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Dieses Thema hat 359 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

Beiträge: 4.598

27.09.2009 19:05
Story von Verena Zitat · Antworten

Ich bin zwar nicht die talentierteste Schreiberin, aber nachdem ich hier sehr gerne die ganzen tollen FFs gelesen habe, wollt ichs auch mal versuchen.
Die ganze Virus-Sache gefällt mir nicht wirklich, also hab ich das mal eben schnell und radikal abgeschlossen.
Bin gespannt, was ihr davon haltet…

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Da stand sie nun. Mittlerweile war es 3 Wochen her, dass sie den glücklichsten Tag ihres Lebens feiern wollte. Stattdessen war es der schlimmste ihres Lebens geworden. Ihr Leben lag in Scherben. Alexis und sie lebten nur noch mehr nebeneinander her, sie sprachen nicht mal mehr miteinander. Nicht einmal das Essen bereitete ihr noch Freude. Sie lebte nur noch für eines – ihren Job. Doch auch das Krankenhaus war nicht mehr das, was es einmal war. Nichts war mehr so. Traurig sah sie auf den grauen Grabstein vor ihr: „Hier ruht Prof. Dr. Franz Haase“. Ihr geliebter Vater hatte den Virus nicht überlebt. 2 Tage kämpfte er um sein Leben, 2 Tage voller Ungewissheit, um welchen Virus es sich handelt. Nun wussten sie, dass es Ebola war. Doch diese Erkenntnis kam zu spät für ihren Vater. Sein Herz war einfach zu schwach gewesen. Er war nicht das einzige Todesopfer – die Frau, die den Virus vermutlich hergeschleppt hatte, sowie 2 Krankenschwestern verstarben ebenfalls. Mehdi und ein paar andre hatten sich zwar auch angesteckt, konnten aber erfolgreich behandelt werden. Wieso nicht auch ihr Vater?
Sie stand noch ein paar Minuten einfach so da und dachte nach, bevor sie wieder zurück zum Krankenhaus musste. „Tschüß, Papa, ich hab dich lieb.“, flüsterte sie und legte ihm noch eine Blume auf sein Grab, bevor sie sich auf den Weg machte.

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Verena1991 Offline

Frauenversteher:

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27.09.2009 19:15
#2 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Eine viertel Stunde später war sie am Krankenhaus angekommen und stellte ihr Fahrrad ab. Alexis hatte ihr zwar angeboten, eines seiner Autos zu nehmen, aber sie hatte abgelehnt. Sie fuhr gerne mit dem Rad. Dabei konnte sie so herrlich den Kopf freikriegen. Außerdem wollte sie nicht irgendwie abhängig von ihm sein. Sie wusste nicht einmal mehr, ob diese Ehe überhaupt noch einen Sinn machte. Aber was machte überhaupt noch Sinn? Während sie weiter in Gedanken schwelgte, sah sie in den Augenwinkeln einen silbernen BMW einparken. Marc hatte also auch Schicht. Auch wenn sie es nicht wollte, dachte sie noch sehr oft an ihn. Er schlich sich auch immer öfter in ihre Träume. Sie träumte einfach davon, dass er sie ihn den Arm nahm, sie tröstete und ihr sagte, dass er sie liebte. Aber sie wusste, dass das nicht passieren würde. Würde er sie lieben, hätte er nicht mit ihrer besten Freundin geschlafen. Gigi war mittlerweile wieder in London. Sie wollte Gretchen zu liebe ursprünglich noch bleiben, doch Gretchen überzeugte sie, dass sie ruhig zurück konnte. Helfen konnte ihr sowieso keiner. Niemand wusste, wie es in ihr aussah, welchen Schmerz sie verspürte. Diese unerträgliche Leere in ihrem Herzen. „Gretchen, kommst du? Der Patient will jetzt seine neue Leber, also beeil dich mal!“, riss Marc sie aus ihren Gedanken und sie folgte ihm. Wenn schon ihr Leben den Bach runterging, konnte sie wenigstens das der andren retten. Dazu war sie schließlich Ärztin geworden. Und sie war eine gute Ärztin.

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Verena1991 Offline

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27.09.2009 22:20
#3 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Kaum hatten sie die Chirurgie betreten, kam ihnen auch schon Schwester Sabine entgegen. „Frau Doktor, es ist so schön, Sie zu sehen!“ Ehe sich Gretchen versah, hatte Schwester Sabine auch schon ihre Arme um die blonde Ärztin gelegt. Dasselbe wie jeden Tag seit der Hochzeit. Wahrscheinlich dachte sie, Gretchen so helfen zu können. Diese war aber nicht ganz so begeistert und erwiderte die Umarmung eher halbherzig. „Ja, Schwester Sabine, ich freu mich auch. Aber könnten Sie mich bitte wieder loslassen, ich muss gleich zu ner OP.“ „Sicher, Frau Doktor.“, meinte Schwester Sabine und ließ von Gretchen ab. „Gut, hätten wir das ja geklärt, dann kanns ja jetzt an die Arbeit gehen.“, meldete sich nun Marc zu Wort und ging weiter zu den Umkleiden, Gretchen tat es ihm gleich.

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Verena1991 Offline

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27.09.2009 22:27
#4 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Nachdem sie sich ihre OP-Klamotten angezogen hatten, fingen sie auch schon mit der Operation an. Wie immer in letzter Zeit lief alles schweigend ab. Sogar Marc verkniff sich seine Sprüche. Die OP verlief gut – zumindest anfangs. Kaum hatten sie dem Patienten die neue Leber eingesetzt, bekam dieser Kammerflimmern. Nicht auch noch das… „Schwester, ich brauch den Defi!“, rief Marc sofort. Gretchen stand nur tatenlos daneben, was sollte sie auch tun? Am Ende machte sie sowieso alles nur noch schlimmer. „200 Volt!“, orderte Marc an und setzte den Defibrillator an. Der Stromschlag durchzuckte den Körper des Patienten, doch das Kammerflimmern wollte nicht aufhören. „300!“ Erneut versuchte er das Kammerflimmern zu unterbrechen. Wieder erfolglos. Der Monitor zeigte eine Nulllinie an. Marc versuchte es noch einmal mit 350 Volt, das Herz fing aber nicht wieder an zu schlagen. „Zeitpunkt des Todes: 13:50 Uhr.“, sagte Marc und ging aus dem OP. Gretchen stand weiter da und konnte ihre Tränen nicht weiter zurückhalten. Wieso nur? Wieso ging alles schief? Schließlich verließ auch sie als letzte den OP und begegnete im Waschraum Marc, der offensichtlich noch auf sie gewartet hatte. „Hasenzahn, heulst du?“ Wahnssinns Auffassungsgabe, dachte sich Gretchen. „Nein, tu ich nicht!“ „Sicher, wieso hast du dann Tränen in den Augen?“ Leugnen war eigentlich zwecklos, aber das sah Gretchen nun gar nicht ein. „Hab ich nicht!“ „Hasenzahn… Gretchen, jede OP bringt ein Risiko mit sich. Wir haben alles getan. Mehr konnten wir nicht tun. Es war nicht unsre Schuld.“ Gretchen war erstaunt über Marcs mitfühlende Worte. „Das weiß ich ja…“, begann Gretchen „aber zur Zeit klappt auch wirklich nichts. Alles, was ich anfasse, geht kaputt.“ Nun konnte sie ihr Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten und fing bitterlich an zu weinen. Marc nahm seine Assistenzärztin in die Arme und strich ihr sanft über die Haare. Er genoss diese Nähe zu ihr, ebenso wie sie sich in seiner Nähe geborgen fühlte. „Gretchen, du bist eine hervorragende Chirurgin, die beste Assistenzärztin, die ich je hatte. Außerdem hast du doch auch noch einen Ehemann, der dich liebt.“ Die letzten Worte gingen ihm sehr schwer über die Lippen. Er hasste diesen blöden Millionär. Der hatte Gretchen doch gar nicht verdient. Aber er dachte, das wäre das, was Gretchen jetzt hören sollte. Dass sie sehr vielen Menschen wichtig war, dass sie nicht nutzlos war und alles kaputt machte. „Hör doch mit dem auf…“, schluchzte Gretchen an Marcs Brust. Meinte die Alexis? Lief die Ehe nicht gut? In Marc kam ein kleiner Hoffnungsschimmer zum Vorschein, vielleicht würde sie ihren Mann verlassen und dann hätte er wieder eine Chance. Immerhin liebte er Gretchen, das wusste er jetzt. „Wie meinst du denn das?“, hakte er vorsichtig nach. Gretchen löste sich langsam aus der Umarmung und sah zu Boden. „Ach, ich weiß auch nicht… Ich glaube, diese Hochzeit war ein Fehler. Diese ganze Beziehung war ein Fehler…“ Obwohl die Situation eigentlich traurig war, musste Marc doch leicht grinsen. Sie zweifelte an ihrer Ehe! Gretchen blieb sein Lächeln nicht verborgen, als sie wieder aufschaute. „Was gibts da so dämlich zu grinsen?“, fragte sie entrüstet. Daraufhin nahm Marc ihr Gesicht in seine Hände und näherte sich mit seinen Lippen langsam den ihren. „Marc, was tust du da?“ „Gar nichts!“, erwiderte der Oberarzt nur und küsste Gretchen schließlich.

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Verena1991 Offline

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28.09.2009 14:16
#5 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Währenddessen saß Frank alias Alexis in seiner Villa allein auf dem Sofa und trank einen Scotch. Er wusste natürlich auch, dass es nicht sehr gut, um seine Ehe bestellt war. Gretchen war so abwesend seit der Hochzeit. Aber das war doch selbstverständlich, nach all dem, was vorgefallen war. Sie hatte ihren geliebten Vater verloren. Er hoffte inständig, dass sie einfach nur Zeit brauchte, um darüber hinwegzukommen. Danach würde wieder alles gut werden. Sie würden sich lieben, gemeinsame Stunden vor dem Kamin verbringen und über alles Mögliche reden und lachen. Nicht zu vergessen, die 3 Kinder, die sie bekommen würden. Er wollte doch mit Gretchen alt werden. Er liebte sie doch. Und genau deswegen musste er sie betrügen. Mit seiner „Mutter“. Er ekelte sich allein vor dem Gedanken daran. Aber was sollte er tun? Ihr die Wahrheit sagen? Dass er nicht Alexis von Buren war, sondern ein Betrüger? Sie würde ihn doch sofort verlassen und anzeigen. Also musste er da wohl oder übel durch. Mit etwas Glück machte es die alte von Buren eh nicht mehr lange. Vielleicht sollte er dem Glück auch auf die Sprünge helfen… Aber er wollte mit seiner kriminellen Vergangenheit aufhören! Andrerseits wollte er Gretchen auch nicht mit dieser Schreckschraube betrügen müssen. Das war doch alles Mist!
In Gedanken versunken, merkte er gar nicht, dass Mechthild gerade das Zimmer betreten hatte, und das nur in einem knappen Negligèe. „So, mein Lieber, dann erfüllen Sie mal ihren Teil unserer Vereinbarung.“ Frank stöhnte entnervt auch, wusste aber, dass das die einzige Möglichkeit war, um Gretchen zu halten. Deshalb stand er auf, folgte seiner „Mutter“ ins Schlafzimmer und hoffte, dass alles schnell vorbei war.

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Verena1991 Offline

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28.09.2009 16:20
#6 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen und Marc standen noch immer zu zweit im Waschraum und küssten sich. Mit der Zeit wurden ihre Küsse leidenschaftlicher und fordernder. Marcs Hände fuhren langsam unter Gretchens Oberteil. Er wollte sie – jetzt! Erst in diesem Moment realisierte Gretchen, was sie hier tat. Sie war doch verheiratet! Alexis hatte es nicht verdient, dass sie ihn betrog. Er liebte sie und vertraute ihr. Er würde sie doch auch nicht betrügen! Gretchen löste ihre Lippen von denen ihres Oberarztes. „Marc, wir dürfen das nicht tun…“ „Mensch, Gretchen, was ist denn jetzt schon wieder?“, entgegnete Marc genervt und wandte sich ab. „Ich bin verheiratet, ich kann Alexis nicht betrügen!“ „Du hast doch gerade eben gesagt, dass die Ehe ein Fehler war!“ Marcs Tonfall wurde immer lauter, während Gretchen noch immer leise sprach. „Ich weiß, aber er ist trotzdem mein Ehemann. Ich kann ihn nicht so hintergehen. Er liebt mich doch.“ Erneut füllten sich die Augen der blonden Frau mit Tränen. „Verdammt, Gretchen, ich lie…“ Plötzlich hielt Marc inne. Nein, er konnte ihr nicht sagen, dass er sie auch liebte! Gretchen war verwirrt, wollte Marc ihr eben sagen, dass es sie liebte? „Was, Marc?“ „Nichts…“, sagte er und senkte seinen Blick zu Boden. “Marc, was wolltest du sagen?“ Sie hoffte so sehr auf die 3 Worte, die sie schon immer von Marc hören wollte. Nun musste er sich schnell was einfallen lassen, er konnte ihr nicht sagen, was er für sie empfand. Er konnte einfach nicht. „Ich liebe dich nicht, okay? Mag ja sein. Dazu hast du ja auch deinen ach so tollen Millionär! Trotzdem kannst du dich doch einfach mal gehen lassen anstatt hier die prüde und biedere Ehefrau zu spielen. Gigi war auch froh, dass ich es ihr mal so richtig besorgt habe!“ Marc hätte sich selbst für diese Worte ohrfeigen können. Jetzt hatte er sie bestimmt endgültig verloren und noch mehr in die Arme dieses Millionärs getrieben. Aber er konnte einfach nicht über seinen Schatten springen. Er war noch nie der Typ gewesen, der offen über seine Gefühle sprach. Und er sagte erst recht nicht diese 3 Worte, mit denen man sich einer Frau vollkommen unterwarf. Auch Gretchen war alles andere als begeistert über Marcs harte Worte. Das war es, was er ihr sagen wollte? Und sie dachte, er liebte sie. Wieso dachte sie immer wieder, dass er sie lieben könnte, dass er vielleicht einmal nicht den coolen Macho raushängen ließ. Aber ein Marc Meier würde sich wohl nie ändern. Zum Glück hatte sie den Kuss abgebrochen, bevor noch mehr zwischen den beiden passiert war. „Marc, du bist so ein Arschloch!“ Mit diesen Worten stürmte die wütend aus dem Raum.

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Verena1991 Offline

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28.09.2009 22:25
#7 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Auch wenn ihre Schicht noch nicht zu Ende war, konnte Gretchen nicht hier bleiben. Erst recht nicht jetzt, wo sie und Marc sich geküsst hatten. Stundenlange OPs mit Marc waren jetzt nicht unbedingt das, was die junge Blondine brauchte. Nein, was sie jetzt brauchte war Schoki. Ganz klare Sache, das half doch immer. Also fuhr sie zu ihrem Lieblingskiosk und kaufte sich gleich mal 5 Tafeln. Sie hatte schließlich sehr, sehr großen Kummer, da half eine Tafel alleine nicht. Außerdem hatte sie in den letzten 3 Wochen sowieso fast nichts gegessen, da durften es schon ein paar Kalorien mehr sein. Aber wo sollte sie jetzt hin? Zu Alexis? Lieber nicht, sie verstanden sich sowieso nicht gut und zusätzlich hatte sie jetzt auch noch fremdgeknutscht. Da konnte sie doch nicht einfach so tun, als ob nichts wäre. Die Wahrheit konnte sie aber auch nicht sagen. Wohin dann? Ins Krankenhaus konnte sie auch keinesfalls zurück. Zu Mama? Die putzte das Haus wahrscheinlich zum x-ten mal diese Woche. Jeder geht mit Trauer anders um, und bei Bärbel löste diese eben enorme Putzwut aus. Darauf hatte Gretchen nun auch keine Lust. Aber wo sollte sie dann hin? Wieder auf den Friedhof? Aber ein Friedhof war nun kein geeigneter Ort, um einen Schoki-Fressanfall zu bekommen. Aber sonst konnte sie nirgends hin. Sie hatte sich immer so auf ihre Karriere und vielleicht auch ein wenig auf ihr Liebesleben konzentriert, dass sie nicht wirkliche Freunde hier in Berlin hatte. Außer vielleicht Mehdi. Wobei der auch mehr sein wollte als nur ein Freund…
Letztendlich setzte sie sich einfach auf eine Sitzbank in einem Park in der Nähe des Kiosks und holte die erste Schokoladentafel aus ihrer Tasche. Genüsslich biss sie das erste Stückchen ab. Wieso hatte sie in den letzten Wochen nur darauf verzichtet? Sie liebte Schokolade und genoss diese nun auch wieder. War das eine Besserung? Ging es nun wieder langsam bergauf? Konnte man so etwas an einer Tafel Schokolade festmachen? Bestimmt! Schokolade war schließlich nicht nur irgendwas Essbares, sondern ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel! Darüber sollte man mal ein Buch schreiben, „Erkennen Sie Ihre Gefühlslage anhand ihres Schokoladenkonsums".

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Verena1991 Offline

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29.09.2009 14:01
#8 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Sie ging gemütlich ihren Gedanken nach, als sie plötzlich einen starken Schmerz an ihrem Kopf verspürte. „Aua!“, schrie die Blondine und ihr fiel ein Frisbee neben ihr auf der Bank ins Auge. Ihr Blick schweifte über die Leute im Park und blieb an einem kleinen Jungen hängen, der etwas beschämt zu ihr rübersah. „Hey, du da!“, rief sie dem Jungen zu, aber der rannte schnell weg, doch Gretchen war ihm bereits auf den Fersen, das Frisbee in den Händen. Für sein Alter ist der aber ganz schön schnell. Dabei wollte sie nur eine kleine Entschuldigung und ihm dafür dann das Frisbee zurückgeben. Sie war ja nicht ernsthaft böse. Sie hatte wirklich zu lange keinen Sport mehr gemacht. Plötzlich lief der Junge gegen einen Mann und blieb stehen. „Ha, hab ich dich!“, meinte Gretchen, als sie schließlich auch angekommen war. Sie wollte gerade etwas sagen, als sich der Mann, in den der Junge hineingelaufen war, zu Wort meldete. „Ich muss mich wohl für meinen Neffen entschuldigen, oder besser gesagt, muss ich mich selbst entschuldigen. Wissen Sie, er hat heute Geburtstag und ich hab ihm das Frisbee geschenkt. Und dann wollten wirs eben auch gleich ausprobieren.“, erklärte er mit einem charmanten Lächeln. Er sah ziemlich gut aus, dunkelblonde Haare, blaue Augen und gut gebaut. Aber für sie völlig uninteressant! Zumindest wollte sie das so… Denn im Grunde fand sie ihn sehr attraktiv. Aber sie war ja verheiratet und hatte ihren Ehemann auch schon betrogen, jetzt musste Schluss damit sein, sie war doch keine Schlampe! „Ach, das macht doch nichts, hat ja auch eigentlich gar nicht weh getan.“, antwortete Gretchen mit einem süßen Lächeln und gab dem Jungen sein Frisbee zurück. „Hier hast du dein Frisbee wieder.“ Gretchen hatte eigentlich ein „Danke“ erwartet, der Junge zog es aber vor, einfach schnell nach seinem neuen Spielzeug zu greifen. Dem könnte man auch mal ein paar Manieren beibringen. „Ich bin übrigens Dennis, Dennis Neumann.“, sagte der Mann und hielt ihr die Hand zur Begrüßung hin. „Gretchen Haase.“, stellte sie sich vor und nahm seine Hand. Upps, eigentlich ja jetzt von Buren, aber die alte Macht der Gewohnheit eben. „Sind Sie verheiratet?“ „Wieso?“ „Na wegen dem Ring.“ Da hätte sie auch selbst drauf kommen können. Der Ring war zwar nicht so auffällig wie der aus Las Vegas, aber trotzdem war er schwer zu verstecken. „Ja, irgendwie schon…“ Irgendwie schon? Was redete sie da eigentlich? „Mmh, verstehe…“ „Ach ja?“ Sie verstand es ja selbst nicht. „Ja, das tu ich“, fuhr er fort „meine Schwester war auch mal ‚irgendwie verheiratet’. Lief einfach nicht mehr so in der Ehe…“ „Und dann haben Mama und Papa sich scheiden lassen.“, sagte nun der kleine Junge, der sich bis jetzt zurückgehalten hatte. „Das tut mir aber leid für dich, Kleiner…“, meinte Gretchen mitfühlend. „Ich bin nicht klein!“, protestierte daraufhin der Junge. „Entschuldigung, natürlich nicht“, lachte Gretchen. Das erste mal seit 3 Wochen, dass sie wieder lachte. „Wie soll ich dich denn sonst nennen?“ „Jonas!“ Gretchen nahm seine Hand und schüttelte auch diese. „Na dann, Jonas, ich bin Gretchen.“ „Nun, Gretchen, dürfen Jonas und ich Sie noch auf nen Kaffee einladen?“, fragte Dennis wieder mit seinem charmanten Lächeln. Sollte sie das machen? „Tut mir leid, aber ich sollte jetzt wirklich nach Hause gehen…“ Es war besser so. Sie musste zu Alexis und um ihre Ehe kämpfen. „Schade, aber vielleicht ja ein anderes mal.“, sagte Dennis, der ihr zuzwinkerte und ihr einen kleinen Zettel in die Hand drückte. „Rufen Sie einfach an, wenn Sie mal reden wollen!“, waren seine letzten Worte zu ihr, bevor er mit Jonas wieder wegging.

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Verena1991 Offline

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29.09.2009 15:33
#9 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

In der Klinik hatte sich Marc schon wieder beruhigt, nachdem seine Assistenzärztin einfach so gegangen war. Er konnte sie ja auch verstehen. Sie machte gerade eine schwere Zeit durch, und dann kam er auch noch mit so nem absolut blöden Spruch daher, anstatt ihr zu sagen, was er wirklich fühlte. Er wollte gerade mit dem Fahrstuhl in die Cafeteria fahren, als sich noch Gabi schnell durch die sich bereits schließenden Türen zu ihm gesellte. „Marc…“, begrüßte sie ihn kühl. „Gabi…“, erwiderte er ihr genervt, „wie gehts denn so?“ „Super, hab ja eben erst mein Kind verloren. Wie solls einem da schon gehen?“ „Gabi, du weißt, dass mir das leid tut…“, fing Marc an, doch Gabi ließ ihn nicht ausreden. „Halt doch einfach mal die Klappe, ja? Sag nicht, dass es dir leid tut, denn das tut es nicht. Du denkst doch immer nur an dich, alle andren interessieren dich doch gar nicht! Du hast mich doch immer scheiße behandelt. Und ich hab dich geliebt, aber das war dir ja total egal, Hauptsache, du hattest deinen Spaß, du egoistoscher Scheißkerl!“ Marc war noch immer total perplex von Gabis harter Ansage, als der Fahrstuhl hielt und die Türen wieder aufgingen. Gabi trat eiligst aus dem Fahrstuhl, drehte sich nochmal um und sagte zu Marc: „Aber jetzt weißt du ja, wie es ist, jemanden zu lieben, der dich nicht will!“ Marc stand noch kurz mit offenem Mund im Fahrstuhl, bevor auch er diesen verließ. Gabis Worte gingen ihm noch immer im Kopf herum, sie hatte ja Recht, mit dem, was sie gesagt hatte. Er hatte wirklich jeden scheiße behandelt. Auch Gretchen, oder sogar ganz besonders Gretchen, und dass, obwohl sie immer für ihn da war. Sogar, als sie erfahren hatte, dass er diesen Mann umgefahren hatte. Und jetzt drängte er sich als Dank noch in ihre Ehe. Vielleicht sollte er sie in Ruhe lassen, dann konnte sie endlich in ihrer Ehe glücklich werden. Das hatte sie verdient, auch wenn es schwer für ihn werden würde.


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Kommis sind übrigens immer herzlichst erwünscht

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Verena1991 Offline

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30.09.2009 14:43
#10 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen machte sich derweil auf den Weg nach Hause zu Alexis. Sie wollte um ihre Ehe kämpfen. Sie würde ihn vielleicht nie so lieben wie Marc, aber mit Marc hatte sie keine Zukunft. Mit Marc konnte sie keine Kinder bekommen und großziehen und Heiratsmaterial war er auch nicht unbedingt, auch wenn sie es gerne wollte. Marc war eben… Marc! Alexis hingegen liebte sie wirklich, er war für sie da und sie müsste keine Angst haben, dass er sie betrügt. Mit Alexis konnte man alt werden. Marc war ab sofort nur noch ein Kollege, mehr nicht! Keine Küsse und sonst auch keinen körperlichen Kontakt! Den Kuss vorhin würde sie einfach vergessen und sich nun ganz auf ihren Ehemann konzentrieren.
Kurz bevor Gretchen ihr Fahrrad vor dem Anwesen abstellte, hatte Mechthild genug von Frank. Zumindest fürs erste. „Na, so lässt es sich hier doch leben. Und deine süße Frau bekommt gar nichts mit.“, meinte Mechthild und zog sich wieder etwas an. Frank war völlig fertig, eine Runde hatte der Alten ja nicht gereicht! Irgendwie hatte er sich durchgequält und versucht, nicht an Mechthild zu denken, sondern an Gretchen. Stellte sich als schwieriger heraus als gedacht! Das konnte er nicht nochmal durchmachen, die Alte musste weg! Und das so schnell wie möglich! Aber jetzt musste er erstmal duschen, er fühlte sich so ekelhaft.
Frank stand auf und verließ das Zimmer seiner „Mutter“ so schnell wie möglich und ging im Badezimmer, das an sein und Gretchens Schlafzimmer angrenzte, unter die Dusche. Gretchen hatte schon die Villa betreten und suchte nach Alexis. Als sie ihr Schlafzimmer betreten hatte, hörte sie schon die Dusche nebenan. Sie öffnete die Tür zum Badezimmer und erkannte Alexis’ Umrisse hinter der Duschwand. Diese Gelegenheit konnte sie doch gleich mal nutzen. Sie zog ihre Klamotten aus und stellte sich hinter Alexis unter die Dusche, wo sie ihn mit einem Kuss auf die Schulter begrüßte. Dieser vermutete zuerst seine werte Frau „Mutter“ und drehte sich erstmal geschockt um, wo er in Gretchens Augen blickte. „Ach, du bists…“, sagte er erleichtert. „Hast du wen andres erwartet?“ „Ne, hast mich nur erschreckt“, antwortete er und gab seiner Frau einen Kuss, den diese nur allzu gern erwiderte. Sie wurden immer leidenschaftlicher und beide wollten es, zu lange hatten sie keinen Sex mehr. Doch Gretchen konnte Marc einfach nicht aus ihrem Kopf bekommen, so sehr sie es auch wollte. Alexis hingegen konnte das Techtelmechtel mit Mechthild nicht vergessen, auch wenn er sich nichts mehr wünschte. Er wollte doch hier mit Gretchen schlafen, wieso konnte er das eben geschehene nicht vergessen? „Gretchen, ich kann das nicht…“, sagte Alexis und ließ eine verwirrte Gretchen allein unter der Dusche zurück.

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Verena1991 Offline

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30.09.2009 22:21
#11 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Wie er konnte das nicht? Gretchen stand noch immer unter der Dusche und dachte über diese Worte nach. Erst schien alles gut und dann geht er einfach. Liebte er sie überhaupt noch? Hatte sie ihn mit ihren ständigen Abweisungen vergrault? Sie hatte vor 3 Wochen geheiratet und ihren Ehemann fast schon verloren… Toll, Gretchen Haase, äh, von Buren, das hatte sie mal wieder super hingekriegt! Aber vielleicht hatte sie es nicht anders verdient? Immerhin hatte sie erst heute wieder Marc Meier geküsst. Wochenlang hatte sie sich von jedem distanziert und der erste, bei dem sie wieder Nähe zuließ, war Marc und nicht Alexis. Dennoch würde sie nun alles tun, um an ihrer Ehe festzuhalten. Sie war doch keine von denen, die sich nach ein paar Wochen Ehe schon wieder scheiden ließen! Sie stellte das Wasser ab, stieg aus der Dusche und wickelte sich ein Handtuch um ihren nackten Körper.
„Alexis?“, sagte sie vorsichtig, als sie die Tür zum Schlafzimmer öffnete. „Ja?“ Er schien ziemlich fertig zu sein. „Alexis, wir müssen reden…“ Der Lieblingssatz jeder Frau, der nur selten gutes verhieß. „Später, ich muss gleich los… Geschäftstermin!“, blockte dieser ab. „Bitte, so kann es doch nicht weiter gehen! Seit der Hochzeit haben wir doch nichts mehr zusammen gemacht, nicht mal geredet! Ich will dich nicht verlieren, ich liebe dich doch!“ Wenn auch nicht so sehr wie Marc, dachte sie weiter. „Alexis bitte, ich weiß, dass das alles meine Schuld ist, es tut mir doch so leid!“ Er war gerührt von ihren Worten und ich ging es doch genauso, er liebte sie über alles. „Gretchen…“, begann er zaghaft „ich liebe dich doch auch und will, dass diese Ehe funktioniert! Aber es ist doch nicht deine Schuld, dass es gerade nicht so gut läuft, nach allem, was passiert ist. Du brauchst Zeit, um alles zu verarbeiten und das verstehe ich. Und ich verspreche dir, dass wir später reden werden, aber ich habe jetzt wirklich einen Termin.“ Er ging auf Gretchen zu und gab ihr zärtlich einen Kuss, bevor er sich umdrehte und aus dem Zimmer ging. Er hatte eigentlich keinen Termin, aber er konnte es im Augenblick nicht ertragen, seine Frau zu sehen. Er schämte sich zu sehr für das, was er getan hatte. Er brauchte erst mal Zeit, um seine Gedanken etwas zu sortieren, bevor er sich auf ein richtiges Gespräch mit Gretchen einlassen konnte.

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01.10.2009 16:39
#12 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen fühlte sich schon etwas besser, zwar hatten sie sich noch nicht ganz ausgesprochen, aber zumindest wusste sie jetzt, dass er sie immer noch liebte. Vielleicht würde doch noch alles gut werden?
Sie beschloss, ihre Gedanken erstmal ihrem Tagebuch mitzuteilen.

Liebes Tagebuch,
heute ist so wahnsinnig viel passiert, weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Am besten einfach ganz von vorne, ist immer gut. War heute wieder bei Papa auf dem Friedhof. Kann immer noch nicht fassen, dass er nicht mehr da ist. Aber das Leben geht weiter, hab heute sogar wieder Schoki gegessen. 4 Tafeln hab ich noch übrig, aber die werden den heutigen Tag vermutlich nicht mehr überleben. Aber das war ja bei Weitem noch nicht alles! Haben heute im OP einen Patienten verloren, wir haben alles versucht, aber er hats nicht geschafft. War völlig fertig, dachte schon wieder, das Leben hätte sich gegen mich verschworen. Marc hat mich danach wieder aufgebaut, war ganz allein mit ihm im Waschraum. Hab dann wohl irgendwie gesagt, dass meine Ehe mit Alexis ein Fehler sei. Marc fasste dies als Aufforderung auf, mich zu küssen. Wie immer besser als Schoki… Krieg immer noch weiche Knie bei ihm. Hab aber abgebrochen, bevor mehr passiert ist. Dachte sogar kurz, dass Marc mir ein Liebesgeständnis machen wollte, aber da lag ich ganz falsch. Er wollte mir nur sagen, dass ich doch nicht so prüde sein sollte und endlich mit ihm schlafen sollte. Bin dann ganz schnell aus dem Krankenhaus geflüchtet, weit, weit weg von Marc. Hab mir dann die Schokolade gekauft und im Park die erste Tafel vernascht. Die Frisbees flogen tief und eines traf mich direkt am Kopf! Bin dem Täter, ein kleinem Jungen, nachgelaufen, will wenigstens eine Entschuldigung, ist doch auch mein Recht! Hab rausgefunden, dass der Kleine Jonas heißt und seinen Onkel Dennis hab ich auch gleich kennengelernt. War ganz nett, fands aber doch komisch, dass der mir gleich seine Nummer in die Hand gedrückt hat. Hat der die immer für den Notfall schon mal vorbereitet und verteilt sie an alle Frauen, die ihm begegnen? Vielleicht hilft ihm Jonas ja dabei, die Frauen anzuquatschen? Das war bestimmt Absicht mit dem Frisbee! Das ist doch die Masche von denen!
Gretchen, jetzt spinnst du aber! Langsam wirst du paranoid!
Bin danach jedenfalls gleich zu Alexis gefahren, will meine Ehe retten! Ich weiß doch eigentlich schon lange, dass Marc sich nie ändern wird, trotzdem fall ich immer wieder auf ihn rein. Aber damit ist jetzt Schluss! Ich weiß, dass ich das schon oft gesagt habe, aber diesmal mein ichs wirklich so! Marc wird mir nicht weiter das Herz brechen, das halt ich nicht mehr aus. Aber zurück zu Alexis: Wollte meine „Ich rette meine Ehe“ -Aktion gleich beginnen und ihn unter der Dusche überraschen. Bot sich einfach an, wenn er ja schon mal darunter stand. Er war aber ziemlich erstaunt, als ich mich von hinten angeschlichen hatte und wurde mit einem „Du bists“ begrüßt. Was hat der denn gedacht, wer sich zu ihm unter die Dusche stellt? Haben uns dann jedenfalls wieder geküsst und beinahe auch mehr, aber er konnte nicht. Hat er so jedenfalls gesagt und ist einfach weggegangen. Lag bestimmt an mir, hab mich die letzten Wochen auch blöd benommen. Hab mich dann aber bei ihm entschuldigt. Er musste dann leider zu einem Geschäftstermin, aber wir reden später nochmal über alles. Ich glaube, es geht wieder bergauf!


Gretchen legte ihr Tagebuch beiseite und versteckte es an seinem sicheren Ort. Nicht auszudenken, was wäre, wenn Alexis darin lesen würde! Ob er das überhaupt tun würde? Bestimmt nicht, wäre ein zu großer Vertrauensbruch, das würde er ihr nicht antun. Trotzdem ließ sie es lieber nicht auf einen Versuch ankommen. Nachdem sie ihr Tagebuch verstaut hatte, holte sie die restliche Schokolade aus ihrer Tasche und beschloss, die Zeit, die sie auf Alexis wartete, mit einer schönen DVD überbrücken würde. ‚Sex and the City’ erschien ihr dabei eine gute Wahl.

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02.10.2009 16:25
#13 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Es war schon spät in der Nacht, etwa 22 Uhr, als Frank wieder nach Hause kam. Er hatte die Zeit zum Nachdenken gebraucht. Und nun glaubte er eine Lösung für sein Problem gefunden zu haben. Jetzt musste er noch einige Vorbereitungen treffen, bevor er zur Tat schritt. Es durfte nichts schief gehen, sonst würde er alles verlieren. Aber länger als eine Woche würde er nicht warten, das würde er nicht durchhalten. War doch eine Woche schon zu viel! Aber zuerst musste er alles perfekt durchplanen. Lissi würde er da raushalten, das war einzig und allein seine Sache, sie hatte nichts damit zu tun.
Vor dem Schlafzimmer hielt er kurz inne. Er hörte den Fernseher laufen, ob Gretchen noch wach war? Leise öffnete er die Tür und sah seine Frau mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegen, umgeben von jeder Menge Schokoladenpapier. Im Fernseher lief ‚Sex and the City’, davon ging er zumindest aus. Richtig gesehen hatte er die Serie nie, was interessierte ihn das Liebesleben von irgendwelchen schuhsüchtigen Modepüppchen? Er schaltete das Gerät aus und setzte sich zu Gretchen ans Bett, wo er liebevoll ihre Decke zurechtrückte und die Überbleibsel der Schokolade aufsammelte. Sie sah so süß aus, wenn sie schlief. Er würde alles tun, um mit ihr ein glückliches Leben verbringen zu können, selbst wenn er dafür einen hohen Preis zahlen musste. „Ich mach das alles nur für dich…“, flüsterte er ihr leise zu und strich ihr über ihre blonden Locken.

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Verena1991 Offline

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02.10.2009 21:15
#14 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc befand, dass es wieder an der Zeit war, wieder der alte zu werden. Das mit der Liebe hat ja nun nicht geklappt. Stattdessen war er unglücklicher als je zuvor. Genau deswegen hatte er Gefühle bis jetzt immer vermieden. Doch bei Gretchen ging das nicht, er konnte sich einfach nicht dagegen wehren. Noch nie hatte er eine Frau wie sie getroffen, die ihn so um den Verstand brachte. Und ausgerechnet bei dieser Frau hatte er keine Chance. Sie würde ihren perfekten Ehemann nicht für eine unsichere Zukunft mit ihm aufgeben. Marc Meier hatte tatsächlich Liebeskummer, und dieses Gefühl mochte er ganz uns gar nicht. Also würde er sich jetzt eben einfach entlieben, konnte ja nicht so schwer sein. Und wo klappte das besser als in einer schönen Bar mit vielen schönen Frauen? Während er einen Schluck von seinem Bier nahm, ließ er seinen Blick durch den Raum schweifen. Keine konnte Gretchen das Wasser reichen! Jede musste er mit ihr vergleichen, das geschah ganz automatisch in seinem Kopf, und jede verlor das Duell. Schließlich fiel ihm dann eine attraktive Frau an einem Tisch in der Ecke der Bar ins Auge, natürlich war auch sie weit von Gretchens Format entfernt, doch ihr verführerisches Lächeln, das zweifellos ihm galt, gefiel ihm dennoch zu gut, als dass er dieser Versuchung widerstehen könnte. Schien so, als hätte er leichtes Spiel bei ihr, denn sie schien ganz und gar nicht der Typ Frau zu sein, mit der man erst 3-mal ins Kino gehen musste, um ihr zumindest einen kleinen Kuss zu entlocken. Deshalb stand er auf und ging mit verführerischem Blick auf sie zu. Marc Meier war zurück!

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03.10.2009 00:16
#15 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Am nächsten Morgen wurde Gretchen unsanft von ihrem Wecker aus dem Schlaf gerissen, wie sie die Frühschicht doch hasste. Mürrisch schlug sie auf den Wecker, nichts war schlimmer als dieses unerträgliche Piepen! Ein Blick auf die andre Betthälfte verriet ihr, dass Alexis weg war. War er überhaupt nach Hause gekommen? Aber der Fernseher war aus und auch das Schokoladenchaos war beseitigt. Die Haushälterin kam nicht so früh, also wird es wohl Alexis gewesen sein. Dabei hatte sie ihn gar nicht kommen hören. Vielleicht war er ja schon frühstücken? Das würde sie gleich nachschauen, aufstehen musste sie ja sowieso. Sie quälte sich aus ihrem Bett und machte sich auf den Weg ins Esszimmer. Wobei es „Speisesaal“ wohl besser treffen würde bei der Größe des Raumes. Dort saß aber nur ihre Schwägerin am Tisch und trank ihren Kaffee. „Morgen, Lissi, hast du heute schon Alexis gesehen?“ „Der war vorhin mal kurz da, ist aber gleich abgeschwirrt, auf geheimer Mission oder was weiß ich…“, antwortete Lissi leicht genervt. Sie mochte Gretchen nicht besonders, was hatte sie Frank nur dabei gedacht, die zu heiraten? Am Ende kriegt die noch was raus! „War ja nur ne Frage…“, erwiderte Gretchen und setzte sich zu ihr an den Tisch, wo sie zielsicher nach einem Schokocroissant griff.

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03.10.2009 01:05
#16 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Als Gretchen etwa 1,5 Stunden später die Chirurgie betrat, war Marc zum Glück noch nicht da. Schlimm genug, dass ihr eine 12-Stunden-Schicht mit ihm bevorstand, da musste sie ihn nicht noch kurz vor Beginn der Schicht treffen. Er würde zwar vermutlich innerhalb der nächsten 10 Minuten antanzen, aber die Zeit konnte sie noch für sich nutzen und sich mental darauf vorbereiten. Und das sogar ganz in Ruhe, denn Schwester Sabines Dienst begann erst in 3 Stunden. Sie zog sich ihren Kittel an und setzte sich erstmal ins Stationszimmer. Dort fiel ihr eine Zeitschrift ins Auge, in der sie Schwester Sabine vor ein paar Tagen hatte lesen sehen. Ob die daraus immer ihre tollen Ratschläge hatte? Wenn ja, konnte man die Zeitung echt in den Müll werfen. Schon allein der Name… „Astro Guide“, bestimmt totaler Schund! Aber da Gretchen sowieso nichts zu tun hatte, beschloss sie mal eben kurz einen Blick hineinzuwerfen, konnte ja nicht schaden. Sie schlug die Zeitschrift auf irgendeiner Seite auf, doch der Bericht darauf entsprach genau ihrer Gefühlslage. „Gefangen zwischen den Stühlen – wenn Sie 2 Männer lieben und wie die Sterne Ihnen helfen“. Das klang ja schon mal total schwachsinnig! Wie sollten ihr denn die Sterne bitte helfen? Lesen konnte aber nicht trotzdem nicht schaden… Doch gerade als sie sich daran machen wollte, kam Marc schon gut gelaunt ins Stationszimmer. „Was machst du denn schon hier?“, fragte Gretchen während sie schnell die Zeitschrift hinter ihrem Rücken versteckte. „Ähm, arbeiten? Oder wieso sollte ich sonst hier sein? Wegen dir etwa?“, gab er ihr grinsend zur Antwort. „Bist doch sonst nie so überpünktlich.“ „Hab einfach ganz in der Nähe geschlafen, dann kommt man schon mal früher an.“ „So nah liegt deine Wohnung doch gar nicht am Krankenhaus?“ Gretchen verstand immer noch nicht. „Wer sagt denn, dass ich zu Hause geschlafen habe?“ Jetzt wusste auch die Assistenzärztin, was ihr Oberarzt gemeint hatte. Sie verspürte einen Schmerz in der Brust nahe ihres Herzens und ihr wurde wieder mal klar, dass sie Marc Meier einfach nicht vergessen konnte. Nachdem er vergeblich auf einen Kommentar von ihr gewartet hatte, fuhr Marc fort: „Hasenzahn, was hast du da eigentlich hinter deinem Rücken?“ „Gar nichts?“ „Ist mir im Grunde ja auch egal, Hauptsache, du bist nachher pünktlich zur Visite!“ Marc schnappte sich einige Akten und ging damit aus dem Stationszimmer. Gretchen beschloss, den Artikel später zu Hause zu lesen und ging daher zu ihrem Spind, wo sie die Zeitschrift in ihre Handtasche packte.

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03.10.2009 11:24
#17 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

10 Minuten später orderte Marc Gretchen mit befehlshaberischem Ton zur Visite. Wie immer eigentlich. Auch wenn Marc sich in den letzten Wochen fast wie ein Mensch benommen hatte, ließ er jetzt wieder ganz den Oberarsch raushängen. Sobald Gretchen auch nur die kleinste Kritik an seiner Arbeit äußerte, bekam sie nur ein verärgertes „Bist du hier Oberarzt oder ich?“ zu hören. Sie hatte befürchtet, dass der Tag schlimm werden würde, aber dass der alte Marc Meier zurückkam übertraf ihre Erwartungen bei Weitem. Und heute lief er sogar zu Höchstform auf. Nachdem er vor den Patienten ihre gesamte Autorität in Frage gestellt hatte, meckerte er nun auch während der anschließenden OPs über jeden ihrer Handgriffe. Und das auch noch vollkommen zu Unrecht! Es war doch wirklich nicht so dramatisch, dass der Schnitt einen halben Zentimeter zu weit links war! „Ach, Marc, was hab ich dein Arschlochgehabe in den letzten Wochen vermisst…“, sagte Gretchen beiläufig, während sie sich daran machte, der Patienten ihre neue Niere einzusetzen. „Kriegst deswegen jetzt auch extra viel davon. Hasenzahn, verdammt nochmal, gib die Niere her, ich mach das! Man sollte meinen, du hättest genug von mir gelernt, um ne Niere einsetzen zu können, aber anscheinend muss ich hier alles selber machen!“ Genervt übergab sie ihm das Organ. „Was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?“ „So wie du die Niere reingelegt hast, können wir sie nicht anschließen, hättest du eigentlich selber sehen sollen. Aber mit solchen Wurstfingern wie deinen kann man wahrscheinlich einfach nicht so gut operieren.“ „Für deine Assistenz bin ich aber scheinbar noch gut genug.“ „Aber für mehr auch nicht! Wie läufts denn so mit deinem Dings, äh, Ehemann?“ Gretchen dachte sich schon, dass er auf den Kuss gestern hinauswollte. Jetzt wollte er wahrscheinlich wissen, ob sie es ihm gestanden hatte. Was interessierte ihn das überhaupt? „Mit Alexis läufts super, danke der Nachfrage.“ „Klang gestern irgendwie anders…“ „Es geht dich zwar nichts an, aber wir haben uns ausgesprochen! Könnten wir uns jetzt bitte wieder auf die OP konzentrieren?“ Und das taten sie dann auch. Marc wurmte es, zu hören, dass Gretchen mit ihrem Ehemann offenbar wieder glücklich war. Aber er wollte sie ja eh in Ruhe lassen. Sie konnte glücklich in ihrer Ehe werden und er wurde glücklich mit seinem alten Lebensstil. Dabei wurde er wenigstens nicht verletzt…

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03.10.2009 13:06
#18 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Frank stand indes in dem geräumigen Wohnzimmer und führte ein Telefonat mit einer Person, mit der er eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte. Aber es war nur noch dieses eine mal, und das war nötig, um mit Gretchen eine glückliche Zukunft zu erleben. Allein war er in seinem Plan nicht weitergekommen, daher musste er sich an einen alten ‚Freund’ wenden. „Eddy? Ich bins, Frank!“ „Hey Frank, hab ja schon länger nichts mehr von dir gehört! Ich nehme an, du rufst nicht an, um ein wenig zu plaudern. Also wozu brauchst du mich diesmal?“, antwortete der Mann am andren Ende der Leitung. „Ich hab da ein kleines Problem und ich dachte, du könntest mir da helfen.“, sagte Frank, der sich immer wieder umsah, ob er auch ja nicht beobachtet wurde. „Jo, alles klar! Ey, du weißt, ich bin dein Mann für alles, sag mir nur, was du brauchst!“ „Deswegen wende ich mich auch an dich! Kannst du mir irgendein Gift besorgen? Also nicht nur irgendein Gift, sondern ein gutes, das am besten nicht nachweisbar ist?“ „Klaro schaff ich das! Gib mir ein paar Tage Zeit, dann hast du das Zeugs! Darf man fragen, wen du damit überraschen willst?“ „Das tut hier gar nichts zur Sache! Sorg einfach dafür, dass ich das Gift so schnell wie möglich bekomme!“ „Geht klar, freut mich doch immer, mit dir Geschäfte zu machen! Ich meld mich dann, sobald…“ Bevor Eddy ausreden konnte, hatte Frank schon sein Handy zugeklappt. Er hatte schon einige Geschäfte mit Eddy gemacht, es lief immer alles reibungslos ab. Hoffentlich würde es auch diesmal so sein, bei seinem allerletzten Verbrechen!

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03.10.2009 16:34
#19 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Die Werte von Frau Weber sind da, sind sehr gut, sie hat die Niere gut angenommen.“, sagte Gretchen zu Marc in dessen Büro, als sie einen Blick in die Akte der Patientin warf. „Natürlich hat sie das, sie hat die Niere schließlich vom besten Arzt der Welt transplantiert bekommen!“, erwiderte dieser mit leicht arrogantem Unterton. „Ja, Marc, wir habens kapiert, du bist der beste, tollste und talentierteste Chirurg, den es jemals gegeben hat und geben wird! Schreib am besten noch ein Buch darüber, damit es auch der letzte Idiot weiß…“ Gretchen war schon wieder mehr als genervt von seiner arroganten Art. Und das musste sie noch 4 weitere Stunden durchhalten, der absolute Albtraum für die junge Ärztin, zumal sie ihn nicht so sehr hasste wie sie gerne wollte…
„Hasenzahn, ich finds toll, dass du dir solche Gedanken um mich und mein Image machst, aber ich hab leider keine Zeit, um so ein Buch zu schreiben, muss mich ja um so viele andre Sachen kümmern, Patienten, die ganzen schönen Frauen, die von jemandem wie mir glücklich gemacht werden wollen, weißt schon, so was eben! Aber wenn du willst, kannst gerne du ein Buch über mich schreiben, weißt ja selbst auch ganz gut, was ich fürn toller Typ bin! Oder bist du zu beschäftigt mir deinem Macker?“ Er zwinkerte Gretchen zu, was diese einerseits total wütend machte, andrerseits fand sie das doch auch irgendwie sexy… Aber nur weil sie es bis jetzt noch nicht geschafft hatte, sich emotional von Marc zu lösen, hieß das noch lange nicht, dass sie es nie schaffen würde!
„Das muss ich mir echt nicht geben, ich bin in der Cafeteria, falls du mich brauchst!“ Sie knallte ihm sie Akte hin und stürmte aus dem Büro Richtung Fahrstuhl. Marc saß noch eine ganze Weile einfach nur so da, es fiel ihm nicht leicht, so gemein zu Gretchen zu sein, aber es war immer noch der beste Weg, um sich selbst und seine Gefühle zu schützen.
„Verdammt, Gretchen, ich brauch dich doch immer…“, sagte der Oberarzt noch leise, aber Gretchen hörte das natürlich schon nicht mehr.

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03.10.2009 18:31
#20 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

In der Cafeteria gab es Schokoladenkuchen, perfekt für diesen heutigen Tag. Sie schnappte sich ein extra großes Stück und setzte sich an einen freien Tisch. Nach etwa der Hälfte des Kuchens bekam sie jedoch Gesellschaft. Als sie aufblickte, sah sie in die braunen Augen von Mehdi.
„Hallo Gretchen!“ Ohne zu fragen setzte er sich mitsamt seinem Salat neben sie an den Tisch.
„Hallo Mehdi, wie geht’s denn so? Du isst keine 2000 Kalorien mehr in der Pause?“, fragte sie ihn mit einem Blick auf seinen Teller.
„Ich brauch das nicht mehr, hab jetzt eine andre Konstante in meinem Leben gefunden!“
„Wirklich? Was denn? Eine neue Frau? Ach Mehdi, ich freu mich so für dich!“ Dabei legte sie ihre Hand kurz freundschaftlich auf die seine. Gerade als sie ihre Hand wieder wegnehmen wollte, wurde sie von dem Gynäkologen zurückgehalten, der nun mit seiner Hand die von Gretchen umschloss.
„Nicht direkt eine neue Frau…“. Während er sie vielsagend anblickte, war Gretchens Gesicht der Schock regelrecht anzusehen.
Sie versuchte ihre Hand aus Mehdis Griff zu lösen, doch der war stärker als gedacht, sodass sie noch ihre zweite Hand hinzunahm, um sich zu befreien. „Ähm, Mehdi, ich fühle mich sehr geschmeichelt, aber ich muss die da enttäuschen, das mit uns ist vorbei, ich bin verheiratet!“
Mehdi lockerte seinen Griff und Gretchen zog schnell ihre Hand zu sich. „Aber glücklich siehst du nicht gerade aus…“, bemerkte Mehdi nach kurzer Zeit des Schweigens.
„Selbst wenn ich unglücklich in meiner Ehe wäre, hieße das noch lange nicht, dass wir wieder ein Paar werden!“ Dabei versuchte sie so mitfühlend wie möglich zu klingen. „Mehdi, du musst mich vergessen, du kannst mir nicht die ganze Zeit hinterherlaufen, in der Hoffnung, dass aus uns beiden noch was wird…“
Mehdi war sichtlich enttäuscht, er nahm sein Tablett mit dem Essen und machte sich bereit wieder wegzugehen. „Das geht aber nicht so einfach, das solltest du eigentlich am besten wissen!“
„Ich hab keine Ahnung, was du meinst!“, rief sie ihm noch hinterher, bekam allerdings keine Antwort mehr. Dabei wusste sie sehr gut, was er gemeint hatte. Sie versuchte dasselbe ja schon vergeblich seit 20 Jahren.

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03.10.2009 21:41
#21 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Nachdem sie sich aus Frust noch ein zweites Stück Schokoladenkuchen gegönnt hatte, machte sie sich wieder auf den Weg zur Chirurgie. Sie würde diesen Artikel aus Sabines Zeitschrift sofort lesen, sie konnte Mehdi doch nicht so einen Tipp geben und dabei selbst ein schlechtes Vorbild sein. Die nächste OP war erst in einer Stunde, genug Zeit, um sich von Marc Meier zu lösen. Oder zumindest damit anzufangen. Sie schlich sich an Schwester Sabine vorbei zu ihrem Spind und holte die Zeitschrift aus ihrer Handtasche. Jetzt brauchte sie nur noch einen ruhigen Ort zum Lesen. Schwester Sabine blockierte das Stationszimmer und Marc schwirrte hier auch irgendwo rum. Sie ging ein wenig auf der Station herum und fand schließlich ein leeres Patientenzimmer. Würde ja keinen stören, wenn sie sich da kurz niederlassen würde. Sie schloss die Tür hinter sich und setzte sich so hin, dass sie die Tür jederzeit im Blick hatte.
Dann schlug sie die Zeitschrift auf und blätterte zu dem gewünschten Artikel. Was da drin stand, wusste sie doch auch schon längst… Lauter Weisheiten wie „Zwei Männer in Ihrem Herzen sind zu viel, die ständige Zerrissenheit verfinstert Ihre Aura.“ Dass sie eine dunkle Aura hatte, bekam Gretchen ja schon letztes Jahr mal von dieser Astrotante zu hören. Nur stand sie damals zwischen Mehdi und Marc. Marc hatte sie ja bis jetzt in ihrem Herzen gehalten, nur Alexis kam noch hinzu. Der Artikel neigte sich dem Ende zu und schließlich las sie den letzten Satz: „Achten Sie auf die Zeichen! Saturn wird Ihnen zeigen, welcher Weg für Sie der richtige ist.“
Ganz toll, jetzt half ihr schon ein Planet dabei, den richtigen Mann zu finden… Sie ließ die Zeitschrift sinken, mit dem Titelblatt nach oben. Das sollte sie aber bald bereuen, denn in diesem Augenblick ging die Tür auf.

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03.10.2009 22:01
#22 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Marc!“, rief Gretchen erschrocken aus, als ihr Oberarzt den Raum betrat.
„Hasenzahn, hier bist du also, ich hab mich schon gefragt, wo du bist.“
„Jetzt weißt du’s ja, ist dann noch was?“ Gretchen wollte, dass Marc so schnell wie möglich ging, sie war hier im Raum mit einer Astrozeitschrift auf dem Schoß. Oh Gott, die Astrozeitschrift! Die lag hier noch so offen rum! Sie merkte sich mit ihrem Finger die Seite des Artikels ein, sie wusste selbst nicht genau wieso, und ließ sie hinter ihrem Rücken verschwinden.
„Astro Guide? Hätte nicht gedacht, dass du so was liest! Und wie stehen die Sterne für dich? Wird die neue Diät endlich anschlagen?“, fragte er mit einem hämischen Grinsen auf dem Gesicht. Mist, er hatte es doch noch gesehen! „Komm, zeig mal her!“ Dabei kam er immer weiter auf Gretchen zu.
„Was interessiert dich das denn überhaupt?“, wollte Gretchen von ihm wissen, wobei sich ihre Hände hinter dem Rücken immer weiter verkrampften.
„Interessiert mir halt einfach!“ Mittlerweile war er schon ganz nah an ihr dran, beugte sich runter und mit einer schnell Handbewegung ergriff er die Zeitschrift hinter ihrem Rücken und riss sie der verdutzen Gretchen aus den Händen. Mit der Zeitschrift zwischen den Fingern entfernte er sich von ihr und lehnte sich an die Wand auf der andren Seite des Raumes. Gretchen stürmte ihm nach und versuchte ihm die Zeitschrift wieder abzunehmen.
„Marc, gib das sofort wieder her!“ Der Oberarzt hielt die Zeitschrift aber so hoch wie möglich, so dass die kleinere Gretchen nicht daran kam. Sie streckte sich so weit sie konnte, doch jeder Versuch, die Zeitschrift zurückzugewinnen, scheiterte. Nach einigen Sekunden voller vergeblicher Versuche, bemerkten sie, wie nah sich ihre Köpfe gekommen waren. Marc ließ seine Arme sinken und strich Gretchen mit der freien sanft über ihre Wange. Dabei näherten sich wieder ihre Lippen, sie konnten den Atem des anderes spüren und waren wieder in ihrer eigenen Welt gefangen, die Welt, in der es nur Gretchen und Marc gab und nichts um die beiden herum.

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So ein paar Kommis würden übriges ein bisschen motivieren

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03.10.2009 23:41
#23 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Ihre Lippen waren nur noch wenige Millimeter voneinander entfernt, als Gretchen aus dieser Welt aufwachte. Hastig drehte sie ihren Kopf zur Seite und entfernte sich einige Schritte von ihrem Gegenüber. Marc realisierte nun auch wieder die Umwelt um sich herum, so hatten sich die beiden die Sache mit dem „Abstand bewahren“ wahrlich nicht vorgestellt. Während Gretchen beschämt zu Boden sah, widmete sich Marc wieder der Zeitschrift und begann zu lesen „Gefangen zwischen den Stühlen – wenn Sie zwei Männer lieben und wie die Sterne Ihnen helfen! Klingt ja sehr interessant. Zu deinen zwei Herzenstypen zähl nicht zufälligerweise ich?“ Er fragte das fast schon schüchtern, in seiner Stimme konnte man die Spannung und die Hoffnung hören. Nur Gretchen überhörte dies und zog aus seinen Worten ihre eigenen Schlüsse.
„Gut, vielleicht zählst du da dazu! Vielleicht kann ich dich eben einfach nicht einfach vergessen und aus meinem Herzen streichen! Aber wie soll ich das bitte schaffen, wenn du ständig um mich herum bist? Marc, ich kann das alles nicht mehr! Mal behandelst du mich wie den letzten Dreck und im nächsten Moment willst du mich wieder küssen! Ich halt das wirklich nicht mehr aus!“, schrie sie ihren Oberarzt an, sie musste sich einfach mal alles von der Seele reden. Marc stand noch immer gegen die Wand gelehnt da und dachte über Gretchens Worte nach. Sie hing noch an ihm, vielleicht liebte sie ihn sogar. Das freute ihn natürlich zu hören, vielleicht gab es ja doch noch eine Chance für ihn.
„Gretchen…“ fing er vorsichtig an „ähm, also, ich, ja, also es ist so…“
„Marc, was willst du?“ Trotzig baute sich Gretchen vor Marc auf und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
„Gut, also Gretchen, das was du da eben gesagt hast… Das freut mich sehr!“
„Wieso? Weil du jetzt weißt, wie du mich fertig machen kannst?“
„Was? Nein, Gretchen, das verstehst du falsch!“, versuchte Marc sie zu beschwichtigen, aber Gretchen wollte davon schon nichts mehr hören.
„Marc, das ist mir jetzt wirklich zu blöd, lass uns einfach nachher die OP hinter uns bringen und lass mich dann in Ruhe!“ Mit diesen Worten verließ sie wütend das Zimmer, Marc folgte ihr wenig später. Egal, was er dieser Frau sagte, es war immer falsch…

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04.10.2009 11:47
#24 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

5 Stunden, 3 Tafeln Schokolade, einem Notfall und tausenden von Marcs Gemeinheiten später hatte Gretchen endlich Feierabend. Allerdings wollte sie noch nicht gleich nach Hause, vorher wollte sie noch kurz was erledigen. Irgendwann während der Schicht hatte sie beschlossen, dass sie Alexis ein kleines Geschenk zu geben, so was bindet einen doch zusammen. Sie stieg auf ihr Fahrrad und machte sich auf dem Weg in die Innenstadt, die sie nach 20 Minuten erreicht hatte. Das erste Elektrogeschäft, das ihr in die Augen fiel, war ein Saturn, den sie auch gleich betrat.
„MP3-Player…“, murmelte sie immer wieder vor sich hin, während sie nach der richtigen Abteilung suchte.
„Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Erschrocken drehte sie sich um und blickte den Verkäufer an, der sie gerade aus ihren Gedanken gerissen hatte.
„Ähm, ja, das könnten Sie tatsächlich. Wo haben Sie denn MP3-Player? Ich will meinen Mann überraschen.“
„Folgen Sie mir dann bitte, ich bringe Sie hin.“ Gretchen tat wie ihr geheißen und bald standen sie vor einer großen Auswahl an MP3-Playern. Wer soll sich da denn bitte zurechtfinden?
„Jetzt überfordern Sie mich aber!“
„Keine Panik, wir finden schon das passende für Sie. Wie viel Kapazität soll das Gerät denn haben?“
„Also paar Lieder sollten schon drauf passen, ich wollt ihm ein paar seiner Lieblingslieder draufspielen, er ist Geschäftsmann und öfter mal unterwegs, wissen Sie?“
Der Verkäufer konnte sich ein Lachen nicht ganz verkneifen, diese Frau schien nicht wirklich Ahnung von Technik zu haben. „Ein paar Lieder also? Da käme eigentlich jedes unsrer Geräte in Frage.“ Machte der sich lustig über sie? Dann war sie eben kein Technikgenie, aber sie war eine Frau, da musste man davon keine Ahnung haben!
„Wie wäre es denn mit diesem hier?“, fuhr der Verkäufer fort und zeigte Gretchen ein Modell. „Schlicht, elegant und es passen sogar ein paar Lieder drauf.“
Gretchen musterte den MP3-Player, äußerlich passte er schon gut zu Alexis. „Wie viel soll das Teil denn kosten?“
„60 Euro, aber ich versichere Ihnen, das Geld ist gut angelegt.“
„Gut, Herr…“ Sie schaut auf das Namensschild, um herauszufinden, wie der Verkäufer hieß, „Meier, Sie können mir also…“ Moment, Meier? Meier wie Marc Meier? Verfolgte der sie jetzt überall hin? Gut, es war aber nicht wirklich seine Schuld, dass es einen gleichnamigen Verkäufer gab. „Ähm, also Sie können mir 100%ig versichern, dass dieses Ding wirklich sein Geld wert ist und Sie mich nicht über den Tisch ziehen?“ Man durfte ja wohl noch sicher gehen dürfen.
Der Verkäufer lächelte sie freundlich an. „So wahr mein Name Meier ist, lüge ich Sie nicht an und sind Sie bei mir in besten Händen. Und wann auch immer Sie meine Hilfe brauchen, bin ich für sie da!“
Der ließ auch nichts unversucht, um ihr das Teil anzudrehen. So was fand sie ja eigentlich total süß, aber von einem Verkäufer klang das alles doch etwas seltsam. Da fiel Gretchen wieder der Artikel der Astro-Zeitschrift ein… „Saturn wird Ihnen den Weg zeigen“. Sie war hier im Saturn und der sagte ihr ganz eindeutig, dass der Meier immer für sie da war. Aber das war doch Schwachsinn, sie glaubte ja nicht einmal an so was! Dennoch brachte sie das nun wieder so weit, alles in Frage zu stellen. Was wenn Marc doch der Richtige war?
„Also, wollen Sie diesen MP3-Player jetzt kaufen?“ Gretchen sah den Verkäufer eine zeitlang sprachlos an. Was will der jetzt mit MP3-Playern? Da fiel ihr wieder ein, weshalb sie eigentlich hier war.
„Ich, äh… Ich überleg’s mir… Ich muss jetzt los!“ Der Verkäufer blickte Gretchen noch verwirrt hinterher. „Frauen… Die wissen aber auch nicht, was sie wollen!“

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04.10.2009 13:55
#25 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Geistesabwesend schloss Gretchen die Haustür hinter sich. Noch immer war sie in Gedanken bei Marc. Jeder konnte sich doch ändern, warum nicht auch Marc?
„Alexis, bist du das?“, rief Lissi von der Küche aus. „Wir müssen da mal was klären!“ Sie kam aus der Küche und sah statt Alexis seine Ehefrau vor sich. „Ach, du bists…“
Doch anstatt zu antworten, machte sich Gretchen auf den Weg zu ihrem Schlafzimmer, sie musste jetzt unbedingt Tagebuch schreiben. Sie holte es hervor und warf sich damit aufs Bett, wo sie zu schreiben begann.

Liebes Tagebuch,
du wirst es kaum glauben, aber der heutige Grund, dir zu schreiben ist kein geringerer als Marc Meier. Wir hätten uns wieder fast geküsst. Dabei war er davor den ganzen Tag ein totaler Arsch, ständig hat er mich runter gemacht. Danach ging das übrigens auch noch weiter. Aber zurück zu dem Beinahekuss. Ich hatte eine Zeitschrift von Schwester Sabine „geklaut“. Ein Artikel da drin hat mich einfach angesprochen, sonst hätte ich das nie gelesen. Ging darum, wenn man in 2 Männer verliebt ist, trifft auf mich ja gut zu. Marc ist dann irgendwann dazugekommen und hat mir die Zeitschrift aus der Hand gerissen. Ich wollte die dann natürlich zurückgewinnen und bin voll auf Frontalangriff. Und dabei sind wir uns dann wieder so nahe gekommen, fast hätten sich unsre Lippen berührt. Dabei wollt ichs doch nicht mehr so weit kommen lassen! Hab mich dann aber rechtzeitig wieder abgewandt. Marc hat dann den Artikel gesehen und blitzschnell kombiniert, dass ich ihn noch liebte. Hab ihm dann aber ne Ansage gemacht, dass ich so nicht mehr weitermachen kann und bin gegangen. Nachher wollte ich dann Alexis ein Geschenk machen und dabei ist dann die Vorhersage der Astro-Zeitschrift eingetroffen. Und wenn ich die richtig interpretiere, sollte ich mit Marc zusammen sein. Aber das ist doch nur totaler Schund, den die sich mal eben ausdenken! Was soll ich denn machen?
Ach, und noch was: Mehdi hat mir nebenbei auch noch gesagt, dass er mich noch liebt. Wieso muss immer alles so kompliziert sein?


Sie nahm ihr Tagebuch und ging damit zu ihrem Bücherregal, wo sie es wieder hinter ihren medizinischen Fachbüchern versteckte. Die interessierten außer ihr eh niemanden, also würde da niemand suchen. Davon ging Gretchen zumindest aus…

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