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Dieses Thema hat 359 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

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27.10.2009 14:00
#126 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Sie führten ihre Schicht fort und kamen gerade aus dem OP-Saal, als sie überraschenden Besuch auf der Chirurgie erhielten.
„Gigi?“, begrüßte Gretchen erstaunt ihre beste Freundin. „Was machst du denn hier?“ Sie gingen aufeinander zu und umarmten sich erstmal kurz.
„Deine Mutter hat mich angerufen und mir alles erzählt. Warum hast du mir denn nichts gesagt?“ Sie lösten sich und Gretchen warf Marc, der von Gigis Anwesenheit jetzt schon genervt schien, einen schnellen Blick zu.
„Ja, war einfach zu beschäftigt…“ Gigi verstand und sah Marc böse an. Er erwiderte diesen Blick nicht minder feindlich, er ahnte, dass die nur Ärger machen wollte. „Und wie lang bleibst du jetzt?“
„Bis Mittwoch!“
„Toll, dann können wir ja ganz schön reden und Spaß haben!“, war Marcs ironisch hinterlegter Beitrag.
„Ich kann mich noch gut erinnern, wie man mit dir Spaß hat!“ Jetzt fing die schon wieder mit diesen Lügen an…
„Also ich hatte keinen Spaß!“
„Müsst ihr jetzt wieder damit anfangen? Die Sache ist gegessen, also reden wir bitte auch nicht mehr darüber!“
„Da lief aber nichts! Also nicht mehr als so ein bisschen Rumgeknutsche… Bei der kriegt doch echt keiner einen hoch!“
„Marc, ist gut jetzt, ich hab dir verziehen, also musst du das hier nicht so leugnen!“
„Aber…“
„Nichts aber, ich will da jetzt echt nicht mehr drüber reden!“ Gigi sah ihn schadenfroh an, der Punkt ging wohl an sie.
„Du dumme Sau!“
„Ich?“ Schockiert blickte Gretchen ihn an.
„Nein, die Brillenschlange!“
„Marc! Es reicht! Du musst nicht gleich beleidigend werden!“
„Die hat mich doch provoziert! Hinter wem stehst du hier eigentlich?“
„Hinter keinem! Aber Gigi hat dir jetzt wirklich nichts getan, also sei du bitte auch nett!“ Nun reichte es Marc, er musste hier schnell weg, bevor er Gigi noch an die Gurgel ging.
„Bin in meinem Büro, kannst ja vorbeischauen, wenn die da weg ist!“

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Verena1991 Offline

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27.10.2009 14:45
#127 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen sah Gigi entschuldigend an, Marcs Benehmen war wirklich unmöglich. Dabei kam jede Beleidigung Gigi zu Gute, damit demonstrierte Marc doch nur, was er für ein Idiot war.
„Und habt ihr heute Abend schon was vor? Ich dachte, wir könnten doch so richtig schön was essen gehen.“, schlug Gigi vor.
„Marc geht zum Fußball, Deutschland gegen irgendwen, ist ja auch egal… Aber wir zwei könnten uns doch einen schönen Abend machen!“
„Hört sich gut an, aber irgendwie bin ich auch schon so müde, also vielleicht geh ich heute auch einfach früh ins Bett.“ Oder sie würde Marc nachspionieren… „Aber ich bleib ja noch ein paar Tage, und die nutzen wir dann richtig!“
„Na gut, dann ruh dich heute noch richtig aus. Ich muss dann auch mal weiterarbeiten, wir telefonieren, ja?“
„Aber klar! Du, kann ich kurz dein Handy haben und mir ein Taxi rufen? Meins hab ich leider im Hotel vergessen…“
„Kein Problem, müsste angeschaltet in meinem Spind sein. Also ich muss dann weiter, schön, dass du vorbeigeschaut hast und wir sehen uns dann morgen!“ Sie lächelte ihre beste Freundin noch an und ging dann in die Richtung von Marcs Büro. Gigi öffnete dann Gretchens Spind und nahm das Handy raus. Gleichzeitig griff sie in ihre Tasche und holte ihr eigenes hervor. Sie ging Gretchens Kontakte durch und speicherte Marcs Nummer auch auf ihrem eigenen. Man sollte doch immer wissen, wie man den Feind erreichen konnte. Zufrieden legte sie Gretchens Handy zurück und steckte ihres wieder ein. Mal sehen, wann sie Marc drankriegen würde, denn sie war sicher, dass er einen Fehler machen würde. Und wenn es soweit war, dann wäre sie zur Stelle…

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Verena1991 Offline

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27.10.2009 19:19
#128 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Vier Stunden später lag Gretchen auf Marcs Bett und sah ihm dabei zu, wie er sich für das Spiel fertig machte.
„Und du willst sicher nicht bei mir bleiben?“, fragte sie ihn, während er sich sein weißes Shirt anzog. Schade, dass er kein Trikot trug, das hätte sie zu gerne mal gesehen.
„Du willst ja auch nicht mit mir mit.“
„Gehst du da eigentlich allein hin?“
„Ne, mit nem Kumpel. Kennste nicht.“
„Stellst du uns mal vor?“, fragte sie neugierig nach. Sie wollte ja schon gerne wissen, mit wem sich ihr Freund sonst so rumtrieb.
„Mal schauen, vielleicht…“
„Wieso nur vielleicht? Bin ich dir peinlich?“, bohrte sie nach, das konnte sie doch nicht so stehen lassen.
„Fängst du wieder damit an? Wenn dann ist er mir peinlich.“
„Warum ist er peinlich? Wie ist er denn so?“
„Wie ich eigentlich, nur niveauloser. Und nicht so erfolgreich. Aber eben auch der Aufreißertyp.“
„Der du ja wohl hoffentlich nicht mehr bist!“, warf Gretchen ein und Marc grinste sie an.
„Wer weiß…“ Ihr böser Blick veranlasste ihn dazu schnell weiterzusprechen. „Aber erstmal nicht mehr.“ Er ließ sich über sie aufs Bett sinken und küsste sie. Er wanderte mit seinen Lippen weiter und knabberte leicht an ihrem Ohrläppchen. Unbewusst entwich ihr ein etwas zu lautes zufriedenes Stöhnen und Marc sah sie überrascht an. „Das gefällt dir, hm? Dann kriegst du nachher noch ganz viel davon!“ Er verwöhnte sie noch einmal an dieser Stelle und stand dann wieder auf. „Aber jetzt muss ich los, wir sehen uns dann später!“ Er schnappte sie noch kurz sein Handy und sein Portemonnaie und verließ die Wohnung. Gretchen blieb weiterhin auf dem Bett liegen und ging ihren Tagträumen nach und stellte sich vor, wie Marc ihr seine Liebe gestehen würde. Vielleicht ja schon morgen? Wenn er dann schon mit der großen Wahrheit rausrücken würde… Was er ihr wohl erzählen würde? Sie stellte die wildesten Verschwörungstheorien auf und schlummerte dann irgendwann friedlich ein.

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Verena1991 Offline

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27.10.2009 22:37
#129 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc fand seinen Platz im Berliner Olympiastadion und setzte sich mit seinem Kumpel Roman auf ihre Plätze. Das Stadion war schon etwa zur Hälfte gefüllt und sie schlossen im Vorfeld untereinander noch einige Wetten zum Spielverlauf ab. Etwa fünf Minuten vor Spielbeginn war das Stadion schon fast voll, neben den beiden Männern waren aber noch immer zwei leere Plätze. Diese wurden kurz darauf aber besetzt, als sich zwei junge und attraktive Damen an den Männern vorbeidrängten und sich hinsetzten. Diejenige von ihnen, die direkt neben ihm saß, schien besonders großes Interesse an Marc zu haben und hielt ihm gleich ihre Hand hin.
„Hi, ich bin Denise.“ Marc musterte sie genauer. Sie sah wirklich gut aus mit den kurzen braunen Haaren und ihrer schlanken Figur. Aber er hatte kein Interesse, sein Herz schlug nur für Gretchen. Trotzdem reichte er ihr seine Hand und stellte sich ebenfalls vor. „Freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen! Und was machen Sie so beruflich, Marc?“
„Ich bin Arzt.“, antwortete er kurz angebunden und schien Denise damit sehr zu beeindrucken.
„Klingt ja sehr spannend. Ich finde es bewundernswert, wenn man sich so für Menschen einsetzt und Leben rettet.“ Sie legte ihre Hand auf sein Knie, die ging aber ran!
„Ja, meine Freundin findet’s auch toll!“ Wider Erwarten blieb ihre Hand aber auf ihm ruhen, davon ließ sie sich nicht beeindrucken.
„Deine Freundin kann nach dem Spiel doch bestimmt noch etwas warten, oder?“ Die ließ sich aber nicht so leicht abwimmeln…
„Theoretisch schon, aber sie kriegt nie genug von mir, also sollte ich doch schnell wieder zu ihr.“
„Da kann ich deine Freundin aber gut verstehen.“ Die wollte es anscheinend nicht verstehen… Glücklicherweise betraten in diesem Moment die Mannschaften das Feld und sie ließ von ihm ab.

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Verena1991 Offline

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28.10.2009 14:37
#130 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

In der Halbzeit versuchte sie jedoch einen weiteren Annäherungsversuch, womit sie Marc letztendlich erstmal vertrieb.
„Ich geh mal eine rauchen!“, meinte er zu Roman, der aber mehr mit Denises Freundin beschäftigt war. Er ging ein paar Schritte und suchte sich ein passendes und ruhiges Plätzchen, wo er sich gleich eine Zigarette anzündete.
„Krieg ich auch eine?“, hörte er eine Stimme hinter sich und verdrehte genervt die Augen. Er hielt ihr die Zigarettenschachtel hin und Denise nahm sich eine raus. „Und was ist mir Feuer?“ Er holte noch sein Feuerzeug aus der Hosentasche und sie sah ihn verführerisch an, während sie ihre Kippe anzündete. „Die Jungs spielen doch ganz gut, findest du nicht auch?“ Sie nahm einen tiefen Zug und positionierte sich so lasziv wie möglich.
„Kann sein.“
„Marc, wieso bist du so abweisend? Vergiss deine Freundin doch einfach mal, du scheinst schon der Typ zu sein, der gerne mal Spaß hat.“ Sie trat näher an ihn heran und führte ihre Hand an seine Hose.
„Was soll das?“
„Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will. Ruf mich einfach an, wenn du mal Bock hast.“ Er spürte, wie sie etwas in seine Hosentasche schob und nahm an, es wäre ihre Nummer. Sie ließ ihre Zigarette zu Boden fallen und drückte sie mit dem Schuh aus. „Ich warte auf deinen Anruf.“ Sie zwinkerte ihm zu und machte sich wieder auf den Weg zu ihrem Platz. Marc versuchte sich durch den Dunst seiner Zigarette zu beruhigen, auch wenn er es nicht zugeben wollte, machte ihn Denise doch mehr an als er wollte. Als er hörte wie das Spiel weiterging, nahm er einen letzten Zug und ging dann auch zurück, wo er jedoch mit Roman seinen Platz tauschte, um möglichst wenig Kontakt zu Denise zu haben.

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Verena1991 Offline

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28.10.2009 17:55
#131 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Nach dem 1:0-Sieg der Deutschen verließen Marc und Roman gut gelaunt das Stadion. Romans Freude wurde nur dadurch getrübt, dass er rund 100 Euro Wettschulden an Marc abdrücken musste. Aber wenn schon wetten, dann richtig. Gemeinsam gingen sie zu Marcs Wagen, wo sich Roman dann aber verabschiedete und weiter zu seinem Auto ging. Marc schloss seinen BMW auf, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte.
„Hey Marc, willst du schon gehen?“
„Boah, Denise, raff’s endlich, ich will nichts von dir!“
„Das kannst du sonst wem erzählen, ich seh doch deine Blicke auf meinem Körper! Lass es doch einfach zu!“ Mit jedem Wort näherte sie sich ihm mehr, sodass sie den Atem des anderen spüren konnten. „Sie muss es nie erfahren.“ Sie setzte ihre Lippen auf seine und schlang ihre Arme um seinen Hals. Sobald er ihre Lippen spürte, erschien vor seinem inneren Auge Gretchen, wie sie ihn anlächelte und ihr Liebesgeständnis kam ihm immer wieder in den Sinn. Er dachte daran, wie es war, sie zu küssen, es war so intim und immer wieder aufs Neue wunderschön und einzigartig. Ihre Lippen waren viel weicher als alle anderen und ihm wurde klar, dass Gretchens Lippen die einzigen waren, die er je wieder berühren wollte. Dieses Kribbeln, wenn er sie küsste, wollte er noch so oft erleben. Die Küsse von ihr benebelten seine Sinne und ließen ihn alles um sich herum vergessen. Gretchen war das größte Glück auf dieser Erde für ihn und er wollte jeden Augenblick seines Lebens mit ihr teilen, ohne sie war er nicht vollständig. Normalerweise würde er den Kuss einer so attraktiven Frau wie Denise erwidern, aber das konnte und wollte er nicht. Er wollte nur noch zu Gretchen. Er legte seine Hände an Denises Taille und drückte sie sanft, aber entschieden von sich weg.
„Lass das in Zukunft bitte!“
„Warum? Was ist denn los mit dir?“
„Mir ist nur endgültig was klar geworden, Danke übrigens dafür!“
„Hä? Was ist dir klar geworden?“
„Meine Freundin, ich… ich liebe sie. Und genau das werd ich ihr jetzt sagen!“ Marc grinste sie nur noch einmal an, stieg in seinen Wagen und brauste davon.

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Verena1991 Offline

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28.10.2009 18:50
#132 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gigi saß währenddessen in einem Taxi und hatte einen guten Blick auf Marcs Wagen. Der Taxifahrer fragte sie schon seit 10 Minuten dazu, ob sie nicht mal losfahren wollten, aber solange er bezahlt wurde, war es ihm auch Recht. Nachdem sie mit ihrem Fotohandy einen beeindruckend guten Schnappschuss von Marcs ‚Kuss’ mit dieser komischen Frau gemacht hatte, musste sie jetzt nur noch zu Gretchen, bevor Marc zu ihr konnte und ihr möglicherweise ein Liebesgeständnis machte. Sie hatte durch das geöffnete Fenster durchaus gehört, was er am Ende zu dieser Frau gesagt hatte und das musste sie verhindern! Sie wählte also Marcs Nummer und er nahm auch gleich ab.
„Meier?“
„Marc, hier ist Gigi!“ Sie vernahm sein genervtes Aufstöhnen, ließ sich davon aber nicht beirren.
„Gigi, na das ist ja eine schreckliche Überraschung! Woher hast du eigentlich meine Nummer?“
„Das spielt keine Rolle, aber unterschätze niemals eine Frau! Ich hab hier ein schönes Foto von dir und dieser brünetten Schlampe, es wird Gretchen sicherlich interessieren, was du abends so alles treibst!“ Es herrschte erstmal Schweigen, sie hatte ihn gesehen. Wenn sie das Gretchen sagen würde, wäre er am Arsch.
„Du wirst das Gretchen nicht zeigen, ja? Halt du dich da raus! Außerdem lief da nichts!“
„Das sieht auf dem Foto aber ganz anders aus. Marc, ich bin ihre beste Freundin, ich will nur ihr bestes! Aber vielleicht könntest du mir ein wenig entgegenkommen!“
„Okay, was willst du?“
„Das sag ich dir später, können wir das persönlich klären? Ich bin auf dem Weg zum Hotel ‚Riviera’, können wir uns da treffen?“ Marc überlegte kurz, sah aber ein, dass es die einzige Möglichkeit war, wenn er Gretchen nicht verlieren wollte.
„Ist gut, ich bin in 10 Minuten da!“
„Perfekt, ich warte dann vor dem Eingang!“ Sie legte auf und wählte dann Gretchens Nummer, um sich nach Marcs Adresse zu erkundige, die sie an den Taxifahrer weitergab.

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Verena1991 Offline

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28.10.2009 19:42
#133 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc kam am Hotel an und suchte nach Gigi, die nicht wie vereinbart vor dem Eingang auf ihn wartete. Er zündete sich wieder eine Zigarette an und nahm sein Handy zur Hand, sollte sie doch wenigstens sagen, wenn der Verkehr stockte. Er rief bei ihrer Nummer zurück und musste nicht lange warten bis abgehoben wurde.
„Marc, schön, dass du anrufst!“
„Wo bist du verdammt nochmal, ich warte schon vor dem Hotel!“
„Oh nein, das tut mir aber Leid, hab ich dir gar nicht gesagt, dass ich doch lieber zu deiner Wohnung fahre? Dann werd ich jetzt wohl ein bisschen mit Gretchen reden, wir haben uns so viel zu erzählen. Ich muss dann auflegen, bis später!“ Sie legte auf und gab dem Taxifahrer, der gerade am Zielort ankam, sein Geld.
„DIESES VERDAMMTE MISTSTÜCK!“, schrie Marc wütend und handelte sich schockierte Blicke einiger Hotelgäste ein. „Was ist?“, schnauzte er diese an, schnipste die Zigarette weg und stieg in sein Auto, vielleicht konnte er das Schlimmste noch verhindern…
Gigi nutzte ihren Vorsprung aber gut aus und betätigte die Klingel. Es dauerte etwas bis eine verschlafen wirkende Gretchen ihr öffnete.
„Hey Gigi, schön, dass du doch noch vorbeischaust!“ Sie bat ihre Freundin herein und setzte sich mit ihr auf die Couch.
„Ja, aber ich befürchte, dass dich der Grund für meinen Besuch nicht sehr erfreuen wird…“ Gretchen sah ihre Freundin fragend und besorgt an, was konnte schon so schlimm sein? „Es… es geht um Marc!“
„Was ist mir Marc? Ist ihm was passiert? Gigi, nun sag schon!“ Nervös spielte sie mit ihren Fingern herum.
„Es ist so… Er hat dich betrogen!“, sprach sie es unverblümt aus. Gretchen sah sie erst geschockt und entsetzt an. Das konnte doch nicht sein, das war doch bestimmt nur ein böser Scherz von Gigi! Marc würde sie doch nicht betrügen, nicht, nachdem er sich gestern vor seiner Mutter so für sie eingesetzt hat. Das passte jetzt einfach nicht! Andrerseits war es Marc. Er war noch nie ein Kostverächter gewesen, vielleicht konnte auch diese Beziehung nichts daran ändern… Aber das durfte nicht sein, das war nicht möglich!

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Verena1991 Offline

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28.10.2009 21:02
#134 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Ja, es musste ein Scherz sein! Was sollte das sonst sein? Sie stimmte langsam in ein Lachen ein und hoffte darauf, dass Gigi mitmachen würde. Aber ihre Miene blieb unverändert ernst und sie sah Gretchen bemitleidend an.
„Gretchen, das ist kein Scherz!“
„Nein, das kann nicht sein! Ich mein, gestern bei seiner Mutter… Du hättest dabei sein müssen, dann wüsstest du, dass das nicht sein kann!“ Gigi fummelte in ihrer Tasche herum und zog wieder ihr Handy heraus.
„Es tut mir Leid, ich wollte nicht, dass du das sehen musst, aber du verstehst es ja nicht anders!“ Sie drückte auf ein paar Tasten und drehte das Display zu Gretchen. Diese sah das Bild schockiert an, es zeigte tatsächlich Marc und eine andere Frau eng umschlungen und sich küssend. Dieses Bild versetzte ihr einen Stich mitten ins Herz, sie hatte das Gefühl, dass sich ihre Luftröhre zuschnürte, sie konnte nicht mehr richtig atmen. Es war eindeutig, aber sie wollte es nicht wahrhaben. Sie dachte gerade auf ihr Happy End zuzusteuern und jetzt wurde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen. Das durfte nicht wahr sein.
„Das… Dafür gibt es bestimmt eine Erklärung… Wahrscheinlich ist sie nur eine gute Freundin…“
„Wenn man gute Freundinnen küsst und begrabscht, dann ja, es ist nur eine gute Freundin.“ Gretchen musste einsehen, dass das natürlich Schwachsinn gewesen war, aber sie wollte noch nicht glauben, dass Marc sie tatsächlich betrogen hatte.
„Dann hat sie vielleicht ihn geküsst… er wollte das bestimmt gar nicht!“ Gigi war überrascht wie Gretchen noch immer nach Ausflüchten suchte. Sie hatte damit zwar Recht, aber das Bild schien doch eindeutig zu sein. Sie schien wirklich verzweifelt zu sein und das brach Gigi auch das Herz. Aber es war so das Beste für Gretchen.
„Und seine Hände hat sie auch gewaltsam auf ihre Taille gelegt. Und Gott weiß, wohin noch…“ Auch diese Theorie verwarf Gretchen, aber was war dann? „Süße, ich hab’s doch selbst gesehen. Er hat mit ihr rumgeknutscht und dann…“ Sie brach mitten im Satz ab, so kam es ihr glaubwürdiger vor.
„Was dann?“
„Dann sind sie gemeinsam in sein Auto gestiegen und haben da weitergemacht…“ Nun konnte Gretchen nicht mehr, alle Dämme brachen und die Tränen flossen ihr reihenweise über die Wangen. „Es tut mir so Leid… Ich wünschte, ich könnte dir diesen Schmerz ersparen, aber das kann ich leider nicht.“ Dafür ersparte sie ihr einen anderen, größeren Schmerz, so war sie sich sicher.

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Verena1991 Offline

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29.10.2009 14:07
#135 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Komm, wir packen jetzt deine Sachen zusammen und verschwinden von hier!“, schlug Gigi vor und ging schon mal ins Schlafzimmer. „Hast du irgendeine Tasche, wo du die Sachen einpacken kannst?“ Von Gretchen kam keine Antwort, sie saß nur auf der Couch und weinte bitterlich. Sie verstand einfach nicht, wie er ihr das antun konnte. Daher machte sich Gigi selbst auf die Suche und wurde fündig. Stellvertretend für ihre Freundin packte sie anschließend deren Sachen ein und kam mit der vollen Tasche zurück zu Gretchen. „Bitte wein nicht so, der Typ hat’s doch echt nicht verdient!“
„I… Ich versteh das nur nicht! Wieso macht er das?“
„Er ist nun mal so. Aber das hättest du von Anfang an wissen können. Am besten hättest du dich nie auf den Kerl eingelassen!“
„Aber ich liebe ihn doch so…“ Gigi legte tröstend ihren Arm um Gretchen und drückte sie an sich.
„Ich weiß… Aber Liebe kann vergehen, du wirst darüber hinwegkommen!“ Gretchen wollte das so gerne glauben, aber sie hatte es in 20 Jahren nicht geschafft, Marc zu vergessen, wie sollte das jetzt gehen? Er hatte den Fensterplatz in ihrem Herzen und machte keinerlei Anstalten, diesen zu verlassen.
Marc hatte seine Wohnung schon fast erreicht, mit einem Affenzahn raste er durch die Straßen Berlins. Der Gedanke, dass Gigi nun bei ihm zu Hause saß und ihn vor Gretchen schlecht machte, war unerträglich. Er konnte Gretchen nicht verlieren, sie bedeutete ihm doch alles. Ja, er hatte vielleicht Scheiße gebaut, indem er Denise nicht gleich weggestoßen hatte und sie zu nah an sich rankommen ließ, aber er war doch noch zur Besinnung gekommen, er hatte den Kuss nicht einmal erwidert. Aber wer wusste, wie nah Gretchens angeblich beste Freundin an der Wahrheit blieb? Er stellte seinen Wagen nur schnell neben dem Gehweg ab und lief dann schnell zu seiner Wohnung, in der Hoffnung, dass Gretchen noch da wäre und noch nicht alles verloren war…

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Verena1991 Offline

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29.10.2009 18:33
#136 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Und jetzt komm, es wird Zeit, dass du hier raus kommst!“ Gigi stand auf und reichte Gretchen die Hand, um auch ihr auf die Beine zu helfen. Nach einem geringen Kraftaufwand stand nun auch Gretchen und wollte zur Tür gehen, als sie hörte, wie diese von außen aufgeschlossen wurde. Marc stürmte herein und sah ihr sofort an, dass Gigi ihr alles erzählt hatte.
„Gretchen, es ist echt nicht so wie du denkst!“ Er schritt auf sie zu und wollte ihr beschwichtigend die Hände auf die Schultern legen, wurde aber durch eine Ohrfeige von Gretchen davon abgehalten.
„Nicht so wie ich denke, ja? WAS DENK ICH DENN?“
„Hör mir zu! Ich weiß nicht, was die dir erzählt hat, aber ich hab diese Frau nicht geküsst! Sie hat mich geküsst!“ Sie schnaubte nur verächtlich und wollte weiter, als er schnell die Tür zuschlug und sich dagegen lehnte. „Aber mir ist dabei etwas Wichtiges klar geworden…“ Er sah ihr tief in die verweinten Augen und wollte es ihr endlich sagen, aber Gretchen ließ ihn nicht dazu kommen.
„Ja, und mir auch! Nämlich, dass du dich nie ändern wirst! Ich kann das alles nicht mehr…“ Sie drehte sich von ihm weg und wollte weitere Tränen verhindern, aber es wollte ihr nicht gelingen. Gigi ging zu ihr und streichelte ihr beruhigend über den Rücken, während sie Marc böse anfunkelte. Auch Marc näherte sich ihr langsam und wollte sie beruhigen.
„Bitte mach jetzt nicht Schluss! Willst du etwa, dass die das es schafft, uns auseinanderzubringen?“ Gretchen drehte sich erneut um und verpasste Marc erneut eine Ohrfeige.
„Lass Gigi da raus! Das hast du ganz allein verbockt! Ich will dich nie wieder sehen, verstanden? NIE WIEDER!“
„Aber wir arbeiten zusammen…“ Damit handelte er sich nur einen bösen Blick seiner wohl schon Ex-Freundin an, die darauf aber nichts zu erwidern wusste. Gib ihr fünf Minuten und sie war schlagfertig, aber auf die Schnelle fiel ihr nicht ein, wie sie kontern konnte.
„Hau einfach ab!“ Marc aber blieb weiter vor ihr stehen und versuchte ihren Blick einzufangen.
„Gretchen…“
„HAU AB!“
„Aber das ist meine Wohnung!“ Wieder einmal hätte sie ihre fünf Minuten gebraucht, dann hätte sie einen viel eindrucksvolleren Abgang hinlegen können.
„Gut, dann geh ich eben!“ Sie ging zur Tür und wurde diesmal nicht aufgehalten. Gigi folgte ihr und an der Tür angekommen, drehte sich Gretchen noch einmal um. „Wie konnte ich nur so dumm sein zu denken, dass du es ernst mit mir meinst?“
„Das tu ich doch! Scheiße nochmal, ich lie…“
„NEIN!“, unterbrach Gretchen ihn gleich. „Sag nicht so was! Das tust du nämlich nicht, sonst hättest du nicht mit dieser Frau geschlafen! Der einzige, den du liebst, bist du selbst!“
„Aber das stimmt nicht! Das behauptet Gigi doch nur…“
„Klar, jetzt ist wieder Gigi die Böse! Steh doch einfach dazu, wenn du Mist baust und such die Schuld nicht bei andren!“ Sie riss die Tür auf und ging hinaus in die Dunkelheit. Gigi warf Marc ein triumphales Lächeln zu und verließ dann ebenfalls seine Wohnung.



Sorry
Aber behaltet einfach im Hinterkopf, dass die Story noch lange nicht zu Ende ist…

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29.10.2009 20:41
#137 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Sollte er ihr hinterherlaufen? Er wusste nicht, was man in solchen Situationen tun sollte, das war Neuland für ihn. Aber so sauer wie sie war, würde sie ihm vermutlich nicht zuhören. Vielleicht morgen, wenn sie den ersten Schock verdaut hatte. Oder war es dann schon zu spät? Er lief doch noch nach draußen, aber Gretchen war schon nicht mehr da. Was hatte er Trottel auch so lange gezögert? Er lief zurück, um seinen Schlüssel zu holen und stieg schnell in seinen Wagen. Aber wo sollte er suchen? Am wahrscheinlichsten war es, dass sie zu Hause war, also beschloss es, zuerst dort nachzusehen. So gut es ging mogelte er sich durch den Verkehr und fuhr schnellstmöglich dorthin. Leider schienen sich die Ampeln auch gegen ihn verschworen zu haben und funkelten ihn der Reihe nach mit ihrem bedrohlichen Rot an. Wieso musste er immer wieder in so eine Scheiße geraten? Noch nie war er so wütend auf Gigi, aber auch auf sich selbst gewesen. Aber er hatte ja auch noch nie etwas so Wichtiges aufs Spiel gesetzt und vermutlich schon verloren. Diesen Gedanken schob er schnell beiseite, so weit durfte es nicht kommen! Schließlich hielt er vor der Villa der Haases, Parken konnte man das nicht wirklich nennen. Er klingelte Sturm, und nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete ihm Gigi die Tür.
„Marc, schön, dass du vorbeischaust! Aber du kannst jetzt wieder gehen!“
„Wo ist Gretchen? Ich muss mit ihr reden!“ Er versuchte in das Haus zu kommen, aber Gigi versperrte ihm den Weg.
„Sie will aber nicht mit dir reden! Sie ist auf ihrem Zimmer und heult sich wegen dir die Augen aus!“
„Und das ist meine Schuld oder was? Du hast ihr doch diese Lügen erzählt, du bist Schuld, dass es ihr so schlecht geht!“
„Lügen? Ich hab die Wahrheit höchstens etwas… aufgepeppt. Aber sei doch mal ehrlich, irgendwann hättest du eine andre flachgelegt und wieso sollte sie dann kostbare Zeit mit dir verschwenden? Irgendwann wird sie froh darüber sein, dass es so gelaufen ist. Sie wird die paar Tage mit dir vergessen und mit einem Mann, der sie verdient hat, eine Familie gründen.“
„Vielleicht habe ich sie nicht verdient, aber sie wird nie einen Mann finden, der sie mehr liebt als ich es tue!“
„Du willst sie lieben? Dass ich nicht lache! Das ist doch keine Liebe, sonst hättest du sie wohl nicht gleich betrogen! Oder meinetwegen auch nur fast… Und jetzt ist es schon spät, gute Nacht!“ Sie schlug ihm die Tür vor der Nase zu und er musste einsehen, dass es erstmal keinen Weg zu Gretchen gab. Er ging langsam zurück zu seinem Wagen und sah ein letztes Mal sehnsüchtig zu Gretchens Zimmer hinauf, bevor er wieder davonfuhr.

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29.10.2009 22:29
#138 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Betrübt betrat Marc wieder seine Wohnung und setzte sich auf seine Couch. Licht machte er keines, wozu auch? Damit er noch besser sehen konnte, dass außer ihm niemand hier war? Dass Gretchen nicht hier bei ihm war und es vielleicht nie wieder sein würde? Er schloss die Augen und versuchte seine Gedanken zu sortieren. Aber er schaffte es nicht, zu viel ging ihm durch den Kopf. Die Situation war so unerträglich, die Stille, die er vernahm, machte ihn schier wahnsinnig. Er stand auf und schaltete das Radio an, aber auch das meinte es nicht gut mir ihm.

(http://www.youtube.com/watch?v=6-cB33-tNKg)

Ain't no sunshine when she's gone.
It's not warm when she's away.
Ain't no sunshine when she's gone
And she's always gone too long anytime she goes away.

Wonder this time where she's gone,
Wonder if she's gone to stay
Ain't no sunshine when she's gone
And this house just ain’t no home anytime she goes away



Das Lied passte nun wirklich gut zu seiner Situation und seiner Gefühlslage.
Die Sonne scheint nicht mehr, wenn sie gegangen ist. Tatsächlich wirkte die Welt viel dunkler auf ihn seit Gretchen weg war. Das war zwar noch keine Stunde her, aber dennoch hatte er sich noch nie so beschissen gefühlt. Es gibt Menschen, bei denen die Sonne aufgeht, wenn sie den Raum betreten. Und Gretchen war so ein Mensch, sie war einfach etwas ganz besonderes.
Es ist nicht mehr warm, wenn sie weg ist. Die ganze Wohnung war so trist und kalt ohne sie. Es fehlte dieses warme Gefühl von Geborgenheit und Liebe, das sie vermittelte. Auch wenn es noch Sommer war, fühlte es sich an wie der tiefste Winter.
Ich frage mich, ob sie weg bleibt. Würde sie ihm irgendwann verzeihen können? Was, wenn sie erfahren würde, dass es tatsächlich nur ein Beinahe-Kuss war? Würde sie ihm sein Zögern vergeben? Oder war schon alles verloren und sie würde nicht mehr zurückkommen?
Und dieses Haus ist kein Zuhause mehr, wenn sie weg ist. Es war noch immer seine Wohnung, er hatte alles da. Seine Couch, seinen Fernseher, Küche, Bad und Bett. Eigentlich alles, was man zum Leben brauchte. Aber es fehlte etwas, Gretchen fehlte. Ohne sie konnte er nicht mehr leben, ohne sie war das alles nur eine leere Hülle ohne Sinn.

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30.10.2009 13:25
#139 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Auch Gretchen rang um ihre Fassung und litt vor sich hin. Ihre Mutter und Gigi hatten alles versucht, um sie zu trösten, aber momentan gab es keinen Trost für sie, sie musste allein sein. Aber diese Stille verstärke ihre Einsamkeit nur und sie wollte mit Hilfe ihres kleinen Radios diese Stille durchbrechen.

(http://www.youtube.com/watch?v=8ttvJ0u9-ig)

Who doesn't long for someone to hold
Who knows how to love you without being told
Somebody tell me why I'm on my own
If there's a soulmate for everyone



Wer sehnt sich nicht nach jemandem zum Festhalten? Konnte sie allein in dieser Welt leben? Ohne jemanden, der sie immer unterstützte? Sie dachte, dass Marc nun immer an ihrer Seite wäre und ihr stets seine Hand reichen würde, wenn sie es bräuchte. Sie dachte, dass er sie auffangen würde, wenn sie fiel und sie vor dem Abgrund bewahrte. Aber nun hatte er sie in eben diesen gestoßen.
Der weiß, wie er dich lieben muss, ohne es gesagt zu bekommen. Das hatte man von Marc wahrlich nicht immer sagen können. Auch in ihrer Beziehung hatte er sie nicht immer gut behandelt, sondern eher ganz im Gegenteil. Aber dann kamen auch immer wieder diese Momente, in denen er ihr genau das gab, was sie brauchte und so unglaublich süß und aufmerksam war.
Warum bin ich allein, wenn es einen Seelenverwandten für jeden gibt. Suchte nicht jeder nach so einem Menschen? Gab es so jemanden überhaupt und wenn ja, wie viele Menschen trafen ihn auch? Was waren verwandte Seele überhaupt? Wenn man immer wusste, was der andere dachte? Oder wenn man sich immer nach diesem anderen sehnte und sich ohne ihn nicht vollkommen fühlte? Wenn diese zwei Seelen sich ergänzten und sich immer zusammenfügen wollten?

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Verena1991 Offline

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30.10.2009 13:31
#140 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc reichte es, er konnte dieses Lied nicht mehr hören. So Recht Bill Withers damit auch hatte, er musste diese Erkenntnis jetzt nicht so vor die Augen gesetzt bekommen. Er wechselte den Radiosender, aber es schien sich alles gegen ihn verschworen zu haben. Mussten die ihm dauernd klar machen, was er verloren hatte?

(http://www.youtube.com/watch?v=kxLbNA6GHVw)


I always needed time on my own
I never thought I'd need you there when I cry
And the days feel like years when I'm alone
And the bed where you lie
Is made up on your side

When you walk away
I count the steps that you take
Do you see how much I need you right now?

When you're gone
The pieces of my heart are missing you
When you're gone
The face I came to know is missing too
When you're gone
The words I need to hear to always get me through the day
And make it ok, I miss you



Ich hab schon immer Zeit für mich selbst gebraucht. Ja, das hatte er. Er hatte sein Leben und war auch mal froh, wenn er nur für sich sein konnte und nicht auf andre achten musste und ihn keiner stören konnte. Aber jetzt war ihm klar, dass er das so nicht mehr wollte. Er wollte Gretchen bei sich haben, zu jeder Zeit. Auch wenn sie ihn mal genervt hatte, so tat sie es auf eine Weise, die ihm auf irgendeine Art und Weise imponierte. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als dass sie wieder hier bei ihm war. Er brauchte keine Zeit mehr für sein eigenes Leben, weil sie sein Leben war.
Und die Tage fühlen sich wie Jahre an, wenn ich alleine bin. Es waren noch keine Tage, aber schon jetzt hatte er das Gefühl, es wäre eine Ewigkeit her, dass sie weg war. So schnell konnte man doch niemanden vermissen. Andre Leute konnte er jahrelang nicht sehen und es machte ihm nichts aus. Aber diese kurze Zeit ohne Gretchen war schon viel zu lange für ihn.
Siehst du, wie sehr ich dich jetzt brauche? Es ging einfach nicht ohne sie, er konnte ohne sie doch nicht zurechtkommen. Weder im OP noch im Privatleben. Sie hatte ihm zu einem besseren Menschen gemacht, er war so glücklich wie nie zuvor gewesen. Ohne sie wäre er das nicht mehr, er wollte dieses neue Leben nicht aufgeben müssen und dazu brauchte er sie. Hatte sie das nicht in seinen Augen sehen können?
Wenn du gegangen bist, vermissen dich die Teile meines Herzens. Und zwar wirklich die Teile, denn sein Herz war zerbrochen. Zumindest fühlte es sich so an. Man hatte mit einem scharfen Messer hineingestochen und es geteilt. Und das bereitete ihm einen Schmerz, wie er ihn noch nie empfunden hatte. Das musste einfach aufhören, dieser Schmerz musste nachlassen. Und das würde er nur, wenn Gretchen sein Herz wieder zusammenhielt.
Er konnte dieses Lied einfach nicht mehr hören und ließ das Radio wieder verstummen. War ja nicht auszuhalten… Auch wenn er nicht müde war, legte er sich in sein Bett, das noch immer nach Gretchen roch. In diesem Moment fühlte er sich ihr so nah und doch so fern…

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Verena1991 Offline

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30.10.2009 13:37
#141 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Noch immer lag Gretchen auf ihrem Bett und weinte vor sich hin. Sie lauschte den Klängen der Musik und dachte über die Zeilen nach. Sie fühlte mit der Musik, die Verse passten zu ihrem Leben. Aber dennoch konnten sie nicht ganz den Schmerz ausdrücken, den sie empfand, denn der war einfach nicht in Worte zu fassen.

(http://www.youtube.com/watch?v=bU9FwP4uOY8)

I'm so tired of being here
Suppressed by all my
Childish fears
And if you have to leave
I wish that you would just leave
Your presence still lingers here
And it won't leave me alone
These wounds won't seem to heal
This pain is just too real
There's just too much that time cannot erase

When you cried I'd wipe away all of your tears
When you'd scream I'd fight away all of your fears
And I've held your hand through all of these years
But you still have
All of me



Ich bin es so Leid hier zu sein, unterdrückt von all meinen kindischen Ängsten. Sie wollte das nicht mehr. Sie wollte nicht immer wieder wegen Marc weinen. Aber sie tat es doch immer wieder. Sie weinte um die verlorene Liebe und hatte wieder Angst vor der Einsamkeit. Aber konnte sie so weiterleben? Oder würde sie ihn loslassen können?
Und wenn du gehen musst, wünschte ich, dass du einfach gehen würdest. Er hatte sie betrogen und ihr diesen Schmerz beschert. Er musste aus ihrem Herzen verschwinden, sonst würde sie daran kaputt gehen. Aber er ging nicht, er blieb darin. Wieso machte er es so schwer? Wieso ging er von ihr weg, blieb aber dennoch in ihrem Herzen?
Die Wunden scheinen nicht heilen zu wollen, der Schmerz ist zu real. Es gibt einfach so viel, dass die Zeit nicht heilen kann. Auch nach 20 Jahren tat es noch so weh, wenn er sie verletzte, ihr Herz konnte sich nicht dagegen wehren. Sie hatte ihm bis jetzt immer alles vergeben, weil sie ihn so sehr liebte. Aber das war zu viel, dieser Schmerz war größer als je zuvor. Das, was er ihr diesmal angetan hatte, könnte sie ihm nicht verzeihen. Das mit der Treue war ihre Gretchenfrage. Sie konnte nicht damit leben, wenn er in diesem Punkt andrer Meinung war. Sie wollte nicht nur eine unter vielen sein. Sie wollte die eine sein. Wenn man jemanden wirklich liebte, brauchte man doch sonst keinen anderen.
Ich habe deine Hand in all diesen Jahren gehalten. Sie war doch immer für ihn da gewesen, egal, was war. Er behandelt sie wie Dreck und sie holte ihn aus solchem. Hatte sie ihm nicht aus diesem Schlamassel mit Gabi geholfen? Und hatte er es ihr je gedankt? Sie war immer unterstützend an seiner Seite, aber nie hatte sie etwas zurückbekommen. Dabei wollte sie nichts mehr, als dass auch er immer für sie da wäre.
Aber du hast noch immer alles von mir. Noch immer besaß er ihre ganze Liebe, obwohl sie ihm diese so gerne entziehen wollte. Aber wieso ging es nicht? Wieso konnte sie sich nicht einfach entlieben? Solange sie noch ihm gehörte, konnte sie nicht glücklich werden. Sie könnte sich nicht neu verlieben und vielleicht sogar eine Familie gründen. Er nahm ihre Liebe, gab dafür aber nichts zurück, außer den Schmerz, der sie von innen auffraß.

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Verena1991 Offline

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30.10.2009 21:45
#142 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Gretchen?“ Gigi betrat am nächsten Morgen vorsichtig das Zimmer der leidenden Ärztin. Diese hatte aufgehört zu weinen und starrte nur noch mit ihren offenen Augen an die Decken, sie schien völlig abwesend zu sein und nahm keine Notiz von Gigi. „Gretchen?“, fragte diese deshalb etwas lauter.
„Was?“ Erschrocken sah sie ihre beste Freundin an, sie war in Gedanken zu sehr bei Marc gewesen und hatte nicht mit Besuch gerechnet.
„Süße, ich wollte nur schauen, wie’s dir geht.“ Sie setzte sich auf das Bett und stellte fest, wie schlecht Gretchen aussah, es schien ihr richtig mies zu gehen. Dabei sollte sie froh sein, diesen Typ loszusein, so war sie viel besser dran.
„Wie soll’s mir schon gehen? Wie viel Uhr ist es?“
„Fast 10 Uhr, wieso?“
„Um 11 beginnt meine Schicht…“
„Bitte? Du willst jetzt arbeiten gehen? Du weißt aber schon, dass du diesen Mistkerl dann wiedersiehst?“
„Ja… Aber soll ich wegen dem jetzt noch meinen Job riskieren?“
„Seit wann denkst du bitte so rational? Aber es kommt nicht in Frage, dass du da heute hingehst. Ich spring für dich ein!“ Die Idee war ihr eben erst bekommen, aber sie war schon jetzt begeistert, Marc sollte ruhig noch weiter leiden. Gretchen tat das immerhin auch.
„Was? Du? Kannst du das denn?“
„Zufälligerweise bin ich auch Chirurgin!“
„Ja schon, aber… du hast einfach noch nie mit Marc zusammengearbeitet. Er wird dich fertigmachen!“ Das bezweifelte Gigi, sie würde ihn fertigmachen. Sie hatte ja schon gestern gezeigt, zu was sie fähig war. Niemand sollte Gina Amsel unterschätzen. Gretchen war immer für sie da gewesen und sie war es ihr auch schuldig, sich für sie einzusetzen. Marc Meier konnte sehen, wo er blieb. Und jetzt durfte er für die nächsten Tage schön mit ihr zusammenarbeiten. Fragte sich nur, wer von beiden die Assistenz sein würde.

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Verena1991 Offline

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30.10.2009 22:37
#143 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Eine dreiviertel Stunde später verließ sie grinsend das Büro des neuen Chefarztes. Ihre Unterlagen hatten ihn überzeugt und sie durfte Gretchen ein paar Tage vertreten, am liebsten hätte der sie ja direkt angestellt. Wär mal ne Überlegung wert… In diesem Moment kam auch schon Marc um die Ecke und sein Blick erstarrte, als er Gigi sah.
„Was machst du denn hier?“, fragte er schließlich ziemlich wütend. Er sah auch ziemlich fertig und übermüdet aus, als hätte auch er die ganze Nacht nicht geschlafen. Aber das geschah ihm Recht, er hatte es nicht anders verdient.
„Ich arbeite hier!“, antwortete sie mit einem aufgesetzten Lächeln, das ihn nur noch zorniger machte.
„Was?“
„Na, arbeiten! Du weißt schon, operieren, Visite. Wir werden bestimmt ein tolles Team!“
„Mit dir werd ich garantiert nicht zusammenarbeiten! Ist das überhaupt abgeklärt?“
„Aber natürlich! Doktor Berger war begeistert von meinem Lebenslauf, er hätte mich ja gerne dauerhaft auf dieser Station!“
„Das kannst du aber gleich vergessen! Wieso bist du eigentlich hier? Ich dachte, du wärst Kinderärztin?“
„Hab ich das so gesagt?“ Sie tat so, als würde sie scharf überlegen. Sie fand wirklich Gefallen an diesem ‚Spiel’. „Ja, da war was. Na dann, Überraschung! Ich bin Chirurgin! Und zwar die beste, da kannst du sehen, wo du bleibst!“ Nun reichte es Marc, er stieß sie unsanft zur Seite und öffnete die Bürotür. Der fast schon kahlköpfige Chefarzt saß hinter seinem Schreibtisch und brütete über einigen Akten.
„Doktor Meier, was platzen Sie so einfach in mein Büro?“ Für seinen kleinen Körper hatte er eine beeindruckend kräftige Stimme, aber das interessierte Marc jetzt nicht wirklich.
„Sagen Sie bitte, dass diese…“ Er wollte schon mit der nächsten Beleidigung anrücken, hielt sich aber doch lieber zurück. „Doktor Amsel nicht mit mir zusammenarbeiten wird!“
„Warum denn nicht? Sie ist eine talentierte Chirurgin und Sie sind auch ganz gut.“ Wie bitte? Die war ach so talentiert und er nur gut? ER war der beste!
„Mal abgesehen davon, dass ICH ja wohl um einiges talentierter bin, weigere ich mich, mit der zusammenzuarbeiten! Ich brauche Gret… Doktor Haase an meiner Seite. Wir sind ein eingespieltes Team! Ich brauche sie und nicht diese Amsel!“ Und das nicht nur auf der Arbeit…
„Nun versuchen Sie es doch wenigstens. Und wie Doktor Amsel mit berichtete, geht es Doktor Haase gerade nicht gut und bleibt für einige Tage zu Hause. Und nun lassen Sie Ihre Patienten bitte nicht weiter warten.“
„Aber…“
„Das wär’s! Sie können gehen!“ Toll, da schien er ja nicht weiterzukommen. Wohl oder übel musste er jetzt wirklich mit Gigi zusammenarbeiten. Wütend verließ er das Büro wieder und funkelte Gigi, die nur schadenfroh an der Wand lehnte, böse an.

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30.10.2009 23:25
#144 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Ja, was? Visite! Jetzt!“, schnauzte er sie nur unhöflich an und ging gleich an ihr vorbei. Wenn er ihr Gesicht noch länger ansehen müsste, würde er sich sein Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Marc hatte es sich wirklich schlimm vorgestellt, mir Gigi zusammenzuarbeiten. Aber er lag falsch. Es war schlimmer. Wie sie ihm immer wieder reinredete und dabei rechthaberisch die Brille zurecht rückte. Es wusste schon, wie er die Patienten zu behandeln hatte, dafür brauchte er die ganz bestimmt nicht. Was fiel der ein, ihn so bloßzustellen? Er war immer noch der Oberarzt, sie war seinem Team zugeordnet, nicht er ihrem. Mit Gretchen war alles so viel besser… Wie es ihr wohl ging? Aber das konnte er sich schon denken. Und jetzt stand die erste gemeinsame OP mit Gigi an…
„Na, Marc, schon nervös?“, fragte sie ihn mit aufgesetzter Freundlichkeit, als sie sich steril für die OP machten.
„Ich? Wieso sollte ich? Ich bin schließlich der Beste!“
„Wir werden schon noch sehen, wer von uns besser ist!“ Selbstgefällig ging sie an ihm vorbei in den OP. Marc blieb wütend zurück, eigentlich keine geeignete Stimmung für eine Operation, aber es blieb ihm ja keine andere Wahl. Nachdem auch er seine Hände gründlich gereinigt hatte, betrat er ebenfalls den OP-Raum.
„Gott ist da, dann können wir ja jetzt anfangen! Radio an!“ Schwester Sabine ließ das Radio den Raum mit Metallica beschallen, so wie es Marc am liebsten hatte.
„Nein, also so kann ich nicht operieren, bitte nen anderen Sender!“, hatte Gigi einzuwenden und Sabine wollte schon den Sender wechseln, wurde aber von Marc zurückgepfiffen.
„Der Sender bleibt! Und wenn du so nicht operieren kannst, dann geh doch einfach!“
„Das hättest du wohl gerne! Schwester, Sie wechseln jetzt bitte den Radiosender, ich will bei Musik und nicht bei dem Krach operieren!“ Sabine schaltete den Sender dann tatsächlich um, was Marc nur noch wütender machte.
„Schwester Sabine! ICH bin der Oberarzt und nicht diese Trulla! Also tun Sie das, was ICH sage! Und jetzt wechseln Sie wieder den Radiosender oder SIE HAUEN AB!“
„Marc, sei freundlicher zu den Schwestern, die tun auch sehr viel!“
„Von dir lass ich mir nichts vorschreiben! Und was gibt’s da wieder zum HEULEN?“, fügte er an Schwester Sabine gewandt hinzu, die schon wieder total aufgelöst dastand. „Jetzt raus hier, bevor sie den OP überfluten!“ Sabine lief hinaus und Marc orderte dem Knechtelsdorfer an, den Radiosender wieder zu wechseln und setzte zu dem Schnitt an.
„Wo willst du denn aufschneiden? Wir wollen die Leber rausnehmen und nicht den Darm!“, meckerte Gigi sofort rum. Marc schloss seinen Griff stärker um das silberne Skalpell. Es könnte so einfach sein. Aber Totschlag war in der heutigen Gesellschaft einfach nicht so gerne gesehen und deshalb ließ er es lieber bleiben. Das war es einfach nicht wert! Man konnte so einen Adonis wie ihn ja nicht für Jahre in den Knast schicken, da hatte doch niemand was davon!

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31.10.2009 12:12
#145 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Unter dem entsetzten Blick von Gigi hatte er den Patienten doch da aufgeschnitten, wo er es wollte. Und siehe da, Leber raus, neue rein und der Patient lebte noch! So verlief auch der restliche Tag für Marc, sprich: Gigi wollte ihm reinreden und er machte trotzdem das, was er wollte. Er war unheimlich erleichtert, als seine Uhr ihm verriet, dass er nun Feierabend hatte. Zumindest erstmal… Denn dann fiel ihm ein, dass er nun in seine verlassene Wohnung zurückmusste, wo kein Gretchen auf ihn wartete… Mit einer nun noch schlechteren Laune stieg er in den Fahrstuhl. Wie gern würde er jetzt einfach nur zu Gretchen, aber da gab es ja noch die zwei Drachen, die sie vor ihm abschirmten. Zu allem Überfluss kam einer von diesen auch noch auf ihn zugestampft und drängte sich auch noch in den Fahrstuhl. Und sprechen tat er auch noch…
„Und Marc, was machst du heute noch so?“
„Halt einfach deine Klappe, ja? Zu Gretchen kann ich ja wohl kaum…“
„Richtig erkannt! Soll ich ihr was ausrichten?“ Sollte sie das? Eigentlich schon, aber er bezweifelte, dass sie Gretchen sagen würde, dass er sie nicht angelogen und betrogen hatte, sondern Gigi das Biest war.
„Würdest du ihr sagen, dass ich sie vermisse?“, fragte er stattdessen schließlich, auch wenn er bezweifelte, dass sie seinem Wunsch nachkommen würde.
„Nein, ich glaube nicht.“ Welch Wunder…
„Sagst du mir dann wenigstens wie es ihr geht?“
„Wie soll’s ihr schon gehen? Beschissen trifft’s ganz gut!“
„Du weißt, dass ich nichts getan habe und sie umsonst leidet. Und ich übrigens auch!“
„Du interessierst mich nicht! Aber wie gesagt, es ist so das Beste für Gretchen. Sie ist ohne dich einfach besser dran, das müsstest auch du einsehen!“ War sie das wirklich? Aber vielleicht hätte er sie doch auch glücklich machen können, sogar bis an ihr Lebensende. Aber es konnte doch nicht richtig sein, wenn man zwei zueinandergehörende Herzen trennte.
„Und du denkst nicht, dass sie selbst entscheiden kann, was gut für sie ist?“
„Nein, das kann sie nicht!“ Mit diesen Worten verließ sie den Fahrstuhl und Marc ließ sie ziehen. Es brachte doch eh nichts… Brachte das Kämpfen um Gretchen überhaupt etwas?

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Verena1991 Offline

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31.10.2009 18:00
#146 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Und so vergingen die weiteren Tage bis Dienstag. Gretchen schottete sich von ihrer Außenwelt ab und betrauerte ihre große Liebe. Sie verließ kaum ihr Zimmer, auch wenn Gigi und Bärbel sie stets dazu ermutigen wollten. Aber sie konnte nicht einfach aufstehen und wieder ins Leben starten. Wie sollte sie das tun, wenn sie nicht wusste, wofür es sich noch zu leben lohnte? Sie hatte gerade noch die glücklichste Zeit in ihrem Leben gehabt und jetzt war einfach alles, alles anders. Sie rief sich sein Gesicht in den Sinn, als sie noch glücklich waren. Hatte sie sich die Liebe in seinem Blick nur eingebildet? War es am Ende nichts weiter als bloße Begierde gewesen? Aber wieso hatte er sie dann noch zu halten versucht? Da musste doch etwas zwischen ihnen sein, er musste doch auch mehr für sie empfinden. Aber was war es? War es nur ein Verlangen, sie zu besitzen? Aus irgendeinem Grund konnte er sie nicht mit anderen Männern sehen und schien doch an ihr zu hängen. Aber wieso, wenn es keine Liebe war? Wie gerne würde sie in sein Herz sehen können, sofern er denn eines hatte. Bei Marc war schließlich alles anders. Würde er es ihr eines Tages erklären? Würden sie überhaupt nochmal miteinander reden? Wie sollte es nur morgen werden, wenn Gigi nicht mehr für sie einspringen konnte und Gretchen stattdessen wieder ins Krankenhaus müsste? Sie hatte Marc nun seit Tagen nicht mehr gesehen. Aber Gigi meinte, er würde gut mit der Situation zurechtkommen. Aber war dem wirklich so? Vor wenigen Tagen war er doch noch so verzweifelt. Sie wollte so gerne glauben, dass er sie nicht betrogen hatte, aber wieso sollte Gigi sie anlügen? Gigi war immer hinter ihr gestanden und Marc war eben so ein Aufreißer. Und nun war auch sie nicht mehr als eine Kerbe an seinem Bett. Die ganze Situation war so verfahren, sie konnte nicht vorwärts, aber auch nicht zurück. Und einfach hier stehen bleiben konnte sie auch nicht. Vielleicht würde sie mehr wissen, wenn sie Marc morgen wieder sehen würde. Sie fürchtete sich so sehr vor diesen Zusammentreffen, aber trotz aller Vorkommnisse konnte sie es nicht abwarten, wieder in seine Augen zu blicken. Wie konnte man nur so widersinnig fühlen?

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31.10.2009 18:41
#147 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc quälte sich jedoch nicht nur mit dem Trennungsschmerz, sondern auch mit Gigi. Wenn die wirklich diesen Arbeitsvertrag hier unterschreiben würde, dann würde er hier aber wirklich die Klinik wechseln, so schlimm war sie. Immer wieder wollte sie ihn verbessern und wenn er nur die Worte falsch betonte. Sobald er konnte, schloss er sich in seinem Büro ein, um seine Ruhe zu haben. Zumindest vor Gigi, seine Gedanken waren unruhig wie die ganze Zeit in den letzten Tagen. Wie auch jetzt wieder. Er hatte sich in seinem Bürostuhl zurückgelehnt und betrachtete eine Akte, die gerne bearbeitet werden wollte. Aber darauf hatte er echt keine Lust. Außerdem wo kam er hin, wenn er jedem einen Gefallen tun würde? Er war der Oberarzt, er entschied, wann die Akten bearbeitet wurden. Und diese Akte konnte warten. Es gab Wichtigeres. Zum Beispiel die Frage, wie er Gretchen zurückgewinnen konnte. Das Monatsgehalt, das er nun schon für unzählige Anrufe und SMS ausgegeben hatte, hatte ja keinen Erfolg gehabt. Leider hatte er sonst keine Idee, wie er sie von der Wahrheit überzeugen konnte. Was konnte er sagen, damit sie ihm glaubte? Nicht mal sein ‚Ich liebe dich’ wollte sie hören. Konnte sie ihm nicht einfach glauben und vertrauen? Aber er konnte auch verstehen, dass er ihr das bei seiner Vergangenheit nicht leicht machte. Er bräuchte einen unumstößlichen Liebesbeweis. Da kannte er sich ja auch so gut aus. Vorsicht, Ironie! Vielleicht könnte ihm Mehdi als Weichei- und Frauenexperte helfen. Aber er der ihm auch gute Tipps geben würde? Die besten Ideen wollte der doch bestimmt für sich! Im Grund wussten Frauen doch am besten, was Frauen wollten. Weil sie ja auch Frauen waren. Und Frauen waren alle gleich. Nur dass Gretchen ganz besonders war, aber im Herzen mehr Frau als viele andre. Nur welche Frau konnte ihm weiterhelfen? Alle Frauen hassten ihn, nachdem sie ihn für eine Nacht geliebt hatten. Bis auf Schwester Sabine, die hasste ihn auch so. Aber seine Mutter hasste ihn natürlich nicht. Wobei er sich da seit dem Abendessen auch nicht mehr so sicher war. Aber dafür war er sich sicher, dass sie ihm bei Gretchen nicht weiterhelfen würde. Musste er sich jetzt wirklich selbst was einfallen lassen? Plötzlich kam ihm ein Gedanke, wie er sie hoffentlich überzeugen könnte. Er sollte zwar noch eine Stunde im Krankenhaus bleiben, aber da keine OP mehr anstand und der dumme besserwisserische Vogel sich auch allein um einen Notfall kümmern konnte, beschloss er, einfach zu gehen. Er ging also aus seinem Büro raus und traf zu seinem Unglück nochmal Gigi.
„Marc, was wird das? Wo willst du hin?“
„Weg! Feierabend! Sieht man das nicht?“ Er stellte sich in den Fahrstuhl, der netterweise gerade angekommen war und drückte den Knopf, der ihn nach unten bringen würde. „Ach, bevor ich’s vergesse. Ich freu mich, wenn du morgen endlich weg bist. Hoffentlich auf Nimmerwiedersehen, du Miststück!“ Er grinste die verdutzte Gigi noch einmal hämisch an, ehe die Fahrstuhltüren ihre Blicke trennten.

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31.10.2009 20:21
#148 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Während sich Marc auf den ‚Wie bekomme ich Gretchen zurück’- Plan konzentrierte, besuchte eine besorgte Gigi wieder einmal Gretchen, um mit ihr den weiteren Verlauf zu besprechen.
„Doktor Berger hat mir einen Arbeitsvertrag angeboten.“, kam Gigi gleich mit der Wahrheit raus.
„Und?“ Über ein wenig mehr Interesse hätte sich Gigi schon gefreut.
„Wenn du willst, dass ich bleibe, dann unterschreibe ich!“ Gretchen dachte darüber nach. Wollte sie, dass Gigi blieb? Immerhin hatte sie sie vor Marc bewahrt und aufgezeigt, wie er wirklich war. Sie freute sich natürlich, wenn Gigi da war, aber die hatte eine gesicherte Existenz und einen ganz tollen Job in London. Da konnte das Elisabeth-Krankenhaus nicht mithalten.
„Nein, geh du nur zurück. In London hast du viel bessere Chancen.“
„Aber da bist nicht du!“
„Ich komm schon klar. Irgendwie… Außerdem kannst du auch nichts machen!“
„Ich könnte für dich da sein und dir Marc auf Distanz halten.“
„Ich schaff das schon. Irgendwann muss ich sowieso wieder zur Arbeit. Wieso nicht schon morgen? Geh du einfach nach London!“ Gigi wollte weiter protestieren, aber Gretchen blieb dabei. Leiden konnte sie auch ohne Gigi. Außerdem befürchtete sie, dass Marcs Laune auch besser wäre, wenn sie weg war. Die beiden waren ja wahrlich keine Freunde. Sie könnte sie vielleicht beschützen, aber das würde Gretchen schon selbst hinbekommen. Sie war 30, da musste sie nun wirklich damit umgehen können.
„Na gut!“, lenkte Gigi letztlich ein. „Morgen früh bin ich weg, sehen wir uns dann nochmal?“
„Klar, denkst du, ich lass meine beste Freundin einfach so zurück nach England ohne mich vorher richtig zu verabschieden? Du weißt doch, wie sehr ich auf hochemotionale Abschiede am Flughafen stehe!“ Das erste Mal seit Tagen lächelte Gretchen wieder leicht und ließ sich bereitwillig von ihrer Freundin umarmen.

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31.10.2009 22:30
#149 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Mittwochmorgen waren sie dann schließlich am Flughafen, gleich würde Gigi wieder nach London zurückfliegen. Beide waren unschlüssig, was sie darüber denken sollten. Auf der einen Seite waren sie natürlich traurig, die beste Freundin so weit weg von sich zu wissen, andrerseits war Gretchen froh, durch Gigi nicht zusätzlich an die Sache mit Marc erinnert zu werden. Und Gigi war sich noch immer unsicher, ob man Gretchen wirklich allein mit Marc lassen konnte.
„Letzte Chance! Wenn du doch noch was sagst, dann bleibe ich!“
„Gigi, mach’s mir bitte nicht noch schwerer. Aber geh du nur, es ist so das Beste!“
„Oder du kommst einfach mit!“ Damit sie auch noch London auf den Kopf stellen konnte? Nein, danke!
„Was soll ich denn da? Ich hab nen Job hier in Berlin, außerdem würde Mama durchdrehen, wenn ich so weit weg wäre!“
„Ich will einfach nicht so weit von dir weg. Aber so wie es scheint, muss ich dich hier allein lassen, hm? Aber eines sag ich dir! Wenn Marc dir irgendwie blöd kommt, dann komm ich wieder und schubs ihn in die Spree!“ Hoffentlich in einem weißen Hemd, das würde dann so schon durchsichtig werden, dachte sich Gretchen und war entsetzt über ihre Gedanken. Sie musste den Typen doch hassen und nicht noch immer scharf auf ihn sein!
„Danke, ich komm drauf zurück!“ Es ertönte eine Durchsage, dass die Maschine nach London bald abheben würde und die Fluggäste sich einfinden sollten. „Ich glaub, du musst jetzt los.“
„Scheint so. Komm mal her!“ Gigi öffnete ihre Arme und schlang sie um Gretchen. „Ich hab dich so lieb, weißt du das eigentlich?“
„Ich dich doch auch!“ Sie trennten sich wieder und mit Tränen in den Augen sahen sie einander an, vermutlich das letzte Mal für sehr lange Zeit. „Also dann…“
„Ja, also... bis bald, ja?“ Gigi drehte sich um und ging zu ihrem Gate. Mit einem letzten Lächeln winkte sie ihrer Freundin zu und machte sich weiter auf den Weg nach London.

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31.10.2009 23:44
#150 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen blickte ihr noch kurz nach und machte dann kehrt, um ins Krankenhaus zu fahren. Gleich würde sie also tatsächlich Marc wiedersehen. Mit diesem komischen Gefühl im Magen stieg sie in ein Taxi, das sie nun zu ihrem Ex-Freund, den sie noch immer liebte, bringen würde. Dank kiloweise Make Up waren ihr die Tage voller Tränen nicht mehr anzusehen. Vielleicht ein paar Stunden davon… Nach einigen Minuten erkannte sie die Gegend um das Krankenhaus, sie kam Marc also immer näher. Sie hoffte nur, dass sie bei seinem Anblick nicht gleich in Tränen ausbrechen würde, sondern zumindest halbwegs ihre Fassung bewahren könnte.
Das Taxi hielt nach einigen Minuten vor dem Gebäude und Gretchen blickte fast schon ehrfürchtig in den fünften Stock hinauf. Irgendwo da war vermutlich gerade Marc und machte wieder unschuldige Krankenschwestern fertig. Oder er vergnügte sich gerade mit einer, konnte man ja nie so genau wissen. Sie redete sich ein letztes Mal Selbstbewusstsein ein und richtete ihr T-Shirt, bevor sie durch die Türen ging und gleich mal einen Fahrstuhl besetzte. Sollte sie da wirklich rauffahren? Willkommen zurück, Zweifel! Nein, sie musste da hoch, sie konnte sich nicht ewig verstecken! Marc war schließlich auch nur ein Arsch! Aber eben ein Arsch, den sie liebte. Leider…
Während sie durch den Fahrstuhl Richtung Station fuhr, ging Marc ungeduldig hin und her.
„Herr Doktor, ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, sprach Sabine ihn an, nachdem sie minutenlang sein nervöses Umherirren beobachtete hatte.
„Hm? Ja klar, was soll schon sein?“ Es würde ja gleich nur Gretchen wieder auftauchen. Zumindest alles Voraussicht nach, nicht, dass am Ende wieder die Amsel hier reinspaziert käme. Oder niemand… Was, wenn Gretchen einfach für immer wegblieb? Aber nein, das konnte sie nicht machen! Die war doch nicht glücklich, wenn sie keinem helfen konnte. Nur ihm wollte sie nicht helfen…
Er sah wie die Fahrstuhltüren sich langsam öffneten, sie schienen fast noch langsamer als sonst. So, als ob sie ihn auf die Folter spannen wollten. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren sie dann aber doch ganz geöffnet und sein Herz machte einen Hüpfer, als er in Gretchen wundervollen blauen Augen blickte, die sich auch in seine bohrten.

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