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Dieses Thema hat 152 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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julie Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 801

25.10.2009 15:28
#101 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Kurz darauf hörte ich den Schlüssel in der Haustüre. Wenig später öffnete Marc auch schon leise die Schlafzimmertür.
„Oh du bist schon wach!“ sagte er erstaunt.
„Du ja wohl auch.“
„Ich hab uns Brötchen geholt. Bitte bleib liegen und bewege dich nicht von der Stelle!“
Ich lächelte. Okay, er wollte den Abend auch noch toppen, das würde mir Sabine NIE glauben.
Schon war Marc wieder draußen. Ich hörte ihn in der Küche klappern, es dauerte einige Minuten, dann kam er mit einem Tablett wieder zurück.
„Ich wusste gar nicht, dass du so romantisch sein kannst!“ wunderte ich mich.
„Ich auch nicht!“ gab er zu und gab mir schon wieder Sekt.
„Ich kann doch nicht schon wieder am frühen Morgen Alkohol trinken!“
„Doch, wir müssen doch darauf anstoßen!“
„Worauf?“ fragte ich scheinheilig. Sag jetzt nur nicht, dass du begießen willst, dass du wieder eine neue Frau zu deiner Sammlung zählen kannst. Ich wurde ein klein bisschen misstrauisch.
„Du hast das aber nicht alles gemacht, nur um mich ins Bett zu kriegen oder?“

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julie Offline

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25.10.2009 18:57
#102 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc schaute irritiert. Na klar hatte er das deswegen gemacht. Weswegen auch sonst. Die ganze Woche hatte er sich schon danach gesehnt, endlich mit ihr zu schlafen. Und der Zweck heiligt schließlich alle Mittel, oder? Er hätte das ja auch nicht tun müssen, wenn sie nicht so zickig gewesen wäre draußen im Flur. Sie schaute ihn auffordernd an….

„Naja, schon ein bisschen deswegen…“ sagte er vorsichtig.
Als er mein Gesicht sah, redete er aber schnell weiter…. „ Mensch Gretchen, denk nicht schon wieder um drei Ecken. Klar wollte ich endlich mit dir die Nacht verbringen aber nicht aus dem Grund, aus dem du denkst.“
„Ach ja, was denke ich denn? Jetzt bin ich ja mal gespannt! Du konntest doch noch nie meine Gedanken lesen!“
„Also pass auf, ich geb es ja zu, zuerst wollte ich dich einfach nur rumkriegen. Ich hab überlegt wie ich das anstellen könnte und dann ist mir der ganze Kram hier eingefallen. Aber als du dann wieder hier warst, ich das Leuchten in deinen Augen gesehen habe, da fand ich das plötzlich auch alles ganz toll. Und nicht mehr kitschig. Es hat einfach alles gepasst. Ich habe Sex noch nie von der Seite erlebt, es war einfach der Hammer! Und ich könnte mir vorstellen, dass wir das gelegentlich wiederholen“, sagte er.
„Gelegentlich wiederholen? Was heißt denn das schon wieder?“ fragte ich irritiert. Gelegentlich wiederholen hörte sich so an wie: das können wir machen wenn eine von den anderen aus meinem Adressbuch keine Zeit für einen Quickie hat, dann ruf ich dich an, Gretchen und wir können eine Romantiknummer draus machen. Bevor gar nichts geht.
„Okay, das war scheiße ausgedrückt“, beeilte sich Marc zu sagen.
Ich nickte.
„Mit gelegentlich meinte ich eigentlich, dass ich hoffe, dass wir das ganz oft wiederholen können. So jetzt zwing mich bitte nicht, noch weiter in diesem „romantischen“ Tonfall über unsere letzte Nacht zu sprechen.“ Schloss er und ich fand, dass ich mich damit fürs Erste zufrieden geben könnte

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julie Offline

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25.10.2009 19:01
#103 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Wir verbrachten den ganzen Mittag im Bett, alberten herum, machten Witze, lachten und kamen uns wieder näher. Nie mehr wollte ich aufstehen!
„Ich hol mal etwas zu trinken“, sagte Marc irgendwann und stand auf. In dem Moment klingelte sein Handy. Er nahm ab und ging nach draußen.
Bestimmt seine Mutter, dachte ich. Zur gleichen Zeit klingelte es an der Tür. Vielleicht sollte ich mal nachsehen? Wer konnte das jetzt sein? Ich warf mir seinen Bademantel über und ging ohne Schuhe nach draußen ins Wohnzimmer. Marc zog sich schnell eine Boxershort über, öffnete gerade die Tür, und telefonierte gleichzeitig. Ich wunderte mich kurz, Männer können kein Multitasking!
So ganz hatte er die Situation auch nicht unter Kontrolle. Kurz darauf schneite nämlich Frau Fischer durch die Türe, noch bevor Marc ihr sagen konnte, dass es unpassend war.
„Mehdi warte mal kurz!“ rief er in sein Handy.
Mehdi, ach du scheißen! So war das aber nicht geplant. Hoffentlich sagt er ihm nicht, sonst bin ich geliefert!
„Wie ich sehe, ist mein Sohn bereits in bester Gesellschaft“, sagte Frau Fischer.
Sollte ich das nun als Kompliment auffassen?
„Sein Bademantel steht ihnen!“ sagte sie.
„Danke…“ stotterte ich. Was sollte ich jetzt nur mit der reden! Verdammt und Marc würde gerade von Mehdi und mir auf Malle erfahren.
„Ich glaub ich geh mich dann mal anziehen….“
„Machen sie sich keine Mühe wegen mir. Ich bleibe nicht lange….“ Frau Fischer lächelte künstlich. Ich konnte nicht einschätzen, was sie dachte.
„Mehdi ich muss jetzt aufhören, pass auf ich ruf dich später noch einmal an!“ sagte Marc und legte auf.
„Mutter! Kannst du nicht anrufen, bevor du vorbei kommst!“ fuhr er sie vorwurfsvoll an.
„Ich dachte ja du bist alleine….“, antwortete sie. „Wusste ja nicht, dass ihr schon…. Na ja hätte ich mir bei dir eigentlich denken können!“ erwiderte sie.
„Tja der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder?“ Marcs Stimme wurde sarkastisch. Ihm gefiel die Situation genauso wenig wie mir, das merkte ich.
Frau Fischer ignorierte die Anspielung, die wahrscheinlich Papa galt, die beiden hatten ja mal ein Verhältnis. Erklären konnte ich mir das nicht, aber gut, war halt so.
„Ich wollte eigentlich nur mal nach dir sehen! Dich fragen wie es dir geht, Olivier!“
„Was du hiermit ja getan hast, danke mir geht’s gut, war nie besser….“, antwortete er genervt. Oh man, das war ein komisches Verhältnis zwischen den beiden, dachte ich und stand noch immer wie angewurzelt stehen.
„Aber Olivier…. wenn ich schon mal hier bin….. Ich würde deine Freundin gerne mal kennen lernen!“
„Aber nicht heute, Mutter. Es ist gerade etwas unpassend.“
„Ich bin ja gleich wieder weg! Aber wie gesagt…wir….“
„Mutter ich meld mich bei dir, wenn es mal passt okay!“
Er ging auf Frau Fischer zu und drängte sie Richtung Tür, aber Gott sei dank hatte sie kapiert, dass sie gehen sollte.
„Schönen Tag noch!“ rief sie zu mir herüber und ging hinaus.
Na die war heute ja richtig freundlich zu mir….

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25.10.2009 19:03
#104 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Ich glaub sie mag dich!“ sagte Marc und setzte sich neben mich aufs Sofa.
„Meinst du?“
„Ja, eindeutig. So freundlich war sie zu Gabi nie. Ich erinnere mich noch daran als Gabi ihr das Ultraschallbild gezeigt hat! Da ist sie richtig heißgelaufen. Sie nannte Gabi die personifizierte Boshaftigkeit!“ Marc lachte.
„Äh…..nett….“
„Naja hatte sie auch Recht, Gabi wollte mir immerhin ein fremdes Kind unterjubeln!“
„Marc, müssen wir uns jetzt darüber unterhalten? Ist nicht gerade mein Lieblingsthema…“
„Oh, okay… sorry, hab ich vergessen….. Mehdi ist wieder da!“
Ich wurde hellhörig.
„Ach ja? Von wo denn?“ fragte ich scheinheilig.
Marc lachte. „Ist dir noch gar nicht aufgefallen, dass Mehdi gar nicht da war die letzte Woche?“
„Ähm, nee… war so mit dir beschäftigt!“
„Verständlich!“ antwortete Marc mit einer Spur Arroganz.
Dann fügte er hinzu: „ er war in Persien, weil eine Erbtante von ihm verstorben ist!“
„AH JA! In Persien, wusste gar nicht, dass er ne reiche Erbtante hat!“ rief ich aus. So war das also. Mir fiel ein, dass Mehdi mir von der Ausrede erzählt hatte.
„Ja er ist anscheinend noch am Tag deiner Hochzeit geflogen, ich hab ihn seitdem nicht erreicht. Erst jetzt hat er gerade zurück gerufen. Angeblich geht sein Handy im Ausland nicht. Er fragt ob ich heute Abend mit ihm ein Bier trinken gehe….“
„Wenn du es nicht wieder übertreibst“, scherzte ich, obwohl mir nicht nach Scherzen zumute war. Ich musste dringend mit Mehdi reden, er musste die Klappe halten!!!
„Ey, was wird das jetzt? Muss ich dich schon fragen wann ich weg darf?“
„Natürlich nicht…“
„Dann ist es ja gut! Kommst du mit?“
„Ich…ähm….nee lass mal. Mehdi muss ja nicht gleich von uns erfahren oder?“
„Warum denn nicht?“
„Weil ihn das bestimmt verletzt…“
„Och Gretchen, du kannst ihn nicht immer davor bewahren. Er muss sich damit abfinden..“
„Ja aber nicht heute“, beschloss ich. „Geh du mal alleine, ich werde Sabine mal anrufen, vielleicht hat sie ein bisschen Zeit“, lächelte ich. „Ich ruf sie gleich mal an, ja?“ sagte ich und verschwand in der Küche.

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25.10.2009 21:32
#105 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Hektisch wählte ich Mehdis Nummer.
„Hallo Mehdi….na bist du wieder da?“
„Gretchen, was willst du? Hat dein Abgang nicht gereicht letzte Woche?“
„Mehdi, tut mir leid, ich musste fliegen und…..“
„Und du wolltest nicht, dass ich dich abhalte oder gar mitkomme, ich verstehe…“
Ich schwieg. Er verstand mich immer.
„Hat es wenigstens etwas genützt?“ unterbrach er meine Gedanken.
„Mehdi, darum geht es jetzt doch nicht!“
„Doch darum geht es, zumindest mir!“
„Nicht jetzt… ich mein, nein…“
„Was nein?“
„Hat nichts genützt….“, log ich. Er schwieg. Ob Marc schon etwas gesagt hatte?
„Warum rufst du dann an?“ fragte er nach einer halben Ewigkeit.
Ich überlegte, Mehdi durfte ja nicht wissen, dass ich wusste, dass er sich heute Abend mit Marc treffen würde….
„Ähm also, wenn du Marc die Woche bei der Arbeit treffen solltest…. Würdest du ihm bitte….nichts von Malle erzählen?“
Ich hörte förmlich wie er schluckte…
„Ja schon klar“, sagte er leise. „Ich will dir ja nicht im Weg stehen…“
„Danke….“, sagte ich noch und legte auf. Irgendwie tat er mir schon echt Leid jetzt.

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25.10.2009 21:33
#106 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Sabine saß gerade mit dem neuen Dr. Rogelt in der Badewanne, als ihr Handy piepte. Zuerst dachte sie, es wäre der Bereitschaftsalarm. Gott sein Dank war es aber nur Gretchen. Sie las: Hi Sabine, hast du Lust, heute Abend was trinken zu gehen?
Seltsam. Gretchen hatte sie die letzten Tage überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Sie war so beschäftigt mit ihrer neuen, alten Liebe. Aber warum nicht, dachte sie sich.
Sie antwortete mit einem Zeit und Ortvorschlag. Hoffentlich würde sie heute Abend endlich mal etwas erfahren! Sie war schon ganz aufgeregt. Vor allem interessierte sie, warum Frau Fischer letztens zu ihr kam und sie um Hilfe bat. Sabine hatte sich sehr geehrt gefühlt und Frau Fischer meinte, dass Gretchen ihr den Tipp gegeben hätte. Dafür hätte Sabine Gretchen knutschen können, aber das erledigte wohl lieber Dr. Meier.


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25.10.2009 21:34
#107 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Mehdi ging auf seine Stammkneipe zu, in der er mir Marc verabredet war. Er war gespannt was sein Freund zu erzählen hatte und er durfte sich nicht anmerken lassen, dass er gar nicht in Persien gewesen war. Das würde schwer werden. Gerne hätte er mit seinem besten Freund über seinen Urlaub gesprochen. So gerne hätte er irgendjemandem von dem Abend erzählt, als er Gretchen geküsst hatte. Er hätte sich gerne bei jemandem tröstende Worte geholt, aber dafür war Marc nicht gerade der Richtige. Überhaupt hatte er niemanden, mit dem er darüber reden hätte können. Was ihn wieder mal daran erinnerte, dass sein Leben keinen Plan hatte. Er musste wirklich mal daran arbeiten. Er war so in Gedanken versunken, dass er fast erschrak, als Marc auf den Tisch haute.
„Hi Kumpel!“ rief er und setzte sich. Mehdi fiel auf, dass Marc ätzend gut gelaunt war.
„Hi…“
„Na Alter! Wie war dein Ausflug zur Verwandtschaft? Was gab es denn zu erben?“
Mehdi winkte ab. „Nicht so wichtig… Erzähl lieber mal wie es dir hier ergangen ist! Wie war das mit Alexis? Professor Haase hat mir davon erzählt, als ich ihn wegen Urlaub angerufen hatte.“
„Du weißt es schon?“ fragte Marc.
Mehdi nickte.
„Ich hatte ewig oft versucht, dich zu erreichen!“ sagte Marc etwas vorwurfsvoll. „Hätte schon jemand brauchen können! Da schlägt mich dieser Irre zusammen und Gretchen haut einfach ab…“
„Daran hätte ich auch nichts ändern können“, warf Mehdi ein.
Marc seufzte. „Wohl war…. Es war ne wirklich harte Woche. Ich musste im Bett legen und täglich Schwester Stefanies Laune ertragen. Außer meiner Mutter und der Visite kam kaum jemand mal vorbei. Nur Schwester Sabine ab und zu…..“
Mehdi nickte. Sie bestellten ein Bier.
„Und…..Gretchen…..war sie mittlerweile schon mal zu Besuch?“ traute er sich zu fragen.
Marc nickte und grinste. „Täglich!“ antwortete er stolz.
„Weißt du, Alexis ist ja nicht mehr aktuell, den gibt es eigentlich gar nicht mehr. Der heißt jetzt Frank Schneider und hockt im Knast. Er hat den echten Alexis von Buren umgelegt und damit ihn die Alte von Buren nicht auffliegen ließ, hat er sie regelmäßig gebumst!“ Marc lachte schallend auf.
„Bitte???“ fragte Mehdi irritiert. Marc erzählte ihm die ganze Geschichte. Mehdi war wie er anfangs wirklich entsetzt, in welches Unglück Gretchen fast gelaufen wäre.
„Und jetzt?“ fragte Mehdi schließlich. „Hast du es wieder versaut? Also ich meine….mit Gretchen….“
„Nein“, strahlte Marc.
Dem seine Laune ist ja echt widerlich gut, dachte Mehdi, das konnte ja nur bedeuten, dass es echt gut für ihn gelaufen war.
„Wie hast du das angestellt?“ wollte Mehdi wissen.
„Tja, Mehdi, es gibt Seiten an mir, die selbst ich noch nicht kannte!“ antwortete Marc stolz.
„Heißt…….?“
„Ich bin….na….weißt schon….äh…..romantisch!“ erwiderte Marc stolz.
Mehdi prustete laut los. Der war wirklich gut. Marc guckte etwas beleidigt.
„Sagt wer?“, fragte Mehdi.
„Frag doch Gretchen!“ Jetzt war Marc echt beleidigt.
„H-hat sie das gesagt?“ fragte Mehdi plötzlich unsicher.
„Wie würdest du rote Rosen, Musik Sekt, Teelichter und Rosenblätter auf dem Bett nennen!“ fauchte Marc ein bisschen giftig.
„Hat sie für dich wohl gemacht?????“ Mehdi fing ein bisschen an zu zittern. Er musste sich an seinem Bierglas festhalten. Bitte nicht.
„Nein!“ rief Marc. Mehdi atmete erleichtert auf und lächelte..
„Hab ICH für sie gemacht!“ sagte er stolz.
„Hast du nicht….“, sagte Mehdi tonlos.
„Doch!“ Marc nahm Mehdis aufflackernde Wut noch gar nicht wahr.
„Du Scheißkerl, was bist du für ein Freund!“ rief Mehdi plötzlich.
Marc schaute irritiert.
„Ach Medhi fang doch bitte nicht schon wieder damit an. Du weißt doch dass Gretchen und du nur befreundet seid.“
„Ach ja!!!!! Weiß ich das????“ Mehdi schrie schon fast. Mist, er musste sich unbedingt wieder unter Kontrolle kriegen, sonst würde er Gretchen auch noch das versauen. Also stand er auf und verließ fluchtartig die Kneipe.
Na der hat doch echt nen Oberschlag, dachte Marc. Gretchen hatte ihm das doch wirklich des Öfteren klar gemacht! Er hatte nun auch keine Lust, seinem Freund hinterherzulaufen. Einmal war er glücklich, war ja klar, dass Mehdi sich nicht für ihn freuen konnte. Blöder Spaßverderber! Er winkte der Bedienung, zahlte und ging heim.


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25.10.2009 21:34
#108 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Sabine und ich tranken Latte. Ich erzählte ihr, dass sich Marc gerade mit Mehdi trifft.
„Auweia, meinst du, Mehdi hält dich?“ fragte Sabine.
Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht?! Ich hoffe!“
„Was meinst du, wie Marc reagieren würde, wenn er es erfährt?“ fragte Sabine.
„Keine Ahnung, er wird stinksauer sein und Mehdi vielleicht eine reinhauen?“
Sabine lachte.
„Meinst du er hat nicht genug von Schlägereien?“
„Mit Mehdi hat er sich schon so oft gekloppt…. Unglaublich..“
„Weißt du noch, als Marc mit der Platzwunde in den OP kam? Das war auch Mehdi“, erzählte ich.
„Das wusste ich gar nicht! Na da hat der Dr. Kaan aber eine starke Faust!“
„Er ist mit seinem Auto ein paar mal auf Marcs Wagen gefahren“, klärte ich sie auf.
„DAS hätte ich dem Dr. Kaan gar nicht zugetraut, ging es da wohl auch schon um dich?“
„Nee, es ging um Anna, Mehdis Frau. Marc hatte eine Affaire mit ihr, sie war…Prostituierte!“
Sabine klappte der Unterkiefer nach unten. Wenn sie gelegentlich ihr Buch mal weglegen würde, dann würde sie sogar was vom Leben mitbekommen, dachte ich.
Ich seufzte. „Morgen müssen wir zu meinen Eltern zum Essen!“
„Ist ja nicht das erste Mal, oder?“
„Nein“, grinste ich und dachte an damals. „Das Beste an der Sache ist immer, wenn Marc vor Papa so klein mit Hut wird!“
Ich schaute auf meine Uhr, schon nach zehn. Ob Marc schon daheim war? Da fiel mir ein, hatten wir ausgemacht, dass ich wieder zu ihm kam? Nein hatten wir nicht. Sollte ich also nach Hause gehen oder zu ihm. Ab und zu mal daheim aufzuschlagen wäre sicher auch nicht schlecht. Sabine meinte, dass Marc bestimmt auf mich warten würde, aber da war ich mir nicht sicher. Wenn er mit Mehdi noch durch die Kneipen ziehen würde, kam ich ja gar nicht in die Wohnung. Zudem glaubte ich, dass er nicht scharf drauf war, wenn ich wie eine Klette an ihm hing. Also beschloss ich, zu meinen Eltern zu fahren. Sabine und ich verabschiedeten uns.
„Bis Montag, wir haben zusammen Spätdienst!“ sagte sie.
Ach ja, die Arbeit…. Da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht.

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25.10.2009 21:35
#109 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc lag auf seinem Bett, sein Handy neben sich. Wie lange Gretchen wohl bleiben würde? Es war mittlerweile schon elf. Na wer weiß, was sich die Weiber wieder zu erzählen hatten. Die hatten ja die blöde Angewohnheit, alles bis aufs letzte Wort weiter zu tratschen. Schwester Sabine wusste sicherlich haargenau alles vom Vorabend. Immerhin taten die beiden jetzt so als wären sie beste Freundinnen, seit der Sache mit Gigi. Okay, lieber Sabine als Gigi. Er holte sich noch ein Bier und schaltete den Fernseher ein.
Man läuft da denn nichts mehr Anständiges, dachte er als er einmal durch alle Programme gezappt hatte. Mittlerweile war es halb zwölf. Ob er Gretchen anrufen sollte? Oder ne SMS? Oder ist das zu sehr hinterhergelaufen? Plötzlich piepte sein Handy. „Ich freu mich auf morgen, bitte sei pünktlich! HDL, Gretchen“.
Wie jetzt, freu mich auf morgen, was sollte das heißen? Wir hatten doch ausgemacht, dass sie wieder hierher kommen würde, oder etwa nicht? Er versuchte, sich zu erinnern. Hm, vielleicht hatte er das einfach nur selbstverständlich gedacht? Aber was er als selbstverständlich ansah, war für Gretchen vielleicht überhaupt nicht selbstverständlich. Sie war bestimmt zu ihren Eltern gegangen… Ob er…..?
„Ich dachte du kommst wieder hierher?“ schrieb er stattdessen zurück.
„Wir hatten nichts ausgemacht und ich wusste nicht wie lange du weg bleibst…“, schrieb sie wieder.
Oh nee, jetzt hier nicht Dauertippen. Die Weiber mit ihrem ständigen SMS schreiben, was fanden die daran nur so toll?
Also fackelte er nicht rum und wählte ihre Nummer.

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25.10.2009 22:25
#110 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Ich sah am Display, dass Marc anrief. Ob ich hin gehen sollte? Ob Mehdi was gesagt hatte? Bitte nicht!!!! Aber wenn ich jetzt nicht hingehe…..auch blöd. Also hob ich ab.
Ich (betont lässig): „Hi Marc, was gibt’s?
Marc: dachte du würdest wieder herkommen….
Ich: ja hab ich ja schon geschrieben…..wusste ja nicht wie lange du mit Mehdi aushältst.
Marc: bin um neun schon wieder heim, Mehdi ist nicht lange geblieben. Ich glaub er steht noch auf dich!
Mir klopfte das Herz immer lauter.
Ich: wie kommst du darauf?
Marc: er war eifersüchtig, als ich ihm von gestern erzählt habe…
Ich: MARC!!! Du solltest Mehdi nicht von uns erzählen!
Marc: Gretchen, er ist mein Kumpel, da redet man doch über so was!
Ich: Aber du weißt doch…… dass Mehdi…..
Marc: NEIN ich dachte das wäre VORBEI! Am Polterabend hat er es auch ganz lässig aufgenommen als ich dich geküsst habe.
Darauf wusste ich nichts, Marc hatte ja keine Ahnung was in der Zwischenzeit passiert war, das vermutete ich zumindest.
Marc: Hasenzahn bist du noch dran?
Ich: MARC! Ich dachte du nennst mich nicht mehr so.
Marc: Tschuldigung…..
Dann schwiegen wir beide ein bisschen.
Marc: und jetzt?
Ich: was und jetzt? Ich bin schon ausgezogen und liege im Bett, ich fahr jetzt nicht mehr weg.
Marc: dann hör auch auf mich heiß zu machen.
Ich: Tu ich doch gar nicht!
Marc: doch du hast gesagt du wärst ausgezogen.
Ich: ich trage einen pink-karrierten Pyjama, schreibe in mein Tagebuch und esse Schokolade, okay?
Marc: WAS? Ich will nicht in deinem Tagebuch verewigt werden!
Ich: das sagst du mir etwa 17 Jahre zu spät, lieber Marc.
Marc: du bist ja schlimmer als meine Mutter!
Ich: MARC! Dann sag lieber Hasenzahn!
Marc: SO schlimm ist meine Mutter nun auch nicht!
Ich: okay, dafür kenn ich sie zu wenig…..
Marc: also kommst du nun noch vorbei oder muss ich zu dir kommen?
Ich (lachend): das traust du dich nicht. Du weißt schon, dass hier alles konservativ läuft?
Marc: heißt das ich muss auf der Couch schlafen?
Ich: unter Umständen!
Marc: okay Gretchen pass auf, dann sehen wir uns morgen Mittag. Auf eine Standart Diskussion mit deinem Vater hab ich jetzt keine Lust.
Ich: gut, dann bis morgen
Ich hauchte einen Kuss ins Handy und legte auf.

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26.10.2009 07:02
#111 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Liebes Tagebuch,

du wunderst dich bestimmt, warum ich so lange nicht geschrieben habe. Kurz vor der Hochzeit hatte ich keine Zeit, die Hochzeit fand dann nicht statt, auf meiner Flucht hab ich dich vergessen und seit ich wieder da bin verbringe ich jeden Tag mit MARC MEIER!
Ja du hörst schon richtig. Wir sind nun endlich zusammen. Kann sein dass ich dich nun längere Zeit nicht brauchen werde, je nachdem wie glücklich ich bin oder nicht. Im Moment jedenfalls geht es mir sehr gut und ich bin schon gespannt, wie lange dieses Feeling andauert. Wie es weiter geht mit mir und Marc. Wenn du nichts von mir hörst, läuft es super! Muss jetzt aufhören und endlich schlafen. Marc ist morgen bei uns zum Essen eingeladen, hoffentlich läuft es gut!

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26.10.2009 07:02
#112 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Mehdi konnte nicht einschlafen. Er lag schon ganz lange wach im Bett. Marc hatte Gretchen verführt und wenn er das erzählt, dann stimmt das schon auch. Gretchen hatte ihn also angelogen. So viel zum Vertrauen. Anderseits….klar dass sie nichts gesagt hatte. Sie war wie er: immer auf jeden Rücksicht nehmen. Eigentlich war sie viel zu schade für Marc. Es würde nicht lange dauern, bis Marc wieder Mist machte und sie verletzte. Es war schon immer so gewesen. Ob für ihn noch mal eine Chance kommen würde? Irgendwann? In ein paar Jahren vielleicht? Aber ein Plan vom Leben sah anders aus. Er musste wieder an Dr. Hassmann denken. Die war auch Single. Warum konnte er sich einfach nicht in sie verlieben? Er dachte an den Ärzteball. Es war ein schöner Abend, nett, aber nicht mehr. Und sonst? Gab es ja keine wirklich interessanten Frauen in seinem Leben…. Gabi war ihm zu billig, Sabine zu naiv, außerdem sollte man um Kollegen eigentlich besser einen Bogen machen, man sieht ja wo das hinführt.
Ihm graute es vor Montag. Da hatte er Spätschicht, der erste Arbeitstag nach seinem „Urlaub“. Marc war bestimmt noch krank geschrieben, aber Gretchen hatte bestimmt auch Dienst….. Irgendwann schlief er über diesen Gedanken doch ein.

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26.10.2009 07:04
#113 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc klingelte um kurz vor zwölf an der Haustür seines Chefs. Franz Haase öffnete natürlich persönlich, wie es sich für einen Hausherren gehörte.
„Dr. Meier“, nickte er ihm zu und gab ihm die Hand.
Marc schlug ein und nickte zurück. „Professor, schön sie zu sehen!“
„Kommen sie doch bitte herein, Gretchen wartet schon auf sie!“
„Danke.“


Ich kam gerade die Treppe herunter, es roch schon im ganzen Haus nach essen, hm lecker. Da solche „Termine“ bei uns immer förmlich gehalten wurden, trug ich einen Jeansrock und eine Bluse darüber, dazu kniehohe Stiefel, die Haare hochgesteckt. Ich sah Marc Papa die Hand geben. Schön sie zu sehen…. Schleimer, dachte ich.
Marc trat ein und kam auf mich zu. „Gretchen!“ er nahm meine Hand und hauchte einen Kuss darauf.
Ich grinste „du Schleimer! Das ist ja unglaublich!“
Er sah gut aus. Hatte einen schwarzen Anzug an, hellblaues Hemd dazu, die Haare ordentlich gekämmt, ich hätte ihm gerne einmal kräftig durchgewuschelt. Aber das war hier nicht der richtige Ort. Kurz darauf erschien Mama auf der Bildfläche. Sie schien etwas reserviert, gab Marc aber höflich die Hand. Den ganzen Morgen war sie schon angespannt gewesen. Gretchen, ich weiß nicht, hatte sie gesagt. Muss es denn Dr. Meier sein? Weißt du, wer dann deine Schwiegermutter ist, gab sie zu bedenken. Natürlich wusste ich das, aber es war mir herzlich egal, welche Probleme sie oder mein Vater mit Elke hatten. Das hier war mein Leben und das ließ ich mir von einer Affaire meines Vaters nicht kaputt machen.
„Setzen Sie sich doch“, bat er Marc einen Stuhl an. Marc gehorchte und ich setzte mich neben ihn. Meine Eltern setzten sich gegenüber.
„Tja Dr. Meier, sie sitzen ja nicht zum ersten mal hier“, begann mein Vater. Das er sich immer so peinlich aufführen musste, ich hasste diese Kennenlern-Essen. Zumindest in diesem Fall war es ja wirklich überflüssig.
Marc nickte andächtig auf die Äußerung von Papa.
„Ich hoffe dass dieses Mal die Beziehung zu meiner Tochter etwas Ernsteres ist, als damals. Sie können sich bestimmt noch erinnern, was ich ihnen damals gesagt habe!“ donnerte er weiter. Marc schluckte. Ein falsches Wort und er würde wieder Akten ausbrüten müssen.
„Ich werde Gretchen ganz sicher nicht enttäuschen“, antwortete er und drückte leicht meine Hand. Auch ich war angespannt.
Meine Mutter sagte noch gar nichts und teilte in der Zeit das Essen aus.
Es folgte das Übliche. Jeder bestätigte ihr, wie gut sie gekocht hatte. Ich dachte nur, hoffentlich ende ich mal nicht so wie sie. Hausfrau, Putzfrau und Kindermädchen in einem.
Es dauerte einige Zeit bis das Gespräch etwas auflockerte. Mein Vater und Marc unterhielten sich über die Forschung, über Marcs Pläne, gab ihm Tipps.
Beim Nachtisch spürte ich plötzlich Marcs Hand auf meinem Knie. Ich warf ihm einen „nicht-jetzt-und-hier!“ Blick zu, aber Marc ließ sich davon nicht beeindrucken. Während er mit Papa über die Fortschritte in der Transplantation der Bauchspeicheldrüse sprach, wanderte seine Hand immer weiter unter meinen Rock. Auch meine Mutter entspannte sich sichtlich, der Wein half ihr dabei. Wahrscheinlich fand sie Marc mittlerweile doch nicht mehr sooo übel, wie zu Anfang. Sie nickte mir gelegentlich zu als wollte sie sagen „ich denke der ist doch ganz okay“. Das war typisch Mama und Marc hatte eben bemerkt wie er sie auf seine Seite ziehen konnte. Eben in dem er höflich, zuvorkommend war und sich von seiner Schokoladenseite zeigte. Nach etwa einer Stunde hatte meine Mutter alles vergessen, was sie gegen ihn einzuwenden hatte.
Nach dem Essen gingen Papa und Marc eine Zigarre rauchen. Marc schaute mich flehend an. Ich wusste genau was er dachte…. Ich half Mama, den Tisch abzuräumen, so wie es die Evolution für uns Frauen vorgesehen hatte.
„Na, wie findest du ihn?“ wagte ich zu fragen.
„Bis jetzt ganz nett“, lächelte meine Mutter. Sie wollte es nicht zugeben aber sie war schon Feuer und Flamme für ihn.
„Gretchen, ich hoffe es ist diesmal der Richtige!“ sagte sie.
„Mama, er war schon immer der Richtige!“ antwortete ich.
„Hach wäre ich doch noch einmal so jung!“ Träumend schaute sie zum Küchenfenster hinaus und sah den Männern zu, wie sie Zigarre rauchend durch den Garten liefen.
„Gretchen, du musst das jetzt genießen! Macht was aus eurem Leben, heiratet, bekommt Kinder!“
„Eh…Mama!“ sagte ich tadelnd „fang nicht schon wieder mit der Schiene an!“
„Man muss da rechtzeitig dran denken. Gretchen, du wirst nicht jünger! Als ich in deinem Alter war, da bist du in die Schule gekommen!“

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26.10.2009 07:06
#114 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Plötzlich wurde mir heiß und kalt, ein gewaltiges Summen in meinen Ohren wurde laut, die Welt um mich herum verschwamm. Scheiße! Was anderes konnte ich nicht mehr denken. Ich hielt mich an der Arbeitsplatte fest. Marc und Papa kamen gerade herein.
„Gretchen! Was ist mit dir? Geht’s dir nicht gut?“ fragte Marc.
Ich schüttelte den Kopf „passt schon“, sagte ich geistesabwesend und schnappte mir ein Glas mit Wasser. Darauf hin ging es kurz besser und ich setzte mich aufs Sofa.
„War wohl alles etwas viel für dich in letzter Zeit, die ganze Geschichte mit Alexis…“, brummelte Papa. Ich nickte.
„Bin auch ein bisschen müde“, sagte ich entschuldigend.
„Kinder, ihr könnt gerne verschwinden, ich mach das schon in der Küche, was Franz? Wir wollten doch eh später noch ein bisschen spazieren gehen!“
„Äh ich hätte gerne mit Dr. Meier noch über die Bauchspeicheldrüse gesprochen….“ Meine Mutter warf ihm einen bösen Blick zu. „Aber das können wir ja auch ein anderes Mal! Marc, ich schätze, wir werden sie jetzt öfter hier sehen!“
„Gerne Professor!“ erwiderte Marc höflich.
Wir standen auf und gingen die Treppe nach oben in mein Zimmer.
„Gretchen, alles okay bei dir?“ fragte Marc.
Ich lächelte gequält. „Danke es geht mir gut!“
Panikattacke nennt man das, dachte ich dann…
„Sicher?“ fragte Marc noch einmal besorgt.
„Sicher“, sagte ich

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julie Offline

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26.10.2009 10:24
#115 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc traute seinen Augen nicht, als er Gretchens Zimmer betrat. HIMMEL hilf! Alles in Rosa! Überall standen kleine Figuren und Schächtelchen, Spieluhren und ein paar Stofftiere konnte er auch noch finden. Es wunderte ihn, dass keine Pferdeposter an den Wänden hingen. Früher ging Gretchen immer Reiten, erinnerte er sich.
„Hier….lebst du also? Kein Wunder, dass du deine Welt zusammen bricht, wenn sie mal nicht ROSA ist…“, stichelte Marc.
Ich hörte allerdings kaum zu. Marc ließ sich auf mein Himmelbett fallen und schloss die Augen.
„Bin gleich wieder da!“ rief ich und verschwand im Bad.
Wo war nur dieses scheiß Kosmetiktäschchen? Hatte ich das überhaupt schon ausgeräumt? Ich erinnerte mich siedendheiß an den Abend mit Mehdi. Mein Wortlaut drang mir noch allzu gut ins Ohr: „Mehdi, ich hab die Pille gar nicht genommen!“
Ich bekam wieder einen Anflug von Schwäche und setzte mich aufs Klo. Wie sollte ich das nur Marc erklären und wie um alles in der Welt konnte ich das vergessen? Ich hatte vorgestern Abend nicht vor mit Marc zu schlafen aber als er mich in sein Schlafzimmer führte….die Rosen, die Musik….. ich hatte alles vergessen. Ich guckte auf die Packung, sie war nur ein bisschen angebrochen. Meine Tage hatte ich zum letzten Mal kurz vor der Hochzeit. Das wieder rum war jetzt ziemlich genau zwei Wochen her, der Sex mit Marc zwei Tage. Ich rechnete fieberhaft. Wie war das noch? Hätte ich in dem Scheiß Gyn- Kurs nur mal besser aufgepasst, wie der weibliche Zyklus verläuft! Mit Peter hatte ich mir da keine Gedanken mehr drüber gemacht und mit Alexis stellte sich die Frage noch nicht. Ich stand auf und lief hektisch hin und her. Wie sollte ich das nur Marc erklären? Er würde mich lynchen! Ruhig bleiben, jetzt wartest du erst einmal ab, Gretchen. Du hast mit Peter so lange nicht verhütet und es ist nichts passiert. Es würde schon mit dem Teufel zugehen wenn ausgerechnet jetzt….. Aber nun musste ich Marc dennoch erklären, dass wir von jetzt ab verhüten mussten. Würde er dann drauf kommen? Ich könnte ihm erklären, dass vorgestern sicher ein unfruchtbarer Tag war und ich deswegen nicht drauf gepocht hatte. Die Pille konnte ich jetzt erstmal nicht weiter nehmen, nicht bevor ich sicher war, dass nichts passiert war!
Man, wie blöd war ich eigentlich? Jetzt weiß ich warum ich vorher nie einen One night stand hatte! Natürlicher Selbstschutz, weil ich zu blöd war an die wichtigsten Dinge zu denken.
„Gretchen, alles klar bei dir?“ fragte Marc und klopfte an die Badezimmertür.
„Jaha! Komm gleich!“ rief ich und packte den Pillenstreifen wieder weg.
„Marc, wollen wir nicht ins Kino?“ frage ich ablenkend.
Marc zog eine Grimasse.
„Ich dachte, wir könnten es uns jetzt hier ein bisschen gemütlich machen! Ich hab mich grad schon mit deinem Himmel hier angefreundet!“
„Marc, du weißt doch….meine Eltern… ich glaub nicht dass die spazieren gehen und meine Mutter ist doch immer so neugierig!“
„Ich wollte aber so gerne den neuen Film im Kino sehen, der vorgestern angelaufen ist. Die Frau des Zeitreisenden!“ sagte ich. Dabei hatte ich keine Ahnung um was es in dem Film ging, aber Sabine schwärmte mir den halben Abend gestern davon vor, war wohl irgend so eine Schnulze. Marc verdrehte die Augen.
„Erinnere dich, mein Vater ist sehr darauf bedacht, mich glücklich zu sehen“, scherzte ich und knuffte ihn in die Seite.
„Du kleines Biest! Ist das jetzt Erpressung?“ lachte er und zog mich an sich.
„Seh es wie du willst!“
Marc begann, mich zu küssen. Oh ich könnte schon wieder schwach werden….aber nein, nicht noch eins drauf setzten. Auf jetzt!
„Die Vorstellung beginnt um zwei, wir müssen uns beeilen!“ rief ich und zog ihn hinter mir her.



Tja, ich weiß noch nicht genau, was daraus wird, jetzt gehts erstmal mit anderen Probleme weiter und bevor ihr und Gretchen spekulieren könnt, muss ja noch ein bisschen Zeit vergehen

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26.10.2009 10:26
#116 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Da Gretchen am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste, saß Marc alleine zu Hause. Er fühlte sich gut. Er hatte mit Gretchen wieder eine wunderschöne Nacht verbracht. Vorher gab es allerdings noch eine kleine Diskussion zwischen ihnen. Zuerst waren sie ja in dem Film, boahl voll der Weiberfilm, total schnulzig, Gretchen hatte geheult wie ein Schlosshund, als Henry am Schluss gestorben war. Sie war den halben Nachmittag deswegen noch fertig. Sie gingen noch etwas trinken und anschließend zum Italiener. Er hatte den Eindruck als wollte sie Zeit schinden, als wollte sie nicht mit heim zu ihm.
„Gretchen, was ist los?“ hatte er sie gefragt. „Weichst du mir etwa aus?“
Sie spielte nervös mit einer Haarsträhne.
„Marc ich muss dir etwas sagen!“
„Ja, den Eindruck hab ich allerdings auch!“ hatte er darauf geantwortet.
„Ich…hab vergessen, die Pille zu nehmen…“
„Wann?“
„Freitag“, sagte Gretchen, eigentlich meinte sie ja schon die Woche vorher, das sagte sie aber nicht, sie traute sich nicht.
„Und?“ fragte Marc.
„Ich hoffe es ist nichts passiert!“
Darauf hin lachte er los… „Aber Gretchen doch nicht von einmal vergessen!“
Dass bei einmal vergessen eher selten was passiert, wusste sie schon auch, aber es waren ja einige Tage mehr.
„Ich möchte trotzdem sichergehen und bis dahin anders verhüten“, sagte sie und war erleichtert, dass sie es ausgesprochen hatte. Er nickte. „Wenn du meinst“, sagte er und damit war für ihn das Thema erledigt. Fünf Minuten später hatte er es vergessen. Wenn das so wäre, müsste er schon viele Kinder haben. Gretchen dachte noch lange drüber nach. Aber irgendwann schaffte er es doch, sie abzulenken.

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26.10.2009 10:28
#117 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

So, endlich können wir uns mal wieder im Krankenhaus bewegen


Am nächsten Tag begann für mich wieder der Ernst des Lebens.
Leichtfüßig und gut gelaunt schwebte ich ins Schwesternzimmer. Sabine war schon da. Ich ging an ihr vorbei um mich umzuziehen.
„Na, auch wieder im Lande?“
Ich drehte mich um, obwohl ich die Stimme kannte und wusste, zu wem sie gehörte.
„GABI! Na?! Hab gesehen du warst auch in der Kirche!“
Sie lächelte gequält.
„Tut mir Leid, dass sich dein Wunsch nicht erfüllt hat! Aber das ist ja sicher kein Problem für dich, Frauen können ja verzeihen oder?“ ich zwinkerte ihr gutgelaunt zu.
„Irgendwann bekommt jeder, was er verdient“, zischte sie.
„Ich weiß du sprichst aus Erfahrung“, sagte ich und biss mir im nächsten Moment auf die Lippen, das mit ihrer Fehlgeburt war kein Grund zum Scherzen.
Ihre Augen funkelten.
„Glaub nicht, dass ich mich darüber ärgere. Marc Meier ist mir so was von egal!“ rief sie.
„Ja nee ist klar…“
Sie schnaubte und dampfte davon. „Gruß an Dr. Kaan!“ rief ich übermütig hinterher….
Kurz darauf betrat Maria Hassmann die Umkleide.
„Hab ich heute mit ihnen das Vergnügen?“ scherzte ich.
„Gar nicht am heulen? Ist ja mal ganz was Neues!“ Dr. Hassmann zog die Stirn hoch.
„Nein! Mir geht’s nämlich richtig gut und ich lass mich von ihnen heute Morgen nicht gleich blöd anmachen!“
„Ist ja schon gut“, man war die ekelhaft gut drauf, dachte Hassi.
Ich wollte mir gerade noch ein Stückchen Kinderschokolade aus meiner Tasche holen, doch….
„Dann auf zum Schichtwechsel, Frau Kollegin. Nur weil Meier nicht da ist, heißt das nicht, dass sie hier endlos Pause machen können!“
Oh nee, wenn die Alte jetzt Marcs Stänkerpart übernimmt, dann bin ich froh wenn er wieder arbeiten darf. Sabine verdrehte auch schon die Augen.
„Schwester Sabine dass hab ich gesehen. Nur weil sie beide jetzt einen auf verbündet machen, heißt das nicht, dass….“
„Schon verstanden Frau Doktor Hassmann. Wer hat sie denn diesmal abblitzen lassen?“ fragte ich zuckersüß.
„Der Herr Knechtesdorfer!“ warf Sabine mit trockener Stimme ein.
Ich musste losprusten. „Frau Dr. Hassmann! Jetzt sind sie offensichtlich richtig verzweifelt! Ist der nicht ein bisschen jung für sie!“
„So alt bin ich nun auch wieder nicht!“ murrte sie und zog davon.
Ich eilte hinter ihr her.

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26.10.2009 11:04
#118 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Auf dem Gang kam mir Mehdi entgegen.
„Hi Mehdi….“, sagte ich, aber er beachtete mich nicht, er lief einfach weiter.
„Das kommt davon wenn man in verschiedenen Gewässern fischt, was? Irgendwann haben sie es sich mit allen verscherzt!“ wahrsagte Dr. Hassmann.
Der erste Patient hatte eine offene Fraktur. Ich stellte mich bei ihm vor, er kannte mich ja noch nicht.
„Machen sie mir DEN bitte nicht auch noch an!“ zischte Hassmann.
„Man wird ja noch die Patienten begrüßen dürfen“, zischte ich zurück. „Stellt sich bei ihnen wohl schon die Menopause ein oder warum haben sie solche eine Torschlusspanik?“ fragte ich genervt.
Nun war es an ihr, nach Luft zu schnappen.
Sabine drehte sich schnell um, sie konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen.
So klapperten wir schnell die Zimmer ab und waren rasch durch.
„Bin beim CT“, sagte Hassmann anschließend und zischte ab.
Das konnte ja noch heiter werden, dachte ich und schenkte mir einen Kaffee ein.
„Von Dr. Kaan keine Grüße“, lächelte Gabi mich an, als sie das Schwesternzimmer betrat.
Boah man, hatten hier heute alle schlechte Laune…
„Hat er etwas gesagt?“ fragte ich.
„Er meinte sie sollen bleiben wo der Pfeffer wächst. Es wäre ihm so etwas von egal…“
„Oh jetzt reicht es mir aber, ich geh sofort zu ihm!“ sagte ich und rannte los.

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26.10.2009 11:05
#119 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Unterwegs traf ich Papa.
„Kälbchen, wohin so eilig?“
„Ich muss……dringend mit Dr. Kaan sprechen….“ Ups, falsche Antwort, ich sah es an Papas Gesicht.
„Bitte Kälbchen, tu mir den Gefallen und lass jetzt die Finger bei Meier!“
„Ich will doch gar nichts von Dr. Kaan!“
„Das will ich hoffen. Dauernd muss man sich umstellen bei dir! Was hast du dann bei ihm zu suchen, wenn es nichts Privates ist? Du bist auf der Chirurgie und nicht auf der Gyn!“
„Ich……wollte ihm Beileid wünschen…..wegen seiner Tante…“
Das leuchtete Papa Gott sein Dank ein und er ließ mich weiter.
Ich klopfte.
„Herein.“
Ich ging hinein.
„Keine Sprechstunde!“ sagte er als er mich entdeckte. Ich blieb unschlüssig in der offenen Tür stehen.
„Mehdi…können wir nicht noch mal reden?“
„Ich wüsste nicht worüber!“
Ich bemerkte nicht, dass Marc schräg hinter mir stand. Er musste heute noch einmal zur CT Kontrolle, um sicher zu gehen dass sich durch den Schlag nicht irgendein innen liegendes Hämatom gebildet hatte, das hatte ich ganz vergessen.

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26.10.2009 11:14
#120 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Jetzt mach dich hier mal nicht lächerlich!!!! ICH bin diejenige, die sauer sein müsste, nicht DU! Du hast mir verheimlicht, dass Marc im Krankenhaus liegt, während wir fröhlich Sangria getrunken haben!“

Mehdi konnte Marc aber auch noch nicht sehen, weil die Tür nicht ganz geöffnet war.
„Wenn wir nur lustig Sangria getrunken hätten!!! Gretchen, erinnerst du dich nicht? Und sag mir jetzt nicht, dass du an dem Abend auch heiß warst!“
„B-b-bitte was? Hasenzahn, kannst du mir das bitte erklären?“
Ich zuckte zusammen, mein Herz blieb fast stehen.
„Ich ähm….“
„Na, ich höre? Warst du wohl etwa doch nicht alleine auf Mallorca?“
„Marc, das ist alles nicht so wie es aussieht!“ sagte ich.
„Doch Marc, es ist noch schlimmer als es aussieht!“ rief Mehdi.
Marc schaute verdutzt von einem zum anderen.
„Na dann bin ich ja auf eine Erklärung gespannt!“ rief nun auch Marc. Ich sah an seinem Gesicht, dass er nun mehr als stinkig war.
„Marc….“ Ich versuchte ihn zu küssen, doch er wich mir aus, gerade als Mehdi „Bitte nicht hier!“ rief.
„Was geht dich das an, verdammt noch mal!“ herrschte ich ihn an.
„Viel, Gretchen! DU……DU…..!“
„Man Mehdi, ich war frustriert! Marc schlief meiner Meinung nach mit Gigi, und ich hatte Alexis vorm Altar stehen lassen. Da verfolgst du mich und buchst dir meinen Flieger, mietest dich erlogener Weise in mein Zimmer ein und tröstest mich. Die Woche war wirklich nett, bis zu dem Abend. Du warst da für mich und ich konnte mich bei dir ausheulen. Die aufkommende Urlaubsstimmung, der Alkohol an diesem Abend, da wurde ich halt schwach!“
„Heißt das ihr habt……ihr hattet….so, jetzt reicht es mir aber!“ schrie Marc und schaute Mehdi auffordernd an.
Anstatt aufzuklären, lächelte Mehdi ihn nur an. „Tja Marc, siehst du genau deswegen bin ich mir eben nicht sicher, dass wir wirklich nur Freunde sind!“
„MEHDI!“ schrie ich.
„Marc ich kann das alles erklären, es war gar nicht so….!“
„Ach ja??! Wie denn dann? Weißt du was? Ich will es nicht hören! Ich glaub es ja nicht Gretchen. Ich lieg hier, von deinem Arschgesicht verprügelt! Denke ständig an dich, mache mir Sorgen wo du bist und derzeit vergnügst du dich mit meinem –EHEMALS- besten Freund auf Mallorca? Wonach sieht das denn aus?“
„Marc ich wusste nicht, dass du schwer verletzt….“
„Hättest ja mal anrufen können!!! Ich geh jetzt weiter, ist mir echt zu blöd! Schönes Leben noch!“
Ich blieb wie angewurzelt stehen. Sollte das heißen, dass alles schon wieder vorbei war? Machte Marc gerade Schluss mit mir?
„Schokolade?“ fragte Mehdi sarkastisch.
„Du Idiot!!!“ schrie ich nur und knallte seine Tür hinter mir zu

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26.10.2009 13:29
#121 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

So, es geht weiter, ich bin gerade richtig in Fahrt


Ich biss mir auf die Lippen. Scheiße, was sollte ich jetzt nur machen. Schokolade war ja schon mal nicht verkehrt, am besten gleich ne doppelte Portion in Kombination mit Kakao. Ich kramte in meiner Kitteltasche nach Kleingeld und ging zum Automaten. Als ich mich mit einer Tagesration eingedeckt hatte, ging ich zu Frau Doktor Hassmann ins CT. Sie saß gerade vor dem PC und sah sich die verschiedenen Schichten von Marcs Schädel an.
„Na, irgendwelche Auffälligkeiten?“ fragte ich bissig. „Schauen sie bitte mal genau nach, ich glaub nämlich, der hat irgendwie nen Schlag weg!“ Man war ich sauer, er hätte mir wenigstens zuhören können!
„Ich hab hier tatsächlich etwas gefunden“, meinte Dr. Hassmann und deutete auf den Bildschirm. Ich ging näher heran und schaute auf die Grafik.
„Hey, sie bröseln mir ja meine ganze Tastatur voll!“ rief Dr. Hassmann aufgebracht.

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26.10.2009 14:18
#122 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Das sieht aus wie….. ein Blutgerinnsel!“ rief ich nicht weniger laut. „Er braucht dringend Heparin!“
„Oder wir operieren gleich!“ Ich drehte mich um, die Stimme kam von Papa.
„Was machst du denn hier?“ fragte ich.
„Marc hat mir gestern im Garten von seinen Kopfschmerzen erzählt, die ihn die letzten Tage plagen. Deswegen wollte ich das CT persönlich ansehen. Danke dass sie mich gerufen haben, Frau Dr. Hassmann.“
„Aber davon wusste ich gar nichts! Warum hat er mir nichts erzählt?“
„Ach Kälbchen, er wollte nicht, dass du dir Sorgen machst!“
„Na toll, dafür mach ich sie mir jetzt!“
Dr. Hassmann ging inzwischen rein zu Marc und zog ihn aus der Röhre, um ihn aufzuklären. Gleich darauf kam er in den Vorraum um sich die Bilder selbst anzusehen.
Er beachtete mich überhaupt nicht.
„Ich halte es für sinnvoll, gleich zu operieren, ich will kein Risiko eingehen!“ hörte ich Papa sagen.
„Boah ne, nicht schon wieder, ich will erstmal Heparin versuchen!“ wandte Marc ein.
„Kommt nicht in Frage! Sie sind mein bester Oberarzt, das kann ich nicht akzeptieren. Zudem steht das Glück meiner Tochter auf dem Spiel!“
Marc öffnete den Mund um irgendetwas Gemeines zu sagen, aber entschied sich dann dagegen. Er traute sich nicht, meinem Vater zu widersprechen.
„Wie süß!“ sagte Dr. Hassmann laut und verdrehte wie immer die Augen.
„Frau Dr. Haase, sie wollen mir bestimmt assistieren?“ fragte sie darauf hin mich. Ich nickte und Marc sagte gar nichts.
„Soll ich nicht lieber….“, fragte Papa.
„Ich glaub das krieg ich schon alleine hin“, sagte Dr. Hassmann. „Ist ja keine große Sache… Sie kriegen ihn zurück wie sie ihn kennen, keine Sorge. Er wird weiterhin beleidigend, arrogant und selbstbewusst sein“, lächelte sie.
„Also sie haben nicht das Recht, so über mich zu sprechen!“ rief Marc.
„MARC, reg dich jetzt nicht auf!“ bangte ich. Wer weiß wie schnell das gehen konnte mit nem Gefäßverschluss! Stress passt da nicht gut dazu!
„Ich schlage vor, sie beziehen gleich wieder ihr altes Zimmer“, lächelte Dr. Hassmann. Wir bereiten am besten gleich die OP vor, bevor hier eine allgemeine Hysterie ausbricht!“
„Gut, halten sie mich auf dem Laufenden!“ sagte Papa zu Dr. Hassmann und ging nach draußen. Marc folgte ihm wortlos.

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26.10.2009 15:00
#123 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc ging den Flur in Richtung Schwesternzimmer entlang. So ein Mist aber auch! Hätte er sich schon denken können, nachdem die Kopfschmerzen täglich schlimmer geworden waren. Gretchen hatte er davon nichts erzählt, stattdessen hatte er starke Schmerzmittel genommen. Und jetzt so was. Und gleich wieder unters Messer. Boah nee und dann wieder einige Tage hier bleiben zur Aufsicht. Das würde er nicht aushalten. Er wollte verdammt noch mal heimgehen und seine Ruhe haben. Er wollte Gretchen nicht täglich sehen. Warum hat sie das gemacht? Warum ist sie mit Mehdi in die Kiste gegangen. Sie war nicht der Typ für unverbindliche Schäferstündchen. Er wusste keine Erklärung darauf. Hätte er ihr doch zuhören sollen? Aber was sollte das noch bringen? Das sagt ja wirklich alles, sie kann sich nicht entscheiden zwischen uns beiden. Gibt es so was überhaupt? Und vor allem für Gretchen? War sie nicht der Typ, der auf den einzig richtigen wartet? Er hätte ihr alles zugetraut, aber nicht DAS! Und vor allem: warum mit Mehdi, mit seinem besten Freund? War das Mehdis späte Rache für damals? Als er, Marc, ihm verheimlich hat, dass Anna eine Prostituierte war? Nein, für Mehdi war es einfach das Ausnutzen der Gelegenheit, da war er sich sicher. Er wusste ja, dass er immer noch scharf auf Gretchen war und er konnte ihn da nur allzu gut verstehen.
Er war am Schwesternzimmer angekommen und erzählte Sabine, dass er gleich operiert werden sollte. Sabine guckte etwas geschockt, veranlasste aber sofort alles Notwendige. Also ging Marc in sein Zimmer und wartete darauf, dass er vorbereitet wurde. Gretchen wollte er vorher nicht mehr sehen. Er wusste überhaupt nicht, ob er sie die nächsten Tage sehen wollte. Einerseits war die Antwort auf diese Frage leicht. Er wollte sie sehen, wollte mit ihr reden, lachen und sie küssen, anderseits spürte er so einen Hass auf sie. Er sah sie vor seinem inneren Auge mit Mehdi durch die Wellen hüpfen, knutschen….schnell schob er weitere Gedanken beiseite. Sie hatte Recht, er durfte sich nicht aufregen.

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26.10.2009 15:01
#124 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Stress?“ fragte Dr. Hassmann.
Ich rieb mir die Schläfen… Was für ein scheiß Tag schon wieder und er hatte so gut angefangen…
„Wüsste nicht, was Sie das angeht!“
„Wir sehen uns in einer Stunde im OP“, sagte sie und ging.

Mit gesenktem Kopf und einer scheiß Angst im Bauch ging ich zurück ins Schwesternzimmer.
Sabine kam mir gleich entgegen, Marc hatte ihr stichpunktartig schon erklärt, dass er gleich unters Messer musste.
„Gretchen, das wird schon wieder!“ versuchte sie mich aufzumuntern. Ich nickte geistesabwesend.
„Der Dr. Meier ist doch ein zäher Bursche.“
„Wenn du wüsstest wie zäh….“
„Oje, was hat er denn schon wieder gemacht?“
„Er hat soeben von Mehdi und mir erfahren…“
„Ach du scheiße…“
„Das kannst du laut sagen. Er hat mir überhaupt nicht zugehört und ist einfach abgedampft. Er war stinksauer, von null auf 180.“
„Er ist…eifersüchtig!“
„Er hat gesagt: schönes Leben noch!“ jetzt kamen mir die Tränen.
„Ach das hat er sicher nicht so gemeint…“
„Meinst du?“
Sabine nickte und umarmte mich. „Ich hab den Dr. Meier doch schon lange durchschaut.“
Das baute mich ein bisschen auf.
„Und wer operiert…..“
„Dr. Hassmann und ich, du kommst natürlich mit!“
„Ist das so eine gute Idee, wenn du operierst? Jetzt mit der Stimmung?“
„JA. Bevor der Knechtelsdorfer seine unfähigen Finger da hinhält…. Nein Sabine, dass muss ich schon selbst machen!“
Sabine nickte und gab mir damit Recht

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26.10.2009 17:04
#125 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

In dem Moment kam Mehdi am Schwesternzimmer vorbei. Er sah wie Sabine Gretchen im Arm hielt und Gretchen heulte. Er schluckte. Er würde sie selbst so gerne halten, dachte er. Ober rein gehen sollte? Marc diese Flachpfeife…. Hatte er doch gewusst, dass das Glück zwischen den beiden nicht lange anhielt. Die beiden mussten sich immer von einem Missverständnis ins andere manövrieren. Wann würde Gretchen endlich kapieren…. Ach egal, es machte eh alles keinen Sinn.
Er ging hinein und strich Gretchen über die Schulter. Sie löste sich von Sabine und drehte sich um…

„Was willst du denn hier?“ fragte ich genervt.
„Ähm, dir die Schokolade nachtragen?“ er lächelte schief. Wie konnte er ihr jetzt nur beibringen, dass gerade nicht nur Marc, sondern auch Schwester Gabi anwesend war? Sie stand hinter dem Umkleidevorhang und desinfizierte seine Geräte. Er glaubte nicht, dass Gretchen sie bemerkt hatte.
„Oh Mehdi ich hab grad wirklich andere Probleme!“
„Ich hab dich gewarnt! Aber du willst ja nicht hören. Marc und du….das ist wie Feuer und Wasser! Wenn ihr aufeinander trefft, knallt es kurz darauf!“
„Mehdi, ich will mit dir jetzt da wirklich nicht drüber sprechen! Bist ja nun nicht so ganz unschuldig an der Sache!“
„Hättest doch die Tür hinter dir zugemacht!“
„Ach du bist genau so uneinsichtig wie….“
„Wo ist der überhaupt? Hat er sich schon wieder verkrümelt? Sähe ihm ähnlich, immer wenn es einen Konflikt gibt, haut er ab, anstatt sich dem Problem zu stellen!“
„So wie du gerade, meinst du wohl!“ rief ich.
„Ja, zum Beispiel!“
„Marc wird gerade auf die OP vorbereitet….“, antwortete ich.
„OP?“ fragte Mehdi.
„Er hat ein Blutgerinnsel im Kopf, wahrscheinlich von der Schlägerei… Mein Vater will, dass es sofort operiert wird! Das macht mir momentan wesentlich mehr Sorgen als Marcs Verhalten eben!“
„Gretchen, das wusste ich doch jetzt nicht!“ Mehdi kam einen Schritt näher…
„Fass mich jetzt nicht an!“ schrie ich. Es reicht mir für heute schon wieder.
Mehdi ließ den Kopf hängen.
„Du weißt wo du mich findest. Viel Glück für die OP!“ sagte er und ging nach draußen.
Ich ließ mich auf den Stuhl sinken und heulte noch ein bisschen. Hoffentlich ging alles gut, dachte ich. Anderseits war es wirklich keine allzu schwierige OP. Die Stelle an der sich das Gerinnsel gebildete hatte, war nicht tief, sonder eher oberflächlich, man musste also nicht weit hinein und es lagen keine gefährlichen Gehirnareale daneben. Die Chance dass irgendetwas schief laufen würde, war gering, wenn ich endlich meine zitternden Hände unter Kontrolle kriegen würde…..

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