretchen blinzelte ihn ungläubig an und bewegte sich keinen Millimeter. War das jetzt ein…..nein! Das war doch wohl nicht ein versteckter Heiratsantrag oder? Gretchen spürte wie ihr Herz bis zum Hals schlug. Für einen kurzen Moment schloss sie ihre Augen und sah im Geiste vor sich, wie Marc in einer schnicken Pilotenkluft am Steuer eines kleinen Flugzeuges saß und über Blumenwiese flog, während sie inmitten dieser stand, in den Himmel zu ihm aufschaute und mit ihrer Hand, ihre Augen gegen die Sonne abschirmte. Marc schaute verliebt aus dem kleinen Fenster zu ihr runter, während er an ihr vorbei flog und einen überdimensionalen Banner mit der Aufschrift °Willst du mich heiraten Hasenzahn?° hinter herzog.
„Ja ich will!“ hauchte Gretchen.
„Du willst …äh genau was?“ hakte Marc noch mal nach, der ihr nicht ganz folgen konnte.
Schlagartig war Gretchen wieder in die Realität angekommen.
Oh Gott! Hab ich das jetzt wirklich gesagt? Das war kein Antrag. Das war……scheiße wie peinlich.
„Hasenzahn? Alles okay mit dir?“
Verwirrt schaute Gretchen ihn nur an. Mit bedauern stellte sie fest, das einer dieser seltenen Moment in denen Marc tief in sich blicken lässt, schon wieder vorbei war.
„Ähhhh…..nein, alles supi.“ Gretchen griff verlegen nach dem Brötchenkorb und hielt ihn in Marc´s Richtung. „Brötchen?“ und versuchte zu somit von sich abzulenken.
„Ja danke.“ Marc griff in den Korb rein, ließ seinen Arm aber jedoch wieder sinken. Anschließend nahm er ihr den Korb aus der Hand und stellte in wieder auf den Tisch.
Marc begriff.
„Gretchen?!“ seine Hand nahm Kurs auf ihren Teller, auf den sie gerade im Begriff war noch ein Brötchen aufzuschneiden.
„Mmmh?“ machte sie nur und versuchte einfach nicht an die Situation von eben zu denken. Wenn sie einfach so tat, als wenn nicht gewesen wäre, dann bräuchte sie auch nicht preiszugeben, das mal wieder in einen ihrer Mädchenträume versunken ist. Es war auch zu albern von ihr. Nur weil sie zusammen ein Kind erwarteten, hieße das noch lange nicht, das sie auch heiraten werden. So ein Blödsinn.
Enttäuscht und wütend über sich selber schnitt sie brutal ihr armes Brötchen auf, das für diesen Gefühlsausbruch herhalten musste. Kurz bevor sie es in zwei Hälften auseinander nehmen wollte, nahm Marc ihr es aus der Hand und legte es auf den Teller vor ihr. Anschließend nahm er ihre Hände und legte sie in seinen Schoß.
Er versuchte ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, aber Gretchen versuchte krampfhaft seinen Blick auszuweichen.
„Hey….sieh mich doch mal an, hm!“ Er kannte Gretchen und er wusste was der Auslöser für ihren plötzlichen Stimmungsumschwung war. Marc sah, das sie gerade einen Kampf mit den Tränen ausmachte und ließ sie. Aber dennoch wollte er ihr sagen, was er auf dem Herzen hatte.
„Gretchen ich….“ fing er leise an, während sie immer noch den Kopf von ihm abgewendet hielt. Marc holte noch mal tief Luft, bevor er weiter sprach. „….Gretchen ich kann mir denken, was du gerade gedacht hast. Aber das war es nicht. Es tut mir leid.“ Die letzten Worte waren kaum hörbar, da er sah das ihr die ersten Tränen über die Wange liefen und sein Kloß im Hals im die Stimme nahmen. Er wusste, das sie sich wünschte ihn zu heiraten, auch wenn sie es nie gesagt hatte.
„Hey….“ kam nur noch aus Marc Mund. Er wollte ihr gerade die Träne wegwischen, aber sie kam ihm zuvor und fiel ihn um den Hals, um anschließend sie ganz ihrer Enttäuschung hinzugeben. Es zerriss ihn fasst, als er ihren bebenden Körper in seinen Armen hielt und das schluchzen Geräusch in sein Ohr drang. Klar er hatte sie schon oft weinen sehen, aber jetzt in diesem Moment war es etwas anderes. Okay, er war wie immer daran Schuld, das sie weinte, das war nichts neues, aber jetzt war die Situation doch irgendwie anderes. Sie waren jetzt fest zusammen, erwarteten ein Baby und sie liebten sich. Die Gefühle zwischen den Beiden wurden immer tiefgründiger und es war längst kein Spiel mehr. Aber konnte er ihr wirklich den Wunsch erfüllen und sie heiraten? Wenn er ihr jetzt einen Antrag machen würde, kam es dann wirklich von ihm selbst, weil er es wirklich wollte oder weil sie es gerne hören würde?! Es war schon nicht leicht. Er hatte das Gefühl, das bei ihm das Leben in den letzten 2 Monaten in einem Zeitraffer an ihm vorbeizog. Alles ging so wahnsinnig schnell. Und nun saß er hier…..mit ihr. Mit der Person die sich wie ein bunter Faden, mal mehr und manchmal weniger durch sein Leben zog. Aber dieser Faden war eigentlich durchgängig da, auch wenn er nicht immer zu sehen war.

Marc vergrub sein Gesicht in ihr Haar und sog den blumigen Duft des Shampoos ein, womit sie sich vorhin die Haare gewaschen hatte.
„Auch wenn ich dir deinen Wunsch momentan nicht erfüllen kann, hoffe ich doch, das du mir meinen erfüllen wirst.“
Gretchen zog ihren Kopf zurück und schaute ihn mit ihren feuchten Wangen an und wartete darauf das er weiter sprach.
„Versprich mir bitte, das du dich nie ändern wirst Gretchen. Für nichts und niemanden. Bleib einfach so wie du bist, ja?!“
Gretchen nickte zaghaft „Versprochen.“ und schmeckte die salzige Flüssigkeit auf ihren Lippen.
„Bist du mir böse?“ fragte Marc zaghaft.
Nein, wie sollte sie ihm böse sein. Sie kannte Marc schon lange genug, das sie eigentlich von vorne rein hätte wissen müssen, das er nicht aufs heiraten stand. Hätte sie mal wieder nicht zuviel in die Worte hinein interpretiert, dann wäre sie jetzt auch nicht am heulen wie so ein kleines Mädchen, welches ihr Lieblings Sonntagausgehkleid mit Schokoladensoße beschmiert hatte.
„Es ist alle okay.“ Langsam beruhigte sie sich wieder und zwang sich zu einem kleinen Lächeln. Marc lächelte sichtlich froh darüber, das sie ihm es nicht übel nahm, zurück und nahm sie wieder fest in seinen Arm. „Komm her!“
Nur zu gerne ließ sie sich wieder in die Arme des Mannes sinken, den sie über alles liebte und genoss es einfach nur festgehalten zu werden. Auch wenn sie den Traum von einer glücklichen Hochzeit, wohl in eine kleine Schatztruhe mit der Aufschrift °Was ich noch im Leben erreichen möchte°, in die hinterste Ecke ihres Kopfes, bis auf weiteres verbannen musste.

Frieda Offline

PJler:


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24.06.2010 17:50
#187 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Ja ich weiß, ist schon lange her. Dickes Sooorry!

Frieda


„Gabi!“ Mehdi betrat das Untersuchungszimmer und stellte sich hinter die Krankenschwester um ihr kurz über die Schulter zu schauen, während sie alles für eine Blutentnahme zurecht legte „Heute mal ausnahmsweise gutgelaunt?“
Gabi zuckte erschrocken zusammen und stellte sofort das Nachsummen ihres Lieblingsliedes ein.
„Ist das jetzt verboten oder was?“ kam es nur patzig zurück.
Mehdi schaute kurz in die Akte seiner nächsten Patientin und anschließend zum Medikamentenschrank. „Ach Gabi. Sie wissen doch wer sich so erschreckt, hat meistens ein schlechtes Gewissen.“ murmelte der Gynäkologe während er sich auf die Zehenspitzen stellte um auch einen Blick auf die höher liegenden Medikamentenpackungen zu bekommen. „Wo sind denn die…..“ Mehdi nahm die einzelnen kleinen Schachteln „…mhhhh komisch….ich hab doch gestern noch die Tabletten reingelegt.“ Er kratze sich nachdenklich am Kopf und überlegte, wo er noch suchen konnte, denn die Patientin wartete bereits nervös im Wartebereich und hatte einen Termin bei ihm.
Gabi beobachtete Mehdi aus dem Augenwinkel und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Aber er konnte lange suchen. Gabi hatte die Tabletten sicher in ihrem Spind versteckt und dort würden sie auch liegen bleiben, bis zu ihrem Einsatz.
Mehdi ließ die Tür vom Medikamentschrank wieder leise ins Schloss fallen.
„Gabi. Wissen sie vielleicht, wo die Tabletten für Frau Miller abgeblieben sind?“
Gabi versuchte den Augenkontakt zu vermeiden und drehte dem Halbperser den Rücken zu. „ Keine Ahnung. Anscheinend werden sie auch nicht jünger Dr. Kaan. Vergesslichkeit ist eine ganz schleichende Krankheit wie sie wissen.“ Mehdi verdrehte die Augen. Er nahm es zurück. Gabi hatte keine gute Laune. Sie war bissig wie eh und je. Manchmal wusste er auch nicht, warum er sie mit auf seiner Station genommen hat. Hier war eine einfühlsame Frau gefragt und nicht ein flüchtende Krankenschwester die nur hier arbeiten wollte, um ihre nicht gewonnene Liebe zu entkommen.
„Also, wissen sie auch nicht wo die Tabletten sind.“ Mehdi fuhr sich wieder mit den Händen durch seine dicken Haare. „Super und jetzt?!“
„Ach Herr Dr. Kaan. Vielleicht sollten sie die Kleine doch dazu überreden es nicht zu tun.“
„Was meinen sie denn, was ich in den letzten Tagen getan habe. Ich habe mir doch schon den Mund ganz fusselig geredet. Auch wenn ich nicht hinter ihre Entscheidung stehe, ihr Entschluss steht aber fest. Sie will das Kind nicht.“ Immer noch ein bisschen verwirrt, schaute Mehdi sich im Raum um. Eigentlich konnte er auch gar nicht nachvollziehen, wie eine junge Frau überhaupt so eine Methode wählen konnte sein Kind abzutreiben. Aber die junge Miller wusste genaustens Bescheid und war auch nicht davon abzubringen, das Kind nicht abzutreiben. Alles überredungs- Künste hatte bei ihr versagt. Leider!
„Aber sonst geben sie doch auch nicht so schnell auf. Denken sie doch nur an das arme kleine Würmch….“ „Gabi. Sie wissen ganz genau, das ich eigentlich der Meinung bin, Leben zu schenken und nicht zu nehmen. Aber wenn sie mir jetzt endlich mal bei suchen helfen könnten, dann wäre ich ihnen sehr dankbar.“
Gabi konnte sich das nicht mehr mit angucken. Immer mehr hatte sie ein schlechtes Gewissen und das war bestimmt nicht das, was sie jetzt gebrauchen konnte.
„Ich rede noch mal mit ihr.“
„Gabi nein…..“ erwiderte Mehdi noch, aber schon war die Krankenschwester aus dem Zimmer gerauscht. Naja, er glaubte zwar nicht, das Gabi was an der Meinung der jungen Miller ändern konnte, aber man sollte ja niemals nie sagen.


Auch wenn Gretchen noch ein wenig auf ihre Traumhochzeit warten musste, schwang sie sich gut gelaunt auf ihr Fahrrad und radelte Richtung EKH, um zu ihrer Schicht anzutreten. Man das war doch mal ein Frühstück ganz nach ihrem Geschmack. Marc hatte so liebe Worte für sie gehabt. Davon würde sie den ganzen Tag noch zerren. Beschwingt fuhr sie durch die Straßen Berlin´s, ohne zu wissen, das sie bereits von einer Krankenschwester sehnsüchtig erwartet wurde.

Marc unterdessen machte sich auf den Weg zu seiner Verabredung mit seinem Vater. Sie trafen sich in der Innenstadt zum Essen. Eigentlich hatte er keine Lust dorthin zu fahren und sicherlich auch was besseres zu tun, als sich das Gesülze von seinem alten Herrn anzuhören. Aber er wusste, das er, wenn er die Verabredung platzen lassen würde, Gretchen ihm Tagelang in den Ohren hängen und keine Ruhe geben würde, bis alles wieder im Lot war. Und das sie sich aufregte, wollte er auf keinen Fall. Zumindest nicht jetzt, wo sie schwanger war. Deswegen schluckte er ihre Entscheidung ihren Gynäkologen zu wechseln, also Mehdi - ihren Exfreund! Nur mal so am Rand erwähnt- einfach unkommentiert hinunter. Einerseits hatte es ja auch etwas gutes an sich. Mehdi ist in seinem Fach sehr kompetent und wenn was mit Gretchen oder dem Baby sein sollte, wäre er quasi immer in der Nähe. Andersrum schüttelte es Marc alleine schon bei der Vorstellung, das er Gretchen untersuchen würde. Und das war ja auch schließlich nicht irgendeine Untersuchung. Marc versuchte die Bilder die plötzlich in seinen Kopf gestalt annahmen abzuschütteln und konzentrierte sich wieder auf den Verkehr.


„Achjaaaaa° seufzte Gretchen und langte gedankenverloren in die Gummibärchentüte rein, um sie sogleich in ihren Mund wandern zu lassen. Sie hatte gerade eine 2 stündige OP hinter sich gebracht und füllte sich ein bisschen schlapp. Außerdem vermisste sie Marc. Sie hatte schon lange keine Schicht mehr ohne ihn und das fühlte sich irgendwie komisch an. Seit er wieder im EKH arbeitete, waren sie quasi unzertrennlich geworden.
Gretchen schloss ihre Augen und lies den Morgen zum wiederholten Male Revue passieren, während sie blind immer wieder in die Gummibärchentüte langte.
Dieser Kuss war wirklich soooo schön. Und alleine bei dem Gedanken daran, durchfuhr sie ein warmer Schauer. Sie hatte ihn schon oft geküsst, aber dieser Kuss hatte einiges übertroffen. Ein lächeln huschte über ihre Lippen und zufrieden ließ sie sich die kleinen Bärchen auf die Zunge zergehen. Völlig entspannt lehnte sich Gretchens zurück und träumte vor sich hin, als sie ruckartig aus ihren Gedanken gerissen wurde, indem sich eine ziemlich kalte Hand auf ihre legte. Erschrocken richtete die Ärztin sich auf.
„Gabi! Sag mal geht´s noch?“
„Oh, das tut mir aber leid. Ich wollte dich nicht erschrecken.“
Skeptisch schaute Gretchen zu der Krankenschwester auf.
„Ja bestimmt nicht. Also was willst du?“ Ein bisschen enttäuscht darüber, das ihre Tagträume wieder so ein abruptes ende nahmen, stand Gretchen auf und strich sich ihren Kittel glatt, um sich anschließend an Gabi vorbeizuschlängeln. Genervt tat sie so, als würde sie eine bestimmt Akte suchen und versuchte Gabi den Rücken zuzuwenden. Auf die hatte sie jetzt am allerwenigsten Lust.
„Tut mir wirklich leid.“ tat Gabi nun etwas betreten „Aber ich hab dich hier so sitzen sehen und ich fand, das du ganz schön blass bist. Ich wollte eigentlich nur fragen, ob alles okay mit dir ist?“
Gretchen zog eine Augenbraue hoch und drehte sich wieder langsam zu Gabi um.
„Aha. Aber mir geht es bestens. Danke.“
„Sicher? Du siehst wirklich blass aus.“
Gretchen hielt in ihrer Bewegung inne „Seit wann interessiert es dich, wie es mir geht?“
„Naja ich mein, jetzt wo du ja schwanger bist…..ich weiß ja wie das ist. Ich war ja schließlich auch mal schwanger. Und da hab ich mir gedacht, das ich dir vielleicht mal was gutes tun könnte.“
Gretchen konnte Gabi´s plötzlichen Sinneswandel immer noch nicht so wirklich einordnen. Aber da sie sich leider auch immer so schnell verunsichern ließ, kam sie dann doch ins Grübeln. Gabi wusste ja wirklich wovon sie sprach. Und schlapp fühlte sich Gretchen ja wirklich. Die OP war ganz schön anstrengend gewesen.
„Weißt du….“ fing Gabi wieder an, als sie Gretchens Blick war, der ihr verriet, das ihre Vorbehalte gegenüber ihr, für diesen Moment kurzzeitig davonflogen „…mir hat an solchen Tagen immer ganz gut Traubensaft geholfen. Weißt schon….außerdem bringt dir das bestimmt auch wieder ein bisschen die Farbe zurück. Du wirst sehen, das wird dir gut tun. Soll ich dir schnell ein Glas holen?“
„Ähh….“ kam es nur aus Gretchens Mund, die über die Hilfsbereitschaft ihrer Kollegin immer noch ziemlich erstaunt war. „…Ähhhhh….ja das wäre nett! …glaube ich.“
Gabi lächelte Gretchen noch mal zufrieden zu und schwupps war sie auch schon verschwunden.
Während die blonde Ärztin immer noch perplex und in Gedanken zum Türrahmen schaute, kam Sabine herein.
„Na Gretchen, alles in Ordnung bei dir? Du siehst aus, als hättest du ein tanzendes Nilpferd im rosa Baströckchen gesehen!“ versuchte Sabine zu scherzen und setzte sich hinter die Anmeldung.
Gretchen ignorierte die Frage und lehnte sich über die Theke zu Sabine rüber. „Sag mal, findest du das ich eigentlich blass bin?“
Sabine beugte sich etwas „ Nein - ich finde, du hast eine wundervolle Gesichtsfarbe. Wie immer!“
„Mmmmh - komisch. Gabi meinte gerade, das ich blass wä….“
Plötzlich stand Sabine auf und unterbrach Gretchen. „Gabi!“ Wo ist sie?!“
Erschrocken über den plötzlichen Stimmungswandel von Sabine, wich sie ein Stück zurück. Sabine ging um die Anmeldung herum, auf Gretchen zu. „Mir der wollte ich eh noch sprechen. Ich wusste doch, das da was nicht stimmt. Ich habe es in meinen Traum letzte Nacht genau gesehen.“ Mit zornigem Gesicht blickte sie in Gretchen´s.
Diese wich vor der aufbrausenden Krankenschwester noch ein Stück zurück. Sicher ist sicher. Stille Wasser, waren bekanntlich tief.
„Sag mal, was ist denn mit dir los? Gabi wollte mir doch nur was zu trinken holen.“
„ Aha! Wusste ich es doch! Ich bin gleich wieder da.“
Wieder mal verdattert schaute Gretchen auch dieser Krankenschwester hinterher.
Was haben die denn heute alle? Gretchen zuckte nur mit den Schultern, als ihr keine Erklärung einfiel und setzte sich wieder. Sie war einfach zu Müde, um sich großartig Gedanken darüber zu machen, in was für einen Kleinkrieg die Beiden schon wieder steckten und widmete sich wieder ihrer Gummibärentüte.

Währenddessen stand Gabi, in der einen Hand den Traubensaft und in der anderen Hand die Packung Tabletten, auf den Frauenklo. Sie atmete noch mal tief ein um sich zu beruhigen und stellte das Glas auf den Spülkasten ab, bevor sie die 3 Tabletten aus der Verpackung befreite.
Mmmmhhh….1 oder alle 3. Sicher ist sicher.
Entschlossen entnahm sie die 3 Tabletten aus ihrer Verpackung und brach sie so klein wie möglich. Anschließend gab sie sie ins Glas und rührte so lange, bis sie sich auflösten.
So! Das wars dann wohl mein Häschen. In ein paar Stunden wird deine Schwangerschaft der Vergangenheit angehören.
Mit einem siegessicheren lächeln auf den Lippen rührte Gabi noch ein wenig weiter, damit auch wirklich kein Krümmelchen von den Tabletten mehr zu sehen war und schloss anschließend wieder die Tür auf.

Oh Shit!
Gabi patschte sich mit der freien Hand vor die Stirn. Schnell ging sie zurück in die Kabine und steckte sich noch die leere Verpackung in die Kitteltasche. Das wärs ja auch noch gewesen.
Mit zügigen Schritten machte sie sich wieder auf den Weg ins Schwesternzimmer.
„Hey Gretchen!“ begrüßte sie die Ärztin, die mittlerweile schon wieder mit geschlossen Augen im Stuhl lümmelte und ihren Gedanken hinterher hing.
Mit einem seufzen öffnete sie die Augen, versuchte dankbar zu lächeln und nahm das Glas entgegen. „Danke.“ Gretchen wollte gerade zum trinken ansetzten, als sie doch noch kurz inne hielt.
„Du sag mal Gabi, warum bist du jetzt noch mal plötzlich so nett zu mir?“
„Weil ähhhhh….ich dich mag.“
„Hä?! Seit wann das?“
„Na damals, als du doch meine Trauzeugin werden solltest, weißt du noch?“ versuchte sich Gabi rauszureden „ Da haben wir uns doch auch super verstanden, findest du nicht? Und irgendwie vermisse ich die Zeit. Wir hatten doch viel Spaß, oder?“
„Ähh…“ Gretchen konnte sich nur zu gut an die Hochzeitsvorbereitungen erinnern. Und versuchte schnell wieder dieses Gefühl, was sie damals ständig mit sich trug, wenn sie Gabi und Marc zusammen gesehen hatte, wieder hinunterzuschlucken.
Blödsinn Gretchen. Jetzt ist er an deiner Seite - da wo er auch hingehört. „…ja dann….“ Die blonde Ärztin hob noch mal ihr Glas an „…Prost, ne!“ und nahm den ersten Schluck, der dunklen weinroten, fast schwarzen Flüssigkeit.
„Ja, trink du ruhig. Das wird dir gut tun.“ zufrieden wie Schneewittchens böse Stiefmutter, stand Gabi mit den Händen an der Hüfte daneben und schaute auf Gretchen herab.

achja....und natürlich auch sorry für den Inhalt

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

28.06.2010 15:35
#188 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

„Und? Schmeckt´s?“ fragte Gabi.
„Mmmmhh hab ganz vergessen, wie lecker der Saft ist.“ antwortete Gretchen, bevor sie mit ihrer Zunge den weinroten Bart wegleckte und einen weiteren großen Schluck von dem Traubensaft nahm.

„Da steckst du also!“ keifte etwas plötzlich aus dem Türrahmen. Sabine ging schnurstracks auf die Beiden zu.
„Hey Sabine.“ grüßte Gabi ihre Kollegin lahm, nicht wissend, das sie sie jeden Moment an der Kehle hängen haben würde.
Und genau das tat Sabine dann auch. Binnen eines Bruchteilchens einer Sekunde hing Sabine an Gabi´s Hals.
Gretchen beobachtete die Beiden mit weit aufgerissenen Augen und sprang auf.
„Sag mal Sabine, spinnst du?“ Klar war zwar, das sie Gabi auch nicht unbedingt möchte, aber es war noch längst kein Grund sie gleich umzubringen. Obwohl sie es in der Vergangenheit manchmal gerne getan hätte. Schnell sprintete sie auf die Beiden Frauen zu und versuchte Sabine von Gabi loszureißen, doch sehr weit kam sie erst gar nicht.
In Gretchen´s Kopf drehte sich plötzlich alles. Verschwommen nahm sie nur noch die Beiden war. Gretchen kam es vor, als würde sie am anderen Ende eines langen Tunnels stehen, während am anderen Ende Sabine und Gabi standen und sich stritten. Ihre Stimmen entfernten sich immer mehr. Plötzlich erschlaffte ihr Griff um Sabines Arm und es wurde alles schwarz um sie herum. Gretchen brach zusammen.

Während des Gefechts, war Gabi die leere Medikamentenschachtel aus dem Kittel gefallen. Sabine bemerkte sie erst als, sie sich zu Gretchen runterbückte. Ihr Blick fiel auf die Schachtel und anschließend zu ihrer Kollegen, die sich ihren geschunden Hals rieb.
„Ich wusste es ganz genau du Miststück. Dr. Kaan hatte auch schon so ne Vermutung…und dann auch noch mein Traum. Gabi du bist einfach nur krank.“
Schnell bückte sich Gabi und langte nach der Medikamentenschachtel „Du kannst gar nichts beweisen.“ Aber Sabine war schneller und steckte sich schnell die leere Verpackung ein.
„Das werden wir ja noch sehen.“ Sabine piepte schnell Mehdi an und hoffte, das er nicht gerade mitten in einer Geburt steckte. Sie wollte sich erst gar nicht ausmalen, was alles passieren würde, wenn das Medikament anfing zu wirken. „Nun steh nicht so blöd herum. Hol schnell ein Brechmittel!“
„Pah! Nen Scheißdreck werde ich tun.“
Sabine merkte, das es keinen Sinn hatte, weiter mit Gabi zu diskutieren. Gretchen konnte schneller geholfen werden, wenn sie es selber holen würde. Aber sollte sie sie wirklich mit der falschen Schlange alleine lassen?
Sabine schickte ein Stoßgebet zum Himmel. Hoffentlich beeilte sich der Dr. Kaan.
Unterdessen fühlte sie Gretchens Puls. Gott seit Dank, der war zwar nicht sonderlich prickelnd, aber noch okay.
Wie vom Blitz getroffen, rannte Gabi plötzlich aus dem Schwesternzimmer.
Erstaunt schaute Sabine hinter ihr her und sah auch den Grund für Gabi plötzliche Flucht.
„Gabi! Was ist denn los?“ ertönte Mehdi Kaan´s Stimme aus dem Türrahmen, während er seiner Krankenschwester ebenfalls hinterher schaute.
„Gott sei dank! Herr Dr. Kaan, da sind sie ja endlich. Gretchen…..“
„Was ist mit Gretchen!“ Jetzt erst sah Mehdi den Grund, warum Sabine in angepiepst hatte. Schnell hastete er um die Anmeldung rum und kniete sich zu denn Beiden Frauen herunter.
Und dann ging alles ganz schnell.
Sabine erklärte in kurzen knappen Worten was passiert war. Mehdi ließ darauf keine Sekunde mehr verstreichen. Die Tabletten waren nicht ohne. Die erste Tablette war dazu da, die Abtreibung einzuleiten. Aber da Gabi anscheinend alle Tabletten in das Glas getan hatte, ging es mittlerweile nicht nur um das Leben des Kindes, sondern auch um das der Mutter.
In Teamarbeit brachten Mehdi und Sabine Gretchen dazu, sich mehrfach zu erbrechen und anschließend auf die Intensivstation.

Währendessen saß Marc mit seinem Vater an einem Tisch im Restaurant.
Wiedererwarten stellte sich zu Marc´s Verwunderung heraus, das sein Vater anscheinend doch ganz anders war, als wie er ihn in Erinnerung behalten hatte.
Sie unterhielten sich gute zwei Stunden lang. Marc hätte sich in seinen kühnsten Vorstellung nie erträumt, das er jemals wieder mit Klaus an einem Tisch sitzen würde. Aber das Gespräch verlief wirklich positiv.
Verziehen hatte er ihn nicht so einfach. Das war klar. Dafür saß die Wunde einfach viel zu tief. Aber heute schaffte die Beiden wenigstens schon einmal einen Anfang, sich langsam wieder näher zu kommen. Gut, das er auf Gretchen gehört hatte. Wieder einmal, hatte dieser Blondschopf recht gehabt. Ein lächeln huschte Marc über die Lippen, als er an Gretchen denken musste. Nur komischerweise, wurde dieser kleine Glückhüpfer, den sein Herz machte, prompt von einem nicht einzuordnenden ziehen in der Magengegend abgelöst.
„Alles okay mit dir Marc?“ Klaus blickte in das Gesicht, welches ihm bis auf die Falten und die fehlenden Haare ziemlich glich und legte sein Besteckt zur Seite.
Marc der das Gefühl nicht wirklich einordnen konnte, da er so was noch nicht gefühlt hatte, versuchte ein lächeln rauszupressen. „Nein, nein. Alles okay. Ich musste gerade nur an Gretchen denken.“
„Und dann machst du so nen komisches Gesicht dabei?“
„Ach es ist nix. Okay?!“
„Jaja, ist ja schon gut.“ Klaus fing wieder an zu essen. Er kannte dieses seltsame Verhalten nur zu gut. Er war selber nichts anders. Bei ihm konnte die Laune auch von einer Sekunde zur anderen umschlagen. Was seltenste sehr erfreulich für seine Mitmenschen war. Anscheinend hatte sein Sohn doch mehr von ihm, als er gedacht hatte.
Marc nahm sich ein Schluck Wasser.
Da! Dieses komische Gefühl meldete sich wieder, nur verschwand es nicht so schnell wie noch vor ein paar Minuten.
Marc blickte zu seinem Vater auf, der ihn immer noch fragend ansah.
„Entschuldigst du mich mal eben bitte?“ Marc stand auf und zog sein Handy aus der Hosentasche. Als Klaus ihm zu nickte „Natürlich.“ ging Marc vor die Tür und wählte Gretchens Nummer.
Marc versuchte es mehrmals, aber es ging nur die Mailbox dran.
Ratlos blickte er auf das Display seines Handy´s. Dieses Gefühl im Bauch machte ihn immer nervöser. Allmählich dämmerte es ihn, das es womöglich genau das Gefühl sein könnte, wovon die Frauen immer sprachen. Sechster oder siebter Sinn. Irgend so nen Blödsinn halt. Aber jetzt wo er es auch selber fühlte, konnte er verstehen, worum man sich in solchen Situationen nicht normal verhielt. Und Sachen tat, die keine Begründung brauchten.
Marc ging wieder ins Restaurant.
„Ich muss fahren.“ sagte er nur zu Klaus, ohne ihn Anzublicken und sein Jackett zuknöpfte.
Klaus stand ebenfalls auf. „Aber….“
„Ja ähh… tut mir leid. Ich rufe dich später noch mal an.“
„Okay.“ entgegnete Marc´s Vater nur, den plötzlichen Aufbruch seines Sohnes nicht verstehen konnte.
Marc lächelte seinen Vater noch kurz schief an und verließ das Restaurant, um sich auf den Weg ins EKH zu machen.


„Gretchen.“ flüsterte Mehdi sanft, der an Gretchens Bett stand und zärtlich über ihre Wange strich, während im Hintergrund der Herzmonitor regelmäßig nen piepsenden Ton von sich gab. „Ach Gretchen.“ flüsterte er wieder und nahm jetzt ihre Hand.
Gretchen konnte ihn aber nicht antworten. Sie war in einem tiefen Schlaf. Ihre Werte waren zwar ziemlich stabil, aber sie und das Baby waren noch nicht über den Berg. Man konnte im Moment nicht viel für die Beiden tun. Ruhe. Ganz viel Ruhe, war das was sie jetzt brauchten. Und Glück. Glück dafür, das ihr Körper es schaffte. Dadurch das Gretchen sich schnell erbrochen hatte, konnte sie das Glück gehabt haben, das der Wirkstoff noch nicht zum Einsatz kam. Aber selbst so ein guter Arzt wie Mehdi konnte es nicht mit Sicherheit sagen, was jetzt genau passieren würde. Aber es war schon mal ein gutes Zeichen, das die Beiden soweit okay waren. Alles andere hatte er nicht mehr in seiner Hand. Die Zeit würde es zeigen.

Mehdi fuhr erschrocken zusammen, als die Tür zu dem Zimmer aufgerissen wurde und sein leichenblasser Kollege Marc Meier vor seinem Bett zum stehen kam. Mehdi stand schnell auf und machte ihm Platz.
Anstelle von Mehdi ergriff nun Marc Gretchens Hand. Der sonst so taffe Oberarzt musste nun auch Schlucken. Gretchen da so liegen zu sehen machte ihn verletzlich und er setzte sich auf die Bettkante. Hatte er es doch gewusst. Dieses Gefühl, welches er die ganze Zeit hatte. Hat ihn doch nicht belogen.
Ohne Mehdi anzusehen sprach er ihn an.
„Was….“ kam nur ein krächzende Stimme aus seinem Mund, so das er sich räuspern musste „…was ist jetzt genau passiert? Aus Sabine war ja nichts zusammenhängendes herauszukriegen.“
Mehdi kramt in seiner Kitteltasche, zog die leere Verpackung raus und hielt sie Marc hin.
„Mifegyne.“ las Marc und drehte sich zu seinem Freund um „Was ist das? Ich kenn das nicht.“
Mehdi steckte die Medikamentenschachtel wieder ein. „Das ist eine Abtreibungspille. Naja, besser gesagt 3 und Gretchen hat….“ „Gretchen hat was?!“ Marc sprang vom Bett hoch und baute sich vor seinem Kollegen auf, der erschrocken einen Schritt zurück wich und beschützend seine Hände etwas hochhielt. „Jetzt sag nicht, das Gretchen die etwa alle geschluckt hat? Warum sollte sie so was tun? Das ist doch Schwachsinn.“
„Woah woah woah. Jetzt beruhig dich mal. Gabi hat ihr die ins Glas getan.“
„Bitte was hat Gabi?“ Marc´s Gesichtsfarbe wechselte von kalkweiß auf puterrot.
Mehdi erzählte Marc was passiert war.
Für einen kurzen Moment war alles still, nur Gretchens regelmäßiger Herzschlag war zu hören. Mehdi ließ seine Arme wieder sinken und fasste seinen Freund mitfühlend an den Oberarm. „Hey…“ Aber erwachte wieder aus seinen Gedanken und schüttelte die Hand weg. „ Wo ist sie?“
„Wer?“
„Gabi du Idiot!“ schrie Marc mittlerweile wieder und machte sich auf den Weg zur Tür. Mehdi konnte ihn aber gerade noch, bevor Marc die Türklinke runterdrücken konnte am Oberarm zu fassen kriegen. „Hey! Warte mal! Die Polizei sucht sie schon.“
„Ja und?! Da werde ich ihr sehr gerne bei behilflich sein!“ Marc versuchte sich aus Mehdis Griff zu befreien.
„Marc!“
„Was denn noch?“
Mehdi machte mit seinem Kopf eine Bewegung zu dem Bett in dem Gretchen lag.
„Die Beiden sind noch nicht über den Berg.“
„Was? Und das sagst du mir erst jetzt?“ Entsetzt ging Marc wieder auf das Bett zu und nahm Gretchens Hand.
Mehdi stellte sich neben ihm und legte ihm eine Hand auf seine Schulter.
„Morgen wissen wir mehr. Sie muss nur die Nacht überstehen.“
„Wie….ähm…geht’s dem Baby?“ kam es nun wieder deutlich leiser aus Marc´s Mund.
„Soweit ganz gut.“
Marc strich über Gretchens Bauch und musste schlucken. Warum musste auch immer ihnen solche Sachen passieren. Wenn er einem Außenstehen von den letzten paar Monaten erzählen würde, die er mit Gretchen verbracht hatte und von den Dingen die passiert waren, würde er wahrscheinlich nur nen Vogel gezeigt bekommen. Das war ja schon nicht mehr normal, was alles passiert war. Aber durch die Dinge die geschehen waren, fühlte er sich immer verbundener mit Gretchen.
Marc setzte sich auf die Bettkante und drehte Mehdi seinen Rücken zu.
„Kannst du uns bitte alleine lassen?“
„Ja natürlich.“
„Danke.“
„Ich komme in einer halben Stunde noch mal wieder. Ich muss noch mal die Herztöne vom Kind überprüfen.“
Ohne sein Blick von Gretchen abzuwenden nickte Marc und Mehdi verließ das Zimmer.

Frieda Offline

PJler:


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29.06.2010 13:51
#189 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hey ihr Lieben! Danke für eure lieben Kommi´s. Ich freu mich so richtig darüber, das ihr meine Geschichte immer noch verfolgt. Hab ja schon ein bisel muffesausen gehabt Deswegen gibt es auch sofort den nächsten Teil!
Ja ich denke auch, das alles Böse bis auf weiteres aus meiner Geschichte eleminiert werden sollte.....deswegen hier schonmal der Anfang! Ich hoffe euch gefällts.

Liebe Grüße
♥Frieda♥


Marc blieb die ganze Nacht an Gretchens Bett und hielt ihre Hand. Selbst als er vor Übermüdung einschlief hielt er sie noch fest in seiner. Auch als Mehdi und anschließend eine Hebamme zur Kontrolle der Herztöne kam, schliefen Marc und Gretchen tief und fest weiter.

Marc träumte…..
„Papaaaa das tut soooo weeeeeeh! Jaulte Marc und sprang auf einem Bein herum wie ein Flummi, während er das andere Bein hielt.
„Na komm mal her.“ Klaus kniete sich zu seinem Sohn runter und versuchte ihn ans stehen zu bekommen. „Jetzt halt doch mal still.“
„Wouhouuuuu!“ zappelte Marc immer noch umher.
Kurzerhand schnappte sich Klaus Marc, hob ihn hoch und setzte ihn auf einen Stuhl ab.
„So und jetzt zeig mal her!“ Klaus wollte sich das aufgeschürfte Knie begucken, aber jedes Mal wenn er auch nur mit den Händen in die Nähe des Knies kam, fing Marc wieder an zu kreischen. Er kannte das schon. Egal wie klein die Macke auch war - Marc verstand es daraus ein Staatsakt zu machen. Lächelnd sah er auf den kleinen Jungen vor sich an.
„Das Bein muss bestimmt adoptiert werden.“ jammerte Marc weiter.
Geduldig atmete Klaus tief ein. „Nein Marc. Auch dieses mal wird dir dein Bein nicht amputiert. Soll ich dir ein Pflaster holen, hm?“
Mit Tränen in den Augen nickte der kleine Junge.


Kurz darauf kam Klaus mit einem buntem Pflaster und mit einem Stückchen Schokolade wieder.
Er gab Marc die Schokolade und klebte ihm anschließend das Pflaster auf. Als er fertig war, schaute er wieder Marc ins Gesicht.
Eine kleine Träne hatte es doch geschafft und kullerte die Wange herunter.
Klaus strich ihm über die Wange.
„Ach komm schon mein Kleiner. Du weißt doch…..“
„Jaja, Männer weinen nicht.“ vollendete Marc den Satz, wie schon so oft.
„Genau.“
Tapfer schluckte Marc den Rest der Tränen runter. Sein Vater musste es ja wissen. Schließlich war er ein kluger Mann. Marc steckte sich denn Rest von der Schokolade in den Mund und schaute seinen Vater mit wässrig schimmernden Augen an.
Klaus musterte ihn.

„Weißt du…..“ und strich ihm über die Haare „ ….du hast die Augen von deiner Großmutter.“
„Komisch. Oma sagt immer, das ich deine Augen habe.“ Marc genoss die liebevolle Berührung seines Vaters. Zu selten sah er ihn. Und wenn er mal da war, hieß es ja auch nicht gleich, das er wirklich Zeit für ihn hatte.
„Das liegt vielleicht daran, das deine Oma meine Mama ist und wir die gleichen Augen haben.“ und strich seinem Sohn weiter über seine Haare.“
Marc schloss seine Augen und versuchte sich die Augen seiner Oma vorzustellen, während er immer noch die Hand auf seinem Kopf spürte.


„Hey.“
Gretchen versuchte schon seit mindestens 2 Minuten ihren schlafenden Freund wach zubekommen, der leise schnarchend halb bei ihr auf dem Bett lag. Sie strich ihm immer wieder über sein volles Haar.
Langsam realisierte Marc, das ihm da wirklich jemand über die Haare strich und öffnete seine Augen.
„Hey“ murmelte er leicht verschlafen zurück, bevor er sich ruckartig aufrichtete und sich über Gretchen beugte. „Endlich Hasenzahn! Wie geht´s dir? Hast du schmerzen?“ überrumpelte Marc sie.
„Gut. Mir geht’s gut. Glaube ich zumindest.“ versuchte Gretchen ihre Gedanken zu ordnen. „Was…was ist denn genau passiert. Ich kann mich nur noch daran erinnern, das Sabine fürchterlich sauer auf Gabi war. Ich wollte dazwischen gehen….ja und dann….??!!“ Gretchen zuckte mit ihren Schulter und versuchte sich aufzurichten.
„Warte…ich helfe dir.“ Marc stellte den Kopfteil vom Bett hoch und schüttelte die Kissen auf. Anschließend half er Gretchen sich aufrecht hinzusetzten. “Gut so?!“
„Alles bestens. Danke.“ immer noch schwach, lächelte sie ihn zaghaft an.
Marc lächelte zurück. Er schaute in die immer noch fragenden Augen seiner Freundin, die ihn nicht aus den Augen ließ. Marc beugte sich vor und nahm sie in den Arm. Er drückte sie fest an sich und spürte die Wärme, die von ihrem Körper ausging. Die Wärme bedeute, das sie lebte. Schnell schob er den Gedanken beiseite, das es auch ganz anderes hätte enden können. Er sog ihren Duft ein. Er brauchte ihn sich nicht einzuprägen. Dieser Duft hatte sich fest in seinem Gehirn eingebrannt und er wollte keinen Tag mehr ohne ihn sein.
„Euch geht es jetzt wieder gut. Mach dir keine Sorgen Hasenzahn.“ murmelte er in ihre Locken.
Gretchen packte Marc an die Schultern und schob ihn ein Stück weit von sich weg, so das sie ihm ihn die Augen schauen konnte.
„Moment mal Marc. Was heißt hier wieder? Würdest du mir bitte jetzt sagen, was passiert ist?“
Anstatt zu antworten schaute er sie nur an. Er wusste nicht so Recht, ob er ihr es jetzt schon zumuten sollte, das sie die Wahrheit erfuhr. Wie sie da so vor ihm saß. Blass, zerbrechlich und so verletzbar……aber dennoch gab sie keine Ruhe.
„Komm schon Marc.“ Gretchen legte eine Hand auf seine und gab ihm einen
Kuß. „Wenn du es mir nicht sagst, dann frag ich jemand anderes.“
Das wollte Marc auch nicht, also fing er an ihr zu erzählen, was am Vortag passiert war.
Als er fertig war rechnete er damit, das Gretchen ausflippen würde, aber nichts dergleichen geschah. Sie blieb ganz ruhig.
Skeptisch beobachtete er sie. „Alles okay mit dir?“
„Ja…ja! Alles okay. Ich hätte nie gedacht, das ein Mensch so hinterhältig sein kann.“ Sie schaute Marc zwar an, aber der Blick ging ins Leere. „Ich verstehe das nicht.“ sagte sie mehr zu sich selbst, als zu ihrem Gegenüber.
„Komm her.“ Marc tat es weh, ihre Traurigkeit in den Augen zu sehen und nahm sie wieder in den Arm „Sie wird ihre gerechte Strafe bekommen.“
Für einen Moment hielt er sie einfach nur fest und sie sagten nichts.

„Guten Morgen ihr Zwei….äh Drei!“ der Halbperser Mehdi Kaan betrat strahlend das Krankenzimmer und ging auf das Bett zu. „Na Gretchen wie fühlst du dich?“
„Gut.“
„Ja das sagen auch deine Werte.“ Mehdi überprüfte noch mal die Monitoren und fing an, Gretchen von den Gerätschaften bzw. von den ganzen Kabeln zu befreien. „Ich glaub die brauchst du jetzt nicht mehr.“ Dankbar lächelte Gretchen ihn an.
„Aber der hier….“ Mehdi tippte auf den Tropf „…bleibt noch dran. Da musst du dich noch gedulden bis die Flasche leer ist. Das wird dich wieder aufpäppeln.“
Gretchen fasste Mehdi an den Unterarm „Danke Mehdi.“ Bevor Mehdi was dazu sagen konnte, meldete sich auch Marc zu Wort „Ich danke dir auch.“ Der Gynäkologe lächelte Beide an. „Nichts zu danken. Dafür bin ich ja da.“
„Nein, ich meine das wirklich so. Wenn du nicht dagewesen wärst, wer weiß wo Gretchen jetzt liegen würde. Soviel ist sicher - bestimmt nicht hier.“
Mehdi nickte. „Ja ich weiß. Aber es ist ja noch mal alles gut gegangen. Und wenn ihr euch bei noch jemanden bedanken wollt, dann ist das Sabine. Wäre sie nicht da gewesen, hätte ich es noch nicht mal mitbekommen.“
Jetzt nickte Marc. Wieder einmal war die Krankenschwester zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen und hat geholfen. Vielleicht sollte er seine Antipathien gegenüber Sabine noch mal überdenken. Sie scheint, auch wenn sie nervig sein konnte, doch eine gute Seele zu sein.
„So.“ Mehdi ging um das Bett herum „Ich komme nachher noch einmal wieder um ein Abschlußultraschall vom Baby zu machen. Und wenn alles in Ordnung ist und du dich fit genug fühlst, dann kannst du von mir aus schon nach Hause. Natürlich nur wenn du dich da weiter schonst.“
„Versprochen.“ Gretchen lächelte ihm zu.
„Fein. Dann bis später. Du solltest vielleicht noch ein bisschen schlafen, hm?!“ zwinkerte er ihr zu.
„Mach ich.“ Gretchen bat Marc ihr Kopfteil wieder herunter zu stellen, als ihr noch was einfiel „Ach Mehdi warte mal!“ rief sie ihm noch hinterher, als er gerade die Tür hinter sich zuziehen wollte.
„Ja?“
„Du….ähm…“ Gretchen schaute zögerlich zu Marc rüber und dann wieder zu Mahdi „….da jetzt Dr. Bleifuss ja jetzt in Rente geht, da hab ich mir gedacht, ob nicht vielleicht du….also ich mein…..“ wieder linste sie zu Marc rüber, genauso wie Mehdi der sich schon denken konnte, was sie fragen wollte. Der aber blieb ganz ruhig. Er blieb bei seiner Entscheidung. Wenn sie es so wollte, konnte er nichts dagegen sagen. Schließlich hatte Mehdi ja auch wieder einmal bewiesen, das er ein sehr guter Arzt war.
„….ob du nicht mein neuer Gynäkologe werden möchtest.“ vollendete sie endlich den Satz.
Anstatt zu antworten schaute Mehdi aber nur zu Marc und wartete auf Einwände. Zum erstaunen seinerseits nickte dieser aber nur kurz. „Ja….ähm..ja klar. Wenn das für euch okay ist. Ich mein schließlich war ich ja mal dein Freund und…..“ „Überleg dir was du jetzt sagst!“ quatschte Marc dazwischen und stand auf „Sonst überdenke ich die ganze Sache noch mal.“
„Okay, okay!“ Beschwichtigend hob Mehdi seine Hände und wandte sich dann wieder zu Gretchen. „Wenn du das möchtest, dann mache ich das sehr gerne.“
„Danke.“
„Bitte.“

Als Mehdi weg war, deckte Marc seine Freundin noch zu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Ich komme nachher noch mal wieder. Ich hab jetzt erstmal was zu erledigen.“
Gretchen kuschelte sich in die Decke ein. Jetzt erst merkte sie, wie müde sie eigentlich immer noch war, obwohl sie die ganze Nacht geschlafen hatte.
„Schlaf schön.“
Aber das bekam sie schon gar nicht mehr wirklich mit, denn ihre Augen fielen zu und sie schlief ein.

Wenige Stunden später, staunte eine junge blonde Krankenschwester nicht schlecht, als sie die Tür von ihrem Appartement öffnete und ein Mitarbeiter von Fleurop ihr einen üppigen Blumenstrauß entgegen hielt.
Mit geröteten Wangen stellte sie die Blumen in die Vase. Mit hüpfenden Herzen musste sie daran denken, was für ein Glücksgriff ihr neuer Freund Pedro doch war. Er schickte ihr Blumen - einfach so.
Vorsichtig nahm sie die kleine Karte aus dem Strauß. Sie freute sich schon auf die lieben Worte die sie bestimmt gleich von ihm lesen würde.
Gespannt öffnete sie die Karte.

Sie musste die Karte wirklich zweimal lesen und setzte sich anschließend ziemlich gerührt auf das Sofa, während sie die Karte an ihre Brust drückte.
Die Blumen waren von ihren Chef. Die Karte hatte er sogar selbst geschrieben. Nicht diktiert. Er meint es wirklich ernst zu meinen. Dr. Marc Meier bedankte sich bei ihr. Okay zwar nicht höchstpersönlich, aber das war trotzdem Balsam für ihre Seele.
Geht doch. Insgeheim hoffte sie, das endlich mal friedlichere Zeiten im EKH aufkommen würden. Jetzt wo Gabi sich selbst ins Aus geschossen hatte und auch noch Dr. Meier anscheinend handzahm wurde. Was will man denn eigentlich mehr?!



„Soooo……dann wollen wir doch mal gucken was der kleine Racker so macht, hm?!“ Es war mittlerweile schon früher Nachmittag und Mehdi bereitete alles für den Ultraschall bei Gretchen vor.
„Martchen geht´s gut. Das spüre ich.“ Sichtlich erholt strahlte Gretchen Mehdi an.
„Bitte wem?“ fragte der Gynäkologe lachend.
„Na Martchen!“ wiederholte sich Gretchen. „Man nehme zu gleichen Teilen ein bisschen Marc und ein bisschen Gretchen und fertig ist das Martchen!“ Die junge Ärztin grinste über bei Wangen. Sie fand es irgendwie doof immer °das Baby° oder °es° zu sagen. Martchen war ihr irgendwie so in den Sinn gekommen. Und solange sie noch nicht wusste was es werden würde, fand sie das für eine gute Lösung.
„Okaaaaaay!“ Mehdi konnte nicht aufhören zu grinsen. Sie war einfach nur zu süß. Wie sie da mit rosigen Wangen vor ihm saß. Er wusste ganz genau, warum er sich damals mit Haut und Haaren in sie verliebt hatte. „Ja dann wollen wir mal gucken was Martchen so macht.“

„Entspann dich. Es ist bestimmt alles in Ordnung. Ja gut….also……hier kann man sehr gut den Mutterkuchen sehen….siehst du?!“ Mehdi tippte auf den Monitor, damit Gretchen ihm folgen konnte. „…ja sieht doch prima aus. Dann wollen wir doch mal weiter gucken…..also und da ist der kleine Knirps auch schon.“
„Martchen!“ korrigierte sie ihn lächelnd.
„Ja genau Martchen. Sorry!“ lachte Mehdi wieder. „So…warte mal….“ Mehdi bewegte den Utraschallkopf noch ein wenig „Schau mal Martchens Herz.“ Mehdi schaute in ihr Gesicht. Er wusste das solche Momente immer besonders waren, wenn die Mutter das erste mal das Herz von ihrem ungeborenen Baby schlagen sah. „…und hör mal.“ Er drehte an einem kleinen Knopf am Monitor. Ein leises, gleichmäßiges, schnelles Klopfen erfüllte den Raum. Was natürlich nicht seine Wirkung verfehlte. Schlagartig schossen Gretchen die Tränen in die Augen. Vor Glück versteht sich. Mehdi streichelte ihr über den Unterarm und freute sich mit ihr. Auch wenn es leider nicht sein Kind war, was er mit Gretchen zusammen bekam, wünschte er ihr jedoch alles Glück auf Erden.

Gretchen wünschte sich aber in diesem Moment nichts sehnlichster, als das Marc diesen wunderbaren Augenblick mit ihr zusammen erleben würde. Wo steckte er denn eigentlich. Er wollte doch dabei sein.
„Hört sich gut an.“ riss Mehdi sie aus ihren Gedanken. „Ich schau mir noch eben schnell den Rest an und dann bist du auch schon fertig.“
Gretchen fand es irgendwie schade, das alles so schnell ging. Sie hätte ihrem Baby noch stundenlang dabei zusehen können, wie es in ihrem Bauch heranwuchs.

Jüst in den Moment polterte ein junger Oberarzt abgehetzt zur Tür herein.
„Sorry, ich habs nicht eher geschafft. Unten war noch eine Not OP angesagt.“ Marc knallte hinter sich die Tür zu, was Gretchen zusammen zucken ließ. Nicht aber Mehdi. Der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und schaute weiter auf die Endeckung, die er gerade gemacht hatte. „Oh, wenn haben wir denn da?“ murmelte er sich in seinen imaginären Bart.
„Jaja. Ich weiß ich bin zu spät. Aber jetzt bin ich ja da.“ Marc beugte sich über Gretchen und gab ihr einen Begrüßungskuss.
„Hey!“ sagte er sanft zu ihr und stupste mit seiner Nase die ihre an, worauf sie ihm ein lächeln schenkte.
„Dich meinte ich gar nicht Marc.“ mischte sich jetzt auch Mehdi ein. „Ausnahmsweise geht es heute mal nicht um dich.“
Fragend sahen die Beiden erst sich und dann den Gynäkologen an.
„Sondern?“
Ohne Worte und mit einem dicken Grinsen im Gesicht drehte er den Beiden den Monitor, mit dem Standbild von seinem Fund, welches er soeben gemacht hatte, etwas weiter zu, damit sie es besser sehen konnten.
Marc hatte zwar nicht viel Ahnung von der Gynäkologie, aber selbst er erkannte, was dort zu sehen war und musste sich erstmal setzten.

Was Mehdi da wohl endeckt hat? Ich glaub das ist nicht schwer zu erraten, oder?

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

01.07.2010 10:57
#190 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Bingo! Na sichi bekommt unser Chaos-Pärchen Zwillinge. Ich finde es passt zu den Beiden und ihr turbolentes LebenOder?!
So...jetzt geht es erstmal weiter.

Liebe Grüße
Frieda


„Ich…..ich brauch nen Bier. U-u-u-u-und ne Zigarette.“ stammelte Marc vor sich her.
Sein Blick wanderte durch das Zimmer. Sein Instinkt schrie in diesem Moment laut und deutlich das Wort aus. Flucht! Da! Die Tür! Marc sprang plötzlich wieder aus seinem Stuhl hoch, in dem er sich gerade niedergelassen hatte und sprintete zur Tür.
„MARC!“
Der Oberarzt blieb kurz stehen, drehte sich um und ging zu Gretchen.
„Tschuldigung Süße. Du kannst nichts dafür……naja ein bisschen schon, aber äh..ich lieb dich trotzdem.“ drückte, der neben sich stehende Marc, ihr nen Kuss auf den Mund und verschwand durch die Tür.
Prompt füllten sich ihre Augen wieder mit Tränen. Mehdi reagierte sofort und legte die Sachen bei Seite. „Hey….“ er half ihr von dem Stuhl herunter und umarmte sie „…gib ihm ein bisschen Zeit. Er meint es doch nicht böse. Er ist einfach nur……überfordert. Du musst auch bedenken, das sein Leben sich komplett verändert hat, seit du mit ihm zusammen bist. Das kann selbst mal einen Marc Meier umhauen.“
Gretchen konnte ihre Tränen nicht mehr zurück halten. „Für mich ist das doch auch alles neu. Man, ist doch wahr. Anstatt sich zu freuen, haut er einfach ab.“
„Ach komm schon Gretchen. Du kennst doch Marc. Du wirst sehen, alles wird gut, hm?!“
„Meiiiiiinst duuuu?“ heulte Gretchen ihm auf seine Schulter.
„Natürlich. Komm schau mal.“ Mehdi löste die Umarmung um anschließend das Ultraschallbild auszudrucken und hielt es Gretchen hin. Er stellte sich neben sie. „Darf ich vorstellen: Martchens Geschwisterchen. Da hat sich wohl jemand bei der letzten Untersuchung super versteckt! Das erklärt auch warum dein ß-HCG so hoch ist.“
Endlich war auch ein Lächeln zwischen den ganzen Tränen in ihrem Gesicht zu sehen. Zwillinge! Ihr Leben nahm immer verrücktere Züge an.
Den Tränen wich ein Lachen. Sie spürte wie sich endlich wieder die Glücksgefühle einer werdenden Mutter in ihr breitmachen. Freudig umarmte sie Mehdi.
„Ich werde echt noch verrückt.“ Lachend hüpfte sie an Mehdi´s Hals. „Zwillinge. Haha. Das glaubt mir keiner.“
Mehdi freute sich zwar mit ihr, aber rein vorsorglich löste er die Umarmung wieder auf. Schließlich konnte ihm ja keiner sagen, ob Marc nicht vielleicht doch wieder zur Tür rein kam. Er glaubte nicht, das es so gut kam, wenn er sah das sie sich umarmten.
„Ich muss Marc suchen.“ Gretchen suchte ihre Sachen zusammen.
„Ähm….ich glaub das ist keine so gute Idee. Lass ihn. Er muss sich erstmal wieder….“ „Nein! Ich muss jetzt zu ihm.“ und sie machte sich auf die Suche nach Marc.


Gretchen suchte das halbe Krankenhaus ab, bevor ihr endlich Pedro an der Pforte weiterhelfen konnte.
„Jaaaa, den hab ich gesehen. Der ist hier vorhin hergegangen. Richtung Park ist er glaube ich gegangen. Er sah ziemlich mitgenommen aus. Ist was passiert?“
„Äh nein. Alles supi! Danke Pedro!“
„Bitte!“ Pedro sah Gretchen hinterher, wie sie zum Park rannte.

Marc saß auf einer Bank und setzte zum nächsten Schluck Bier an, als sich plötzlich jemand neben ihm setzte, worauf er wieder die Flasche sinken ließ, kurz zur Seite schaute „Hasenzahn.“ und wieder ansetzte um einen großen Schluck zu nehmen.
„Marc!“ Gretchen nahm ihm die Flasche aus der Hand. Wie sollten ihm denn die Patienten Vertrauen schenken, wenn ihr Arzt am helligten Tag, im Park Bier trank. Marc protestierte nicht. Statt dessen fummelte er sich umständlich seine Zigarettenschachtel aus seiner Hosentasche und zündete sich eine Zigarette an.
Gretchen beobachtete ihn, wie er den Rauch aus dem Mund blies.
„Freust du dich denn gar nicht?“
Er nahm noch einen tiefen Zug und bevor er sich ihr zu wandte.
„Weißt du Hasenzahn…….ich komm nicht mehr mit.“
„Was…..meinst du?“
„Mit allem.“
„Ähm..muss ich das jetzt verstehen?!“
Marc drehte sich wieder weg, schaute wieder nach vorn und nahm einen weiteren Zug von seiner Zigarette.
„Vor ein paar Monaten noch, da……da war ich alleine. Du weißt wie mein Leben war?!“ Marc schaute sie kurz an und vernahm ein zurückhaltendes nicken von ihr, bevor er wieder nach vorne schaute. „Ich konnte machen was ich wollte. Hatte keine Verpflichtungen….gar nichts. Und dann kamst du.“
„Marc, willst du damit….“ „Nein warte. Lass mich zu ende reden. Ich möchte versuchen dir zu erklären was gerade in mir vorgeht.“ Wieder schaute er zu ihr und Gretchen nickte. „Du hast mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, das ich mein altes vermisse. Du tust mir gut. Das weiß ich, auch wenn ich es erst nicht wahrhaben wollte. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. ABER, ich hatte kaum Zeit mich daran zu gewöhnen, da hieß es schon, das wir bald zu Dritt sein werden. Ey ich werde Vater!“ Marc zeigte auf sich selber und machte einen ungläubigen Gesichtsausdruck „Ich kann es mir immer noch nicht vorstellen, wie es sein wird einer zu sein. Aber…..“ endlich drehte er sich wieder Gretchen zu und rückte näher an sie ran, bevor er ihre Hand nahm „….auch darauf freue ich mich.“
Gretchen lächelte verlegen und strich ihm eine Strähne aus der Stirn.
„Und dann……vor nicht mal einer Stunde erfahre ich das wir bald sogar zu Viert sind!“ Marc fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Alleine schon der Gedanke machte ihn wieder nervös. „Und was ist dann bei der nächsten Untersuchung?“ Marc Tonlage wurde etwas höher und Gretchen sah den leichten Anflug von Panik in seinen Augen aufblitzen „Sind wir dann etwa zu Fünft?“
„Marc. Das ist doch Blödsinn.“ hoffte sie zumindest insgeheim. „Für mich ist es doch auch eine Überraschung, an die ich mich erst gewöhnen muss.“
„Das ist nicht das Selbe.“
„Doch ist es wohl. Zumindest fast. Okay…ich gebe ja zu etwas anderes ist es schon. Bei mir ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin dir zusammen gekommen. Das was ich mir schon immer gewünscht habe. Ja und wir werden zusammen Eltern. Zugegeben, vielleicht geht wirklich alles ein bisschen schnell, aber es ist doch auch was schönes. Jaaa okaaaay, das Schicksal war wieder mal ein bisschen schneller als wir und jetzt bekommen wir eben Zwillinge…“ Marc entfuhr bei dem Wort °Zwillinge° ein kläglicher Seufzer und verdrehte die Augen „…hey…WIR kriegen das hin, hm?“
„Ich…ich weiß nicht Hasenzahn.“
Die junge Ärztin wollte aber nicht aufgeben und zog das Ultraschallbild aus ihrer hinteren Hosentasche, welches ihr Mehdi vorhin gegeben hatte. Sie rückte ganz nah neben Marc, so das sich ihre Oberschenkel berührten. Mit dem Bild in der Hand legte sie ihren Arm auf sein Bein, so das er es sehen konnte. Auch wenn er nur zu gut wusste, was sich darauf befand, konnte er nicht anderes und schaute es ebenfalls an, während Gretchen ihren Kopf an seiner Schulter lehnte.
„Schau doch mal….“
„Mmmhmm.“
„Sind die nicht süß?“
„Mmmhmm.“
Gretchen stupste Marc mit ihrem Oberarm gegen seinem.
„Ach komm schon.“
„Zeig mal her.“ Er riss ihr das Bild aus der Hand um es näher betrachten zu können. Lächelnd beobachtete Gretchen ihn.
„Die sind nicht süß, sondern gutaussehend. Ganz wie ihr Papa. Das sieht man doch wohl. Mädchen sind süß - Jungs gutaussehend. Somit wäre das Geschlecht ja wohl auch klar.“ und drückte Gretchen wieder das Bild in die Hand.
„Also ich….“ und drückte Marc wieder das Bild in die Hand „..finde sie süß. Eben genau wie die Mutter.“
Für einen kleinen Moment hielt er inne. Gab es noch etwas °schlimmeres° als Zwillinge zu bekommen?!
Eindeutig ja. Wenn sie Beide weiblich waren.
Marc konnte die Fussel, von dem ganzen rosa Plüsch, der in Zukunft von seiner Wohnung Besitz ergreifen würde schon in seinem Hals spüren. Er rieb sich seinen Hals und räusperte sich.
„Alles okay mit dir Marc?“ Für einen kurzen Moment hatte Gretchen das Gefühl gehabt, das ihr Freund sich langsam an die Situation gewöhnt hatte. Aber sein Gesichtsaudruck erzählte etwas anderes.
„Hasenzahn…..“ Marc gab ihr das Bild zurück und stand auf „…ich kann das nicht!“
Ungläubig darüber, was sich gerade vor ihren Augen abspielte, starrte sie ihn an.
„E-es tut mir leid.“ Bei den Worten schaute er nur auf den Boden, denn er konnte nicht in ihr Gesicht sehen. Er ging.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

01.07.2010 19:58
#191 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Mädels, Mädels, Mädels - ihr sollt euch doch bei der Hitze nicht so aufregen
Aber ersteinmal danke für eure Kommi´s auch wenn sie zu einem
sehr großen Teil aus , und bestehen, freue ich mich trotzdem darüber
Habe aber trotzdem °rein vorsichtshalber° meine Kiddis ins Haus geholt und die Rollläden runtergelassen, mein weiß ja nie sicher ist sicher
Aaaaber da ich heute suuuuper gut Laune habe, die ich mir auch von nichts und niemanden nehmen lasse, stelle ich noch einen kleinen Teil rein. Mmmmhhh...ob ich dannach vielleicht umziehen muß?! Müßt ihr schon selber lesen
Aber ich möchte noch eben mal kurz was zu Marc´s Verteidigung sagen, dann höre ich auch auf mit dem gequatsche.
Also ich finde es eigentlich garnicht so abwägig, das Marc so in etwa reagiert. Man muß sich mal wirklich vor Augen halten, was sich alles bei ihm Schlag auf Schlag alles geändert hat. Jüst mit seiner Freundin zusammen und schon nach ein paar Wochen schwanger. Dann auch noch die Nachricht das es Zwillinge werdenDas ist eine mind. 500%ige Änderung seines Lebens - da muß MANN schon erstmal irgendwie mit klar kommen
Ok - bin jetzt auch schon ruhig...weiter gehts!

Liebe Grüße
Frieda



Gretchen wusste nicht, was sie als erstes fühlen sollte. Sollte sie traurig sein? Anfangen zu weinen, wie sie es immer tat.
Sich dem einfach fügen? Schließlich konnte sie ihn zu nichts zwingen.
Vielleicht schreien, einfach nur schreien. Das wäre auch eine Möglichkeit.
Oder vielleicht doch wütend sein? Ja genau Wut - gerade zu unbändige Wut, stieg plötzlich in ihr auf. Sie sprang von der Bank hoch und rannte ihm hinterher. Dieses Situation benötigte wenigstens einen vernünftig funktionierenden Menschenverstand.
„Du bist ein Feigling Marc Meier. Ein riesengroßer Feigling.“
Marc blieb stehen und drehte sich zu ihr um. Er schaute in das mittlerweile rot angelaufene Gesicht von seiner Freundin. Ihre Locken standen wild vom Kopf ab.
„Ich….“
„Ja immer nur du, du, du.“
„Aber…“
„Nichts aber. Marc, es geht nicht immer nur um dich und deinen Gefühlen. Werde endlich mal erwachsen und stell dich deiner Verantwortung. Das Leben hat seine eigenen Spielregeln. Mein Gott. Glaubst du etwa nicht, das ich Angst davor habe, was uns in der Zukunft erwarten wird? Ob ich es schaffen kann, eine gute Mutter zu sein?! Geschweige denn, du ein guter Vater?“
Marc schaute sie nur still an und startete keinen neuen Versuch sich zu verteidigen.
„Marc….“ Gretchen griff nach seiner Hand und er ließ es zu, das ihre warme Hände seine nahmen. „…ich weiß, das es alles ein bisschen schnell geht.“ versuchte es Gretchen nun ein bisschen sanfter „ Aber wir können das schaffen. Warum denn auch nicht? Wir lieben uns doch. Wir lieben uns doch so sehr, das wir ein großes Stück unserer Liebe an unseren Kindern weitergeben können. Wir haben doch schon so vieles geschafft.“ Gretchen legte Marc´s Hand auf ihren Bauch und schaute ihn an.
Für einen kurzen Moment überkamen Marc wieder diese Fluchtgefühle und wollte die Hand zurückziehen. Aber irgendetwas hielt ihn zurück. Er hob seinen Kopf an und schaute kurz in die blauen Augen der Frau in der er sich verliebt hatte. Ihr Blick verriet, das sie hier und jetzt eine klare Antwort haben wollte. Unsicher schaute er wieder auf den Bauch wo seine Hand flach ruhte und strich instinktiv mit seinem Daumen darüber.
Da, genau da wo jetzt seine Hand lag, waren nur ein paar Zentimeter von ihm getrennt seine Kinder. Er legte seine Hand etwas fester auf, so als könnte er sie dann fühlen. Was natürlich nicht möglich war. Aber er hatte das Gefühl, als wäre er ihnen näher. Marc schloss für einen kleinen Augenblick seine Augen.


Ein beschämendes Gefühl überrollte ihn.
Er war so ein Idiot. Direkt vor ihm stand die tollste Frau der Welt und er war gerade im Begriff ihr den Rücken zuzukehren. Was in aller Welt war nur in ihn gefahren? Das war ganz klar ein akuter Fall von durchgebrannter Sicherung gewesen.
Marc streckte seine Hand aus und zog Gretchen langsam zu sich ran.
„Ich bin manchmal so ein Idiot Hasenzahn.“
Ein kleines lächeln huschte über ihre Lippen „Ich weiß!“
Verlegen lächelte Marc zurück und schloss Gretchen fest in seine Arme.
Wenn sie sagte, das sie es gemeinsam schaffen würden, dann schafften sie es auch.
Marc zog seinen Kopf etwas zurück um sie ansehen zu können.
Er war ihrem Gesicht ganz nahe, so das sie seinen Atem auf ihren Lippen spüren konnte. Aber er ließ sie nicht aus den Augen. Flüsternd wiederholte er noch mal, was er gerade gedachte hatte. „Wir schaffen das!“ und kam ihren Lippen noch ein kleines Stückchen näher, was eigentlich schon kaum möglich war.
„Ja das tun wir.“ hauchte Gretchen kaum hörbar zurück.
Ihre Lippen überwunden das letzte kleine bisschen Distanz von einander und trafen sanft aufeinander. Ganz behutsam küssten sie sich, als wäre es das erste Mal. Gretchen hatte das Gefühl, als würde sich alles um sie herum drehen…..die Bäume, die Bank, die Leute die an ihnen vorbeigingen und anfingen zu lächeln, als sie das verliebte Pärchen sahen. Selbst bei Marc setzte mal wieder der Verstand aus. Die zärtlichen Berührungen von Gretchen, das wilde Herzklopfen in seiner Brust und Gretchens Glaube an sie Beide, ließen die Zweifel mit dem kühlen Januarwind davonfliegen. Er bekam noch nicht einmal mit, als er Gretchens Hals mit ganz zarten Küssen bedeckte und sie ihren Kopf kichernd in den Nacken warf, das ein älteres Paar nicht unweit neben ihnen stand und die Beiden beobachtete.
„Ach Ernstl, schau mal.“ Die alte Dame hob ihren Krückstock etwas an und deutete auf Marc und Gretchen. „So jung und unbeschwert möchte ich auch noch mal sein.“
„Mmmhhhhh.“ Machte ihr Mann und konnte sich ebenfalls ein lächeln nicht verkneifen. Ja seine Waltraud war damals schon ein fescher Feger gewesen. Nur zu gern erinnerte er sich an die Zeit zurück, als Nächte lang in der alten Gartenlaube ihrer Eltern knutschenderweise verbracht hatten. Wann hatte sie sich eigentlich das letzte Mal geküßt. SO geküßt?!
Als wenn Waltraud seine Gedanken lesen konnte stupste sie ihn an. „Wann hast du mich eigentlich das letzte mal so geküsst Ernstl?!“ und schaute ihren Mann sanft an. Selbst nach all den Jahren, schaffte es seine Frau immer noch im Schmetterlinge in den Bauch zu zaubern. So wie auch jetzt gerade. Dieser Blick! Das war genau der selbe warum er sich mitunter damals in sie verliebt hatte.
„Heute Traude.“ sagte er leise und beugte sich zu seiner, einen Kopf kleineren Frau hinunter, um sie zu küssen.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

06.07.2010 17:49
#192 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hey Ihr! Heute gibt´s mal einen eeeetwas längeren Teil. Ich hoffe es ist ok. Wußte aber nicht so recht wo ich ihn teilen sollte. Und da ich grad leider nicht so viel Zeit habe, konnte ich auch nicht korektur lesen. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel und überseht einfach mal die Rechschreibfehler bzw. seltsam geschrieben Sätze
Ich bin dann auch schon wieder weg, aber ich wünsche euch noch viel Spaß beim lesen!

Liebe Grüße
Frieda



Die Tage und Wochen vergingen und langsam aber sich hielt der Frühling auch in Berlin Einzug. Ein bisschen spät vielleicht, weil es war mittlerweile Mitte Mai und die Leute waren schon längst bereit dazu, endlich wieder die Picknickdecken und ihre eingestaubten Fahrräder aus dem Keller zu holen.

Auch Marc wurde von der Energie gepackt, die die warme Frühlingssonne mit sich brachte. Zusammen mit Jan, brachte er Maja wieder auf Vordermann. Das alte Schätzken hatte einen neuen Anstrich bitter nötig und die Heizung war ja auch noch immer defekt. So bekam Maja einen sonniggelben Touch verpasst. Marc´s Meinung war, das im Moment keine andere Farbe besser gepasst hätte. In seinem Leben stimmte im Moment einfach alles. Er ging quasi auf der Sonnenseite des Lebens. Gretchen die mittlerweile schon im 5 Monat war ging es gut. Sie blühte mit der Schwangerschaft auf und in Marc´s Augen, wurde sie von Tag zu Tag schöner, falls das überhaupt noch möglich war. Ihren Bauch konnte sie mittlerweile auch nicht mehr verbergen. Er wuchs und wuchs. Marc hatte das Gefühl, das wenn er morgens seine °Guten Morgen Küsschen° für die beiden Zwerge darauf verteilte und das gleiche, mittlerweile eingespielte Ritual Abends wiederholte, der Bauch an Umfang schon wieder zugenommen hatte.
Den Kindern ging es ebenfalls gut. Sie entwickelten sich prächtig, was ja nicht immer für Zwillinge typisch war. Alles stimmte.
Immer wieder konnten Marc und Gretchen sich in irgendwelche Endlosdiskussionen verwickeln, wenn es um das Geschlecht der Beiden Kinder ging. Marc´s Standpunkt war klar von ihm vertreten und so änderte er seine Meinung nicht, das es natürlich zwei Jungs werden würden. Noch so jedes, kleine Indiz musste dafür herhalten.
„Schau dir deine schlanke Taille an Hasenzahn. Die hat man nur, wenn man Jungs bekommt.“
„Hahaha Marc Meier. Du solltest mal unbedingt deine Augen untersuchen lassen. WO bitteschön, siehst du hier noch eine Taille?“ Gretchen zeigte mit ihren Finger auf die Selbige „Und außerdem, wer erzählt so nen Blödsinn?“
Marc gab ganz bestimmt preis, das er das von Sabine hatte. Die im Moment auch nichts lieber tat, als zu analysieren, was für ein Geschlecht die Kinder wohl hatten.
„Das ist kein Blödsinn, sondern ein Gesetz Hasenzahn.“ und Marc zog eine Augenbraue hoch und legte einen °Na! Noch irgendwelche Einwände?!° Blick auf.
Gretchen seufzte und hob beschwichtigend ihre Hände. Marc war kein Stück davon abzubringen. Aber letztendlich würden sie sich eh überraschen lassen müssen. Bis jetzt hatte Mehdi auf dem Ultraschall nichts sehen können. Geschickt drehten sich die Kinder immer so, das man nicht erkennen konnte, was natürlich wiederum für neue Spekulationen sorgte.

Auch Gretchen fühlte sich so glücklich wie noch nie zuvor in ihren Leben. Marc las ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und kümmerte sich liebevoll um sie. Jeden Morgen kochte er ihr eine große Kanne mit Apfeltee, gegen die immer wiederkehrende Übelkeit, mit der sie sich immer noch rumplagte. Wenn sie mitten in der Nacht Appetit auf Kuhfleckeneis mit Sahne bekam fuhr er sofort los und klapperte alle Tankstellen ab, bis er eine gefunden hatte, die das Eis verkaufte. Selbst wenn sie, zu Marc´s Verwunderung wie man so was überhaupt runterschlucken konnte ohne sich anschließend nicht gleich darauf zu übergeben, mal wieder Heißhunger auf Schokoladendonuts mit Tzatziki bekam, besorgte er es ihr.
Verspannter Rücken? Kein Problem! Sie brauchte nur mal ihren Nacken zu reiben und ein unentspanntes Gesicht aufzusetzen schon lies er das Badewasser ein und konnte sich keine Viertelstunde später einer wohltuenden Massage, in einen angenehm duftenden Bad hingeben. Was wollte sie da noch mehr?
Beide konnten es kaum abwarten endlich Eltern zu werden. Aber bis dahin hatte es ja noch ein bisschen Zeit. Das war auch ganz gut so. Denn momentan hatten sie ein ganz anderes Problem.

„Marc. Maaaaaahaaaarc!“ Gretchen studierte wie jeden Dienstag und Samstag Morgen mal wieder intensiv den Immobilienteil der Tageszeitung. „Komm doch mal gucken!“ rief die junge Blonde aus der Küche heraus. Marc trabte, mit einem Badetuch um seine Taille geschlungen und mit einem weiteren Tuch sich die Haare rubbelnd, aus dem Badezimmer in die Küche.
Marc´s frisch geduschter, wohl duftender Körper eilte ihm voraus und Gretchen ließ die Zeitung sinken und drehte sich zur Tür rum.
Da stand er im Türrahmen. Spärlich mit einem Tuch bekleidet und rubbelte immer noch mit dem Tuch in seine Haare rum. Einfach so. Was erlaubte er sich eigentlich, mir nichts dir nichts so lecker da rumzustehen. Ne Unverschämtheit war das.
Gretchen merkte wie es bei dem Anblick ihres Freundes in ihrem Körper anfing zu kribbeln. Er sah auch einfach zum anbeißen aus. Kleine Wasserperlen benetzen seine Haut und glitzerten im Licht.

„Hast du mich gerufen? Ich war mir nicht sicher, weil die Badezimmertür zu war.“ nichtsahnend was in seiner Freundin vorging, wuselte Marc sich jetzt mit seinen Fingern ein wenig die Haare zurecht. Und wie es der Zufall so wollte, löste sich von seinen Bewegungen etwas die Stelle an seinem Handtuch, an dem er das Ende festgeklemmt hatte und das Tuch rutschte ein wenig tiefer an Marc´s Hüfte runter.
Das entging Gretchen natürlich nicht. Ihr Blick blieb an der frei gewordene Stelle seines gut gebauten Körpers kleben.
Verträumt spielte Gretchen mit einer Haarsträhne und wickelte sie immer wieder um ihren Zeigefinger, während sie Marc nicht aus den Augen ließ. Komischerweise, seit sie schwanger war wuchs ihre Lust an Sex ständig. So wie jetzt.
Marc nahm ihre begehrende Blicke nicht wirklich war und schaute an Gretchen vorbei zum Tisch. Als er die Zeitung entdecke nahm er sich hoch und überflog die Anzeigen.
„Und? War heute was dabei?“
Gretchen saß nun unmittelbar neben Marc der neben ihr stand. Der Duft, der von ihm ausging stieg ihr wieder in die Nase und sie schloss ihre Augen.
Es ist unfassbar. Er steht einfach nur da und macht mich ganz wahnsinnig
Mit immer noch geschlossenen Augen ging sie mit ihren Kopf näher an seinen Arm und schnupperte weiter ungeniert an ihm rum.
Marc klappte die Zeitung halb zu und blickte zu dem Lockenkopf runter.
„Äh Hasenzahn? Was wird das genau, wenn du fertig bist?“
Aber Gretchen war so im Reich der Düfte und Fantasien abgeschwirrt, das sie gar nicht merkte, das sie angesprochen wurde.
„Ey las das. Das fängt an zu kitzeln.“ Gretchens Nase wanderte langsam Marc Unterarm runter. „Ja sage mal…..“ Marc zog seinen Arm weg und legte die Zeitung beiseite, worauf Gretchen das schnüffeln abrupt einstellte, zu ihm hoch guckte und ihn frech angrinste. Marc zog eine Augenbraue hoch.
„Maaaahaaaarc……“ Gretchen strich ihn zärtlich über seinen Arm und stand dabei auf. Jetzt erst nahm Marc wahr, das seine Freundin auch nicht wirklich viel anhatte. Gretchen stand nun in weißen Pantys und einem engem Trägertop vor ihm, der ihren Babybauch noch mehr zur Geltung brachte. Was Marc aber keineswegs störte. Ganz im Gegenteil.
„Jaaa?“ Er dreht sich ihr zu und umfasste ihre Taille.
„Sag mal…..“ Sie fuhr im langsam mit dem Finger von der Brust an bis zu seinem Handtuch runter und hielt inne „ …..habe ich dir eigentlich schon heute gesagt, das ich dich liebe?“
Auch Marc fing an mit seinem Zeigefinger ihren Hals entlang zu gleiten bis er bei ihren Ausschnitt ankam. „Jaaa Hasenzahn, gleich nach dem aufstehen und dann noch mal als ich duschen gegangen bin.“
Gretchen löste mit einem Handgriff Marcs Badetuch, welches er um die Hüfte trug und nun zu Boden fiel.
„Hab ich dir denn auch schon gezeigt, wie doll ich dich liebe?“ Sie beugte sich vor und begann seine Brust zu küssen.
Marc spürte wie sich sofort seine Härchen am Körper aufrichteten und ein zartes kribbeln seine Haut benetzte. „Hey du kleiner Nimmersatt.“ schnurrte Marc und schob einen Träger von ihrem Top zur Seite damit er ihre Schulter küssen konnte. Gretchen legte ihren Kopf in den Nacken, so das sich ihre Haare wie ein golden schimmernder See, in sanften Wellen über ihren Rücken legte. Stück für Stück bahnten sich seine Lippen einen Weg hinunter zu ihren Brüsten, die er ebenfalls mit Küssen bedeckte.
Gretchen stöhnte kurz auf, als Marc ihr Tob ein wenig zur Seite schob und er anfing ihre Brustwarzen zu liebkosen.
„Wisst ihr eigentlich das ihr immer schöner werdet?“ nuschelte Marc küssender Weise zwischen ihren Brüsten hervor, die sehr zur Freude von Marc, durch die Schwangerschaft an Fülle zugenommen hatten. Zufrieden vergrub Gretchen ihre Hand in sein Nackenhaar und hob ihr Bein an, welches er auch sofort packte und an seiner Hüfte festhielt.

Marc´s Handy piepste und kündigte damit eine SMS an, was von den Beiden aber ignoriert wurde. Erst als sich eine weitere SMS und anschließend noch eine SMS ankündigte, hörte Marc mit dem küssen abrupt auf und hob seinen Kopf.
Gretchen versuchte es einfach weiter zu ignorieren. Sie wollte Sex und das sofort!
Sie ließ ihre Hände über seinen Po gleiten und drückte sich näher an ihn ran. Insofern es mit ihrem Babybauch möglich war und ihr Lippen suchten wieder die Seinen, aber Marc zog seinen Kopf immer wieder weg. In seinem Kopf ratterte es und plötzlich kam es ihn in den Sinn, warum sein Handy andauernd piepte.
„Was? Was ist denn?“ verdutzt schaute Gretchen ihren Freund an.
Schnell ließ Marc von ihr ab und schnappte sich sein Handtuch. „Mein Agent!“ antwortete er nur hektisch.
Gretchen schaute ihm hinterher, wie er Fluchartig die Küche verließ und ins Wohnzimmer ging.
„Agent?? Seit wann hast du denn einen Agenten?“ Sie stellte sich in den Türrahmen und schaute Marc zu, wie er den Labtop anschaltete.
„Hasenzahn! Das verstehst du nicht!“ ungeduldig wippte Marc mit dem Fuß, während der Computer hochfuhr. „ War das Ding eigentlich immer schon so langsam?“
Langsam dämmerte es Gretchen. Es ging schon seit Wochen so. Marc hatte einen akuten Anfall von Nestbautrieb. Eines Nachmittages als er von der Schicht kam, war er wie ausgewechselt. Aufgeregt hatte er ihr die Immobilienteile, sämtlicher Berliner Tageszeitungen auf den Tisch geworfen. „Wir ziehen um!“
Klar hatte sie auch schon den Gedanken gehabt, das Marc´s Wohnung zu klein war, wenn die Kinder erst einmal auf der Welt waren, aber ausgesprochen hatte sie es noch nicht. Sie hatte bis jetzt immer noch das Gefühl gehabt, das sie noch Zeit genug hatten. Die 4 Monate Schwangerschaft die sie noch vor sich hatte, kamen ihr vor wie eine Ewigkeit und somit hatte sie den Gedanken eines wo möglichen Umzuges erst einmal wieder ins Hinterstübchen verbannt. Marc dagegen, fand das es fast schon unmöglich sei, eine große Wohnung oder ein Haus, in den 4 Monaten zu finden, die auch wirklich deren Bedürfnissen entsprach. Gerade hier in Berlin. Er wollte doch nicht, zum Schluss aus der Not heraus, in irgendein Kaff in einem Vorort Berlin´s ziehen müssen, nur weil sie nicht rechtzeitig was passendes gefunden haben.
Und erst umziehen, wenn die Kinder schon da waren, das kam für ihn überhaupt nicht in Frage. Viel zu viel Stress für die Kleinen.
Aber bis jetzt suchten sie immer noch nach etwas passendem für sich. Marc war der Sache aber immer noch optimistisch gegenüber eingestellt. Dann würden sie sich eben einen Makler suchen. Wofür gab´s die denn schließlich. Gesagt getan. Nächste Woche hatten sie einen Termin bei einer Maklerin.

Aber Marc Fürsorge zeichnete sich nicht nur mit der Wohnungssuche aus. Neulich kam er fluchend und stöhnend die Treppen zu der Wohnung hochgestiegen.
„Verfluchter Mist. Waren das schon immer so viele Stufen? Eins ist sicher. Unsere nächste Wohnung wird im Erdgeschoss sein.“ schimpfte er vor sich her, während er versuchte einen überdimensionalen großen Karton die Treppen hoch zu hieven.
Gretchen die das Gepolter von Marc nicht überhört hatte, stand am Treppengeländer und schaute sich das °Drama° von oben an. „Und du bist sicher, das ich dir nicht helfen soll Marc?“
„Du bleibst schön da oben. Ich schaffe das schon alleine.“
Mit hochgezogener Augenbraue beobachte sie ihn, wie er sich die letzten Stufen zu ihrer Wohnung hoch quälte und sich anschließend vor ihr, schnaufend auf den Karton abstützte.
„Und Marc? Was ist es dieses Mal?!“ Gretchen dachte an die Abstellkammer in der Wohnung, die mittlerweile aus allen Nähte platzte. Marc schleppte alle paar Tage etwas neues an. Vorige Woche hatte er erst 4 Babywippen gekauft. Zwei für zu Hause und zwei wenn die Kinder bei Franz und Bärbel waren. Marc hatte sie stundenlang mit allen Vorzügen der Wippen zugequatscht und das die unverzichtbar waren. Schließlich konnte man so die Kinder auch problemlos von Zimmer zu Zimmer tragen oder einfach nur mal reinlegen, wenn man mal eine kleine Verschnaufpause bräuchte. Gretchen wollte ihm eigentlich erklärt haben, das sie nicht wirklich von der Rückenfreundlichkeit dieser Dinger überzeugt war, kam aber nicht wirklich gegen ihn an. Und so stellte sie die Wippen zu den Flaschenwärmern, Heizstrahler und den anderen Dingen die Marc schon gekauft hatte in die Abstellkammer und schloss wie immer mit einem seufzen die Tür.
Und was schleppte er heute wieder an?

„Hasenzahn!“ Marc tippte mit dem Zeigefinger auf den Karton „Das hier, ist ein Traum eines jeden Jungen.“
„Aha. Nur dumm, das wir noch gar nicht wissen, ob wir einen Jungen bekommen werden.“ Genervt rieb sich Gretchen ihren Nacken. Er hätte das Geld lieber in einer schönen Wohlfühl-Massage für sie investieren sollen, anstatt wieder irgendetwas neues anzuschleppen.
„Oh. Hab ich ganz vergessen. Bin sofort wieder da Süße.“ Marc lief im Eiltempo wieder die Stufen runter. Unten angekommen lehnte er sich an das Treppengeländer und schaute noch mal zu ihr hoch „ Du wirst sehen, das wird deine letzten Zweifel beseitigen, das es zwei Jungs werden.“
Gretchen atmete tief ein und setzte sich auf die Stufen.
Nicht schon wieder. Woher immer nur die ganzen Weisheiten aufschnappte. Selbst Sabines Wissen müsste doch mittlerweile erschöpft sein.

Kurz darauf stand Marc wieder vor ihr und hielt seine Hände hinter dem Rücken versteckt.
„Und? Womit willst du mich heute mal wieder überzeugen?“
„Ach Hasenzahn, sei doch nicht so genervt. Das überträgt sich alles auf die Kinder.“
Gretchen stöhnte leise auf. „Marc….du neeeheervst.“
„Ja, ähhhhh….“ plapperte Marc gutgelaunt weiter und ignorierte ihr Kommentar einfach „…..wie dem auch sei. Schau mal was ich hier für dich habe.“ Er zog seine Hände hinter seinem Rücken hervor und hielt Gretchen zwei Blumen hin. In der einen Hand eine Lilie und in der anderen eine Rose.
„Oh Marc!“ strahlte Gretchen und stand auf. „Das ist aber lieb von dir.“ Sie wollte gerade zu den Blumen greifen, als er sie wieder etwas wegzog.
„Mooooooment! Du darfst dir nur EINE aussuchen und behalten.“
„Ähhhh…“
„Komm schon. Ich werde dir auch gleich sagen warum.“ grinsend stand er vor ihr.
Gretchen verstand nur Bahnhof. Aber Marc war in den letzten Wochen sowieso nicht mehr seiner selbst und so wunderte sie sich nicht wirklich über diese Aktion.
Zielsicher griff sie nach der weißen Lilie. Schließlich waren es ihre Lieblingsblumen. Den pieksigen Rosen konnte sie noch nie etwas abgewinnen. Sie waren zwar schön anzusehen, mehr aber auch nicht.
„AHA!“ kam es laut von Marc, der sich in seiner Meinung jetzt um so mehr bestätigt fühlte.
Erschrocken zuckte Gretchen zusammen.
„Was…..“
„Siehst du Hasenzahn…..“ Marc ging die zwei letzten Stufen hoch und tippte ihr im vorbeigehen mit der Rose auf die Schulter „…..nimmt die Frau die Rose, wird es ein Mädchen. Nimmt sie aber die Lilie, wird es ein Junge.“ Für ihn war der Fall hiermit klar und erledigt. Er legte die Rose zur Seite und widmete sich wieder seinem Karton, den er mühevoll die Treppen hoch geschleppt hatte.
Für Gretchen war der Fall allerdings noch nicht erledigt.
Deutlich nach Luft schnappend stellte sie sich mit beiden Händen an den Hüften gestemmt vor Marc.
„Jetzt reicht es mir aber Marc Meier. Das ist doch nicht mehr normal. Ich werde Mehdi anrufen. Und der soll solange gucken bis wir endlich wissen was es wird.“
„Aber Hasenzahn….“
„Nichts aber Hasenzahn. Du merkst schon gar nicht mehr, wie sehr du mir damit auf den Keks gehst. Und was deinen Anflug von Nestbautrieb angeht…..Erstens ist das ja wohl meine Aufgabe…..“ „Aber…“kam es kleinlaut von Marc, der gar nicht verstand, warum sie jetzt auf einmal so fuchsteufelswild war. Gretchen aber redete einfach weiter „ …und zweitens kannst du den Schrott hier…“ ganz in rage trat Gretchen gegen den Karton, worauf sie jaulend zurücksprang und sich ihren Zeh rieb. „….verfluchter Mist.“ Marc stürmte sofort um den Karton rum und hielt seine auf einem Bein hüpfende Freundin fest. „Komm setzt dich.“ und führte Gretchen zur Treppe, wo sich beide hinsetzten.
„Geht’s wieder?“ fragte Marc besorgt.
Aber Gretchen war immer noch sauer.
„Ach scheiß auf den Zeh Marc. Du merkst es wirklich nicht, oder?“
„Aber du hast doch noch gar nicht gesehen, was ich gekauft habe.“
„Ich glaube ich will erst gar nicht wissen, WAS du gekauft hast.“
„Doch willst du.“
„Nein will ich nicht.“
„Doooooch willst du.“
„Ach Marc, warum schleppst du denn das ganze Zeug hier an. Unsere Wohnung quillt bald über. Und außerdem haben wir doch noch Zeit.“
„Hasenzahn, ich will doch nur, das es den Kindern gut geht. Und es gibt halt ein paar Dinge, die uns im Alltag dabei helfen können, das es nicht so stressig mit den Beiden wird und uns ein wenig entlastet.“
„Aha.“
„Und warum hörst du auch nicht endlich mal damit auf, mir andauernd beweisen zu wollen das es zwei Jungs werden?“
„Weil es eben zwei Jungs werden. Du willst mir ja nicht glauben. Deswegen.“
Genervt stand Gretchen wieder auf. „Hmpf!“ Worauf Marc sofort mit aufsprang.
„Ich gehe jetzt wieder rein. Ich hab Hunger.“
„Aber dann verpasst du was.“
Sie wusste das Marc solange weiter nerven würde, bis sie letztendlich nachgab. Deswegen blieb sie dann doch stehen.
„Also gut. Was hast du gekauft?“ ungeduldig und genervt schaute sie auf den Karton runter, worauf Marc schnell zu ihr eilte und sein Taschenmesser zückte, bevor sie es sich wieder anders überlegen konnte. Mit ein paar gekonnten Schnitten, hatte er den Klebestreifen durchgeschnitten und klappte den Karton auf. Er entfernte das Füllmaterial, so das Gretchen reingucken konnte. Marc ging einen Schritt zurück und stellte sich stolz über seine neue Errungenschaft neben Gretchen. Er machte eine Handbewegung zum Karton, das sie jetzt reingucken durfte.
Nur zögerlich klappte Gretchen erneut den Kartondeckel wieder hoch, der von alleine wieder heruntergekippt war und schaute rein.
Anschließend schaute sie Marc an, zeigte ihm einen Vogel und ging in die Wohnung. Die Tür ließ sie vor Marc´s Nase laut in Schloss fallen.
„Hasenzahn! Komm mach wieder auf.“
„Du hast sie nicht mehr alle Marc.“
„Hey, schau es dir doch erstmal richtig an. Das Ding hat 3 Gänge und 2 Motoren. Überleg mal 2 mal 30 Watt Motoren!! Weißt du wie viel Speed dahinter steckt?! Der Jeep schafft 7km/h. Und weißt du wie schnell das ist? Auf jedenfalls schneller, als du auf dem Fahrrad. Hahaha!“
Gretchen fand das aber alles andere als witzig und stand schmollend auf der anderen Seite von der Tür. Was um alles auf der Welt sollte ein Kind mit so einem Ding? Wozu gab es Fahrräder, Roller usw.? Aber nein, es musste ein Elektroauto sein. Und dabei hatte sie noch nicht mal entbunden!
Allmählich zweifelte Gretchen ernsthaft an den Verstand ihres Freundes.
„Du tauscht das Teil wieder um!“
„WAS?“
„Du sollst das Ding da wieder….:“
„Ich hab dich wohl verstanden. Weißt du eigentlich wie lange ich danach gesucht habe? Das Auto hat sogar eine Multifunktionslenkrad. UND Licht. Vorne und hinten. Nicht zu vergessen einen Gur….“
„MARC!“
Marc spürte, das er langsam dabei war zu verlieren und ging nun ein bisschen kleinlauter näher an die Tür. „Jaaaa Hasenzahn?“
„Bring es zurück. Sonst kommt du nicht wieder hier rein.“
„Aber….“
„BRING ES ZURÜCK!“ keifte Gretchen von der anderen Seite.
„Okay okay. Aber reg dich bitte nicht so auf. Du weißt doch das das nicht gut….“
„SOFORT!“
Stillschweigend und mit gesenktem Blick packte Marc alles wieder in den Karton und machte sich wieder auf den Weg ins Geschäft.


Ja und heute schien es so das Marc Meier doch tatsächlich einen Rückfall erlitt.
„Was denn für einen Agenten Marc?“
„Meinen Bietagenten. Ich hab bei Ebay für einen super High Tech Zwillingswagen geboten. Mit allen Drum und Dran.“
„Ach Mensch Marc. Fängt das schon wieder an? Du hast mir doch versprochen, das wir nur noch gemeinsam was kaufen. Und dann auch nur noch was, was wir auch wirklich brauchen.“
„Hasenzahn?!“ Marc patschte mit seiner flachen Hand auf das Sofa, um ihr zu zeigen, das sie sich neben ihn setzten sollte. „Wir brauchen also keinen Kinderwagen? Willst du dir die Kurzen etwa auf den Bauch und Rücken schnallen oder wie?“
Sie hasste es, wenn er recht hatte. Aber einen Kinderwagen brauchten sie wirklich. Also setzte sie sich ohne ein Wort neben Marc.
Zufrieden gab Marc ihr einen Kuss und schaute dann wieder auf den Monitor. Endlich war er hochgefahren und er konnte er loggte sich auf die Seite des Auktionshauses ein.
„Ha! Wusste ich es doch. Da hat mich die Sau doch tatsächlich überboten. Na warte. Das ist meiner Kinderwagen. Den kriegst du nicht.“ Mit flinken Fingern gab Marc ein neues Gebot ein und lächelte anschließend Gretchen an, die starr auf den Monitor blicke.
„Sag mal. Spinnst du?“ 1000 Euro für einen Kinderwagen?!“ ungläubig schaute sie in Marcs Gesicht.
„Qualität hat eben seinen Preis Hasenzahn.“
„Aber TAUSEND Euro???“
„Aber guck doch mal.“ Marc scrollte sich durch die Artikelbeschreibung und zeigte ihr die Fotos „16 Verstellmöglichkeiten, Lufträder, Vorder- und Hinterachse, Handbremse, passt durch jede normale Tür….“
„Und das gibt es nicht billiger?“
„Du hast mich ja noch nicht ausreden lassen. Uuuuund…unendlich viel Stauraum zum shoppen.“
„Wie jetzt?“ Gretchen rückte ein Stück vor um sich die Fotos besser ansehen zu können.
Marc wusste wo er sie packen konnte und zeigte ihr aufgeregt die Bilder. Er zählte ihr alle Vorteile des Kinderwagens auf und überzeugte Gretchen davon, warum es ausgerechnet dieser sein musste.
Er erklärte ihr auch das System von Ebay. Und so kam es das die Beiden gespannt die nächsten 2 Stunden mit einem zweiten Frühstück vor dem Labtop saßen und mitfieberten. Auch wenn es taktisch unklug war überbot Marc jedes Mal denjenigen, der es wagte ihn zu überbieten. Aber Gretchen war so aufgeregt und konnte nicht bis zum Schluss warten um dann erst zu zuschlagen.
Die letzten paar Minuten liefen ziemlich dramatisch ab. Gretchen hatte das Gefühl, das sie vor Aufregen 200kcal Sekunde verbrennen würde. Immer wieder wurden sie überboten.
„Das gibt’s doch nicht. Die Pfeife muss wirklich nen ziemlich hohen Betrag eingegeben haben. Aber nicht mit mir.“
Mit einem kurzen Blick zu Gretchen gab er schließlich 1300 Euro ein.
„Oh Gott! Wir müssen echt verrückt geworden sein, soviel für einen Kinderwagen auszugeben.“ Gretchen hielt den Atem an und hielt sich die Hände vors Gesicht. „Ich kann mir das gar nicht mit ansehen.“
Marc gab das Gebot ab. „Hasenzahn. Es geht hier schon längst nicht mehr um das Geld. Scheiß was drauf. Jetzt geht es hier ums Prinzip. Er will Krieg?! Er kriegt Krieg! Ich hab als erstes mein Gebot abgegeben. Also ist das auch mein Teil.“ Marc zeigte auf den Bildschirm „Haha du Vollpfosten. Da kannst du wohl nicht mehr mithalten was? Guck mal. Wir sind die Höchstbietenden. Noch 13 Sekunden, dann ist das unser Teil.“
Gretchen schmiss sich mit ihrem Gesicht in die Kissen. „Sag mir bescheid, wenn´s vorbei ist.“
„Drei, zwei, eins. Hasenzahn….“ Marc gab ihr einen Klaps auf den Po und klappte den Labtop zu “…..der Kinderwagen ist unser!“ Lachend schmiss er sich neben Gretchen und fing an sie zu küssen. „Das heisst. Wir können jetzt da weiter machen, wo wir vorhin aufgehört haben!“
Gretchen blieb gar keine Zeit mehr sich zu freuen. Binnen einer Nanosekunde umschlossen zwei warme Lippen die ihren und trugen sie in eine andere Welt.

Frieda Offline

PJler:


Beiträge: 1.560

12.07.2010 11:58
#193 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Viiiiielen, vielen Dank für eure tollen Kommi´s!
Jetzt gehts weiter....

Sonnige Grüße
Frieda


Ein paar Tage später…..

Heute war es endlich soweit. Nachdem Gretchen mehrmals bei Mehdi im Büro stand und ihn immer wieder bekniet hatte, doch noch mal nach dem Geschlecht der Kinder zu gucken, hatte er endlich eingewilligt.
Gretchen meinte, wenn er nicht daran schuld sein möchte, das die Kinder wegen Marc´s Dauernerverrei nicht früher zu Welt kommen sollten, dann hatte er gefälligst seine Pflicht als Arzt nachzugehen und es ein für alle mal klar zu stellen, damit sie in Ruhe die restliche Zeit ihrer Schwangerschaft genießen konnte.

Unmittelbar nachdem Marc den Volvo vor dem EKH geparkt hatte und sie ausgestiegen waren, steckte er sich eine Zigarette an. Gretchen die schon ein paar Schritte Richtung Eingang gegangen war, blieb stehen und schaute auf ihren Freund zurück, der immer noch am Wagen gelehnt stand und nachdenklich Rauchkringel in die Luft blies.
„Marc was ist? Kommst du?“
„Mmmhmm.“
Etwas genervt ging sie zum Auto zurück. „Wir sind eh schon spät dran.“
„Ja Hasenzahn. Aber wie du siehst rauche ich gerade. Du hast doch selber gesagt, das ich nicht mehr im Krankenhaus rauchen soll. Also wirst du wohl noch einen Moment warten müssen.“
Gretchen atmete tief ein, um sich selbst zu beruhigen.
„Wer war denn der Jenige, der mich schon seit Tagen verrückt macht und kaum den Ultraschalltermin abwarten konnte?“
„Ich!“
„Genau. Und jetzt fängst du erstmal an, dir in aller Seelenruhe eine zu qualmen, obwohl wir schon zu spät kommen?“
„Ja.“ sagte Marc ruhig und blies wieder Kringel in die Luft, worauf Gretchen ihm die Zigarette aus der Hand nahm und sie austrat.
„Ey Hasenzahn - was soll das?“
Gretchen griff entschlossen nach seiner Hand und wollte ihn mit sich ziehen. „Du kommst jetzt mit.“
Aber Marc bewegte sich kein Stückchen.
„Was….was ist denn?“ Gretchen schaute ihren Freund an, der wie angewurzelt schien.
Unsicher nahm Marc die andere Hand von Gretchen und zog sie an sich ran.
„Du Hasenzahn…..“ „Boah Marc! Du stinkst!“ sie drehte ihren Kopf zur Seite. Sie hasste es, wenn er rauchte. Marc aber reagierte gar nicht darauf. Ihn beschäftige etwas ganz anderes. „Also, vielleicht……dein Handy!“
„Was ist mit mein Handy?“
„Ähh…das klingelt!?“
„Oh…uups….ja.“ Gretchen wühlte schnell in ihre Handtasche rum, bis sie es endlich zwischen den ganzen anderen Krimskrams den sie immer bei sich trug fand.
„Haase!?…..ja Hi!….ja ich weiß…..nein wir sind gleich oben…..jaahaaa ich weiß, das du noch andere Patienten hast……okay bis gleich. Tschüß!“
Gretchen packte ihr Handy wieder weg und schaute Marc an „Das war Mehdi. Er wartet. Also können wir jetzt?“ Wieder griff sie nach seiner Hand und wollte ihn mit sich ziehen. Aber er blieb wieder stehen.
„Ach Mensch Marc. Jetzt ist´s aber mal gut.“
„Hasenzahn. Komm mal bitte her.“ Und wieder zog er sie zu sich ran. „Meinst du, das das wirklich eine so gute Idee ist?“
„Sag mal spinnst du? Du gehst mir seit Wochen damit auf den Keks und jetzt wo wir das endlich mal aufklären können, willst du einen Rückzieher machen?“ Ungläubig schaute sie Marc an, der ihren Blick aus wich und keine Reaktion zeigte.
Gretchen verschränkte ihre Arme vor die Brust.
„Ach nee, daher weht also der Wind. Marc Meier, kann das sein, das du Angst hast, das ich am Ende vielleicht Recht habe und du mit deiner Vermutung doch falsch liegst?“ Die junge Ärztin konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, als sie an seinem Gesichtsaudruck sah, das sie anscheinend gar nicht so falsch damit lag.
„Ähh…sagen wir es mal einfach so Hasenzahn. Vielleicht wollen die Kinder ja auch gar nicht, das wir es schon vorher wissen. Sonst würden sie sich doch nicht auch immer wegdrehen, oder?“ Marc setzte ein Gesicht auf, als wäre es die logischste Erklärung schlechthin.
„Mmmmhh….“
Marc umfasste ihre Taille und zog sie ganz nah an sich ran.
„Ja, vielleicht….vielleicht sollten wir einfach mal ein bisschen Abstand von der Sache nehmen. Uns mal eine Pause gönnen. Ich mein, unser ganzen Leben dreht sich doch mittlerweile um nichts anderes mehr.“
Gretchen musste lachen, bei dem ernsten Gesicht, das er machte.
„Haha….das musst ausgerechnet DU sagen?“
„Ach komm schon Hasenzahn. Was sagst du nun zu meinem Vorschlag?“
„Welchen, das wir jetzt nicht zu Mehdi hochgehen?“ Fragte sie immer noch ungläubig, da sie Marc´s plötzlichen Sinneswandel nicht so ganz nachvollziehen konnte.
„Ja und das wir uns eine kleine Auszeit gönnen. Vielleicht können wir ja irgendwo hinfahren?“
Gretchen fand die letzten Wochen auch mehr als nur Stressig. Die Wohnungssuche, der ständig wachsende Bauch und Marc´s Einkaufwahn, zerrten doch mehr an ihren Nerven, als sie sich selber eingestehen wollte. Irgendwie fand sie die Idee gar nicht mal so unübel, einfach mal alles für ein paar Tage, oder einfach auch nur für ein paar Stunden alles hinter sich zu lassen.
„Also gut. Und hast du schon eine Idee?“
Marc kam mit seinem Mund näher an ihr Ohr „ Wie wäre es wenn wir nen Ausflug zum Hausboot machen?!. Weißt du noch das letzte Mal wo wir da waren? Da hatten wir doch auch eine Menge Spaß!“ und küsste ihr sanft auf das Ohrläppchen.
Sie konnte sich nur zu gut an die Nacht im Hausboot erinnern und schloss ihre Augen, um Marc´s Berührungen, der mittlerweile schon mit seinen Lippen an ihrem Hals angekommen war, intensiver genießen zu können.

„Muss ich euch hochtragen, oder schafft ihr es auch alleine?“ Mehdi beugte sich weiter über die Balkonbrüstung rüber, um einen besseren Blick auf den Parkplatz zu bekommen, wo seine schwangere Patientin mit seinem besten Freund ungeniert rumknutschte.
Er schlug mit der flachen Hand auf das Geländer. Das gibt’s doch nicht. Erst macht Gretchen so nen Theater wegen der Untersuchung und dann das. Als hätte er nicht schon genug zu tun. Im Kreissaal kündigte sich schon die nächste Geburt an und es sah nicht so aus, als wenn das Baby noch lange auf sich warten lassen würde. Er würde jetzt runtergehen und den Beiden seine Meinung sagen. So!
Aber gerade als Mehdi durch die Tür gehen wollte, nahm er im Hintergrund war, wie zwei Autotüren zugeschlagen wurden. Abrupt drehte er sich wieder um.
Das ist doch jetzt nicht wahr, oder?
Er konnte gerade noch sehen, wie der weiße Volvo vom Parkplatz fuhr und hinter den Bäumen verschwand.



Ein paar Stunden später rauschten die Beiden schon über die Autobahn Richtung Scharmützelsee.
Gretchen genoss die warmen Sonnenstrahlen die durchs Fenster in das Auto drangen und schloss ihre Augen.
Marc streichelte ihr mit einer Hand über den Bauch.
Das sanfte Geschuckel vom fahren ließ sie wegdösen.

„Hasenzahn!“ Marc stupste Gretchen aufgeregt am Oberarm an. „Hasenzahn wach auf!“ dieses mal knuffte er sie ein bisschen doller.
Unsanft wurde sie aus ihren Träumen zurückgeholte und fand sich am Wegesrand stehend, auf einer Landstraße wieder. „Aua! Sag mal, was soll das denn?“ Mit noch verschlafenen Blick schaute sie an sich runter, wo Marc mit seinem Gesicht ganz nahe an ihrem Bauch war und beide Hände wie eine Wahrsagerin um ihre Kristallkugel, auf ihren Bauch gelegt hatte.
Sie stützte sich mit beiden Händen ab und wollte sich wieder gerade hinsetzten, als….
„Nicht bewegen Hasenzahn.“
„Aber warum….“
„Pssst!“
Gretchen entspannte sich wieder und beobachtete ihren Freund der weiter an ihren Bauch klebte und sich keinen Millimeter rührte.
Plötzlich hob er seinen Kopf und riss die Augen weit auf vor Begeisterung, um gleich wieder auf den Bauch zu starren.
„Da Hasenzahn! Wusste ich es doch!“
Jetzt fühlte Gretchen es auch. In ihrem Bauch bewegte sich was. Nicht irgendwas. Nein, anscheinend wollte sich da jemand bemerkbar machen.
Die junge Ärztin hielt ihren Atem an.

Es fühlte sich an, als ob unzählige kleine Schmetterlinge, sanft mit ihren Flügeln gegen ihre Bauchdecke schlugen. Immer und immer wieder.
Marc hob seinen Kopf und sah sie an, während seine Hände immer noch auf ihren Bauch ruhten. Glücklich und fasziniert zu gleich schauten die Beiden sich für einen Moment einfach nur an. Gretchen spürte wieder, wie das kribbelige Glücksgefühl ihren Körper übermannte und konnte sich ein, zwei Tränchen nicht verkneifen. Lächelnd erhob sich Marc, schnallte Gretchen ab und beugte sich zu ihr rüber um sie zärtlich zu küssen.

Frieda Offline

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14.07.2010 10:08
#194 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hey Mädels! Ja das ist ne gute Frage....was sollen die Beiden bekommen?! Lieber 2 Jungs, damit mit Marc sich anschließend auf die Schenkel klopft und sagen kann "Ha! Hab ich´s doch gewußt!" oder lieber zwei Mädchen, damit ihn der rosa Plüschwahnsinn einholt....oder vielleicht doch Beides? Eins wie Mama und eins wie Papa Ich habe mir noch nichts dazu überlegt, was meint ihr dazu? Würde mich freuen, wenn ihr es mich wissen läßt.....natürlich nur, wenn ihr Lust dazu habt
Aber jetzt geht es erstmal an einer anderen Stelle weiter! Viel Spaß beim lesen!

Liebe Grüße
Frieda


„Was ist Marc? Warum hältst du hier an?“
Marc hatte den Volvo außer Sichtweite von dem Hausboot zum stehen gebracht.
„Da guck doch mal!“ Er deutete auf das Auto, welches vor dem Boot parkte.
„Und?“
„Und, das ist Jan´s Auto?!“
„Vielleicht will er nur was holen oder so.“
„Er hat uns nicht gesehen. Komm lass uns wieder fahren.“
„Quatsch Marc. Jetzt sind wir extra hier hingefahren. Außerdem muss ich auf´s Klo.“
Marc verdrehte die Augen.
„Ey du musst immer.“
„Marc. Es ist schon anatomisch vorgegeben, das Frauen öfters müssen als Männer. Ergo - kann ich nichts dafür. Also können wir jetzt bitte weiterfahren?“
Aber Marc schmollte lieber.
„Was ist denn noch?“
Er ließ seine Hände in den Schoß sinken. „Es ist nur…..ich wäre lieber mit dir alleine gewesen.“
Gretchen schnallte sich ab und beugte sich zu ihm rüber. „Ach komm schon du Schmollmaus. Wir sind ja auch selber Schuld. Du hättest Jan ja auch vielleicht vorher fragen können, ob er das Boot gerade benutzt, anstatt einfach drauflos zu fahren. Und außerdem sollten wir erstmal hingehen. Vielleicht erledigt es sich ja auch von selbst und er fährt heute noch, hm?“
Marc seufzte unschlüssig.
„Ach jetzt komm schon.“ Gretchen gab ihm einen Kuss auf die Wange und schnallte sich wieder an. „Ich möchte nicht wieder nach Hause.“
Nur widerwillig ließ Marc das Auto wieder an und fuhr das letzte Stückchen zum Hausboot. Aber er konnte ihr schlecht einen Wunsch abschlagen, abgesehen davon hatte er auch nicht wirklich Lust gehabt wieder zurück nach Berlin zu fahren, wo der Alltag auf ihn wartete.

Gretchen war jüst aus dem Wagen gestiegen, als Jan schon den Kopf aus der Tür raus steckte und anschließend auf sie zu kam, dicht gefolgt von Tina, seiner Freundin.
„Heeeeey! Was macht ihr denn hier?“ Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, nahm er Gretchen in den Arm und begrüßte sie. „Hi Jan!“ Freudig erwiderte sie die Umarmung. Sie mochte Jan und fand es eigentlich schade, das sie so wenig Zeit miteinander verbrachten. “Na wie geht´s dir?“
Jan löste die Umarmung ein wenig und hielt Gretchen ein Stück von sich weg. „Gut, gut. Aber die Frage geb ich mal zurück.“ und Jan deutete auf den Babybauch „ Maaaaaan, der wird ja immer dicker. Kannst du deine Füße überhaupt noch sehen?“ flaxte er Worauf Gretchen ihn erstmal lachend knuffte. „Ey sag mal! Machst du heute einen auf Chameur oder was?!“
„Aaaach hör nicht auf ihn. Der ist schon den ganzen Tag so nett.“ meldete sich jetzt auch Tina zu Wort, nachdem sie ihren Freund bei Seite geschoben hat, der jetzt weiter zu Marc ging.

„Hallo Jan.“ Begrüßte Marc seinen Freund und nahm ihm ebenfalls kurz in den Arm.
„Ey du hast dich aber auch schon mal mehr gefreut mich zu sehen, oder irre ich mich da?“ bemerkte Jan die Zurückhaltung von Marc.
„Mmmh kann sein. Sag mal, bleibt ihr noch lange hier?“ Fragte Marc vorsichtig und deutete mit seinem Kopf kurz zum Boot rüber.
„Ach daher weht der Wind.“ lachte Jan. „Eigentlich hatten wir noch vor, ein paar Tage hier zu bleiben. Ich mein jetzt wo wir das alte Schätzken wieder auf Vordermann gebracht haben, lässt es sich hier richtig gut aushalten.“
Marc nickte nur kurz.
„Ähm….“Jan kratzte sich am Kopf „….wolltet ihr auch hier übernachten?“
„Blitzmerker.“
„Oh.“
„Mmmhh….“
„Hättest ja vielleicht auch mal vorher anrufen können, damit wir uns vorher absprechen.“
„Jaja…..ich weiß.“
„Ach komm.“ Jan titschte Marc an den Oberarm „Kommt erstmal rein. Den Rest besprechen wir nachher.“
„Ich weiß nicht.“
„Komm.“ Jan schob seinen Freund Richtung Boot, der sich nur widerwillig von ihm leiten ließ.
Irgendwie lief hier gerade mal wieder nicht alles nach Plan. Und Marc´s Laune war mal wieder im Keller. Er hätte sich doch nicht mehr gewünscht, als nur mal ein paar Stunden abschalten zu können. Nur Gretchen und er. Aber neiiiin……da hätten sie ja gleich in Berlin bleiben können.

Im Hausboot angekommen, fing Tina mit einem entschuldigendem Lächeln an, sofort die Unordnung von den letzten Tagen zu beseitigen die noch rum flogen. Während Gretchen Tina half, gingen die Männer an Deck. Jan drückte Marc sofort eine Flasche Bier in die Hand. Zuerst zögerte Marc, griff dann aber doch zu der Flasche und nahm einen großen Zug. Anschließend betrachtete er das Boot.
„Haben wir ja doch wieder ganz gut hinbekommen, oder?“ fragte Marc Jan ein bisschen stolz.
„Jap. Ich glaube so gut sah Maja noch nie aus.“
„Und wie ich sehe, habt ihr es euch hier schon richtig gemütlich gemacht.“ Marc deutete mit der Bierflasche in der Hand auf die Stühle und dem Grill, der neben ihm stand.
„Ja. Wir mussten einfach mal raus. Irgendwie fing alles an zu stressen. So wie bei euch.“ Marc nickte verständnisvoll. „Und gerade jetzt, wo wir es ihren Eltern gesagt haben, das wir heiraten….“ bei dem Wort heiraten hielt Marc sofort inne und starrte seinen Freund ungläubig an „…wollen, da vergeht kein Tag mehr, wo ihre Mutter nicht anruft und rumnervt.“
„Ihr wollt WAS? Davon hast du mir ja noch gar nichts erzählt!“
Verlegen schaute Jan auf das Wasser. „Ja ich weiß. Sorry. Es weiß auch keiner außer unseren Eltern.“
„Jaja, schon okay.“ wiegelte Marc mit der Hand ab.“ Und ihr wollt jetzt wirklich….ich meine….also….äh….“
„Heiraten?“
„ähm ja!“
„Ja das wollen wir.“
„Einfach so?“ harkte Marc nach, der die Entscheidung seines Freundes nicht so ganz nachvollziehen konnte.
„Ja einfach so.“ sagte Jan ruhig. „Weißt du, ich hätte sie damals schon heiraten sollen. Ich weiß, was ich an Tina habe und dafür liebe ich sie.“
„ Okaaay. Deine Entscheidung.“
„Ja meine Entscheidung. Aber die Richtige.“
Marc zog nur eine Augenbraue hoch und nahm einen weiteren Schluck aus der Bierflasche.
Anscheinend war es wohl normal, das alle ab einem bestimmten Alter sesshaft wurden. Heirateten und eine Familie gründeten. War er denn so anders? Nur weil er nicht heiraten wollte? Nein er war nicht anders. Aber er fühlte sich anders. Irgendwie noch nicht komplett angekommen. Aber er hatte doch alles. Gretchen, seine Beiden Kinder die in ein paar Monaten zur Welt kamen, einen guten Job und er war gesund. Aber irgendwie……. Es konnte doch nicht angehen, das zum kompletten Glück die Heirat ein Muss bedeute.
Für Gretchen anscheinend schon. Für ihn aber nicht. Oder doch? Sie waren doch auch so glücklich, ohne das sie den Segen von Gott oder irgendeinen Standesbeamten brauchten.
„Alles klar bei dir?“ Jan beugte sich ein wenig zu seinem Freund vor, der dadurch aus seinen Gedanken gerissen wurde.
„Jap, alles klar. Ich gehe mal gucken was die Beiden so machen.“

Gerade als Marc die Tür öffnen wollte, kam ihm auch schon Gretchen mit leicht geröteten Wangen kichernd entgegen. Sie trug ein Tablett mit Getränken auf der Hand.
„Hey!“ strahlte sie ihm entgegen und gab ihm einen Kuss auf dem Mund.
„Hey!“ Marc beugte sich nochmals nach vorne um einen weiteren Kuss zu ergattern, bevor sie am ihn vorbei huschen konnte. „Na, habt ihr Beiden Spaß da unten?“
„Jaaa, könnte man so sagen.“ grinste Gretchen und warf Tina einen verschwörerischen Blick zu. „Du Maaahaarc?!“
„Mmmh?“
„Tina und ich haben uns überlegt, das wir ja auch ruhig zu Viert heute Nacht hier bleiben können. Wir können auch das Bett nehmen. Sie meinte, das sie ja noch die zwei Luftmatratzen von Schwimmen haben. Dann könnten wir ja nachher noch grillen. Was meinst du?“
Marc kratzte sich am Nacken. Er wäre wirklich lieber mit ihr alleine gewesen. Andersrum tat es auch mal wieder gut Freunde um sich zu haben. Anstatt immer nur seine Kollegen oder Patienten.
„Okay.“
Skeptisch schaute Gretchen ihren Freund an. „Wie jetzt? Das ging ja einfach.“
Marc grinste sie frech an und legte seine Hände um ihre Taille, worauf Gretchen mit dem Tablett etwas ins straucheln geriet. „Es sei denn….“ Marc ging mit seinem Mund näher an ihr Ohr und flüsterte absichtlich, weil er wusste das der sanfte Atem sie kitzelte „….du möchtest, das wir uns eine nette Pension im Ort suchen und dann hemmungslosen Sex haben!“ und kniff ihr zur Verdeutlichung noch in den Po, worauf Gretchen kurz aufquiekte und albern kicherte. „Maaarc!“
„Ja was denn!“ Er wanderte mit seinen Lippen zärtlich ihren Hals hinab „Also?“
Die junge Ärztin spürte wie ihre Beine zu Pudding wurden und schloss ihre Augen. So sehr sie die Berührungen auch genoss………“Ich entscheide mich für das Hausboot!“ Marc lies abrupt von ihr ab und sah sie mit einem grinsen an „Okay! Haben wir eigentlich noch kaltes Bier?“ und lies die verdatterte Gretchen stehen.

Die Stunden vergingen. Sie lachten, aßen, tranken und alberten herum. Später am Abend, als die Dunkelheit den See in ein schwarzes Nichts getaucht hatte, lagen Gretchen und Marc mit einer Decke zusammen gekuschelt auf einer Liege und betrachteten die Sterne, während sich Jan und Tina in der Kajüte verkrümelt hatten.
Gretchen lag in Marcs Armen und schaute zum Himmel, während er ihren Arm streichelte und ebenfalls die Sterne betrachtete.
„Weißt du noch wo unser Stern ist Hasenzahn?“
Gretchen orientierte sich kurz. „Klar. Da vorne.“ Zufrieden vergrub Marc seinen Kopf in ihr Haar und genoss ihre Nähe. „Du glaubst gar nicht wie oft ich Nachts wach lag und zum Himmel geschaut habe Marc. Es hat mich fast zerrissen, das du in der Schweiz warst. Weit weg von mir.“
„Aber jetzt bin ja wieder bei dir.“ und schlang seinen Arm um ihren Bauch.“
„Ja und ich lasse dich auch nicht noch mal gehen. Darauf kannst du Gift nehmen.“ Gretchen drehte sich auf die Seite, so das sie sich jetzt gegenüber lagen und ansahen.
„Da brauchst du dir auch keine Sorgen mehr drum machen. Ich bleibe bei dir. Bei euch.“ Marc streckte seinen Kopf etwas nach vorne und küsste sie zärtlich.

„Du sag mal Hasenzahn…..bist du eigentlich glücklich?“ fragte er vorsichtig. Gretchen die die Situation einfach nur genoss hatte immer noch ihre Augen geschlossen. „Mmmhmm.“
„Ich mein…..so RICHTIG glücklich. So mit allem drum und dran.“
„Mmhmm.“
„Wirklich?“
„Da gibt es nur noch eins, was mich noch glücklicher……“ aber weiter kam Gretchen nicht, weil sie langsam wegdöste.
„Hasenzahn?“ Marc richtete sich auf und deckte Gretchen mit der Decke weiter zu. Wusste er es doch. Sie war nicht vollkommen glücklich.
Vorsichtig stand Marc auf und lauschte an der Tür. Es war nichts zu hören. Er öffnete sie und lugte rein. Tina lag schlafend auf ihrer Luftmatratze vor dem Kamin. Aber Jan war noch wach.
„Hey!“
„Na noch Lust auf nen Bier?“
Jan nickte und Marc trug Gretchen ins Bett.

Wenig später saßen die Beiden Männer draußen und redeten über Gott und die Welt, bis Marc das Thema wieder ansprach, welches ihn schon seit Stunden nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.
„Und du meinst also, das es Schicksal war, das du Tina nach all den Jahren wieder über den Weg gelaufen bist?“
„Ja das war Schicksal.“
„Mmhmm.“ Marc stellte seine Bierflasche weg. „Also war es auch Schicksal, das Gretchen und ich uns wieder über den Weg gelaufen sind?“
„Jap!“
„Also findest du auch, das wir heiraten sollten?“
Stirn runzelnd schaute Jan seinen Freund an, der ihm nicht ganz folgen konnte.
„Aber ich dachte, du willst nicht heiraten?“
„Nein…ja….nein…ach ich weiß auch nicht, was richtig und was falsch ist.“
„Liebst du sie?“
Marc sprang entrüstet auf. „Was für eine blöde Frage. Natürlich liebe ich sie. Über alles um genau zu sein.“
„Dann weiß ich nicht wirklich, was dein Problem ist.“
„Ich mittlerweile auch nicht mehr.“ Marc tigerte auf und ab und dachte nach „Vielleicht…..ja vielleicht sollte ich es auch dem Schicksal überlassen, ob wir heiraten oder nicht.“
„Mmmmh….wie soll das denn funktionieren? Willst du darauf warten, das sie dich fragt? Oder das ihr dazu ähh…gezwungen werdet oder was? Ich komm da nicht wirklich mit Marc.“
„Brauchst du auch nicht……sag mal hast du einen Korken?“
„Was?“
„Na so nen Dingen womit man Weinflaschen verschließt.“
„Ja ich weiß wohl was nen Korken ist.“
„Gut. Also?“
„Ja…ich glaub im Mülleimer fliegt von gestern noch einer rum. Ich weiß aber nicht, ob Tina….“ „Danke.“ Marc ging schnurstracks in die Kajüte und wühlte im Müll herum , um kurz darauf mit einem Korken, Zettel und Stift bewaffnet wieder an Deck zu gehen.
Fragend beobachtete Jan, wie sich Marc wieder hinsetzte und anfing zu schreiben. „Was hast du vor?“
Marc schrieb schnell zu Ende und rollte den Zettel ein. „Pass auf. Wenn du mir hier einen erzählen willst, das das alles nur vom Schicksal abhängt, dann werde ich das Schicksal jetzt herausfordern. Mal gucken was es dann macht.“ Er steckte den gerollten Zettel in eine alte Bierflasche und prokelte den Korken in die Öffnung.
Jan stand auf und stellte sich zu Marc ans Geländer. „Wie jetzt? Hast du da jetzt etwa….?“ und deutete auf die Flasche, die Marc noch in der Hand hielt.
„Jap! Sollte Gretchen diesen Brief jemals in die Hand bekommen, werde ich sie vom Fleck weg heiraten. Ohne wenn und aber.“
„Aber die Wahrscheinlichkeit das sie jemand findet und dann auch noch wieder abgibt, ist gen null.“
Marc schmiss die Flasche mit einem hohen Bogen ins Wasser und schaute Jan anschließend grinsend an. „Nen es Schicksal!“

Frieda Offline

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23.08.2010 16:26
#195 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

also...ähäm °räusper° das treibt mir ja jetzt echt die Schamesröte ins Gesicht, als ich gesehen haben wann ich das letzte Mal etwas reingestellt habe.
Bin euch deswegen auch nicht bös, wenn welche nicht mehr die Geschichte verfolgen würden. Finde es ja auch selber schwierig dann wieder hinein zu finden
Aber nichts desto trotz, hat mich endlich wieder die Schreiblust gepackt und habe heute wieder weitergeschrieben.

Ja dann würde ich sagen.....jetzt geht´s erstmal weiter

Liebe Grüße
Frieda


P.S.: Entschuldigung an alle, das ich auch so lange kein Kommi für eure Story geschrieben habe

Nur widerwillig öffnete Gretchen ihre Augen, als hier Handy sich brummend auf dem Nachtischchen im Kreis drehte. Vorsichtig kletterte sie über Marc drüber hinweg, schnappte sie das Telefon und ging schnell ins Bad, bevor die anderen wach wurden.

„Einen wunderschönen guten Morgen Margarethe“ trällerte Bärbel ins Telefon.
„Morgen Mama.“ verschlafen rieb sie sich die Augen. Wie konnte man um diese Uhrzeit nur schon so gute Laune haben?! „Was gibt’s denn?“
„Ach Kind, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll…“ plapperte ihre Mutter aufgeregt „…..also: ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Welche möchtest du zu erst hören?“
„Och Mama. Entscheid du.“ antwortete Gretchen müde und setzte sich auf die Toilette.
„Mmh. Also gut. Fangen wir mit der schlechten an ja?“
„Jaahaa.“
„Gut - also die schlechte ist, das die Frau Schmitz, also du weißt schon die alleinstehende ältere Dame von nebenan……also bei der du, als du noch klein warst immer zusammen im Garten gesessen hast und dir die Kirschen immer reingestopft hast. Haha….du sahst auch einfach zum anbeissen aus, wenn du dann nach Hause gekommen bist und dein Mund und dein Kleid rot verschmiert vom Kirschensaft war….“
„Mama! Komm zum Punkt.“
„Ja äh….und die ist jetzt tot.“
„Wie jetzt? Frau Schmitz ist tot?“
„Ja ist gestern einfach tot umgefallen. Ich war ganz rein zufällig auch im Garten und dann hörte ich einen dumpfen Aufprall. Ja und als ich dann über die Hecke gelinst habe, lag sie im Gras. Dein Vater war zwar zu Hause, konnte ihr aber nicht mehr helfen. Sie war sofort mausetot. Schwerer Herzinfarkt.“
„Oh Gott! Das ist ja schlimm. Die arme Frau Schmitz.“ Jetzt war Gretchen doch plötzlich wach. Sie möchte diese alte Frau sehr und hatte wirklich schöne Nachmittage mit ihr verbracht.
„Ja willst du denn gar nicht die gute Nachricht wissen?“
„Äh ja…doch.“ Ein bisschen stutzig über den abrupten Thema wechsel ihrer Mutter, schüttelte Gretchen kurz ihren Kopf.
„Das Haus wäre ideal für euch!“
„Was?“
„Na das Haus von der Frau Schmitz! Stell dir nur vor, wir könnten ja die Hecke rausreißen und dann können unsere Enkel immer rüber zu uns. Wann sie wollen. Und wenn was ist, sind Papa und ich sofort da.“
„Mama!“
„Ja?“
„Sag mal geht’s noch? Die arme Frau ist noch nicht einmal unter der Erde und du schmiedest schon Umzugspläne?“
„Der frühe Vogel fängt den Wurm Gretchen!“
„Mama! Jetzt ist aber mal gut.“ Aufgebracht fuchtelte Gretchen mit der freien Hand umher und bemerkt zuerst gar nicht, wie Marc plötzlich hinter ihr stand, seine Arme um ihren Bauch schlang und sich von hinten verschlafen an sie ranschmiegte.
„Ach Margarethe. Sucht ihr nun ein Haus oder nicht? Nimm dir das doch nicht alles so zu Herzen. Frau Schmitz die….“ „Mama wir nehmen das Haus nicht und basta. Ich muss jetzt auch aufhören.“
Marc wurde hellhörig und hob seinen Kopf. „Was für ein Haus Hasenzahn?“
„Ach nichts Marc. Du hast dich da verhört.“ wiegelte Gretchen ab.
„Ich bin doch nicht blöd. Wer ist da am Telefon? Gib mal her.“
„Das willst du gar nicht haben. Es ist nur meine Mutter.“ Marc ließ von Gretchen ab „So so…..deine Mutter also…..“ überlegte Marc. Gretchen blickte ihn mit einem °Siehste - hab ich dir doch gesagt, das du das Telefon nicht haben möchtest° Blick an, welches sich aber schlagartig änderte, als Marc zum Telefon griff „Gib mal her!“
„Einen wunderschönen Guten Morgen wünsche ich ihnen Frau Haase.“ säuselte Marc lieblich ins Telefon und drehte sich von Gretchen weg.
Kurzfristig zog Gretchen es in Betracht sich über Marc´s Verhalten aufzuregen, aber wahrscheinlich würde sich das, eh als unnütze Energieverschwendung erweisen, denn Marc Meier wollte sicherlich nicht in ein Haus einziehen, das zufällig direkt neben ihren Eltern stand. Sie ging in die Küche und fing an Kaffee zu kochen, als Marc keine 2 Minuten später aus dem Bad gepoltert kam.
„Hasenzahn!“
„Psssscht! Du weckst die Beiden noch!“ und deutete mit ner Kopfbewegung zu Tina und Jan die aber von dem allem nichts mitbekommen hatten.
„Jaja ist ja gut.“ und griff nach ihre Hand „Komm! Wir müssen wieder nach Berlin.“
„Aber warum denn so plötzlich? Wir haben doch noch nicht einmal gefrühstückt.“
„Das können wir auch noch unterwegs.“
„Aber……..jetzt sag nicht, du willst dir ernsthaft das Haus von der Frau Schmitz anschauen?“ ungläubig schaute sie ihren Freund an, der sie immer noch an der Hand hielt.
„Ja warum nicht?“
„Erstens weil Frau Schmitz gerade erst gestorben ist und zweitens weil das Haus direkt neben meinen Eltern steht?“
„Und?“
„Und was?! Marc du willst doch nicht wirklich……“
Marc drehte sich ihr jetzt ganz zu und fasste sie an den Oberarmen. „Pass auf Hasenzahn. Die Frau Schmitz, die ist tot - ja! Aber es ist nun mal so. Und ich denke wir sollten die Chance ergreifen, bevor es jemand anderes tut. Hey überleg doch mal. Das Haus ist in einer Top Lage und von aussen macht es auch einen guten Eindruck. Und das es zufällig neben deinen Eltern ist, kann sich vielleicht auch als ganz positiv herausstellen. Oder meinst du nicht?“
Gretchen zuckte mit ihren Schultern „Ich weiß nicht so recht. Du weißt wie die Beiden sein können. Und das dann jeden Tag?! Ich weiß wovon ich spreche Marc.“
„Ja mag sein. Aber laß es uns wenigstens versuchen. Ich habe ehrlich gesagt keine wirkliche Lust mehr jeden Tag die Immobilienanzeigen zu wälzen. Du weißt doch wie schwer es ist etwas geeignetes in Berlin zu finden, hm?“ anschließend küsste er sie schwindelig. Er wusste ganz genau wie er sie packen konnte.
„Oh Marc, das ist unfair von dir.“
Mit einem verschmitztem Lächeln schaute er sie an „Ja, also ich wäre dann soweit. Können wir?“

15 Minuten später saßen die Beiden auch schon im Volvo und fuhren gen Heimat.
„Wir drei haben Hunger.“ quengelte Gretchen.
„Boah Hasenzahn. Wann hast du mal nicht Hunger?“
„Ja was denn? Du hast mich doch um mein Frühstück gebracht.“
Marc seufzte. „Ja okay - hast gewonnen. Wir können ja bei der nächsten Tankstelle anhalten. Ich will ja nicht, das einer von euch Süßen hier den plötzlichen Hungertod erleidet.“ und tätschelte Gretchen auf den Bauch, worauf sie ihm ein Luftkuss zuwarf. „Danke bist´n Schatz!“
„Ich weiß!“ grinste Marc.

Einige Kilometer später kam der weiße Volvo vor einer Tankstelle zum stoppen.
„So. Da wären wir. Was hätte Madame denn gerne?“
„Alsooooo…..“ Gretchen fing an, an ihren Fingern aufzuzählen „1 Muffin oder nee lieber 2. Wenn die haben natürlich Schokomuffins. Dann hätte ich noch gerne O-Saft, aber natürlich nur 100%igen und am liebsten mit Fruchtfleisch. Ein belegtes Brötchen mit Käse wäre auch nicht schlecht, aber nur wenn die auch welche mit Gurken drauf haben. Oh! Meinst du die haben meine Lieblingsschokolade? Bestimmt oder? Du weißt doch welche ich meine, oder Marc? MARC? Sag mal hörst du mir überhaupt zu?“
„Ich dachte du wolltest was zu Frühstück und nicht gleich einen ganzen Kindergarten mitversorgen? Mal abgesehen, das ich denke, das du was gesundes essen solltest.“
Dazu viel Gretchen aber nicht wirklich viel ein „Äh…..ich habe Hunger Marc!?“
Seufzend stieg Marc aus und ging ins Gebäude.
Und natürlich holte er alles, was Gretchen sich wünschte. Wie konnte er ihr auch nur einen Wunsch abschlagen. Mal abgesehen davon, das er sich schon ausmalen konnte, wie sie reagieren würde, wenn er nur mit einem Apfel und einem Salat wieder rauskommen würde. Gretchen war in letzter Zeit unberechenbar, was ihre Laune anging. Und somit war letztendlich nicht Marc der Leidtragende, sondern die arme Wurst, die hinterm Tresen stand und für Marc die Sachen zusammen suchen musste. Marc machte den jungen Mann verrückt, der sich immer wieder anhören musste, das es die und die Schokolade sein musste und keine andere. Das halbe Lager wurde durchkämt, bis schließlich der Verkäufer mit einem erleichterten lächeln auf den Lippen wieder vor Marc stand, weil er doch tatsächlich noch ein Exemplar der kostbaren Schokolade gefunden hatte.

Schwer bepackt ging Marc wieder zum Auto und öffnete die Tür.
„So! Hier sind die Sachen. Beschwer dich nachher aber nicht, wenn dir wieder schlecht ist.“ Er jetzt bemerkte er, das Gretchen gar nicht mehr im Auto saß. Er steckte den Kopf noch mal zur Tür rein, um sich zu vergewissern, aber das Auto war leer.
Marc legte die Sachen auf die Rückbank und lehnte sich ans Auto.
°Wahrscheinlich ist sie nur zur Toilette, dann kann ich mir wenigstens in Ruhe eine rauchen.°
Gesagt getan, aber als er die Zigarette schon längst auf hatte und er wieder im Auto saß und weitere 10 Minuten wartete, machte er sich doch so seine Gedanken.
Er stieg wieder aus und ging zu den Toiletten. Er überlegte kurz, ob er wirklich auf die Damentoilette reingehen sollte, aber da weit und breit keiner zu sehen war, ging er einfach rein. Aber drinnen war nur die Putzfrau, die ihn freundlich anlächelte und ihn darauf hinwies, das er hier falsch wäre. Nachdem Marc ihr erklärte, das er sehr wohl lesen könne und das er es wüsste, das dieses nur für Damen war, fragte er sie nach Gretchen. Die Putzfrau schüttelte aber nur den Kopf und erzählte ihm, das seit bestimmt ner ¾ Stunde schon keiner mehr hier drin gewesen sei.
Grübelnd ging Marc noch mal in die Tankstelle rein und ging auf den Verkäufer zu, der ihn schon skeptisch ansah.
Natürlich hatte dieser Gretchen auch nicht gesehen, da er ja die ganze Zeit mit der Schokolade beschäftigt war.

Marc ging um das Gebäude herum. Fragte die Leute die gerade Rast machten, ob sie eine blonde, schwangere Frau gesehen hatten, aber er blieb erfolglos. Selbst als er das ganze Gelände noch mal nach Gretchen absuchte fand er keine Spur von ihr.
Gretchen blieb spurlos verschwunden.

Frieda Offline

PJler:


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26.08.2010 12:35
#196 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Danke für eure Kommi´s und das ihr meine Geschichte immer noch weiter verfolgtIhr seit super
Weiter geht´s......

LG
Frieda


Marc spürt wie langsam Panik in ihm hochstieg. Er ging wieder zum Auto und steckte sich eine Zigarette an.
Wo war Gretchen? Sie hat doch wohl nicht kalte Füße bekommen und hat vor ihm die Flucht ergriffen?! Oder war es wegen heute Morgen, als sie sich wegem dem Haus nicht ganz einig waren?! Nein, das würde nicht zu ihr passen. Oder vielleicht doch? Schwangere waren unberechenbar!
Aber nichts desto trotz war sie weg! Wie sollte sie denn hier vom Autobahnrasthof wegkommen? Per Anhalter sicherlich nicht. Das würde Gretchen nicht machen. Oder doch?
Marc wusste in diesem Moment einfach gar nichts mehr.

Na klar! Warum rief er sie nicht an? In der heutigen Zeit war es doch eigentlich das Erste was man tat. Das er nicht schon eher darauf kam. Mit leicht zittrigen Fingern gab er die Ziffern ein. Das Tuten kam ihm wie eine Qual vor, denn immer noch nicht ließ ihn das Gefühl los, das etwas anderes dahinter steckte.
Während es im Hörer tutete ließ er immer wieder seinen Blick über das Gelände schweifen.
Moment mal! Das war doch…..
Schnellen Schrittes ging er in die Richtung aus dem er glaubte Gretchens Klingelton zu hören. Zwar nur leise, aber dennoch war die Melodie zu hören. Oder bildete er sich es nur ein? Schnell wählte er noch ein mal Gretchens Nummer, da mittlerweile schon die Mailbox angesprungen war.
Er wagte es kaum zu atmen, damit er auch nichts überhörte..
Na warte Fräuleinchen, wenn ich dich gleich wieder bei mir hab, wird’s nen Satz heiße Ohren geben. Mir so nen Schrecken ein zu jagen.
Aber weiter kam er mit seinen Gedanken nicht, den plötzlich wurde ihm klar, wo das Klingeln herkam. So langsam rutschte ihm sein Herz wirklich in die Hose, als Marc es allmählich dämmerte, das Gretchen sich wohl doch keinen Scherz mit ihm erlaubte. Schnell ging er die letzten Schritte bis zu Mülltonne und ließ sich von seinem Blick bestätigen, was er schon erahnt hatte. Mit angeekeltem Blick fasste er ihn die Tonne rein und fischte Gretchens Handtasche heraus in dem ihr Handy munter weiter vor sich hin dudelte.
Er ließ seinen Blick wieder über den Parkplatz schweifen „Hasenzahn wo bist du?“ flüsterte er mehr zu sich selbst und drückte ihre Tasche an sich.

Ohne weiter nachzudenken rief er die Polizei an, um sich dann anschließend anhören zu können, das sie zum jetzigen Zeitpunkt nichts für ihn tun konnten. Menschen verschwanden. Tag für Tag. Er sollte sich keine Sorgen machen. Seine Freundin würde bestimmt bald wieder auftauchen. Emotionslos ratterte die Dame am Telefon ihren Text runter. Für Marc kein Grund dieses gleich zu tun. Er explodierte und befand es keineswegs als normal, wenn jemand am heiligten Tag, quasi vor seinen Augen verschwinden würde. Und schon gar nicht sein Hasenzahn. So eine Frau konnte man schließlich nicht übersehen. Im positiven Sinne natürlich. Marc motzte weiter. Die Frau an der anderen Leitung ließ ihn gewähren. Sie kannte es nur zu genüge, das die Angehörigen schnell in Panik verfielen, wenn eine Person vermisst wurde. Des weiteren konnte sie sich von Marc anhören, das es Konsequenzen haben würde, wenn sie nicht sofort einen Suchtrupp losschicken würden. Was dachte der Kerl eigentlich wer er ist? Dieses wurde ihr aber kurz darauf schon von selbst beantwortet. Er wäre an angesehener Arzt im EKH. Dr. Marc Meier! Aha! Den Namen hatte sie noch nie gehört. Komischer Vogel.
Als der Dr. Marc Meier dann endlich mal fertig war, konnte sie ihm auch mitteilen, das er sich in 24 Stunden noch mal melden konnte, insofern die Dame nicht wieder von selbst auftauchen würde.
Marc legte ohne noch etwas zu sagen auf. Wütend ging er wieder ins Geschäft und gab dem Verkäufer seine Handynummer, falls Gretchen doch wieder auftauchen sollte und fuhr anschließend zurück nach Berlin.

„Herr Meier! Oder darf ich jetzt Marc zu ihnen sagen?“ mit einem strahlenden Lächeln öffnete Bärbel Haase ihm die Tür. Vielleicht war er doch gar nicht so schlecht. Denn schließlich waren sie sich ja einer Meinung, was das Haus anbetraf und eine seine zukünftige Familie konnte er auch ernähren. „ Ich mein, jetzt wo sie und Margarethe…..“
„Sie ist weg!“ unterbrach Marc sie mit ernstem Gesicht. „Ist der Professor zu Hause?“ Er stellte sich auf die Zehenspitzen um über Bärbel hinwegsehen zu können.
Verwirrt legte sie sich die flache Hand auf ihr Dekolette. „Wie jetzt, sie ist weg? Wovon reden sie? Ich meine du. Oder doch lieber sie?“
Marc verdrehte die Augen. Hatte diese Frau es nicht kapiert? Hasenzahn war weg. Einfach weggehoppelt. Und sie hatte keine andere Sorgen, ob sie ihn jetzt mit °du° oder °sie° ansprechen sollte?! Um es schnell hinter sich zu bringen, hielt er ihr die Hand hin. „Von mir aus Marc. So ist ihr Mann nun zu Hause oder nicht?“
Bärbel lächelte Marc an und strich sich eine Strähne hinter ihr Ohr. „Bärbel. Aber das weißt du ja schon.“ kicherte sie und hielt ihm ihre Hand hin, die Marc kommentarlos ignorierte und an Bärbel vorbeiging, um nach Franz Ausschau zu halten.
„Herr Professor?“ rief Marc ins Leere und ging von einem Raum zum andern, bis er Franz schließlich selig schlafend auf dem Sofa vorfand. Bärbel gesellte sich dazu und stellte sich neben Marc. „Lass in schlafen, er hat eine anstrengende Nacht gehabt.“
Der Oberarzt drehte sich Bärbel zu. „Ich weiß nicht, ob du mich vorhin richtig verstanden hast, aber sie ist weg. Spurlos verschwunden!“ Ohne eine Reaktion abzuwarten ging Marc auf den schlafenden Franz zu und rüttelte an seinem Oberarm um ihn zu wecken. Gretchens Vater schreckte hoch „Meier, was machen sie denn hier?“
Marc erzählte ihm, was passiert war und es dauerte nur wenige Sekunden bis Franz es realisierte, aufsprang und plötzlich hellwach war.
„Haben sie denn schon die Polizei angerufen?“
„Natürlich. Aber die können erst etwas nach 24 Stunden für uns tun.“
„Das werden wir ja sehn.“ Franz ging schnellen Schrittes zur Anrichte und nahm sich das Telefon. Marc wollte ihm noch sagen, das es keinen Zweck hatte, aber der Professor war schneller. Und es dauerte nicht, da musste die Dame an der anderen Leitung erneut feststellen, das anscheinend nur verrückte im EKH arbeiten mussten, den auch Franz Haas ließ es sich nicht nehmen, seinen Namen hoch zu loben, um auch dann feststellen zu müssen, das er im EKH sehr wohl die Einflussreichste Person war, aber bei der Polizei ihm das nichts brachte.
„Mmh!“……“Ja okay!“….“Ich gebe ihnen noch vorsichtshalber meine Nummer.“…..“Auf Wiederhören.“ kam es dann schon etwas ruhiger von Franz, nachdem die Polizistin ihn dann zurechtgewiesen hatte. Franz legte auf und schüttelte leicht den Kopf, bevor er das Telefon wieder weg legte. „ 24 Stunden. Nicht eher.“
Bärbel schlug sich ihre Hände vor ihr Gesicht. „Oh Gott Franz! Das ist so schrecklich! Und wenn ihr wirklich was passiert ist?“
„Daran dürfen wir noch nicht einmal denken!“ erwiderte Marc und ging auf den Professor zu. „Wir müssen das selbst in die Hand nehmen.“
„Was schlagen sie vor Meier?“

Frieda Offline

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01.09.2010 09:48
#197 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Franz und Marc zogen sich zum Gespräch in sein Arbeitszimmer zurück. Worauf Bärbel sofort in die Küche huschte um für die Beiden einen Tee zu kochen. Wenig später trat sie beladen Tee und einem Teller voll Kekse zu den beiden Männern ins Arbeitszimmer hinzu.
Leise stellte sie das Tablett ab und stellte sich hinter Franz, der schweigend aus dem Fenster sah. Sie legte ihm eine Hand auf die Schulter, die er auch sofort ergriff.
Die Beiden Männer waren ratlos. Selbst wenn sie jetzt noch einmal zur Tankstelle zurück fuhren, würden sie wahrscheinlich nicht weiter kommen. Zu Zweit konnten sie nicht viel ausrichten und Marc hatte seines Erachtens ja schon alles abgesucht.
Mit ernster Miene trat auch Marc an das Fenster und schaute hinaus. Er sah auf das Haus von der verstorbenen Frau Schmitz. Eigentlich sollte er jetzt mit Gretchen hier stehen. Zusammen würden sie sich jetzt Gedanken über die Zukunft machen. Banale Streitereien, welche Farbe an welche Wand kommen würde, oder in welche Richtung das Sofa stehen könnte, wären jetzt eine Wohltat gewesen im Gegensatz dessen, was Marc jetzt gerade im Inneren fühlte. Er hatte schon des öfteren gehört, das Menschen einfach spurlos verschwand. Einfach so - am heiligten Tag. Aber daran mochte er in diesem Moment gar nicht denken. Wahrscheinlich würde er gleich aus dem schrecklichen Traum aufwachen und feststellen, das es nur eine Verarsche von seinen inneren Ich war. Sabine würde es wahrscheinlich als Verlustängste betiteln, die tief in jedem von uns schlummerten. Vielleicht……ja vielleicht würde sich gleich ein kugelrunder Babybauch zur Tür reinschieben……und der Rest würde nur lauthals meckern, wer denn den letzten Rest von der Schokotorte genommen hatte. Ein kurzes lächeln huschte ihm über die Lippen, als er an Gretchen dachte, wie sie ihm heute morgen noch einen ganzen LKW Auftrag an Lebensmitteln gegeben hatte. Um dann aber wieder feststellen zu müssen, das er sich gerade im hier und jetzt befand und das ohne Gretchen. Er suchte den Blick des Professors, der immer noch stillschweigend aus dem Fenster starrte.
Er wunderte sich auch ein wenig über Bärbel. Jede Mutter wäre krank vor Sorge gewesen. Aber wahrscheinlich fühlte sie im Moment genau so wenig wie er. Nämlich gar nichts. Besser war es solche Gefühle der Angst gar nicht erst zu zulassen, dann hatte der Verstand nämlich noch Platz für den Gedanken, das Gretchen schon nichts zugestoßen ist und alles eventuell eine Sache unglücklicher Verkettungen war. Noch hatte er die Hoffnung, das sich alles wieder zum Guten wenden würde. Und solange er den Glauben daran hatte, würde er sich seiner Angst, die er um Gretchen und seine Kinder hatte nicht stellen.
„Ich denke uns wird wirklich nichts anders übrig bleiben, als das wir erst einmal die 24 Stunden abwarten.“ brach Bärbel im festen Ton die Stille, in das das Arbeitszimmer schon seit 10 Minuten eingehüllt war.
„Butterböhnchen. Kannst du mir mal verraten, wie wir hier einfach die Ruhe bewaren sollen, während unsere Tochter da draußen rumirrt?“
Betreten schaute sie in die müden Augen ihres Mannes und dann zu Marc. „Ich gehe nach oben und mache dir Gretchens Zimmer fertig. I-ich mein, wenn du magst.“
Marc aber wiegelte sofort ab „Nein, nein…..bloß keine Umstände. Ich werde jetzt nach Hause fahren.“
„Sicher?“
„Ja.“ sagte Marc bestimmt. Er hatte sicherlich keine Lust zwischen rosa Plüsch die Zeit abzusitzen. Aber in einem hatte Bärbel wohl recht. Sie konnten unterdessen nichts tun.

Wenig später betrat er seine Wohnung. Nein ihre gemeinsame Wohnung. Denn mit jedem Tag den er in dieser Wohnung mit Gretchen verbracht hatte, wurde es immer mehr und mehr auch ihre. Und die Bedenken die er vorerst hatte, hatten sich dann irgendwann wie von selbst in Luft aufgelöst. Er wollte gar nicht mehr ohne seinem Hasenzahn sein.
Mittlerweile war es schon Abend und die Wohnung wurde in ein dunkles Nichts gehüllt. Blind schmiss er seinen Schlüssel auf das Sideboard im Flur und ging weiter ins Wohnzimmer, wo er sich im Dunklen auf das Sofa setzte.
Ein Blick auf die leuchtenden Ziffern seines DVD Player´s verrieten ihm, das sie schon seit über 13 Stunden verschwunden war.

22:34 Uhr
Marc starrte seit 15 Minuten ununterbrochen auf die Zahlen, die mittlerweile vor seinen Augen herum tanzten. Zu gerne würde er jetzt mit Paulchen Panther zusammen das Lied anstimmen °Wer hat an der Uhr gedreht?° Aber leider war das nicht so der Fall. Er saß erst seit einer geschlagenen Viertelstunde hier und es kam ihm jetzt schon vor wie Stunden. Kurzhand stand er auf und ging auf dem Balkon um sich eine zu rauchen. Gedankenverloren blies er den Rauch in die kühle Nacht hinein.
Hasenzahn! Wo bist du?

00:03 Uhr
Marc legte sich auf das Bett und starrte zur Decke. Er konnte im nachhinein nicht sagen wie lange er dort gelegen und sich nicht gerührt hatte, bis er letztendlich doch ein einen unruhigen Schlaf fiel.

In seinen Träumen spiegelten sich die Ängste wieder, die er um Gretchen hatte. Um so geräderter wachte er in den frühen Morgenstunden wieder auf. Schlagartig war er wieder hellwach und sprang aus dem Bett. Erschrocken über sich selbst, das er überhaupt eingeschlafen war, hielt er sich die Hände vor das Gesicht und schüttelte leicht seinen Kopf.
Während er hier selig schlummerte, war Gretchen irgendwo da draußen und brauchte womöglich seine Hilfe.

Noch 4 Stunden………dann endlich würde etwas getan werden. Für Gretchen, seine ungeborenen Kinder und für seine Unwissenheit, die ihn zu zerfressen schien.
Die nächsten Stunden liefen immer nach dem gleichen Schema ab. Er rauchte sich eine, trank Tassenweise Kaffee und tigerte in der Wohnung auf und ab. Manchmal setzte er sich für einen Augenblick, um dann doch wieder einfach nur gedankenverloren ins Leere zu starren.
Dann endlich das erlösende Klingeln der Haustür. Schnell hob er seine Jacke auf, die er gestern noch unachtsam einfach auf den Boden geworfen hatte und eilte die Treppen hinunter.
Franz und Bärbel saßen schon ungeduldig wartend im Auto.
Ein kurzer Gruß und Marc stieg ein. Die Fahrt ging zum Polizeirevier.

Sie mussten sich unzähligen Fragen stellen.
Welche Kleidung Gretchen gestern trug. Wohin sie nach dem Tankstellenbesuch hinfahren wollten. Ob sie sich vorher gestritten hatten usw.
Auf die Frage hin, wie Gretchen den Aussehen würde, bekamen sie von Marc nur als Antwort: „Hübsch natürlich!“, worauf sie sich dann an das Ehepaar Haase wandten, um eine detaillierter zu bekommen.
Marc konnte sich während des Gespräches kaum an sich halten. Er verstand in diesem Moment nicht wirklich, wie man sich mit solchen Dingen auseinander setzten konnte, während Gretchen da draußen rumirrte. Er tigerte die ganze Zeit im Zimmer umher und wartete wie an ein kleiner Junge an Weihnachten darauf, das es endlich losging.
„Gut! Dann werden wir mal loslegen und zur besagten Tankstelle fahren.“ kaum hatte die Polizistin zu ende gesprochen, sprintete Marc zur Tür um ihr diese aufzuhalten. Jetzt ging es endlich los.


Etliche Stunden zuvor………..
Gretchen betete innerlich, das diese Autofahrt endlich ein Ende nahm. Ihre andauernde Übelkeit und die Ungewissheit, was mit ihr geschah, machten sie wahnsinnig. Immer wieder strich sie über ihren Babybauch. Sie fühlte das es ihren Kindern gut ging. Ganz im Gegensatz zu ihr. Sie hatte schon seit einer Ewigkeit nichts mehr gegessen und diese stickige Luft in diesem miefigen alten Wagen, machten die Situation für sie nicht erträglicher.
Sie konnte sich keinen Reim darauf machen.
Vorhin, da saß sie noch auf Marc wartend im Auto………und dann ging plötzlich alles so schnell. Ein junger Mann trat zu ihr ans Autofenster und fragte sie, ob sie zufällig eine Straßenkarte dabei hätte. Gretchen, wie immer hilfsbereit, stieg sofort samt Straßenatlas aus und gab ihm Auskunft. Und dann ganz aus heiterem Himmel zog sie der Mann in sein Auto, welches nur 2-3 Meter neben dem Volvo stand. Es ging so schnell, das Gretchen noch nicht einmal dazu kam, etwas von sich zu geben. Und jetzt saß sie hier in diesem fremden Wagen, mit diesem fremden Mann. Jede Frage, jedes Bitten und Flehen von ihr, wurde mit einem Stillschweigen von ihrem Entführer beantwortet. Bis sie letztendlich aufgab. Sie schaute immer wieder in den Rückspiegel, wo sich die Augen des jungen Mannes spiegelten. Ihr Blicke trafen sich immer wieder. Gretchen versuchte sich krampfhaft in ihr Gedächtnis zu rufen, ob sie ihn schon mal gesehen hatte, aber sie blieb ratlos. Sie konnte sich nicht daran erinnern, ob sie ihn schon einmal gesehen hatte. Vielleicht war er mal ihr Patient gewesen. Sie wusste es einfach nicht. Es blieb ihr einfach nichts anderes übrig als abzuwarten.

Frieda Offline

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02.09.2010 12:16
#198 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hey ihr Lieben! Danke für eure lieben Kommi´s, auch wenns grad nicht so rosig in der Geschichte abläuft. Aber alle Beschwerden diesbezüglich kann ich ohne schlechtem Gewissen an meinem Männe weitergeben(nennen wir ihn mal Friedolin). Er ist der Verursacher des (fast) ganzen Übels. Ich habe damit rein gaaaaarnichts zu tun°dummdidumm°
Also.....Friedolin meinte das er wenigstens Namentlich erwähnt werden sollte, wenn er denn schon die °schreibblockkade° von seiner Frau gelöst hatAha! Okay hab ich ja hiermit quasi getan und meine Schuld ist hiermit beglichen.
Und zum guten Schluss, widme ich ihn auch den Teil hier, weil ohne ihn würdet ihr wahrscheinlich immer noch auf die Fortsetzung meiner Geschichte warten
Also: Steinigungs Drohungen, in die Ems werfen oder sonstige bösen Worte alle an Friedolin
und die Nettigkeiten bitte an mich

Liebe Grüße
Frieda



Am frühen Abend saßen Bärbel, Franz und Marc zusammen im Esszimmer im Hause Haase. Bärbel hatte sich sofort als sie nach Hause kamen in die Küche gestellt und drauf losgekocht. Nun saßen sie dort gemeinsam und stocherten jeder für sich Gedanken versunken im Essen herum. Bis Marc letztendlich den Teller von sich schob und sich an Bärbel wandte. „Danke Bärbel. Ich denke das es bestimmt lecker schmeckt, aber……..“ Gretchens Mutter nickte ihm verständnisvoll zu und schob ebenfalls ihren Teller bei Seite.
Franz atmete tief ein. „Und sie sind sicher, das sie diesen Mann auf dem Video von der Überwachungskamera noch nie gesehen haben Meier?“
Marc schüttelte den Kopf „Nein. Ich kann mich auf jeden Fall nicht an ihn erinnern.“ Plötzlich haute Marc mit der Faust auf den Tisch, so das Bärbel kurzfristig Angst um ihr gutes Porzellan bekam und stand auf. „Das gibt es doch nicht! Was ist das eigentlich für eine verfluchte Scheiße. Wer tut denn so was? Und warum?“ Marc legte seine Hände an seine Hüfte und ging im Esszimmer umher. „Ich mein……ich verstehe den Sinn nicht ganz. Was wollen die von Gretchen?“
Bärbel die mit Marc´s plötzlichem Wutausbruch nicht so recht umgehen konnte, fing an abzuräumen. „Nachtisch?“ fragte sie nur leise, worauf sie nur ein Augenrollen von ihrem Mann erntete.
„Jetzt beruhigen sie sich mal und setzten sich wieder Meier.“ Franz deutete auf den Stuhl neben ihn, worauf sich Marc dann auch setzte. Franz selber stand auf und holte zwei Gläser und eine angebrochene Flasche Whiskey aus dem Schrank. „Hier. Das wird uns beiden gut tun.“ Franz schenkte ein und hielt seinem Oberarzt das Glas hin, welches Marc dankbar annahm. Bereits beim ersten Schluck spürte Marc das brennen in seiner Kehle und anschließend das wärmende Gefühl, das sich in seinem Inneren breit machte. „Und jetzt?“ fragte er in den Raum hinein.
Bärbel stellte den Nachtisch auf den Tisch. „Wie wäre es, wenn wir Fotos verteilen? Ich meine, das wir sie vielleicht an Bäumen pinnen könnten. Das machen die anderen doch auch, wenn denen z.B. ein Tier abhanden gekommen ist.“
Marc und Franz schauten sich an und nickten. Viel konnten sie ja nicht machen, aber das wäre ja schon mal ein Anfang. Franz stand auf. „Hast du denn ein aktuelles Foto von unserem Kälbchen?“
Bärbel huschte ein Lächeln über die Lippen, weil ihr Vorschlag angenommen wurde und machte sich sofort auf die Suche nach einem Bild von Gretchen.

So kam es das die Haase und Marc sich noch in der Nacht ans Werk machten und unzählige Flyer und Suchanzeigen ausdruckten. In den frühen Morgenstunden erreichten sie dann auch endlich mal Jochen, der dann auch sofort zur Stelle, ihnen mithalf die Blätter unters Volk bzw. an den Bäumen zu kriegen. Franz hatte sogar eine Belohnung für Hinweise ausgeschrieben, was aber natürlich - sehr zum Ärger von den Suchenden - darin endete, das sie andauernd irgendwelche Komiker am Telefon hatten, die nur auf die Belohnung aus waren und ihnen nicht weiter halfen.

Es verging eine Woche. Eine Woche der Hoffnung, das Gretchen endlich wieder zurück finden würde und des Wahnsinns nahe, weil sie nervlich immer wieder an ihre Grenzen stießen. Mittlerweile wussten alle in ihrem Umfeld bescheid, das die schwanger Professorentochter vermisst wurde.
Die betroffenen Blicke von seinen Kollegen im EKH machten Marc noch wahnsinnig. Jeder meinte es zwar gut mit ihm, aber diesen Spruch °Es wird alles gut. Sie wird schon wieder auftauchen.° hing ihm schon zu den Ohren hinaus. Gar nichts wird wieder gut, wenn sie nicht bald wieder auftauchte.
Marc litt an Schlaflosigkeit. Was zur Folge hatte, das er sich nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte, geschweige denn eine OP durchführen konnte. Er war wie betäubt. Letztendlich beurlaubte ihn Franz. Was das Ganze eigentlich noch schlimmer machte, denn so hatte Marc noch mehr Zeit zum nachdenken.

Immer wieder liefen Franz und Marc bei der Polizei auf. Die erste Woche wurden sie immer wieder vertröstet. Man solle doch die Ruhe bewaren. Zu diesem Zeitpunkt kann man noch nicht viel tun. Dann aber, als die zwei und letztendlich auch die dritte Woche verstrich, erklärten die Beamten sich endlich dazu bereit einen Schritt weiter zu gehen. Sie wollten Gretchens Bild in der Zeitung abdrucken, in der Hoffnung das sie doch endlich mal einen Hinweis auf Gretchens Verschwinden bekamen.

Seit geschlagenen 3 Wochen vegetierte Gretchen nun in diesem Loch. Vegetieren war wohl der richtige Ausdruck. Sie wurde in einem kleinen Zimmer festgehalten. Zwar hatte das Zimmer einen Fernseher und eine kleines Fenster, aber das machten die Sache nicht erträglicher. Vom Prinzip her fehlte ihr an nichts. Sie bekam genug zu trinken und zu essen. Ihr wurde quasi jeder Wunsch von ihren Augen abgelesen, aber nichts desto trotz machte sie die Situation wahnsinnig. Eingefangen in diesen kleinen Raum. Allein und hilflos.
Zu Anfang hatte sie noch geweint. Erst still und kaum hörbar. Dann laut und verzweifelt. Dann schrie sie. Sie beschimpfte und verfluchte diesen Mann, der sie gefangen hielt.
Sie hatte Angst. Pure Angst. Angst um ihre Kinder und um sich.
Doch jetzt - 3 Wochen später, waren keine Tränen mehr vorhanden. Sie kauerte auf ihrem Bett und starrte stundenlang die weiße Wand an, während sie immer wieder über ihren Bauch strich und flüsterte. „Euer Papa wird uns hier wieder rausholen. Versprochen.“


Ralf Schmitz legte Marc noch Anteil nehmend die Hand auf seine Schulter und gab ihm den Schlüssel von dem Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter. Ralf wusste, welches Schicksal gerade auf dem Hause Haase lag und das Marc der Freund von Gretchen war.
„Sind sie wirklich sicher, das sie alleine in dieses große Haus einziehen wollen?“
„Ich werde nicht alleine hier einziehen. Sie wird wieder kommen.“ sagte Marc darauf hin in einen Ton, der keine Widerrede duldete. Ralf sah in die Augen des jungen Mannes, der vor ihm stand. Sie sahen müde aus. Müde und leer. Ralf klopfte Marc noch mal auf die Schulter, nickte und ging.
„Sie wird wiederkommen.“ flüsterte Marc zu sich selbst und ging langsam die Stufen der Veranda hoch zur Haustür.

Bärbel schob die Gardine wieder ordentlich zurück und wandte sich von dem Fenster ab, aus dem sie Marc gerade noch beobachtet hatte. „Er will es wirklich durchziehen!“
Franz kam auf sie zu und nahm sie in den Arm. “Lass ihn. Du wirst ihn eh nicht davon abhalten können. Und außerdem weiß ich, das unser Kälbchen noch lebt. Ihr geht es gut. Das spüre ich!“ Bärbel schmiegte sich noch ein wenig mehr an die Brust ihres Mannes. Der vertraute Geruch, die Geborgenheit und die Entschlossenheit ihres Mannes, trieben ihr wieder die Tränen in die Augen.
Dann klingelte Franz Handy.
„Haase!“…..“Ja.“…..“Ja“….“Mmmh“….“Bis gleich. Auf Wiederhören.“
„Butterböhnchen?“ Franz sah seine Frau mit festem Blick an. „ Sie haben eine junge Frau gefunden.“ Bärbel Gesicht hellte sich schlagartig auf und sie wollte schreien vor Freude, aber ihr Mann kam ihr zuvor und hielt sie an den Schultern fest. „ Sie ist tot.“

Frieda Offline

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06.09.2010 10:57
#199 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Nööö...Gaby steckt nicht dahinter. Aber heute bekommt ihr endlich die Auflösung.
Ich weiß, es ist nicht schön zu lesen, wie Marc und die Familie Haase leidet, aber ein bisel wirds noch andauern. Sorry! Werd´s versuchen nicht sooo in die Länge zu ziehen
Aber jetzt gehts erst einmal weiter mit dem nächsten Teil.

Liebe Grüße
Frieda♥

P.S.: Danke für eure Kommi´s


Franz musste seiner Frau, kurz nach dem Anruf ein Beruhigungsmittel spritzen. Sie konnte sich einfach nicht beruhigen und jetzt war es Jochen, der zu Hause ein Auge auf sie hatte.Während der ganzen Autofahrt zum Rechtsmedizinischem Institut sagte keiner etwas. Jeder hing seine Gedanken nach und hatte Angst vor dem was sie gleich erwarten würde.

Mit jedem Schritt und mit jeder Stufe die Franz nahm, um zum Eingang von dem Gebäude zu gelangen, füllten seine Beine sich mehr und mehr mit Blei. Immer und immer wieder suchte er den Blickkontakt zu seinem Oberarzt. Der aber wiederum verzog keine Miene. Mit schnellen und entschlossenen Schritten ging er die Stufen hoch und hielt dem Professor letztendlich die Tür auf. Marc wusste zwar nicht wo Gretchen war, aber in einem war er sich ziemlich sicher. Sie war nicht hier in diesem Gebäude. Sie lebte noch und das spürte er.
Ruhig ging er an der Seite von seinem Chef den langen Gang entlang, bis sie vor der Tür stehen blieben. Franz wollte gerade anklopfen, da öffnete sich schon die Tür und sie wurden begrüßt.
Marc ließ Franz den Vortritt. Auch wenn er Arzt war, hasste er es sich in solchen kalten und nackten Räumen, die nur den Tod repräsentierten aufzuhalten.
Der Junge Mann, der sie eben noch begrüßt hatte, holte ohne große Worte die Leiche der jungen Frau aus der Kühlkammer.
Nun standen sie da. Alle um den Tisch herum. Keiner sagte etwas. Nur der stumme fragende Blick des Gerichtsmediziners, ob sie bereit waren, durchbohrte die Beiden. Marc schaute kurz den Professor an, der kurz seinen Blick erwiderte und dann seinem Gegenüber zunickte.
Langsam wurde der Reisverschluss geöffnet. Das leise reißende Geräusch vom öffnen des Reisverschlusses, halte in Marc´s Kopf wieder. Gerade noch war er felsenfest davon überzeugt gewesen, das Gretchen nicht hier vor ihm lag, aber mit jedem Zentimeter, wo sich der Reißer öffnete, verschwand seine Hoffnung.
„Mein Gott. Können wir es nicht endlich hinter uns bringen? Warum muss der Affe denn so ein Theater daraus machen?“ dachte sich Marc. Ungeduldig ballte er in seiner Hosentasche die Hände zu Fäusten. Auch Franz merkte, das sein junger Kollege vor ihm, es wohl irgendwie ganz witzig fand, es in die Länge zu ziehen und räusperte sich. „Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie etwas zügiger arbeiten würden.“
Irritiert schaute der Mann zu Franz. „Selbstverständlich.“ und riss den Reissverschluss mit einer Handbewegung bis zur Mitte auf. Anschließend trat er einen Schritt zurück.
Marc sah nicht genau hin, aber was er sah, ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Er fühlte wie seine Beine schlagartig nicht mehr zu ihm gehörten und er das Gefühl hatte, als wenn man ihm seiner Sinne beraubt hätte. In seinem Kopf drehte sich der Raum, er spürte wie sich sein Körper mit einem unbeschreiblichem Gefühl füllte, was er noch nie zuvor gespürt hatte und wandte sich vom Tisch ab.
Deswegen bekam er zunächst auch gar nicht mit wie Franz leise zum Gerichtsmediziner sagte: „ Sie können den Sack wieder schließen. Das ist nicht meine Tochter.“
Franz ging auf Marc zu und legte einen Arm auf seine Schulter, bevor er im ruhigen Ton zu ihm sprach. „Meier! Sie ist es nicht.“
Marc hob ungläubig den Kopf. Er hatte sie doch gesehen. Das blonde lockige Haar, welches ihr Gesicht umrandeten. „WAS?“ schrie Marc schon fast und ging wieder zu der Leiche zurück. „Es ist nicht mein Kälbchen.“ wiederholte sich Franz und sah seinem Oberarzt zu, wie er wieder den Reißverschluss öffnete.
Marc sah die junge blonde Frau die vor ihm lag. Ja sie hatte wirklich sehr große Ähnlichkeit mit Gretchen. Auf den ersten Blick zumindest. Aber sie war es Gott sei Dank nicht.
Marc ärgerte sich über sich selbst, das er nicht sofort richtig geguckt hatte. Ohne dem Rechtsmediziner eines Blickes zu würdigen, bellte er ihm nur ein „Zu machen!“ entgegen und verließ aufgebracht den Raum.

Gretchen lag, wie schon die Tage zuvor auf dem Bett. Eingerollt und sich mit der Decke schützend.
Die Tür wurde geöffnet. Gretchen wusste was jetzt kam. Es wurde ihr das Essen gebracht. Wie so am jeden Tag und jede Woche. Sie bewegte sich aber nicht. Sie konnte darauf dankend verzichten diesen Mann ansehen zu müssen, der sie in diese Lage gebracht hatte.
Aber irgendetwas war anders an diesem Morgen.
Sie hörte keine Geräusche vom ablegen eines Tabletts, aber sie spürte, das er immer noch da war. Genau neben ihren Bett.
Und als sie bewusst den nächsten Atemzug nahm, wusste sie auch was an diesem Morgen anders war. Erst dachte sie sich, das sie sich das nur einbilden würde, aber dann wurde der Geruch, der von der Person ausging intensiver. Sie merkte, wie die Übelkeit sie wieder überrollte.
Sag bitte das das jetzt nicht wahr ist!
Langsam drehte sich Gretchen im Bett zu der Person um. Und mit einem Augenaufschlag wurde ihr bestätigt, was sie schon vermutet hatte.
„DUUUU?“


Marc arbeitete wie ein Besessener. Nicht im EKH sondern im neuen Haus. Er renovierte es komplett von oben bis nach unten. An manchen Tagen half im Mehdi. Aber selbst Mehdi der es immer wieder versuchte an Marc ranzukommen, schaffte es nicht. Die meiste Zeit arbeiteten sie schweigend nebeneinander her.
Bärbel brachte Marc jeden Tag etwas selbstgekochtes vorbei. Auch wenn Marc immer dankend ablehnte, versuchte sie es an dem darauffolgenden Tag erneut. Im Hause Haase war es still geworden. Es wurde nur noch selten gelacht. Jeder versuchte auf seine eigene Art und Weise damit klar zu kommen. Bärbel machte in dieser Woche schon zum dritten Mal den Frühjahrsputz. Franz vergrub sich hinter einem Berg von Akten. Über jede zusätzliche Arbeit war er im Moment dankbar. Und Jochen verschanzte sich in seinem Zimmer. Sehr zum leid tragen von Bärbel. Denn die durfte die krachenden Klänge von ACDC, Metallica und Co, in voller Lautstärke ertragen.
Immer wieder zog es sie zum Fenster, aus dem sie auf das Nachbarhaus blicken konnte. Sie machte sich Sorgen um Marc. Klar waren Franz und sie auch krank vor Sorge um Gretchen, aber bei Marc war es etwas anderes. Er verschanzte sich immer mehr in seine eigene Welt. Während sie und Franz sich schon auf das Schlimmste eingestellt hatten, war Marc um nichts auf der Welt davon abzubringen, das sie noch Putzmunter durch die Gegend sprang. Er aß und trank kaum. Marc arbeitete unermüdlich an dem Haus weiter, denn er wollte es fertig haben, wenn sie zurück kam.
Die Polizei arbeitete mittlerweile auf Hochtouren. Das Bild in der Zeitung, hatte letztendlich auch nicht viel gebracht. Zwar erkannten einige Gretchen wieder, aber zum Zeitpunkt als die Entführung stattgefunden hatte, war sie von niemanden gesehen worden. Aber die Suche ging weiter.

Gretchen sprang vom Bett auf. Sie schrie und beschimpfte die Person die mit einem lächeln auf den Lippen ruhig vor ihr stand. Das machte sie nur noch wütender und sie fing an auf ihn einzuschlagen, bis er sie immer noch lächelnd, an den Handgelenken fest hielt.
„Aber ich liebe dich doch Sternchen!“ sagte dieser nur ruhig.

Frieda Offline

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07.09.2010 12:43
#200 RE: Story von Frieda Zitat · Antworten

Hey Mädels, jap es ist Alexis. Deswegen werde ich auch versuchen die ganze Sache wieder schnell zu beenden. Da es kein Geheimnis ist, das ich ihn nicht mag, wird er jetzt auch bald endgültig seinen Abgang in meiner Geschichte machen. Deswegen gibt es heute auch wieder einen etwas längeren Teil, damit endlich bald wieder die schönen Dinge in Martchens Leben erzählt werden können.
Aber eins möchte ich noch loswerden. Und das ist auch nicht nur so daher geredet. Ich habe mich wirklich riesig über eure Kommi´s gefreut. Tue ich sonst auch natürlich, aber dieses mal besonders, weil ich trotz dem momentanen sehr traurigen Inhalt noch ein Lob bekommen habe. Danke dafür Ich weiß, das ich eure Nerven momentan ein bisel überstrapaziere



„Wenn du mich lieben würdest, warum tust du mir das dann an?“ die mit Hass erfüllten blauen Augen blickten auf ihren Ex-Verlobten.
„Sagte ich doch. Weil ich dich liebe!“
„Du bist krank Alexis!“
„Ja! Krank vor Sehnsucht nach dir. Aber jetzt wird alles wieder gut. Denn wir sind endlich wieder zusammen.“
„Sag mal geht´s noch? Wenn du mich wirklich lieben würdest, wie kannst du mich dann nur in eine solche Situation bringen? Falls du es noch nicht gesehen hast….ich bin schwanger.“
Alexis Augen formten sich zu kleinen Schlitzen. „Ja und ich mag auch gar nicht daran denken von wem.“ zischte er. Aber sein Gesichtsaudruck änderte sich sofort wieder als er Gretchen ansah und einen Schritt auf sie zu machte. „Aber das bekommen wir hin.“
Gretchen wich zurück, als sie merkte, das seine Hände wieder auf sie zukamen „Fass mich bloß nicht an.“ und drohte ihm mit dem Zeigefinger „Und gar nichts werden wir hinbekommen. Hörst du? Ich bin jetzt mit Marc zusammen.“
„Ach Sternchen. Die Liebe kommt…..die Liebe geht.“
„Alexis! Ich weiß zwar nicht, wie du es geschafft hast aus dem Knast auszubrechen, aber eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Für dich ist der Zug abgefahren. Weißt du was?! Ich habe dich damals wirklich geliebt. Aber du hast alles kaputt gemacht. Jetzt sieh zu wie du damit klarkommst. Wenn du mich jetzt bitte gehen lassen würdest!“
„Äh…nein!“
Erschrocken sah Gretchen ihn an.
„Wie nein?“
Alexis fing an zu lachen. „Meinst du wirklich, das ich hier so ne Aktion starte und dich dann einfach hier raus spazieren lasse?“
„Nicht?“
„Oh Sternchen, du bist unverbesserlich. So naiv wie immer. Wir zwei Beide werden eine hübsche Reise machen. Nur du und ich.“


Geschafft! Endlich 2 Wochen später hatten Mehdi und Marc das Haus wieder auf Vordermann gebracht. Zufrieden gingen sie noch einmal durch die einzelnen Räume die noch leer standen und bewunderten ihr Werk.
Marc war zwar immer noch in sich gekehrt, aber ab und zu vergaß er auch mal für einen Moment seine Sorgen. Allerdings geschah dieses nur Mehdi´s Gegenwart. Mehdi war dankbar für solche Augenblicke, wo Marc wenn auch nur kurz fast wieder Alte war. Wie auch jetzt.
„Schau mal Mehdi!“ Marc deutete mit seinem Kopf an, das sein Freund ihm in den Raum folgen sollte.
„Und das hier……“ Marc verdeutlichte es noch mit seiner Hand „…..wird dann das Kinderzimmer werden.“
Mehdi schluckte. Er wusste das das nicht gut gehen konnte.
„Schau mal, wenn hier in den Schrägen den Platz optimal ausnutzen wollen, müssen wir hier Regalelemente hinbauen. Vielleicht könnten wir vor einzelnen Fächern noch Türen machen. Was meinst du?“ Marc blickte zu Mehdi, der immer noch im Türrahmen stand und die ganze Sache skeptisch beobachtete. „Ähh…..“
„Und hier…..“ Marc deutete zur Wand „….kommen dann die Kinderbettchen hin.“ plapperte Marc euphorisch weiter.
Mehdi kratzte sich am Hinterkopf. „Du Marc, vielleicht……“ Der Oberarzt drehte sich zu ihm um „Was denn? Hast du eine bessere Idee?“
„Nein. Alles super. Aber ich denke, das du…..“ Nun hatte Mehdi doch die volle Aufmerksamkeit seines Freundes. Was ihn irgendwie nervös machte. Denn jetzt blickte Marc abschätzend an, als wenn er sich schon denken konnte, was Mehdi ihm sagen wollte. „Naja….ich mein, vielleicht solltest du dir ein wenig Zeit…..“ Plötzlich ging Marc mit großen Schritten auf Mehdi zu und drohte ihn mit dem Finger „Ey - ich weiß ganz genau was du jetzt sagen willst.“ Marcs Gesicht verzehrte sich vor Wut „Hasenzahn und meine Kinder sind nicht tot. Gerne auch noch mal zum mitschreiben. Sie- sind - nicht - tot! Hörst du?“
Mehdi hob abwährend seine Hände und nickte leicht. Er wollte sich nicht mit Marc streiten. Er wusste nur zu gut, was er gerade durchmachte.
„Gut!“ sagte Marc dann nur, aber kein bisschen ruhiger „Dann kannst du ja jetzt auch gehen.“
„Was?“
„Du hast mich schon verstanden. Lasst mich doch einfach alle in Ruhe. Ihr alle…“ Marc zeigte auf Mehdi und zum Fenster raus, auf das Haus der Familie Haase „…glaubt doch sowieso nicht mehr daran, das sie wieder kommen wird. Aber weißt du was? Am Ende werdet ihr sehen, das ICH recht hatte.“
Mehdi ging vorsichtig wieder einen Schritt auf seinen Freund zu. „Aber Marc, du musst das auch mal realistisch sehen. Sie ist schon seit über 5 Wochen verschwunden.
Es gab bisher kein einzige Lebenszeichen, geschweige denn eine Spur von ihr, wo sie sein könnte.“
Marc schaute Mehdi ruhig an. Er wusste ganz genau, das Mehdi recht hatte, aber er wollte noch nicht einmal eine Sekunde daran denken, das es wahr sein könnte. „Raus!“
„Bitte?“
„Du hast mich schon verstanden Mehdi. Geh jetzt.“ Marc wandte sich von ihm ab und ging zum Fenster.
„Marc…..ich…..“ aber dabei blieb es. Er fand im Moment einfach keine Worte mehr. Mehdi ging.

Als Marc die Haustür ins Schloss fallen hörte und anschließend Mehdi von oben aus dem Fenster in sein Auto einsteigen und davon fahren sah, spürte er wie wieder die Hilflosigkeit, gemischt mit ner Portion Wut in ihm hochsteigen.
Und was war wenn alles doch Recht hatten und Gretchen wirklich tot war?
„Verfluchte Scheiße!“ schrie Marc und schlug mit der Faust gegen das Fenster. Er spürte wie sein Hals trocken wurde und sein Magen sich zusammenzog. Ein taubes Gefühl überkam ihm und er merkte wie sich langsam aber sicher seine Augen mit Tränen füllen wollten. Aber er wollte sie nicht zulassen. Keine einzige Träne. Er schluckte und hatte dabei das Gefühl einen riesen Sack Kartoffeln runterschlucken zu müssen. „Neiiiiiiiiin!“ schrie er aus voller Kehle heraus und schlug wieder gegen das Fenster. Immer und immer wieder.
Aber er weinte nicht.

Nachdem Marc sich wieder ein wenig beruhigt hatte, machte er seinen obligatorischen Anruf bei der Polizei. Auch wenn er sie damit nervte, rief er jeden Tag dort an. Anschließend legte er sich in den Liegestuhl - ein Überbleibsel von der Frau Schmitz- die auf der Veranda hinter dem Haus stand. Die Sonnenstrahlen, die den Weg zu ihm fanden, schafften es aber nicht Marc zu wärmen. Im war kalt und deswegen mummelte er sich in eine Decke ein, auch wenn es schon Ende Juli war.
Er schaute zu den Baumkronen, wie sie sacht mit dem Wind hin und her schwangen. Hin und wieder verirrte sich eine Amsel in dem Garten um sich ein frühes Abendessen aus seinem verwilderten Gartenboden zu picken. Aber sie ließen ihn ruhe und er sie. Und das war die Hauptsache. Die Ruhe tat im so unendlich gut. Er spürte wie er sich langsam wieder entspannen konnte. Er lauschte dem Rauschen von den Bäumen und dem zwitschern von den Vögeln. Er schlief ein……………………………….......
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er fand sich zusammen mit Gretchen im Bett wieder. Das Bett war komplett in weiß bezogen.
Die Sonnenstrahlen suchten sich den Weg durch das Fenster, wurden aber durch die Gardinen in ein wärmendes Licht verwandelt, welches das Bett in einen sanftes Leuchten einhüllte.
Marc lag auf der Seite, mit dem Rücken zu Gretchen. Sie war wach. Er auch, aber er tat einfach so, als würde er noch schlafen. Mal schauen was sie vor hatte, denn er spürte das sie ihn beobachtete.
Gretchen hob seine Decke an und krabbelte drunter. Ihr warmer Körper schmiegte sich an seinen. Er spürte wie ihre Brüste seinen Rücken berührten. Haut an Haut. Ihre langen blonden Locken die auf seinen Hals fielen, als sie sich zu ihm runterbeugte, kitzelten in sachte. Er konnte sich nur schwer ein lächeln verkneifen.
Gretchens Lippen suchten seinen Hals. Sanft berührte sie ihn mit ihren Lippen. Am liebst hätte er sich rumgedreht, sie sich gepackt und sie geküsst, bis ihm und ihr schwindelig wurde. Aber Marc genoss einfach das Gefühl und ließ sich nichts anmerken.

Doch plötzlich veränderte sich die Situation. Anscheinend schob sich eine dicke Wolke vor die Sonne, denn im Zimmer wurde es abrupt dunkler, das merkte Marc selbst mit geschlossenen Augen.Gretchen strich langsam mit ihrem Finger über seinen nackten Oberarm. Er bekam eine Gänsehaut, aber es war nicht die Folge ihrer Berührung, sondern ihm wurde kalt. Der Raum schien sich abgekühlt zu haben. Gretchen strich ihm immer und immer wieder kaum spürbar über seinen Arm.
„Marc.“ flüsterte sie „Ich muss jetzt gehen.“ Gretchen gab ihm einen Kuss auf die Stelle, die sie gerade noch berührt hatte.
Marc ergriff die Panik. Ihr Ton in der Stimme, gefiel ihm ganz und gar nicht. Es war ein Abschied, das spürte er. Er wollte sich zu ihr umdrehen, sie festhalten, oder schütteln damit sie wieder zur Vernunft kam und die eben gesagten Worte zurück nahm. Sie sollte nirgends wo hingehen. Sie soll bei ihm bleiben. Aber es ging nicht. Er bemerkte, das sein Körper nicht so wollte wie er. Vorhin da wollte er sich nicht bewegen und jetzt konnte er es nicht mehr. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Und so konnte er nur stillschweigend Gretchens Worte lauschen, die ihn Stück für Stück in 1000 Teilchen zu zerreißen drohten.
„Marc, ich habe dich immer geliebt und werde dich auch für immer lieben. Vergiss mich bitte nicht.“ zärtlich gab sie ihm noch einen Kuss auf die Schulter, bevor sie unter seiner Decke verschwand. „Ich liebe dich Marc!“
Das waren die letzten Worte die er von ihr hörte. Er brauchte ein paar Sekunden, bis er realisierte, das sie nicht mehr da war. Auch wenn sein Körper vor Kälte zitterte, die Stelle wo sie ihn gerade eben noch geküsst hatte, brannte wie Feuer. Genauso wie die Tränen, die langsam über seine Wange rollten. Marc war wie gelähmt. Er weinte und schrie innerlich. Er hatte das Gefühl, das er hier und jetzt sterben müsste, so sehr schmerzte ihn sein Herz.
Sie war weg - und das für immer ........ ...............................................................................................................................................................................................................................





…………………………..er spürte wieder eine Berührung an seinen Oberarm. „Gott sei dank! Gretchen! Sie war wieder da. Sie war zu ihm zurück gekehrt.“ Endlich konnte er sich wieder bewegen. Marc drehte sich zu ihr um. Er wollte sie in seine Arme schließen und nie wieder los lassen. Aber statt in Gretchens hübsches Gesicht zu blicken, sah er nur in eine hässliche Fratze, die ihn auszulachen schien.
„NEEEEEEEEEEEIIIIIIIN!“
Marc wachte schreiend auf und schreckte hoch, das er immer noch die Hand auf seinen Oberarm spürte. Erleichtert, das die Hand aber zu Bärbel gehörte, die sich vor ihm gekniet hatte, ließ er sich wieder in den Stuhl zurück fallen.
Er fing an zu weinen. Endlich ließ er alles aus sich raus. Auch wenn es ihm zuwider war zu weinen und das auch noch vor anderen Personen. Bärbel wollte ihn in den Arm nehmen. Erst schlug er ihren Arm noch unsanft zur Seite, aber nachdem sich Bärbel davon nicht beirren ließ und es noch einmal versuchte, ließ er es zu.
Marc Meier weinte - wie noch nie zuvor in seinem Leben.
So bemerkte er auch nicht den kleinen Jungen, der verschreckt hinter Bärbel Schutz suchend hinter ihr stand.

Ich nochmal.....wie schon gesagt, ich weiß, das es nicht schön zu lesen ist, wie alle leiden. Aber mit diesem Teil wollte ich es noch einmal verdeutlichen wo Marc mit seinen Gefühlen steht. Aber ab jetzt wird es Stück für Stück wieder ein klein bischen Bergauf gehen. Versprochen! Werd ja selbst ganz depri beim schreiben

Liebe Grüße
Frieda

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