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Dieses Thema hat 55 Antworten
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 Pausierende und abgebrochene Fortsetzungen!
Seiten 1 | 2 | 3
Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

18.10.2009 19:02
Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Hallo zusammen! Ich bin noch ganz neu hier in diesem Forum, schreibe allerdings sehr sehr gerne Geschichten und habe mir natürlich auch meine Gedanken zu Gretchen und Marc gemacht. Hier ist dann also meine Fortsetzung für euch!!!! Ich hoffe die Geschichte gefällt euch

Kapitel 1

Es war nun genau einen Tag her seit ihr Vater in der Kirche zusammengebrochen war, direkt nachdem sie das „Ja-Wort“ gesprochen hatte und für wenige Sekunden die glücklichste Frau der ganzen Welt gewesen war. Alexis hatte aus ihr die Prinzessin gemacht, die sie immer hatte sein wollen, doch der Zauber des Glücks hatte nicht lange angehalten. Gretchen war erfüllt gewesen von Angst auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Zusammenbruch hatte sich als tropisches Virus herausgestellt und Gretchen musste nun ebenfalls in Quarantäne bleiben, genau wie alle anderen.
„Ich glaube so habe ich mir meine Hochzeitsnacht nicht vorgestellt.“, sagte Gretchen und schaute dabei auf Marc, dessen Hand sie sanft festhielt. Nicht nur ihr Vater war bei der Trauung zusammengebrochen. Gretchen konnte sich noch genau an das Bild erinnern als sie die Türen der Kirche öffnete und Marc dort am Boden lag. Auch bei ihm hatte das Virus zugeschlagen. Nur anders als bei ihrem Vater war Marc noch immer bewusstlos und so saß Gretchen in ihrer Hochzeitsnacht isoliert auf der Intensivstation des Krankenhauses in dem sie arbeitete und hielt dabei Marc Meiers Hand.
„Wie geht’s euch da drin Gretchen?“, fragte Mehdi, der den Virus genau wie Gretchen nicht bekommen hatten, obwohl sie beide mit der Patientin die den Virus in sich getragen hatte zusammen gewesen waren.
„Die Werte sind noch nicht besser, aber auch nicht schlechter. Nach wie vor nicht bei Bewusstsein.“ Mehdi nickte und sah Gretchen dann an, die sich die Tränen von der Wange wischte.
„Weißt du, genauso hatte ich mir meine Hochzeitsnacht immer vorgestellt.“, sagte sie und sah dann auf Marc.
„Wieso ruiniert er mein Leben andauernd?“ Mehdi atmete tief durch. Er wusste, dass Gretchen Marc liebte, er kannte allerdings auch die andere Seite. Er kannte Marc wie kein anderer auf dieser Welt. All die Differenzen und all der Streit der zwischen ihnen geherrscht hatte wegen Anna und wegen Gretchen änderte nichts daran, dass sie Zeit ihres Lebens die besten Freunde waren. Mehdi kannte die ganze Wahrheit hinter dem großen, jungen, erfolgreichen, gut aussehenden Oberarzt Doktor Marc Meier, der lieber bei lebendigem Leibe verbrennen würde als Gefühle zuzulassen oder zu zeigen. Er kannte den Marc, der eine schwere und undankbare Kindheit durchgestanden hatte und er kannte den Marc der unsterblich in Gretchen verliebt war und mit der momentanen Situation nicht umgehen konnte. Seit seiner Jugend liebte er Gretchen und spätestens als sie als schöne Ärztin ausgerechnet ihm zugeteilt wurde, war es um Marc geschehen gewesen und trotzdem hatte er es nur wenige Male geschafft bei Gretchen ganz er selbst zu sein. Auch Gretchen hielt er mit all seinen fiesen Sprüchen auf Abstand, aus Angst er könnte sich verlieben. Dass das alles Selbstbetrug war, da er sie schon lange liebte, hatte Marc erst einsehen können als Gretchen ihren Alexis heimlich in Las Vegas geheiratet hatte und nun die offizielle Trauung in Deutschland anstand. Trotzdem hatte er es nicht geschafft ihr die Wahrheit zu sagen, nicht zuletzt weil er wusste, das Gretchen es im Leben besser haben würde mit einem Millionär an ihrer Seite. Besser als mit ihm, dem gefühlskalten emotionalen Frack.
„Er wird schon wieder.“, erklärte Mehdi, während Gretchen mit den Schultern zuckte.
„Ich bin jetzt verheiratet. Mir kann es wirklich egal sein was mit ihm passiert.“, erklärte Gretchen, wusste aber gleichzeitig, dass es ihr alles andere als egal war.
„Da du ebenfalls keine Anzeichen zeigst und den Impfstoff augenscheinlich gut vertragen hast kannst du in etwa einer Stunde aufbrechen. Dann geht’s ans Koffer packen.“ Gretchen nickte etwas. Sie würde nun für vier Wochen gemeinsam mit Alexis in die Flitterwochen fliegen. Im Privatjet auf die eigene Insel versteht sich. Gretchen sah auf Marc und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. Er musste einfach aufwachen bevor sie wegging. Als wenn sie es geahnt hatte blieb Marc bewusstlos als Gretchen das Zeichen bekam, dass sie nun wieder „frei“ war.
„Viel Glück Marc, halt die Ohren steif und werd bitte wieder gesund.“, flüsterte Gretchen und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.
„Leb wohl Marc.“
Gretchen schaute noch bei ihren Eltern vorbei und verabschiedete sich von diesen, bevor sie aufbrach um ihre Sachen zuhause zusammen zu packen.
„Mehdi?“, fragte Marc leise als er wieder zu Bewusstsein kam.
„Hey Schneewittchen, ich dachte schon du würdest gar nicht mehr aufwachen.“, sagte Mehdi und war froh seinem besten Freund wieder in die Augen sehen zu können. „Was ist passiert?“
„Tropenvirus. Du musst dich dringend komplett untersuchen lassen. Du hast viel zu heftig reagiert. Deine Werte waren übel Marc. Außerdem warst du drei Tage lang weg.“ Marc weitete die Augen und schreckte dann hoch.
„Gretchen. Ich….ich muss sie aufhalten.“
„Es ist zu spät Marc. Gretchen ist gestern mit Alexis in die Flitterwochen geflogen. Es ist zu spät.“

....to be continued!

Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

18.10.2009 19:38
#2 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 2

Gretchen war aufgeregt wie an ihrem ersten Tag im Krankenhaus als sie ihre Station nach den Flitterwochen wieder betrat. Sie hatte eine wunderschöne Zeit mit Alexis verbracht und doch hatte immer irgendetwas gefehlt. Gretchen schämte sich zutiefst dafür, dass sie trotz allem nicht so unendlich glücklich gewesen war, wie sie dies in ihren Flitterwochen eigentlich hätte sein sollen.
„Hallo Frau Doktor. Es ist so schön Sie wieder hier zu haben.“, begrüßte sie Schwester
Sabine direkt.
„Danke Schwester Sabine. Wo ist Doktor Meier? Geht es ihm wieder gut?“ Sabine verzog etwas das Gesicht. Sie wollte augenscheinlich gerade antworten als Marc um die Ecke ins Schwesternzimmer bog.
„Hasenzahn.“, sagte er überrascht und stoppte direkt als er Gretchen erblickte.
„Wie waren die Flitterwochen? Das Essen scheint ja auf jeden Fall nicht allzu schlecht gewesen zu sein.“, sagte Marc direkt und deutete mit dem Krankenblatt in der Hand auf Gretchen.
„Marc, scharmant wie immer. Als ich dass das letzte Mal gesehen habe hast du mir irgendwie besser gefallen. So bewusstlos und stumm in einem Bett.“ Marc nickte kurz und sein Blick fiel auf das Namensschild auf Gretchens Brust. „Dr. von Buren.“ Er hielt inne und starrte einen Moment länger auf das Schild als er dies beabsichtigt hatte. Gretchen sah ebenfalls an sich herunter, stellte dann allerdings schnell fest, woran Marcs Blick hängen geblieben war. Als sie ihn wieder ansah glaube sie eine Sekunde gesehen zu haben, dass seine Augen glitzerten. Der Schmerz in seinem Blick war für einen blinden sichtbar gewesen. Marc drehte sich wortlos herum und stürmte aus dem Schwesternzimmer heraus.
„Marc!“, rief Gretchen noch hinter ihm her, doch Marc machte weder die Anstalten stehen zu bleiben, noch ihr weiter zuzuhören.
„Was war das denn bitte?“, fragte Gretchen und drehte sich um, wo Schwester Sabine beschämt zu Boden sah. Gretchen war nicht entgangen wie schlecht Marc ausgesehen hatte.
Sie verließ nun ebenfalls das Schwesternzimmer und ging zum OP Plan herüber, wo sie direkt am Mittag gemeinsam mit Marc für eine Operation eingeteilt war. Hüfte….wie war das noch mit Männern, Hammer und Nägeln? Gretchen suchte sich die Akte heraus und ging dann zu dem Patienten, in der Hoffnung Marc dort zu treffen, was auch direkt geschah. Sie sprachen nüchtern und sachlich über den Patienten.
„So Doktor Haa….“, Marc brach den Satz ab und holte dann tief Luft.
„Doktor von Buren wird sie weiterhin vorbereiten.“, nuschelte Marc kaum verständlich und schob sich dann an Gretchen vorbei aus dem Raum, ohne sie dabei auch nur eines Blickes zu würdigen. Gretchen übernahm alles Weitere und wusch sich dann steril für die Operation, während Marc erst kurz vor knapp hinzu stieß.
„Kannst du mir mal bitte kurz verraten für was dieses Schweigen gut sein soll?“ Marc sah Gretchen nur kurz an.
„Ich weiß nicht wovon du redest.“
„Ist es wegen des Namensschilds? Ich meine Marc, ich bitte dich, ich habe Alexis geheiratet, da ist jawohl nur zu natürlich, dass ich jetzt seinen Namen trage.“
„Ich glaube nicht, dass ich etwas dazu gesagt habe. Warum kauft er dir nicht eigentlich eine eigene Praxis? Dann kannst du wieder kleine süße Kinderärztin ohne Fachwissen werden.“ Gretchen sah Marc wütend an und schüttelte dann den Kopf.
„Ich frag mich ernsthaft, warum um alles in der Welt ich mir Sorgen um dich gemacht habe.“, entgegnete sie und ging dann dicht gefolgt von Marc in den OP. Sie hatten zu arbeiten.
„Wie waren denn Ihre Flitterwochen Frau Doktor?“, fragte Schwester Sabine, die bei der Operation ebenfalls assistierte.
„Sehr schön Schwester Sabine, vielen Dank.“
„Hat er dir nicht gleich die Fidshis gekauft?“, fragte Marc dazwischen.
„Nein Marc, hat er nicht. Wir waren auf seiner eigenen Insel.“, entgegnete Gretchen, während Marc kurz höhnisch auflachte und dann wieder schwieg.
„Sie haben jetzt eine eigene Insel Frau Doktor?“, fragte Sabine begeistert.
„Na ja, eine halbe zumindest, falls er nicht schlauerweise einen Ehevertrag abgeschlossen hat. Hat er eigentlich?“
„Ich wüsste nicht was dich das angehen würde Marc.“
Zu Gretchens Überraschung trat nun Schweigen ein. Alle Handgriffe kamen routiniert wie immer, bis das OP Besteck plötzlich in Marcs Händen zu zittern begann. Marc räusperte sich und ließ den Kopf kreisen, während Gretchen ihn besorgt ansah.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie. Sie hatte noch nie gesehen, dass Marc bei einer Operation zu zittern begann. Auch bei einem erneuten Versuch waren seine Hände nicht ruhiger. Gretchen sah Marc ins Gesicht, das unter dem Mundschutz kalkweiß wirkte, Schweißperlen standen ihm auf der Stirn.
„Marc!“, wiederholte Gretchen, während Marc sie nun ansah und der Schwester neben sich sein Operationsbesteck reichte.
„Ich muss mal aufs Klo.“, sagte Marc und ging dann aus dem OP heraus. Gretchen stand noch immer vor dem Operationstisch und sah Marc nachdenklich hinterher.
„Was war das jetzt?“, fragte sie und schaute auf Schwester Sabine.
„Es geht dem Doktor Meier nicht so gut.“
„Wieso? Was heißt das?“
„Das weiß ich nicht, ich bin ja keine Ärztin, ich bin ja nur Krankenschwester.“ Gretchen drehte sich um und sah durch die Scheibe wie Mark etwas in seinen Mund warf und mit Wasser herunterspülte. Sie hatte noch nie gesehen, dass er Pillen nahm.
„So, dann wollen wir mal weitermachen. Hasenzahn, was gibt’s zu tun?“
„Ist alles in Ordnung? Was hast du für Tabletten genommen?“, fragte Gretchen, doch Marc machte nicht die Anstalten auf ihre Frage einzugehen, so dass Gretchen sich wieder auf den Patienten konzentrierte und fortfuhr.

....to be continued!

Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

19.10.2009 18:01
#3 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 3

Erst als die Operation beendet war und sie zusammen aus dem OP herausgingen, fasste Gretchen Marc am Arm und sah ihn ernst an.
„Was war das da drinnen bitte?“
„Eine Hüftgelenksprothese.“, antwortete Marc trocken.
„Herrgott noch mal, das weiß ich jawohl selber. Ich meine mit dir Marc. Was hast du für Beschwerden?“
„Wieso, willst du mich jetzt untersuchen oder was?“, fragte Marc und grinste Gretchen dabei ab.
„Ja, wenn es sein muss. Ich will wissen was mit meinem Oberarzt nicht stimmt, wenn er mich mitten in einer Operation alleine lassen muss um irgendwelche Pillen einzuwerfen! Du siehst aus wie die Hölle Marc. Und ja, das da drinnen war keine große Sache, aber was wenn es doch eine gewesen wäre.“
„Jetzt mach bitte nicht so ein Drama daraus.“
„Gut, also was ist los?“
„Nichts, okay? Es ist nichts los.“
„Kommt das noch von dem Tropenvirus? Warst du danach noch lange im Krankenhaus? Haben sie etwas festgestellt, warum du so heftig reagiert hast?“
„Hör mal, wenn du solche Lust hast eine Anamnese zu machen, geh in Raum 204, da muss sie nämlich noch gemacht werden. Ich wünsche dir viel Spaß dabei.“, erklärte Marc und verließ dann den Raum. Gretchen beschloss, nach abgeschlossener Aufgabe von Marc, direkt zu Mehdi zu gehen. Mehdi würde ihr bestimmt all ihre Fragen beantworten können.
„Hey, Mehdi!“, sagte Gretchen fröhlich als sie in Mehdis Sprechzimmer herein ging.
„Gretchen, hey! Na, bist du gut aus deinen Flitterwochen wieder da?“
„Ja, das war ich eigentlich. Mehdi, was stimmt nicht mit Marc?“, kam Gretchen direkt zur Sache.
„Was stimmt denn nicht mit Marc?“, fragte Mehdi zurück.
„Ja, das weiß ich ja eben nicht. War er noch lange im Krankenhaus? Ich meine vielleicht kann es noch von dem Tropenvirus kommen. Habt ihr noch viele Untersuchungen gemacht? Woher kam seine starke Reaktion?“
„Marc ist aufgewacht einen Tag nachdem du gefahren bist und hat sich noch am selben Tag auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus entlassen. Er ist ja schließlich Arzt. Wir haben keine weiteren Untersuchungen gemacht und ich hab gerade ernsthaft keine Ahnung wovon du redest.“
„Hast du ihn dir mal angeschaut?“
„Wir sehen uns jeden Tag, wieso?“
„Mein Gott Männer. Mehdi wirklich. Marc sieht total fertig aus. Ist dir denn nicht aufgefallen, dass er dünner geworden ist?“ Mehdi schüttelte den Kopf.
„Gerade bei der OP hat er angefangen zu zittern. Er war kalkweiß und nass geschwitzt und hat dann vor dem OP ein paar Pillen eingeworfen bevor wir weiteroperiert haben.“, schilderte Gretchen.
„Marc?“
„Ja Mehdi, Marc.“ Mehdi schüttelte verwirrt und nachdenklich den Kopf.
„Ich hab keine Ahnung Gretchen.“ Gretchen nickte und verabschiedete sich dann wieder von Mehdi. Männer. Sie hätte sich denken können, dass er nichts wusste. Gretchen ging durch in Marcs Büro, wo Marc hinter den Akten kaum noch zu entdecken war.
„Marc?“, fragte Gretchen, während Marc kurz den Kopf hob und über seine Akten herüberschaute. Seit Gretchen in die Flitterwochen gefahren war, hatte er sich nicht mehr konzentrieren können. Zu sehr hatte sich das Bild in sein Gedächtnis gebrannt, als die Frau die er über alles liebte einem anderen Mann das „Ja-Wort“ gegeben hatte. Sie hatte so wunderschön ausgesehen in ihrem Brautkleid. Er hätte es verhindern können.
„Sind das alles Akten die du noch bearbeiten musst?“
„Nein, ich dachte nur es wäre hübsch einen Sichtschutz zu haben.“ Gretchen sah auf den Stapel und ging um diesen herum um Marc richtig sehen zu können, der sich gerade in seinem Schreibtischstuhl zurück lehnte und Gretchen ebenfalls ansah, die sich mit verschränkten Armen an die Ecke seines Schreibtischs lehnte.
„Kann ich dir jetzt helfen, oder lässt du mich bitte weiter arbeiten?“
„Je nachdem was du mir jetzt erzählst.“
„Über welchen Fall?“
„Den Fall Marc Meier.“
„Ach Gretchen, jetzt bitte, hör endlich auf zu nerven.“
„Was fehlt dir Marc?“
„Nichts. Mir fehlt gar nichts.“, entgegnete Marc und ohrfeigte sich innerlich dafür, dass er Gretchen nicht sagen konnte, dass sie es war die im fehlte, mehr fehlte als alles auf dieser Welt.
„Außerdem hast du jetzt nicht Feierabend?“
„Wann machst du Feierabend?“
„Gretchen bitte, ich habe wirklich noch viel zu tun.“
„Dann bleibe ich und helfe dir. Sag mir wo ich anfangen soll.“
„Geh du lieber nach Hause. Dein Schnösel steht doch bestimmt schon mit dem Helikopter auf dem Parkplatz um dich in ein Restaurant auf die Bahamas zu fliegen, das er gerade extra für dich gekauft hat. Geh in dein Schlösschen und koch deinem Mann was zu essen, ganz wie das Heimchen am Herd.“ Gretchen schenkte Marc einen bösen Blick und nahm sich die erste Akte zur Hand, wobei sie Marcs Blick bemerkte, der viel zu lange auf ihrem Gesicht blieb. Nach etwa einer Stunde konnte Marc seine Müdigkeit kaum noch unter Kontrolle halten. „Seit wie vielen Stunden bis du eigentlich im Dienst?“, fragte Gretchen als sie Marc ansah. „25.“, erklärte dieser nach einem kurzen Blick auf die Uhr.
„Oh Marc, das ist unverantw….“, Gretchen kam nicht weiter, da Marc ihr ins Wort fiel.
„Willst du mir jetzt helfen, oder mir unendliche Vorträge halten?“ Gretchen verstummte, während Marc sich durch die Augen rieb. #
„Kaffee?“, hinterfragte Gretchen, doch Marc schüttelte den Kopf. Wenn er doch jetzt einen Kaffee trinken könnte. Gretchen zuckte zusammen als das Handy in ihrer Tasche zu schellen begann.
„Hey, Alexis.“, meldete sie sich sanft, während Marc die Augen verdrehte und ruckartig aufstand.
„Ich weiß….ich auch. Nein, es ist wirklich soviel zu tun.“, erklärte Gretchen und sah dann auf die Uhr. Ihr Dienst fing in acht Stunden bereits wieder an.
„Geh nach Hause.“, erklang nun die Stimme von Marc hinter Gretchen.
„Und was ist mit all den Akten?“
„Das ist meine Sache. Geh nach Hause.“, wiederholte Marc und hörte dann unwillkürlich zu, wie Gretchen sich am Telefon verabschiedete. Spätestens bei dem „Ich dich auch.“, war Marcs Schmerzgrenze deutlich überschritten. Gretchen verabschiedete sich und wollte dann mit ihrem Fahrrad die Fahrt nach Hause antreten, allerdings hatte Alexis einen Wagen geschickt, der Gretchen abholte. Marc schaute ihr aus dem Fenster hinterher und seufzte als er sich wieder zu seinen Akten umdrehte.

....to be continued!

Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

20.10.2009 18:56
#4 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 4

Er beschloss sich ins Bereitschaftszimmer zurück zu ziehen und dort etwas zu schlafen. Nach Hause fahren lohnte sich nicht. Marc musste unwillkürlich an die Zeit zurückdenken, als es Gretchen noch nicht gab. Als es noch Schwester Gabi gab, mit der er nun garantiert im Bett gelandet wäre. Damals war alles soviel einfacher gewesen. Marc atmete tief durch. Er musste dringend versuchen zu schlafen, solange die Schmerzen noch so erträglich waren.
„Marc?“, erklang am nächsten Morgen die Stimme von Gretchen, während Marc direkt in dem Bett hochfuhr.
„Was?“, fragte er erschrocken.
„Wir haben jetzt wieder Dienst und müssten mal langsam mit der Visite und der Planung des Tages anfangen.“, erklärte Gretchen, während Marc in seine Schuhe und seinen Arztkittel schlüpfte.
„Ist sonst noch was? Ich komme gleich.“, erklärte Marc und sah Gretchen dabei an, die sich zurückzog.
Als Marc ins Schwesternzimmer kam hatte Gretchen bereits eine dampfende Tasse Kaffee für ihn bereitgestellt. Marc überlegte nicht lange und trank einen großen Schluck. Er musste dringend wach werden.
„Dr. Meier? Dr. von Buren, der Krankenwagen bringt einen neuen Patienten.“
„Ja, dann mal los.“, erklärte Marc und ging dann gemeinsam mit Gretchen zur Notaufnahme herüber. Marc hörte sich gemeinsam mit Gretchen Gordons Beschreibung des Verletzten an. „So, dann mach mal.“, sagte Marc an Gretchen gewandt, die sofort mit der Anordnung von Untersuchungen begann. Marc entschuldigte sich kurz und ging dann schnellen Schrittes zur Toilette herüber, wo er direkt begann sich heftig zu übergeben. Der Kaffee war wirklich eine überaus schlechte Idee gewesen. Marc holte ein paar Mal tief Luft, doch der Würgreflex ließ nicht nach, obwohl sein Magen vollkommen leer war. Erschöpft ließ er sich neben die Toilette sinken.
„Marc, sollen wir jetzt das große Blutbild machen?“, rief Gretchen in die Toilette herein. „Moment.“, entgegnete Marc, wobei es eher wie ein Flüstern klang, nicht im Entferntesten so bestimmend wie normalerweise. Marc rappelte sich wieder auf und konnte nur hoffen, dass es nicht noch einmal von Neuem losging. Gretchen war in der äußeren Tür stehen geblieben und sah auf den erschöpften Marc, der sich mehr aus der Kabine herausschleppte als zu gehen. Erst als er Gretchen erblickte richtete er sich vollständig auf.
„Das hier ist die Herrentoilette!“, herrschte Marc sie an.
„Wirklich? Großes Blutbild Marc, ja oder nein?“
„Ich komme ja sofort!“, antwortete Marc und ging zum Waschbecken herüber.
„Äh, du kannst jetzt gehen. Es gibt jetzt hier keine nackten Tatsachen mehr, an denen du dich erfreuen könntest.“
„Ich warte auf meine Antwort.“, betonte Gretchen, wollte aber in Wahrheit nur sehen, ob Marc sich seinen Mund auswusch und sich somit ihr Verdacht bestätigte, dass er gebrochen hatte. Marc wollte ihr nicht sagen, was mit ihm los war, aber sie würde es herausfinden. Gretchen nickte als Marc sich den Mund auswusch und ließ ihn dann alleine, während sie schon einmal zu dem Patienten zurück ging. Marc folgte ihr nach kurzer Zeit und entschied dann über die Maßnahmen die Gretchen nicht selbstständig entscheiden durfte, bevor er sich in sein Büro zurückzog. Zumindest solange bis Gretchen ihn zur OP abholen würde.
Marc ließ sich in seinem Schreibtischstuhl fallen und fragte sich inständig, wie das alles weitergehen sollte. Er wusste selber, dass er Ruhe braucht, Ruhe und wahrscheinlich eine Operation, doch das würde er sich niemals eingestehen. Wer sollte ihn auch operieren? Er war derjenige der operierte. Marc holte seine Tabletten hervor und spülte sie mit etwas Wasser herunter. Ruhe, schwächere Tabletten und eine Operation, dachte Marc und richtete sich dann auf, da er Gretchen nicht vollkommen alleine lassen wollte mit dem Patienten. Der Schmerz, der seinen Körper kurz nach dem Aufstehen durchfuhr war beinah unmenschlich und brachte Marc dazu sich am Schreibtisch festzukrallen um nicht umzufallen.
„Marc, Herr Rösler ist nun für die Operation vorbeireitet, sollen wir….“, Gretchen, die wie immer unangekündigt in Marcs Büro hereingestürmt war, verstummte direkt als sie Marc erblickte. Dieser nahm all seine Kraft zusammen und richtete sich auf. Er war so unendlich froh, dass der Schmerz dabei war abzuklingen.
„Was sollen wir?“, fragte er und sah Gretchen dabei an, wobei er sich immer noch halt suchend an seinem Regal abstützte.
„Was ist los mit dir Marc?“,
„Du hattest eine andere Frage. Also was sollen wir?“
„Sollen wir sofort operieren oder nicht?“ Marc atmete tief durch und folgte Gretchen dann, die Marc aus dem Augenwinkel heraus beobachtete. Mittlerweile fand sie es eindeutig gerechtfertigt sich Sorgen zu machen. Marc brachte die Operation glänzend hinter sich und auch sonst verlief der Tag glänzend. Marc schickte Gretchen früh nach Hause, da sie sich nicht erneut die halbe Nacht mit ihm um die Ohren schlagen sollte.
Auch Marc beschloss trotz der ganzen Arbeit nach Hause zu fahren und sich dort ein wenig auszuruhen. Er musste dringend etwas essen und schlafen.
Marc wurde wie immer von der Stille in seinen eigenen vier Wänden überrollt. Im Krankenhaus herrschte jeden Tag soviel Trubel, unzählige Menschen schwirrten um ihn herum, während zuhause nichts und niemand auf ihn wartete. Er hatte Gretchen einmal gestanden, dass sein Beruf sein Leben war. Was hatte er auch sonst. Aufgrund seines Jobs kam er kaum dazu Freundschaften zu pflegen, eigentlich hatte er keine Freunde außer Mehdi. Marcs Anrufbeantworter blinkte zu einer Überraschung und er drückte den Knopf um sich die Nachrichten vorspielen zu lassen.
„Marc Olivee, hier ist deine Mutter. Du musst das neuste Manuskript von Doktor Rokelt lesen.“, hatte seine Mutter auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Natürlich rief sie ihn nur deshalb an. Für sie zählte nur Doktor Rokelt und es interessierte ihn einfach nicht ihren Schund zu lesen und trotzdem würde er ihr diesen Wunsch niemals abschlagen. Olivee, wie sehr er diesen Namen hasste. Wie hatte seine Mutter es zulassen können, dass er den Namen seines Erzeugers weiter trug, während sie den nächstbesten Mann geheiratet hatte um nicht mehr Frau Meier zu sein. Marc ging ins Badezimmer herüber und nahm erst einmal eine heiße Dusche, bevor er sich vornahm sich etwas zu essen zuzubereiten. Die Auswahl der Gerichte die er zu sich nehmen konnte war nicht sehr üppig und so entschied er sich für zwei trockene Toastscheiben, in der Hoffnung, dass diese seinem Magen nicht wieder zusetzten. Marc setzte sich auf die Couch und schaltete den Fernseher ein. Redende Menschen nahmen ihm das so verhasste Gefühl der Einsamkeit. Seine Gedanken schweiften zu Gretchen herüber und er musste unwillkürlich über das Bild lachen, dass sich vor seinem geistigen Auge abspielte. Gretchen in einem traumhaften Ballkleid, wie sie durch ihr Schloss lief und vor einem meterhohen Schokoladenbrunnen in der Eingangshalle stehen blieb, doch Marcs Lachen verstummte. Er dachte daran, wie sie die Haustür aufschloss und Alexis sie begrüßte, wie sie gemeinsam aßen, gemeinsam lachten, gemeinsam auf der Couch lagen und auch daran wie sie gemeinsam ins Bett gingen. Marc schloss seine Augen und versuchte sich auch andere Themen zu konzentrieren. Er musste über sie hinweg kommen, musste es wieder schaffen sich einzureden, dass sie ihm nichts bedeutete, dass sie ihm vollkommen egal war, doch Marc wusste nicht wie er es schaffen sollte. Er liebte sie und das war ihm so bewusst wie noch niemals zuvor. „Männer merken es immer erst wenn es zu spät ist.“, hatte Gretchen mal einmal gesagt und sie hatte Recht gehabt. Sie hatte unglaublich viel Recht gehabt. Er hatte es erst gemerkt als es schon zu spät war, als er sie schon verloren hatte und nun konnte er nichts auf der Welt tun um es wieder rückgängig zu machen. Wenigstens hatte sie es gut getroffen. Ein Millionär der aus ihr die Prinzessin machte, die sie immer hatte sein wollen, das hatte sie wirklich verdient. Jemand der sie aufrichtig liebte und ihr das auch zeigen konnte und nicht so ein Frack wie ihn. Marc war sich sicher, dass er es mit ihr hätte schaffen können. Das sie es geschafft hätte all seine Ängste wegzuwischen, all das was er in seiner Kindheit erlebt hatte, all das was ihm immer eingebleud worden war, durch ein einziges Lachen für immer aus seinem Herzen zu entfernen. Mit ihr hätte er es schaffen können, doch wenn nicht mit ihr mit wem dann? Er hatte Gretchen verloren und damit auch all seine Hoffnung irgendwann ein normal fühlender Mensch zu werden. Wie sehr hatte er sich schon darüber geärgert, dass er die Gefühle zugelassen hatte, das er es zugelassen hatte, dass sie sein Schild zerbrach. Nun litt er mehr als jemals zuvor in seinem Leben und mehr als er es aushalten konnte und wollte.

....to be continued!

Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

22.10.2009 18:07
#5 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 5

Gretchen saß derweil zuhause auf dem riesigen Kingsizehimmelbett, dass sie sich mit ihrem Ehemann teilte. Ehemann, dieses komische und ungewohnte Wort und holte ihr Tagebuch hervor. Sie hatte sich so sehr geschworen es nicht weiter zu schreiben. Seit ihrer Jugendzeit ging es in all ihren Tagebüchern nur um Marc, Marc hier, Marc da, Marc überall. Sie hatte sich geschworen es nicht weiter zu führen, nicht wieder auf Marc einzugehen, keinen Gedanken mehr an ihn zu verschwenden, doch schon nach zwei Tagen zurück in seiner Nähe hatte sie das Tagebuch wieder in ihrer Hand und begann die ersten Zeilen zu schreiben:

Liebes Tagebuch. Zurück in der Klinik, zurück bei Marc Meier und ade alle Vorsätze. Marc Meier macht mir wirklich Sorgen. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm und ich habe noch nicht herausgefunden, was es ist. Er ist gemein, ignorant, selbstverliebt und unglaublich fies, soweit ist also alles wie immer, aber irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Es ist die Art und Weise wie er mich ansieht und die Art und Weise wie er sich in meiner Nähe benimmt. Er ist gemeiner als sonst. Verbitterter. Und auch sonst scheint irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen. Aber auch das werde ich noch herausfinden. Doktor Hase in Mission Impossible. Ich wollte mich schon immer wie Tom Cruise von der Decke abseilen.

Als Marc am nächsten Tag im Krankenhaus ankam fühlte er sich etwas besser als sonst, was in ihm die leichte Hoffnung aufkommen ließ, dass sich sein Problem vielleicht doch durch ein paar Tabletten lösen ließ, so wie dies eigentlich ja auch normal war….außer bei ihm.
Marc setzte sich an seinen Schreibtisch und begann an der ersten Akte zu arbeiten, als die Tür aufflog und Mehdi hereinkam.
„Herrgott noch mal, wieso klopft hier eigentlich niemand mal?“, entfuhr es Marc, während Mehdi ihn unschuldig ansah und sich gegenüber von Marc auf einen Stuhl fallen ließ. Er hatte es bis jetzt noch nicht geschafft mit Marc zu reden, doch jetzt als er ihm direkt gegenüber saß wusste er was Gretchen gemeint hatte. Wie hatte ihm das bis jetzt entgehen können?
„Und, was machst du so?“ Marc sah von seiner Akte auf und zuckte mit den Schultern. „Wonach sieht es denn bitte aus?“
„Wieso bist du so im Rückstand?“, fragte Mehdi als er auf die vielen Haufen blickte.
„Weil ich nicht nur Kinder holen und alten Frauen erzählen muss, dass sie in den Wechseljahren sind.“
„Machen wir heute Mittag mal wieder Pause zusammen? Es gibt Spagetti.“
„Keine Zeit.“
„Und sonst? Wollen wir abends nicht mal wieder um die Häuser ziehen? Ich meine du und ich? Wir beide sind ja jetzt wenigstens wieder Single.“
„Oh Mehdi verschon mich bitte, ja? Ich hab echt viel zu tun, wie du ja selber siehst. Geh meinetwegen aus mit wem du willst, aber lass mich weiterarbeiten und komm mir jetzt bloß nicht mit dem „du musst mal wieder raus“ Mist. Wenn ich finde, dass ich das muss, dann werde ich das schon tun.“ Mehdi nickte lediglich etwas.
„Was ist los mit dir? Ich meine das jetzt ernst. Du siehst schlecht aus.“
„Hat dich Hasenzahn auf mich angesetzt?“ „
Gretchen macht sich nur Sorgen um dich.“
„Um mich? Sie soll sich mal lieber auf ihre Karriere als Millionärsgattin konzentrieren und….“
„Marc hör auf!“ Marc verstummte sofort und senkte den Blick wieder auf seine Akte.
„Gut, wenn du Gretchen nicht erzählen willst was hier los ist, dann kann ich das vielleicht noch verstehen, aber ich verstehe nicht, wieso du dich nicht an mich wendest. Es sieht ein Blinder das dir irgendwas fehlt und glaub mir Gretchen beobachtet jeden deiner Schritte, sie wird es so oder so herausbekommen, sie ist nämlich auch Ärztin, verstehst du? Also, was hast du für Pillen geschluckt während einer OP?“ Marc schloss kurz die Augen und schüttelte dann den Kopf.
„Geh dich wieder um dicke, hässliche, fette, schwangere Frauen kümmern und lass mich in Ruhe Mehdi.“, entgegnete Marc ruhig, während Mehdi direkt ohne ein weiteres Wort den Raum verließ. Marc hatte ihn noch niemals so abblitzen lassen, es war das erste Mal, dass er es nicht geschafft hatte an seinen besten Freund heranzukommen und mit diesem zu reden. Auf dem Flur traf Mehdi auf Gretchen, die ihn erwartungsvoll ansah.
„Ja, er hat definitiv etwas, aber was, dass kann ich dir auch nicht sagen, er hat mich genauso abblitzen lassen, wie dich auch.“, erklärte Mehdi, während Gretchen ihn hilflos ansah.
„Wenn es noch mal vorkommt, dass er während einer Operation Tabletten einwirft, oder dich alleine während einer Operation zurücklässt, dann würde ich das an deiner Stelle deinem Vater melden.“
„Ich verpetze Marc doch nicht bei meinem Vater.“
„Du weißt selber, dass es ihn umbringen würde, wenn er nicht mehr operieren darf.“ Gretchen nickte etwas und ging dann ebenfalls zu Marc.
„Anklopfen, Herrgott noch mal. Ist das denn so schwer?“, schnauzte er Gretchen direkt an. „Entschuldigung. Wir haben einen Patienten Marc.“
„Ich komme sofort.“, antwortete Marc und folgte Gretchen dann. Der heutige Tag verlief so reibungslos, dass Marc schon beinah stolz auf sich war, hätten sich die Schmerzen nicht pünktlich nach der letzten Operation mit voller Wucht zurück gemeldet.
Trotz allem setzte Marc sich auch unbeirrt an seine Akten, während Gretchen nicht lange auf sich warten ließ.
„Geh nach Hause Gretchen.“, sagte Marc direkt als sie sich ungefragt neben ihn setzt, doch Gretchen nahm sich bereits die erste Akte zur Hand. Sowohl Marc wie auch Gretchen zuckten zusammen als sich ihre Hände berührten, da sie gleichzeitig eine Akte nehmen wollten. Gretchen sah verlegen zu Boden, während Marc versuchte sich nichts anmerken zu lassen. „Bist du glücklich?“, fragte Marc plötzlich ernst. Gretchen sah ihn einen Moment an, bevor sie ihm antwortete.
„Ja, das bin ich. Alexis ist ein toller Mann, er ist sehr aufmerksam und liebevoll und er liebt mich einfach genauso wie ich bin.“ Marc nickte etwas. Genau das hatte er hören wollen.
„Ach Marc, wieso machst du es mir eigentlich so schwer?“, fragte Gretchen plötzlich. „Vielleicht weil ich einfach unwiderstehlich bin.“, antwortete Marc in üblicher Marc-Manier. „Ich meine ich bin jetzt verheiratet, du musst das akzeptieren.“
„Wieso denkst du, dass ich es nicht akzeptiere?“
„Was war es wirklich, was du mir sagen wolltest an dem Tag im Aufzug? Ich habe mir keine Gedanken mehr darüber gemacht, ich habe wirklich versucht nicht mehr darüber nachzudenken, aber ich weiß, dass du nicht mit Gigi geschlafen hast.“
„Ach ja und woher weißt du das?“
„Weil deine Reaktion so war, wie deine Reaktion war.“
„Ah ja.“
„Hast du mit ihr geschlafen?“
„Nein, verdammt noch mal. Ich wollte ja, wir haben es aber nicht getan, weil….“
„Weil was Marc?“ Marc schüttelte nur den Kopf und sah wieder auf seine Akte. Er konnte es ihr nicht sagen. Sie hatte ein besseres Leben verdient. Gretchen hatte genau das Leben verdient, dass sie jetzt auch lebte.
„Oh Gott. Drei Worte. Du hast gesagt es sind nur drei Worte.“, dämmerte es Gretchen nun und sie weitete dabei unwillkürlich die Augen.
„Vergiss es einfach, okay? Geh jetzt nach Hause Gretchen und vergiss es einfach.“ Gretchen sah Marc eine Weile an und stand dann langsam von ihrem Stuhl auf. Sie musste nun gehen. Sie war verheiratet und sie musste nun zu dem Mann nach Hause gehen, der sie liebte.

....to be continued!

Dr.Ryina Offline

Schwesternhelferin:


Beiträge: 279

23.10.2009 22:51
#6 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 6

„Alexis, ich bin zuhause.“, rief Gretchen in das riesige Haus herein, während Alexis die Treppen von oben herunterkam.
„Kommst du eigentlich jeden Tag so spät nach Hause?“
„Na ja, irgendwer muss ja hier das Geld verdienen.“, entgegnete Gretchen und lachte dann genau wie Alexis los.
„Hallo schöne Frau. Wie war dein Tag?“, fragte Alexis und nahm Gretchen dabei ihre Jacke ab.
„Mh. Und bei dir so?“
„Mh.“
„Riecht es hier eigentlich nach Schnitzel?“
„Ja, riecht es. Dagmar hat gekocht, da ich aber nicht wusste wann du nach Hause kommst habe ich gesagt sie soll bleiben und es in die Pfanne hauen, wenn du die Tür reinkommst:“ Gretchen stürmte zum Esszimmer herüber und setzte sich dann gemeinsam mit Alexis an die riesige Tafel. Ihr kam das alles immer noch vor wie ein Urlaub, aus dem sie bald zurückkehren musste. Wie auch am gestrigen Abend zog Gretchen ihr Tagebuch wieder hervor als sie ein leises, sanftes Schnarchen von Alexis vernahm.

Liebes Tagebuch!
Heute war wieder einer dieser Tage. Marc und Gigi haben nicht miteinander geschlafen. Ich bin mir mittlerweile sicher. Marc wollte drei Worte sagen an jenem Tag kurz vor meiner Hochzeit im Fahrstuhl. Jene drei Worte….

Das war alles was Gretchen am heutigen Tag notierte. Zu verwirrt war sie über die Geschehnisse. Sie sah zu Alexis herüber, der sich gerade im Schlaf zu ihr umgedreht hatte und dachte dabei an Marc. Wieso konnte sie seinem Bann nicht endlich ein für allemal entfliehen.

„Schwester Sabine, wo ist Dr. Meier?“, fragte Gretchen und sah dabei auf Sabine, die mit den Schultern zuckte. Die Visite sollte eigentlich bereits vor fünf Minuten beginnen, doch von Marc fehlte weit und breit jede Spur. Gretchen eilte schnellen Schrittes zum Bereitschaftszimmer herüber, wo Marc allerdings nicht war, weshalb sie in sein Büro herüber ging. Gretchen hielt inne als sie Marc erblickte. Er lag mit dem Kopf auf einer Akte mitten auf seinem Schreibtisch und schlief. Seine Klamotten verrieten Gretchen sofort, dass er nicht einmal zuhause gewesen war. Marc hatte am Vorabend für sich entschieden, dass es schlauer war durchzuarbeiten. Nicht etwa, weil er endlich wieder auf Stand sein wollte, sondern weil er Ablenkung brauchte. Dringende Ablenkung.
„Marc, Visite nicht so dein Ding?“, fragte Gretchen laut, was Marc hochschrecken ließ, wobei er Mühe hatte sich auf dem Schreibtischstuhl zu halten.
„Was?“, fragte er verwirrt.
„Die Visite hat angefangen, ist nur gerade etwas blöd ohne den diensthabenden Oberarzt!“, schnauzte Gretchen ihn an. Sie war wütend darüber, dass er sich schon wieder eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen hatte. So konnte das bald nicht mehr weitergehen.
„Ich komme ja schon.“, erklärte Marc und fuhr sich beim Aufstehen mit der Hand durch die Haare, während er Gretchen hinterher ging. Bei der Visite war für Gretchen deutlich ersichtlich, dass Marc nicht so bei der Sache war, wie er es eigentlich hätte sein sollen. Immer wieder fiel sein Blick ins Leere und er zuckte erschrocken zusammen, wenn sein Name erklang. Gretchen beschloss nach der Visite ein ernstes Wörtchen mit ihm zu reden, oder sollte sie ihn doch lieber in Ruhe lassen? Mit einem Mal beschlich Gretchen das Gefühl, dass sie an dieser Situation nicht ganz unschuldig war.
„Oh nein Gretchen, du wirst dir jetzt nicht die Schuld dafür geben! Er hätte selber früher aus dem Arsch kommen können!“, dachte Gretchen und beschloss dann Marc einfach in Ruhe zu lassen.
„Ich hoffe für dich mit, dass wir heute nicht soviel zu tun haben werden.“, entfuhr es Gretchen dann doch als sie sich mit Marc für die erste Operation des Tages steril wusch.
„Wieso?“
„Hast du gut geschlafen heute Nacht, ja?“ Marc schenkte Gretchen lediglich einen bösen Blick und ging dann in den OP herein. Die Nacht ohne Schlaf war wirklich alles andere als gut gewesen, was auch Marc bewusst war.
„Ich habe die halbe Nacht über unser Gespräch vom gestrigen Abend nachgedacht.“, sprach Gretchen nun das Thema an, dass in ihr bohrte.
„Ich habe dir gesagt du sollst es einfach vergessen, okay?“ Marc versuchte nicht weiter darüber nachzudenken und sich voll und ganz auf seine Operation zu konzentrieren.
„Und was ist wenn ich das nicht kann?“ Marc sah nun auf und Gretchen direkt in die Augen, wobei er sich selber ermahnte sich keine Hoffnungen zu machen. Gretchen hatte es besser bei Alexis.
„Du solltest es aber vergessen können.“, entgegnete er und die beiden sahen sich in die Augen, eindeutig zu lange, was Marc peinlich berührt feststellte, als Gretchen ihren Blick abrupt von ihm abwandte. Nachdem die Operation bereits drei Stunden gedauert hatte bekam Marc erneut unruhige Hände, was Gretchen direkt auffiel. Marc sah sie nur kurz an und gab dann sein Operationsbesteck an die Schwester neben sich ab.
„Schwester Sabine, wischen Sie mir bitte mal den Schweiß von der Stirn.“, erklärte Marc und schaute Gretchen dann wieder an.
„Du musst ein wenig mehr von dem Gewebe entfernen.“, instruierte Marc und Gretchen begriff erst jetzt, dass er die Operation vollkommen in ihre Hände gelegt hatte.
„Erklärst du mir nach der Operation endlich was hier los ist? Ich spiele dieses Spiel nämlich nicht mehr länger mit.“, sagte Gretchen nun und warf Marc einen bösen Blick zu, während dieser nur nickte und sich erneut den Schweiß abwischen ließ.
„Ich schwöre dir, dass ich dich umbringen werde, solltest du jetzt und hier umfallen!“, entfuhrt es Gretchen, die anhand von Marcs Erscheinungsbild wirklich Angst davor hatte. Sie hatte nicht nur Angst um Marc, sondern auch davor vollkommen alleine bei dieser Operation da zu stehen. Marc als ihr Oberarzt sollte alles verhindern, dass ihr ein solches Gefühl auch nur gegen konnte und das wusste auch Marc. Mittlerweile war sie einfach nur noch wütend über Marc Verhalten. Nur weil er so egoistisch war und sich nicht selber eingestehen konnte, dass er Hilfe brauchte und etwas nicht stimmte, musste sie nun diese Operation alleine durchführen. Marc nahm das Operationsbesteck zum Ende hin noch einmal an sich, da Gretchen noch viel zuviel Praxis fehlte um diese komplizierte Methode anzuwenden. Marc wusste, dass er es übertrieben hatte und er wusste auch, dass er Gretchen einweihen musste, da es so nicht mehr weitergehen konnte.
„Kannst du zumachen?“, fragte er Gretchen, die ihn fragend ansah.
„Ich meine alleine. Ich….“ Gretchen nickte sofort und begann dann an der Naht, während Marc den Operationssaal verließ.
Marc befreite sich aus seiner OP Kleidung, als er wieder merkte, dass er sich übergeben musste. Er hatte die ganze Operation lang versucht seine Schmerzen zu unterdrücken und den Würgereflex zurück zu halten. Marc wusste, dass es zu spät war bis zur Toilette zu laufen, weshalb er sich einfach umdrehte und sich direkt in das Waschbecken erbrach. Sein Magen zog sich auf schmerzhafte Weise zusammen und Marc hatte große Mühe stehen zu bleiben. Nachdem er sich noch zwei weitere Male erbrochen hatte, versagten ihm seine Beine den Dienst und er konnte nicht mehr die Kraft aufbringen sich oben zu halten, weshalb er sich lang auf den Boden sinken ließ und hoffte, dass die Schmerzen nachließen.
„Marc, bekommt der Patient noch Schmerzmittel?“, fragte Gretchen als sie die Tür aufstieß und hatte das Gefühl, dass ihr Herz direkt stehen blieb, als sie Marc dort auf dem Boden liegend erblickte.
„Marc!“, rief sie und hockte sich neben ihn. Als sie das Blut sah, dass sich mit dem Erbrochenen vermischt hatte drehte sie sich erschrocken wieder zu Marc um, der dabei war wegzudämmern. Gretchen hockte sich noch einmal neben ihn und kontrollierte seinen Puls, während Marc dabei nach Gretchens Hand fasste.
„Bleib ganz ruhig hier, ich werde Mehdi holen.“, sagte Gretchen. Marc wollte sich weigern, wollte widersprechen, wollte aufstehen und so tun als sei alles in Ordnung, doch es gelang ihm nicht, was Gretchen direkt loslaufen ließ. Gott sei Dank war Mehdi nicht weit entfernt.
„Mehdi! Mehdi!“, brüllte Gretchen und stieß mit voller Wucht die Tür zu Mehdis Behandlungszimmer auf, wo direkt eine Frau losschrie, die nackt vor Mehdi stand. Er untersuchte gerade eindeutig ihre Brust.
„Du musst mitkommen, sofort. Notfall!“
„Was? Was ist denn passiert?“, fragte Mehdi, der zusammen mit Gretchen losstürmte. „Marc…..er ist ….“, Gretchen versagte die Stimme, da sich nun Tränen in ihren Augen bildeten.
„Gretchen du musst ruhig bleiben. Was ist passiert? Wo ist Marc?“
„Im Vorraum des OP’s. Er hat während der Operation schon abgebaut, als ich rauskam lag er auf dem Boden….er.“
„War er ansprechbar?“
„Kaum. Er hat sich erbrochen mit ziemlich viel Blut.“ Mehdi nickte etwas und beschleunigte seinen Schritt noch einmal.

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Dr.Ryina Offline

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24.10.2009 15:23
#7 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 7

Als er die Tür zum Vorraum aufstieß musste auch er das Bild erst einmal verdauen. Mehdi sah auf die Menge des Erbrochenen, insbesondere auf das Blut und hockte sich dann zu Marc auf den Boden, der das Bewusstsein mittlerweile verloren hatte. Auch Mehdi kontrollierte zuerst Marcs Puls bevor er sein Poloshirt etwas hochschob und auf Marcs Bauch drückte.
„Was denkst du?“, fragte er Gretchen, die wie angewurzelt bei der Tür stand und geschockt auf Marc sah.
„Ich….ich….“
„Gretchen konzentrier dich, was denkst du?“
„Ich denke das Blut kommt aus der Speiseröhre. Ich habe mitbekommen, wie Marc sich übergeben hat und der Gewichtsverlust lässt darauf zurück schließen, dass das nicht das erste und einzige Mal gewesen ist. Es könnte alles Mögliche sein.“
„Was ist das Wahrscheinlichste?“, hinterfragte Mehdi weiter, der Gretchen einfach nur ablenken wollte. Er hatte die Angst in ihren Augen gesehen. Er selbst tastete weiterhin Marcs Abdomen ab und kontrollierte dann noch einmal seinen Puls.
„Magen. Ich denke Magen.“, erklärte Gretchen und nickte dabei heftig.
„Hol eine Liege, damit wir ihn in ein Behandlungszimmer bringen können und bring eine Schwester mit.“ Gretchen nickte und lief dann los.
„Schwester Sabine! Wir haben einen Notfall im OP, kommen Sie bitte mit!“, rief Gretchen, da Sabine gerade auf dem Flur war. Sie selbst lief weiter in eines der Behandlungszimmer und zog Ruckartig eine Liege aus diesem heraus.
„Was soll ich denn machen Frau Doktor?“, fragte Sabine irritiert über das leere Zimmer. „Warten Sie hier.“, erklärte Gretchen und stürmte dann mit der Liege weiter zu Mehdi. Dieser hatte versucht Marc herbeizubekommen, allerdings ohne Chance. Marc wusste selbst am besten was genau ihm fehlte, doch dies konnte er jetzt nicht mitteilen.
„Okay. Auf drei.“, erklärte Mehdi und hob Marc dann gemeinsam mit Gretchen auf die Liege.
„Zimmer 4. Schwester Sabine wartet bereits.“
„Gretchen geh du und informier deinen Vater, dass aktuell kein Oberarzt auf der Station ist und er sich bereit halten soll, falls Marc operiert werden muss.“ Gretchen sah Mehdi schockiert an.
„Nur für den Fall, da wir noch nicht wissen woher das Blut kommt. Es wird schon alles gut werden.“ Gretchen nickte, beschloss allerdings eine Schwester damit zu beauftragen, da sie selber bei Marc bleiben wollte.
„Oh Gott….das ist ja Doktor Meier!“, stellte Sabine erschrocken fest als sie den Patienten erkannte. Gretchen schnappte sich direkt das Gel und schob Marcs Hemd hoch. Sie verteilte das Gel großzügig auf Marcs Bauch und begann dann mit dem Ultraschallgerät über seinen Bauch zu fahren.
„Kein Blut im Bauchraum erkennbar, ich gehe jetzt zum Magen….oh Gott!“, Gretchen hielt direkt inne und vergrößerte das Bild. Auch Mehdi, der direkt neben Gretchen stand schaute noch einmal genauer hin.
„Magengeschwür!“, flüsterte Gretchen und sie schloss direkt die Augen. Wieso war sie nicht vorher darauf gekommen?
„Scheiße!“, entfuhr es Mehdi nun und er fuhr sich geschockt mit der Hand durch sein Gesicht. „Wir müssen eine Magenspiegelung machen.“, flüsterte Gretchen.
„Und eine Biopsie vornehmen.“ Gretchens Blick schnellte nun hoch.
„Nur mit der Gewebeprobe können wir sagen ob es gut oder bösartig ist.“, fuhr Mehdi fort und nahm Gretchen dann in seine Arme, da diese schon wieder angefangen hatte zu weinen. „Gretchen, wer hat außer dir und Marc heute noch Dienst? Wir sollten die Probe sofort entnehmen.“
„Ich werde meinen Vater holen. Er kann sich die Bilder auf dem Bildschirm ansehen und Knechtelsdorfer und ich….wir….wir werden dann den Schlauch einführen.“ Mehdi nickte etwas und gab Gretchen dann einen Kuss aufs Haar.
„Wenn ich es tun dürfte, dann würde ich es tun.“ Gretchen wischte sich ihre Tränen ab und lief dann los zu ihrem Vater.
„Oh Papa!“, schlurzte sie direkt als sie ihn sah.
„Habt ihr herausgefunden was los ist?“, fragte Franz direkt.
„Marc hat ein riesiges Magengeschwür. Wir müssen sofort eine Gewebeprobe entnehmen. Du musst mitkommen, es kann nicht warten.“
„Wer soll assistieren? Knechtelsdorfer und ich.“
„Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist.“
„Ich auch nicht, aber wer soll es denn bitte sonst tun?“ Franz nickte und strich seiner Tochter dann über den Rücken.
„Dann komm.“, sagte er und die beiden machten sich zusammen auf den Weg ins Behandlungszimmer, wo Mehdi noch immer dabei war das Magengeschwür zu untersuchen. Auch der Professor selbst warf einen Blick auf das Bild und schüttelte dann den Kopf. „Mensch Meier!“, entfuhr es ihm, bevor er Gretchen zunickte.
„Wir gehen sofort in den OP.“ Gretchen erschrak als sie hinter sich ein leises „Gretchen“, vernahm.
„Marc? Ich bin hier, es wird alles gut werden.“, entgegnete sie sofort und umfasste seine Hand, wobei ihr wieder Tränen in die Augen stiegen.
„Magengeschwür.“, flüsterte Marc, während Gretchen nickte.
„Das wissen wir jetzt. Wir werden dich jetzt in Narkose versetzen und eine Biopsie durchführen. Alles wird gut werden.“, erklärte Gretchen und küsste Marc dann ohne nachzudenken auf die Stirn.
„Magarethe!“, entfuhr es ihrem Vater, während Gretchen ein Stück zurückwich. Er hatte Recht. Marc war bereits wieder weggedämmert, so das Gretchen mit ihrem Vater zum OP herüber ging um sich steril zu waschen, während Marc für den Eingriff vorbereitet wurde. Gretchen atmete tief durch. Das Bild was sich ihr bot, Marc regungslos auf der Liege vor ihr in diesem OP ließ sie einen Moment daran zweifeln, ob es richtig war, dass ausgerechnet sie nun hier war.
„Ich kann das auch für Sie übernehmen. Ich meine, weil ja ihre Vergangenheit mit dem Doktor Meier….“
„Halten Sie die Klappe Knechtelsdorfer.“, fuhr Gretchen ihn an. Knechtelsdorfer war wirklich der Letzte, dem Gretchen in dieser Sache Vertrauen schenkte.
„So ich bin bereit. Du kannst anfangen.“, erklärte Franz nun, während Gretchen den Schlauch zur Hand nahm. Sie versuchte sich nicht auf Marc Gesicht zu konzentrieren und strich dennoch kurz über seine Wange, bevor sie den Schlauch einführte.
„Ich bin ganz vorsichtig.“, flüsterte Gretchen und schob den Schlauch dann bis zum Magen vor.
„Da sind wir.“, sagte ihr Vater, kommentierte allerdings nicht weiter. Gretchen warf nur einen kurzen Blick auf den Monitor, doch das was sie sah genügte ihr bereits.
„Geh zur Seite, ich möchte jetzt die Gewebeprobe entnehmen.“, erklärte Franz, während Gretchen ihrem Vater direkt Platz machte.
„Knechtelsdorfer. Sofort rüber ins Labor damit!“, instruierte Franz und blickte dann auf den Monitor.
„Es blutet!“, rief Gretchen erschrocken.
„Das ist normal, wenn man ein Stück herausnimmt, aber es ist nicht besorgniserregend.“, erklärte ihr Vater und ließ Gretchen dann den Schlauch entfernen.
„Du solltest vielleicht Alexis anrufen.“, kommentierte Franz als er an ihr vorbeiging und sah, wie Gretchen Marc die Haare zur Seite strick, doch Gretchen blieb bei Marc bis dieser auf sein Zimmer gebracht wurde. Sie beeilte sich aus der OP Kleidung heraus zu kommen und lief dann direkt zu Marc ins Zimmer, der noch immer bewusstlos war.

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Dr.Ryina Offline

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25.10.2009 13:40
#8 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 8

„Wie ist es gelaufen?“, fragte Mehdi direkt.
„Okay.“, erwiderte Gretchen und sah dann hoch zu Mehdi.
„Wir sollten seine Mutter anrufen.“
„Elke? Vergiss es, die Mühe kannst du dir getrost sparen.“
„Aber Marc ist krank.“
„Elke ist viel zu sehr mit sich selber beschäftigt als dass sie jetzt hierher eilen würde um bei Marc zu sein. Glaub mir alle Menschen die er jetzt braucht befinden sich bereits in diesem Raum.“, erklärte Mehdi, während Gretchen den Kopf schüttelte. Es machte ihr wieder einmal bewusst, dass die Arbeit wirklich Marc Leben war.
„Hey!“, flüsterte Gretchen als Marc seine Augen wieder öffnete.
„Was ist los? Wo bin ich?“, fragte Marc erschrocken und wollte sich aufsetzten, doch Gretchen drückte ihn sanft wieder zurück aufs Bett.
„Du bist nach der OP zusammengebrochen. Ich habe einen Ultraschall gemacht um zu sehen ob du Blut im Bauchraum hast, da du dich erbrochen hast und Blut dabei war, aber selbst beim Ultraschall habe ich dein Magengeschwür gesehen. Wir haben gerade eine Magenspiegelung gemacht….“
„Habt ihr eine Biopsie gemacht?“ Gretchen nickte, während Marc die Augen schloss.
„Es heißt ja noch gar nicht, dass es bösartig ist.“
„Das ist es auch nicht!“, erwiderte Marc energisch.
„Woher weißt du das?“
„Weil es das nicht sein darf. Wir wissen beide was ist, wenn es bösartig ist.“
„Marc, denk nicht darüber nach, wir kriegen das schon wieder hin.“
„Hasenzahn, ich bin kein Patient, ich weiß was los ist, okay? Sollte das Geschwür bösartig sein, dann werde ich mich lieber von einer Brücke stürzen als die ganze weitere Scheiße über mich ergehen zu lassen.“
„Marc!“, Gretchen war erschrocken über seine Worte.
„Ich habe alles getan. Antibiotika, einfach alles und es ist noch immer da.“
„Wieso bist du denn nicht früher zu mir gekommen?“ Marc atmete tief durch und verzog dabei leicht das Gesicht. Er fasste nach der Brechschüssel, die sich in seiner unmittelbaren Nähe befand und begann sich schmerzhaft zu übergeben. Gretchen zögerte nicht lange und stützte Marc ab, bis dieser fertig war und wieder in sein Bett zurücksank. In der Schüssel befand sich nur Blut, was Gretchen auf die Reizung von Marcs Speiseröhre zurückführte, durch die nun auch noch der Schlauch geschoben worden war. Außerdem hatte das Magengeschwür etwas geblutet. Gretchen nahm Marc die Schüssel ab, während dieser sich hastig mit der Hand durchs Gesicht fuhr. Gretchen sollte die Tränen nicht sehen, die ihm die Schmerzen in die Augen getrieben hatten.
„Hey, soll ich dir irgendwas holen?“, fragte Gretchen, doch Marc hatte seine Fassung zurück erlangt.
„Geh einfach!“, sagte er energisch.
„Bitte was?“ „Du sollst gehen!“
„Wieso?“
„Weil ich dein Oberarzt bin und ich dir sage, dass du jetzt gehen sollt. Geh jetzt!“ Gretchen sah Marc einen Moment erschrocken an und verließ dann den Raum, nur um Sekunden später wieder herein zu stürzen.
„Oh nein vergiss es! Natürlich! Du willst nicht das ich dich so sehe, richtig? Du willst nicht, dass ich den Marc hinter dem Oberarzt Doktor Meier sehe. Den Marc Meier ohne die ganze Fassade!“ Marc schloss die Augen. Genau das war es was er nicht wollte.
„Ich bin hier und ich bleibe hier!“, stellte Gretchen fest und setzte sich dann zu Marc aufs Bett.
„Kannst du mir die Papiere holen?“
„Welche Papiere? Deine Krankenakte? Ich meine deine Geschwindigkeit in allen Ehren, aber soweit….“
„Nein Hasenzahn, die Entlassungspapiere.“
„Die was?“
„Ich bin Arzt, ich brauche bestimmt nicht hier liegen bleiben um auf die Ergebnisse zu warten, das kann ich auch so tun. Ich habe alle Medikamente die ich brauche und notfalls hänge ich mich zuhause auch an eine Infusion, ich brauche nun wirklich nicht hier bleiben.“, erklärte Marc und setzt sich dann auf.
„Das ist nicht dein Ernst!“
„Die Papiere Hasenzahn. Jetzt!“, erklärte Marc.
„Du hast ein Magengeschwür, dir wurde gerade ein Stück entfernt, also ich denke….“
„Habe ich dich nach deiner unqualifizierten Meinung gefragt?“ Gretchen wollte gerade etwas entgegnen als Marcs Piepser plötzlich losschrillte.
„Bist du etwa noch offiziell im Dienst?“, fragte Gretchen schockiert.
„Nein. Ich denke du wirst mich schon bei deinem Vater abgemeldet haben.“, antwortete Marc und rief dann die Nummer an die auf dem Display des Piepsers erschienen war.
„Was?“, fragte Marc schockiert ins Telefon und sprang dabei bereits auf, was Gretchen ihm gleichtat.
„Meine Mutter.“, erklärte Marc und lief dann los, wobei er sich im Laufen seinen Arztkittel überzog. Gretchen folgte ihm ebenfalls im Laufschritt. Marc bog um die Ecke der Notaufnahme.
„Mutter.“, sagte er als er seine Mutter auf einer Liege erblickte und ging zu ihr herüber. Doktor Hoffmann, nun Dienst habender Oberarzt sah Marc fragend an.
„Ich dachte du wärst….“, begann er, doch Marc fiel ihm sofort ins Wort.
„Mutter was ist passiert?“
„Die Idee für Doktor Rogelt war so brillant, ich wollte mein Diktiergerät herausholen, aber dann hat es schon laut gekracht.“ Marc sah auf die Halskrause seiner Mutter und das geschiente Bein und nahm Dr. Hoffmann dann das Krankenblatt ab.
„Ich übernehme.“, sagte Marc, während Gretchen die Augen weitete und leise
„Marc“, flüsterte, worauf dieser allerdings nicht einging.
„Darf ich dich mal kurz sprechen?“, fragte Gretchen und zog Marc dann ein Stück zur Seite. „Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt?“
„Erspar mir deine Moralpredigten. Geh meinetwegen nach Hause und lass dir ein Pferd kaufen oder mach sonst was, aber lass mich jetzt einfach in Ruhe. Hier geht es um meine Mutter, okay? Das verstehst du einfach nicht!“
Gretchen atmete tief durch. Sie konnte, wollte und würde ihn nun nicht hängen lassen.
„Ich trommele alle zusammen.“, entgegnete Gretchen.
„Bist du dir sicher, dass du das schaffst?“
„Das ist meine Mutter Gretchen. Wieso soll sie ein anderer operieren, wenn es der Beste tun kann?“
„Du weißt verdammt gut warum!“
„Wir haben einen komplizierten Schienbeinbruch, also los, komm mit und lerne.“ Gretchen atmete tief durch und folgte Marc dann. Sie wusste, dass er spätestens nicht mehr in der Lage war die richtige Entscheidung zu treffen, sobald während der Operation etwas nicht nach Plan lief, weshalb sie sich bereithalten wollte.

....to be continued!



DANKE AN MARC_MEIER_FAN für die tolle Signatur.
Übrigens passend zu meiner Geschichte:
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Ganz viel Marc, ganz viel Doktor Meier und ganz viel Drama

Dr.Ryina Offline

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26.10.2009 18:07
#9 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 9

Marc begann den Eingriff routiniert, doch je länger die OP andauerte, desto mehr baute Marc in seiner Verfassung ab, was Gretchen deutlich wahrnehmen konnte. In diesem Fall konnte sie nicht loslaufen und ihren Vater holen. Er würde Elke niemals operieren nach ihrer gemeinsamen Vergangenheit.
„Ich kann auch mal übernehmen Marc und du schaust mir über die Schulter und kontrollierst.“
„Gretchen, ich bitte dich, das ist meine Mutter, glaubst du also ernsthaft, dass ich dich da rumprobieren lasse?“
„Doktor Meier, wir haben einen starken…..Kammerflimmern.“, meldete sich nun eine Schwester hektisch zu Wort.
„Was?“, fragte Marc und legte sofort das Operationsbesteck zur Seite. Genau vor dieser Situation hatte Gretchen Angst gehabt. Marc sah auf seine Mutter und dann wieder zurück auf den Monitor, während seine Hände hilflos in der Luft hingen.
„Schwester Sabine, decken sie das Gesicht von Dr. Meiers Mutter ab. Marc konzentrier dich. Paddels laden auf 200.“, gab Gretchen nun als Instruktion und befreite Marcs Mutter von dem OP Hemd.
„Adrenalin in Einheiten.“, gab Gretchen weiter durch und setzte die geladenen Paddels dann an, während Marc sämtliche Farbe aus dem Gesicht verloren hatte.
„Piepen sie Doktor Kahn und Doktor Hoffmann an.“, befahl Gretchen weiter und verabreichte Marcs Mutter dann einen Elektroschock.
„Kammerflimmern.“, stellte Gretchen fest. Sie versuchte Marc anzusprechen, doch dieser stand vollkommen benommen dort und starrte auf den unter den Elektroschocks zuckenden Körper seiner Mutter. Ein erneuter Elektroschock folgte, allerdings zeigte auch dieser nicht die gewollte Wirkung. Gretchen begann mit der Herzmassage und schockte Marcs Mutter gerade erneut als sich die Tür öffnete und Mehdi herein gelaufen kam. Gretchen war so unendlich froh, dass sie ihn vorab schon per SMS gebeten hatte sich in jedem Fall bereit zu halten. „Sinusrhythmus.“, erklärte Gretchen und sah zu Marc herüber, der noch immer wie angewurzelt dastand.
„Was haben wir? Was ist los?“, fragte Mehdi, dem es zunächst schwer fiel die Zusammenhänge zu verstehen. Gretchen klärte Mehdi kurz auf und ging dann zu Marc herüber, der sich mittlerweile kurz geschüttelte hatte und nun scheinbar wieder Herr seiner Sinne war. Er ging wieder zu dem Bein herüber, dass sie gerade operierten und forderte sein Operationsbesteck zurück, während Mehdi der OP Schwester mit einem Kopfschütteln signalisierte, dass sie das Besteck nicht an Marc zurückgeben soll.
„Marc, komm, es reicht für heute. Dr. Hoffmann ist angepiept und er operiert dann weiter.“, sagte Mehdi und klopfte Marc dabei aufmunternd auf den Rücken.
„Das ist meine OP Mehdi, halt dich einfach da raus. Schwester Susanne Pinzette, sofort!“, befahlt Marc, doch Mehdi schüttelte erneut den Kopf und zog Marc von hinten nach oben. „Es ist okay, es reicht.“, sagte Mehdi noch einmal, während im selben Moment Doktor Hoffmann hereinkam. Gretchen brachte ihn kurz auf den neusten Stand, während Mehdi schon einmal mit Marc nach draußen ging. Marc sah sich in der Tür noch einmal nach seiner Mutter um, doch Mehdi schob ihn sanft weiter. Auch Gretchen kam aus dem OP heraus und hielt dann inne. Mehdi hatte Marc auf einen Vorsprung an der Wand gesetzt und hockte nun vor diesem.
„Ich….sie….Mehdi meine Mutter.“
„Es ist schon okay.“, antwortete Mehdi und zog Marc dabei die Handschuhe aus, während Marc stumm dort saß.
„Alles in Ordnung?“, fragte Gretchen, schockiert über Marcs Befinden. Mehdi signalisierte ihr ruhig zu sein, während er Marc, der teilnahmslos vor sich hin starrte auch von seinem OP Kittel befreite und ihn dann hochzog.
„Wir gehen jetzt rüber zu deinem Zimmer.“, erklärte Mehdi und verließ dann gemeinsam mit Marc den OP. Gretchen wartete bereits als Mehdi aus Marcs Zimmer herauskam.
„Gib ihm ein paar Minuten, dann ist er wieder der Alte.“, sagte Mehdi, während Gretchen ihn noch immer fragend ansah.
„Was war das? Marc war vollkommen handlungsunfähig.“
„Du weißt so einige Dinge nicht über Marc, wüsstest du sie, dann würdest du es verstehen.“ „Erklär es mir Mehdi….bitte.“ Mehdi atmete tief durch und sah Gretchen dabei an. Er hatte Marc so oft gebeten einfach mit Gretchen zu reden, ihr zu erklären, weshalb er ihr nicht sagen konnte, dass er sie liebte, doch er hatte es nie geschafft.
„Das kann ich nicht.“, antwortete Mehdi und ging dann weiter, während Gretchen zu Marc ins Zimmer ging. Dieser saß auf der Bettkante und sah direkt auf als er Gretchen erblicke, die sich neben ihn setzte.
„Du warst wirklich gut gerade. Und ich meine wirklich gut.“, sagte Marc und sah dabei wieder zu Boden.
„Was war los mit dir? Ich meine ich bin seit den letzten Tagen viel von dir gewohnt, aber das du einfach dastehst. Marc sie wäre gestorben hätte ich nichts unternommen.“, sagte Gretchen und sah dann neben sich, wobei sie sich direkt auf die Lippen biss, da eine Träne auf Marcs Hose tropfte. Gretchen legte Marc eine Hand auf den Rücken und zog ihn dann an sich, wogegen Marc sich zu ihrer großen Verwunderung nicht einmal wehrte. Er lehnte den Kopf gegen Gretchens Schulter und fing dabei bitterlich an zu weinen, was Gretchen ebenfalls zum Weinen brachte.
„Es wird gutartig sein, oder?“, fragte Marc nach, während Gretchen nickte und Marc dabei auf die Haare küsste.
„Ja, das wird es.“, bestätigte sie und konnte im Enddefekt auch nichts anderes tun als hoffen. „Die Sache mit meiner Mutter, es ist eine lange Geschichte. Danke das du so schnell eingegriffen hast.“, sagte Marc und löste sich dabei von Gretchen. Er hatte sich nun wieder einigermaßen gefangen und es tat ihm weh, dass er ausgerechnet vor Gretchen komplett die Fassung verloren hatte, zumal er ihr ebenfalls ansah, dass sie geweint hatte.
„Kannst du mir mehr davon erzählen und mir vielleicht erklären, was da gerade los war?“, hinterfragte Gretchen.
„Irgendwann bestimmt, aber nicht jetzt, nicht heute.“ Gretchen nickte kurz und sah Marc dabei an. Was immer es war, es setzte ihm schwer zu.
„Hast du die Papiere geholt?“, fragte Marc nun und räusperte sich dabei. Wie hatte er sich nur so gehen lassen können vor Gretchen?
„Marc bitte, leg dich einfach hier hin, ich werde dir Sachen von zuhause holen, Mehdi wird bestimmt mitkommen, aber bitte bleib einfach hier. Meinetwegen werde ich die ganze Nacht vor deiner Tür sitzen und dafür sorgen, dass niemand hier reinkommt, aber bitte bleib einfach hier.“
„Das kann ich nicht Gretchen. Glaub mir, wenn dein Vater nicht der begabteste Chirurge wäre, den ich nach mir kenne, dann würde ich auch die Operation, wenn es denn dann eine geben wird, nicht in diesem Krankenhaus machen lassen.“
„Wovor hast du denn Angst?“
„Du willst wissen wovor ich Angst habe? Mein Gott Gretchen, hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, dass ich nach der OP nicht aufstehen und hier raus marschieren werde? Soll ich mir von Schwester Sabine den Hintern abwischen lassen? Willst du meine Kotze wegmachen oder mir über die Magensonde Astronautennahrung einspritzen? Willst du meine Narbe versorgen und mir Infusionen verabreichen? Willst du das?“, fragte Marc laut.
„Ja, dass will ich. Das will ich und das werde ich! Ich werde alles tun was dir hilft wieder gesund zu werden. Alles! So ist das nämlich Marc. Menschen helfen anderen Menschen, die sie gerne haben. Und ja, ich kann deine Sorgen verstehen. Du wirst nicht mehr der heldenhafte Oberarzt sein und du wirst es nicht schaffen die ganze Zeit lang das wahnsinnige Arschloch zu sein, aber du wirst sehen, dass sich hier alle um dich kümmern werden und das
ist das Einzige was für dich zählen sollte.“, antwortete Gretchen genau so laut. Marc atmete tief durch und stand dann auf.
„Weißt du was? Ich mache mir die Papiere schon selber fertig.“, erklärte Marc und ging dann zur Tür herüber, wo er allerdings doch inne hielt.
„Für Menschen die man gerne hat, ja?“, fragte Marc und drehte sich dann zu Gretchen um die nickte und dann auf den Boden sah.

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DANKE AN MARC_MEIER_FAN für die tolle Signatur.
Übrigens passend zu meiner Geschichte:
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Ganz viel Marc, ganz viel Doktor Meier und ganz viel Drama

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28.10.2009 18:54
#10 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 10

„Ich werde hier bleiben bis ich weiß, dass es meiner Mutter gut geht. Morgen werde ich dann zuhause bleiben und ich denke übermorgen um acht müssten die Ergebnisse da sein.“ „Vergiss nicht unter welchen Schmerzmitteln du stehst. Du kannst nicht selber Autofahren. Spätestens zuhause wird es dir richtig dreckig gehen und wer wird sich dann um dich kümmern?“
„Ich werde mich um mich selber kümmern. Und danke noch mal für die Belehrung Hasenzahn.“ Gretchen blieb in dem Zimmer zurück, während Marc sich auf den Weg zum Schwesternzimmer machte um seine Papiere vorzubereiten. Gretchen setzte sich auf das Bett in Marcs Zimmer und atmete tief durch. Marc Meier hatte vor ihr gerade bitterlich geweint. Gretchen schüttelte den Kopf. Natürlich war er fertig, die Schmerzmittel unter denen er stand waren wahnsinnig stark und der Tag und alles was er hinter sich hatte waren wirklich heftig und trotzdem hatte er bei ihr die Fassung verloren und bei niemand anderem sonst. Gretchen stiegen bereits wieder die Tränen in die Augen als sie daran dachte wie sehr Marc geweint hatte und welche Angst in seiner Stimme gelegen hatte. Sie musste einfach alles tun, damit er wieder gesund wurde.
Bevor Marc die Papiere unterschrieb ging er zum OP herüber. Seine Mutter wurde noch immer operiert, wobei Marc hoffte, dass Dr. Hoffmann das alles wieder hinkriegen würde. Wieder ohrfeigte sich Marc innerlich dafür, dass er sich vor Hasenzahn so gehen lassen hatte. Marc musste über Gretchens Worte nachdenken, wobei es ihn wieder schauderte. Er konnte und würde sich nicht in diesem Krankenhaus operieren lassen, dass konnte er Gretchen nicht antun. Das konnte er sich selber nicht antun. Marc merkte, wie die Schmerzmittel langsam nachließen, doch er musste erst noch die Operation seiner Mutter abwarten. Sie würde es nicht verstehen, wenn er morgen nicht hier war, wenn er sich nicht als Arzt um sie kümmern würde.
Marc stand noch fast zwei Stunden dort und sah durch das Fenster in den OP, bevor Dr. Hoffmann endlich aus dem OP herauskam.
„So, das hätten wir. Ist alles glatt gelaufen Marc.“ Marc nickte zufrieden und verließ den OP dann. Auf dem Weg zum Schwesternzimmer, wo er noch immer seine Entlassungspapiere unterschreiben musste, hielt er kurz inne. In der Theorie hatte er gewusst, wie sehr es schmerzte wenn ein Stück des Magengeschwürs entnommen wurde, aber die Schmerzen, die er jetzt am eigenen Leib erfuhr, waren heftiger als erwartet.
„Wieso streunst du denn schon wieder hier rum?“, fragte Mehdi und schlug Marc von hinten freundschaftlich auf die Schulter, während dieser sich an der Wand festhielt.
„Hey, alles okay?“, fragte Mehdi und umfasste seinen besten Freund dann.
„Bestens. Fährst du mich nach Hause?“
„Nach Hause? Ich glaube ich hab hier was nicht mitgekriegt.“
„Herrgott Mehdi, jetzt fang nicht die gleiche Diskussion an wie Hasenzahn!“, entgegnete Marc und ließ dann die Wand los.
„Ich unterschreibe jetzt meine Entlassungspapiere. Entweder du fährst mich, oder ich fahre selber.“
„Selber fahren. Sicher. Hast du dich mal angeguckt?“ Marc ging voran und nahm dann die Papiere aus seiner Schublade. Er unterschrieb sie und legte sich dann Gretchen hin, da sie als seine behandelnde Ärztin eingetragen war. Ausgerechnet Gretchen. Mehdi sah Marc zweifelnd an, als dieser bereits den zweiten Versuch startete um seine Jacke anzuziehen. Scheinbar hatte er größere Schmerzen, als er zugeben wollte.
„Kann ich behilflich sein?“
„Lass mich einfach in Ruhe.“
„Wird ja bestimmt super werden zuhause, wenn du noch nicht mal alleine in deine Jacke kommst.“, sagte Mehdi und half Marc dann ungefragt.
„Du musst dir dringend eingestehen, dass du krank bist Marc.“
„Ich bin nicht krank. Krank bin ich wenn die Ergebnisse schlecht ausfallen, dann bin ich am Arsch.“
„Ach ja und jetzt bist du das blühende Leben. Wieso bist du so leichtsinnig? Du musst dich mal langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass es jetzt nicht mehr schlimm ist, wenn du Schwäche zeigst. Du bist nicht mehr der kleine Marc, dir kann niemand mehr etwas anhaben, wenn du krank bist.“
„Oh Mehdi, bitte jetzt. Erspar mir dein Hobbypsychologengesülze, ich bin da jetzt wirklich nicht in der Stimmung zu.“
„Wie sehr dich das alles noch mitnimmt haben wir ja heute wieder eindrucksvoll gesehen.“ „Danke, dass du mich daran erinnerst. Ich schäme mich schon seit mindestens einer Minute nicht mehr dafür.“
„Wofür? Das du bei der OP versagt hast?“
„Ja, verdammt. Ich habe bei dieser verdammten OP verdammt versagt und ich habe mich verdammt gehen lassen. Ich habe geheult wie ein kleines Baby als Gretchen bei mir war. Wie soll ich ihr denn jetzt wieder unter die Augen treten? Ich werde die Ergebnisse abwarten und dann werde ich in ein anderes Krankenhaus gehen um mich operieren zu lassen.“
„Mein Gott Marc, das was heute passiert ist war vorhersehbar. Wie wäre es denn wenn du Gretchen einfach mal die Wahrheit erzählst? Wieso sagst du ihr nicht mal wie hervorragend deine Kindheit war? Glaubst du sie versteht das nicht?“
„Natürlich versteht sie das. Mehdi, es ist Gretchen. Sie wird mich mit Sicherheit direkt adoptieren. Vergiss es einfach, okay? Gretchen soll sich auf ihren Millionär konzentrieren, dass kann jawohl nicht ganz so schwer sein!“ Mehdi atmete tief durch.
„Zerreiß die Papiere und bleib hier Marc.“, sagte Mehdi, da Marc sich langsam auf eine Bank sinken ließ, wobei er zitterte wie Espenlaub.
„Oh Mehdi, du nervst echt! Fährst du mich jetzt nach Hause? Ja oder nein?“
„Nein! Ich will das du hier bleibst.“
„Wunderbar, dann fahre ich mich selber nach Hause:“
„Ja sicher, das möchte ich sehen. Soll ich dir eine Prognose geben? Ich denke nicht, dass du überhaupt bis zum Auto kommst, du bist fertig Marc und wenn du dir das nicht eingestehen willst, dann musst du es halt spüren.“
„Du bist wirklich ein toller Freund.“
„Du hast mich mit einer Nutte verkuppelt und zugelassen, dass ich sie heirate, also der Punkt geht definitiv an dich zurück.“ Marc schüttelte entnervt den Kopf und richtete sich dann mühevoll auf. Wieso hatte ihm niemand verraten, wie groß die Schmerzen tatsächlich sein würden?
„Und danke noch mal fürs Fahren.“, entgegnete Marc beim Herausgehen.

....to be continued!



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Dr.Ryina Offline

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30.10.2009 21:28
#11 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 11

Marc musste unwillkürlich am Schwesternzimmer vorbeigehen, wo Gretchen ihn erblickte. Sie hatte sich ebenfalls schon umgezogen und war scheinbar auch auf dem Weg nach Hause.
„Marc, du bist ja immer noch hier.“
„Gleichfalls. Musst du nicht mal langsam nach Hause? Du hast längst Feierabend.“
„Kommt ganz darauf an wo du jetzt hingehst.“
„Ich fahre jetzt nach Hause. Die Papiere liegen auf deinem Tisch. Schönen Arbeitstag morgen.“, antwortete Marc und ging dann weiter. Er versuchte möglichst grade zu gehen, damit Gretchen nichts von seinen Schmerzen mitbekam.
„Wer fährt dich?“
„Mehdi.“, log Marc und drückte dann auf den Aufzugknopf. Er konnte nur hoffen, dass dieser schnell genug kam, da er sich nicht mehr lange so sehr zusammenreißen konnte. Gretchen sah Marc noch hinterher bis sich die Fahrstuhltüren hinter ihm geschlossen hatten und drehte sich dann um um aus dem Schwesternzimmer ihre Tasche zu kriegen.
„Mehdi? Was machst du denn hier? Ich dachte du fährst Marc nach Hause.“
„Nein, ich unterstütze ihn nicht bei seinem ausgewachsenen Schwachsinnsplan, der nur darauf begründet ist insbesondere vor dir keine weitere Schwäche zu zeigen und….“
„Sag mir nicht, dass Marc sich jetzt alleine nach Hause fährt.“
„Ich denke nicht, dass er bis zu seinem Auto kommen wird und selbst wenn….“ Mehdi holte
einen Schlüssel aus seiner Tasche und winkte Gretchen damit vor der Nase herum.
„Wenn er wirklich bis zu seinem Auto gekommen ist und dann immer noch unbedingt nach Hause entlassen werden will, dann werde ich ihn fahren.“
„Wir sollten vielleicht hinterher gehen.“ Mehdi nickte und auch Gretchen und Mehdi drückten auf den Aufzugknopf. Als sie in der Eingangshalle ankamen fehlte dort noch jede Spur von Marc. Dieser stand tatsächlich draußen und hielt sich an einem Pfeiler fest. Er hatte sich erneut übergeben, wieder nur Blut.
„Marc!“, rief Gretchen sofort und beschleunigte ihren Schritt.
„Ja verdammt, ich werde hier bleiben!“, erklärte Marc nun und war froh als Mehdi ihm unter den Arm griff, da er nicht hatte garantieren können sich noch länger selbstständig auf den Beinen halten zu können.
„Ich hole einen Rollstuhl.“;, sagte Gretchen, während Marc direkt die Stimmer erhob.
„Wag es ja nicht.“, presste er hervor, doch Mehdi nickte unauffällig, während Marc ihn direkt ansah.
„Ja glaubst du ich habe Lust dich hier zu schleppen?“ Marc hatte seinen Kopf auf seine Hand gestützt und verbarg damit sein Gesicht als Mehdi ihn durch die Flure schob.
„Jetzt ist aber mal gut!“, erklärte Marc als Mehdi ihm hoch und ins Bett helfen wollte, während Mehdi abwehrend die Hände hob.
„So, jetzt bin ich hier, also Hasenzahn, hol Dr. Hoffmann, damit ich auch direkt zugedröhnt werde. Ich will mindestens eine Morphiumspritze.“
„Ich mache das schon.“, sagte Gretchen direkt.
„Nein, machst du nicht. Ich habe ausdrücklich gesagt Dr. Hoffmann und ich verbiete dir auch nur eine Nadel in meine Haut zu stechen. Geht nach Hause. Beide! Ihr müsst morgen beide wieder arbeiten und ich will jetzt einfach schlafen.“ Gretchen nickte leicht und schenkte Marc dann ein Lächeln.
„Ich bin sehr froh, dass du hier bleibst. Wir sehen uns morgen.“ Marc nickte etwas und war unendlich froh als Mehdi und Gretchen den Raum verlassen hatten, da er sich erneut übergeben musste und sich vor Schmerzen nicht mehr aufrecht halten konnte. Hoffentlich kam Dr. Hoffmann bald mit der erhofften Dosis Schmerzmittel.
Gretchen fuhr gemeinsam mit Mehdi zu Marcs Wohnung um diesem ein paar Sachen zusammen zu packen.
„Meier!“, sagte Mehdi und schüttelte dann den Kopf, da in Marc Wohnung die Unordnung einer Studentenbude herrschte.
„Also es ist mir ja beim letzten Mal schon aufgefallen, aber diese Wohnung ist so was von kalt und steril. Hier sind nirgendwo Dinge die man als persönliche Note einstufen kann, außer der unzähligen Urkunden und Auszeichnungen vielleicht, die aber auch nur persönlich sind, weil sein Name darauf steht.“, erklärte Gretchen und ging dann zum Schlafzimmer herüber. „Das glaube ich ja jetzt nicht!“, entfuhr es ihr als sie die kleine Krankenstation in Marcs Schlafzimmer entdeckte.
„Er hat die Röntgenaufnahmen machen lassen kurz nachdem ich in die Flitterwochen gefahren bin und seitdem weiß er, dass er an einem Magengeschwür leidet. Wie unvernünftig kann ein einziger Mensch eigentlich sein? Ich meine, wo bleibt da zumindest mal der Selbsterhaltungstrieb?“
„Vielleicht hat er den nicht.“, erklärte Mehdi, während Gretchen sich zu ihm herumdrehte. „Was soll das denn heißen?“
„Na ja, vielleicht hat er den nicht. Wir beide wissen, dass das Arztsein alles für Marc ist und wir beide wissen auch, dass er eine ganze Weile kein Held sein wird. Selbst wenn das Geschwür gutartig ist, wird er eine ziemlich lange Zeit nicht selber operieren können.“ Gretchen sah Medhi fragend an.
„Ihr werdet ihm einen Teil des Magens entnehmen, bis er wieder auf den Beinen ist vergeht eine Zeit, danach die Reha, die Umstellung mit dem Essen. Kannst du garantieren, dass er jemals wieder zehn Stunden am Stück hochkonzentriert in einem OP stehen kann?“
„Hör auf über so etwas nachzudenken Mehdi.“
„Nein, das tue ich nicht, weil ich der Einzige bin der hier realistisch denkt und es ausspricht. Ich kenne Marc und ich kenne seine Ängste und bevor er nicht mehr tagtäglich im OP steht und der große Marc Meier sein kann wird er lieber von einer Brücke springen. Es sei denn….“, Mehdi hielt inne und biss sich dann auf die Lippen. Wie konnte er so schnell wieder aus der Nummer herauskommen ohne Gretchen die Wahrheit sagen zu müssen.
„Es sei denn was?“
„Es sei denn er findet endlich die richtige Frau, die ihn auch haben möchte und nicht schon verheiratet ist….oder vergeben, jetzt, also mal angenommen.“, stotterte Mehdi und war froh darüber, dass Gretchen nicht weiter auf dieses Thema einging, sondern damit begann Marcs Sache zusammen zu packen. Als Gretchen die Schublade an Marcs Nachtisch auf der Suche nach Unterhosen öffnete hielt sie einen Moment inne und nahm das Bild dann zur Hand. Es war ein Bild, dass sie bei einem Betriebsausflug zeigte. Marc hatte ein Bild von ihr in seiner Nachttischschublade….

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Dr.Ryina Offline

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31.10.2009 17:51
#12 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 12

Als Marc am nächsten Morgen die Augen öffnete fühlte er sich noch immer benebelt von den Schmerzmitteln, da Dr. Hoffmann zugestimmt hatte Marc die größtmöglich vertretbare Dosis an Schmerzmitteln zu verabreichen.
„Guten Morgen.“, ertönte Gretchens Stimme und Marc sah sie direkt überrascht an. „Hasenzahn.“
„Ich dachte ich leiste dir ein wenig Gesellschaft, aber du hast die ganze Zeit über geschlafen.“, erklärte Gretchen. Marc sah auf seine Uhr und musste feststellen, dass Gretchen schon seit zwei Stunden wieder im Dienst war.
„Musst du nicht operieren?“
„Mein Oberarzt ist krank und die Vertretung muss erst mal durchblicken.“
„Wer ist die Vertretung?“
„Doktor Kaiser.“
„Mh.“, antwortete Marc und sah Gretchen dabei an, die lächelte.
„Er hat mich mit einem guten Morgen begrüßt und mich gefragt ob ich so nett sein würde ihm bei einer Operation zu assistieren.“ Marc brach direkt in Lachen aus.
„Das war so komisch….so anders als du….ich glaube er ist….wie heißt das noch gleich….nett?“
„Witzig. Gewöhn dich bloß nicht dran.“
„Ich muss jetzt operieren gehen. Brauchst du noch was?“ , fragte Gretchen uns sah Marc dabei an.
„Ja, jemanden der mich kurz von diesem Dingen befreit, mit einer Hand geht das so schlecht.“, erklärte Marc und deutete auf die Infusion, die über einen Zugang in seine Hand lief.
„Wir müssen jetzt glaube ich nicht darüber diskutieren, dass du angeschlossen bleiben musst. Du bist kurz vorm Dehydrieren, was der Herr Doktor ja selber nicht mitgeteilt hat. Mir ist es heute Morgen nur aufgefallen, weil deine Lippe so ausgetrocknet waren.“
„Tja, mein Magengeschwür mag nicht so gerne Flüssigkeit. Fast noch weniger als Essen glaube ich.“
„Welch ein schlechter Arzt, dass er das nicht mitgeteilt hat.“ Marc reagierte nicht auf die Anspielung, sondern begann nun selber an dem Schlauch herum zu drehen.
„Was machst du da?“
„Ich bin dein Oberarzt und ich sage sie mach es ab!“
„Du bist mein Patient und ich sage lass es dran, ich bin hier die Ärztin.“
„Wenn da mal nicht einer seine minimalistischen Kenntnisse überschätzt, nur weil das weiße Teil ein Kittel ist und keine Schürze.“
„Marc!“
„Hasenzahn, ich will zu meiner Mutter. Ich brauche was Vernünftiges zum Anziehen, meinen Kittel und alles was dazu gehört. Wer hat mir eigentlich die Nadel in die Hand gestochen? Ich hoffe es ist vernünftig gemacht worden, weiß du wie viel diese Hände wert sind.“
„Marc!“
„Einem Chirurgen einen Zugang in die Hand zu legen, ich meine, dass kann man sich doch selber erklären oder?”
„Das meine ich doch gar nicht“
„Was?“
„Wieso brauchst du deinen Arztkittel etc.“
„Weil ich zu meiner Mutter gehen will.“
„Aber du bist nicht im Dienst.“
„Gretchen, das verstehst du nicht.“
„Das sagst du immer….es wäre nur vielleicht mal nett, wenn du es mir einfach erklären würdest.“ Marc lächelte etwas und stand dann auf, ohne Anstalten zu machen auf Gretchens Bitte einzugehen. Er zog sich frische Sachen an und streifte dann seinen Arztkittel über. „Aber danach legst du dich wieder hin, oder?“
„Ich dachte ich nehme dem Kollegen noch irgendeine OP ab und dann lege ich mich hin.“ „Marc!“
„Hasenzahn!“, entgegnete Marc lächelnd und verschwand dann aus seinem Zimmer. Gretchen zögerte nicht lange und folgte Marc dann.
„Hallo Mutter.“, sagte Marc und ging mit Schwung in das Zimmer herein, während Gretchen zögerlich folgte.
„Marc Olivier!“
„Oh Mutter, bitte nenn mich nicht so!“
„Ich wäre bei der Operation gestern beinah gestorben und du kommst erst jetzt vorbei.“
„Tja Mutter, du weißt ja, dass ich immer viel operieren muss und eher konnte ich es nicht einrichten.“
„Wieso behandelt mich ein anderer Arzt Olivier? Was soll das? Ist es dir deine Mutter nicht mehr wert Zeit für sie zur Verfügung zu haben.“
„Mutter, ich habe gerade schon gesagt, dass ich viel zu tun habe.“
„Ich wäre bei der Operation beinah gestorben und du….“
„Ja Mutter, bist du allerdings nicht.“
„Hast du mich gerettet?“, fragte Elke, während Marc gerade Luft holte.
„Ihr Sohn war wirklich großartig Frau Fisher. Sie verdanken ihm ihr Leben.“, kam Gretchen ihm zuvor, während Marc sich zu ihr umdrehte und sie verwirrt ansah.
„Ja…“, sagte Marc nickend und auch Gretchen nickte.
„Ach wissen sie, mein Olivier hat mir schon so oft das Leben gerettet, da war die Geschichte….“
„Mutter bitte, ich habe dir erklärt, dass diese Geschichten hier nicht erzählt werden, das sind meine Assistenzärzte die mir unterstehen und die brauchen mit Sicherheit keine Geschichten über ihren Oberarzt. Wenn sie die brauchen, dann denken sie sie sich schon selber aus, also bitte. So, wir müssen jetzt auch gehen. Gute Besserung Mutter.“, brachte Marc heraus und drehte sich dann um, dicht gefolgt von Gretchen.
„Also mich würden die Geschichten ja brennend interessieren!“
„Wieso hast du das gemacht? Du hättest dir den Ruhm schon abholen können, er steht dir wirklich ganz alleine zu.“
„Ich brauche keinen Ruhm Marc. Ich weiß wie stolz deine Mutter auf dich ist und das sie genau das hören wollte, was wir ihre gerade erzählt haben.“
„Meine Mutter ist stolz auf meinen Job, das ist aber bei Weitem schon alles, worauf sie stolz ist. Nun ja, danke.“
„Gern geschehen.“
„Muss du nicht operieren?“
„Oh verdammt.“, entfleuchte es Gretchen und sie machte sich auf den direkten Weg zum OP.
„Frau Doktor von Buren, können Sie den Sauger etwas höher halten, dort ist er ein wenig zu tief.“, bat Dr. Kaiser und Gretchen sah ihn schon bald erschrocken an als er sich bei ihr bedankte und sie dafür lobte, dass die Position nun viel besser sei.
„Das ist schon anders als das operieren mit dem Dr. Meier, gell?“, fragte Knechteldorfer nach der Operation.
„Hasenzahn, den Sauger höher oder willst du die Milz auch noch absaugen.“, äffte Gretchen Marc nach und erkannte im selben Moment wie sehr sie ihn bei der Operation vermisst hatte. Es war einfach nicht dasselbe gewesen.
„Schlechte Imitation, aber gut erkannt.“, erklang nun Marks Stimme, während Gretchen sich erschrocken umdrehte.
„Marc!“
„Na ja, einer musste ja nachgucken ob ihr kleinen Assistenzärzte mich nicht vollkommen blamiert.”, erklärte Marc, der noch immer voll angezogen im Arztkittel dort stand.
„Du bist immer noch nicht wieder an der Infusion. Marc wirklich, du bist mittlerweile bestimmt vollkommen dehydriert.“
„Da hör sich einer diese kleine Assistenzärztin an. Glaubst du wenn ich mich dehydriert fühlen würde würde ich noch hier stehen?“
„Du kommst jetzt trotzdem mit.“ Marc hob abwehrend die Hände und folgte Gretchen dann. „So, jetzt zieht dir was Bequemes an und dann legst du dich hin. Mir ist es egal welche Schmerzmittel du dir reingepfiffen hast, Fakt ist, dass du nur aufgrund der Schmerzmittel so fit bist.“, erklärte Gretchen auf dem Weg zu Marcs Zimmer, hielt aber inne als Schwester Sabine hektisch nach ihr rief.

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Dr.Ryina Offline

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01.11.2009 18:39
#13 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 13

„Frau Doktor, Frau Schmitz in Zimmer 204 geht es nicht gut.“ Gretchen drehte sich direkt um, dicht gefolgt von Marc. Als Gretchen im Zimmer der Patientin ankam, war diese bereits nicht mehr ansprechbar, wobei sich Marc direkt an Gretchen vorbei schob.
„Wieso ist Frau noch nicht operiert worden? Wir hatten die OP für gestern angesetzt.“
„Na ja, du weißt was gestern war.“
„Wir operieren sofort.“
„Ich rufe Dr. Hoffmann oder Dr. Kaiser, je nachdem wer noch im Dienst ist.“, schlug Sabine vor, doch Marc hatte die Bremsen des Bettes bereits gelöst.
„Ich sagte sofort.“
„Marc!“
„Pfusch mir nicht in meine OP herein, das ist keine große Sache, in einer Stunde sind wir fertig. Du kannst es dir allerdings auch aussuchen und eine halbe Stunde auf Dr. Kaiser warten, der gerade einen Notfall hat. Ich werde auf meiner Station niemanden sterben lassen. Merk dir das.“ Gretchen folgte Marc zögerlich, doch im Enddefekt hatte er Recht, die Operation war wirklich nichts Großes und zur Not konnte sie sie auch eigenständig durchführen.
„Nach der OP sollten wir übrigens mal über etwas reden.“, erklärte Marc als sich steril wuschen, während Gretchen ihn direkt ansah.
„Okay und das wäre?“
„Hatte ich nicht gesagt nach der OP?“ Gretchen nickte und folgte Marc dann.
„So Skalpell. Wollen wir mal.“, erklärte Marc, während Gretchen ihn während der Operation nicht einmal aus den Augen ließ. Wie erwartet nahm Marc Verfassung zunehmend ab, war aber bei Weitem nicht so schlecht wie Gretchen erwartet hatte, bis kurz vor Ende.
„Machst du zu?“, fragte Marc.
„Wenn du nicht wieder in der Zwischenzeit im Vorraum zusammenbrichst, dann mache ich das.“
„Witzig. Ich bin auf meinem Zimmer.“ Gretchen sah Marc fragend hinterher und ging direkt nach der Operation zu Marc herüber.
„So, da bin ich. Marc die Operation war wirklich klasse.“
„Das weiß ich. Hasenzahn.“
„Also worüber möchtest du denn mit mir reden?“
„Ich möchte meine Ergebnisse morgen selber durchsehen.“, sagte Marc ernst.
„Das heißt was?“
„Das ich den noch geschlossenen Umschlag bekommen möchte.“
„Und das bringt dir was genau?“
„Tu es einfach okay. Ich möchte es halt gerne selber lesen und es nicht durch dich oder sonst wen erfahren.“
„Okay, ich habe ja morgen eh Frühdienst und komme dann direkt zu dir wenn der Umschlag da ist.“
„Dann bis morgen früh.“
„Ja, bis morgen früh.“ Gretchen verabschiedete sich und zog sich dann um. Es fiel ihr so schwer Marc alleine zu lassen, aber sie war gestern schon nicht zuhause gewesen, sondern hatte im Bereitschaftszimmer geschlafen. Ganz nah bei Marc, wobei sie eigentlich die halbe Nacht an seinem Bett gesessen hatte. Der Gedanke an den morgigen Tag machte Gretchen zunehmend nervös. Wie sollten sie damit umgehend wenn die Ergebnisse schlecht ausfielen?
„Ich bin zuhause!“, rief Gretchen ins Haus hinein, wobei Alexis nur zurück rief „und ich bin im Wohnzimmer.“ Gretchen hängte ihre Jacke weg und ging dann ebenfalls zum Wohnzimmer herüber. Heute hatte er ihr ihre Jacke nicht abgenommen und es roch auch nicht nach frisch gekochtem Essen.
„Hey!“, sagte Gretchen und beugte sich zu Alexis herunter um diesem einen Kuss zu geben, der auch von Alexis erwidert wurde, doch Gretchen sah an seinem Gesichtsausdruck, dass er sauer war.
„Es tut mir leid, dass ich gestern nicht nach Hause gekommen bin, aber es gibt da etwas, dass ich dir erklären muss.“
„Ich bin gespannt. Ich kann mir schon denken, was dich davon abhält nach Hause zu kommen.“
„Falls du damit auf Marc anspielt, ja, dass stimmt. Er ist gestern zusammengebrochen. Wir haben eine Magenspiegelung gemacht und eine Biopsie entnommen, er hat ein Magengeschwür und wir wissen noch nicht ob es gutartig oder bösartig ist.“
„Und deshalb musst du die ganze Zeit bei ihm sitzen bleiben und ihm Händchen halten, ja?“ „Alexis, auch wenn es dir schwer fällt das zu verstehen, aber Marc ist nun mal ein Freund von mir, wir kennen uns seit vielen Jahren und er hat sonst niemanden.“
„Ja, weil er ein ausgewachsenes Arschloch ist.“
„Alexis!“
„Ja, es ist doch so.“
„Selbst wenn es so ist, muss er in dieser Situation trotzdem nicht vollkommen alleine dastehen. Außerdem ist auf der Station jetzt die Hölle ausgebrochen, Marc ist schließlich der Chef dort und ohne ihn müssen wir mit Vertretungen zusammenarbeiten, die vollkommen anders arbeiten und an die man sich erst einmal gewöhnen muss.“
„Ich hab leider heute nichts zu essen für dich, ich wusste ja nicht ob du dann heute mal nach Hause kommst, oder ob ich wieder so eine lausige SMS bekomme.“
„Du bist wirklich sauer, oder?“
„In der Küche stehen noch die Reste von gestern, wo ich zwei Stunden lang in der Küche gestanden habe um etwas für dich zu kochen und dich zu überraschen, wenn du von der Arbeit kommst.“
„Oh nein!“ Gretchen stand auf und ging zum Esszimmer herüber. Dort standen zwei silberne Kerzenständen mit halb heruntergebrannten Kerzen, die Teller waren wunderschön hergerichtet und überall waren Rosenblätter verstreut.
„Oh ist das schön!“
„Das wäre schön gewesen.“, rief Alexis aus dem Wohnzimmer und schenkte sich noch einen Drink ein.
„Was kann ich denn jetzt tun um das wieder gut zu machen, mh?“
„Nichts.“ Alexis stand auf und ging dann an Gretchen vorbei nach oben. Sie konnte verstehen, dass er sauer war, doch ihr fehlte die Energie ihm nachzulaufen und um Verzeihung zu bitten. Als Gretchen nach oben kam, hörte sie bereits wie Alexis Karaoke sang. Er reagierte sich also ab. Gretchen zögerte nicht lange und ging ebenfalls in das Zimmer herein. Ohne zu fragen schnappte sie sich ein Mikrophon und begann mitzusingen. Das hatten sie auch getan als sie sich das zweite Mal gesehen hatten. Gretchen ging nach dem Lied zu Alexis herüber und gab ihm einen sanften Kuss.
„Es tut mir wirklich, wirklich leid, aber du weißt wie ich bin. Ich kann dann einfach nicht dort weg gehen.“ Alexis nickte und fasste Gretchen dann bei der Hand.
„Komm, wir gehen uns wieder vertragen.“, sagte er und zog Gretchen hinter sich her zum Schlafzimmer.
Als Gretchens Wecker am nächsten Morgen schellte, schaltete sie ihn direkt aus, da sie schon länger wach dort im Bett gelegen hatte. Heute war der große Tag der Wahrheit und sie hatte eine wahnsinnige Angst.
„Wann kommst du heute nach Hause?“, fragte Alexis als Gretchen gehen wollte.
„Das weiß ich noch nicht. Vielleicht gar nicht. Bitte warte einfach nicht auf mich heute.“ „Super Aussichten.“, antwortete Alexis, während Gretchen ihm einen Kuss gab.
„Dann kannst du dich aber umso mehr freuen, wenn ich dann doch nach Hause komme.“
Gretchen zog sich im Krankenhaus schnell um und lief dann zu Marc herüber, der noch sanft schlief, was Gretchen wunderte. Sie nahm Marc Krankenakte hervor und studierte seine Medikamente, wobei ihr auch auffiel, dass Marc starke Schlafmittel bekommen hatte, was Gretchen durchatmen ließ. So konnte er wenigstens nicht nachdenken. Gretchen schlich sich wieder aus dem Zimmer heraus und ging zum Schwesternzimmer herüber.
„Sollte der Umschlag mit den Ergebnissen von Doktor Meier kommen möchte ich sofort informiert werden und mit sofort meine ich auch sofort.“, stellte Gretchen klar, während Gabi nun den Kopf hob.
„Was für Ergebnisse?“, fragte sie direkt. Gabi war im Urlaub gewesen und hatte von Allem noch nichts mitbekommen. Schwester Gabi gab nur Marc alleine die Schuld daran, dass sie das Baby verloren hatte, worunter Marc sehr litt, auch wenn er es nicht zugeben wollte. „Doktor Meier liegt hier auf der Station.“, erklärte Sabine.
„Wieso?“
„Gabi schon mal etwas von Patientengeheimnis gehört?“, fragte Gretchen nun, da sie nicht wollte, dass Gabi etwas erfuhr.
„Ich kann ihn ja auch selber fragen gehen, er freut sich bestimmt mich zu sehen.“
„Marc braucht jetzt Ruhe Gabi, lass ihn einfach in Ruhe.“
„Oh nein, das werde ich nicht tun. Es sei denn es verrät mir jetzt einer was hier los ist.“ Schwester Sabine versicherte sich mit einem kurzen Blick auf Gretchen, dass sie loslegen durfte.
„Der Doktor Meier hat ein Magengeschwür und heute kommen die Ergebnisse ob es gut oder schlecht ist.“ Gabi lachte höhnisch auf und nickte dann.
„Und so bekommt jeder was er verdient!“, sagte sie und verschwand dann aus dem Schwesternzimmer, allerdings um auf direktem Wege zu Marc ins Zimmer zu gehen. Sie schaltete das Licht unsanft an, was Marc aufschrecken ließ.
„Na, du Mistkerl. Mein Gott, du glaubst gar nicht, was das für eine wahnsinnige Genugtuung ist dich hier und jetzt so zu sehen.“, sagte Gabi und lachte dabei höhnisch.
„Gabi. Der Urlaub schon vorbei? Schade. Wie war es denn bei den Ludolfs?“
„Halt deinen Mund Marc. Du bekommst also auch was du verdienst, ja?“ Marc entgegnete nichts, während Gabi näher zum Bett herüber kam.
„Es ist schon bald Hohn und Spott, dass ausgerechnet du jetzt auch etwas in deinem Bauch trägst und ich hoffe bei Gott, dass du elendig daran zu Grunde gehen wirst.“, zischte Gabi und war nun so nah, dass sie Marc direkt auf den Magen drücken, was diesen vor Schmerzen aufstöhnen ließ.
„Na, tut es weg?“
„Gabi lass los!“, rief Marc, der unfähig war sich zu wehren.
„Dann weißt du mal wie es sich anfühlt was ich immer fühle! Nur weil du zu unfähig warst!“, schrie Gabi. Gretchen, die gerade noch einmal nach Marc sehen wollte, lief direkt auf Gabi zu.
„Schwester Gabi was tun Sie denn da? Das Magengeschwür könnte anfangen zu bluten oder den Magen durchbrechen.“, erklärte Gretchen und zog Gabi dann von Marc weg.
„Er sollte nur wissen wie es sich anfühlt.“, erklärte Gabi bedrohlich ruhig und verließ dann das Zimmer, während Gretchen zu Marc herüber ging, der gerade darum kämpft, das alles wie eine Bagatelle aussehen zu lassen. Wie peinlich wäre es auch Schmerzen zu zeigen, die einem eine Frau zugefügt hat.

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03.11.2009 08:15
#14 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 14

„Geht’s dir gut?“
„Pass du lieber auf, wann die Ergebnisse kommen.“, antwortete Marc.
„Ich habe Schwester Sabine gesagt sie soll mich sofort anpiepen.“
„Hasenzahn, wenn Gabi die Unterlagen in die Hand bekommt….wir wissen doch wozu sie fähig ist.“, erklärte Marc und richtete sich dann auf.
„Machst du mich bitte los?“
„Marc nicht schon wieder das gleiche Spiel wie gestern.“
„Hab ich nicht vor. Ich werde mich nur ins Schwesternzimmer setzen und auf die Ergebnisse warten. Du musst bestimmt operieren oder sonstiges.“
„Muss ich nicht. Ich habe heute eigentlich so was wie frei. Ich werde warten bis die Ergebnisse da sind und dann zu dir kommen.“
„Könntest du auch noch in Erfahrung bringen, wie es meiner Mutter geht?“
„Auch das wird erledigt.“, sagte Gretchen und verließ dann Marc Zimmer, während dieser sich wieder in die Kissen zurücksinken ließ.
„Na, schon was gehört?“, ertönte im selben Moment Mehdis Stimme und Marc wurde den Eindruck nicht los, dass Gretchen und Mehdi sich abgesprochen hatten, weil sie nicht wollten, dass Marc alleine war, worüber Marc tief im Inneren sehr dankbar war. Mehdi zog sich einen Stuhl herbei, während Marc sich wieder aufsetzte.
„Lass uns jetzt bitte über Belanglosigkeiten reden!“, bat Marc und sah seinen besten Freund dann an. Mehdi konnte wahnsinnig gut über Belanglosigkeiten reden um Marc abzulenken, dass hatte er schon in frühen Kindertagen gekonnt.
„Ich habe den Umschlag.“, erklangen die erlösenden Worte von Gretchen, als sie langsam in den Raum hereinkam. Marc streckte stumm die Hand aus und nahm den Umschlag an sich. Zögerlich öffnete er ihn, wobei in seinem Kopf alles geordnet war und ihm sonderbar klar erschien. Sollten die Ergebnisse schlecht ausfallen, würde er das Krankenhaus umgehend verlassen. Sollten die Ergebnisse gut sein, dann würde er auf eine schnelle Operation drängen um baldmöglichst wieder selber operieren zu können. Marc atmete noch einmal tief durch, während Gretchen sich neben ihn setzte und seine Hand nahm. Marc las sich die Ergebnisse bedächtlich durch und schloss dann grinsend die Augen.
„Und?“, fragte Gretchen direkt.
„Es ist alles in Ordnung. Das Geschwür ist durch und durch gutartig!“, erklärte Marc, während Gretchen einen Schrei der Erleichterung entfleuchte und sie erst einmal in die Luft sprang, bevor sie Marc stürmisch umarmte und ihn dann ansah, wobei ihr Gesicht nur wenige Zentimeter von seinem entfernt war.
„Ich bin so froh.“, flüsterte Gretchen, wobei ihr Atem Marc auf den Lippen kribbelte. Ohne zu Zögern nährte er sich ihr ein Stück an, so dass sich ihre Lippen zögerlich berührten, wobei Gretchen sofort zurück zuckte und sich aufrichtete.
„Also ich bin auch froh.“, erklärte Mehdi nun.
„Wir sollten darüber sprechen, wann wir jetzt operieren.“, versuchte Gretchen den Faden wieder zu bekommen und die Situation ebenfalls zu überspielen. Marc räusperte sich etwas. Sie war zurückgezuckt, sie war verheiratet, er hatte sie verloren.
„So schnell wie möglich.“, entgegnete er und sah dann auf Mehdi.
„Am besten sagst du deinem Vater Bescheid, dass er den OP Plan entsprechend umändert.“, sagte Mehdi an Gretchen gewandt, die ebenfalls dankbar war aus der Situation fliehen zu können. Mehdi hatte den hilfesuchenden Blick von Marc richtig gedeutet.
„Du kannst dich jetzt durchaus wahnsinnig machen, weil sie vor deinem Kuss zurückgezuckt ist, oder du kannst dich wie wahnsinnig darüber freuen, dass alles gut ist Mann!“, sagte Mehdi und klopfte Marc dabei aufbauend auf die Schulter als Gretchen den Raum verlassen hatte. „Alles ist gut.“, flüsterte Marc abwesend und fragte sich innerlich was daran gut sein konnte. „Hast du nicht noch eine Schwangere schreiende Frau bei dir zu der du unbedingt jetzt hinmusst?“
„Ich bin schon weg.“, entgegnete Mehdi und ließ Marc dann alleine in seinem Zimmer. Dieser war so übermannt von all seinen Gefühlen, dass er kaum wusste, wie er die Marc Meier Maske wieder herstellen konnte um nicht die Fassung vollkommen zu verlieren. Er befreite sich von seiner Infusion und stand dann auf. Das Letzte was er nun brauchte war die Tatsache alleine in einem sterilen Zimmer zu liegen. Er brauchte nun seinen Arztkittel und dann würde es bereits besser werden. Marc verließ sein Zimmer, musste dann auf dem Flur allerdings inne halten. Wieso waren die Schmerzen heute so viel größer als an allen anderen Tagen?
„Geht es Ihnen gut Doktor Meier?“, fragte Sabine, die Marc auf dem Flur erblickt hatte. „Bestens Schwester Sabine. Bestens.“, antwortete Marc und ging dann zögerlich weiter. Marc ging zuerst zu seiner Mutter herüber, der es ebenfalls schon bedeutend besser ging. Er schaute ihr Krankenblatt durch, wobei er immer darauf bedacht war, dass seine Mutter keinen Blick auf den Zugang in seiner Hand werfen konnte.
„Marc Olivier, du siehst blass aus.“, bemerkte Elke nun, was Marc aufsehen ließ.
„Das du so etwas belangloses bemerkst Mutter. Deine Werte sind übrigens hervorragend. Ich denke du kannst in den nächsten Tagen entlassen werden.“
„Aber wo soll ich denn hin? Mit dem Bein? Ich bin vollkommen hilflos!“
„Dramatisier nicht Mutter, du hast Roberta. Dann soll sie halt mal die ganze Zeit bei dir sein und dir deine Drinks hinterher tragen.“
„Damals hast du dich immer um mich gekümmert, wenn dein Vater wieder….“
„Mutter, ich muss weiter. Ruf Roberta an, dass sie öfter vorbeikommt.“, beendete Marc das Gespräch schnell und verließ dann beinah fluchtartig den Raum. Er ging zu seinem Zimmer herüber, wo er sich nicht dazu in der Lage fühlte sich auszuziehen und sich ins Bett zu legen. Die Schmerzen waren beinah unerträglich, so dass Marc seinen Schlüssel für den Medikamentenschrank hervorholte und dann zum Medikamentenraum herüber ging, wo er sich eine Spritze mit Morphium aufzog. Dr. Hoffmann hatte sie ihm bis dato immer verwehrt und auch Gretchen würde sie ihm niemals verabreichen, doch Marc wünschte sich gerade nichts sehnlicher als seine Schmerzen endlich nicht mehr zu spüren. Außerdem hatte er einen unheimlichen Drang dazu, das Geschehene von heute Morgen zu vergessen. Er hatte sich vor Gretchen bis auf die Knochen blamiert. Schon wieder. Er hatte sich schon wieder nicht genug unter Kontrolle gehabt und sie hatte ihn zurückgewiesen. Schon wieder. Hätte er sich nun betrinken können, hätte er es auch getan, also warum nicht mit dieser Spritze wenigstens etwas aus der Realität flüchten? Marc ging zu seinem Zimmer herüber und staute dann das Blut in seinem Arm. Er desinfizierte die Einstichstelle und verabreichte sich ohne zu zögern die Spitze, wobei er wusste, dass sie Menge ihn umhauen würde.
„So, ich habe jetzt mit meinem Vater die….“, erklärte Gretchen als sie hereinkam, verstummte dann allerdings sofort. Marc war beinah unmittelbar nach Verabreichung der Spritze ohnmächtig geworden. Sowohl die Spritze, wie auch das Band zum Abbinden lagen auf dem Boden, während Marc nach hinten in sein Bett gefallen war.
„Marc?“, fragte Gretchen und versuchte zu verstehen, was hier los war.
„Marc!“, wiederholte Gretchen und beeilte sich nun zum Bett herüber zu gehen. Sie gab Marc eine Ohrfeige, worauf dieser allerdings kaum reagierte. Gretchen holte ihre kleine Taschenlampe aus ihrem Kittel und überprüfte damit Marcs Pupillenfunktion, bevor sie Mehdi anpiepte, der binnen Minuten ebenfalls im Zimmer stand.
„Was ist los?“
„Ich habe keine Ahnung. Er hat sich irgendwas gespritzt. Ich will keinem anderen Oberarzt Bescheid geben, dass kann ihn seine Zulassung kosten.“, erklärte Gretchen und rutschte dann zur Seite, damit Mehdi zu Marc konnte. Auch er kontrollierte Marcs Pupillenfunktion und gab ihm dann eine Ohrfeige, worauf Marc allerdings auch kaum reagierte.
„Du gehst zum Medizinschrank herüber und schaust nach, was er eingetragen hat, falls er was eingetragen hat.“, sagte Mehdi und legte Marc dann in die stabile Seitenlage. Gretchen versuchte auf dem Flur nicht zu rennen, beschleunigte ihren Schritt dann allerdings immer mehr. Sie riss das kleine Buch am Medizinschrank mehr an sich als dass sie es aufhob und war direkt erleichtert als sie Marc Schrift darin entdeckte.
„Morphium. Höchstmögliche Dosis.“, erklärte Gretchen außer Atem als sie wieder ins Zimmer hereinkam.
„Was?“
„Ich denke er hatte Schmerzen. Nach der Aktion von Gabi kann ich mir das auf jeden Fall gut vorstellen.“ Mehdi fuhr sich mit der Hand durch die Haare und sah Gretchen dann an.
„Wann wollt ihr ihn operieren?“
„Wir machen morgen und übermorgen noch ein paar Untersuchungen und Tests und dann soll die Operation stattfinden.“ Mehdi nickte und lächelte Gretchen dann an.
„Fahr du nach Hause. Ich werde hier bleiben und Marc überwachen.“, bot Mehdi an, was Gretchen schweren Herzens annahm. Sie musste nach Hause zu Alexis, der bestimmt schon auf sie wartete

....to be continued!



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03.11.2009 18:23
#15 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

VORSICHT!!!! DRAMA UND AKTON, WIE ANGEKÜNDIGT!!!!

Kapitel 15

„Liebes Tagesbuch. Die Ergebnisse sind da. Marc Meier ist tief in seinem Inneren wirklich gutartig. Zumindest haben das die Ergebnisse des Magengeschwürs ergeben. Sein Mund nahm gleich darauf Kurs auf meine Lippen, doch die verheiratete Gretchen von Buren hat geistesgegenwärtig reagiert und ist zurückgewichen. Der Kuss bleibt und mit ihm die Frage wie ich Alexis nun in die Augen schauen kann. Festzuhalten ist Marc hat mich geküsst und ich kann gar nichts dazu. Der Kuss bleibt trotzdem!“ Gretchen atmete tief durch und verstaute ihr Tagebuch dann wieder, während ihr Blick auf Alexis fiel. Alexis ihren Ehemann.
Als Marc am nächsten Morgen die Augen aufschlug fühlte er sich im ersten Moment als hätte er den Kater seines Lebens. Sein Blick blieb an Mehdi hängen, der auf einem Klappstuhl neben seinem Bett saß und schlief, während Marc nun auffiel, dass er selbst in der stabilen Seitenlage lag.
„Scheiße!“, fluchte er leise, während Mehdi sofort zusammenzuckte und ihn ansah.
„Wärst du nicht so schon schlecht genug dran, ich schwöre dir Meier, ich würde dir sofort eine reinhauen!“, sagte Mehdi sauer, während Marc sich aufsetzte.
„Ja, ich weiß, okay!“
„Nein nicht okay! Die höchstmögliche Menge Morphium, aber sonst geht’s dir gut, ja?“ „Mehdi, ich hatte Schmerzen.“
„Das weiß ich, aber die größtmögliche Menge Morphium? Du hättest dich damit ganz locker aus dem Leben schießen können. Was ist los mit dir Mann?“
„Oh Mensch Mehdi, jetzt mach da nicht so ein Drama draus.“
„Oh doch, das mache ich Marc. Ich habe die ganze beschissene Nacht hier in diesem Zimmer gesessen und deine Werte kontrolliert verdammt! Was ist es? Die Sache mit Gretchen? Die Sache mit deinem Magengeschwür? Die Sache mit deiner Mutter?“ Marc verdrehte die Augen und schwang dann seine Beine aus dem Bett.
„Marc ich weiß alles über dich. Ich bin der einzige Mensch hier in diesem Krankenhaus für den du nicht der arrogante Oberarzt bist, sondern Marc Meier. Ich weiß, dass es dir gerade richtig scheiße geht und ich weiß auch, dass du dich fertig machst wegen der Sache mit Gabi, dass du es nicht ertragen kannst Gretchen verloren zu haben. Nur red mit mir darüber und lass die Dummheiten sein Marc!“
„Ich hab dir schon mal gesagt, dass du mich mit deinem Hobbypsychologengequatsche in Ruhe lassen sollst.“
„Mhm, genau.“, sagte Mehdi und nickte dabei, während er aufstand.
„Sieh zu wie du klar kommst. Es kann sich nicht immer nur die ganze Welt um den großartigen Doktor Meier drehen. Du musst mal langsam aber sicher damit anfangen zu akzeptieren, dass das mit Gretchen und dir nichts mehr wird, weil du es versaut hast. Und weißt du warum du es versaut hast? Weil du ein elender Feigling bist! Gesteh dir deine Probleme endlich mal ein, wir sind nicht mehr im Kindergarten!“, machte Mehdi sich Luft und schlug dann die Tür zu, während Marc Mehdi fragend hinterher sah.
„Ist ja gut!“, brüllte er und flüsterte es dann noch einmal leise. Mehid hatte verdammt Recht. Er machte sich Vorwürfe wegen Gabi und ja, er konnte es nicht ertragen Gretchen an Alexis verloren zu haben und auch die Tatsache, seine Mutter nach all den Jahren wieder krank und verletzt zu sehen, nahm ihn mit. Zudem noch dieses Magengeschwür, das ihn davon abhielt zu operieren, seine Fassade aufrecht zu erhalten und Bestätigung zu bekommen.
„Spar dir die Moralpredigt. Egal welche. Ich weiß es okay?“, sagte Marc als er auf dem Flur Gretchen begegnete, die gerade auf dem Weg zu ihm gewesen war.
„Und wo willst du bitte schon wieder hin?“
„Zu deinem Vater, ich dachte wir gehen die Operation mal durch.“
„Du willst deine eigene Operation durchsprechen?“
„Ja, welche sonst. So viele habe ich momentan nicht, richtig?“
„Ich dachte wir könnten gleich vielleicht mal reden.“
„Reden?“, fragte Marc, während Gretchen tief Luft holte. „Ja, reden. Verdammt Marc, du kannst mich nicht einfach so küssen, glaubst du ich kann das einfach so ignorieren?“, fragte Gretchen, während Marc nickte.
„Ja, wir sollten wirklich reden. Ich melde mich wenn ich wieder da bin.“, sagte Marc und schob sich an Gretchen vorbei, die ins Schwesternzimmer ging.
Marc war noch nicht weit gekommen als er Kalle erblickte. Kalle war der Vater von Gabis Kind gewesen und schon nach der OP hatte er Marc angedroht ihn fertig zu machen, falls er Gabi nicht in Ruhe lassen würde. Marc hatte damals darüber gelacht und Kalle versichert, dass er Gabi mit Sicherheit in Ruhe lassen würde, doch als Marc den Blick in Kalles Gesicht sah, wusste er weshalb Gabi gestern so ruhig gewesen war, als sie sein Zimmer verlassen hatte.
„Sie mieses Schwein!“, schrie Kalle sofort, während Marc stehen blieb und die Hand abwehrend hob.
„Moment Kalle, was hat sie erzählt?“, fragte Marc, während Kalle nun vor ihm Halt machte.
„Ich habe Ihnen gesagt Sie sollen sie in Ruhe lassen. Glauben Sie nicht, dass Sie schon genug Schaden angerichtet haben als Sie unser Kind getötet haben?“
„Hey, hey, hey, ich habe alles getan um Gabi zu retten, der Rest war dann halt nicht mehr drin, da kann ich nichts zu.“
„Genau, nichts können Sie dazu. Der große Oberarzt Dr. Meier. Ich habe gesagt Sie sollen die Hände von Gabi lassen!“, erklärte Kalle noch einmal und schubste Marc dann, der ein Stück nach hinten taumelte.
„Stattdessen baggern Sie sie sofort wieder an. Haben Sie den gar keinen Respekt, Sie mieses Stück Scheiße. Weiß Ihr Chef eigentlich von Ihren miesen Methoden? Das Sie sie erpressen zum Sex?“
„Erpressen zum Sex?“, fragte Marc und lachte dabei auf.
„Kalle hör zu, geh zurück zu den anderen Assis auf dem Schrottplatz und mach mit Gabi was immer du willst. Ich kann nichts dazu wenn sie noch immer was von mir will.“
„Sie haben sie zum Sex gezwungen. Sie mieses Schwein, ich werde Sie bei der Polizei anzeigen!“
„Poh Gabi. Diese miese kleine Schlampe!“, sagte Marc vor sich hin, während er im selben Moment schon eine Schlag ins Gesicht bekam, der ihn zu Boden gehen ließ. Marc wollte sich gerade wieder aufrichten, doch Kalle hatte ihn bereits an den Schultern gepackt und rammte ihm mit voller Wucht das Knie in den Magen, was Marc schmerzerfüllt aufschreien ließ. Kalle wich sofort zurück und sprang erschrocken auf als Marc den Kopf zur Seite drehte und eine große Menge an Blut auswürgte.
„Scheiße!“, rief Kalle, während Gretchen allarmiert durch den Lärm auf dem Flur aus dem Schwesternzimmer herauskam.
„Marc!“, rief sie sofort und lief los, während Kalle verzweifelt auf Marc sah. Gabi hatte alles hinter einer Ecke stehend mitbekommen und lächelte nun zufrieden.
„Jeder bekommt das was er verdient!“, sagte sie und entfernte sich dann. Marc krümmte sich am Boden vor Schmerzen und konnte vor lauter Blut in seiner Kehle kaum noch atmen. Er wusste, dass sein Magengeschwür seinen Magen durchbrochen hatte und nun blutete. Marc war viel zu sehr Arzt um nicht auch in dieser Situation zu verstehen, dass er in Lebensgefahr schwebte. Gabi hatte definitiv erreicht was sie wollte.
„Marc!“, rief Gretchen nun erneut und kniete sich zu Boden, wobei sie Marcs Gesicht direkt zwischen ihre Hände nahm.
„Durchbruch.“, brachte Marc heraus und würgte dann erneut Blut aus.
„Pscht. Ich weiß ich weiß. Ganz ruhig, alles wird gut werden. Ganz ruhig. Versuch durch die Nase zu atmen. Wir kriegen das schon wieder hin.“, sagte Gretchen und schaute dann den Flur entlang, wo Schwester Sabine am Schwesternzimmer stand.
„Sabine, piepen sie meinen Vater und Dr. Kahn an und bereiten Sie alles für eine Notoperation vor.“, sagte sie und schaute dann auf Kalle.
„Was haben Sie getan?“, fragte Gretchen mit Tränen in den Augen und sah Kalle an, der mittlerweile bis zur Wand zurückgewichen war.
„Zieh deine Beine an, Marc. Dann wird es gleich besser werden.“, erklärte Gretchen, die kaum mit ansehen konnte, wie Mark sich am Boden vor Schmerzen krümmte.
Marc griff derweilen nach Gretchens Hand, die seinen Kopf noch immer umschloss. „Hasenzahn.“, flüsterte er, während Gretchen ihn direkt ansah.
„Pscht. Mach dir keine Gedanken mehr, es wird alles wieder gut werden.“, beteuerte Gretchen, wobei eine Träne auf Marks Gesicht tropfte.
„Ich liebe dich!“, flüsterte Marc und versuchte dabei etwas zu lächeln, während Gretchen ihn vollkommen überrascht ansah.
„Marc!“, rief nun auch Mehdi und kam herbeigelaufen. Schwester Sabine war bereits mit einer Liege bei ihnen angekommen. Gretchen senkte ihren Blick wieder und wollte gerade antworten als sie erkennen musste, dass Mark bewusstlos geworden war.
„Nein! Marc Nein! Bleib wach, du darfst nicht einschlafen. Bleib wach. Marc“, flehte sie, wurde allerdings von Schwester Sabine bereits von hinten umfasst und hochgezogen, während Mehdi Marc auf die Liege legte.
„Beeilung Schwester Sabine, der Puls ist sehr schwach!“, rief Mehdi und rennte dann bereits los.

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04.11.2009 19:53
#16 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 16

Gretchen brauchte eine Minute bis sie realisierte, dass Mehdi mit Marc zum OP herüberlief, so dass sie ihnen folgen konnte.
Mehdi gab Schwester Sabine zuvor die Anweisung in ein Behandlungszimmer einzubiegen, was diese auch tat.
„Tubus Schwester Sabine, schnell!“, sagte Mehdi und streifte sich dabei Handschuhe über. „Gretchen komm her. Wir müssen Marc intubieren. Durch das Blut in der Speiseröhre bekommt er keine Luft mehr, er erstickt!“, rief Mehdi, während Gretchen binnen Sekunden bei Mehdi angekommen war und Marcs Kopf in die richtige Position brachte.
„Gott, hier ist alles voller Blut, ich kann nichts sehen.“, sagte Mehdi hektisch und startete einen zweiten Anlauf, während Gretchen mit dem Stethoskop kontrollierte ob der Tubus richtig saß.
„Mehdi nichts. Der Tubus sitzt nicht. Geh mal zur Seite.“, forderte Gretchen und nahm das Ganze nun selbst in die Hand, wobei sie versuchte Herr ihrer Sinne zu werden. Sie musste das nun hinkriegen. Marcs Leben hing an ihren Händen. Es war nicht irgendein Patient dort vor ihr.
„Sitzt!“, rief Mehdi während Gretchen erleichtert ausatmete.
„Ambubeutel.“, sagte Gretchen an Sabine gewandt und begann dann Marc gleichmäßig zu beatmen. Mehdi hatte Marc an einen Monitor angeschlossen und nickte nun. „Sauerstoffparameter steigen. Blutdruck noch immer im Keller. Wir müssen rüber zum OP.“, sagte er, während Gretchen neben Marc herlief und ihn immer und immer wieder gleichmäßig beatmete. Sie hatte Marcs Leben nun wirklich ihren Händen. Als sie am OP angekommen waren übernahmen die OP Schwestern Marc, während Gretchen sie kurz aufhielt. Sie gab Marc einen sanften Kuss auf die Wange und beugte sich dann zu seinem Ohr herunter.
„Halt durch.“, flüsterte sie und ging dann in den Vorraum des OPs. Gretchen zögerte nicht lange und stelle sich neben ihren Vater, der gerade dabei war sich steril zu waschen.
„Was tust du da?“, fragte er überrascht.
„Assistieren.“, erklärte Gretchen.
„Nein, das wirst du nicht tun. Dr. Hoffmann ist hier und wird mit mir zusammen operieren. Du wirst dir jetzt frei nehmen Kälbchen.“
„Aber Papa ich….“
„Keine Widerrede, das ist ein Befehl deines Chefarztes!“, sagte Franz und schickte Gretchen dann aus dem OP. Mehdi wartete ebenfalls vor der Tür und schloss Gretchen direkt in seine Arme als diese herauskam.
„Es ist besser wenn du nicht assistierst.“, sagte er, während Gretchen bittere Tränen weinte. „Wir haben uns gestritten heute Morgen. Ich habe ihm meine Meinung gesagt und ihn ziemlich fertig gemacht.“, sagte Mehdi, der ebenfalls weinte, während Gretchen ihn nun ansah.
„Was?“
„Ja, als er heute morgen aufgewacht ist. Ich war so sauer darüber, dass er sich das Morphium selber verabreicht hat und wollte ihn dazu bringen endlich mit mir zu reden und mir zu erklären was los ist, aber stattdessen habe ich weitergebohrt und bin dann voller Wut rausgestürmt.“
„Mehdi, Marc wird nichts passieren.“
„Gretchen er hat einen Magendurchbruch. Wir haben beide gesehen wie viel Blut er erbrochen hat. Das kannst du jetzt wirklich nicht mit einer so großen Sicherheit sagen.“ „Doch das kann ich, weil ich fest daran glaube! Er muss einfach wieder gesund werden. Glaubst du ich weiß nicht wie es um ihn steht? Aber mein Vater wird das hinkriegen. Er muss es hinkriegen.“, beteuerte Gretchen und atmete dann tief durch um sich zu beruhigen.
„Wieso hat Marc sich das Morphium verabreicht?“, fragte Gretchen nun und sah Mehdi dabei fragend an.
„Weil er ziemlich fertig war. Psychisch, nicht physisch.“
„Marc?“
„Ja, Marc. Weißt du, wir kennen uns länger als du glaubst.“, sagte Mehdi und nahm dann gemeinsam mit Gretchen vor dem OP Platz.
„Das heißt was genau? Herrgott noch mal, warum macht ihr immer so ein wahnsinniges Geheimnis aus Marcs Vergangenheit?“
„Weil sie schrecklich ist und ich nicht derjenige bin, der dir alles darüber erzählen und erklären sollte.“
„Apropos Marcs Vergangenheit. Wir sollten seine Mutter informieren.“, sagte Gretchen und richtete sich dabei auf. Sie brauchte nun Ablenkung
„Ich werde sie informieren gehen.“, sagte Mehdi, doch Gretchen schüttelte den Kopf.
„Ich möchte bitte mitkommen.“
„Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist. Bleib du hier, falls es irgendwelche Neuigkeiten gibt.“, sagte Mehdi und ging dann in Richtung Station. Gretchen zögerte nicht lange und folgte, was Mehdi nicht mitbekam, da er sich in Gedanken schon auf das Gespräch mit Elke einstellte.
„Mehdi!“, erklang Elkes Stimme direkt als Mehdi ihr Zimmer betrat.
„Hallo Elke. Schön dich zu sehen.“
„Ja, wenigstens einer der mich sehen will. Du glaubst nicht wie rücksichtslos sich Olivier verhält. Er war heute noch nicht mal hier um nach meinem Gesundheitszustand zu sehen und hat mich an so einen unsymphatischen Arzt abgeschoben, weil er selber noch nicht einmal Zeit hat seine eigene Mutter zu behandeln und…..“
„Elke bitte hör auf!“, unterbrach Mehdi sie laut, während Elke Mehdi erschrocken ansah. „Marc wollte dich besuchen und tief in deinem Inneren weißt du selber, dass Marc sich wie immer um dich gekümmert und dich behandelt hätte, wenn er denn gekonnt hätte. Elke Marc hat ein Magengeschwür. Seit gestern wissen wir, dass es gutartig ist, allerdings hatte er heute einen Unfall und wird jetzt gerade operiert. Das Magengeschwür hat seinen Magen durchbrochen und stark geblutet. Die Situation ist ernst Elke, sehr ernst.“, klärte Mehdi sie auf, während Elke die Arme in die Luft riss.
„Um Himmels Willen“, rief sie pathetisch und sah Mehdi dann an, während nun auch Gretchen ins Zimmer hereingekommen war.
„Aber ihr kriegt das doch wieder hin Mehdi, oder? Ich meine ich brauche mir doch keine Sorgen um Marc Olivier machen.“
„Doch das müssen Sie Frau Fisher. Mein Vater und ein anderer Oberarzt operieren Marc gerade, aber es gibt keine Garantie dafür, dass es gelingt. Selbst wenn es gelingt weiß keiner wie sein Leben nach der Operation aussehen wird.“
„Aber er wird doch noch als Arzt arbeiten können, oder?“
„Ich glaube, dass ist das Letzte über dass sie sich nun Gedanken machen sollten!“, sagte Gretchen ungehalten, während Mehdi ihr einen wütenden Blick zuwarf. Sie hatte Elke noch nie ausstehen können, schließlich war sie der Grund gewesen, weshalb sich ihre Eltern getrennt hatten und auch die Art und Weise wie sie immer mit Marc umsprang störte Gretchen massiv. Sie stellte sich vor, wie ihre Mutter wohl in einer solchen Situation reagiert hätte. Bärbel wäre mit Sicherheit in Panik und Tränen ausgebrochen, während Elke sich nur fragte ob sie sich jetzt Sorgen machen sollte und ob Marc wieder als Arzt arbeiten konnte. Wer reagierte so?
„Gut Elke, falls wir was Neues wissen, dann kommen wir vorbei und sagen dir Bescheid.“, sagte Mehdi nun und erhob sich von Marcs Bett.
„Marc ist stark. Er war schon immer stark. Er wird das schaffen. Weißt du noch als er damals so schwer verletzt im Krankenhaus war Mehdi? Da hat er es auch geschafft und war schneller wieder auf den Beinen als jeder andere sonst. Er wird es auf jeden Fall schaffen!“, sagte Elke, während Mehdi nickte und dann zusammen mit Gretchen das Zimmer verließ.
„Diese blöde alte Kuh, was war das denn bitte?“
„Gretchen so ist Elke. Lass sie einfach. Wir haben es ihr gesagt und unsere Pflicht erfüllt und jetzt lass uns wieder zum OP herüber gehen.“
„Was war damals oder ist das wieder eines dieser Themen über die das kleine naive Gretchen nicht Bescheid wissen darf?“
„So würde ich es nicht formulieren, aber ja, ist es.“
„Toll!“, antwortete Gretchen wütend und ging dann zum OP herüber.
„Was hast du vor?“
„Ich kann nicht hier draußen stehen und warten, das Ganze macht mich komplett wahnsinnig! Ich werde jetzt das Guckloch des Vorraums nutzen und zusehen.“
„Ich halte das für eine ganz schlechte Idee.“
„Ich finde sie umso besser.“, antwortete Gretchen und ging dann herein, während Mehdi ihr eher zögerlich folgte. Gretchen schaute in den OP herein, realisierte allerdings direkt was Mehdi gemeint hatte.
„Mehr Bauchtücher! Wir brauchen mehr Bauchtücher.“, rief ihr Vater und die Hektik im OP war deutlich sichtbar, was nie ein gutes Zeichen war.

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05.11.2009 19:10
#17 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 17

Gretchen konnte erkennen, dass Dr. Hoffmann bereits zwei Sauger in seinen Händen hielt. „Mehr Blutkonserven anhängen!“, befahl der Professor, während Gretchen die Tränen in die Augen stiegen und sie langsam ein Stück zurück trat, die Hand vor den Mund gepresst um nicht lautstark los zu weinen.
„Marc.“, flüsterte sie und war froh als sie Mehdis starke Arme von hinten umschlossen. Gretchen war zuvor nicht bewusst gewesen wie es wirklich um Marc stand. Sie hatte alles dazu getan um es nicht an sich heran zu lassen, doch als sie nun die Situation im OP gesehen hatte, konnte sie es nicht mehr weg schieben und sich einreden, dass schon alles gut werden würde. Mehdi ging langsam mit Gretchen nach draußen und setze sich dann mit ihr vor den OP, wo Gretchen in seinen Armen weiter weinte.
„Er wird es nicht schaffen, oder?“, fragte Gretchen nach einer Weile und sah Mehdi dann mit ihrem verweinten Gesicht an. Mehdi lächelte ihr nur zu und drückte sie dann wieder fester an sich.
„Er hat es gesagt.“, flüsterte Gretchen, während Mehdi sie wieder ansah.
„Was?“
„Kurz bevor er bewusstlos geworden ist. Er hat gesagt….er hat gesagt, dass er mich liebt.“ Mehdi atmete tief durch und nickte dann, während Gretchen sich plötzlich aufrichtete.
„Wieso hat er mir das nicht früher gesagt sondern jetzt, wo es zu spät ist?“
„Es ist niemals zu spät. Weißt du noch was er auf deinem Polterabend zu dir gesagt hat? Man sagt ja immer, dass man dahin gehört wohin man sich sehnt? Ich weiß dass er sich nach dir sehnt, was ich nicht weiß ist, ob du dich nach ihm sehnst, wenn du zuhause bei deinem Mann bist.“
„Alexis.“, rief sich Gretchen nun wieder in den Sinn. Sie dachte über die wunderbare Zeit mit ihm nach und auch daran, dass sie in den Flitterwochen an Marc gedacht hatte, sich gefragt hatte was er machte, wie es ihm ging, sie dachte daran, wie sie abends darauf wartete, dass Alexis schlief, damit sie in ihrem Tagebuch etwas über Marc schreiben konnte. War das alles ausreichend? Sehnte sie sich nach ihm, oder war es nur die Gewohnheit, da sie sich immer nach ihm gesehnt hatte? Immer bis Alexis kam. Gretchen dachte darüber nach, dass sie mit Marc schlafen wollte bevor sie sich auf Alexis eingelassen hatte, um zu schauen ob sie wirklich keine Gefühle mehr für ihn hatte und es möglich war ihn zu vergessen. Was war anders an Marc als an Alexis? Im positiven Sinne? Oder fühlte sie sich nur zu Marc hingezogen, weil sie aus ihm endlich einen besseren Menschen machen wollte? Gretchen lehnte sich an ihre Stuhllehne und wischte sich mit der Hand ihre Tränen ab. Würde sie es überstehen Marc zu verlieren? Sie selbst fühlte sich direkt verloren bei dem Gedanken daran. Die OP Türen öffneten sich und Schwester Andrea trat heraus, während sowohl Mehdi und Gretchen sich sofort aufrichteten.
„Mehr Blutkonserven.“, erklärte Andrea kurz und lief dann los, während Gretchen sich wieder in ihren Stuhl sinken ließ. Noch mehr Blutkonserven. Wie viel konnte und würde Marcs Körper aushalten?
„Willst du Alexis vielleicht mal anrufen? Ich meine es würde dir bestimmt gut tun, wenn er dir nun beistehen würde.“, riet Marc. Gretchen schüttelte den Kopf und starrte wieder auf die Tür des OP Saals. Alexis war nun wirklich der letzte Mensch, den sie hier gebrauchen konnte. Er hasste Marc aus tiefem Herzen und andersherum. Alexis war wirklich nicht der Mensch, mit dem sie hier darauf hoffen wollte, dass es Marc schaffte.
„Was ist eigentlich mit Marcs Vater? Sollte man ihn nicht auch informieren? Kann man ihn überhaupt noch informieren?“, fragte Gretchen, da sie versuchte ihre Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, wobei ihr bewusst wurde, dass sie außer Elke noch niemanden informiert hatte, wobei sie sich allerdings auch nicht sicher war, ob es in Marcs Leben noch mehr Menschen gab die informiert werden konnten und sollten.
„Den gibt es noch, aber glaub mir, es ist mit Abstand der allerletzte Mensch den wir informieren müssten.“ Gretchen nickte etwas und sah Mehdi dann an.
„Es liegt an Marcs Vater, oder? Ich meine, dass er so ist wie er ist.“ Mehdi nickte wieder, während Gretchen tief durchatmete.
„Okay, ich kann mir jetzt zumindest einen Reim auf alles machen.“
„Nein, dass kannst du definitiv nicht im Entferntesten.“, erklärte Mehdi und stand dann auf. „Kann ich dich hier alleine lassen? Die OP wird sicher noch ein paar Stunden dauern und ich kann das hier nicht:“, sagte Mehdi.
„Was hast du vor?“
„Ich hab noch zwei Patientinnen, das lenkt mich ab. Es sei denn du willst, dass ich bei dir bleibe.“
„Nein, schon gut. Geh du mal. Ich werde hier warten. Hab ja genug worüber ich nachdenken kann.“, sagte Gretchen, während Mehdi ihr einen Kuss aufs Haar gab und dann davonging. Auch er liebte sie, doch das zählte nicht, weil Mehdi wusste, dass es bei Gretchen höchstens noch die Entscheidung zwischen Marc und Alexis gab. Er war definitiv nicht mehr in ihren Überlegungen und das war auch okay. Marc hatte nun endlich auch mal etwas Glück in seinem Leben verdient und er war der letzte Mensch der ihm das noch einmal verwehren wollte. Damals als er mit Gretchen zusammen gewesen war, hatte er Marc damit verletzt, doch damals hatte es ihm nicht leid getan. Damals hatte er es genossen und es gerne gemacht. Damals als er noch davon ausgegangen war, dass sein bester Freund tatsächlich mit seiner Frau geschlafen hatte. Wie hatte er ihm so etwas überhaupt jemals zutrauen können? Und Marc hatte es hingenommen, hatte es hingenommen, dass Mehdi kein Wort mehr mit ihm redet und er den einzigen Gesprächspartner verloren hatte, den er je besessen hatte. Er hatte das alles auf sich genommen damit es Mehdi besser ging. Und ja, es war besser gewesen zu glauben, dass Marc mit Anna geschlafen hatte, statt zu erfahren, dass Marc Anna in einer Notsituation geholfen hatte, da Anna eine Prostituierte war. Die Gedanken an die Zeit im Streit verursachte bei Mehdi Gänsehaut.
„Nicht nachdenken Mehdi. Nicht nachdenken.“; flüsterte er und setzte dann ein Lächeln für seine Patientin auf.
„Frau Hohgraf, schön sie zu sehen. Was macht die Schwangerschaft?“, fragte er enthusiastisch und schloss die Tür hinter sich.
Gretchen saß noch etwa eine Stunde ruhig auf ihrem Stuhl, bevor sie begann den Flur auf und ab zu laufen.
„Frau Doktor Haase!“, erklang hinter ihr plötzlich die Stimme von Elke, was Gretchen zusammenzucken ließ.
„von Buren.“, sagte Gretchen und blickte auf Marcs Muter, die von einer Schwester im Rollstuhl zum OP Bereich geschoben wurde.
„Bitte was?“
„von Buren. Frau Doktor von Buren. Ich habe geheiratet Frau Fischer.“
„Oh! Das hätte ich jetzt nicht erwartet.“
Och, wieso denn nicht? Bekomme ich jetzt wieder hochqualifizierte Anspielungen auf mein Figur, oder…:“
„Ich dachte nur immer sie sind scharf auf meinen Sohn.“
„Pf!“, entfuhr es Gretchen und sie winkte ab, während Elke nur nickte.
„Wie geht es Olivier?“
„Marc wird noch operiert.“, sagte Gretchen und betonte das Marc dabei extra deutlich.
„Ich habe das vorhin nicht so gemeint. Wissen Sie ich bin nicht so gut darin Gefühle zu zeigen. Zwar bin ich eine extrem erfolgreiche Autorin, die Gefühle ausgesprochen gut niederschreiben kann, aber selber bin ich halt absolut nicht gut darin.“
„Da sind sie ja schon zwei.“
„Bitte was?“
„Nun ja, ihr Sohn ist jetzt auch nicht die Bombe wenn es darum geht Gefühle zu zeigen.“ „Marc Olivier? Er war doch schon immer so ein emotionaler Mensch.“ Gretchen lachte auf und schüttelte dann den Kopf.
„Also ich weiß nicht von wem sie reden oder wie lange das wohl her sein mag, als Säugling vielleicht, ich weiß nur von wem ich rede und dieser Marc ist wirklich alles, aber nicht gefühlvoll oder emotional.“
„Nicht mehr gefühlvoll oder emotional“, antwortete Elke und erkannte die Neugier in Gretchens Blick.
„Ich bin mir sicher sie ahnen etwas, aber mein Sohn hat ihnen nie etwas erzählt richtig?“ „Warum sollte ihr Sohn mir auch etwas erzählen?“
„Auch wenn sie glauben ich kümmere mich nicht um ihn und ich kenne ihn nicht, eins habe ich sofort gesehen und erkannt als seine Mutter, nämlich seine Gefühle für sie, die ich zwar nicht im Entferntesten nachvollziehen kann, aber davon abgesehen sind sie halt wirklich da.“

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Ganz viel Marc, ganz viel Doktor Meier und ganz viel Drama

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06.11.2009 17:41
#18 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 18

Gretchen sah Marcs Mutter kurz an, wollte gegen sie wettern, sich wehren, doch dazu fehlte ihr momentan die Kraft. Die Angst um Marc und all die Gedanken um das was er ihr gesagt hatten, füllten ihren Kopf zu sehr.
„Ich habe mir wenigstens schon mal zusammenreimen können, dass es mit seinem Vater zu tun hat, das Marc so ist wie er ist.“, erklärte Gretchen, während Elke nickte.
„Olivier Meier.“
„Bitte?“
„Marcs Vater, Olivier Meier.“
„Okay, das erklärt warum er seinen Zweitnamen nie hören will.“
„Wissen Sie, bei Olivier weiß man nie ob er grade im Gefängnis ist oder nicht. Er ist ein sehr sehr schlechter Mensch und Marc belastet das sehr, außerdem hat er uns damals sehr viel angetan. Ich will nicht in die Details gehen, dass kann ihnen mein Sohn erklären, wenn er dazu bereit ist und es will, aber ich denke sie haben das Recht wenigstens etwas zu erfahren, damit sie Marc vielleicht etwas besser verstehen können. Die Narbe auf Marcs Nase, sein Vater hat ihn durch eine Glasscheibe geschmissen als mein Sohn seinen eigenen Vater davon abhalten wollte mich halbtot zu schlagen. So sah Marcs Kindheit aus, ich war ihm damals keine gute Mutter und kann es ihm auch heute nicht sein, denn das wäre falsch. Wir haben eine enge Bindung zueinander, aber keine normale Mutter-Sohn Beziehung.“ Gretchen hatte die Luft angehalten und stumm zugehört was Elke ihr dort anvertraut hat. In ihren Augen bildeten sich erneut Tränen, da sie nicht fassen konnte, was sie dort hörte.
„Danke das sie mir das erzählt haben.“, sagte Gretchen.
„Mir ist es nur wichtig, dass sie sich nicht vollkommen von Marc abwenden, weil er sich verhält wie der letzte Idiot! Aber gut, wenn sie verheiratet sind, ist sein Zug so oder so abgefahren.“, sagte Elke und Gretchen erkannte in ihrem Gesicht zum ersten Mal warme Gesichtszüge. Nicht nur Marc hatte eine Maske aufgesetzt und mit seinem Verhalten einen Schutzwall um sich gebaut, auch Elke hatte dies getan.
„Können Sie mir noch eine Sache verraten? Dann frage ich auch nicht mehr nach, den Rest kann Marc mir erklären, wenn er das möchte.“
„Was möchten Sie denn wissen?“
„Wieso sind Marc und Mehdi so gut befreundet?“
„Es kam zu einer Situation, die ich Ihnen wirklich nicht erzählen will. Ich war schon immer mit Frau Kaan befreundet, unsere Jungs konnten sich allerdings nicht ausstehen. Marc und ich sind zuhause geflüchtet, wir hatten keine Ahnung wo wir hingehen sollten. Letztendlich hat uns Mehdis Familie mit offenen Armen aufgenommen. Marc ging es damals wirklich sehr sehr schlecht, aber Mehdi hat sich unglaublich viel Mühe gegeben und das hat die beiden halt zusammengeschweißt.“ Gretchen nickte und wollte grade etwas entgegnen.
„Frau Dr. von Buren?“, fragte Schwester Ina, die grade aus dem OP gekommen war. Gretchen richtete sich direkt auf.
„Schwester Ina.“
„Würden Sie mitkommen? Ihr Vater möchte Sie sprechen.“ Gretchen sah zu Marcs Mutter, die nickte, während sie im OP verschwand.
„Ich soll Ihnen sagen Sie sollen sich steril waschen, wenn sie sich das in irgendeiner Art und Weise zutrauen.“, sagte Schwester Ina, während Gretchen direkt loslegte. Als sie die Tür zum OP öffnete war sie entsetzt über das Chaos von Blut, blutigen Bauchtüchern und noch mehr Blut.
„Papa?“, fragte Gretchen ängstlich und sah auf Marc Monitor. Sein Herz schlug noch, er lebte.
„Wir brauchen noch zwei weitere Hände.“, erklärte ihr Vater und sah sie dann an.
„Traust du dir das zu Kälbchen?“ Gretchen nickte und schaute nicht auf Marcs Gesicht, während sie zu dem geöffneten Bauchraum herüber ging.
„Scheiße!“, entfleuchte es ihr als sie die Ausmaße der Verletzung sah.
„Kannst du die Sauger halten, wir versuchen weiterhin das Geschwür zu entfernen.“ Gretchen nahm die Saugern beherzt zur Hand und konzentrierte sich dann.
„Diesen Teil des Magens werden wir entfernen müssen. Da kommen richtig harte Zeiten auf Meier zu.“, sagte Dr. Hoffmann und führte dann einen gezielten Schnitt durch, während Gretchen alles auszublenden versuchte und hart dagegen ankämpfte, dass ihr wieder die Tränen in die Augen stiegen, denn das würde Marc im Moment am aller wenigsten helfen. Sie operierten noch vier weitere Stunden, bevor sie endlich alles vollkommen unter Kontrolle hatten.
„Kälbchen, ich muss noch kurz mit dir reden.“, sagte Franz ernst, nachdem sie die Operation beendet hatten. Gretchen trat vom Operationstisch zurück und sah ihren Vater dabei an, ihr gefiel sein Unterton dabei ganz und gar nicht.
„Dr. Meier hatte bei der Operation zweimal einen Herzstillstand, wie du siehst haben wir ihn wieder, aber die Operation war schwer. Sehr schwer. Wir werden ihn für eine Weile in ein künstliches Koma verlegen müssen, er würde die Schmerzen sonst nicht überstehen.“ Gretchen nickte etwas und nun ließ sie es zu, dass Tränen in ihre Augen stiegen und ihr die Wange herunter liefen. Sie musste ihren Vater nun nicht fragen, ob Marc es schaffen würde, denn das konnte zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen. Zwei Herzstillstände, Magenresektion, wahnsinnig hoher Blutverlust, künstliches Koma, es konnte einfach noch niemand sagen ob und wie Marc das alles überstehen würde. Die nächsten vierundzwanzig Stunden waren entscheidend.
„Marcs Mutter wartet auf Informationen. Wenn du es ihr nicht selber sagen willst, informier Mehdi, damit er es weitergibt. Ich kann das nicht.“, sagte Gretchen, während ihr Vater vor den OP-Saal trat, wo sowohl Elke wie auch Mehdi auf Neuigkeiten warteten.
Gretchen ging zum Schwesternzimmer herüber, wo Schwester Gabi gemeinsam mit Schwester Sabine saß.
„Wie geht es dem Herrn Oberarzt?“, fragte Sabine sofort, während Gretchen sich erneut einen Schwall Tränen von der Wange wischte.
„Nicht gut Sabine, wirklich nicht gut.“
„Was heißt das?“, fragte Gabi nun und sah Gretchen dabei an.
„Was auch immer du deinem Freund erzählt hast Gabi, du solltest dich schämen. Marcs Magengeschwür ist durch seinen Magen gebrochen. Er hat wie wahnsinnig geblutet, zwei Herzstillstände gehabt und einen Teil seines Magens verloren. Jetzt liegt er im Koma.“ „Aber….aber er….Marc….er wird doch….“, stotterte Gabi schockiert. Sie hatte ja keine Ahnung gehabt.
„Ob er wieder gesund wird? Vielleicht. Mit langer Reha. Ob er jemals wieder hier sein wird. Vielleicht. Ob er jemals wieder operieren wird. Eher unwahrscheinlich. Du solltest in der Hölle schmoren für das was du angerichtet hast!“, sagte Gretchen und versuchte dabei so viel Fassung wie möglich zu bewahren. Sie wollte sich nicht auf dieses niedrige bemitleidenswerte Niveau von Gabi herablassen. Gabis Augen füllten sich derweil mit Tränen und sie ließ sich langsam auf ihren Stuhl zurück sinken.
„Oh mein Gott!“, flüsterte sie leise, während Schwester Sabine Gretchen ein Tempo reichte. „Schwester Sabine, rufen Sie bitte meinen Mann an und erklären ihm, dass ich heute nicht nach Hause kommen werde.“
„Wollen Sie das nicht lieber selber tun Frau Doktor?“
„Sabine, ich habe jetzt wirklich wichtigeres zu tun.“, antwortete Gretchen und ging dann zu den Fahrstühlen herüber. Als sich die Türen öffneten blickte sie direkt auf Mehdi, der ebenfalls weinte. Gretchen ließ sich sofort in seine Arme fallen und weinte dort herzhaft.

....to be continued!



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10.11.2009 19:08
#19 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 19

„Komm wir gehen einen Kaffee trinken, Marc wird oben gerade sowieso erst fertig gemacht.“, sagte Mehdi und ging dann mit Gretchen zur Cafeteria herüber, wo er zwei Kaffee orderte.
„Was passiert jetzt Mehdi?“, fragte Gretchen leise und nippte an ihrem Kaffee.
„Marc wird jetzt an alle Maschinen angeschlossen und dann warten wir. Wenn ich deinen Vater richtig verstanden habe, dann soll Marc zirka eine Woche im künstlichen Koma gehalten werden. Ich möchte gerne, dass Marc so selten wie möglich alleine ist. Es ist erwiesen, dass Mensch im künstlichen Koma etwas mitbekommen, also werde ich so oft es geht bei ihm sein.“ Gretchen nickte
„Wir sollten uns abwechseln.“, sagte sie und fuhr sich dann mit der Hand durchs Gesicht. Ihre Augen brannten von all den Tränen, die sie heute schon vergossen hat. Nachdem sie ihren Kaffee ausgetrunken hatte, ging sie gemeinsam mit Mehdi zu Marc, wobei sie vor der Tür inne hielt. Sie wusste wie Patienten im künstlichen Koma aussahen, sie wusste nur nicht ob sie bereit dazu war Marc so zu sehen. Mehdi zögerte nicht. Er hatte es überstanden Anna so zu sehen und Marc würde mit Sicherheit wieder aufwachen. Mehdi öffnete die Tür und ging direkt zum Bett herüber, wo er Marcs Hand nahm und diese drückte.
„Alles wird wieder gut werden!“, sagte er sofort und drehte sich dann zu Gretchen um, die noch immer zögernd in der Tür stand und sich nur langsam traute Marc anzuschauen. Als sie letztendlich allen Mut zusammengenommen hatte sah sie auf, doch das Bild was sich ihr bot trieb direkt wieder Tränen in ihre Augen. Marc wurde künstlich beatmet, das regelmäßig Klacken der Maschine äußerte sich in dem regelmäßigen Heben und Senken seines Brustkorbs.
„Komm her Gretchen. Er wird doch wieder aufwachen!“, sagte Mehdi und streckte seine Hand nach Gretchen aus, die nun langsam auf Mehdi zuging. Sie schob sich an ihm vorbei und beugte sich über Marcs Kopf, wobei sie ihm einen sanften Kuss auf die Wange gab und ihm eine Haarsträne von der Stirn strich.
„Was machst du denn für Sachen?“, fragte Gretchen und setzte sich dann auf den Stuhl der ihr von Mehdi zurechtgerückt worden war, wobei Mehdi es ihr nun überließ Marcs Hand zu nehmen. Gemeinsam saßen sie einige Stunden dort, bevor auch Elke zu ihnen stieß und Gretchen beschloss Mehdi und Elke alleine zu lassen und selber nach Hause zu fahren. Sie konnte den Anblick nicht mehr ertragen, musste weg von diesem Ort und diesen Tag verdrängen, in der Hoffnung, dass sie sich am nächsten Tag besser fühlte und die ganze Situation nüchterner und sachlicher betrachten zu können. Gretchen zog sich um und holte dann ihr Handy aus der Tasche um Alexis Nummer zu wählen.
„Hey!“, sagte Alexis direkt als er an sein Handy ging. Er klang eindeutig verschlafen.
„Hey! Ich komme jetzt nach Hause.“, sagte Gretchen, wobei sie hörte, dass Alexis sich aufsetzte.
„Bleib wo du bist, ich mache mich fertig und hole dich ab.“, sagte Alexis und stand dabei auf. „Brauchst du nicht. Ich komme schon nach Hause.“
„Soviel ich gehört habe hattest du einen wirklich schrecklichen Tag, da kann ich dich wenigstens abholen. Ich beeile mich.“ Gretchen lächelte etwas und setzte sich in den Bürostuhl des Schwesternzimmers, wo ihr bereits die Augen zufielen. Sie schreckte durch das leise Klopfen an der Tür auf, wo sie Alexis erblickte, der zögerlich eintrat.
„Hey!“, sagte er und nahm Gretchen dann erst einmal in den Arm, wo Gretchen direkt wieder mit den Tränen kämpfte.
„Ist schon gut. Komm, ich bringe dich nach Hause.“, sagte Alexis und ging dann zusammen mit Gretchen zum Auto herüber.
„Ich bin so froh, dass ich dich habe.“, sagte sie ehrlich und küsste Alexis bevor dieser losfahren konnte. Alexis Blick fiel während der Fahrt auf Gretchen, die Gedankenverloren aus dem Fenster blickte. Ob er den Kampf gewinnen würde? Er wusste woran Gretchen dachte, was in ihrem Kopf vorging, wobei er sich fragte ob ihre Liebe und Ehe schon stark genug war um Marc Meier zu überstehen. Zuhause angekommen ging Gretchen direkt durch nach oben ins Bett, wobei sie nicht mehr viel mit Alexis redete. Auch ihr Tagebuch holte sie am heutigen Tag nicht hervor. Sie konnte nicht schreiben was passiert war, sie wollte das alles nicht noch einmal Revue passieren lassen. Alles was sie wollte war, dass Marc wieder aufwachte, sie wieder anlächelte, wieder herumlief und Patienten beleidigt oder sie in einem OP zusammenstauchte, das war alles was sie jetzt wollte. Sie atmete schwer aus, als sie Alexis Arme um ihren Körper spürte und presste sich näher an ihn, während ihre Gedanken nur bei einem waren. Marc Meier.
Gretchen erlebte die folgenden Tage wie in Trance. Sie versuchte sich auf die Arbeit zu konzentrieren und versagte kläglich. Sie versuchte ihr Privatleben zu leben und versagte kläglich, wobei Alexis sich nicht ein einziges Mal beschwerte oder ihr Vorwürfe machte. Gretchen verbrachte jeden Tag im Krankenhaus, arbeitete, ging zu Marc, arbeitete und ging zu Marc. Es war so ungewohnt ihn so ruhig und still dort liegen zu sehen, während das einzige Geräusch, dass die Stille vertrieb, das unaufhörliche Klacken der Beatmungsmaschine war. Gretchen war davon ausgegangen, dass es ihr von Mal zu Mal leichter fallen würde zu Marc zu gehen, ihn so zu sehen, doch genau das Gegenteil war der Fall, denn mit jedem Tag merkte sie mehr, dass sie ihn unendlich vermisste.

Liebes Tagebuch.

Tag 5 des Komas und ich habe keine Ahnung wie ich auch nur einen weiteren überstehen soll. Marc geht es schon besser, so sagen die Werte es zumindest, doch ihn so dort liegen zu sehen zerreißt mir das Herz. Egal was ich sage, egal was ich ihm an den Kopf werfe, egal wie ich aussehe, es kommt einfach keine Antwort von ihm. Kein Kommentar, kein blöder Spruch, kein Hasenzahn. Es fühlt sich merkwürdig an was man alles vermisst. Die Art und Weise wie er einen am Morgen schon antreibt, obwohl man deutlich sehen kann, dass er selber total müde ist. Die Art und Weise wie er bei Operationen einen Fehler korrigiert, die Art und Weise wie er Hasenzahn sagt, die Art und Weise wie er mit Patienten spricht, wie er die Station leitet, wie er mich ansieht, wie er lacht, wie wir mittags über Patienten sprechen, während wir in der Kantine sitzen, wie er seine Mutter dafür anschreit, dass sie ihn nicht Olivier nennen soll, die Art und Weise wie sich Grübchen in seinem Gesicht bilden, wenn er versucht über etwas nicht zu lachen, das alles ist nicht auszuhalten. Elke, ja soweit sind wir mittlerweile, hat mir immer noch nicht mehr zu Marc verraten, aber reicht nicht all das was sie mir erzählt hat schon um ihn zu verstehen? Oder um sein Verhalten zu entschuldigen?
Jede Nacht wache ich auf und sehe ihn vor mir, wie er dort am Boden liegt und mir sagt, dass er mich liebt. Was soll ich denn bloß tun und wie lange können bitte 7 Tage sein?

....to be continued!



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11.11.2009 18:19
#20 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 20

Gretchen klappte ihr Tagebuch zu und verstaute es in ihrem Versteck. Sie hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen Alexis gegenüber, der sich wirklich rührend verhielt. Er kümmerte sich gut um sie, anders konnte man es nicht nennen. Und was tat sie? Dachte den ganzen Tag lang an Marc. Das war nicht gut und auch nicht richtig und doch vermisste sie ihn mehr als sie in ihrem Leben jemals einen anderen Menschen vermisst hatte. Diese leere Hülle die sich ihr jeden Tag bot verletzte sie dabei mehr als alles zuvor.

„Wir haben die Narkosemittel jetzt reduziert, Marc wird langsam wieder aufwachen.“, erklärte Franz, während Gretchen mal wieder an Marcs Bett saß. Gretchen hatte die Veränderung bereits gemerkt, da Marc ein paar Mal fast unmerklich das Gesicht verzogen hatte, doch sie hatte es gesehen. Gretchen hatte Alexis bereits darauf vorbeireitet, dass sie nicht garantieren konnte ob sie nach Hause kam. Alexis hatte sie dabei allerdings etwas anderes als die Wahrheit erzählt. Zumindest nicht die ganze Wahrheit, da sie ihn nicht zu sehr verletzen wollte. Zumindest hatte sie ihm erzählt, dass sie sich noch um einen Patienten kümmern musste und das war absolut der Wahrheit entsprechend.
„Und, wie sieht es aus?“, fragte Mehdi abgehetzt und schaute durch die Tür, während Gretchen noch immer Marcs Hand hielt.
„Er wird gleich extubiert und dann warten wir weiter. Hast du noch eine Patientin?“
„Ja, wir bekommen gerade das Kind, aber sobald es da ist komme ich hoch, versprochen.“ „Kein Problem Mehdi, ich bin ja hier.“, erklärte Gretchen und schaute Marc dabei wieder an. Wie es wohl sein würde, wenn er endlich wieder aufwachen würde.
Marc wurde merklich von Minute zu Minute unruhiger.
„Meinst du es ist der richtige Zeitpunkt?“, fragte Franz, der Marc nun von der Beatmungsmaschine nehmen und ihm den Schlauch entfernen wollte, während Gretchen nickte. Sie stand mit dem Ambubeutel in ihrer Hand bereit, der unwillkürlich zu zittern begann, als ihr Vater die Maschine ausschaltete und den Schlauch entfernte. Gretchen half mit ein paar kräftigen Stößen aus dem Ambubeutel nach, solange bis Marc endlich wieder selbstständig atmete.
„So Meier, jetzt steht dem Aufwachen nichts mehr im Weg!“, sagte Gretchens Vater und klopfte Marc dabei leicht auf die Schulter, wobei Gretchen wusste, dass auch ihr Vater Marc vermisste. Er war schließlich einer seiner besten Oberärzte.
„Bleibst du noch hier?“
„Er sollte wirklich nicht alleine sein, wenn er aufwacht.“, erklärte Gretchen, während Franz leicht lächelte und ihr dabei zunickte bevor er den Raum verließ. Gretchen ließ sich wieder auf ihren Stuhl sinken und nahm Marcs Hand, wobei sie sein Gesicht genau beobachtete. Es dauerte noch eine ganze Weile, bevor Marcs Augen sich kurz öffneten, sich aber sofort wieder schlossen. Gretchen setzte sich aufs Bett und streichelte Marc über die Wange, wobei Marc gegen die Müdigkeit ankämpfte. Gretchen schenkte ihm ein Lächeln als er das nächste Mal die Augen öffnete.
„Hasenzahn.“; flüsterte er krächzend.
„Pscht, nicht sprechen. Ich bin ja hier.“, sagte Gretchen, wobei sich nun Tränen mit ihrem Lächeln vermischten. Da war er wieder.
„Ich hole schnell ein paar Eiswürfel.“, sagte Gretchen und wollte dann aufstehen, doch Marc hielt ihren Arm so fest er konnte.
„Was ist passiert?“, fragte er und verzog dabei das Gesicht. Sein Hals war vollkommen ausgetrocknet.
„Ich hole dir nur schnell ein paar Eiswürfel und dann erkläre ich dir alles weitere, okay?“,
fragte Gretchen, während Marc leicht nickte. Als Gretchen wieder hereinkam, hatte Marc seine Augen wieder geschlossen, doch ein kleiner Stupser von Gretchen reichte aus, so dass Marc sie wieder ansah. Gretchen nahm einen der Eiswürfel heraus und fuhr damit zuerst über Marcs Lippen, bevor er diesen Lutschen konnte.
„Dein Magengeschwür ist durch deinen Magen gebrochen, erinnerst du dich?“, fragte Gretchen, während Marc leicht nickte.
„Es hat sehr stark geblutet. Du hattest bei der OP zwei Herzstillstände, die Operation war sehr sehr schwierig. Du hast eine Woche lang im künstlichen Koma gelegen.“
„Musstet ihr….?“, fragte Marc und musste nicht weiter sprechen, da Gretchen nickte. Sie wusste worin Marcs Frage lag.
„Wie viel?“
„Etwa vierzig Prozent. Glaub mir, wir haben wirklich alles getan.“ Marc nickte etwas. Er hatte also fast die Hälfte seines Magens eingebüßt. Das bedeutete also wirklich Reha. Marc fielen die Augen wieder zu, während Gretchen ihn nicht aufhielt. Sie würden noch genug Zeit haben zu reden.
„Und?“, fragte Mehdi, als er nach einer weitern Stunde ins Zimmer hereinkam.
„Das Extubieren war erfolgreich und er war wach.“, erklärte Gretchen, wobei sie wieder Tränen in den Augen hatte.
„Hasenzahn war sein erstes Wort. Danach musste ich ihm direkt erklären was passiert ist..“ „Weiß er Bescheid, dass er vierzig Prozent seines Magens eingebüßt hat?“
„Ja, das weiß er.“ Mehdi schob sich etwas an Gretchen vorbei.
„Marc?“, fragte er, während Marc nach einer weiteren Ansprache seine Augen öffnete und Mehid ansah.
„Na Dornröschen, ausgeschlafen?“, fragte Mehdi, während Marc etwas lächelte.
„Ich wollte dir nur sagen, dass ich jetzt auch da bin und wollte mich kurz selber davon überzeugen, dass wir dich jetzt wieder haben.“, erklärte Mehdi, während Marc die Augen wieder schloss. Mehdi nickte etwas und zog die Decke noch ein Stück über Marcs Arme.
„Ich bin so froh.“, sagte er und sah Gretchen an, die nickte.
„Komm fahr du nach Hause, ich bleibe heute Nacht hier. Die Wahrscheinlichkeit, dass er vor morgen noch einmal wach wird ist sehr gering.“, bot Mehdi an, doch dieses Mal stimmte Gretchen nicht zu.
„Ich werde bei ihm bleiben. Du hast dir schon so viele Nächte um die Ohren geschlagen, Alexis weiß Bescheid, dass ich heute Nacht nicht nach Hause komme.“ Mehdi nickte und streckte seine Beine dann aus, während Gretchen ihren Kopf auf Marcs Bett legte.
„Gute Nacht.“, wünschte Mehdi lachend, was von Gretchen erwidert wurde, während sie Marcs Hand nahm.
„Nacht Marc.!“, sagte Gretchen zusätzlich, was Mehdi ihr gleichtat. Als Marc mitten in der Nacht wach wurde fiel sein Blick zuerst auf Gretchen, deren Kopf ganz nah neben seinem lag, während sie seine Hand umfasst hielt. Marc konnte sie leise atmen hören und schaute dann zum Fußende herunter, wo Mehdi die Beine ans Bett gelehnt hatte und mit zurückhängendem Kopf leise schnarchte.
„Was macht ihr denn da?“, fragte Marc, was sowohl Gretchen, wie auch Mehdi aufschrecken ließ.
„Was ist los?“, fragte Mehdi und schaute zuerst auf Gretchen und dann auf Marc.
„Ich frage mich was ihr hier macht? Habt ihr kein zuhause und keine Betten?“, fragte Marc, während Gretchen direkt zu lachen anfing. Das war der Marc den sie kannte und den sie vermisst hatte.
„Wir machen uns halt Sorgen um dich.“, antwortete Mehdi, während Marc seinen Kopf zur Seite drehte und auf seinen Monitor sah.
„Seht ihr das, die Werte sind fast so brillant wie der Arzt von dem sie stammen.“, sagte Marc, wobei Gretchen nun herzlich loslachte.
„Gott endlich!“, sagte sie fröhlich, während Marc sie verständnislos ansah.
„Seit wann lachst du über meine Sprüche?“
„Seitdem ich festgestellt habe wie sehr ich sie vermisse.“, erklärte Gretchen ehrlich.

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12.11.2009 18:23
#21 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 21

Marc lächelte Gretchen kurz an, während sich ihre Blicke trafen.
„Und, wie sieht der Behandlungsplan jetzt aus? Bringt mich mal auf den neusten Stand.“ Mehdi hob unwissend die Hände, so das Marc Gretchen anblickte. Sie sah so müde aus.
„Du wirst momentan noch künstlich ernährt, was auch erst mal noch eine Weile so bleiben wird. Sobald wir feststellen, dass dein Magen wieder arbeitsfähig ist, wirst du auch endlich mal wieder etwas zu essen bekommen. Was du dann im Enddefekt essen darfst und kannst wird sich spätestens in der Reha herausstellen.“ Marc nickte etwas und schloss dann seine Augen wieder. Das alles war wirklich anstrengend. Gretchen lachte leise als sie wenige Sekunden später ein leises Schnarchen vernahm.
„Schlaf du ruhig, das ist das Beste was du tun kannst.“, sagte sie und drehte sich dann zu Mehdi um.
„Gretchen, fahr nach Hause, ich bleibe bei ihm. In ein paar Stunden fängt mein Dienst so oder so an. Du hast erst morgen Nachmittag Dienst, also nutz die Zeit und schlaf dich aus.“ Gretchen streckte sich und stand dann auf.
„Pass gut auf ihn auf, ja?“
„Das habe ich doch schon immer getan.“, antwortete Mehdi, während Gretchen sich umziehen ging. Während sie mit dem Rad nach Hause fuhr, merkte sie wie sie unwillkürlich eine eigenartige Wärme durchfuhr, obwohl ihr eigentlich kalt war. Sie dachte daran wie Marc die Augen geöffnet hatte, an sein verschmitztes Lächeln und seine Art. Marc war wieder da.
Alexis ließ Gretchen am nächsten Tag ausschlafen. Er war unheimlich froh darüber gewesen, dass sie am Abend doch noch nach Hause gekommen war und nicht wieder die ganze Nacht an Marcs Bett verbracht hatte. Alexis betrachtete Gretchen stumm beim schlafen und strich ihr dabei eine Strähne aus dem Gesicht. Wieso ließ er das eigentlich mit sich machen? Wieso duldete er es, dass Gretchen an einen anderen Mann dachte, dass sie Gefühle für einen anderen Mann hatte. Weil er sie liebt? Weil er sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen konnte oder auch weil es sich lohnte für sie zu kämpfen? Alexis nickte über seine Gedanken. Es lohnte sich für sie zu kämpfen und das würde er auch Marc Meier begreiflich machen, sobald dieser wieder fit genug war.
Marc schüttelte derweil den Kopf als er wach wurde und Mehdi erneut neben seinem Bett schlief. Marc versuchte sich etwas aufzusetzen um Mehdi anzustoßen, doch die Schmerzen die dabei seinen Körper durchzogen waren einfach unerträglich. Marc wurde nun zum ersten Mal bewusst, was wirklich mit ihm passiert war. Das alles war gar kein Traum gewesen, diese dumpfen Stimmen die er immer und immer wieder vernommen hatte, die Berührungen, die er ab und an verspürt hatte. Er hatte wirklich im künstlichen Koma gelegen. Marc schob die Bettdecke etwas zu Seite und sah auf den langen Verband. Vierzig Prozent, das war nicht berauschend, aber definitiv zu überleben. Er schaute zum Monitor herüber, die Werte waren allesamt in Ordnung. Zwei Herzstillstände, rief er sich Gretchens Worte wieder in Erinnerung. Das war haarig, aber soweit schien alles wieder in Ordnung zu sein. Bis auf die vierzig Prozent die ihm nun fehlten. Marc dachte darüber nach, wie es nun weitergehen würde, wobei es ihm grauste. Die Schmerzen sagten ihm genug, es würde ein elendig langer Weg werden. Wie lange es wohl dauern würde bis er wieder im OP stand? Marc dachte an den Tag zurück als er mit Kalle aneinander geraten war. Ja natürlich Kalle. Gabi. Er musste Gabi das alles noch heimzahlen. Egal wie. Wie vom Blitz getroffen fiel Marc jetzt auch wieder ein, dass er Gretchen seine Liebe gestanden hatte, was ihn zusammenzucken ließ.
„Aua. Scheiße!“, fluchte Marc, da diese plötzliche ruckartige Bewegung die Schmerzen, die er vorher versucht hatte einzudämmen, in einem unmenschlichen Gefühl durch seinen Körper wandern ließ.
„Hey, alles okay?“, fragte Mehdi sofort und sah Marc an, der versuchte zu nicken. Er war wirklich so wahnsinnig gewesen Gretchen seine Liebe zu gestehen.
„Marc?“, fragte Mehdi besorgt, während Marc nicht in der Lage war sich zu entspannen, da die Schmerzen einfach nicht nachlassen wollten. Egal woran er dachte, egal wie er zu atmen versuchte, nichts half. Die Bewegung hatte ihr übrigstes zu seinem Befinden beigetragen. „Scheiße!“, fluchte nun auch Mehdi und haute auf den Notfallknopf, während binnen Sekunden eine Schwester bei ihm angekommen war. Mehdi gab ihr Anweisungen und ging dann wieder zu Marc herüber, der sich sichtlich entspannte als Mehdi ihm die Schmerzmittel verabreichte.
„Okay?“, fragte Mehdi nach, während Marc nur nicken konnte. Er würde sich nie wieder bewegen.
„Du wirst gleich wieder einschlafen von den Schmerzmitteln.“, erklärte Mehdi.
„Ach wirklich? Danke für die Aufklärung Herr Doktor.“, entgegnete Marc.
„Hat dir Gretchen irgendwas erzählt von dem Tag an dem es passiert ist?“, fragte Marc nach. „Was genau meinst du? Erinnerst du dich nicht mehr?“, hinterfragte Mehdi.
„Oh doch das tue ich, glaube ich zumindest.“ Marc konnte immer noch nicht glauben, dass er es Gretchen wirklich gesagt hatte.
„Ach so, du meinst den Punkt an dem du Gretchen deine Liebe gestanden hast? Ja, dass hat sie mir durchaus berichtet. Ich glaube sie hat auch mit Elke darüber geredet, die beiden sind nämlich jetzt per du und ich glaube wir wissen beide, welch gutes Zeichen das bei Elke ist.“, erklärte Mehdi, während Marc im selben Moment bereits wieder einschlief. Er hatte es wirklich getan und Gretchen hatte es auch noch mitbekommen.
„Und, wie sieht es aus bei unserem Patienten Meier?“, fragte Gretchen als sie zu Marc ins Zimmer kam.
„Bei unserem Patienten Doktor Meier, wenn ich dann mal bitten darf. Es hat ja nicht jeder seinen Titel erst seit ein paar Monaten, manche von uns waren ja sofort fleißig genug und können sich mit fug und recht so nennen.“, entgegnete Marc und war erneut irritiert darüber, dass Gretchen lachte und sich neben ihn setzte. Sie war nicht einmal genervt.
„Gut deute ich dann mal aus deiner Antwort.“, sagte Gretchen und sah Marc dabei an, der sein Bett nun etwas hochfahren ließ, so dass er Gretchen auch ansehen konnte.
„Na, schon ganz schön mobil, was?
„Oh ja, hervorragend. Ich kann einen Knopf drücken, damit mein Bett hochfährt ohne das es mich direkt umbringt.“ Gretchen war der genervte Unterton nicht entgangen.
„Ach Marc, du bist erst seit ein paar Stunden wieder wach, was erwartest du denn? Dafür geht es dir eigentlich überraschend gut.“ Marc nickte etwas. Gretchen hatte im Enddefekt recht. Er war schon seit zehn Minuten nicht mehr eingeschlafen, seine Werte waren in Ordnung und alles Weitere würde sich halt mit der Zeit ergeben.
„Du musst wirklich Geduld mit dir selber haben. Das alles hier wird nicht einfach werden.“ Marc nickte erneut.
„Das weiß ich. Jetzt erzähl mal, was es so Neues gibt. Ich war schließlich eine ganze Woche nicht wach.“, sagte Marc. Er wollte definitiv vom Thema ablenken und nicht mehr länger darüber nachdenken.
„Ich glaube ich hab ziemlich wenig mitbekommen, ich war eigentlich die gesamte Zeit über hier. Du solltest die Gedanken um Knechtelsdorfer machen, sobald du die Station wieder leitest, er kann es wirklich nicht, egal was. Außerdem verstehe ich mich jetzt gut mit deiner Mutter.“
„Mit meiner Mutter?“, fragte Marc überrascht. Zwar hatte ihn Mehdi schon darauf vorbeireitet, aber er hatte nicht mehr länger darüber nachdenken können, da die Schmerzmittel ihre Wirkung entfaltet hatten. Kein weibliches Wesen verstand sich gut mit seiner Mutter. Überhaupt war es schon selten, dass sich ein menschliches Wesen gut mit seiner Mutter verstand, oder auch irgendein Lebewesen.
„Ja, wir haben viel Zeit zusammen hier verbracht. Sie ist wirklich nett.“ Marc weitete seine Augen nun noch mehr.
„Nett?“, fragte er und schüttelte dabei etwas den Kopf.
„Ja nett. Wirklich. Ich nenne sie jetzt sogar Elke.“
„Toll.“
„Gabi ist seit dem Tag an dem die Sache mit Kalle war nicht mehr zum Dienst erschienen, hat sich krank schreiben lassen, aber Schwester Sabine sagte sie ruft einmal am Tag an um sich nach dir zu erkundigen.“
„Schwester Sabine soll ihr ausrichten, dass ich es nicht geschafft habe. Vielleicht springt sie dann endlich von einer Brücke.“
„Marc!“
„Ja mein Gott, ist doch wahr. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass ich ihretwegen….ach ist jetzt auch egal.“, sagte Marc und war froh, dass im selben Moment die Tür aufging. Als er allerdings sah, dass es eine Schwester mit dem Verbandwagen war hielt Marc eine Sekunde inne.

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13.11.2009 14:38
#22 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 22

„Nicht wirklich, oder?“, fragte er, da es das Letzte war, dass er jetzt noch aushalten konnte. „Tut mir leid, aber was sein muss muss sein. Wir wollen denke ich beide nicht, dass sich die Wunde entzündet.“
„Du wechselst den Verband?“
„Ja aber natürlich, du weißt doch, Frauenhände, zum Nähen gemacht.“
„Warte mal, was? Du warst bei der OP dabei?“
„Nur die letzten vier Stunden, nachdem es sowohl mein Vater wie auch Dr. Hoffmann nicht mehr alleine unter Kontrolle gebracht haben, irgendwer musste doch professionell die Sauger halten.“
„Oh Gott, jetzt habe ich also auch keine Milz mehr.“
„Wieso solltest du keine Milz mehr haben?“
„Na du und dein Sauger. Ihr habt doch immer die automatische Milzanziehungskraft und wenn ich dir nicht sage, dass du das lassen sollst, wer dann?“
„Ja, ja Marc, sehr witzig, Wenn du nicht so schon genug leiden würdest, dann müsste ich jetzt mal ruckartig den Verband wechseln.“
„Untersteh dich. Ich als dein Oberarzt könnte….“, begann Marc während Gretchen die Hand an seinen Verband legte.
„Okay, okay. Sanft. Bitte wirklich sanft!“, bat er. Gretchen nickte etwas und merkte, dass sie nervös war. Sie hatte nicht nur Angst davor Marc noch weitere unnötige Schmerzen zuzufügen, er war auch ihr Oberarzt, ihr Chef, vor dem sie sich natürlich auf gar keinen Fall blamieren wollte. Langsam und sanft entfernte sie Marcs Verband, während dieser direkt auf die Wunde sah.
„Gute Naht. Ordentlich, muss ich zugeben und gut verheilt.“
„Marc kannst du mal bitte damit aufhören deine eigene Wunde zu beurteilen und dich zurücklegen.“
„Warte, ich muss erst noch die erstaunlich gute Wundheilung betrachten.“ Gretchen verdrehte die Augen, während Marc sich nun brav zurücklehnte und Gretchen dabei zusah, wie sie hochkonzentriert seine Wunde versorgte, wobei sie wirklich sanft war. Marc genoss es, wie ihre linke Hand auf seiner Hüfte ruhte, während die rechte die Wunde versorgte.
„Marc Olivier! Gott sei dank!“, erklang die theatralische Stimme seiner Mutter plötzlich, die auf ihren Krücken ins Zimmer hereinkam und seine Gedanken und die Entspannung abrupt beendete.
„Oh Mutter, bitte nenn mich nicht Olivier!“, entgegnete Marc, während Gretchen ein kleines Lächeln über die Lippen huschte. Wie sehr sie alleine diese Kleinigkeit vermisst hatte.
„Elke, warte noch kurz draußen, ja? Ich muss den Verband zu Ende wechseln.“, bat Gretchen, während Elke ohne Widerworte nach draußen ging.
„Hast du dir aber schon gut dressiert.“, entgegnete Marc, worauf Gretchen allerdings erst gar nicht einging, da sie sich auf ihre Arbeit konzentrierte.
„Okay, fertig. Wie fühlst du dich sonst? Alles in Ordnung?“ Marc sah Gretchen genervt an, während diese abwehrend die Hände hob.
„Dann hole ich mal deine Mutter rein. Ich komme heute Abend nach Feierabend noch kurz rein.“ Marc nickte, während Elke nun hereingehumpelt kam.
„Was eine Mühe das ist mit diesen dummen Dingern.“, klagte sie und sah Marc dann an, wobei sie sich zu ihm herunter beugte und ihm einen Kuss auf die Wange gab. Eine Geste die Marc seit vielen Jahren nicht mehr bekommen hatte.
„Ich bin so froh, dass du wieder wach bist.“, sagte Elke und setzte sich dann hin.
„Geht’s dir besser Mutter?“, fragte Marc, der es gewohnt war in jeder für ihn noch so schlimmen Situation nur über seine Mutter nachzudenken und zu sprechen.
„Dieser Gips ist ekelhaft, die Krücken lästig und die Schmerzen groß.“, beklagte Elke sich sofort, während Marc im Stillen darüber nachdachte wie wenig Ahnung seine Mutter im Moment von seinen Schmerzen hatte.
„Aber Marc Olivier, darum geht es jetzt auch nicht.“
„Mutter bitte nenn mich nicht so!“
„Wie geht es dir mein Sohn?“ Marc sah seine Mutter verdutzt an.
„Ich will dabei eine ehrlich Antwort und nicht die die du hier deinen Arbeitskollegen gibst, damit sie deine Schwäche nicht sehen.“
„Nicht gut.“, erklärte Marc, wobei seine Körperspannung direkt merklich nachließ und er auch für Elke von ein auf die andere Minute wirklich krank aussah.
„Dann zeig das auch. Es ist doch nichts schlimmes dabei.“, bekräftigte ihn Elke.
„Was haben sie mit dir gemacht in den sieben Tagen?“, fragte Marc, der kaum glauben konnte wie seine Mutter ihn nun behandelte.
„Ich habe Gretchen kennengelernt und verstehe jetzt endlich auch warum du sie liebst.“ „Mutter!“
„Das ist doch kein Geheimnis Marc. Ich habe ihr ein wenig von Olivier erzählt, damit sie dich mit deinem Verhalten nicht für den letzten Volltrottel hält.“
„Du….du hast ihr was?“
„Nun reg dich nicht auf, ich habe ihr schon nichts Schlimmes erzählt. Nur zum Beispiel die Sache mit deiner Nase, damit sie weiß wie deine Kindheit wirklich ausgesehen hat. Sie hatte viele Fragen, hat sie allerdings nicht gestellt, weil sie diese Sache respektiert und ich denke nicht, dass sie es irgendjemandem weitererzählen wird. Man kann ihr wirklich vertrauen.“ „Das weiß ich Mutter.“, sagte Marc und hatte das Gefühl unter seinem Bett täte sich ein schwarzes Loch auf. Ausgerechnet Gretchen wusste nun von den Sachen, von denen er niemals in seinem Leben jemandem etwas erzählen wollte. Nicht nur das er ihr seine Liebe gestanden hatte, jetzt kannte sie auch noch seine dunkelsten Geheimnisse.
„Dumm das sie jetzt verheiratet ist.“, erklärte Elke und sah Marc dabei an, der noch vollkommen in Gedanken versunken war.
„Zeig ihr wer du wirklich bist. Ohne Fassade und Oberarztgehabe, sie hat es wirklich verdient. Egal was wir damals durchgemacht haben, du bist ein besserer Mensch als dein Vater und Gretchen ist ein stärkerer Mensch als ich es damals war. Ihr werdet das zusammen schon hinkriegen.“
„Mutter, sie ist verheiratet, du hast es jetzt eben selber erkannt.“, sagte Marc und schloss dann die Augen. Er war wirklich fix und fertig. Marc riss die Augen wieder auf und blickte Elke an, gewappnet für den Vortrag, dass er ihr zu wenig Beachtung schenken würde, obwohl sie extra den langen und mühevollen Weg in ihrem Zustand hinter sich gebracht hatte, doch stattdessen stand Elke auf und strich ihm sanft über die Wange.
„Schlaf du ruhig und erhol dich gut, damit du bald wieder auf die Beine kommst. Ich komme morgen wieder.“, sagte Elke und verließ dann Marcs Raum, während dieser seiner Mutter sprachlos hinterher sah. Er wusste nicht woran es lag oder wer es bei ihr ausgelöst hatte, doch es erleichterte ihn seine Mutter nach all den Jahren mal wieder als seine Mutter zu erleben und nicht als Elke Fisher im Doktor Rogelt Style.

....to be continued!



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Dr.Ryina Offline

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14.11.2009 16:41
#23 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 23

Als Gretchen am Abend zu Marc ins Zimmer kam schlief dieser friedlich. Gretchen ging zum Monitor herüber und kontrollierte dort routinemäßig seine Werte, die ihr allerdings bei Weitem nicht mehr so gut gefielen wie noch am Nachmittag, weshalb sie beschloss Marc zu wecken und sich von seinem Allgemeinzustand zu überzeugen. Er war ihr so oder so viel zu fit gewesen nach allem was er durchgemacht hatte, so dass Gretchen sich schlagartig fragte, ob er die Marc Meier Fassade wirklich auch auf sein Krankheitsbefinden ausgeweitet hatte. „Marc?“, fragte Gretchen und schüttelte Marc dabei leicht, bis dieser die Augen öffnete. Er fühlte sich so erschöpft und müde, wieso musste ihn nun jemand wecken.
„Mhm.“, entgegnete er nur und öffnetet dann seine Augen.
„Hasenzahn.“
„Ich wollte mal schauen wie es dir so geht.“
„Gut.“, erklärte Marc sofort und lächelte Gretchen dabei an.
„Wenn ich nicht gerade geweckt worden wäre sogar noch besser.“
„Marc du lügst mich an.“, sagte Gretchen und sah Marc dabei traurig an.
„Was hab ich denn jetzt schon wieder gemacht? Weil ich nicht mit dir über die Sache mit meinem Vater gesprochen habe? Mein Gott, vielleicht ist mir das alles einfach nur peinlich und ich will weder darüber nachdenken, noch darüber sprechen.“ Gretchen sah Marc eine Weile an. Darauf wollte sie eigentlich gar nicht heraus, aber wenn das Thema schon einmal da war.
„Es braucht dir nicht peinlich sein! Deine Mutter hat mir auch wirklich nicht viel erzählt, aber ich finde es hilfreich diese Dinge mal über dich zu erfahren.“
„Findest du ja? Wieso? Damit du mich bemitleiden kannst? Der arme kleine Marc mit der schlimmen Kindheit? Hasenzahn, da habe ich wirklich keine Lust drauf!“
„Keine Angst, Mitleid ist nicht das Gefühl das dabei rauskommt, sondern Verständnis Marc.“ „Verständnis?“
„Ja Verständnis dafür, dass du dich so verhältst, dass du reagierst wie du reagierst und bist wie du bist. Deine Mutter hat es mir erzählt, damit ich dich nicht für eine Vollidioten halte.“ „Du hast mich für einen Vollidioten gehalten?“
„Das habe ich nie gesagt, oder? Aber ich habe dich nicht verstanden! Deine Reaktionen damals als wir, wie soll man es nennen? Als wir mal kurz was miteinander hatten? Weißt du ich verstehe jetzt vieles besser. Zum Beispiel warum du dich am Anfang bei dem Essen mit meinen Eltern so unwohl gefühlt hast und wie sehr du nach einer Weile aufgetaut bist, als hätte es dich wirklich richtig glücklich gemacht Teil einer damals intakten, fröhlichen Familie zu sein und das hat es auch, weil du es so nicht kennst und es dir vielleicht schon immer gewünscht hast.“
„Ach Gretchen bitte, komm!“
„Nein Marc, lass mich ausreden! Ich kann mich noch genau daran erinnern als der kleine Junge mit den krummen Beinen hier war. Der Junge dessen Mutter Prostituierte war und der sich zuhause um alles gekümmert hat. Du hast ihm ein Mittagessen in der Cafeteria ausgegeben und mit ihm gegessen, du hast seiner Mutter erklärt, dass es nicht okay ist, dass er sich um alles kümmern muss, du hast ihn operiert, mit ihm Karten gespielt und und und. Ich kann mir das mittlerweile auch erklären.“ Marc nickte etwas. Gretchen hatte wirklich in allem Recht was sie erzählte.
„Wieso bist du Arzt geworden Marc?“
„Ach Gretchen, komm schon!“
„Nein! Warum bist du Arzt geworden Marc?“
„Mein Vater hat meine Mutter verprügelt Gretchen, du kannst dir nicht vorstellen, wie er sie immer zugerichtet hat. Irgendwer musste ihr helfen und ich hatte doch keine Ahnung. Deshalb habe ich ab und an unseren Nachbarn geholt, einen Arzt. Der hat meiner Mutter und auch mir, je nachdem auf wen es dieses Arschloch grade abgesehen hatte, dann geholfen und uns wieder zusammengeflickt. Er konnte uns einfach immer helfen.“ Gretchen nickte etwas, genau das hatte sie vermutet.
„Hat dich dein Vater auch geschlagen?“
„Hasenzahn, es gab keinen verdammten Tag an dem nicht Elke oder ich geblutet haben. Er war ständig betrunken und immer und immer wieder ist etwas passiert. An einem Tag hat er wie wahnsinnig auf meine Mutter eingeschlagen. Sie lag schon am Boden, ich habe noch versucht ihn von ihr herunter zu ziehen und dann hat er mich gefasst und mit dem Kopf zuerst durch eine Glastür geworfen, aber glaub nicht, dass er damit fertig war….ich….“, Mark verstummte und sah Gretchen dabei traurig an, während diese seine Hand genommen hatte. „Wenn du nicht weiterreden möchtest, dann musst du das nicht.“, bot sie an, während Marc leicht nickte und schweigen eintrat.
„Und deshalb bist du auch so gut mit Mehdi befreundet, richtig?“, fragte Gretchen nach einer Weile.
„Mehdi hat mich damals wieder nach oben gebracht. Ich glaube ich war gerade mal 13 Jahre alt und habe mich schon gefragt ob das mein Leben sein soll, ob ich so weiterleben will. Mehdi hat all diese Gedanken vertrieben. Ich weiß, dass ich mich immer und zu jeder Zeit auf ihn verlassen kann.“
„Und trotzdem hat er geglaubt, dass du mit Anna geschlafen hast.“
„Was sollte ich denn tun? Dann sollte er doch lieber glauben, dass ich es war und mich mein ganzen Leben lang dafür hassen und mich verdammen, als zu erfahren, dass seine Frau eine Prostituierte war!“
„Im Enddefekt bist du also doch ein guter und netter Mensch mit einem großen Herz. Das ist das was ich durch die Schilderung deiner Mutter verstanden habe. Weißt du Marc, ich dachte wirklich zwischendurch, dass du ein egoistisches Arschloch bist. Ich kann nur nicht verstehen, warum du mir nicht vertraut hast.“
„Weil ich niemandem vertraue außer Mehdi, okay?“
„Okay ist das mit Sicherheit nicht, aber ich denke das ist deine Art und Weise um mit allem was passiert ist klar zu kommen und ich habe ja noch die Hoffnung, dass du irgendwann mal die richtige Frau findest, der du noch mehr vertrauen kannst als du Mehdi nun vertraust.“, sagte Gretchen und lächelte dabei etwas.
„Gretchen, ich….“, begann Marc ernst, während Gretchen direkt wusste, dass er ihr nun etwas sagen würde, dass sie nicht hören wollte, nicht hören durfte. Sie war verheiratet, sie musste einfach an Alexis denken.
„Marc, deine Werte sind schlechter geworden.“, sagte Gretchen schnell, während Marc sie enttäuscht ansah. Er blickte ebenfalls zum Monitor herüber.
„Wieso? Sehen doch gut aus.“
„Nein, warte.“, Gretchen ging die verschiedenen Monitoreinstellungen durch, während Marc mit den Schultern zuckte. Sie hatte ihn abgeblockt, ihn unterbrochen, sie wollte es nicht, sie wollte ihn nicht.
„Nicht besorgniserregend, solange es sich nicht weiter verschlechtert und ich mich gut fühle.“ „Tust du das? Fühlst du dich gut?“
„Hervorragend, zumindest wenn ich jetzt endlich weiter schlafen kann.“, entgegnete Marc, während Gretchen nickte und sich aufrichtete.
„Schlaf gut. Wir sehen uns morgen.“, sagte sie und verließ dann den Raum. Sie wusste, dass er gelogen hatte. Warum hatte sie das getan? Warum hatte sie ihn nicht ausreden lassen? Das er sie liebte hatte er ihr bereits gesagt, sie wusste wie es um seine Gefühle stand, doch sie konnte es kaum aushalten, dass ihr nicht im Entferntesten klar war wie ihre eigenen Gefühle aussahen. Liebte sie Marc? Oder war es nur das Verlangen nach dem, wonach sie sich seit Jugendtagen sehnte. Liebte sie Alexis oder hatte sie einfach zu schnell ja zur Hochzeit gesagt? Gretchen ließ sich vor Marcs Zimmer auf einen Stuhl sinken. Wie sollte sie sich denn nur über ihre Gefühle klar werden und die richtige Entscheidung treffen? Wenn sie bei Alexis bliebt, konnte sie sich sicher sein, dass sie geliebt wurde, dass man sich um sie kümmerten und das sie es immer gut haben würde. Was wäre wenn sie mir Marc zusammenkommen würde? Würde er ihr Vertrauen? Würde er sich ihr gegenüber öffnen? Würde sie ihn jemals verstehen, oder würde er ihr ewig ein Rätsel bleiben? Würde es überhaupt funktionieren? Zusammen arbeiten, zusammen leben, zusammen Kinder kriegen? Ob er ihr überhaupt treu sein könnte? Gretchen raffte sich auf. Sie musste nach Hause fahren. Noch war Alexis der Mann an ihrer Seite, zu dem sie nun nach Hause fuhr und versuchte sich keine Gedanken mehr zu machen, wer ihr Mr. Right war.

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Dr.Ryina Offline

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17.11.2009 19:06
#24 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 24

Das zumindest waren Gretchens Vorsätze bis sie ihr Tagebuch aufschlug.

Liebes Tagebuch,

Totales Gefühlschaos! Großhirn an Gretchen: denk nicht weiter darüber nach, Herz und Seele an Großhirn: halt die Klappe, du hast keine Ahnung was sie durchmacht! Wieso muss das Leben und die Liebe nur immer so schwer sein? Ich habe Marc unterbrochen, als er gerade auf dem Besten Wege war mir erneut seine Liebe zu gestehen und habe ihn damit definitiv verletzt. Wie soll ich mir denn nur darüber klar werden, wer wirklich der richtige Mann für mich ist? Liebe ich Alexis? Die Frage ob er mich liebt kann ich leicht beantworten, ABER liebe ich Marc oder ist es nur die Erfüllung dessen was ich nie haben konnte. Der Reiz, dass wir es probieren könnten? Würde es sich wirklich lohnen meine Ehe dafür zu beenden? Alexis und das alles hier zu verlassen, nur um es mit Marc zu versuchen? Wie groß ist die Chance, dass es überhaupt funktionieren würde? Ich werde mich jetzt zwingen zu schlafen und darauf hoffen, dass die Antwort einfach irgendwann von ganz alleine kommt…..viel Glück an mich selber!

Als Gretchen am nächsten Morgen im Krankenhaus ankam beschloss sie nicht zu Marc zu gehen, sondern direkt durch ins Schwesternzimmer. Es war nicht richtig, dass sie Tag und Nacht bei Marc war. Im Flur kam ihr bereits ihr Vater entgegen gehetzt.
„Guten Morgen Kälbchen.“, rief er beim vorbeigehen.
„Morgen Papa.“, entgegnete Gretchen und ging dann weiter.
„Waren Sie schon bei Doktor Meier Frau Doktor?“
„Nein Schwester Sabine, das war ich nicht. Ich habe heute Morgen einfach keine Zeit.“, entgegnete Gretchen und fühlte sich für einen Moment sehr gut dabei.
„Ach so, ich dachte nur weil….“
„Weil was?“
„Na ja, weil es dem Doktor Meier doch so schlecht geht heute Morgen.“
„Was? Was soll das heißen?“, fragte Gretchen und sah Sabine mit geweiteten Augen an. Klasse, super, soviel dann zu dem Vorsatz, dass Dr. Meier nur die Nummer 2 war.
„Das weiß ich ja nicht. Ich bin ja auch kein Arzt. Der Herr Professor und der Dr. Kaan sind schon die halbe Nacht hier.“ Gretchen atmete tief durch und drehte sich dann um, da sie auf schnellstem Wege zu Marc wollte.
„Mehdi? Papa?“, fragte Gretchen als sie beide mit einem Bett den Gang herunter laufen sah. Mehdi winkte ihr nur zu, während nun auch Gretchen ihren Schritt beschleunigte und hinter den beiden herlief.
„Was ist los?“, fragte Gretchen und sah dann auf den blassen, zitternden und schwitzenden Marc, während ihr das Bild durch Mark und Bein ging. So krank hatte er zu keiner Zeit ausgesehen.
„Starke Fieberschübe. Die Wunde ist ohne Befund, wir machen einen Ultraschall.“, erklärte Mehdi und schob das Bett dann in den Untersuchungsraum.
„Seine Werte waren gestern Abend schon schlechter.“, erklärte Gretchen und fühlte sich mit einem Mal schlecht.
„Wieso hast du das nicht beobachtet Kälbchen?“
„Ich…ich…“, stammelte Gretchen. Er hatte Recht. Eigentlich hätte sie der Sache weiter nachgehen müssen. Franz spritzte Gel auf Marcs Bauch und fuhr dann mit dem Ultraschall herüber.
„Nichts. Hier ist definitiv nichts.“, erklärte Franz, was Gretchen schon einmal aufatmen ließ. „Was bedeutet das jetzt?“, fragte Mehdi nach und sah Franz dabei an.
„Wir werden Fieber hemmende Mittel verabreichen und das ganze als Auswirkung des Komas werten. Wenn bis Morgen keine Besserung eingetreten ist müssen wir uns was überlegen. Kälbchen, großes Blutbild.“ Gretchen sah ihren Vater überfordert an, während dieser lediglich nickte.
„Dr. Kaan.“
„Wird erledigt.“, erwiderte Mehdi, während Gretchen das Behandlungszimmer verließ. Wie hatte sie sich so ablenken lassen können und nicht mehr nach den Ursachen der Verschlechterung forschen können? Das alles wäre ihr bei einem normalen Patienten niemals passiert. Vielleicht hätte sie Marcs Zustand am gestrigen Abend noch vermeiden können. Gretchen ging zurück auf die Station und versuchte sich anderweitig abzulenken. Sie konnte und wollte jetzt nicht an Marc denken. Das alles passte nicht zu ihrem Plan. Sie wollte ihn vergessen, wollte weniger Zeit mit ihm verbringen um herauszufinden, ob es sich lediglich um die Gewohnheit handelte und jetzt? Jetzt zeriss sie die Angst um Marc fast vollkommen und Alexis war aus ihren Gedanken verschwunden. Ob es andersherum wohl genauso wäre? Ob sie Marc wohl auch aus ihren Gedanken verbannen könnte aus Sorge um Alexis? Erst nach Feierabend traute Gretchen sich wieder zu Marc. Mehdi saß an Marcs Bett und legte diesem gerade einen kalten Waschlappen auf die Stirn, während Marc sich unruhig hin und her bewegte.
„Hey.“, sagte Gretchen, während Mehdi sich direkt zu ihr umdrehte.
„Hey.“
„Wie siehts aus?“
„Siehst du das nicht selber? Das Fieber steigt teilweise über 40 Grad. Marc hat starke Fieberträume.“
„Nein, Olivier. Nein.“, murmelte Marc und warf seinen Kopf dabei herum.
„Pscht Marc, alles ist gut, das alles ist nur ein Traum!“, sagte Mehdi und fasste Marc dabei an den Schultern.
„Hasenzahn. Nein. Hasenzahn.“, nuschelte Marc. Gretchen stiegen direkt die Tränen in die Augen. Es tat ihr weh Marc so zu sehen. Gretchen stellte ihre Tasche in die Ecke und beugte sich herunter um ihre Stiefel zu öffnen.
„Was machst du da?“, fragte Mehdi, als sie Marcs Bettdecke zurücklegte und zu ihm ins Bett kletterte.
„Das was mir als Kind immer geholfen hat, wenn ich an Fieberträumen gelitten habe und das war sehr oft, denn ich leide immer an Fieberträumen, wenn ich Fieber habe.“, erklärte Gretchen.
„Marc auch.“, bestätigte Mehdi, während Gretchen Marcs Kopf auf ihren Arm legte und ihn mit dem anderen sanft umschloss.
„Schlaf ganz ruhig. Ich bin ja hier. Schlaf ganz ruhig.“, flüsterte Gretchen Marc ins Ohr, während dieser noch ein paar Mal etwas murmelte und dann schlagartig ruhig wurde. Gretchen strich ihm sanft über die Wange, die vom Fieber glühte, während Mehdi erneut einen kalten Waschlappen auf Marcs Stirn legte.
„So ist gut.“, sagte Gretchen und sah Mehdi dann an, der erleichtert nickte. Es war wesentlich erträglicher Marc so anzusehen.
„Bleibst du heute Nacht?“, fragte Mehdi, während Gretchen direkt nickte.
„Natürlich.“, sagte sie und schloss dann ihre Augen, während Marcs Kopf ruhig auf ihrer Schulter ruhte. Wie sollte sie ihn jetzt alleine lassen können?
Alexis wurde zunehmend unruhig, da Gretchen sich nicht einmal bei ihm gemeldet hatte um ihm mitzuteilen, dass es doch wieder später wurde. Er wählte die Nummer der Station, wo ihm eine Schwester lediglich mitteilte, dass Gretchen noch bei einem Notfall sei. Auf gezieltes Nachfragen wurde bestätigt, dass es sich bei dem Notfall um Marc handelte. Natürlich tat es das. Es handelte sich immer um Marc. Wütend haute Alexis mit der Hand auf den Tisch und schnappte sich dann seine Autoschlüssel. Sollte der feiner Herr Doktor ihm mal erklären, was das ganze Theater sollte. Als Alexis am Krankenhaus ankam hatte sich seine Wut ins unermessliche gesteigert. Dieses blöde Arschloch versuchte sich einfach in sein Leben einzumischen und alles kaputt zu machen. Alexis fragte am Empfang nach Marcs Zimmer und setzte dann ein nettes Gesicht auf um auch auf die Intensivstation gelassen zu werden. Er bog um die Ecke und wollte gerade die Tür zu Marcs Zimmer aufstoßen als sein Blick durch die Glasscheibe aufs Bett fiel. Dort lag sie. Seine Frau und hielt Marc zärtlich in den Armen. Alexis stockte für einen Moment der Atem, bevor er sich wutentbrannt rumdrehte. Er ließ sich aus Liebe zu ihr viel gefallen, aber nicht nach Hause kommen und dann bei diesem Vollarsch im Bett liegen, das war eindeutig zuviel des Guten.

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Dr.Ryina Offline

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18.11.2009 18:26
#25 RE: Story von Dr. Ryina Zitat · Antworten

Kapitel 25
Als Marc am nächsten Morgen aufwachte fragte er sich im ersten Moment wo er war. Er fühlte sich hundeelend und merkte erst dann, dass er eng umschlossen war. Marc öffnete seine Augen etwas. Das erste was er sah war Mehdi an seinem Bettrand, wie er wieder gegen den Schlaf ankämpfte, wobei er den Kampf schon lange verloren hatte, dann registrierte er die langen blonden Haare, die ihn an seiner Wange kitzelten. Es war Gretchen, die ihn so eng umschlungen hatte. Marc versuchte sich an den vergangenen Tag zu erinnern, doch alles woran er sich erinnern konnte war Mehdi, der andauernd seinen Namen sagte.
„Hasenzahn?“, flüsterte Marc, während Gretchen sich neben ihm leicht rührte. Er fühlte sich wirklich miserabel.
„Hasenzahn!“, wiederholte Marc, während Gretchen ihn nun direkt ansah. Gretchen musste sich erst einen Moment sortieren, bevor sie Marc klar anblickte.
„Was ist los?“, fragte Marc verwirrt.
„Du hattest heftige Fieberträume.“
„Fieber?“
„Ja, weit über 40 Grad hinaus. Wie fühlst du dich jetzt? Die Fieberhemmer scheinen gut angeschlagen zu haben.“
„Es geht.“, entgegnete Marc, während Gretchen ihm zuerst eine Hand auf die Stirn und dann auf die Wange legte.
„Auf jeden Fall schon mal besser.“
„Wieso hatte ich Fieber?“, fragte Marc, wobei Gretchen und er auf Mehdi blickten, der einen herzhaften Schnarcher ausstieß. Gretchen lächelte etwas und sah Marc dann wieder an.
„Das wissen wir noch nicht. Können Nachwehen vom Koma gewesen sein.“
„Habt ihr einen Ultraschall gemacht?“
„Nein Marc weißt du, wir dachten wir versuchen es bei dir mal mit alternativer Medizin. Natürlich haben wir einen Ultraschall gemacht. Mein Vater höchstpersönlich. Die Ergebnisse des großen Blutbildes kommen später. Wenn sich dort keine Hinweise auf eine Entzündung oder ähnliches ergeben, dann ist alles okay.“
„Wirklich?“
„Soll ich es dir jetzt erklären oder nicht Besserwisser!“ Marc lächelte etwas.
„Und, wieso bist du eigentlich in meinem Bett wenn ich das noch fragen dürfte.“
„Du hattest Fieberträume. Ich wusste nicht, dass du auch darunter leidest. Mir geht es da nämlich genauso. Damals als Kind, egal wie viel Fieber ich hatte, da….“
„Hasenzahn!“
„Ja, Herrgott noch mal. Ich wollte dich beruhigen und das ist mir auch gelungen.“, erklärte Gretchen nun.
„Was?“, fragte Mehdi nun erschrocken und sah zu Marc und Gretchen herüber.
„Boah Mehdi, geh mal nach Hause und schlaf. Echt jetzt!“, sagte Marc direkt, während Mehdi zu lächeln begann.
„Hör du auf ewig diese Scheiße zu bauen, dann kann ich vielleicht auch mal wieder schlafen. Geht’s dir besser?“
„Schätze. Bis jetzt hat mich ja noch kein Arzt untersucht.“
„Wieso hast du an dem Abend nicht gesagt wie dreckig es dir ging? Ich meine du selber müsstest doch eigentlich gemerkt haben, dass was nicht stimmt, oder?“, fragte Mehdi nun. „Es ist meine Schuld, ich habe nicht auf die Werte geachtet, die sich verschlechtert hatten.“, sagte Gretchen nun, während Marc sie direkt ansah.
„Moment mal, du hörst jetzt sofort auf damit, natürlich bist du nicht Schuld! Ich hab mich richtig mies gefühlt ja, aber ich habe es dir gegenüber bestritten und dir bei Weitem keinen Grund gegeben mich genauer durchzuchecken. Hör also bitte auf damit.“
„Ja, aber ich hätte dich genauer untersucht, weil ich ja weiß, dass du uns die ganze Zeit eine Show vorspielst. Am Anfang habe ich es dir ja noch geglaubt, aber es kann niemandem so gut gehen. Nicht nach so einer schweren Operation. Fakt ist, hätten wir uns nicht unseren privaten Problemen gewidmet und wäre ich dadurch nicht so abgelenkt gewesen, dann hätte ich weitere Test gemacht.“
„Hätte wäre wenn Hasenzahn, das zählt jetzt einfach nicht mehr.“
„Private Probleme? Was denn für private Probleme?“, fragte Mehdi nun, während Gretchen und Marc ihn beide vielsagend anblickten.
„Oh ja stimmt, ihr beiden habt wirklich Recht damit, dass ich mal ganz dringend einen Kaffee brauche. Sonst noch jemand?“
„Ja ich bitte.“, entgegnete Marc und rollte dabei genervt mit den Augen. Ob er wohl jemals wieder Kaffee vertragen würde?
„Sorry.“, murmelte Mehdi und stand dann auf um Marc und Gretchen alleine zu lassen.
„Wie fühlst du dich jetzt?“
„Gut.“
„Marc! Ich weiß, dass du eigentlich nur Mehdi vertraust, aber wie fühlst du dich jetzt?“
„Das habe ich nie gesagt.“ „Bitte?“ „Das ich nur Medhi vertraue. Du hast mir ja nicht mal die Chance gegeben auszureden“ Gretchen senkte den Blick etwas.
„Dann sag mir bitte wie du dich jetzt fühlst.“
„Beschissen.“
„Das ist doch mal eine Aussage.“ Marc lächelte etwas, während Gretchen sich nun neben ihm im Bett aufsetzte. Wie schön es gewesen war neben ihr auszuwachen.
„Sollen wir noch mal über den Abend reden?“
„Hol mal lieber den Professor für weitere Untersuchungen, damit ich hier nicht noch ewig herumliege.“ Gretchen nickte etwas. Sie wusste, dass Marc sich nach ihrer Abfuhr nicht so schnell wieder öffnen würde, dafür hatte sie ihn zu sehr verletzt. Nachdem Gretchen gemeinsam mit ihrem Vater das Blutbild besprochen hatte musste Marc sich noch einigen Untersuchungen unterziehen, bevor alle wieder zusammenkamen.
„So Meier, die Sorgen die Sie uns gemacht haben waren vollkommen unbegründet, es ist keine Entzündung vorhanden. Ich denke morgen wird es wieder besser gehen und dann planen wir mal so langsam wie wir Sie wieder auf die Beine kriegen.“ Marc nickte etwas. Er fühlte sich so elendig.
„Gretchen wird Ihnen jetzt noch einen Tropf anhängen. Durch das Fieber stehen Sie wieder kurz vorm Dehydrieren.“ Marc nickte erneut, auch das war ihm bewusst. Es war einfach grauenvoll Arzt und Patient gleichzeitig zu sein. Außerdem war er viel zu erschöpft und müde, was Gretchen ihm ansah.
„So Papa, ich denke es reicht dann auch für heute, den Rest können wir ja dann morgen noch besprechen.“, sagte Gretchen und schob ihren Vater dann aus dem Zimmer heraus. Als sie zurückkam war Marc bereits eingeschlafen. Gretchen beschloss ebenfalls nach Hause zu fahren. Sie hatte schon den halben Tag lang versucht Alexis zu erreichen, allerdings immer ohne Erfolg. Sie dachte sich bereits, dass er wütend darüber war, dass sie am gestrigen Tag erneut nicht nach Hause gekommen war.

....to be continued!



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