Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 86 Antworten
und wurde 13.597 mal aufgerufen
 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

22.11.2009 21:26
#26 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Als sie zu Marc fuhr, dachte sie mal wieder über die ganze Situation.
Dann kann ich mir, wenn ich morgen erst mal eingezogen bin in meiner eigenen Wohnung, auch endlich die Zeit nehmen, die ich brauche, um mir über meine Gefühle klar zu werden. Sowohl für Alexis...als auch für Marc. Irgendwie hab ich immer noch nicht mit ihm abgeschlossen, sonst wäre das vor ein paar Tagen nicht passiert. Ob ich vielleicht doch noch mal mit ihm darüber reden sollte?

Als sie dann bei Marc ankam und klingelte, machte der ihr sofort die Tür auf.
„Hey“, murmelte Gretchen, als sie durch die geöffnete Tür trat.
„Hi“, gab der Oberarzt auch nur kurz zurück und setzte sich wieder vor den laufenden Fernseher.
Doch diesmal ließ es die junge Blonde nicht darauf beruhen, da sie auf dem Weg hierher beschlossen hatte, noch einmal mit Marc zu reden, auch weil sie ab morgen dann nicht mehr bei ihm wohnen würde, wenn man das denn so nennen konnte.
Also gut, auf in den Kampf... So leicht sollst du mir heute nicht davonkommen!
„Marc...“ Sie versuchte seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. „Ich kann morgen in meine Wohnung ziehen...“
„Super, dann hab ich meine Bude ja wieder für mich alleine“, meinte er grinsend und schaute sie direkt an. Wobei er natürlich niemals zugegeben hätte, dass es ihm so gar nichts ausgemacht hatte, dass Gretchen bei ihm untergekommen war.
Na super, bin ich dem jetzt etwa auf die Nerven gegangen, oder was? Der ist wahrscheinlich froh, wenn er mich wieder los ist...
„Sieht so aus“, entgegnete sie ihm nur sauer.
Er verdrehte die Augen. „Meine Fresse, jetzt sei doch nicht gleich wieder eingeschnappt.“ Dann schaute er wieder auf den Fernsehbildschirm, auch wenn es ihn eigentlich überhaupt nicht interessierte, was da lief.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

22.11.2009 22:17
#27 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen setzte sich zu ihm auf die Couch. „Marc, ich...“
„Hmm?“ Er versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, dass er gespannt darauf war, was jetzt kam. Denn ohne Grund würde sie kaum so herumstottern.
„Ich...ich wollte noch mal mit dir reden.“
Jetzt wendete der Oberarzt seinen Blick doch vom Bildschirm und schaute sie erstaunt an. „Worüber?“
„Na ja, du weißt schon...“, meinte sie nervös. „Vor ein paar Tagen, als...“ Sie brach wieder ab.
Da fing er an zu grinsen. „Sag doch einfach, dass du über den Kuss reden willst.“
Sie lachte kurz unsicher. „Äh, ja...gut...dann...“
„Boah, Gretchen, es ist okay, ja? Ich weiß, du bist verheiratet, du liebst deinen Mann...“ Als er das sagte, musste er schwer schlucken. Der Gedanke an die Hochzeit machte ihm immer noch zu schaffen. „...und du willst, dass wir den Kuss einfach vergessen. Gut, dann machen wir das, reden wir nicht mehr drüber, und tun einfach so, als wäre das alles nie passiert. “
„Marc, ich...“ Die junge Ärztin versuchte wieder, ihm das alles zu erklären, doch er unterbrach sie erneut.
„Ich frag mich nur, warum du dann überhaupt bei ihm ausgezogen bist.“
Also, nicht das es ihn was anginge, aber eigentlich hatten wir das schon geklärt. Warum ist er denn auf einmal so sauer? Ist der etwa eifersüchtig? Na ja, egal, ich muss ihm das jetzt jedenfalls noch mal klar machen...

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

23.11.2009 13:51
#28 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Sie schaute ihn wütend an und schrie: „Weil ich Zeit für mich brauchte und mir über meine Gefühle klar werden wollte. Ich weiß nämlich gerade überhaupt nichts mehr! Weder ob ich ihn überhaupt noch liebe, noch ob das alles noch Sinn macht, noch ob es je einen gemacht hat. Er hat mich enttäuscht, war in der Zeit nicht für mich da, als es mir schlecht ging und ich Angst um meinen Vater hatte. Aber genau in der Zeit warst du für mich da. Und das hat das Gefühlschaos perfekt gemacht, weil ich eine Seite an dir kennen gelernt hab, die ich nicht mal annähernd irgendwo bei dir versteckt vermutet hätte. Dann bin ich bei Alexis ausgezogen, um endlich mal in Ruhe nachdenken zu können, und flüchte stattdessen von einem Chaos ins nächste.“ Jetzt standen ihr schon wieder die Tränen in den Augen. Doch sie fuhr fort, diesmal allerdings etwas ruhiger. „Marc, ich will den Kuss nicht vergessen, und das – auch auf die Gefahr hin, dass du das jetzt wieder überaus lustig findest und wieder einen wunden Punkt mehr bei mir gefunden hast, bei dem du mir eine reindrücken kannst – weil da immer noch was ist, und ich dich, warum auch immer, einfach nicht vergessen kann. Aber ich brauch einfach mal eine Auszeit von all dem Chaos... Zeit, mir darüber klar zu werden, was ich will. Wen ich will... Und das ganz unabhängig davon, ob ich denke, dass das mit uns sowieso nie was wird... Aber Alexis zu belügen, weil ich dich immer noch liebe, wäre nicht fair... Dann muss ich daraus dann eben meine Konsequenzen ziehen, weil so eben auch ich nicht glücklich werden würde. Aber genau dafür brauch ich Zeit, um darüber nachzudenken.“
Marc saß sprachlos auf dem Sofa und schaute sie mit einer Mischung aus Erstaunen und Verwirrung an. Irgendwas in ihm ließ ihn hoffen, dass sie sich vielleicht doch wieder von diesem Börsenfutzi trennen würde.
Gretchen wischte sich notdürftig die Tränen weg und meinte dann noch: „Ich schlaf dann heute Nacht vielleicht doch noch mal bei meinen Eltern. Gute Nacht!“ Damit drehte sie sich um, nahm ihre Sachen und ging zur Tür.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

23.11.2009 15:04
#29 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Die junge Blonde hatte die Türklinke schon in der Hand, als Marc sie noch einmal aufhielt.
„Gretchen, ich wusste nicht...“
„Hab ich mir fast gedacht, aber normalerweise küss ich nicht einfach wild in der Gegend rum...ohne Grund.“ Sie lächelte gequält. „Ich brauch einfach Zeit“, flüsterte sie kaum hörbar, wobei ihr schon wieder Tränen über die Wangen liefen.
Er soll mich jetzt einfach gehen lassen... Ich will nur noch weg hier!
„Gut“, meinte er leise. „Du musst aber nicht...“ Marc deutete zur Tür.
„Ich denke, es ist besser so“, entgegnete Gretchen. „Glaub mir...“
Sie schaute ihn noch einmal direkt an, drehte sich dann um und ging entgültig hinaus.

Draußen goss es in Strömen und die junge Ärztin versuchte verzweifelt ihr Fahrradschloss aufzubekommen, was sich einigermaßen schwierig gestaltete, da sie durch die tränennassen Augen kam etwas sehen konnte. Marc hatte sich oben in seiner Wohnung an der Tür hinunterrutschen lassen und dachte darüber nach, was er jetzt tun sollte. Nach wenigen Minuten stand er auf und trat ans Fenster. Als er Gretchen da unten sah, wie sie an ihrem Fahrrad herumhantierte, fragte er sich, ob er sie nicht einfach zurückholen sollte. Was, wenn das seine Chance gewesen wäre? Aber vielleicht sollte er ihr auch einfach die Zeit gewähren, nach der sie verlangte? Vielleicht würde sich dann alles klären? Der Oberarzt beschloss sie vorerst in Ruhe zu lassen und setzte sich wieder auf die Couch vor den Fernseher. Doch darauf konnte er sich jetzt noch weniger als vorher konzentrieren.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

23.11.2009 15:47
#30 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen hatte es mittlerweile geschafft, das Schloss zu öffnen und fuhr nun zu ihrer Mutter nach Hause. Sie dachte immer wieder darüber nach, ob es richtig war, was sie gerade getan hatte. Vielleicht hätte ich ihn nicht einfach so stehen lassen sollen? Vielleicht hätten wir darüber reden müssen? Aber ich wollte doch einfach nur noch weg, weg von ihm... Er bringt mich nur noch mehr durcheinander... Die Idee mit dem Zusammenwohnen war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und jetzt muss ich mir auch noch was für meine Mutter einfallen lassen, warum ich so spät und noch dazu vollkommen durchnässt vor ihrer Tür steh. Kann ihr ja schlecht sagen, dass ich doch nicht bei einer Freundin, sondern bei Marc war...

Als die junge Blonde tropfend vor ihrem Elternhaus ankam, stellte sie ihr Fahrrad weg und öffnete mit ihrem Schlüssel, den sie noch immer hatte, die Tür. Sie versuchte sich leise an der Tür zum Wohnzimmer vorbei zu schleichen, doch wie immer funktionierte das natürlich nicht.
„Hallo? Wer ist denn da?“, erklang die Stimme ihrer Mutter. Diese kam dann auch sofort in den Flur gerannt.
„Margarethe?! Was machst du denn hier?“
„Ich schlaf heute Nacht hier... Morgen kann ich dann in die Wohnung!“ Damit wollte sie die Treppe hochgehen.
„Was ist denn passiert? Hast du dich mit deiner Freundin gestritten?“
„Ja...ja, genau. Ich dachte, da es sowieso nur noch die eine Nacht ist, schlaf ich noch mal in meinem alten Zimmer. Und wegen dem Streit, ich will da jetzt auch nicht drüber reden. Ich bin einfach müde... Ja?!“Gretchen wünschte ihrer Mutter noch schnell eine gute Nacht und verschwand dann in ihr rosa Zimmer. Dort holte sie einen alten Schlafanzug, den sie nicht mit zu Alexis nehmen wollte, heraus und ging damit ins Bad. Nachdem sich die Ärztin ihrer nassen Klamotten entledigt und geduscht hatte, legte sie sich ins Bett und versuchte zu schlafen. Doch das ging natürlich nicht so einfach, weil sie immer wieder an ihren Streit mit Marc denken musste. Sie hatte ihn noch lange nicht vergessen, das war ihr mittlerweile klar. Soll ich deshalb alles, was ich mit Alexis hab, einfach so wegwerfen? Aber würde ich glücklich werden, wenn ich es nicht täte? Liebe ich Alexis überhaupt richtig?
Sie lag noch lange wach und dachte über all die unbeantworteten Fragen nach. Irgendwann war Gretchen dann aber so müde, dass sie darüber einfach einschlief.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

23.11.2009 16:58
#31 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Am nächsten Tag hatte sie sich extra freigenommen, um alles mit ihrer Wohnung zu regeln. Sie stand auf, ging schnell duschen und verließ ohne Frühstück das Haus. Dabei wollte sie vor allem nicht mehr von Bärbel zurückgehalten werden. Aber die schien noch zu schlafen. Gretchen kam gerade aus dem Bäcker, bei dem sie sich noch für unterwegs was mitgenommen hatte, als ihr Handy klingelte. Sie ging schon mal zu ihrem Fahrrad und verstaute das Essen im Korb, während sie dran ging.
„Hallo?“
„Hallo, ich bin’s, Mara.“
„Mara, das ist ja toll mal wieder von dir zu hören.“
Mara war ihre beste Freundin neben Gigi gewesen in der Schule. Als sie dann aber nach ihrem Studium nach München gezogen war, hatten sich die beiden lange nicht mehr gesehen. Telefoniert hatten sie noch manchmal, aber das war auch nicht mehr so intensiv gewesen in letzter Zeit. Umso glücklicher war Gretchen, endlich mal wieder was von ihrer Freundin zu hören.
„Ja, ich dachte, ich ruf einfach mal wieder an. Wollte mal hören, wie es dir so geht... Wenn ich schon nicht zu deiner Hochzeit kommen konnte.“
„Bei mir ist...alles super.“ Das klang aber eher, als müsste sich die junge Blonde selbst davon überzeugen.
„Das hört man dir direkt an. Sag mal, mein Freund fährt übermorgen beruflich für zwei Wochen nach Italien. Ich hätte also in der Zeit viel freie Zeit... Hast du vielleicht Lust, mich mal besuchen zu kommen?“
Eigentlich keine schlechte Idee... Da könnte ich mal richtig Abstand zu all den Männern hier gewinnen. Und hätte mal ein bisschen Zeit für mich und Ablenkung hat noch nie geschadet. Aber ich muss mich ja hier auch um die Wohnung kümmern, also eher keine so gute Idee...
„Also prinzipiell liebend gerne, aber weißt du, ich zieh grad in eine eigene Wohnung und muss noch ein paar Sachen hier erledigen.“
Mara wusste, dass Alexis Millionär ist, und fragte sich, warum Gretchen dann trotzdem, statt zu ihm zu ziehen, etwas eigenes wollte. Sie ließ es aber vorerst darauf beruhen.
„Ja, gut, dann komm ich dich eben besuchen und kann dir dann auch gleich noch ein wenig helfen vielleicht...“
„Das würdest du tun?“ Gretchen freute sich, dass Mara vorbeikommen wollte.
„Na klar.“ Mara lachte. „Ich fahr gleich morgen früh los, dann bin ich, wenn alles glatt geht, vielleicht schon nachmittags bei dir. Abgemacht?!“
„Super, ich freu mich riesig.“ Damit legten die beiden auf.
Gretchen war froh, endlich mal wieder eine gute Freundin bei sich haben zu können. Denn auf Gigi war seit der Sache mit Marc auch kein Verlass mehr. Sie konnte ihn sowieso nicht leiden, also würde sich die Ärztin bei der bestimmt nicht ausheulen.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

23.11.2009 17:13
#32 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Dann fuhr die junge Frau endlich zu ihrer Wohnung, um die Schlüssel entgegen zu nehmen. Frau Schneider wartete schon.
„Guten Morgen“, grüßte die Maklerin. „Bereit für ihre neue Unterkunft?“ Sie wedelte mit dem Schlüssel.
Gretchen lachte und reichte der Frau die Hand. „Ja, ich bin schon richtig froh...“
„Endlich weg von den Eltern, wie?“ Schlimmer!
Dann drehte sich Frau Schneider um und betrat das Haus. Die Wohnung lag im ersten Stock und Gretchen betrat sie zuerst. Es war das gleiche wohnliche Gefühl wie beim ersten Mal, als sie hier war.
Die Maklerin überreichte der jungen Blonden dann noch die Schlüssel und verabschiedete sich auch schon wieder. „Gut, dann hätten wir jetzt alles erledigt. Ich mach mich dann auch wieder auf den Weg, die Arbeit ruft.“ Sie lachte und ging zur Tür.
„Danke noch mal für alles. Auf Wiedersehen!“, sagte Gretchen noch.
„Keine Ursache.“ Damit war die junge Frau verschwunden.
Gretchen sah sich in der Wohnung um. Gut, momentan ist das alles zwar noch ganz leer, aber das wird schon. Ich werde es mir hier richtig gemütlich machen! Und dabei erst mal zur Ruhe kommen... So kann es jedenfalls nicht mehr weiter gehen... Und Mara wird mir dabei helfen. Sie stellte sich ans Fenster und schaute auf die Straßen hinunter, als ihr Handy zum zweiten Mal an diesem Tag klingelte.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

24.11.2009 17:39
#33 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Hallo?“
„Gretchen? Hallo, hier ist Gigi.“
„Was willst du?“, fragte sie gleich wieder schlecht gelaunt. Sicher, sie war immerhin meine Trauzeugin, aber verziehen hab ich ihr immer noch nicht richtig. Sie hat mich sehr enttäuscht...
„Ach, komm schon, Süße. Können wir unseren Streit nicht einfach vergessen?“
Doch die junge Ärztin ging gar nicht darauf ein. „Was machst du denn überhaupt noch hier? Ich dachte, du bist längst wieder in London... Du wolltest doch sowieso nur wegen der Hochzeit kommen.“
„Also, bitte, ich lass dich doch nicht einfach so allein, wenn dein Vater so schwer krank ist...“
„Ihm geht es ja jetzt wieder besser, also musst du weder auf mich noch auf ihn aufpassen.“ Gretchen wollte einfach nur einmal allein sein. Stattdessen musste sie sich schon wieder mit ihrer angeblich besten Freundin rumstreiten.
„Du willst mich also wirklich loswerden? Na, dann vielen Dank...“
„Boah, Gigi, ich will einfach nur meine Ruhe. Ist das so schwer zu verstehen?“
„Gut, dann eben nicht.“
Gretchen nahm das zum Anlass aufzulegen, sodass ihre Freundin nur noch das Tuten in der Leitung hörte.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

24.11.2009 20:15
#34 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Währenddessen verbreitete Marc im Krankenhaus mal wieder seine schlechte Laune. Es passte ihm ganz und gar nicht, wie der letzte Abend mit Gretchen gestern verlaufen war. Am liebsten hätte der Oberarzt noch einmal mit ihr geredet, aber er wollte ihr einfach die Zeit lassen, über alles nachzudenken. Genauso wie sie es gewollt hatte!
Diese Einsicht änderte natürlich nichts an seinem Gemütszustand. Das bekam dann auch Sabine mit, als Marc sie während der Visite immer und immer wieder zusammenstauchte. Die Schwester versuchte, seinen Anweisungen nachzukommen, doch nicht immer klappte das so.
Die beiden waren gerade auf dem Gang unterwegs ins nächste Zimmer, als Bärbel den Krankenhausflur entlang kam.
„Herr Dr. Meier, wissen Sie wo meine Tochter ist?“ Sie versuchte so freundlich wie möglich zu bleiben, obwohl sie noch immer nicht viel von dem jungen Arzt hielt.
„Nein, und wenn ich ehrlich bin, ist mir das auch egal!“ Er wusste nicht warum, aber er dachte, dass er sich besser fühlen würde, wenn er sich einredete, dass das wirklich stimmte. Dann beeilte er sich ins nächste Zimmer zu kommen.
„Schwester Sabine, haben Sie vielleicht Margarethe gesehen?“
Doch Sabine hatte Angst, schon wieder von Marc einen Anschiss zu bekommen, wenn sie sich nicht beeilte. Deshalb antwortete sie nur schnell ein „Nein, tut mir Leid!“ und folgte dann dem Oberarzt ins Zimmer. Gretchens Mutter stand nur erstaunt auf dem Flur und fragte sich, wo ihre Tochter wohl sein könnte. Sie beschloss dann aber, zuerst noch ihren Mann, der noch immer im Krankenhaus lag, zu besuchen, und erst dann mit der Suche nach Gretchen zu beginnen. Sie wollte schließlich noch einmal mit ihr reden.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

24.11.2009 21:24
#35 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gigi hatte allerdings die selbe Idee und so liefen sich die beiden Frauen auf dem Flur über den Weg.
„Ach, Gina, was machen Sie denn hier?“, fragte Frau Haase überrascht.
„Äh, ich wollte zu Gretchen. Ist sie nicht da?“
„Nein, ich weiß leider auch nicht wo sie ist. Ich wollte auch schon zu ihr, mit ihr reden.“ Bärbel klang ziemlich niedergeschlagen.
„Warum? Ist was passiert?“
„Ja, wissen Sie das denn noch gar nicht? Gretchen ist bei Alexis ausgezogen!“
Gigi starrte sie nur mit offenem Mund an. „Das ist jetzt nicht wahr, oder? Was ist es denn dieses Mal? Oder sollte ich besser fragen, wer?“
„Kommen Sie, wir sollten uns mal in Ruhe unterhalten.“ Frau Haase zog die Freundin ihrer Tochter mit sich in Richtung Cafeteria. Sie schmunzelte, denn in ihr reifte der Plan, dass Gigi ihr helfen müsste, Gretchen wieder auf den richtigen Weg zu lenken.

Gretchen ging derweil noch ein wenig spazieren, weil sie einfach den Kopf freibekommen wollte. Der Streit mit Gigi lag ihr noch im Magen und eigentlich wollte sie nicht so mit ihrer Freundin auseinander gehen, falls diese denn jetzt wirklich wieder zurück nach London reisen würde.
Aber morgen würde auch Mara kommen, dann hatte sie endlich mal jemanden, mit dem sie über alles reden könnte. Gut, Gigi und Mara konnten sich noch nie leiden... Also wäre es besser, wenn ich das mit Gigi noch heute aus der Welt schaffe, damit ich ab morgen Zeit für Mara habe... Ich freu mich schon richtig, wenn sie endlich da ist. Mara ist mir viel ähnlicher als Gigi!
Wieder wurde sie durch das Klingeln ihres Telefons aus den Gedanken gerissen. Nach einer Weile vergeblichen Suchens fand sie es schließlich und hob ab.
„Ja?“

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

24.11.2009 22:28
#36 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Hier ist Gigi. Gretchen, bitte, leg nicht gleich wieder auf. Ich wollte mich entschuldigen!“
„Wofür?“ Die junge Ärztin war, trotz der guten Vorsätze, die Sache endlich aus der Welt zu schaffen, immer noch sauer. „Dafür, dass du mir vorher nicht meine Ruhe gelassen hast? Oder dafür, dass du mit Marc geschlafen hast?“
„Komm schon, Gretchen, fang nicht wieder damit an... Ich würde mich gerne mit dir zu einem Kaffee verabreden und dann über alles reden.“
Gretchen atmete einmal tief durch und stimmte zu. Schließlich wollte sie Gigi nicht fahren lassen, ohne sich mit ihr wenigstens ausgesprochen zu haben. Also machten sie eine Zeit aus.
„Gut, dann bis nachher.“ Damit legte die junge Blonde auf und machte sich auf den Weg zurück zu ihrer Wohnung.

Eine Stunde später wartete Gigi schon in dem Cafe, als Gretchen dazukam. Gigi hatte sich vorgenommen, mit ihrer Freundin noch einmal über Alexis zu reden und herauszufinden, warum sie wirklich ausgezogen war, da weder sie noch Bärbel daran glaubten, dass es nur deshalb war, weil er nicht für sie da war.
„Hey, Süße. Setz dich doch!“ Sie lächelte ihre Freundin an.
Die junge Ärztin kam dieser Aufforderung zwar nach, ihre Laune hatte sich aber kaum gebessert. Gigi merkte, dass das ein hartes Stück Arbeit bedeutete. Aber was tat man nicht alles!

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

25.11.2009 22:30
#37 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Also, was ist jetzt? Du wolltest reden, dann fang schon mal an. Ich hab ja nicht ewig Zeit.“ Gretchen schaute auf den Tisch.
Bin ja gespannt, worüber sie reden will. Sollte ich vielleicht etwas freundlicher sein?
„Ich hab mit deiner Mutter geredet!“ Nein, definitiv nicht! Warum muss sich meine Mutter ständig in mein Leben einmischen?? Erst Alexis, jetzt Gigi... Mir reicht es langsam!
„Super, dann könnt ihr euch ja gleich alle zusammentun und besprechen, wie ihr euch am besten in mein Leben einmischt.“
„Das will ich doch gar nicht tun, ich...“
Doch Gretchen fuhr ihr dazwischen. „Ach, hör doch auf damit, Gigi. Wie war das denn, als du mit Marc geschlafen hast, um mir – angeblich – zu beweisen, dass ich ihm nicht nachtrauern muss... Da hast du dich ja auch überhaupt nicht eingemischt...“ Sie redete mittlerweile so laut, dass die Leute an den anderen Tischen ihnen schon Blicke zuwarfen.
„Mein Gott, ich wollte dir helfen, dir zeigen, dass du für ihn nicht alles, was du mit Alexis hast, wieder für nichts wegwerfen sollst. Und jetzt will ich dir auch nur helfen.“ Doch Gigi redete wesentlich leiser als Gretchen.
Das fiel dieser dann auch auf und deshalb fuhr sie ebenfalls leiser fort. „Ja, ihr wollt mir alle immer nur helfen, aber ihr macht alles nur noch viel schlimmer. Hört verdammt noch mal auf mit euren gut gemeinten Ratschlägen und lasst mich mein Leben leben.“
„Dir ist wahrscheinlich gar nicht mehr zu helfen“, meinte Gigi kopfschüttelnd.
„Wie du das siehst, ist mir so was von egal, Hauptsache, du lässt mich endlich in Ruhe. Das kannst du meiner Mutter im Übrigen auch ausrichten!“
„Wie du willst...“
Dann saßen sie eine Weile schweigend da. Bis Gretchens Freundin erneut das Wort ergriff. „Und wo willst du jetzt hin?“
„Ich bin heute in meine Wohnung gezogen.“
„Kann ich dir irgendwie helfen?“, sie versuchte irgendwie freundlich zu sein und die Stimmung zu heben. Besser nicht, sonst liegen sich Mara und sie auch noch in den Haaren...
„Nein, danke... Ich schaff das schon...“
„Wirklich?“
Ich sag ihr jetzt einfach, dass Mara kommt... Kann sie ja ruhig wissen! Dann steht sie wenigstens nicht unerwartet vor der Tür.
„Ja, ich hab schon Hilfe.“ Gigi schaute sie überrascht an. „Also...äh...Mara, sie kommt mich morgen besuchen...“
„Die Mara? Mara Schwarz?“ Sie schaute Gretchen beleidigt an. „Bin dir wohl nicht mehr gut genug, was? Du trommelst also schon wieder neue Freunde zusammen.“
Doch die junge Ärztin spielte das Spiel mit. „Ja, stell dir vor. Und weißt du, was das beste ist?“

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 16:58
#38 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Sie sah Gigi lauernd an und grinste. „Sie hat nicht mal mit dem Mann geschlafen, den ich immer noch liebe!“
Im ersten Moment war Gretchen selbst erschrocken über ihre Worte. Hab ich das gerade wirklich ernst gemeint?
Dann stand sie ruckartig auf, schaute Gigi noch einmal böse an und verließ das Cafe. Sie fuhr so schnell sie konnte nach Hause, wo sie sich weinend auf ihre Matratze schmiss. Ich hätte wissen müssen, dass das Treffen keine gute Idee ist. Es tut so weh, wenn ich daran denk, dass die beiden... Nein, dann denk ich einfach nicht daran... Aber sie war mal meine beste Freundin, wie konnte sie mir so was antun?? Aber dürfte mich das eigentlich noch so runterziehen? Jetzt wo ich Alexis hab...
Irgendwann war sie dann so kaputt, dass sie über all den Gedanken einschlief.

Am nächsten Tag bereitete sich Gretchen auf Maras Ankunft vor. Zunächst ging sie Einkaufen, damit wenigstens etwas zum Essen zu Hause war. Dann kamen auch noch die Möbel einen Tag früher als geplant und die junge Frau hatte alle Hände voll zu tun, damit die Möbelpacker gleich alles ins richtige Zimmer stellten. So ein Umzug war echt der totale Stress. Hoffentlich wusste ihre Freundin auf was sie sich da eingelassen hatte...
Als Gretchen gerade dabei war die Schutzfolie von der Couch zu ziehen, klingelte es an der Tür. Sie stand auf und öffnete. Da stand tatsächlich schon Mara und strahlte sie an. Lachend und jauchzend fielen sie sich in die Arme. Sie hatten sich so lange nicht mehr gesehen...
„Es ist so toll, dass du gekommen bist.“ Gretchen lachte glücklich. Zum ersten Mal seit langem fühlte sie sich wieder richtig befreit.
„Find ich auch.“ Mara betrat die Wohnung und sah sich um. „Es ist zwar noch ziemlich leer, aber es ist schön hier. So hell und groß!“ Sie sah Gretchen anerkennend an.
„Ja, ich fand es auch gleich super. Deshalb hatte ich auch sofort zugesagt. Wollen wir uns setzen?“ Sie deutete auf das neue Sofa.
„Gerne. Sind die Möbel heute erst angekommen?“ Mara schaute grinsend auf die ganzen Kartons.
„Ja.“ Gretchen klang ein wenig unsicher. „Bereust du es schon, dass du in das Chaos hergekommen bist?“

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 18:15
#39 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Nein, überhaupt nicht. Zu zweit geht die Arbeit viel schneller und dann verbringen wir ein paar schöne Tage, ja?“
Die Ärztin nickte zustimmend. „Willst du was trinken? Kaffee? Nach der langen Fahrt bist du bestimmt müde.“ Gretchen machte sich schon auf den Weg in die Küche, wo am Boden neben einer Steckdose die Kaffeemaschine stand.
Doch Mara kam ihr hinterher. „Besser nicht.“ Sie grinste verschmitzt. „Wenn ich momentan Kaffee rieche, dann wird mir total schlecht.“
„Komisch, dann...“ Erst in diesem Moment verstand Gretchen. „Bist du schwanger?“
Mara nickte glücklich. „Ja, Nick und ich haben uns total gefreut.“
„Das kann ich mir vorstellen. Herzlichen Glückwunsch!“ Gretchen umarmte ihre Freundin.
„Danke. Und du? Habt ihr auch schon Pläne? Ich will Alexis natürlich unbedingt kennen lernen...“
Die junge Blonde lachte nur einmal kurz auf und wurde dann sofort wieder ernst. Es war gerade so schön unbeschwert und jetzt werde ich gleich wieder an mein ganz persönliches Chaos erinnert...
„Das hat ja noch Zeit...“
„Alles okay bei euch?“ fragte Mara misstrauisch.
„Hmm. Sicher...“ ...nicht!
„Genau. Deshalb hast du dir auch eine eigene Wohnung gesucht.“ Sie sah ihre Freundin lauernd an.
„Ja, vielleicht haben wir uns ein bisschen gestritten.“
„Ein bisschen? Gretchen, ich kenn dich doch. Du ziehst wegen einem kleinen Streit doch nicht gleich aus. Was ist los?“
„Ich weiß doch auch nicht.“ Der jungen Frau schimmerten schon wieder die Tränen in den Augen.
„Komm mal her!“ Mara nahm sie in den Arm. „Willst du mir nicht die ganze Geschichte erzählen?“
Doch Gretchen brach jetzt in Maras Arm in Tränen aus. Ihre Freundin zog sie mit sich auf die Couch und hielt sie einfach fest, bis sie sich ein wenig beruhigt hatte.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 18:49
#40 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Immer noch schluchzend berichtete Gretchen schließlich von der Hochzeit, die in einem Alptraum endete, und davon, dass Alexis sich aus der ganzen Sache mit ihrem Vater rausgehalten hatte und nicht für sie da war. Und trotzdem hatte Mara das Gefühl, dass das noch lange nicht alles war.
„Warum kannst du ihm das nicht verzeihen? Also, ich weiß, dass es nicht gerade die feine Art war, aber ihr seid verheiratet und wenn man sich liebt, muss man auch lernen zu verzeihen.“
Gretchen sagte nichts, ihr liefen schon wieder die Tränen über die Wangen.
„Liebst du ihn?“
Doch das brachte sie nur dazu, noch lauter aufzuschluchzen. „Ich weiß es nicht...“, flüsterte sie dann jedoch kaum hörbar.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Du hast ihn geheiratet, und das vor noch nicht mal einem Monat... Und jetzt willst du mir ernsthaft weis machen, dass du nicht weißt, ob du ihn liebst?“
Doch ihre Freundin schwieg wieder.
„Was ist es wirklich? Hast du dich in einen anderen verliebt? Gut, dann könnt ich das vielleicht noch verstehen...“ Sie lachte, da sie nicht wusste, wie nahe sie der Wahrheit kam.
Jetzt sprang Gretchen auf und schrie verzweifelt: „Nein, kannst du nicht. Es macht die ganze Sache noch viel schlimmer!“
Mara wusste nicht genau, was Gretchen damit meinte, aber sie verstand die indirekte Antwort auf ihre Frage.
„Wer?“

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 21:14
#41 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Die junge Ärztin ließ sich wieder auf die Couch sinken und es schien, als liefen ihr noch mehr Tränen über die Wangen als vorher schon. Mara rechnete schon nicht mehr mit einer Antwort, als sie leise murmelte: „Marc...“
„Sollte ich den denn kennen?“
Doch als ihre Freundin sie nur stumm ansah, begriff auch Mara, dass Gretchens Jugendliebe und der Grund ihrer momentanen Beziehungskrise ein und die selbe Person waren. Gretchen hatte ihr im Gegensatz zu Gigi nie erzählt, dass sie Marc nach so vielen Jahren wiedergetroffen hatte und er nun sogar ihr Chef ist. Das holte sie jetzt nach und Mara erfuhr die ganze Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen, und konnte sich langsam ein Bild davon machen, in was für einem Schlamassel ihre Freundin steckte. Im ersten Moment war selbst sie sprachlos und wusste keinen Rat. Das musste sie erst mal verdauen.

Sie saßen eine ganze Weile einfach auf der Couch aneinander gelehnt da und jede hing ihren Gedanken nach.
„Tut mir Leid“, meinte Gretchen dann plötzlich und sah zu Mara. „Ich heul dich hier voll. Du hattest dir deine Ankunft bestimmt auch anders vorgestellt.“
„Hey, das macht doch nichts. Außerdem bin ich ja noch länger hier.“
„Hast du Hunger, willst du was essen gehen?“, fragte Gretchen, obwohl sie eigentlich keine Lust dazu hatte.
„Weißt du was? Ich bestell uns jetzt eine Pizza. Dann können wir es uns hier gemütlich machen. Was denkst du?“ Damit stand sie auf.
„Mara...“ Die angesprochene drehte sich um und schaute Gretchen fragend an. „Danke.“ Mara lächelte sie an und bestellte dann das Essen.
Die beiden machten sich also einen gemütlichen Abend und aßen ihre Pizzen. Lange wach blieben sie danach aber auch nicht mehr, denn für beide war es ein langer, anstrengender Tag gewesen.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 21:16
#42 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Nachdem Gretchen am nächsten Tag wieder ins Krankenhaus musste, überlegte Mara, was sie am Vormittag machen könnte. Ihr kam die Idee, dass sie Gretchens Mutter mal einen Besuch abstatten könnte, da sie die alte Frau lange nicht mehr gesehen hatte. Also machte sie sich gleich auf den Weg, damit sie wieder zurück war, wenn Gretchen kam.
Als Bärbel ihr die Tür öffnete, war sie doch recht erstaunt.
„Mara, was machen Sie denn hier?“
„Hallo, Frau Haase. Ich bin zu Besuch bei Ihrer Tochter und wollte mal bei Ihnen vorbeischauen.“ Sie lächelte.
„Das ist aber nett. Wollen Sie reinkommen?“
„Gerne. Danke!“ Mara trat ein und sah sich um. Hier hatte sich wirklich gar nichts verändert. Ob das in Gretchens Zimmer wohl auch so war? Sie musste schmunzeln, wenn sie daran dachte, dass das Zimmer noch immer rosa sein könnte und noch immer der Nachttisch, der aussah wie ein Pferdekopf, neben dem Bett stand.
„Setzen Sie sich.“
Bärbel und Mara unterhielten sich eine Weile. Mara erzählte von ihrem Leben in München, von ihrem Freund und davon, dass sie bald Mutter werden würde. Bärbel freute sich natürlich ungemein für sie und erzählte dann ihrerseits von Gretchen und dem Streit mit Alexis. Sie sagte, dass sie ihr gerne helfen würde, aber leider nicht wüsste wie. Doch Mara bat sie nur, sich da rauszuhalten, da Gretchen sonst nur noch mehr darunter leiden würde. Sie sollte einfach selbst entscheiden, was sie wollte und was sie tat. Frau Haase wusste zwar nicht, ob das wirklich das beste wäre, aber sie ließ es vorerst darauf beruhen.
Nach einiger Zeit fragte Mara nach dem Badezimmer. Ihr war schon wieder etwas schwindlig und sie wollte sich ein wenig frisch machen. Gerade als die junge Frau die Treppen hoch ging, klingelte es an der Tür. Doch wer das war, bekam Mara schon nicht mehr mit.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

26.11.2009 21:46
#43 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Als Bärbel die Tür öffnete, stürmte sofort eine aufgebrachte Gigi herein.
„Sie können sich das ja gar nicht vorstellen, wie sie mich angemotzt hat, Frau Haase. Also, bitte, wenn Sie Gretchen noch ‚auf den richtigen Weg’ bringen wollen, dann bitte, aber ohne mich. Ich lass mich nicht noch einmal so anschreien.“
„Gigi, bitte, jetzt beruhigen Sie sich doch erst mal.“
Gretchens Freundin atmete einmal tief durch und fuhr dann fort. „Gut, jedenfalls misch ich mich da jetzt nicht mehr ein. Sie will sich einfach nicht helfen lassen!“
„Ja, aber...wir können doch nicht zuschauen, wie sie in ihr Unglück rennt. Ich versteh einfach nicht, warum sie Alexis nicht verzeihen kann.“
In diesem Moment war Mara oben aus dem Badezimmer gekommen und hatte den letzten Satz noch mitgehört. Sie fragte sich jetzt, wer da wohl an der Tür war. Doch ihre Antwort darauf folgte sogleich.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 16:08
#44 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

„Warum sie ihm nicht verzeihen kann?“, schrie Gigi plötzlich wieder wütend. „Das kann ich Ihnen sagen. Weil sie immer noch in dieses arrogante Arschloch verschossen ist. Sie liebt ihn, fragen Sie mich nicht, wieso und weshalb, aber sie tut es. Und anscheinend konnte ich auch nichts dran ändern, obwohl ich ihr weis gemacht habe, er hätte mit mir geschlafen. Soll ich Ihnen was sagen? Wenn Ihre Tochter wüsste, dass er das zwar vorhatte, aber nicht getan hat, weil ihm klar wurde, dass er sie auch liebt, dann hätte sie ihren Alexis gar nicht geheiratet, dann wäre die ganze Hochzeit geplatzt.“ Gigi grinste, dann fuhr sie ruhiger fort. „Im Grunde genommen können Sie mir dankbar sein. Den Rest müssen Sie dann eben jetzt irgendwie alleine hinkriegen!“
Dann nahm Gigi ihre Tasche und rauschte aus dem Wohnzimmer. Wenige Sekunden später fiel die Haustür ins Schloss.
Mara stand noch immer auf der obersten Treppenstufe und schaute ihr geschockt hinterher. Gretchen hatte ihr erzählt, dass Gigi, ihre angebliche Freundin, mit Marc geschlafen hätte. Es stimmte also gar nicht, dieses Miststück hatte gelogen. Mara konnte sie noch nie leiden. Aber was sollte sie jetzt tun? Sofort zu Gretchen rennen? In einem hatte Gigi aber Recht, dessen war sie sich sicher. Wenn Gretchen das gewusst hätte, dann hätte es diese Hochzeit nie gegeben. Aber was würde passieren, wenn sie es jetzt erfuhr?

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 17:18
#45 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Plötzlich kam Bärbel aus dem Wohnzimmer und wollte gerade nach Mara rufen, als sie diese geschockt auf der Treppe stehen sah. Mara ging die Treppe eilig runter, nahm Jacke und Tasche von der Garderobe und ging zur Tür. Bärbel ahnte, dass sie das Gespräch gehört hatte. Deshalb hielt sie die junge Frau noch einmal zurück.
„Bitte, Mara, sagen Sie ihr nichts. Wenn es stimmt, was Gigi sagt, und sie ihn wirklich noch liebt, würde sie sich sofort von Alexis trennen...“
Maras Wut hatte sich bis gerade eben noch auf Gigi beschränkt, doch jetzt reichte es ihr entgültig. Sie schrie Gretchens Mutter an: „Ja, und was, bitte, was ist daran falsch, wenn sie Alexis nicht liebt. Ja, verdammt noch mal, sie liebt Marc, das hat sie immer getan, das wird sie wahrscheinlich immer tun. Es gibt keine Garantie dafür, dass das mit den beiden klappt, aber sie hätte es wenigstens versucht. Aber eins sag ich Ihnen! Mit Alexis wird sie sicher nicht glücklich.“ Damit rauschte sie zur Tür hinaus und ließ eine sprachlose Bärbel zurück.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 17:56
#46 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Während Mara vollkommen durcheinander durch einen nahegelegenen Park spazierte und versuchte, so eine Lösung zu finden, was sie jetzt machen sollte, schrillten bei Bärbel alle Alarmglocken. Sie wollte Gretchen dazu bringen, sich wieder mit Alexis zu versöhnen und sie nicht direkt in Marcs Arme treiben. Also rief sie Gigi an, die musste ihr einfach helfen.
„Von Amsel?“
„Gigi, Gott sei Dank, dass ich Sie erreiche.“
„Was wollen Sie denn noch? Ich hab Ihnen gesagt, dass ich aus Ihrem schönen Plan raus bin. Wenn Gretchen jemals herausfindet, dass ich gelogen hab, dann bin ich die längste Zeit ihre Freundin gewesen. Das riskiere ich nicht noch einmal!“
„Aber genau das ist ja das Problem, wenn wir nichts unternehmen, dann erfährt sie das.“
„Bitte?! Warum das denn? Wollen Sie mich erpressen?“
„Nein, Himmel, wo denken Sie hin, Gigi? Aber als Sie vorher da waren und mir von der Lüge erzählt haben, nun ja, Gretchens Freundin Mara war bei mir zu Besuch und...“
Doch Gigi ließ Frau Haase gar nicht ausreden. „Oh mein Gott, das ist nicht Ihr Ernst? Was soll ich denn jetzt machen? Gretchen bringt mich um...“
„Können Sie nicht versuchen mit Mara zu reden?“
„Wir hassen uns...“
„Ein Versuch ist es Wert! Gretchen ist im Krankenhaus arbeiten... Mara wird da wahrscheinlich auch bald auftauchen. Beeilen Sie sich!“

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 20:06
#47 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Mara hatte inzwischen beschlossen, zuerst einmal mit Marc zu reden, um herauszufinden, wie er zu Gretchen stand. Klar, Gretchen war verheiratet, eigentlich sollten die beiden nur Kollegen sein, deshalb erwartete sie nicht, dass er gleich sagen würde, dass er sie liebt. Würde er wahrscheinlich auch nicht, wenn er freie Bahn hätte... Aber Mara wollte einfach seine Reaktion abwarten...
Sie fragte sich also im Krankenhaus zu seinem Büro durch und versuchte Gretchen dabei nicht über den Weg zu laufen. Schließlich erreichte sie ihr Ziel und klopfte.
„Herein!“, vernahm sie von drinnen leise.
Sie öffnete die Tür und schaute vorsichtig hinein. „Hallo, darf ich kurz stören?“, fragte sie unsicher.
Marc schaute erstaunt auf und musterte die junge Frau. „Äh, tut mir Leid, das hier ist leider nicht die Anmeldung...“, meinte er dann kopfschüttelnd.
„Es geht um...was privates. Kann ich kurz mit dir reden?“ Ohne jedoch die Antwort abzuwarten, betrat sie nun das Zimmer und schloss die Tür.
„Äh...“ Der Oberarzt wusste wirklich nicht, was er davon halten sollte.
„Ach so, kannst du dich noch an mich erinnern?“
Wieder kam von Marc nur ein „Äh!“.
„Mara. Mara Schwarz?“
„Mara?“ Er lachte. „Was treibt dich denn hier her?“
„Gretchen...“, murmelte sie.
Er schaute sie geschockt an. „Hat sie dich hergeschickt?“
„Nein! Nein, nein, nein! Ich bin gestern erst hier angekommen. Hab vorher gar nicht gewusst, dass ihr...euch noch so vielen Jahren wieder gesehen habt und du sozusagen ihr Chef bist.“ Mara grinste ihn an.
„Ja, aber...du bist sicher nicht zu mir gekommen, um mir das zu sagen.“
Die junge Frau stöhnte kurz auf und schaute zur Decke, da sie sich immer noch nicht sicher war, ob sie wirklich mit Marc darüber reden sollte. Was, wenn Gretchen es erfahren würde? Sie würde ihr wahrscheinlich den Hals umdrehen!

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 21:05
#48 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Doch dann ging Mara zielstrebig auf den Stuhl gegenüber von Marc zu und setzte sich. „Gut“, meinte sie dann. „Machen wir’s kurz. Ich hab keine Ahnung, wie du das siehst, aber Gretchen würde nicht bei Alexis ausziehen wegen eines dummen Streites. Sie ist nicht der Typ für so was. Zumindest nicht, wenn...na ja, wenn...sie ihn wirklich lieben würde. Sie hat mir alles erzählt. Alles, was passiert ist, seit ihr euch damals wieder gesehen habt. Einfach alles... Auch wenn sie sich selbst vielleicht einredet, dass es nicht stimmt, aber ich weiß, dass...sie dich immer noch liebt.“
Marc hatte die ganze Zeit auf seine Unterlagen gestarrt. Jetzt schaute er zwar auf, schwieg aber nach wie vor. Deshalb brachte Mara ihre Worte zu Ende. „Ich weiß nicht, warum ich dir das alles erzähle, weil ich nämlich keine Ahnung hab, wie du zu der Sache stehst, aber du solltest wissen, dass wenn du sie auch liebst, dann solltest du jetzt, und damit meine ich wirklich jetzt, was unternehmen, und nicht erst wenn es zu spät ist.“ Damit stand sie auf und ging wieder zur Tür.
Der Blick des Oberarztes war wieder auf den Tisch gerichtet, aber er hielt sie noch einmal zurück.
„Mara...“ Sie drehte sich noch einmal um. „Sie wollte Zeit...zum Nachdenken. Und die kriegt sie...“
Gretchens Freundin schüttelte nur ungläubig den Kopf. „Vielleicht solltest du dir die auch mal nehmen...“ Jetzt schaute Marc wieder auf. „Bitte?!“
„Du hast mich schon verstanden“, meinte sie grinsend. Dann wurde sie wieder ernst. „Aber warte nicht zu lange...“ Daraufhin verließ sie entgültig das Büro.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

27.11.2009 22:57
#49 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Gretchen saß in ihrer Pause in der Cafeteria und trank einen Kaffee. Da kam wieder einmal Mehdi dazu und setzte sich.
„Na, wie geht’s? Alles wieder okay mit...deinem Mann?“ Auch ihm passte es nicht, dass Gretchen diesen Millionär wirklich geheiratet hatte.
„Na ja...“ Sie wollte eigentlich nicht mit ihm darüber reden.
„Also nicht?“
Ich sag ihm jetzt einfach die Wahrheit... Weiß sowieso schon quasi jeder! Und immerhin sind wir so was wie gute Freunde.
„Ich bin ausgezogen!“, meinte Gretchen nur knapp und schaute in die andere Richtung.
„Okay?! Und wohin, wenn ich fragen darf?“ Er war sehr überrascht. Warum zog sie denn gleich aus, nur wegen einem Streit?
„Darfst du... Ich hab mir eine eigene Wohnung genommen!“ Sie schaute ihn an und versuchte dabei selbstbewusst und bestimmt zu wirken. Als Mehdi die junge Ärztin aber noch immer skeptisch ansah, fügte sie hinzu: „Ich brauch einfach Zeit für mich, muss zur Ruhe kommen, nachdenken...“
„Wegen eines dummen Streites?“
Doch Gretchen zuckte nur mit den Schultern. Er hat ja Recht... Normalerweise hätte ich mit Alexis darüber gesprochen, wird hätten uns wieder vertragen und gut ist es. Wenn da nicht noch Marc wäre! Aber das kann ich ja ihm schlecht sagen...
„Wenn du meinst...“, Mehdi war noch immer misstrauisch. „Das hat aber nicht zufällig immer noch was mit...“ Dann brach er allerdings ab.

esperanza_ Offline

Student:


Beiträge: 404

28.11.2009 00:01
#50 RE: Story von esperanza_ Zitat · Antworten

Scheiße! Er hat es gemerkt... Ich tu jetzt einfach so, als hab ich das nicht gehört...
„Ja, gut, Mehdi, ich muss dann auch mal wieder...“ Sie stand auf, lächelte ihn noch einmal an und wollte gehen. Doch der Gynäkologe erkannte es als genau das, was es auch war – eine Flucht! Ihm wurde plötzlich klar, warum sie wirklich Zeit zum Nachdenken brauchte. Wahrscheinlich um sicher zu gehen, dass sie wirklich den richtigen geheiratet hatte...
„Also doch... Ich glaub es einfach nicht!“, murmelte er geschockt vor sich hin. „Und ich dachte eigentlich, du wärst dir sicher mit Alexis...“ Er schaute zu ihr auf.
Das konnte Gretchen natürlich nicht so einfach stehen lassen. „Also, Mehdi, was...auch immer du...dir da jetzt zusammen reimst... Ich bin wirklich nur wegen dem Streit ausgezogen...“ Der Arzt schwieg. „Gut, dann denk doch, was du willst. Ich muss jetzt jedenfalls los!“ Damit rauschte sie davon.
Na toll, dass hab ich ja super hingekriegt. Der erzählt das jetzt bestimmt überall rum... Und dann tratschen alle wieder, so nach dem Motto: Seht mal, das ist sie, die nicht vom Meier loskommt. Das hat mir gerade noch gefehlt...
Mehdi schaute ihr traurig hinterher. „Ja, klar...“ Und wieder einmal stellte er sich die Frage, warum sie ausgerechnet Marc nicht vergessen konnte...

Nachdem Mara Marcs Büro verlassen hatte, wartete schon die nächste Überraschung auf sie. Gigi kam ihr auf dem Flur schreiend hinterher gerannt.
„Mara“, rief sie schon von weitem. „Warte!“ Schließlich holte sie Mara ein und hielt sie am Arm fest, damit sie endlich stehen blieb. „Du musst mir zuhören!“

Seiten 1 | 2 | 3 | 4
 Sprung  
Weitere Links
| Sicher und kostenlos Bilder hochladen|9-1-1 FanSeite|
zum Impressum | 2008- © Doctor's Diary FanForum | Admins JackySunshine & Seppy | Moderatoren Lorelei & Mellow | Gründerin des Forums Flora
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz