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Dieses Thema hat 86 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
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esperanza_ Offline

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Beiträge: 404

20.12.2009 20:24
#76 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen verdrehte genervt die Augen. „Sie scheint dich gut informiert zu haben...“ Dann schaute sie ihren Vater böse an. „Aber komm nicht auf die Idee, mit mir über meine Beziehung zu Alexis reden zu wollen.“ Das hätte mir gerade noch gefehlt...
„Na gut...“ Er schaute sie skeptisch an.
Der jungen Ärztin wollte aber ganz sicher nicht darüber reden, deshalb beschloss sie, jetzt endlich etwas essen zu gehen. „Ich muss jetzt auch los... Wollte noch etwas essen in der Cafeteria...“
„Gut.“
„Wir sehen uns. Gute Besserung!“ Er nahm sie noch einmal in den Arm und dann verließ sie das Zimmer.

Doch wenn sie gehofft hatte, dem Thema Liebeschaos somit zu entkommen, dann hatte sie sich geirrt. Denn auf dem Flur kam ihr Bärbel entgegen.
„Gretchen, gut, dass ich dich sehe. Wie geht es dir denn?“ Aber Gretchen erkannte sofort, dass ihre Mutter etwas ganz anderes interessierte.
„Mama, warum fragst du mich nicht gleich, ob Mara es mir erzählt hat?“ Dann fuhr sie sauer fort. „Ach ja, tut mir Leid, ich vergaß... Ihr hättet es ja am liebsten für euch behalten, du und Gigi. Wäre ja nicht gerade gut gewesen es zu erwähnen, wenn ich vielleicht noch nichts davon gewusst hätte...“
„Margarethe, ich wollte doch nur deine gute Freundschaft mit Gigi nicht gefährden.“
„Du wolltest bitte was? Freundschaft, ja? Das nennst du Freundschaft? Nein, danke, auf diese Art von Freundschaft kann ich wirklich verzichten.“ Sie wollte schon weiter gehen, doch Bärbel hielt sie noch einmal auf.
„Worum sollte es mir denn sonst gegangen sein?“

esperanza_ Offline

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Beiträge: 404

21.12.2009 14:33
#77 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen lachte gespielt auf. „Weißt du was, Mama? Mara hat mir alles erzählt, was sie gehört hat, nicht nur Gigis Lüge. Auch dass du meiner Beziehung zu Alexis auf die Sprünge helfen wolltest...“
„Ja, aber das war doch nur gut gemeint... Du liebst ihn doch und ihr seid verheiratet...“
„Und da willst du mir jetzt wirklich weis machen, dass dir nichts daran gelegen hat, dass Mara den Mund hält? Immerhin weiß ich jetzt, dass Marc mich liebt...“
„Aber du liebst Alexis. Das weiß ich doch.“ Sie lächelte ihre Tochter an. „Deshalb ging es mir auch nicht darum, aber ich wollte Gigi nicht schaden.“
Gretchen schaute ihre Mutter ungläubig an. „Genau, Mama. Deshalb hast du auch vergeblich versucht, Mara davon abzuhalten, mir die Wahrheit zu sagen, oder?“
„Na ja...“
„Gott, Mama, du könntest wenigstens jetzt ehrlich sein...“ Die junge Blonde schaute ihre Mutter noch einmal wütend an und rauschte dann davon. Jetzt brauch ich erst einmal einen Schokoriegel zur Beruhigung!

Marc saß währenddessen in seinem Büro und konnte sich nicht wirklich auf die Akten konzentrieren. Er musste die ganze Zeit an Gretchen denken, auch wenn er das nie zugegeben hätte.
Als die Tür plötzlich mit Schwung aufflog, schaute der Oberarzt hoffnungsvoll auf. Doch er wurde enttäuscht.
Gigi knallte die Tür hinter sich zu und eilte auf seinen Schreibtisch zu. „Na, bist du jetzt zufrieden? Jetzt hast du doch was du wolltest...“

esperanza_ Offline

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21.12.2009 17:31
#78 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Doch Marc hatte keine Ahnung wovon sie redete und schaute sie nur verwirrt an. „Äh... Würdest du mir...“
Gigi ließ ihn allerdings gar nicht zu Wort kommen. „Du hast alles kaputt gemacht“, schrie sie ihn wütend an. „Sie war meine einzige richtige Freundin, ich hätte alles für sie getan. Und wegen dir hasst sie mich jetzt...“
Während ihrer letzten Worte hatte sich erneut die Tür geöffnet, doch dieses Mal hatte das keiner von beiden bemerkt.
„Wenn du nicht gewesen wärst, dann wäre das alles nie passiert. Du bist an allem Schuld!“, schimpfte Gigi währenddessen weiter auf Marc ein.
Als Mara sich dann aber räusperte, schauten Marc und Gigi zu ihr. Gretchens Freundin schaute Gigi ungläubig an. „Sag mal, was wird das? Du allein bist Schuld an deiner Misere. Niemand hat dich dazu gezwungen, Marc ganz bestimmt am allerwenigsten.“ Sie grinste Gigi an. „Und da wunderst du dich auch noch, warum sie dich hasst!?“
„Ich wollte ihr doch nur helfen. Und so wird einem das gedankt, oder wie? Na, da kann ich echt drauf verzichten.“
„Ach, willst du auch noch eine Belohnung für den Mist, den du verzapft hast?“ Mara war fassungslos. Gigi sah nicht einmal ein, dass sie einen Fehler gemacht hatte.
Da beschloss Marc, doch noch einmal nachzufragen, was hier eigentlich los war. „Äh, könnte mich vielleicht dann doch mal jemand aufklären?“
Doch die beiden Frauen beachteten ihn nicht im Geringsten und widmeten sich wieder ihrem Wortgefecht.

esperanza_ Offline

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21.12.2009 22:04
#79 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Du hast doch keine Ahnung“, keifte Gigi zurück. „Kommst hier her, bringst alles durcheinander und spielst dich als tolle Freundin auf. Da ist es leicht, mich zu verurteilen und zu behaupten, dass ich einen Fehler gemacht habe. Doch ich würde es immer wieder machen für Gretchen, denn ich liebe sie wirklich. Ich weiß nämlich, wer ihr gut tut und wer nicht, im Gegensatz zu dir!“
„Ach, und woher willst du das wissen? Es liegt ganz allein bei Gretchen, für wen sie sich entscheidet. Warum kapierst du das nicht?“
Gigis vernichtender Blick richtete sich auf Marc. „Sie kommt einfach nicht von ihm los, aber er tut ihr nicht gut, verstehst du? Und eine richtige Freundin erkennt das. Du tauchst nach Jahren mal wieder hier auf und glaubst sie gut genug zu kennen, um zu sagen, was gut oder schlecht für sie ist? Das ich nicht lache!“ Gigi grinste Mara an.
„Immerhin war ich bis jetzt auch immer für sie da!“
„Ach ja? Und ich nicht, oder wie? Wer hat sie denn unterstützt, als sie vor der Hochzeit wieder mal nicht wusste, was richtig oder falsch ist? Wer hat ihr denn geholfen, die richtige Entscheidung zu treffen?“
„Geholfen?“, schrie Mara. „Wie denn? Indem du sie angelogen hast? Und wie kann die Hochzeit denn richtig gewesen sein, wenn sie nicht den Mann geheiratet hat, den sie liebt?“ Verachtend schaute sie zu Gigi.
Marc wurde nun hellhörig. „Ach, hat sie das!?“ Er schaute von einer zur anderen.
Doch wieder wurde er überhört. Denn Gigi wurde nach der Aussage von Mara richtig wütend und ging auf die junge Frau los. „Du hast schon genug angerichtet... Weißt du eigentlich, wie oft sie wegen ihm schon gelitten hat? Wie oft er sie verarscht hat und ihr weh getan hat? Halt dich endlich raus, sonst...“

esperanza_ Offline

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23.12.2009 16:13
#80 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Mara grinste sie an. „Sonst was?“ Neckisch ging sie einen Schritt auf Gigi zu. „Willst du mich auch anlügen? Nur dumm, dass ich dir kein Wort glaube...“ Lachend schüttelte sie den Kopf.
Da wurde es Gigi zu viel. Sie packte Mara an den Schultern und schubste sie mit Schwung in Richtung Tür. „Hau doch endlich ab!“ Die junge Frau stolperte rückwärts und verlor das Gleichgewicht. Sie konnte sich gerade noch halbwegs mit den Händen am Boden abfangen, sonst wäre sie mit dem Kopf gegen die Wand hinter ihr geknallt.
„Sag mal, spinnst du?“, schrie Mara.
Als Gigi die junge Frau am Boden liegen sah, war sie selbst über ihre Reaktion erschrocken.
„Es tut mir Leid!“ Sie ging zu ihr und reichte ihr die Hand, doch Mara schlug sie weg und wollte sich gerade langsam wieder aufrichten, als ein stechender Schmerz im Unterleib sie wieder zu Boden sinken ließ. Sie hielt sich mit einer Hand den Bauch und verzog stöhnend das Gesicht. „Ah, das tut so weh!“
„Ach, komm schon, so schlimm...“ Gigi schüttelte ungläubig den Kopf.
Mara unterbrach sie wütend. „Du hast doch keine Ahnung!“

esperanza_ Offline

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23.12.2009 19:50
#81 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Während Gigi immer noch skeptisch dreinblickte, reagierte Marc sofort und stürzte auf die junge Frau zu. „Hey, Mara. Was ist los?“
„Mein Baby…”, flüsterte diese und schrie dann wieder vor Schmerzen auf.
„Scheiße“, murmelte der Oberarzt. Er hob Mara hoch und stieß die Tür zu seinem Büro auf. „Sabine“, brüllte er auf dem Flur.
„Ja, Herr Doktor...“
Doch er ließ sie gar nicht zu Wort kommen und schrie ihr weitere Anweisungen zu. „Piepen Sie sofort Dr. Kaan an. Sofort, haben Sie mich verstanden!“
Die Schwester nickte ängstlich und tat wie ihr geheißen, während Marc Mara in ein Untersuchungszimmer brachte.
Gigi stand jetzt nur noch geschockt in der Tür und schaute den beiden hinterher.

Mehdi, der gerade keine Termine hatte und in seinem Büro liegengebliebene Akten durcharbeitete, sprang sofort auf, als sein Pieper losging. Er eilte auf die Station der Chirurgie und stieß dort mit Sabine zusammen.
„Schwester Sabine, was ist passiert?“
„Eine junge Frau... Dr. Meier hat sie...“
„Ja, ja, welches Zimmer?“
Kaum hatte die Schwester ihm das Behandlungszimmer genannt, macht er sich auch sofort auf den Weg dahin. Als er die Tür öffnete, saß Marc schon mit dem Ultraschallgerät neben Mara. Mehdi erkannte die junge Frau sofort. Noch einmal fragte er, was denn eigentlich passiert war.
„Sie ist...gestolpert“, teilte Marc seinem Freund mit. „Sie ist schwanger.“
„Gestolpert?“ Mehdi nahm ihm das nicht wirklich ab. Er schaute Marc skeptisch an, doch trotzdem übernahm er jetzt die Untersuchung und ließ es auf dieser Antwort vorerst beruhen.
„Im wievielten Monat?“
Nachdem Marc nur mit den Schultern zuckte, antwortete Mara an seiner Stelle. „Ende vierter“, kam es leise von ihr, bevor sie sich vor Schmerzen wieder krümmte.
Der Gynäkologe gab Mara etwas gegen die Schmerzen und überprüfte, ob mit dem Kind alles in Ordnung war.

esperanza_ Offline

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26.12.2009 11:41
#82 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen, die gerade ihre Mittagspause beendet hatte, kam an Marcs Büro vorbei, vor dem noch immer Gigi stand.
Was will die denn hier?
Die junge Ärztin blieb erschrocken stehen und fuhr Gigi an. „Was hast du hier zu suchen? Verschinde endlich!“
Doch Gigi beachtete Gretchen gar nicht und wollte nun mit starrem Blick an ihrer ehemaligen Freundin vorbeigehen. Doch diese war noch nicht fertig und hielt Gigi am Arm zurück. „Was wolltest du bei Marc?“
Die junge Frau drehte sich um und schaute Gretchen mit leerem Blick an. „Nichts...“
„Was ist passiert?“, fragte Gretchen dann unsicher, da sie merkte, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Was ist denn mit der los? Die ist ja völlig fertig!
„Mara...“
„Was ist mit ihr?“, schrie Gretchen Gigi nun geschockt an, doch diese schüttelte nur den Kopf, da sie selbst nichts genaues wusste. Daraufhin ließ Gretchen sie stöhnend stehen und rannte ins Schwesternzimmer, wo sie sofort nach Sabine rief.
„Ja, Frau Doktor?“
„Wo ist meine Freundin?“
„Wen meinen...?“
Doch Gretchen ließ die Schwester gar nicht aussprechen. „Mara Schwarz. Was ist mit ihr?“
„Ach, Sie meinen die junge Frau, die der Herr Dr. Meier vorher aus seinem Büro getragen hat?“
„Bitte was?“ Gretchen schaute sie erstaunt an. „Na, egal. Wo ist sie?“
Sabine nannte erneut das Behandlungszimmer und Gretchen eilte dorthin.

Mehdi hatte Mara gerade erklärte, dass mit dem Kind soweit alles in Ordnung sei, sie aber sicherheitshalber noch eine Nacht in der Klinik bleiben sollte. In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und Gretchen starrte ängstlich zu Mara.
„Was ist passiert?“, fragte sie unsicher.
„Ich nehm sie mit zu mir auf die Station“, meinte der Frauenarzt und schob Mara aus dem Zimmer. Vorher wandte er sich noch zu Marc. „Ich glaube, du kannst ihr besser alles erklären...“, sagte er und nickte zu Gretchen. Marc nickte.
Gretchen war im ersten Moment zu erschrocken um irgendetwas zu sagen, doch nun wollte sie Mehdi und ihrer Freundin hinterher.
„Stopp!“ Marc zog sie am Arm zurück und schaute sie fordernd an. „Ich glaube, wir zwei sollten uns erst mal unterhalten.“ Damit zog er sie hinter sich her in sein Büro.

esperanza_ Offline

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26.12.2009 21:28
#83 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Dort angekommen fand Gretchen ihre Sprache dann endlich wieder und fuhr ihren Oberarzt an. „Was soll das? Ich muss wissen, was mit Mara ist. Was ist überhaupt passiert? Und was hast du damit zu tun?“ Sie warf ihm einen wütenden Blick zu.
„Oh, nein, nein, nein. Schau mich nicht so an, ich kann absolut nichts dafür!“
„Aber...“
„Nichts aber. Gigi war hier, die hat mich dermaßen angeschnauzt, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Dann kam Mara dazu und die beiden sind aufeinander losgegangen. Ganz ehrlich? Ich wusste nicht mal, worum es überhaupt geht.“ Er lachte. „Vielleicht solltest du mir das erst mal erklären?!“
„Ich?“ Gretchen schaute ihn verunsichert an.
„Ja, du. Denn dass es in dem Streit vor allem um dich ging, das hab ich gerade noch mitgekriegt.“
Nun wurde die junge Blonde nervös und versuchte sich irgendwie aus der Situation herauszuwinden.
„Marc, lass uns später darüber reden, ja? Ich muss jetzt erst mal schauen, wie es Mara geht. Ich weiß noch nicht mal, was genau überhaupt passiert ist.“ Damit drehte sie sich um und wollte das Zimmer verlassen. Doch Marc war schneller und hielt sie wieder zurück.
„Hör zu, Mara geht’s gut, okay?! Und dem Kind auch...“
„Ja, aber was...?“
Er seufzte. „Also gut. Die beiden waren unglaublich sauer aufeinander – warum auch immer - bis Gigi Mara schließlich weggeschubst hat. Die ist daraufhin gestolpert, was anscheinend das Kind nicht allzu gut verkraftet hat.“
„Nein! Wenn ich Gigi erwische...die kann was erleben! Ich muss sofort zu Mara.“
„Hey, warte. Ihr geht’s gut, sie braucht jetzt vor allem Ruhe. Du kannst ihr momentan sowieso nicht helfen!“
Gretchen nickte langsam und ging dann zu der Couch in Marcs Büro, auf der sie sich niederließ. „Ich glaub das alles nicht. So hab ich das nicht gewollt, vielleicht hätte ich das verhindern können?“
„Kann mich vielleicht mal irgendjemand aufklären, worum es in dem Streit überhaupt ging? Ich meine, Gigi kam angerannt, ist wie eine Furie auf mich los, hat mich angeschrieen... Ich hab keine Ahnung, was ich dieses Mal verbrochen hab...“ Marc setzte sich zu Gretchen auf die Couch.
Die junge Frau atmete einmal tief durch und schaute Marc dann direkt an. „Du hast nichts verbrochen. Gigi war vor allem sauer auf Mara und mich, obwohl sie eigentlich selbst an allem Schuld ist.“
Der Oberarzt runzelte die Stirn. „Ja, das hat Mara auch gesagt.“
Gretchen nickte. „Zu Recht.“

esperanza_ Offline

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27.12.2009 21:20
#84 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Und was genau hab ich dann damit zu tun?“ Er schaute die junge Ärztin fragend an, doch diese schaute jetzt verlegen auf den Boden.
„Mara hat herausgefunden, dass Gigi...“ Weiter kam Gretchen nicht, denn ihre Stimme brach ab.
„Ja? Was?“
Sie schloss die Augen und beendete ihren Satz dann schnell. „...dass Gigi damals gelogen hat, und sie hat es mir erzählt.“
Marc schaute sie fassungslos an, ihm schwante etwas. „Gelogen? Inwiefern?“
Gretchen schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
Da wusste Marc, dass er mit seiner Vermutung richtig lag. „Du weißt jetzt also, dass wir niemals...“
Sie nickte nur.
Der Oberarzt lehnte sich ungläubig auf dem Sofa zurück und atmete einmal kurz laut aus. Das musste er erst einmal verdauen. „Okay... Das erklärt einiges...“
„Zumindest erklärt es, warum sie dir die Schuld geben wollte. Aber das ist total idiotisch, sie ist ganz allein für ihren Mist verantwortlich. Denn ich denke, wenn es nach dir gegangen wäre...“
Doch er unterbrach sie. „...dann hätte es diese Lüge nie gegeben. Da hast du Recht!“ Er war immer noch fassungslos.
Verunsichert beobachtete die junge Ärztin seine Reaktion. Dann sprach sie weiter. „Marc, es tut mir so Leid. Ich hätte niemals... Ich meine, ich hätte dir glauben müssen.“
Das riss Marc aus seiner Fassungslosigkeit. „Tja, hast du aber nicht!“ Damit stand er auf und ging zu seinem Schreibtisch. Dort widmete er sich den Akten, die vorher liegen geblieben waren, nachdem Gigi in sein Büro gestürmt war. Er versuchte aber gar nicht erst, sich darauf zu konzentrieren, denn ihm ging viel zu viel durch den Kopf.
„Sie war meine Freundin, ich hab ihr vertraut. Was hättest du denn an meiner Stelle getan?“
Der Oberarzt schaute zwar nicht auf, doch im Stillen versuchte er sich die Frage zu beantworten. Er hatte sie schon so oft enttäuscht, das wusste er schließlich selbst. War Gigis Lüge nicht naheliegender gewesen als die eigentliche Wahrheit? Konnte er ihr überhaupt einen Vorwurf machen?
In diesem Moment klopfte es an der Tür. Ohne eine Antwort abzuwarten steckte Mehdi den Kopf ins Zimmer.
„Gretchen, Mara würde gerne mit dir reden. Also, wenn du vielleicht kurz...?!“
Sie schaute noch einmal traurig zu Marc und wollte dann mit Mehdi das Zimmer verlassen. Der Frauenarzt hielt ihr die Tür auf, doch Gretchen drehte sich noch einmal um.
„Ich kann nicht mehr tun, als mich zu entschuldigen. Und es tut mir wirklich Leid!“
Dann ging sie an Mehdi vorbei aus dem Zimmer. Dieser schaute unschlüssig von einem zum anderen, schloss dann jedoch die Tür und folgte der jungen Ärztin.

esperanza_ Offline

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28.12.2009 10:30
#85 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Auf dem Weg zu Mara liefen Gretchen schon die Tränen über die Wangen und als sie dann das Zimmer ihrer Freundin betrat, versuchte sie diese notdürftig wegzuwischen.
„Hey, Mara. Wie geht’s dir?“
„Schon besser, danke.“ Die junge Frau lächelte, doch sie merkte, dass ihre Freundin etwas auf dem Herzen hatte. „Und dir? Hast du mit Marc geredet?“
Gretchen lachte kurz auf und zog sich einen Stuhl an Maras Bett. „Das war nach eurer tollen Aktion ja kaum vermeidbar“, meinte sie dann leicht vorwurfsvoll.
„Jetzt schau mich nicht so an. Selbst wenn ich nicht dazugekommen wäre, dann hätte Gigi es ihm wahrscheinlich persönlich auf die Nase gebunden. So ist es doch besser, dass er es von dir erfahren hat.“
„Ach, hör doch auf. Was soll daran denn besser sein? Sauer ist er so oder so...“
Mara schaute ihre Freundin zerknirscht an. „Tut mir Leid.“
„Na ja, ich hätte es mir denken können... Deshalb wollte ich es ihm auch nicht gleich sagen!“ Gretchen grübelte vor sich hin, dann schaute sie plötzlich zu Mara. „Warum warst du überhaupt da? Was wolltest du von Marc?“ Sie kniff die Augen zusammen.
Mara schaute die junge Ärztin grinsend an. „Na ja, nachdem du...“
„Du wolltest mit ihm reden? Du wolltest es ihm sagen?“ Gretchen sprang wütend auf. „Aber warum? Ich sagte doch, dass ich mir noch nicht sicher sei, ob ich es ihm überhaupt erzähle. Warum mischen sich eigentlich ständig alle in mein Leben ein?“
„Hey, hey, hey. Du willst mich jetzt aber nicht mit Gigi vergleichen, oder?“ Mara warf einen erschrockenen Blick zu ihrer Freundin.
„Warum hast du das gemacht?“
Mara schaute ihre Freundin ernst an. „Ich könnte dir jetzt sagen, dass ich dir helfen wollte, dass ich nur dein bestes wollte... Aber dann hättest du Recht, dann wäre ich wirklich nicht besser als Gigi.“
“Das hab ich überhaupt nicht gesagt...“, unterbrach Gretchen sie leise und setzte sich wieder, während sie den Blick zu Boden gerichtet hatte.
Doch Mara fuhr unbeirrt fort. „Ich fand einfach, dass wirklich alle Karten auf den Tisch gelegt werden sollten. Du kennst jetzt die ganze Wahrheit, du kannst dich entscheiden. Ich dachte, Marc sollte die gleiche Chance haben. Und soll ich dir was sagen? Ich würde es wieder tun, weil ich immer noch derselben Meinung bin!“ Dann schaute sie Gretchen fragend an, doch diese sagte kein Wort. „Was? Eben sah es noch aus, als wolltest du mir an die Gurgel springen... Was denkst du?“
Gretchen seufzte. „Ich denke, dass...nein, ich weiß, dass du Recht hast. Ich hatte einfach Angst vor seiner Reaktion. Zu Recht, wie’s aussieht!“ Sie warf Mara einen unglücklichen Blick zu, richtete ihre Augen dann aber schnell wieder zu Boden, damit ihre Freundin nicht merkte, dass sie schon wieder Tränen in den Augen hatte.
„Soll ich mal mit ihm reden?“
„Nein, bloß nicht. Ich sollte das ganze einfach vergessen. Er klang so gleichgültig, und wahrscheinlich ist es ihm das auch. Wahrscheinlich ist es ihm scheißegal, ob ich die Wahrheit nun kenne oder nicht.“
„Gretchen, er liebt dich! Ich glaube nicht, dass es ihm egal ist... Er ist einfach nur verletzt.“
Die junge Ärztin lachte und schaute ihre Freundin nun wieder an. „Das glaubst du doch wohl selbst nicht, oder? Oder hat er dir das persönlich genau so gesagt?“
„Als ob er das tun würde, selbst wenn es so wäre.“ Mara grinste und konnte sich das beim besten Willen nicht vorstellen.
„Siehst du!“
„Aber warum sonst sollte er denn dann damals mit Gigi...“
Weiter kam sie nicht, denn Gretchen unterbrach sie sofort. „Keine Ahnung?! Vielleicht hatte er keinen Bock auf sie? Oder sie war ihm nicht gut genug? Woher soll ich das wissen?! Aber ich muss noch lange nicht der Grund dafür gewesen sein...“
Mara sah ihre Freundin kopfschüttelnd an. „Na, wenn du meinst...“
Die junge Blonde nickte nur kurz stur und sah auf die Uhr. „Oh, ich muss dann auch mal wieder an die Arbeit. Soll ich später noch einmal vorbeischauen, oder willst du lieber deine Ruhe?“, fragte Gretchen und erhob sich von ihrem Stuhl.
Mara verdrehte die Augen. „Natürlich sollst du... Es ist hier doch total langweilig allein!“
„Na gut, dann bis später!“ Die Ärztin winkte ihrer Freundin noch einmal zu und verließ dann das Krankenzimmer.

esperanza_ Offline

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11.01.2010 19:26
#86 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Während Gretchen wieder unterwegs auf ihre Station war, kam ihr Mehdi entgegen. Die junge Ärztin lächelte und sprach ihn an. „Hey, Mehdi. Danke, dass du gleich bei Mara zur Stelle warst.“ Sie sah ihn dankbar an.
„Na klar, ist doch mein Job. Solltest dich vielleicht auch mal bei Marc bedanken, immerhin hat der sie angeschleppt.“ Er schaute sie abwartend an, in der Hoffnung endlich zu erfahren, was wirklich passiert war.
Doch Gretchen ging nicht direkt darauf ein, sondern sinnierte viel mehr vor sich hin. „Wenn sie wegen Gigi das Kind verloren hätte... Ich will gar nicht dran denken...“
„Wegen Gigi? Deine Freundin? Was hat die denn damit zu tun?“
Uups! Warum kann ich nicht einfach mal meine Klappe halten? Was erzähl ich dem denn jetzt?
„Sie hat...ziemlichen Mist gebaut und wollte...andere dafür verantwortlich machen. Na ja, und Mara stand ihr dabei im Weg. Sie ist nicht gestolpert, Gigi hat sie geschubst.“ So, das sollte als Erklärung reichen!
Der Oberarzt schaute sie erschrocken an. „Das ist ja ganz schön heftig.“ Dann schaute er Gretchen prüfend an. „Und ‚andere’ sind nicht vielleicht nur eine Person? Marc? Schließlich muss es ja einen Grund geben, warum er so schnell zur Stelle war...“
Na super! Selbst Schuld! Die junge Ärztin seufzte und schaute dann zu Boden. „Vielleicht...“
„Was haben die denn überhaupt miteinander zu tun?“ Mehdi wusste immer noch nicht richtig, was er von der ganzen Sache halten sollte.
Gretchen sah ihn nun genervt an und antwortete: „Ist das nicht jetzt auch egal? Mara geht’s gut, die Sache mit Gigi ist hoffentlich ein für alle Mal geklärt und damit hat sich die Angelegenheit erledigt, okay?! Ich will da jetzt auch, ehrlich gesagt, nicht mehr drüber reden.“ Sie warf dem Gynäkologen einen entschlossenen Blick zu.
„Okay?!“, meinte der nur leicht verwundert. „Dann mach ich mich jetzt mal wieder an die Arbeit.“
„Gut.“ Die junge Blonde war immer noch sauer und ließ Mehdi dann einfach stehen.
Auch die Ärztin machte sich also wieder an die Arbeit. Während der gesamten Visite würdigte Marc sie kaum eines Blickes und sprach auch nur das nötigste mit ihr. Gretchen beließ es dabei und versuchte nicht noch einmal mit ihm zu reden. Nach Dienstschluss besuchte sie Mara noch einmal kurz und machte sich danach auf den Heimweg.

Während Gretchen am nächsten Morgen schon wieder im Arztkittel bereit stand, betrat Schwester Gabi das Zimmer von Mara. Verschlafen schaute die junge Frau auf.
„Guten Morgen“, wurde sie von der Schwester geweckt. „Wie geht es Ihnen heute?“
„Schon viel besser, danke!“, antwortete Mara. „Ich darf doch jetzt nach Hause, oder?“
Gabi grinste sie an. „Natürlich! Aber versuchen Sie dieses Mal ihr Gleichgewicht im Griff zu haben, sollten...Sie sich wieder mit jemandem anlegen.“ Sie lachte süffisant.
Die Schwangere schaute sie verwundert an. „Woher...?“
Doch Gabi fiel ihr ins Wort. „Das geht rum... Ja, und jetzt können Sie dann gehen... Dr. Kaan bringt Ihnen gleich die Entlassungspapiere vorbei.“ Immer noch grinsend verließ die Schwester das Zimmer.
Doch damit hatte Mara keinesfalls ihre Ruhe. Die Tür öffnete sich ein paar Minuten später wieder und Gigi steckte ihren Kopf herein.
„Hey, darf ich reinkommen?“ Sie warf der jungen Frau einen unsicheren Blick zu.
„Was willst du?“, fragte Mara kalt.
„Mich entschuldigen...“ Gigi kam ein paar Schritte näher.
Mara schüttelte ungläubig mit dem Kopf. „Wofür? Dafür, dass du Gretchen wochenlang belogen hast? Dass sie sich wegen dir mit Marc vielleicht alles versaut hat? Oder vielleicht dafür, dass du ihm auch noch die Schuld dafür geben wolltest? Ich denke mit diesen Entschuldigungen solltest du besser zu Gretchen gehen... Obwohl ich nicht denke, dass sie dir verzeihen, oder auch nur zuhören wird. Und was mich angeht... Wenn du dich dafür entschuldigen willst, dass du mich gestern attackiert hast und ich hätte mein Kind verlieren können... Vergiss es! Ich konnte dich ja noch nie leiden, aber ganz ehrlich? Das hätte selbst ich dir nicht zugetraut. Geh einfach, Gigi, lass mich in Ruhe...“ Mara machte eine Handbewegung zur Tür, doch Gigi machte keine Anstalten, den Raum zu verlassen.
„Ich dachte...“

esperanza_ Offline

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22.01.2010 15:59
#87 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Was? Was dachtest du? Dass ich dir einfach verzeihe, am besten auch noch mit Gretchen rede, damit sie dir verzeiht?“ Mara lachte und schaute ihr Gegenüber abschätzend an. „Du bist echt das letzte!“
„Mara, bitte! Sie ist meine Freundin, ich will sie nicht verlieren...“
„Das hast du bereits. Du hättest dir vielleicht vorher über die Folgen Gedanken machen sollen. Es ist deine eigene Schuld. Und jetzt lass mich endlich mit deinem Gejammer in Frieden. Ich will und werde dir nicht helfen, das hast du nicht verdient...“
Gigi atmete einmal tief durch und schaute die junge Frau fassungslos an.
„Ich hab Fehler gemacht, das weiß ich sehr gut selbst. Aber deswegen müsst ihr mich noch lange nicht hassen... Und du kannst mir nicht verbieten, weiterhin Gretchens Freundin zu sein.“
Mara grinste sie an. „Das tue ich doch gar nicht... Ich hab nur gesagt, dass ich dir nicht dabei helfen werde, dass sie dir verzeiht... Das war alles! Wenn du sie also weiterhin als Freundin haben willst, dann musst du das alleine hinkriegen. Und ich bezweifle einfach, dass du das schaffst.“ Die junge Frau setzte ein liebenswürdiges Lächeln auf. „Du findest die Tür?!“ Damit war für sie das Gespräche beendet.
Gigi schaute Mara noch einmal wütend an und verließ dann schnaubend das Zimmer.

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