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Dieses Thema hat 359 Antworten
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 Abgeschlossene Fortsetzungen!
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Verena1991 Offline

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16.10.2009 20:03
#76 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Und wo fahren wir jetzt hin?“, fragte Gretchen, während sie sich anschnallte.
„Sei nicht so neugierig, das siehst du schon noch.“ Er schaffte es beeindruckend schnell aus seinem Parkplatz rauszufahren, sie schaffte das ja frühestens nach 5 Minuten und das auch nur mit Hilfe von freundlichen Passanten. Sie war einfach nicht fürs Autofahren gemacht, wie hatte sie damals doch gleich den Führerschein bestanden? Aber egal, jetzt hatte sie ja Marc, der sie fahren konnte. Aber wohin denn jetzt? Sie setzte einen Schmollmund auf und sah Marc mit einem süßen Dackelblick an.
„Bütte, bütte, spann mich nicht so auf die Folter.“ Marc sah nur kurz zu ihr rüber und lächelte leicht.
„Das kannst du vergessen, die Masche zieht bei mit nicht! Außerdem muss ich mich jetzt aufs Fahren konzentrieren.“ Beleidigt verschränkte sie die Arme vor der Brust. „Jetzt hör auf, dich wie ein Kleinkind zu benehmen!“ Er würde es zwar nie zugeben, aber genau das fand er so süß an ihr. Aber das war es nicht wert, die Überraschung zu verderben. Gretchen sah mittlerweile auch ein, dass sie so nicht vorankam. Also musste sie sich eine neue Strategie überlegen. Sie legte schließlich ihre Hand auf seinen Oberschenkel und arbeitete sich langsam zu seinem Schritt vor, hielt kurz davor aber inne, so weit wollte sie noch nicht gehen.
„Wer weiß, vielleicht zeig ich mich ja erkenntlich?“ Dabei versuchte sie, so verführerisch und verrucht wie möglich rüberzukommen. Natürlich würde sie sich nicht auf diese Weise erkenntlich zeigen, aber sie wollte unbedingt des Rätsels Lösung wissen.
„Kannst du nachher immer noch!“ Er grinste sie nur an, er wusste auch, dass sie ihn nur reinlegen wollte.
„Aber dann mag ich vielleicht nicht mehr!“
„Also erstens magst du es eigentlich immer, du willst es nur nicht zugeben. Und zweitens weiß ich genau, was du vorhast, darauf fall ich nicht rein! Du wirst wohl schön abwarten müssen!“ Gretchen zog ihre Hand wieder weg und sah aus dem Fenster. Vielleicht konnte sie so zumindest erahnen, wo es hingehen würde.

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Verena1991 Offline

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16.10.2009 22:59
#77 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Die Gegend, in der sie jetzt waren, kam ihr bekannt vor, aber sie war bestimmt seit Jahren nicht mehr hier gewesen. Sie konnte es noch nicht ganz einordnen, aber sie war kurz davor, dass es ihr einfiel. Es lag ihr quasi auf der Zunge, das machte sie noch wahnsinnig.
Marc machte sie derweil auch Gedanken. Er wusste natürlich, wo es hingehen sollte, aber er war sich schlichtweg unsicher, wie es bei ihr ankommen würde. Das war schließlich kein gewöhnlicher Platz für ein Date, aber er befand, dass das nötig war. Er hoffte nur, dass sie es nicht gleich in den falschen Hals bekam, was sie ja gerne mal tat. Denn heute meinte er es wirklich nur gut. Aber auch nur heute, er wollte ja am Ende nicht so ein Weichei wie Mehdi werden. Heute begab er sich vielleicht mal einen Schritt in diese Richtung, aber dann ganz schnell wieder zwei zurück. Wenn er Glück hatte, durfte er später vielleicht schon beweisen, wie viel Mann wirklich in ihm steckte. Aber erstmal hieß es abwarten, was Gretchen von seiner Idee hielt. Schlimmstenfalls würde sie ihm nur den Kopf runterreißen.
„Erkennst du’s schon?“, fragte Marc schließlich, als er Gretchens konzentrierten Gesichtsausdruck sah. Offenbar wusste sie noch nicht, wo sie waren, dabei war sie doch oft genug hier in der Nähe gewesen.
„Noch nicht, aber bald fällt’s mir ein, ganz sicher! Ich war hier aber seit etwa 10 Jahren nicht mehr, würd ich mal grob schätzen. Ja, das könnte hinkommen, aber mir fällt einfach nicht ein…“ Kaum hatte sie laut überlegt, schoss ihr die Lösung durch den Kopf. Aber das konnte nicht wirklich sein Ernst sein! „Marc, wir sind jetzt aber nicht…“

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Verena1991 Offline

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16.10.2009 23:47
#78 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Doch, oder wonach sieht’s sonst aus?“
„Willst du mich verarschen?“ Gretchen war mittlerweile richtig aufgebracht, wieso musste er sie ausgerechnet hierhin bringen?
„Eigentlich wollte ich dich nur überraschen, du siehst das nur ein wenig negativ!“ Marc hatte zwar mit einer solchen Reaktion ihrerseits gerechnet, war aber doch etwas enttäuscht, dass sie gleich nur das Schlechteste von ihm dachte. Aber solange sie nicht aus dem Auto sprang, konnte er sie ja noch vom Gegenteil überzeugen. Er hielt vor dem Schulgebäude an und stieg aus. Da Gretchen nicht wirklich darum bemüht war, es ihm gleichzutun, musste er nachhelfen und zog sie eigenhändig aus dem Auto. Sie wehrte sich auch nicht, vielleicht würde am Ende doch alles nur halb so schlimm werden. Und wenn es doch der absolute Horror wäre, könnte sie ihm auch später noch eine scheuern. Er führte sie durch die Dunkelheit auf die Mitte von dem leeren, schwach beleuchteten Pausenhof, wo sich Gretchen umsah. Mit jedem Winkel konnte sie eine Gemeinheit von Marc verbinden. Dieser Ort glich einer Ansammlung schlechter Erinnerungen, da sollte jetzt bitte nicht die nächste folgen.
„Und was ist jetzt?“ Gretchen sah ihn neugierig und etwas ängstlich zugleich an. Sie hoffte so sehr, dass sie diesem Pausenhof gleich eine positive Seite zuordnen konnte.
„Gretchen, was ich dir jetzt sage, fällt mir echt nicht leicht! Also wage es ja nicht, dazwischenzuquatschen!“
„Okay!“ Gretchen wurde immer gespannter, was er gleich sagen würde, das war ja kaum auszuhalten.
„Hörst du jetzt bitte auf? Ich sagte, du sollst nicht dazwischenquatschen, kann doch nicht so schwer sein!“ Na das fing ja gut an, sie wusste ja nicht, dass das jetzt schon galt. „Gut, dann fang ich mal an…“

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Verena1991 Offline

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17.10.2009 00:45
#79 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Naja, du weißt ja, dass wir uns hier ja kennengelernt haben. war vielleicht nicht gerade das schönste Kennenlernen, aber hier hat alles angefangen. Ich hab dich zwar immer scheiße behandelt, aber du hast dich trotzdem in mich verliebt, was ich ganz nebenbei gut verstehen kann. Es tut mir Leid, dass ich damals nicht erkannt habe, wie besonders du bist. Wer weiß, wie dann unser Leben verlaufen wär…“ Diese Frage hatte sich Gretchen auch schon sehr oft gestellt, aber dass Marc über so was nachdachte, verwunderte sie sehr. „Aber ich war einfach ein totales Arschloch!“ Und bist es vielleicht noch, dachte Gretchen bei sich. Aber das hier war wirklich zuckersüß von ihm. „Aber heute weiß ich, dass du ein ganz besonderer Mensch bist und dass du mir einfach gut tust. Ich hätte dir das schon viel früher sagen sollen, aber das konnte ich nicht, ich bin ja echt nicht der Typ für so schnulziges Gelaber. Aber du bist mir wichtig und ich finde, du solltest das wissen. Ohne dich wäre mein Leben nicht dasselbe, du machst es erst richtig lebenswert. Und es tut mir Leid, wie ich dich behandelt habe. Es tut mir Leid, dass ich dir deine Fahrradreifen zerstochen habe, dich mit Wasserballons beworfen habe. Mit tut einfach alles Leid, was ich dir in den fast 20 Jahren Schlimmes angetan habe. Und wenn du jetzt irgendwem von diesem Gespräch erzählst, dann bist du die längste Zeit meine… nun ja, meine Freundin eben, gewesen!“ Jetzt hatte er es ausgesprochen und fühlte sich wie der letzte Idiot. Er hatte seine gesamten Gefühle vor ihr ausgelegt und fühlte sich verwundbar und unbeholfen und das gefiel ihm nicht.
Gretchen hatte Mühe, ihre Tränen zurückzuhalten und ließ ihnen schließlich freien Lauf. Wie oft hatte sie von diesem Augenblick geträumt? Und nun hatte er es tatsächlich ausgesprochen. Jetzt noch die berühmten drei Worte und es wäre perfekt, aber sie wollte ja nicht gleich zu viel verlangen.
„Willst du nicht auch was dazu sagen?“ Er hatte ihr gesagt, was er fühlte, da konnte sie doch auch sagen, was sie dachte. So war ihm die Sache mehr als unangenehm. Gretchen versuchte, die passenden Worte zu finden, aber das Denken fiel ihr gerade etwas schwer.
„Das war das schönste, was du mir je gesagt hast.“, brachte sie schließlich hervor und sah Marc mit verweinten Augen an. Dieser nutzte den Augenblick und küsste sie zärtlich. Er spürte die Tränen auf ihren Wangen. Er löste seine Lippen und wischte ihr ihre Tränen von den Wangen. Dabei sah er in ihrer Augen, wie glücklich sie war, und er wusste, dass er das richtige getan hatte.

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Verena1991 Offline

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17.10.2009 16:21
#80 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„So, du hast jetzt die Wahl. Wir können hier entweder weiterknutschen, oder wir gehen noch was essen oder wir fahren zu mir und gehen schön ins Bett!“ Marc war eindeutig für seinen letzten Vorschlag, aber die Entscheidung lag bei Gretchen.
„Also mit meinem verheulten Gesicht bleib ich keinesfalls hier draußen, meine Wimperntusche ist bestimmt total verlaufen!“ Da hatte sie Recht, dabei sollte sie als sehr emotionale Frau mal darüber nachdenken, ob wasserfeste Wimperntusche nicht besser wäre. „Ich hätte gerne eine abgeänderte Variante von Vorschlag Drei.“ Das war doch zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
„Und wie sieht die aus?“ Er ließ ja durchaus mit sich verhandeln, vielleicht war es ja in seinem Interesse.
„Erstmal fährst du zum Supermarkt oder so und kaufst mir was Anständiges zu essen. Dann leihst du noch ne schöne DVD für uns aus und erst danach fahren wir zu dir nach Hause und machen uns nen gemütlichen Abend!“
„Den Supermarkt können wir auslassen, Schlagsahne und Schokosauce hab ich zu Hause!“
„Marc! Musst du immer die romantische Stimmung kaputt machen?“ Wieso denken Männer immer gleich an Sex? Muss was genetisches sein, anders ist das nicht zu erklären. Dabei sollte man(n) auch oberhalb der Gürtellinie denken können, der menschliche Körper war nicht umsonst mit einem Gehirn im Kopf versehen.
„Du hast heute genug Romantik für die nächsten 20 Jahre bekommen!“
„Heißt das, du hättest mich gerne noch so lange bei dir?“ Ihr huschte wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Da kam ihm nur eine Bemerkung über die Lippen und schon sah sie es als Versprechen oder was?
„Ähm, du, keine Ahnung, das wird man sehen. Ich plan doch nicht schon so lange im Voraus…“ Er wandte sich von ihr ab und ging zurück zu seinem Wagen, bevor ihm noch etwas rausrutschte, was sie als Heiratsantrag interpretierte.

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Verena1991 Offline

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17.10.2009 19:25
#81 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gretchen folgte ihm gut gelaunt ins Auto. Er konnte sagen, was er wollte, sie fasste das so auf, dass er sie noch nicht so schnell loswerden wollte.
„Ich mag Pizza!“, forderte Gretchen, sobald sie die Autotür geschlossen hatte. „Und irgendeinen schönen Liebesfilm dazu!“
„Pizza macht dich nur noch dicker und Liebesfilme bringen dich nur zum Heulen! Willst du mir das wirklich antun?“
„Ja, das will ich. Du hast dich doch gerade so lieb für all deine Gemeinheiten entschuldigt, jetzt musst du mir noch zeigen, dass du es ernst meinst!“ Sie blickte ihn noch immer verträumt an.
„Gut, meinetwegen, aber nur dieses eine Mal! Und jetzt hör auf so zu schauen!“
„Wieso, wie schau ich denn?“
„Na, so… so eben!“ Was für eine detaillierte Beschreibung, Wahnsinn! Der sollte dringend mal seinen Wortschatz erweitern. Aber Gretchen beschloss, es erstmal gut sein zu lassen, mehr konnte sie von dem heutigen Abend nicht erwarten. Während Marc versuchte, sich auf die Straße zu konzentrieren, konnte Gretchen wieder ihren Gedanken nachgehen. Wenn sie das ihrem Tagebuch erzählte… Aber das war noch bei Alexis. Oder eben in der Villa. Die Sachen musste sie auch bald holen, aber eigentlich hatte sie wirklich keine Lust dazu. Aber das musste sein, sie konnte sich nicht ewig davor drücken. Vielleicht könnte Marc sie begleiten, das würde ihr sicherlich helfen. Dann wüsste sie, dass jemand für sie da war und auf sie aufpasste. Sie würde ihn gleich morgen fragen, aber heute gab es keinen Alexis. Es gab nur die beiden.

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Verena1991 Offline

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17.10.2009 22:42
#82 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Bärbel saß währenddessen mit einem Glas Rotwein auf dem gelben Sofa und dachte über Gretchens Beziehung zu Marc nach. Sie sagte zwar, dass er sich geändert hätte, aber Bärbel war skeptisch. Was, wenn Gretchen damit ins Unglück lief? Sie wollte wirklich glauben, dass Marc Gretchen für den Rest ihres Lebens glücklich machen konnte, aber sie war doch auch nur eine Mutter, die sich Sorgen um ihre Tochter machte. Das konnte sie nicht einfach abstellen, so war einfach die Liebe einer Mutter. Schließlich stand sie auf und ging zum Telefon, sie brauchte nur noch jemanden, der auf Gretchen aufpasste. Nach dem dritten Klingeln hob die Person am andren Ende der Leitung ab.
„Amsel?“
„Hallo Gina, hier ist Bärbel Haase.“ Ob sie wirklich das richtige tat? Aber letztendlich war es doch nur für Gretchen. Außerdem war es doch nicht so schlimm, wenn man die beste Freundin der Tochter anrief.
„Frau Haase, schön, dass Sie anrufen, gibt es einen bestimmten Anlass?“
„Allerdings, den gibt es! Marc Meier!“ Gina verstand sofort, was Bärbel meinte. Wieso kam Gretchen nicht von diesem Idioten los?
„Was genau ist passiert? Was ist mit Alexis? Sie hat doch eben erst geheiratet!“
„Ja, schon, aber dieser Alexander scheint ein Betrüger gewesen zu sein! Und jetzt ist er weg und Gretchen rennt gleich zu diesem Meier. Sie will, dass ich den beiden eine Chance gebe, aber du verstehst doch bestimmt, dass das nicht so einfach ist… Deswegen brauch ich deine Hilfe, ich will, dass du ein Auge auf Gretchen und diesen… diesen Hallodri hast!“
„Wie, Alexis ist ein Betrüger und Gretchen ist jetzt mit Marc zusammen?“ Die Oberärztin konnte noch nicht glauben, was sie da hörte, wie brachte sich Gretchen nur immer in solche Situationen?
„Das erklär ich dir später, also kommst du jetzt?“
„Das würde ich sehr gerne, aber ich kann mir hier doch nicht so einfach frei nehmen!“
„Gina, bitte, es geht um Gretchen! Wir können sie doch nicht in ihr Unglück laufen lassen!“
„Gut, ich schau, was sich machen lässt, vielleicht krieg ich noch etwas frei, ich melde mich dann wieder.“ Sie würde alles für Gretchen tun, schließlich war sie ihre beste Freundin und sie waren schon immer gemeinsam durch dick und dünn gegangen. Leider war ihr Verhältnis nach der Sache auf dem Polterabend etwas abgekühlt. Wieso konnte Gretchen Marc verzeihen, aber nicht ihr? Sie hatte sich also tatsächlich wieder auf den eingelassen und rannte vermutlich wieder schnurstracks in ihr Unglück, war es da als Freundin nicht ihre Pflicht um jeden Preis einzugreifen?

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Verena1991 Offline

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18.10.2009 01:28
#83 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Bewaffnet mit Pizza und einem Liebesfilm betraten Gretchen und Marc dessen Wohnung. Gretchen stand noch etwas unbeholfen in der Wohnung, sie war hier immerhin das erste Mal als seine offizielle Freundin. Wobei so offiziell war das ja noch nicht. Marc, der schon auf den Fernseher zusteuerte bemerkte ihre Unsicherheit.
„Was ist denn, bist doch nicht das erste Mal hier? Also jetzt komm, ich will den Scheiß hier endlich hinter mich bringen!“ Er legte die DVD ein und machte es sich auf der Couch bequem.
„Marc, kannst du aufhören, rumzumeckern? Der Abend hier ist mir wichtig!“
„Nö, kann ich nicht, ich hasse Schnulzen! Und kannst du dich bitte mal abschminken? Diese verlaufene Wimperntusche sieht scheiße aus!“ Mit Romantik konnte sie anscheinend wirklich nicht mehr rechnen. Sie ging also ins Badezimmer, sie wusste ja, wo das war, und suchte etwas zum Abschminken. Da hatte er natürlich nichts da, also musste sie sich mit Wasser begnügen, aber das ging ja auch. Nachdem sie fertig war, ging sie wieder ins Wohnzimmer, wo Marc noch immer auf der Couch saß.
„Sieht doch schon besser aus und jetzt mach hinne!“ Er klopfte neben sich auf die Couch und gab Gretchen zu verstehen, dass sie sich endlich setzten sollte. Sie folgte seinem Aufruf und kuschelte sich an ihn, während er seinem Arm um sie legte. Nach einer halben Stunde war die erste Pizza weg und die ersten Taschentücher hatte Gretchen auch schon verbraucht. Marcs Blick galt aber weniger dem Film, der ihn eh nicht interessierte, sondern seiner Freundin, die sich allerdings so in den Film reinsteigerte, dass sie davon nichts mitbekam.
„Das war schön.“, meinte Gretchen, nachdem der Film zu Ende war.
„Ansichtssache, das ist doch totaler Schrott, wenn du mich fragst!“
„Wieso ist das denn Schrott? Deine ganzen Actionfilme sind blöd!“
„In der Sache kommen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Also jetzt hast du deinen Spaß gehabt, jetzt bin ich dran.“ Dabei küsste er sie und legte seine Hand an ihre Hüfte. Gretchen ließ ihn zuerst gewähren, wies ihn dann aber in seine Schranken zurück.
„Du hast noch einiges bei mir gutzumachen, also muss dein Spaß noch warten!“ Wenig überrascht ließ Marc von ihr ab und verschwand ins Schlafzimmer, wohin Gretchen ihm folgte. Marc zog sich bis auf seine schwarzen Boxershorts aus. Gretchen versuchte wegzusehen, schaffte es aber nicht und riskierte immer wieder einen Blick. Marc sah sie erwartungsvoll an und wollte gerne, dass sie es ihm gleichtat.
„Willst du so schlafen?“, fragte er sie schließlich.
„Ja, ich hab schließlich keinen Schlafanzug dabei.“, versuchte sie ihm ins Gesicht zu sagen, aber ihr Blick wanderte immer an ihm nach unten, was auch Marc nicht verborgen blieb und mit einem Grinsen kommentierte. Dabei trat er näher an sie heran, so dass sein Oberkörper ihren berührte. Sie wich automatisch ein paar Schritte zurück, doch Marc folgte ihr und drückte sie schließlich gegen die Wand.
„Den brauchst du auch gar nicht!“

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Verena1991 Offline

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18.10.2009 14:59
#84 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Daraufhin legte er seine Lippen auf ihre und küsste sie. Sie erwiderte den Kuss zuerst nur zögerlich und lehnte noch verkrampft an der Wand. Langsam löste sich ihre Anspannung und sie legte ihre Hände auf seinen Oberkörper. Marc zuckte kurz zusammen, als ihre eiskalten Hände ihn berührten, ließ aber nicht von ihr ab. Er hob sie hoch und sie schlang ihre Beine um ihn, während er sie zum Bett trug. Dort angekommen setzte er sie ab und beugte sich über sie. Eine ganze Weile lagen sie so da und knutschen rum, bis Gretchen den Kuss kurz löste.
„Speedboat sieht aber anders aus oder hast du den Kurs gewechselt?“ Das hatte er wirklich, aber natürlich würde er das hier nicht so zugeben. Deshalb fuhr er unter ihr Shirt und wollte es ihr gerade hochschieben, als Gretchen ihn davon abhielt. „Das sollte nicht heißen, dass du jetzt schneller machen sollst.“ Zudem hatte sie den schweren Verdacht, dass sie heute ihre Hello Kitty-Unterwäsche trug. Nicht gerade geeignet für ihr erstes Mal mit Marc. Ein Teil von ihr sagte zwar, dass sie es doch einfach tun sollte, aber schließlich siegte die Vernunft, die sie daran hinderte. Marc war wieder sichtlich genervt, dass sich seine Freundin ausgerechnet jetzt zu einem Vernunftmensch entwickelte.
„Gretchen, kannst du bitte mal damit aufhören? Erst machst du mich scharf und dann lässt du mich doch abblitzen!“
„Ich mach dich scharf? Du versuchst doch dauernd mich rumzukriegen!“
„Ich bin doch auch nur ein Mann und du bist Schuld an meiner Sex-Flaute! Das Leben war wesentlich einfacher, als ich noch jeden Abend ne andre knallen konnte…“ Den letzten Satz sagte er erheblich leiser, aber dennoch verstand Gretchen jedes Wort davon.
„Jetzt knallt’s bei dir gleich, du Arschloch!“ Sie verpasste ihm eine kräftige Ohrfeige und schubste ihn von sich runter. „Dann hol dir doch wieder deine Flittchen in dein Bett!“
„Wow, Hasenzahn, ich wusste gar nicht, dass du’s auf die harte Tour magst.“ Daraufhin stampfte Gretchen wütend zur Tür und wollte raus hier. Marc hatte echt Talent dafür, jede Situation kaputt zu machen.

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Verena1991 Offline

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18.10.2009 18:57
#85 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Marc ahnte, dass er wohl wieder etwas Falsches gesagt hatte und ging ihr wieder nach, wie so oft in der letzten Zeit.
„Gretchen, jetzt bleib doch stehen, ich hab’s nicht so gemeint!“, versuchte er sie zu beschwichtigen, doch Gretchen hatte schon die Tür geöffnet und wollte gerade die Wohnung verlassen.
„Und wieso hast du das dann gesagt?“ Ihr liefen wieder die Tränen aus den Augen, wieso verletzte er sie immer wieder so? Auch Marc tat es weh, seine Freundin so zu sehen, er machte das ja nicht mit Absicht…
„Keine Ahnung, ich sag solche Sachen eben! Aber doch wirklich nicht, um dich zu verletzten! Ich sag eben seit 30 Jahren das, was ich will, bis jetzt musste ich noch nie auf jemanden Rücksicht nehmen, ich konnte eben immer solche Sprüche bringen! Es tut mir Leid.“ Mit jedem Wort war er näher an Gretchen rangetreten und als er bei ihr angekommen war, zog er sie wieder in die Wohnung und schloss die Tür. „Ich möchte wirklich mit keiner andren hier sein als mit dir, hast du das jetzt endlich mal verstanden?“
„Du machst es mir aber echt nicht leicht.“
„Bleibst du trotzdem hier?“
„Aber nur unter einer Bedingung!“
„Gut, meine Hände bleiben bei mir!“
„Das mein ich nicht…“ Marc sah sie fragend an, worum ging es ihr denn dann? „Ich muss noch meine Sachen aus der Villa holen… Und ich will da nicht alleine hin, würdest du da mit mir morgen hinfahren?“
„Klar, ich lass dich doch nicht alleine dahin zurück!“ Wirklich gerne wollte er da zwar auch nicht hin, aber er musste das einfach für Gretchen tun, wenn er schon so viele Fehler machte. Sie lächelte ihn leicht an und er führte sie zurück ins Schlafzimmer. „Willst du ein paar Sachen von mir? Deine Klamotten sind ja nicht gerade zum Schlafen geeignet.“ Sie stimmte seinem Vorschlag zu, die Jeans war nun wirklich nicht sehr bequem zum Schlafen. Während Marc der Meinung war, dass ein T-Shirt mehr als genug wäre, bestand Gretchen darauf, auch noch eine Jogginghose von ihm zu tragen und setzte sich damit auch durch. Nach der Klamottendiskussion legten sie sich schließlich hin und schliefen wieder mal Arm in Arm ein.

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18.10.2009 21:21
#86 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Gegen 6 Uhr morgens wurden sie unsanft von dem Wecker aus dem Schlaf geklingelt. Missmutig murrte Gretchen und vergrub ihr Gesicht im Kissen. Marc brachte den Wecker zum Verstummen und setzte sich schon auf. Als er sah, dass Gretchen nicht gerade gewillt war, ebenfalls aufzustehen, riss er ihr kurzerhand das Kissen weg. Gretchen murmelte nur irgendetwas Unverständliches und versuchte sich ohne Kissen zu arrangieren.
„Du musst aufstehen, wir müssen ins Krankenhaus!“ Marc Überredungsversuche waren vergeblich, Gretchen lag noch immer da, als wäre sie bereit, jederzeit wieder einzuschlafen.
„Mag weiterschlafen…“
„Und die Patienten wollen, dass wir ihnen das Leben retten, also auf jetzt!“
„Nur noch fünf Minuten…“ Toll, jetzt musste er eine faule Gretchen irgendwie zum Aufstehen bewegen, zählte das jetzt auch zu seinen Aufgaben?
„Gut, folgender Vorschlag, ich geh jetzt duschen und du schläfst noch ein paar Minuten. Oder du kommst gleich mit mir duschen.“ Als Antwort griff Gretchen nur nach dem Kissen und zog es wieder an sich. „Alles klar, dann geh ich mal.“
„Marc?“, hielt Gretchen ihn noch zurück.
„Hm?“ Sie tippte mit ihrem Finger leicht an ihre Lippen. Zu müde zu allem, aber schön einen Kuss haben wollen. Marc erbarmte sich ihrer und tat ihr den Gefallen, ihm gefiel es ja schließlich auch. Er wollte wieder aufstehen, als Gretchen sich erneut zu Wort meldete.
„Marc?“
„Hm?“ Sein Ton war schon leicht genervter als beim ersten Mal.
„Ich hab Hunger.“ War ja klar, wann hatte die bitte keinen Hunger?
„Okay, ich geh dann zum Bäcker, wenn du duschst. Und jetzt deine letzte Chance auf eine gemeinsame Dusche mit mir!“
„Hau ab und lass mich schlafen!“ Marc hoffte inständig, dass sie nur heute schlecht geschlafen hatte und ihre schlechte Laune am Morgen nur eine Ausnahme war.

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18.10.2009 22:52
#87 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Als er mit frischen Brötchen zurückkam, erwartete er, dass eine hungrige Gretchen bereits sehnsüchtig auf ihn warten würde. Aber weit gefehlt. Diese lag nämlich noch immer im Bett und döste vor sich hin. Er stellte die Brötchen ab und ging ins Schlafzimmer, um Gretchen zu wecken. Am Ende kam er wegen ihr noch zu spät, wie sah das denn aus, wenn der Oberarzt nicht pünktlich da war?
„Gretchen? Du musst jetzt echt aufstehen!“ Als von der Ärztin keine Antwort kam, trat er ganz nah ans Bett und packte die Decke, die er ihr mit einem „Tut mir Leid, aber das muss sein!“ wegzog. Das zeigte sofort Wirkung und Gretchen stand wütend, aber auch hellwach auf.
„Musst du gleich so brutal sein?“
„Ja, was hätte ich denn sonst machen sollen?“ Er hatte es ja wirklich im Frieden gesucht, da musste er doch zu härteren Mitteln greifen. War doch nicht seine Schuld, wenn sie partout nicht aufstehen wollte.
„Ja jedenfalls nicht das!“ Bevor er kontern konnte, war sie bereits im Bad verschwunden und er beschloss, schon mal alles fürs Frühstück vorzubereiten.
Nachdem sie fertig geduscht hatte, ging sie nur mit einem Handtuch bekleidet am Esstisch vorbei, wo Marc in seine Zeitung vertieft war.
„Und, irgendwas interessantes passiert?“, fragte sie und wollte dann Richtung Schlafzimmer, um sich anzuziehen. Marc sah von der Zeitung auf und erblickte die leicht bekleidete Gretchen.
„Noch nicht, aber ich wüsste da was Interessantes, was jetzt passieren könnte.“ Er grinste ihr nach, während sie seinen Kommentar einfach überging, sie hatte gerade wirklich keine Lust auf diese Diskussion. „Von wegen du machst mich nicht scharf! Das machst du doch mit Absicht!“
„Tu ich nicht!“, rief sie aus dem Schlafzimmer und setzte sich wenig später angezogen zu ihm an Tisch und sah sich um. „Wo ist das Nutella?“
„Gibt’s hier nicht! Tut dir auch ganz gut, mal so nebenbei gemerkt.“ Er trank genüsslich seinen Kaffee und amüsierte sich über Gretchens bösen Gesichtsausdruck.
„Krieg ich dann wenigstens auch nen Kaffee?“
„Klar, bedien dich!“ Er verwies sie mit seinem Blick zur Küchentheke, wo die Kaffeekanne stand.
„Muss ich jetzt wirklich wieder aufstehen?“ Sie warf ihm einen Dackelblick zu, in der Hoffnung, er würde das dann für sie übernehmen.
„Würde sie anbieten. Es sei denn, du kommst so ran!“ Sie wechselte ihren Gesichtsausdruck wieder zu böse und stand genervt auf, um sich ihren Kaffee zu holen. Sie fühlte sich in ihrem Verdacht stark bestätigt, dass ein normales und ruhiges Aufstehen mit Marc eine Sache der Unmöglichkeit war.

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19.10.2009 17:46
#88 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Nach dem Frühstück raste Marc durch Berlin, um doch noch pünktlich zu kommen. Gretchen hatte seinen Zeitplan mehr als durcheinander gebracht.
„Musst du so schnell fahren?“, beschwerte diese sich nach einiger Zeit. „Ich fühl mich so nicht gerade wohl!“
„Ja, ich muss so schnell fahren und jetzt rate mal, wer Schuld daran hat. Und außerdem kann ich wenigstens Auto fahren, also gibt’s auch keinen Grund zur Unruhe!“ Um sein Fahrvermögen zu demonstrieren, bog er in einem gewagten Fahrmanöver nach links ab.
„Marc! Spinnst du? Das andre Auto wär fast in uns reingefahren!“
„Ist es aber nicht! Außerdem war da noch genügend Platz und jetzt hör auf hier so rumzunörgeln!“ Inzwischen schrieen beide ziemlich laut, ein Wunder, dass die Passanten nicht davon mitbekamen.
„Entschuldige mal, aber wenn du hier so leichtfertig mein Leben in Gefahr bringst, da wird ich mich doch mal aufregen dürfen!“
„Aber dafür rette ich es doch auch immer wieder, oder hast du den Vorfall mit deinem Mann schon vergessen?“, erwiderte er in ruhigerem Tom, bereute seine Worte aber bald schon wieder.
„Das hast du jetzt nicht wirklich gesagt, oder? Erstens, ist er nicht mehr mein Mann…“
„Wirklich? Hab gar nichts von der Scheidung mitbekommen…“ Marcs unbedachter Einwurf brachte Gretchen nur noch mehr in Rage.
„Er ist trotzdem nicht mehr mein Mann und wage es ja nicht, ihn noch einmal so zu bezeichnen, sonst… sonst…“
„Was sonst? Hasenzahn, komm zum Punkt!“
„Sonst kannst du dir ne neue Freundin suchen!“
„Ganz bestimmt nicht, den Stress tu ich mir nicht nochmal an!“
„Wieso tust du dir den Stress überhaupt an? Dann kann ich auch gehen!“
„So hab ich das jetzt doch nicht gemeint! Musst du immer alles in den falschen Hals kriegen?“, versuchte Marc sich zu verteidigen.
„Jetzt übertreib ich also wieder? Halt an, ich geh den Rest zu Fuß!“ Daraufhin hielt Marc an, verschloss aber die Türen, sodass Gretchen, die an der Tür rüttelte, im Wagen bleiben musste. „Mach auf und lass mich gehen!“
„Gretchen, glaubst du wirklich, dass ich dich jetzt so einfach gehen lasse? Ja verdammt, die ganze Sache mit dir ist der reinste Stress, aber für dich halte ich das aus, aber auch wirklich nur für dich, weil du mir eben irgendwie aus mir nicht immer ganz verständlichen Gründen wichtig bist…“ Er schloss die Türen wieder auf, nachdem Gretchen sich wieder etwas beruhigt hatte. „Und wenn du jetzt immer noch gehen willst, dann wird ich dich nicht davon abhalten.“ Aber Gretchen ließ sich in den Sitz zurücksinken und sah ihn an. Wie schaffte er es nur immer wieder, sie doch zum Bleiben zu überreden? An den Entschuldigungen musste er zwar trotzdem noch arbeiten, aber fürs Erste konnte sie so damit leben. Es brauchte eben seine Zeit, bis sie Marc richtig erzogen hatte. „Gut, dann kann ich ja weiterfahren, dann schaffen wir’s vielleicht noch rechtzeitig zum Krankenhaus.“

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19.10.2009 23:27
#89 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Sie schafften es nicht. Fast 5 Minuten zu spät stiegen sie aus dem Fahrstuhl aus, wo sie schon von Schwester Sabine erwartet wurden.
„Da sind Sie ja endlich, wieso sind Sie denn zu spät und warum dann auch noch beide zusammen?“ Marc ging an ihr vorbei und die beiden Damen folgten ihm zu der Umkleide.
„Erstens ist Gott nie zu spät und zweitens wurde ich von einem dicken Problem aufgehalten, was auch die Frage klärt, warum wir beide zusammen kommen.“ Gretchen versuchte, sich nicht aufzuregen. War doch nur wieder typisch, dass er sie beleidigte und sich als Gott darstellte. Sollte man sich doch gleich ein Gebet für ihn ausdenken. Das ‚Marc unser’ oder so. Wie könnte das dann gehen? ‚Marc unser, der du bist im Krankenhaus, geheiligt werde dein Körper…’ Worüber dachte sie da eigentlich schon wieder nach? So toll war Marc ja nun bei bestem Willen nicht. Dennoch bekam sie einfach nie genug von ihm, sie war eindeutig süchtig nach ihm. Ob es dafür Selbsthilfegruppen gab? ‚Hallo, mein Name ist Gretchen Haase und ich bin Marc-süchtig.’ Sie versuchte den Gedanken abzuschütteln und zog sich ihren Kittel an. „Und jetzt auf zur Visite!“ Mit diesen Worten stürmte Marc aus dem Raum und Gretchen wollte ihn schon folgen, als Sabine sie noch zurückhielt.
„Frau Doktor? Sind Sie und der Herr Doktor jetzt ein Paar?“
„Ja, irgendwie schon…“ Gretchen wollte jetzt wirklich nicht mit Sabine darüber reden, am Ende würde Sabine ihr noch sagen, dass sie das schon in Gretchens Horoskop gelesen hatte. Glücklicherweise kam Marc ihr zu Hilfe, der ungeduldig wieder zu den beiden sah.
„Hab ich mich unklar ausgedrückt? Visite, jetzt! Über das nächste Weight Watchers Treffen könnt ihr später auch noch reden.“ Seit der Beziehungssache legte Marc anscheinend wieder gesteigerten Wert auf seine Gemeinheiten, sie sollte wirklich mal sauer sein und ihn ein wenig schmoren lassen. Aber erstmal musste sie die Schicht hinter sich bringen.

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Verena1991 Offline

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20.10.2009 16:58
#90 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Der restliche Arbeitstag verlief unspektakulär, abgesehen von Marcs zahlreichen Beleidigungen, aber das war ja auch nichts Neues mehr. Die größte Anstrengung der Schicht war jedoch, Sabine so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Immer dieser vielsagende Blick, den sie Gretchen und Marc zuwarf. Während das Gretchen mehr als unangenehm war, dankte Marc es ihr mit dummen Sprüchen, die er ihr reindrückte. So vergingen die 10 Stunden Schicht und Marc und Gretchen waren froh, als sie endlich in den Fahrstuhl steigen konnten. Bevor sich die Türen aber schlossen, sahen sie Sabine noch herlaufen, die offensichtlich noch mitfahren wollte. Während Gretchen nur hoffte, dass sie es nicht mehr schaffen würde, schritt Marc zur Tat und drückte ununterbrochen auf den Knopf, damit sich die Türen schlossen.
„Nein, warten Sie, ich will noch mit!“, rief Schwester Sabine, spornte Marc damit aber nur noch weiter an. Am Ende siegte tatsächlich Team Meier/Haase und Sabine musste die silbernen Metalltüren von außen anstarren.
„Na Gott sei Dank ist die hier nicht mehr reingekommen!“, atmete Gretchen erleichtert auf.
„Stimmt, sonst könnten wir das hier nicht machen!“
„Was?“ Als Antwort kam Marc nur auf sie zu, stemmte seine Hände gegen die Wand und näherte sich mit seinem Gesicht dem ihren.
„Stimmt, dabei würde sie nur stören…“, flüsterte Gretchen noch schnell, bevor sie dank Marc nicht mehr weitersprechen konnte. Daran könnte sie sich wirklich gewöhnen und sie vergas sogar für eine Zeit, dass sie gleich zurück in die Villa musste.

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21.10.2009 14:13
#91 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Im nächsten Stockwerk hielt der Fahrstuhl schon wieder und kein geringerer als Mehdi gesellte sich zu den beiden. Zuerst nahmen sie keine Notiz von ihm und ihm blieb nicht andres übrig als beschämt zu Boden zu schauen, mit etwas Glück bliebe er unbemerkt und die Situation würde nicht noch peinlicher für ihn werden. Gretchen dachte aber nicht daran, ihm diesen Gefallen zu tun und blickte in diesem Moment über Marcs Schulter und sah ihren Ex-Freund da stehen.
„Hallo Mehdi.“, begrüßte sie ihn etwas peinlich berührt und versuchte Marc jetzt auf Abstand zu halten, sie wollte Mehdi nicht verletzen. Dieser nickte nur kurz in ihre Richtung und wandte seinen Blick dann wieder ab. Was auch daran liegen konnte, dass Marc sich von dem Zuschauer nicht davon abhalten ließ, Gretchen weiterhin zu befummeln. Im Gegenteil, er sah es sogar als Anreiz, sich noch mehr ins Zeug zu legen. „Marc, bitte! Ein wenig mehr Feingefühl, ja?“, versuchte sie ihm so leise wie möglich mit strengem Ton ins Ohr zu flüstern.
„Ich geb dir doch schon so viel Feingefühl wie möglich.“ Marc hingegen sprach in vollkommen normaler Lautstärke, sollte Mehdi doch alles mitbekommen.
„Gegenüber Mehdi, du Trampel!“
„Was denn? Der ist doch wirklich alt genug, das zu verkraften!“ In diesem Moment war der Fahrstuhl endlich gnädig und hielt im Erdgeschoss an. Mehdi verließ diesen so schnell wie möglich und auch Marc ließ jetzt von Gretchen ab, um in den Feierabend zu verschwinden. Wobei so ganz war die Arbeit ja noch nicht getan…
„Marc, kannst du dich vor Mehdi bitte zusammenreißen? Wir tun ihm damit weh!“
„Mein Gott, anders kapiert der es doch nicht, dass du nichts mehr von ihm willst und aus euch nichts mehr wird! Irgendwie muss ich doch mein Revier markieren.“
„Hast du mich gerade als dein Revier bezeichnet?“
„Boah, Hasenzahn, wird das hier ein neuer Streit oder was? Langsam glaub ich, du stehst da drauf…“ Mittlerweile hatten sie das Krankenhaus verlassen und waren auf dem Parkplatz angekommen. „Und das ist auch nicht mein Auto!“, rief er Gretchen zu, die auf einen anderen silbernen Wagen zugegangen war.
„Die sehen doch alle gleich aus…“, meinte diese nur und ging Marc wieder hinterher. „Und außerdem bin ich gar nicht auf Streit aus, du fängst doch immer an!“
„Und du steigerst dich immer rein! Können wir jetzt bitte losfahren, ich will das jetzt hinter mich bringen!“

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21.10.2009 20:09
#92 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Und so fuhr er auch wieder. Diesmal beschloss Gretchen aber, nicht zu meckern, sie hatte keine Lust darauf, dass er ihr erneut vorwarf, gleich hysterisch zu werden. Deshalb beschränkte sie sich darauf, dass sie sich gelegentlich am Sitz festkrallte, wenn Marc ihr wieder zu unvorsichtig fuhr.
„Marc?“, durchbrach sie nach einiger Zeit das Schweigen.
„Das ist die Autobahn, hier darf ich so schnell fahren wie ich will.“
„Das weiß ich! Und hör auf, mir zu unterstellen, dass ich nur rummotze, das hatte ich nämlich echt nicht vor!“
„Und wieso tust du es schon wieder?“ Gretchen biss sich auf die Lippe, nein, diesmal würde das nicht in einem Streit enden!
„Ich wollte mich eigentlich nur bedanken, dafür, dass du das für mich tust. Allein würde ich das nicht schaffen…“
„Jaja, passt schon. Außerdem liegt es als Frau doch in deiner Natur, dass du nen starken Mann an deiner Seite brauchst.“
„Bitte? Soll das heißen… ach, vergiss es!“ Sie wollte es einfach gut sein lassen, das würde sich bestimmt wieder legen. Wahrscheinlich war er nur so, um nicht als Weichei dazustehen, weil er jetzt in festen Händen war. Ja, so musste es sein. Aber daran würde er sich schon noch gewöhnen und irgendwann netter sein.
„Okay.“ Er fuhr die Ausfahrt der Autobahn runter und fuhr noch die restliche kurze zum Anwesen der von Burens. Er stellte seinen Wagen ab und die beiden stiegen aus. Gretchen sah sich das Gebäude an, das sie noch bis vor wenigen Tagen ihr Zuhause nannte. Aber jetzt war es nur noch ein Ort des Schreckens für sie, der schlimmste Ort, an dem sie je gewesen war. Den Schulhof hatte Marc ja inzwischen etwas ins rechte Licht gerückt. Das Gelände war abgesperrt und es stand dort noch ein Polizeiwagen. Nach der Tat selbst war hier vermutlich die Hölle losgewesen und es wurde überall nach Beweisen gesucht. Sie gingen gemeinsam auf das Tor zu, wo ein Polizist wartete.
„Kann ich Ihnen weiterhelfen?“, fragte sie dieser nicht gerade freundlich. Weshalb auch immer…
„Ähm, ja, ich wohne hier. Also ich hab hier gewohnt…“ Der Polizist nickte nur und zog dabei eine merkwürdige Schnute.
„Ja, ist klar, und ich bin der Kaiser von China.“
„Freut mich, wollt Sie schon immer mal kennenlernen und jetzt lassen Sie uns auf der Stelle rein, meine Freundin möchte gerne ihre Sachen holen.“, übernahm Marc nun das Gespräch. Gretchen strahlte ihn an und war glücklich, dass er sie gegen diesen aufgeblasenen Möchtegern in Schutz nahm.
„Dann zeigen Sie doch bitte Ihren Ausweis, Sie können sich doch bestimmt als Frau von Buren ausweisen.“ Eigentlich konnte sie das nicht. Laut ihrem Ausweis war sie noch eine ‚Haase’.
„Ähm, das könnte ein kleines Problem darstellen…“

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21.10.2009 22:43
#93 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Gretchen, sind Sie das?“ Sie blickten in den Hof und sahen dort Mechthild von Buren mit ihrem Blindenstock auf sie zuwandern.
„Ja, Mechthild, könnten Sie dem freundlichen Polizisten bitte mitteilen, dass ich hier wohne?“
„Aber natürlich, nun lassen Sie das Mädchen schon rein!“ Der Polizist hob daraufhin murrend das Absperrband hoch und ließ Gretchen und Marc drunterschlüpfen.
„Na bitte, geht doch!“ Marc warf dem Polizisten ein erhabenes Lächeln zu, er sah es einfach zu gerne, wenn Menschen feststellten, dass sie im Unrecht waren und er im Recht.
„Gretchen, wen haben Sie denn da mitgebracht?“, fragte Mechthild neugierig und trat näher an Marc heran. Sie sah ja bereits, dass er gutaussehend war.
„Ähm, das ist Marc Meier, mein Oberarzt!“ Vor ihrer Schwiegermutter war es ihr doch etwas unangenehm zu gestehen, dass sie schon neu vergeben war und ihr Sohn schon längst abgehakt war.
„Und der Typ, in dessen Bett sie sich breit macht.“, fügte Marc aber noch hinzu, er durfte sie ja auch nicht verleugnen und gleiches Recht für alle. Daraufhin fing er sich einen bösen Blick von seiner Freundin ein. Mechthild war inzwischen ganz nah an den beiden und tastete Marcs Gesicht ab, der aber gleich zurückwich, er ließ sich doch nicht von so einer alten Schachtel begrabschen.
„Da haben Sie sich aber einen hübschen neuen Kerl ausgesucht, um einiges besser als mein guter Herr Sohnemann.“ Gretchen überlegte, ob sie Mechthild sagen sollte, dass Alexis wohl gar nicht ihr Sohn war. Wieso hatte das die Polizei eigentlich noch nicht erledigt? Aber gut, das war jetzt nicht ihre Aufgabe. Aber Moment, hatte die gerade gesagt, dass es für sie okay war, dass Gretchen schon einen neuen Partner hatte? Naja, wenn sie meinte, das war nun nicht mehr Gretchens Angelegenheit. Marc grinste sie derweil aufgrund von Mechthilds Kompliment zufrieden an, er war eben doch der beste.
„Danke, können wir dann ins Haus, ich würde gerne einige Sachen von mir holen.“, wollte sie den kleinen Smalltalk vor der Villa beenden, damit sie so schnell wie möglich wieder von hier weg konnte.

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22.10.2009 19:37
#94 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Aber natürlich, kommen Sie nur rein. Ich habe auch frischen Kaffee da, den hat mein neuer Pfleger gerade gemacht. Ein wahrer Schatz, kann ich Ihnen sagen.“ Die scheint ja wirklich gut über die Sache mit Alexis hinweg gekommen zu sein, wirklich erstaunlich.
„Danke für das Angebot, aber wir müssen dann auch schon gleich wieder los, ich will nur mal eben meine wichtigsten Sachen holen.“
„Ach, nun tun Sie mir doch den Gefallen, ich bin doch so einsam hier.“ Gretchen bekam natürlich nicht mit, dass Mechthilds Augen hinter der Sonnenbrille begierig auf Marc gerichtet waren und hatte tatsächlich Mitleid mit der Dame. Aber sie wollte und konnte nicht hier bleiben. Aber wie sollte sie das nur der armen Mechthild sagen?
„Das ist aber nicht unser Problem, wir holen nur den Krempel und dann sind wir weg!“, trug nun Marc seinen unhöflich direkten Teil bei.
„Marc, ein wenig höflicher, ja?“, versuchte Gretchen ihn zurechtzuweisen.
„Anders kapiert dies doch nicht. Können wir jetzt bitte vorwärts machen, ich hab keinen Bock hier ewig zu versauern! Ich nehme an, da geht es rein?“ Er deutete auf die Tür und beschleunigte seinen Gang, um sich von den beiden Frauen abzusetzen.
„Ich muss mich für ihn wohl entschuldigen.“, meinte Gretchen zu Mechthild, Marcs Benehmen war ihr echt unangenehm.
„Das müssen Sie wirklich nicht. So aufbrausend wie Ihr Freund ist, nehm ich an, er ist ein Tier im Bett.“
„Bitte was?“, bohrte Gretchen schockiert nach, sie musste sich verhört haben.
„Na, Sie wissen schon. So richtig wild, leidenschaftlich und ungezügelt.“ Sie stiegen langsam die Treppen hoch und erreichten nun auch die Haustür.
„Ja, also, das weiß ich jetzt gar nicht so genau.“ Gretchen versuchte das Peinlichkeitsgefühl mit einem gekünstelten Lächeln zu übertönen, das war das Letzte, worüber sie mit Mechthild reden wollte.
„Wieso denn nicht? Sie sind doch noch jung, da müssen Sie doch jede Menge Sex haben und das Leben genießen. Vor allem mit einem so attraktiven Mann an ihrer Seite.“
„Gut, da denk ich dann später mal drüber nach…“ Jetzt wollte sie erstmal ihre Schwiegermutter loswerden und so schnell wie möglich weg hier.
„Wie viel Schlafzimmer hat dieses verdammte Haus eigentlich?“, rief Marc von oben die Treppen nach unten und gab Gretchen somit die perfekte Gelegenheit zum Rückzug.

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23.10.2009 16:40
#95 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Jedenfalls mehr als du dir je leisten kannst!“ Sie stieg die Treppen hoch, wo sie Marc schon ungeduldig warten sah. Bei ihren Worten kam dann noch ein Anflug von Wut hinzu, typisch männlicher Stolz.
„Ich verdiene gut genug, ja? Außerdem brauch und will ich kein Haus.“
„Wieso? Ist doch schön, so ein Eigenheim.“
„Ne, lass mal. Viel zu… endgültig.“
„Und das mit uns ist nicht endgültig oder wie?“ Trotzig verschränkte sie die Arme vor der Brust, das wollte sie nun genauer wissen.
„Keine Ahnung, woher soll ich das bitte wissen? Wenn du weiter so nervst aber eher nicht…“
„Jetzt nerv ich also wieder?“
„Ganz genau! Und kannst du mir jetzt bitte zeigen, wo das richtige Schlafzimmer ist? Man sollte meinen, eins ist genug.“ Er sah sich suchend um, so viel Platz brauchte doch kein Mensch, nicht mal Gretchen…
„Da geht’s lang.“ Sie ging an Marc vorbei und öffnete die Tür zu ihrem ehemaligen Schlafzimmer. „Und ein paar der andren Räume sollten eben mal Kinderzimmer werden…“ Gott sei Dank war es soweit nicht gekommen, das wäre rückblickend betrachtet der Weltuntergang.
„Ich sag doch, ein Schlafzimmer reicht!“ Er steuerte auf den Kleiderschrank zu und stellte fest, dass dieser ein begehbarer Kleiderschrank war, in etwa die Größe seines eigenen Schlafzimmers. „Hasenzahn, wozu braucht man so viel Klamotten?“
„Kann man doch nie genug haben… Sollte das heißen, du willst keine Kinder?“ Marc stöhnte genervt auf, wieso musste die nur immer alles genauer hinterfragen? Auch Gretchen sah ein, dass diese Frage zu früh für die Beziehung kam, so vergraulte sie Marc schneller als sie schauen konnte.
„Wie willst du das sonst interpretieren? Du erinnerst dich doch bestimmt an die Sache mit Gabi. War ich da begeistert? Kinder kosten nur Geld und machen viel Dreck!“ Das widersprach eindeutig ihren Ansichten, aber das Thema würde sie besser erst in einem Jahr wieder aufrollen. „Und wie wollen wir das ganze jetzt transportieren?“ Gretchen betrat den Kleiderschrank und holte zwei Reisetaschen aus einem Eck.
„Hiermit?“
„Aber da passen echt nicht alle deine Sachen rein oder willst du die Hälfte oder eher drei Viertel hier lassen?“
„Wir haben ja noch mehr davon. Und zur Not fahren wir eben öfter.“
„Ne, also das eine Mal reicht mir echt vollkommen! Schau dir nur deine Schwiegermutter an, die ist doch komplett irre!“, blockte er gleich ab, das kam für ihn überhaupt nicht in die Tüte.
„Dann fahr ich eben allein!“
„Erstens kannst du nicht fahren und zweitens hast du kein Auto!“
„Ich kann sehr wohl fahren!“ Zwar nicht gut, aber die Grundkenntnisse hatte sie. „Und dann leihst du mir eben dein Auto!“ Nun sah Marc sie entgeistert an, wovon träumte die bitte nachts? Wahrscheinlich von ihm, das würde ihn zumindest nicht wundern.
„Nein! Vergiss es, nicht mein Wagen! Außerdem ist der gerade erst aus der Werkstatt raus, da will ich ihn nicht gleich wieder hinbringen müssen! Hätte ich noch diesen scheiß Volvo, dann gerne, die Schrottkiste hättest haben können, aber nicht mein Heiligtum!“
„Dein Heiligtum? Schade, dass ich so was nie zu hören bekomme, Schatz!“ Das letzte Wort betonte sie so deutlich wie möglich. Sie war sich sicher, dass ihn das ärgern würde, so gut kannte sie ihn nun schon.

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23.10.2009 16:51
#96 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Und sie sollte Recht behalten. Erst starrte er sie ungläubig an und suchte nach den richtigen Worten, bevor er sie dann schließlich fand.
„Wie hast du mich genannt? Ich habe einen Namen, ja? Also komm mir nicht mit so einer Scheiße!“
„Wieso? Ist doch niedlich.“ Gretchen beobachtete erfreut, wie sich sein Blick verfinsterte und er wieder nach Worten rang. Wann konnte man Marc Meier schon sprachlos sehen? Zu schade, dass sie ihre Kamera nicht dabei hatte.
„Niedlich? Hasenzahn, nenn mich nie wieder niedlich! Sonst…“
„Was sonst?“, fragte sie provokativ, so was sollte sie öfter machen.
„Sonst… Sonst…“
„Marc, Schatz, stotter hier doch nicht so rum, oder soll ich raten, was du meinst?“
„Sonst kannst du dir wen andres suchen, den du den ganzen Tag nerven kannst!“ Besonders glaubwürdig wirkte das nicht auf sie. Sie fand es eher süß, wie er sich aufregte. Ob sie ihm das sagen sollte? Wobei, besser nicht, am Ende würde er noch mit dem Auto abhauen und sie hier bei Mechthild zurücklassen. Das war es dann doch nicht wert.
„Na gut, dann eben nicht. So fürs erste…“ Das letzte fügte sie leise hinzu, musste er ja nicht mitbekommen.
„Was?“
„Ähm, nichts?“
„Ich dachte, du hättest noch was gesagt…“
„Nö, hab ich nicht! Vielleicht Wahrnehmungsstörungen? Würde auch deinen Größenwahn erklären.“ Es war toll, mal so gemein zu sein, sonst übernahm er ja mehr diesen Part. Marc hingegen schien von diesem Rollentausch weniger angetan.
„Größenwahn? Ich? Nene, nur ne realistische Selbsteinschätzung! Und jetzt halt die Klappe und pack deinen Plunder ein!“ Fürs erste reichte es ihr auch und so machte sie sich an die Arbeit und packte ihre Klamotten ein. Sie hatte die letzte Jeans verstaut, als ihr Blick noch auf ein weißes Kleid fiel. Ihr Hochzeitskleid…

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23.10.2009 18:16
#97 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Willst du noch länger in den Schrank starren oder können wir langsam los?“ Gretchen wachte aus ihren Gedanken auf und starrte Marc an.
„Was? Nein, ich muss noch was machen. Kannst du bitte schon mal meine ganzen Bücher einräumen? Im Schrank sind noch einige Taschen.“ Sie ging in die Küche, wo Mechthild mit ihrem Pfleger zusammensaß und ihren Kaffee trank.
„Gretchen, sind Sie das? Wollen Sie doch eine Tasse Kaffee?“
„Nein, ich brauch nur…“ Sie ging auf den Messerblock zu und griff das größte daraus. „das hier!“
„Was? Ich bin blind, falls Sie sich erinnern können.“
„Ja, ich weiß…“, antwortete Gretchen nur geistesabwesend und machte sich wieder auf den Weg ins Schlafzimmer. Mechthild wunderte sich, was Gretchen mit dem Messer wollte, doch wohl kaum ihren Freund abstechen.
„Da bist du ja wieder, wo warst du? Und was machst du mit dem Messer?“, fragte Marc, als Gretchen wieder ins Schlafzimmer kam und auf den Kleiderschrank zusteuerte. Sie kam mit ihrem Hochzeitskleid wieder raus und legte es auf das Bett. Unter Marcs erstauntem Blick holte sie weit aus und stach mit voller Wucht in ihr Brautkleid. Sie schrie ihre ganze Wut aus und zog das Messer durch das Kleid. Die Tränen rannen ihr über die Wangen, während sie immer wieder neu ansetzte und ihr Kleid zerstörte. Wieso hatte Alexis ihr das angetan? Wieso hatte er sie in diese Situation gebracht? Hatte er sie überhaupt je geliebt, was konnte sie schon noch glauben? Für ihn wollte sie Marc aufgeben, sie hatte so auf ein glückliches Leben mit Alexis gehofft und jetzt wäre sie fast wegen ihm gestorben. Sie sah sein Gesicht vor sich. Wie er sie angesehen hatte, als sie auf den Altar zuschritt, wie er geschworen hatte, sie zu lieben und zu ehren. Und dabei wusste er, dass sie in ihr Unglück lief, dass sie dabei war, einen Verbrecher zu heiraten. Das konnte doch keine Liebe gewesen sein. Hätte er sie geliebt, dann hätte er sie doch vor diesem Fehler bewahrt. Wieso ließ er es soweit kommen? Wie konnte sie es so weit kommen lassen? Sie hätte es doch merken müssen. War sie einfach nur blind gewesen? So viele Wochen hatte sie mit diesem Mistkerl vergeudet, so viele Wochen, die sie einfach nur vergessen wollte. Es musste einfach alles raus, die ganze Wut, Enttäuschung, Verzweiflung, Trauer. Das alles hatte sich angestaut und musste sich jetzt entladen, damit sie endlich damit abschließen konnte. Marc sah das alles mit an und überlegte, ob er versuchen sollte, sie zu beruhigen. Aus Angst um sein eigenes Leben entschied er sich jedoch dagegen, er wusste nicht, wie berechenbar Gretchen gerade war.
Nachdem das Kleid, und dabei auch die darunter liegende Bettwäsche, in tausend Teile geteilt war, ließ Gretchen das Messer fallen und ließ sich heulend auf den Boden fallen. Da sie nun unbewaffnet war, schritt Marc langsam auf sie zu und setzte sich neben sie. Er wartete kurz ab, ob sie nicht doch wieder nach dem Messer griff und legte dann vorsichtig seinen Arm um sie. Gretchen zuckte kurz unter seiner Berührung zusammen, schmiegte sich dann aber näher an ihn und hielt sich an ihm fest. Er gab ihr den Halt, den sie jetzt so dringend brauchte. Dieses Gefühl, nicht allein zu sein. Die Liebe, nach der sie sich sehnte. Das alles half ihr dabei, sich zu beruhigen und ihr Atmen wurde langsamer, ihr Herzschlag regelmäßig. Sie hatte Marc hier bei sich, ohne ihn hätte sie das nicht durchgestanden. Aber er war hier und war für sie da und gab ihr alles, was sie brauchte.

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23.10.2009 23:43
#98 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Wieder gut?“, fragte Marc behutsam nach einigen Minuten und Gretchen nickte leicht, während sie sich die letzten Tränen wegwischte. „Schön, dann muss ich ja keine Angst mehr haben. Übrigens, nettes Tagebuch, da steh ich ja wirklich oft drin.“
„Was? Hast du in meinem Tagebuch gelesen?“ Schockiert blickte sie ihn an. Sie hatte ja nicht damit gerechnet, dass er sich keinen Fauxpas mehr leisten würde, aber gleich so schnell?
„Ja, ich sollte deine Bücher einpacken und dann war das eben dein Tagebuch. Wirklich süß, wie du von mir schwärmst.“ Nun bekam sie ihre Frechheiten von vorhin zurück, das hätte sie sich überlegen sollen, bevor sie sich mit ihm anlegte.
„Dann hast du doch bestimmt auch gelesen, was für ein Arschloch du bist!“
„Trotzdem findest du mich unwiderstehlich.“ Mit einem Grinsen auf dem Gesicht stand er auf und ging wieder zu dem Regal. „Ich mein, ich kann das total verstehen, in der Hinsicht hast du wirklich Geschmack!“
„Du bist unmöglich!“
„Schön, dass du wieder die alte bist. Dann können wir jetzt ja weitermachen oder hast du vor, wieder hier einzuziehen?“
Sie packten die wichtigsten von Gretchens Sachen zusammen und schafften sie an Mechthild vorbei ins Auto. Irgendwie konnten sie alles reinquetschen, aber rückwärts fahren bot sich nun eher nicht an.
„Und wohin jetzt? Willst du die ganzen Sachen erstmal zu Hause abladen?“ Gretchen überlegte kurz, kam aber doch recht schnell zu einer Entscheidung.
„Heute noch nicht, ich hab echt keine Lust meiner Mutter zu begegnen. Können wir erstmal zu dir?“
„Kein Problem und wenn ich ganz nett bin, darfst du dir sogar ne Schublade einräumen.“ Überglücklich über diese Aussage strahlte sie ihn an und er fuhr los. Wobei sie mindestens zwei Schubladen fordern würde, wie sollte sie denn mit einer einzigen auskommen?

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24.10.2009 01:30
#99 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

Inmitten von Berlin klingelte derweil das Telefon im Hause Haase. Bärbel nahm so schnell wie möglich ab, vielleicht dachte Gretchen ja doch mal wieder daran, ihrer Mutter ein Lebenszeichen von sich zu geben.
„Haase?“, sagte sie freundlich und hoffend in den Hörer.
„Hallo Frau Haase, hier ist Gina Amsel, ich…“
„Gina, schön, dass du anrufst, hat es denn geklappt mit dem Urlaub? Dieser Meier tut Gretchen nicht gut, seit gestern Morgen hab ich sie nicht mehr gesehen.“
„Lassen Sie mich doch bitte ausreden, ich wollte Ihnen gerade sagen, dass…“
„Tut mir Leid, ich bin nur so aufgeregt, die Sache ist doch so wichtig!“ Bärbel konnte glücklicherweise nicht sehen, wie Gigi die Augen verdrehte. Kein Wunder, dass Gretchen sich nicht meldete, Gigi würde es genauso machen.
„Ja, ich weiß, und stellen Sie sich vor…“
„Was denn nun? Mach es doch nicht so spannend!“ So würden sie hier nie vorankommen, nächstes Mal würde Gigi einfach per E-Mail Bescheid sagen.
„Es hat geklappt!“, sagte Gigi so schnell und deutlich wie möglich, damit Bärbel ihr nicht erneut dazwischenquatschen konnte. Bärbel quietschte erfreut auf, Gretchen hatte nun zwei weitere Augen, die auf sie aufpassten.
„Das ist großartig, wann kommst du denn dann nach Berlin?“
„Die nächsten zwei Tage muss ich noch arbeiten, aber ich nehm gleich den ersten Flug am Samstag.“
„Erst so spät? Und was ist bis dahin? Wer soll denn auf Gretchen aufpassen?“ Konnte man es dieser Frau nie Recht machen?
„Was soll ich denn machen? Früher hab ich nicht frei bekommen, Sie können froh sein, dass ich so kurz nach der Hochzeit schon wieder Urlaub bekomme!“
„Ja, ist schon gut, Hauptsache, du kannst überhaupt kommen.“
„Genau meine Meinung, Frau Haase, ich melde mich dann wieder, wenn ich in Berlin bin.“ Davor zumindest bestimmt nicht. Sie legte auf und ließ sich in ihren Stuhl zurücksinken. Wenn Marc Meier Gretchen in irgendeiner Weise schlechtes tun würde, dann würde sie das herausfinden und Gretchen vor diesem Typen beschützen.

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24.10.2009 12:15
#100 RE: Verenas Fortsetzung zu DD Zitat · Antworten

„Und was davon soll ich jetzt nach oben tragen?“, fragte Marc, nachdem er den Wagen vor seiner Wohnung geparkt hatte.
„Na, alles am besten.“, antwortete Gretchen gelassen und fing sich einen ‚Bist du irre’-Blick von Marc ein. „Schau nicht so! Ich brauch eben von überall ein bisschen!“
„Frauen…“, murmelte Marc und zog zwei Taschen aus dem Auto. „Die zwei reichen! Wenn du mehr willst, dann trag die Taschen selber!“ War er ihr Packesel oder was? Das musste er sich nicht bieten lassen.
„Gut, vielleicht komm ich damit aus. Und wenn nicht, gehen wir eben shoppen, ist ohnehin längst überfällig.“ Während sie fröhlich vor sich hinträumte, sah Marc mehr als gequält aus. Wieso hatte ihm niemand vorher gesagt, wie anstrengend das werden würde? „Maaarc? Kommst du?“
„Ja-ha, ich komm ja schon!“
Sie betraten die Wohnung und Marc ließ erstmal die Taschen zu Boden fallen, bevor er sich ein Bier aus dem Kühlschrank holte und sich vor den Fernseher auf die Couch setzte.
„Ich geh mich dann erstmal umziehen, ja?“, sagte Gretchen, die sich mittlerweile an den Taschen zu schaffen machte.
„Wenn du meinst…“, meinte dieser gleichgültig, sein Gehirn war schon vollständig auf das Fußballspiel eingestellt. Gretchen fand in den Taschen glücklicherweise genau das, wonach sie gesucht hatte, da hatte Marc ja unbewusst die richtigen rausgesucht. Mal sehen, wie lange er sich das Spiel noch ansehen würde, gleich würde er Prioritäten setzen müssen. Sie schnappte sich die Sachen und verschwand damit ins Bad. Sie sprang noch schnell unter die Dusche und machte sich anschließend zurrecht, genug Zeit hatte sie ja. Wie lang dauerte so ein Fußballspiel doch gleich? 60 Minuten, wenn sie sich richtig erinnerte. Aber die Zeit würde sie auch gut nutzen. Es sollte ja alles perfekt werden, das hatte sich Marc heute verdient. Sie zog ihre Dessous in sündigem Rot an, die schon seit Wochen darauf warteten, endlich eingeweiht zu werden. Gut, mit ein paar Kilo weniger würde es besser aussehen, aber sie konnte ihm kaum mit ihrer Bauchwegunterhose gegenübertreten. Und was sollte sie jetzt mit ihren Haaren machen? Und eher mehr oder weniger Schminke? Nach unzähligen Versuchen und anschließendem Abschminken entschied sie sich für einen eher natürlichen Look, nur den Lidstrich zog sie auffälliger als üblich. Ihre Haare trug sie letztendlich offen, so wie es Marc gefiel. Ein letzter Blick in den Spiegel verriet ihr, dass sie so fertig war, das Ergebnis konnte sich doch schon sehen lassen. Sie bedeckte ihren Körper noch mit einem Bademantel und ging zurück zu Marc, damit dieser endlich seine Überraschung bekommen konnte.

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