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Dieses Thema hat 152 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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julie Offline

Krankenschwester:


Beiträge: 801

22.10.2009 18:02
#51 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Heute Abend, so hatten wir beschlossen, wollten wir nen bekannten Club in Palma besuchen. Von der Dachterrasse dieses Clubs konnte man angeblich direkt auf die Burg von Palma sehen, ebenso auf den Yachthafen. Er lag direkt in der Altstadt. Nach dem Abendessen fuhren wir mit dem Taxi los. Es war noch angenehm warm und ich trug dieses rote Kleid, das ich damals beim Ärzteball an hatte. Mehdi erkannte es jedenfalls gleich wieder, Mist, das wollte ich nicht. Aber ich muss schon sagen, ich gefiel mir gut, meine Laune hätte nicht besser sein können. Das war meine Nacht! Vorsicht, hier kommt das neue Gretchen. Das Gretchen ohne Torschlusspanik, ein Gretchen ohne Tränen im Gesicht, ein freies Gretchen, dass tun und lassen konnte was es wollte. Und heute fühlte ich mich so gut, dass ich zu allen Schandtaten bereit war. Ich musste zugeben, Mehdi sah auch umwerfend aus. Er trug eine dunkle Jeanshose und ein weißes Hemd darüber, die Ärmel locker ein bisschen hochgekrempelt, es sah sehr elegant lässig aus. Gut gelaunt stiegen wir in ein Taxi. In Palma angekommen waren wir erstmal überwältigt. Die Stadt mit ihren tausenden von Lichtern im Dunkeln war schon beeindruckend. Es wirkte alles sehr weitläufig, aber nicht so anonym wie Berlin, es war sehr gemütlich. Die Altstadt, die pompöse Kathedrale, gut gelaunte Leute, viele kleine Kneipen aus denen spanische Musik dudelte. Da man hier vor zwölf nicht in nen Club gehen konnte, weil da noch nichts geboten war, beschlossen wir, zuerst eine kleine Kneipe am Yachthafen zu besuchen. Hier wimmelte es nur so von Spaniern, es gab kaum Touristen. Innen war das Licht stark gedämpft und es roch stark nach Räucherstäbchen, Zigarren, Wasserpfeiffen. Wir setzten uns an einen kleinen zwei-Mann Tisch und bestellten Sangria. Im Laufe des Abends wurde die Stimmung allgemein ausgelassener, die Leute saßen nicht nur rum, sondern standen auf und fingen an zu tanzen. Ein paar leicht bekleidete, neidvoll schlanke Spanierinnen schielten ständig zu Mehdi herüber. Dieser fühlte sich offensichtlich geschmeichelt und lächelte zurück. Ich war fast ein bisschen stolz darauf, dass ICH seine Begleitung war.
„Willst du tanzen?“ fragte er irgendwann.



Na was meint ihr wie es weiter geht?

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julie Offline

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Beiträge: 801

22.10.2009 20:35
#52 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=5AfTl5Vg73A

Und ich wollte. So gut fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Alles war weit, weit weg. Ich dachte nicht mehr ans Krankenhaus, nicht mehr an Alexis oder gar an Marc. Hier war die Welt noch in Ordnung. Wir tanzten ausgelassen. Mehdi war wirklich ein begnadeter Tänzer, was ich ja schon einmal feststellen durfte. Der Sangria zeigte mittlerweile bei uns beiden seine Wirkung, wir lachten viel. Mehdi schaute mir gelegentlich länger in die Augen als nötig, die schlanken Balearenmädels guckten neidisch und ich fühlte mich großartig und leichter als ich in Wirklichkeit war.
Irgendwann mussten wir eine Pause einlegen, ich konnte nicht mehr. Damit mir der Alkohol nicht zu Kopf stieg, bestellte ich Wasser. Mehdi auch. Wir wollten ja noch heimfinden.
„Das ist der schönste Abend in meinem Leben!“ sagte Mehdi plötzlich und nahm meine Hände in seine. Ich war etwas irritiert, konnte mich kaum von seinem Blick losreißen, zog aber dann doch, auch wenn es mir schwer fiel, meine Hände wieder weg.
„Mehdi…“ setzte ich an. Doch er legte mir seinen Zeigefinger auf die Lippen und sagte nur „Psssst. Mach es mir nicht kaputt. Es ist schön so wie es ist!“ und er lächelte und meinte es Ernst. Ich entspannte als ich bemerkte dass er nicht näher kam. Um ehrlich zu sein, wusste ich nämlich nicht, ob ich dann noch hätte abblocken können.
Gretchen, das ist mal wieder TYPISCH für dich. Ein liebes Wort, ein tiefer Blick und du fängst an zu schweben. DENK an Marc. Aber Marc war so weit weg, Mehdis Augen so nah.
„Denk nicht so viel“, sagte er plötzlich, ganz so als konnte er Gedanken lesen. Ich lächelte.
„Tanzen?“ fragte ich. Es lief gerade wieder flotte Musik und ich wollte nicht hier sitzen bleiben, das war zu gefährlich.

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julie Offline

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22.10.2009 21:19
#53 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=WsHifBX_dto

Also tanzten wir noch einmal ausgelassen.
„Willst du noch in den Club?“ fragte Mehdi plötzlich.
Aber danach war mir gar nicht mehr. Ich hatte den Eindruck, dass nichts den Abend heute noch toppen konnte. Da es hier langsam leerer wurde, beschlossen wir, so langsam auch mal zu gehen und einen Taxistand zu suchen.
Als wir nach draußen gingen schlug uns eine angenehm kühle Luft entgegen. Das Flair darin war unbeschreiblich, ich war immer noch gefangen in dieser wundervollen Welt.
Wir liefen entlang am Yachthafen. Die Boote spiegelten sich auf der schwarzen Oberfläche des momentan ruhigen Meeres. Alles war friedlich. Auf manchen Yachten wurde gefeiert und aus den gegenüberliegenden Kneipen drang Musik zu uns, wir liefen genau dazwischen. Doch die Promenade schien endlos, langsam fröstelte ich.
„Ist dir kalt?“ fragte Mehdi. Ich konnte ein Zähneklappern kaum unterdrücken.
„Nein“ log ich.
„Du lügst“, grinste Mehdi. Mist, bemerkt.
Er legte seinen Arm um meine Schulter und drückte mich leicht an seine Seite. Er war angenehm warm und fror überhaupt nicht, typisch Mann eben. Ich wehrte mich nicht dagegen.
„Ich glaub hier ist ein Taxistand.“ Mehdi blieb an einen Fahrplan ähnlichem Schild stehen.
„Meinst du? Sollen wir mal warten?“
„Wenn du mir nicht erfrierst“, lächelte er.
„Geht schon“, log ich. Was solls, frieren verbrennt Kalorien, Gretchen. Hab dich nicht so!
So standen wir also schweigend nebeneinander, morgens um zwei am Yachthafen von Palma. Mehdi hatte seinen Arm um mich gelegt. Es war ein wundervoller Abend gewesen und nun wussten wir nicht mehr was wir reden sollten. Es wäre gelogen, zu sagen, dass es nicht zwischen uns knisterte, obwohl ich mich schon seit zwei Stunden dagegen wehrte.
Von der gegenüberliegenden Bar drang Musik zu uns herüber…

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22.10.2009 22:11
#54 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=NgDnNLo3aQ4

Ich sah in eine andere Richtung als Mehdi, um ihn nicht ansehen zu müssen. Und es kam kein verdammtes Taxi! Ich fing wieder an zu zittern, verdammt hätte ich mir doch bloß das Bolero Jäckchen eingepackt! Das lag jetzt im Hotel, da lag es gut, oder auch nicht, je nachdem wie man das jetzt sehen wollte. Mehdi bemerkte mein Zittern und zog mich näher an sich heran, legte auch seinen zweiten Arm um mich und hielt mich fest.
Das hätte man jetzt auch als freundschaftliches Trösten sehen können, mit dem kleinen Unterschied, dass es einmal keinen Grund zum Trösten gab. Ich schloss meine Augen und lehnte mich an seinen starken Oberkörper. Dabei spürte ich seinen Atem an meinem rechten Ohr. Seine Hände strichen sanft über meinen Rücken. Plötzlich berührten seine Lippen meine Wange und hauchten mir einen zärtlich, flüchtigen Kuss auf. Ich löste mich ein wenig von ihm und schaute ihn an. Das verdammte Lied gab mir nun echt den Rest. Wir standen so nah beieinander, dass ich ihn kaum noch sehen konnte, dann schloss ich die Augen und fühlte seine weichen Lippen. Ein Prickeln durchfuhr meine Körper. Meine liebesentzugsgeschädigten Sinne schalteten auf Empfang, ich konnte nichts dagegen tun, das war noch besser als Vollmilch Schokolade. Tausend mal besser. Seine Zunge stupste meine zärtlich an und der Kuss wurde immer leidenschaftlicher. Bis plötzlich ein Taxi neben uns zum Stehen kam….

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23.10.2009 08:11
#55 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Wir ließen uns auf die Rücksitzbank fallen und gaben schnell den Namen vom Hotel durch, dann knutschten wir weiter. Vorm Hotel warf uns der Taxifahrer mehr oder weniger aus dem Auto, wir zahlten und gingen kichernd auf unser Zimmer. Mehdi war übermütig, packte mich an der Hüfte und wirbelte mich über den Hotelflur. Die Leute guckten schon. Im Zimmer ging ich erstmal zur Minibar und holte mir eine Cola. Puh, so viel Sangria war einfach nicht gut, mir war immer noch leicht schummerig. Oder ob das von Mehdi kam? Dieser stand plötzlich schon wieder dicht hinter mir und küsste mir den Nacken, dabei massierte er mir leicht die Schultern, ich schloss die Augen. Mehdis Hände machten sich selbständig, sie wanderten an meinem Rücken entlang und öffneten den Reißverschluss meines Kleides. Kurz darauf viel es zu Boden… Ich drehte mich zu ihm um und küsste ihn, er strich mir zärtlich durch die Haare.
Plötzlich fiel mir ein, dass ich die Pille die letzten Tage gar nicht genommen hatte. Da ich wieder Single war, sah ich keinen Sinn darin…
Das wäre jetzt also der Punkt für die Notbremse!
„Mehdi….. ich glaub das ist keine so eine gute Idee“, begann ich.
„Hmm…“, machte Medhi, küsste aber weiter meinen Hals. Wahrscheinlich hatte er gar nicht zugehört.
„MEHDI! Ich glaube wir sollten das lassen, ich mach dich nur unglücklich“, sagte ich ein bisschen lauter. Er sah mich verwirrt an, die Haare fielen ihm in die Stirn. Er schluckte. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, dass ich es überhaupt so weit kommen lassen hatte.
„Mehdi…. Ich hab die Pille gar nicht genommen!“
Plötzlich lächelte er… „Das ist ja wohl das kleinere Problem“, antwortete er.
„Nein Mehdi, es ist aber nicht der einzige Grund. Es war ein Fehler von mir. Du weißt… ich liebe Marc“, ich schaute auf den Boden, so peinlich war mir das jetzt.
Mehdi ließ seine Hände sinken und wand sich ab.
„Schon klar….“ Sagte er, schnappte sich seine Jacke und ging aus dem Zimmer.
Ganz toll hast du das wieder hinbekommen Gretchen, super gemacht, jetzt ist Mehdi auch noch beleidigt.

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23.10.2009 08:12
#56 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

http://www.youtube.com/watch?v=q_HTw45Fzww

„Einen Tequila Sunrise bitte“, rief Mehdi dem Kellner zu. Er zwinkerte ihm zu und brachte das Gewünschte.
„ Ist Frau schon in Bett?“ fragte er in etwas gebrochenem Deutsch.
Mehdi zuckte nur die Schultern.
„Streit?“ fragte der Kellner.
Man hat der nichts anderes zu tun? Dachte Mehdi. Hatte der Kellner offensichtlich nicht. Schließlich war es schon spät, die anderen Gäste fast alle im Bett.
„Ist schöne Frau, schöne Haare!“ sagte der Kellner lächelnd.
Mehdi lächelte gequält.
„Sie ist nicht meine Freundin“, erklärte Mehdi.
Der Kellner war nun sehr erstaunt.
„Wir sind nur….. BEFREUNDET!“ betonte Mehdi sarkastisch.
Nun wusste der Kellner offensichtlich nicht mehr was er sagen sollte, er stellte Mehdi noch einen Tequilla hin und bediente anschließend noch einen anderen Gast und suchte bei dem Smaltalk.
Ganz toll gelaufen, Mehdi, dachte er. Und er hatte geglaubt, er könnte Gretchen rumkriegen. Es war so ein toller Abend, sie war so gut gelaunt. Sie lachte, tanzte als wenn es nie eine Hochzeit gegeben hätte. Als gäbe es nur sie und ihn. Als gäbe es keinen……. MEIER! Und dann, im schönsten Moment spuckte sie seinen Namen aus! An der Hochzeit, kurz vorm Highlight ist sie geflüchtet. Er hätte es wissen sollen. Aber verdammt, er war auch nur ein Mann und Gretchen war nun mal die Frau seiner Träume. Er liebte sie, von Anfang an! Schon als er sie das erste Mal gesehen hatte, hatte sie ihn beeindruckt. Da hatte sie auch ein Brautkleid an, erinnerte er sich. Und sie sah genauso verzweifelt aus, wie vor einer Woche. Und jedes Mal war er dabei. Wahrscheinlich hatte ihn das Schicksal nur als Seelentröster vorgesehen und nicht für mehr. Undankbarer Scheißjob! Wenn sie jetzt noch heraus kriegte, dass Marc im Krankenhaus liegt würde sie ihm endgültig die Freundschaft kündigen. Der Kellner brachte noch einen Tequilla. Mittlerweile schlug die betäubende Wirkung an…

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23.10.2009 08:16
#57 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Eine ganze Woche lag Marc nun schon im Krankenhaus. Mittlerweile war er runter von der Intensivstation. Die Schmerzen wurden besser und er brauchte nicht mehr so viele Tabletten. Schwester Sabine hatte noch nichts von Gretchen gehört und langsam machte er sich Sorgen. Mehdi hatte auch sein Handy ausgeschaltet. Ihn konnte er also auch noch nicht erreichen. The person you called ist not available at present. Er konnte den Spruch schon nicht mehr hören.
Dafür hatte er hier alles mitbekommen. Die Polizei hatte die Buren Villa auseinander genommen und fand den richtigen Alexis eingemauert hinterm Kaminzimmer. Frank Schneider hatte die Leiche also fast buchstäblich im Keller. Da schauderte sogar Marc, obwohl er ja sonst eher hart gesotten war. Das hätte er im Leben nicht gedacht, aber so konnte man sich manchmal in Menschen täuschen. Gretchens Mutter war außer sich gewesen, sie hatte einen Nervenzusammenbruch. Tja, so saß Frank nun weiterhin in U-Haft und wartete auf seinen Prozess. Sabine hatte Marc auch erzählt, dass Schwester Gabi offensichtlich davon gewusst hatte. Angeblich hatte sie Mechthild und Alexis belauscht, wie und wo auch immer. Das, so erklärte Sabine, war auch wahrscheinlich der Grund, dass Gabi sich so freute, dass Gretchen heiratete. Sie wusste was ihr blühte. Das wieder rum überraschte Marc gar nicht. Dieses kleine Miststück freute sich natürlich tierisch über das Unglück in das Gretchen rennen sollte. Sabine brannte schon förmlich drauf, Gretchen das alles zu erzählen, das spürte Marc. Aber Gretchen meldete sich einfach nicht. Wo sie wohl hingefahren war? Und alleine? Marc konnte sich das noch immer nicht vorstellen. Hoffentlich ging es ihr gut. Wenn er doch nur fit wäre, dann könnte er sie suchen. Aber das würde wohl auch nichts bringen, er wusste ja nicht einmal wo. Mit jedem Tag wurde er ein bisschen mehr launischer. Die Tatsache hier ans Bett gefesselt zu sein und nicht zu wissen wo Gretchen steckte, machte ihn wahnsinnig, auch wenn er zweites niemals nicht zugegeben hätte. Er hätte auch so gerne mal mit Mehdi gesprochen, in letzter Zeit waren sie wieder sehr gut miteinander befreundet. Mit ihm hätte er wenigstens über seine Sorgen um Gretchen reden können. Da brauchte er auch nicht groß über Gefühle reden, Mehdi verstand ihn auch ohne große Worte. Schon seltsam das der sich gar nicht meldete. Der Professor schaute auch noch täglich vorbei, aber auch er wusste nichts von Gretchen. Marc verbrachte also den größten Teil des Tages damit, von ihr zu träumen. Am meisten dachte er an die schönen Momente, zum Beispiel an diese Kostümparty bei ihren Eltern. Oder die peinliche Situation, als ihre Eltern dachten, sie wären zusammen, als er da zum Essen bei ihnen eingeladen waren. Lächeln musste er auch als er daran dachte, wie sie wie eine Furie zur Polizei gefahren war, um seinen Arsch zu retten. Wie sie kurz vorher unter der Dusche standen, der Antrag an ihrem Geburtstag, der Kuss am Polterabend. Ihre Beziehung war von so vielen Missverständnissen geprägt, kein Wunder, dass es immer schief gegangen war.
Marc nahm sich fest vor, ihr alles zu sagen, ganz unmissverständlich, sobald sie wieder da war. Und dann würde er sie nie wieder loslassen, ganz sicher.

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23.10.2009 08:18
#58 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Ich erwachte etwas gerädert am nächsten Morgen. Mehdi lag nicht neben mir im Bett. Ich entdeckte ihn auf dem Sofa. Als mir alles vom letzten Abend einfiel, ließ ich mich seufzend wieder in mein Kissen fallen. Damit dürfte dieser Urlaub wohl gelaufen sein. Und wir hatten noch eine ganze Woche vor uns. Das konnte ja heiter werden. Wie sollte ich mich jetzt bloß verhalten? Ob ich vielleicht doch mal Sabine anrufen sollte, nur mal so, um zu hören, was auf Arbeit los war. Um zu hören, was zwischen Marc und Gigi lief. Dieser Gedanke ließ wieder einen Klos in meinem Hals wachsen. Warum konnte nicht Marc mir nachlaufen als ich zum Flughafen gefahren bin? Warum lief immer alles falsch in meinem Leben. Warum liebte mich Mehdi? Und warum hab ich ihn jetzt wieder verletzt, genauso wie Marc mich immer verletzte. Das wollte ich nicht. Er tat mir so Leid. Dabei konnte ich auch nicht behaupten, dass der Abend gestern nicht reizend war. Fast hätte ich mich fallen lassen, fast hätte ich Marc vergessen. Es war schön gewesen. Mehdis Küsse waren so sanft, so zärtlich. All das wollte ich ja erleben, aber eben mit Marc. Ich seufzte. Wie kann man so bescheuert sein? Wie kann man nur sein Leben lang einem Mann hinterher rennen, der sich nicht die Bohne für mich interessierte. Warum wollten mich immer nur die anderen, warum wollte Marc nichts von mir? Er sagte mal, er baggert mich nicht an weil ich ihn nerve. Warum nerve ich ihn. So ein Blödsinn, ich mach doch gar nichts! Täglich mach ich meinen Job und zieh mir seine blöden Sprüche rein. Eigentlich müsste ich sagen, dass ER nervt! Ich dachte an die letzten Wochen und Monate. Es war ein ständiges auf und ab. Am liebsten erinnerte ich mich an die Szene mit Susanne, als wir das Brautpaar mimen mussten. Erst war er total überrascht, dann erwiderte er den Kuss. Manchmal wurde er schwach bei mir, warum also nicht richtig. Wahrscheinlich legte er es nur darauf an, mich ins Bett zu kriegen, damit er eine weitere Trophäe hatte. Mehr wollte er bestimmt nicht von mir. Das war einzig und alleine der Grund für seine gelegentliche Schwäche, da war ich mir sicher.

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23.10.2009 08:19
#59 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Als Mehdi aufwachte, war Gretchen nicht mehr im Zimmer, wahrscheinlich schlemmte sie schon ausgelassen am Buffet, während er hier hätte kotzen können. Der Tequilla gestern war einfach zu viel, ihm war verdammt schlecht. Und dann noch die Nummer von Gretchen. Was sollte das? Er musste dringend mit ihr reden. Er nahm sich auch fest vor, dass er ihr von Marc erzählen musste. Sonst ist der Ofen ganz aus. Er könnte ja so tun, als hätte er gerade erst davon erfahren. Nein das war schlecht, ihr Vater könnte ihn verpetzten. Aber anderseits durfte auch der Professor nie erfahren, dass er hier mit Gretchen war, während er ihn am Telefon angelogen hatte. Er steckte ziemlich in der Scheiße, das wurde ihm gerade klar, alles würde zwangsläufig auffliegen. Er zog sich an und ging in den Frühstücksaal.
Gretchen saß auf der Terrasse an dem Tisch, an dem sie immer saßen.
Mehdi schnappte sich eine Tasse Kaffe und ging zu ihr.

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23.10.2009 13:05
#60 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

So, hier noch ein neuer TEil, liest denn noch jemand mit?


http://www.youtube.com/watch?v=It4OZ8owXoI

„Morgen.“
Ich erschrak, als ich Mehdis Stimme hörte, ich war so tief in Gedanken versunken. Außerdem hatte ich Angst vor dieser Begegnung.
„Morgen“, sagte ich und schaute auf meine heiße Schokolade.
„Du… warst gestern noch lange weg…“
Mehdi zuckte mit den Schultern. „Ist doch egal oder?“
„Mehdi das mit gestern tut mir so leid, ich wollte dich nicht verletzen…“
„Warum hast du es dann getan?“
„Es war so ein toller Abend, die Stimmung war so gut, wir waren gut drauf, man da passiert das halt mal oder?“
„Erinnerst du dich an den Kuss mit Marc, kurz nachdem er Gabi einen Antrag gemacht hatte? Vor Susanne im Krankenhaus? Da kamst du hinterher in mein Büro und du hast gesagt: man küsst doch niemanden so, wenn man nichts für empfindet. Das dachte ich gestern eben auch, weißt du?“
Ich wurde rot. Verdammt, ich erinnerte mich genau an die Situation und was ich alles rein interpretiert hatte. Und ich hatte ja auch Recht, irgendwie. Und es war ja auch nicht so, dass mir Mehdi egal war. Gestern war ja auch die Stimmung einfach anders, da kann das doch mal sein, dass einem die Gefühle einen Streich spielen, oder?
„Kannst du dich noch an den ersten Rat von mir erinnern, den allerersten?“
Ich schüttelte den Kopf, was meinte er jetzt schon wieder.
„Du fragtest mich: wer sind sie und ich antwortete: ich glaub es ist an der Zeit, dass sie erst einmal herausfinden, wer sie sind. Mehr fällt mir dazu heute nicht ein, Gretchen.“
Ich fühlte mich so schlecht. Wie konnte ich ihm das nur antun. Aber Respekt, ich hätte nicht gedacht, dass er jetzt hier so cool sitzen würde. Ich dachte, er heult jetzt gleich los oder so, ist bei Mehdi ja alles schon vorgekommen. Aber nichts, stattdessen war er hier der coole, und ich die dumme. Ich hätte jetzt auch nichts sagen können, um es wieder gut zu machen, deswegen lies ich es einfach.
Wir nippten eine Zeit lang schweigend an unseren Tassen. Ich überlegte, wie ich den Tag verbringen könnte, ob Mehdi ihn mit mir verbringen wollte oder nicht, traute mich aber nicht fragen. Mehdi blickte aufs Meer hinaus und schien zu überlegen.
„Gretchen, ich muss dir noch etwas sagen“, sagte er plötzlich.
Oh Gott was kommt den jetzt schon wieder, es reicht heute eigentlich. Hab genug schlechtes Gewissen und bin jetzt schon so traurig, dass kann eine Tagesration Schokolade nicht wieder hinbiegen. Also bitte nicht noch mehr davon!

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23.10.2009 13:46
#61 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Marc liegt im Krankenhaus“, flüsterte er, so als ob es ihm schwer fiel, mir das zu sagen. Ich realisierte erst nicht, hörte zwar die Worte, konnte sie aber nicht verarbeiten.
„Was hast du gerade gesagt?“
Er räusperte sich und sagte dann etwas lauter:“ Marc liegt im Krankenhaus. Es geht ihm nicht besonders gut. Er hat gebrochene Rippen, eine Gehirnerschütterung und einen Milzriss.“
Ich begann zu zittern, sprang von meinem Stuhl auf, setzte mich wieder.
„Also wenn du mich jetzt ärgern oder verarschen willst, dann finde ich das jetzt wirklich nicht lustig!“ meine Stimme hörte sich sehr schrill und unwirklich an, wie in einem schlechten Traum.
„Das ist mein voller Ernst. Es ist leider so.“
Nein, das konnte nicht sein. Milzriss, scheiße! Das musste operiert werden! Oh Gott und ich war nicht da, das heißt, dass bestimmt der unfähige Volldepp von Knechtelsdorfer…. Ich durfte gar nicht daran denken. Ruckartig sprang ich auf und lief los, ich wusste nicht wohin, ich lief einfach los, als könnte ich direkt zu Marc laufen. Mehdi folgte mir.
„Gretchen warte doch, lass dir doch erst einmal alles erzählen…“
„Alles? Kommt da wohl noch mehr? Wie ist das überhaupt passiert!!!“ eine Träne lief über mein Gesicht. Mittlerweile waren wir am Strand angekommen.
„Das wollte ich dir ja gerade sagen wie es passiert ist, aber du hörst ja nicht zu!“ Jetzt wurde Mehdi echt wütend.
„Kein Wunder, dass das mit Marc und dir noch nichts geworden ist, du verstehst ja wirklich immer alles falsch und lässt einen NIE ausreden!“
Ich schnappte nach Luft.
„Nein, jetzt hältst du einmal die Klappe, Gretchen Haase, und hörst mir zu. Mir gefällt das jetzt auch nicht. Stell dir vor. Gestern noch hab ich mir Hoffnungen gemacht und nun muss ich mit ansehen wie du heulst wegen….. MARC!“
„Sag schon wie ist es passiert“, er hatte Recht, ich HEULTE SCHON WIEDER. Man das kann so nicht weitergehen!
„Alexis hat ihn verprügelt.“
Oh nein, das ist jetzt echt zu viel für mich. Mein Herz überschlug sich fast.
„Alexis?“ hörte ich mich ungläubig fragen, während ich mich in den warmen Sand setzte.
„Als du abgehauen bist nach der Hochzeit. Alexis und dein Vater sind zu Marc gefahren, weil sie dachten du wärst dort…..“ Mehdi erzählte die ganze Geschichte und ich hörte schweigend zu und schaute den Surfern zu, die sportlich ihre Runden zogen. Mehdi ließ nichts aus, von dem was er wusste. Er erzählte, dass mein Vater Marc operiert hatte, da war ich echt erleichtert und dass es ihm bestimmt schon wieder besser ging und er erzählte auch, dass er das von meinem Vater wusste.
„Wie lange weißt du das schon?“
„Seit dem ersten Abend hier, ich musste mich ja bei deinem Vater abmelden. Ich hab erzählt, dass meine Tante in Persien gestorben ist und ich wegen Erbgeschichten hinfliegen müsste.“
„Und du hast mir das die ganze Zeit mit Marc verschwiegen!!!“ jetzt wurde ich fast hysterisch.
„Man Gretchen, ich weiß das war scheiße! Aber ich wusste Marc in guten Händen und machen hättest du eh nichts können, du warst so sauer auf ihn und Gigi und ich wollte dir einfach ersparen dass du dir Sorgen um ihn machst, während er dir nur wieder Gemeinheiten rüber schickt!“
„Oh genau, danke, wie großherzig von dir, du wolltest mich schützen! Man Mehdi! Du hättest es mir sagen MÜSSEN! Du warst bis jetzt der einzige, der immer ehrlich zu mir gewesen war, nur deswegen hab ich dir vertraut. Nur deswegen hab ich mich die letzte Woche so wohl gefühlt. Und du hast mich BELOGEN!“
„Das stimmt nicht, ich hab es nur nicht gesagt“, antwortete Mehdi kleinlaut… Nach einem kurzen Moment des Schweigens…
„Ich wollte halt auch endlich mal, dass mein Leben nach Plan verläuft. Die bevorstehende Zeit mit dir wollte ich nicht kaputt machen, versteh mich doch auch ein bisschen. Du weißt was ich für dich empfinde, ich wollte nicht, dass Marc das zerstört.“
„Woher weißt du, dass er es zerstört hätte! Woher weißt du, dass er sich nicht gefreut hätte, mich zu sehen? Okay, es gibt genug Gründe dafür, aber auch genauso viele dagegen! Ich weiß nicht was das ist zwischen Marc und mir, aber irgendetwas ist da. Und das kannst du auch nicht damit ändern, wenn du mich hier fest hältst! Mehdi das war wirklich scheiße!!!“
Ich war sauer, richtig sauer, aber ein bisschen verstand ich ihn auch. Ach verflixt war das eine blöde Situation. Ich musste nun irgendwie dringend handeln! Da saß ich hier, über tausend Kilometer weg von zu Hause mit Mehdi am Strand, während Marc im Krankenhaus lag und Gigi wohl an seinem Bett saß. SO KANN das ja nichts werden, Gretchen. Ich fühlte mich wie bei einem Ausdauerlauf an den Bundesjugendspielen. Alle zogen an mir vorbei, nur ich rannte und rannte und kam nicht von der Stelle. Alle schafften es, nur ich nicht. Okay, Mehdi rannte vielleicht noch ein Stückchen hinter mir. Ich wagte einen kurzen Blick zu ihm rüber, er schaute ebenfalls den Surfern zu. Plötzlich zog er sein T-Shirt aus und rannte ins Wasser. Ich blieb sitzen und beobachtete ihn. Was soll ich jetzt nur tun??

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23.10.2009 13:48
#62 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc wurde langsam wirklich kribbelig. Schon wieder war eine Nacht vorbei und keiner wusste wo Gretchen war. Er beschloss, endlich mal aufzustehen und einen kleinen Spaziergang über den Gang zu wagen. Er könnte Schwester Sabine einen Besuch abstatten, mal gucken ob sie arbeitete oder nur wieder las. Mühsam zog er sich auf, die Narbe an seinem Bauch schmerze bei Bewegung schon noch stark, und zog seinen Bademantel an. Noch schnell die Flip Flops und los geht’s. Puh man sollte nicht meinen, wie platt man nach einer Woche Bettruhe war. Er fühlte sich wie ein gebrechlicher alter Mann, kam nur langsam vorwärts. Shit, das tat ja echt noch verdammt weh, diese scheiß Rippenbrüche noch dazu, mit einer Hand hielt er sich die linke Seite. Im Schwesternzimmer fiel er erst einmal auf den Stuhl von Sabine. Sie war gerade nicht da, aber ihr Handy lag auf dem Schreibtisch. Moment Mal, das war nicht das Handy von Schwester Sabine, das war Hasenzahns Handy! Er nahm es andächtig in die Hand, schaute sich anschließend aber schnell um, ob ihn jemand beobachtete. Vor Schwester Gabi war man ja auch nie sicher, obwohl sie ihm eigentlich seine Ruhe ließ, seit ihrem Auftritt mit Gretchen zusammen auf der Wache. Als er sicher war, dass niemand hier war, tippte er ein bisschen darauf herum. Unter „Ausgang“ fand er folgende Nachricht: Würdest du mir bitte erklären, was das gestern sollte? Gretchen.
War das für ihn gedacht? Wenn ja, wann hatte sie das geschrieben? Oder war es für Alexis bestimmt? Naja es könnte sich ja auf den Polterabend beziehen. Immerhin wusste er, dass Gretchen am Tag danach ihr Handy Sabine gegeben hatte. Aber es könnte natürlich auch Alexis gegolten haben, vielleicht hatte sie irgendetwas entdeckt. Aber warum sollte sie ihm dann eine SMS schreiben? Sie wohnten ja schließlich zusammen. MAN, WARUM KONNTE SIE SICH NIE KLAR AUSDRÜCKEN. SIE HÄTTE JA SCHREIBEN KÖNNEN: Hi Marc, blabla. Oder Hi Alexis, blabla, oder vielleicht auch Hi GIGI! Es gab so viele Möglichkeiten.
„Weiber“ brummte er vor sich hin.
„Wen meinen sie denn?“
Marc erschrak. Dr. Hassmann stand im Türrahmen.
„Na, schon wieder in Sachen Blondchen unterwegs?“ fragte sie zynisch.
„Ich wüsste nicht, was sie das angeht!“ gab Marc schnippisch zurück
„Geben sie es auf Meier, nach dem Auftritt ist ihre Angebetete wohl bedient. So wie ich Frau Dr. Haase kenne, geht sie jetzt ins Kloster. Zwei geplatzte Hochzeiten, das verkraftet sie nicht. So stark ist ihr weiches Herz nicht.“
„Woher wollen sie das wissen, alle guten dinge sind ja bekanntlich drei!“ erwiderte Marc.
„Hören sie doch auf Meier. Sie sind doch wie ich, sie wollen doch gar keine Beziehung! Eigentlich würden wir gut zusammen passen, finden sie nicht?“
„Soll ich sie jetzt in dem Glauben lassen, oder möchten sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden?“ fragte Marc, ein dreckiges Grinsen im Gesicht.
„Sie können ja gleich zusammen MIT IHR ins Kloster gehen, aber ich bezweifle, dass sie die Aufnahmeprüfung bestehen!“
Maria Hassmann spuckte ihren Kaugummi in den Mülleimer und verschwand, nachdem sie ihm einen giften Blick zugeworfen hatte.

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23.10.2009 14:47
#63 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Kurz darauf kam Schwester Sabine zurück.
„Dr. Meier, sie sollen doch noch nicht aufstehen“, sagte sie. „Und was machen sie mit…. Dem Handy von Gretchen?“
„Ich äh….nur mal….wem gehört das? Hasenzahn? Wusste ich nicht“, stotterte er.
„Ihre Mutter hat vorhin angerufen. Sie kommt später mal vorbei, soll ich ausrichten, sie braucht ihre Hilfe wegen dem neuen Dr. Rogelt. Aber wenn sie keinen Kopf dafür haben, kann ich ihnen gerne behilflich sein…“
Marc grauste es. Nicht schon wieder seine Mutter. Und nicht schon wieder Dr. Rogelt. Er hasste den Typen mittlerweile und als er den letzten umgeschrieben hatte, zusammen mit Schwester Sabine, hatte er sich ganz schön blamiert. Gott sei dank hatte er es noch schnell wieder ändern können. Monique, diese Schlampe war mit Gretchen nun wirklich nicht vergleichbar.
„Meinen sie, Dr. Rogelt und Monique kommen endlich zusammen?“ fragte Sabine verträumt.
„Schwester Sabine, das ist mir scheiß egal. Außerdem sind sie hier auf der Arbeit und nicht in einer Schreibwerkstatt, also tun sie gefälligst ihren Job. Holen sie mir doch bitte mal eine Schmerztablette und zwar zackig. Wenn ich schon hier herlaufen muss, damit mich überhaupt jemand wahrnimmt.“
„Jawohl Herr Doktor.“ Man hat der wieder eine Laune, dachte Sabine. Aber sie wagte noch einen Vorstoß.
„Ich hab übrigens ihr Horoskop gelesen, Herr Doktor….“
„Och bitte Sabine, verschonen sie mich mit dem Müll!“
„Darin steht, dass sie bald Neuigkeiten erfahren werden. Ich bin schon sehr gespannt, ob Gretchen endlich anrufen wird!“
Marc verdrehte nur genervt die Augen, nahm die Schmerztablette und verschwand wieder in sein Zimmer, noch ein bisschen Ruhe tanken, bevor Elke auftauchte.

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23.10.2009 14:48
#64 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Mehdi schwamm noch immer. Er war schon ein ganzes Stück weit draußen, also konnte ich nicht so bald auf seine Rückkehr hoffen. Ich stand auf und ließ sein Shirt einfach liegen, würde schon keiner nehmen. Anschließend lief ich zurück zum Hotel und betrat die Rezeption.
„Ich würde gerne telefonieren“, sagte ich zum Portier.
„Gerne Madame“, er reichte mir ein schnurloses Telefon. „Rechnung aufs Zimmer?“ Ich nickte und begann, mit zitternden Händen meine Nummer zu wählen.

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23.10.2009 14:49
#65 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Schwester Sabine stellte gerade die Medikamente für Zimmer drei zusammen, als Gretchens Handy klingelte. Sie erschrak nicht sonderlich, eigentlich hatte sie ja angesichts der Sterne schon darauf gewartet. Freudig hob sie ab und ging hin.
„Hallo Sabine, hier ist Gretchen“, meldete ich mich.
„Gretchen, wo bist du?“ fragte sie gleich aufgeregt.
„Ich ähm, bin in Spanien. Wie geht es denn Marc? Ich hab von seinen Verletzungen gehört?“
Sabine stutzte.
„Woher weißt du das? Hast du etwa schon mit deinem Vater gesprochen?“
„Nein, ich bin….nicht alleine hier. Hör mal das darf jetzt aber keiner erfahren okay? Ich bin mit Mehdi….hier…auf Mallorca.“
„Mit Dr. Kaan!“ rief Sabine überrascht aus. „Das will ich jetzt aber schon genauer wissen!“ sagte sie.
„Nein, erst will ich wissen, wie es Marc geht“, sagte ich bestimmt und meine Autorität siegte.
„Dr. Meier geht es schon wieder ganz gut, er kann schon wieder stänkern und beleidigen, ist also alles im grünen Bereich…“
„Und Gigi, ist sie oft da? Hat er mal nach mir gefragt?“
„Oh ja, täglich!“
Mein Herz fing schon wieder an zu flattern.
„Was täglich? Ist Gigi da oder fragt er nach mir?“ Wohl eher das erste, dachte ich.
„Nein, Frau Amsel hab ich schon lange nicht mehr gesehen, das letzte Mal vor der Hochzeit, sie war auch nicht in der Kirche. Aber Dr. Meier fragt täglich nach dir…“ dann ließ sie vor Schreck fast das Handy fallen, ich glaub mein Aufschrei war doch etwas laut, der Portier schaute auch schon ein bisschen irritiert.
Nun fing mein Herz vor Freude an zu hüpfen…
„Gretchen, bist du noch dran?“
Ich überlegte kurz, was ich jetzt tun sollte.
Aber eigentlich wusste ich schon, was zu tun war.
„Sabine, ich nehme den nächsten Flieger, aber kein Wort zu Marc okay?“
„Ich kann schweigen wie ein Grab“, sagte sie mit tiefer Stimme und freute sich aber ungemein. Es würde schwer werden, dass dem Herrn Doktor zu verheimlichen.

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23.10.2009 15:51
#66 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Doktor Rogelt ahnte noch nichts von seinem Glück. Moniquwe wollte zurückkehren in seine starken Arme. Hoffentlich versaut er es diesmal nicht wieder“, sagte sie verträumt zu sich selbst und sah zum Fenster hinaus.
„DAS ist gut, das muss ich mir gleich merken!“ Sabine hatte nicht bemerkt, dass Elke Fischer gerade schon in der Tür stand.
„Mein Mädchen, sie haben Talent!“ sagte sie noch, bevor sie ihr Diktiergerät zückte…. Sabine wurde sofort rot wie eine Tomate. War jetzt SIE gemeint? Also mit Talent?
Die beiden Frauen hatten auch nicht mitbekommen, dass Marc hinter der Tür stand. Er war auch gerade wieder zum Schwesternzimmer gelaufen, weil ihm langweilig war.
„Monique wird also zurückkommen, von der Seite hab ich die Fortsetzung noch gar nicht betrachtet. Da wird sich Dr. Rogelt aber zusammenreißen müssen“, überlegte Elke. „Welch fantastische Idee. Das könnte man durchaus so umsetzen!“
Marc betrat den Raum.
„Hallo Mutter“ und dann zu Sabine gewand: „Monique wird also zurückkommen? Ja?“
Sabine war etwas verunsichert und wusste nicht was sie sagen sollte. Elke hatte sich von den beiden abgewandt und sprach in ihr Gerät. „Ähm anscheinend, ja, ihre Mutter will das glaub ich so aufnehmen…..“
„Sabine, kann es sein, dass sie doch einen gewissen….sagen wir mal….Draht zu MONIQUE haben, den sie mir verheimlichen?“
Mist er hatte sie durchschaut. Er wusste genau an wen sie dachte wenn sie von Monique und Dr. Rogelt sprach. Er hat die beiden Romanhelden ja auch schon mal als Metapher benutzt. Und sie hatte Gretchen versprochen, Dr. Meier nichts zu verraten. Also half nur lügen…
„Die Sterne sprechen eindeutig dafür, dass Monique bald wieder auftauchen wird!“
„Schwester Sabine, wollen sie mir jetzt allen Ernstes verklickern, dass sich ihre Aussage nur auf ein billig aufgemachtes Horoskop stützt?“
Wenn sie jetzt bejahte würde er sie vielleicht direkt in die Psychiatrie überweisen, aber das nützte nun alles nichts, sie hatte es Gretchen versprochen und als Fast-Trauzeugin durfte man solche Versprechen nicht brechen. Also nickte sie. Marc verdrehte genervt die Augen. Oh ne diese dumme Kuh! Ob sie ihn nun anlog? Rot genug war sie ja, aber anderseits wurde Schwester Sabine bei jeder Kleinigkeit rot, daran konnte man sie also nicht festnageln.
„Marc Olivier, ich glaube ich brauche deine Hilfe nun doch nicht, ich hab meinen roten Faden schon wieder gefunden“, lächelte seine Mutter.
„Bist du dir sicher? Ich meine, was ist, wenn Monique nicht zurückkommt?“ dabei sah er mehr zu Schwester Sabine.
„Das kann ich in meinem Buch ja wohl selbst beeinflussen“, lächelte Elke wieder. „Und was deine Monique anbetrifft….. Olivier das hast du dir selbst zuzuschreiben. Diese Geschichte musst du ohne mich zustande bekommen. So und jetzt lass mich durch hier, ich habe zu arbeiten!“ rief sie und rauschte davon.
Marc sah gereizt zu Schwester Sabine, diese schaute aber in ihren PC und nicht zu ihrem Oberarzt. Marc ballte eine Faust und wollte gegen die Wand hauen, besann sich dann aber eines besseren und schloss die Augen, ruhig bleiben, Meier, sonst wissen bald alle hier, wie genervt du von Gretchens Aktion bist.

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23.10.2009 15:52
#67 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Gleich als ich aufgelegt hatte, stürzte ich auf den Portier zu.
„Ich muss dringen zurück fliegen. Wären sie so lieb, mir schnellstmöglich einen Flug nach Berlin zu buchen?“
„Aber gnädige Frau, sie haben noch eine ganze Woche, wir können ihnen da keine Stornierung mehr machen, wir müssen den vollen Reisepreis berechnen!“
„Das ist mir egal, es ist wirklich wichtig, ich muss so schnell wie möglich wieder nach Berlin!“
„Wie sie wollen! Ich rufe sie gleich auf ihrem Zimmer an und sage ihnen, was ich erreicht habe.
„Danke!“ rief ich im gehen. Jetzt musste ich schnell packen. Ob ich Mehdi bescheid sagen sollte? Hm, dann würde er wohlmöglich mit heim fliegen wollen. Ihn an meinem Rockzipfel konnte ich nun wirklich nicht brauchen. Nicht dass er Marc auch noch steckte, was zwischen uns gelaufen war. Überhaupt… ich wusste ja noch gar nicht ob Marc mich überhaupt sehen wollte, aber immerhin, wenn er nach mir gefragt hatte. Es ist ihm wahrscheinlich nur langweilig und er braucht jemanden zum Ärgern oder es ist die Sensationsgier, die ihn treibt. Wahrscheinlich wollte er nur meinen peinlichen Abgang in alle Stücke zerreißen. Egal, ich tat einfach so, als wäre geplant gewesen, heute zurückzufliegen und Mehdi, dem sag ich einfach nichts, der sollte noch eine Woche in Persien bei seiner Tante bleiben. Das hatte er nun von seinem Vertrauensbruch. Ich lass mich eben nur von einem verscheißern. Ich sperrte gerade die Zimmertür auf als das Telefon klingelte. War das etwa schon der Portier? So langsam war ich doch auch nicht gelaufen oder?
Tatsächlich er war es.
„Ich könnte sie bereits in 20 min zum Flughafen bringen lassen, dann würden sie die Maschine um 13.30h bekommen. Wenn ihnen das zu schnell geht, dann können sie heute Abend um 18h fliegen. Der Flug um 16h ist leider voll.“
20 Minuten, oje, und ich hatte noch nicht gepackt. Aber anderseits, 18h war zu spät, da würde ich Mehdi garantiert noch mal über den Weg laufen und er würde fragen warum und überhaupt. Das konnte ich jetzt nicht brauchen. Also fackelte ich nicht lange rum und sagte zu. Dann stürzte ich mich auf den Koffer und warf alles hinein was ich von mir finden konnte. Es war ziemlich unordentlich, was dann gleich damit bestraft wurde, dass der Koffer nicht richtig zuging. Also musste ich den alten Trick anwenden und mich draufsetzen. Naja, mein Gewicht plättet halt wirklich alles und so konnte ich das Teil bequem schließen. Hastig schnappte ich mir noch mein eilig zusammengeworfenes Handgepäck und rannte los. Jetzt nur noch beten, dass Mehdi mich nicht im Aufzug traf. Aber ich hatte Glück. Von Mehdi weit und breit keine Spur. Das Taxi, das der Portier für mich bestellt hatte, stand schon bereit. Kurz darauf düsten wir über die Landstraße in Richtung Airport.

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23.10.2009 16:38
#68 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Nervös kaute ich auf einem Fingernagel. So langsam wurde mir klar, dass ich all den Menschen wieder gegenübertreten musste, die sich die letzte Woche sicher Sorgen um mich gemacht hatten. Was würden meine Eltern sagen? Würde sie sich arg aufregen? Mama bestimmt, sie hätte ich so gerne unter der Haube gesehen. Und Alexis, auweia, auf den war ich auch gespannt. Aber Mitleid hatte ich fast keines mehr mit ihm. Geht der einfach zu Marc und verprügelt ihn, das ist schon ein bisschen krank. Ich mein, es gehören ja immer zwei dazu, wenn’s nicht klappt und ich kann mich ja nicht zwingen, ihn zu lieben. Auch nicht wenn er Millionen auf dem Konto hat und weiße Tauben organisiert waren.
Das Taxi war ganz schön teuer, meine Güte, aber gut, manchmal muss man eben Opfer bringen, die 80 Euro hatte ich gerade noch so in Bar einstecken. Am Flughafen musste eben noch mal die Kreditkarte von Alexis herhalten. Wir könnten ja vereinbaren, dass ich ihm das zurückzahle.
Ich eilte zum Schalter und erklärte, dass ein Ticket auf meinen Namen vorbestellt war. Dafür liebte ich Mallorca. Man konnte überall deutsch reden und jeder verstand einen. Echt glück für mich, in Sprachen war ich noch nie besonders gut. Die Dame stellte mir das Kartenlesegerät hin und ich wollte bezahlen. Doch es ging nicht, Karte gesperrt, antwortete das Ding.

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23.10.2009 18:52
#69 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Das gibt’s doch nicht, jetzt hatte mir Alexis auch noch die Karte sperren lassen! So ein Mist, ich war kurz davor, wieder zu heulen. Scheiße. Jetzt hatte ich mich so abgestrampelt, diesen Flieger zu kriegen, hatte seit Stunden nichts gegessen und mein Blutzucker war schon total im Keller und jetzt ging das scheiß Ding hier nicht? Hinter mir standen einige ungeduldige Urlauber.
„Wird’s heute noch?“ maulte ein dicker Bierbauch.
Oh scheiße mit Druck kann ich schon gar nicht umgehen. Was mach ich denn jetzt. Ich suchte nervös meine Handtasche durch. Bitte bitte lieber Gott, lass meine EC Karte irgendwo sein. In meinem Geldbeutel war sie nicht, aber da hatte ich sie auch nicht immer, oft steckte ich sie in irgendwelche Kleinfächer.
Boah ich schwöre bei Gott, wenn ich die jetzt finde, werde ich ordentlicher!!!
Mein Stoßgebet half anscheinend, im letzten Fach war sie. Ich blies mir erleichtert eine Haarsträhne aus meiner verschwitzten Stirn.
„Geben sie bitte ihre Geheimzahl ein!“
Boah nee nicht auch das noch!
Der Bierbauch hinter mir trat von einem auf den anderen Fuß.
„Könnten sie bitte damit aufhören, so kann ich mich nicht konzentrieren!“ fuhr ich ihn an.
„Hören se mal Frollein, wir ham nich den janzen Tach Zeit!“
„Sie haben Urlaub verdammt! Da hat man Zeit! Leute wie sie kriegen übrigens die meisten Herzinfarkte! Solche Dauerstresser, immer ungeduldig, immer unter Strom.“ So, dachte ich mir, jetzt hast du deinen Dreck.
Der Bierbauch lachte.
„Hör ma Martha, wat das Mädel uns zu sajen hat. Herzinfarkt solln wir kriejen, weil wir uns angeblich zu viel aufrejen.“ Er gluckste. „Wat machen se denn beruflich? Wenn ich frajen darf. Sehen ja nicht jerade so aus, als hätten se Ahnung davon, ne? Halt lassen se mich raten…. Erzieherin!“
Mittlerweile brodelte ich.
„ICH BIN Chirurgin. DOKTOR Haase“, stellte ich mich vor und hielt im zum Beweis meine EC Karte hin. „Und wenn sie jetzt bitte entschuldigen, ich muss hier nur noch bezahlen und dann in meinen Flieger. Es gibt nämlich Leute, die tatsächlich meine Hilfe brauchen!“ schnaubte ich.

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23.10.2009 18:53
#70 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Mittlerweile guckten auch schon die anderen Urlauber. Jetzt aber. Mit ruhiger Gewissheit tippte ich die 4674 in das Lesegerät ein und kurz darauf später sprach es: Zahlung erfolgt. So, das wäre geschafft. Ich hechtete weiter zum Check in Schalter, damit ich endlich den blöden Koffer loswerden konnte. So langsam gefiel ich mir richtig gut, dem Alten hatte ich es gegeben und zudem rannte ich hier ziemlich busy über den riesigen Flughafen von Palma, ohne mich zu verlaufen und ohne in Tränen auszubrechen. Ich hielt vor einem Automaten, ein Snickers hatte ich mir nun wirklich verdient.

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23.10.2009 21:22
#71 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Marc blätterte zum hundertsten Mal die Auto Bild durch. Man total langweilig. Vor allem wenn man eh erstmal wieder ein gescheites Auto brauchte, um mitreden zu können. Seit Mehdi sein Cabrio geschrottet hatte fuhr er schon mit dieser Klapperkiste herum. So langsam wurde es Zeit, wieder mal an was Besseres zu denken. Der neue 3er BMW würde ihm schon gefallen. Natürlich auch als Cabrio. Und Hasenzahn auf dem Beifahrersitz.
Mittlerweile war es Nachmittag geworden. Man, hier vergingen die Tage aber auch überhaupt nicht wenn man das Bett hüten musste. Er überlegte, ob er Schwester Sabine noch einen Besuch abstatten sollte, ließ es dann aber bleiben. Wenn Gretchen sich gemeldet hätte, wäre sie sicher schon hier gewesen.
Draußen lief Gabi vorbei. Sie warf keinen einzigen Blick ins Zimmer. Gut so. Der Sekundenzeiger tickte weiter, langsam aber stetig. Wie Hypnose, dachte Marc noch, bevor er einschlief. Konnte aber auch müde machen, so viele Medikamente.

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23.10.2009 21:23
#72 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Hey Jochen, kannst du mich am Flughafen Berlin Tegel abholen?“ rief ich statt einer Begrüßung in den Telefonhörer.
„Gretchen, biste schon wieder da? Hat aber nicht lange gedauert, dein Selbstfindungstrip!“
„Jochen quatsch nicht rum, ich muss schnell ins Krankenhaus, kannst du oder kannst du nicht?“
„Ins Krankenhaus? Willst du nicht erstmal nach Hause kommen? Ich mein, Mama freut sich bestimmt wie ein Schnitzel wenn du wieder da bist und ich sag dir, es gibt so viele Neuigkeiten, du wirst es nicht glauben. Außerdem gibt’s später Pizza!“
„Jochen, werde jetzt bitte nicht spießig und mach hier nicht auf Familie. Ich muss dringend zu Marc….“
„Ach nicht der schon wieder… Ja ich weiß, Papa hat erzählt dass er noch ne Weile liegen muss. Und ich dachte du wärst in der Woche zu der Erkenntnis gekommen, dich erstmal nicht mehr auf nen Mann einzulassen.“
Ups, dachte ich und erinnerte mich an gestern abend.
„Tja falsch gedacht Jochen, ich will jedenfalls erst zu Marc, bevor mich Mama in die Finger bekommt und nicht mehr gehen lässt. Das brauch ich wirklich nicht. Ich bin nicht umsonst Hals über Kopf aufgebrochen. Und Pizza kann ich später auch noch essen…“
„Ist ja unglaublich, du verzichtest wegen nem Kerl auf Futter? Gretchen, Gretchen, ich sag am besten gar nichts mehr. Hoch schon im Auto und bin schon losgefahren, in 20 Minuten bin ich da, also seh zu, dass du draußen stehst und nicht bei Mc Donalds in der Warteschlange.“
Dann hatte er schon aufgelegt. Unglaublich, manchmal konnte Jochen echt Gedanken lesen. Ich hatte das goldene M nämlich gerade ins Visier genommen und wollte mir noch einen kleinen Imbiss gönnen, insofern das mein nervöser Magen noch zuließ. Lange würde es nicht mehr dauern und ich würde bei Marc sein. Viel war nicht los und ich bestellte Pommes und Cheeseburger dazu Cola. Maxi natürlich. Dann ging ich nach draußen, setzte mich auf eine Bank und wartete auf Jochen. Ein bisschen fror ich, wusste aber nicht ob es an den kühleren Temperaturen lag oder an meiner ansteigenden Nervosität.
Es dauerte nicht lange, da kam Jochen vorgefahren. Er hatte Papas Auto. Wieso bekam der immer Papas Auto und ich nicht? Warum musste ich immer bitteln und betteln, bis ich es haben durfte… Hoffentlich hatte er ihm nicht gesagt wohin er fuhr.

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23.10.2009 21:25
#73 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Gretchen, du bist ja braun geworden!“ staunte Jochen. „Jetzt erzähl mal, wo warst du denn?“
„Auf Mallorca“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Es lag schon ein bisschen stolz in meiner Stimme.
Jochen pfiff durch die Zähne „hätte ich dir gar nicht zugetraut, große Schwester… Und erzähl, hast du einen netten Spanier kennen gelernt?“ witzelte er.
Ich räusperte mich. „Nein, keinen Spanier..“
„Sag bloß nicht, so nen dickbauchigen, besoffenen Deutschen. Wo warst du überhaupt? Am Ballermann? So richtig mit Wet-T-Shirt-Contest?“
„Jochen!“ rief ich. „Ich fahr doch nicht an den Ballermann. Hm, nein ich hab niemanden kennen gelernt“, sagte ich wahrheitsgemäß.
„Und du willst wirklich gleich ins Krankenhaus?“
„Ja bitte…“
„Was ist, wenn er dich wieder nur blöd anmacht?“
„Wird er nicht….. hoffentlich“, das letzte Wort murmelte ich sehr leise.
„Mensch Alexis ist auch der Hammer oder?“ fragte Jochen plötzlich.
„DER braucht mir nicht unter die Augen zu kommen. Hat wohl nen Knall, wie brutal ist DAS denn gewesen. Ich mein, Milzriss, hallo, da muss man schon drauf hauen.“ Als ich das aussprach wurde mir richtig schlecht. Armer Marc.
„Ich glaub nicht, dass du Alexis sehen wirst.“
„Wieso, verschanzt er sich wieder in der Villa und spielt Deutschland sucht den Superstar und haut sich dabei die Birne mit Wodka zu?“
„Ich glaub ganz so schön hat er es nun nicht mehr….“ Sagte Jochen, weiter kam er aber nicht, weil wir da waren.
„Jochen, kannst mir später erzählen, ist jetzt auch nicht so wichtig, vielen Dank fürs Abholen. Sag Mama und Papa noch nicht, dass ich wieder da bin, ja? Sonst stehen sie hier auch noch gleich auf der Matte!“
Jochen nickte nur, drehte die Musik laut und fuhr los.
Da Sonntag war, wusste ich, dass mein Vater frei hatte. Das war gut. Aber wen ich jetzt sonst sehen würde, wusste ich nicht. Sabine war bestimmt da, die machte immer freiwillig Sonntagsdienst, sie hatte ja auch keinen der daheim auf sie wartete.
Da stand ich nun direkt vor dem Eingang und mein Herz rutschte mir in die Hose. Was wenn Marc mich wirklich nicht sehen wollte? Hastig zog ich noch mal meinen kleinen Schminkspiegel aus der Tasche und warf einen Blick hinein. Okay, wie immer, diesmal ohne verschmierte Wimperntusche. Haare hochgesteckt, ein bisschen müde sah ich aus, war ja aber auch ein langer Tag. Ich holte einmal gaaanz tief Luft, dann ging ich hinein. Wie in Trance ging ich auf den Aufzug zu, er kam, niemand stieg aus, ich ging hinein und fuhr nach oben. Auf der Chirurgie stieg ich aus. Meine Hände begannen zu schwitzen und zu zittern. MIST. Mein Bauch kribbelte. Ich schlich fast, obwohl niemand zu sehen war. Endlich war ich am Schwesternzimmer angelangt. Sabine saß drin und las ein Buch.

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23.10.2009 21:26
#74 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

„Hi Sabine“, sagte ich leise.
Sabine jubelte laut auf, als sie mich sah. „Gretchen, schön dass du da bist!“
„PSST, muss ja nicht gleich das ganze Krankenhaus mitkriegen… Auf welchem Zimmer liegt er denn?“
„In der vier. Warte, du kannst ihm gleich seine Medikamente mitbringen.“
Sabine drückte mir ein keines Plastikbecherchen in die Hand, bevor ich mich wehren konnte. So jetzt hatte ich keine Ausrede mehr. Auf in den Kampf Gretchen. Sabine drehte mich um und schubste mich Richtung Tür. Hilfe, nein, ich will nicht, dachte ich, lief dann aber doch los.

http://www.youtube.com/watch?v=neup60ANkDM

Kurz vor seinem Zimmer traute ich mich kaum weiter. Die Tabletten im Becher klapperten verdächtig. Vorsichtig schielte ich zur Glasscheibe rein. Und atmete auf. Marc schlief. Ausatmen Gretchen. Leise drückte ich den Türgriff nach unten, um ihn nicht zu wecken.

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23.10.2009 22:13
#75 RE: Story von Julie Zitat · Antworten

Anschließend setzte ich mich ans Bett. Seine Lippe war noch immer leicht blau, aber sonst sah er aus wie immer. Okay, die Haare vielleicht ein bisschen verwuschelter als sonst, das war aber auch schon alles. Ich konnte meinen Blick gar nicht von ihm abwenden. So als hätte ich ihn ewig nicht gesehen. Langsam legte ich meine Hand auf seine und strich darüber. Ich hatte den Eindruck, als lächelte er im Schlaf.
Wir saßen lange nur so da. Er schlief und ich schaute ihn an. Gott sei dank hatte ich etwas gegessen, das würde hier wohl noch länger dauern. Irgendwann stand Sabine mal draußen am Fenster. Es war gerade Schichtwechsel. Ich sah, wie sie Dr. Hassmann, diese neugierige Ziege, davon abhielt, nun hereinzukommen, um nach dem Patienten zu sehen, so wie das bei Schichtwechsel üblich war. Ich musste lächeln, Sabine war willensstärker als ich dachte. Plötzlich fing Marc an zu blinzeln. Oh Gott, er wacht auf. Mein Herz begann wieder, unregelmäßig zu hüpfen und Saltos zu schlagen.
Er blinzelte und sagte nichts, rieb sich erstmal die Augen, als würde er nicht richtig sehen.
„Hasenzahn!“ rief er und setzte sich schnell auf, hielt sich aber gleich darauf seine Hand in die Milzgegend.
„Langsam, ich laufe nicht weg“, lächelte ich nervös.
„Dass du mich auch schon mal besuchst“, sagte Marc.
Na super, war er jetzt beleidigt oder was?
„Marc, ich musste einfach mal weg… das war alles zu viel.“
„Hättest ja ruhig erstmal bei mir vorbei kommen können“, schmollte er.
„Ich war bei dir, aber du hattest ja nichts Besseres zu tun als dich mit Gina zu treffen, währen dich in der Kirche saß und auf dich gewartet habe!“
Aha, daher wehte also der Wind, dachte Marc.
„Hör mal Gretchen“, sagte er und nahm meine Hand. „Ich hab mich nicht mit Gina getroffen, sie kam zu mir. Sie meinte irgendwas von… mich abhalten und ich solle mich nicht mehr einmischen und es endlich einsehen, dass du……diesen verdammten Geldsack heiratest.“
„Gina hat WAS? So eine dumme Kuh! Hätte ich mir ja denken können, dass sie irgendwas im Schilde führt, sie war natürlich sauer, dass ich sie nicht mehr als Trauzeugin wollte. Aber warum hast du dich von ihr aufhalten lassen?“
„Hab ich nicht, ich war am Vortag mit Mehdi eins trinken und war einfach noch nicht fit, also legte ich mich wieder aufs Sofa und ich muss wohl wieder eingeschlafen sein. Als ich aufwachte war Gigi weg und es war schon 14h, ich war so frustriert, dass ich deinen großen Tag verpasst hatte, dass ich gleich noch ein paar Whiskey hinterher kippte.“
So war das also gewesen. Hm….
„Ich wollte mit dir reden, vor der Trauung. Ich wollte endlich wissen, was der Kuss am Polterabend zu bedeuten hatte. Anrufen konnte ich dich nicht, weil ich Sabine mein Handy gegeben hatte. Kurz vorher hatte ich mich nämlich dazu entschlossen, doch zu heiraten. Ich war so hin und her gerissen, es war so schrecklich, ich wusste nicht was ich tun sollte und ich hoffte so sehr, dass du kommen und mich retten würdest!“
„Wie im Märchen“, grinste Marc.
„Oh ne komm mir nicht schon wieder so, auf blöde Sprüche hab ich jetzt echt keinen Bock!“
Verstehe einer die Frauen, dachte Marc, das war jetzt eigentlich nicht irgendwie blöd oder abfällig gemeint.
Immer muss er ironisch werde, dachte wieder rum ich. Ich war kurz davor aufzustehen. Wenn er jetzt wieder alles kaputt machte…. Dann flieg ich auf der Stelle zurück nach Malle zu Mehdi! Dachte ich wütend.
„Im wirklichen Leben läuft es halt oft nicht nach Plan, Gretchen. Da kann es schon mal passieren, dass der Prinz seinen Einsatz verpasst!“ Marc grinste schon wieder so belustigt.
„Ich fand das aber gar nicht lustig!“ rief ich und sprang auf.
„Man Hasenzahn komm wieder runter. Meinst du ich fand es lustig, mir von deinem Millionärsarsch die Fresse polieren zu lassen! Das war wirklich nicht so amüsant wie es jetzt vielleicht scheint! Ich hatte einen Milzriss! Ich hätte streben können!“
„Oh Marc, jetzt komm mir nicht mit der Mitleidstour! Du und Alexis habt euch doch schon immer provoziert! Das wäre wahrscheinlich auch passiert, wenn ich da gewesen wäre!“ verteidigte ich mich. Hatte jetzt wirklich keine Lust, mir alles in die Schuhe schieben zu lassen.
„Warum bin ich überhaupt zurück geflogen? Ne ganze Woche hätte ich noch bleiben können!“ dachte ich laut.
„Bist du...“ Marc guckte grinsend erstaunt… „wegen mir…. Schon wieder da?“
„Bild dir bloß nichts drauf ein“, fauchte ich und verschränkte meine Arme vor der Brust.
„Ach komm Gretchen, wir müssen doch nicht schon wieder streiten!“
„Du hast doch damit angefangen!“ keifte ich zurück, das Wasser schon wieder bis zum Hals.

Oh man die hat echt nen Knall, dachte Marc. Da muss man jedes Wort vorher auf die Goldwaage legen, bevor man es ausspricht. Das könnte ja noch heiter werden. Aber jetzt hieß es erst einmal: handeln bevor sie hier abdampft. Obwohl das kam ja auch nicht immer so gut bei ihr an bis jetzt, aber egal…
Marc biss die Zähne zusammen und zog seine Bettwäsche zurück. Gretchen musste grinsen, in Jogginghose hatte sie ihn noch nie gesehen.
Marc trat auf Gretchen zu.
„Lach mich nur aus, ist mir doch egal“, sagte er beleidigt. Sie biss sich sofort auf die Lippen, die Hände noch immer bockig vor der Brust verschränkt.
„Du sollst doch gar nicht so viel aufstehen!“ mahnte sie.
„Ich bin hier der Oberarzt, da hat die Assistenz ihre Klappe zu halten“, gab er zurück.

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