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Dieses Thema hat 86 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
esperanza_ Offline

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Beiträge: 404

15.11.2009 22:20
Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Ich hatte einen neuen Plan, diesmal nicht ganz so ausschweifend wie der alte. Ich wollte einfach nur endlich meinen Märchenprinzen heiraten und glücklich werden. Und ich dachte auch wirklich, ich hätte es geschafft. Der Tag meiner Hochzeit sollte der schönste in meinem ganzen Leben werden, stattdessen war es ein schrecklicher Albtraum. Ich sollte jetzt eigentlich in den Flitterwochen, irgendwo auf einer Insel am Meer, sein, stattdessen sitz ich im Krankenhaus, am Bett meines Vaters und hoffe und bete, dass er wieder gesund wird, nachdem er in der Kirche zusammengebrochen ist.
Gretchen saß am Bett des Professors und hielt seine Hand fest. Plötzlich ging die Tür auf und Gigi steckte ihren Kopf herein.
„Hey, Süße. Du bist ja immer noch hier. Alexis hat nach dir gefragt.“
Gretchen hatte schon wieder Tränen in den Augen. „Das ist mir momentan so egal. Es war ihm auch egal, als Papa vor ein paar Tagen in der Kirche zusammengebrochen ist, da ist er auch einfach abgehauen und hat sich nicht gemeldet.“
Ihre Freundin ging auf sie zu und strich ihr über die Schulter. „Er war wahrscheinlich einfach nur überfordert. Du solltest ihm das nicht so übel nehmen, ihr seid verheiratet.“
„Ja, ich weiß...“
„Bereust du das etwa schon?“, fragte Gigi entsetzt.
Gretchen liefen jetzt die Tränen über die Wangen. „Verdammt, ich weiß es doch auch nicht. Ich weiß gerade gar nichts mehr. Aber ich will auch mit dir da jetzt nicht drüber reden. Geh jetzt bitte, lass mich in Ruhe!“
„Okay!?“, meinte ihre Freundin erstaunt, nahm ihre Tasche und ging zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal um und meinte, dass Gretchen sie anrufen solle, wenn sie jemanden zum reden bräuchte. Dann verschwand sie.
Gretchen stöhnte und sah ihren Vater an. „Warum lassen sie mich nicht einfach alle in Ruhe?“

esperanza_ Offline

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15.11.2009 22:22
#2 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Ich weiß ja, dass ich Alexis das eigentlich schon verzeihen sollte, dass er einfach abgehauen ist. Aber ich hätte einfach jemanden gebraucht, der mich unterstützt und für mich da ist. Wir saßen alle in der Kirche, während überprüft wurde, was das für ein komischer Virus sei und wer alles infiziert wäre. Zum Glück war niemand weiteres betroffen, aber allein diese Ungewissheit war schon schlimm. Er hätte mich nicht einfach allein lassen sollen. Außerdem gab es dann noch jemanden, der mir in der Zeit viel näher stand und mir, vor allem aber meinem Vater, sehr geholfen hat...
Erneut öffnete sich die Tür. „Wie geht es ihm? Ist er aufgewacht?“, fragte Marc und trat an das Krankenbett.
„Nein, leider noch nicht.“ Gretchen flüsterte nur mit tränenerstickter Stimme. Sie wendete ihren Blick nicht von ihrem Vater ab und hielt immer noch dessen Hand fest.
Marc sah sie eine Weile nachdenklich an. „Hey, das wird schon wieder. Wie sagt man so schön, Unkraut vergeht nicht.“ Er lächelte sie kurz an, dann ging er wieder Richtung Tür.
„Marc?“
Er drehte sich noch einmal um. „Hmm?“
„Danke“, sagte sie leise und sah ihm dabei zum ersten Mal seit langem direkt in Augen. „Dafür, dass du ihm geholfen hast...“
„Das ist mein Job.“ Er wollte gerade wieder gehen, als sie aufstand und weitersprach. „...und dafür, dass du für mich da warst. Denn das ist nicht dein Job.“ Wobei sie das ‚dein’ sehr betonte.
Daraufhin ging er noch mal zurück zu ihr und sagte: „Weißt du... es geht mich nichts an, warum er einfach abgehauen ist, und das ist mir ehrlich gesagt egal. Aber ich hab’s gerne gemacht.“ Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte sie noch einmal an. Dann ging auch er und verließ das Zimmer.

esperanza_ Offline

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15.11.2009 22:33
#3 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Was war das denn? Normalerweise hätte er diese Gelegenheit genutzt, um über Alexis herzuziehen. Aber der scheint ihm wirklich langsam egal zu sein. Vielleicht können wir doch noch so was wie Freunde werden. Aber will ich das überhaupt? Wo ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob die Hochzeit richtig war? Ich sollte mir erst mal darüber klar werden und das muss ich Alexis auch sagen. Ich brauch jetzt erst mal Abstand...

Deshalb machte sie sich auch gleich an diesem Abend auf den Weg zu Alexis. Der war sehr überrascht, als sie plötzlich vor seiner Tür stand, denn in den letzten Tagen hatte sie in sträflichst missachtet, wobei er ihr das nicht einmal verübeln konnte.
„Hey, Schatz. Schön, dass du da bist. Komm doch rein!“
„Ich bin hier, weil ich mit dir reden wollte. Also freu dich nicht zu früh.“ Damit betrat sie das Haus und setzte sich im Wohnzimmer auf die Couch. „Alexis, dass du einfach abgehauen bist, als ich dich am meisten gebraucht hätte... das kann ich dir nicht einfach verzeihen. Du hast so getan als ist nichts und als ginge das dich alles nichts an. Und ich will ganz ehrlich sein, ich brauch Abstand. Und muss mir über einige Dinge erst mal klar werden. Ich brauche außerdem Kraft für Papa und will mich nicht noch mit dir rumstreiten.“
„Das heißt was?“
„Ich werde vorerst wieder ausziehen. Es ist besser für alle und außerdem ist es ja nicht für immer.“
„Es tut mir leid, Gretchen, was ich getan habe, war wirklich falsch, aber deswegen musst du doch nicht gleich ausziehen. Ich liebe dich doch. Das Haus ist groß, also wenn du mir aus dem Weg gehen willst...“
„Darum geht es nicht, ich brauche Zeit für mich. Ich werde mir morgen eine eigene Wohnung suchen.“ Sie schaute ihn noch einmal an, stand dann auf und ging. Alexis war in diesem Moment zu geschockt, um irgendwas zu sagen oder ihr hinterher zu laufen.

esperanza_ Offline

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15.11.2009 22:36
#4 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Wo sollte sie denn jetzt hin? Die letzten Tage war Gretchen eigentlich immer im Krankenhaus und ist nur kurz zum Duschen und Klamotten wechseln zu Alexis gefahren. Aber jetzt...? Sie beschloss, auch diese Nacht noch einmal im Krankenhaus zu verbringen und schon morgen auf Wohnungssuche zu gehen.
Am nächsten Morgen holte sie sich also eine Zeitung am Kiosk und studierte die Wohnungsanzeigen, während sie in der Cafeteria frühstückte.
„Na, was machst du denn schon so früh hier? Du hast doch noch Urlaub.“ Marc setzte sich zu ihr an den Tisch.
„Ich war heute Nacht wieder hier bei meinem Vater.“ Sie schaute weiter in die Zeitung.
„Wäre es nicht besser, wenn du mal wieder eine Nacht in deinem Bett zu Hause schläfst? Du siehst ziemlich fertig aus.“
Ich kann dem doch jetzt nicht sagen, dass ich ausgezogen bin? Dann denkt der doch gleich, ich will nichts mehr von Alexis? Stimmt das denn? Nein, natürlich nicht... Ich liebe ihn doch, oder?
Sie schaute Marc an und dann wieder auf die Zeitung. „Ich bin ausgezogen.“
Marc war mehr als überrascht. „Du bist bitte was?“ Er sah sie fragend an. „Und wo willst du jetzt hin, wenn ich fragen darf? Zurück zu deinen Eltern?“ Er grinste.
Gretchen sah ihn böse an und antwortete dann. „Nein, ich such mir was eigenes. Wird ja wohl nicht so schwer sein.“ Da entdeckte sie eine interessante Anzeige und beschloss, sofort einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. „Du entschuldigst mich kurz!?“ Sie tippte die Nummer in ihr Handy und ging auf die Dachterrasse.

esperanza_ Offline

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15.11.2009 22:39
#5 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Marc sah ihr schmunzelnd hinterher und beobachtete, wie sie telefonierte. Nach fünf Minuten kam sie auch schon wieder an den Tisch und lachte. „Siehst du, schon heute schau ich mir eine Wohnung an.“ Daraufhin packte sie die Zeitung weg und ging.
Er schüttelte nur lachend den Kopf und rief ihr hinterher. „Na, dann wünsch ich dir viel Spaß.“
Sie wedelte mit der Zeitung und sagte, ohne sich umzudrehen: „Werde ich haben, danke.“

Zwei Stunden später stand sie vor einem Mehrfamilienhaus und wartete auf die Maklerin.
Sieht von außen doch schon mal recht gut aus. Noch sehr neu. Mal schauen, wie es von innen wirkt.
„Guten Tag, Sie sind sicher Frau von Buren?“ Die Maklerin streckte ihr die Hand entgegen.
„Äh..." Von Buren... Das klingt immer noch total ungewohnt. „Ja, dann müssen sie Frau Schneider sein.“
„Gut, dann schauen wir uns das Prachtexemplar mal von innen an, wollen wir?“ Daraufhin nickte Gretchen.
Als sie die Wohnung betraten, war die junge Blonde begeistert. Helle, offene Räume, ein gemütliches Bad mit großer Wanne, und ein großes Wohnzimmer mit anliegender Küche. Und das alles in perfektem Zustand und ziemlich neu. Nachdem sie alles bis in den letzten Winkel erkundet hatte, überlegte sie nicht mehr lange und sagte zu.
Sie verabredeten sich für den nächsten Tag, um den Mietvertrag zu unterzeichnen.
„Wann könnte ich denn dann einziehen?“
„Nun ja, der Vermieter würde gerne noch einmal alles selbst überprüfen, damit es hinterher keinen Ärger gibt. Also sagen wir in einer Woche.“ Die junge Frau lächelte.
Doch Gretchen schaute sie entsetzt an. Und wo bitte soll ich bis dahin wohnen? Kann ja schlecht zu Alexis zurück...
Dennoch bedankte sie sich, da ihr klar war, dass das sogar noch recht schnell war. Bei anderen Wohnungen hätte sie vielleicht noch länger warten können.

esperanza_ Offline

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15.11.2009 23:19
#6 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Zurück im Krankenhaus besuchte sie zuerst ihren Vater. „Na, Papa, wie geht’s dir? Du musst bitte schnell wieder gesund werden, hörst du. Hoffentlich wachst du bald auf.“ Sie nahm wieder seine Hand und schaute ihn liebevoll an.
„Lange dauert es bestimmt nicht mehr bis unser Herr Professor wieder auf dem Damm ist. Die Werte sind super, es geht ihm jeden Tag besser.“ Marc trat näher ans Bett heran. „Wie war’s?“
Gretchen blickte fragend auf. „Wir war... was?“
„Na, deine Wohnungsbesichtigung.“ Er lachte. Als er aber sah, dass sie etwas durcheinander wirkte und ihren Blick wieder zu ihrem Vater wendete, fragte er noch einmal nach.
„Was ist passiert? War’s so schlimm?“
„Das nicht.“ Ich kann ihm ja wohl schlecht sagen, dass ich momentan so gut wie obdachlos bin, oder? Doch Marc merkte, dass es ein ‚aber’ gab. Genau danach fragte er dann auch.
„Die Wohnung war super, ich kann morgen den Mietvertrag unterschreiben.“
„Ach so, aber bis morgen weißt du nicht wohin?“
„Schön wär’s“, murmelte Gretchen. „Ich kann erst nächste Woche einziehen. Muss dann wohl doch noch mal zu meinen Eltern...“
„Warum kommst du nicht mit... Ach, vergiss es. Würdest du eh nicht.“ Er grinste.
„Was würde ich nicht...?“ Sie sah sein Grinsen und musste ebenfalls lachen. „Ich soll mit zu dir kommen.“
„Na ja, als guter Freund, da kann ich dich ja schlecht unter der Brücke schlafen lassen.“

esperanza_ Offline

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15.11.2009 23:23
#7 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Warum kauf ich ihm diese ‚Gute Freunde’ Nummer gerade so gar nicht ab? Obwohl, ich dachte ja eigentlich auch, dass wir so was wie Freunde sind.. Eben, so was wie, aber einfach nur Freunde? Können wir das überhaupt? Obwohl, mit zu ihm zu kommen, scheint mir momentan die bessere Alternative, als wieder zu meinen Eltern zu gehen. Allein schon wenn ich an meine Mutter denke. Die würde sicher wissen wollen, warum ich bei Alexis ausgezogen bin. Und seien es nur ein paar Tage.
„Meinst du das ernst?“ Sie schaute ihn erwartungsvoll an.
„Na ja, wenn du willst. Mir soll’s recht sein.“
Na, Begeisterung sieht aber wirklich anders aus. Soll ich wirklich? Nicht, dass das wieder in einer Katastrophe endet. Aber eigentlich war es ja seine Idee. Also ist er selbst Schuld!
„Gut, dann danke schon mal für das Angebot. Ich hol dann heute Abend nur noch ein paar Sachen von Alexis und dann kreuz ich bei dir auf. Hoffentlich bereust du es nicht.“ Gretchen grinste ihn an.
„Mal sehen...“ Dann verließ er lachend das Zimmer.

Sie blieb noch eine Weile bei ihrem Vater und machte sich dann auf den Weg zu Alexis.
„Schatz, ich bin so froh, dass du noch einmal vorbei kommst. Warum gehst du denn nicht an dein Handy?“, meinte dieser, als Gretchen dann bei ihm vor der Tür stand.
„Ich bin nur hier, um ein paar Sachen zu holen. Den Rest hol ich in den nächsten Tagen. Bitte, Alexis, mach da jetzt kein Drama draus, es ist besser, wenn ich erst einmal ein bisschen Zeit für mich habe. Kannst du mich nicht auch verstehen?“
„Doch natürlich, aber es ist doch keine Lösung, wenn du jetzt wegrennst und wir den Streit so stehen lassen.“ Er kapiert es einfach nicht...

esperanza_ Offline

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15.11.2009 23:26
#8 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Was ist denn dein Vorschlag?“, fragte sie wütend. „Dass ich dir einfach eben mal so verzeih? ‚Macht doch nichts, Alexis, dass mein Vater fast gestorben wäre und du auch noch abgehauen bist. Ich verzeih dir gerne.’ Oder wie hast du dir das vorgestellt?“
„Nein, so mein ich das doch gar nicht, aber wir müssen darüber reden“, versuchte er sie zu besänftigen.
„Es ist alles gesagt, du hast dich entschuldigt, ich hab dir zugehört. Jetzt muss ich mir selbst erst mal klar werden, ob ich dir verzeihe oder ob die ganze Hochzeit nicht einfach ein riesiger Fehler war.“ Damit stürmte sie an ihm vorbei ins Schlafzimmer und suchte dort ihre Sachen zusammen. Nach einer Viertelstunde ging sie mit ihrer vollgepackten Reisetasche noch einmal zu Alexis ins Wohnzimmer. „Es tut mir leid, dass ich dich gerade so angeschrieen habe. Und auch was ich gesagt hab, das war nicht richtig... Alexis, versuch wenigstens mich zu verstehen und lass mir einfach ein bisschen Zeit, ja?“
Er schaute sie an und nickte. „Ist gut.“ Mehr brachte er nicht hervor. „Okay, dann geh ich jetzt.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und verschwand.

Mit der schweren Tasche auf der Schulter versuchte sie dennoch irgendwie mit ihrem Fahrrad voranzukommen. Sollte mir vielleicht doch irgendwann mal ein Auto zulegen. Irgendwann bald wäre wahrscheinlich noch besser. War das wirklich richtig, dass ich Alexis einfach so habe sitzen lassen. Es scheint ihm wirklich leid zu tun und er liebt mich. Aber ich kann einfach nicht mehr, es hat wieder mal ein Mann geschafft mich zu enttäuschen und dieses Mal gibt’s nicht mal so schnell ein zurück, denn immerhin sind wir verheiratet. Ich fahr jetzt erst mal... Oh Gott, zu Marc, ich wollte ja zu Marc. Ob das gut geht?

esperanza_ Offline

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16.11.2009 13:30
#9 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Es war mittlerweile schon dunkel, als sie ihr Fahrrad vor Marcs Wohnung abstellte und klingelte. Der Türöffner schnarrte schon nach wenigen Sekunden und sie trat in den Hausflur. Als sie oben ankam, stand Marc schon grinsend an der Tür.
„Ich dachte schon, du hättest doch die Brücke vorgezogen“, meinte er lachend.
„Spinner.“ Sie musste ebenfalls lachen. „Darf ich denn dann wenigstens jetzt reinkommen?“
„Äh, ja klar.“ Er machte eine einladende Handbewegung ins innere der Wohnung und trat zur Seite. Sie ging hinein und stellte zunächst ihre Tasche ab. „Willst du was trinken?“
„Hmm. Wasser, bitte.“ Sie sah sich um. Das letzte Mal, als sie hier war, hatte sie sich zuerst unter dem Bett versteckt und hätte dann fast mit Marc unter der Dusche... Nein, Gretchen, das ist Vergangenheit, du bist jetzt verheiratet... Und Marc und ich sind jetzt schließlich nur noch gute Freunde... Denke ich...
„Setz dich“, sagte Marc, als er mit dem Wasserglas wieder ins Wohnzimmer kam. Also machte es sich Gretchen auf der Couch gemütlich und nippte an ihrem Wasser, während Marc den Fernseher einschaltete und durch die Programme zappte. Als er auf einen Actionfilm stieß, den er schon einmal gesehen hatte, legte er die Fernbedienung aus der Hand.
„Muss das sein?“
Marc stöhnte: „Hast du einen besseren Vorschlag?“
Daraufhin lehnte sie sich wortlos zurück und schloss die Augen. Die junge Frau war von diesem langen Tag ziemlich erschöpft und müde, weshalb sie auch bald einschlief. Der Oberarzt schaute immer wieder grinsend zu ihr rüber, bis er merkte, dass sie eingeschlafen war. Er schaltete den Fernseher aus und deckte Gretchen zu. „Freunde...“, murmelte er, während er ihr eine Locke aus dem Gesicht strich. „Mal sehen, wie lange das gut geht...“
Dann ging auch er schlafen.

esperanza_ Offline

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16.11.2009 14:06
#10 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen, als die junge Blonde aufwachte, musste sie sich erst einmal orientieren. Wo bin ich denn gelandet? Oh, muss wohl gestern eingeschlafen sein... Sie streckte sich. Dann stand sie auf und ging in die Küche. Nachdem sie die Kaffeemaschine gesichtet hatte, versuchte sie vergeblich sie in Gang zu setzen. Marc, der das Schimpfen aus der Küche hörte, wachte deshalb ebenfalls auf und ging in die Küche.
„Was machst du denn hier?“
„Ich führe gerade ein heißes Gefecht mit deiner Kaffeemaschine. Sieht man das nicht?“, antwortet sie genervt. Marc konnte sich das Lachen gerade noch verkneifen und trat auf sie zu.
„Versuch es doch einfach mal mit dem Knopf hier.“ Er beugte sich an ihr vorbei zur Maschine und schaltete sie an. Dann hielt er einen Moment inne und sah sie an. Gretchen fragte sich, warum es nicht einfach aufhören könnte, das Kribbeln in ihrem Bauch, wenn er sie so ansah. Sie wollte ihn nicht mehr lieben. Aber tue ich das überhaupt noch? Ich liebe doch Alexis...
„Ähm... ja, danke.“ Dann trat sie einen Schritt zurück. „Wie spät ist es eigentlich?“
Er sah auf die Uhr und erschrak. „Zu spät, definitiv viel zu spät.“ Damit rannte er wieder ins Schlafzimmer. „Los, beeil dich.“

esperanza_ Offline

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16.11.2009 16:25
#11 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Zehn Minuten später verließen sie zusammen die Wohnung. „Soll ich dich gleich mitnehmen?“, fragte Marc.
Sie sah ihn unsicher an. Zu spät waren sie jetzt sowieso, warum also nicht noch die frische Luft genießen und mit dem Fahrrad fahren. „Ich glaub, ich nehm dann doch lieber...“
Er unterbrach sie wieder: „Mein Gott, jetzt zier dich doch nicht so. Das ist ja echt schlimm!“
Gut, dann fahr ich eben mit. Ist ja auch nichts dabei... Fahren ja nur zusammen zur Arbeit...
„Also gut“, meinte sie dennoch genervt, da sie weiterhin so tun wollte, als wäre sie nicht wirklich begeistert.
„Geht doch, du siehst immer viel zu viele Probleme, wo keine sind.“ Lachend stieg er in sein Auto.
Während der Fahrt zum Krankenhaus schaute Gretchen öfters zu Marc, der noch immer ein Grinsen auf dem Gesicht hatte.
„Was ist denn daran jetzt bitte lustig?“, fragte sie sauer.
„Na ja, wenn man mal bedenkt, dass du nicht gerade der Sportfreak bist, scheinst du das dennoch einer bequemen Autofahrt, noch dazu mit mir, vorzuziehen.“ Er schaute in ihr wütendes Gesicht.
„Eingebildet bist du gar nicht.“ Dann drehte sie ihr Gesicht zum Fenster und sprach kein Wort mehr mit ihm, bis sie am Krankenhaus ankamen. Im Gegensatz zu der jungen Frau konnte Marc darüber aber nur lachen.

esperanza_ Offline

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16.11.2009 16:27
#12 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Guten Morgen, Frau Doktor“, kam es auch prompt von Sabine, als die junge Ärztin das Stationszimmer betrat. „Ein Glück, dass Sie endlich da sind. Warum sind Sie denn so spät? Der Dr. Meier...“
„...ist auch schon da. Na los, was sitzen Sie denn hier noch so dumm rum. Visite wartet!“
„Jawohl, Herr Dr. Meier“, sagte die Schwester schnell und folgte ihm, ebenso wie Gretchen.

Der Vormittag verlief relativ ruhig, nur ein paar kleinere OPs, ansonsten nichts besonderes. Deshalb beschloss Gretchen dann auch in der Mittagspause in die Cafeteria zu gehen und etwas zu essen. Sie hatte sich gerade mit ihrem Tablett an einen freien Tisch gesetzt, als Mehdi auf sie zu kam. Hat man denn nirgends seine Ruhe? Wird Zeit, dass ich endlich in die Wohnung ziehen kann...
„Hey, Gretchen, dich hab ich lange nicht mehr gesehen. Darf ich mich setzen?“
„Hmm. Ich hatte noch Urlaub. Eigentlich hätte ich ja jetzt aus den Flitterwochen wieder da sein sollen, aber... Ist ja auch egal. Wie geht’s dir so?“
„Och, ganz gut soweit. Was macht dein Vater? Schon aufgewacht?“
„Nein, leider noch nicht, aber ich hoffe so sehr, dass er bald über den Berg ist“, meinte die junge Frau nachdenklich.

esperanza_ Offline

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16.11.2009 17:59
#13 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Ich kann dich nur zu gut verstehen. Aber das wird schon wieder. Du hast ja auch noch deinen Mann an deiner Seite.“
Sie lachte gequält. „Ja... Schön wär’s...“
„Wie meinst du das? Habt ihr Streit?“
Und jetzt? Was sag ich ihm denn jetzt? Aber wahrscheinlich würde er es sowieso erfahren... Irgendwie... Im Krankenhaus wird ja eh so viel getratscht.
„Ist nicht so wichtig, ich komm auch gut alleine klar.“ Sie versuchte überzeugend zu klingen, doch er schaute sie immer noch skeptisch an. „Ja... ich muss dann auch mal wieder, die Arbeit wartet. Macht sich ja schließlich nicht von alleine.“ Damit stand sie auf und verabschiedete sich.

Währenddessen saß Alexis zu Hause auf der Couch und wusste nicht, was er jetzt tun sollte. Er würde am liebsten noch einmal mit Gretchen reden. Sie waren verheiratet, sie liebten sich, da konnte es doch nicht so schwer sein, zu verzeihen... Er sah ja selbst ein, dass er einen Fehler gemacht hatte.
„Na, trauerst du immer noch Dickie hinterher?“, fragte Lissy, die gerade um die Ecke kam.
„Halt einfach die Schnauze, Lissy, ja?!“
„Woah, ist ja schon gut...“, murmelte sie. „Du hast wieder eine Laune!“ Um schnell aus der Schussbahn zu kommen, drehte sie sich um und ging wieder.
Alexis machte sich immer noch seine Gedanken und kam schließlich zu dem Schluss, dass er noch einmal versuchen würde, mit seiner Frau zu reden. Deshalb machte er sich auch sofort auf den Weg zu ihrem Elternhaus, da er annahm, sie sei wieder zu ihren Eltern gezogen.

esperanza_ Offline

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16.11.2009 21:25
#14 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchens Schicht war mittlerweile zu Ende. Sie zog sich um, nahm ihre Tasche und ging zu Marcs Büro. Nachdem sie geklopft hatte, hörte sie ein leises „Herein!“. Sie streckte den Kopf durch die Tür und fragte, ob sie stören würde.
„Nein, komm rein. Bin sowieso gleich fertig. Dann können wir los.“
„Danke noch mal“, sagte sie und schaute ihn lächelnd an.
„Äh, wofür... jetzt genau?“ Er war mehr als erstaunt.
„Für alles, und vor allem dafür, dass ich nicht unter der Brücke schlafen muss.“ Bei den letzten Worten musste sie grinsen. Auch der Oberarzt musste lachen.
„Na ja, ich könnte es am allerwenigsten gebrauchen, wenn meine Assistenzärztin sich eine Erkältung einfängt, nur weil sie unter der Brücke schläft.“
Sie ging zum Schreibtisch und lehnte sich darüber. Dann schaute die junge Blonde ihm direkt in die Augen. „Ach ja? Und ich dachte, es ginge dir auch ein kleines bisschen um mich!?“ Als sie daraufhin gerade wieder einen Schritt zurücktreten wollte, hielt er sie am Arm fest und lehnte sich selbst aus seinem Stuhl vor. „Dachtest du?“ Er schaute sie prüfend an und wartete ihre Reaktion ab. Marc hatte ihren Arm schon längst nicht mehr fest im Griff, doch dieses Mal wich sie nicht zurück, sondern kam ihm immer näher.
„Hmm.“

esperanza_ Offline

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16.11.2009 21:43
#15 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

In diesem Moment ging die Tür auf und Schwester Sabine kam herein. Gretchen schreckte sofort zurück und ließ sich in den Stuhl neben ihr fallen. „Herr Doktor Meier, ich bräuchte hier noch eine Unterschrift.“
„Sabine, wie oft hab ich Ihnen schon gesagt, Sie sollen anklopfen? Wie oft?“, schrie er sie wütend an. Oh Gott, wenn Sabine jetzt nicht reingekommen wäre... Will mir gar nicht vorstellen, was dann passiert wäre.
„Es tut mir leid. Könnten Sie vielleicht trotzdem schnell...“
„Na los, geben Sie schon her.“ Er nahm die Formulare entgegen und setzte seine Unterschrift darunter. „Was stehen Sie denn jetzt noch hier rum? Raus. Sofort!“
Schnell suchte die Schwester das Weite und verschwand durch die Tür. Gretchen saß schweigend auf ihrem Stuhl und schaute zu Boden.
„Ich...ähm...bin dann hier auch fertig. Wollen wir los?“ Marc stand auf, hängte seinen Kittel in den Schrank und griff nach dem Autoschlüssel.
„Hmm. Ich bin so weit.“ Die Ärztin schaute ihn immer noch nicht an. Was mach ich denn jetzt? Was, wenn so was noch mal passiert...? Dann ging sie Marc hinterher und sie fuhren zu ihm nach Hause in die Wohnung.

esperanza_ Offline

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16.11.2009 21:44
#16 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Als Bärbel Alexis die Tür öffnete war sie sehr überrascht. „Was machen Sie denn hier?“
„Also, ähm... ich wollte eigentlich zu Ihrer Tochter. Ist sie schon zu Hause?“
Gretchens Mutter schaute ihn verwirrt an. „Wie? Das versteh ich jetzt nicht.“ Dann lachte sie. „Sie wollen sich wohl einen kleinen Scherz mit mir erlauben, sie wohnt doch bei Ihnen. Was ja auch ganz normal ist, wenn man verheiratet ist.“ Sie versuchte, eine Erklärung für das komische Verhalten von Alexis zu finden.
„Äh, nein, sie ist ausgezogen, ich dachte sie wäre hier.“
„Großer Gott, warum ist sie denn ausgezogen? Wollen Sie vielleicht reinkommen?“ Damit machte sie eine einladende Bewegung ins Haus. Der Millionär betrat hinter ihr das Haus und folgte ihr ins Wohnzimmer. „Setzen Sie sich doch. Darf ich Ihnen etwas anbieten?“
„Nein, danke, wirklich nicht. Aber wo ist sie denn dann, wenn nicht hier? Sie ist seit gestern Abend nicht mehr bei mir gewesen.“
„Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht war sie ja wieder im Krankenhaus bei meinem Mann. Aber was ist denn überhaupt passiert?“
„Sie kam sich wohl im Stich gelassen vor, als ich nicht für sie da war, wegen ihrem Vater. Aber ich wollte mich einfach nicht einmischen, kam mir fehl am Platz vor. Gretchen meinte, sie bräuchte etwas Zeit, um über alles nachzudenken und sich darüber im Klaren zu werden, was sie will. Deswegen ist sie ausgezogen! Wissen Sie, ich hab einfach Angst, sie zu verlieren und komm aber nicht mehr an sie ran.“
„Wissen Sie was, Alexander...?“
„Alexis, Frau Haase.“
„Ja, genau. Jedenfalls, ich werde versuchen, noch einmal mit ihr zu reden. Das wird schon wieder.“ Sie lächelte ihn aufmunternd an.
„Danke, Frau Haase.“

esperanza_ Offline

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16.11.2009 22:17
#17 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Als Marc und Gretchen in der Wohnung waren, wussten beide nicht, wie sie sich dem anderen gegenüber verhalten sollten. Die junge Blonde setzte sich schweigend auf die Couch und sah zu Boden.
„Hast du Hunger?“, fragte der Oberarzt.
„Ein bisschen...“ Sie schaute kurz auf.
„Okay, sollen wir vielleicht eine Pizza bestellen? Oder was anderes?“
Sie schüttelte mit dem Kopf. „Pizza ist okay.“ Sie lächelte kurz.
Also rief Marc beim Pizzaservice an und bestellte zwei Pizzen, die nach einer halben Stunde gebracht wurden. Marc reichte Gretchen eine und setzte sich dann mit zu ihr auf die Couch.
„Schmeckt’s?“ Er grinste sie an.
„Äh...ja.“ Sie konzentrierte sich sofort wieder auf die Pizza. Es war vielleicht doch keine so gute Idee für die paar Tage bei ihm unterzukommen. Hätte mich lieber von meiner Mutter zulabern lassen sollen... Ich wollte eigentlich Abstand von Alexis, um über meine Beziehung zu ihm nachzudenken, nicht um mich dem nächsten an den Hals zu werfen. Und Marc ist ja nicht nur irgendjemand... Immerhin hab ich ihn mal geliebt, und tu es wahrscheinlich immer noch... Gretchen, das ist jetzt wirklich vorbei, schau in die Zukunft... Ohne Marc...
„Okay...“ Er sah sie verwundert an. „Warum liegt dann noch fast die ganze Pizza vor dir? Du hast doch sonst immer so einen...gesunden Appetit.“ Bei den letzten Worten grinste er sie an.
„Na, vielen Dank auch, man kann ja nicht immer Hunger haben.“
„Du schon. Außerdem bist du heute so schweigsam... Alles klar?“
„Ja...sicher. Was soll denn sein?“ Sie wurde langsam nervös. Muss er ausgerechnet heute seinen aufmerksamen Tag haben. Kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen?
„Sag du’s mir.“ Jetzt grinste Marc sie wieder an.
Die junge Ärztin schaute ihn neckisch an. „Ich dachte, du bist hier der allwissende.“
„Ist Gott allwissend?!“ Sein Grinsen wurde immer breiter.
„Na, warte.“ Gretchen nahm das Kissen, das neben ihr lag und zog es ihm über den Kopf.
„Sag mal, spinnst du?!“, entrüstete sich der Oberarzt, musste dann aber selbst lachen. „Das kriegst du zurück.“ Er nahm sich ebenfalls ein Kissen und so begann eine wilde Kissenschlacht.

esperanza_ Offline

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19.11.2009 21:06
#18 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Sie lachten und ärgerten sich gegenseitig.
Gretchen verpasste Marc gerade wieder einen Kissenhieb, als der plötzlich ihren Arm fest hielt und sie anschaute. Sie spürte schon wieder das Kribbeln, als er sie berührte. „Was wird das jetzt?“ Sie lächelte ihn an und obwohl sie wusste, dass sie sich hinterher wahrscheinlich wieder Vorwürfe machen würde, versuchte sie nicht, seinem Griff zu entkommen. Aber wenn es falsch ist, warum fühlt es sich dann so richtig an? Der junge Mann grinste sie an und fragte unschuldig: „Was soll es denn werden?“ Dabei kam er ihr immer näher, wartete dann aber dennoch zunächst ihre Reaktion ab.
Doch sie wich noch immer nicht zurück. Er schaute sie noch einmal abwartend an und dann berührten sich ihre Lippen. Die Ärztin war unsicher, doch sie erwiderte den Kuss. Auch wenn sie es eigentlich nicht zugeben wollte, aber es fühlte sich toll an und dieses Gefühl hatte sie schon lange nicht mehr. Gretchen ließ sich immer mehr fallen und der Kuss wurde leidenschaftlicher. Sie zog Marc näher zu sich heran und dachte in diesem Moment gar nichts mehr, sondern genoss einfach den Moment.

esperanza_ Offline

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19.11.2009 21:19
#19 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Doch plötzlich klingelte Gretchens Handy, woraufhin sie den Kuss sofort unterbrach, als hätte sie das Klingeln plötzlich aus einem Traum gerissen. Sie schaute Marc erschrocken an. Oh, nein... Ich wollte doch nicht, dass das passiert. Warum hab ich es dann getan? Und es war auch noch wunderschön... Nein, Gretchen, vergiss den Kuss... Nicht mehr darüber nachdenken! Nachdem sie aus ihrer Starre erwacht war, suchte sie hektisch nach ihrem Handy.
Marc stöhnte und ließ sich wieder auf die Couch zurück fallen. „Es wird schon nicht so wichtig sein.“
„Das weiß man nie...“, murmelte sie jedoch nur und setzte die Suche fort.
Da fand sie das Handy unter den Kissen begraben und hob sofort ab. „Hallo?“
„Margarethe! Wo bist du denn? Ich hab mir Sorgen gemacht...“
Mama! Wäre also besser gewesen, ich hätte das Telefon nicht gefunden... Was sag ich ihr denn jetzt? Kann ja schlecht zugeben, dass ich bei Marc bin, oder?
„Hallo, Mama. Du, das ist jetzt gerade ganz schlecht, ich...ich...“
„Bist du noch im Krankenhaus? Du sollst doch nicht so lange arbeiten... Denk an Alexis, ihr wollt doch auch ein bisschen Zeit zusammen verbringen...“
„Ja, sicher. Aber ich hab jetzt wirklich noch zu tun... Ich meld mich, ja?“ Damit legte sie auf.
Bärbel wollte am anderen Ende noch etwas sagen, da sie ja jetzt wusste, dass zwischen Gretchen und Alexis momentan nicht alles glatt lief, aber sie hörte nur noch das Tuten in der Leitung.

esperanza_ Offline

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19.11.2009 21:35
#20 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Schien ja sehr wichtig zu sein“, murrte der Oberarzt.
Gretchen schaute zu ihm. „Meine Mutter...“, sagte sie leise.
Er lachte. „Na, dann...“
Sie setzte sich wieder zu ihm auf das Sofa, schaute ihn jedoch nicht mehr direkt an und sagte auch nichts mehr.
„Ja, ich geh dann auch mal schlafen... War wieder ein langer Tag und morgen müssen wir auch wieder früh raus.“ Marc erhob sich und ging in Richtung seines Schlafzimmers.
„Marc“, sprach ihn die junge Blonde dann doch noch einmal an. „Ich...“
Er drehte sich noch einmal um und schaute zu ihr. Als sie nicht weitersprach, ergriff er das Wort und meinte: „Gretchen, lass gut sein.“ Dann ging er ins Schlafzimmer.
Was hab ich da nur wieder angerichtet? Und ich dachte wirklich, dass wir so was wie Freunde werden könnten... Scheint aber anscheinend einfach nicht zu funktionieren... Wie konnte das nur passieren? Erst die Sache im Krankenhaus, und jetzt das hier. Wird Zeit, dass ich in meine eigene Wohnung ziehen kann.
Nachdem sie noch ein Glas Wasser getrunken hatte, wobei sie weiter über die ganze Situation nachgrübelte, legte sie sich auf die Couch und versuchte zu schlafen. Doch weder sie noch Marc fanden in dieser Nacht viel Schlaf und waren deswegen am nächsten Morgen dementsprechend müde.

Auch Bärbel saß in dieser Nacht noch lange wach. Sie dachte noch immer darüber nach, wie sie Gretchen dazu bringen könnte, wieder einen Schritt auf Alexis zuzugehen.
Morgen würde sie ins Krankenhaus fahren, um ihren Mann zu besuchen. Hoffentlich wachte er bald auf, denn er könnte ihr vielleicht sogar helfen und Gretchen umstimmen. Eine eigene Wohnung?! Das war so entgültig, als wollte sie sich schon wieder scheiden lassen. Dabei waren sie mit Alexis doch immer so glücklich und nur wegen diesem Zwischenfall mit dem Virus... Nein, sie würde mit ihrer Tochter reden und das am besten schon morgen. Ja, sie würde einfach bei ihr vorbeischauen, wenn sie schon einmal im Krankenhaus war.

esperanza_ Offline

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19.11.2009 22:06
#21 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Nachdem Marc und Gretchen am nächsten Morgen aufgestanden waren, wussten beide nicht, wie sie miteinander umgehen sollten. Marc dachte, dass Gretchen den Kuss sowieso schon wieder bereuen würde und zog seine Mauer noch dicker um sich herum. Die junge Ärztin dagegen musste sich eingestehen, dass sie gestern kurz sogar richtig glücklich war. Und als sie dann einfach so auseinander gegangen waren, dass hatte ihr ziemlich weh getan. Vielleicht sollte ich noch mal mit Marc reden? Aber was, wenn es ihm total egal war? Wenn er vielleicht nur sauer war, dass meine Mutter uns gestört hatte, weil er mich nur endlich ins Bett kriegen wollte? Sie wusste einfach nicht, was sie tun sollte. Also beschloss sie, es vorerst einfach dabei zu belassen. Ich zieh nächste Woche erst mal in meine erste eigene Wohnung. Da hab ich dann Zeit für mich und kann über alles nachdenken!
Nach dem Frühstück, das sie schweigend hinter sich gebracht hatten, machten sie sich wieder gemeinsam auf den Weg zur Arbeit. Heute kamen sie dann sogar pünktlich in der Klinik an.

„Guten Morgen, Frau Doktor“, begrüßte sie Sabine schon wieder, gleich als sie Gretchen sah. „Gut, dass Sie da sind.“
„Morgen! Warum? Kam schon der erste Notfall rein?“
„Nein, aber Ihre Mutter...“
Doch die Ärztin unterbrach sie. „Oh nein! Was will die denn hier? Ich hab jetzt so gar keine Nerven für ein Mutter-Tochter-Gespräch.“
Kann man nicht einmal seine Ruhe haben?
„Margarethe, da bist du ja. Ich war vorher schon einmal hier, aber dann dachte ich, schau ich gleich mal bei deinem Vater vorbei.“
Nein, offensichtlich nicht. Der Tag fing ja ganz großartig an!
„Aber das ist ja jetzt auch egal, denn nun bist du ja da!“
„Nicht mehr lange, sie hat jetzt keine Zeit. Hasenzahn! Auf geht’s, Visite! Sabine, Sie auch, oder brauchen sie eine extra Einladung?“ Marc kam in diesem Moment um die Ecke und orderte sie zur Visite.
Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich ihm noch mal dankbar dafür bin, dass er mich zur Visite aufscheucht. Aber gerade hat er mich vor meiner Mutter gerettet... Das beste, was mir passieren konnte... Jetzt nur schnell weg!!!

Der Vormittag verlief dann recht ruhig, nur ein paar kleinere Unfälle und OPs. Deshalb genehmigte sich Gretchen dann auch eine Mittagspause in der Cafeteria. Was sie nicht wusste, war, dass dort noch immer ihre Mutter gespannt auf sie wartete.

esperanza_ Offline

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19.11.2009 22:25
#22 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Gretchen, da bist du ja endlich!“
Nein!!! Was hab ich mir nur dabei gedacht... Ich hätte doch wissen müssen, dass sie wartet...
„Hey, Mama. Ich hab aber nicht viel Zeit! Muss gleich wieder an die Arbeit...“
„Jetzt setz dich doch erst mal, ja? Und dann reden wir über alles.“
„Mama, ich hab dafür wirklich keine Zeit. Tut mir leid!“
„Du solltest dich nicht bei mir entschuldigen...“, murmelte Bärbel daraufhin.
„Äh, Moment mal. Wie meinst du das jetzt?“ Gretchen hatte sich mittlerweile mit ihrem Tablett an den Tisch gesetzt und schaute ihre Mutter jetzt misstrauisch an.
„Na ja, dein Mann war gestern bei mir und da...“
„Und was? Du hast mit ihm über uns geredet? Sag mal, spinnst du? Wie kommst du überhaupt dazu?“
„Er hat mir erzählt, dass du ausgezogen bist, und weil er noch mal mit dir reden wollte und dachte, du wärst bei uns, da haben wir uns kurz unterhalten.“
„Ich will momentan überhaupt nicht mit ihm reden, das hab ich ihm aber auch schon gesagt. Er weiß, dass ich jetzt erst mal ein wenig Zeit für mich brauch.“
„Darf man auch fragen, wo du dir die nehmen willst?“
„Ich zieh nächste Woche in meine eigene Wohnung. Das brauch ich jetzt, einfach mal Platz für mich, ohne dass jemand versucht auf mich einzureden oder sich in mein Leben einzumischen.“ Sie warf Bärbel einen bedeutungsvollen Blick zu.
„Aber wo schläfst du denn bis nächste Woche?“
Scheiße! Warum kann ich nicht einfach meinen Mund halten? Hätte ich nicht sagen können, dass ich schon eingezogen bin? Was mach ich denn jetzt?
„Ich...ähm...ich schlaf bei einer Freundin?!“ Gretchen merkte selbst, dass das mehr nach einer Frage klang.
Hoffentlich nimmt sie mir das jetzt ab!
Bärbel merkte das aber gar nicht und fragte erstaunt: „Ich wusste gar nicht, dass du hier so eine gute Freundin hast! Willst du sie uns nicht mal vorstellen?“ Lieber nicht...
„Papa muss erst mal wieder gesund werden, wenn er aufgewacht ist.“
„Ja, ja, natürlich. Aber dann vielleicht?“
„Mal sehen...“ Also eher nein. „Ich muss dann aber jetzt wirklich wieder an die Arbeit.“ Sie lächelte ihrer Mutter noch einmal zu und verschwand dann aus der Cafeteria.
Bärbel sah ihr noch eine Weile hinterher und dachte über die Situation nach. Auch wenn ihre Tochter sich stur stellte, es musste doch irgendeine Möglichkeit geben, Alexis zu helfen.

esperanza_ Offline

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22.11.2009 18:52
#23 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

In den nächsten Tagen versuchte Gretchen ihrer Mutter so gut es ging aus dem Weg zu gehen, damit sie sich ihr nicht wieder unterziehen müsste. Sie fuhr morgens mit Marc zur Arbeit und abends wieder zurück. Sie sprach mit dem Oberarzt nur das nötigste und beide gingen am Abend immer früh schlafen, um nicht schweigend nebeneinander auf der Couch sitzen zu müssen, da keiner auf den anderen zugehen wollte.

Eines Morgens, als Marc und Gretchen ihre Station gerade betraten, kam ihnen Sabine hektisch entgegen, nicht wie sonst mit einem freundlichen „Guten Morgen!“.
„Der Herr Professor ist aufgewacht. Ich warte schon seit einer halben Stunde auf Sie!“
Endlich... Wurde auch langsam Zeit, ich hab mir schon so große Sorgen gemacht!
„Na, was stehen sie denn dann hier noch so rum? Wollen wir mal schauen, wie es unserem Chef so geht!“ Der Oberarzt grinste die beiden Frauen an. Dann machte er sich auf den Weg zu Franz’ Zimmer. Die junge Blonde folgte ihm genervt, Sabine im Schlepptau.

esperanza_ Offline

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22.11.2009 19:23
#24 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Guten Morgen, Papa“, meinte Gretchen liebevoll, als sie ihren Vater endlich wieder munter sah. „Zum Glück bist du wieder unter den Lebenden, was?“
„Unkraut vergeht nicht“, lachte dieser und wäre am liebsten gleich wieder entlassen worden. Aber dieses Mal kam er damit nicht durch, schließlich hatte er schwere Tage hinter sich.
Gretchen erinnerte sich bei diesen Worten daran, dass Marc genau dasselbe zu ihr gesagt hatte, was den Zustand ihres Vaters betraf. Sie schmunzelte leicht vor sich hin.
„Zeit für Gefühlsausbrüche bleibt später noch genug“, stichelte Marc, als er das sah. „Jetzt werden wir Sie gründlich untersuchen, Herr Professor. Und dann auf zur Visite, Frau Dr. Haase!“
Traut sich nicht mal, ‚Hasenzahn’ vor meinem Vater zu sagen... Schleimer! Außerdem bin ich jetzt eigentlich ja eine von Buren! Aber den Spruch spar ich mir jetzt lieber.
Der Oberarzt gab der Schwester noch einige Anweisungen und machte sich dann daran Franz zu untersuchen. Einige Zeit später beorderte er Gretchen und Schwester Sabine nochmals zur Visite.
„Aber sicher doch, Dr. Meier!“, antwortete Gretchen, während sie hinter seinem Rücken die Augen verdrehte. Der kann mich mal! „Tschüss, Papa, ich schau später noch mal vorbei.“ Damit verließen die drei das Zimmer und setzten ihre Arbeit fort.

esperanza_ Offline

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22.11.2009 20:42
#25 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Einen Tag später saß die junge Ärztin gerade in der Cafeteria und machte mal wieder Mittagspause, als ihr Handy klingelte.
Huch, wer ist das denn jetzt? Hoffentlich nicht wieder meine Mutter... Oder Alexis...
Doch keiner von beiden meldete sich am anderen Ende der Leitung.
„Hallo?“
„Guten Tag, Frau von Buren. Hier Schneider, wegen der Wohnung.“
Oh Gott, hoffentlich sagt sie jetzt nicht kurzfristig ab!
„Oh, hallo! Kann ich denn jetzt einziehen?“ Gretchen befürchtete schon das schlimmste.
„Deswegen rufe ich an.“ Die Maklerin lachte. „Sie können ab morgen in die Wohnung, ich wollte einen Termin wegen der Schlüsselübergabe ausmachen.“
Die Blonde atmete erleichtert auf. Eine Absage hätte mir zu meinem Glück gerade noch gefehlt...
„Gut, dann vielleicht morgen Vormittag. So um neun?“
„Sehr gut, dann bis morgen, Frau von Buren.“
„Ja, danke. Auf Wiederhören!“ Gretchen fühlte sich schon lange nicht mehr so frei. Jetzt müsste sie nur noch ein paar Möbel einkaufen gehen und hoffen, dass das nicht allzu lange dauern würde und sie schnell was finden würde.

Also machte sie sich noch am Nachmittag auf den Weg in ein Möbelgeschäft und suchte das nötigste, was sie momentan brauchte, aus. Hier gefiel ihr dies nicht, da das nicht, aber letztendlich fand sie, nachdem sie zwei Stunden lang die verschiedensten Geschäfte durchforstet hatte, doch noch eine annehmbare Ausstattung. Der Verkäufer sicherte ihr zu, dass sie schon innerhalb der nächsten drei Tage geliefert werden konnte. Da machte es ihr auch nichts aus, die ersten Nächte nur auf der Matratze zu schlafen - Hauptsache in den eigenen vier Wänden, ohne Männer, ohne Mütter, einfach in Ruhe. Gretchen hätte nie gedacht, dass sie das mal hinkriegen würde.

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